Deutsche Macht (Krüker „EiMer Zeitung"). »<««1», I«»«» tmirtei 11t «,1» „ .»» loRrt lüi «ittt Ml! Z»ftel»n, in« H-II1 »»»««ich «. —M. »»ntclittriii (I. 1.50, I. |. . Bill v«»reeleidiii, °ieelel>i»r«, l I.» (L 1.10, kff. tio. »t« nnjflnf Wurawct ? ft. 3lkr*ll Mit tMf i brt «ftma wtedei»»I»»gea taltaciteakcx Kibatt. Hilnüilf nehmen Mmli II« airfct BUtt ille »chitcitel taMiawjptHa« nn M Z»> ist lnllinM •■. Rebirlloi Herieig. t>. Ktatittratui HeiieNH. «. Speech stunden dcl Nevseleirß liglich. »11 Aussiliine »er Cm- in» 9ont«j«, p» »—II Uhe vor- ■■» s—• Bit Dutaittli«». — Rrclamalloati Miuiin. — JFinna'rtutf wee»e» nicht «titUifotleit»«. — »nonsme Willen»un,e» nicht derüSftchli»«. fix. 80. Cilli, Sonntag, den 4 October 1885. X. Jahrga»g. Die Korruption in Oesterreich. In Wien wurde vor Kurzem jener Proceß zu Ende geführt, der, wie kaum irgend ein «derer Fall Einblick gewährt Hai. in die bo. denlvse Verderbniß unserer Börsenwelt. Der als Wucherer und Betrüger mit dem Fluch« von Tausenden belade»? Heinrich Kuffler ivurde ,u sieden Jahren schweren Kerkers verurtheilt. Ttr, von ihm zur Veruntreuung von Bankgeldern verleitete Bankdirektor Lukas Jauner, hat sich lange vorher dem Richter durch Selbstmord entzogen. Er ist das Opfer jenes Menschen ge-worden, dessen Proceß mit den grellsten Schlag» lichiern den Wiener Börsenplatz, da» Wesen und Treiben der Wiener großen Geschäftswelt und der modernen „haut« finauce" überhaupt beleuchtet hat. Dabei spielte jener Kusfler in seinem Processe bis zuletzt den gutherzigen aber un° glücklichen und schwer getroffenen Biedermann vnd die ganze fcuvere Wiener Presse, die in idm stets ihres Gleichen anerkannte, voran das Zagblatt mit den mehr als pikanten Annoncen verfehlte nicht für den Angeklagten „Stimmung zu machen." Was hievon abgesehen dem Ge» nchtsdrama noch seine symptmatlsche Bedeutung verlieh, war außer dem sensationellen Selbst-«crde des seinerzeit vielbeneideten Bankdirectors Jauner und der mit >,600.000 Gulden beziffer-ten Summe der Veruntreuungen namentlich der Umstand, daß das „Finanzgenie" Kuffler lange Jadre als eine maßgebende Autorität der Finanz-, der Börsen-, ja der Handclskreife Wien« sdnhaupt gegolten hat. Es stellte sich im Laufe des Processes her» ans. daß zahlreiche „erste Firmen" mit dem Schwindler in innigster Geschäftsverbindung standen und zwar nicht immer bei den reinlichsten Geschäften. Ja einer der Bewunderer des Finanz-m-nnes sprach eS sogar unverhohlen aus, daß .jedes größere Geschäft, vor den Etaatsanwalt gebracht, sich heut- Wacht auf! Wacht auf! Wacht aus! Ihr Deutschen all' im Land, Und scharret Euch zusammen! Wir deutschen Gleichmuth noch nicht bannt, Den müssen wir verdammen! Wacht aus, ihr Deutschen voller Muth! )hr kämpft für deutsche Sitte! Wach auf, du deutsches Heldenblut, Zu edler deutscher Mitte! Wach auf, und lasse fürder nicht. Tu großes Volk dich höhnen! Geh' mit den Feinden in'S Gericht, D i ch muß man heut' versöhnen! Wach auf. und zeig dfii Feinde» dann, Was thöricht sie vergessen: Ter Teutsche ist der erste Mann. Tem keiner sich darf messen! Wien. R. Fischer. zutage als mit dein Strafgesetze-' collidirend erweisen läßt." Ist das nicht das sicherste Zeichen, daß bei der Bankier-weit, b"i der Großhandels- und Jndustriewelt Wien« sich offenbar die Grenze zwischen solidem und Schwindelgeschäft bereits verwischt hat? „Herr Präsident, mit Moral baut man keine Eisenbahnen!" dieses geflügelte Wort aus dem berüchtigten Processe Offenheim, zu welchem der Kuffler'sche ein würdige» Seitenstück bildet, kommt »ns bei jenen Enthüllungen unwillkür-lich wieder in den Sinn. Auf Kuffler angewen-det müßte das Offenheim'sche Wort lauten: „Mit Moral erwirbt man keine Millionen?" nur die Art der Geschäfte war in beiden Fällen eine verschiedene, das Wef?n derselben ist das gleiche: Der E r s o l g war in beiden Fällen der einzige Richter über den Werth oder Unwerth der Unternehmungen, „die Moral stand nicht auf der Tagesordnung". Für Kussler wie für Offenheim ist eben derErfolg dieein-z i g e M o r a l gewesen. Hätte Jauner nicht die „Dummheit" begangen, den Selbstmord der Schande vorzuziehen, wer weiß ob es dem ge-rieben?» Betrüger Kuffler nicht gelungen wäre, alle Schuld neuerdings von sich abzuwälzen und dann stünde er an der Börse heul« gewiß geachteter, ji bewunderter da, als je zuvor. Das eben bezeichnet die l^ixe Moral, die in weiten Kreisen in der österreichischen Finanz-welt herrscht, daß ihr einziger Glaubensartikel der E r f o l g, die Moral des Zufalls ist. Jener „unglückliche Zufall" aber, der Kusslern gestürzt hat, ist innere Nothwendigkeit gewesen. Wenn auch jenes Mal die „Trausactionen" ge-glückt wären, einmal hätte der künstliche Riesen-bau doch zusammenstürze« müssen, denn es fehlte den „Milliardengefchästen", wie Kuffler seine Schwindel - Unternehmungen niit Stolz nannte, jene Grundlage, auf der einzig und allein der Handel, sei er nun groß oder klein, fußen kann: die strenge Rechtschaffenheit, mit Aeöerstcht über die Wirksamkeit des deutschen Schutvereines in Steiermark seit leiner Gründung. Das Wesen des deutschen Schulvereines schließt es von selbst aus, daß der gebende Theil auch darnach frage, ob er eine seiner Beiträge entsprechende Gegenleistung empfange. Es würde sich, sollte ein tolches selbstsüchtiges Markte» je im Verein Eingang finden, als nothwendige Folge das völlige Erlahmen der lebendigen, opferwilligen Theilnahme in den nicht bedrohten, rein deutschen Ländern als z. B. Salzburg, Oberösterreich, Obersteiermark u. dgl. einstellen. Wenn wir im Folgenden eine Uebersicht über die Leistungen des deutschen Schulvereines für U n t e r st e i e r in a r k zu-sammenstellen — Ober steiermark, als rein deutsches Gebiet gibt nur ohne etwas da-für zu e m p f a n g e n, so weisen wir selbstverständ-lich jeden solchen egoistischen Nebengedanken weit von uns. W«r wollen nur das Interesse, das unsere deutsche Bevölkerung i» Untersteier-mark an dem Schulvereine nimm» mit unseren Mittheilungen befriedigen und zu Dank und neuer Opferwilligkeit anregen. Das Eingreifen des deutschen Schulvereines zu Gunsten deS be-drohten Deutschthums ist vielgestaltig. Der Ber- einem Worte, die nunmehr veraltete deutsche Ehrlichkeit. Der Schaden aber, der durch eiuen einzigen solchen Hochstapler von der Art KufflerS, nicht nur der Volksmoral, sondern vor allem der VolkSwohlsahrt zugefügt wird, ist geradezu unermeßlich. Verteuerung des Kredites für die ehrlich produzirenden Stände, Wucher und Ausbeutung und allmöhlige gänzliche Ertödtung der Geschäftsuioral sind neben der Vernichtung zahlreicher Existenzen die nothwendigen Folgen. Geradezu irosilos und unheilbar aber »lüssen uns diese volkswirtschaftlichen und moralischen Schäden unserer heutigen Gesellschaft erscheinen, wenn wir sehen, wie diese Korruption in allen ihren Erscheinungen stets die eifrigste Förderung, ja geradezu ihre eigentliche Trägerin in der großen Wiener Presse findet. Die ge-sammle große Wiener Presse steht im Solde der Börse, sie allein ist es, die dem Spekulanten-thum.' immer vom neuen jen« Opfer zubringt, ohne welche die Korruption nicht „rentabel" wäre, sie ist es auch, welche, wenn je einen der Eorruplionshelden das „Unglück" ereilt, stets das Mäntelchen der Beschönigung demselben umwirft, damit die Stimme öer reinen mora-tischen Entrüstung nie laut werde. Gerade deshalb aber, weil wir in unserem Kampfe gegen diese Corruptton von der großen Presse verrathen sind, haben wir jenen Passus im Programme des deutschen ClubS besonders betont, mit welchem die Vertreter der natio-nalen Ideen erklären «uch gegen den Feind ini Innern unseres VolkSlhumes ebenso kämpfen zu wollen, wie gegen die äußern iremden Ge-wallen. Um so freudiger ist eS bei der ungemeinen Schwierigkeit dieses Kampfes zu b?-grüßen, daß nach langem Zögern endlich auch die übrigen Vertreter des deutschen Volkes an der Seite der Rationalen zu kämpfen beschlossen habe». Auch der deuisch-österreichlsche Elub hat neuestenS auf Antrag des Abgeordneten Ruß ein gründete eigene schulen (Sch.)* und be* streitet von Jahr zu Jahr deren Erhaltung, wie z. B. in Lichtenwald. oder hilft Gemein» den die Kosten einer bereits bestehenden öffent-lichen Schule durch fortlaufende Zahlung eines Erhaltungsbeitrages (Sch. E. — Schul-Erhal-tungsbeitrag) tragen. Er zahlt an anderen Orten, z. B. in Pickern orf. den Gehalt der Lehrer (G.), oder gibt den Lehrpersonen GehaltS-Zu-lagen (®. Z.), letzteres namentlich i>ann, wenn es sich darum handelt eine tüchtige, gut deutsch gesinnte Lehrkraft dazu zu bestimmen an einem sprachlich bedrohten Orte im Kampfe für das Deutschthum auszuharren. Dem Wunsche der Bevölkerung, der Ju-gend, welche das schulpflichtige Aller bereits hinter sich hat, einen Erweiterung»- oder Er-gänzungS-Unterricht angedeihen zu lassen, kommt der deutsche Schnlverein durch Beistellung von SonntagS-Fort''ildlMgS- (S. F.) oder gewerblichem und landwirtschaftlichen» ForibildungS-Unterrichte (g. u. I. F.) entgegen, wie in dem benachbarten Hochenegg und Weiienstein. Be-sonders wichtig ist es, die Kinder deutscher •) Wir fügen in Klammern, die später gebrauchten Ablürzungen für die Art der Leistung bei. So bcdeutet also j- B in der folgenden Uebersicht (Sch.) die Gründung und Erhaltung einer eigenen Bereinsichule. 2 „bie Bekämpfung der Corruption aus allen Ge-bieten" in sein Programm aufgenommen. In der Thal ist den Nationalen mehr als auf irgend einem anderen Gebiete gerade hier jed-weder aufrichtige Bundesgenosse hoch erwünscht, handelt es sich im Kampfe gegen die Corrup-tion doch um eine Frage von eminnentest nationaler Bedeutung, um die Erhaltung der moralischen Widerstandskraft unsere« Volkes, um die Ausrottung deS Wurmes, der am Marke der deutschen Eiche srjH». Rundschau. sAlt« und n « u « P r«s s e.j Die beiden Pressen begreisen noch immer nicht, warum eigentlich die Trennung deS deutschen vom deutsch-österreichischen Club erfolgte, die „Neue" begriff eS nicht, als sie das Programm des deutschen ClubS las. die „Alte" begreift eS nicht, da sie das nunmehr vorliegende Pro« gramm des österreichischen Clubs ließt. Es ist wirklich rührend zu sehen, welche merkwürdige Uebereinstimmung die hochösterreichische „Neue" oft mit der hochofficiosen „Allen" zeigt; und da behaupte uns noch einer ein ausschließlich nationaler Club „mache die Geschäfte der Re° gierung" ! wie es zuerst Carneri in feiner Can-didatenrede gethan hat, und wie es namentlich in allerl'i Formen in der „Neuen" wieder zu lesen war. Was aber werden nun erst die Pres-sen gegen die neue anlicorruplionistische Strö-mung sagen, die nunmehr endlich in der gesammten Opposition Oberwasser gewonnen hat. Hat es doch seinerzeit der „Neuen" schon alle Fassung geraubt, als der von ihr so leidenschaftlich be-kämpfte „Deutsche Club" »ach heißer Debatte den Kampf gegen die Corruption in präcisen uno scharfen Worten auf seine Fahne schrieb. Daß wir ihn aber nun sogar den ofterreichi» schen Club zur Annahme des gleichen Pro-grammpunktes fortreiße» sehen, das ist nicht nur der erste schöne Erfolg der Entschiedenheit der Jungen, das ist ein offener Bruch mit einer durch und durch corrupien Partei-Presse und wir können begierig sein, wie diese sich zu der überraschend schnell hervorgetretenen Gegner-schast verhalten wird. Sogar im Punkte der Corruption. werden die Pressen jedenfalls auS-rufen, herrscht Uebereinstimmung! Wie kann ein anständiger Partei-Meufch die Corruption bekämpfen? .Oomweut peut-on etre Persan? !• [Gegen d i e nationale Agila-tion des Clerus. I Aus BudweiS wird geschrieben: „Der neue Bischof von BudweiS. Dr. Rziha. hat den Katecheten an der hiesigen deutschen Communalschule. I\ Schramek. dessen deutschfeindliches agitatorisches Wirken — insbesondere gegen den deulfchen Schulverein, gegen welchen er eine Broschüre schrieb — feit langer Zeit den Unwillen der deutschen Bevölkerung hervorgerufen hat, von seiner Stelle als Reli- Eltern fchon vor Eintritt des schulpflichtigen AlterS in der deutschen Muttersprache heran-zuziehen. Hiezu dient die Errichtung von deut-schen Kindergärten (K.), wie eine solche in Aindisch-Feistritz vorgenommen wurde. Wie leicht verlernen namentlich arnie Kinder, deren Eltern durch die Sorge um das tägliche Brod abgehalten die Erziehung ihrer Nach-kommenschast nicht selbst übernehmen können, im steten Umgang« mit slavischen Mägden oder Spielgenossen Die theure deutsche Muttersprache, erlernen sie wohl überhaupl gar nicht und gehen so unserer Nation verloren 'i! Die Auslagen für die bisher erwähnten Veranstaltungen sind sortlaufend, sie kehren all-jährlich wieder. Daneben gibt eS aber auch eiu-malige Auslagen: Es wird einer hilssbedürsti» gen deutjchen ober deutschgesinnten Gemeinde ein Schulhaus gebaut (Bau) oder dieselbe er-hält eine meiit namhaste Bau Unterstützung (Bau-U.) Hiebei wird stets die Vorsicht beobach-tet, daß die bewilligten Summen nicht geschenkt, sondern in der Form vonDarlehen gegeben werden, welche nur so lange unkündbar und unverzinS» lich sind, als der Unterricht an der betreffenden Schule deutsch ertheilt wird. Lehr- und Lern-Mittel (L. M.) werden unentgeltlich beigestellt, gionslehrer enthoben." Um Nachahmung in Untersteiermark wird gebeten! Atalin». sD e r P a p st a l s S ch i e d S-richter.j Fürst Bismarck hat einen Meister-streich ausgeführt; er ichlug den Spaniern in dem Streite um die Carolinen die Vermittlung des Papstes vor. Das ist eine Autorität, welche das strenggläubige Spanien nicht gut zurück-weisen kann und vor welcher selbst das Geheul der Madrider Exaltados verstumme^ muß. Wenn den Spaniern von unfehlbarer Seite er-klärt werden sollte, daß sie im Unrecht sind, würde ihnen keine Berufung übrig bleiben. Am unangenehmsten dürfte die Sache dem Papste selbst sein, dem die Vermittlung zweifellos manche Verlegenheit bereiten wird. Er hat auch WreitS sieben durchwegs deutschfeindliche Car-dinäle damit beauftragt, einen Bericht über die Carolinensrage auszuarbeiten. Bulgarien. [Allgemeine Rüstun° g e n.j Die Vorgänge auf der Balkanhalbinsel nehmen jetzt vorherrschend die allgemeine Aus-merksamkeit in Anspruch. Fürst Alexander wagte ein gefährliches Spiel, als er entgegen den Be-stimntungen des Berliner Vertrages Ostrumelien mit Bulgarien vereinigt«. Doch scheint die ganze Angelegenheit einen glatten Berlaus zu nehmen und hat selbe ein Analogon in den Vorgängen in Rumänien, wo im Jahre 1859 die Moldau und Wallachei gegen den Willen der Großmächte den Milizobersten Cusa zum gemeinsamen Fürsten Rumäniens wählten; die Pforte proteftirie. doch die Pariser Conferen; gestattete nach haldjähriger Verhandlung diese Vereinigung als eine „ausnahmsweise." Auch jetzt ist zur Ordnung der bulgarisch-ostrumelischen Angelegenheit eine Botschafter-Conferen; in Constantinopel in Aussicht genommen. Die Verhandlungen derfeben werden aller Wahr-scheinlichkeit nach dasselbe Resultat haben, und der Berliner Vertrag wird es sich gefallen lassen müssen, damit die verwickelt« orientalische Frage keine brennende TageSsrage werde. Das Schlimmste dabei ist wohl, das Serben, Mon-tenegriner und Griechen zugleich Beute-Antheil an der Türkei verlangen und sich liiezu bis an die Zähne bewaffnen, wodurch die Ve» Handlungen der Botschafter erschwert, wenn nicht vereitelt werden. Ein Krieg von Seite der Türkei ist wohl ganz ausgeschlossen, da Soldaten, Waffen und Munition fehlen, was den Sturz des Ministeriums herbeiführte. Die Griech-n aber haben bereits ein Heer an der türkischen Grenze gesauimelt. und drohen in Ma-cedonien einzurücken, sobald die Mächte der Vereinigung der beiden Bulgarien zustimmen. Korrespondenzen. Gonobiy, 2. October. (O.-C.) [Pfarrer und Lehrer.] Man sah gestern, am 1. d. von allen Weltgegenden Seelsorger nach Gono- Bibliotheken (B.) für Lehrer und Schüler ge-spendet. Lehrer, welche sich um den deutschen Unter-richt besondere Verdienste erworben haben, er-hallen Ehrengaben zuerkannt. Aus leicht be-greiflichen Gründen entzieht sich eine derartige Anerkennung der besonderen Berichterstattung. Schließlich sind noch Spenden für die Bes ^ee-rung armer Kinder mit Kleidung. Schuhen u. dgl. beim Weihnachtsfeste (W.) zu erwähnen. Es ist gewiß ein schöner echt deutscher Gedanke, unser nationales Weihnachtsfest auch unsere armen deutjchen Schulkinder mitfeiern zu lassen! Verfolgen wir nun die Thätigkeit des deutschen Schulvereines in Steiermark! Seinen Satzungen gemäß, greift der deutsche Schul-verein an den Sprachgrenzen und Sprachinseln helsend ein. Die Sprachgrenze läuft in Steier-mark bekanntlich von der kärntnerischen Grenze bei Hohenmauthen im Westen ausgehend nörd-lich der Drau auf den Poßruck-Kamm nach Osten, springt unter Ehrenhansen südlich bis gegen Marburg vor, wendet sich dann von der Drau nördlich der Mur zu, zieht nun, sich südlich von den Windischbücheln und der Mur hal» tend nach Osten und erreicht endlich südöstlich von Radkersburg die ungarisch« Grenze. Folgen 1885 bitz pilgern, angeblich zu einem Namenstag»-schmaus. Dies ist nun zwar nichts Außerge-wohnliches, aber auffallend war die Rolle, welche dabei einige der mit den geistlichen Hern» einziehenden Lehrer spielten. Der Herr Pfarrer fungirte dabei als Hauptmann, der Schul oeifter als Jnsantrist resp. OfficierSdiener, ganz wie m der „guten alten Zeit". Der Lehrer und schal-leiter von K. ging hinter seinem Pfarrer ge-senkten HaupteS, eine Reiselasche deS Pfarrers schleppend einher. Das ist eben das mo?erae j Stammesbewußtsein der slovenischen Lehrer; saß der Lehrer mit dein Seelsorger in Harmonie leben soll, ist empsehlenswerth, daß aber der Lehrer als Packträger deS Pfarrers fung«, daß scheint denn doch den gegenwärtigen Zeit-Verhältnissen nicht mehr angemessen, und dürfte auch der Achtung, die dem Lehrsiande gebührt, nicht sonderlich zuträglich sein. — St. Martin bei Erlachstein, am 29. Äp-lember I885*).l(O.-C.) sE x e q u , r l e D e n nn» c i a t i o n s k o st e n.j Wir hatten bereits wie-derholt Gelegenheit, uns mit dem hiesige» slovenisch-nationalen Beamtendenunclanteii-Clud zu beschäftigen, der bekanntlich nicht nur ei'tei vicrundzwanzigpercentigen Bauernfreund all Chef, einen tschechocroatischen Clubarzt u. f. w. — sondern auch einen ultraradicalen Lchnft. führn besitzt. Letztere Ehrencharge bekleide« näii" lich der hiesig« Mifer«resä»ger und n«benbe» auch Oberlehrer. DieS geht nicht nur_ aus deflei sportmäßiger Thätigkeit bei den hiesigen Tenua-ciationSintriguen überhaupt, sondern inSdesoii' sonders unzweifelhaft auch daraus hervor, da? eben Jurkovic v in dem auS dem besagten Cdef und einem hiesigen Krämer bestehenden Execu-tivcomite des genannten ClubS — als deisei eifrigstes Mitglied auserjehen war, — die de-kannten famosen Beamtendenunciaitonspetitoaeit an daS Justizministerium zu kalligrasiren >md daß der genannte anläßlich der ebenso bekaa»-te». sogar an das Strafgericht gerichteten, selbstverständlich unbegründeten Denunciation gegei einen hiesigen Beamten und einen Hauplma-n. — die ebenso wie die vorerwähnte ein klägliches Ende nahm, — die ganze Action durch Harangutrung deS Anzeigers zur Anzeige nicht nur einleitete, sondern von dielen» die betref-sende, selbstverständlich in der Ka-izlei des Tl. Sernec in Cilli verfaßte Anzeige vor der-» Überreichung auch unterschreibe» und approdi-ren ließ. — An dieser slavisch-nationalen Tenu» ciationsgroßihat, für welche sich außer be» Deutjchenhasse gar keinerlei Motiv finden läßt, die Krone aufzusetzen, schickte Jurkomö. wie de-kannt, auch seinen HelferShelser, den seither hin entlassenen AdvocamrSbeamte» Zupancic nach Pettau, um für den Anzeiger den bekanmei slovenischen „DemostheneS" Tr. Herrmann all (• Die mit eingesendete Episode aus St. Peier s» Königsberg „Ein komischer Gerichtödimnift in taim« «engsten" ist In gegebener Form nicht geeignet. wir dem soeben gezeichneten Laufe der sprach-grenze vorerst von Hohenmauthen Drauabwäui bis Marburg! Wir finde» hier den deutschn Schulverein an folgenden Orten bei sein« segenbringenden Thätigkeit: Hohenmaa-t h e n, (L. M. — Bau. U ), Mahrenderz (Bau U. — B.), S a l d e n h o f e n. (B. -L. M.), Ternowetz, (L. M.), Wuchern. (L. M. —), St. Anton a m Bachern ) Reifnig g-F r e s e n, (L. M. —), St. £ •-wald au der Drau. (L. M.), Zellni^ Tresterniy, (L. M), Oberlembach. Fabriksschule (Sch. — E. —, L. M. —), GamS bei Marburg, (L. M. —Ferner fuü> lich der Drau bei Marburg in : B r u » » V o rf (B.). P i ck e r n d o r s. (G. — Sch. E>). Roth» wein, (Bau-U. — B.), Roßwetn. (Uiia* U. — B. — Sch. E. — L. Ät.). Nördlich der Drau bei Marburg in den Windisch-Büchel, zu : R a t s ch bei Spielseld, (Bau-U. — -ch. E. — Brunnen. —), Spielfeld, (U.j, Gonobitz bet Ehrenhausen. (Sch. E. —®.j Folgen wir nun dem Laufe der Sprachen^;* MurabwärtS von Spielfeld bis RadkerSdurg. Hier griff der Verein ein in : Lugay da Mureck. (Sch. E. - L. M. - B.). S ü j f t n> berg bei Mureck, (Sch. E. — L. M. — B.) ' 1885 Bertreter zu aquiriren. Diese ganze Denuncia-lionSgeschichte, deren tragisches Ende noch ;u -warten steht und welche den hiesigen slove-nifinationalen ExaltadoS voraussichtlich noch Imgt Zeit zu schaffen machen dürfte, schlug dem Ehrenmann Jurkovic ebenfalls sehr schlecht an. «antik der Citalnicabruder und Busenfreund M Jurkovic sah sich nämlich gezwungen, die tosten seiner Pettauerreise vulgo Denunciations-Kften gegen letzteren nicht nur einzuklagen — ionöern dießsallS zur Vergrößerung der Manage auch Execution zu führen. — Diese hiemit mgeschminkt mitgetheilten Thatsachen beweisen jnlügiam das ganze DenunciationStreiben deS .IoltsbildnerS" Jurkovic und geben insbesondere den Beamten den Fingerzeig, vor diesem kdrenmann auf der Hut zu sein. Hiedei möchte- wir uns den doch auch wiederholt die Frage erlauben, ob es einem VolkSschulleher gestattet ii, ganz unverhüllt Beamtendenunciation zu treiben, welche sich vorliegt,,d offenbar als ganz gewöhnliche Deutschenhetze darstellt? Unseres ErachtenS ist dergltichtn nicht nur dem Ansehen der Beamten, sondern auch jenem der kaiserlichen Behörden zuwider, da ja dieselbe verkör-*tt erschei t. Und dieß alles geschieht ganz gemüthlich unter einem deutschen Landrsaus-ichug und respective deutschen LandeSschulrath. La» aber würden national-fanatische Volks« schullehrer erst treiben dürfen, wen» unser Lan-l>e«auSschuß nicht deutsch wäre? Wir deutsche Staatsbürger wollen und wünschen nichts an-deres als Ruhe und Frieden und müssen das berechtigte Verlangen stellen, — uns competen-tworts in Schutz zu nehmen. Kleine Gyronik. [Ueber die Religionsverhält-lisse auf den Carolinen-Jnselnj gibt die „Revista Christiana", eine von dem Pastor Fliedner in spanischer Sprache heraus-gegebene religiös-wissenschaftliche Zeitschrift, folgende interessante Daten. Die ersten Bekeh-ringSversuche auf den genannten Inseln wur-den 1849 durch amerikaniche protestantische Missionäre von den Sandwich-Inseln aus un-ternommen. Im Jahre 1882 folgte eine zweite Mission auf eigenem Schiff nach den Inseln Äuiaie und Ponapv wo sie gut aufgenommen wurde; heute existiren dort zahlreiche kleine Kirchen. Aus Ponap^ besteht eine Druckerei; der Sonntag wird auf der Insel geheiligt. Die schulen sind gut besucht; von der Bevölkerung können etwa taufend Personen lesen und schrei-den. Ein Reisender berichtet, daß der König Tocosa von Kusaie und seine Gemahlin gut englisch sprechen und Protestanten sind. Die .Nevisla" führt dann eine Mittheilung des demokratischen „Globo" an. der zufolge die ganze Civilisation der Marschall-, Gilbert». Ca-rolinen' und Palau-Jnseln, von denen man in Mid Radkersburg. (B.) Auch auf den Sprachinseln, als welche die fast durchweg« deutschsprechenden Märke und Städte südlich der Sprachgrenze anzusehen sind, entwickelte der deutsche Schulverein eine reiche vielseitige Thätig-im. Als Ausgangspunkt unserer Betrachtungen «ähltn wir die Stadt Cilli. I. C i l l i selbst. Knabenschule und Mädchen-sonbildungsschule (2. M.) Viele Orte der Um-gebung. (2. M.). 2. Von Cilli nördlich und nordöstlich: Bischofdorf (Bau-U. noch nicht behoben.) H o ch e n e g g, (g. u. l. F. — $.), Weitenstein, (g. u. L F. — L. M. — B.). Gro ß-P ireschitz. (Bau-U. noch nicht behoben.), W i n d i s ch-G r a z (B.), G o n o> bi tz, (L. M.) Hl. Geist in L o t f ch e (L. 9t. —), Windis ch-F eistritz. (K., Bau-U.). 3. Bon Cilli östlich : L a a k bei St. Marein, (Sch. E.), S a u e r b r u n n, (Bau-U.), R o-Hit sch, (Bau.U.). 4. Von Cilli südlich: Tri-fort, (Sch. E.), Lichtenwald, (3 klaff. Sch. — SchtUhaus aus einer Spende Dr. C. LuffererS — B. — S. F. — W.) Einigt Orte, an denen der Terrorismus der Gegner besonders wüthet, bleiben in dem Berichte deßhalb unerwähnt. Auch die Ehren- Deutsche Spanien und Europa kaum Kenntniß hatte, den Amerikanern zu verdanken ist. AuS dieser Mittheilung ergibt sich ferner, daß im Jahre 1870 Ponapv 259, Kusaie 266 christliche Ein« geborene gehabt hat, daß Pingelap 1871, Mortlock 1874, Ruck 1879 dem Christenthum erschlossen worden ist, und daß eS in den Ca-rolinen 4 Missionen mit 7 ordinirten Geistlichen, 9 Lehrern, 12 Geistlichen, l3 fremden und 23 einheimischen Evangelisten, 43 Kirchen mit 3870 Mitgliedern, 3 Knaben- und 1 Mädchen-schule erster Classe und 49 Schulen zweiter Classe mit 1900 Schülern giebt. [Ein neue« P r e i s-A u s s ch r ei b en für Malereien auf Porzellan und M a j o l i kct.] Die VerlagShandlung von Scho-rers Familienblatt, angeregt durch de» Erfolg, den sie mit ihrer Porzellanmalerei-Concurrenz von 1883 errang, fordert abermals auf zu einer Concurrenz für Malereien auf Porzellan, Majolika und ähnliche glasirte Jrdenwaare. Zur Vertheilung von fünf Preisen sind zwei-hundert Mark sowie vier Jahrgänge deS Fa« milienblatt in P?achtband und eine Bilder« mappe des Familienblatts in künstlerisch auS-gestatteter Decke ausgesetzt. Die fertigen Arbei-ten sind bis zum 10. November d. I. an die Expedition von Schorer« Familienblatt in Ber-lin einzuliefern. Dieselben sollen nach einer Vor-Prüfung durch die Jury öffentlich und zwar im Weihnachtsbazar deS Architectenhauies zu Ber-lin ausgestellt werden, so daß auch ein Ver-kauf derselben nach Bestimmung deS Einsenders stattfinden kann. [Ein vorgeschichtlicherhändler i n „a l t M e t a l l".] Bei dem Dorfe Pfeffin-gen aus der schwäbischen Alp fand ein Bäuerlein den angesammelten Schatz eines prähisto« rischen Händlers „in altem Metall", den dieser zum Verwerthen in einer Schmelze wohl vor etwa 3000 Jahren geborgen hat und aus ir-gend einer Ursache nicht mehr heben tonnte. Der Schatz besteht aus 103 Bronzestücken, theils Fragmenten, theils nach unseren Begriffen ziem-lich gut erhaltenen Werkzeugen und Gerathen der eigentlichen Broncezeit oder deS beginnenden Zeitalters von Hallstatt. Da sind Bruchstücke zusammengestimolzener Bronceklumpen, wie man heute „alt Silber".ohne dessen Herkommen näher zu untersuchen, in der Eile zusammenschmilzt, um baldigst verwerthen zn können; ganze und zerbrochene Sicheln, kleine Ringe, Aruiringe, mit und ohne Verzierungen, ganze und abgenützte; Kette, ganze und zerstückelte; Haarnadeln, theil-we.se zierlich profilirt; ferner Gürtelbeschläge, kleine Messerchen, wie sie von den eitlen Frauen und Jungfrauen von Hallstatt an den Gürteln, an Ketten hängend, mit anderem „Charivari" getragen wurden ; Stücke von Schwertern, Lan« zenspitzen und endlich Rasiermesser unseren Heu-tigen sehr ähnlich, aber sehr klein. Wir denken uns diesen höchst interessanten Fund so entstanden, daß sind der Natur der Sache wegen in dieser Uebersicht nicht berücksichtigt worden. Endlich sei noch bemerkt, daß zur Heran-bild ,ng tüchtiger deutscher Lehrer für die Schu-len des Vereine« ein nahmhafter Betrag zur Gründung mehrerer größerer Stipendien an der Lehrerbildungsanstalt in Graz bestimmt wurde, was dadurch begründet erscheint, daß die Lehrerbildungsanstalt in Marburg sich zu einer Brutstätte pervakischer Jugendbildner her-auszubilden im Begriffe ist. Im Ganzen hat der deutsche Schulverein in Steiermark an fast 50 Orten helfend und rettend eingegriffen, eine Wirksamkeit, die unsere Anerkennung und unseren Dank, aber sicher auch unsere Opserwilligteit in hohem Maße herauSsordert; gilt dieselbe doch der Idee der Untheilbarkeit unseres schönen goldig-grünen HeimathlandeS. —e— Der „allgemeine deutsche Sprachverein", Noch niemals stand das deutsche Volk in solcher Machtfülle da, wie heute: nie aber 3 ein Hausirer altes Metall einhandelte, um es in die Schmelze zu tragen und dort zu verwerthen. Wenigstens ist bei einiger lebhafter Phantasie diese Zusammenstellung heterogener Gegenstände sonst nicht zu erklären, der einstige Besitzer müßte denn ein Dieb gewesen sein, was wir zur Ehrenrettung unserer broncebewaff.ieten Vorgänger nicht annehmen wollen. Von dem Inhalte eines Grabes oder dergleichen kann nicht die Rede sein, auch nicht von HauSgeräthe, denn da müßten noch andere Dinge gefunden worden sein, auch nicht von einer Werkstätte, weil die Mehrzahl der Stücke abgenützt und auß-r Gebrauch gesetzt ist, auch kam bei der Fundstätte weder Gemäuer noch irgend ein sonstiges Zeichen einer solchen zu Tage. [Buchstäblich gespießt.^ Auf dem Pionier-UebungSplaye zu Glogau wurde am 17. d. bei Abtragung eines hölzernen Blockhau-fes der Pionier Schmidtchen von einer vorzeitig umstürzenden Seilenwand fo unglücklich von hinten getroffen, daß ihm eine eiserne 2 Zoll starke Brechstange, die der Pionier in der rechten Hand hielt, mit dem spitzen Ende zwischen der rechten Brnstseite und dem oberen Schul-terblatt eindrang, den Körper durchbohrte und mehrere Zoll tief in die Balkenlage hineinfuhr, wo die Stange sitzen blieb. Der unglückliche Mann konnte erst nach etwa einer Stunde, nach Durchsägung der eisernen Stange, auS seiner schrecklichen Lage befreit werden. Stabsazrt Dr. Hellwig legte dem Pionier, der große Schmer-zen empfand aber bei voller Besinnung blieb, den ersten Verband an. Demnächst wurde der Verunglückte in das Garnisonlazareth gebracht. ES soll Hoffnung vorhanden sein, den Mann trotz der schweren Verletzung am Leben zu er-halten. Schmidtchen sollte in den nächsten Tagen zur Reserve beurlaubt werden. iDas jung st «Gericht.] Man schreibt lquilla: „Die Bewohner des Dorfes Ca-stedieri wurde vor einigen Tagen in nicht ge» ringen Schrecken versetzt. Am hellen Mittage verfinsterte sich plötzlich der Himmel, ein Un« gewitter brach los. Blitze zuckten und Don-ner grollten und Wassermassen stürmten und wogten durch den Ort. Plötzlich kamen ,nmit-ten des Tumultes auf den Flutyen Särge, Skelett. Menschenbeine dahergesch'vommen und mit den Worten: „Das jüngste Gericht!" sie» len die entsetzten Leute auf die Knie. Erst als sich das Unwetter gelegt, entdeckte man, daß Sturm und Regen den ganzen Friedhos zer-stört, das Erdreich gelockert und die Todten aus ihren Behausungen gerissen." [Die Macht der Jungfräulich-k«i t.J Dem Bezirk von Minussinsk (Rußland) wurden durch die Viehseuche große Berluste zugefügt und die Bauern griffen daher, wie der „Swjet" berichtet, zu dem Mittel des Un» pflügens. Diese« Umpflügen besteht darin, daß sieben jungftäuliche Dirnen, ein fleckenloser Jäng» rund mehr, sei es offene, fei es heimliche Feinde, al« gerade jetzt. Damm ist es dringend geboten, daß wir unser Volt schützen und schirmen gegen die offenen und versteckten Angriff« seiner Hasser und Neider. Wollen wir aber dem Volke Schutz und Hilft schafft», so müssen wir jeder für uns und alle insge,ammt unser Volksthum wahren, die unversälschte deutsche Art. Wahren sage ich ? Wie wäre das möglich? Wahren heißt schirmen. Wie ader könnten wir schirmen, was wir nicht mehr haben'! Wo ist jene echte deutsche Eigenart voll Treue und Biedersinn, voll Wahrheit und Offenheit? Ver» schwunden ist sie längst und lebt nur noch im Land der Träume. Ntcht wahren heißt es also hier, nicht erhalten, sondern reinigen und neu-gestalten. Und was von deutscher Zucht und Sitte gilt, das gilt auch von der deutfchen Sprache; sie müssen wir kräftig schirmen, wenn wir jener nicht ganz verlustig gehen wollen. Ist jene des deutschen Volkes heilige Veste. so ist dies >r der start« Wall, ver sie schützend umzieht; und den Wall müssen mir hüten, soll die Veste nicht des Feinde« Beute werden. Da gibt eS denn viel schwere und ernste. 4 ling und zwei alte Frauen ausgewählt werden. In der MitternachtSstundc (im vorliegenden Falle vom 15. auf den 16. Juni, im Dorfe Kanienka) ordnet sich ein geheimnißvoller Zug. Voran schreiten die alten Frauen mit den Heiligenbildern dann folgt eine Pflugschar, welche von den sie-den Jungfrauen gezogen und vom Jungling gelenkt wird. Mit dusem Pflug wird eine Furche um da« ganze Dorf gezogen und dadurch die Seuche ferngehalten, welche nach dem Volks-glaube» diese Furche nicht überschreiten darf. [Ueber einen eigenthümlichen UnglückSsaltj wird Folgendes gemeldet: In Adlerhorst in der Nähe von Bromberg hat sich kürzlich der II jährige Sohn der Wittwe Piplow beim Wiegen seines jüngsten Schwester-chens erwürgt. Während der Abwesenheit der Muller war dem Knaben die Wartung des Schwesterchen« »bertragen worden. Der Knabe, der ein Tuch um den Hals trug, knüpfte die Tuchenden zusammen, befestigte die Schleifen an einem Wieaenknopfe, legte sich auf die Erde und setzte durch Hin- und Herneigen des Kopfes die Wiege in Bewegung. Dadurch zog sich aber das Tuch um seinen Hals zusammen und leider plötzlich so fest, duß der Knabe erstickt« und von der bald darauf nach Hause gekommenen Mutier als Leiche vorgefunden wurde. Anwesend in der Stube war noch die 9 Jahre alte Schwester des Knaben, welche von dein traurigen Vor-gange mchls bemerkt hat. [Ein Roman aus dem Lebe».] Die Gemahlin des Sachwalters Thomas Dache in London befand sich im heurigen Sommer mit ihrer siebzehnjährigen Tochter Emma zur Cur in Brighton. Auf der Promenade machten die beiden Damen eines Tages die Bekannt-schaft eine» jungen Mannes, der sich ihnen als Kapitän Donald vorstellte, und dem Fräulein iagle. er habe sie bereits m London bewundert. Der Eapitän erbat sich von Mistres Dache die Erlaubniß, sie besuchen zu dürfen, brachte den Damen prachtvolle Blumen, und nach kaum vierzehntägiger Bekanntschaft hielt er um die Hand des Fräuleins an. Mistris Dache machte die Einwendung, daß der Verkehr hierzu noch zu kurz gedauert, allein sie ließ sich überreden, und aus die begeisterte Schilderung, welche sie ihrem Galten von dem Eapitän fchickte, willigte auch dieser ein. und so fand denn auch bei An-Wesenheit sämmtlicher Eurgäfte am 4. Juli die Trauung statt. Das junge Paar begab sich auf einen Monat nach Paris, dann brachte der Eapitän seine Gattin zurück in das Haus der Mutter und nahm thränenreichen Abschied, in-dem er sagte, er sei einberufen, sein Schiff, der „Corcoran", hab« Befehl erhalten, nach Indien zu stgeln. Die junge Frau erhielt noch eine Telegramm auS Southampton. weiter aber blieb sie ohne Nachricht, bis sie vor einigen Tagen ihrem Galten mit einer Frau und zwei Kindern in London begegnete. Nun erfuhr sie, daß der Eapitän ein Colonialwaarenhändler und seit Sehen wir uns nur einmal um und ge-stehen wir uns ehrlich die allerdings tief be-schämende Wahrheit: wir können nicht mehr deutsch reden und schreiben; alles ist mit wälschen Flicken besetzt. Die meisten fühlen es infolge der langjährigen Angewöhnung gar nichl mehr, daß mindestens jedes zehnte ihrer Worle undeutsch ist; andere suchen in a»widernder Fremdlhümelei absichtlich alle nur irgend auf-nndbaren Fremdwörter auf; wieder andere gebrauchen unverstandene fremdländische Ausdrücke, nm Leser und Hörer zu verblüffen und ihre eigene erschreckende Geisteshohlheit zu verbergen; andere endlich — die Besten von allen — erkennen gar wohl, daß sie ihr« Mutter-spracht mißhandrln, sind aber zum großen Theile zu bequem oder zu gleichgiltig, alS daß sie sich Mühe gäben, de» fremden Andruck durch einen gut deutschen zu ersetzen, oder sie haben wohl den Willen zur Beseitigung deS Fremd-wortes, scheitern aber daran, daß sie in dem ihnen geläufigen Wortschätze für den eingeniste-ten fremden Ausdrucke keinen passenden heimi-schen sinden. Ich übertreibe keineswegs: prüfe sich nur jeder selbst ehrlich und aufrichtig, und v — Cj. ____ ....... V . P. »Z>"tlche Macht." sechs Jahren verheirathet ist. Die junge Frau wird fortwährend bewacht, da sie schon zwei Selbstmordversuche gemacht hat. [Der ältereAlexanderDumaSj machle sich bei dem großen Erfolg, den „Die Kameliendame" seines Sohnes davontrug, den Scherz, ihm wie ein Fremder zu schreiben und zu seinem Buche zu gratuliren, wobei er den Wunsch äußerte. deS Verfasser« Bekanntschaft zu machen. «Auch ich", so schloß er, „habe mich Uterarisch versucht, und vielleicht haben Sie schon den Verfasser des „Monie Christo" nen-neu hören." — Dumas fils ging auf den Scherz ein. Er antwortete sofort mit der Versicherung, eSfreuhe ihn. den Schreiber des liebenswürdigen Briefes kennen zu lernen, um so mehr, al« sein Vater von dem Verfasser des „Monte Chnsto" außerordentlich viel halte und stets in schmeichel-haftesten Ausdrücken von ihm spreche. [Auch d i e M o n d st r a h > e n s ch aden dem T e i » t,] sogen die Pariserinnen. Wie die Sonne die Haut bräunt, so macht der Mond sie bleich und trocken. Daher empfehlen die fran-zösischen Modekünstler Mondschirme, besonders für den Landaufenthalt im Sommer, wo nacht-liche Spaziergänge bei hellem Mondschein be-liebt sind. Diese Schirme werden in niedlichster Form auS Gaze, mit rothem Seidenband ver-bramt, hergestellt. Dazu pflegt man Kork-schuhe zu tragen, die in entsprechender Verfei» nerung den Holzschuhe» nachgebildet sind. Den eleganten Landanzug vervollständigen dann roth und gelb gestreifte Seidenstrümpfe, sowie ein roth und gelb gestreifter Rock aus starkem Lei-nen nächst dem ein großer, mit einem Büschel Weizenähren geschmückter Strohhut und ein weißes Muffelintuch, welches über die Brust ge-knüpft wird. [Rascher Entschluß.^ Als am ver-gangenen Sonntag ein Zug voll Reservisten auf dem Danziger Bahnhof« zur Abreise bereit stand, bemerkte man dicht an «inem der Waggons ein hübsches junges Mädchen mit rothgeweinlen Augen, ein allerliebstes Kind auf dem Arme tragend, in sehr tiefern Gespräche mit einem der entlassenen Soldaten. Die Bahnhofsglock' ertönt zum zweiten Mal. das Mädchen reicht dem Scheidenden noch einmal da« Kind, damit er noch einen Kuß auf die zarten Wangen des-selben drück:. Er nimmt e«, es lächelt ihn so freundlich an, als ob e« „Papa" sagen wollte — da pfeift die Locomotive! „Hier, Lui>e das Kind!" Aber Luise ist verschwunden, und der Res^vist dampft mit ihrem jungen Ebenbilde der Heimat zu. [Feine Schmeichelei.)SonntagSgast (zur Frau Profeffor): „Gnädige Frau, wüßle nicht schon alle Welt, welch meisterhafter Opera-teur Ihr Herr Gemahl ist, er müßte dennoch in kurzem eine Berühmtheit werden." — Dame: „Wieio f* — Gast: „Durch seine Kinder. Diese sind Ihnen, gnädige Frau, wie aus dem Gesicht geschnitten." er keiner dieser verschiedenen Classen von Sprach-verderbern angehöre. Geradezu haarsträubeud aber und empö-rend ist eS, wie schamlos und gewissenlos die Mehrzahl unserer Zeitungen, allen voran die sogenannten große» Blätter, unser« in ihrer un-verfälschten Reinheit so herrliche Muttersprache mißhandeln und verunstalten. Wa« für lin geifteSarmeS oder, wenn wir das nicht zugesteyen wollen, geistesträges Volk müssen wir doch geworden sein, daß wir in dem überreichen Gebiete unserer so bildungS-fähigen Sprache uns nicht umzuthun wissen, oder uns nicht sorgfältig umsehen wollen, um das bestehende vortrefflich zu finden oder Neues zu ergründen, sondern den ersten besten Sprach-läppen von der Straße auflese», welchen irgend ein Sudler verloren oder weggeworfen hat; damit putzen wir uns wie Schalksnarren das Wamms und laufen dann mit dem Hundert-flickenrocke herum, der ganzen Welt zum Ge-spotte, nur u»S selbst zum Wohlgefallen. Denn wo in allen Ländern träfe man wohl eine solche Sprachenverhunzung, wie bei uns in Deutschland ? Ein jedes Volk ist stolz auf seine £1*1 ...i. . ..f.. . . J. . . .. ' fV.k. . » ^ ' J.» _____ 1885 y^rauenschlauheit. ] Mitternacht, err de« Hauses ist. wie gewöhnlich, lange im Gasthause geblieben und hat seine trostlose kleine Frau allein gelassen. Der Man» versucht nun, mit seinem Schlüssel dir Vorzimmer pi öffnen. Da flüstert die Stimme der kleinen Fra» durchs Schlüsselloch: . . . „Bist du's, JuliuJ !* — Der Herr — er heißt Wilhelm — kommt seither stets vor Thorjperre nach Hause. [Gemüthlich.j „Ach, hären Se. mei kutester Herr Wirth, wo pflächen Sie denn bin-zugehen, wenn Se ämol an Tröpfken «chic», guten Wein trinken mechlen?" Deutscher Schutverein. Wien. Der Obmann Dr. Weitlof eröisiute die letzte Sitzung des engeren Ausschusses mit der Mittheilung, daß Herr Ferdinand Fertsch. nigg in Klagenjurt dem deutschen Schulverel»« ein Legat im Betrage von i(X)Ü fl. gewidmet hat. Deut bisherigen Mitgliede der Verunski-tuug Dr. von Reinöhl, welcher infolge jcmer Berufung an das Landes-Realgiiiitnasiutn m Horn aus dem engeren Ausschusse deS deutsche« Schulvereines auszuscheiden genöthigt war. wurde für seine ersprießliche und hingebungsvoll« Mir-arbeit a» den Geschäften des Ausschulst« ix: Tan.' und die wärmsten Sympathien »'christlich ausgedrückt. Nachdem das Auüschußinilglitd DreSnaudt über die Constituirung der Lris-gruppe Goß bei Leobeu berichtet hatte, und noch einzelne für die demnächst stattfindeude Hauptversammlung wichtige Fragen besprochen worden waren, gelangten mehrere Aniuchen z« Erledigung. Unter anderen wurde die Unterstützung eine« SchulbaueS im westlichen Böhmei beschlossen, und die Vereinsschule in Jablomy mit einer Lehrerbibliothek ausgestattet. An zwei Schulen im westlichen Böhmen erhielten arm« Schulkinder entsprechende Unterstützungen. Jto die V«reiusschul« in Watzlaw mußt« der Credit erhöht worden, und einer Mittelschule in P»z wurde ein Betrag zu stip.ndienzwecken ge-widmet. Schließlich wurden mehrere Lehrerai-suchen theils zustimmend, theils ablehnend tu ledigt. Weiters find dem Vereine zugeflossen O.-Gr. Arnau : deutschen Turnverein Fonvedei» trag 20 fl. O.-G. St. Veit a. d. Golftn: Kränzchen 13 50 fl. O.-G. Fürstenseld : Spenden 16 23 fl. O. G. Großherlitz : SammelichüH 5 fl. Orts. - Gr. Nikolsburg Sammelschütz: Barte! 11 fl. Namenstag bei der Rose 198 1 Ortsg. Oberelbethal: Kraujemühle A?endui»ttr-Haltung fl. 1-70, Kränzchen beim deutsche» Kaiser fl. 23*78 und 12 fl. Gesellschaft toi Teichmann fl. 1 94, GesellschaftS-Abend Krank mühle fl. 3-11 und fl. 2-65, Sammelschn; Hering fl. 12-87, Spindelmühle fl. IS. n St. Peter fl. 2-86, Pet.rband« fl. 22 77, spind-lerdande fl. 37 41, Hotlmann fl. 6'65, Zru Richter Sammeljchütz fl. 7-47, Krausedande fl. 12-09, Adolf deutscher Kaiser fl. 1116, wir auch tausendmal versichern, daß wir »1« „ästimieren". Fürwahr, es ist die höchste Zeit, daß wir diesem entwürdigenden Zustande «in Ende l>e» reiten und endlich einmal, und das mit alle» Eifer und Ernste, uu ere Sprache von all »ei verunstaltenden erborgten Flickwerke säuder», damit nicht die kommenden Geschichtsschrcid« j sagen müssen: im 19. Jahrhundert haben Du Deutschen ihre schöne Mutt.rsprache zu Grad« getragen. Der Anfang ist gemacht. Schon am 3. Ze?< tember d. I. forderte die Deutsche Wacht ti einem „Allgemeiner deutscher Sprachverein' überschriebenen Aufsatz« die Gründung eines Ler-eines zur Reinigung der deutschen Sprache, -al langer Zeit früher habe ich selbst unablässiz für die Verwirklichung diese« Gedankens ge> kämpft uud im Vereine mit Robert Harnn»« ling, Dr. Hermann Riegel in Braunschweig und Dr. Ottomar Schuchardt in Rotha (Lachse»! zur Reife gebracht. Im vorigen Monat ist der Aufruf zur Bildung des „allgemeinen deutsch» Sprachvereine«" versandt worden, dessen $n)ti und «Änrichtung in seiner Schrift „Der allgt- 1885 Herr Koschtial 3 fl. 42 kr. O.-G. Kaunowa: Spenden fl. 31.73 O.-G. Radkersburg: Epen« de» fl. 104-10 O.-G. Reut tscheia: historisches Comert von Männergefangs-Verein fl. 101*25 von 2 Kuotziancr« in der AiSbacher Bierhalle Wi.n 2 fl., ungenannt aus Leipzig 20 R._ ßillier Gemeinderaty. In der gestrigen Sitzung gelangten jol» gende Anielegenheiten zur Erledigung : GR. E. MatheS ersucht, nachdem der Thealerbau beendigt, um einen dreimonatlichen Urlaub, welchem An-mcheu Dolge gegeben wird. Die Sectlon I. stellt durch G -R. Dr. Zajov y de» Antrag, der Gemeind: Umgebung Cilli seien mit Rücksicht aus das merihvoUe Einvernehmen, welches zwischen den beiden Nachbargemeinden stets erhalten zu werden ge-wünscht wird. 500 fl. im Vergleichswege für die Anjprüche, die dieselbe an das alte Normal-schulgebäude stellt, anzubieten. Der Antrag wird angenommen. Bezüglich der Trottoirleguug in der Tdeatergafse ist dieselbe Sectivn zur Ueber-zeugung gelangt, daß die Kosten derselben von den HauSeigenthümern getragen werden müsse», nachdem diesbezüglich in der Gemeinderath' fitzung vom 20. Juli 1802 der Beschluß gefaßt worden ist, daß die Troiloirlegnna Vorschuß-roeiie aus der Gemnndecasse zu bestreiken ist. Der Antrag der «ection. es seien die Haus-«genthümer zur Bezahlung zu verhallen, wird angenommen. — Das f. k. Kreisgerichts - Prä-fidium stellt den Antrag, eS seien die Locali-täten des k. k. städt. del. Bezirksgerichtes künftig-hin in der Weise zu miethen, daß die Miethzeit eine unbestimmte, die gegenseitige Kündigungsfrist ein Jahr, der Miethzins (700 fl.) derselbe bleibe. Ueber Besürwortung der I. Sect. nimmt der Gemeinderath den Antrag des k. k. Prä-sidiums an. Dieselbe Sectivn berichtet auch über die vom Magistrate in Wien angeregte Aenderung des Militär-TaxgtsetzeS. Demnach waren 1. von den XIV Classen (100 fl. — 1 fl.) die letzten beiden Classen (l fl. u. 2 fl.) deren Taxenvorschreibung und Einbringung weit mehr Kosten verursacht, als sie Ertrag liefern, zu streichen, dagegen aber «ine Reorganisation durch Erhöhung der einzelncn Sätze respective | Gründung neuer Classen »«zustreben. So werden letzt bei einem Einkommen von 10.000 fl. und mehr nur 100 fl. bezahlt, und zwar ohne Rücksicht auf das Mehr. Der Wiener Magistrat deonlragt serner 2. es feien auch jene Personen | zur Taxzahlung beizu ziehen, deren Militärbe-freiung s. z. durch Bezahlung der entsprechenden Gebühr erwirkt worden war. Endlich wird 3. an Vergütung der EinhebungSkosten eine 10% Ouote vom Eingange beantragt. Der Ge-memderath stimmt den Punkten 1 und 3 zu, dagegen wird der Antrag 2 nicht angenommen. Die Bausection bringt das Gesuch des Fräuleins Agnes Ranner vor, in welchen» um Kegulirung de« der Hauscigenthümerin Schade» vo» Gedr. Henninger. 1885" klar und erschö-l>send dargelegt hat. Diese Schrift möge jeder lesen, dem deutsche Sprache und Sitte und deutsches Volksbewußt-sein werthvolle Güter sind. Unser« Aufgab« wird eS nun fein, entspre-chend dem von Riegel und Genossen verfandten Aufrufe überall Ortsgruppe» dieses Vereines ms Leben zu rufen. Aber auch außerhalb des Aereines müssen wir unaufhörlich thätig sein. Tie Lehrer, namentlich jene, welche an Mittelschulen wirken, die Eltern im Kreis« der Familie, jeder einzelne im mündlichen und schriftlichen Verkehre soll sich einer reinen und richtigen deutschen Ausdrucksweise befleißen und die andern zu gleichem Streben hinleiten. Und die Zeitungen, wie sie bis jetzt zum größten Theile Brutstätten der Sprachverderb» mß waren, sollen fortan Pflegeftätten guter deutscher Schreibart sein, auf daß die deutsche Sprach« wieder werde, was sie einmal war: ein unverfälschter, reiner, reicher Quell des schonen, aus dem wir echtes, kräftiges Volks-dewußtsein trinken können. Erich Fels. Keutjq»« Wacht." bringenden öffentlichen WasseradzugeS vor ihrem Hause in der Postgasse ersucht wird. Die Section ist der Ansicht, daß der Gesuch-stellen» nicht Folge zu geben sei, »achdeni^die von ihr angeführten Gründe nicht zutreffend sind. (Angenommen). Dieselbe Sectivn, (Referent Herr Obmann C. Mathes) beantragt daS Gesuch orr Frau Maria Rantschigai. um Abhilfe gegen das i« ihren Hosraum von der Straße dringende Wasser als gerechtfertigt anzunehmen. (Wird angenommen). Die>elbe Sectivn beantragt die Entfernung der Papelbäume an der Ringstraße, und zwar an der Seil« der Walland'sche» Holz-platze. Der Gemeinderath stimmt den Antrag zu. Die Sanitätöcommifsion empfiehlt dringend die Anschaffung einer Reinigungspumpe für die Brunnen der Stadt. Es wird beschlossen, die Pumpe, welche Tüffer bisher in Verwendung hatte um 125 fl. zu erwerben und Schläuche um 72 fl. nachzuschaffen. Herr Joses Rakusch b antragt im Namen deS Theatercomites, daß I. das Theater am 17. Oktober durch eine von Kunstfreunden zu veranstaltende Festvorstellung zn eröffnen sei; 2. Der Eilrag derselben soll zur Vervollstän-digung der Bühneneinnchtung verwendet werden ; 3. die Preise seien für diese Vorstellung zu er-höhen. 4. Das Theatercomits möge den Ver-kauf der Plätze leite». 5. Statthalter und Landeshauptmann seien zur Eröffnungsfeier einzu-laden. ES folgt Antrag und Bericht der Finanz-sectivn über die Reiter'jche Realität. Herr Fer-je» beantragt im Namen der Sectivn, daß l. der Wein und Obstgarten sammt den Gebäu-de» aus drei Jahre zu verpachten H. daf; 2. die Heumahd der Thalwiese alljährlich im Versteigerungswege zu v'rgebe« sei. daß 3. der Verschönerungsverein in der Ebene, wie auf der Anhöhe ieine Th itigkeit beginnen möge, „m daß 4. dem H."rrn HauSdaum mitgetheilt werde, daß ihm der auf dem Reiter'schen Grunde bisher innegehabte Play nicht weiter überlassen werden könne, weil die Promenade verlängert werden soll. Nach einer längeren Debatte, an wichet sich die Herren Fritz Mathes. Adolf Mareck. Carl MatheS. Dr. Higersperger. Sima betheiligen. werden die Anträge der Sectivn mit dem von Herrn Carl MatheS beantragten Zusätze angenommen, daß Herrn Hausbanm weiter oben au der Sann ein entsprechender Platz überlaffe» wird. Aus der "araus fo'gen-den Neuwahl eines Mauth- und Aufsichtsco-mitvs gingen Herr Skoberne mit 13. Herr Costa mit 11 und Herr Skolaut niii 11 Stimme» als gewählt hervor. Das WaltaussichtS-couiite beantragt die für 1880 torzunehmende Schlägerung schon heuer durchzuführen, weil dadurch 00 Klftr. gutes Holz gewonnen wird; angenommen. Die Beschlußfasfung über das Ge-such des WaldausseherS Kummer uni Gehalts» erhöhung wird behufs genauerer Untersuchung über leinen bisherigen Verdienst vertagt. --— Locates und Irovinciates. Cilli. 3. Dclober. [Die R e gi o n a l aus st e l lu u a in Marbur g.} Mittwoch, den 30. v. Mts. ist die Regionalausstellung in Marburg mit der um 4 Uhr Nachmittag abgehaltenen feierlichen Preisvertheiluug prvgrammäßig geschlossen wor-den. Vor der Preisverlheilung hielt der Präsi-dent der LandwirlhschaslSgesellschaft, Freiherr v. Washington eine Schlußrede, iu welcher er die Verdienste sämmtlicher Factoren würdigte, die zum Gelingen des AuSstellungswerkeS beige-tragen hatten. Lauter Beifall erscholl, als der Redner Herrn Thomas Götz mit Worte» herz-lichften DaukeS apostrophirle. welcher nuniuehr schon zum dritten Male seine Räumlichkeilen zu Ausstellungszwecken ganz unentgeltlich zur Verfügung gestellt halte. Sodann verlasen die Referenten der verschiedenen Preisgerichte die bezüglichen Prämiirungslisten. nach denen die Vertheilung der zuerkannten Preise durch Baron Washington erfolgte, der fast an jeden Einzel- 5 munterung richtete. Nachdem sämmtliche Preise vertheilt waren, richtete noch der Bürgermeister Worte des Dankes an das AuSstellungScomitü und Baron Washington und der vfficielle Thtil der Regionalausstellung in Marburg 1885 war beendet. Geöffnet blieb dieselbe indeß noch bis Abends. Unter den Klängen unserer heimischen RegimentSmusik wogte bis zur Dunkelheit ein dichterMenschenschwarm durch sämmtlicheAusstel-lungsräume und auch zum Schluße wieder zeigte sich die Kosthalle als viel zu klein, um alle die Durstigen zu saffen. welche herbeigekommen waren. Für die Ausstellungscommission endete die Ausstellung erst Abends resp, in später Nacht in einem fröhliche» Bankett, welches in Herrn Wolfchlagerö Restauration stattfand. s Marburger Theater.) Letzten Donnerstag wurde die Theater-Saifon in Mar-bürg bei vollständig ausverkauften! Hause eröffnet. Gegeben wurde „Das herrenlose Gut" von Anno. Die Darsteller ernteten durchwegs reichen verdienten Beifall. Insbesondere brillirte das Ehepaar Siege jun. Das Ensemble war ein vorzügliches und zeigte von einer guten Schulung der Truppe. Auch die Wahl des Stückes war eine günstige zu nennen. sC o n c e r t.] Wie wir vernehmen beab-sichligt der Hofoper»- und Kammersänger Gustav Waller, ein berühmter Liedersänger^ im Monate September ein Concert in unserer Staot zu geben. sH e i m i s ch e Industrie.j Die Firma Makotler in Marburg, welche im vorigen Jahre in Krems a. d. Dona» mil der großen silbernen Medaille prämiirt wurde, erhielt für ihre Drahlmatratzen, Eisendellen und 'ie neu er-fundenen Ruhebetten, abermals zwei Auszeich-nungen. und zwar in Marburg die bronzene Gewerbevereins-Medaille und in Kaaden (Böh-men) die silberne Ausstellungs -Medaille zuer-kannt. f Unter st eirifche B ä d e r. ] Im Kaiser Franz-Joses Bad Tüffer sind bis zum 30. September 1U8G Personen zum Curgevr auche eingetroffen. [Die LazaristenZ auf demJosefi^erge haben vom Kaiser eine Spende von 300 fl. er-hallen. [Schadenfeuer, j Am 27. v. M. Nachmillags brach bei dem Schiveinstall des Valentin Celinfcheg in Liboje auf eine bisher unerllärte Weife Feuer auS. Dasselbe griff so raich um sich, daß in kurzer Ze,t nichl mir der Stall, sondern auch daS Wohnhaus eingeäschert waren. Versichert war der Besitzer nicht. ^ [In den Brunnen gestürzt.) Der Gruudvesitzer Anton Warl >» Goliverch fiel beim Reinigen des HauSbrunnens in die Tiese und blieb, obwohl derselbe sofort wieder an's Tageslicht befördert wurde, trotz aller möglichen Wiederbelebungsversuche todt. sAngeschwemmt.j Am 28. Septem-ber d. I. schwemmte die Drau iu der .'iahe von Velag die Leiche eines etwa 40jährigen Mannes an. Derselbe war bäurisch gekleidet. Der Körper z«igte keinerlei Spuren einer Ge-walthat. Die Identität des zweifellos Verunglückten wurde noch »ichl festgestellt. [Beim Baumfällens Im Walde von Blater wurde der Besitzer Jose? Gollob von einem Baume, den er fällte, fo unglücklich ge-troffen, daß er fofort todt am Platze blieb. sE r t r u n k e n.] Am 2. v. M. ist die 1»/, Jahre alte Veronika Reich in Trestelberg im Bezirke Marburg, da sie schlecht beaufsichtigt war. in die. in der Nähe des Elternhauses ge-legene 70 Eentimeter tiefe HanSlache gefallen und darin ertrunken. sGebifsen.s Am 21. v. M. hat der Italiener Negro Natale in Hrastnigg seinen Arbeitskollegen und Verwandten Negro Nicolv ohne jede Veranlassung so heftig in den Tau-men gebissen, daß derselbe abgenommen werden mußte. Aus der slovenischen Presse. Wort und sinngetreue Uebenetzung zu Nutz und Frommen unserer Parieigenosien. „Sfovenski Narod-, Schukle ist per ma- imm trlnh /ni ?nn nnmi»ll rtO «5 viel Unwillen gegenüber die klinischen Abge-ordneten und die ukrainische Politik' haben wir noch nicht beobachtet und empfunden. Und wahr-lich. wie viel und wie prahlerisch schrieben nicht unsere Zeitungen, daß Schukle absolut nicht in den Hohenwartclub ausgenommen werde» wird, und daß er nur a!S Wilder dem Abgeordneten-hau« angehören wird bis sie ihn nicht werden hinauSexpedirt haben. Und jetzt? das heißt den doch die Wahler an der Nase herumziehen! Golt bewahre uns vor unseren Frennden! Wo seid ihr Grundsätze stählerne Grundsätze? In Rudolfswerth lachen die ordentlichen Nationa-len jeden auS, der von den slovenischen Abge-ordneten erwartet, sie werden die Wahl Schul-les annulliren lassen. Und die Nation sage» sie. hat jene Abgeordneten die sie verdient! Resni chlasovi schreiben: Von den Wahlen hörten wir oft. welche großartigen Ver-diente G^f Hohenwart für uns Hof. DaS Centralwahlcomiie kniet« in seinem Aufrufen förmlich vor de» Herrn Grasen. Uns ist der Standpunkt der trainischen Abgeordnetenpolitik ganz klar. Hohenwart muß leiten, denkt sich Klun. Der Tyrolerische Conservatismus ist Hohenwarts Programm, dieser ist auch das Programm KlunS. Darum nur viele Aristo-craten. und wenn solche nicht sind, abhängige Elemente als Candidaten ausstellen! Um con-servativen KatolicismuS handelt es sich. Nation, Erhebung des Voltes aus geistiger Nacht, ist die zehnte Sorge. Literarisches. [Deuts ch-n ationaler Kalender für O e st e r r e i chs geleitet von Carl W. GawalowSki. Preis 36 kr. Graz, Verlag von Friedrich Goll. Dieser erste echt deutsche Volks-kalender in Oesterre'ch hat ein äußerst praktisch eingerichtetes Kalendatium und im Anschlüsse daran ein deutsches Jahrbuch, zu wel-chem sämmtliche Vertreter der nationalen Muse in Oesterreich Beiträge geliefert haben. Wir bringen über die Bedeutuug des Kalenders in der nächsten Nummer eine ausführliche Befpre-chung aus berufener Feder. I o h a n n R a k u s ch hat in Cilli den Vertrieb einer größeren Zahl dieser echt natio-nalen Kalender übernommen. H. [Neue deutsche Männerlieder für das deutsch «Volk in Oester-r e i ch.j U n t e r M i t w i r k u n g v o n E r n st Schmid, Chor meist erd«S „Schubert-bund" in Wien herauSgegebenvon derRedactionder „Lyr a." Wiener all-gemeine Zeitschrift für die literarische und ninsi-kalische Welt. Dieses Liederheft. auf welches wir bereits anläßlich der letzten Lyranummer hingewiesen haben, ist nunmehr erschienen und machen wir alle Freunde deutschnationalen Chor-gesangeS angelegentlichst darauf aufmerksam. ES enthält 26 gediegene deutschnationale Ehöre von Meistern, wie Ernst Schmid, W'lhelm Spei-del, Max von Weinpierl, Eduard Tauwitz, Karl Sautner u. A. Für steirische Sänger dürften vor Allem die zwei Chöre „Mein Stcier" S. 60 und „Vivat Gracium" Interesse haben. Wir halten uns besonders über den musikalischen Theil des Werkes ein eingehendes Referat^vor. [Von schwarzer Erde. Deutsche Volksgeschichten aus Oesterreich von Anton August Naeff.j (Wiener Leykam 1885.) Allzu wenig Boden hat die na-tionale Sache noch in der eigentlichen Belle-tristik, und doch ist in den breiteren Schichten des deutschen Volkes nur durch diese zu wir-ten. Um so erfreulich muß eS also sein, wenn der Herausgeber der gediegenen Wiener Zeit-schrift für deutsche Gesangvereine „Lyra" noch neben seinen redactionellen Arbeiten Muße findet, einen Band Erzählungen herauszugeben, welche von rein nationalem Geiste durchweht sind. Naeff'S deutsche Volksgeschichten können wir daher bestens empfehlen. Eine ausführliche Be-sprechung wird in Bälde folgen. H. 15 « utsche Rundschau für G e o- peutsche Wacht kung hervorragender Fachmänner herausgege-ben von Pros. Dr. Fr. Umlauft. (A. Hartleben's Verlag in Wien, jährlich 12 Hefte £45 kr. — 85 Pf., Pränumeraiion incl. Franco-Zusendung 5 fl. 50 kr. — 10 M.) Von dieser rühmlichst bekannten Zeitschrift geht unS soeben das 1. Heft ihres neuen, deS Vlll. Jahrganges zu, das durch di» Füll« d«S Gebotenen wahrhaft überrascht. DaS Programm derselben umfaßt wie bisher alle Forschritte der g«ographisch«n Wissenschaft und außerdem noch die dankenS-werthe Specialität, einzelne Länder und Völker in eingehenden, durch Original-Jllustrationen erläuterten Artikeln näher bekannt zu machen. Die beste Empfehlung bietet woyl der reiche Inhalt des vorliegenden Heftes, welchem wir folgendes entnehmen: Rechenschaftsbericht Dr. Emil Holub's über daS erste Jahr seiner neuen Asrika-Exp dition. — Ueber Dünen. Von Franz Bayberger. (Mit 1 Jllustr.) — Die Kraos oder Haarmenschen Hinderindiens. Von Julius Victor Fisch!. (Mit 5 Jllustr.) — DaS schwarze Meer. Von I. Luksch und I. Wolf. (Mit drei Jllustr. u. Karte.) — Astronomische und physi-kaiische Geographie. Ein Heller Stern im Andro-meda-Nebel. — MercatorS Weltkarte vom Jahre 1538. Politische Geographie und Statistik. Afrika ein Eldorado des Oelhandels. — Die Berölkerungsverhältnisse Großbritaniens. — Kleine Mittheilungen aus ullen Erdtheilen. — Berühmte Geographen. Naturforscher und Rei» sende. — Georaphi'che Nekrologie. Todesfälle. Mit einem Porträt: Robert v. Schligintweit. — Geographische und verwandte Vereine. — Vom Büchertisch. (Mit zwei Jllustr.) — Eingegangene Bücher, Karten :c. — Kartenbeilage: Karte deS Schwarzen Meeres und der angren» zenden Länder in vier Sectionen. Sect. I. AotkswirthschaMiches. GewerblicheZustände.j Ein sehr be-zeichnendes Licht auf die Verhältnisse der Stickerei-Hau Sindufttie in Vorarl-berg wirft ein Schreiben, welches der k. f. Ge-werbeinspector Josef v. R o st h o r n an die dortigen Gemeindevorstehungen gerichtet hat. Der besagte Herr weist in diesem Schreiben zunächst daraus hin. daß auch jetzt noch beider Maschinenftickerei jugendliche Arbeiter über das ihrer Gesundheit zulässige Maß und über die gesetzliche Arbeitszeit hinaus beschäftigt werden und kündigt die Einleitung deS Sprachverfah-renS an. Herr v. Rosthorn wendet sich nun an die Gemeindevorstehungen und fordert von die-sen, s i e möge» die Sticker belehren und anhal-ten den gesetzlichen Vorschriften zu entsprechen. Ueberdies ertheilt der Inspektor den Rath, sich dem Schweiz Vorarlberg» Comroloerbande der Stickerei-Industrie anzuschließen, dessen Statuten er das Zeugniß ausstellt. Nichts zu enthalten, was einem ökterr. Gewerbeinspector Anlaß zur Bemängelung bieten würde. [H o p f e n - M o r k t b 11 i ch t.j Nürnberg, den 1. October 1885. Die schon in meinem letzten Berichte gemeldete ruhige gedrückte Stim-mung pflanzte sich auch bis auf den heutigen Tag fort. Export ruht immer noch und herrscht am Markte überhaupt wenig Kauflust, so daß heute bei einer Gesammtzusuhr von ca. 1500 Ballen nur ca. 800 Ballen umgesetzt wurden. Für die Preise ist wieder ein weiterer Rückgang von M. 5. — eingetreten. Bessere Sorten sind immer noch gesucht. Geringe Sorte« werden von M. 30.— an verkauft. Es notiren: Markthopfen M. 30—45, Hallertauer M. 50 — 60, Wolnzacher 60—70 Aischgründer M. 35—45, Badische M. 40—50. Württem-berger M. 48—60. Polen 60—70. Ausstich einige Mark mehr. [Theepflanzungen i n I t a l i e n.] In Italien werden mit großer Ausdauer die Versuche, den Thee zu bauen, sortgesetzt. Der Gedank« ist nicht neu. Im Anfang dieses Jahr-Hunderts hatten bereits die Engländer derartige Versuche in Sicilien angestellt. Seit 1871 hat man ausS Neue damit begonnen, aber ohne großen Erfolg zu erziele». Nachdem jedoch ein Gutsbesitzer aus der Umgebung von Messina I6dS drei Jahre alte Stöcke hatte vorzeigen könne» fißte man wieder Muth. Zu ven bisherige» Versuchen benutzt; man chinesischen Thee; je|t ist man in Begriff, in großen Mengen Thee-sträucher auS den kälteren Gegenden Japan's einzuführen und an verschiedenen Stellen »er Halbinsel anzupflanzen. Es mag dabei erwähnt werden, daß, wie Decandelle ausgeführt ha», die Bedingungen, welche daS Gedeihen des Thees begünstigen, entgegenstehen, welche »ür die Weinrebe die geeignesten sind. In China gibt eS zwar Weinreben, der Weinoerkauf spielt aber dott eine ganz untergeordnete Rolle. Ali-dererseitS hat kein Weinland Thee zur Ausfuhr geliefert. Aus dem Amtsölatte. Kundmachung. Eintragung der Firma „Paul S vebte", Schnitt- und Kutzwaaten-KtS« metei in Marburg im HandeISt«glst«t für Ein-zelnfirmen. Kr.-G. Cilli. — Beginn des Unterrichts im Zeichnen und Malen in der steur». land. ZeichnuugS-Academie am 1. Oktober. Steierm. Land.-Ausfchuß Graz. Erledigungen. Gerichtsdienerftelle beim B.-G. Gonobitz. Termin 24. Oktober. K.-G.-Pr. Cilli. — LehterSstelle in St. Peter ob Tüffer. Termin 30. September Bez.-sch.-Rath Tüffer. Lizitationen. Driti« executive Feil-bietung der Realitäten der Eheleule Michael und Jofefa Macek in Jelovec. Sch.-W. IllOfl. am 7. Oktober. B.-G. Marburg l. D.-U. — Des Josef Kopie in Ober St. Kunigund. sch.> W. 1000 fl. Bez.-G. Marburg l. D.-U. Executive Versteigerung von Rechten u. j. der, der Maria Stumpf in Stanosko gehörige», mit gerichtlichen Pfandrechte belegten und aus 228 fl. 98 kr. geschätzten Kauf- und Ueberko»-mungstechte aus den Kaufvertrage vom 22. sep» tember 1876 bezüglich der Realitäten Urb. Ar. 140, Betg-Nr. 408, Dom.-Nr. 928 ad «lat> te-iberg, am 7. Oktober. Bez.G. Windisch-Feistritz. Eingesendet. DaS Reclamemachen am flachen Land« war bis jetzt noch nicht sowie in der Sladl gang und gebe; aber döse Beispiele finde» bald Nachahmung und so hat sich dasselbe auch schon der Speculation eines pervakischen Kauf-mannes in St. Marein bei Erlachitein bewach-tiget, welcher gegen Entrichtung der Verlaut« barungsgroschen bei allen Kirchen des Bezirke» verkünden läßt: daß er viel Winterwaare aui den Fabriken erhalten und solche um 15'/, vil-liget als jeder andere Kaufmann z« verkaufen in der Lage sei. Nun, jeder Geichafib mann wird zu beurtheilen wissen, was ma» davon zu halten hat und was für ein Reche»« künstlet und Kalkulator d«r Kaufmann sei, kann, der bei der heuligen Concurtenz im ctauDe ist. derartige Preis« zu machen. Wie werde» wohl nicht in der Annahme fehl gehen, daß dieses Anpreisen der Waare eine bloße Reclame, und darauf berechnet ist, den gewissenhaüe», und ebenfalls mit mäßigem Nutzen sich begnii. genden Kaufmann zu überbieten. Wir unserer« seitS wünschen dem betreffenden Herrn die glai« zendsten Geschäfte, wenn auch mit 15'/, unln dem Nutzen. Mehrer« Kaufleut«, die noch nicht auf daS Reclamemachen angewiesen sind. Kourse der Miener Aörse vom 3. October 1385. Goldrente...........108.60 Einheitliche Staatsschuld in Note» . 81.60 * » 1,1 Märzrente 5*/, ........99.— Bankactien........... 860.— Creditactien..........281.40 London . . wista........125.85 Napoleond'or..........10.'/, k. k. Münzducaten........ 5.97 100 Reichsmark.......... 61.90 1885 „Deutsche Macht.- i MATTONI relifUr bestes Tisch- nnd Miscbinetränt, erprobt bei Husten, Halskrankheiten, Magen- und Blasenkatarrh. Heinrich Mattoni. Karlsbad nnd Wien. Pränumerations-Emladung. Mit 1. October 1885 eröffnen mir ein reucS Abonnement auf die „Teutsche Wacht" und machen hiezu die ergebenste Einladung. Die geehrten Abonnenten werden dringend ersucht, di« Pränuuieration «bestens vorzuneh-»>», damit in der Zusendung des Blattes keine Störung eintritt. TaS Abonnement beträgt für Cilli mit Zustellung monatlich 55 kr., vierteljährig fl. 1.50, halbjährig fl. 3.— ; für Auswärts mit Postver-ieudung vierteljährig fl. 1.6V, halbjährig fl. 3.20 Inserate finden bei der stets steigenden Auflage unseres Mttes die weiteste Verbreitung und werden dilligst berechnet. Hochachtnngsvollst Dir Administration der „vrutschrn Wacht". 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