Dienstag, den 7. September 1624. L a i b a ch. Un die Militär «Dadmannschaft zu TSpUtz sind wäh. rend der dießjährigen Badezeit von einem Ungenann' t«n 2a fi. 2<» kr. C. M., und von dem Herrn Pfar-er zu S'tticb in Unterkrain ein Eimer We«n als Geschenk ver« abreicht worden. Wofür den patriotisch; gesinnten Ge» bern von Seite des k. k. Militär« Oberkommando zu Laibach, im Nahmen de< hohen k. k. illyr. innerrösterr. Weneral-Commando dtr gebührende Dank hiemit öffent« lich «istattet wild. __________^ Se. Majestät haben mit a. h. Entschließung vom ,0. Februar 0. ). geruhet, dem Leopold Florimund Hirnschall. Inhaber einer Essig», Branntwein' und Liqueur.Fabrik in Deutschaltcnburg, auf die Erfindung »l) eines neuen Dianntweinbrenn'Apparates. mit welchem Dranntweln von vorzüglicher Reinheit und Güte mir größtmöglichster Ersparniß des Brennstoffes und Arbeitsleuten, reichhaltiger und schneller crzeugt werden künn«; 2) einer an diesem Apparate angebrachte:: he» sondern Vorrichtung um den gewonnenen Branntwein zu emem. dem echten, aus Nein destillirten französischen Weingeiste ahnlichen Product« zu bereiten; 3) eine« ganz neuen vorzüglichen Zählapparates, dann Verbes» ftrung, mittelst einer an den gewöhnlichen Kesseln an< gebrachten besondern Vorrichtung jeden gemeinen Korn» vder Erdapfel «Branntwein auf eint ganz eigene Me» thode mit geringen Kosten in Franzbranntwein, und iwa« durch Zusah« in di« edelste Sorte desselben umzuwandeln ; endlich Erfindung, aus dem gedachten Zranzbeanntwein, mit Auszügen aus Korn, Obst und Tiauben, unter der Benennung: Frucht«, Obst« und Wtingetränk«. neu«, gegen Bier, Wein unv Brannt« wein wohlfolere Getränle zu erzeugen," nach den im a. h. Patente vom 8. December »820 enthaltenen Vc« stimmungen ein fünfjähriges Privilegium zu verleihen. Dieß wird in Folge der eingelangten hohen Hof» laNlley'Decrete ^m «. März l- I., Z.66oi>525, un' »l. August d. I., Z. 25io3/i2°4, mit dem Veysahci zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß gegen.die Ausübung dieses Privilegiums in Sanitats»Rücksichten kein Am stand obwalte. ' Vom k. k. illyrischen Gubernium. Laibach, am ». September i524. I st r i e n. "'"'' N 0 vign 0, den 3. Iuly. Am 2o. Iuny wnrd« hie« ein etwa 51)2 Jahre altes türkisches Madchen getauft, welches dem Blutbade von Tripoliza, wo «S seine Ältern verlor, entzogen, und von einem Mercantll » Set-Capitan von Rovigno dahin in Sicherheit gebracht wor» den war. Die Kleine erinnert sich noch der Ermordung ihrer Ältern, kann aber ihre Familie nicht.nähe« bezeich« Nln. Sie spricht schon italienisch. Herzogt hurn Steyermalk. In der Grätzer Zeitung vom 5». v. M. liest ma» Folgendes: »Nach mehreren Regentagen, welch« ln Obersteye» besonders heftig gewesen seyn mußten, wurden wir von einer Überschwemmung heimgesucht, welch« an Höh« des Wasserstandes jene des Jahres »8,3 zwar nicht «» reichte, aber eben so bedeutende Verwüstungen herbey« führte. Die ausgetretene Mur beschädigte den Brücken, köpf der Wemzieil'-Brücke, und mehrere Uferfchühun» gen, setzte die nächstgclegenln Theil« der Vorstädte Lend und Gries unter Wasser, und unterspühlte vor dem Urfuliner'Kloster die Ecke der Bastion, welche um Mit» ternacht vom 26. auf den «7. einstürzte. Desgleichen ist m.ch gegenüber eine Ufermauer, und dadurch eine daneben befindliche Slallung zum Theil eingestürzt. In den wtNlichtn Gegenden der Steyermart ist auch bi, Kainach, Sutm und Lasmh ausgetreten. Eben so lan«,» fam, als die Mur gestiegen, ist sie auch gefallen. Di» näheren Berichte von den Verwüstungen in Obers»«y»r werd«« noch erwartet." Päpstliche Staaten. Rom. den Hi. August. Se. päpstliche Heiligte«, haben den Erzbischofj von Bari, und die Bischöfe von Ancona, Chiust und Pienza, von Modena, Anlino,. Telef«. Cereto und Alife lunter die beym päpstlich,« 3 hrone assistirenden Vischöft aufgenemmen. 294 Eine Räuberbande hatte schon im April v. I. auf öffentlicher Straße englische Reifende beraubt. Die Räuber wurden jedoch entdeckt, und theils mit der Todesstrafe, theils mit lebenslänglichem Kerker bestraft. (D.V.T-) Frankreich. Bey Gelegenheit der Begnadigungen und Straf» erlassungen, welch« gewöhnlich am Ludwigsfeste Statt finden, hat sich ergeben, daß ein gewisser Lasantä seit »7 Jahren seiner Freyheit beraubt war, wcil el zur Zeit der Republik, alg er in Fsla,e.,eine« HHnkctey öffentlich ausgestellt werden sollte. es lebt der König! gelufen hatte. '«'!n,^7U^ ^ «,fa durch Überrumpelung bemächtigt. DerCommaw dant der Besatzung befand sich eben zu AlgesiraS, und die spanische Besatzung hatte nicht so viel Zeit, sich zur Wehr zu setzen. Die Revolutionärs machten einen Ossi' cier, welcher die Insel zu vertheidigen versuchte, nieder, und bewaffneten auf der Stelle einige in den Gefäng« mssen befindtlche Üdelthäter.« »Der General O'Donnel, welcher das Lager von Tt. Roch befehligt. hat auf die Kunde von diesem Er« eigniß einTruvpendetafchement gegen Tarifa beordert." „Sobald diese Nachricht nach Cadix gelangte, ertheilte der General » Lieutenant Foissac > Latour dem Obersten d'Astorg den Auftrag, mit einem Bataillon Infanterie und einer Escadron Cavallerie nach Tarifa aufzubrechen, und diese Stadt wieder zu nehmen. Die königl. Corvetten Diane und Pomone sind ebenfalls von Cadix ausgelaufen, um den Angriff von der See< feite zu unterstützen.! und die Revolutionärs an der Flucht zu hindern. Alles berechtigt zu dem Glauben, daß die« se« gleichzeitige Angriff gegen Tarifa hingereicht hadtn dürfte, um die Urheber dieses tollkühnen Unternehmens zu züchtigen» das dem Vernehmen nach von einem gewissen Obersten Valdez ode« Ordonnez ausgeführt worden ist." »Gegen die kleine Stadt Estepona (bey Malaga) w« «in ähnliches Unternehmen versucht, aber durch die Einwohner» welche zu den Waffen griffen , noch bey Jette» v««it«lt worden." Großbritannien und Irland. Das D'aris diNoma bestätigt den am,6. Iuly erfolgten Abschluß «ineeFriedenstractats zwischen (3ng> land und Algier, wodurch bloß die Bedingungen des Lords Exmouth erneuert würden. Die Engländer hat' ten keinen Schuß gegen die Stadt gethan; der D?y habe nachgegeben, als er nach einem mit seinen Bot« terien gemachten Versuche gesehen hatte, daß er kein englisches Schiff erreichen könnte. Hingegen wäre die englische Escadre, aus 2»Kriegsschiffen (worunter stehen Bombarditl'Oaleotten und ein sehr großes Dampfbeoi) bestehend, dergestalt aufgestellt gewesen, daß sie die Stadt jeden Augenblick anzünden konnte. Durch das, in Portsmouth angekommene Dampf, boot Lightning hat die Admiralität nun Depeschen von Admiral Neale V0M26. Iuly erhalten, wornach deiselv« am 24. sein G.'schwader zum Angriff d>r Scadt Algier aufgestellt hatte, und im Begr ff war, denjelh^ zu beginnen, als eine Unterhandlung eintrat, die am fcl» genden Tage damit endigte, daß der Den ssch alicn, vom Admiral verlangten Bedingungen unterwarf, und die von England eingegangen« Erklärung untetze»chnete. Einige Kugeln und Bomben waren schon abgeschossen, ade« Niemand umgekommen. Nach Unterzeichnung dc« Dey's war der Friede hergestellt, und die Blockade ward aufgehoben. Der Statthalter der Sandwich »Inseln nebst dem übrigen Gefolge des verewigten Königs Tameahamea besuchten am 11.August mehrere der berühmtesten Kauf« laden, um Muster von verschiedenen Waaren und Fa« bricaten, die für die Sandwich.Inseln geeignet seyn dürften, einzukaufen. Dem Vernehmen nach wünschen sie sehr, ihren Bedarf lieber aus England, als wie bis» her aus den vereinigten Staaten zu beziehen, mit denen sie einen ausgebreitetern Handel, als man sich gewöhn, lich vorstellt, getrieben haben und noch treiben; ihrer Schätzung zufolge,.dürfte sich der Betrag der von den Sandwich'Insulanein, selbst bey dem gegenwärtig noch nicht so weit gediehenen Fortschritt in der Civilisation, verbrauchten Waaren über iso.aoa Pf. jährlich belaufen. Am Sonntag den ,5. August, als der Abbe P«. pillon, einer der Geistlichen an der königl. französi« schen Bothschafts »Capelle vor dem französischen Both, schaftel Fürsten v. Polignae und einem zahlreichen Auditorium predigte, bemerkte der Bothschafter, dag er mitten in feinem Vortrage plötzlich, ungefähr ein« Minute lang in einer ganz ungewöhnlichen Stellung wne HM. Der Fürst gerieth in Unruhe darüber, und 2 c-5 befahl einem seine? Diener, den ersten Caplan, Herrn Chene, zu ersuchen, sich auf die Kanzel zu begeben, wo derselbe zu sc>l,cm Schrecken den ?U'b« in den tchten 3ü° gen fand. Es wurde sogleich nach Ärzten gesendet; b.vor sie aber ankommen tonnten, war ec schon vet!^!cd ^>km Augenblicke wir vor den Thron des Allmächtigen gefordert werden könnten, um,Nt chc nfchaft übe« unsere Handlungen hien,eden abzulegen." D>e Fürstmn v.Pollig. nac, so wie die ganze anwesend« Versammlung waren über den unerwarteten höchst betrübten Vorfall sehr betroffen. Abo« Papillsn befand sich in seinem 79, Jahre. Vermischte Nachrichten. Ein englisches Gesundheitsdlatt (tke woäical 2cl?i> l«r) enthält einen wohlgemeinten Aufsah »über den durch enge Halsbinde« bewirkten Schlagfluß," aus dem wir unsern Lesern Folgendes mittheilen: »Die Ursache des Schlagflusses ist gewöhnlich die Ausdehnung der Blutgefäße auf das Hirn in solchem ^«ade, daß es dasselbe zusammendrückt. Die große Blutmasse, die durch die Hauptarterie nach dem Kopfe 2«fül)rt wird, lehrt durch die Halsvenen zurück; zwey von dieser» liegen so nahe unter der Haut, daß man sie ltlcht erkennt. Drückt man auf eine dieser Venen mit dem Fwger, so ist die nächste Folge: Nöthe und Aufschwellen des Gesichts, der Ohren u.s. w. Wie gefähr. l'ch also das feste Schnüren des Halses ist, bedarf keiner Weilern Erörterung, auch kann man stch anderweitig darüber an manchem traurigen Opfer de« Mode unter» lichten. Die modernen HalSriegel ober Cra» valten unserer Fashionables haben eben nicht den Feh, lcr zu lose zu sihen, aber auch von der alten Schul« begegnen wir noch einem und dem andern, der mit «in« steifen, engen Halsbinde angeschirrt ist. Selten begegnen wir einem alten Fettmännchen, dessen Nacken "'Hl so eingekeilt ist; sein kurzer gemasterter Hals würde »hm überdieß noch es erschweren, durch eine feste B>nde iu athmen. Wenn so ein guter Herr bey seinem Abend» öäschHen (ev«uinL boi,Ue) sitzt, fo sitzt er täte z tew mtt dem Tode. Mit jedem Glase nimmt der Druck drr äußern HalZvenen zu, m,d das Blut, daS in den Kopf steiqt, ist gezwungen, durch die innern Halsventn zu> rück^lkehren. — Bey einem Besuch« in Paris gingen w-r durch die Gallerie des Louvre, als ein junger Gour» mand, der eden das Bild seines Königs betrachtete, in Ohnmacht fiel. Wir eilten ihm hülfreich zu seyn, und das erste war, daß wir chn von seiner Halsbinde bt» freyten, die mit ihren sauber gelegten und geglätteten Schleifen übel zugcrichtec wurde, 5a der Chyrurg den Gordischen Knotcn wie ein zweyter Alexander mit der Lanzette durchschneiden mußte. Seine Freunde unter» richteten uns, daß er so eben von einem Frühstück ü la louicli^l« alifgcstanden, und eine ganze halbe Flasche Champagner getrunken habe. Es war nahe daian," daß Apoplexie eintrat, doch erhohlt« cr sich, da wir ihm die Binde getös't, und am Arm einige Unzen Vlut g« lassen hatten. Naum aber, daß er die Augen ausschlug, rief er voll Verzweiflung aus: „^K! mon Oi«n! vo,,« ÄV02 ll«xlnr6 N12 cravute!« — Die Alten trugen tflne Halsbinden, und auch zu unserer Zeit gehen die Me,' slen Erdbewohner mit bloßem Halse. W«r würden hi:r zu Lande, wy die Lcute fo viele starke Getränke zu sich nehmen, weit weniger von Schlagflüssen hörcn. wenn die GesundheitS'PoUzey oafür sorgte, daß Nlemand im Kelle« und Nranntwcmhaufe mit der Halsbinde sitzen dürfte. — Warum trug denn Lord Byron keine Cr«< vatte? etwa damit sein Bild mehr classisch sey, mehr dem von Milton und Shakespeare gliche? Wir vermu, lhen, daß Se. Herrlichkeit einen andern Grund dazu hatte? Er weiß, daß geistige Anstrengung durch Schnüren und Pressen dcs Halses gehemmt und gestört wird, auch der gelehrte Herr Furmcr ist dieser Meinung. Mit einem Worte, die Halsbinde «st von allen Kleidung«« stücken, die wir angenommen haben, das ungeschickteste uno ungesundeste. <3S wurde zuerst, sagt man, wegen des schnellen Wechsels der Witterung eingeführt; allein warum tragen die Frauen kein Halsband? und warum erfinden n^r denn nicht auch ein« Bedeckung für vle Nase und die Wangen? Wohlmeinend empfehlen wir also den Männern, dem Beyspiel der Frauep zu folgen, und wenigstens in der warmen Iahreezeit und bey Tische die Halsbinde abzulegen." Auf einem Markte zu London wurde ein Metzger, der einen Ochsen geprügelt hatte, zum Gefängniß und einer Geldstrafe von 4« Schillingen (5oFranken) verur« theilt. — Und doch duldet man dort die grausamtn Hahnenkampfe, und Alle« drängt sich zu diesen barha. rischcn Schauspielen hin! 236 In einem Dorfe bey Genua wollten vor Kurzem einige Dilettanten sich mit einem Feuerwerke produciren. S'tzano,Handelsmann (türk.Unter. than), alle v. Trieft n-Wien. Abgereist den 2Z. August 182^. Hr.Iohann Poder, k.k.küstenländ. Staatsbuchhalter, nach Baden. Den 5. Sep t. Hr. Franz v. Mün;el. k. k. Vandi« rector, mit Tochter, nach Wien. Neustadt. — Fr^ The» resia Vuschek, Kaufmanns^Gattinn, mit Sohn und Toch> ter, nach Triest. Den 4. Ht. Mathias Krischay, k. k. Landr. Kanzel, list, mitIgnazPiller, nach Triest. ', Curs vom 2.September 1624. Mittelpl-cis. Staatsschuldverschreibungen zu 5 v.H. (in CM.) 93 i,/'»ä Verloste Obligationen und Ära- ^zu5 v.H.^<^u2ci/i6 rial.Obl,qationen der Stände <^ '>2v.H 5 ^ von Tyrol......(^u3i/2v.H.)- Wien.Stadt-Banco-Obl. z«2i/2 v.5).^inC.M.) 5<, dettl> detto zu 2 v.H.(mC.M.) 29Z/I Obligat, der allgem. und ungar. Hofkammer zu 3 v.H.(inC.M > 5c> 2/"5 detto detlo zu 2 v.H.(i«C.M.) Z9.I/5 (Ärari^) (Domeft.) Odliqcitionen delSt.indes (C.M.) (E.M.) v0nQ!'!«'rieich unterund iu3 V-H.I— __ ob der Eis, von Boh«! 5" 2 1/2 v.H. l__ __ men. Mähren, Schle« zu 2 1/5 v.H.^>__ __ sien.Steycrmark, Käin» iU2 v.H.^Z^i/b — ten, Aiain u. Görz zu 1 3/5v.H.jI°4 1/2 — Wien. Oberk. AmtZ-Odl. zu2 v.H. 392/5' — Vankactien pr. Stück ' 108 in CM. Für 100 fl. in C.M. «^3?^ü ü, W. TY. Ignaz Aloys Ec>l. v. Minmayl, Verleger und Nedacttur.