Wahlspruch: Was rohr begehren von der Zukunft Fernen Daß Brot und Arbeit uns gerüstet stehen, Daß unsere Kinder in der Schule lernen, Und unsere Greise nicht mehr betteln gehen G. Herwegh. Telephon Nr. 2325. Der Ccheckkonto 38.415. kisenbaljner Zentralorgan des Oesterreichischen Eisenbahn-Personales. Redaktion: Wien V/i, zentagaffe Nr. 5. Redaktionsschluß: Zwei Tage vor dem Erscheinen dev Blattes. Sprechstunden sind jeden Tag mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage von 10 Uhr vormittags bis V,t Uhr nachmittags. Jnfertionspreis: Die zweimal gespaltene Nonpareillezeile oder deren Raum 40 Heller. Bei Iahresauftrag Rabatt. Abonnements-Bedingungen: Halbjährlich........................... . .Kr. 2-88 Ganzjährlich................................„ 5-76 Mr das Deutsche Reich ganzjährlich Mk. 6'—. Für da, übrige Ausland ganzjährlich 9 Franken. Erscheint jeden 1., 10. und 20. im Monat. Nr. 12. Men. den 20. Avril 1911. 19. Sohra. Genossen, rüstet zur Maifeier! ist $*m öpeieu! Die „Neue Freie Presse", das Organ der inter-Uationalen Börsengauner und Finanzleute, hat vor ein paar Tagen der deutschen Arbeiterpartei ihre Visit-tarte mit in den Wahlkampf gegeben. Das ist eine Protektion, die man sich wird merken müssen. Herr -Noritz Benedikt ist ein nüchterner Geschäftsmann, der ks wissen muß, daß sich das neue Unternehmen mit oer dentschnationalen Arbeiterpartei rentiert, und so Empfiehlt er denn mit gutem Gewissen den deutschen Unternehmern die neue „Klassenpartei" des Herrn Ertl als das lukrative Geschäft der Zukunft. Ren-n uni\ sicher, jeder Verlust absolut ausgeschlossen! >jiim jüdischen Börsenblatt als Schrittmacherin der oeutschnationalcn Arbeiterpartei fehlt also nur noch, oaß der Oberrabbiner von Wien für die nationale „Klaßenpartei" einen sachverständigen Fleißzettel aus-jrelXt und Arm in Arm mit Herrn Ferdinand Ertl m den Wahlkampf zieht. ^ ,. Man könnte die Sache, die für sich selbst eine L-atire^ blutigster Art ist, dabei bewenden lassen, daß man einfach nach einen Spucknapf verlangt. Denn daß die Tatsache/ daß ein Börsenblatt für die deutsche Arbeiterpartei die Reklame besorgt, zum Speien reizt, ist begreiflich, wenn man noch besonders erwägt, daß wan bei den geschästsmännischen Talenten der „Neuen Freien Presse" auch im redaktionellen Teile streng auf den Tarif hält. Herr Moritz Benedikt, der sonst nur über die Aktien der Alpinen Montangesellschaft ™an° ,e8 sich um die Bewegung der Eisenbahner ge- 1 , eit hat. Aber der ganze glühende Haß des Unter-yrnerblattes zerfließt in milchsüße Zuneigung, wenn sv'1} dem im Abendblatt vom 7. d. M. abgedruckten Z/."el über „die deutsche Arbeiterpartei und die Reichs-^tswahlen" heißt: iQtin«”^cBen bcm in ganz Deutschösterreich verbreiteten Deutsch-bet _„Pen Handelsgehilsenverband, dessen Mitglieder meist noch pQOn n>vU^cden oder radikalen Partei angehvrcn (in Oesterreich Nglitber), kann als die beste und kräftigste nationale •«ehr [at'on angesehen werden. Trotz seiner Jugend zählt er 6ar' deutsche Mitglieder als der Sozialdemokratische Eisen-bea^7B»band und hat seit der Deutscherklärung des Eisenbahn-"ncnbetettieS sozialistischen Charakter. Der Reichsbund hat seinen Sitz in Wien und hat unter der Leitung Ferdinand Ertls, des Vorsitzenden der Rcichsparteileitung der deutschen Arbeiterpartei, auch die Alpen- und Donauländer erobert." Daß man aus der „Neuen Freien Presse" erfahren muß, daß der „Reichsbund deutscher Eisenbahner mehr deutsche Mitglieder zählt als die sozialdemokratische Gewerkschaft" und daß Herr Ertl „schon die Alpen- und Donauländer erobert hat", das mag nebenbei der Heiterkeit wegen auch unseren Genossen zugänglich gemacht werden. Die „Eroberungszüge" des Reichsbundes kennt man aus jenen Versammlungen, in denen regelmäßig vor der Majorität unserer Genossen Herr Ertl sein Glück versuchte, und auf die Ziffern, mit denen das Kapitalistenblatt den Unternehmern den „Neichsbund" imponierend zeigen will, geben die verschiedenen Wahlergebnisse in die Eisenbahnerinstitutionen die bezeichnendste Antwort. Aber daß der „Reichsbund" von einem so bedenklichen kapitalistischen Prehreptil als „die b e st e und k r ästig st e nationale Arbeiterorganisation gelobt wird, dagegen sollten sich die Mitglieder des Reichsbundes verwahren, wenn sie das Gefühl für WoHlanständigkcit nicht ganz verloren haben. Denn auch die Liebe der Kapitalisten und Börsenjobber zu den „deutschen Arbeiterführern" darf nicht immer am Hellen Tage gezeigt werden. Es ist ein Verhältnis, das, wie man schon des öfteren im Gerichtssaal erfuhr, nicht ganz die ideale Reinlichkeit bewahrt hat, und verdient schon deshalb eine sittenpolizeiliche Kontrolle. Nicht mehr ganz acht Wochen trennen uns noch von den Wahlen für den Reichsrat. Zeit ist also immerhin noch genug, daß man noch manche lehrreiche Episode erlebt. Aber immerhin wird man sich das große Lob, das die „Neue Freie Presse" so freigiebig der deutschnationalen Arbeiterpartei zollt, gut ins Gedächtnis prägen müssen, weil die Anerkennung von solcher Seite als ein separates Kapitel über den Schwindel von der deutschnationalen „Klassenpartei" wird gebucht werden müssen. Die Herren nationalen Führer sind jetzt sehr fleißig in dem Verfertigen von Broschüren, die sichere Anleitung geben, wie man der Sozialdemokratie im Wahlkamps an den Leib rückt. Vielleicht nimmt nun auch einer die Mühe auf sich, den eigenen Anhängern die Theorie verständlich zu machen, wie man den Klassenkampf unter dem Schutze der Interessenten der „Neuen Freien Presse" zu führen gedenkt. In den Sternen stand es nicht geschrieben, daß der „Klassenpartei", mit der die nationalen Führer so scheinheilig ihr Glück versuchten, das begeisterte Lob von der Börsenpressc schon an der Wiege gesungen wird; aber die Tatsache empfindet man dennoch wie den tragischen Ausgang eines voraus bestimmten Schicksals. Mit offener und versteckter Zuwendung von Unternehmergunst in die Welt gesetzt, um den Klassengegensatz zu verdunkeln und zu verhüllen, entwickelt sich die „deutsche Arbeiterpartei" immer deutlicher zur Schanddirne der Unternehmer, denen die kapitalistische Presse ihre unsauberen Zutreiberdienste leiht. Es ist einfach zum Speien! Fr. L. Sie Reichrraktvahlen und die Gewerkschaften. An dem alten österreichischen Jammer ist das'erste Parlament des allgemeinen Wahlrechts gestorben. Daß mit diesem vorzeitigen Abschluß der Legislaturperiode eine Fülle von Arbeit versinkt, macht den chronischen Jammer des Nationalitätenstreites für das arbeitende Volk doppelt fühlbar, das abermals zusehen muß, wie seine dringendsten sozialpolitischen Forderungen in weitr Fernen gerückt sind. Für die gewerkschaftlich organisierte Arbeiterschaft knüpften sich vom Standpunkt des täglichen Kampfes um die Lebenshaltung gerade an dieses Parlament eine Reihe von Hoffnungen, die, als realpolitische Wünsche zusammengefaßt, Notwendigkeiten beinhalten, die heute von jedem Einsichtigen längst allgemein anerkannt werden. Die Enttäuschung freilich, die das erste wirkliche Volkshaus auch in dieser Hinsicht gebracht hat, kann niemand überraschen, der im bürgerlichen Parlament je etwas anderes sah als ein Instrument des Klassenstaates, in dem nun einmal alle Mächte sich gegen die besitzlosen Klassen vereinigen. Gewiß besagt die Tatsache, daß auch das gegenwärtige Parlament, wie viele seiner Vorgänger, nicht in Schönheit gestorben ist, nicht das geringste gegen den Parlamentarismus, und gerade für uns Gewerkschaftler wäre es ein total verfehlter Standpunkt, die positiven Leistungen der verflossenen vier Jahre zu verkenne». Denn es ist schlechterdings nicht wahr, daß, wie jetzt Tag für Tag von der bürgerlichen Presse behauptet wird — daß keinerlei positive volkswirtschaftliche Leistungen zu verzeichnen sind. Das Wohnung s-fürsorgcgesetz, das Verbot des weißen Phosphors, das über Antrag der sozialdemokratischen Abgeordneten beschlossen wurde, stellt gewiß nur einen bescheidenen Teil dessen dar, was die Vertreter der Arbeiter von diesem Parlament verlangten. Aber ist es ihre Schuld, daß das Parlament verweigerte, was sie in zahllosen Anträgen für die Arbeiter verlangt hatten 't Es ist ja eine eigenartige Erscheinung, die vielleicht für manchen unverständlich ist, daß w i r das bürgerliche Parlament gegen seine Nörgler und Hasser verteidigen müssen. Denn wenn es wahr wäre, daß dieses Parlament absolut nichts getan und geleistet hätte, was für das Volk, für die Wähler gebucht werden kann, dann wäre damit gerade gegen die, die heute kein gutes Haar an dem Parlament lassen, das vernichtende Urteil gesprochen^ die in ihrer Majorität — 429 Bürgerliche gegen 87 Sozialdemokraten — einfach alles ablehnten, was die letzteren verlangt hatten. Das Prinzip des Parlamentarismus beruht auf der Majorität, die für das, was geschieht oder nicht geschieht, die Verantwortung trügt, und es gibt sonach keine größere S e l b st b e s ch u l d i g u n g, als wenn heute die Presse der bürgerlichen Majoritätsparteien unausgesetzt darüber klagt, daß dieses erste Volksparlament in „völliger Unfruchtbarkeit geendet habe". Für die gewerkschaftlich organisierte Arbeiterschaft Oesterreichs handelt es sich in diesen Tagen aber um mehr als um dieses Parlament. Was in Frage steht, ist einfach der Parlamentarismus als solcher, der von uns als Werkzeug des sozialen Fortschritts, als Behelf zur Durchsetzung unserer ganzen wirtschaftspolitischen Forderungen gewertet wird. Nirgends trifft ja bekanntlich der gegen die Sozialdemokratie erhobene Vorwurf, sie treibe Zukunftsphilosophie, so daneben, als bei den gewerkschaftlichen Gegenwartsforderungcn, wo es sich in der Tat um die weitere Ausgestaltung des bürgerlichen Staates mit vollständig legalen Mitteln handelt. Sozialversicherung, Normalarbeitstag, Nachtarbeit, Koalitionsrecht und vieles andere sind Dinge, die nicht über den Rahmen der bürgerlichen Rechts- und Staatsordnung hinausgehen, und die ohne Erschütterung der Grundlagen der heutigen Wirtschaftsordnung, als Federungen der Sozialpolitik erfüllt werden können. Die bürgerlichen Mehrheitsparteien, die heute das Paria, MF* Der „Eisenbahner" erscheint in einer Auflage von 46,000 Exemplaren. "WU Seite 2 ..-'-■■■. ■ ■ ,■■■■■, ■■■ „ i , . , ment lästern, hätten also allen.Grund, vom Standpunkt ihres staatserhaltenden Programms in dieser Richtung alles eher zu tun, als dem sozialen Fortschritt hinderlich zu sein, rote sie es durch die Untergrabung des Parlamentarismus tatsächlich tun. Die Zertrümmerung des Parlaments hat nämlich, und das muß vor allem konstatiert werden, einen tieferen Grund, als er scheinbar in der Politik der Regierung Bienerth und auch der nationalen Parteien gelegen ist. Daß den bürgerlichen Parteien die Auslösung zu einer Zeit gelegen kam, wo ihnen im anderen Falle doch nichts übriggeblieben roäre, als die Kosten durch neue Steuern zu bewilligen, die aus den von ihnen so glatt zugestandenen militärischen Rüstungen erwachsen, versteht sich hinlänglich, wenn man bedenkt, daß die bürgerlichen Mehrheitsparteien in längstens zwei Jahren gezwungen gewesen wären, mit dem Odium belastet, nichts als Steuern bewilligt zu haben, vor ihre Wähler zu treten. Da war es zweifellos bequemer, wenigstens noch im letzten Moment, ehe die große Bewilligerei losging, das Haus zu schließen, um so unter dem Schein, an den neuen Bolksbelastnngen schuldlos zu sein, in den Wahlkampf treten zu können. Hält man sich aber die Tatsache vor Augen, daß die bürgerlichen Parteien ausnahmslos in diesen vier Jahren jeden sozialpolitischen Antrag nieder-stimmten, dann wird die „Parlamentsmüdigkeit" begreiflich, die heute von den Blättern so eifrig verkündet wird. Was in diesem Parlament des allgemeinen Wahlrechts wirksam war, war Kl a ff e n in t e r-e s s e g e g e n K l a s s e n i n t e r e s s e. Die Ablehnung des sozialdemokratischen Antrages auf stufenweise Einführung des achtstündigen Arbeitstages, der Forderungen der Staatsbediensteten und Eisenbahner, wie nicht minder der wiederholten Anträge, die sich gegen die drückende Lebensmittelteiierung richteten, liehen zur Genüge erkennen, daß die bürgerliche Parlamentsmehrheit Profitu ndWucheralsfakrofankte Vorrechte der Bourgeoisie gewahrt wissen will und daß sie sohin keinen Eingriff in dieses bürgerliche Puvilcguun duldet. So hat also die Teilnahme, zu der die Arbeiterschaft durch das gleiche Wahlrecht an den Parlamentarismus berufen ist, zweifellos den nicht hoch genug zu schützenden Vorteil gebracht, daß sie mit aller Schärfe die wirtschaftliche und politische Klassenscheidnng a u s g e zeigt h a t. Die Arbeiterschaft war durch ihre Vertreter zur positiven Mitarbeit an der wirtschaftlichen Gegen-wartsarbeit berufen, die zu leisten von derBonr-geoisie beharrlich geweigert wurde. Der Parlamentarismus ist für die bürgerlichen Klassen nicht mehr als ein Werkzeug znr Wahrung und Verteidigung ihrer einseitigsten Klasseninteressen und Klassenvorteile und sie will nicht, daß dieser Parlamentarismus durch eine demokratische Form zu einem Instrument der allgemeinen Volksinteressen werde. Das ist die Lehre, die uns diese vierjährige Vergangenheit mit aller Schärfe und allein Nachdruck einprägt. Und so wird es allgemach begreiflich, daß die gesamte bürgerliche Presse den unerhörten Vcrfassungs-bruch nicht nur ruhig geschei^n läßt, sondern ihn noch in allen Tonarten von der „Neuen Freien Presse" Feuilleton. Die Inspektion. In einer österreichischen Provinzstadt steht die unber. mutete Inspizierung eines „hierortigen" staatlichen Betriebes bevor. Selbstverständlich wissen dies die Beamten acht Tage voraus. Alles wird gereinigt, die Spucknäpfe werden wirklich ausgeleert, die Tintenfässer gefüllt, Salonröcke gebügelt, Handschuhe geputzt, alte Anliegen, Bitten und Sehnsüchte abgestaubt und zum neuerlichen eindrucksvollen Vortrage vorbereitet. Es ist bekannt, day der inspizierende Hofrat ein gefürchteter Tyrann, aber zugleich ein kolossaler Esser ist, besonders wenn eS wenig oder gar nichts kostet. Darauf bauen die Beamten ihren Plan, den Schrecklichen gefügig und ihren Wünschen hold zu machen. Sie beauftragen den Wirt des Hotels, dem Hofrat am Abend ein möglichst luxuriöses Souper vorzusetzen und dafür nur drei Kronen zu Berechnen. Den Rest wird die Beamtenschaft aus dem Fonds „Außergewöhnliche Betriebserfordernisse" decken. Der Hofrat kommt des Nachmittags, fegt wie ein Ungeteilter durch die Räume, furcht die Stirne, sträubt die borstigen Brauen, brummt Unheimliches in feinen Tyrannenbart. sagt aber noch nichts. Denn die eigentliche Besichtigung kommt erst morgen. Am Abend, wie üblich, ungeheuer gemütliche Zusammenkunft im Hotel. Der Betriebsdirektor „zer-wuzelt" sich vor Ergebenheit. Der Praktikant macht sich hinter seinem Glase Bier so dünn als möglich, um das Beamtenelend diskret, aber deutlich zu markieren. Der Hofrat beginnt zu essen. Menü um drei Kronen: Bouillon, Hummermayonnaise, Trüffelpastete, Braten, steirisches Poulard, Ananascremetorte, Salat, Kompott, Fruchteis, schwarzer Kaffee. Hierzu um zwei Kronen Getränk, macht fünf Kronen. Das ist Genuß. Der Hofrat schmaust pustend, was hinter die Binde gehl. Seme Tyrannenzähne malmen statt Menschenschicksalen Hühnerknochen. Der Bratenfaft brodelt in feinen Mundwinkeln und weckt die schmerzliche Sehn-sucht des Praktikanten. Der Hofrat wird ganz vergnügt und leutselig, stößt so-gar mit dem Direktor an und sagt:: Auf Wiederseynl" Der Beamtrnkörper reibt sich vergnügt die Hände unter dem Tisch und denkt: „Jetzt haben wir ihn." „Der Gisenvayner." angefangen bis zur „Reichspost" wärmstcns verteidigt. Käme es auf die bürgerlichen Klassen allein an, so konnte der Absolutismus restlos etabliert werden, der ihr noch immer als das kleinere Uebel erscheint, wenn es gilt, den sozialen Fortschritt anszn-schalten. Lieber keine Mitwirkung durch das Volk als eine Mitwirkung durch und für die breiten Massen des arbeitenden Volkes. Wer die letzten Jahre her die Aktionen der Unternehmerverbände verfolgt hat und das Lamento beobachtete, das unausgesetzt aus den Spalten der Unternehmerpresse erholen wurde, für den besteht übrigens kein Zweifel, daß der ganze .Kurs der Reaktion auch politisch im parlamentarischen Leben seinen Ausdruck gewinnen mußte. Daß dieser ausgesprochene Kurs des von den bürgerlichen Klassen inszenierten K l a s s e n k a m p f e s in diesen Tagen des Wahlkampfes mit brutaler Schärfe angewendet werden wird, dafür bürgen jetzt schon alle vorliegenden Tatsachen. Der Block all er bürgerlichen Parteien marschiert jetzt gegen die um die Verbesserung ihrer Lage ringende Arbeiterklasse. So schwer als für die Arbeiterschaft der Kampf wird, so heilsam werden seine Lehren sein, die wieder einmal bar tun müssen, daß die Arbeiterklasse ihren Sieg nur aus sich allein angewiesen erringen kann. Die Gewerkschaftler werden in diesen Tagen den Klassenkampf aufnehmcn imd als klassenbewußte Sozialdemokraten mit kraftvoller Energie kämpfen l Rlchtt geleistet? „Die Sozialdemokraten haben im Parlament nichts geleistet." „Siebenundachtzig Sozialdemokraten saßen im Parlament und doch geht es den Arbeitern nicht besser als früher." „Die Sozialdemokraten können nur kritisieren, aber nichts Positives schaffen." So und ähnlich hört man es nun in allen Reden bürgerlicher Wahl-Werber. Nehmen wir einmal an, cs wäre wahr, daß mich nicht ein Gesetz beschlossen worden sei, das von Sozialdemokraten entworfen und beantragt worden wäre. Dürften unsere Gegner uns dies Vorhalten? Gewiß, es saßen 87 Sozialdemokraten im Parlament. Aber ihnen standen 429 Bürgerliche gegenüber — jedem Sozialdemokraten fünf Mitglieder bürgerlicher Parteien. Nun entscheidet wie in jedem Verein, in jeder Versammlung auch im Parlament die Mehrheit. Und wenn die bürgerliche Mehrheit ein paar Dutzend sozialdemokratischer Anträge uiedergestimmt hat, so tragen dafür nicht wir die Verantwortung, die die Anträge gestellt, sondern die bürgerlichen Parteien, die sie verworfen haben. Glücklicherweise ist es aber gar nicht wahr, daß alle Bemühungen unserer Abgeordneten an dem Widerstand der bürgerlichen Mehrheit gescheitert sind. Von den Anträgen, die unsere Abgeordneten gestellt haben, hatten so manche so viele Werbekrast, daß auch die feindliche Mehrheit es nicht wagte, sie nicdcrzustimmen. Ta unsere Gegner es vergessen zu haben scheinen, wie viele von Sozialdemokraten ansgearbeitete und beantragte besetz, entwürfe sie beschließen mußten, wollen wir sie heute an einige erinnern. Wie wars beim Mohnnngsfürsorgegesetz? Der erste Antrag, ein solches Gesetz auszuarbeiten, wurde von unserem Genossen Bretschneider gestellt. Der erste Entwurf, der vom TeuerungSansschuß beschlossen wurde, ist von unserem Genossen Reumann gemeinsam mit dem polnischen Demokraten Dr. Groß ausgearbeitet worden. Am nächsten Tage marschieren die Beamten in Reih und Glied auf. Der Sprecher tritt vor und beginnt mit der ersten und wichtigsten Bille: Gehaltsaufbesserung. Zu der furchtbaren Teuerung im allgemeinen käme noch die entsetzenerregende Teuerung in diesem Orte im besonderen. Und hierbei wiederum die beklagenswerte Teuerung der Lebensrnittel. ... Krach! Der Hofrat ist aufgesprungen, haut auf den Tisch, pflanzt sich breit vor die bebende Korona hin, blickt eine Weile schnaubend mit fürchterlichem Ausdruck in die Runde, dann brüllt er zornrot: „©'findet!" — Schreckliche Pause. „Bagage!! _________Gestern Hab ich gegessen: Bouillon, Fisch, Braten, Geflügel. Mehlspeis. Obst und noch massenhaft anderes Dreck-zeug, alleS um drei Kronen. Und das nennt’S ihr eine Teuerung? An Schmarrn bekommt's ihr. Hinaus!" Die Beamten beschlossen, dem nächsten unvermuteten Hofrat ein Beuschel mit Knödel um zweihundert Kronen vorzusetzen. Ob dies die richtige milde Stimmung erzeugt hat, ist nicht bekannt geworden. „Simplicissimus", Schnellzüge. Die Räder des Verkehrs rollen immer schneller. Die drei großen Eisenbahnstaaten Europas: England, Frankreich und Deutschland marschieren seit einer Reihe von Jai>rec= ?aubt wurde — sollten das seine größten Leistung» jein? Und die Deutschnationalen? Marchet, Derschatla, drade, Peschka, Schreiner waren Minister. Wo sind ihre Leistungen? Herr Hrchenburger kann sich nun rühmen, oaß unter seinem Regime fleißiger konfisziert wird als früher und daß sein Name einen Verfassungsbruch deckt; Air fürchten, das werde den Wählern nicht genügen, ^ur einer darf sich wirklicher Ergebnisse seiner Minister» jchaft freuen. Das ist der Graf Stiirgkh. Aber die Ver-vfaffung der Schulen ist wohl nicht das Ergebnis, was die dcutsch„freiheitliche" Wählerschaft von ihren Ministern erwartet hat! Aber wir wollen nicht ungerecht sein! Einer Leistung können sich die Christlichsozialen und die Deut'ck'nati» ficilcn wirklich rühmen. Vor zehn Jahren hat £)e''terru:l)= "ngarn für Heer und Marine .120 Millionen Kronen «en- Heuer kostet uns der Militarismus 1 -Vullmncit Kronen. Für 312 Millionen bauen wir neue Kriegsschiffe. Und da wir gerade das Geld nicht naben, all das zu bezahlen, habeii mir 764 Millionen neue schulden gemacht. An dieser Leistung haben die Sozialdemokraten allerdings keinen Teil. Dieses i3er< i'icnit müssen wir den Dentschnationaleii und den Christ-uchlozialen lassen. Ob aber die Wählerschaft nun gerade mit dieier Leistung sehr zufrieden sein werde, wollen wir °_och bezweifeln.______________________________ „Arb.-Ztg." Sugfahrzeiten auf beit großen deutschen ArnliNieN im nächsten 'öahre erwarten lassen. Augenblicklich aber stehen wir noch auf dem Standpunkt ,CS Jahres 1007, das imü — nach langjähriger Vorherrschaft „ES Hamburg-Berliner Abendzuges — in dem Berlin-Frank-lurter Zuge D. 6. auf der Teilstrecke Berlin-Halle den schnellen deutschen Zug mit S8’2 Kilometer im Stundenmittel ,. )cn£tc. Ihm folgte auf der entthronten Strecke Hainburg-Ber-c*n Zugpaar mit SO'4 Kilometer, beziehungsweise 85-5 Kilo-^eter Stundengcschwindigkeit. Das mittlere Stundemnaß dieser tet schnellsten Züge in deutschen Landen ist 86"S Kilometer. _ Ein internationales, für Deutschland ungünstiges Ver-m e'chSmoment erhellt aus der Tatsache daß der Zug der Great-T^stern-Eisenbahn: London-Plymouth (364 Kilometer) trotz Aufenthaltes genau die gleiche Schnelligkeit entfaltet (88'2 1 onieter in der Stunde) als der schnellste deutsche Zug auf ncr 2no Kilometer kürzeren Strecke ohne Aufenthalt. So n* ^"i!land und Frankreich im Geschwindigkeitswettbewerb °ch einen Vorsprung, den wir aber hoffentlich bald einholen erden Aus nachfolgender Tabelle, dis aus Grund neuesten aterials zusammengestellt ist, ersiehr man deutlich den weiten "Uotft>nmg: 1W. . Frankreich. Dahnstrecke St. Pierre—Orleans . St. Pierre—Orlvans . Paris—Amiens.... Paris -Buiigny.... Paris—Clcklons s. M. . E „. Paris—Calais .... n 81 a n o. Perth—Aberdeen . . . London - Exeter . . . . London—Nottingham . London Manchester. . London—Bork .... T . 7°"don -Carlysle. . . u t s ch i Q n b_ Berlin- Halle.......... Wittenberge Wittenberge—Hamburg 'tteiburg-Baden -Oos Berlin—Dresden . . . Berlin—Stettin.... Saiiflc Kilometer Fahrzeit Minuten Stunden- durchschnitt Kilometer . 110 67 98-4 . 110 70 94-2 . 131 85 92-4 . 181 119 91-2 . 172 114 90 .298 201 85-5 . 153 97 94-6 . 280 180 93-3 .200 135 88-8 . 302-5 215 84-4 . 302 5 215 84-4 . 501 358 84 . 162 110 88-2 . 160 111 86-4 . 160 112 85-8 . 103 74 83-5 . 189 139 81-6 . 135 100 81 An ernster Mahnwori an die Etsatsbahnverwaltung. Seit ungefähr zwei Jahren macht sich im Betrieb der k. k. Staalsbahnen die planmäßige Tendenz breit, unter allen Umständen Ersparnisse zu erzielen. Dagegen wäre nichts cinzuwenden, wenn die Versuche, Ersparungen zu machen, dort gemacht würden, wo es am Platz wäre und wo es wirklich zu sparen gibt. Statt dessen wird aber das Personal fast sämtlicher Kategorien des niederen Elsenbahndienstes als Ziel genommen und werden bei diesen Versuchen unbekümmert um bestehende Vorschriften die Rechte des Personals brutal und rücksichtslos verletzt. Das ist es, womit wir uns heute wieder eingehend beschäftigen wollen, und zwar deshalb, weil die schuldtragenden Faktoren der Staatsbahnverwaltung zu übersehen scheinen, welche Konsequenzen durch dieses brüske Vorgehen heranfbeschworen werden. Vor allein sei hier an die diversen Sparerlässe des Eisenbahnmini-steriums erinnert, die hauptsächlich Anleitungen für die unteren Dienstesstellen enthielten, wie und wo gespart werden könne. Kein Wort stand in diesen Erlässen davon, das; bezüglich Neuaufnahmen von Juristen und Verwendung solcher Leute zu gewöhnlichen Schreibarbeiten Einschränkungen oder Aendernngen der Dien-stescinteilung zu treffen find. Kein Wort davon, wie die Diätenjägerei, die vielen unnützen Kommissionen re. eingeschränkt werden können. Wohl aber befaßten sich die Erlässe sehr ausführlich damit, wie die Turnusse beim Zugbegleitungspersonal zu verschlechtern seien, wie Neuanstellungen des provisorischen Diener- und Unterbeamtenpersonals hintangehalten werden sollen und daß Neuaufnahmen von Arbeitern überhaupt zu unterlassen sind. Diese Erlässe werden von den Direktionen und den diesen untergeordneten Dienststellen getreulich befolgt. Seit'dem Zeitpunkt, als die Organisation die Verhandlungen im Eisenbahnministerium im Jahre 1908 ab-schloß und es ihr gelang, für das Personal an 14 Millionen Kronen an Verbesserungen durchzusehen, datiert diese Tätigkeit im Eisenbahnministerium, durch Schädigung des Personals au den erworbenen Rechten Ersparnisse zu erzielen. Man kaiin sich des Eindruckes nicht erwehren, daß die maßgebenden Faktoren der Staats-bahnverwaltung nach einem wohlvorbereiteten Plan arbeiten, um die zufolge der Zugeständnisse im Jahre 1008 verursachten Mehrausgaben durch Verkürzung der Rechte der Bediensteten wieder hereinzubringen. Es folgt eine Verschlechterung nach der anderen. Es werden die Turnusse der Zugsbegleiter verschlechtert, indem man die Partien reduziert, die Dienstzeiten verlängert nttö_ die Ruhezeiten verkürzt. Von einer entsprechenden Posten-uormieruug ist überhaupt nicht die Rede, und werden auch keine neuen Posten normiert, im Gegenteil, es werden bereits normierte Posten ausgelassen. Die Ver-schnbpartien sind reduziert worden, Zugsbegleiter, Loko-uiotivpersonal, Wagenaufsichtspersoual, Verschub- und Magazinspersonal wird nicht zu Unterbeamten ernannt, weil die Posten nicht normiert werden. Nahezu die Hälfte des Personals kann die Erholungsurlaube nicht genießen, weil keine Substituten beigestellt werden, die freien Tage werden voreiithalten, die Fahrgebührenverdienste der Zngsbegleiter, die Prämienverdienste des Loko-motivpersonals werden fortwährend geringer und so geht das fort, Tag für Tag, neue Verschlechterungen, neue berechtigte Klagen des Personals. Aber nicht genug an dem. Die Erregung des Personals ist noch nicht znr Siedehitze gestiegen, folglich darf man sich noch etwas mehr erlauben. Die StaatS-bahndirektion Innsbruck hat gefunden, daß es auch noch auf andere Art zu sparen gibt. Da sind in der Werkstätte in Feldkirch Hilfsarbeiter mit 8, 11 und 13 Dienst-fahren, und Schlosser mit 6 und 7 Dienstjahren, die bisher vergeblich ans ihre Stabilisierung warten. Alle ihre Bitten um endliche Anstellung werden stets abgewiesen mit dem Hinweis darauf, daß der Stand des normierten definitiven Personals bereits voll sei und daher niemand stabilisiert werden könne. In einem Atemzug aber veröffentlicht die Direktion Innsbruck in der Nummer 55 der Vorarlberger Landeszeitung eine Koukurrenzaus-schreibuug, wonach der Direktion 75 Werk m ä n n e r» Posten mit dem Gehalt von 900 Kronen und dem entsprechenden Quartiergeld zu besetzen sind, die den zertifizierten Unteroffizieren Vorbehalten sind. Damit man also die lange dienenden Arbeiter in der Werkstätte, die bereits einen höheren Lohn haben und daher in einer höheren Gehaltsstufe stabilisiert werden müßten, nicht anstellen muß, werden die Posten mit 900 Kronen für Unteroffiziere ausgeschrieben. Um einer angeblichen Ersparnis von 100 Kronen wegen werden wohlverdiente Arbeiter um die Anstellung gebracht um ein Recht, daß sie sich zufolge ihrer laugen Dienstzeit erworben haben. Das heißt man den Zorn des Personals provozieren, das ist Rücksichtslosigkeit sondergleichen nnd frevelhaftes, gefährliches Spiel mit dem Feuer. Aber auch die totale Unfähigkeit der Staatsbahnverwaltung, Ersparnisse zu machen, wird durch diesen Vorgang hinreichend dar-getan. Der Unteroffizier, der seit einem Jahrzehnt keine manuelle Arbeit leistete, soll nach Ansicht dieser unfähigen Bureaukrateu fähig sein, brauchbare Arbeit als Werk-mann zu leisten. Die Leute werden zumindest fünfmal mehr an Auslagen verursachen, als die Ersparnis der 100 Kr. durch die Anstellung mit 900 Kr. bringt. Es ist eben leider nur zu wahr, was wir immer konstatierten: Der unfähigste Unternehmer, der durch den Bureau-kratismus verknöcherte Beamte ist stets der brutalste Ausbeuter und zu jeder Tat fähig, wenn es gilt, durch Rechtsraub an dem Untergebenen die eigene Unfähigkeit nach oben zu bemänteln. Dasselbe rücksichtslose Spiel treibt die Staatsbahndirektion Innsbruck mit den anderen Kategorien. So werden in derselben Zeitung zur Besetzung durch zertifizierte Unteroffiziere ausgeschrieben: 33 Bah n-richterposten mit 900 Kr., 30 Lokomotiv-führeranwärterposten mit 1000 Kr., 1 M a» schinenaufseher-, 1 Oberhe. izer- und 18 Bahnerhaltungswächterposten. Was soll der Unteroffizier als Bahnrichter, als Oberheizer, als Bahn-Wächter, als Lokomotivführeranwärtcr machen? Wie viele Tauscudc brave und wohlerprobte Arbeitskräfte im Eisen* bahndienst gibt es, und wir behaupten, in der Staats-bahndirektion Innsbruck ctllcin hinreichend genug, die durch jahrelange eifrige Dienstleistung mit niedrigen Taglöhnen, ausgerüstet mit den nötigen Kenntnissen und mit glänzender Praxis auf diese Posten warten, die sich alle mehr oder weniger einen Rechtsanspruch auf diese Posten erworben haben. So brutal sind die wohlerworbenen Rechte des Personals in neuerer Zeit wohl noch nicht verletzt worden, als in diesem Fall. , , Hier gleich ein anderer Fall: Im Direktionsbezirk Oliiiütz, und zwar in der Station Jägemdors, wird nicht die genügende Anzahl Posten fiir Ooerkondnktcure normiert, die Normierung kostet früher oder später Geld, ergo wird der Posten einfach nicht normiert. Aber man ging noch weiter. Einem Oberkonduktenr, der also schon als Untcrbeomte ernannt ist, wurde einfach ein Revers vorgetegt, worin es heißt, daß er überzählig sei und daher sich verpflichten müsse, auf alle seine Rechte als Oberkonduktenr zu verzichten und er werde dann in die Dienerkategorie als Manipulant eingereiht werden. Begründet wird dies damit, daß der Erlaß des Eisenbahn-ininisteriums, Z. 61.002/1V ex 1905, diese Maßnahme rechtfertigt. Hören wir, was dieser Erlaß sagt. Dieser Erlaß bestimmt ausdrücklich, daß der § 40 der Dienst-ordnung verfügt, daß die Verwenduug eines Unter» beamten auf einem Dienerposten überhaupt nicht verfügt werden kann. Der betreffende Oberkonduktenr müßte also in dein Fall, als er für Jägerudorf wirklich überzählig Wäre, versetzt werden oder die Staatsbahnver-waltnng kann ihn zeitlich pensionieren und da im in die Dienerkategorie überstellen, letzteres jedoch auf Grund der Bestimmungen der §§ 130 und 131 der Dienstordnung nur dann, wenn der Mann dienstunfähig geworden ist oder bei dauernder Verringerung des Betriebes. Hier liegt also ein Versuch eines krassen Rechtsbruchs vor und es ist nur dem energischen Eingreifen der Organisation zu danken, daß dieses neueste Attentat rechtzeitig verhindert wurde. Noch ein Fall von den vielen, der zeigt, wie die Staatsbahnverwaltung über die Rechte des Personals denkt. Ein Bediensteter im Staatsbahndirektionsbezirk Prag konnte im abgelansenen Jahre seinen ErholnngS-nrlanb nicht genießen. Die Direktion begründete die Nichtgewährnng damit, daß der Mann längere Zeit krank gewesen sei und ihm der Arzt Bewegung i» der frischen Lust einpfohlen habe. Diese Bewegung in der frischen Lust habe dein. betreffenden Bediensteten Gelegenheit genug zur Erholung geboten und die Direktion sei daher nicht in der Lage, ihm momentan den gebührenden Erholungsurlaub zu gewähren. Und ähnliche Fälle könnten wir eine Menge wieder-geben. Wohin soll das führen? Will man das Personal zum Kampf provozieren? Es hat fast den Anschein, und tocim man die scharfmacherische Haltung der organi sierten Unternehmerschaft gegen die Eisenbahner in Er Wägung zieht, kann man sich des Gedankens nicht er wehren, daß die österreichische Eisenbahnerschaft planmäßig in den Kampf getrieben werden soll, um unvorbereitet geschlagen werden zu können. Aber die Herrschaften werden sich täuschen. Das Personal wird sich diese Bedrückung nnd brutale Gewalt nicht allzu lange bieten lassen. Wir habeii unsere Pflicht schon lange erfüllt und haben die maßgebenden Faktoren schon lange genug ge-Warnt. Wer nicht hören will, der muß es eben fühlen. Diese Wahrheit werden die Gewaltigen in der StaatZ-bahnverwaltnng mitsamt dem treuen Verbündeten, dem scharsinacherichsen Unternehmertum, recht bald, aber auch recht gründlich zu spüren bekommen, wenn nicht noch rechtzeitig eingelenkt wird. Es ist ohnehin genug Zündstoff in Anbetracht der elenden Lage bei jedem einzelnen Bediensteten aufgespeichert, und es ist gefährlich, diesen Zündstoff mutwillig zu häufen. Wir haben gewarnt, wenn man uns nicht hört, gut, dann wird eben der Kampf erzwingen, was der Appell an Vernunft und Einsicht nicht zu erringen imstande war. A. M. Reichrlonferenz der Werkstättenarbeiter sämtlicher Bahnen Lesterreichs. (Schluß.) Zu den „Forderungen der Werkstätte n* und Heizhausarbeite r" entspann sich eine rege Debatte, ein der sich die Genossen Pelzer, Svoboda, Happen h o f er, Feil m a y e r, KI c in ent, R u ch, Lorge r, B U r k e r t, Hart nt a n n, G st ö 11 n e r, M a d I, Kon ee nt), B u ch a r, Asböck, Leb kischlcr, H o f h a u s e l, Babiak, Regner, Berger. K o b z a, V aleut n. e Bediensteten sollten sich die Namen dieser „Ehrenmänner" merken und sie als das behandeln, was sie sind, als Veräter an den Interessen ihrer Kollegen. Es sind dieS die Herren Wilhelm H o r e y s ch t, Lokomotivführer, als Delegierter und Riedl Heinrich als Ersatzmann. Bei dieser Wahl standen sich drei Listen gegenüber und zwar die Liste der Direktionskandidaten, die der Deutschnationalcn und die sozialdemokratische. Die Direktionsliste erhielt: Horeyschi 2147, Riedl 2148; die deutschnationalen Kandidaten F i e tz, Kondukteur, 559 und Richter 562, während unsere Kandidaten Franz K o h l, Lokomotivführer (Komotau), 1357 und Josef Schiller, Schmied der Werkstätte Aussig, 17H8 Stimmen bekamen. lieber den bei den Wahlen seitens der Direktion-organe und den einzelnen Beamten ausgeübten Terrorismus, Wahlbeeinflussung. Amtsmißbrauch und Schwindel werden Tatsachen bekannt, die alles Dagewese übersteigen und alle bet uns an Wablscbwindel so reichen Wahlen weit in den Hintergrund stellen. Schon am 28. Februar d. I. sind uns Nachrichten zugekommen, die Genossen Tomschik veranlagten, sich in einer Beschwerde an die k. k. Generalinspektion zu wenden, worin die Tatsache, daß in Komotau mit der Verteilung der Stimmzettel noch nicht begonnen wurde, angeführt ist. Nachträglich ist noch gemeldet worden, daß die Wahlausschreibung am 3. März noch nicht kundge-macht wurde. Am 8. März bekam Genosse Tomschik die Erledigung der k. k. Generalinspektion, daß nach den gepflogenen Erhebungen die Verteilung derStimm -zettel am 6. März beendet war, daher für eine anstandslose Abwicklung der Wahl b i s z u in 1 6. M ä r z v o l l k o m m e n e G e w ä h r b e-st e h t. Bis zum 6. März war die Verteilung der Stimmzettel nicht nur beendet,sondern auchschondieWahl! Hätte die hohe k. k. Gcneralinspektion, anstatt sich an die Direktion der A. T. E. zu wenden, noch am 4. März einen Vertreter nach Komotau gesendet, so hätte sie erheben müssen, daß am 4. März der SektionSchef von Komotau, der sattsam bekannte Oberkontrollor Erwin See m a n n, nach Teplitz berufen wurde und erst nach seiner Rückkunft die Wahl affichicrt und mit der Verteilung der Stimmzettel begonnen wurde. Die Direktion der A. T. E. hat einfach der hohen k. k. Gencralinspcktion einen Bären ausgebunden. Hätte aber der Vertreter der Generalinspektion noch ein weiteres Interesse an den Tag gelegt, wie die Wahl vorgcnommen wurde, so hätte er folgendes erfahren: Am 4. März kam Seemann von Teplitz; sofort wurde die Wahl affichiert und die Stimmzettel aus-gegeben. Herr S c em a n n ging sehr vorsichtig zu Werke. Jenen Bediensteten, von denen er wußte, daß sie nicht organisiert sind (und dank dem in dieser Situation etablierten Spitzelsystem weiß es der Herr genau), rief er einzeln in seine Kanzlei und hat imtjhnen folgendes Gespräch geführt: „Hier sind die Stimmzettel u nd hier die K lebezette l. Diescssind meine Kandidaten; beeinflußt wird niemand; doch möchte ich die aus gefüllten St im m-zettelbald wieder habe it." Es kann durch einwandfreie Zeugen, deren Namen uns bekannt sind, nach-gewiesen werden, daß der Chef gleichzeitig durch die Verteilung der Klebezettel in derDienst-k a n z l.e i seine amtliche Stellung miß-braucht und für Direktionskandidaten agitiert habe. Im Heizhause Komotau teilte zwischen dem 3. und 6. Februar der Heizhausexpositurleiter Maschinenmeister Franz David gleichzeitig mit den Stimmzetteln auch die Klebezettel mit den Direktionskandidaten an die Bediensteten aus und forderte sie auf, die Stimmzettel baldigst wieder abzugeben. Elf Zeugen stehen zur Disposition. Ebenfalls in Teplitz ging eS sehr bunt zu. Ohne daß die Wahl ordnungsgemäß publiziert wurde, nahm der Stationsvorstand am 7. Februar die Verteilung der Stimmzettel vor, indem er einzelne Leute um 10 Uhr vormittags in seine Kanzlei rief und ihnen die Stimmzettel. nebst den Klebezetteln mit den Direktionskandidaten einhändigte, und ihnen befahl, dieselben um 12 Uhr mittags wieder abzugeben. Viele dieser Leute mußten die .Stimmzettel gleich an Ort und Stelle übergeben. Als die Nachricht über diese Wahlbeeinflussung bei uns einlangte, intervenierte sofort Genosse Tomschik bei dem Generaldirektor Herrn E n d e r e s schriftlich und bekam zur Antwort, daß diese Beschwerde offenbar auf einer falschen Information beruht. Der Herr Generaldirektor bedauerte, daß er mit Genossen Tomschik nicht direkt verkehren kann, da es dem Grundsatz der Verwaltung, inPersonalangellegnheiten nur mit dem Personal selbst zu verkehren, widerspricht. (!) Auch mokierte sich der Herr darüber, daß wir in unserem Blatt (Nummer 7) diese Wahlpraktiken mit dem richtigen Namen genannt haben. In Aussig wurde für die Direktionskandidaten mit Volldampf gearbeitet. Für das Zugspersonal teilte Herr E r n st die Stimmzettel aus, in denen sich auch die Klebezettel mit den Direktionskandidaten befanden. Drei Zeuge» bestätigen die Wahrheit unserer Angabe. Ebenfalls befanden sich die „amtlichen" Klebezettel in den Stimmzettel, die für das Stationspersonal Herr Adjunkt Hocke ausgcteilt hat. Dafür stehen uns vier Zeugen zur Disposition. Adjunkt Hocke übergab auch dem Kanzlcigehilfen Dvorak die Stimmzettel für das Güterexpedit und beauftragte ihn, auf die Abgabe der S t i m uv zettel z u warten und dieselben wieder in i tzu n e h m en. In diesen befanden sich die Klebezettel mit de »Direktion skandi-d a t e n. Es kann nachgewiesen werden, daß diese Bediensteten im Sinne hatten, andere als die ihnen aufge-drungenen Kandidaten zu wählen. Als es publik wurde, daß die Organisation gegen diesen Wahlmodus Beschwerde bei der Generalinspcktion erhoben hat, wurden sie unter Drohungen ein geschüchtert und eskönntedieWahrheit.nurdurch eine gerichtliche Einvernahme erzwungen werden. In der Werkstätte Aussig ließen die Herren Oberingenieur Otto Stefan und Adjunkt Richter die Arbeiter einem noch dem ändern in die Kanzlei rufen, übergaben ihnen die Stimmzettel und Stefan forderte gleichzeitig jeden Arbeiter auf, die Stint uv zettel in der Kanzlei zu lassen; als einzelne Arbeiter dieses Ansinnen zurückwiesen, händigte Herr Richter jeden Arbeiter gleichzeitig mit dem Stimmzett! auch die Klebezettel mit den Direktionskandidaten ein. Zehn Zeugen erhärten die Wahrheit unserer Angaben. In A u s ch a (Strecke Teplitz-Reichenberg), bekamen Wächter und Oberbauarbeiter, im ganzen 32 Mann, überhaupt keine Stimmzettel. In L o b o s i tz erklärte Bahnmeister R o ch l i tz e r. 20 Stimmzettel z u wenig bekommen zu haben; aus diese Weise wurden 2 0 Arbeiter um ihr Wahlrecht gebracht. In Türnitz erklärten die Packer (16 Mann) dem Vorstand Rols gegenüber, unter diesen Umständen überhaupt nicht wählen zu wollen und gaben leercStinimzettelab. Wir könnten noch mehrere Tatsachen der Wahl-beeinflußung und des Wahlschwindels anführen, glauben aber, daß die Fakten, die wir oben verzeichnet haben, vollkommen genügen. Das alles sind wahrheitsgetreue Daten, die uns nicht nur von glaubwürdigen Vertrauensmännern mitgeteilt wurden, die bereit sind, dieselben vor dem Gericht auch eidlich zu erhärten, es gibt auch a tu t' 11 dj konstatierte Tatsachen, die aufzeigen, daß die Direktion der A. T. E. ihre wirtschaftliche Uebermacht ausgenützt, um die Wahlen zugunsten ihrer Kaudi->.aten au beeinflußen. Bei dem Hauptskrutinium, welches am 16. März 1911 in Teplitz durchgesührt wurde und bei welchem auch ein Funktionär der berufsgenossenschaftlichen Unfall-Versicherungsanstalt anwesend war, wurde konstatiert, daß in einem verschlossenen Kuvert, in welchem eine D i e n st e s st e l l e die nicht verbrauchten Stimmzettel retournierte, auch die Klebezettel mit den Direktionskandidaten mit eingelangt waren, der beste Beweis dafür, das; die Direktion der A. T. E. gleichzeitig mit den amtlichen S t i m m z e t t e I;,t au ch d i e Klebezettel in i t ihren Kandidaten hinaNsgegebeu hat, also ihre amtlichc Eigenschaft mißbraucht hat, um auf die Untergebenen — die Wähler — einen Zwang auszu ii b e n. Bemerkt muß werden, daß, als die Kandidaten der beiden Parteien, der Deutschnationalen und der Sozialdemokraten, vor dem Skrutiuium bei der Direktion erschienen sind, um die Zulassung von Vertrauensmännern beider Parteien zum Skrutinium zu erbitten, diese brutal zurückgewiesen worden find. Die löbliche Direktion wußte schon sehr gut warum, sie wollte sich nicht in die Karten blicken lassen. Es ist selbstverständlich, daß die Organisation als Vertreterin der Bediensteten, eine solche Entrechtung der Bediensteten nicht zulassen kann und die Vorstandsmitglieder beauftragte, gegen die Wahl Protest einzulegen. Merkwürdigerweise hat die Direktion der 21. T. E. in dem Vertreter des Eisenbahnministeriums, Herrn Ministerialrat Dr. Pollak, einen unerwarteten Bundesgenossen bekommen, welcher plötzlich entdeckte, daß für die Annullierung der Wahlen keine „r e ch t l i ch e Grundlage" gegeben sei. Vielleicht gestattet uns der Herr Ministerialrat die bescheidene Frage, wo er die „rechtliche Grundlage" gesunden hat, als er seinerzeit die Annlliernng der Delegiertenwahl des Wiener und Linzer Direktionsbezirkes betrieb und auch durchsetzte. War vielleicht die „rechtliche Grundlage" darin zu suchen, daß cs sich damals um sozialdemokratische Kandidaten handelte? Tatsache ist, daß in der Vorstandssitzung am 31. März die Wahl nicht agnosziert wurde, denn selbst ewigen ernannten Mitgliedern des Vorstandes war der Terrorismus und der Wahlschwindel der A. T. E. zu groß und man einigte sich dahin, Erhebungen zu pflegen. Doch die Leitung der Organisation wartete nicht auf das Ergebnis dieser Erhebungen. Sie traut diesen Erhebungen, die wieder durchs jene Stelle, die eigentlich den ganzen Schwindel in Szene setzte, nicht und überreichte namens der Bediensteten der A. T. E. einen Protest an die k. k. Generalinspektion. Diese hohe Aufsichtsbehörde hat nun das Wort und wir hoffen, daß sie in gerechter, objektiver und unvoreingenommener -Weise die Erhebungen durch ihre Delegierte,: an Ort und Stelle durch Einvernahme der Zeugen p legen wird. Wir erwarten aber auch zuversichtlich, daß e s n t tf) t zuläßt, und e s verhindert, dre Rachsucht der Gewalthaber 4. T. E. den e i n V e r n o m meue u Z e u-dafur, daß sie die Wahrheit sagen, nur ein Haar krümmt. Das möge sich A. T. E. s a g e u lassen, daß diese Vor-gaugsweise c i it Feuer entfachen tu ii r d e, Welches den Aktionären einen größeren « ch a d e n z u f ü g e n w ü r d e, a l s d i e z w e i M a n° oate wert sind. Wir betonen aber nnch, daß es uns um die zwei -Mandate nicht zu tim ist. Der Direktionsdelegierte, mag er auch in hündischer Ergebenheit seinein Herrn dienen wollen, ist nicht imstande, an den Beschlüssen der Ge-ueralversaninilung etwas zu ändern, er wird es nicht verwundern können, daß in den neuen Vorstand wieder Sozialdemokraten gewählt werden. Was wir wollen, ist: -2 i e B e d i e n st e t e n der A. T. E. von der Entrechtung zu bewahren, ihnen das Recht 2u bewahren, nach freiem SB i IIen wählen 3u können. Was wir wollen, ist die a b s o-^ u t e R e i n h e i t u n d S i ch e r h e i t d e r W a h l e n! .. An die Bediensteten der A. T. E., die man als im-kundige Kinder, als Sklaven zu behandeln sich nicht entblödet, ergeht der Ruf: Schließt die Reihen, schart euch um die Fahne der Organisation, die feit Jahren es verstanden hat, o u r e Rechte z u schützen, rüstet und b e-fe.ttet euch zum Kampfe, der vielleicht wird entbrennen müssen, um den Herren 3u 8eigen, daß ihr freie Menfchen seid, die y ch_ f ii r das Stückchen Brot, das f i e unter sie daß der gen auch d i e £.ränen und Sorgen essen, "1 ch t weg nehmen lassen! ihre Rechte —d— Inland. Mas bedeutet die Deutsche Arbeiterpartei? Die putsche Arbeiterpartei und die übrigen bürgerlichen lir? len führen seit ein paar Jahren eine recht ergötz-Wu Komödie auf. Die Deutsche Arbeiterpartei erklärt biir °nk: --Tch bin sehr bedeutend" und die anderen s^erlichen Parteien sekundieren ihr: „Ja, ja. du bist . / bedeutend." Was diese Possenreißerei soll? Nun, sie bin £TC Arbeiter tauschen. Man will ihnen eiureden. daß M Deutsche Arbeiterpartei eine Macht ist und daß diese litf s Ql,cI) nocI) die Unterstützung anderer Mächte, näm-> oct offiziellen bürgerlichen Parteien genießt. 9rh, Der Schwindel ist nicht gelungen. Die Masse der ..^Jefsdjast hat für die Deutsche Arbeiterpartei nur ist rr n8 1Ini) Spott. Aber die Deutsche Arbeiterpartei den/ ^lber aufgesessen. Sie hat so lange mit ihrer Re-fie u °r9 renommiert, daß sie jetzt steif und fest glaubt, Gtnfc tatsächlich etwas zu bedeuten. Und in ihrem tiii-n r^ahnsinn fing sie an, Forderungen an die übrigen ic,. Qerlichcn Varteieu an rrhrhrn • FYrh hin bedeutend. iFv'J^Iichen Parteien zu erheben: „Ich bin bedeutend, .erkennt es selber an, also müßt ihr 'meiner Bedeutung auch Rechnung tragen. Ihr mußt mir ein paar Mandate geben." Und die bürgerlichen Parteien antworteten, als die Wahlen noch in weiter Ferne lagen: „Natürlich, du mnßt eine deiner Bedeutung entsprechende Anzahl Von Kandidaturen bekommen." Nun stehen die Wahlen vor der Tür und wenn die Deutsche Arbeiterpartei wirklich etwas zu bedeuten hätte, so müßten die anderen bürgerlichen Parteien ihr wohl ober übel ein paar Mandate überlasten. Aber bisher hat niaii nichts von einer solchen Überlassung gehört. Ja, die bürgerlichen Parteien verhöhnen jetzt die Deutsche Arbeiterpartei geradezu: dieser Tage mußte die „Deutsche Arbeiterstimme" die Meldung bringen, daß Herr Peverl in Kratzau kandidieren wird. Was bedeutet das? Daß die Deutsche Arbeiterpartei gar nichts bedeutet. Denn sonst hätten die bürgerlichen Parteien wenigstens Herrn Pcyerl, dein Führer der Deutschen Arbeiterpartei, einen Wahlbezirk überlassen, in dem er hätte gewählt werden können. Statt dessen muß der arine Peyerl in dem sichersten Bezirk kandidieren, den die Sozialdemokratie in Dentschböhmen hat. Er hat nicht mir eine schlechte, sondern die schlechteste Kandidatur bekommen. Solche Foppereien muß sich die arme Deutsche Arbeiterpartei von ihren bürgerlichen Gönnern gefallen lassen. Ein christlichsoziales Blatt über die Tätigkeit der sozialdemokratischen Abgcvrdnctcn. Das Wiener „Deutsche Volksblatt" schreibt: „Wie anders und erfolgreicher haben dagegen die Sozialdemokraten und die Bauern operiert! — Es hat kein Gesetz von irgendwelcher sozialpolitischen Bedeutung das Abgeordnetenhaus passiert, ohne ^aß nicht die sozialdemokratische Partei ihren Stempel daruuf-gedrneft hätte." Was sagen die Deutschradikalen zu dieser — für sie recht unangenehmen — Konstatierung der Wahrheit? Die Christlichsozialen find doch jetzt ihre engen Bundesgenossen und werden sic schon infolgedessen kaum der Lüge beschuldigen können. Die Rcgicfnhrkartc dcS dciitschnationalc» „Arbeiterführers". Die Zirkularieusammlung der Südbahndirektion enthält unter dem Datum des 24. März 1911 folgende bemerkenswerte Kurrende: Zirkularicnsaininlung „A". Nr. 12. XIII. Jahrgang. Wien, am 24. März 1911. An alle österreichischen Stationen der Süd-b a h n samt Nebenlinien. Zu überwachende Fahrlegitimationen. 1 . . . ... . 2.......................................... 3. Das temporäre Zertifikat Nr. 181, gültig zur Lösung von Rcgickarten II. Klasse für die Strecke Wien S. B.-Mürzzuschlag und lautend auf A. Cihula, Redakteur, welches von dem Genannten bisher nicht rückgestellt wurde. Die Verkehrsdirektion: N e h l e r in. p. Herr Cihula ist bekanntlich in dem vielgenannten Preßprozeß Dr. Renner und Ofenböck in SÖiener-Neustanbt moralisch so hergerichtet worden, daß es nun endlich auch die Deutschnationalen für geboten fanden, ihn wenigstens vorläufig vou feinem Nedak-tionspoften in Wiener-Neustadt zu entfernen. Natürlich wird er dafür anderswo die Deutschnationalen mit „öffentlicher Meinung" versorgen. Nach diesem Abgang erfährt man also, daß Herr C i h u l a außer dem Unternehmergeld, auch noch Regiesahrkarten II. Klasse bekommen hat. Das ist zwar für die bürgerliche Journalistik ganz allgemein, aber immerhin muß man auch das registrieren. Was ein echter nationaler „Arbeiterführer" ist, nimmt immer lieber mit beide» Händen als nur mit einer. Reichsratskaudidaturen bon Eisenbahnern. Außer den Genossen T o in s ch i k und Müller, die in ihren bisherigen Wahlkreisen wieder kandidieren, wurden seitens der sozialdemokratischen Landesparteileitung in Steiermark die Genossen Michael Kolleg er in Graz und Ludwig Beer in Mürzzuschlag als Kandidaten nominiert. In Tirol kandidiert gleichfalls Genosse Wilhelm S ch e i b c i ii. Ein heißer Wahlkampf steht wohl in dem Freiwaldauer Landgemeindenwahlkreise bevor, wo gegen Genossen Rudolf M ii IIer der bekannte deutfchnationale „Arbeiterführer" Ferdinand Seidl als Kandidat der deutschnationalen „Arbeiterpartei" aufgestellt wurde, dem bekanntlich im Gerichtssaal nachgewiesen wurde, daß er von den Fabrikanten Geld genommen habe, wogegen er sich verpflichtete, Angriffe gegen sie zu unterlassen. Im Wahlkreis Liesing will gegen Genossen T o in s ch i k Herr Dr. W e i f it e r feilt Glück probieren. Die Dividende der Buschtichradcr Bahn. In der in einigen Tagen in Prag stattfindenden Verwaltungsratssitzung der Buschtiehrader Bahn soll die Dividende für die Aktien lit. A mit 110 Kr. gegen 80 Kr. im Vorjahre, und für die B-Aktien mit 46 Kr. gegen 42 Kr. im Vorjahre beschlossen werden. Der finanzielle Stand bei dieser Bahn, ist nämlich ein noch besserer wie in den früheren Jahren. Die Einnahmen sind bedeutend gestiegen, dagegen haben die Ausgabe» eine Verringerung erfahren. Ausland. Suztnlrcform für die italienischen Eisenbnhncr. Die Abgeordnetenkammer hat am 25. Februar durch Annahme des Gesetzentwurfs Sacchi in dritter Lesung die wichtigsten Forderungen der Eisenbahner, die seit Jahren durch Streiks und Agitation die öffentliche Meinung auf ihre bedürftige Lage, hinzulenken suchten, erfüllt, mit Ausnahme der Wünsche, die sich an die erstrebte Verwaltungsdezentralisation ankinipften. Nach den endgültigen Beschlüssen der Kammer, die allerdings der Bestätigung des Senats noch bedürfen, sollen vor allem die Gehälter der schlechtest bezahlten Eisenbahner auf-gebessert und dazu jährlich 24 Millionen Lire (statt ursprünglich 22 Millionen) verwendet werden. Die Gewährung von Krankengeld ist erweitert. Die früher übliche Wartezeit von drei Tagen bis zum Genuß des Krankengeldes ist beseitigt. ' - - Kvugres; der Gewerkschaften Deutschlands. Das Korrespondenzblatt der Generalkominission veröffentlicht die provisorische Tagesordnung für den achten Kongreß der Gewerkschaften Deutschlands. Der Kongreß beginnt Montag den 26. Juni 1911 in Dresden im Saal des Tivoli. Als Tagesordnung ist vorläufig vorgesehen: 1. Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten (Wahl der Kommissionen, Prüfung der Mandate); 2. Rechenschaftsbericht der Generalkommission; 3. Beratung der Anträge betreffend: a) Allgemeine Agitation; Agitation unter den fremdsprachigen Arbeitern; c) Streikunterstützung und Streikstatistik; d) Arbeiterinnensekretariat; o) Korrespondenzblatt; f) Sozialpolitische Abteilung; g) Zeutral-Arbeitersekretariat; h) Vereinbarungen mit dem Zeutralverbaud deutscher Konsum-Vereine; 4. Das Koalitionsrecht in Deutschland und der Vorentwurf zu einem deutschen Strafgesetzbuch; 5. Heimarbeiterschutz und Hausarbeitsgesetz: 6. Arbeiterschutz und Arbeiterversicherung; 7. Arbeitsnachweis und Ar beitslosenuuterstiitziing; 8. Die Stellung der Privatangestellten im Wirtschaftsleben; 9. Bildungsbestrebungen und Vibliothekweseu in den Gewerkschaften; 10. Beratung der nicht unter den vorstehenden Punkten erledigten Anträge. Der Kongreß wird am 26. Juni 1911 vormittags 9 Uhr eröffnet und wird bis einschließlich 1. Juli tagen. Ans dem Gerichtssaal. Der ZugSzusammcnstofi in Purkersdo'rf. In der Station PurkerdSorf geschah am 17. Ju> ü. I., gegen 0 Uhr nachmittags, ein Zugszusammenstoh. bet dem 17 Personen verletzt wurden; davon erlitten mind/.ens acht Personen schwere Verletzungen. Um 6 Uhr war von der Station Rekawinkel der Lokalzug der Westbahn Nr. 132 in der Richtung gegen Wien abgelassen worden. Die Abfahrt hatte sich geraume Zeit verzögert, da der Lokalzug in Rekawinkel das Passieren des Orientexpretzzuges abwarien mutzte, der verspätet eintraf. Unmittelbar nach dem Orientexpretzzug ging der mit Ausflügler« dicht besetzte Personenzug ab. Er führte mehrere hundert Personen, die Waggons waren dicht besetzt, auf den Plattformen standen die Fahrgäste eng aneinandergepretzt. Beim Semaphor, knapp vor der Einfahrt in die Station Purkersdorf, geschah das Unglück. Als sich der Lokalzug der Station näherte, waren Bahnbedienstete damit beschäftigt, einen leeren Zug der Stadtbahn zu verschieben, der eben in Purkersdorf angekommen war und die Rückfahrt nach Wien an* treten sollte. Der Stadtbahnzug sollte auf das RückfahrtS-geleise gebracht werden und stand gerade quer zur Fahrtrichtung, als der von Rekawinkel kommende Zug herandampfte. Der Lokomotivführer hatte noch die Geistesgegenwart, mit aller Macht zu bremsen. Es war jedoch schon zu spät. Die Lokomotive fuhr in den letzten Waggon des StadtbahnzugeS und warf ihn aus dem Geleise. Der Waggon wurde dabei vollkommen zer-, trümmert, die Lokomotive selbst schwer beschädigt. Sie entgleiste und grub sich in die Erde. Infolge der Erschütterung des Lokalzuges geschahen die Verletzungen. Bei dem Verschieben hatte der aushilfsweise beim Verschob beschäftigte, noch ungeübte 22 Jahre alte Oberbauarbeiter Franz Ulrich den Wechsel zu bedienen. Wie nun als Resultat der fachmännisch gepflogenen Untersuchung bekannt-gegeben wurde, hat sich Ulrich mn den Wechsel nicht gekümmert und hat dem ebenfalls ausnahmsweise beim Verschub-dienst beschäftigten und darum in diesem Dienste ungeübten 24 Jahre alten Wagenputzer Start Teifer das Zeichen „Vorwärts!" gegeben. Teifer hat nun dieses Signal befolgt, aber, was ihm zur Last gelegt wird, die Wechselstellung nicht überprüft. Darum waren beide vor einem Erkenntnissenat unter dem Vorsitz des LandeSgerichtsrates Dr. Schilcher wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung angeklagt. Die Ange-klagten verantworteten sich damit, dah sie sich nicht bemüht seien, irgendeine Unterlassung begangen zu haben, und ihre Verteidiger Dr. Leopold St atz und Dr. Hendrich wiesen daraus hin, dah derart ungeübte Leute bei dem riesigen Sonn-tagnachmittagsverkehr im Hochsommer für etwaige Unterlassungen nicht verantwortlich gemacht werden können. Der Gerichtshof sprach aber beide schuldig und verurteilte Ulrich zu vier Wochen, Teifer zu sechs Wochen strengen Arrests. Kreisgericht Olmütz. (Vergehen nach § 33 7.) Gelegentlich der in Prerau am 8. September 1910 von der Nord-zur Südseite vorgenommenen Lokomotivfahrten hat der Wächterkontrollor M. hinter dem Personenzuge eine Lokomotive abgelassen, ohne dein Führer derselben bekanntzugeben, datz er den Zug ermächtigt hatte, sofort auf demselben Ge-leise zurückzukehren. Indem nun die Lokomotive ausfuhr in der Annahme, datz der Zug auf ein Nebengeleise ausweicht, dieser jedoch, ohne von der Lokomotive eine Ahnung zu haben, zurücktauchte, entstand ein Zusammenstotz, der mehrere schwer« Verletzungen zur Folge hatte. Nach langwieriger Untersuchung erhob die k. k. Staatsanwaltschaft gegen den Wächterkontrollor M., gegen den Führer der Lokomotive Ludwig Schatz und gegen den Kondukteur des Zuges Adolf St a 1 a 6 n S die Anklage nach § 337. Gegen sämtliche anderen Organe wurde die Untersuchung eingestellt. Bei der Verhandlung am 11. April wurde der Kontrollor M. verurteilt, während die beiden von Dr. Ambros verteidigten Mitangeklagten Schatz und K a l a b n s freigesprochen wurden. Das Gericht hat entgegen dem Gutachten der Generalinspektion ausgesprochen, datz jene Vorschrift der Instruktion, wonach der Dienst nicht nach dem Wortlaut, sondern nach dem Geiste und nach dem konkreten Falle zu erfüllen sei, hier vollauf zutreffe. Das Nachfahren mehrerer Lokomotiven sei in diesem Falle zulässig und an sich nicht angesochten. Hat M. unterlassen, überhaupt jemand zu verständigen, datz der Zug sofort zurückkehren wird, so konnte der Führer bis nah zu demselben ansahreit, da er dessen Rückkehr nicht voraussehen konnte. Der Begleiter des Zuges, der das Zurücktauchen anordnete und das Signal „Vorwärts" gab, konnte anderseits das Anfahren der Lokomotive nicht ahnen, um so mehr, als diese zur Zeit des Signales sich in einer Krümmung befunden haben mochte, sohin nicht leicht wahrnehmbar war. Der Kondukteur war im Bewuhtsein, datz das Geleise frei sein mutz, und auch ein eventuelles liebet» sehen hätte in diesem Falle nicht den Tatbestand des § 837 gebildet. Das Gericht nehme somit an. datz diese beiden Angeklagten ihre Pflichten strenge nach dem Auftrag und nach dem Geist dieses Dienstes erfüllt haben. Streiflichter. Wien-Babenrr Lokalbahn. Die Bediensteten der Wien-Badener Lokalbahn können seit mehreren Jahren ihr Leben nur mit Mühe fortsristen. Schon im Jahre 1009 sind dieselben mit einem Memorandum, das die Notwendigkeit einer Ge-haltsregulierung begründete, an die Direktion herangetreten. Herr Direktor Beier versprach, das, was sich machen lassen wird, zu tun. Nun scheint cs aber, datz sich nach der Meinung des Herrn Direktor Beier bisher nur wenig machen liefe. Dem Personal, das nach 10 Uhr aus dem Dienst kommt, wird jetzt das Sperrgeld vergütet. Das Badener Personal wurde dem Wiener im Quartiergeld gleichgestellt und dasselbe soll auch jetzt mit, dem JnzerSdorfer Personal geschehen. _J$ie4, trifft jedoch nur die wenigen Definitiven. Alle übrigen, die nie eine Aussicht auf ein Defiuitivum haben, haben keine Verbesserung erhalten. Wie soll nun zum Beispiel ein Bremser, der für einen 17- bis ISstündigcn Dienst 2 Kr. Taglohn erhält, mit diesem Schundlohn leben können. Dabei will die Bahnverwaltung diesen nicht einmal die Ueberstunden bezahlen, wiewohl es unbillig ist, täglich mehr als 12 Stunden normaler Arbeitszeit von einem Bediensteten zu verlangen. Für die Werkstätte wurde, nach mehrmaliger Entsendung von Deputationen, die neunstündige Arbeitszeit erreicht. Diese mußte für die Werkstätte Baden neuerdings gefordert werden, da man dort nur eine Stunde Mittagszeit erlauben wollte. Im Laufe der letzten zwei Jahre wurde eine Anzahl von Deputationen wegen der Gehaltsregulierung, in Monturangelegenheiten, wegen Zulagen und in anderen Angelegenheiten bei der Direktion vorstellig. Die letzte Deputation, die wegen einer Teuerungszulage vorstellig wurde, sprach am 7. d. M. bei der Direktion vor. Es war eine Riesendeputation, bestehend aus 27 Bediensteten, aus der Diener-kategorie. Die Beamten und Unterbeamten hatten schon einige Tage zuvor vorgesprochen. Herr Direktor Beier empfing die Bediensteten freundlich und erklärte, es sei zu viel verlangt, wenn die Bediensteten eine 20prozentige Teuerungszulage beanspruchen, da eine lOprozentige Teuerungszulage schon 70.000 Kr. kosten würde. Er müsse in einer Verwaltungsratssitzung eine Tarifänderung vorlegen. Wird diese angenommen, so werde sich etwas machen lassen, werde aber diese nicht angenommen, werde auch er den Bediensteten nichts geben können. Der Herr Direktor meint wohl, es werde in diesem Falle den Bediensteten der Hunger vergehen und es werde sich wieder alles beruhigen. Er vergißt hierbei auf eine andere Möglichkeit der Erfüllung der Wünsche des Personals, die dann gegeben wäre, wenn die Aktionäre sich mit einer um 10 Prozent niedrigeren Dividende begnügen würden. Ein Vorschlag, den die Bediensteten dem Herrn Direktor bezüglich der Tarifänderung machten, fand nicht dessen Billigung, obwohl die vorgeschlagene Tarifänderung eine einträgliche wäre und Leute treffen würde, die aus Bequemlichkeit, trotz der Tarifänderung, die Lokalbahn weiter benützen würden. Herr Direktor B e i e r fürchtet die Konkurrenz der Südbahn und will die Schüler- und Arbeiterkarten erhöhen, was nicht viel eintragen kann und was auch die ärmsten Leute schwer trifft; Es wäre auch auf andere Art viel mehr zu gewinnen, wenn nicht Züge, die viel eintragen, an Wochentagen unterbleiben würden. Das sind vormittags zwei Züge und nachmittags zwei Züge, die mindestens jeder 50 Kr. tragen würden. Also täglich 200 Kr. Mehreinnahme, das sind jährlich 73.000 Kr. Die Unternehmung glaubt, den Fahrgästen zumuten zu können, daß sie eine ganze Stunde auf einen Zug warten. Die Kondukteure wissen aus Erfahrung, oaß sich die Leute, sowohl in Baden als in Wien, nicht so lang gedulden, daß Leute, die schon im Zug gesessen sind, auSsteijzen und nicht wieder kommen. So werden also die Passagiere vertrieben. Im Sommer, während welchem mehr Züge verkehren, werden die Züge so eingeteilt, daß zwei Schnellzüge hintereinander fahren. Die sind regelmäßig halb leer, da sie in Vösendorf, Neudorf und Guntramsdorf nicht halten. Die nachfolgenden Züge sind dann überfüllt, wie wohl sich schon Fahrgäste verlaufen haben. So sieht das Entgegenkommen der Unternehmung gegen ihre Fahrgäste aus. Die Herren glauben dann, wenn sich Fahrgäste verlaufen, der Kondukteur war schuld, weil er unhöflich gewesen sei. — Das ewige erfolglose Bitten der Bediensteten wird sich aufhören, die Unternehmung wird für Mittel, zur Gewährung der Forderungen ihrer Bediensteten sorgen müsse n, und w e n n sie dies nicht willig tun wird, wird s i e dazu gezwungen werden müssen. Der Herr Direktor Beier darf nicht glauben, daß dadurch, daß einige Bedienstete das zustehende Avancement erhalten, alle anderen befriedigt sind. Die Bediensteten der Lokalbahn, soweit diese noch nicht organisiert sind, fordern wir dringend auf, der Organisation beizutreten, da es einen starken Kampf kosten wird, die Forderungen der Bediensteten durchzusetzen und da die Bediensteten hierzu gerüstet sein müssen. Das Regime bei der BahnerhaltungSsektion Wien III. Es ist eine alte, bekannte Tatsache, daß bei den Bahnerhaltungen in gewissem Sinne absolutistisch regiert wirb; daß ganz und gar nach dem Willen der einzelnen Vorstände bei jeder Bahnerhaltungssektion selbst gewirtschaftet wird. Bis jetzt hat man über dieses Thema in unserem Fachblatt schon so viel gelesen, daß man es manchmal gar nicht mehr liest, wenn so von irgendeiner Sektion ein Notschrei der Bediensteten in die Oeffentlichkeit dringt, weil man weiß, daß cs immer wieder die alten Leiden dcr Bediensteten sind, Schikanen und Terro- rismus von feiten ihrer Vorgesetzten. Wenn bis heute von der Bahnerhaltungssektion Wien III noch sehr wenig Notiz im „Eisenbahner" genommen wurde, fo mag das nicht auf das tadellose Regime bei dieser Dienstesstelle, sondern lediglich darauf zurückzuführen fein, daß man so lange zuwartet, bevor man sich an die Oeffentlichkeit wendet, bis man einen anderen Ausweg überhaupt nicht mehr hat, als sich an die Presse zu wenden. Ein weiterer Grund hierfür ist der Umstand, daß seinerzeit noch ein Vorgesetzter bei dieser Bahnerhaltun gwar, der zwar sehr streng war, aber immerhin auch ein menschliches Gefühl für die Bediensteten hatte, und der, wenn cs galt, eine Bitte der Bediensteten zu erfüllen, denselben immer in der möglichsten Weise entgegenkam. Das hat sich aber in der letzten Zeit unter dem Regime des Oberingenieurs M a l i n a gewaltig geändert. Dieser Herr kam von der Strecke Linz-Budweis, Bahnerhaltungssektion Freistadt. Schon nach der Herkunft dieses Herrn kann man sich beiläufig denken, wie •jefei: Herr ist, da er keinen blauen Dunst hat von den Verhältnissen in Wien, respektive von der Wiener Stadtbahn, welche Verhältnisse gewiß in keiner Weise zu vergleichen sind mit jenen auf der Strecke, weder in hygienischer noch in sanitärer Beziehung. Die Leute draußen arbeiten fortwährend in der frischen, reinen, guten Luft, während auf der Wiener Stadtbahn nur Staub, Rauch und schlechte Luft vorhanden sind. Am Anfang seines Regimes hatte er mit den Arbeitern fest kommandiert, es ergab sich aber einmal eine Kontroverse mit einem Arbeiter, bei welcher er nur mit knapper Mühe und Not ausrutschte, und seitdem läßt er die Sache stehen. Dafür aber schleicht er so von weitem herum, um die Leute auszuspionieren, ob sie auch fest arbeiten, denn arbeiten sehen, daß die Leute von Schweiß triefen, das ist dem Herrn seine größte Freude. Er selbst treibt die Arbeiter nicht mehr an, aber dafür treibt er feine Aufsichtsorgane an ,und verlangt von ihnen, daß sie mit den Leuten Unmenschliches leisten. Das ist auch die Ursache,, daß sich so viele Unfälle ereigneten, seit dieser Herr bei der Bahnerhaltung .sti Es ist um einen Vorgesetzten wirklich traurig bestellt, wenn er feine Untergebenen zwingen muß, daß sie ihm die nötige Ehrenbezeigung leisten, was ja bei diesem Herrn der Fall war, da er sich die Bahnmeister rufen ließ und von ihnen verlangte, auf. die Leute einzuwirken, daß sie ihn auch grüßen. Das allein fugt einem schon deutlich, wie es mit der Ächtung der Bediensteten gegenüber diesem Herrn steht. Denn es ist nur zu selbstverständlich, daß, wenn ein Vorgesetzter nur die Leute drillt und antreibt, die Harmonie zwischen den Untergebenen und Vorgesetzten leidet. Ist ein Vorgesetzter mit den Leuten halbwegs menschenfreundlich, so braucht er nicht erst von ihnen verlangen, daß sie ihn grüßen. Die Leute haben schon eine Freude, wenn sie so einen Vorgesetzten auf die Strecke kommen sehen, und erweisen ihm von weitem schon die ihm gebührende Ehrenbezeigung. Das hat man ja auch früher gesehen, unter dem Regime des Ober- ingenieurs G r o b b e n. Dieser war zwar sehr streng, aber nichtsdestoweniger ein gerechter Mann für seine Untergebenen. Ja, nicht nur die Arbeiter sind diejenigen, welche Herrn Malina nicht grüßen. Auch die Wächter schauen womöglich, daß sie ihm den Rücken kehren können und ihn nicht grüßen brauchen, denn solche Herren sieht man ganz einfach nicht gern. Früher war es zum Beispiel eingeführt, daß sich die Leute die Diensthütten selbst reinigten, dafür bekamen sie monatlich und per Hütte 2 Kr. Seit neuerer Zeit wird zu dieser Arbeit ein Weib und ein Mann vom Gebäudemeister Grünberger herangezogen, welche diese Arbeit zu verrichten haben. Die Arbeit kommt erstens viel teurer und zweitens werden die Hütten anstatt im Monat zweimal, wie es früher der Fall war, nur einmal gereinigt. Die Folge ist, daß die Wächter um das, was die Hütten weniger gereinigt werden, mehr Schmutz und Bazillen verbauen müssen, als das vorher der Fall war. Als nun bie Wächter ersuchten, man möge ihnen bie Reinigung unter den alten Verhältnissen lassen, bekamen sie zur Antwort, daß man es nicht verrechnen könne, da man einerseits für die Wächter die Reinigungspauschale nicht schreiben kann, anderseits auf einen anderen Posten dieses Geld nicht verrechnen könne, da man es vor der Direktion nicht verantworten konnte. (Dieses Reinigungspauschale hat vom Jahre 1001 bis 1910 bestauben.) Wir erlauben uns, wenn bie Bahnerhaltung bies vor ber Direktion nicht verant- worten konnte, zu fragen, wie sie verantworten kann, baß eilt Mann namens Sklcnar fünf Monate in ber Kanzlei dcs Herrn Bahnmeister D o r n e r gesessen ist und während dieser Zeit nicht um 20 H. positive Arbeit geleistet hat,, sondern lediglich nur die deutsche Sprache und Instruktionen lernte, um bei der Eisenbahn unterzukommen, was ja auch geschah. Es liegt uns gänzlich ferne, der Bahnerhaltung in dieser Richtung Vorschriften zu machen. Aber das eine, was wir bekritteln, ist daß man sich auf einer Seite als die gewissenhaftesten Diener der Bahnverwaltung hinstellt, und auf der anderen Seite, wenn es gilt, ein Protektionskind unterzubringen, vor keinem Mittel zurück scheut, und auf die Gewissenhaftigkeit ganz vergißt. Man . wird sich nun fragen, ist denn bei dieser Sektion nur ein Öberingertieur und kein Bahncrhaltimgsvorstand? Da müssen wir sagen, ja es ist ein Vorstand, aber nicht um bei Personalangelegenheiten der tonangebende Faktor zu fein. Dieser will in jedem Falle feine gute Ruhe haben, und er hat sich von jch crum seine Leute nicht gekümmert, da immer der tonangebende Faktor in Personalfragen der Oberingenieur war. Dieses war früher beim Oberingenieur ©robben der Fall, wie e6 jetzt beim Malina ber Fall ist. Man muß sich bertken, entweder findet es ber Herr Vorstand unter seiner Würde, sich mit seinem Personal zu befassen, ober er ist in btesem Fach so wenig versiert, baß er überhaupt nicht mächtig ist. Personalfragen zu behanbeln. Die eine Erfahrung hat man gemacht, so oft ein Arbeiter zu ihm hineinkommt, wirb er angebissen wie ein Sträfling. Auch bei den Wächtern ist es nicht viel besser, da er ihnen nur halbe Auskunft gibt und sie zum Oberingenieur schickt. Wir haben gar nichts dagegen, wenn dieser feine Kavalier feine Ruhe haben will, aber dazu soll er nicht Bahnerhaltungsvorstand sein, sondern sich um eilt Amt umschauen» bei welchem er sich mit dem Personal nicht herumzuschlagen brarcht. Von uns aus können sie ihn hinsetzen, wohin sie wollen, aber auf so einen wichtigen Posten, an dem mehrere hundert Arbeiter und Bedienstete unter seinem Bcquemlichkcitsbedürfnis leiben, paßt so ein Mann absolut nicht, welcher sich bei jeher Gelegenheit von feinen Ratgebern beeinfluss enläßt und niemals felbständig handelt. Auf so einen Posten gehört ein Mann, welcher Umsicht und Energie besitzt und die Verhältnisse auch für den letzten Arbeiter kennt, um bet so manchen für bas Personal wichtigen Fragen gerecht entfcheiben zu können. Daß die Verhältnisse so sind, wie sie hier in puncto Leuteschinderei geschildert werden, dafür ist der beste Beweis dadurch erbracht, daß in den letzten zwei Jahren sehr viele Unfälle bei den Oberbauarbeitern vorgekommen sind. Anderseits schaut das Wächterpersonal unter allem möglichen Vorwand von der Bahnerhaltung wegzukommen, um das unerträgliche Joch abzuschütteln. Vor drei Jahren noch wäre kein einziger zu beiuegen gewesen, von dieser Bahn-erhaltungsektion zu einer anderen Dienstesstelle wegzu-gehen, ba zu bieser Zeit noch alle Bahnerhaltungswächter ber ganzen Staatsbahnbirektion mit Reib auf bie Wächter ber Sektion 111 blickten. Der ganze Umschwung ist nur lebiglich in bent Personalwechsel bei ben einzelnen Vorgesetzten zu suchen, welcher birelt einen Umschwung für bas ganze Dienstverhältnis sämtlicher Bediensteten bei dieser Dienstesstelle brachte. Nun fragt man sich: Muß bas so bleiben? Da kann man ruhig sagen, nein unb abermals nein, denn die Bediensteten, mit Ausnahme einiger Kriecher, haben sich in der letzteren Zeit einen festen Halt in der Organisation geschaffen, um diesen Herren zu zeigen, daß es auf der Eisenbahn nicht nur Herren gibt, sondern auch Bedienstete und Arbeiter, welche nicht wenig dazu beitragen, das Getriebe auf ber Eisenbahn aufrechtzuerhalten. Wir sagen baher: Nur so fort, Herr Mali na, die Zeit wird von selbst kommen, wo sich die Sache Jbitter rächen wird! Die Diensteinteilung bei den Lampisten der k. k. Bahn-Lniter Wien I und Wien II. AIS im Jahre 1910 in der im März einbcrufcncn Sitzung der Pcrsonalkommission, vom Per» fonalkomtniffionsmitgticd Genossen Decker der Antrag eingebracht wurde, die Dienstzeit der Lampisten von Wien I und Wien II mit 12 Stunden Dienst und 24 Stunden frei einzuführen, wurde von feiten des Vorsitzenden erklärt, dies probeweise, wenn möglich, zuerst beim k. k. Bahnbetriebsamt Wien T einzuführen. Die k. k. Staatsbahndirektion verbrach sich mit dem k k. Eisenbahnministerium ins Einvernehmen zu setzen, um eine Abänderung der Diensteinteilung durchzusühren. Als im Juni 1910 Genosse Sommerfeld, Mitglied der Zentralpersonalkommission, auch im k. k. Eisenbahnmini, stcrium neuerlich einen Antrag auf Abänderung der Dienst-und Ruhezeiten für die Lampisten einbrachte, glaubte die Per» fonalfontntiffion sowie die Zentralpersonalkommission, daß ein hohes k. k. Eisenbahnministerium dieser Bedienstetenkate-gorie Rechnung tragen würde und gaben sich die Lampisten von Wien I und Wien II der Hoffnung hin, daß endlich auch für sie die Erlösung von der schweren Diensteinteilung an» brechen würde. Nachdem Genosse Sommerfeld in der im März 1911 cinberufenen Sitzung der Pcrsonalkommission neuerlich den Antrag auf Abänderung der Diensteinteilung bei den Lampisten von Wien 1 und 'Wien II stellte, wurde von seiten des Vorsitzenden erklärt, das k. k. Eisenbahnministerium sei prinzipiell gegen eine Abänderung der heute bestehenden Diensteinteilung. Indem nun die Lampisten unter der alle Kräfte aufreibenden Diensteinteilung weiter zu leiden haben, ist cs notwendig, dem k. k. Eifenbahnministenum die Gründe vor Augen zu fuhren, welche die Lampisten zwingen, eine Abän» derung dcr heute bestehenden Diensteinteilung zu verlangen. Der Dienst eines Lampisten ist sehr anstrengend und speziell für die Gesundheit in der Weise schädlich, da die Lampisten, und dies trifft während dcr Wintermonate zu, durch die Arbeit in den geheizten Zügen in Schweiß gebadet, gleich darauf wieder in den zugigen Hallen und auf den Perrons zu arbeiten haben. Die Lcbensgefährlichkeit bei diesem Dienst aber liegt in dem Aufftcckcn und Abräumen der Signallaternen bei den Zügen, in dem Laufen über vereiste Wagcnbüchcr und Stiegen u. s. w. Mag auch die Dienstleistung der Lampisten manchen der Herren bei der k. k. Staatsbahndirektion sowie den Herren beim k. k. Eiseitbahnmiitisterium als eine leichte scheinen, so beweisen die Krankenausweise (Krankenstandslisten) das Gegenteil, weil, prozentual genommen, dieses Personal die meisten Krankmeldungen ausweist. Rheumatismus und Erkrankungen der Atmungsorgane sind Berufskrankheiten bei dieser Kategorie, und jeder dieser Bedien» steten wird sehr zeitlich auf den Füßen kaput. Was nun ein hohes k. k. Eifenbahnministerium durch das Weiterbestehenlassen des 24stündigen Dienstes auf einer Seite zu ersparen trachtet, wird auf der anderen Seite durch Stellen von Substituten bei Erkrankungen, welche die Folgen der übermäßig langen Dienstzeit sind, illusorisch gemacht. An ein hohes k. k. Eisenbahnministerium wird darum neuerlich herangetreten, der Bitte dieses Personals Gehör zu schenken und gerade jetzt, wo die Sommerfahrordnung eintritt, diesem Personal die Diensteinteilung von 12 Stunden Dienst und 24 Stunden frei zu gewähren, da es gerade ein Jammer ist, diese abgerackerten Gestalten nach einer _ abgeleisteten 24stündigen Dienstzeit anzusehen, wie mühselig jeder trachtet, seinem Dienst gerecht zu werden. Bim den Linien der Staatseiscnbahn. Aus Brünn schreibt man uns: Das Amtsblatt der k. k. Direktion für die Linien ber Staatseisenbahngesellschaft, VII. Stück, vom 24. März l. I. brachte die von vielen Bebiensteten so sehnsüchtig erwarteten Ernennungen, welche nach dem bestandenen Usus der ehemaligen Staatseisenbähngesellschaft um drei Monate später herausgegeben wurde, aber trotz der scheinbar sorgfältig geprüften Zusammenstellung um viel mehr Enttäuschung und Verbitterung hervorrief, als je eines der letzten Zirkulare der ehemaligen Staatseifenbahngesellschaft dies vermocht hätte. Obgleich es Enttäuschte in allen Kategorien und Stationen immer gegeben hat und auch diesmal genug gibt, ist diesmal das Zugbegleitungspersonal der II. Sektion, und namentlich dasjenige der Stationen B rünn, Wessely a. M. und. K.unowitz ganz besonders schwer betroffen. Es wurde nämlich istB r ü n n u n d K u n owitz nicht ein M a n n und in W e ff c l y a. M. ein e i n z i g e r B e-biensteter zum Konbukteur ernannt, trotzbc.m in ben ge» nannten drei Stationen zusammen zirka achtzig Mann die Ernennung zu Kondukteuren sicher erwarteten. Diese offenkundige Schädigung einer so großen Anzahl von ordentlichen, pflichtgetreuen Bediensteten geschah, weil ein seinerzeit von der k. i. Direktion für die Linien der k. k. St. E. G. heraus» gegebener Auftrag nicht richtig verstanden, respektive schlecht interpretiert wurde. Und zwar hat sich da folgendes zuge» tragen: Im November 1909 erließ die k. k. Direktion den Auftrag, mit welchem die Einreichung der Gesuche der im Bereiche der Direktion beschäftigten Arbeiter um Vormerkung auf einen Dienerposten geregelt wurde. Auf Grund dieses Direktionsauftrages sollten die Dienstvorstände jene Arbeiter, die auf einen Dienerposten reflektieren, auffordern, ihre Gesuche um Vormerkung auf einen folchcn, binnen kürzester Zeit ein» zureichen. Dieser Auftrag nun wurde vom damaligen Verkehrschef und VerkehrsLefstellvertreter in Brünn, den Herren kaiserlicher Rat Svobooa und Oberinspektor Weber dahingehend interpretiert, daß der im genannten Direktionsauftrag enthaltene Ausdruck „Arbeiter" sich auf die provisorischen Bremser nicht beziehe, da diese ohnehin auf provisorischen Dicncrpostcn stiiuben, unb sic baher um eine Vormerkung auf solche, die Gesuche nicht vorzulegen haben. In diesem Sinne wurden die Vertrauensmänner des Zugbegleitungspersonals in Brünn durch den Herrn Oberinspektor Weber und durch die Stationsvorstände in Wessely a. M. unb Kunowitz das dortige Fahrpersonal instruiert, welcher Vorgang aber, wie jetzt ersichtlich ist, den Betroffenen zum Verhängnis wurde. Es wurden nämlich im Mat 1910 von sämtlichen Zugs» begleiterbomizilstationen provisorische Bremser zu Aushilss-koudukteuren ernannt, nur von den Stationen Brünn, Wessely a. M. und Kunowitz nicht, mit einer einzigen Ausnahme, die wir als drastisches Beispiel hier anführen wollen. Ungefähr drei Monate nach Verlautbarung des obenerwähnten Direktionsauftrages vom November 1909 wurde einem erst über ein Jahr angestellten Bediensteten in Wessely a. M. die Sigitalmänncrprüfung abgenoinntcit, worauf ber« selbe das Gesuch um Vormerkung auf einen Dienerposten ein« reichte, was zur Folge hatte, daß alle die älteren Bediensteten in Brünn, Wessely a. M. und Kunowitz, die schon die Prüfung um zwei bis drei Jahre früher ablegten, sogar auch solche, die nach den Normen der St. E. G. die Zugsführerprüfung abgelegt hatten und als Refervezugsführer, respektive Manipulanten in Verwendung standen, von diesem jungen Bediensteten überholt wurden, denn er wurde im Mai 1910 zum Aushilfskondukteur und mit dem Amtsblatt vom 24. März 1911 zum Konbukteur ernannt, unb alle die anderen, unter denen Leute sind, die schon sechs Jahre hier im Dienst stehen, wurden übergangen, respektive nicht ernannt. Da die zirka 80 übergangenen Zugsbegleitcr nicht, annehmen können, daß diese? an ihnen aus Verschulden eines höheren Beamten begangene schwere Unrecht, welches dieselben zeitlebens zu verspüren hätten, von der k. k. Direktion geduldet wird, fo stellen die Betroffenen hiermit die Bitte: Die k. k. Direktion möge von der Richtigkeit dieses Zustandes durch ihre Organe Erhebungen Pflegen lassen und durch nachträgliche Ernennung zu Kondukteuren das an den so schwer betroffenen Bediensteten verübte Unrecht gutmachen. Strafverfolgung bis in den Tod. Als seinerzeit verlautete, daß Kolisko .©faatsbahudireftoe von Wien werde, waren alle Bediensteten hoffnungsfreudig gestimmt. Und heute? Niedergeschlagen, traurig und in beständiger Furcht gehen sie unsicher dahin, ob sie nicht die nächste Stunde schon die Strafverfolgung ereilt, sie zu vernichten. Denn Herrn Kolisko war bis jetzt noch kein Disziplinarerkenntnis recht, jede Strafe war ihm zu minder. Alles, alles hat er umgestoßen, ihm entgeht nicht die kleinste Kleinigkeit. Das Strafverfahren hat er unendlich verschärft und wo ihm die Vorstände nicht genug barbarisch sind, greift er selbst ein, denn das Strafverfahren ist ihm zur blinden Leidenschaft geworden. Wir hörten noch nie von einer Tat der Gerechtigkeit, aber unzählige Fällt verschärfter Strafausmaße liegen vor. Den Kondukteur Franz Hofbauer hat endlich das Los getroffen, den Fehler, den er hatte, durch das Strafausmaß mit dem Leben zu bezahlen *). Der Fehler, den Hofbauer hatte, war allerdings ein großer: er war Alkoholiker. Er hat diesen Fehler jedoch nicht mit zur Bahn gebracht, er hat ihn auf der Bahn erst erworben. Hofbauer war einer der tüchtigsten Kondukteure. Aber der Zusammenstoß des Schnellzuges Nr.. 1 mit dem Perfonenzug Nr. 111 bei Hoheneich Ende, der Neuziger--jahrc, bei welchem er auch eine». Unfall erlitt, legte wahrscheinlich in ihm den Keim zu der furchtbaren Krankheit: zur Trunksucht. Seit jener Zeit erst konnte man beobachten, daß er sich mehr und mehr dem Trünke zuneigte, bis er sich ihm völlig ergab. Als weder Ordnungsstrafen, noch Disziplinarstrafen feine Krankheit heilten, fand es Hofrat Kolisko für gut, den Kondukteur strafweise zum Verschieber zu machen, also zu degradieren, als ob der Posten eines Verschiebers minder wichtig wäre. Er strafte ihn aber zum Verschieber, weil er wußte, daß *) Am 14. März 1. I. verunglückte er tödlich in Penzing, wo er als Verschieber tätig.war. Er war 39 Jahre alt. Hofbauer in dem Alter durch die Beschaffenheit seines Körpers wesen Dienst nicht mehr leicht werde verrichten können, weil chm die Geschmeidigkeit fehlte, nachdem er diesem Dienst weit über zehn Jahre entfremdet war. Aber auch das mußte Kolisko gissen, daß Hofbaucr infolge seiner Trunksucht beim dickten -verschub der größten Lebensgefahr ausgesetzt sein mußte. Er strafte ihn aber dennoch, und jetzt kommt das, was an der ganzen Sache unerhört gewalttätig ist — trotzdem sich der Zahnarzt H o f b a u e r s mit allen ihm zu Gebote st e h e n d c n Mitteln gegen die II c b c r st e l l u n g zum V e r s ch u b d i e n st wehrte, und trotzdem Hofbauer selb st erklärte, diesen Dien st nicht a n-u e h m e n zu können, weil er ihm nicht mehr gewachsen sei! Ja, Hofbauer war krank, seine Krankheit wurde vom Bahnarzt bestätigt und trotzdem wurde er telegraphisch und schriftlich aufgefordcrt, den Dienst anzutreten. Hofbaucr sah sich daher gezwungen, diesem Befehl Folge zu leisten, wenn er auch unbestimmt gefühlt haben mochte, daß sein Ende nahe bevorstand! So kann, so darf es nicht wcitcrgchcn. Auf den Posten eines Staatsbahndirektors gehört ein Mann, der einen leidenschaftslosen Charakter hat und sich seiner Verantwortung voll bewußt ist. Die Angelegenheit Hofbauers, seine Trunksucht, sein Unfall, seine Krankheit hätten leidenschaftslos untersucht Und menschlich gelöst werden können. Daß das nicht geschah, baß von Kolisko bloß das Strafsnstcm blindwütend gehand-habt wurde, ist die Ursache des Todes Hofbnucrs. Dieses Ergebnis ist gewiß ein folgerichtiges. Es beweist dies auch der Umstand, daß noch ein zweiter Kondukteur wegen des gleichen Deliktes als Verschieber strafweise nach Schwechat versetzt wurde. Denn das Strafsysiem des Herrn Kolisko geht so in Bausch und Bogen und gleichmäßig rücksichtslos. Der Fall Hofbaucr sollte aber doch einen Umschwung zum Besseren bewirken! Oder nicht? — Die Organisation wird sich gewiß barnach richten! F. S. Aus den Amtsblättern. K. r. StaatSbahndircktion Linz. 3..26.582/1 II 07. Linz, am 16. März 1008. Betreff: Abgabe und Vorführung von Brennmaterialien für | die Strcckenwächter. Belaß an alle k. k. Bahnerhaltungsfcktionen. _ Unter Aufhebung aller bisher erlassenen diesbezüglichen Bestimmungen wird folgendes mit Gültigkeit von 1. April 1908 angeordnct: 1. Für die Beheizung der Wächterdiensträume jeder Art als: Wächterhausanbauten, Diensthütten, Signal-, Zugmeldc-Und Blockhütten sowie für die Haltcstcllcndicnsträumc sind Jährlich je 2 Tonnen Kohle und 14'alte Schwellen, beziehungsweise für freistehende solche Dienstlokalc jährlich je 4 Tonnen Ktchlc und 14 alte Schwellen auszufolgen. 2. Allen jenen Strcckcnwächtern, welchen keine eigene Diensträume zur Verfügung stehen, welche sich daher während ihrer Dienstzeit in ihrer Naturalwohnung (Wächterhaus) aufhalten und eventuell auch dem Ablösewächter während seiner Dienstzeit den Aufenthalt im Wächterhaus gestatten müssen, ünd ausnahmslos jährlich 2 Tonnen Kohle und 14 alte Schwellen kostenlos beizustellen. b. Alle in Naturalwohnungen auf der Strecke, das ist in Wachterhauscrn und sonstigen Bahngebäuden domizilierenden Streckenwachter, ohne Unterschied der Diensteinteilung, sowie ' miiiralwohnungen untcrgebrachten Bahnrichter können Brennstoff zur Beheizung ihrer Naturalwohnungen, gemäß §§ 87 bis 105 der Instruktion IX gegen Zahlung des normierten Pauschales von Kr. 1-20 per Wohnraum und Monat beziehen, wobei das Pauschale, laut § 01 der Instruktion IX, ui den sechs Wintcrmonaten für jede Wohnungspiccc und in neu sechs Sommermonaten bloß für den Küchenherd zu entrichten ist. . Das hierfür bcizustcllcnde Brennmatcrialquantunr ist mit 4 Tonnen Kohle und 14 alte Schwellen bemessen. Der Bezug dieses Brennmaterials bleibt den einzelnen Bediensteten (Strcckeuwächtern und Bahnrichtern) frcigestellt, ~b°ch müssen die betreffenden Anmeldungen längstens bis b-iide Jänner jeden Jahres mittels Konsignation erfolgen, da ’c Kohle rechtzeitig bestellt werden muß. . Für das laufende Jahr sind diese Konsignationen sofort D0räulegcn. . Das Brennsloffpauschalc ist in den Gchaltslistcn zu "Errechnen. .. 4. Der gesamte Kohlenbcdarf für das Strcckcnpersonal off zweimal im Jabre, und zwar im März und im August mit -.Mgiezügen, und zwar auf Bahnkostcn auf die Strecke zu vcr-1, hren und durch Arbeiter in der Nähe der Wächterhäuser ab» on laben. . Das Zudrin^en der Kohle zu den Naturalwohnungen, Einkellern, retpektive Deponieren und Zerkleinern der-I lben haben die Bediensteten selbst, zu besorgen, v Eine Ausnahme ist nur dort gestattet, wo das Zubringen ij® stöhle mit ganz besonderen Schwierigkeiten verbunden ist, ,n welchem Falle das Zubringen auch durch Bahnarbeiter auf ^aynkosten zu erfolgen hat, jedoch haben das Deponieren und ii?ncrn der Kohle die Wächter und Bahnrichter unter allen "'»standen selbst zu besorgen. n..r 5. Die Bahnerhaltungssektionen haben alljährlich zwei-tum zwar im Jänner und Juni das nötige Kostenquan-ein mittels Konsignationen anzusprechen, und zwar ist in Dib Konsignation die für die einzelnen Wächterposten nötige bhw (in Tonnen) und in einer zweiten Konsignation ro®. für die einzelnen Wächter und Bahnrichter zu liefernde .m.!. ikohle (in Tonnen) genau anzuweisen, hierbei ist jeder ^ meustete mit Namen und Charakter anzuführen ist und ist ifaffl der in den Naturalwohnungen befindlichen Woh-migspmcen anzugebcn. Köln Zugleich sind die Fahrordnungsentwürfc für die ylenverteilungszüge zur Genehmigung vorzulegen, stets v*" ®ie präluninierte Kohle wird derart zudirigiert, daß >>nd Bereitung mit derselben strekcnweise erfolgen kann, zeit: zwar werden jeweilig zehn bis zwölf Wagen Kohle gleich» ’3 zurollen, worauf der Regiezug sogleich zu verkehren hat. fbrprf bas Abladen der Kohle auf der Strecke ist eine ent» fonr- -inzahl Arbeiter mit dem Regiezug in einem Per» k "\°ber Lastwagen mitzubefördern, auch ist eine genügende lab?. Kohlenkördc zur raschmöglichsten Messung und Ent-> der Köhle mitzuführen. Au§ Bor der Abfahrt des Kohlcnverteilungszuges aus der Kg-ffongsstation ist eine wiederholte Probewägung von mit ton» Normal gefüllten Körben vorzunehmen und ist das ge» ßch»ncnc Resultat bei der Verteilung der Kohle auf der Strecke au einzuhalten. 8rol-° 1* Abgabe der Trauntaler Kohle, welche wegen der schj^ff Stücke nicht mit Körben gemessen werden kann, ge» leL,?, e Verteilung beim Regiezug bloß „schätzungsweise", tinjP2 muß ein mit der Abgabe solcher Kohle ständig beschäf-i>ic Uorfiertet Kohlenarbeiter (Partieführer) mitfahren und Zerteilung überwachen. Die Kosten der Kohlcnvertcilung sind auf Konto VI, k, respektive VI 3 im Arbeitsbuch zu verrechnen. Die zudirigierte Privatkohle für Naturalwohnungen ist auf der Zurechnung in Konto Normierung VI 1 k und das in der Gehaltsliste verrechncte Brcnnstoffpauschale a konto Verschiedene Einnahmen II 13 h zu buchen. Die Kosten der zndirigierten Dicnstkohle sind a konto VI 3 zu verrechnen. Die an die Wächterposten als Dienstbrennstoff, als auch jene an die Bediensteten gegen Pauschalzahlung abzugcbenden alten Schwellen haben die Sektionen aus dem eigenen Vorrat zu entnehmen, zu welchem Behufe dieselben bei Verwendung der alten Schwellen in erster Linie auf die Deckung des Brennstoffbedarfes für die Strecke Bedacht zu nehmen haben. Die Verrechnung der abgegebenen alten Schwellen Hat konform wie die Verrechnung der Kohle a konto VI, k, respektive VI 3 zu geschehen. Die Abgabe der alten Schwellen hat tunlichst aus dem in der Nähe der Wächterhäuscr erzielten Rückgewinn anläßlich Auswechslung schadhafter Schwellen zu erfolgen, wodurch das weite und kostspielige Zuführen derselben vermieden wird. __ Nur ausnahmsweise, das heißt wenn in der betreffenden Strecke keine alte Schwellen rückgewonnen werden, dürfen solche gelegentlich Kohlenvertcilungszugcs verführt werden. Das Zubringen, Deponieren und Zerkleinern der alten Schwellen haben die Parteien so wie bei der Kohle selbst zu besorgen. BahnärarischeS Brennmaterial darf weder weitergeschenkt noch verkauft werden, selbst auch dann nicht, wenn eS gegen Entgeld von der Bahnanstalt bezogen wurde. Für die strikte Einhaltung obiger Weisungen werden die Bahnerhaltungsvorstände persönlich verantwortlich gemacht. Mit vorstehender Anordnung treten gleichzeitig die nachstehenden Erlässe Z. 16.475'3 ex 1901, 67/3 ex 1902, 27.666/5 ex 1905 und 34.386/3 ex 1905 außer Kraft. Der k. k. S t a a t s b a h n d i r e k t 0 r. Korrespondenzen. Heiligenstadt. (Jubiläum.) Am Ostersonntag feierte der Oberbnuarbciter Genosse Franz St a ft n e r sein 25jährigeS Dienstjubiläum, welches die Ortsgruppe Heiligenstadt festlich beging. Die Zentrale entsendete den Genossen S w 0 b 0 d a. welcher die Festrede hielt. Als Regierungsvertretcr erschien ein — Wachmann. Der Jubilar, der verschiedene wertvolle Geschenke [ zur Erinnerung erhielt, war tief gerührt, so daß er kaum Worte des DankeL stammeln konnte,' er half sich aber mit einer feinen Wendung über diese Situation himveg, indem er auf die Fürsorge des Staates verwies und erklärte, daß man die Feier nicht besser alö durch eine Sammlung für den Zentralwahlsonds würdigen könne. Die Sammlung ergab 10 Kr. Bis in die späte Nacht schimmerte der Glanz der festlichen Stimmung. Wilfleinsdorf. (Bahnerhaltungssektio n.) Der Vorarbeiter Karl Beier und sein Schwiegervater „Pan H 0 etecek" werden im eigenst enJnteresse gewarnt, ihre blöden Beschimpfungen der organisierten Bediensteten sofort einzustellen, ansonsten wir gezwungen wären, mehrere Vor-fälle aus ihrem tatenreichen Leben zu veröffentlichen, die geeignet wären, ihren Zukunftstraum vollständig zu zerstören Darum Herr Baier sind sie vorsichtig, die Roten haben offene Augen. Prerau. (Aerztebesetzung.) In letzter Zeit fanden hier Versammlungen, Enqueten statt, Resolutionen' wurden fabriziert, Protesteingaben gemacht und das alles von der löblichen Gemeindevertretung im Verein mit der „Z c in s k ä j e d n 0 t a" und „S p 0 1 e k ceskf eh üfednik ü". Fragt man nach der Ursache, so erfährt man die traurige Nachricht, daß der Nationalismus in Prerau von der Kette losgelassen wurde, um zu verhindern, daß ein deutscher Arzt die jetzt frei werdende Bahnarztstelle bekommt. Fachkenntnis, Mcnschlichkeitsgefühl Nebensache, aber ein ausgesprochener Tscheche muß der neue Bahnarzt sein. Wenn wir schon der „Z 0 in s k i j e d n 0 t a" das Recht einräumen, daß sie sich um einen Bahnarzt umsieht, der ihnen vielleicht Liebesdienste erweisen wird, so müssen wir uns entschieden dagegen verwahren, daß da die Gemeindevertretung etwas dreinzureden hat. Wir raten den Herren, sich lieber um die Wohnungsfürsorge sowie Straßenreinigung zu kümmern. Von den Pflichten, welche den Bahnärzten obliegen, haben die Herren keinen blauen Dunst, und mit der Nationalität ist noch kein Eisenbahner geheilt worden. Auch dem „Spolek Ceskych üfednik u" raten wir, schön in Reserve zu bleiben, nachdem sie keine. Mitglieder der Krankenkasse sind. Darum, ihr Herren, die Hände weg, wenn euch die Ruhe lieb ist! Nun sehen wir uns die Kandidatenliste an. Da steht an erster. Linie Dr. Kubanek, dann Dr. Mittag, beide Kassenärzte der Bezirkskrankenkasse. in Prerau. Daß die beiden Herren die besten Aerzte für die Bediensteten sein sollten, stellen wir entschieden in Abrede, denn davon singen die Industriearbeiter traurige Weisen. Der dritte Herr, Dr. Stein-h a r d, belangt die Leute gerichtlich, sobald sie mit dem Zahlen nicht gleich zur Stelle sind. Wenn wir uns schon objektiv erklären, so sagen wir, von den drei Herren taugt keiner als Bahnarzt. Wir fordern eine löbliche Direktion auf, sich von dieser Handvoll Nationalisten nicht einschüchtern zu lassen, denn hier handelt cS sich um das Wohl und Wehe der Bediensteten und deren Familien. Für nationale Gelüste haben wir in dieser Angelegenheit kein Interesse. Leitmeritz. An einen Lokomotivführer in Tetschen wurde vor einiger Zeit eine anonhme Karte gesendet, in welcher die Aufforderung enthalten war, die Wächter der Strecke Polepp-Gastorf fleißig anzuzeigen, da in dieser Strecke die Züge bei Tag verschlafen werden. Man muß darüber zweifeln, ob sich der Schreiber dieser Karte bewußt ist, welche verwerfliche Handlung er sich zuschulden kommen ließ. Da diese Karte wahrscheinlich von einem Wächter geschrieben wurde, so muß eine derartige Handlung als eine niedrige Denunziation bezeichnet werden, die um so mehr zu verurteilen ist, weil gerade die Wächter dieser Strecke bemüht sind, gewissenhaft ihren Dienstobliegenheiten nachzukommen. Marienbad. In der Folge 9 des „Deutschen Eisenbahner" ist unter „Pilsen" über die am 12. März in Pilsen abgchaltene Versammlung eine Notiz enthalten, auf die näher einzugehen wir für überflüssig halten, da sich dieses blödsinnige, den Tatsadjen ganz widersprechende Geschreibsel von selbst richtet. Den Berichterstatter können nur zwei Motive hierzu verleitet haben. Entweder war es seine grenzenlose Dummheit oder seine angeborene Verlenmdungssucht. Wir glauben aber daß hier Elfteres der Fall war. Dieser GeisteShcroe konnte nidst einmal begreifen, daß es sich bei der Wahl eines Hauptvcrtrauensmanncs docki nur um einen solchen der organisierten, und damit es dieses Kirchenlicht denn doch verstehe, der sozialdemokratisch organisierten BaHnnd-ter handelte und daß daher, falls seine Angabe wirklich wahr wäre, was aber gar nicht stimmt, die Meinung der Rcichsbündler gar nickjt in Betracht kommen konnte. Den größten Spuk hat denselben aber seine Geistesschärfe darin gespielt, daß derselbe aus der Rede des anwesenden Sckrctariatsvcrtrctcrs herausgehört haben will, daß wir einen sozialdemokratischen Bahnrichterverein gründen sollen. 0 sancta sirnplicitas. Bezüglich ihres „Selbstfertigwcrden" mutz ich diesem Helden sagen, er möge cs nur einmal versuchen zu arbeiten und sei es auch nur darum, um, wenn er wieder einmal gefragt wird, was er im Interesse der Bahnrichter schon getan hat, nicht wieder dort sitzen muß wie „a stumme Zicg’", wie es in dieser Versammlung der Fall war. Zum Schluß muß ich den wackeren Teutonen fragen, warum sich derselbe nicht in der Versammlung zum Wort gemeldet hat, so wie cs sich eines „deutschen Mannes" geziemt. Oder soll and) er wie die meisten „Neudcutschen" von den so oft gerühmten deutschen Tugenden nur eine besitzen, nämlich: „und sie tranken immer noch eins!!!" Vor allem aber muß ich diesen Helden fragen, was derselbe mit meiner vollen Namensnennung nebst der Titulatur „Obergcnossc" bezwecken will. Auch hier kommen wieder nur zwei Dinge in Betracht. Entweder wollte mick, dieses arme Hascherl beleidigen oder aber, was solchen Elementen viel näher liegt, nach „obenhin anschwärze»". Ich muß demselben schon sagen, daß er hier in beiden Fällen weit übers Ziel hinausgeschossen hat. Ich habe meine Gesinnung noch niemals verleugnet, wohlgcmerkt, Sie „deutscher Recke", auckj nach obenhin nicht. Noch weniger aber habe ich Ursache, mich derselben zu sdjämcn, sondern ick, bin sogar stolz darauf, weil inid) meine eigene Weltanschauung dazu gcniadjt und ich etwa deshalb ein Sozialdemokrat bin, weil cs meine Vorgesetzten so wünschen, beziehungsweise die Zugehörigkeit zu dieser Organisation gnädig gestatten, wie dies bei den meisten Reicbsbündlern der Fall ist. Czernowitz. Der Heizcrsubstitut Onufrh Didejczuk, welcher seit 14 Jahren der k. k. Bahnverwaltung seine gesunden Knoche» für schleck,te Bezahlung zur Verfügung stellte, hat vor nicht langer Zeit mit den Bahnärzten in Czernowitz traurige Erfahrungen gemacht. Didejczuk hat im Jahre 1910 einen Unfall erlitten. Als Heizer in der Reserve wollte er die großen Kohlenstücke am Tender zerschlagen, wobei ein Splitter ihn in das linke Auge traf, auf welchem Didejczuk schon einmal einen Unfall durch Funkenflug erlitten hatte. Es waren Zeugen zugegen, welche dem Heizer gleich den Splitter aus dem Auge Herausnahmen. Dr. S c h k ■ äußerte sich vor Didejczuk in letzter Zeit mehreremale, daß die Krankheit von sick, selbst entstanden ist, und daß diese mit dem Unfall nicht in Verbindung steht. Das Resultat des Unfalles ist, daß Didejczuk heute auf dem linken Auge blind ist. Am 14. März l. I. wurde er zum Sanitätskonsulenten Herrn Dr. Mayer in die k. k. Betriebsleitung vorgeladen. Und merkwürdig, die ganze Untersuchung Doktor M a y e rs ergab, daß der a u f d e in l i n k e n A u g e blinde Heizer Didejczuk in den Dienst tauglich! st. Wir sind cs in der Bukowina schon gewöhnt, daß unsere Herren Bahnärzte mit der Gerechtigkeit in Konflikt geraten, unsere Pflicht wird cs fein, solche Zustände aus der Welt zu schaffen. Am 15. März wurde dem kranken Heizer Onufrh Didejczuk die Heilverfahrensrente eingestellt, weil er auf den Befehl des Herrn Dr. Mayer nicht in den Dienst gehen konnte. Im Hause des Didejczuk herrscht die größte Not; eine kranke Frau und sechs Kinder, der älteste Knabe von 13 Jahren, vier Kinder müssen in die Schule gehen. Das ist alles darum, weil er durch 14 Jahre treu und redlich dem Staate gearbeitet hat und davon blind geworden ist. Die Berufsgenossenschaftliche Unfallversicherungsanstalt wird ersucht, den Fall näher zu untersuchen. Bär». Das Porträt eines Vorgesetzten, wie er nicht sein soll, bietet Herr Karl O b r u s ch k c, Inspektor der Bahn» erhaltungssektion Freudenthal. Der Mann, der selbst von blutarmen Eltern herstammt, sich also in das Leben eines Arbeiters hineinfühleu könnte, zeigt keine Spur sozialen Empfindens. Kann O b r u s ch k e als arbeiterfeindlich überhaupt bezeichnet werden, so zeigt er seine gehässige Gesinnung vor allem jenen Arbeitern, die in der Organisation stehen. Zum Beispiel: Er kommt in ein Wächterhaus, findet den Wächter vor, der ermüdet auf der Bank liegt, und fängt an: „Ah, wieder ein Genosse! Ja, wenn ihr nur per Genosse tituliert werdet, dann seid ihr schon glücklich. Aber was habt ihr davon? Müßt tüchtig zahlen — sonst gar nichts!" Ein Arbeiter hatte im vorigen Herbst das Unglück, daß ihm der Vater ertrank. Er fuhr nach Freudenthal und bat um einen Urlaub. Er wurde von O b r u s ch k e ungefähren und buchstäblich h i n a u s g e j a g t. Einen anderen Arbeiter ging er an, ihm dessen Tochter in Dienst zu geben. Weit dieser das nicht tat, wurde er kurz nachher ohne ernsthaften Grund mit 6 Kr. bestraft u. s. w. Die Direktion mag aber darüber Nachdenken, ob ein solcher Vorgesetzter geeignet ist, das Vertrauen der Bediensteten zu er» erben. Und diese? Vertrauen ist ja im Interesse der klaglose» Abwicklung des Dienstes durchaus nötig. Triest. (K. k. Staatsbahn.) Seit . längerer Zeit hört man im Heizhaus Triest der k. k. Staatsbahn das Personal sich über die brüske und unhöfliche Art des Herrn Ingenieurs Popper beklagen. Schon in der Art und Weise, wie er dem Personal dankt, wenn es ihn grüßt, sieht man, wie freundlich er dem Personal geneigt ist; kaum haß er es der Mühe wert findet, sein teures Haupt zu neigen oder mit ciiicin Finger den Hut zu berühren; dabei muß er äußerst gut g«. launt sein. Mit den Fachkenntnissen des Herrn Ingenieurs schaut es auch sehr schlecht aus, dafür trachtet er, das Personal wo möglich viel zu fchikanicre» und bei der Hcizhausleitung anzuschwärzen, damit feine groben Fehler, die er macht, nicht so sehr ins Licht fallen. Rücksicht kennt der Herr nicht. Bis jetzt war es Usus, daß im Turnus der Serie 73, weil dieses Personal keinen freien Tag hat, jeden achten Tag eine Ablösung beigestellt wurde. Als unlängst ein Führer zum Herrn Ingenieur kam und ihn ersuchte, für den nächsten Tag die Ablösung bcizustellen, kam cs Herrn Popper plötzlich in den Sinn, daß das Personal zu viel frei sei und sagte dem Führer, er müsse drei Schübe machen. Als der Führer darauf hinwies, daß der Turnus von der Hcizhausleitung bewilligt sei, gab ihm Herr Popper zur Antwort: „Sind Sie nicht fo frech. Sie werden morgen fahren I" Es blieb dem Führer nichts übrig, als sich an die Hcizhausleitung zu wenden, und der freie Tag war bewilligt. Als einmal von feiten der Heizhausleitung der Auftrag kam, von einer Maschine die Reparatur gründlich durchzuführen, konnte es Herr Popper nicht unterlassen, den Führern eines anzuhängen, und erklärte dem Herrn Inspektor, daß nur die Führer schuld sind, die sie immer warten, bis ein ganzen Haufen von Reparaturen beisammen ist und dann erst einschreibcn. Herr Popper weiß ganz' genau, daß die Reservemaschinen nur alle 14 Tage ins Heizhaus kommen und es n nt d a n n möglich ist, die R e-paraturen z u machen. Wenn Herr Popper sich die Mühe nehmen möchte und das Reparaturbuch' aufmerksam durchlesen möchte, würbe er bei vielen Maschinen, wo Reparatur eingetragen ist, von seiten des Partieführers dazu geschrieben finden: „Im Dienste." Also muß die Maschine wieder acht bis zehn Tage warten bis sie wieder ins Heizhaus kommt. Wie weit es mit den Kenntnissen des Streckendienstes bei Popper her ist, zeigt folgender Fall: Ein Führer hat das Malheur, wegen starken Räderschleifens stehen zu bleiben und einige Minuten Verspätung zu machen; die natürliche Folge war ein Verkehrsmangel, weichet bei Herrn Popper zu erledigen war. Natürlich konnte Herr Popper sich nicht erklären, warum das Räderschleifen stattfand. Der Führer erklärte ihm, daß schlechtes Wetter und die Schienen naß waren und die Maschine dadurch umgehaut hat. Herr Popper meinte darauf: „Er (der Führer) hätte dock) den Heizer hinunterschicken können und die | Schienen abwischen lasse n." — Auch besorgt Herr Popper die Diensteinteilung allein; hat aber sehr wenig Idee davon. Die Maschinenmeister haben dann die liebe Not mit dem Personal und den Maschinen, denn alles ist verkehrt. Er kennt keine Rücksicht, wenn die Dienstleistung noch so anstrengend war. Kommt dann das Personal abends von der Strecke oder vom Reservedienst heim, so ergeben sich oft unliebsame Konterversen mit dem diensthabenden Maschinen« meister. Man sehe sich einmal die Diensteinteilung an. Um 6 Uhr abends kommt sie fein säuberlich heraus, in drei Minuten ist sie wieder in der Kanzlei. Aber wie kommt sie zurück 1 Radiert, d u r ch g e strichen, überpickt, rote, blaue, schwarze Striche, Personal und Maschinen umgewechselt. Warum dieses? Nur weil Herr Popper alles allein machen will und nichts versteht. Zum Schlüsse machen wir Herrn Popper auf das eine aufmerksam: Wir haben nichts dagegen, wenn Sie dem Herrn Inspektor über dienstliche Vergehen des Personals Mitteilung machen; jedoch gegen grundlose Verdächtigungen und Anschwärzereien müssen wir entschieden protestieren. Wir hoffen, daß diese Zeilen zur Befferung beitragen; wenn nicht, so werden wir uns in kürzester Zeit wieder an dieser Stelle treffen. Kirchberg in Tirol. In Nr. 7 vom 1. April der „O e st e r-r e i ch i s ch - u n g a r i s ch e n Eisenbahner-Zeitung" erschien folgende Notiz mit der Überschrift „Auch ein Charakter !": „Anton Margreiter in Kirchberg in Tirol war bisher in unseren Reihen, ob mit Herz und Sinn oder aus Spekulation wissen wir nicht, können cs aber erraten bei der Botschaft, dass er nach Erhalt der Sterbequote von 200 Kr., die ihm der Verkehrsbund nach dem Tode seiner Gattin kürzlich auszahlte, sich der roten vaterlandslosen Sippe verschreiben liefe." Demgegenüber wird festgestellt, daß Anton Margreiter die Sterbequote nicht kürzlich, sondern vor vier Jahren erhielt und durch volle acht Jahre seine Beiträge an den Verkehrsbund pünktlich geleistet hat, was beweist, daß er mit Herz und Sinn dabei war, was sich in letzter Zeit jedoch änderte und Margreiter oft erklärte, er empfinde beim Lesen der „Verkehrszeitung" über die gemeinen Schimpfereien einen wahren Ekel, was auch seinen Austritt veranlaßt«:. Was den Berichterstatter der „Verkehrsbundzeitung" anbelangt, so glauben wir, denselben zu kennen; es ist der Erleuchtete von der Manharter-Sekte. Hat er doch am Josesitag sein Gewissen erleichtert und kann daher aufs neue lügen und verleumden. Spittal. (Tanernbahn.) Wie auf der Tauernbahn das Strcckerchcrsonal der Willkür mancher Bahnmeister aus-gesetzt ist, verdient in die Öffentlichkeit zu kommen. Im Bahnmeisterrayon Kolbnitz befindet sich ein Bahnmeister namens Franz T r e m l, welcher feinem groben Benehmen nach eher die Anlage zn einem Tierbändiger als zu einem Bahn-meichstcr hat. Kommt Herr Treml in seinem noch nicht ganz ausgeschlascucn Alkoholdusel, wie cs öfters der Fall ist, auf die Strecke, dann werden Bedienstete und Arbeiter wegen jeder Kleienigkcit, oftmals ganz schuldlos, in seinem noch nicht ganz vergessenen Fcldwcbelton angebrüllt und mit allen möglichen Kosenamen belegt, wie: „G aunc r, Trottel, L a u s-t i p c l, E f c l und Rrndvicchc r." Es hat überhaupt den Anschein, als hätte Herr Bahnmeister Treml auf seiner Strecke nur Esel und Rindviecher unter sich. Es wäre höchste Zeit, wenn eine k. k. Bahnerhaltungs-sektion Spittal an der Drau siefi ihrer Bediensteten cmnehmen möchte, um den Herrn Bahnmeister eines Besseren zu belehren und zu veranlassen, das; seine Untergebenen wie.Me i, schert behandelt werden. Sämtliche Bedienstete und Arbeiter sind nicht mehr länger gewillt, sich den Schikanen und Grobheiten eines Bahmeisters Trcml auszusetzen. Gänserndorf. Ein strammer Wachtmeister, Pardon, Bahnmeister ist der Herr Mete«, welcher der hiesigen Bahncrhal-tungssektion als Reservebahnmcister zugeteilt ist. Dieser noch frisch gebackene Eisenbahner hat eine besondere Freude daran, wenn er das Wächtcrpcrsonal bei der Sektion anzcigcn kann. Anfangs Jänner l. I. bat die Bahncrhaltungsfcktion Gänserndorf ein Zirkular an das Wächtcrpcrsonal ergehen lassen, wo cs heißt, das; ein im Dienst stehender Wächter von nun an die Knallsignale bei der Nacht stets, und bei Tag, wenn Nebel ist, umgehängt zn tragen hat. Die Bahnmeister haben diese Anordnung bei den Kontrollgängcn zu überwachen und Zuwiderhandelnde zur Anzeige zn bringen. Was dies bezwecken soll bei jenen Wächtern, die ohnehin den Posten nicht verlassen dürfen, da ja die Streckcnbcgeher eingeführt sind, wissen die Betreffenden nicht. Im Artikel 2 der Instruktion II, Nr. 4, Signalvorschrift, heißt cs: Bei Ausübung dcs Dienstes haben die Bahnorgane stets die der Tageszeit entsprechenden und für ihren Dienst erforderlichen tragbaren Signalmittcl mit sich zu führen. Erfordert dies der Dienst des Wächters, wenn er seinen Posten nicht verlassen darf? Bei den Strcckenbcgehern ist cs etwas Selbstverständliches. Weiters heifet cs im „Scparatabdrnck", Zirkular Nr. 05, 1003, daß Knallsignalc an einem trockenen, kühlen, nur berufenen Organen zugänglichen Orte (Dienstlokale), keineswegs aber in der 92ähc von Ocfcti ober sonstigen Feuer st ellen aufzubewahren find. Mit dem Tragen der Knallsignalc, da man oft beim Oscn hcruingchi, kann noch leicht ein Unglück geschehen. Nun zum strammen Bahnmeister M e t c c zurück. Da die Block-, Zuginclde- und Schrankenwächter nicht einsehen konnten, was die oben angeführte Anordnung bezwecken soll, haben mehrere Wächter die Knallsignalc beritgehalten. Nun kam am 28. Jänner nachts ein Kontrollor in der Person dcs Bahnmeisters Mctcö. Bei den Wächterpost">i angelangt, hat derselbe sehr wenig geredet und auch nichts beanständet, so daß die Wächter angenommen haben, das; sie nicht beanständet würden, daher ihrem Bahnmeister Pesch auch nichts melden konnten. Der letztgenannte Bahnmeister frug auch am anderen Tag seinen Kollegen Meteö, wie die Kontrolle ausgefallen ist, dieser antwortete: „Na, so ziemlich." Da Bahnmeister Pesch sonst nichts zu melden hatte, meldete er dem Sektionsvorstand, daß auf seiner Strecke nichts Neues ist. Nun sagte der Vorstand: Ich werde Ihnen schon was N e u e s erzähle n." Nun kamen die Anstände auf feiner Strecke, wo sämtliche Wächter, mit Ausnahme eines, wegen Nichttragens der Knall-sipnctle angezeigt wurdcn. Wächter, die bisher makellos oder längere Jahre ohne Strafe waren, wnrdeu mit einer Rüge bestraft. Im Wiederholungsfälle, hies; cs, kommen Geldstrafen. Einen Wächter hat Mctcc telephonisch angerufen, da sich derselbe auf den ersten Ruf nicht meldete, faßte er: „S i e Hund, elender, schlafen Sie wieder?" Einem anderen Wächter, der bei der Scheibe gestanden ist, befiehlt er. eine bessere Habtachtstellnng anzunehmen; der Wächter bemühte sich, besser zu stehen. Bahnmeister Meteö sagte im militärischen Ton: „Das ist nicht recht!" Der Wächter erwiderte, er kann es nicht besser, er war nicht beim Militär. „Also schauen Sic her," sagte Mctcö, „so stellen Sie sich, und die Hand ausstrcckcn. Und Bauch hinein, Brust heraus und freundliche Nasenlöcher machen." Zum Gänserndorser Eisenbahnerball ersuchten einige Wächter der Strecke Gänserndorf-Marchegg ihren Bahnmeister Herrn Pesch um kurzen Urlaub, dies wird nie abgeschlagen, weder von ocn Bahnmeistern noch vom Vorstand, wenn es das Dienstverhältnis erlaubt. In Gänserndorf teilte Herr Bahnmeister P e s ch die Substituten ein, die für die Wächter, welche den Ball besuchen wollten, bestimmt wurde». Da kam Herr Meteö dazu und frug feinen Kollegen Pesch, was er da mache: derselbe antwortete ihm das oben Angeführte. Nun sagte Met ec: «Die Wächter brauchen auf einen Ball gehen, sollen sie sich lieber Brot kaufen; vier Stunden Spangen gehören einem jeden Wächter, aber kein Ball." Herr M e t c c, Sie werden sich den Supakcnton abgewöhnen müssen. Paffa». Man wird der Meinung sein, in Passau befindet sich alles in schönster Harmonie, so dah sich die Bediensteten über nichts zu beklagen haben. Dah dem nicht so ist, dafür sorgt der hier als Magazinsbeamter fungierende Herr Offizial S k a c c l, welcher durch seinen übertriebenen Diensteifer schon manchen Zusammenstoß mit den Bediensteten hatte. Selber ist der Ansicht, das; in der Arbeitszeit wohl ein Anfang, jedoch kein Schluß festgesetzt sei. ES wäre ihm am liebsten, wenn er die Bediensteten Tag nnd Nacht in angestrengtester Tätigkeit erhalten könnte, damit dieselben sich im Laufen trainieren können. Sein Benehmen gegen feine Untergebenen ist gerade kein vertrauenerweckendes, und würden wir Herrn S k a c e l raten, gründlich Umkehr zu halten, da wir sonst gezwungen wären, uns mit ihm näher zu bcsaffen, bei welcher Gelegenheit wir mit schwererem Geschütz ausfahren mützten. Czernowitz. (Heizhaus.) Seit einigen Wochen wird in unserem Heizhaus lebhaft Über die Zusammenstellung des neuen Lokomotivpersonalturnusses diskutiert. Immer wieder kommt bei unseren Kollegen Lokomotivführern die alte Krankheit zum Vorschein. Statt solidarisch vorzugehen, werden mit Hilfe der Maschinenmeister und Vorgesetzten fleißig Intrigen gesponnen, um ja die paar Lokomotivführer im Czernowitzcr Heizhaus zu verhetzen, wo man dann auf Konto der Streitereien und Mißverständnisse zwischen dem Lokomotivpersonal reichlich Tantiemen einheimsen kann. Die Zusammenstellung der Turnusse für das Jahr Mai 1010 bis Ende April 1911 hat uns allen im Heizhaus Czernowitz die Augen geöffnet. Gruppenweise hat man alles gemacht und gruppenweise werden wir alle bis auf die Knochen ausge-beutet. Skandalös war der Turnus nach Nowosielitza. In der Turnusgruppe Nr. II hat man dem Lokomotivpersonal für ein ganzes Jahr, durch ungeschickte Zusammenstellung dcs Tnr-nusses, den Sonntag geraubt. In dieser Grnppe sind Manipulationszüge (von Czernowitz nach Stanislau), welche permanent verspätet sind, und der Dienst auf der Lokomotive oft bis zn 18 Stunden dauert. Wenn einer von uns nur den leisesten Muckser gegen diese Lumperei macht, dann wollen uns die Heizhausgewaltigen Geldstrafen oder Dienstesverweigerung an-hängen. Den privilegierten Kollegen im Gruppenturnus Nr. I, Stanislau-Czernowitz, wo es ebenfalls mit der Ruhezeit schlecht bestellt ist, wurde noch dazu das Vorspannfahren mit dem Schnellzug Nr. 1 nach Hadikfalva angehängt. Den StationSrefervelokoinotivführern, welche laut Ministerialverordnnng 12 Stunden Dienst und 24 Stunden dienstfrei haben sollen, wurde von der Heizhansleitung angeordnet, das; diejenigen, welche auf die Nacht den Dienst zu übernehmen haben, bei Tag zum Personenzug Nr. 318 erscheinen müssen, um die Vorspannlokomotive vom Schnellzug Nr. 1, welche mit dein Personenzug Nr. 318 als Vorspann gekommen ist, zum Ausrüsten zu übernehmen. Die Heizer der Stationsreserve, welche ebenfalls 12 Stunden Dienst und 24 Stunden dienstfrei haben sollten, müssen in den dienstfreien Stunden auf Kommando ins Heizhaus Lokomotiv putzen gehen. Die Kohlenersparnisprämien wurden bis zu 80 Prozent reduziert. Ein großer Teil der Lokomotivführer muß horrende Summen für größeren Verbrauch von Kohlen daraufzahlen, weil das Ausmaß zu klein ist. Wahrlich, musterhaft werden wir hier geschunden, aber dafür ein Strasstistem, welches wohl selten in anderen Heizhäusern zu finden ist. Wir werden weiter die Gelegenheit haben, zu sehen, welchen unverschämten Frevel man an unserer Gesundheit und Raub an unseren Verdiensten verüben wird. Es gibt nichts Schlechtes, welches man nicht zum Guten lenken kann. Das Lo-romotivpersonal dcs Heizhauses Czernowitz muß einmal ein« sehen lernen, das; nur eine starke und zielbcwußte Organisation Zuständen, welche aller Kultur spotten und für unsere westlichen Kollegen kaum glaublich erscheinen, auch in der Bukowina ein Ende machen kann. Oderberg. Im Monat Februar Ivurde den Wächtern der Bahnerhaltungssektion Oderberg der schon feit dem Jahre 1902 bestehende monatliche 24stündige freie Tag mit der Begründung gestrichen, daß die Streckenwächter ohnehin zweimal im Monat 16 Stunden frei haben. Die Herren, welche uns den freien Tag gestrichen haben, dürften jedoch ganz übersehen, daß dem 16 Stunden freien Tag eine 16stündige Dienstzeit bei Nacht vorangeht. Nach 16stündiger Dienstzeit bei Nacht in einem vereinsamten Wächterhäuschen, hat man in erster Linie das Bedürfnis, sich ordentlich auszuschlafen. Wann soll der Streckenwächter seine ihm zur Bearbeitung zugewiesenen Kultur-slächen bearbeiten? Wann soll er dann seine persönlichen und familiären Angelegenheiten ordnen? Durch die Wegnahme des dienstfreien Tages haben die Wächter nur zwei ganze Nächte im Monat frei. Bei der Uebernahme der K. F. N. B. in den Betrieb der k. k. Staatsbahnen hat cs doch ausdrücklich geheißen, das; dem Personal alle erworbenen und bestehenden Rechte gewahrt bleiben. Und jetzt diese Schädigung. Die Wegnahme des freien Tages trifft die Bediensteten in dieser Gegend besonders schwer, da die Wittcrungsvcrhältnissc um Oderberg herum sehr ungünstig sind. Zwei Drittel der Jahreszeit sind Regentage. Wenn der Wächter auf feinem kleinen. Besitz arbeiten will, so muh er günstiges Wetter abwarten. Dabei ist der Ertrag wegen schlechter Bodenbeschaffenheit ein sehr geringer. Daß man solch armen Teufeln den einzig freien Tag wegnimmt, ist unverzeihlich. Igln». (K. k. S t a a t s b a h n.) Im hierortigen Magazin wird cs in letzter Zeit U s u s, daß Wagenladungen an Sonn- oder Feiertagen gemacht werden, wenn zwei Feiertage Zusammentreffen, wird dieser „Usus" an beiden Tagen beibehalten. Nicht die Stärke des Verkehrs ist schuld an diesem „Usus", sondern gewisse Privilegien, die eine hiesige Firma beim Herrn Magazineur der k. k. St. B. besitzt. Auffallend ist auch, das; häufig Frachtbriefe mit dem Vermerk „Partei verlade n" beigegeben sind und die Verladung von den Magazinsarbeitern besorgt werden muß. Sehr oft kommt es vor, daß dieser Magazineur einen Wagen laden läßt, um ihn gleich darauf wieder umtadeii zu lassen, denn dieser kennt keinen Wagen, auch nicht dte Routen. Wie dieser Mann bei der k. k. St. B. mit den vielen „vorgeschriebenen" Prüfungen Unterbeamter werden konnte, ist unbegreiflich! Ein „Sparerlaß" jagt den anderen, doch in Iß lau spart man nur an Arbeitern. Wie wäre es sonst möglich, daß im hierortigen Magazin z n fünf Arbeitern zwölf Vorgesetzte gehalten werden. Hier wäre Gelegenheit zum Sparen! Vom Magazineur weis; man Überhaupt nicht, zu welchem Zweck er hier ist, denn feine Arbeiten (soweit selbe nichts eintragen) müssen die Magazinsarbeiter besorgen. Außerdem sind hier so viele Schreib- und Hilfskräfte angestellt wie in einem großen Magazin, und dies führt nur dazu, daß, wenn der eine dem »Arbeiter etwas anschafft, vom anderen entgegengesetzt angeordnet wird. Wir erwarten vom Herrn Stationsvorstand, der schon wiederholt sein menschliches Mitgefühl gezeigt hat, daß er auch künftighin die Sparerlässe im richtigen Sinne deuten wird, damit unnütze Leute, die in Jglau überflüssig sind, erspart werden. Ans einem Teil dieser Ersparnisse könnten zwei oder mehr Arbeiter beschäftigt werden. Dann sollte der Unfug abgestellt werden, daß Bedienstete und Arbeiter außer der vorgeschriebenen Leistung auch noch zu anderen privaten Dienstleistungen herangezogen werden. Hoffentlich genügt dieser Wink, St. Valentin. Von unserem allgewaltigen StationS» Pascha, über den wir vor einiger Zeit in einem längeren Artikel sehr viel Interessantes berichteten, wollen wir heute einen speziellen Fall unseren Kollegen zur Erheiterung des Gemütes zur Kenntnis zu bringen. Eine hiesige Personenkassierin hatte den Besuch einer Freundin bekommen, die sie einlud. mit ihr nach dein benachbarten Unterwinden zu fahren. Wie aber das anstellen? Der Vorstand war nämlich schon aus dein Bureau, und am Platze sich abznmelden, ist laut dem den Lesern dieses Blattes bekannten Utas strengstens verboten. Es blieb der Manipulantin nichts anderes übrig, als ohne Abmeldung einzusteigen. Der Zufall wollte es aber, daß der Gestrenge das Fräulein im Moment des Einsteigens erblickte. Wie besessen rannte er zur Personenkasse nnd erkundigte sich eingehendst, wohin und wann das Fräulein sich eine Karte löste, welche Kartennummer sie besitze, wieviel Karten dieser Relation im Quartal verkauft wurden und dergleichen. Jetzt gab es nur das eine für den pflichteifrigen Herren, und das war, das Fräulein abzupassen, sobald sie aussteigt. Mit Zug 1114 kam sie nicht, mit Zug 1132 auch nicht, aber dafür wird sie, wie er gewiß kalkulierte, mit Zug 1128 über Ernsthofen eintreffen. Kaum hielt die Maschine, als ein nervöses Hin- und Herjagen von oben bis unten und von vorn nach hinten begann, und sie kam trotz persönlichen Dnrchsuchens der Garnitur nicht zum Barschem. Zug 19 wurde abpatrouilliert, ebenso Zug 1190. Und noch immer war diese Person nicht da. Es ließ sich der Herr Vorstand nicht verdrießen, bei Zug 313 um %12 Uhr nachts zu passen, und als da die Jagd vergebens war, erschien er um 2 Uhr 26 Minuten zu Zug 11 abermals und vergebens. Wer kann in das Innere dcs enttäuschten Vorstandes jetzt blicken? Wie mußte er mit sich zu Rate gehen, was nun zu unternehmen wäre. Es wundert uns nur, daß nicht die Gendarmerie der Umgebung zur Suche um die Deserteurin ausgeboten wurde. Vielleicht sandte er gar an das „Interessante Blatt" eine Zuschrift, behufs Aufnahme der verschwundenen Manipulantin in die Rubrik „Wer weiß etwas?". Lassen wir jedoch das Spassen. Es ist die Sache wirklich ernst und traurig, daß eö einen Vorstand gibt, der derart kleinlich ist und dadurch sich dem Gelächter des Stationspersonals und der Ortsbewohner preisgibt, denn hier spricht jetzt ein jedes Kind von der verschwundenen Manipulantin. Den Lesern wollen wir aber an» vertrauen, daß die Manipulantin, während der Gestrenge sie so sehnsuchtsvoll erwartete und ihr sogar den Schlaf opferte, gemächlich den Weg Unterwinden-St. Valentin zu Fuß zurücklegte. Aupcrschin. (Im Gewände des Moralpredigers) tritt der „Deutsche Eisenbahner" auf, hält der Zahlstelle Auperschin des Allgemeinen Rechtsschutz- und Gewerk-schastsvereineö ihr Sündenregister vor und klagt sie an, Tschechisierungsarbeit zu leisten. Worin besteht nun das Verbrechen dieser Zahlstelle und wodurch haben sich unsere Genossen den Zorn des „Deutschen Eisenbahner" zugezogen? Ach, sie veranstalteten im Fasching einen Ball und ließen — darin besteht ihr Verbrechen — die Einladungen in deutscher und tschechischer Sprache drucken. Nun hat aber die Eisenbahnerorganisation deutsche und tschechische Mitglieder, es ist also viel begreiflicher, daß sich die Organisation an ihre Mitglieder in beiden Sprachen wendet, als wenn dies Deutschnationale tun. Und- wir brauchen gar nicht so weit in die Vergangenheit zurückschweifen, um einen solchen Fall herauszugreifen; gingen doch erst vor kurzer Zeit die deutschnationalen Eisenbahner gemeinsam mit den Tschechischnationalen gegen die Sozialdemokraten vor. Die Leute, die sich in Komotau mit Plakaten in tschechischer Sprache an die Eisenbahner wandten, die Waffengenossen des Herrn B n r i v a l, haben wohl das Recht verwirkt, anderen Tschechisierungsarbeit vorzuwerfen. — Bezeichnend für die Auffassung des „Deutschen Eisenbahner" von der Stellung der Arbeiter dem Unternehmer gegenüber ist es, das; nach der Meinung dieses Blattes oder wenigstens des Einsenders der betreffenden Notiz diese „Tschechisierungsarbeit von Undank gegen den eigenen Brotherrn zeugt". Wir haben doch immer gelesen, daß die „Deutsche Arbeiterpartei" auf dem Boden des Klassenkampfes steht. Wie vertragt sich die „Dankbarkeit gegen den Brotherrn" mit dein Klassenkampf? Wir würden uns durch den Widerspruch zwischen Theorie und Praxis der deutschnationalen „Arbeiterbewegung", der oft viel drastischer zum Ausdruck kommt als in dieser Notiz, nicht veranlaßt gefühlt haben, auf die Notiz im „Deutschen Eisenbahner" zu antworten; auch der Vorwurf der Tschechisierungsarbeit würde uns nicht dazu bewogen haben, aber die Tatsache, daß cs der Einsender der Notiz für notwendig hält, Familienangelegenheiten eines Genossen an die Ocssentlichfeit zu zerren, müssen wir noch aufzeigen. Wenn sich die Nationalen über die zweisprachigen Einladungskarten aufregen — gut, sie sollen ihre Freude haben. Eine bodenlose Gemeinheit ist es aber, das als Gelegenheit zur Denunziation und Beschimpfung eines tätigen Genossen zu benützen. Dein „Herrn Josef" — warum man auf einmal so zart ist und den Namen verschweigt? — wird vor-geworfen, daß er, der doch ein Deutscher sei, vor zwei Jahren anläßlich der Vorgänge im „Hopfenstock" die deutsche Nation eine ungebildete genannt habe. Das ist nun wieder ein Muster* stück deutschnationaler Verdrehungskuust, nicht das deutsche Volk meinte „Herr Joses", sondern die deutschnationalen Buben, die damals so tapfer die Fenster eingeworfen. Oder hält man in den Kreisen, denen der Einsender der Notiz entstammt, das Fenstereinschlagen für ein Zeichen der Bildung? Möglich ist es allerdings, auch die Ansichten über Bildung sind ja verschieden. Wir halten zum Beispiel einen Menschen, der den Vater gegen seine Söhne aufzureizen versucht, wie dies in der betreffenden Notiz geschieht, nicht für gebildet. Daß ein Mensch, der solches schreibt, auch von den nationalen Verhältnissen nichts versteht, trotzdem oder vielmehr weil er ein Deutschnationaler ist, ist eigentlich selbstverständlich. Lohndrücker sind die Tschechen, solange sie unorganisiert sind, deshalb liegt es auch im Interesse der deutschen Arbeiter, dah die tschechischen Arbeiter in der sozialdemokratischen Organisation aus Lohndrückern zu Lohnkämpfern erzogen werden, geschieht das, dann braucht der deutsche Arbeiter nicht am Hungertuch nagen, das kann ihm aber leicht passieren, wenn er sich von Leuten vom Schlage des Artikelschreibers ..führen" läßt. Trautenau. (Heizhaus.) Die Mißwirtschaft, welche hier herrscht, wurde schon des öfteren beleuchtet und es trägt nicht am wenigsten ein Teil des Personals dazu bei, daß solche unleidliche Zustände, wie sie hier Vorkommen, nicht schon längst verschwunden sind. Heute wollen wir uns einstweilen nur mit dem Herrn Maschinenmeister Zar ub a beschäftigen. Wie dieser Mensch Maschinenmeister werden konnte, ist unverständlich (er wird cS wohl kaum selbst wissen). Aber zu was braucht ein Maschinenmeister im Traütenauer Heizhaus Kenntnisse besitzen? Die Hauptsache ist, daß er ein strammer Deutschnationaler ist — und daß er einer ist, zeigt ja schon sein Name — und daß er die nötige „Intelligenz" gegenüber seinen Untergebenen richtig anwendet. Nun wäre ja gegen das Benehmen, das sich dieser Herr gegenüber seinen Untergebenen erlaubt, eigentlich nichts einzuwenden, das ist ja deren Sache, doch gegen Bedienstete und Arbeiter anderer Kategorien wird er sich ein anderes Benehmen zurechtlegen müssen, denn diese sind eine bessere BehandlnngSweise von seiten ihrer Vorgesetzten ge' wöhnt und verbieten sich Grobheiten auf das entschiedenste- Herr Zaruba, die Frist, die Sie einem Arbeiter z"r Zurücknahme seiner gebrauchten Worte gegeben, ist fchon längst verstrichen, ohne daß Sie die Anzeige bei der Streckenleitung erstattet hätten. Ja, wenn nicht so viel Butter auf Ihren' Haupt angehäuft wäre, was, da möchten Sie sich schon rühren -Auf das eine machen wir heute schon aufmerksam, wie die ße' rtngstc Beschwerde über Sie hörbar wird, sehen wir un§ wie-der, aber ausführlicher, dazu liefert uns nicht nur Trautenau, sondern auch Nimburg und Königgrätz Stoff in großer Menge, auch Ihr bewährter Bundesgenosse S ch i m e k und dessen Busenfreund Roßmauitz mögen sich beffern, ehe es zu spät wird. Einstweilen diene folgendes zur Darnachtung: „Ihr treuer Freund feines Angedenkens, Volksgenosse Janecek, mußte das Feld seiner „ersprießlichen" Tätigkeit schmählich verlassen. Wir hoffen, daß Sie einen ebensolchen ebenbürtigen Freund wieder finden werden. Spittal o. d. Drau. Am 1. April fand im Hotel Salzburg. Spittal a. d. Drau, eine Gemeinderatswählerversammlung statt, wo sich ein gewisser Herr Ritter b. Platzer, Kanzleiexpedient der Südbahn, äußerte: Der Obmann der sozialdemokratisch e n Eisenbahner habe zu-8csagt, daß hie sozialdemokratischen Eisenbahner s ü r die Neichsbündler stimmen werden. vSch erkläre diese Behauptung insolange eine erfundene Lüge, BtS sie vom Herrn V. Platzer widerrufen wird. Die sozialdemokratischen Eisenbahner waren, soweit sie wahlberechtigt sind, an den Parteibeschluß auf Wahlenthaltung gebunden. _ Komotau. Im Hiesigen Heizhaus der B. E. B. treibt ein Individuum sein Unwesen, welches verdient, an den Pranger gestellt zu werden. Der Maschinenmeister Haudek wird vielleicht einem jeden bekannt sein, doch geben wir zu, daß sich dieser liebe Mann eifrig bemüht, durch lügenhafte Angaben dem Maschinenpersonal zu Strafen zu verhelfen. Er schreibt auf die Diensteinteilung falsche Namen und falsche Maschin-ttummern, so daß sich das Mafchiitcnpersonal faktisch nicht auskennt. was für eine Maschine sie nehmen sollen. So zum Beispiel schrieb Herr Haudek am 20. Dezember 1910 für den Schnellzug 4 den Heizer Spacek als Führer und einen Zweiten Heizer namens Winter als Heizer. Also zwei Heizer zu einem Schnellzug. Zudem war der Heizer Spacek, der als Führer bezeichnte, damals im Marodeustand. Dem Führer H ö H ii 1 schrieb er zu den Zügen 80 b und 81 b zwei Maschinen auf, und zwar die Lokomotive ‘259 und die Lokomotive 206. Wir würden diese Fälle nicht anführen, wenn sich Herr H a udek gegenüber dem Mafchinenpersonal anders benehmen würde. Kommt ein Führer ober Heizer zu Herrn Haudek und fragt wegen feiner Schreibweise tun Auskunft, so fährt er die Leute an, wie wenn er lauter Buben vor sich hätte. Läßt |ich das Personal die Grobheiten nicht gefallen, dann hat Herr Haudek nichts eiligeres zu tun, als sofort zum Herrn Inspektor zu gehen, und die Aeußernngen, die Herr öaudet gegenüber dem Führer oder Heizer gebraucht hat, jl zu verdrehen, als wenn sie vom Führer oder Heizer gemacht worden wären. Ich bitt’ schön Herr Inspektor, sagen Sie aber diesem Mann nichts davon. Herr Inspektor B e n i f ch geht direkt zu dem Betreffenden und schildert ihm, was Herr Haudek über ihn sagte, mit der Betonung, daß er (Inspektor) aufgefordert wurde, nichts zu sagen. Weiter hatte ein Führer, der jnt großen LaftzugSturnuS eingeteilt ist, die Ehre, am 29. Dezember 1910 die vierte Reserve zu machen. Da die Lokomotive Nr. 128 dieser Reserve stets zu Mittag derart auszurüsten ist, baß dieselbe 24 Stunden mit Kohle, Wasser u. s. ia. aushält, fuhr sie zur Kohle und ordnungsmäßig von der Kohle. Während dieser Zeit verstellte Maschinenmeister Haudek die AuS-fahrt der Maschine Nr 128, so, daß dieselbe statt um 1 Uhr 30 Minuten erst um 2 Uhr 40 Minuten den Nachmittagsdienst antreten konnte. Wegen diesem Vorfall gab Herr Haudek dem Führer die Schuld und denunzierte den Führer beim Herrn Inspektor, er hätte sollen über die anderen Maschinen h i n >v e g f a h r e n. Selbstverständlich gab Herr Inspektor 58 e n i s ch dem Denunzianten Recht und der Führer wurde augenagelt. Aus diese Vorgangsweise bitten wir Herrn Zentralinspektor Tauber eindringlichst, dem Herrn Haudek besser aus die Haube zu gehen und feinen Glauben schenken; oaS beste wäre, einen solchen Maschinenmeister ganz und gar bon feinem Posten zu entheben. Denn durch einen solchen Vor» (jclctzten werden nur die Leute mißmutig und dienstwiderwillia. Triest. (Freihafen, k. k. S t a a t s b a h n e n.) «ranz Legen. Lokomotivführer, wurde wegen Kurzsichtigkeit k?m Streckendienst abgezogen, und von Görz hierher versetzt. Das Görzer Personal jubelte laut auf, als sich diese Kunde verbreitete, hingegen bekam das Personal in Triest einen Kostenträger, der das Unkraut der „christlichen Siebe" sät. Der bedauernswerte Mann hat sich in seinen Kraut» köpf gesetzt, jede Kleinigkeit und jeden Tratsch in der Heiz-Hauskanzlei aufzutischen, wozu er fast seine ganze dienstfreie iseit aufopfert, und sogar über Personale, welche außer seinem Rayon stehen, zu fibitzen. In seinem Interesse wollen wir ihm raten, dieses Handwerk, bevor es zu spät, einzustellen, und sich lieber an feinen himmlischen Schutzpatron zu wenden, statt im Heizhaus 1'ch herumtreiben, denn er konnte cS sonst noch erleben, von ®ott hinauSgeschinissen zu werden. Es diene denselben zur Kenntnis, daß der neue Inspektor Herr Pflüg! kein Freund der Bauchrutscher ist, sondern lediglich auf die Tüchtigkeit im Dienst schaut, welche bei dem w Rede stehenden Degen vollkommen fehlt. So viel für bieg-?loI, im Falle aber diese Zeilen nicht genügen würden, sind wir ,n der Lage, mit einer größeren Portion zu kommen. Aussig. (Aussig-Teplitzer Eisenbahn.) Zum Mai werden auf der A. T. E. große Verkehrsänderungen geplant. Unter anderem wird der PerfonenzitgSberkehr ge» *J’öelt, sämtliche Züge werden umnumeriert u. f. w. Mit Besorgnis und Mißmut sieht bas gesamte Zugspersonal diesen •Maßnahmen entgegen, bezwecken dieselben ja hauptsächlich nur ®l[te immer intenfibere Personalausnützung. Würbe in der tefcten Zeit etwas geänbert, so nur um zu sparen, dem Per» jonal immer mehr Arbeit aufzuhalsen, gleichzeitig auch die *0lllt minimalen Nebenbezüge zu schmälern. Einen derartigen neuen Trick wollen wir hier kurz besprechen. Die Manipulationsgüterzüge 191—102, 197—194, 0?*—244 erleiden durch den starken Verschub und die diversen '“Hieraus* und »Zuladungen stets Verspätungen, welche be-Ivllders bei starkem Verkehr enorm sind. Um nun dieselben nach Tunlichkeit einzuschränken, kam ein findiger Kopf auf die $ ständige Zugsführer bei diesen Zügen zu benoenden. Doch dnfc zeitigte bisher lein allzu jünftigeS Resultat, verschuldet die Verspätungen in den seltensten Fällen das Zugsper-1° sondern die Ursache liegt stets in der Nachlässigkeit der d- Litton und der manchmal geradezu kleinlichen Ausnützung . r. Züge in den Stationen. Nun will man noch einen Schritt etter gehen und ständige Partien zu diesen Zügen borschrei-lirf* • Maßnahme müssen wir direkt als eine Ungeheuer» im bezeichnen. Statt die Schindertouren soviel wie möglich allgemeinen Turnus zu verteilen, sollen dieselben zusam-zogen werden. Dies ergäbe fünf Tage anstrengendsten erfchubdienst von durchschnittlich täglich elf Stunden, davon Tage mit 13 und 14 Stunden — wohlgemerkt ,.7■ ” * Verspätungen. Das Personal hätte monatlich V,n Uebernachtungen auswärts und könnte nur jeden sechsten j 1 einmal mit feiner Familie zu Hause essen. Dadurch er» (j?“Jfen dem Personal auch doppelte Haushaltungsauslagen, lieh*? °a”8 ausgeschlossen, daß die Zugsbegleiter, welche särnt» "erheiratet sind, und mehrere Kinder haben, bei dem nie» QuPv und dem minimal« Stundengeld von 12 Heller fefin Dauer diesen Turnus fahren können, ohne materiell dar geschädigt zu werden. Wir wollen bis jetzt noch nicht glauben, daß sich die Direktion, ohne Rücksicht auf die dx'"Udheit des Personals und deren Familien eigentlich auf .Mußstandpunkt" stellt, und die Leute einfach kom- mandiert. Sollte es dennoch eintreten, dann müssen sämtliche Zugsbegleiter energisch dagegen Stellung nehmen. An die Zugsführer richten wir die Mahnung, sich nicht zu derartigen Antreibereien herzugeben. Bei der A. T. E. haben auch die tätigsten und willigsten Bediensteten noch niemals Dank ge- habt, passiert irgend etwas beim Zug, so wird stets in erster Linie der Zugsführer gepackt und oftmals unschuldig angeklagt und gestraft. Versammlungsberichte. Protestkundgebung des Wiener Verschub-personals. Das Verfchubpersonal sämtlicher Wiener Bahnhöfe der I. k. Staatsbahnen und der verstaatlichten Bahnen fand sich am 11. April k. I. abends massenhaft zu einer Versammlung im Hotel „Union" ein, um gegen die bisher nicht erfolgte Erfüllung von Brennendsten Forderungen des Verschubpersonals zu Protestieren. Die Versammlung war von den Vertrauensmännern des Verschubpersonals einberufen worden. Den Vorsitz führte Genosse Kneidinger, als Schriftführer fungierte Genosse W s a k 1 a r von der St. E. G. Genosse Decker erstattete den Bericht über die beim Eisenbahnministerium stattgefundene Vorsprache. In nüchternen Ausführungen erklärte Genosse Decker, wie das Eiscn-bahnministcrium zwar alle Forderungen des Verschubpersonals als berechtigt anerkenne, aber zu allen Punkten stets die stereotype Antwort bereit hat, zur Erfüllung der Forderungen kein Geld zu haben. Der Redner beschäftigte sich auch mit dem Erlaß des Eisenbahnministers Dr. G l o m b i n S k i, der dem Personal die Möglichkeit zu nehmen beabsichtigt, ihre Wünsche und Beschwerden durch die Vertrauensmänner der Organisation den maßgebenden Faktoren zur Kenntnis Bringen zu können. Die sachlichen wahrheitsgetreuen Ausführungen des Genossen D e ck e r ü&er den ablehnenden Standpunkt des EisenBahn-ministeriums riefen Bei den Versammelten große Erregung hervor und gaben diese in zahlreichen Zwischenrufen dein anwesenden Regierungsvertreier deutlich zu verstehen, daß das VerschuBpersonal nicht mehr lange gewillt ist, sich mit weiteren Vertröstungen aBfpcifen zu lassen. Der Vorsitzende Genosse Kneidinger Berichtete hierauf Über die Behandlung, die den gewählten Ausschußmitgliedern des Provisionsfonds in der letzten Sitzung zuteil wurde. Unter stürmischer Zustimmung der Versammelten erklärte Genosse Kneidinger, daß die gewählten Aus» fchußmitglieber unter diesen Verhältnissen gezwungen sein werden, demnächst bie Entscheidung der Wählerschaft Über das weitere Verhalten anzurusen. Genosse Adolf Müller, der in Vertretung der Zentrale an Stelle des durch eine wichtige Vertrauensmänner» fitzung verhinderten Genossen Toinschik erschienen war, schilderte hierauf in längeren Ausführungen die Ursachen des angeblichen Geldmangels der Regierung. Er verwies darauf, wie für unproduktive Zwecke, inSBcfmtbere für den Bau von Dreadnoughts. Millionen von Kronen in oen Delegationen von den Bürgerlichen SlBgeorbnetcn Bewilligt wurden, für die minimalen Forderungen der EifenBahner habe man kein Geld. Bei diesen Ausführungen wurde der Herr Regierungsvertreier sehr nervös und drohte mit der Auflösung der Versammlung. Denn Über diese Dinge, bemerkte er zum Vorsitzenden, dürfe er nicht reden lassen. Ein brausender Entrüstungssturm der Versammelten erfolgte als Antwort auf diese Bemerkung des Negierungsvertreters. Genosse Müller konstatierte, daß die UntcrbrüctungStaltif der Negierung die organisierte Eisen-bahnerschaft nicht hindern werde, trotzdem immer und üBerall die Wahrheit über die Negierung und ihr Verhalten zu sagen. AIS Genosse Müller weiter in bewegten Worten die Berechtigung der ^Forderungen des Verschubpersonals an Tatsachen nachwies, die das große Elend und die Bittere Not, hervor» ge.rufen durch die furchtbare Teuerung, zeitigten, und die Versammlung ununterbrochen stürmisch zustimmte, wurde der Herr Negierungsvertreter noch einmal nervös und drohte wieder mit der Auflösung. Jedenfalls war er von den geschilderten Tatsachen über das Elend des Verschubpersonals so ergriffen, daß feilte Nerven zu versagen drohten. Genosse Mütter schloß feine Ausführungen mit dem Appell an treues Festhalten in der Organisation, bann wird das Verschubper-jonal auch in der Lage sein, im gegebenen Moment, der nicht mehr fern fei, gerüstet den Kampf um das größere Stück Brot aufzuueljmen. Es sprachen noch einige Genossen aus der Versammlung und Brachten in schlichten, aber treffenden Ausführungen die herrschende Erregung unter dem VerschuBpersonal zum Ausdruck. Hierauf gelangte eine von Genossen Decker Beantragte Resolution zur einstimmigen Annahme, in welcher das EisenBahnministerium nochmals aufgefordert wird, den Berechtigten Forderungen deS Verschubpersonals Baldigst Rechnung zu tragen, widrigenfalls das VerschuBpersonal die notwendigen Konsequenzen aus der aBIehnendcn Haltung des EisenBahnminisieriums ziehen müßte. Genosse Kneidinger verwies in seinem Schlußwort aus die tiefgehende, allerorts herrschende Erregung unter dem Personal, und wie cB nur eines einzigen Funken Bedürfe, um einen furchtbaren Kamps zu entfachen. Die maßgebenden Faktoren sollten daher so viel Einsicht haBen und rechtzeitig ein» lenken. Wir wollen nichf um jeden Preis kämpfen, aBcr wenn man dem Personal den Kamps aufzwingt, so wird cs ihm mit Mut und Ausdauer, getrieben durch die Verzweiflung, aus» kämpfen, bis zum Sieg. Damit fand diese denkwürdige Versammlung ihr Ende und das Verfchubpersonal kann aus dem Verhalten der Regierung so manches lernen. Jedenfalls die Tatsache, daß die Regierung mit allen Mitteln verhindern will, daß die Eisen-Bahner die eigentlichen Ursachen der Nichtbewilligung ihrer Forderungen erfahren. Dafür wird aber gesorgt werden und insbesondere im jetzigen Wahlkampfe werden den Eisenbahnern die Augen geöffnet werden, wer ihre eigentlichen Feinde sind. Am 13. Juni 1. I. mit dem Stimmzettel in der Hand werden die Eisenbahner diesen Herrschaften die Antwort erteilen und die zweite Ajitwort werden sie, wenn sie nicht rechtzeitig cinlenkeii, in einem etwas späteren Zeitpunkt, aber jedenfalls rechtzeitig und energisch genug bekommen. Falken»« <*. d. (?gcr. (Ein mißglückter Sieges-zug der Reichsbündle r.) Für Sonntag den 9. April hatten die Reichsbitndler in Falkenau eine öffentliche Eisen» bahnerverfammlung emBcrufeii, wo Dr. Ritter b. M ii h I« wert üB er „DieStellung der Eisen Bahner als deutschösterreichische StaatSBürger" und „D i e Ursachen der Parlamentsauflösung" sprechen sollte. Der Saal war bei Ankunft der Nationalen voll besetzt. Selbstverständlich wollten die Nationalen das Präsidium beanspruchen. Herr I u g 1 versuchte klarzulegen, daß es sich um eine wichtige Frage für das Personal handle; doch ein Sturm von EntrüstunMundgebungen war die Antwort. Der Obmann der Reichsbündler, Herr T a tt s ch, der sick offenbar zuvor die nötige Courage durch ein anständiges Quantum Alkohol verschafft hatte, verkündete nun zum Gaudium der Versammlung, daß er für abends eine SGereiiiSvcriammlung cinBerufe und forderte seine Volksgenossen auf, das Lokal zu verlassen. Stürmische Pfuirufe Begleiteten den Abzug der Nationalen. Sofort cröffnete Genosse Olbert eine Wählerversammlung. Darüber waren die Herren Nationalen erst recht verblüfft. Bildeten sie sieh doch ein, durch ihre Flucht wäre die Versammlung überhaupt unmöglich. Die Genossen Olbert, Kuhnl und Schmidt wurden ins Präsidium gewählt, der Genosse Adolf Müller (Wien) erhielt das Wort zur Tagesordnung: „Dt1 Auflösung des Parlaments und die E i s e «-Bahner." Genosse Müller schilderte die Ursachen der Auflösung, alles was damit für die Arbeiter verloren ist, wies au der Hand von Tatsachen das volksfeindliche Verhalten dev bürgerlichen Abgeordneten, insbesondere die Tätigkeit ber der Eisenbahnerbertreter Wcidenhoser, Kroy, Mühl» wert und Konsorten nach und schloß unter stürmische in Applaus seine trefflichen Ausführungen. Als zweiter Nedner gaB Genosse KrauS die Erklärung aB, daß cs sich den Herren Nationalen nicht um die wirtschaftliche Frage der Eisenbahner handelte, sondern diese Versammlung sollte ein Wahlmauöber für Herrn M ii h I tu e r t werden. Hinweisend, daß unsere Organisation schon alles aufgebotm hat, um die nach der neuen Normicrttiw für einzelne Gruppen entstandenen Härten auszugleichen, ernärtc er, daß neuerdings Konferenzen einberufen sind, die alle diese Frage« Behandeln werden. Nunmehr stellte Genosse Kraus den Eisenbahner« den Kandidaten des StädtewahtBezirkes Genossen E nt m e r» litig aus Wien vor. Stürmisch Begrüßt, Betrat Genosse Emmerling die Rednertribüne. In temperamentvoller Weise schilderte er den Anwesenden die Tätigkeit der Volks» feindlichen nationalen Abgeordneten, als auch die Tätigkeit deö Sozialdemokratischen Verbandes, der jederzeit nur die Interessen des Volkes im Auge hatte, zergliederte besonders die Tätigkeit der nationalen Herren im SoziattierstcherungsauSschui; und schloß mit dem Appell, daß die Eisenbahner den Herren die beste Antwort mit dem Stimmzettel geben sollen. Stürmischer Beifall folgte seinen Ausführungen. Nach einer Ansprache bet; Genossen Olbert sowie des Genossen K ü h n I Beantragte ßic» uoffe K raus folgende Resolution: „Die heute den 9. April im Schiebhause tagende Eisen-Bahnerwühlerversammlung spricht den gewesenen bürgerlichen nationalen Abgeordneten, insbesondere dem Herrn Dr. Rittet v. M ü h l w e r t, für ihr volksfeindliches Verhalten im Parle, ment das tiefste Mißtrauen aus, spricht dagegen dem gewesene« Sozialdemokratischen Verband für seine erfolgreiche Tätigkeit ben Besten Dank aus utib verpflichtet sich, mit aller Macht für bie Wahl des Kandidaten Genossen Emmerling einztifetzen." Nachdem unter stürmischer Zustimmung diese Resolution einstimmig angenommen wurde, schloß Genosse Olbert die denkwürdige Versammlung. St. Pölten. Am 1. April fand hier eine sehr gut Besuchte Versammlung der Werkstättenarbeiter statt, wo die Genossen Borger und Ruch üBer die WerkstättenarBeiterkonferenz berichteten. Rudig. In der am 2. April abgehaltenen Versammlung referierte Genosse Kraus über die Lage der Wächter. Die Genossen werden ersucht, die Mitgliedsbücher behufs Nebisiott zur nächsten Versammlung mitzubringen. Proßnitz. Am 26. März fand in Körnitz eine öffentliche Versammlung statt, wo Genosse Mauka aus Brünn über ..Die Bewegung unter den österreichischen Eisenbahnern" referierte. St. Valentin. Am 9. April sprach hier in einer gut besuchten Versammlung Genosse So mit sch aus Wien über „Eisenbahner und Pariament". Neulengdach. Am 2. Avril fand in Offersbach eine gut besuchte Versammlung der Oberbauarbeiter statt, wo Genosse Schneider referierte. Grqz. (R e i ch s b ü n d l e r - V e r s a m m 1 u n g.) Am 1. April fand in Graz im Amien-Hof um 8 Uhr abends eine Versammlung des Reichsbundes deutscher Eisenbahner statt, zu der auch Eisenbahner von auswärtigen Stationen erschienen sind, offenbar in der Meinung, daß Bei dieser Versammluttp recht weitgehende Forderungen für Bedienstete und Arbeiter aufgestellt und beschlossen werden. Dem war aber nicht so. En wurde die Versammlung mit Streit und Schimpf Begonnen und auch damit zu Ende geführt. Die Versammlungsteilnehmer von nah und fern, die ihre knapp bemessene Ruhezeit geopfert hatten, sind höchstens um einen Schimpflexikon reichet geworden. Die Herren Kicker und 9t o tu c t tt t) haben es ia außerordentlich bcrstandcit, ihre Unratkübel auSzitschütien, schon deshalb, weil das Präsidium bald in Unrechte Hände gekommen wäre. Den Herren S t r it a d und Schmidt ist beinahe fchwummcrlich geworden. Wir tun solche ©chitackcrlorgani» sationen nicht gern aufputzen, aber dennoch bleibt es nicht aus, daß unsere Leute aus purer Neugierde hinlaufen. Herr Kicker wußte sehr bie! zu schimpfen, hat eS aber wohlweislich unterlassen, zu sagen, daß er seinerzeit, als er noch Mitglied ber sozialdemokratischen EifenBahrtcrorgmii» fatio» war, vor beut Ortsgruppenausschuß be- ttnb wehmütig feine unqualifizierBaren Aeußerungen zurückziehen mußte, wenn er ben Weg in die Jakominigasse vermeiden wollte. Hätten bie EifenBahner von auswärts gewußt, welche Ehrenmänner sie nach Graz zur Versammlung eittgelabeit haben, und um was sie babei reicher werben, bann wären sic sicher bei ihrer Familie zu Hause geblieben. Die Herren <5 t r n ab und Schmidt werden sieh ja ganz gut in Graz amüsiert haben und werden außerdem in der Sage fein, den Direktionen nach ihrer Rückkehr zu berichten, daß nicht einem einzige« Versammlungsteilnehmer der Schädel eingeschlagen wurde, trotzdem nichts beschlossen oder Beraten wurde, was den Bahnverwaltungen nur einen Heller koste« könnte. Die Herren haben also ganz schöne Erfolge. .. .u. " i . Aus den Organisationen. Wien X/l. Bei der am 20. März ffattgcfimdener Generalversammlung wurden folgende Genossen gewühlt: itav, Schmidt, Obmann, Johann Blaß, Joses Ott, Stellvertreter ; Rubels Redl, Kassier, Franz R a zB o r s ch c f, Stellvertreter ; Karl K et f £ a, Schriftführer, Joses Sr> oboda, Ferdinand Prinz, Stellvertreter; Max Mayer, Johann M a t) e r, Franz Wasch eneaer, Ausschussmitglieder ; Josei Grü11, Karl Heinzl, Joses Oarif et, Johann Pattnzcv, Kontrollore, Als Subkassiere: Ia Razborschek, Ib Schmidt I c W ct g I c ch n e r, I fc Krug, II Macho. III a b c Glaser und Linden berge r, IV a Ze 1 enka, IV b Poüek, V Koppen st einer, VI Lunzer, VII 9t u ii i 8 k a und Reich, Materialmagazin Piffl,SüdBahnplatcau Ott, Paun-z er, Wächter St o n c c tt tj. Eilgntmagazin Tot, Kondukteure Lurger, AmtSdiener Pontadi, Kratky, Fahrkartendrucker Ti e t sch, Autographendrucker Sv oB o b a, GepäckSträger@ che i) und Feigl, Portiere Wafchneger, ObcrBcut $$ a 6 i n g c r, Liesing © ch tu c ö a, Südbahnwerk it o 8. Als erweiterte Vertrauensmänner : Werkstätte Ia So ec, Gritsch, Kadou u, I b S a la in o n, B e k, T r e s n ak, I v W a g n e r, Maros ch, Ik Eberl, Straßer, II Glak, üronaroetter, Hin Kokoschineg, Gäbt, III b Karasek, III c P r e I o i tt i f, Kryzan, IV a Koch und S ch i f e r, IV b £ r ti 6 e tt B a ch, Kokesch, Sechner, Stochefer, Tutschkar, Wagner, V Hazl, VI Wrati 1, VII 9t u l i i I a, Reich, Magazins-metUcr Sittlich, MagazinSgehitfen ß u s t n 61 g, Holsten.» arbeitet: Hans 1, Richter, SüdBahnhos 83 a l a f, Kappe, Wagenputzer Briza. R u b a y, Beer, Kuppler und Verschieber Korzinek, Str«Hammer, Wächter Koneeny, Lampister Winkelbauer, Eilgutmagazin Tot, Ziegler, Ernst, Kondukteure Lurger, AmtSdiener Wohlmuth. Fahrkartendrucker Tietsch, Autographendrucker Svoboda Oberbau Wien Pospichal. Semrad, Berger, Liesing Scheda, Südbahnwerk R a u p l. Sämtliche Zuschriften sind an Karl Schmidt, Wien V., NilolSdorjergasse 2 9, 11/41, in Geldangelegenheiten an den Staffier Rudolf R e d l, W i e n, X., ColumbuS-gasse 19, 1/9, zu richten. Marienbad. Bei der am 1. April abgehaltenen Generalversammlung wurden folgende Genossen in den Ausschuß gewählt : Johann Demi, Bahnrichter, Aufchowitz, Obmann, Anton Böhm, Stellvertreter; Franz Schust c r, Kassier; Anton Iakesch, Schriftführer; Johann Modl, Bibliothekar; Andreas Standfest und Sigmund S ch u h m an n, Rcviforen. Jnzersdors. Bei der Generalversammlung wurden folgende Funktionäre gewählt: Johann Schräsfl, Obmann, Joses W a l i s ch, Stellvertreter ; Viktor I a n d a. Staffier, Kart Sauberer, Stellvertreter; Franz Rauch, Schriftführer, Georg Wohlfahrt, Stellvertreter; Semrad, Hauenfchild. Kontrolle; Lästerer, Raz, Frisch, Pelikan, Chromy, und Tschirk, Vertrauensmänner. Schreckens! ei». Am 3. April wurde im Gasthaus „Helgoland" die Generalversammlung abgehalten. Die Neuroaljl ergab folgendes Resultat: Eduard Paul, Obmann, Franz M a ch c, Kassier; Joses Grußer, Schriftführer. Josef 6 c r n y I, Franz W unber, Josef Leipelt und Joses W o r e l, Subkassiere. Zuschriften sind an Genossen Eduard Paul, Stramntel, Rudol s st ratze 93, zu richten. Pörtschach am Sec. Bei der am 26. März in Pörtschach slattgesundcnen Generalversammlung wurden nachstehende Gegossen in die Zahlstellenleitung gewählt: Valentin Schwarz, Portier der S tt d b a h n, P ö r t s ch a ch am See, Bahnhof, Obmann; Franz Egger, Kassier ; Johann P i ck e l l> e r g e r, Revisor; Franz Egger, Bibliothekar. Wien-Simmering. Bei der am 19. März im Simme-ringer Brauhaussaal abgehaltencn Generalversammlung wurden folgende Funktionäre gewählt: Alois Bukovsky, Obmann, !>arl Schwarz, Stellvertreter; Joses Su rh c t, Staffier, Franz Rzehak, Schriftführer; Josef Bock, Karl Bai er, Hugo M eitbrn, Franz Bied 1 a, Joses Z i p p c r e r, Aug. Schatz. Josef 50 l: ch nt a rt it, Martin Ondroj, Jos.s E ig l, Anton D o st a 1, Franz (S in b e r t, Josef Jordan, Josef Z ft f, Joses Ledvina und Ferdinand Paper, Ausschutzmitglieder; Josef Lorenz, Adolf Reinhart und Johann M a r t i n e k, Sion-trollore. Alle Zuschriften in Vcreinsangelegenhciten sind nur an den .Obmann Alois Bukovsky, W i e >t, XL, Geise 1 berg-strafe 46, zu richten. Himberg. Bei der am 2. April I. I. in A. Bosch' Gasthaus abgehaltencn Generalversammlung wurden folgende Genossen in den Ausschuß gewählt: Franz Geiger, Obmann, Leopold B e m m o t, Stellvertreter; Franz .ft I c t tt, Staffier, Wilh. Holender, Schriftführer; Johann Hege r, Karl Hotovetz, Kontrollore; Johann D 1 a ck, Johann G r i e b o u nt, Leopold «ruber, Rudvl, Müller, Karl Müllner, Joses Pfeil, Franz W e i d i n g e r, Ausschüsse. Die Monatsversammlungen finden am ersten Sonntag eines jeden Monats um 6 Uhr nachmittags in Herrn A. B o f ch' Gasthaus in Himberg statt. Die Mitglieder werden aufgef ordert, die Versammlungen recht zahlreich zu besuchen. Alle Zuschriften find zu richten an Genossen Franz Geiger, Kanzleidiener, Himberg 167. Dnx. Bei der am 2. April stattgefunbenen Generalversammlung wurden folgende Genossen gewählt: Hermann Sühs, Obmann, Josef Kunz. Stellvertreter; Adolf Szüts, Schriftführer, Franz Wontraüek, Stellvertreter; Poledar und Hopfitt ger, Bibliothekare; Richter, Wagner, Fleischer, Sevöek und Totzauer, Revisoren; Friedrich Schröder tu tiiltit und Wenzel W o 1t in Priesen, Subkaffierc. Alle Zuschriften sind an den Obmann Hermann S Ü h s i n D u x, Berg-nt a tt n g a f f e 413 zu richten. (5'ggcttlnirg. Bei der am 25. März stattgesunbenen Generalversammlung wurden folgende Genossen in den Ausschuh gewählt: Leopold D a n g 1, Obmann, Joses Heiter, Stellvertreter; Johann Ableidtnger, Schriftführer; Joses SilBcrbaucr, Stellvertreter; Franz Langweber, Kassier, Leopold O st e r b e r g e r, Subkassier für Klein-Meiseldvrs, Leopold Koller, Subkassier für Limberg; Josef Hirnschall, AkoiS Bednar, Ausschutzmitglieder; Anton Hobza, Bibliothekar ; Johann Haller und Ignaz T r ü p p e 1, Kontrollore. Zuschriften sind an den Obmann Leopold Dangt, Eggen» bürg. Bahnho s, in Kasscnangelegenhciten an Franz Lattgweber, Eggenburg, Horner Straße 19 zu richten. Saaz. Am 27. März fand die Gctteralberfantntlung der Ortsgruppe statt. Die Berichte der Funktionäre wurden zur StenntniS genommen und dem scheidenden Ausschuß das Ab-solutorium erteilt. Gewählt wurden folgende Genossen: Anton Seifert, Obmann, Franz Strnad, Stellvertreter; Franz K e S n e r, Schriftführer, Ernst P o r tt, Stellvertreter ; Anton Hauser, Staffier, Anton Leipert, Stellvertreter, Anton 1111 r y ch, Subkafficr; Joses Rovtj und Anton Pa z a k, Revisoren; Anton Star al und Slitlon Patiliöef, Bibliothekare. Für die Genossen von Schaboglück wurde Genosse Joses Hanl, sur die Genosfen der B E. B. Genosse Anton Ullrych als Subkassier getvählt. Alle Zuschriften in Vereinsangelegcnheitcn find an Genossen Obmann Anton ©eifert, Staats-bahnhos Nr. 1 023, zu richten. Es werden die Mitglieder aufmerksam gemacht, die SBereinSvcrfammltmgen zahlreicher zu besuchen. Turna». Bei der mit 9. April l. I. abgehaltenen Generalversammlung der Ortsgruppe wurden nachstehende Funktionäre gewählt: Franz F a 11 y S, Obmann, Anton Kovar, Stellvertreter; Josef. Balcs, Schriftführer; Franz Havlieek, Staffier; Joses Cuba, Franz Pivokonsky, Karl Pomr-honc, Starl Zakoui- tl, Stefan Schaft und Bohumil st it o b I o ch, Auäfchujjntitglicbcr, Franz SB c tt c c t und Johann Bobek, Ersatzmänner; Subkassiere: für ßießenau Franz Raulin und für die Strecke Liebenau-Langenbruck A. Kovak. Amstetten. Um in Zukunft Unregelmäßigkeiten in der Zustellung 6cS Fachblattes zu vermeiden, werden die Mitglieder freundlichst er jucht, jede Wohnungs- und Adressenänderung sofort dem Evivenzsührer Genossen Rupert Kumpsmüller bekannt-zugeben. Wie» XVI. Am Freitag den 7. April l. I. fand die JahreSverjamnunng der Zahlstelle statt. Nach den erstatteten befriedigenden Berichten wurden folgende Genossen in die Zahl-licllenlcitung gewählt: Franz Prochazka, Zahlstellenleiter; Johann tüb ulk a. Kassier; Johann Svanda, Schriftführer; ^«rodiav Matiöek, Emmerich Wrati 1, Kontrollore: Starl Trümmer und Joses G r e i p 1, Ausschutzmitglieder; Leopold Z e H e n t tt e r, Subkassier. Die EinzahlungS- und Zusammenkunftstage wurden für jeden Freitag nach dem 1. und 15. eines jeden Monats in SalomonS Gasthaus, Wien, XV., Kohlenhofgasse, bestimmt. Genosse © tt nt i t f ch hielt eilten Bortrag über „Sozialismus und Etfenbahner*, der aufmerksam verfolgt und beifällig ausgenommen wurde. Nach einer regen Diskussion über den Bortrag wie über verschiedene Berufsfragen schloß der Vorsitzende die sehr gut besuchte Versammlung mit der Aufforderung, die folgenden Versammlungen mindestens ebenso zahlreich zu besuchen. Pettau. Es diene den Mitgliedern zur Kenntnis, daß die Monatsvcrsammlungen jeden Sonntag nach dem 10. im Monat ilt Pesserls Gasthaus stattsiuden. Gleichzeitig wird bekannt-gegeben, daß die Bibliothek jeden Sonntag von '/M bis Vn12 Uhr vormittags offen ist und werden um diese Zeit Bücher entliehen. Auch ergeht an die Mitglieder die Aufforderung, fich recht rege nn der Bibliothek zu beteiligen und wird aus die neu angekauften Broschüren aufmerksam gemacht. Bischofshofe». Den Mitgliedern der hiesigen Ortsgruppe de« Allgemeinen Rechtsschutz» und GewerkschastSvereineS diene zur Kenntnis, daß mit Rücksicht aus den erschöpften Kassenstand laut. Beschluß der Ausschußsitzung vom 11. April 1. I. die Auszahlungen von Unterstützungen bis 1. August fistiert werden müssen. Unterstützungsanfuchen aus den Mitteln der Ortsgruppe während dieser Zeit können keine Berücksichtigung finden und. werden zur Behandlung nicht zugelassen. fOrniutmt mit Im,. In der am Sonntag den 9. April 1911 slattgefundcnen Generalversammlung wurden gewählt: Karl Müller, Obmann, Joses Stieninger, Stellvertreter; Franz Kieninger, Schriftführer, Jvsef Wimmer, Stellvertreter ; Fritz K1 i n g e r. Staffier, Leopold Fischer. Stellvertreter; Hans Kotzian, Bibliothekar. Johann Huber, Stellvertreter; Josef Pichler und Matthias § e i tz i it g e r, Revisoren ; Wenzel Hoiden, Silvester Hartl, Georg Wagner, Franz R o g 1 und Franz Weikenkas, Ausschüsse. Als StrcdcnvcrtrauenSmänner wurden gewählt: Max Schörgendorser, Bahnrichter, Franz W c i £ c n I a S, Wächter, und B e r n a r d, Oberbauarbeiter. Als Vertrauensmänner des ©tationSpcrfoualS : Leopold Fischer, Platzmeister, und Johann Er11, Wächenwächtcr. Alle Briese sind von nun an an Genossen Karl Müller, Braunau am Inn, Stadt-p 1 atz 18, zu richten. Nach Durchführung der Neuwahl der DrtSgruppeuleitung hielt Genosse Weiser aus Linz einen sehr interessanten Vortrag über WohnungSelcnd und Wohnungssürforge. Graz. (Ortsgruppe I.) Unter sehr zahlreicher Beteiligung der organisierten Eisenbahner von Graz und Umgebung fand am 3. April 1911 die Jahreshauptversammlung der Ortsgruppe Graz I (Südbahn) statt. Vor Eingang in die Tagesordnung trug der Männer-gesangverein „FI u g r a d* der ©übbabnbcdienftctcn in Graz den Frciheitschor „Vorwärts lttarfch 1' von S. Kranig vor. Aus den Berichten des Vorsitzenden Genossen St o 11 c g g c r ging zwar hervor, bat; die Ortsgruppe I mit Ende 1910 einen Mitgliederabgang von 481 gegenüber dem Stand vom Jahre 1909 zu verzeichnen hatte, daß dieser Abgang aber durchaus nicht beut Umstand zuzuschreiben sei, weil sich in Graz in letzter Zeit der Rcid'Sbunb deutscher Eisenbahner bemerkbar gemacht hat. Der Abfall ist hauptsächlich der enormen Teuerung der Lebensmittet und der Mietzinse, der Einführung bcS ProvisionSsondS für die Arbeiter, in welchen fast unerschwingliche Rückzahlungen zu leisten sind, und der schlechten Entlohnung der Oberbauarbeiter zuzuschreiben, wodurch die Leute für die Organisation leistungs-unfähig werden. Außerdem wurde eine große Anzahl von Mitgliedern versetzt und sind acht Mitglieder im abgelaufenen Berichtsjahre mit Tod abgegangen. Immerhin kamt die Ortsgruppe mit ihrer stattlichen Anzahl von 1473 Mitgliedern zufrieden sein. Der Bericht des Vorsitzenden endete mit dem Dank an alle Vertrauensmänner sowie an den scheidenden Ausschuß für die unermüdliche Mitarbeit zum Wohle aller Mitglieder, und bat auch den aus der Neuwahl hervorgehendot Ausschuß, vereint mit den Vertrauensmännern die Interessen der Mit-glieder zu wahren und denselben jederzeit mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Nur dadurch könne die Ortsgruppe wieder blühen und gedeihen. (Beifall.) Aus dem Bericht des Kassiers Genossen F erenz geht hervor, daß die Ortsgruppe im Berichtsjahre in 78 Fällen tut Betrage von Str. 1743 50, die Zentrale in 19 Fällen int Betrage von 430 Str., zusammen in 97 Fällen mit Str. 2 J 73*50 Unterstütz, ngen geleistet haben und daß die Ortsgruppe trotz der diversen andermärtigeu Ausgaben wie Delegienenkoften, Stanztet» erfordetniffe, BeheizimgS- und Belenchtungskosten k. noch immer über einen VcrrnögcnSstand von Str. liiOO'88 verfügt. Einen fchr befriedigenden Bericht erstattete der Bibliothekar Genosse Anton P öttler, dessen unermüdlicher Umsicht um die Bibliothek es zu danken ist, daß dieselbe immer in gutem Stande erhalten, kein Buch verloren ging und es den Mitgliedern möglich ist, zu jeder Zeit Bücher auSzuleihctt und zurückzugeben. Nur dadurch war es den Mitgliedern möglich, 1161 Bände zu entleihen und zu lesen. Wie umsichtig Genosse P öttler mit der Bibliothek zu Werke geht, beweist schon der Umstand, das; er der Ortsgruppe vom Berichtsjahre Str. 10 03 an OrbnungSgebühr zur Verfügung stellte. Der Bericht des KontroUobmamteS Genossen Andreas St o r p, Oberfonduktenr, besagt, daß die Kaffen-bestünde allmonatlich geprüft und stets in bester Ordnung befunden wurden. Genosse St o r p stellt daher den Antrag auf Entlastung des scheidenden Ausschusses. Wurde einstimmig angenommen. Bei der vorgenointnenen Neuwahl in den Ortsgruppen-auSschuß wurden über Vorschlag des WahlkomiteeobmanneS Genossen Joh. W c n g u st fast ausnahmslos alle bisherigen Ausschussmitglieder einstimmig wicbergemähtt, darunter die bisherigen Genossen Michael St o 11 e g g c r, Oßcrkonbukteur i. P., und Anton F e r e n z, MagazinSdiencr, zum Kassier. Nach der Wahl hielt Genosse Rudols Müller einen ausgezeichneten Vortrag über den neuen ©trafgefetzentrourj und erklärte die im Entwürfe geplanten Verschlechterungen in Bezug der gewerkschaftlichen Bewegungsfreiheit, was mit grosjem Beifall ausgenommen wurde. Verschiedenes. Ein Newt)orkcr in der kapitali-Amerika keine Das Geständnis eines Journalisten. Journalist legte auf Grund seiner Erfahrungen ftischcn Presse daS Geständnis ab: „Es gibt in unabhängige Presse. Ich werde bezahlt, um aus dem Blatte in dessen ©old und Lohn ich stehe, ehrliche und anständige Meinungen auszuschließen. Wir sind die Instrumente, die Sklaven der reichen Inserenten, die hinter den Kulissen stehen. Unsere Zeit, unser Talent, unser Leben, unsere Energie find das Eigentum anderer. Wir sind, wenn ich so sagen kann — intellektuelle Dirnen ..— (Das trifft natürlich auch aus die kapitalistische Presse aller Länder, auch die Oesterreichs zu. Die Redaktion.) der Signalstromkreis unabhängig von der räumlichen und zeit liehen Reihenfolge der 'Betätigung geschlossen wird. Deutschland. Ausgelegt am 2. März 1911. Einspruchsfrist bis 2. Mai 1911. Kl. 20 f. Louis Botrault, Paris. — ©uSritrtborrichtung für Eisettbahnremisen, die durch die Zugsvorrichtung oder von Hand anstellbar sind. Kl. 20 i. Lauritz Haastcdt, Drarmnen, Norwegen. — Elektrische UcberwachungSvorrichtung für Weichen mit Kontakten an jeder Weichenzunae. AuSgelegt am 6. März 1911. Einspruchsfrist bis 6. Mai 1011. Kl. 20 a I. Pohlig, Aktiengesellschaft, Köln-Zollstock und Alexander Werner, Köln, Richard Wagnerstrcitze 18. — Bahn-systcin mit einer oder mehreren Laufbahnen und einem ruhenden Fahrseil. Kl. 20 i. Otto Polacf, Kottbus. — Elektrische Zugsiche. rungSeinrichtung für die Ausweichstelle einer cingeleifigen Strecke mit unterteilten Leitungen. Die Anwendung Hertischer Wellen im Eisenblilmsignnl-dicnst. Der Sinn aller Sicherheitseinrichtungen im Eisenbahnverkehr besteht darin, die Zahl der Kontrollen für die richtige Geleisebenützung zu erhöhen und so die Möglichkeit eines Unfalles zu verringern. Apparate, die absolut verläßlich funktionieren, gibt es ja nicht und wird es nach menschlicher Vor-aussicht auch wohl nie geben. Dagegen haben alle Eisenbahn-Unfälle der letzten Jahre übereinstimmend gezeigt, datz sie nicht durch das Versehen einer Person ober durch das zufällige Nichtfunktioniercn eines Apparates zustande kamen. Immer waren es mehrere unglückselige Umstände, die sich sonderbarerweise zu gleicher Zeit und an gleichem Ort berbatidett und fo eine Katastrophe veranlagten. Daß Automaten versagen können, das liegt wohl auf der Hand, aber auch Menschen sind nicht unbedingt verläßlich. Hier spricht wieder die Gewohnheit eine große Rolle, die der jahrelange gleiche Dienst auf der Strecke mit sich bringt. Da darf es dann nicht überraschen, wenn fort' während neue Versuche gemacht werden, wenn die ganze,, ausgedehnte Schwachstromtechnik dem Sicherheitsdienst auf der Strecke in zahllosen komplizierten und finnreichen Einrichtungen dienstbar gemacht wurde, ja noch mehr, wenn man heute daran geht, das jüngste Kind der Elektrotechnik, die „Drahtlose", im Eisenbahnsignaldienst zu verwenden. Wie die „Zeitung des Verbandes der Eisenbahnberwaltungen" in einem interessanten Aufsatz berichtet, werden auf der Canada-Pacisic-Bahn Versuche mit einer äußerst sinnreichen Vorrichtung zur Verhinderung des Uebersahrens von Haltsignalen unternommen. Es ist nämlich schon öfters vorgekommen, daß die auf Halt gestellten optischen Signale — bekanntlich erfolgt dies bei Tag mittelst Semaphors und in den Nachtstunden mittelst ^farbiger Lichter — nicht nur bont Lokomotivführer, sondern auch vom Zugsbegleiter übersehen und mitunter sogar die dem Zug entgegeneilenden Bahnwächter nicht bemerkt wurden. Bei den Probefahrten der Eanada-Pacisic-Bahn wird die Verbindung zwischen dem Signal und der Lokomotive mittefit Hertzscher Wellen hergestellt. Die Hertzschen Wellen werden durch einen Wechselstrom, der einen zwischen den Schienen liegenden Drabt durchfließt, erzeugt und beeinflussen einen aus der Lokomotive angebrachten Kohärer. Der zum Auffangen der Wellen bestimmte Lusdraht hängt unterhalb der Lokomotive und bewegt sich in einer etwa 15 Zentimeter betragenden Ent fernung von dem stromführenden Draht. Die Versuchsstrecke ist in fechs Blockstrecken von je 800 Metern Länge derart eingc-teilt, daß die Signalbewegungen den Wechselstrom in dem Geleisedraht der betreffenden Blockstrecke ein- und ausschalten. Bei der normalen Stellung der Streckensignale bleibt auch das Signal auf der Lokomotive in der Stellung auf „Freie Fahrt". Durch Stromunterbrechung wird auf der Lokomotive das Signal „Halt" oder „Vorsicht" gegeben, wobei zunächst eine Pfeife ertönt und hierauf die Bremsen selbsttätig in Funktion gesetzt werden. Diese Vorrichtung hat sich bis jetzt bet einem aus zwölf Waggons bestehenden Güterzug, dessen Lokomotive für den Versuch ausgerüstet war, aufs beste bewährt. Literatur. Freie Glocken. Halbmonatsschrift für Freidenk c r t u m und monistische Weltanschauung. Die soeben erschienene Nummer 7 halt folgenden Inhalt: Vernunft und Wissenschaft. Gedicht von Ferri eddin Atta r. —Ich will k e i n Z c n t r u m § k a i j e r f e i n! Von Th. Butz.— Wie die „sittlich-religiöse" Kinder-erztehung in Wirklichkeit ausschaut. Von B. I. Elibitz. — Physikalische Gedanken. Von Erwin D i e in e r. — Opfer deS M o d e r n i st e n e i d e S. — Kon-,essionelleSchauergeschichten. — Astrologie und Aberglaube tut Altertum. — Neueö aus den Wissenschastett: Die Wassergewinnung in trockenen Ländern. — Eine Umgestaltung unserer Kalenderrechnung. — Arzneimittel aus dem Tierreich. — Rundschau: Der Vatikan mit seinem Modernistcneid in Rußland abgeblitzt. — Eilt gelaufene Bücher. SlbonnemcntspreiS: Vierteljährlich (sechs Hefte) 1 Ml. Einzelne Hefte 25 Psg. Zu beziehen durch den Verlag „Freu Glocken", Vetbztn, S3anrlW>f Strafte 4 Fachtechnisches. Paleiitbericht. Mitgeteilt von Dr. Fuchs und Ingenieure Kornfeld u. Hamburger, Wien, VII., Siebensterngasse 1. Auskünfte in Patentangelegenheiten werden Abonnenten bie-ses Blattes unentgeltlich erteilt. Gegen die Erteilung unten angeführter Patentanmeldungen kann binnen zweier Monate Einspruch erhoben werden. Auszüge aus den Patentbeschrei-bungeti werden von dem angeführten Patentanwaltsbureau mäßigst berechnet. Oesterreich. Aufgelegt atu 1. März 1911, Einspruchsfrist bis 1. Mai 1911. . KI. 20 f. Dr. Heinrich Asmus, Oberlehrer in Nienburg a. W. — Vorrichtung zum selbsttätigen Anhalten und Wiederingangsetzen von Eifenbahnzügen durch abwechselnde Stromentziehung und -Zuführung zu zwei isolierten Abschnitten der StromzuführimgSlcitung, dadurch gekennzeichnet, daß beim Stellen eines Signals auf Halt der eine kürzere Abschnitt stromlos gemacht und dadurch auf dem Zuge eine Schaltscheibe auSgelöft wird, die dann für den längeren zweiten Abfchnitt einen Bremsstrom cmfchattet, wohingegen beim Stellen des Signals auf Fahrt der Bremsstrom der Schiene auf kurze Zeit unterbrochen und dadurch die Scheibe zum Wiedereinschalten des Fahrstromes ausgelöst wird. Kl. 20 f. Theodor Kövesdy, Obcrrcbidcnt der k. k. Nord-bahn in Wien. — Abfertigungssignal, insbesonder für Straßenbahnzüge, dadurch gekennzeichnet, danieder einzelne Wagen mit mehreren parallel geschalteten istromichlußbpr-richtungen versehen ist, und alle Wagengruppett in Serie in den Stromkreis des Abfahrtssignals geschaltet sind, so daß nach Betätigung je einer ©trontfchlufeborrichtung in jedem Wagen toeippl MatzKaffee • gibt es nur einen — ■ Nachahmungen da- gegen viele! Daher : Vorsicht! Wan ver- lange und nehme ! : nur Originalpakete l mit dem liamen | Kathreiner Eingesendel. (Für Mrje Vlubrtl iitermmmt mc Redaktion tetnr Verantwortung.) Sie analen eines Nervösen. Ein nervöser Mensch ist ein unglücklicher Mensch. Kleine Widerwärtigkeiten, welche andere kaum bemerken, können ihn pr Verzweiflung bringen, jede Aufregung - verursacht ihm tagelang Kopfschmerzen oder Uebligkcit, jede Reise bildet für fhn eine Quelle der Aufregung. Ihn ärgert die Fliege an der Wand, und er ärgert sich wiederum darüber, daß er sich so ärgert. cn D?S ist es, was man im gewöhnlichen Leben unter Nervosität versteht. Der Arzt sagt aber diesen Begriff btcl weiter. Er begreift darunter alle Leiden, die vom Zentralnervensystem, das heißt vom Gehirn oder Rückenmark QUsgcqvu — anß das sind ihrer viel mehr, als der Laie ahnt. Nervenleiden sind Gehirnleidcn — und Geisteskrankst, unbewußte Handlungen, Rückcnmarkslähmungen u. s. w. sind nur besonders schwere Folgen desselben. In leichteren Fallen äußert sich Nervosität durch: Kopfschmerzen, Gliederreißen, Zuckungen, Rückenfchmerzen. Gesichtsschmerzen, Schmerzen im Hals, Armen und Gelenken, Augcnflimmern, Blut-wallungen, Herzklopfen, Schlaflosigkeit, schwere oder schreckliche Träume» Beklemmungen, Schwindelanfälle, Angstgefühle, übermäßige Empfindlichkeit gegen Geräusche, Reizbarkeit, besonders früh nach dem Aufstehen, Unruhe, Launenhaftigkeit, Versagen des Gedächtnisses, gelbe Hautflecke, Klopfen in den Adern, Gefühl von Taubheit in den Gliedern, Zittern der Hände und Ämeen bet Erregungen, blaue Ringe um die Augen, Ohrensausen, sonderbare Gelüste und Abneigungen, Impotenz, Schreckhaftigkeit, Neigung zu Trunksucht und andere Ausschweifungen. Viel weniger auffällige Erscheinungen treten einzeln oder zusammen auf und sind sichere Zeichen dafür, daß die Nerven angegriffen sind. Ueberarbeitun^, Aufregung, Sorgen, Schreck, Angst, aber auch Unregelmäßigkeiten aller Art können das Nervensystem derart angreiscn, daß einzelne oder mehrere der oben angeführten Symptome auftreten. Zeigen sie sich, so sollte unbedingt sofort etwas geschehen. Aber nicht allerlei giftige Reiz- oder Betäubungsmittel sollte man anwenden, das einzig richtige ist, den erschöpften Nerven diejenigen Stoffe zuzuführcn, die sie bei der übermäßigen Anstrengung verbraucht habe» und die ihnen nun fehlen. Diese Stoffe bestehen vorwiegend aus organischen Phosphorsäureverbindungen und es ist der Wissenschaft gelungen, sie aus organischen Substanzen in sehr starker Konzentration in dem bekannten für die Nervennährung so überaus wichtigen Lecithin zu gewinnen. In zweckmäßiger Zusammensetzung bilden sie das bekannte, sehr empfohlene gesetzlich geschützte Dr. Erhard-s ch e V i S n c r v i n. ES liegt nicht ein teures Kunstprodukt von mehr oder Minder zweifelhafter Herkunft vor, sondern trotz seiner Billig, ieit enthält „Visnervin" reinstes erstklassiges Lecithin in hohem Prozentsatz und ist von staatlich angestellten Sachverständigen glänzend begutachtet. Es ist auch kein Gehcimmittel, die Analysen sind vielmehr in einer besonderen Broschüre, welche an jeden gratis versandt wird, belanntgegeben. lieber die erstaunlichen Wirkungen des „ViSnervin" mögen aus der großen Anzahl anerkennender Zuschriften die beiden nachfolgenden sprechen: Teile Ihnen hierdurch freundlichst mit, daß Ihr Präpa-tat hier wiederum Wunder getan hat. Gleich nach den ersten Paar Tagen konnte ich schon Erleichterung spüren und nun vis letzt ich schon ungefähr zwölf Dosen verbraucht habe, fühle ich mich fast körperlich wieder gesund. Ich glaubte damals auch den Tod im Herzen zu haben, wenn mir nicht bald ein —'eiltet zuteil wurde, wovon mir eine Besserung verschafft wurde, aber ich habe da Ihre Annonce in der Zeitung gelesen uud mich entschlossen, Ihr Präparat zu gebrauchen, und welch wieder mir Zuteil geworden: die Gesundheit habe ich „tt r Htcrinit will ich schließen, spreche im voraus meinen allerbesten Dank aus. Heinrich Indorf, Büppel. Ach leide schon seit drei Jahren an heftigen Rücken, und Kopfschmerzen, unruhigem und teilweise gar keinem «Älas, beim Aufwachen heftigen Schmerzen in der Magcn-Und Herzgegend. Ich schrieb Ihnen um die Pastillen und siehe r?' schon als ich die zweite Dose genommen hatte, verspürte 'ch Besserung. Konnte gleich besser schlafen, die Schmerzen in vor Blagen- und Herzgegend waren wie wcggcblasen. Ich 'ch Beßerung. Konnte gleich besser schlafen, die Schmerzen in oer Blagen- und Herzgegend waren wie wcggcblasen. Ick suhle mich um 20 Jahre jünger. Ich habe nun Schaffensfreude und Lebenslust und alles durch Ihr lobenswertes Toni-*>tm ..Visnervin". Schon jetzt herzlichen Dank, Herr Doktor! '~8 wäre mir am liebsten, wenn ich allen Nervenleidenden uuf der ganzen Welt zurufen könnte: „Geht hin zu Doktor Erhard und holt seine Nervenpastillen." Sophie Spring, Pfaffenhausen. Den Rat, den die Schreiberin des zweiten Briefes gibt, sollte jeder Nervenleidende befolgen. Wenn man sich nämlich unter Berufung auf diese Zei. fUng an Dr. Arthur Erhard G. m. b. H„ Berlin 35/Post. TQch P. 310 wendet, so erhält man vollständig kostenlos und fw-toftei eine Probcschachtel dieser ncrvenkräftigenden Pa. ii r zugesandt, außerdem auch noch ein Buch, in welchem die Ursachen und die Heilung der Nervenleiden so klar und ver, Uandlich geschildert sind, daß auch der einfachste Mann den Anhalt völlig versteht. Ein Mittel, welches vielen Tausenden geholfen hat, sollte man mindestens versuchen, besonders wenn U'eser Versuch nichts weiter kostet als eine Postkarte. Sprechsaal. Offene Anfragen. 21« die k. k. Nordwestbahndireltiott. Die Wcichenwqchter der Station Schreckenstein haben im Ergangenen Jahre ein Gesuch um Zuerkennüng der NRHIdienst-sutnge eingesendel. Da sie bis jetzt aus dieses Gemch keine 'Antwort vfttrlten l,a^cn' 1° stellen dieselben an die hohe Direktion das 'wstich- Ersuchen um Beantwortung dieses Gesuches. Freie Eisenbahnerversammlungen. Aspangbahn. . .. Sonntag den 23. April findet in Sollenau in der Restaw tb w» des Herr» Sebent. Wienerstrasie. eine Versammln»» der «ft ,‘wy des Herrn Scheut, Wienerstraße, eine Versammlung —"ynerhaltungsarbeiter der G. W. A. und Sch. B. B. statt, vrs {j lwlwcubio, daß die Oberbauarbeiter in großer Anzahl er- ^geineiner Rechtsschutz- und Gewevkschastsveroin für Oesterreich. Snchllttlle Neulengvach. Die Generalversammlung findet Mai um 1 Uhr nachmittags in RathieS Restauration statt, aus Wien. Vollzähliges Erscheinen notwendig. Gäste ' 7 !°rent oininen. . . Är-tsgruppe Söniglncho-f. Am 27. April um 7 Uhr ffos findet im Gasthaus der F-rau Rücker unterhalb des ■J choscs die ganzjährige ordentliche Generalversammlung statt. ES »st Pflicht der Mitglieder, diese Versammlung vollzählig zu besuchen und die Lauheit endlich einmal aufzugebcn. Die Mitglieder werden ersucht, ihre Mitgliedsbücher dem Kassier zwecks Revision zu übergeben. Wer seine Mitgliedsbeiträge noch nicht beglichen hat, tue es sofort. ©rtogruppe Wolfaverg. Am 22. April um 8 Uhr abends sindetin Schelanders Saal, eine freie Eisenbahnerver-sammlung statt, zu welcher ein Referent aus Wien erscheint. Die geehrten Mitglieder werden daher beanjiragt, dafür Sorge zu tragen, daß die Versammlung zahlreich besucht wird. Grtsgr-uppe f$rudt nn der Mur Ii. Die Generalversammlung wird Montag den 24. April um 7 Uhr abends im GaslliauS des Herrn Podlacher in Diemlach abgehalten. Referent aus Wien. Die dienstfreien Kollegen mögen sich zahlreich beteiligen. Zahlstelle ?tralfwalchen. Am Sonntag den 7 Mai 1911, um 3 Uhr nachmittags findet in R tutiint! t, FeldbacherS Gasthaus eine Zusammenkunst der Mitglieder dieser Zahlstelle statt. Zahlreiches Erscheinen notwendig. ©rtogruppe Amstrtter». Am 30. April um ye3 Uhr nachmittags findet in Brunners Gasthaus eine Versammlung der Wächter statt. Sirereut Genosse Sommerfeld. Zahlreiches Erscheinen erroünicht. Grtogeuppe tfiliit. Die Mitglieder der Ortsgruppe werden ausgesordert. sich an der am 7. Mai stattsindenden Mo-natSversammlung zahlreich zu beteiligen, da ein Referent über die jüngsten Ereignisse aus den k. t. Staatsbahnen sprechen wird. An die säumigen Zahler ergeht der Appell, ihre Beiträge pünktlicher zu leisten, da sonst streng nach den Statuten vorgegan-gen wird. Inhalt der Nunrnier 11 vom 10. April 1911. An die Arbeiterklasse aller Nationen in Oesterreich! Artikel: ParlamentSaus.ösung. KoalitionSrecht und Er-preffungSparagraph. Zur Frage der Einfamilienhäuser. Wo sind die Verräter V Die nationale Koalition. Die Akkordarbeit in den Eisenbahniverkslätlen. Rcichskonserenz der Werkstüttenarbeiter sämtlicher Bahnen Oesterreichs. Eine unerhörte Protektionsgeschichte. Feuilleton: Ter eiserne Tod. Inland: Die Ausschreibung der Neuwahlen. Die Lokal-bahnvoilage — eine Frvz.elei. Ein interessantes nationales Geständnis. GewerkschajtSbcamter und Reserveoffizier. Lieb Vaterland, magst ruhig sein. Der unversöhnliche Kapitalismus in Oesterreich. Ausland: Tödliche Unfälle in der Industrie und im Verkehr in England. Staatlicher Terrorismus gegen die deutschen Eisenbahner. Aus dem Gerichtssaal: Ein Unfall bei einem Bahnschranken. Wer ist der Schuldige? Streiflichter: Jubiläum eines Parteiveteranen. WohnungSinisere in Bielitz. Die Lage der Gepäckträger. Nach Wiener-Neustadt. Zur Lage der BahnerhaltungSarbeiter. Korrespondenzen: Hermagor. Komotau. Villach. Vordcrnberg. St. Pölten. Mauthausen. Franzcnsseste. Branowitz. Bunauburg. Ayling. Czernowitz. Meran. Friedet-'Mistel. Körnitz. Vers a,m mlungSberichte: Znaim. Wiener-Neustadt. BischosShoscn-Fritztal. Bernhardstal. Bückstein. Aussee. Wien. Aus den Organisationen: Trautenau. BudweiS. Hullein. Bilin. Bockstein. Furth i. W. Stadlau. Znaim. Gürz 111. Peltau. Gciersberg. Wien. Verschiedenes: Klagelied eines Stationsexpedienten. Literatur: Freie Glocken. Mitteilungen der Zentrale: Zentralaus- schußsitzung. Verwaltungskomiteesitzung. Mitteilungen der Administration. Sprechsaal: Die Rümmer 8. Eisenbahner der k. k. Staatsbahndirektion Pilsen! Achtung, Arbeiter des Villacher DireltionsdezirkeSI O f i e n e Anfragen: An die k. k. Staatsbahndirektionen Prag, Villach, Trieft, an die Direktion der Böhmischen Nordbahn, der k. k. Oe. N. SB. B., an die k. k. Staatsbahndirektion Villach, an die Baudirektion der Südbahn. SlllgemeinerRechlSjchutz-undGewerkschastS-verein für Oesterreich: Stillsried. PurkerSdorf. Ober- leutcnSdors. tzannSdorj. Gänserndorf. Schärding. Bozen Ü. Bud-iveis. Salzburg 1. Letschen. Bodenbach. BudweiS. Aussig a. d. E. Oberhollabrunn. Briefkasten der Redaktion. Nn mehrere Einsender. Da wegen der Feiertage die vorliegende Nummer des „Eisenbahner nur zwölsseitig erscheinen konnte, mußte eine Anzahl von Einsendungen für die nächste Nummer zurückgestellt werden. 1 Für Hon Inhalt der In lorate übernimmt die Redaktion und Administration keine wie Immer geartete Ver-0 0 antwortung. o Für den Inhalt der la-•erata übernimmt die Redaktion und Administration keine wie immer geartete Ver-o a antwortung. o o rfei MAGGI Rindsuppe- WUrfel m In, M iii lg IKIUIIIU» lindert und bekämpft mit gutem Erfolge „Heinemanns Original - Kräutertee“. Aerzilich empfoljten und durch mehr als 2000 ehrenvolle Dankschreiben ausgezeichnet. Dieser heilttäftigc 5tce hat sich auch bestens bewährt gegen viele andere Beschwerden und wird täglich in frischester Dualität versandt. 8 Pakete iu Kr. 160, ti Pakete Kr. ff—, 12 Pakete Kr. l.r—. Astes zollfrei und franko. Ein einzelnes Paket kostet samt Porto Kr: 1'76. Albert Heinemann, Hamburg 36, Postfach 3. Prachtvolle Neuheiten! 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