»ir. 145. ' ,'^,^°>,zi,^H^H.m„.,,«^.. Dienstag, ^7.Inm. """-«^.««.l^A^i'^,"«>"'» 1882. Mit 1. Juli begimü ri„ neues Abonnement a»! die „Kulmcher Zritnng." ,. .Die Prannmerations - Vedingnngen ^Nbeu unverändert und betragen: M Pos< unter Schleifen.....15 si. - kr. 3" Laibach ins Haus zngestellt . . . !2 „ - ., ^Comptoir abgeholt......1l „ — .. F." Post m.lrr Schleifen.....7 sl. 50 kr. M Laibach ins Haus zugestellt. . . t» „ — .. ^ln Comptoir abgeholt . '.....5 „ 5<> ., u.»»,^" Die Pränumerations' Veträge wolle» Portofrei ^"ibach im Inni 1882. Jg. v. Klcinmayr K Jed. Bambcrg. Amtlicher Theil. 3l<, ^' ^ und k. Apostolische Majestät haben mit " echuchst,, Entschließung vo,u 19. I'lni d. I. dem ^'t^rzbischufe von Wien. Cölestin Joseph Gangl-»"'"''', als Großkreuze des österreichisch kaiserlichen "vpold-Or^ns die Wiirde eine« gelieinien Rathes lirn allergnädigst zu verleihen geruht. de« 3"' ^'l'iste,Präsident als Leiter des Miuisteriums Me..^?''" l)at den Bezirkscommisslir Heinrich Cle-Mark ^'^^ zu" Stalthallcreijccrelür iu Steier- Erkenntnis. Antrat ^ l- ^ndesgrrlcht als Pressgericht Wien hat auf «" d.?^" '- l- Staatsanwaltschaft crlannt. dass der Inhalt des Zeilm, ?/l' "^ der periodischen Druckschrift „Wiener Allgemeine lels ^. ^" ^. Juni 1882 (Mittagblatt) cnlhaltcnen 'lrtt° 18 "> >?« Aufschrift „Ein Manifest Victor Huais. Pans, N« " ^' Verbrechen nach 8 122 M, l> und 'l Sl. G Iic° V: "" hat nach § 4M St P. O. das Verbot der We.ter< ^/"ilüig dieser Druckschrift ausgesprochen. _________ Nichtamtlicher Theil. «D Se. Majestät derKaiser haben, wie die „Grazer "vsqenpost" mittheilt, der Marktgemeinde Lichtenwald '^Herstellnnq von Kirchenaltären einen Veitrag von ^ st- allcrqnädigst zu bewilligen geruht. Wien, 24. Juni. sOrig.'Corr.) Der Allarm, den ein Theil unserer Publicistik über den vielbesprochenen Vrrtrag der österreichischen Staalöbahngesellschaft mit der ungarischen Negierung zu erheben für qnt fand, beginnt mehr und mehr zu verstummen. Man schein! nachgerade zu der Erkenn!' nis zu kommen, dass der Vertrag ans dessen definitivem Texte die eigentlich bedenkliche»! Bestimmungen beseitigt worden sind, nicht nothwendig eine Schädigung österreichischer Interessen zur Folge zu haben braucht. Und dies nmsoweniger, als der in einigen ungarischen Blättern ventilierte Gedanke, eine Umgestaltung des durch Gesetz und Statuten festgestellten Organismus einer in Wien domicilierlen, das größte gemeinfame Transportunternehmen darstellendem Acliengesellschaft ohne Ingerenz und Mitwirkung de^ österreichischen Reichshälfte durchzuführen, wohl nicht ernst genommen werden kann. Auch liegt durchaus kein Grund vor. an der Aufrichtigkeit der von der Leitung der Gesellschaft zum Ausdrucke gebrachten Ueberzeugung zu zweifeln, dass die im Vertrage zugunsten Ungarns vorgesehenen Beschränkungen der gesellschaftlichen Con-cessionsrcchlc und monopolistischen Befugnisse, welche mit dem Gemcinwohlc der österreichischen Reichshälfte durchaus nicht identisch sind, gleichartige Consequenzen für die österreichischen Linien mit logischer Nothwendigkeit bedingen und dass es für die Gesellschaft vor-lhcilhafter ist, der österreichischen Regierung loyal entgegenzukommen, als sich einer durch Necht und Billigkeit gebotenen Ausgleichung zu widerfetzen. Den bevorstehenden Verhandlungen können demnach die österreichischerseilK bctheiligten Kreise, welche mit richtigem Gefühl nicht in der Verwerfung, sondern in einer der Parität entsprechenden Vervollständigung des Vertrages ihr Interesse gewahrt finden und dies offen erklärt haben, mit Beruhigung entgegensehen. Wien, 24. Juni. (Orig^Curr,) Wir lesen im „Neuen Wiener Tagblatl": Nachdem die neucrcicrte Direction der österreichischen Slaals-eisenbahnen mit der Reform der Pcrfonentarife fo glücklich debütierte, hat sie, wie wir erfahren, die Gütertarife der Staatsbahnen gleichfalls bercils in den Bereich ihrer Verathuugen gezogen. Die bisherigen Frachtsätze sollen ebenfalls wesentlich herabgesetzt werden, und ist insbesondere eine gründliche Reform des Refacliewescns tendiert. Unter den Privatbahnen herrscht infolge der Neformpläne der Staatseisendahn-direction auf dem Gebiete des Tarifwcsens keine ge-ringe Aufregung; allein die Action ist nun einmal eingeleitet worden und dürfte auch zu Ende geführt werden, unbekümmert um die Opposition der Concur-renz. deren Erscheinen vorauszusehen war. Der wahrscheinliche Ausfall im Personenverkehr (derselbe wird ans 800,000 b,s zu einer Million Gulden für das erste Jahr taxiert) soll durch eine verstärkte Personen-srequenz thcilwei.se wenigstens hereingebracht werden, wodurch rine bessere Ausnützung der Betriebsmittel ermöglicht werden dürfte. Bisher war diese Ausnützung eine sehr ungenügende, nachdem, einer aufgestellten Berechnung zufolge, im Durchschnitt kaum vierzig Procei't der disponiblen Plätze in Anspruch genommen wurden. Die Urheber der Neformpläne bei den Swats» bahnen hoffen durch die Ermäßigung aller Tarife auf eine Ablenkung des Verkehrs nach der Richtung der Staalsbahnen. und ebenfo erhoffen sie eine intensive Sleigerung des Localverkehrs. Wicn, 25. Juni. (Orig.-Corr.) Die „Norddeutsche Allgemeiue Zeitung" enthält über den der Egerer Handelskammer erstatteten Rechenschaftsbericht des Abgeordneten v. Plener ein Schreiben aus Wien. dem wir Folgendes entnehmen: Herr von Plener fühlte sich wohl gedrängt, mit dem traurigen Geständniffe zu beginnen, dass all das viele Reden sowie die gesammte parlamentarische Action der Liberalen „keinen greifbaren äußeren Erfolg" erzielt habe. Zum so und so vieltenmale verkündete auch Herr v. Plener wieder, dass die liberalen Fractioneu sich gegenseitig Eoncessionen gemacht und nun fest geeinigt zur Bekämpfung des gegenwärtigen Regimes dastehen. Hat es sich darum gehandelt, dass die liberalen Frac-twuen sich mit einander abfinden, oder war's seit zwanzig Jahren die alles beherrschende Aufgabe, eine Verständigung der Völker Oesterreichs auf constitu» tioneller Basis herbeizuführen? War der innere Hader nicht der Krebsfchadcn am Leibe des Reiches und der Verfassung? Nichts weniger als das! Die Herren haben nach wie vor kein Programm. Die ganze Weisheit der vereinigten Linken concentriert sich nach wie vor in dem Satze: „Nieder mit dem Cabinet Taaffe!" Warum? Herr v. Plener scheut selbstverständlich die Mühe nicht, das Sündenregister der Regierung zu entrollen. Obenan stammt natürlich die „Zurückörän« gung der Deutschen". Worin diese besteht? „In Böhmen — erklärt Herr v. Plener — ist die czechische Universität errichtet worden, in Kram werden die Deutschen mit besonderer Rücksichtslosigkeit behandelt, und schon hört man die Forderuug nach der Slavi-sierung Schlesiens." Sonst versichern die Liberalen hoch und heilig, dass sie immer herzlichst bereit waren, den Czechen eine nationale Universität zu gewähren. Thalsächlich hat die deutsche Majorität des böhmischen Landtages den Czechen die Universität schon zu Be- Feuilleton. ^licularfeicr der Buchdruckerkunst in Wien. k° .^k zur Feier der vierhundertjährigen Einführung ^ Vuchdruckerkunst z„ W^„ veranstalteten Festlich. M begannen am 24. d. M. vormittags mit oer Er-^MMg der historischen Ausstellung uon'Wiener Druck-5en^" im österreichischen Museum. Der Zugang zu , gelben und das Gebäude selbst waren nnt Flaggen ,yW"iickt. im Säulenhofe, wo die Festfeier stattfand, -^rechts zwischen den mit Giurlanden nmwnnoenen ,,^"Iel, und den mit Äosqnets umgebenen Götterstatnen M u " Tribüne aufgeschlagen; hinter ihr ragte eine ,^>wbüste Gutenbergs ans dem Schmucke der Zweige ,,,""latter hervor. Vor 10 Uhr begann sich die 6,i^'a.e Halle mit Festlheilnrhmern zu füllen. Es er-ür Ü?" u. a. Ihre Excellenzen die Herren: Munster Kultus nnd Unterricht Baron Conrad-Eybes->/o, Statthalter von Niedcrösterreich Baron Pos-!) '9er. der hochw. Fürsterzbischof Dr. Gangl-I ^r, ferner Polizeipräsident Ritter Krticzka von ,^°k,^ ha,,,, Vertreter der kais. Akademie der Wis-yHf'flcn, der Universität und anderer gelehrten Cor-leick^vne"' der Bürgermeister von Wien und zahl' llinst ^"^l. Jünger und Freunde der Buchdrucker-^Ma^ ^" ""d anderen Städten des In- nnd ^'hen irl?' dieselben nahmen auf den vorbereiteten Ale,, "b' Ehrend andere Theilnehmer die Gallerien Die Feier begann nach 10 Uhr mit der Absingung eines von W. E. Stephan gedichteten, von Professor Sloiber componierten Weiheliedes, welches der Buchdrucker.Gesaugverein „Gutcnbergbnnd" unter Begleitung von Blechinstrumcnlen vottrug. — Hierauf begrüßte der Obmann des Centralcomitcs, Buchdruckereibesitzer Herr Friedrich Jasper, die Versammlung mit einer Ansprache, in welcher er die Vorgeschichte der hrntigen Ausstellung und Festfeier darlegte, allen Förderern derselben den Danl des Comites aussprach und unter den Anwesenden noch besonders diejenigen werten Gäste willkommen hieß, dl> von fern her zu dem Feste gekommen. — Ihm folgte als Redner der Bürgermeister von Wien, Herr Dr. Ed. Uhl, welcher in kurzer Rede im Namen der Stadt die Versammlung begrüßte, der Freude über die Festfeier und die Ausstellung Ausdruck gab und de, selben den besten Erfolg wünschte. Hierauf betrat der Ehrenpräsident des Comites Herr Ministerialrath Ritter v. Scherzer, t. und k. Oeneralconsul in Leipzig, die Tribüne, um die Festrede zu halten. Er besprach zuerst den gewaltigen Ein-slnss, welchen die Erfindung der Anchoruckerkunst von ihrem Ursprünge bis heutzutage aus die Culturgeschichte der Menschheit ausübte, gedachte tnrz der Lebensgeschichte des Erfinders und gieng dann anf die Einführung, Verbreitung und Entwicklung der Buchdrucker, kuust iu Wicn über, deren Geschichte er in einer lichtvollen, an geistigen Ausblicken reichen Uebersicht vorführte. Er hob darin besonders auch die technischen Fortschritte hervor, welche die Buchdruckerkunst seit dem Jahre 1482. aus welchem Jahre die ersten noch vorhandenen Wiener Drucke stammen, bis auf die neueste Zeit gemacht hat und welche jetzt ihren Pro» duclen die künstlerische Vollendung und masfenhafte Verbreitung gegeben haben, die wir anstaunen. Zuletzt gedachte der Festredner noch eines besonderen Zweiges der Nuchdruckerei, des Zeitungswesens. seiner Entwicklung nnd heutigen Entfaltung. Das erste tägliche Blatt in Wien, bemerkte er u. a., gründete Johann von Gehlen im Jahre 1703 unter dem Titel „Wiener Diarium", ans welchem sich allmählich die heutige „Wiener Zeitung" entwickelte. Lebhafter Beifall folgte den Worten des Fest-redners. Dann wurde noch vom „Gutenbergbund" ein von L. A. Franll gedichtetes, von Prof. Stoiber com« poniertcs „Buchdrnckerlicd" vorgetragen, worauf der Obmann des Ausstcllungscomitcs, Hofrath Professor v. Eitelberqer, Director des österreichischen Mu» seums, die Eröffnung der Ausstellung mit einer kurzen Ansprache und Erklärung einleitete. Diese Ansprache hat folgenden Wortlaut: „Aufgefordert, die historische Buchdrucker-Ausstellung mit einer Ansprache zu eröffnen, muss ich vorerst unserem verehrten Herrn Ehrenpräsidenten Ritter von Scherzer für seine geistvolle und echt pilvionsche Rede danken und erwähnen, dass das Zustandekommen dieser Ausstellung von Wiener Buchdrücken nach manchen glück» lich überstanden?,, Fährlichteilen den Vorständen der Bibliotheken des In- und Auslandes, des Hofes, der Laibaqer Zeitung Nr. 145 1254 ______ 27. IuniW^^ ginn der sechziger Jahre unter dem Regime Schmerlings angeboten, und zwar im deutschen Interesse an« geboten, um die Utraquisierung der Hochschule, an welchcr das czechische Element zu überwuchern begann, zu verhüten. — Von einer rücksichtslosen Behandlung der Deutschen in Krain weiß nur die Opposition zu erzählen. Die übrige Welt. die sich dafür interessiert, erfährt blos, dass die Slovenen dort verlangen, es möge bei Gericht auch ihre Sprache als „landesüblich" anerkannt, das heißt von dem Richter nicht als un-zulässig verpönt werden. Die Berechtigung dieses Verlangens wurzelt im § 19 der von den Liberalen for« mutierten Grundrechte, welcher jeder Nationalität des Reiches gleiches Recht «in Schule, Amt und öffent« lichem Leben gewährleistet". Doch „schon hört man die Forderung nach der Slauisierung Schlesiens". Graf Taasse hat bei seinem neulichen Besuche in Troppau, der Hauptstadt dieser Provinz, vor den höchsten Behörden dieses Landes in bündigster Weise erklärt, dass er es als seine Aufgabe betrachte, den nationalen Frieden, wacher bisher in diesem Ländchen gewaltet, auch in Zukunft aufrechtzuerhalten. Nicht das Geringste ist geschahen, was mit dieser Zusage im Widersprüche stünde; wohl aber hat Graf Taaffe seitdem die Leitung der schlesischen Statthalterei in die Hände eines Mannes gelegt, dem die Deutschen mit nicht geringerem Vertrauen entgegenkommen als die Slaven. Aber das alles zählt bei Herrn von Plener nicht. . . Man „hört" die Forderung nach der Slavi-sierunq Schlesiens, und das Verbrechen des Grafen Taaffe ist fertig. Ein zweites Verbrechen des Grafen Taaffe ist »elbsiverständlich die Wahlreform, welche einerseits im böhmische!» Großgrundbesitze Sonne und Wind zwischen Liberalen und Conservative« gleich theilt, andererseits dm Gros des österreichischen Gewerbestandet das Po» lilische Wahlrecht gewährt. Gerade das deutsche Voll in Ossisrreich, gerade seine selbständigen, unabhängigsten und obendrein nationalsten Vertreter im Abgeordnetenhause, wie Coronini, Waltrrskirchen, Wurmbrand u. s. w., haben die Wahlreform nicht blos als Emancipation jener Elemente, welche die breite Grundlage des Bürgerthums bilden, sondern auch als Emancipation dcs Parlamentes von den Ränken und Kniffen der politischen Advocaten, von der großmäuligen Unfähig» keit der Gegenftolitik unserer Linken gefeiert. Doch eben weil die Mchlreform auch diese Bedeutung hat. sieht Herr von Plener in jenen Kleinbürgern, die ein selbständiges Gewerbe treiben, nur „die obere Schicht der arbeitenden Klassen," klagt er über die Mesalliance der Regierung mit NadicaliSmus und Socialismus. Wunderbarerweise bezeichnet Herr von Plener diese fürchterlichen Radicalen schon im nächsten Satze als „beachtenswertes Element", ja streckt ihnen sogar die Hand zum Bruderbunde entgegen, indem er die Hoffnung ausdrückt, es werde seiner Partei gelingen, „auch mit diesem beachtenswerten Elemente Anknüpfung«» punkte im Interesse des socialen Friedens zu gewin-nen." Ebenso wird conscquenterwcise auch gegen die im Werke begriffene Gewerbereform, welcher der ge-sammle österreichische Gewerbestano seine vollste Zustimmung ertheilte, agitiert und intriguiert, was das Zeng hält! Dass die Männer, welche i'/s Decennien lang das Parlament verpönten, jetzt eifrige und gewandte Mitarbeiter desselben sind, dass die erbittertsten Feinde der Verfassung zu Vekennern derselben bekehrt worden, dass die Führer der Nationalitäten, die ihre Kräfte lange im Ringen nach weit auseinander liegenden, aber gleich unerreichbaren Zirlen ze>splilte,ten und erschöpften, heute die Mission einer conservativen österreichischen Partei zu begreifen beginnen und zur Bildung derselben den guten Willen mitbringen, dass ist in den Augen unserer Opposition das verdammens-werte, in den Augen der gesummten übrigen Welt aber das verdienstolle Wert des Grafen Taaffe. Während Herr v. Plener den Grafen Taaffe des Slavismus zu verdächtigen sucht, hat er zugleich Humor genug, dem deutschen Liberalismus Verdienste um das Slaventhum zu vindicieren. „Gerade unter der sogenannten Herrschaft der Deutschen — versichert er — haben sich die Slaven national außerordentlich entwickelt." Und hierin müssen wir ihm vollkommen Recht geben. Die Slaven haben sich unter der liberalen Herrschaft in der That so außerordentlich entwickelt, dass sie bis — Moskau giengen nnd das Reich zu zersprengen drohten. Aber das ist ja eben der riesige Unterschied zwischen dem gegenwärtigen Regime und der liberalen Herrschaft. In der liberalen Aera ent< wickelten sich die Slaven zu einer Gefahr des Reiches, in der jetzigen Aera zu einer Stütze desselben; in der liberalen Zeit forderten sie die Fundamentalartilel, in der Taaffr'schen Zeit verleugnen sie dieselben. Herr v. Plener findet in dem Urtheile des Fürsten Bismarck jene „reactionäre Rancune gegen den Liberalismus, welche jetzt in Mitteleuropa zn einem Regie» rungssystem ausgebildet werden soll." Vergebens würde man bei uns wie in Deutschland eine Reaction gegen den Liberalismus, d. h. gegen die freiheitlichen Principien suchen. Alle die Rechte und Freiheiten, welche die Verfassung hier wie dort dem Volle eingeräumt hat, sie stehen ausrecht in voller Kraft und Geltung. Was die Herren als freiheitsfeindliche Reaction verschreien, das ist nichts anderes, als die gesunde, vollberechtigte Zurückweisung des Dünkels, der Anmaßung und der Selbstsucht der Fractionen. Es ist die Reaction des Volksthums gegen das Parteithum. Es ist die Nothwehr des Staatsgedantens gegen diejenigen, die, statt ihm pflichtschuldigst zu dienen, in ihrem Partei'Interesse dienstbar machen wollen. Von den Landtagen. Innsbruck, 24. Juni. Dr. Falk begründet den Antrag auf Aenderung der Gemeinde« Wahlold» nung durch Zuerkennung des Wahlrechtes an Ge-meindegenossen. Das Gesetz z»r Regelung des Cur-Wesens in Meran, die Petition an die Regierung wegen Nichteinbeziehung der landwirtschaftlichen Nebengebäude in die Hauszinssteuer und verschiedene Unter-stiitznngsgesuche werden angenommen. Nächste Sitzung am 27. d. M. Der st «irische Landtag hielt am 24. d. wieder eine Sitzung ab, auf deren Tagesordnung sich neben einer Reihe erster Lesungen auch der Antrag der Abgeordneten Dr. Schmiderer und Genossen, betreffend die Regelung der Rechtsverhältnisse Erhaltung und Verwendung des dem ehemaligen Kreise Marburg gehörigen Vermögens befand. Der Bericht des Landes-cullurausschusses über die Maßregeln gegen die Reblaus dürfte erst in einer der nächsten Sitzungen zur Berathung gelangen. Die Krisis in Egypten. Im englischen Unterhause beantworiete in der Sitzung am 23. d. M. Gladstone eine Anfrage Northcote« dahin, dass die Pforte gegenwärtig gegen die Conferenz sei und dass die Regierung keine Kenntnis von dem in den heuligen Mor« Kirche und drs Staates zu verdanken ist, welche gewiss nicht mit leichtem Herzen die seltensten Druckwerke dem Comiti und dem österreichischen Museum vertrauensvoll überlassen haben. Wenn Sie, hochverehrte Herren, die bescheidenen Räume der Ausstellung betreten, wird es Ihren Blicken nicht entgehen, dass die Typographie vom Anfange an ihre schönsten Leistungen dem Zusammenwirken der typographischen Technik mit den zeichnenden Künsten zu danken; war doch die Buch» druckerkunst nie eine Zunft, fondern eine freie Kunst, ar8 lidsrali» gewesen, als Trägerin des Gedankens in Wort und Schrift. In dieser Feststunde müssen wir eingedenk sein, dass die österreichischen Kaiser von Anfang an Förderer der Vuchdruckerknnst gcwesen sind: Friedrich III., der geistvolle Freund Albrecht Dürers. Max I., Rudolf II, Leopold I. und vor allem die glorreiche Kaiserin Maria Theresia und ihr großer Sohn Josef II., Kaiser Franz I., als Gründer der Staatsdruckerei. Als Director einer Anstalt, welcher unser Kaiser die Aufgabe gestellt hat, die Kunst im Gewerbe im weiten Kaiserreiche zu pflegen, muss ich jetzt erinnern, dass die schönsten Drucke der jüngsten Zeit, welche wir der kaiserlichen Huld und Kunstliebe zu danken haben und die nicht in den Rahmen der historischen Ausstellung passen, in das Programm nicht eingereiht werden konnten. Sie werden, hochverehrte Herren, mit mir übereinstimmen, wenn ich dem Wunsche Ausdruck gebe, es möge die Wieuer Buchdruckerkunst auch in aller Zukunft Hand in Hand mit der Kunst wandeln, zu Ehren des alten ruhmreichen Oesterreich und der schönen Residenzstadt Wien, dessen geistiges Gedeihen uns allen am Herzen liegt. Somit eröffne ich nun die historische Ausstellung und lade die hochverehrten Herren ein, dieselbe zu besichtigen." Die Ausstellung ist überaus reichhaltig und interessant; sie bleibt dem Publicum durch drei Monate geöffnet. Ein Katalog wurde bereits am 24. d. ausgegeben. Derselbe weist 1059 Nummern auf, welche Druckwerke vom Jahre 1482 bis auf die sechziger Jahre unseres Jahrhunderts, eine interessante Ausstellung von Zeitungen aus dem Jahre 1848, Fachschriften und allerlei Ansichten umfassen. Außerdem sind noch Porträts und Wappen hervorragender Wiener Drucker ausgestellt. Iumitte des letzten Saales steht die reichbekränzte Presse, an welcher Se. Majestät Kaiser Josef II. einst arbeitete und die jetzt Eigenthum der k. k. Hof- und Staatsdruckerei ist; ferner ein aus dem Jahre 1862 datierendes Modell einer Dampf-Schnellprefse für beiderseitigen Druck auf endlosem Papiere, von dem dama» ligen Director der Staatsdruckerei A. Auer herrührend. Das Unternehmen wurde namentlich in hervorragender Weise unterstützt durch Ueberlcissung von alten Druck» werken aus der lais. Familien.Fideicommiss-Äibliothel, der Hosbibliothek, der Wiener Stadtbibliothel, der Uni-versitätsbibliothek, der Bibliothek des Theresianums. einer ganzen Reihe von Stiftsbibliolheken. dann noch von zahlreichen anderen öffentlichen Bibliotheken des In« und Auslandes sowie vielen Privaten. genblättern veröffentlichten neuen Rundschreiben d Pforte habe. Die Instructions für die VeNrem Englands, Frankreichs und Italiens feien gestern »" Constantinopel eingetroffen und diejenigen der ^ei treter Deutschlands und Russlands seien ich em gelangt. Hinsichtlich der Instructions für den o,iei reichisch-ungarischen Vertreter sei die Negierung oynr definitive Information, habe aber keinen Vrund, an zunehmen, dafs Oesterreich-Ungarn eine 's^'erte ^ lung einnehmen werde. Die Entschädigungsforderunlj wird an die egyptifche äc; l^w-Negierung N".'^", auf diese rechnet die Regierung in erster 2m,e "e züglich der Aufrechthaltung der Ordnung, ^e"' der zukünftigen Wahrung der Ordnung rechnet es a«! Mahregeln der Conferenz. Falls die n betreff ihrer temporären Stellung sind die Controleure der Ansicht, dass ihre Gegenwärt in den Versamm lnngen der Conseils die Militärpartei kräftigen lvnroe, indem sie deren Ansprüche zu sanctionieren sche^. und den Einfluss der Controle vermindern wuroe, die Controleure stehen daher davon ab, sich >n ^ Conseils einzusinden. , , Chaplin beantragt für Montag folgende M"" tion: Das Haus betrachtet mit Unruhe und "^rg ms die Lage der britischen Unterthanen in MP7' und betont die gebieterische Nothwendigkeit prompt und entschlossener Schritte zu deren Schutze. ,. Aus Paris wird unterm 24. Juni genmoe' -Das heute zur Vertheilung gelangte Gelbbuch eiu hält Nctenstücke aus der Zeit vom 15. November v.^ bis zum 11. März d. I. Es reproduciert die ^eoe schen Gambettas an den französischen Botschaft"!" London, in welchen die Herstellung einer el'Mfy französischen Entente verlangt wird, um den ^reiu Nissen in EMten zu begegnen. Lo>d Lyons '"for"'" Gambelta unter dem (i. Jänner, dass England or Note Gambettas vom 30. December betreffs der "' die Vertreter Frankreichs und Englands m ^gM ' zu erlassenden Weisungen beipflichtet, macht jedoch ^ Vorbehalt, dass die englische Negierung, wenn eu Action als nothwendig erachtet werden io"A ^ irgend einem besonderen Modus einer solchen ""' nicht verpflichtet angesehen werden dürfe. ., Gamoetta schreibt am 13. Jänner an 6hallen^ Lacour, dass Lord Lyons verlangt habe, es soue"' zweite, die erste erläuternde Note nach Kairo ge"^ werden; Gambetta widersetzt sich diesem Verlm'gr, aber er besteht gleichwohl darauf, dass zwischen F'" ^ reich und England weder hier noch in Kairo »rg ein Meinungszwiespalt aufkomme. ^ Am ll). Jänner schreibt Challemel-Lacour, ^^ of Granville lege den größten Wert darauf, .A ^r Entente zwischen Frankreich und England nlcht . eine reelle, sondern auch eine äußerlich sichtbar > Tagsdurauf schreibt Challemel. dass er trotz der ^^ Erklärung bei Granville nicht vollkomnmi Mle stellende Dispositionen gefunden habe; Granville me' dass die Collectivnote nur als eine rein p A lei" Ermuthigung betrachtet werden müsse, welche .^ Veisprechen irgend einer Sanction enthalte. ' ^ ville halte niemals gedacht, dass die von Gaw ' vorgeschlagene Note von irgend welchem Nutze" ^ würde, aber er habe darauf gehalten, einen ^ ^ zu geben, dass England es wünsche, im EinllaM Frankreich vorzugehen. . grollt Eine Depesche de Freycinets an Challeme'-^^e vom 3.Februar erzählt über eine Unterredung.^, Freycinet mit Lord Lyons hatte. Letzterer "e^^g die Auslegung, welche Challemel der Z""''^«^ Granvilles zu der identischen Note gegeben- ^t erklärte ihm. Granville habe sich aubdrücllloi ^z nur den Modus einer Action, sondern 1""!^ Princip jeder Action vorbehalten wollen; b" ^ "^l-Regierung habe sich nicht im vorhinein zu "g cher materiellen Action verpflichten wollen. .^ h^ Das Ergebnis dieser Unterredung gipse . ^M-Einvernehmen über die drei folgenden Punlte- u^ ^ reich und England behalten sich ihre Zl.ls'"''",seli d" jeder weiteren efftcliven Action vor; ste ' ^geü Anwendung von Zwangsmitteln zurück und 1 eine Entsendung von türkischen Truppen- Gerichtssaal. , Wien, 21.^ h, (Process Hoffmann. — Dritter " M-lungstag.) Hierüber entspann sich eine la"g ^M' einandersstzung, die im wesentlichen daraus ^„Mt dass nach der Auffassung Hoffmanns die ..'"'" ^ci Uebersetzung des Affidativs nicht vollk^nme' ^ sei, dass es darin heiße, er sei Eigenthümer, ^ M es im englischen Originaltexte heiße, er "tM ^ ^ Pfund Sterling zur Erwerbung des Owe» Laibacher Zcltuna Nr. 145 ________^_^^____________I^_____________________________________27. Juni 1882. A>5"sslon, und er werde nach Perfectuierung des Ge-Mes zur Sicherstellung der Forderung der Man-lYester.Gesellschaft. da das Affidativ vor dem öster-rnchlschen Gesetze nicht dieselbe Bedeutung wie vor oem englischen Gesetze hat. einen österreichischen No-tarilltsact der österreichischen Gesellschaft zur Ver. fugung stellen. Dr. Weih erklärt, dass diese Fassung dem Originaltexte der Erklärung nicht entnommen werden Pr.: Also sehen Sie, Sie haben einfach die Unverschämtheit, sogar etwas, was wir schwarz auf weiß Haben, in Abrede zu stellen. — Berth.: Gegen diesen «usdruck erlaube ich mir in aller Ergebenheit Ver. Wahrung einzulegen. m Pr.: Ich kann Ihnen keine Correctur meiner Aeußerungen zugestehen. Was ich sage, werde ich auch zu verantworten wisfen. Es ist eine Unverschämtheit, etwas Geschriebenes und eidcsstüttig Bestätigtes, ein authentisches Document, einfach abzustreiten. — Verth : ^ch wiederhole meinen Prolest. Der Präsident hält dem Angeklagten neuerlich dle betreffenden Stellen des Asfidativs vor und sagt: Garaus ist deutlich zu entnehmen, dass es Ihnen damit um nichts zu thun gewesen, als die Engländer zu täuschen, und dass es Ihnen auch gelungen ist, sie zu täuschen, weil sie sonst für Sie nicht die 25,000 Pfund Sterling erlegt hätten. — A.: Wozu hätte ich nuch denn zu verpflichten gehabt, den Nachweis über Mein Eigenlhumsrecht mittelst österreichischen Notariats, uctes zu erbringen? — Pr.: Sagen Sie uns lieber, Wozu haben Sie überhaupt jene Erklärung abgegeben? ^ A.: Das habe ich auch bereits gesagt. Um den Engländern ein Instrument an die Hand zu geben, «nit dessen Hilfe sie sich aus augenblicklicher Geld« Verlegenheit zu befreien vermochten. Sie wären fönst in Zahlungsverlcgenheit gekommen. Pr.: Sagen Sie uus, Herr Zeuge, haben Sie aus Ihren Wahrnehmungen die Ansicht gewinnen können, dass jenes Uebereilikommeu nur zu dem Zwecke getroffen wurde, den Engländern Geld zu verschaffen? "- Z.: Niemals, im Gegentheile; ich habe aus allen Meinen Erfahrungen in dieser Sache die Ueberzeugung gewonnen, dass die Engländer nur nach Verwertung ihrer Rohmaterialien strebten, d. h. nach Arbeit, die sie wegen Nichtzustandekommens eines bedeutenden Geschäftes, für das sie sich bereits engagiert hatten, nö!hig hatten: — Pr.: Die Gesellschaft, welche sich also in so dringender Geldverlegenheit befand, hat Ihnen blos zu künftigen Gefchäften 25.000 Pf. St. zur Verfügung gestellt? — A.: Kein Geld, sondern Wechsel. Die folgenden Erörterungen betreffen die Ver< Wendung der von Hoffmann bei der Anglobank behobenen 60,000 fl. Es wurde constatiert, dass Hoffmann daraus einen Theil der Valuta für Wechsel der Manchester-Gesellschaft, die er vor dem in Nede. stehenden Geschäfte von der Gefellschaft zur Escomptierung übernommen hatte, bestritten hat. — Pr.: Daraus geht hervor, dafs Sie früher an der Gesellschaft eine Veruntreuung begangen und diese aus dem entlockten Gelde gutgemacht haben. — Verlh.: Da muss ich Alten, dass gegen Hoffmann auch die Anklage wegen Veruntreuung erhoben werde. — St.«A.: Die Anklage behauptet auch diese Veruntreuung; nur fügt sie ^ei, dass dieselbe auf die eben angedeutete Weise, ^vor die Behörde davon Kenntnis erlangt hat, von Hoffmann wieder gutgemacht worden fei. Der Präsident verlas hierauf die Verrechnung, auf welche Hoffmann in feiner Klage gegen die Man« chester-GeseUschaft seine Ersatzansprüche stützt, und con-statierte, dass diese Rechnungsgrundlagen durchaus oder doch zum größten Theile echmden feien. — Pr.: ^agen Sie uns doch, was Sie für die 00,000 st. ge-".'stet haben? — A.: Darum handelt es sich gar "icht; ich war zu ihrer Behebung und Verausgabung ^rechtigt. Warum hat denn die englische Gesellschaft Wegen dieser 60,000 fl. gegen mich keinen'Proceis angestrengt? — Pr.: Das will ich Ihnen auch sagen, weil sie besorgt hat, bei Ihren Vermögensverhält-jussc!-. nicht auf die Kosten zu kommen. — A.: Dann Hütte sie auf mein Depot bei der Anglobank greifen tonnen. (Dasfelbe betrug zuletzt 500 fl.) n, Der Angeklagte befchwerte sich hierauf, dass seinem -Wunsche auf Vorladung des Directors der Gesellschaft °us „Leichtfertigkeit" des österreichischen Gerichtsver' '"hrens nicht entsprochen wurde, worauf der Präsident erwidert: Ich habe gegen Sie bisher gewiss große Geduld an den Tag gelegt und Sie in Ihrer Verantwortung uicht behindert, obwohl Sie sich große Frei« ^lten erlaubt haben, die alle eine Rüge verdient Mtcn, zu deren Elthcilung ich ein Recht habe. Sie haben zuerst die Vorladung des Parker begehrt, und ^ man darauf eiugieng, gesagt, das sei nur der ^ecretär, Sie wollten, dass Director Pernngs geladen Werde. Als man sich auch dazu bereit erklärte, beehrten Sie Horroc. Die Rachskammer hat sich nun nic^'t bewogen gefunden, diefen vorzuladen, auf Grund ^°n Mittheilungen des österreichisch-ungarischen Con-Mates in Manchester. Niemand, der diesem Processe "!t Aufmerlsamkeit folgt, wird sagen können, dass er ""t Leichtigkeit geführt wird.. Wenn Sie daher noch einmal sich herausnehmen sollten, eine derartige Aeußerung zu thun, so würden Sie mich zwingen, von dem mir nach dem Gesetze zustehenden Rechte Gebrauch zu machen und mit einer Disciplinarstrafe gegen Sie vorzugehen. — A.: Die Aeußerung „leichtfertig" war nicht in aggressiver Weise intendiert. Es wurde hierauf die Ausfage des Bediensteten der Manchester-Gesellschaft, Alois Harrison, über die Ausstellung der Wechsel über 25,000 Pfd. Sterl. verlefen. Sodann erfolgte die Vernehmung des Procura« führers des Haufes Rothfchild Julius Ritter von Goldfchmikt. Derfelbe gab an. dass Hoffmann Ende 1879 oder Anfangs 1880 im Bureau des Bankhauses war, erklärte, er habe die Henckel-Donners-marl'fchen Güter gekauft und möchte gern zur Entlastung des Grafen das von dem Frankfurter Hause Rothschild auf diefe Güter negociierte Anlehen auf< kaufen. Die deshalb bei dem Frankfurter Haufe eingezogenen Erkundigungen ergaben, dass dies nicht durchführbar fei, da das Anlehen sich in den Händen von Kapitalisten befand. Später wollte Hoffmann vom Haufe Rothfchild eine größere Menge englifcher Wechfel eecomptieren lassen, welches Geschäft refusiert wurde, weil die Wechsel nicht die für derlei Geschäfte vom Bankhaufe vorausgesetzten Eigenschaften hatten. Der Zeuge erklärte, dass Hoffmann kaum in der Lage gewesen sein dürfte, jenes Vorhaben zu realisieren, und dass es in der That usuell sei, dass Bankhäuser über bei ihnen erliegende Privatdepots irgend welche Auskunft verweigern. Geschworner Dr. v. Billing: Sie behaupten, bei einem Bankhause in London ein Depot zu besitzen. Wo haben Sie den Depotfchein? — A.: In England. Dr. v. Billing: Bei wem? — A.: Darüber muss ich die Auskunft verweigern. — St.-A.: Das hat ein gewisser Polorny hier ebenfalls gesagt. — Pr.: Noth bricht Eisen. Die Nennung dieses Namens wäre für Sie die einzige Rettung. Kein Menfch könnte Ihnen dies verübeln. — A.: Ich bin durch die schrift-liche Erklärung, die ich Punkt für Punkt bei sonstigem Verluste meines Depots einzuhalten verpflichtet bin, verhindert, den Namen des Bankhauses anzu-geben. — Pr.: Wenn Sie in London ein so reiches Depot hatten, warum haben Sie dort nicht Ihre Schulden gezahlt? — A.: Weil ich mich dem Bank-Hause bei Uebernahme des Depots verpflichtet habe, mich in keine weiteren Speculationen einzulassen. Der nun vernommene Zeuge Wagner Arthur Marrings bestätigte, das» Hoffmann während feiner Anwesenheit in Wien vier Wagen im Werte von 3100 fl. gekauft, dass er die drei ersten Wagen bezahlt, für den letzten einen Wechsel gegeben und dafür fä'mmtliche Wagen verpfändet hat, fo dass der Zeuge keinen Schaden erleide. Auf diefen Equipagen Hoffmanns waren nur scine Initialen unter einer Krone, aber lein Wappen angebracht. Pr.: Wozu brauchten Sie vier Wagen und vier Pferde? — A.: Ich habe im ganzen 25,000 bis 30,000 Gulden ausgegeben, weil ich es hatte. Die Pferde hat mir Victor Graf Zichy heraufgeschickt, der momentan Geld brauchte, die Pferde aber nicht verkaufen wollte. — Pr.: Sie, der Besitzer fo bedeutender Depots, sind von Warschau, Berlin, London unter Ritcklassung von Schulden und des notorischen Ruses eines Hochstap. lers verschwunden. — Verth.: Den Acten liegen Rechnungen bei, dass Hoffmann in Berlin über 150,000 Gulden ausgegeben; aus Briefen des geheimen preußischen Regierungsrathes Wagener geht hervor, dafs man ihm Concessionen zu Eisenbahnbauten ertheilen wollte. Ertheilt man denn in Preußen notorischen Hochstaplern Eisenbahnbauconcessiouen? — Pr.: Hoff. mann hat eben alle diefe Herren wie später die Grafen Henckel getäuscht. — St.-A.: Weil er sich für einen Baron nnd für den Neffen des österreichischen Reichs-Fiuanzministers ausgegeben hat. — A.: Ich bitte, ich habe als Chevalier oe Hoffmann in den Gemächern des Fürsten Bismarck mit Wagener verkehrt — St.-A.: Fürst Bismarck weiß davon nichts; er kennt Sie nicht. — A.: So was lässt sich vergessen. Pr.: Warum haben Sie sich für einen Chevalier, für Baron Hossmann und den Neffen des Reichs-Finanzministers ausgegeben, da Sle doch als ein so vermöglicher Mann auch als Karl Hoffmann genug Ansehen besaßen? — A.: Das habe ich bereits auf. geklärt. — Pr.: Das heißt geleugnet. Wie kommt es aber, dass der Reichs'Flnanzminister Ihretwegen fogar wegen Schulden gemahnt wurde? — A.: Das weiß ich nicht. Ich kann nur fragen, wie kommt es, dass auch dem Relchs-Finanzminister Geld zugebracht wurde, das mir gehört hat? (Heiterkeit.) Es trat nun eine halbstündige Unterbrechung ein. Lemberg. 23. Juni. (Hochverrathsprocess.) Bei Beginn der Sitzung protestiert Pater Naumowicz nachdrücklich gegen den in der Anklagefchrift wider ihn erhobenen Vorwurf, dafs er den Iuoenhafs gepredigt und zur Iudenhetze angeeifert habe. Es folgt die weitere Verlesung der saisierten Briefe und Papiere, unter denen sich das Manuscript eines Artikels befindet, in welchem der Verfasser (Ange« klagter) anlässlich der Hniliczki-Affaire, der als Trä-gerin einer „lolofsalen Idee" in der ganzen „Rus" großes Lob gezollt werde, den Triumph der ortho-boxen Kirche in der „Rus" bis zu den Karpathen ankündigt. Der Angeklagte erläutert des längern Genesis und Wesen der kirchlichen Union, namentlich zur Zeit der polnischen Herrschaft, fchiloert die an-aeblichen Mifsbräuche der Jesuiten und trachtet zu beweisen, dass den ausdrücklichen Zusicherungen päpstlicher Bullen entgegen die in denfelben der griechifchen Kirche in ritueller Hinsicht gewährleistete Eigenart in der Praxis entstellt worden sei. Die Hniliczti'Affaire sollte das Papstthum von der jetzt angeblich wieder beginnenden Latinisierung der griechischen Kirche abhalten. Angeklagter habe die Affaire eine aroße Idee für die ganze „Rus" genannt, weil feiner Ansicht nach die Nuthenen in den rituellen Gebräuchen der griechifchen Kirche ihre nationale Existenz vertheidigen. Bei der weitern Producierung der beim Pater Naumowicz saisierten Papiere erklärt derfelbe die Verdacht erregenden Absätze in derselben Weise, wie er bereits seine Theilnahme in der Hniliczki - Affaire erklärte. Es handelte sich um eine Demonstration gegen die Latinisierungsversuche Roms und der Jesuiten; darauf deuten die Phrafen: „Alles nach oben kehren, Torpedeu werden, Rom ins Herz treffen." — Unter den verlesenen Briefen enthält einer vom Pater Ler-lecli aus Zytomierz an Olga Hrabar einen Abfatz, in welchem der Untergang Oesterreich-Ungarns im slavischen Meere in baldige Aussicht gestellt wird. Im weitem Verhöre weiß Pater Naumowicz nicht aufzuklären, warum Miroslaw Dobrzanski dem Wladimir Naumowicz die Geheimnisfe der Correspondent und des regelmäßigen Bezuges der Gage von 50 Rubeln monatlich selbst dem Vater gegenüber aufgetragen habe. Den Umstand, dass ein Brief des Paters An-drejczuk inbetrrff Zaleszczykis an den Angeklagten kam, weiß letzterer nicht in anderer Weise als durch irgend einen Zufall zu erklären. Zum Schlüsse der heutigen Verhandlung wirb ein Brief des Paters Naumowicz an feine Frau verlesen. Naumowicz schrieb aus der Untersuchungshaft, er bereue innig seine unverständige Politik und denke mit Wehmuth an die Zeiten, wo er, der Kirche, dem Volte und Staate treu ergeben, die allgemeine Achtung genoss; nach Wiedererlangung der Freiheit werde er nie Polillk treiben. (Sensation.) Angeklagter erklärt, dlesen Brief in nervöser Aufregung geschrieben zu haben und nun zu widerrufen. Hagesnemgkeiten. — (K. k. Armee) Das „Verordnungsblatt für das t. t. Heer" meldet: Se. Majestät der Kaiser ge-ruhten allergnäoigst die Enthebung des Fregattencapitän« Eugen Gaäl be Gyula auf seine Bitte von dem innegehabten Posten des Vorstandes der 2. Abtheilung der Marinesection des Neichs-Kriegsministeriums anzuordnen und bei diesem Anlasse dem genannten Fregattencapitim in Anerkennung feiner hervorragend ersprießlichen Dienstleistung das Ritterkreuz beb Leopold-Ordens taxfrei zu verleihen; dann an dessen Stelle den CorvettencapitÜn Gustav Semsey de Semse zum Vorstände der 2. Abtheilung der Marinesection des Neichs-Kriegsministeri-ums zu ernennen; — ferner in Anerkennung hervorragend tapferer oder fönst verdienstlicher Leistungen anlässlich der in Süddalmatien, Bosnien und der Herzegowina stattgehabten Operationen zu verleihen: das Militär-Verdienstkreuz mit der Kriegsdecoration: dem Major Franz Forstner Edlen v. Villa», des Generalstabscorps; dem Lieutenant Franz Donda. des Infanterieregiments Georg Prinz von Sachsen Nr. 11 ; dem Oberlieuteuant Franz Swoboda, des Infanterieregiments Nr. 43; dem Lieutenant in der Reserve Rudolf Sparber, des Tiroler Jägerregiments Kaiser Franz Joses, und dem Hauptmllnn Karl Karner, des Fcldjägerliataillons Nr. 24. — (Custozza-Feier.) Am 24. d. M. ist von Prag das l. l. OfficierscorpS nebst 48 Mann und der Musikkapelle des k. l. Infanterieregimments Nr. 36 zur Custozza-Fel'cr nach Iungbunzlau abgereist. — (9000 Worte auf einer Corresponds ngkarte.) Bekanntlich hat ein Deutscher 7200 Worte auf einer (Korrespondenzkarte gefchrieben und die Karte in der Nürnberger Ausstellung exponiert. Ein anderer stellte in derselben Ausstellung eine mit 0tt69 Worten beschriebene Postkarte aus, und in der Stuttgarter Ausstellung war eine mit 5000 Worten beschriebene zu sehen. Herr Franz Franjek. Postofficial in Esfegg, hat alle diese Leistungen überflügelt, indem er eine Correspondenzkarte mit 80l)0 Worten beschrieb und eine mit 9000 Worten für die Triester Ausstellung vorbereitet — eine bisher unerreichte Leistung. — (Gutthard uuo Gemüse.) Aus West, falen berichtet die „Ebers. Ztg.". dass ein einziges ita, lienisches Gemüse- und Geflügel-Exportgeschäft mit der Direction der Gotthardbah» für die Dauer de: Saison einen Contract auf Bestellung von 5000 Waggons abgeschlossen. — (Ländlich musikalisch.) Der „Gauloiz« erzählt: Ein Schriftsteller ist bei einem Maire auf dem Laibaqer Zeitung Nr. 145 125l»__________________________________________27. Juni 188k Lande zu Gaste. Das Gespräch fällt auch auf die Musik, und der Gast fragt seinen Wirt: „Lieben Sie Rossini?" — „O, ich vergöttere ihn", erwidert der Maire rasch. — «Keimen Sie auch seinen Barbier?" — «Nein, ich lasiere mich selber." — (Eröffnung des Semmering-Hotels.) Vum Semmering wird geschrieben: Vor einem halben Säculunl hätte wohl niemand vermuthet, dass unsere wildromantische Gegend, in welcher noch zu Ansang dieses IahrhnnderteS nur Bären und Wölfe heimisch waren — daher der Name „Wolfsberglogel" — in so kurzer Zeit als das Tusculum der Wiener figurieren würde. Seit sich aber das zischende Damvfross mitten durch Berge und Felsenklüste Bahn gebrochen, ward auch der Verkehr unserer bezaubernd schönen Gebirgslandschaft mit den übrigen Länder» ermöglicht, ein Umstand, der von jeher zahllose Scharen lebenslustiger Sommerfrisch« ler bestimmte, sich hier ein trautes Nuheplähchen aufzusuchen. Um es mm den diversen Freunden der Berge zu ermöglichen, in bester und zugleich billiger Weise ihre leiblichen Bedürfnisse befriedigen zu können und zugleich Obdach und Unterkunft zu finden, hat die Süd-bahu vor einem Jahre es unternommen, am Wolfsberg» logel ein Hotel zu erbauen, das am 1. Juli d. I. feierlich der Ocffentlichkeit übergeben wird. nachdem dasselbe bereits bewohnbar und mit allem Comfort ausgestattet ist. Nebst diesem Hotel befindet sich auf dem Wolfsberg, kogel — nächst Semmering — noch eine „Iubelhalle" (Restauration), die bereits seit Mai 1881. im Betriebe steht, ferner die „Villa Schüler" — bekanntlich der Ge-neraloirector der k. k priv. Südbahn —. die „Villa Klein" ic. Mehrere sind erst projectiert. und wird an deren Bau in Bälde geschritten werden. Wegen der Beleuchtung des Hotels fand zu Ende des Monates März eine Commission statt, welche sich für Gasbeleuchtung aussprach, zu welchem Behufe ein Gasometer erbaut wird. Locales. — (Diöcefan-Veränderung.) Die dem Deutschen Ritterorden incorporate Pfarre Viuica im Decanate Metllka wurde dem bisherigen dortigen Pfarr« administrator. Sr. Hochw, Herrn Georg König, verliehen. — (Organisten-Curs.) Das „Laibacher Diü-cesanblatt" schreibt: Der Cäcilienverein für die Lai» bacher Dlöcese wird in der letzte» Woche des kommenden Monates, d. i. vom 24, bis 29. Juli d. I,, einen Wicdeiholungs' resp. Fortbildungscurs für Olganisten veranstalten. Der Nutzen solcher Curse ist evident. Im Intelesse der Hebung der Kirchenmusik auf dem Lande wünschen wir eine lebhafte Betheiligung bei diesem Lehr« curse. Die hochwürdlge Geistlichkeit wird auf diesen Organisten'Curs m>t der Einladung aufmerksam gemacht, die Organisten zur Theilnahme aufzumuntern. Streb-famen Organisten könnte bei besonders berücksichtigungs« Würdigen Umständen auch eine kleine Unterstützung aus den kirchlichen Fonden zu diesem Zwecke bewilligt werden, — (Nus dem Gem ei nder a l he.) Heute abends b Uhr findet eine Sitzung des Gcmeinderathes statt Die Tagesordnung lautet: I. Mittheilungen des Prä. sidiums. — ll. Antrüge der Rechts» und Persmial« section: 1) über den Austritt des Thierarzles Herrn Kraft aus dem städtischen Dienste; 8,) über die zu bewilligende Provision für die Witwe des städtischen Thurm-Wächters Simon Tavcar. — III. Antrag der vereinigten Bau- und Rechtssection über die Abfuhr des Fabriksabfallwassers aus der Kosler'schen Bieifablik, — IV. Antrag der Bausection übei die Errichtung eines Steges über den Gruber'scheu Kanal. — V. Antrag der Schulsection über die zu bewilligende Remuneration für die Direction und den Lehrer der Gewerbeschnlen. — Vl. Anträge der Polizeisection : 1.) über die Bitte des Schustermeisters Jakob Akerbinec um die Bewilligung, Verlaufshütten in der Schulallee aufstellen zu dürfen; 2.) über die Bitte des Herrn Anton Kolmk und Genossen sowie der Frau Iosefa Gorisel, in der Floriansgasse Wagen ausstellen zu dürfen. — VII. Autrag der Stadt-verschünerungs'Section über die Bewilligung einer Remuneration an den Stadtgärtner Herrn Simon Hrubem. — VIII. Selbständige Anträge: 1.) Antrag des Gemeinde« rathes Regali, es mögen alle städtischen Handwerks« arbeiten auf Grundlage eines Einheits-Preistarifes im Wege einer öffentlichen Licitation auf die Dauer eines Jahres vergeben werden; 2.) Antrag des Gemeinde-rathes Dr. Zarnik, die Finanzsection zu beauftragen, in einer der nächsten Sitzungen über den jetzigen Stand des städtischen AnlehenS zu berichten; 3.) Antrag des Gemeinderathes I Hribar, es mögen im Vororte Hra» dehlydorf vier Lampen aufgestellt werden. — (Vermählung) Gestern hat hier die Vermählung des Frl. Auguste Malitsch mit Herrn Simeon Vorota Ritter von Audabran, k. k. Oberlieute» nant im 9. Festungs-Nrtillerikblltaillon, stattgefunden. — (Für den „Närodni Dom") haben die Damen Frau Graffelli und Frau Murnil eine Sammlung freiwilliger Beiträge in Laibach eingeleitet, und gleich am ersten Tage war dieses patriotische Unter» nehmen von glänzendem Erfolge geklönt, denn es ergab sich eine Summe von 500 st. — (Große Beseba) mit reichhaltigem Bazar, veranstaltet von der Laibacher Citalnica zum Vortheile des „Nürodni-Dom".Baufondes, findet in den Räumlich» leiteu der Citalnica-Restauratiou Sonntag, den 2. Juli, statt. Das Programm lautet: Gesang des ^italnica« Männerchores, Musik des l. k. Infanterieregiments Großfürst Michael. Pyramiden des ^Sotol".Vereines mit Feuerwerk und der Bazar unter gefälliger Leitung von nationalen Damen. Gesang: Gj, Eisenhut: «U«t^ roäk", Männerchor (neu), mit Musikbegleitung; Nedvöd: „Vo-i'aci na Mi", Männerchor (neu). Text von Gregors; Genee: „I^ku. 8a,Iatu,", Männerchor mit Tenorsolo (das Solo singt Herr Medön); Hausmann: „?ot0M-com", Männerchor mit Musikbegleitung. Musik: Marsch; Flotow: Ouvertüre zur Oper „Martha"; Verdi: Arie Misererc.Noman« aus der Oper „Trovatore"; Hal-maier: Musikalisches Feuilleton-Potpourri; Verdi: Scene-Settimino. III. Finale aus der Oper „Ernani". Ara, bische Pyramiden bei bengalischer Beleuchtung, ausgeführt von Mitgliedern des Turnvereins „Solol": 1.) Der Altar, 2.) der Thurm. 3.) die Engel, 4.) das Kreuz, 5.) Niesengrupfte. — Nach der Veseda beginnt der Tanz im Vereinssaale. ersten Stock. Die Musik spielt biS halb 1 Uhr. — Anfang 7 Uhr abends. Eintritt per Person 3t) kr. Der Großmuth sind keine Grenzen ge> setzt. Bei ungünstiger Witterung findet das Fest nächsten Sonntag statt. — (Das Theatre Variete der Familie Schöpl) aus dem Kaiser-IoschPlatze mit einer Fülle recht anregender Darstellungen aus dem Gebiete der Magie und Physik erfreut sich jeden Abend eines zahl« reichen Zuspruches, und es verlassen «große" und „kleine Kinder" den Schauplatz mit vollster Befriedigung. Von ganz besonderem Interesse ist unter anderm die „elek> trische Trommel", deren geheimnisvolles Rühren den allgemeinsten Beifall findet. — (Musik in Tivoli.) Morgen Mittwoch. 28. d. M.. um 6 Uhr abends spielt die Kapelle des k. l. 26. Infanterieregiments Michael Großfürst von Russland bei Schloss Tivoli. Das Programm lautet: 1.) Avancement. Marsch von Melusin; 2.) Ouvertüre zur Oper „Martha", von Flutow; 3.) Alpenstimmen aus Oesterreich, von Weinwurm; 4.) „I'ioii it,klin.ni". Potpourri von Sliasny; 5) Walpurgisnacht aus der Oper „Faust und Margarethe", v. Gounod; 6.) Monstre-Quadrille von Strauß. 8. Ausweis über die arosjmüthisten Gcschcnlc und Beiträge für den Herz» Iesu-Kirchenbauverein zu Lailmch vom 1. Jänner bis Ende April 1882. (Forts.) Durch Nikolaus Poto? nil ans lluttenbcra,: Gera Ursula, Slnhalo Maria, Kri^anii Maria und Orm« Theresia je 13 lr,; Stcrmrc Helena. Aaoii Maria und Zorcc Theresia jc 2U lr.; Klelnenlü«! Theresia und Pcrgcr Ursula je 52 tr.; Narba Johann, Älaaori? Iuscs, Llo'.iic Marin. Acteto»!? Maria, Filipii Ngnes, Paväa Ioscfa nnd <>h Agnes jc N lr ; ttovatii Anna, Snedec Maria und Steinto Maria jc 52 kr.: Trujnar Agnes 26 tr,; Aolinäal Varbara nnd Pliöejal Maria jc 13 tr.; Dolamii Anna 2s» tr.; Stuhec Katharina. Malaa. Katharina, Loparnit Eva »nd Vogrinec Verona je ."»2 l>.: Moharic Allies. Kam« pcrgcr «Äcorg u»d Spcin' ^crtiano jc 13 l, - Lorqcr Juliana und Toftlil'ar Anna jc 52 tr,; Vii<°ina Anna und Novat The^ rcsia jc 2<1 lr. — Aus dem ^pscrstucte der Franciscancr.Kirchc 7 sl, ^7 tr,, dmch hochw. Herrn Zamcjic von der Pfarre Tirnau (»5 sl. 14 tr,, scrncr uon cmcm Ungenannten sür die Lampe zum ewia.cn Lichte 5(X) fl,, Pogaöar Johann aus Zgose 50 ft,, Verl)l)U,'c sycrtrand !'. sl.. Cegnar Maria 1 fl. 2 tr. in Silber, mldelanntc Wohlthäterin l fl. (Fortssftünq des 3. Ausweises folgt.) Neueste Post. Original-Telegramme der „Laib. Zeitung." Wien, 26. Ium. Der Gerichtshof verurtheilte den Angetlagten Kail Hoffmann auf Grund des Wahr» spruches der Geschworenen, welche sämmtliche Schuldfragen bejahten, zu siebenjähriger schwerer Kürterstrafe. Riga. 26. Juni. Das hiesige Theater ist um 11'/, Uhr vormittags in Brand gerathen. Der Äraud blieb auf das Theutergebä'ude beschränkt, dessen Inneres fast vollständig ausbrannte. Die Ursache des Brandes ist noch unbekannt. Kein Verlust an Menschenleben. __________ Paris, 25. Juni. Die „Agence Havas" meldet aus Mxandrien: Nachdem die Ruhe wuder hergestellt ist, ist es wahrscheinlich, dass die fremden Flotten nicht lange mehr in den egyptischen Gewässern ver« bleiben werden. Deutschland verzichtete darauf, ein zweites Schiff nach Alandrien zu senden. Madrid, 25. Juni. Das Amtsblatt veröffent-licht das den Cortes vorgelegte königliche Pecret b> trcffs Herabschung der Einfuhrzölle auf Kohle, Baum» wolle, Schafwolle, Seide und andere Rohstoffe. London. 26. Juni. „Reuters Office" meldet: Es wurden umfassende Vo,iehrungen getroffen, um nölhigeüfalls zur Äeschntzung des Suez-Kanales ein Expeditionscosps zu bilden. Infolge dessen herrscht in den Garnisonen und aus den Staatswerftru eine grö» here Thätigkeit. Zwei Transportschiffe sollen Mittwoch nach Gibraltar und Malta abgehen, um eventuell dort Truppen einzuschiffen. Graf Herbert Bismarck geht heute nach Berlin, um dort einige Zeit im auswärtigen Amte thätig zu sein. London, 26. Juni. «Reuters Office" meldet aus Alexandrien: Der Sultan verlieh Arabi Pascha den Meoschioie.Orden erster Klasse und lirß gleichzeitig dem Khedive ein Souvenier in Diamanten überweisen. Ragheb Pascha erhielt eine Depesche Lesfeps', in welcher er die egyptische Regierung bittet, die Gerüchte, nach welchen der Suezkanal in Gefahr fei, zu dementieren und zu erklären, dass die Regierung die Garantie übernehme, dass der Handelsverkehr leine Unterbrechung erleiden werde. Ragheb erklärte, die Gerüchte seien absolut unbegründet, und erkenne die Regierung die Pflicht an, die Ruhe überall im Lande, besonders in der Nähe des Kanals, aufrechtzuerhalten. Lessrps möge sich daher versichert halten, dass die Sicherheit des Werkes nicht in Frage gestellt sei. Trotz dieser Erklärung dauert die Beunruhigung der Bevölkerung entlang des Kanals fort. Während der letzten Tage beobachtete ein Haufen bewaffneter, auf Kameelen reitender Beduinen den Suezkanal. Belgrad, 25. Juni. Die von der Slup-fchtina gestern angenommene Voilage betreffs Ein-schränkung der Pressfreiheit wurde vom Könige sanc-tioniert. Constantinopel, 26. Juni. In der gestrige« zweiten Conferenzsihung unterzeichneten die Botschafter das bereits bekannte Uneigemmtzigkeits-Protokoll. Der Rest drr Sitzung war Pourparlers gewidmet, über welche noch nichts verlautet. Morgen findet die dritte Sitzung statt. ^ Angekommene Fremde. Am 25. Juni. Hotel Stadt Wien. Varon v. Hopssgarten. l. t. Oberst. Vaden. - Nowy. Privatier, Trifail. — Ucscl, Kaufm.; BugarsN), Reisender, und Caroline Ialobowitsch. Wien. — Kundegraber, Graz. Hotel Elephant. Perto, Bahnbeamter, sammt Frau, Villa» < Seil), zitcisciider; Lüw, GlaSmalcreibcsiher; Vräucr, »"") Händler; Pototschnig, l. l. Lieutenant, sammt Frau, "" Kolmer. Juwelier, Wien. — Dr. Lowe, AlexandrleN "" v. Tomay. Holzhä'ndler, Iuanii. ' ^. Verstorbene. Den 25, Juni. Theresia Mihettic-. AuslMdiener« liattin. 52 I.. Valvasor-Plah Nr. 5, Carcinom. ^ ^t"" Majer. Schristschcrs^atlin. 4l) I.. Noscna.assc Nr :il, Vlattern. Den UU. Juni. Franz «ricclj, Schmied. 49 I-. Mal-lins'Strllße Nr. 1, Rippeufellentzündung. Im Civilspitale: Den 24. Juni. Josef Merlal. Taglilhner, 25 I., 2uN-gentuberculusc. I m G a r n i s o n s s p i t a l e. D e n 23. Juni. Michael Petrovicz, l. l. pens. OberMN»-arzt, 7U I. Pigmenllrebs. _____. Meteorologische Beobachtungen in Laibach^. « 53F «/________^^^ 7U.Ma. 7^7W >18"4 windstill thcilw.heiter! 2«, 2 „ N, ?:j«0« ^2i 2 O. schwach halbheiter l)"" i) ^ Al). 7.'i«2U ^19 2 2W, schwach s, ganz bcw. Meist bewilltl, wenig Sonnenschein. Mondhos. Das Tage' miltel der Wärme -j- 205", um 17° über dem Normale^^, Verantwortlicher Redacteur: Ottomar Vambers^, Danksagung. , Die Frau Oberstabsarztcns Gattin Marie Steiners dem Kaijeilii-Elisabeth ^inderspltale den Betrag von 2l> st ^, spendet. Der «erwaltungsrath dieser Anstalt fühl» sich angc'H, verpflichtet, diescö grohmüthige Weschcnl mit dem AuS"" wailncn Dantes zur ösientlichen ttcnntnis zu bringen. Lalbach am 26. Juni 1682. Der Obmann: llaschan^5> Soeben erschienen und in Jg. v. Kleinmayl ^ 3< ' Äambcrgö Auchhandlung vorräthig: Vr. Glaser. Vr. Ungei M,l I. MaM Sammlung von civilrech^ lichen Gntjcheidungen des obersten Gerichtshofes. XVII. Vand. — Preis broschiert U st-^^- ) Sp^~ Soeben eingetroffen aus dorn Vorlag ^, A I Deutschen Yerlagu-Anbtult (vorin. Eduard »j* V [ bor gor) in Htuttgart und Leipzig dio l»n#sl Q 1 wartoto . vstn A j ^ii^h illustrierte Pracht-Ausgabe vo» U : P oethe's Werken. ; I T------^—^ I ^J| mehr als 800 Illustrationen rt ------erster deutscher Künstler. Q ' Krste Iiiofcning. P™is 50 pf- - 0 bei lg. v. Kleinmayr & Fed.Ba»WJ| Ö