Vritmmtrotlen» - Preise: Kür Laibach: «an»jShrig . . 3 fl. 40 tr. Halbjihrig . . 4 „ 20 „ «terteljihrig . 2 „ 10 „ Monatlich ... — * 70 „ Mit der Post «anzjLhng............12 fl. H-lbt-hrig........... 6 „ Vierteljährig.........S „ 8ür Zustellung m« Hau« »intelj. 26 k., monall. S k. Einzelne Nummern 6 k. Laibacher TJ Nr. 121. lagblntt. Anonyme Mitteilung,n werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Dienstag, 29. Mai 1877. — Morgen: Ferdinand. Revaetian: vahnhosgaffe Sir. Ib. ExpedttiouS- * Inserate«-Bureau: «ongreßplatz Nr. 2 (Buchhandlung von Jg. v. Klein-wahr & Fed. Bamberg.) JnsertionSpreise: Für dir einspaltige Petitzeile i 4 k., bei wiederholter Einschaltung ä 3 kr. Anzeigen biS 6 Zeilen 20 k. Bei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entsprechender Nabatt. * Für complicierten Satz besemij dere Vergütung. 10. Jahrgang. Momiements -Knladu«g. Mit 1. Juni 1877 beginnt ein neues Abonnement auf das.^Saibacher Tagblatt." «iS Ende Juni 1877: ^bach.............................— fl. 70 kr. Mit der Post..........................1 fl. — Ir. Bi« Ende August 1 877: £ ?°'b°ch............................. fl. 10 kr. Mit der Post ........................3 fl. — kr. Für Zustellung in« Haus monatlich 9 kr. dluf das „Laib. Tagblatt" kann täglich doch muß das Abonnement immer «tt Schlvtz eines Monates ablaufeu. Die Trennung Welschtirols von Deutschtirol und die Gründung Slo» veniens. n. (Schluß.) Nach obiger Andeutung des „Narod" scheint sonach das Stirnrunzeln des Klubobmannes Graf Hohenwart dem reuigen Jungslovenen Pfeifer, der vrwiß gerne für die Südtiroler gestimmt hätte, so 'ihr imponiert zu haben, daß er bei der Abstimmung äug -er schwülen Atmosphäre de« Saales die Flucht ergriff und feine liberal-flovenifche Flinte ln« Rom warf. Und wie lautet das Prinzip des Grafen Hohenwart, welches der Chefredacteur Herr Jurkic ebenfalls zu vertdeidigen in der Lage wäre? Se. Excel-lenz ist gewiß ganz einverstanden mit „Slooenien," allein vorerst müssen die Landtage von Steiermark, Kärnten, Görz, Istrien und der Stadtrath von Triest dazu ihre Zustimmung geben, somit nach Jurkik'schen Begriffen lauter historische Tyrannen der Slovenen, für die der Führer der Rechtspartei als Abgeordneter für die Landgemeinden Oberkrain» sehr erklärliche Simpathien zu hegen scheint. Die gedachten beiden slovenischen Blätter hätten ihren Lesern außerdem nicht verschweigen sollen, daß sogar die von ihnen sonst mit Achtung behandelten Abgeordneten aus Görz, Graf Coronini und Winkler — letzterer ein Mann, in dessen Adern ebenfalls „rein slovenisches Blut" rollt, — gegen Prato'S Antrag gestimmt haben, so wie e» nur ein Act der Gerechtigkeit gewesen wärt, zu erwähnen, daß die von unseren Klerikalen al» Glovenenfresser verschrieenen Abgeordneten Seidl von Marburg und Petritsch von Villach ihre Stimmen für die Aus-schußanträge abgegeben haben. Ja, geradezu beschämend für unsere Ultramon-tunen muß eS fein, unter denen, die mit „Nein* gestimmt, auch den Namen de« von den Klerikalen Untersteiermarks gefeierten Volksmannes Hermann zu finden, dessen langathrnige Schmerzen« -ergüsse über die von den Deutschen unterdrückten armen Slovenen, die er sowvl im Grazer Landtage als im ReichSrathe vorzubringen gewohnt ist, von den slovenischen Blättern dem vollen Inhalte nach ausgenommen zu werden pflegen und in Tausenden von Exemplaren von den Klerikalen unter dem Land» Volke verbreitet werden. Bei solchen Thatsachen, die wir hiemit konstatieren zu sollen glaubten, kann man wol sagen, daß die Nägel zum Sarge „SlovenienS" von ihren eigenen entarteten Kindern eingeschlagen wurden. Ja, es ist gar nicht anzunehmen, daß die Gegenpartei von der Notwendigkeit der Gründung „SlovenienS" jemals eine politische Ueberzeugung gehabt habe. War eS ihr um dieses Programm ernst, so hätten ihre Abgeordneten bei der Debatte über Prato'S An-trag den Standpunkt der Slovenen vertreten sollen. Erfaßt die slovenische Presse ihre Aufgabe, ist fie nicht jede« Ehrgefühles ledig, so könnte fie doch die Absentierung oder Reißau» der von der Nation abgesendeten Abgeordneten unmöglich gut heißen. Anstalt alledem wiederholt fich in den gegnerischen Blattern jenes perfide Manöver, die Deutschlibera-len al« die Unterdrücker der Welschtiroler, der Slovenen zu denuncieren. ja, der gutmüthige Deutsch. Oesterreich« ist der Sündenbock für die Abstimmung der Polen, der Ultramontanen, für die Fahnenflucht der slovenischen Abgeordneten. Was ist nach obigem Sachverhalte von der viel» gepriesenen slavischen Solidarität zu halten, dir al« rettender Engel die Slovenen vor fernerer Unterdrückung schützen soll? Sie existiert einfach nicht. Oder meinen, unsere politischen Gegner, daß, falls Pan R i e g e r an der Spitze der Czechen im Reich--rathe säße, sein Votum über Prato'S Antrag und JeuÄeton. Die Erbin von Thorncombe. nach dem Englischen, srei bearbeitet von Hermine Frankenstein. (Fortsetzung.) <*. Welche unendliche Zärtlichkeit lag in Sir Hughs r"°ne< >n seinem Blicke! Diana fühlte einen stechen-" Gewissensschmerz für da« herbe Weh, da» fie •ct ritterlichen Seele bereiten mußte, und fie "^ortete heftig, aber in festerem Tone: «Können Sie so schlecht von mir denken? Ich f. p Kar nicht heiraten sollen. Wenn ich wieder wäre, würde ich nie heiraten." Wenn ihre Worte ihn sehr schmerzten, so zeigte 1 68 doch nicht. liehst e6 bibt keinen Mann, den du mir vor- an ..Keinen, Sie find der edelste, wahrhaftigste *"ann der Welt 1" rief Diana mit etwas von ihrem "urn Ungestüm. „Lassen Sie mich." ... Sie versuchte ihr Gesicht vor ihm zu verbergen, stine Hand hielt fie fest. Es entstand ein n8t6 Stillschweigen. Dann ließ Sir Hugh fie los, indem er sehr sanft» aber mit tiefem Seufzer sagte: .Du sollst mir wie eine Schwester sein, Diana, bis ich deine Liebe gewinnen kann, wie ich es werde. Eines Tages wirst du deine Hand in die melnige legen und mir Liebe für Liebe geben, wie ich hoffe." Diana zog ihre« Schleier über das Gesicht. „Und jetzt," sagte Sir Hugh, „sage mir Diana, habe ich recht, wenn ich glaube, daß dieser Veränderung irgend eine wichtige Ursache zugrunde liegt?« Sie nickte bejahend. „Willst du mir das Geheimnis mittheilen?" „Nein, ich kann nicht — ich kann nicht/ »Du hast keine Liebe für mich. Du weigerst dich, meine Gattin zu sein. Du möchtest wieder frei sein, und verbirgst vor mit ein Geheimnis, da» dich betrifft und welches ich daher wiffen sollte. Diana, das Glück zweier Leben ruht in deinen Händen. Ich rathe dir, ganz offen gegen mich zu sein. Sage mir alle«, und wir wollen un« zusammen berathen." Alle« sollte fie ihm sagen — die Geschichte von Jack Eartwright« Leben und Tod, von ihrer Adoptierung, von ihrer heimlichen Heirat mit dem tobten Verbrecher Filipp Ryve? Nein, da« konnte fie nicht. „ES ist unmöglich," sagte fie traurig. „Wir haben unseren Vertrag geschlossen, einander wie Bruder und Schwester zu sein. Die Welt kann uns glücklich wähnen. Aber ich muß meine eigenen Geheimnisse bewahren, mein eigene» Leben führen, und Sie dürfen mich nicht einmal befragen. Scheint Ihnen da» hart? Glauben Sie mir, wenn Sie leiden, leide ich zehntausendmal mehr. Ich werde nie eine vollkommen glückliche Stunde kennen, so lange ich lebe." Sie trat an» Fenster und setzte fich dort schwei-gend nieder, bi» der Zug im Steventoner Bahnhofe rinlief. 19. Kapitel. In Redmond-Hall. „Wir find zur Stelle!" sagte Redmond, al» er seiner Frau au» dem Wagen half, der fie von Steventon nach Redmond-Hall geführt hatte. Ein überraschend schöne« Bild bot fich ihren Blicken da. Da waren großartig angelegte Glashäuser, Wintergärten und Orangerien auf einer Seite der über „Slooenien" anders auSfallen würde, als jenes des cz-chifchen Mährers Pr«jak? Wozu war also die schon seit Decennien unter der Bevölkerung unseres Landes und der Nachbar, länder betriebene Hetze wegen Gründung „Slo-veniens," wozu die vielen Taborresolutionen, da» Bezwecken der vom Suter der Nation im krainischen Landtage zum wiederholtenmale im prosetischen Tone verkündeten feierlichen Erklärungen, die geeinigte „Slovenija" muß entstehen? Alles ist nur eitles Blendwerk, leere Taschenspielerkünste. Unfähig, eine befruchtende Idee im Volke zu pflegen und dessen geistigen und Volks-, wirthschaftlichen Aufschwung zu fördern, ziehen es unsere Vo'.ksverwirrer vor, ein wohlfeiles Märlycium für eine wohlklingende Phrase auf sich nehme», sie suchen die unklaren Begriffe der Massen durch ein Phantom zu erhitzen, an das sie selbst nicht glauben, da» ihnen, wenn es Zeit wäre, zu dessen Der-wirklichung zu schreiten, nicht einen Schuß Pulver werth dünkt. Mit keinem der Programmpunkte, die .ste in die Welt Hinausposaunen, ist es ihnen ernst. Mit leeren Phrasen suchen ste die höchste Friictificie-rung ihrer politischen Phantome für sich heraus-zujchlagen, was namentlich bei Wahlen in Bertre-tungskörper der Fall ist; haben sie einmal irgendwo rin Mandat erfischt, so manifestieren diese Helden der Phrase in der Regel ihre volle Unfähigkeit, und diese sollen nicht sie einzig und allein, sondern die Deutsch-Liberalen verschuldet haben. Wenn sie daher wieder mit neufabricierten Programmen an da» Volk herantreten werden, möge man sie an die schmähliche Haltung ihrer Gesinnung»-gen offen bei der Abstimmung über Prato'» Antrag erinnern und ihnen die Worte de» großen amerikanischen Weisen Franklin zurufen: „Jeder ist ein Betrüger de» Volkes, der e» lehrt, auf andere Weise glücklich zu werden, al« durch Fleiß und Sparsamkeit." Vom Kriegsschauplätze. Die russischen Batterien in Slobozia bombardierten Rustschuk, während Nikopoli von den rumänischen Batterien in JSlasch bombardiert wurde. Die Türken errichten behuf» Verhinderung de» Donau-Uebergange» läng» des ganzen Donau-UferS PiquetS zu 30 Mann, welche von 3 zu 3 Kilometer stehen und untereinander telegrafisch sowie durch Feuersignale communicieren. Die russischen Bahnen führen Proviant und Geschütze nach dem Kaukasus. Die Transporte werden jedoch durch Regengüffe und Brückenschäden verzögert. prachtvollen Gärten, und ein Theil davon stand mit dem Wohngebäude in Verbindung. Eine große Wiese dehnte sich vor dem Herren-hause, und inmitten derselben warf ein prächtiger Springbrunnen seinen glitzernden Wasserstrahl hoch in die Luft. Sir Hugh führte seine Gattin ins Haus. Sie traten zuerst in eine große Halle von enormer Ausdehnung, worin fast der ganze Taxushof Platz ge-habt hätte. An den Wänden dieser Halle hingen Waffen und Rüstzeug, und hohe, uralte, geschnitzte Eichenstühle standen daselbst. Der Fußboden war gleichfalls aus glänzend poliertem Eichenholz. Ueber den Waffen und Rüstungen, über den zahlreichen Thüren und Bogenfenstern hingen frisch angebrachte bunte, duftende Blumengewinde; hie und da, den weiten Raum entlang, standen in Nischen lebensgroße Figuren in eisernen Rüstungen oder kolossale Bronzestatuen, und in gleichmäßiger Entfernung standen dazwischen in hohen Kübeln Orangenbäume, deren schneeige, süß duftende Blüten und goldschim-mernde Früchte sowol das Auge als die Sinne erfreuten. In dieser Halle standen in zwei langen Reihen, angeführt von dem Haushofmeister und der Haushälterin, alle Diener de» Hause» im Sonntagsstaate und blickten voll Neugierde auf die junge Frau. Aus Ardahan rückten General Loris« Melikoff mit acht Bataillonen nebst Artillerie und General Dewell mit sieben Bataillonen gegen Kars, beide, um sich mit der Hauptmacht bei Kars-Tschal zu vereinigen. Der Häuptling des Gelschen SandschakatS versprach bei seiner Unterwerfung, innerhalb drei Tagen 2000 von den Türken zurückgelassene Gewehre auSzuliefern. An Patronen erbeuteten die Russen 1500 Kisten. Das Bombardement gegen die Forts von Kars seitens der Russen hat nachgelassen. Die Russen rücken unausgesetzt in der Richtung von Erzerum vor. Nachrichten au» Suchumkale vom 22. Mai zufolge fand zwischen den russischen Truppen und den Abchasen ein Zusammenstoß statt, wobei die Russen mit Verlust zurückgeschlagen wurden. Der linke Flügel der türkischen Truppen bewegt sich nach Ardanutsch und Pennekgerd, die Reserve des linken Flügel- steht in Olti. Die Russen rücken langsam von Ardahan her vor. Die Communicalion ist hier sehr erschwert. Ueber den Aufenthaltsort des Zaren während seiner Anwesenheit bei der Donau-Armee und über die Dauer des Aufenthalte» ist noch nichts End-giltigeS bestimmt, doch dürfte der Aufenthalt nicht kurz bemessen fein. Politische Rundschau. Laibach, 29. Mai. Inland. Das österreichische Abgeordneten-hau» nimmt heute seine Thätigkeit wieder auf, auch beginnen die Verhandlungen der von den beiderseitigen Parlamenten gewählten Quotendeputationen. Ueber die Beziehungen Oesterreich« zu Rußland schreibt der Wiener Korrespondent de» „P. Lloyd": .Die Verständigung, welche zwischen England und Rußland angebahnt wurde, kann jetzt al» eine vollzogene Thatsache betrachtet werden. Die Bedingungen für die englische Neutralität, die von Lord Derby in einer JnstructionSdepesche an Lord LoftuS, feinen Botschafter in London, zusammen-gefaßt waren, haben dort eine entsprechende Aufnahme gefunden. Die Antwort, deren Träger Graf Schu-waloff sein wird, soll eine Abfassung erhalten, welche das Einvernehmen nur zu kräftigen geeignet ist. Anders, d. H. minder klar, stellt sich in den letzten Tagen das Verhältnis Oesterreich-Ungarn» zu Rußland, für da» ein österreichischer Staatsmann in diesen Tagen die Formel: „Nil de nobis, sine nobis,“ gefunden hat. Man müßte, so sagt man hier, auf russischer Seite grobe Fehler begehen, um die bewaffnete Intervention Oesterreich-Ungarns, wenn sie erst eingetreten ist, in eine Rußland feindselige Richtung zu leiten.“ Sir Hugh blieb stehen. Diana schlug den Schleier zurück. Der junge Baronett stellte feiner Frau die beiden ersten Diener vor und richtete dann an die übrigen gemeinsam einige freundlich- Worte, sie davon verständigend, daß Lady Diana von nun an ihre Herrin sein sollte. Dann entließ er sie und führte feine junge Gattin in daß ihr bestimmte Zimmer. Bilder und Statuen aus Meisterhänden schmückten das Boudoir. Schwellende Sophas, bequeme Fauteuils, Ottomanen und türkische Kiffen waren allenthalben angebracht. Die großen prächtigen Vasen waren mit Blumen gefüllt. Ein prachtvolles Klavier und eine Fisharmonika hatten in Er» innerung an den Salon im Taxushofe ihren Platz. Mappen mit Kupferstichen tagen auf den eleganten Mosaiktischen; Schreibtisch und Arbeitstischchen standen, jede» für sich ein Meisterstück an Pracht und Eleganz, in den Ecken neben den Fenstern. Jeder Lieblingswunsch, den Diana je gehegt hatte, schien hier befriedigt worden zu sein. Einen Augenblick lang alles vergessend, athmete sie ganz entzückt tief auf. „CS ist vollendet schön,- sagte sie. „Oh, wir kann ich Ihnen je danken?" Dann erinnerte sie sich und brach verlegen ab. Der „Lastern Budget" bringt über die Politik Oe st er reich. Ungarns gegenüber der oricntali« sehen Frage nachstehende Mitteilung: „Nicht» hat bis jetzt stattgefunden, um Oesterreich zu verleiten, die neutrale Haltung, die es bisher behauptete, aufzugeben. Der Einmarsch der russischen Armee in dir kleine Walachei ist sicherlich nicht ein Zwischenfall, dazu angethan, eine Collisivn zwischen den zwei Mächten zu verursachen. Jetzt wie früher ist es in Serbien allein, wo österreichische Interessen so ernstlich bedroht werden könnten, um die hiesige Regierung zu einem thätigen Einschreiten zu veranlassen. Bisher war das Verhalten Rußlands mit Bezug auf Serbien nicht ein derartiges, um einen Argwohn zu rechtfertigen. Die Kriegspartei in Belgrad ist so stark, daß der kleinste Wink seitens Rußland» hinreiten würde, um Serbien in den Kampf zu verwickeln; aber der einzige Rath, den Fürst Milan aus Petersburg erhält, ist der, sich ruhig zu verhalten.' O esterreich und England sollen sich gegenseitig da« Versprechen gegeben haben, Schritte, welche Eomplicationen herbeiführen könnten, zu vermeiden. AnSland. Das Panzergeschwader der beut-schen Flotte, welches bestimmt ist, nach dem Mittelländischen Meere abzusegeln, hat, wie die „Nat. Ztg." erfährt, einen Befehl zum Auslaufen noch immer nicht erhalten. Dagegen hört man, daß eine Anzahl kleinerer Kriegsschiffe — nicht Panzerschiffe, — welche sich jetzt in fremden Gewässern befinden, zurückberufen worden sind, und zwar zu dem Zwecke, um in das Aegäische Meer gesendet zu werden und dort Ausstellung zu nehmen. Man ist nämlich in Berlin nach Proclamierung des Religionskriege» vonfeite der Türken und infolge der aufständischen Bewegungen, welche die letzteren mehrfach angeschürt haben, namentlich für den Fall von Mißerfolgen der türkischen Waffen, nicht ohne Besorgnis vor Ausbrüche» des Fanatismus, welche Person und Eigenthum deutscher und russischer Untertanen in der Türkei leicht gefährden könnten. Die Zahl der deutschen Schiffe zum Schutze derselben dürfte sich auf elf oder zwölf belaufen. Im Innern Rußland» ist die Bildung einer Liga im Werte, welche den Eonfum englischer und von England eingeführter Waren bi» zu dem Zeitpunkte verhindern will, wo England seine türken-freundliche Politik ändert. Eine amtliche Kundmachung in Konstantinopel theilt die Bildung eine» Militärrathes mit, der beauftragt wurde, über die den Armeecorps zn gebende Richtung zu berathen. Die Präsidentschaft führt der Kriegsminister. Unter den Mitgliedern befinden sich der Marineminister, der ehemalige Groß- Er wandte sich vom Fenster ab und führte sie in ein elegantes Ankleidezimmer, das mit dem Boudoir in Verbindung stand. Ein Schlafzimmer mit Badekabinett und ausgebreiteter Garderobe stießen daran. Und jenseits desselben war ein andere« Ankleidezimmer, das Sir Hugh'«. Er sperrte die VerbindungSlhüre zwischen demselben und Diana'» Zimmer und händigte ihr den Schlüssel ein. Dann zog er sich mit einem freundlichen Abschiedsworte zurück. Diana schritt langsam über den dicken Sammt» teppich, der den Boden bedeckte. „Und so beginnt mein neues Leben," dacht« sie. „Sir Hugh und ich stehen un« fremd gegen; über. Ich habe fein Leben vernichtet, aber er ist zu großmüthlg, um mir Vorwürfe zu machen. Da» ist der Anfang. Wa» wird noch nachkommen? Wirv er nur durch meinen Tod erst glücklich werden können? Da» ist ein prächtige» Heim, und er hat mich hierher gebracht, wo ich nur unheilvoll wirke» kann. Was wird mein Leben hier sein? Wie wer« den wir da» Gespenst in unserer Kammer verbergen können? O, wa» soll da» Ende sein?" (Fortsetzung folgt.) Vezier Mehemed Ruschdi, Senator Hannik Pascha und Palastmarschall Said Pascha. Au- einem Ausweise des Finanzministeriums der Bereinigten Staaten von Nordamerika ist zu entnehmen, daß stch die Staatsschuld der Union in den ersten zehn Monaten de« Fiskaljahres von 1876—1877 um über 29.000,000 Dollars verringert hat. Glückliches Nordamerika! Zur Tagesgerichte. ~ 3»» Bruderzwist« im Hause der — »zechen. Nach Bericht der Prager Blätter kommt eS zwischen den Altczechen und ihren früheren klerikalen Bundesgenoffen immer mehr zum Bruch und erste« greifen die ultramontane Partei in der heftigsten Weise an, die »Politik" droht sogar der Kirche, sie werde selbst Schaden leiden, wenn sie die Nationalität verwerfe. Den Anlaß zum Ausbruche dieses (Sonfirctes bot bekanntlich nebst dem Wiener Katholikentag und nebst den Äeußerungen des Papstes über Türken, Russen und Polen auch eine in Prag erschienene Broschüre, in welcher ein „Katholik" sehr unliebsame „Betrachtungen über die Abstinenzpolitik" anstellte. Die „Politik" schob die Autorschaft dieses Angriffes gegen die Deklaranten dem Kardinal Fürsten Schwarzenberg in die Schuhe; nun stellt sich heraus, Laß die Broschüre von dem Sekretär deS Erzbischofs, Lanonicus Dr. Wenzel Houschka, versaßt wurde, daß aber Fürst Schwarzenberg die Druck-kosten bezahlt hat. Der Eigentümer der .Politik" ist übri-gen» auch aus persönlichen (Stünden gegen die Klerikalen Als er nämlich nicht mehr gefügig Ordre parttrte und namentlich gegen die Beschickung des Kaiho-> entages agitierte, wurde er dadurch gestraft, daß Sattem» tus Karlach als Präsident der unter dem erzbischöflichen Protektorate stehenden St. Wenzels-Borschußkaffe eine For-derung derselbe« auf Skrejschovtky'S Wüter grundbücherlich «inverleiben ließ. Dafür rächte sich die .Politik" durch die Notiz, daß der Sekretär der unter Obmannschaft des Iai6 ^nden «ezirksoertretung zu Pürglitz u« kürzlich wegen Veruntreuung eines größeren Betrages aus der Bezirksvertretungskafs« dem Prager Gerichte gestellt hat. Ovation. Dr. Anton Hy«, eine in Juristen-fteifen gefeierte «eledrität, feierte am 26. Mai feinen 70. ffle-burtStag. ES sind zu demselben von vielen Seiten, namentlich von den Fachgenoflen und von Studenten, Ovationen für diesen Tag vorbereitet worden, die jedoch aus Wunsch deS Jubilars unterblieben. Die Adressen, die man ihm widmete, wird er root später in Empfang nehmen, da «, rote bekannt, schon vor einiger Zeit Wien verlassen, um M) durch eine SReife nach Italien allen Ovationen zu entgehen. Die Adresse der Öberösterreichischen Fachgenoflen lautel: „Hochwohlgeborner Freiherr! Am Heutigen Tage, an tinem bedeutungsvollen Marksteine jedes Menschenlebens, begrüßen Euer Excellenz vor allen Ihre Fachgenoflen. Sie *n ^nen ^cn geistvollen Lehrer der Rechtswifsen-alls tCn aatmetl Freund der Menschheit, den für Oesterreichs >"t>ge Entwickelung emsig wirkenden Staatsmann, und fien ‘lir de» Vaterlandes Wohl begeisterten Patrioten. @e» darum auch den Fachgenoflen des Landes, in e ®em Ihre Wiege stand, die aufrichtigsten Glückwünsche ?U Festtage darbringen zu dürfen. Mögen Sie Ihrem ^genreichen Wirken durch (Bottes gnädige Fügung noch lange ^halten bleiben. Mit dem Ausdrücke unbegrenzter Ver« „tun9 und Hochachtung zeichnen sich Euer Excellenz ergebenste folgen 6ie Unterschriften,." t ~~ Sein Juristentag. Der ständige Ausschuß * deutschen Juristentages hat stch am zweiten Psingstfeier» >n Jena versammelt und einmüthig beschlossen, in diesem «We einen Jnristentag nicht abzuhalten. und Provinzial-Angelegenheilen. ~ (8ns dem VtrtinSlebtn.) Vorgestern vor-®itta86 um ll Uhr fand im MagistratSsaale die eilfte Jahresversammlung de« ersten Krankeu-Unter-^utzungs. und Versorgung-Vereins statt. "'Nsdirektor Dr. ftetSbadbet begrüßte die sehr zahl-ei» erschienenen BereinSmitglieder und erstattet den Bericht er das Jahr 1876. Die Einnahmen beliefen sich auf 70 >l 14 kr . die Ausgaben auf 1509 fl. 90 kr., fo daß das Jahr mit einem baren Kafferest von 260 fl. 24 kr. abschloß. Das Bereinsvermögen betrug Eude 1876 4655 fl. 18 kr. D-Sselbe hat sich gegen das Vorjahr allerdings um circa 300 fl. vermindert, was jedoch in der Hauptsache nur durch den Kursverlust pr. 214 fl verursacht wurde, so daß der Bestand deS Vereins auch für die Zukunft als ein durchaus günstiger und beruhigender bezeichnet werden kann. Hauptkassier Pakii trug hierauf den Jahresbericht in slo-venischer Sprache, dann den Rechnungsabschluß in deutscher und slovenischer Sprache vor. Die Versammlung genehmigt denselben sowie den Bericht des RevifionScomili». Schriftführer Dr. Schaffet macht darauf aufmerksam, daß im verflossenen Jahre mehr Mitgliederbeiträge rückständig blieben als sonst, und ersucht um deren pünktliche Einzahlung, indem ja hievon die regelmäßige Gebarung sowie Überhaupt daS Geveiheu deS Vereins wesentlich abhängig sei. Hieraus werden zu Revisoren die Herren B o r o v S k y und S b e r 1 wieder, Herr Hoievar neu gewählt. Den Schluß der Tagesordnung bildete die Erneuerung der Direktion, wobei sämmtliche bisherige Funktionäre wiedergewählt wurden. — Wir können unfern kurzen Bericht nicht schließen, ohne den ersten Laibacher Kranken-Unterstützungs- und Versorgungs-Verein, den ältesten dieser Art in unserer Stadt, allen Menschenfreunden aufs wärmste zu empfehlen. Unsere Bevölkerung zeigt bei so vielen Anlässen ihre rege Theilnahme für humane Bestrebungen; möge dieselbe auch diesem Vereine, der seit etls Jahren und mit dem redlichsten Streben, fern von jedem Parteistandpunkte, «ine der schönsten Aufgaben der Humanität zu erfüllen bemüht ist, ihre Gaben zuwenden. Jede Unterstützung findet hier die lohnendste Verwendung. — (St er befall.) Die Familie deS in hiesigen Bevölkerungskreisen allgemein bekannten und geehrten Sa» nitätSratheS und Primarius im Landesspital«, Herrn Med. Dr. Fuchs, erlitt eintn herben, unersetzlichen Verlust, es starb nämlich heute um 1 Uhr nachmittags nach längerer Krankheit Frau Antonia Fux. — (TurnerauSflug nach Oberkrain.) Die Direktion der Rndolsfbahn hat eine Fahrbegünstigung gegen dem zugestanden, daß die Fahrgebür eine halbe Stunde vor Abfahrt des ZugeS für sämmtliche Teilnehmer zusammen entrichtet werde. Zu diesem Behufe «erden die P. T. TTeilnehmer ersucht, die Fahrgebür 6i8 tiengenf« Ib, welch« sich zuzüglich Agio und Stempel auf fl. 1-40 per Person stellt, längstens bis Mittwoch nachmittags an den Säckelwart Herrn Han» toni d. ä. zu entrichten. Die Abfahrt von Laibach erfolgt am 31. Mai mit dem Frühzuge — 4 Uhr morgens — vorn Südbahnhose aus, und wird das Mittagessen beim vulgo Schmerz in Mojstrana eingenommen. Mit dem Mittags-zuge erfolgt die Weitersahrt nach Ratschach, sodann Ausflug zu den Mangart-Seen und abends Kneipe bei Dtagan in WeißenfelS. — (Ausflug.) Die Zöglinge des Institutes Mahr machten heute in Begleitung der städtischen Musikkapelle einen Ausflug nach Egg bei Podpetsch. — „(S lovenrc" und der Krieg.) Der hoch-politische Jstrianer Korrespondent deS national-klerikalen Organes sagt: „Der russisch« Krieg, erklärt vom friedliebenden (?) Kaiser Alexander, ist ein Act der Selbstverleugnung (?), ein Act der Bruderliebe (?), «in Act der Befreiung der Brudernationen, ein Act, der das heilige Kreuz von dem Alp des Halbmondes befreien will. Der russische Krieg ist aber nicht mit den Kreuzzügen zu vergleichen, nach diesen zu seufzen ist jetzt nicht die günstige Zeit, nachdem die Katholiken zu Hause ausreichend mit dem Unglauben zu thun haben. Bon den Prinzipien des Unglaubens ist Europa derart mit Blindheit geschlagen, daß es das glänzende Kreuz gar nicht wahrnehmen könnte. Die Vorsehung zeigte nun einen Seitenweg. Der nordische Machthaber griff zum Schwert, um den „Bruder" zu befreien. Warum übernahm diese Aufgabe nicht eine katholische Macht? Wir können mit Vertrauen auf Rußland blicken, nachdem das orthodoxe Kreuz immerhin dem katholischen ähnlicher ist als der Halbmond. Die Weg« der göttlichen Vorsehung find unS unbekannt. Kann nicht jener Allmächtige, der dem Zar daS Schwert zur Befreiung des BruderS Märtyrer in die Hand drückte, diesem den Verstand derart erleuchten und den Willen lenken, daß er, obgleich ein Zar, daS Verlangen bekämt, Katholik zu werden, die Ob«rh«rrschast übtr die orthodoxe Kirche beiseite lege, fich der Tiara nähere und auf den Ruinen von Jerusalem, wo die Splitter deS Halbmond«- herumliegen, das katholische Kreuz aufpflanze?" — Monfignore „®lo» venec" zählt muthige Streiter in seinem Lager, er will sogar den mächtigen Zaren katholisch machen I — (Eine neue Trl«graf« n sta t i o n) wird demnächst in Zirkniz errichtet werden. — (Aus den Nachbarländern.) DaS Friedrich Brandstetter'sche Zink-, Blei- und Galmai-Bergwerk am Watern, Bezirk Lichtenwalk, sammt Freischürfett, von welchen Entitäten Brandstetter behauptete, daß dieselben eine Million werth seien, wurden aus 22,000 fl. gerichtlich geschätzt und bei der am 24. Mai vorgenommenen Veräußerung von Dr. Franz Radey in Marburg um den Betrag von 1150 fl. ö. W. erstanden. — Im Bade Neu Haus bei Lilli find bis 31. d. M. 66 Kurgäste angekommen. — AuS Klagenf urt wurde an die k. k. Eentralanstalt für Meteorologie in Wien telegrafiert: „Während deS Regens fiel über die ganze Stadt bei schwachem Nordostwind dichter Blütenstaub der Föhren nieder, daß überall die Sassen und Plätze davon bedeckt erschienen. Die so seltene Naturerscheinung erregte Aussehen." — In dem die Gegend von St. Veit in Kärnten nordwestlich herab durchschneidenden buschigen Grunde deS Mühlgrabens sprudelt eine heilsame Mineralquelle, die sogenannte VituSquelle; fie liegt eine kleine Viertelstunde ob der Stadt St. Veit und hat eine relative Höhe von 62 Metern. Der Weg zu diesem Gesundbrunnen führt durch eine schattige Kastanienallee vor dem prächtigen Spitale der „Barmherzigen Brüder" vorbei über einen neu angelegten, mit Hecken und Akazien dicht besetzten und mit Ruhebänken versehenen Pfad, von welchem sich wieder mehrere Steige in den Fichtenwald abzweigen. — In »logenfurt starb gelegenheitlich eines Besuches bei Verwandten Herr I. N. S t e s k a , Redacteur der „Triest« Zeitung", infolge heftigen Blutsturzes, und in Villach Herr I. R. v. R a n f ch t n f e 18, Redacteur der „Blätter an- Kärnten". — In Klagrnfurt fand am 28. d. die Ziehung der Glocknerlofe statt, der erst« Trrsser fiel auf LoS-Nummer 35,119, welches unverkauft blieb und mit dem schönen Vösendorfer Flügel bedacht worden wäre. — In der Gemeinde St. Beit in Kärnten soll über Anregung drs BezirkSschulinspektors PLschl ein Kindergarten errichtet und eine gewerbliche Fortbildungsschule ins Leben gerufen werden. — (Verwendung von Postanweisungen.) vom 1. Juni b. I. ab können Postanweisungen au« Oesterreich. Ungarn nach den Vereinigten Staaten von Amerika durch Vermittlung der schweizerischen Postanstalt zur «er» sendung gelangen. Dieselben find auf gleichen Blanketteu wie die Postanweisungen au» Oesterreich-Ungarn nach der Schweiz ouSzustellen und an die schweizerische Postanstalt in Basel zu adressieren. Aus dem dem AnweisungSdlaukette beigesügten Coupon ist in drm leeren Räume anstatt brieflicher Mitteilungen, welche nicht zulässig find, der Name des Empfänger« mit möglichst genauer Bezeichnung de» Ortee (Staat, Provinz, Gemeinde, beziehungsweise Straße, Wohnung oder Geschäftrlokal), wo die Auszahlung der Anweisung erfolgen soll, deutlich anzugeben. Die Gebttr fttr diese Postanweisungen, welche bei btt Aufgabe nur bi« Bafel frankiert werden können, beträgt für Postanweisungen bi« 37 fl. 50 kt. ö. W. Bankvaluta 20 kr. und für Postanwe!» fungtn Über 37 fl. 50 kt. bi« 75 fl. v. 88. Bankvaluta 30 kr. Die schweizerisch - amerikanische Taxe für die weitere Vermittlung von Bafel bi« zum Bestimmungsorte in Amerika beträgt 20 Centimes für je 10 Franc» und wird in allen Fällen von dem angewiesenen Betrage in Ab,ug gebracht. Die Einzahlung der «nweisung«beträge hat in Oesterreich-Ungarn in der österreichischen Bankvaluta zu erfolgen. Die Umrechnung von Schweizer (Franc« Gold) Währung auf amerikanische (Dollar« Gold) Währung erfolgt nach dem Verhältnisse 5 15 Franc« --- 1 Dollar Gold, die Auszahlung an den Empfänger in amerikanischem Papiergeld nach dem Tageskurse von Newyork. — (Landschaftliche- Theater.) Herr van Hell eröffnet heute abends den fignalifierten Eyklu» von zehn Vorstellungen mit drei Piecen: „Schöne Galathea", Operette von Supp*; „Vollkommene Frau". Schwank von Görlitz; „Wiener in Paris", Lustspiel von Holtet. Als her-vorragend mitwirkende Operettenkräste nennen wir: Frl. Jäger (vom Earltheaterin Wien); Fran DulS-Wan-dtusch, k. k. Hosopetettensängerin ; Herrn S. K ü st n e t (vom Earltheater in Wien); Frl. Lieberzeit, die Herren S ch S f s e r und Kapellmeister E. Pohl, alle drei vom Theater an der Wien. Die Eröffnungsvorstellung geht im Abonnement suSpendu vor st», morgen beginnen die Abonne» mentSvorstellungen. DaS Orchester wird von der Musikkapelle de« Infanterie-Regiment- Erzherzog Leopold bei-gestellt, und wird unter anderem die große Onverture zur Oper .Rienzi" zur Aufführung gebracht. — (Sit „Laiba»er Schulzeitun»") widmet in ihrer heurigen zehnten Nummer an leitender Stelle unter dem Stichworte „Zur hundertjährigen Erinnerung an einen österreichischen Pädagogen" dem ehemaligen Wiener Fürst-Erzdischofe Vincenz Eduard Milde einen warmen Nachruf; in demselben wird der Grundsatz des eminenten Kirchensürsten und Schulmannes: „Der Priester, der die Religion der Liebe predigt, hat mit der Politik nicht« zu thun!" hervorgehoben. — An zweiter Stelle finden wir m diesem Blatte einen längeren Artikel in betreff der Beiheiligung der Liierreichischen BvlkSschule an der Pariser Weltausstellung nebst dem Speziolprogramme für Volksschulen. — Diesem folgt em Bericht Uber die heurige sechste Landtagssitzung, betreffend die Anstellung eines landwirthschastlichen Wanderlehrers für Krain. — An vierter Stelle werden Beifügungen betreffend Lehrbücher und Lehrmittel für BolkS-, Bürgerund Mittelschulen mitgelheilt. — Diesem folgt eine Rund schau auf die Schulged>ete in Böhmen, Deutschland, Frank-reich und Belgien. — Aus der Reihe der Lokalnachrichten heben wir folgende hervor: Beim hiesigen Filialcomitö für die Pariser Weltausstellung haben sich unter anderen folgende Aussteller aus Ära in angemeldet: Martin Hozhe-var, Realitülenbefitzer in Burkfeld und ReichsrathSabgeord-neter: Plan der BolkS- und Bürgerschule in Burkseld. — Direktion der k. k. Oberrealschule in Laibach: Ein Krypto-gamenherbarium für den Schnlgebranch; ein Herbarium der Brand-, Rost- und Mehlthaupilze der Wiener Gegend nebst einer vom Profeffor Boß über diesen Gegenstand verfaßten Arbeit; Einrichtung der Oberrealschul-Lokalitäteu lammt OrientierungSpIänen; Draht-, Glas» und Holzmodelle als Lehrbehelse beim Freihandzeichnen; Reductionsapparat sür den Mvdellierunterricht. — Direktion des k. k. Staats-Real- und ObergimnafiumS in Rudolfswerth: Schüler-arfceiten: Zeichnungen und Modelle. — Direktion des k. k. Staats'Realgimnafiums in jkrainburg: Schülerzeichnunqen. — Krainisches LandeSmuseum durch den MusealcustoS Karl Deichmann: Pfahlbauten-Gegenstände auS dem Laibacher Moore. Das «tue Irrenhaus und seine Trabanten. (Eine Botksstimme vom Lande.) (Schluß.) In unverantwortlicher Weise wurde die Räumung des dritten Theiles des ZwangsarbeitshauseS dekretiert und dieser mit 35 Irren belegt. Selbstverständlich führt auch dort der innigst geliebte, goldgelockte, einzige Sohn LeS Halbgottes das Regimentskommando. Nachdem dieses Manöver vonseite des Halbgottes und seiner geist- und willenlosen Trabanten siegreich bestanden war, trat man mit mehr Courage aus, man lauste um den Bagatellbetrag von 45,000 fl. einen Realbesitz, adaptierte denselben, installierte dort einige Geisteskranke, unterließ es jedoch aus Rücksicht sür den goldgelockten Sohn deS Halbgottes, die Filiale im Zwangsarbeitshause aufzulaffen. Nicht genug an dem, der LandeSsäckel muß noch mehr geleert, er muß gänzlich erschöpft werden. Der Familienrath des Halbgottes trat zur neuerlichen Berathung zusammen, es wurde eifrig studiert und debattiert, und schließlich folgender Plan ausgebrütet: Bei den bevorstehenden Landtagswahlen sollen in der süßen Hoffnung, daß aus den Urnen wieder eine national-klerikale Majorität empor» steigt, alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, daß auch der blondgelockte Sohn des in national klerikalen Kreisen an-gebeteten Halbgottes in den Landtag gewählt werde. Der Halbgott will nach langjähriger angestrengter, ausreibender Tätigkeit, gänzlich ermüdet, vom politischen Kampfplatze sich in die inneren Gemächer, in das Privatleben zurückziehen; et will den Abend feines Lebens in beschaulicher Weise, in Betrachtungen über die Vergänglichkeit alles Irdischen zubringen ; er will vielleicht zur Buße eine Wallfahrtsreise in die Siebenhügelstadt oder nach Mekka unternehmen; er möchte seinem innigst geliebten Sohne schon jetzt den Eintritt in die Arena des politischen Kampfes, in die LandtagSstube sichern; der Halbgott wünscht, daß der hoffnungsvolle Erbe nicht nur dem Aeußern, sondern auch dem Innern nach dem Batet in allen Dingen, auf dem Gebiete der politi-schen Ränke und Jntriguen in erster Linie, so ähnlich werde, wie ein Ei dem ändern; der Halbgott junior soll den Halb flott senior womöglich noch übertreffen. Ist der blondgelockte Halbgott-Sohn glücklich in den neu zu wählenden Landtag hineingeschmuggelt, hat er sich einmal in die volle Gunst seiner GesinnnngSgenoffen fest gesetzt, dann blüht demselben nebst der Direktorstelle im neuen Jrrenhause noch der mit 1000 baren Gulden dotierte Posten eineS Landesausschußmitgliedes. Wahrlich, vortrefflich erdacht, vortrefflich kombiniert I Jedoch, alle Mühe und Arbeit dürfte bereits vergeblich sein, der Riegel ist bereits vorgeschoben, daS Zügenglöcklein hat der national - klerikalen Landtags-Majorität bereits die Sterbestunde signalisiert, in den Bauen des ganzen Landes tönt die Trauerglocke, die national-klerikale Landtagsmajorität hat auSgerungen, ausgelebt; zu Grabe getragen wurde die durch sechs Jahre an der Tagesordnung gestandene Pracht und Herrlichkeit; eine Auferstehung derselben steht nicht im Glaubensvekenntniffe der Berfaffungs-partei. DaS ist der Eingang und Schluß des GefchichtchenS, jeder Commentar ist unnöthig. DaS ZwangSardeiiShanS wurde für fünf Jahre von 1873 bis 1878 in Beschlag genommen, wenn also daS jährliche Deficit von 10,000 fl. als Grundlage dienen sollte, so ist in diesen fünf Jahren dem krainifchen Landessonde ein Schaden von rund 60,000 fl. erwachsen. Noch ungünstiger stellt fich eine ziffermäßige Behandlung des Gegenstandes heraus. Bon den aus fremden Provinzen angemeldeten Zwänglingen stehen fortwährend seit jener Zeit bei 70 Mann in Vormerkung, und werden dieselben, je nach dem eS der Raum gestattet, einderufen. Wenn dieselben alle einberufen werden könnten, so zahlen 70 Mann per Tag ä 60 tr., jährlich 12,775 fl., und verdienen dieselben per Tag & 14 kr., jährlich 8562 fl., zusammen 16,337 fl.; davon entfallen auf Verpflegung täglich ä 21 tr., jährlich 5365 fl. 50 tr., für Kleidung per Mann 15 fl., jährlich 1050 fl. und zwei Aufseher mehr ä 400 fl., jährlich 800 fl., zusammen 7215 fl. 60 lt., daher Ueberschuß jährlich 9121 fl. 50 kr. und in fünf Iahten 45,607 fl. 50 fr. Dies ist das Mi» nimum, weil der Raum auf höchstens 230 Mann angenommen wird. Welche enorme Summe würde fich ergeben, wenn der Raum mit 270 Zwänglingen belegt weiden würde? Zu dieser bedeutenden Schädigung des Arbeits hauSsondeS gesellen sich überdies noch die Auslagen für die weiblichen Zwänglinge, die, so lange im landschaftlichen ZwangSatbeitShanse eine Filiale für die Inen aus ttrain »och nicht errichtet wurve, daselbst ihre Lorteciionszei« verbüßten, feit jenem Zeitpunkte aber daraus entfernt und an die steiermärkische Strafanstalt in Lankvwiz abgeliefert wurden, wohin für diese weiblichen Zwänglinge seit dem dritten Quartal 1873 bis einschließlich viertes Quartal 1876 der bedeutende Geldbetrag von 13,644 fl. 63 kr., nicht mit ein gerechnet die Berdienstgelder aus dem krainischen Lander« fvnde, an das Land Steiermark vergütet werden mußte. Berechnet man also diesen immensen Schaben, dann die Verpflegung der Irren in drei Anstalten, so fragen wir, in welchem Verhältnisse stehen diese Summen zn der Thal sache, daß der Andrang der Irren ein größerer ist? Na» Registrierung dieser Thatsachen können wir utiS die Stellung der ernsten Frage nicht versagen, ob denn das Land Ärain nicht so seht den modernen Anschauungen der Humanität, als vielmehr der Selbstsucht, dem Eigennutze und den schmutzigen Umtrieben der national-klerikalen Ma: jorität zum Opfer fiel ? DaS Land Krain protestiert im Namen deS in demselben herrschenden gesunden Menschen* verstände» und im Interesse der irregeführten, schwer ge. schädigten Bevölkerung gegen dieses das Vermögen des Landes vergeudende Vorgehen der national » kle tikalen 8ont>ta gsmajot i181, wir Bewohner des flachen Landes rufen derselben in letzter Stunde die beten tungSvollen Worte zu: Die Tage eurer Mißwirtschaft find zn Ende, die Bevölkerung, das an seinen heiligsten Jnt«> essen geschädigte Volk Ktains wird inkürze über euch strenges Gericht halten, daS Urtheil wird ein hartes, aber verdiente- sein; nichts wird euch bleiben, als die Erinnerung an eure Herrlichkeit, doch diese Pille dürste bittet schmecken, denn verlustig wurdet ihr erklärt der Gunst des Volkes, verwirkt habt ihr daS Vertrauen der Landbevölkerung, de ziehungSweise der Wählerschaft Krain«, für immer gerichtet und gebrandmarkt ist euer Vorgehen vor euren Mitbürgern vor der ganzen gebildeten Welt. Angekommene Fremde am 29. Mai. i>otel Stabt Wien, flüment, Brünn. — Schwarzer, Adams, Winterholler, Kflte.; und Edler von Snayer, Beamter, Wien. — Gammel, Kfm., Haida. — Jatowz, Sfm., Reichenberg. 1 Intel Elefant. Ogrinz, Bezirkshauptmann, Loitsch. — Vidiz, RudolsSwertb. — Killet, Krainburg. - Jäger, Sängerin; Paula, Schauspieler; Kästner sammt Frau; Hegenbart, Kapellmeister; und Dnls sammt Frau, Wien. — PraSniker, Stein. — Wähler, Kfm., Triest. — Laurik, Reudorf. — Dt. Lipp, Profeffor. Graz. — Alijaniic, St. Martin. — Prebit, Kitchheim. — Prixnet, Kaufmann. Cilli. ! >0tCl Europa, v. Marti, Oberst, Schleier, Hauptmann, und Grein, Bau-Juspekiorswitwe, Graz. Bairischer Hof. Korbar, Vodiz. Mohre». Dastalitz, Goldstein und PolauS, Triest. Verstorbene. Den 2 7. Mai. Anna Flere, .Inwohnerin, 69 I., Zivilspital, am chronischen Darmkatarrh, — Joses Zupaniii, Inwohner, 62 I., Zivilspital, Lungentuberkulose. D e n 2 8. M a i. Alois Bogataj, ArbeiterSkind, 14 Tge, Elisabeth-Kinderspital, Polanastraße Nr. 18, Schwäche. — August Berdtit, Arbeiterkind, 7 Tage, Reber Nr 30, Fraisen. — Valentin Bernard, FabritSarbeiter, 24 I., Po-lanastraße Nr. 60; Maria Mlater, BilbhauerSgattin, 27 I , Dampfmühlgaffe Nr. 2; und Karoline Lotardi, Maurers-witw-n-Tochter, 7 I., Floriansgaffe Nr. 3. alle drei an Lungentubertulose. — Kaspar Kilan. Inwohner, 66 I.. Zivilspital, Altersschwäche. Witterung. Laibach, 29. Mai. Morgenroth, heiter, nachmittag- bewölkt, schwacher SW Wärme: morgens 7 Uhr + 16-4°, nachmittags 2 Uhr + 19-7» C. (1876 + 18-6«; 1875 + 19-6« C.) Barometer im Steigen 735-71 nun. Das gestrige TageSmittel der Wärme + 14 8°, um 16* unter dem Normale. Gedenktafel übte die am 2. Juni 1877 stattfindenden Lici« tationen. 2. Feilt»., Kapel'sche Real., Nendirnbach. BG. AdelS« berg. — 2. Feilb., Srebot'sche Real., Neverte, BG. AdelS» betg. — 3. Feilb., Tratnik'sche Real., GodoviL, BG. Jdria. Telegramme. _ Madrid, 28.Mai. InPampelona und San Sebastian wurden militärische Vorsichtsmaßregeln getroffen, weil eine republikanische Erhebung beachtet wird. Athen, 28. Mai. Die Kammer wurde eröffnet und der oppositionelle Kandidat AngerinoS mit 71 gegen 42 Stimmen zum Präsidenten gewählt. DeligeorgiS kündigte seine Demission an. Kon stantin opel, 28. Mai. Der Kriegs« minister erhielt ein Telegramm, wornach der Kai-makam von Livane von einem Tscherkeffen die Nach« richt erhielt, daß türkische Truppen unter Mufsa Pascha Ardahan wieder besetzte». Die Kammer nahm einstimmig den Antrag an, alle Minister aufzufor« dern, in der Kammer zu erscheinen und sich mit derselben über die zu ergreifenden dringenden Maß« regeln ins Einvernehmen zu setzen. Wiener Börse vom 28. Mai. Staatsfonds. 5?«}. «entc, , Mo. Mo. öft. in ücle eon 1854 . . . . 8ote eon im, gange 8ofe von 1860, Fünft. Prämiensch.». 1864 . Qrandent.-Obl. 61ebenbfltg. Ungar» ▲otien. ingto-Bant........ Depositenbank . . . SScomvte-Anstalt. jranco > Bank . . , Handelsbank. . . . fiationalBank . . . Oeft. IBankgcfeCI. , Union-Bank... «erkrhrSballl. . . , illsöld-Bahn . . , Rad Lubwigbabn . Half. «tts.-Babn , Half. Fr, Josissb , 6taate6abn . . . Bittbabn ........ fflelb 58*95 64'ÜO 106— 108*75 118*25 134 70'6U 74— 67*76 186*-1*4 — 660- Ware 69*65 64*60 106*60 109— 118*76 134'tO 71- 75— 68*35 166*85 185- 778-- 45— 74*60 771— 44*60. 74.- 85—1 96*60 803 86 103*75 184— 165 114 - 114*60 180— 880*50 74*601 74-76 Pfandbriefe. ®elt. Ware Mg. oft. Bod.-Lredit. 106*75 107— bto. in 83 3 87— 8185 Ratten. 6. SB 95*35 96*60 Ung. ®ob.»6rebitanft. 8860 88 6« Prlorltäts-ObL Franz 3o|«f«»8abn . Oeft. Norbweftbahn . 87*60 88*16 87*76 88 60 Biebcnbätget .... Staatsbahn . . . . . 67*15 57*60 167— 167 6« Eübdahn a 5 Pcrz. 96 — 96*16 bto. Bon» — — —' Lose. Ärebit - Soft 160*60 i«v- tHubotf« . Lose.... 18 — 16 6» Weohe.(33Ron.) «*i? «ltgsburg 100 Mark 6110 Fran«. 109 «ert . . oamburg „ »_ Bonbon 10 Pfb. feiert. 118- 6ll6 Pari« 100 Franc« . . 61*06 Münxen. fiail. Münz-Ducal-n 609 61« 6305 S»*® SO-$tanceftud . . . . 10*16 Deutsche Reichsbank. Silber . . . . 61*96 111— Telegrafischer Kursbericht am 29. Mai. Papier-Rente 58.85. — Silber-Rente 64*30. Rente 70*70 — 1860er StaatS-Anlehen 108*25. - __ octien 76«. — Ärebitactien 135*50. — London Silber 112 20. - St. k. Münzdukaten 6.08. - 20'®t Stücke 10*26. - 100 Reichsmark 62 95. —- . Ool* «aok- Druck von Jg. ». »leinmtnjt & geb. Remberg. verleget: Ottomar Bamberg. Für die Redaction verantwortlich: Kran» Müller*