Kreitag, dm F. KovemSer I87t. X. Jahrga«g. vi« .M«bii»g«r Seituii--' «schein, jed«» Somit.g. Mit^sch »nd Srei»-«. P-«is- - für M-tbma: aaiuiSbria S d-Id>-i.i- » il ii-i.». i » »a ».II7ÜI7! w« »°«» m«n.N.ch I» «t. - mit V°I>«.r,-nd«ng- g°n,ISH,i, S ff./ halbjäh,ig 4 ' Me SchäMsche Leiözettung «nd der Mßfond. Malburg, 2. November. Mit Hohenwart ist auch daS „Oesttrreich ischk Journal" vom Schauplatz dcS politischen Krieges abgetreten. War Schäffle die Geele des glsallenen Mi-nisteriumö, so sprach diese Seele am deutlichsten aus dtM gekannten Blatt. Und in zweiund« neunzigELemplarenwaresverbreitet.dieseSwahrhüst „Oestcrreichische Journal": vier eigentliche Abnehmer hatte es im ga^en Kaiserthum gesunden, einen weit droben im RordkN — Bismarck ist sein Name — und dieser Eine war es, der in pro» pdetischem Geiste die Borausz^ihlung nur bis Ende Oktober geleistkt. gweiundzwanzig Exemplare gin. gen nach Hannover, um die verschwindend kleine Partei des blinden Georg zu trösten; neu» wulden nach Stuttgart und Kannstadt gesendet, um die Verehrer Schäffle's zu laben; vitkundsünszig Ez m-plare di'ses „Journals" waren Tauschblätter — macht Alles in Allem zweiundneunzig. Um dieser Blatter nilltn wurden Taus nde aus der Staatskasse geopfert, welche Tausend? vß« steuerbeschwerten Volke entrichtet worden. Und dafür wurde der beste Tljeil dieses Volkes weaen seiner heiligsten Gefühle, seiner erhabensten Gedanken, seiner besten Bestrebungen verhöhnt, btschimpst und gescholten von fahrenden Schülern Macchiavellis. die ohne Kennt»iß des Landes und der Leute sich diesem Dienste verschrieben. Sine Regitlung, wie sie im Rtchtsstaai, sein soll, bedars der MiethliNtte nicht, ja! Gewissen und politische Ehre gebieten es. durch eine solche Unterstützung die Hände nicht zu besudcln. Eine schlechte Regierung soll nie die Mittel haben, durch den Mißbrauch der Presse ihren vcstand auch uur einen Tag länger sristen zu können. Niemals aber soll der Stnalökasse Gcld entnommen werden sitr unnöthil^e oder gar schädliche Zwecke und am wenigsten soll dies in ^Oesterreich geschehen, wo Millionen dring-nd r Bedürfnisse wegen Mangels an Geld vergebens der Vesrici^igung harren. Wir verlangen also wiedcrdolt, daß sür den sittlich, polllisch und wirthsch^tstl'ch verurtheillen Preßsovd nicht ein Kreuzer mehr bewilligt werde — nicht Einer. Aas AeuWpum in dm Hkereinigtm Staaten von Nordamerika. Sehr lehrreich in Bkzug auf das Verhältniß verschiedener Kulturstufen zusammenwohnender Bevölkerungen und dere» Wechselwirkung auseinander ist das Beispiel der Bereinigten Staaten von Amerika. Auch dort war Jahre und Jahrzehnte lang die Klage überzunehmende „Germanifirung" an der Tagesordnung, und führte sogar zur Bil-dnng politischer Plirteien und zu schweren Kämpfen. Und dort war Furcht und Klage auch einigermaßen begründet, insofern, als die im Be« sitze deS Landes bkfindliche. zahlreichere und wohlhabendere Bevölkerung in ihrem Einfluße und ihrer ganzen Entwicklung von der auf höherer humanistischer Bildungsstufe stehenden Einwanderung in der That ernstlich bedroht war. Mlt jedem Schritte aber, welchen der kraft reiche, energische und bildungssahige Aankee durch Blrmittelung der deutschen Kulturarbeit vorwärts that und die deutsche Bevölkerung an politischem und sozialem Einfluß zunahm, schwand Klage und Eifersucht, und heute, wo die Deutschen in den Bereinigten Staaten eine in jeder Richtung einflußreiche und hochangesehene Stellung behaupten, spricht kein vtrsländiger Mensch mehr von ,.Ger-manisieungS "Tendenzen — heute ist die jähre, lange Klage sast überall verstummt. Gerade in den jüngsten Tagen haben einige Kundgebungen stattgefunden, welche auf die Stellung der ursprünglich einander seindlichen Elemente und il)r gegenwärtiges lverhältniß zu einander ein recht deutliches Licht werfen. Abgesehen von dem allgemeinen Interesse, welches dieselben in Anspruch nehmen, sind sie besonders für die gegenivärtige Entwicklung oder richtiger Verwickelung der österreichischen Geschichte sehr lehrreich und könnten unsere nationalen Gegner Biel daraus lernen, lvenn sie nur »vollten. Veranlaßt durch die in mehreren Staaten gemachten Versuche, die ebenso strenge »vie unsinnige Sonntags. Heiligung zu beseitigen, bei denen natürlich die Deutschen unter den Reformern jn erster Reihe standen, hatten wieder einige Ur.A.»nkees und einige Fromme den alten Schlacht» ruf gegen die „Germanisiruug" durch die eingewanderten Uimläubigen ertönen lassen ; diesen nun dient das „Pittsburger Volksblatt" unter allgemeinem Beifall mit folgender Antwort: „Die „Germanisirung" erscheint mit einem Male wieder in einem Theil der anglo-amerika-nischrn Presse ebenso als Schreckensgespenst, wie „die Schlacht von Dorking" in England. „Man will uns germanijiren!" schreien besonders die Bertheidlger deS puritanischen Sonntogs gwangs. Dieses getermordio ist geradezu komisch. Wm. Setvard hat schon vor länger als einem Jahrzehnt gesagt, Missouri sei germanisirt. Von andern Staaten des Westens und Nordwestens gilt in dieser Hinsicht ebensoviel, wie von Missouri. Die deutsche Eimvanderung ist besonders in den letzten zwanzig Jahren bemüht gewesm, Amerika zu germanistren, das heißt: dem hiesigen öffentlichen Leben die besten Eigenschaften des dentschen WesenS in Verbindung mit den besten EharakterMen des Anglo» Amerikaners mitzu-theilen. Und wir meinen, der müsse blind sein, vee nicht sehen kann, daß dee Attglo-Amcrikaner seit zwanzig Jahren fast unmerklich gar viel vom deutschen Wesen angenommen, sich in manchen Dingen zur deutschen Anschauung bekehrt hat. Soll das eine Schande sür ihn sein? — Ganz im Gegentheil! Es gereicht ihln zur Ehre, daß er der Belehrung zugänglich ist und da« Bessere sich anzueignen trachtet, wo er es auch finden mag. ^ daß er bestrebt ist, die rauhen Kanten und Ecken seines Wesens abzurunden und zu glätten und rechte Bausteine herzustellcn zum Tempel der kosmopolitischen R-publik, des Humanismus. Sie tvollen Amerika deutsch machen! zetern die amerikanischen Aopf-Husaren, und meinen da-mit Wund«r welche Bannformel cusgesprochen zuhaben. Natürlich soll Amerika deutsch iverden — in dem oben angegebenen Sinne, nicht darüber hinaus. Und lvie könnte man dein vorbeugen 7 Etwa durch Abschließung der Einwanderuag, Auf-führung einer chinefischen Mauer an der Seetüste? Das wäre Narrheit und geradezu nationaler Selbstmord. Und warum fürchtet man fich über« Haupt so sehr vor der Gefahr der Germanisirung? Das Auffallende dabei ist. daß die Germane» keine solche Furcht vor der Amerikanistrung haben. Sie treten ganz ruhig mit ihren anglo amerikanischen Brüdern in die Schranken und messen sich mit ihnen. In manchen Dingen stehen sie hinter denselben zurück, in andern übertreffen ste dieselben. Im Laufe der Zeit wird sich die richtige Mifchung, das gehörige Gleichgewicht der Kräfte fchon her-ausstellen. Das Geschrei gegen die Gefahr der Ger-manistrnng von Amerika erscheint unS als ein Symptom bedauerlicher Gngheriizkeit und Klein-müthigkeit. Uns ist gar nicht bange, daß in der Mischung des amerikanischen Völker-Tiegels eine der guten Eigenschaften der Mischungs-Elemente verloren gehen tverde. Die Schlacken mögen ab-gefandert werden, — das Edel-Metall bleibt." (Schluß folgt.) Inr Heschichte des Hages. Der ehmalige Statthalter Böhmens. Freiherr von Kellersperg. hat den Auftrag übernommen, das neue Ministerium zu bilden. Kellersperg gilt als deutsch, verfassungstreu und gemäßigt freiflnnig; er soll bereits ein Programm «nd das Verzeichniß der Männer vorgelegt haben, die be-stimmt wären, dasselbe ausführen zu helfen. Heute oder morgen dürfte Kellersperg vom Kaiser tvieder empfangen werden und sänden die Verhandlungen einen günstigen Abschluß, so tvürde die Srnen. nutlg in der „Wiener Zeitung' veröffentlicht. Die eigentliche Bedeutung der Wirren in Oesterreich wird nach der „Kreuzzeitung" verkannt. Diesem Blatte zufolge sei eS mehr ein Kamps zwischen Freisinnigen nnd Kle-rikalen, a»S ein Kamps zwischen Nationalitäten. Wäre der Ausgang ein anderer gervesen. als jetzt der Fall scheint, so würden die Tschechen als solche auch nicht ttisache habe», zu trinmphiren. ElN Sieg der Ullramontanen tvar es vielmehr, der sich vorbereitete und beinahe vollzogen hätte. Die wahre Gefahr, in der Oesterreich schwebte, bestand darin, den Unfehlbaren in die Hände zu fallen; es drohte die Herrschaft einer Konkordats-Politik, welcher ein großer Theil der österreichischen Aristokratie sich bekanntlich zuneigt. Dentsch oder tschechisch! —wl,S gilt den Klerikalen die eine oder die andere Nationalität? Nichts weniger als überflüssig erscheint es. die Natur der Wirren, die künstlich verhüllt, die durch die Leldenschaften der verschiedenen Stämme bis znr Unkenntlichkeit entstellt wird, mit scharfem Blicke zu erkennen. Racenkampf ist nur auf der Oberfläche, ein Ge-gens^ ganz anderer Art bewegt sich im Grunde der Dinge. Bismarck hat den Vertreter Deutsch-andS beanftrajjt. dem papftlichtn Stuhle anzuzeigen. daß die deutschen Bischöfe der nationalen Entwicklung alle erdenklichen Hindernisse in den W,g legen, dtiß sie auch die freie Forschung der Wissenschaft beeinträchtigen und auf den Hoch-schulen Zertvürfnisse hervorrufen, welche dahin ab-zillen, das Ansehen deS Staates zu schädigen. Der Papst wolle seinen Einfluß dahin geltend machen, daß die Bischöf« strengt die Grenzen einhalten, welche ihnen das Uebereintommen mit dem päpstlichen Stuhle vom Jahre I82l vorg^zeichnet; anderenfalls würde Bismarck genöthigt sein, dem Gksehe srtitn Lanf zu lassen. So weit der Jn-lialt zweier jener Noten, welche der Gesandte Deutschlands, GrafTansstirchkN. empfangen. Kaiser Wilhelm. der in seiner Thronrede auffülliaer Weise mit keinlm Worte der Veziehunjien zum papstlichen Stuhle erwähnt, soll über die deutschen Bischöfe sich noch rückhaltloser in einem Schreiben ausdrücken, welches unmittelbar an diese gerichtet ist und nächstens veröffentlicht wird. Thiers beabsichtlgt, ft r a n t r e i ch mit be-festigten Lagern zu ülierjäe». Roucn, Havre. Ehalons. BourgeS. Tours, Langres. Dijon u. s. w. sollen auf diese Weise geschüj^t werden, um bei Wiederholung einer Pariser Belagerung eS dem Feinde unmöglich zu machen, die Belt,i,crungS. truppen durch einen zweiten, weit ausgebogencn Beobachtungsgürtel zu decken. wieeS in dem leß. ten Kriege der Fall gewesen. Bou einer allgemeinen Wehrpflicht ist weniger als je die Redk. Vermischte Ntachrtchten. (Sklavenhandel in Marokko.) Der „Times" wird von einem Englander in Tan-giers. Marokko, am 15. Oktober gejitrieben: „Heute Morgens sind Sklaven unter dem Schatten der Residenz des britischen MittisterS und General-Konsuls in TangierS verkauft worden. Ja, etwa zwei Stunden Segelfahrt vom britischen Tebiete entfernt und in Sicht einer unserer stärksten Festungen werden afrikanische Kinder von einem maurischen Beamten durch die Straßen ^schleppt, um dieselben öffentlich zu versteigern. Dieser schmähliche Handel mit mcnschlichcn Wesen wird hier in Verbindung mit dem Verkauf von Vieh und iandwirthschaftlichen Erzeugnissen nn jedem Markttage getrieben. Während Cnglaid sein Geld und die Gesundheit seiner Mairosen an den pestilenzialischen Küsten Afrikas zu dem Be-Hufe geopfert hat. um der Gklavenverschiffunj» Einhalt zu thun. sind von seinen Vertretern in Marokko keine Anstrengungen gemacht worden, um de« Binnenhandel mit Sklaven zu verhin-der«." (Die Wehrkräfte der europäischen Militärstaaten.) Das österreichtsch-unga-rische Heer zählt im Kriege 533 Bataillone Infanterie, 40 Bataillone und 40 Kompagnien Jäger, 328 Schwadronen Kavallerie. 178 Batterien. 12 Bataillone und 16 Kompagnien Genietruppe, 4 Bataillone und 8 Kompagnien Pionnicre. jammt dem entsprechenden Fuhrwesen. Die grundsätzlich nur zur Landesvertheidigung btftimmlen Truppen bilden 144 Jnsanterie-Batalllone, 26 Bataillone Jäger. S5 Schwadronen Kavallerie. — Deutschland hat S85 Bataillone Infanterie. 3! Bataillone und 31 Kompagnien Schü^^n. 465 Schwadronen Kavallerie. 298 Batterien. 18 Ba-taillone und 18 Kompagnien Speziallvaffen nebst 18 Bataillonen Fuhrwesen. Zur Landesverth'idi-gung allein sind verfügbar: 26S 3nfanterie-Äa-taillone, 18 Kompagnien Schützen. 30 Regimenter Kavallerie. — Rußland hat 653 Jnfanterie-Ba-taillone. 38 Schützen-Bataillone. 224 Schwadronen Kavallerie, 159 Kosaken-Pulks, 251 Batterien, 11 Bataillone Genietruppen und 6 Halbbataillonc Pionniere; für die Landesvertheidigung außerdem 17ü Znfanterik-Vataillone und 57 Schwadronen Kavallerie. — Frankreich hat nach der Ordnung des letzten Feldzugcs 355 Bataillone Infanterie, 24 Bataillone Jäger. 348 Schwadronen Kavallerie. 164 Batterien. 6 Bataillone Genietruppen, 14 Kompagnien Ponlonniere und 46 Kompagnien Fuhrwesen. — Italien besiht 4 Armeekorps mit 240 Infanterie Bataillonen. 40 Bataillonen Jägrr, 114 Schwadronen Kavallerie, 90 Batterien und 42 Kompagnien SpezialWaffen; zur LandeSver. theidigutig allein 160 Bataillone Infanterie und 40 Kompagnien Artillerie. (Der Tod und seine Ursachen.) Vom statistischen Bureau in London liegt eine interessante Arbeit vor: Ueber die Ursachen der Sterbefälle im Jahre 1869. Die Brnstkrankheiten liefern in England zlveiundzwanzit^ Perzent der ganzen Sterbeliste. Am Scharlachfieber starben nicht weniaer als 27.641 Personen; dagej^en hat der Durchfall bedeutcnd weniger Opfer gcrordert, ^lS in den Jahren vorher; an Pocken starben 1565 Personen, wiewohl eine eigentliche Epidemie nicht herrschte. Unter der Rubrik Syphilis wurden 1854 Todesfälle angemeldet und die Zahl ist in snrchtbarer Weise im Wachsen begriffen: in den letzten 17 Jahren veränderte sich das Ver-hältnih von 35 aus 85. Unschuldige Kinder leiden am meisten, wenn auch nicht allein. Bei dem Kapitel der konstitutionellen Krankheiten sin-den wir hauptsächlich zwei: Gicht und Ckropheln, von denen erstere hauptsächlich der Feinschme-ckerei, letztere dagegen dem Mangcl an Nahrungsmitteln zugeschrieben wird; zumal die Gicht fordert gleich der Syphilis immer mehr Opfer und Dr. Farr sagt in dem erwähnten ^L^erich. daß die Mahlzeiten und Gewohchkiteu der wohl-habendsten Klasse» einer durchgreifenden Reform vedürsti.i seien. Die Feinschmeckern sei ebenso gefährlich wie Unmäßigkeit im Trinken; die Manner sollten sich in der Mäßigkeitspflege ein Beispiel am weiblichen Geschlecht nehmen, denn IN 1869 starben nur 96 Frauen, dagegen 35? Männer an der Vicht. Den Schluß der Zusammenstellung liilden die ,.ewl,l«samen TodeSsälle. ihrer waren im Ganzen 16.497, davon 791 durct EisenbahnunsaUe. 1189 0ttrch Bergwerksunglücke, 1588 Selbstmorde. 387 Morde. 2696 durch Ertrinken. 2545 durch Feuer und 1519 durch Uebkr» fahren. (Frankreichs moralische Ruinen. Das Tugesereigniß in P.^ris ist die Rede, welche der Unterrichtsminister Jul. Simon in der Iah-reSsitzung des „Instituts von Frankreich" gehalten; ivir entnehmen dcrselben folgende Stelle: „Wir haben neben dem materiellen Ungtück gar viele moralische Ruinen zu lietlagen. Dieses große Fieber, welches die Geister zu männlichen Entschlüs» scn antrieb, ist seit 25 Zahlen ties herabgesunken. Wir haben den Ruhm durch daS Geld erseht, die Arlieit durch die Agiotage, die Ehre und dle Treue durch die Skepsis, die Kämpfe der Parteien und der Doklrinrn durch die Politik der Interessen, die Lchnle durch die KlubS. Mshul undHesueur durch Llederchen und KoupletS. Wir absolvirteu oder rühmten selbst die schlechten Sitten, schufen den verlorenen Frauen ein Königreich, süllten unsere Augen mit ihrem önLuS. unsere Ohren mit den Berichten ihrer Orgi,». unseren Geist mit ihrkm Blödsinn, unsere Herzen mit ihren leeren Leidenschaslen. Wir halscn den öff.uilichen Spi>j-bubtl» in ihren Manövern oder klatschttn ihnen tvenigftcnS Beifall. Wir veischwendeten Allls. lvaS die Well vtrlcitsii fniin; Bergnügeli, Ruf und Milcht. T^ir spotteten der Moral und leugneten sie. Wir glaubten nur noch an den Erfolg. wir li bten nichts als das Vergnügen nnd Vcrehrttli einzig die brutale Geivalt. Wir ersepen die Arb it, daS eritsie und tiesc Studinln durch, ich 'veiß nicht, w?lche abortirende gruchibarkeit. welche das Geschi^i^bene vcrvitlfältigte und die iv'ihren Welke Verschwinden li«ß. Wir sprachen, ehe wir dachten, wir zogen die Reklame dem Ruhme vor; wir vsileumdeten Handlungen und Llhisätze. um sie nur nieljt bewundern, befolgen und glauben zu miisieli; wir errichteten ein System der Verleumdung und Mlichten aus der Lüge eine StaatSeinrichtiing. Ist dieS nicht die Ge« 'ellschaft, der w«r nngehörten? Ist dieS nicht daS Schaiijpiel. duS wir gesehen hai)en? Und wenn )em so ist. müssen wir nicht bekennen, trotz der HtldtN und Märtyrer der lc^len Stunde, daß wir lange vor Sedan besie^jt waren? )a. wir rügen die Urs.,che der Niederlage in unS. Ja. wir waren fast ebenso strüsbar, cilS unglücklich. Ja. wir haben die Tulc von Fl^ankreich selbst zu heilen." (Die Brändein Rußland.) Ueber die Brände in Rußland schrcibl die „Moskauer Zcilung": „Die geuerSbrünste wiithen bei unS wi^ eine Pest. Im verflossenen Sommer sind einige große Städte heruntergebrannt; in anderen haben * große F^uersbrünste stattgesunden. In Moskau lvaren täglich etliche Brände auszuzählen und die Feuersbrunst'Epidemie hat sich sogar in den Baumwollenniederlagen gezeigt, tvobei das Feuer noch auf der Elfenbahn oder gar auf dem Dampfer in den Ballen ausgebrochen sein soll. Die Feuersbrunst-Epidemie hat auch die Eisenbahnen ergriffen; denn eS hat in Stationen und Magazinen, in Wagen und Äkomotiven gebrannt. Es haben die Wälder und Torfmoore an der Nishegoroder Bahn und bei Iwanowa gebrannt. Sollen wir noch von den Feuersbrünsten in den Dörfern sprechen ? Sie tvaren zahllos und man kann nicht damit zu Ende kommen, die Nachrichten von der Vernichtung großer Dörfer mitzu-theilen. Die Brände in den einzelnen Statthat-terschasten zählen nach Hunderten. Alle Dörfer müssen in je fünf oder sechs Jahreil ganz neu aufgebaut werden." (Dreißig Millionen Staatsnoten.) Die Staatsdruckerei ist so eben über Hals und Kopf mit dem Drucke von StaatSnoten zu 5 fl. beschäftigt, welche bis zur Höhe von dreißig Mtl-lionen Gulden geliefert werden sollen. Mit die-fen 30 Millionen Gulden hat es insoferne ein eigenes Betvandtniß, als ste. wie man erzählt, schon lange hätten gedruckt sei» sollen, lvenn deren Anschaffung nicht vergessen (!) worden wäre. Sie sind dazu bestimmt, für unbrauchbare, au» dem Verkehre gezogenen Noten umgetauscht zu «Verden. Erst wenn diese Partie gedruckt und von den Staatskassen verbraucht sein wird, soll zur Erzeugung der Staatsnoten neuer Form ae-chritten werden. Marburger Berichte (Fun d) Vol mehreren Wochen erblickten spielende Knaben am Ottohügel (vor dem Fried-hos) eine rothe Kerze, die im Gebüsch aus der Erde ragtk; sie giuben nach und zogen ein Päck-lein hervor mit einem ledernen Beutel, in welchem sich ei» Brecheiseit. ein Nachschlüssel und zwölf Dietriche befanden. Längere Zeit wurde Abends dort von einem Polizeimann in bü^»rlicher Kleidung Wache gehalteu; möglicher Weise tonnten die rechtmäßigen Eigenthümer dieser „tverthvollen" Gegenstände entdeckt tverden. Die Gauner dürften jedoch ihre Gefahr erkannt haben und kamen nicht. (Einbruch.) Beim Grundbesitzer Franz Sagadin in Malovetzen, Gerichtsbezirk Pettau, haben drei Gauner eingebrochen und 160 Pfd. verhackten Speck, 10 Maß alten Wein und 13 si. Baarschaft gestohlen. (Sparkasse.) Im Oktober wurden von 564 Paiteien 176.250 fl 1 kr. eingelegt und von 452 Parteien 104.424 fl. 24 kr. herausge-nommen. (Gewerbe.) Im verflossenen Monat wurden beim Stadtamt folgende Getverbe angemeldet: Damenfrisiren. Gabriele Bünte, Stadt, Bnrgptatz — Greislerei. Mathias Stebich, Stadt. Drangasse. Im Berzeichniß der konzessionirten Gewerbe erscheint: Artistische Presse. Landschafts-zsichnen, Anton Gmech, Hauptplatz. (Weinlese) Die Weinlese, die am 16. Oktober begonnen, dürfte im Verlaufe diefer Woche beendigt werden. Sowohl bezüglich der Güte als auch der Menge sind in den meisten Rieden die Erwartungen der Besitzer übertroffen worden und haben sie mehr uno besseren Wein geerntet, als 1870. Seit zehn Jahren sollen sich nicht so viele Käuser gezeigt haben. Eingesandt Die Eisenbahnen und der Güterverkehr. Die Handels- und Gewerbekammer in Graz schon zu iviederholten Malen die Uebelstände den Bahnen zur Kenntniß der hohen Regierung gebracht und um Abhilfe gebeten. Nun hat sich endlich die k. k. General Inspektion veranlaßt gefunden, sich eingehend mit den Wünschen und Beschwerdm der Handels- und Gewtrbetrti-benden bekannt zu machen. Zu diesem Zwecke bereist Herr Baron Lilien« au, Kommissär der k. k. General-Inspektion, die Stationen der Südbabn. und hat derselbe in Betreff des l»i,rortigen Gütermai^aginS sich die Ueber. zeugung verschafft, daß ditseS weitaus ungenügend für den Verkehr, da die Räumlichkeiten viel zu klein und die Beschränkung, indem für Auf« und Abgabe je nur ein Thor benüßt werden kann, eine üuberst hemmende ist. Ein Gkgenstand der Wünsche war namentlich auch die Station Uuter-Drauburj^, welche sür daS Lavantthal und für den starken Holzhandel große Bedeutung hat uno wurde versprochen, auch hierüber Erhebungen pflegen zu lassen. Wir haben nun wenigstens die Hoffnung, daß die k. k. Oeneral Inspektion sich darum verwenden wird, daß daS hiesige Arachtenmagazin entsprechend Vergrößert werde, in welchem Falle die Waaren. die den WilterungSverhältniffen nicht ausgesetzt sein dürfen, doch unter Dach kämen. Auch würde dann daS Auf- und Abladen ord-nungs- und regelmäßiger, als wie jetzt, stattfinden können. Ms zum Schaffst. Bon z. Mühtfeld. (Fortfetzung). Bor der zur schwindelnden Höhe gipfelnden Menge der Indieien gegen den Angeklagten schwan« den die beiden kleinlichen Rebending,, die offene Gartenthür und der verschwundene Kahn, welche auf eine auswärtige Spur hätten leiten können» zu nichts zusammen, ja der Gedanke drängte sich aus. daß der Angkklagte durch dilse Garlenthür nur hinabgegangtn sei und am Uüßchen den Kahn befreit habe, um listig den Verdacht der Berbrecherschaft in daS Weite zu lenken. So faßte es auch der Äaatsanwalt von Mohlen in seiner öffentlichen Anklage auf. Mit logischem Scharssinne stellte er alle diejenigen Momente zusammen, welche ihm. so furchtbar der Sedanke sei, die Uebeneutjung aufgedrängt hätten, in dem Sohne und Bruder der Gemordeten den Mörder und Brandstifter auS kleinlicher Mache und niedriger H.chsucht zu sehen. Er versuchte psycholoaisch darzul,gen. wie die durch Stötrigkeit. Ungehorsam und schnöde Unthüthisikeit selbstverschuldeten unsr,undlichen Brzirhnnj^en zu seiner Familie in der verderbten Srele Rachsucht und Tücke allmählig gesteigert hätten. Durch die ver-nünstige Weigerung deS Baters. einem nutzlosen Tagediebe die Erlaubniß zur widersinnigen Heirat mit einem blutarMn, seinem Stande nicht angehörenden Mädchen zu g«ben. und durch die darüber entstandene, selbst durch die einzige zu deS Angeklagten Gunsten aufgetretene Zeugin zugestandene heftige Scene zwischen ihm und seinen Aeltern sei der scheußliche Plan, sich aller seinem Willen und seiner Habsucht Unbequemen auf einmal m entledigen, entstanden. Mit kluger Berechnung habe er den Plan entworfen, mit verabscheungSwürdi^er Sicherheit ihn ausgeführt und endlich, um den Verdacht aus andere Bahnen zu lenken, daS ganze Gut in Brand gesteckt und die TäuschungStomödie durch seine Flucht zum Nachbar und das Erwecken desselben auSgesührt. Die naheliegende Annahme, daß der Vcrbrccher, dessen hauptsächliches Motiv jedenfalls Habsucht gewesen sei, schwerlich daS ganze Gut den Flammen wütde übergeben haben, zerfiele bei genauera' Betrachtung und werfe nur ein neucS grellcS Llcht auf die die durchaus vorbedachte Berechnung des gavzen Verbrechens. Denn das Ringgut sei sehr preiswürdig in der Brand- Was die Umwandlung der jetzigen Ha ltstelle Kärntner-Bahnhof in eine ordentliche Station be-trifft, so konnte Herr Baron Lilienau nur in Aussicht stellen, daß Erleichterungen im Frachten, verkehre eintreten dürften. Unter Anderem wurde von genanntem Herrn Komissär noch in Erwägung gezogen, daß die Parteien schriftliche Avistruvg von Rückzahlungen zu viel eingehobener Spesen erhalten sollen, daß Arbeiter genügend angestellt werden, daß bei Ent-schädigungSansprüchen die Bahngesellschast koulan-ter vorgehe, daß die Statuten, betreffend die mit Lieferzeit assekurirten Güter, geändert werden. Es wäre endlich Zeit, daß daS hohe HandelS-rrlinisttrinm vereint mit der k. k. General-Iuspek-tion im Interesse des Handels und der Gewerbe sich der Bahnangelegenheiten energisch annehmen möchte; sicher würde dasselbe bei festem Willen und rückhaltloser Umschau auf die Krebsfchaden auf. merksam werden und dürste unter Anderem wohl auch das bei den Bahnen bestehende und in verschwenderischer Weise geübte Tantienen-System fallen. Wir wollen sehen, was nun geschieht? Ein Geschäftsmann. kasse ausgeführt. sämmtlicheS Inventar überdies bei einer ^euerversicherungSgesellschaft versichert getvesen. Auf dieser Seite habe also den Ver-breche?, welcher sich zum alleinigen Erben machen wollte, kein bedeutender Verlust bedroht. Neben« bei sei in seinen Kleidern eine Brieftasche mit baarem Gelde und einigen Werthpapieren gefunden worden; die Brieftasche enthielt aber außerdem, was das Wichtigste sei, ein genaues Ber-mchniß von Staatspapieren mit ihren Nummern, Vit sich im Besitz des Ringbauers befunden hätten. Auch auf dieser Seite habe sich also der Verbre-chkt gesichelt. Die erste Aussage des Angeklagten, daß sein Bater in der Stube gerechnet und dabei die Brieftasche mitzunehmen vergessen habe, sei jedenfalls die ursprünglich vorbereitete Ausrede sür den Besitz der Brieftasche gewesen ; daS später gemachte Zugestäudniß der gewaltsamen Wegnahme der Brieftasche in seines Vaters Abwesenheit bilde dagegen nur die nolhgedruvgeue Frucht einer veriätherischen Inkonsequenz in den Aussagen. Der Staatsanwalt muffe also nur von vorsätzlichem, wohlbeda chtem Mord mit Brandstiftung überzeugt sein; er ersuche den Gerichtshof, sich seiner Ansicht anzuschließen und nach den Gesehen daS TodeSurtheil über den Verbrecher auszusprechen. Todtenstllle folgte diesem Antrage. Unter seinem vernichtenden Gewichte richteten sich alle Blicke auf den Angeklagten. DaS Aussehen desselben halte sich nicht verändert. Mit Aufmerk-samkeit war er den Ausführungen des Staats« anwalteS gefolgt; jetzt blickte er mit demselben wehmüthigen Ernste vor sich nieder, wie voriger. Keine Unruhe, keine Angst oder innere Erregung war an ihm wahrzunehmen. Nur einige Male blickte er lebhafter auf. wie von einem plötzlichen Gedanken erfaßt; dann flüsterte er seinem Ver-lheidiger etwas zu. Wer ihn so beobachtete und die schneidige Anklage deS Staatsanwaltes dagegen hielt, mußte wieder irre werden. Dieses ruhige, harmlose Wesen schien von der Weihe reinster Unschuld überhaucht, oder eS war die verworfenste, aber auch die geschickteste Heuchelei, nitlche j malS erlebt wurde. Uitttldessen begann die Vernehmung der Zeugen. Beinahe ganz Tcnglin war zum Zeugniß-^eben vorgefordert worden. Jede» einzelne beschwor seine Aussage als seine eigene, freie Ueber-zeugung, und alle kamen einstimmig in dem ilblcn llrtheil über Fritz Fröse, über sein Leben. Treiben, Sichgeberden und sein Berhültniß zu den Verwandten überein. Auch der Müller, sein früherer Lehrherr war vorgel^iden und der unaufgeklärtc Brand der Miihle kim zur Sprach'. Die Akten von damals waren hervorgesucht worden, und Letzte Vsst. Morgen wird dem böhmischen Landtage die Antwort de» «aisers auf di- Adresse mltgetheilt. Gegen Unruhen d,r Bevölkerung find Vorkehrungen getroffen. Tschechische Blätter erklären, daß die Bevölkerung fest bei dem böhmischen Staatsrecht stehe, welches der Kaiser am 12. September feierlich anerkannt. Wer Kundgebungen in diesem Sinne unterdrüeke oder schmähe, sei ein Rebell und Sehädiger deS Landes. Die Landesversammlung Serbiens hat grundsätzlich erklärt, daß in jeder Gemeinde eine Schule errichtet werden soll. Der König von Griechenland hat in sei. ner Thronrede ftch für die allgemein» Wehrpflicht anSgesprochen. In Paris wird «ach «endlingen Napoleons gefahndet, welche den Arbeitern Geld auSgetheilt und die Znstchernng gegeben, daß die erste Handlung deS Kaisers nach der Rückkehr eine Amnestie für alle Kommunisten sein würde. die Annahme trat nahe, daß auch damals Fritz Fröse aus Rachsucht das Verbrechen begangen, dessen Fortsetzung in furchtbarster Weise an dem Leben und Eigenthum der eigenen Aeltern geschehen sei. Am heftigsten siel das Zeugniß des alten Martin auS; freilich war es auch das gravirendste von aUen. Mit umständlicher Treue erzählte er seine gemachten Beobachtungen und belauschten Gespräche und schloß in leidenschaftlicher Weise: „Da fitzt er ja, der Gottvergessene, mag er es versuchen, mich der Lüge zu zeihen, wenn er es kann. Der Dirne ist freilich der Mund auf ewig geschloffen, sie kann weder bestätigen, noch leugnen". Dörte war auch jetzt die Einzige, welche Zeugniß zu Gunsten des Angeklagten ablegte. Sie ließ sich durch den Nimbus der öffentlichen Ver« Handlung nicht erschrecken oder niederdrücken; im Gegentheil, das Bewußtsein von der Wichtigkeit des gtgenlvärligen Augenblicks, auch wohl der der Anblick des ungliicklichen, schwerbedrohten und von ihr still geliebten Jünglings stählten ihren Muth und verliehen ihrer Ausdrucksiveise eine edle Wärme. Doch wie wenig vermochte sie mir alledem! In den Hauptsachen mußte sie ja den Zeugn,ffen der llebrigcn beistimmen und konnte das wenig freundliche Berkeljren zwischen dem Angeklagten Und seinen Angehörigen, sein einsames, nnthätiges Zurückgezogensein und endlich das schwere Zerwürsniß zwischen dem Vater und ihm, Lene'S wegen, daS am Tage vor dem gräßlichen Ereigniß eingetreten war. nicht in Abrede stellen. Was half es, daß sie dagegen mit Entschiedenheit und Wärme jeden schlimmen Charakterzng des Jünglings in Abrede stellte, ihn nur unglücklich, aber nieht bö'e nannte, sie überzeugte mit dieser Ansicht, deren Ursprung leicht zu erkennen war. Niemanden, am wenigsten einen der Richter, und rief nur hier und da ein mattes Lätheln des Mitleids, der Theilnahme hervor. Naeh Beendigung des Zeugenverhörs sprach der Vertheidiger d s Angeklagten. Man merkte» daß derselbe sich von Mitleid für seinen jungen Klienten bewegt fühlte, bemerkte aber auch, daß seine Vertkeidigung nur ein Werk der Pflicht, nicht der Ueberzeugung war. Er faßte die wenigen Momente, die thatsächlich für des Ange-kl.'gten Unschuld sprechen konnten, zusammen, suchte andere gcgentheilige zu entkräften und wies endlich auf das Unwahrscheinliche einer so entmenschten Tl)at durch einen schwachen, zarten Menschen, der der Ermordeten Sohn und Bruder war. hin. (Forlsetznng folgt.) Stadt-Theater in Marburg. 3. November: Aus Verlangen zum 2. Male: Wenn man nicht tanzt! Lustspiel in 1 Akt von Sigmund Schlrsingcr. Hierauf: Erlaube« Tie, gnädige Krau! Lustspiel in 1 Akt vt)n Labiche. Zum Schlüsse: Frühere BerhAltntfse. Posse mit Gesnng in 1 Akt von Joh. Neslroy. 4. November, zum Borilieile des Herrn Carl Dietz: Die fvlsgiilvn 8tullvnton. Lustspiel in 4 Akten von Roderich Bencdi;. Statt der Allerpeitigen-Strltzetn t;ab Frciu Franziska Schmidt . . . . fl. 4 für die Armkn. Die Armeu-Jnstituts-Be!wo ltung. Miimzz Doictor äer uuä lÜdirurZiv, Nagi8ter äsr ^ugenl^eillcuncsv uuc! (Jokurtstiilts, emerit. liexilneutsar^^, >v0dnt vom I. »lovembSf l87l an ß»i rizxvnON 8vkiIlvi'»ii'S8SS Iis. >64 (krüker l^o^rer) uvä orämirt vis diZlier täßlieli von 1 — 3 Illlr, kür Xrmv un-evtßeltlieli. 706 Wem-Lizitlltim. Am a. November tSVI A. rmittagS werden zu Tt. Andrä in L'skoveK 15 Startin 1871" KirchrWrmt lizitando verkauft. 704 Anempfehlung. Gksertigler benachrichtij^t die l)och>vürdi»i' Geistlichkeit und daS vercl)rte p. I'. Publikum, daß er vom hcutit^kn Tage an in Marburg s'i» jv»gelba«er-Gesch«»ft c.sff- Nst und alle in diesem Fache einschlaj^rndcn Arbeiten zur prompten Bedienung übernimmt. Alois Hasskgger, 702 Orgelbauer. Kasinogasse Soeben erschien daS Werk: (3. sehr vermehrte «uflage.) Die geschwächt« »m. w»'« d.. i7W?-ü. P'-i« s Hrdinations-Anstatt,.ir Ävkviw« ^«mkQsitvu (besonder» Schwäche) von I^oä vr.»!«»«». Stadt(Jndenplatz), stnrrentgasse 12, 2.Stock. Ciglicht «> S»u» Hr. 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Von Mürzzufchlag nach Adel»berg: Ankunft 12 Uhr bv Min. Rachmittag. Abfahrt I Uhr 15 Min. Rachmtttag. Bon Adelsberg nach Mürzzufchlag: Ankunft 12 Nl>r 22 Min. Rachmittag. Abfahrt 12 Uhr 41 Min. Rachmittag. jtärntner-Aüge. Gemischte. Nach Billach Abfahrt 2 U. 50 M. Rachm. Bon Billach Ankunft 11 U. 56 M. Borm. Personen. Nach Billach Abfahrt 8 U. 45 M. Krilh. Bou Billach Ankunft 6 U. 82 M. Abends. Berantwprtllcht ?