^ SS Areitag den 14. Juki 187«. XV. Jahrgang. Die .«..wrgn S.ttu..g-- .-sch-i.tt jeden Sonn,«,,. «»Iwoch und «,-tt.g. Pr-t,- --,-r M.rbmg! g-nzi-hrig 6 fl.. halbjährig S fl.. vierteliShri» 1 st. d» k: Nlr Sustelnn. Ms Haus monatlich 10 kr. mit Postverscndttng: ganzjahrlg 3 fl., halbjährig 4 fl., vierteljährig 2 fl. Jnsertionsgebühr 3 kr. pr. Zeile. VrnosstllschasMcher Dktrieb der Landwirthschast. Als die wirksamsten Maßregeln, um genossenschaftliche Unternehmungen in der Land-wirthschaft zu verallgemeinern, möchte ich vor Allem die negativen Mittel bezeichnen, d. h. ihnen die Hiu^nisie lnld Schwierigkeiten aus dem Wege raunten- Und derlei Hindernisse liegen in der Stenergesehgebung und Gebührendemessung, durch welche die Keime einer Genoffenschaft oft unterdrückt werden oder doch nicht zur Entwicklung gelangen kiinnen. Es gleicht dies den, Begiiu»en der mittelalterlichen Landesherren, welche alsobald, wie irgend eine Wasserstrabe oder ein Landweg eine größere Frequenz zeigte, sie mit breiten Zollriegeln versperrten und sich selbst dadllrch unbewllßt den allergrößten Schaden zufügten; oder dem weisen Vorgehen Desjenigen, welcher die Henne tödtete, uieil cr auf ihre goldenen Eier nicht warten wollte. Es trifft die Quelle, die es versiegen macht, statt die Mühle, welche sie treiben könnte, unterbindet die Arme, statt den Antheil am Werke zu fördern, welches sie schaffen. Hindernisse für viele Zweige genossenschaftlicher Produklioil sind ferner die hohen Tarifsätze der Eisenbahllen, welche den Tra^.Sport so vieler Diiiste geradezu unmöglich machen; ullter diesen l^efind»?« sich vorzugsweise solche, welche einer genossenschaftlichen Vcrarl'eitung, wie z. B. Milch, höchst nöthig bedilrsten, oder solche, welche durch Genossenschaften könnten vortheilhast im Großen, vielleicht auf ziredit bezogen werden, wie kiinstliche Düngstoffe, Drai-nageröhreil. Was ich jedoch als das allergrößte Hinder-niß eines Aufschwunges in dieser Beziehung bezeichnen möchte, ist die mangelnde volkswirth-schaftliche Bildung in der landwirthschastlichen Bevölkerung. Ein Jeder sieht nur, so weit die Grenze seines Feldes reicht, und so tief, als die seichte Furche ist, die er in demselben zieht, »lnd darüber hinaus verschwimmt Alles in einem Nebel von Aberglauben, gegenseitigem Mißtrauen und dem engherzigsten Egoismus, welcher meint, daß ein Vortheil des Nachbars schon ein eigener Schaden sein müsse. Kämpfen wir gegen diese Jdeenrichtung des Landmannes, wo sich die Gelegenheit dazu bietet, in der Schule, in den Vereinen, in Broschüren und Zeitungen; trachten wir, an die Stelle dieses Partikular-Egoismlls den aufgeklärten, verniinftigen Egoismus zu pflanzen, die Erkenntniß, wie alle Sonderinteressen miteinander verknüpft sind, wie jeder Einzelne nur dann zur eigenen Bedürf-nißbefriedigung gelangen wird, wenn er auch das Seinige zum Allgemeinen beiträgt, wie das Opfer eines TheileS der individuellen Freiheit und Selbstbestimmung gerade ani sichersten den ungestörten Genuß des Restes derselben gewährleistet, wie in der Fähigkeit des Einzelnen, durch großen Besitz hundertfache Macht zu erlangen, die gebieterische Nothwendigkeit für die Anderen liegt, ihre Kreuzer zufantmenzuschießen, sollen sie nicht, wie der Tropfen anf der glühenden Platte, in Dunst ansgehen; arbeiten wir daran, diesen Grnnvlehren der Volkswirthschaft Anerkennung zn verfchaffen, und die Genossenschaften werden als etwas Naturnothwendiges sich ihren Plah ini moderigen Wirthschaftsleben erobern. Dieselben durch Belohnungen und Prämien zn nnterstützen, fcheint nur nicht empfehlens- werth. Der Staat kann Niemandem geben, ohne früher genommen zu haben, und unterstützt er nun einen speziellen Zweig des Güterlebens oder der Produktion mit Geldmitteln, so leiden darunter die Uebrigen, welche nicht unterstützt wurden und von denen diese Mittel genommen werden müssen. Will der Staat aber alle Zweige der Volkswirthschast gleichn'ä-ßig ultterstützen, so wird die Summe der Beiträge, welche jeder Einzelne für alle Uebrigen leisten muß, dasjenige überragen, was er in Prämien- oder Subventionsform wieder von ihnen zurückerhält; denn bei der doppelten Reise, von der Peripherie zum Zentrum und dann wieder vom Zentrum zur Peripherie, dürfte wohl mancher Gulden, der die Hinreise machte, den Rückweg nicht mehr finden. Es sind eben unterwegs gar so viele Stationen und Gelegenheiten, in „Verstoß zu gerathen". Wo die Organisation der landwirthschastlichen Gesellschaften dies zuläßt, könnten vielleicht nüt Nntzeil von denselben Mustergenossenschaften ill's Leben gerufen werden. Ist es möglich, dieselben ail bestehende Musterwirth-schasten anzuschließen, so ist es um so besser. Oft fehlt vielleicht uur der äußere Anstoß, die leitende Persönlichkeit, welche die Initiative ergreist. Bei gehöriger Vorsicht, ilicht etwa todt-geborne Kinder z»l erzeugen, sollteil die Gesell-schasten sich bereit erklären, mit Rath uud That zilr Hand zu sein, wo die Bild»lng einer Genossenschaft angestrebt wird nnd auf Schwierigkeiten stoszt; diese werden ineistentheils in der Jiidolenz der betreffenden Kreise zu suchen sein, welche wohl etivas zu wünschen verstehen, der Energie des Wollens nlid Durchsührens aber ermangeln. Voran will keiner gehen, sol-gen wcrdell sie alle, wenn eine Vertrauen er- A e u i l r e t o tt. Zn dcr tibyscht» Wüstr. «Schluß.) Es war in der That ein seltsalner Zug, als wir, Zittel. der Prior tlnd ich voran, an der Spitze dieser Fahilen nnd i^tandarten, Kreuze und Monstranzen fülirenden Mönchs-Prozession unseri» Einzug ins Kloster Maragh hielten. Als wir den Zugang des Klosters, ein befestigtes Thor, durchschritten hatten, stand rechts am Eitwange eine weitere Deputatiou angesehener Mönchübeanlter. der Arif (d. i. etwa Dekan), die Siegelliewahrer, der Haliptschreiber und die obersten Schriftgelehrten der Rnchbail (Mönche), mn nns durch tiefe Verbeuguugen zu empfangen, tteber einen geräumigen, aber äußerst schnlutzigeu Platz ging es dain, weiter durch eine Gasse, aus die rechts und links niedrige TlMren* kleiner Häuser niündeten, so daß man sich in einem echten Ksor i'der Gaßr (Wüstenort) zu befinden schien. Durch eiueu engen Gang, unter einer Zugl^rllcke durchgeheud, welche einen festen Thurm nut dem Hauptgebäude verbaud, erreichten wir die Thür dieses letzteren nnd mittelst einer sehr steilen ilnd unbe-qtlewen Treppe kmnen wir in den großen Ein-psailgssaal, welcher nur bei feierliche,i Gelegenheiten benützt lvird. Der Saal, etlva 50 Fuß laug und l)alb so breit, hatte an z,vei Seiten breite Divans, tvährend an der dritten Seite Stühle standen, an der vierten die Eingangsthür sich befand nnd allerlei Gegenstände, als Gestelle, nn, die Tassen, Gläser nnd Schüsseln attszube,vahren. Sobald Zittel und ich Platz genoimnei, hatten, verbellgten sich der Prior uud die anwesenden Mönche noch eiiunal, u,n nnü zn be,villko,n,n' nen nnd ntn für unseren Besuch zn danken nnd sodaun wnrden Tschibuks, Kaffee uild Scherbet herningereicht, ganz ,vie es bei den t,1rkilchen Paschahs zu geschehe,, pflegt. Wir bliebe,, dieses erste Mal uicht lange in, Kloster, da iu,sere Gegen,vart beiin Lagereinrichten zu nothwendig war. Wir hofften, die Mönche ivnr-den nnn vorläufig befriedigt sein, aber daran ,var nicht zu denken. Wie ,vir ein,^et)olt ,varel,. so ,vnrden ,vir anch ,nieder zurückgebracht, ja bis in die späte Nacht Inn ein tnelt der ganze Stab dieser religiösen Gen,einschaft, der Prior an der Spitze, es für Pflicht, als Ehrenivache bei nnseren Zelten sitzen zu l'leiben. Mit ihnen ka,nen dann die Geschenke der Gastfrenndschast, zwei Haininel, Truthhähne, Eier, Butter, Honig und ein großer Kord voll recht schnmck-l)asten Arodes, auch sür die Ka,neele ,vurde durch reichliches Bohnen- und Strohfutter gesorgt und nicht nur n,eine eigenen 35 Thiers, sondern anch die Araber wnrden bedacht, welche auch für ilire Person die ve,lockenden Gerichte ans der zUiche des Klosters uicht versch,nähten. Bis in die Nacht ,v!lrde gebraten und ge-sch,nanst. Es galt hier sür den Vorinarsch in die Wüste Alles vo,znbreite„ ; da waren die Wasserkisten zu füllen, einige schlechte inußten ausge,ner.U nnd sodann manche Kiste, welche sich vorläusig entbehrlich ermies, direkt uach Dachel gesandt werden. Es war tnir ganz lieb, daß ich sie in dem Kloster der inir be-srenndeten Mönche znrücklassen konnte, von ivo sie abgeholt werden sollten. A,n folgenden Morgen ,vurde, da sich das Wetter aufgeklärt hatte, ein gelnngenes Bild unseres Lagers, eines großen Theils der Mönche und des Klosters aufge-no,ninen." __ Aus dcii lthltn Ktundrn riner Monarchir. Von Johannes Scherr. Die lll)r des zn den Tuilerien gehöreuden ''pa» villon de l'Horloge schlägt ein Uhr, die erste Stunde des 24. Febr,lar t848. Die Nacht ist regende Autorität das Eis bricht. Die landwirth» schaftlichen Vereine sollen aber doch Autoritäten in volkswirthschaftlicher Beziehung sein und wären gewiß noch viel allgemeiner anerkannt, wenn sie mehr greifbare materielle Vortheile schaffen würden. Ohne also eitle direkte Staatsunterstützung zu verlangen, sollen die landwirthschaftlichen Vereine trachten, daß den jungen Genossenschaften keine erdrückende Steuerlast aufgebürdet werde, daß billige Tarifsätze die Transporte erleichtern, daß sich volkswirthschastliche Kenntnisse verbreiten, als die unentbehrliche Ergänzung der landwirthschaftlichen Fachwissen» fchaften, und sollen sie dort die Initiative zur Gründung von Genossenschaften in die Hand nehmen, wo die Vorbedingungen ihrer ersprieß» lichen Wirksamkeit vorhanden sind. Zur Geschichte des Tages. Das gemeinsame Finanzministerium ist zwar ein überflüßiger Posten, allein aufgehoben wird dasselbe trotzdem nicht. Wie schlecht es auch mit den Finanzen stehen mag — ohne Finanzministerium keine Groß macht und dies Entscheidet. Das Gerücht, ein Magyar sei zum Nachfolger Holzgethan's ausersehen, wiederholt sich und wird der frühere ungarische Ministerpräsident Joseph Szlavy als dieser Glückliche genannt. Die Erwartung, daß dieBocchesen massenhaft sich am Türkenkriege betheiligen, ist bereits in Erfüllung gegangen. Zweitausend Mann, sämmtlich mit Hinterladern bewaffnet, haben sich dem Heere der Montenegriner an« geschlossen und rüsten sich viele zllr Rachfolge. Äne starke Schaar hält die Suttorinapässe besetzt. Die Gesammtzahl der Aufständischen in B ulg a rie nsoll zweiunddreißigtausend Mann betragen und haben Abgeordnete derselben einen Bündnißvertrag mit Serbien abgeschlossen. Gelingt es, Bulgarien mit Hilse Eeriüens zu befreien, so wird letzterem ein strategisch wichtiger Landstrich von geringem Flächenmaß abgetre-ten. Bulgarien ronstituirt sich selbständig und verpflichtet sich nur. in gewissen Fällen mit Serbien vorzugehen. Verimschl,' Mchrichteii. (Der Coloradokäfer in Europa.) Trotz des streng gehandhabten Verbotes der Einführung von Kartoffeln und derei» Abfällen aus frostig und finster, aber der Wiederschein ihrer Myriaden von Gaslichtern macht die über der Riesenstadt hängende Dunstmasse weißlich schimmern. Der alte Königspalast, welcher schon so viele Schicksalswechsel gesehen, diese Tuilerien, in denen Marie Antoinette intriguirt, der Konvent vulkanisirt und Napoleon despotisirt hatte, sie zeigen auch zu dieser Stunde in ihrem In« nern, wie in ilirer Umgebung, jenes unbeschreib-Uche Ungewöhnliche, Unruhige, Hastvolle »lnd Bängliche, welches Katastrophen von Herrschern und Staaten voraufzugehen pflegt, wie der Staubwirbel aufwühlende Windstrom dem Ge^ witter voranwallt. Die Wachtposten sind überall verdoppelt, verdreifacht. Das Gitter des großen Hofes ist geschlossen. Die ganze Vorder-und Hinterfront des Schlosses entlang ist in allen Stockwerken eine Masse von Fenstern erhellt, nnd man sieht in den Korridoren des Erdgeschosses, wie droben in den Mansardengängen eilende Lichter kommen, verschwinden und wiederkommen. Auf den Treppen, in den Vorhallen und Vorzimmern ein fummendes Getöse, nur noch mühselig gedämpft durch den aufgehobenen Finger der Aja Etikette, ein Kommen und Gehen von Staatsmännern, Generalen, Hofherren und Hofdamen, Lakaien Zofen. Ueberall iil's Längliche oder auch schon in's Lange gezogene Gesichter, aufgeregte Mie- Amerika hat der Coloradokäfer doch den Weg über den Ocean nach Europa gefunden. Laut Nachrichten aus Brenien ist auf dem dortigen Weserbahnhofe beim Verstauen von Maissäcken, die von New-Aork angekommen, der Käfer lebendig angetroffen worden. Es wurde hiedurch die Behauptung, daß der Coloradokäfer den Seetransport nicht ertragen könne und daher das Gesetz gegen Einschleppen desselben überflüssig sei, leider thatsächlich widerlegt. (Gesundheitspflege. —- Verschlechterung der Milch durch Abrahmen.) In Manchester (England) sind Milchhättdler wegen Verkaufs abgerahmter Milch mit einer Geldstrafe von je w fl. belegt worden. Der Präsident des Gerichtes bemerkte bei Fällung des Urtheils: Einige der Angeklagten hätten zwar gesagt, es wäre ihren Abneh^ mern bekannt gewesen, daß die Milch abgerahmt war, doch käme es darauf hier nicht an. Die Qualität der Milch müßte genau bezeichnet werden, so daß Jeder wählen könne, ob er fette oder abgerahmte Milch kaufen wolle. Auf den Gefäßen müßten Rauminhalt derselben und Qualität der Milch angegeben sein. Dies wäre bei allen gerichtlichen Verhandlungen über Milch verlangt worden, und der Gerichtshof hätte einen Mindergehalt von 20 bis 60 Proeent der Rahmmenge gesunden. Es wäre ein Betrug an der menschlichen Gesellschaft und auch nachtheilig für die Gesundheit. fZur Geschichte des Bestattungs Wesens.) Im Vortrage, weichet» Gottsried Kinkel zur Eröffnung des Dresdener Kongresses für Feuerbestattung gehalten, macht der Redner folgende geschichtliche Rückblicke: „In Egypten vertilgte man die giftigen Einflüsse der Todten, indenl man dl,rch ein monatlanges Natronbad sie in Mumien verwandelte. Alle Mumien aber wurden auf dem Wüstenplateau oder am Fuße der Felsgebirge bestattet, welche das enge obere Nilthal auf beiden Seiten begrenzen; grundsätzlich ward kein Grab geduldet, so weit der Ueberschwemmungsbereich des Nils sich erstreckt. So trat nie Wasser ail die Leichen und Egypten war im Alterthum trotz starker Bevölkerung ein gesundes Land. Danil kam das Christenthum und später der MahomedaniSmuS. Sie führten die Kirchhöfe ein, die Gräber wurden überschwemmt, und von da, und erst von da, ging gerade von Egypten regelmäßig die entsetzliche orientalische Pest aus, die bald auch der Schrecken Europas wurde. Sehen Sie, wie das chronologisch zusammenhängt; seit dem sünsten Jahrhundert hörte das Mumisiziren auf, neu. Frageblicke, Geflüster und Gewisper. Ein Unheimliches schreitet durch das ungeheure, prächtige Paus. Noch ist dieses Schreiten nur eill Schlürfen, aber binnen etlichen Stunden wird es ein Dröhnen sein. Kriegerische Zlirüstungen ringsher llNl den Palast. Längs der Rue Rivoli eine Colone Infanterie unter den Waffen. In den Zwischenräumen reitende Artillerie mit ihrei» Stücken. Starke Kavalleriepikets in die Rue St. Honor« und bis zum Palais Royal vorgeschoben. Der Qllm entang der Seine, soweit die Tuilerieil-und Lonvrebauteil reichen, ebenfalls wohlbesetzt. Auch hier zwischen dem Fußvolk Artillerie, be» sonders an den Punkten, wo sich die drei Brücken, Pont Royal, Pont du Carrousel llnd Pont des Arts, auf das linke Stromufer hinüberlegen. Bei näherem Zusehen wäre in der Haltung der Trllppen eine gewisse Schlaffheit und Verdrossenheit bemerkbar geworden: sie hatten schon seit nahezu zweimal U4 Stunden in Wind und Wetter ermüdenden und unliebsamen Dienst gethan. Aber drinnen auf dem Carroufelplatz geht es laut und lebl)aft her. Lodernde Pechpfanilenfeuer werfen ihren rothen Schein über den weiten Raum, der nach allen vier Seiten mit Truppen fämmtlicher Waffen-gattungen garnirt ist. In der Mitte ein dichtstehender Halbkreis von Stabs- und Subaltern- und ein Jahrhundert später ging 642 die erste wirkliche Pest vom Orient aus, um Europa zu entvölkern. In der alten Zeit hat das schmale Land über 7 Millionen Bewohner gel^abt, in unserem Jahrhundert ist es auf 2 Millionen herunter gewesen, obwohl jetzt die Zahl wieder stark sich gehoben hat. Als Herd der Pest aber ist in jüngerer Zeit und wohl sicherlich aus ähnlicher Ursache, mehrmals Konsjantinopel an die Stelle Egyptens getreten. In den letzten Jahren war es das Mündungsland von Eu-phrat und Tigris, von wo die Pest ausging, und hier läßt sich vielleicht auf den Ursprung derselbe»» der Finger legen. Seit urältester babylonischer Zeit sind in diesen Gegenden Massengrabstätten in Gebrauch gewesen, und mit der gewohnten Zähigkeit des Orients haben auch die späteren Racen und Religionen an dieser Sitte festgehalten. Südlich von Babylon liegt die Moschee mit der Grabstätte des edlen Ali, des Nachfolgers des Propheten, und eine Tag-reife davon der Ort Kerbellah, wo Mahomed's Enkel Hussein begraben ist. Weil n»ln die Per-fer diese Männer als Häupter ihrer Konfession bekennen, lassen sie massenweise ihre Leichen in Kästen, von Maulthieren getragen, dorthin führen und erkaufen für vieles Geld ihre Bestattung auf den dortigen Friedhöfen. Hier also liegt eine wohl schon ein Jahrtausend gebrauchte Verwesungsstätte, wo die Erde längst die Fähigkeit verloren hat, Leichen zu verzehren, und wo dennoch nach kurzer Zeit der Begrabene eil»em neuen Todten Platz machen muß. — Aehnliche Grundbedingungen der Ansteckung wie Egypten hat das britische Indien, nur sind sie hier noch kolossaler. Mehrere Riesenflüsss überschwemmen alljährlich die weiten Ebenen; die tropischen Regen erhalten die Fluth länger auf dem Boden; halbverbrannte Leichen stranden und verwesen am Ufer; die Thierwelt ist viel mächtiger, und die Bevölkerung übersteigt zwei Drittel der Einwohnerzahl von Europa. Indien aber hat den modernen Todfeind geboren, die asiatische Cholera; von dort pflegen ihre großen, hernach auch uns erreichenden Epideniien auszubrechen. Wir Europäer müssen es büßen, daß man in Asien die Todten nicht rationell bestattet. Sie sehen also, wir arbeiten heute nicht für diese Stadt, sllr dieses ^.^and, nicht einmal für Europa allein, sondern für alle Weltheile, und der Triumph unserer Arbeit wird ein großer kosmopolitischer Sieg werden für die gesammte Menschheit." (Weinbau. — Reblaus.) Die Zeit riickt iinmer näher, wo die geflügelten Rebläuse offizieren. Vor der Fronte desselben eine Gruppe vor Generalen. Auf der Sehne des Bogens eill Mann von martialischer Fiaur, Haltung und Geberde. Sein von den breiten Schultern zuriickgeschlagener Mantel läßt eine reich ge-stickte Unifornl sehen, und auf dem Kopfe trägt er den an den aufgeklappten Rändern mit weißem Federnbefatz eingefaßten Hut eines Marschalls von Frankreich. Ihm zur Seite l)iilt sich ein schlanker Mann in der Uniform eines Generallieutenants, dessen aristokratifch feine, kühle und etwas hochmüthige, aber feste ultd gefcheidte Züge den Herzog von Nemours, zweitältesten Sohn LouiS Philipp's erkennen lastet!. Hinter dein Marschall erblickt man zwei in Mätltel und Pelze eingewickelte Civilmänner, zwei soeben, man weiß nicht recht, halb oder gai'z enttninisterte Säulen des „Systems der Korrupti on", Gllizot und Duchätel. Der Zweite mag iininerhin das Gesicht in den Pelzkragen verstecken: es lohnt sich nicht der Mühe, ihn anzusehen. Schade aber, daß man von Herrn Frangois Guizot nicht mehr zu sehen bekommt. Denn der Mann verdiente wohl näher betrachtet zu werden, als zu Fleisch und Blut gewordene Doktrinarislnus des konstitutionellen Systems, als die Verkörperung des zur höchsten Potenz erhobenen Schulmeisters der parlamentarischen Fiktion. ihre Wanderung beginnen werden. Bis heute ist nicht» geschehen, um dem unheilvollen Fluge vorzubeugen. Wohl schweben zwischen dem Acker-banministerium, der Statthalterei und dem Lan« desausschusse von Niederösterreich seit Monaten Verhandlungen, aber zur That schreitet keine der Behörden. Muß denn auch dann, wenn Gefahr im Verzuge, der bureaukratische Gang um jeden Preis eingehalten werden? Wir glauben nein, und stnd überzeugt, daß der Reichsrath dem Ackerbauminister fttr jede Maßnahme nachträglich die Genehmigung ertheilt, wenn das unheilbringende Insekt in seiner den Weinbau der gai^zen Monarchie gefährdenden Vermehrung und Verbreitung aufgehalten wird. In Pancsova sind bereits mehr als 300 Hektar (mehr als 500 Joch) inficirt und daß sich die Reblaus in Klosterneuburg auch noch recht wohl befindet, das weiß Jedermann. (Landwirthschaft. — Kleine Göpel-Dreschmaschinen.) Es ist ein erfreuliches Zeichen fttr den Fortfchri;^ in der Landwirthschaft, daß sich auch bei dem Kleingrundbesitzer die Anwendung von Maschinen ilnmer mehr Eingang verschafft. Um das Streben nach rationeller Bewirthschaftung möglichst zu unterstützen und dem Landwirthe beim Ankaufe seiner Maschinen die richtige Wahl zu erleichtern, werden wir die gebräuchlichsten Ma« schinen in Konftr»iktion und Leistlnig in kurzen Umrissen nach und nach beleuchten. Wir haben kürzlich den Vortheil der Handdreschmaschine gegen das Dreschen mit dem Flegel hervorgehoben und kommen heute auf dieselbe, als Gv-peldreschmaschine verwendet, nochmals zurück. Es ist wohl selten, daß dem Kleingrundbesitzer kein Zugthier zur Verfügung steht, welches er im Winter, wenn sohlst keine Arbeit für das-selbe vorliegt, zum Dreschen verwenden kann; wir empfehlen deshalb fttr kleinere Wirthfchaf-ten, welche über wenigstens I Zugthier verfügen, die Anschaffung der Handdreschmaschine, in Verbindung mit deni 1- bis Lpferdigen liegenden Göpel. — Als besondere Vortheile dieser Maschinen sind hauptsächlich hervorzuheben: l. die um V» größere Leistungsfähigkeit als beim Handbetrieb; 2. die Verminderung der Menschenkräfte; 3. die Möglichkeit der Anwendung für Hand- uud für Göpelbetrieb; 4. die Möglichkeit, da, wo der Ertrag für den Ankauf beider Maschinen zugleich nicht ausreicht, erst die Handdreschmaschine und später den Göpel anzuschaffen. Alle diese Göpel haben ein Ueber-setzungsverhältniß von I zu 13 ulld sind für jede Handdreschmaschine verwendbar, die Auf- „Messieurs", sagt der Marschall Bugeaud mit knapper Hlitlüftung klirz ilnd barsch, „der König hat mich mit denl Oberbefehl über die gesammte bewaffnete Macht von Paris, Linie und Nationalgarde, betraut. Mall nluß ein Ende machen mit den Rebellen. Ihr ivißt, wenn ich nlich nnt ihnen schlllg, bin ich luemals geschlagen worden. Habt Acht, daß Ihr mich diesmal meine Jungferschast nicht verlieren niacht." Beifälliges Lachen belohitt den Kasernspasj des Herzogs von Jsly, bekannter noch unter seinen populären Titeln: „Kerkernieister von der Blaye" und „Schlächter von der Nue TranS-nonain." Aber horch, was trägt der Nachtwind fttr ein dumpfes Geräusch den Stronl l)erunter, von der Cits-Jnsel her und herüber ans den volkreichen Quartieren, die sich zur Linken der Seine um das Pantheon zusammenballen und zur Rechten zwischen dem Hotel de Ville, der Place de la Bastille unv den Boulevards gelagert sind? Ein Rauschen und Brausen, bald sinkend, bald schwellend; ein tausendfältig Ge misch von Töne»» u»,d Klängen, zersplitternd jetzt in Hunderte von grellen Mißlauten, dann wieder zusammenschlagend in ein Aechzen und Stöhnen und Donnern, als hörte man den atlantischen Ocean wüthend an die Klippen der Bretagne prallen. Und wiederunl, horch, reißen sich aus dem monotonen Gesause einzelne arti- stellung ist einfach und erfolgt zumeist durch S Stangen, oft jedoch auch durch einen Riemen, was insofern vorzuziehen ist, als der Riemen beim Anziehen des Zugthieres auf den Scheiben etwas gleitet, wodurch die Troinmel nur allmälig ihre Geschwindigkeit erhält und keine nachtheiligen Stöße erleidet. ^Göpel nach diesen Konstruktionen liefert die Firma Umrath und Komp. in Prag.) (Zur Umre chnung des Katastral-F l ä ch e n m a ß e s.) Das Finanzminisierium hat verordnet, daß den Steuerämtern Hilfstabellen zur Umrechnung des bisherigen Katastral-Flächenmaßes in das Maß nach deln Metersysteme übergeben werden, um an Behörden und Parteien über Verlangen Auskünfte nach dem neuen Maße ertheilen zu können. ZUarburger Berichte. (Todesfall.) Der Grundbesitzer Anton Neger von Labitfchberg wurde ain 8. Jutt Morgens auf dem Fußwege zwischen diesem Orte und Gamlitz tobt aufgefunden. Die gerichtsärztliche Untersuchung ergab, daß Neger am Schlagfluß gestorben. (Schwurgericht.) Die Geschwornen unter dem Obmann Herrn Franz Rodoscheg, k. k. Notar in Pettau, haben bei den Verhandlungen am Ii. Juli den Anton Eravagna des versuchten meuchlerischen Raubmorde», begangen an Juliana Neuwirth in Roßbach, mit N gegen 1 Stimmen — dann Johann Skermscheg, Winzer in Schober, de« vollbrachten Raube» an Anton Stanzer einstimmig für schuldig erklärt und wurde ersterer über Antrag der Strafbehörde auf lebenslangen schweren Kerker zu sechzehn Jahren, letzterer über Antrag auf 10 bis 20jährigen schweren Kerker zu drei Jahre»; schweren Kerker, beide mit Verschärfung verur-theilt. In beiden Fällen führte die Vertheidi-gung Herr Dr. Duchatsch. (D e r S ch utzengel der Kinder.) In Unter-Goritzen ist der zweijährige Knabe des Grundbesitzers Georg Unok (Toplak) im Bach, welcher am Haufe vorüberfließt, ertrunken. (Bsand.) Zu Klein-Wintersbach, Gerichtsbezirk Marburg, sind Wohnhaus, Tenne und Stall des Grundbesitzers Anton Terfcho-vetz abgebrannt. Dieses Feuer soll gelegt wor--den sein. Der Schaden — 1500 fl. —- wird bis auf 100 fl. durch die Versicherung gedeckt. (Schadenfe u er.) In Sorna«, Ortsgemeinde Gamlitz, sind das Wohnhaus und die Wirthschastsgebäude des Michael Vollstuber ab- kulirte Töne los: „^lloog !" und ant- wortete es drüben: „1.6 ^our äs ^loris est. ai'livö!" und wie ein Bündel feuriger Klangraketen zischt znm mächtigen Himmel empor der unsterbliche Refrain: „^ux armvL, eit0)'vn8!" Der Marschall zieht sich den Mantel dichter um die Schultern und sagt: „Wir werden ein Wort mit den Herren von den Barrikaden sprechen. Doppelte Ladung ill die Gewehre! Ihr sollt alsbald meine Befehle haben, Messieurs. Ich gehe, die Dispositionen zur Nieder^ werfung der Emeute festzustellen." Während er, siegeSlicher, in» Elat-Major (Generalstabsgebäude) feinen Plan entwirft, arbeiten sich zwei Männer mühsam nnd oft angerufen zum Eingang des Palasthofes und von dort zur Hinterpforte des Pavillon de l'Horloste dlirch. Der eine ist in der Uniform der Adjutanten des Königs, der andere in Ei. vil — ein Mann weit unter Mittelgröße. Ans dem hinaufgeschlagenrn Kragen seines Pelzüberrockes ragt ein ungewöhnlich großer Schädel hervor. Nachdem er sich aus seinen Einhüllnn: gen herausgewickelt, stellt sich der Kleine als ein ziemlich altes Männchen dar nnt einen» sehr weing schönen Gesicht, welch«.m jedoch die Augen viel „Esprit" verleihen würden, so sie nicht durch große runde Brillengläser verdeckt ivären. (Aortse^uns folgt.) gebrannt, welcher dadurch einen Schaden von 2500 fl. erleidet. Die Versicherung beträgt 1V00 fl. Dieses Feuer soll durch U»lvorsichtig-keit der Dienstleute entstanden sein. (Jndustrielehreri»».) Fräulein A. Laschitsch ist vom Landes-Schulrath zur Jndu-strielehrerin an der Volksschule in Tüffer ernannt worden. (Staatsunterstützun g.) Der Lan-desschulrath hat Staatsunterstützungen für jene Lehrersgattinnen bewilligt, die zur Theilnahme am hiesigen Jndustrialkurs einberufen worden. (Neuer Fach verein.) Die Statthalterei hat die Satzungen des Fachvereins der Schuhmacher-Gehilfen, welcher in Marburg gegründet werden soll, zur Ken»lt»üb genommen. (Uebertragung eines Privilegiums.) Regierungsrath Franz Kosch hat sein Privilegium, betreffend eine Verbesserung des Verfahrens, Glas und Email mittels einer Steindruck-Presse verschiedenartig zu verzieren, an die Gebrüder Schütz, Thonwaaren-Fabri-kanten zu Liboje bei Cilli vollständig übertragen. (Evangelische Gemeinde. Am nächsten Sonntag, den 16. d.M. findet in der hiesigen evang. Kirche kein Gottesdienst statt. (U n ter st eiri s che B äd er.) In Neuhaus bei Cilli sind bisher 218 Parteien mit 406 Personen, in Sauerbrunn 532 Parteien mit 870 Personen zum Kurgebrauche ange-koinmen. (SteiermärkischesSängerfest.) Der Ausschuß des steiermärkischen Sängerbundes hat dem Beschlüsse de» Eillier Festau»-ausfchusses, das Sängerfest auf da» nächste Jahr zu verschieben, beigestim»nt. Letzte Vost. Die Sperrung de» Hafens v»« ssll auf de« eindrivgUchett lwunfch R«ßl«nd» erfolgt sei«. Di» Titrken haben i« Kampf- «it de« Montenegrinern star?« Berlnste erlitte«. Vtovi'Bazar wird vo« den Gerden fort-während beschoffen« Der Ausgang de» Kampfe» dei Vifche-grad ift noch nnde?annt. Die Pforte will den GeoßmSchten vorschlagen, einen anderen Aürften von Serbien zu wählen. Eingesandt. Klagenfurt, 12. Juli 1876. Gerne vernah»nen wir die Nachricht, daß u»lS auch Heuer ein Massenbesuch der Arbeiter der Südbahn-Werkstätten aus de»n lieben Nachbarlande Steier»nark zu Theil »Verden soll. — Jnde»n »vir de»» Bes»»chern und insbesonders auch de»» Mitgliedern der trefflichen Musikkapelle freundliches Willkominen bringen, können »vir nicht u»tthi»», die wackeren Gäste aufmerksam zn inachei», daß voin Stadtpfarrthur»n aus, die u»nfassendere Ru»»dschau gewonnen werden kann, als von den Fra»»A Josef-Anlagen, weil voln Thnrme a»»s auch das untere Becken des reizenden Wörthersees »»nd ein tieferer Einblick in das schlösserreiche Wölfnitzthal »nit ii» den Schaukreis fallen. Auch der Besuch des Seebades zu Port-s cha ch, wo in der Restauration Erfrischungen zu Gebote stehen, u»»d welches Bad auf der Eisenbahn in weniger als einer halbe»» Stunde erreicht wird, wäre anzurathen, in das Reise-progrmn»»» anfzunehlnen, denn wer die kärntnerische Hauptstadt der Naturreize wegen besucht, und sich vo»n Wörthersee keinen Ueberblick verschafft, hat sich selbst des besten Naturgenusses nicht theilhastig ge»nacht. Möge der Hi»n»nel auch Heuer durch seine Reinheit zum ungestörten Genüsse beitragen. I. F. M. Nr.kl>14. Kuttdmachttttg. ^^21 Vom Stadtrathe Marburg werden im Sinne dtS Gesetzes vom Jahre 1863, wornach für das Halten der Hunde in Marburg; eine jährliche Auflage von je 2 fl. öst. W zu entrichten ist, die Besitzer von Hunden aufgefordert, den Besitz derselben vom 1. bis 20. Juli 187(» bei der hiesigen Stadlkossa anzumelden und die Auslage pr. 2fl. gegen Empfangnahme der Quittung und Marke um so gklvisser zu berichtigen, als im widrigen Falle jeder Hund, welcher vom 21. Juli 1876 an mit einer für das nächste vom 1. Juli 1876 bis Ende Juni 1877 laufende Steuerjahr giltigen Marke neuer Form nicht versehen ist, vom Abdecker eiligefangen und nach Umständen sogleich vertilgt werden wird. Für Hunde fremder oder durchreifender Personen können Fremdenmarken bei der Stadtkassa behoben werden. Jede Umgehung der Steuerentrichtung, insbesondere die Verheimlichung eineS steuerbaren Hundes oder die Benützung einer falschen oder erloschenen Marke wird, außer der zu entrichtenden Jahrestaze pr. 2 fl. mit dem doppelten Erläge derselben pr. vier Gulden bestraft, wovon die Hälfte dtM Anzeiger zufällt. Marburg am 26. Juni 1876. Der Bürgermeister: Dr. M. Reiser. OK OK VW^ llloms« KötZi' kierlmllv. Heute Freitag den 14. Juli 1876 Vrvssv» (842 8olllu5s-0oilvsrt unter Leitung ihres Kapellmeisters Anfang 8 Uhr. _Entree 20 kr. Nr. 7390. (841 Kundmachung. Es wird hiemit kundgemacht, daß die der Ortsgemeinde Kartschovin gehörige Jagd und zwar der „Burg Meierhof"-Antheil sür die noch übrige Jagdpachtperiode d. i. vom 1. Juli 1876 an bis 1. Juli 1876, im Grunde des Z 8 der Ministe!ial-Verordnung vom 15. Dezember 1852 R. G. Nr.,257 am Mittwoch den IS. August 1876 um 10 Uhr Vormittags im Wege einer öffentlichen Lizitation hieramtS an den Meistbietenden hintangegeben wird. K. k. Bezirkshauptmannschaft Marburg am 11. Juli 1876. Mlik i>»t Aiiempschlmz. Ich danke dem geehrten Publikum für das bisherige Vertrauen und mache zugleich die Anzeige, daß bei mir vom 15. Juli an Kilo bestes Ochsen fleisch kr. „ „ Kalbfleisch . R8 kr. „ „ Schaf fleisch RA kr. kostet. VaS Vertrauen des geehrten Publikums auch künftig in demselben Maße zu verdienen wie bisher, wird mein eifrigstes Streben sein und etnpsehle ich mich zu recht zchlreichem Zu- ""Ali»bürg. Zttatlhäus Nreiiiz, 839)__Fleiichermeister, Draugasse. Htrr Lehramts-Candidat, werden zum letztenmale aufgefordert, binnen 24 Stunden Ihrer Verpflichtung nachzukommen, widrigen? ich Ihren vollen Namen veröffentlichen würde.____(840 Große Werkstlittc zn jed«m Geschäfte geeignet, nebst S Zimmer und Sparküche ist vom H. August an zu beziehen. (7V9 Näheres Atellingerstraße 92, beim Haus- An die p. T. Vewohner von Marburg! Seine k. k. apoftol. Majestät der Kaiser Franz 3osef I. haben dem Marburger Militär-Veteranen-Vereine „Erzherzog Friedrich" eine Vereinsfahne allergnädigst zu wiömen aernht. Um die Weihe dieser Fahne würdig zu begehen, wurde beschlossen, ein Fest zu veranstalten. Dieses Falinknweihe-Fest, bei welchem die Pathenstelle Ihre kaiserliche Hoheit die durchs lauchtigste Fran Erzherzogin Elisatieth übernommen hat, findet am S. August 1876 statt. Das gefertigte Comits erlaubt sich die Bewohner zur zahlreichen Theilnahme an diesem Feste einzuladen ilud die Bitte zu stellen, für die arllangenden Gäste Wohnungen t'lber die Dauer des Festes zu überlassen. Diejenigen ?. 'k. Einwohner, welche über solche Wohnungen verfügen, wollen so freundlich sein, bei einenr der nachbenannten Herren: Faleskini, Keim, Terbisch, Nenwirth, Krappek und am Bahnhof bei der Eilgutgepäck-Aufgabe, Herrn Stibenegg, die Meldung zu machen. Fest-Karten ü 1 st. für die ganze Dauer des Festes sind bei den obengenannteil Herreil und bei Herrn Eduard Janschitz (Postgasse) zu haben. Marburg den 10. Juli 1876. Aas Feft-Comits. airkrUH. Am 5. Äuauft 1876 Empfang der mit den Abendzügen ankommenden Gäste. Abends 9 Uhr Zapfenstreich. Geselliger Abend in den Lokalitäten des Herrn Thomas Götz. ^834 Am 6. )^uguft 1876. 6 Uhr Früh Tagwache. ^ Empfang der ankommenden Gäste. Um öVs Uhr Ataillirnilg der Vereine an der Straße nächst dem Südbahnhofe (Grazer» Vorstadt). Um 10 Uhr Festzng sämmtlicher Vereine durch die Tegetthoffstraße, Burggasse (Tegetthoffs Geburtshalts), Herrengaffe, über den Hauptplatz, durch die Kärntnergasse und Urbanigasse auf den Festplatz. Entpfallg der Fahnenmlltter, Ihrer kais. Hoheit der durchlauchtigsten Erzherzogin Elisabeth. Um 11 lihr heil. Feldmesse, Weihe der Fahire durch Se. fürstbischöfliche Gnaden Herrn vr. M. Stepischnegg und Einschlagen der Nägel in üblicher Orduung. Sodann Uebergabe der Fahne an den Fahnenführer und Ansprache dnrch den Vereins-Obmann. Desilirnng und Alnnarsch auf deir Hauptplatz. Abgabe der Fahnen am städtischen Rathhause. Um 2 Ubr Nachnrittags Festessen in den Lokalitäten des Herrn Th. Götz. Unl 4 Uhr Altfstellung sämmtlicher Vereine mn Sophienplatz lind Abmarsch in den Park der Franz Josefs-Kaserne; Concert dasell^st. Abends geselliger Abend in den Lokalitäten des Herrn Thonras Götz. Aileillpfehluug. Ich erlaube mir dem geehrten Publikum bekannt zu geben, daß ich von nun an Mittags-kost im Abonnement im Lokale wie auch über die Gasse von 7 fl. aufwärts gebe; AuSwahl in Suppen, Gemtlse, Mehlspeisen kalt u. warm. Gutes Märzen-Bier von Herrn Götz, sehr gute Weine, wie z. B. alter Sauritseher pr. Liter 36 kr., neuer Luttenberger pr. Liter 28 kr., sowie auch guteS Glibelfrtthstück in verschiedener Auswahl zu 12 kr. und Abendmahl, wie z. B. Braten von 16 kr. aufwärts. (829 Um zahlreichen Zuspruch bittet Achtungsvoll M. Mcher, Gastwirth „zum Lamm", Draugasse Nr. 70. Zu verkaufeu Eine elegante, sehr wenig tlberführte, gedeckte zweispännige Kalesche, auch ganz zu schließen, sel)r billig. Auskunft bei Aloista Koller, Trödlerin. Hauptplatz Nr. 80, Heumeyer'sches Hans. (838 Zwei eingerichtete Aimmer mit separatem Eingang am Hanptplatz sind vom 15. Juli d. I. an zu vermiethen. (835 Anzufragen im Comptoir d. Bl. Dampf« u.Walliienbad ia der Küroturr-Vorstadt täglich von 7 lIhr Früh bis 7 Uhr Abends. 156) Alois Schmiderer. Giu Haus in der Magdalena-Borstadt am bestgelkgenen Posten nächst dem Bahnhofe mit einem Garten und drei vorziiglichen Bauplätzen wird unter billigen Bedingungen aus freier Hand verkauft. (800 Anzufragen in der Kanzlri des Dr. I. besorger. Kotzmuth in Marburg. Verantwortliche Nedaktiou, Druck und ««lag von Eduard Sanschitz in ttaupt-Ko^inn SV. 4S0.000l!iIarIc. vis Kv^innv gsfantlrt l!vr 8tssi. av äio der von der I^an^eg-kößiorunK 8^r«.ntirten grossen Oelä-k^ottsriv, in vvlcltvr Uder « «lNIlQItvN «»««»« »»«I'Il Vis (Zsviuns äivssr vortkoilkkttsn 1.ottsrio, vvlods plavxomäsg uur 84.bl)0 l^oosv sutdäit, sillä tolxonäs : vämlivd I l^ovinv svsnt. ^50.000 Ailartc, spvTiisU ^»rlc 300.000, l50.000 80.000, 60.000, 2mal 40.000, 86.000, Smal 30.000 24.000 20.000, iSmal 13.000, 1ö.000, tSmal 12.000 ck 10.000, 4m»1 8000 ck 6000, 69lllal 5000 4000, 263m»I 3000 ck 2000, 436ma1 1500,1400, 1200 »tvorsodu»8 ssidst vavk äsn sntksrvtsstsll (ZsxsQäön von wir verssvät. .ssäör 6ör östdöiNKtsQ srdält vvQ mir vsbev ssiusm ItvoLo »ut^sr Äsduaßs so kort Äis amt> lietls 2iol»unxgli«ts uQaukxokoräort ^n52adlunx n. Vorivnärmx üvr (zlvviunxvläor srl^olß^t vonmirdirolct aa ^io lutsrssLSlltsll prompt unä uutsr otrsnxstor Vorsolivis-xsvdoit. 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