VrSeewrohee» - Vretk: Für Laibach: «auzjübrig . . 8 fl. 40 kr. Halbjährig . . 4 „ 20 „ «inteltährig . 2 „ 10 „ Slonotti® ... — * 70 » Mit bei Post «a^jLhrtg..........IS fl. HalbjShrig......... 6 „ Wmeiiaws............s „ Laibacher Für Zustellung in« Han« viertelt. 86 kr., mono«. 9 kr. Einzelne Stemmern 6 kr. Nr. 235. TJ agblfltt. Anonyme Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zuriickgesendet. Redaction: vahnhosgaffe Nr. 15. «r»editta»ü- A Inseratru-ftarcait: Songretzplatz Nr. 2 (Buchhandlung von Jg. v. Kleinmayr & Ked. Bamberg.) 3«terttdnfl»retft: Kür dir einspaltige Petit,eUe k 4 tr., bei wiederholter Einschaltung k 3 kr. Anzeigen biS 5 Zeilen 20 tr. Bei grüßeren Inseraten öfterer Einschaltung e chmder Rabatt... , „ Kür complicierten SatzivE^^ dere Vergütung.^ Freitag, 12. Cftobci 1877. — ÄLorgen: Coloman. 10. Jahrgang. Zur Action Serbiens. Da« hochfürstlicht Ministerium Milans fand für gut, in feiner am 5. d. ftaitgefunbcnen Sitzung den 6 t cß ^gen die Türkei zu beschließen; diesem Beschlüsse folgte bereite die That, denn serbische Truppen setzten sich bereits in Bewegung, um die Action zu beginnen. Die Verhandlungen zwischen Serbien und Rußland find noch fort im Zuge, Serbien verlangt nebst vertragsmäßiger Gewährleistung feiner vollen Unabhängigkeit eine Gebietsvergrößerung nach Alt-Serbien Hin, überdies die Bezahlung der betreffenden KriegsauSlagen durch Rußland. Rußland ist bvreit, die Forderungen Serbiens — die Kriegskoslenzahlung ausgenommen — zu befriedigen, nachdem Rußland bet Aktion Serbiens dringend bedarf. Serbien Hat gegenüber Rußland große Der» Pflichtungen übernommen. Serbien hat umfaffende Vorbereitungen getroffen, um an Seite Rußlands in den Kampf einjutreten; Serbien rüstet Mann und Zeug, um im bevorstehenden Winterfeldzuge als willkommenes Kanonenfutter und ausgiebige Beute zu dienen; Serbien hat mit Rußland eine Konvention abgeschlossen, und sollte erstereS wagen, nur einen Paragraph derselben unerfüllt zu lassen, fo läuft e» Gefahr, von dem nordischen Kolosse erdrückt zu werden. Ganz Europa nimmt den Beginn der kriege« rischen Action de» perfiden Serbien» ruhig zur Kenntnis, von keiner der europäischen Mächte wurde bi« Heute ein Protest gegen da» feile winzige Bändchen erhoben. Die Diplomatie steht der Er Weiterung de» Kriegsschauplatzes, der Vermehrung der kriegführenden Theile theilnahmsloS entgegen, ihr ist es gleichgiltig, ob der gräßliche Krieg, ditf:r Schandfleck des neunzehnten Jahrhunderts, noch fünfziglausend Menschenleben mehr dahinrafft oder nicht, wenn nur die Tarife de» EHampagners und der T'üffelpastete keine Steigerung erfahren. Hätte die Diplomatie im vorigen Jahn ihres Amtes gewaltet; hätte sie Serbien, wie es demselben gebürte, über die Klinge springen taffen, fo könnte heute von einer Theilnahme Serbiens an dem ruf« stich-türkischen Kriege nicht mehr die Rede sein. Heute sehe» wir die Unfähigkeit und Unentschlossenheit der europäischen Diplomatie im neuen Gewände ; wir sehen, daß die Männer der „Staats-kunst" ausgelernt haben. Wäre es der Diplomatie im vorigen Jahre Ernst gewesen, hätten die maßgebenden Mächte dem nordischen Koloß ein donnerndes „Halt" zugerufen, Rußland hätte es fich überlegt, gegen den Willen btt europäischen Mächte in türkische« Gebiet räuberisch einzufallen, um dir Komödie von der Verbreitung der „Kultur und Humanität" unter Kanonendonner, Blutvergießen, Mord und Brand in Szene zu setzen. Hätte die Diplomatie im vorigen Jahre ihre» Amtes gewaltet, so wäre da» europäische Völkerrecht nicht fo gröblich verletzt worden, c» wären Europa die Schrecknisse und Greuelthaten eine» blutigen Krieges erspart geblieben; so ober duldet Europa, ja muß e» dulden, daß da» winzige Fröschlein Serbien sich aufbläht, hohe Politik treibt und sogar gegen seine Oberherrlichkeit die Waffen ergreift. Europa duldet es, daß das winzige Serbien die Satzungen des Völkerrechte», die heilig gehalten werden sollten, in frecher, übermütiger Weise verletzt und verhöhnt. Weit ist e» in und mit Europa gekommen 1 Zu wiederholten malen wurde au» offizieller Quelle den Völkern kundgegeben, daß der Krieg zwischen Rußland und der Türkei als ein „Duell" auf „lokalisiertem" Turnierplätze anzusehen ist. Diese Kundgebungen wurden sofort Lügen gestraft, zuerst trat Rumänien in den Kampf ein, und heute steht Serbien im Begriffe, in die Action einjutreten. Rußland wird e» vor ganz Europa zu verantworten haben, daß e» Serbien zum Ungehorsam gegen feine Oberherrlichkeit verleitet hat; Rußland hat den Größenwahn Serbien» genährt, e» hat die Fahne des panslavistischen Profeten anfgepflanzt; Rußland hilft mit zur Lostrennung einzelner Theile eines großen europäischen Reiches, — der Fluch der bösen That wird nicht ouSbleiben 1 Rußland war immer der größte Feind der Revolutionen. Rußland konnte es nicht vertragen, daß Oesterreich in die Reihe der conftituiioneöen Staaten ein rückte, es wünschte jedem Revolutionär den — Galgen, und heute steht dieser Staat an der Spitze der Revolution, die sich in den türkischen Vasallenländern breit mach«! Rußland hat die itartet der Revolution in Bosnien, in der Herzegowina, in Bulgarien, Rumänien und Serbien angezündet; Rußland griff zur Fahne der Revolution, auf welcher die Devise „Panslavi«muS" prangt; Rußland zog fiegessicher gegen den Halbmond, und siehe da, der „kranke" Mann schlug den nordischen G'ganten auf» Haupt und dielet schämt fich nicht, in zwölfter Stunde den „Zwerg" von Serbien zuhilfe zu rufen. Ruß. (and hat die Waffenehre, hat die Ehre überhaupt eingebüßt. IeuMon. Die Herrin von Kirdy. Roman von Ed. Wagner. (Fortsetzung.) Eine plötzliche Angst befiel Olla, da sie sich «enöthigt sah, dem Manne gegenüberzutreten, der fie au» ihrem Besitzthum vrtdrängt hatte und den sie instinct mäßig als ihren Feind betrachtete. Verzweifelt sah sie sich nach einem Ausgange um, doch es gab keinen ändern, als durch die Bibliothek. Rafch entschlossen sprang sie auf die Fensterbank und zog die Gardine zusammen. Dies war kaum geschehen, als Mr. Kirdy hereinleuchtete. Bei dem Flackern de» Lichie» entging ihm ha» leise Bewegen der Sardine, und nach einem flüchtigen Blick ging er zu feinem Gaste zurück. Ladh Oll» bog die Vorhänge auseinander, fich ängstlich und verwirrt umsehend. „Wie soll ich nun hinauskommtn,11 fragte sie fich, .ich kann diesem Mannt nicht entgegentreten. Wa» soll ich beginnen?" „ES ist alle» in Ordnung," hörte sie ihren Vetter Humphry sagen, „es kommt niemand in dieses Zimmer, und im ganzen Haufe gibt e» keinen sicherer« Platz als diesen. Setzen Sie fich." Edgar Kirby folgte dieser Aufforderung. Er hatte fich feit feiner Besitzergreifung des Schlosses Kirby etwa» verändert: Seine Haltung war stolzer und gebieterischer, sein Blick trotziger. Er trug sich wie ein despotischer Fürst. Offenbar hatte fein große» Glück ihm den Kopf ein wenig verrückt. „Wie steht e» mit dem Mädchen?" fragte er, feinen Bgrt drehend. „Sie ist ganz wohl. Sie befindet fich jetzt gerade auf einem Spaziergange, wird jedoch bald zurückkommen. Sie sieht ein, daß trübe Tage für sie gekommen sind und daß noch trübere kommen werden; ober sie ergibt sich in ihr Schicksal mit einer Ruhe und einer Seelenstärke, daß sie mir manchmal wahrhaft leid thut," sprach Mr. Kirby in seinem sanften, freundlichen Tont. „Wie, fängt Ihr Herz denn an weich zu werden?" fragte Lord Edgar spöttisch. ..Nein, nein, Mr. Humphry, taffen Sie nur Ihr« sentimentalen Redensarten beifeite. Ich kenne Sie so gut, daß mir bei Ihrer Katzenfreundlichkeit ganz übet wild." Der Advokat lachte leise und schien nicht im geringsten empört darüber, daß der Fremde in so beleidigendem Tone zu ihm sprach. Olla war ganz starr vor Staunen. In ihrer Meinung war ihr Vetter einer der edelsten, reinsten und freundlichste« Menschen, und e« war ihr daher unbegreiflich, wie Lord Edgar die Unverschämtheit besitzen konnte, ihn in solcher Weise anzureden. Wieder sah fie sich nach einem Ausweg a«s threm Versteck und Gefängnis um. Sie wurde immer verstörter und ängstlicher; denn zu bleibe» und eine Unterredung zu belauschen, die nicht für ihre Ohren bestimmt war, widerstrebte ihrer offenen und ehrlichen Natur. Diese« Gefühl besiegte endlich ihren Widerwillen gegen ihre« Feind und sie stand im Begriffe, ihre Anwesenheit zu verrothen und fich zu entschuldigen, als Mr. Kirby sagte: „Olla ist ungeachtet der verzweifelten Umstände brav und ergeben, wie ich sagte. Sie hat feit ihrer Anwesenheit hier zweimal an Lord Dalton geschrieben, aber keine Antwort trhatttn." Das große, stolze, übermütige Rußland stieg von seiner Höhe herab und fleht bei dem ,kleinen" Serbien um Hilfe. Welch' trostlose Lage für Rußland ! Rußland erlebte furchtbare Stunden der Täu-schling, es steht die Sterne seiner Heeresmacht, Strategie, Taktik, Truppenbewaffnung und Stier-pflegung finken und erlöschen. Da- große Rußland zog aus, um den kleinen, angeblich unterdrückten Bölkerstämmen Hilfe z« bringen, und nun beugt sich der nordische Koloß und bettelt vor den Thoren Belgrads um — Soldaten. Serbien stand im Vorjahre auf der Proscrip-tionsliste, schon bereitete man sich vor, das revolutionäre Ländchen auf der europäischen Karte zu streichen; der „kleine" Milan gerieth in schwere Roth, kroch zu Kreuze, und Europa ließ Gnade für Recht ergehen, Europa schenkte Serbien das Leben, tndem es der Pforte die Versicherung abgab, daß Serbien als reumüthiger Sohn zu den Füßen des Divans zurückkehren werde. Die Hohe Pforte gab den Bitten Europa'« Gehör, und heute erleben wir es, welchen Dank der „kleine" Milan und das „winzige" Serbien der Pforte und den europäischen Mächten zollt! Oesterreich und England müssen heute den Vorwurf hinnehmen, daß sie beide es waren, die für die weitere Existenz Serbiens im Vorjahre das Wort ergriffen. Oesterreich hat durch diesen Schritt den Störenfried für Oesterreich-Ungarn» Grenzen gefährlicher gemacht. Oesterreich-Ungarn fürchtet die Action Serbien« nicht, sondern verurlheilt die Persidie, die Tollkühnheit dieses Lande», seines Herrschers und seiner Regierung im Interesse des europäischen Friedens, dessen alle Staaten doch so nothwendig bedürfen! Reichsrath. 290. Sitzung de» Abgeordnetenhauses. Es wird die Generaldebatte über da» Branntweinsteuer-Gesetz eröffnet. Abg. R. v. Proskowetz unterzieht das einer eingehenden Kritik und weist nach, daß dasselbe die Existenz der landwirthschaftlichen Industrie, jenen Industriezweig, dem Deutschland und Frankreich einen großen Theil seine- Wohlstandes verdankt, bedrohe. Der Hinweis, daß Frankreich und England eine viel höhere Branntweinsteuer besitzen, sei nicht maßgebend für Oesterreich, wo die Frachtsätze exorbitant sind. Wenn das Gesetz in Wirksamkeit treten sollte, würde sofort ein großer Theil der Melasse nach Frankreich und Belgien auSgesührt und so dem Staate große ArbeitSsummen entzogen werden. Redner tritt auch energisch für die Einführung der Produktenbesteuerung ein, denn nur auf diese Weise würde der Produzent vor de» Übergriffen de« Fi«cu« geschützt werden. Edgar lachte laut auf. „Wirklich!" rief er. „Sie hat ihre Briefe wol zur Besorgung Ihren Händen anvertraut?" „3a.‘‘ „Nun, dann wundert e« mich nicht, daß sie keine Antwort erhalten ha!." „Obwol ich gegen ihre Verbindung mit Lord Dalton mich entschieden ausgesprochen habe, hat sie doch so viel Vertrauen zu meiner Rechtschaffenheit, daß sie mir die Briese nicht verheimlichte." .Und Sie hatten ihr nicht verboten, an Dalton zu schreiben?" .Gewiß nicht." „Sir sind unergründlich, Mr. Kirby!" rief Edgar beifällig. „Aber praktisch!" fügte der Advokat hinzu. .Ich will wetten, daß die Briefe daö Posthau« niemal« gesehen haben." „Wollten Sie wetten, daß sie auf der Post abgegeben wurden, so würden Sie verlieren," sagte Mr. Kirby ruhig; „denn da« ist nicht geschehen. Al« Olla's Vormund nahm ich mit die Freiheit, Abg. Dr. Menget spricht für Annahme de« Gesetzes und hält der Proaukienbefttuerung eine Lobrede. Abg. Siegt beantragt Ablehnung des Gesetzentwurfes. Abg. Bacon Riese-Stallburg ereifert sich gegenüber den im Gesetze enthaltenen Strafbestimmungen. Finanzminister Baron de Pretis betont, daß zur Deckung des Desic ts eine Erhöhung bet Branntweinsteuer eintreten müsse; der Geietzentwurs enthalte nicht nur eine Steueterhöhung, sondern auch wesentliche Erleichterungen für die Produzenten. DaS Haus beichließt die Eingehung in die Spezialdebatte und erledigt die §§ 1 bis einschließlich 24 des erwähnten Gesetze«. Nur § 8, welcher bestimmt, daß die Branntweinsteuer-Forderungen nach drei Jahren verjähren, wird über Antrag de« Abg. Beet dahin abgeändert, daß die Bestimmung, wann die Verjährung der Branntweinsteuer-Forderungen Eintritt, durch ein besonderes Gesetz geregelt werden wird. Der Abg. Dr. Roser stellt vor Schluß der Sitzung folgenden Antrag: ,X)a« hohe Haus wolle beschließen, die hohe k. k. Regierung zu ersuche»: 1.) die Verleihung des Branntweinschank-GewerbeS an strengere Bedingungen zu knüpfen und hauptsächlich die Licenzen mit sehr hohen Steuersätzen zu belegen; 2.) eine strengere Aussicht vonseite der betreffenden Behörden obwalten zu lassen." Dieser Antrag wird unterstützt. Vom Kriegsschauplätze. Die „Times" melden aus Bukarest: „Die Russen eröffneten unter Tottlebens Leitung Parallelen gegen Plewna. Die Rumänen bereiten bei Kalafat einen Donau-Uebergang vor. Die Verbindung zwischen NikopoliS und Turnu-Magu-telli ist nach mehrtägiger Unterbrechung wieder hergestellt." ' Die Russen treffen, wie dem „Romanul" aus Gornistuden berichtet wird, umfassende Vor-bereitungen für die Winterquartiere; Prooiantoor-räthe werden für zwei Monate in Bulgarien selbst aufgehäuft, damit da» Hinüberschaffen derselben über die Donau im Winter erspart werde. In Tirnowa werden Winterquartiere für zahlreiche Offiziere her-gerichtet. In den Distrikten Tirnowa und Ga-browa werden 20,000 Bulgaren aufgehoben und zusammen mit dem Reste der bulgarischen Legion ein neues Corps bilden. Die zweite Garde-Kaval-leriediviston und vier Batterien wurden vom Kaiser besichtigt. Die Garde-Infanteriedivision wurde in einet Entfernung von beiläufig 7 Meilen von Gornistuden in einem Zeltlager untergebracht. Alle diese neu eintreffenden Truppen werde« möglichst nahe die Briefe zu öffnen und sie, da ich sie nicht billigte, zurückzuhalten, wie c« meine Pflicht war." „Und die Briefe Lord Dalton« an Olla haben Sie auch zurückbehalten, wie es ja ebenfalls Ihre Pflicht war? ' fragte Edgar mit komischem Ernst. „Selbstverständlich!" erwiderte Mr. Kirby. .Schreibt er oft?" „Er scheint eine förmliche Schreibwuth zu haben, denn ich habe bereit« drei Briefe von ihm in Händen." Lady Olla glaubte ihren Ohren nicht trauen zu können. War e« möglich, daß dieser Mann solche Bertätherei an ihr üben konnte — der Mann, dem sie als ihren Verwandten und Vormund das größte Vertrauen geschenkt, den sie für die Ehrlichkeit selbst gehalten, den sie al» ihren Freund angesehen und der sie ihr ganzes Leben lang geliebt hatte mit väterlicher Zärtlichkeit? Und dieser Mann entpuppte sich jetzt als ein Verräther, al« ein Heuchlet! Seine Freundlichkeit und Liebe, die er gegen sie erveuchelt, war also nur Schein gewesen, um da» Mädchen um so argloser und vertrauensseliger zu machen, damit e« von selbst in die ausgestellten Netze gehe. dem russischen Hauptquartier dislociert. Man spricht sottwährend von einem neuen Angriffsplan gegen Plewna, doch darf selbstverständlich noch nicht« hierüber veröffentlicht werden. Politische Rundschau. Laibach, 12. Oktober. Inland. Der Abg. Helfh meldete in der am 10. d. stattgesundenen Sitzung des ungarischen Abgeordnetenhauses folgende Interpellation an den Ministerpräsidenten, beziehungsweise Minister des Innern, an: „Ist der Herr Minister geneigt, den Tha'.bestand der sogenannten Szekler Vorfälle lammt allen Details dem Abgeordnetenhaus« vorzulegen? Ist e« insbesondere wahr, daß die Regierung großen Waffensendungen auf die Spur gekommen ist? Wenn ja, ist der Ursprung und die Bestimmung derselben schon erwiesen? Ist eS ferner wahr, daß infolge dieses Ereignisse« zahlreiche Landesbürger verhaftet wurden? Wenn ja, auf Grund welchen Gesetzes find die Verhaftungen erfolgt?" Ausland. Gegenüber den wieder aufiauchenden Konferenzgerüchten schreibt der Berliner Korrespondent der .Allg. Ztg.": „ES liegt auf der Hand, daß angesichts eines so ausschweifenden Krieg«-ziele«, welches, in verständliches Deutsch übersetzt, nichts geringeres als die gänzliche Vertreibung de« muselmanischen Elements vom europäischen Boden bedeutet, keine europäische Macht sich zu einer nutzlosen Mediation versucht fühlen kann, und es ist schier unbegreiflich, wie man gegenüber einer derartigen maßlosen Pcätension Rußlands noch zu behaupten vermag, die slavische Großmacht sei nicht um eigensüchtiger Zwecke willen in den Krieg gezogen, sondern nur zur Ausführung eines Programm«, welches die Gesammtheit der europäischen Mächte ebenso feierlich al« ihr gemeinsame« anerkannt und proklamiert habe." G ambetta hielt am 9. d. in Pari« in Gegen. wart von 6000 Zuhörern gelegenheitlich einer Wahlversammlung eine längere Rede, in welcher er sagte, daß da« allgemeine Stimmrecht bedroht sei. Wenn es sich selbst aufgäbe, so wäre die« der Verfall und der Tod de« Vaterlandes; denn ohne allgemeine« Stimmrecht wäre die Ordnung kompromittiert und keinerlei starke Gewalt möglich, während mit demselben keinerlei Revolution möglich sei. Gambetta hält sodann Grsvy, welchen er als den Nachfolger Thier«' darstellt, eine warme Lobrede. Er selbst habe keinen ändern Ehrgeiz als den, der Repräsentant der Demokratie zu bleiben. Was die Gewalt betreffe, so wolle er dieselbe erringen, wenn er derselben jemals würdig fei. Gambetta bekämpft hierauf lebhaft den Bonapartismus und KlerikaliSmu«, behauptet, daß die republikanischen Deputierten in der Anzahl von 400 wiederkehren werden, und Sie konnte sich jedoch nicht lange solchen Betrachtungen hi,«geben, da das Gespräch der beiden Männer weiter geführt wurde und dasselbe sie so anzog, daß sie dicht an den Vorhang trat und aufmerksam tauschte. „Der wilde Dalton mag aber Verdacht schöpfen, wenn er nicht bald etwas von dem Mädchen hört," sagte Lord Edgar bedenklich. .Es wäre vielleicht besser, wenn Sie ihm einen Brief mit Olla's Handschrift zukommen ließen, in welchem diese ihr Verhältnis mit ihm löst. Ich habe ihn zweimal besucht, doch ich muß sagen, daß er kein Gesellschafter für einen reichen Edelmann ist. Obwol er eine bei' weitem feinere Erziehung hat, muß er doch arbeiten wie ein Pächter; er gibt seinen Leuten Anweisung und geht ihnen mit seinem Beispiele voran bet den schwersten Arbeiten. Als ich am letztenmal« bei tb1* war, zeigte er ihnen, wie sie einen neu erfunden*» Pflug zu handhaben hätten. Und dieser Mann ist der beste Schütze, der kühnste Reiter, der verwegenst« Segler im ganzen Kreise! Was sagen Sie bevoit <* (Fortsetzung folgt.) schließt seine Rede, indem er sagt, Frankreich müsse nach den Wahlen den KlertkalismuS als besiegt zeigen können. Die außerordentliche Truppenconcentra-tion, die in den Boccke bi CatIaro und in Süddalmazien ösierreichischerseiis unter dem Titel der Herbstmanöver vollzogen wird, hat, wie man der „Nat. Zig.« aus Cetiuje berichtet, dort einiges Aufsehen erregt. Man bemerkt, daß das gegen die montenegrinische G-en;e zu liegende Fort Dragalj, aus dem Bocchesen-Aufstande bekannt, das gewöhnlich kaum über 100 Mann Besatzung hat, jetzt über 2000 Mann beherbergt; auch meint man, daß zu gewöhnlichen Manövern es nicht nolhwendig wäre, alle Mnulthiere der ganzen Gegend zu miethen, wie eS vorgestern die k. k. Militärverwaltung in den Bocche gethan. Bus dem Umstande, daß dies unmittelbar nach der Salzburger Entrevue geschieht, meint man folgern zu können, daß die Zeit gekommen sei, wo Oesterreich der schnellen Vorrückung Montenegro'- nach dem Norden der Herzegowina gegenüber die Grenzen seiner „Jnteressen-Epdäre" in dieser Gegend faktisch abstecken zu muffen glaubt. Ucber die türkische Note an Serbien verlautet, daß dieselbe die Form eines Ultimatums trage und folgende drei Forderungen enthalte: 1.) Die Entfernung der russischen Flagge vom russischen konfulatsgebäude in Belgrad; 2.) die Entfernung des russischen Generalkonsuls und 3.) unverzügliche Abrüstung. Die „Nordd. Allg. Ztg.* meldet aus Athen vom 2. Oktober: „Der Minister TrikupiS erklärte dem englischen Gesandten, an ein Nachlassen mit den Rüstungen könne Griechenland angesichts der Drohungen der Pforte nicht nur nicht denken, sondern Griechenland müfle darin vielmehr einen Beweggrund erblicken, diese Rüstungen so rasch wie möglich zu vervollständigen." Zur Tagesgeschichte. — Zum Siebenbürger Putsch. Dem „91. Wr. Tagbl." wird auS Fiume mitgetheilt, daß der Anstifter des Siebenbürger Putfches, der gewesene ungarische Reichs-tagsabgeordnete Gabriel Ugron, sich daselbst zwei Tage »Mer falschem Namen ausgefallen hat und von dort nach Frankreich und England abgereist ist. — Ein Gewaltact. Die Madrider Journale er-zählen, daß der Maire und der Psarrer von Aznatorase, einer Ortschaft Andalusiens, das neugeborne Kind einer protestantischen Familie entführt und in der katholischen Kirche getauft haben. Die Regierung hat eine Untersuchung angeordnet. Die Schuldigen werden den Gerichten überantwortet werden. — Verbesserung der Nähmaschine. Die ,N. st. Pr.» bringt folgende Nachricht: „Eine Erfindung, deren unbestreitbare Bedeutung sich bald geltend machen dürfte, zieht gegenwärtig die Aufmerksamkeit gewiegter Fachmänner auf sich. Einem Wiener Mechaniker ist es nämlich Ölungen, eine Verbesserung und Vervollkommnung der Näh,» aschine zu erzielen, die bereits seit geraumer Zeit in Europa sowol als in Amerika vergebens angestrebt worden ist. Es handelte sich darum, für die anstrengende und mit entschieden r.achtheilige» Lonsequenzen für die Lesnndheit verbundene Tretarbeit der Füße, welche die Nähmaschine in ihrer jetzigen Gestalt erfordert, einen automatischen Kraft-ersatz zu finden, zu dem aber aus Gründen finanzieller und räumlicher Oekonomie weder der Elektromagnetismus noch die Wasserkraft herangezogen werden sollte. So blieb nur der einfache Mechanismus der Feder als einzige rationelle Kraft; aber all die sehr zahlreichen Versuche, diese Feder» traft zur praktischen Anwendung zu bringen, blieben erfolglos, und erst in jüngster Zeit ist es erfreulicherweise der österreichischen Industrie gelungen, das schwierige Problem zu lösen. Durch eine ebenso geschickte als einfache Eon* Pructiou ist es einem Wiener Mechaniker geglückt, einen , Federmotor zustande zu bringen, der das Treten an der Nähmaschine vollkommen überflüssig macht und so die Benützung derselben euch jenen ermöglicht, welche bisher durch fanttike Rücksichten daran verhindert wurden. Diese Erfindung eines OesterreicherS scheint berufen, der Nähmaschinen- Jndustrie zu neuem Aufschwünge zu verhelfen; denn es ist nicht zu bezweifeln, daß die bedeutungsvolle Verbesserung der Nähmaschine, welche der neue Federmotor repräsentiert, in naher Zukunst allenthalben Eingang finden und von den Nähmaschinenfabrikanten wie vom Publikum in vollem Umfange adoptiert werden wird." Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. — (Verlosung.) Am 31. b. M. vormittag« um 10 Uhr findet im hiesigen landschaftlichen Burggebäude, im ersten Stocke, die vierundvierzigste Verlosung der k r a i nischen Grunde ntlastuugS-Obliga» t i o n e n statt. — (Hotel „Europa.") Frau Louise Schunio, Pächterin der Restauration im Hotel „Europa", arrangiert morgen abends in den geräumigen Speiselokalitäten ein Konzert der Regiments-Musikkapelle. — (Der Forstverein für Krain und Küstenland) hat für die in den nächsten Tagen stattfindende Generalversammlung in Veldes' folgende Tagesordnung festgesetzt: Am 1 k>. Ott ob er I Uhr nachmittag«: Zusammenkunft in Velde« im Gasthause der Frau Petran. Besuch de» Schloßberge« und de« Boten ZoiS'schen Holz-industrie-Eiablissement«. — Am 16. Oktober: Exkursion zur Drahtseilsörderung der krainifchen Jndustriegefellschast in der Zeloujawalduug, sodann Auöstiig zum Wocheiner-See und Sovizasall. — Am 17. Oktober: Verein-sitzung im Saale de« Gasthauses „Petran." Bei derselben gelangt nachstehende Tagesordnung zur Verhandlung: 1.) Rechen-schastsbericht über die ThiMgkeit de« Verein« und über die Geldgebarung; 2.) Antrag aus Ergänzung der Berein«sIotuten; 3.) Beschluß über die Beschickung de« nächsten österreichischen Forstcongresse«, Wohl der Delegierten, eventuell andere Wahlen; 4.) Mittheilungen über die bei der am 16. Ottobrr vorgenommenen Excnrsion gemachten Wahrnehmungen (Referent Forstmeister Seltner); 5.) Besprechung der Themata: a) Welche Erfahrungen liegen über die Verwerthuug und Verwerthbarkeit de« Buchenholzes in Äratn-Ättslenlanb vor? (Referent Forstmeister gäbet); b) welche Beobachtungen sind über den gegenwärtig in Krain-Küstenlanb üblichen Plänter-betrieb gemacht worden, und in welcher Weise wäre eine Regelung desselben onzustreben? (Referent Forstmeister von Ob ereignet); 6.) oOfdUlge andere, früher allgemeldete Themata, welche von einzelnen Mitgliedern zur Besprechung gebracht werden; 7.) Festsetzung de« Ortes und Zeitpunkte« der nächsten Jahresversammlung. — (Aus den Nachbarprovinzen.) Der Grazer „Tagespost" wird auS S t e i n b r ü ck berichtet, daß die Südbahn, um den Schwierigkeiten entsprechender Unterkunft ihrer dortigen Bediensteten wirksam zu begegnen, den Bau eines größeren Wohngebäudes in Angriff genommen und einen Theil der Lokalitäten auch für die Schule bestimmt hat, welche Heuer noch in Benützung genommen wird. — Zu Lebmach in Kärnten starb der Gutsbesitzer und Ober-landesgerichtSrath in P. Paul Baton Egger im hohen Alter von 78 Jahren. — Die Ecclesia militanS leidet Mangel an Rekruten, das Alumnat in Klagenfurt zählt Heuer nur 2, jenes zu Laibach 6 und jenes zu Triest 5 neu eingetretene Kandidaten. — Der Brauereibesitzer Dreher in Schwechat bei Wien hat die Sandwirth-lotalitäten in Klagenfurt angekauft. — In Vellach wurden der BadeeigenthÜmerin Frl. Pessiack Barschaft, Werthpapiere, Prätiosen, Lose u. a. im Gesammtwerthe von 3000 bis 4000 fl. gestohlen. — Die Gail-Regulierungsarbeiten in Kärnten nehmen günstigen Verlauf. — Die Ausstellung deS Prachtgemäldes „Marie Antoinette" wurde in Klagen-furt von 1000 Personen besucht. — Die „Blätter für die Alpenländer in Oesterreich" erzählen, daß sich in Kärnten ein Mann herumtreibt, der sich alS Agent der Versicherung«, bank „Slavia" präsentiert und ihm Unterstand gebende Wirthe um Zeche und Quartiergeld prellt. — Bemerkenswerth ist die Predigt eines Innsbrucker Psarrcooperators; in derselben kam folgende Stelle vor: „Wenn irgendwo ein junger Prinz zu fehen ist, da läuft alles, was nur laufen tonn, um ihn zu sehen, wenn aber der Cooperator noch so ge« scheibt predigt, da eilt niemand in die Kirche." — (Aus der Bühnenwelt.) „DieFledermaus" machte am 6. b. auf der Klagenfurter Bühne — FiaSco. — Die Linzer Bühne zählt einige für die Oper unfähige Mitglieder. - Auf der Grazer Bühne gefiel die neueste Posse „Da s Blitzmädel" recht gut, aber gespielt wurde — schlecht. N» *t nur auf halbjährigen, sondern sogar auf ganzjährigen B.ühnen gibt sich Heuer eine unliebsame Misöre kund; an nichtigen, geschulten Bühnenmit-gliedern leiden nahezu sämnitliche Provinztheater Mangel. Das „Bübnenhandwerk" ist elSttt kein leichte-, eS erfordert Vorstudien, Bühnenkenntnis, gründliche rhetorische und musikalische Kenntnisse; mit 27 Krruzer-Männern ist weder der Bühne noch dem Publikum ge'aient Es stellt sich nach den vorliegenden Theaterberichten die Notwendigkeit einet tüchtigen, auf rationellen und reellen Grundlagen ruhenden Theaterschule in Oesterreich dringend heraus. — (Landschaft!. T h e a t e r.)> Laibach,. 31. Oktober. Unsere deutsche Bühne überraschte das leider nur schwach besuchte HauS heute mit einer GlanzvsrstellunK. gelungen vom Alpha bis zum Omega. Girordins dreiactige§ Schau« spiel „Die Schuld einer Frau" erfuhr eine Aufführung, wie eine eminentere selbst auf großen Bühnen nicht varkomme» dürste. Die Hauptrolle lag in den Händen des Ftfiuleiit Anselm. Wer heute Zeuge gewesen, wie die genannte gediegene Schauspielerin den Patt der „Mathilde" durch« geführt, welch tiefes Gefühl, welch leidenschaftlichen Ausdruck, welch großartiges Mienenfpiel Frl. Anfelm entfaltete, der wird keine Minute zaudern, der geschätzten Künstlerin volle Meisterschaft zuzuerkennen. Die Szene mit „Alvarez^ im ersten und jene mit „Dummout" im zweiten und dritten Acte zählen zu den schönsten, die aus hiesiger Bühne je abgespielt wurden. Der Eindruck war ein mächtiger. Heute stand Herr Direktor F r i tz s ch e wieder einmal als vortrefflicher Schauspieler im ernsten Genre vor uns. Welche edle Ruhe, welch männlicher Stolz, welch unsäglicher Schmerz begleiteten nicht jedes Wort, jede Geberde des gekränkten und betrogenen Ehegatten „Dummont?" „Dummont" zählt unstreitig zu den besten «ollen, die Herr Direktor Fritzsche auf unserer Bühne darstellte. Die wahrhaft künstlerischen Leistungen deS Frl. Anselm und deS Herrn Fritzsche erfuhren im Hause wohlverdienten stürmischen Beifall. Mit Noblesse, dotiert mit weiblicher Pikanterie und Schwatz-Hastigkeit, spielte Frau Dupre-Hasselwander die „Madame Larcey", insbesondere in den Szenen mit „Ma-thilde" und „Dummont." Die kleine Ströhl dokumentierte als „Jeanne" ihr werthvolles Bühnentalent, geziert mit echter Kindlichkeit und Treuherzigkeit. Herr H e 11 w i g bemühte sich, die Rolle des Verführers und falschen FreundeS „Alvarez" entsprechend zu geben. — Dem neroenmegenden Schauspiele folgte ein prächtiger Schluß, der dem Haufe viel Spaß machte, nämlich das einaktige Lebensbild „Die Dienstboten" von R. Benedix. Ein getreueres Bild, wie es in manchen HerrschastShäusern in Domestikenkreisen zugeht, kann wol nicht präsentiert werden. Die Bagatelle lies lebendig und erheiternd ab. SSmmtliche dabei beschäftigte BUhnenmitglieder, namentlich die Damen Ströhl (Köchin), N. B utze (Stubenmädchen), DuprL-Hasselwauder (Kammerjungfer), El. Butze (Milchmädchen) und die Herren H e 11»i g (Reitknecht), Ströhl (Kutscher) und Leuthold (Kammerdiener) traten recht munter in die Schranken. Die Handels- und Gewerbekammer für Krain. hielt am 21. v. M. eine ordentliche Sitzung ab. Bevor zur Erledigung der Tagesordnung geschritten wurde, machte der Kammerpräsident Herr A. D r e o der Kammer nachstehende Mittheilung: „Ich habe der geehrten Handel«, und Gewerbekammer mitzutheilen, daß ich infolge einer dringenden Einladung, den österreichischen Judnstrielleutag in Wien am 16. September zu beschicken, veranlaßt wurde, den Herrn Dr. Adolf Schaffer zu delegieren, welcher die Kammer würdig vertreten und zu den gefaßten Resolutionen die volle Zustimmung gegeben hat. Herr Dr. Schaffer erklärte auch in feinem diesbezüglichen Berichte die Bereitwilligkeit, den Wünschen der Handels- und Gewerbekammer jederzeit nach, kommen zu wollen. Ich ersuche die geehrte Kammer, davon Kenntnis zu nehmen, und da die von ihr an das hohe k. k. Handelsministerium abgegebenen Gutachten mit den Resolutionen des JndnstriellentageS vollkommen übereinstimmen, so hoffe ich, daß die geehrte Kammer mein Bargehen genehmigen und auch ihre Zustimmung geben werde, baß dem Herrn Dr. Schaffer der Dank derselben mitgetheilt werde." Die Kammer nahm diese Mittheilung mit Befriedigung zur genehmigenden Kenntnis und betreute d,» Präsidium, dem H"rn Tr. Schaffer de» Dank füc fcit Vertretung beim Jndustriillerlage anSzufprechen. An# dem Seschästsberichte de» ÄammetsefretSri Herrn I. Murnik heben wir nachfolgend die wichtigeren Agende» hervor: 1.) Da« Gutachten an 6a8 Handelsministerium über den neuen Telegrasen-Bebürentaris- 2.) da- Ersuchschreiben an die Krainer Finanzdircction, betreffend die Kundmachung einer Instruction rückfichtlich der amtlichen Ukberstempelung der kaufmännischen Rech, iimigen an olle hiezu berufenen Aemter in Ärain. Die Sammtt nahm sofort folgende wichtige Erledigungen jur Kenntnis: 1.) das vom k. k. Postamte in Laibach übermittelte Verzeichnis jener Postämter, bei welchen allein Postanweisungen bis zum Betrage von 1000 fl. (nach Wien und Budapest auch bis 5000 fl.), ferner telegrafische Postanweisungen und Nachnahmen bis zum Betrage von 600 fl. auSbezakilt werden können (wurden Separatabdrücke an die Geschäftsleute verteilt und den Bemeinde-Aemtern übermittelt); 2.) die Zuschriften des k. k. LandeSgerichteS in Laibach, mit denen mttgetheilt wird, daß das hohe k. k. Justizministerium im Einvernehmen mit dem hohen k. k. Handelsministerium die Herren: Alexander Dreo, Joses Kordiu, Leopold Bürger und Matth. Treun zu Handelsbeisitzern bei dem Landesgerichte in Laibach ernannt habe; 8.) die Zuschrift der k. k. Bezirkshauptmannschaft in RudolsSwerth, laut welcher dem Johann Ikrajec die Sott-cession zur Errichtung einer Buchdruckerei und Lithographie in RudolsSwerth verliehen wurde; 4.) die Erklärungen der Herren Franz Mally und Eduard Terpin, womit dieselben auf ihre Stellen als Äammer» räthe resignieren; 6.) die Mittheilung der krainischen Landesregierung, daß das Handelsministerium laut Erlaffes vom 14. August 187?, g. 10,619, die JahreSrechnung der Kammer pro 1876 mit dem AnSgabenbetrage von 2801 fl. 96'/, Ir. genehmigend zur Kenntnis genommen hat. Der Rechnungsabschluß für das Jahr 1876 stellt sich in de» einzelnen Posten nachstehend dar: Einnahmen: Kafferefi -mit Ende LeS Jahres 1875 . . 754 fl. 67 kr. Beiträge .der Wahlberechtigten.... . 2942 „ 94 Zinsen turn finctiflcierten Kammergeldern . 32 .. 11 * Summe . . 3729 fl. 72 kr. Ausgaben: Besoldungen «nb Löhnungen .... 1550 fl. — kr. Remunerationen 200 „ — • „ Kanzlei-Ersordnernisse 58 „ 64 „ Druckkosten 200 „ 28 Bücher, Zeitungen und Buchbinder- Arbeiten 59 „ 9 „ Beheizung und Beleuchtung .... 74 „ 56 ff Postpbrto und Telegramme .... 25 „ 65 » Für statistische Zwecke 284 „ 89 „ Reserve 160 84'/. „ Für den PensionSsond 188 * — „ Kaffereft mit Ende des JahreS 1876 927 „ 76'/. * Summe . . 8729 fl. 72 kr. vermögenS-Nachweis ung: Kafferest mit Ende deS JahreS 1876 927 fl. 76'/. fr. Rückständige Kammelbeiiräge .... 363 „ 41 H Summe . . 1291 fl. 17*/, fr. Dir Kammer nahm den LeschäftSbericht zur genehmigenden Kenntnis. (Fortsetzung folgt.) Witterung. Laibach, 12. Oktober. MorgenS trübe, nachmittags etwas Aufheiterung, schwacher SW. Wärme: morgens 7 Uhr + 13'» nachmittags 2 Uhr + 10 6* C. (1876 + 23 4'; 1875 + 14 0'C.) Barometer 73605 mm. Da- gestrige TageSmittel der Wärm« + 6 jj°, um 5 7' unter dem Normale. Angekommene Fremde am 12. Oktober. H«tel Stadt Wien. Kohn, G-wlitza, Reif.; v. Bas», Pro feffor, samwt Frau; Läwith, Kfm.; Slawik und Rosen bäum, Wien. - Lhicco, Buchhalter, Cilli. Zeiigoi, Privat, und Hirschmann, Kfm., Siffek. - Wedovii Regina, Hausbes., Zaia. — Mayer, Klm.. Oberlaidach. — Fröhlich, Buchhändler, (Staz. — Straubinger, Eeschäfls-besitzer, (Saftein. — Onderka, Bauinspektor, Jdna. Hotel Elefant. Dr. Haoran, k. k. Notar, Wien. — Be-nutti, Fanda und Henkl sammt Frau, Polo. — Prister, Agram. — Dekleva, Adelsberg. — Bio, Techniker, Dion-salcone. — Schupper, Radlersburg. — Hromata, Klagen* furt. — Waißmann, Marburg. — Jemi, Watsch — Benermann, Direktor, Spital. Hotel Europa. Matetna, Lieut., und Stvuner, Wien. Bairischer Hof. Lippmann, Hblsm., Jöhliugen. — Kauiii, Oberhaut. — Tr. Hoievar, Adelsberg. Kaiser von Oesterreich. Lastelazzi, Sraz. Sternwarte. Sitmtiz und Negaja, Ärein. Mohre«, vloboinik, Commis, und Windischer. Kcainburg. Heidrich, Triest. Verstorbene. Den 10. Oktober. Helena Pader, Inwohnerin, 57 I., Zivilspital, Bauchwassersucht. Den 11. Oktober. Maria örabiiar, Maurerskind, 3 I., Triesterstraße Nr. 20, Rachenbräune. -- Karl Wahl, k. k. Hauptmann, 48 I., Petersstraße Nr. 27, Herzlähmung. Gedenktafel über die am 16. Oktober 1877 ftattfindenden Licitationen. 3. Stilb-. Penko'sche Real., Parje, 58®. Feistriz. — 3. Feilb., Meischnil'sche Real., ©merje, B«. Feistriz. -3. Feilb, Kraschowiz'sche Real., Kosarsche, B®. Laas. — 3. Feilb., Frank'sche Real, Laas, B®. Laas. — 3. Feilb., Schumnva'sche Real., Berh, BW. LaaS. — Reafs. 3. Feilb., Gerl'sche Real., Obetfeedorf, B®. LaaS. — 2. Feilb., Foj-ter’iche Real., Lack, B®. Lack. — 2. Feilb., Kesche'sche Real , Birtenberg, B®. »urtfeld. — 2. Feilb, Bustin'sche Real , «»rische, B®. Wippach. — 2. Feilb., «uniar'sche Real.. Sole, B®. Gurkseld. — 1. Feilb., Jeram'sche Real.. Pob-ietovbert, B®. Lack. — 1. Feilb., 9luntii’|tbe Real.. Oder-loschana, SB®. Adelsberg. — Einzige Feilb. Magajna'icher Real., Kallenseld, B®. Adelsberg. — Einzige Feilb. fia-pel'scher Real., Ntucirnbacb, B®. Aseleberg. — Relic. Zmitek'scher Real., Allbammer, B®. Radmannsdorf. — 1. Feilb., Schepiz'sche Real , Huven, B®. Treffen. — Iste Feilb., Znidelsit'sche Real., Nadajneselo, B®. AdelSberg. — 1. Feilb., Hoievat’sche Real., Unterfernil, B®. Krain-burg. — 3 Feilb., Dreinil'sche Real., Markovo, B®. Stein. Theater. Heute bei aufgehobenem Abonnement (gerader Tag): Mit neuen Kostümen. Requisiten und Dekorationen. Fatinitza, komische Oper in 3 Acten von Franz v. Suppe. Morgen bei aufgehobenem Abonnement (ungerader Tag): Mit neuen Dekorationen, neuen Requisiten, neuen Kostümen und Anwendung der Kalospinthechrornokrene. Zum erstenmal: Der artesische Brunnen, Ausstattungsstück mit Gesang und Evolutionen in vier Abteilungen von Schröder. Mufit von verschiedenen Com-ponisten. Telegramme. Budapest, 12. Oktober. (Aruchldörse.) Prima - Weizen, per Melerzentner 80 Kilo effektiv wiegend, kostet 12 fl. 30 tr.; Usance-Weizen 10 fl. 90 tr., «Stimmung angenehmer, belangloser Um>atz. London, 11. Oktober, Reulersche Meldung auS Konstantinopel: Nach Meldung Scdefke. Paicha'S vom 9. Oktober ist die Brücke über den Kemerfluß btt Radomirze hergestellt und lürkischerfe tS besetzt. Gestern fand die Bereinigung der Avant^arde-Kaval-lerie der Division von Orhanje mit einer de-aa-irrten Ablheilung von Plewna bei Tel!« statt. Der Wkg von Orhanje nach Plewna ist gesichert, die Verbindung frei, der Feind nirgend« sichlbar. Einer Meldung SuleimanS vom 8. d. M. zufolge wurden zwei russische Angriffe auf den Engpaß KoSlowiz und ein Angriff aus Venidj-kiöi zu ück-gewiesen. Petersburg, 11. Oktober. Eine offizielle Depesche auS Gornistuden von gestern meldet mehrere erfolgreiche Recognoscierungögefechte sowie einen zurückgeschlagenen türkischen Angriff auf die rumöni-sehen Trancheen bei Plewna. Die Türken zerlegten ihre Brücke bei Silistria. Ein dreimaliger türkischer Monitor ging bei Sulina durch Minen in die Lust. Wiener Börse vom 11. Oktober Staatsfonds. | ®cic j W->» Pfandbriefe. ; e«u> 6fetj. «ente, öti.'Pm). 63 45 63f s'Stlg. öfl. »ob..4tcbit. iu4-— bto. Dte. »ft. in Gilb. 66 8t 6« SU bto. io 33 3........ 88-76 8ofe oon 1864 .... los — 106 50 Kation. ö. w............ «oje eon 1860, «an« 109 ,5 1C9 50 Ung. Sob.-Sctbitanti. tose eon 1860, Fünft. 118 60 im — _ , .. prämieos«. v. 1864 . isi-25138 75 Prioritate-Obl, 97-65 80 80 tBute 104 50 88 — 97 8« W— Ornndent.-Obl. Siebcnbiirg. Ungern Aotten. 4ngto»8anl . . . , *rebitan$alt . . . , Deoofltenbant . . , «ecomote.UlnflaU . Jtanco • Sant . . , fianbeiebant . . . , itationalbont . . , Cefl. Oantg ei-lls. , Union • Ban! . . . ücrkhr»bank. . . . lll«»lb.«aho . . , »eit üuDöigbabn *aif. «EMf..JBeba , Jfaif. iji. Jofefli , Staatgbabn . . . Stlbbabn.......... 7460 8t«i| Ioses«-Bahi OcfL Norbw-ftbah Biebenbiitget . . . . 75 _ Eraat-dahn............... 77 —1 77-60 Eübbahn t 5 Per,. bto. Bon« Lose. Ätebit» üoje....... »0 85 9u",5 «nbolf« - 8o(e 800-60 8o0-75 Weohs.(3S»lon.) Augsburg ioo Mark ^tanff. 100 Wart . . Hamburg „ , Bonbon 10 Pfd. Stert. Parr» 100 Kranc» Münzen. 896 838* 61*50 98-113* 844 76 170— 1SX — 164 *6 6960 62 — 99 — 1 4 — 845 170 50 :8ä‘— rM 7..! 69-7 r. I 86 60 90- 161-13 86 119*25 47*60 Kats. MÜnz-Lucal- 6*70 ^o-FraucsüüS . . »58 Deutsche Reichsmark ^9- .1105 20 86 76 86 26 6626 90 26 161*26 13 76 581 119 36 47 60 6 71 »59 2^» i6 iu6 se Trlegrastscher Kursbericht am 12 Dliobec. Papier-Rente 63 55. — Sildcr-Renle 66—. — Rente 74—.— l860er Staats-Anlehen 109—. — vank- actien 832 — Ärtbitectien 203-60. — London 119-20.____________ Silber 105 —. — R. f. Münzdukaten 5-71. — -20=Ärdnc8 Stücke 9 55'/,. — 100 Reichsmark 58 90. Herren-Wäsche, eigenes Erzeugnis, olideste »rbelt, bester Stoff nnb ,u möglichst billigem Preise empfiehlt C. J. Hamann, Hauptplatz Nr. 17. Sn® wird Wäsche genau nach Maß und Wunsch angefertigt und nur belassende Hemden verabfolgt. (341) 4L flefudjl wird ein Gewölbe, sogleich zu beziehen. Auskunft im k. t. 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