Vereinigte Lalbachcr Zeitung. Gedruckt mit Edlen von Kleinmayer'schen Schriften. Freytag den 2. May 181?. I n n l a u d. Wien. ^§u Trust bat sich untcr dem Vorsitz Sr. Erz. des dortigen für die Armen und Nothleidenden so sehr besorgten Herrn Gouverneurs Baron v. Nosetti, nn Vereinznr Unterstützung der Armen grhildet, dessen Dauer vom /. April an bis zum Sept. festgesetzt ist. (Wdr.) I n n s p r u ck. Unter den Beförderer» der thatigcnMen« scbenliebe und eines edlen Sinnes zeichnen M die hiesigen Handelsleute Hrn. Gebrüder Mayer, dadurch vorzüglich aus , daß sie auf eigene Kosten einen großen Getreidvorrach aus der i'iecne kommen ließen, und um den eiacnen Kosten-Preiß vorzüglich an mindcr-ivoblhabende Inwobner austheilten. Aus Wien schreibt man von ,2. April: ,,Vorge-ftern isi das reich mit Diamanten vcrziene ^ortra«< Er. kö,''gl. Hoh. des Kronprinzen von Brasilien, ^«autigams Ikrer kaisert. Hobett der Erzherzogin Lvopoldine, hieran-gcwmmen. Der Wcrlh der Diamanten, welche dieses Bildmß umgeben, und gn derKtt« te, woran cs b>nig:, angebracht sind, wird auf nicht weniger als 100,000 Dukaten geschätzt." (B. v. T.) A u sl a u d. Preußen Ms ein im Plcnßischen bisher döUig neues Institutsind nmnncbr im Grohkerzogthum Posen die Friedensgerichte eiugefübrt. Außer der Aufsicht über Streitsachen siud die Friedensrichter dazu bestimmt, in !allcn Rechtsangclegenheiten, vor Anstellung des förmlichen Prozesses , die Sühne oder die gütliche Beylegung unter beyden Theilen zu versuchen. Der gute Einfluß, den dieses auf die Verminderung der Prozesse haben wird, ist einleuchtend. (Wdr.) Bayern. Am 16. *Ayrill erhob sich in München em deftiger Wind, der binnen 4 Stunden die Stärke eines gewaltigen Sturmes erreichte; die Luft verfinsterte sich,und es blitzte und donnerte bey abwechselndem Negen und Schnee wiedcrhoblt und sehr heftig. Das stürmische Wetter begann zu Mittag und dauerte bis , in die Nacht. Um 10 Uhr erschreckte die Gmvo^cc dc? Ton dcs Fen^rswrns vdn^en ? a'.n Hlunncl. Ia5 aüf dcni großen Glatze ßor dem a^n Zeughaus«.' acie.zc-1? lind fü^ das neue Tde^tcr bestimmte Bün^olz stand tn wenigen 'Xngenbln'I'cn in Z!a n^n ; ein Brand ,^der w>,'gcu der slähe der köni'si. Rc-^ fid^nz^ dcs Huftdeaücrs s des Marstalls n. f. w. und bcy dem noch imme'r starken Nindö sebr gefabrlich zn werden dwhte. Den trefflichen Feucranstalten und den Bemühungen d?r Pslizey und des Militärs gelang es dennoch, die nabe gelegenen Gebäude zu retten. Der Königs der Kronprinz, die Prinzen Carl und Eu.ien befanden slch selbst an den bedrohe ten Platzen, um die Arbei'ter durch ihre Gegenwart zu ermuntern. (Wdr.) Deutschland. Nach Berichten aus Regensbur^ bat daselbst der Durchzug der aus Frankreich zurückkehrenden kaiscrl. Oesterreichlschen Truppen, am ii. Aprill bereits begonnen. Auch von den k» bayr. Truppen rückte das 12 Linien Inf. Regt. von dort inWmzburg Nn. Unter den kaiserl. Truppen marschirt nur das Regiment Joseph Colloredv s voll? ständig zurück. (W. Z.) Der Großherzog von Hessen hat der Stadt Mainz und der Gemeinde Castel, dteHälfte QUer für das laufende Jahr i8l? schuldigen Grund «und Fensiersieuer erlassen. (W. Z.) Italic n. Zu Corfu wurde im Januar eine Verschwörung entdeckt, an deren spitze ein junger Mann, Nahmens Lepeniotty, stand. Dieser wurde zu achtjähriger Ketten« Und Fe-stuugssirafe, und dann zur Verbaunung aus den Ionischen Inseln oerurtbeilt. Ein Mitschuldiger, Caracopulo , wurde mit einjähriger Gefangnißslrafe belegt. (W. Z ) Frankreich. Nachdem von mehreren Deutschen Höfen bei deren Gesandten am Bundestage bereits eine vollständige Genehmigung ihres Benehmens, aus Anlaß der Note des Kurfürsten von Heßen eingelaufen ist, und verschiedene der deutschen Machte ihre Gesandten zugleich ermächtigten, in vorkommenden ähnlichen Fallen mit noch größerer Energie zu Werk« zu gehen, haben auch mehrere Fran« zosen, welche durch di? königl. weslphäl. Ne» gf?rmig anfkurbesszsHcül Gllnef nnd in de Re s^de >, zstc, dt ^'ass>,'l Don^a« in' ilg «ncrund.b,>. -z-sce, nnt VeodachilUl) aller Horn^!-,'? i des ^cchts, crkanfc hab.'n, und di-nglUlg dcs Kanfschillings dur'k- '' .- l^nd Ka^ffo^l-rakte in dck besi , ., weilen können, untl,r al^d.r:, ' , ,,,-!, oon Boucheporn , bitter des iiud.vi^Li, ^^s und Grohkreuz dcs großderzogl. besscn - K^rmsi«d-tilchenHausordens, vocmahliger konigl. u'cst-phälischcr Hofmarschall und gegen,vanig Post-direktor zu Metz, durch ihre rc-'p. ' eparte-mentsrathe bei Sr. Maj. dem König von Frankreich Beschwerden gegen die vom Kur« fürsten von Hesse» angeordneten Maßregeln erhoben, wodurch ihnen ihr wohlerworbenes Eigenthum entzogen wurde, und sie einstweilen des Genusses desselben entbehren. Se. Maj. bat darauf dem Minister der auswärtigen Angelegenheiten, Herzog v. Richelieu, befohlen, dem in Frankfurt residirenden kön . Gesandten, Grafen von Reinhard, die gewes-scnsten Ordres und Instruktionen zu ertheilen , bei der deutschen Bundesversammlung auf gewissenhafte und treue Aufreckthaltnng des :6. Artikels des Pariser «Friedens, der ebenfalls das vormahlige Königreich Wests phalen in sich begreift, zu bestehen, und darüber sorgsam zu wachen, daß kein Franzose in seinem wohl Und lästiger Weise erworbenen Eigenthumsbesitze gekränkt werde. Im Weigerungsfälle Mrde man die Befugn iß haben, in Frankreich das Nepressalienrecht gegen diejenigen Deutschen ausüben zu können, welche Naiionalgüter unter der Re« gierung Napoleons gekauft haben. In Rücksicht des standhaften Verfahrens der Bundesversammlung und der kräftigen Unterstützung vieler Höfe, beißt es in Nr. »2 des Wandrers, daß der Churfürst bereits nach gegeben hat, und sich mit Hofmann so wie mit den übrigen, Domanen käufern vergleichsweise abgesunden. (G. Z.) - In der Sitzung der Paierskammer am 20. v. M. gab Marschall Marmont folgende merkwürdige Ausschlüsse über den dermah-ligen Zustand der französischen Armee: „Betrachte ick den Zustand der Infanterie, so sehe ick eker Bruchstücke von Corps, als wirkliche Corps ; »00 Bataillonle, etwa von 25a bis 5oo Mann, die zusammen n»cht 2000c? Mann strckfabsger Hntpyen litben« Cö gibt keinen Soldaten, dcr nickt, we^n er die jetzign.' Cm'ps d(r frazizösi. H'nfünttri.e , gcs^sn l',.it? üncl-z<-nqt ist ^ di'h di? besten Soldaten duv^y ,ft r^r^u^'ii müssen, nud di. ^ ^bkhr'n cr- lan^e« tonnen. .' «c^. ist e-ne i^nürU^c ,zol-ge der außelordentllchc^ Scklvä^e dor Co,ps und ikrcr schlechten Organisatio,,. Wirft man einen Blick auf die Caoallcrie, ,-.'l ^^ ' ^'donein-- «H^sudre-en eisernen Elr..^. ,.,,,.>: Stati nemlich die Strassen mit Sun-m zu p^la-siesn, sängt man jetzt an, sie mir länglichen eisernen Platten, deren Ausseuseite ganz wie das Steinpflaster aussiebt, und wetcke scht« walbensch.ranzartig untereinander verbunden sind, zu belegen. Am >8.Noo» lagen in dem Hafen zu Can-ton in Cbina, ^2 Amerikanische, ,3 Englische, 2 Holländische und 1 Dänisches Schiff, deren Ladungen vornehmlich aus Thee be» standen. (W. Z.) Afrikanische Raubstaaten. In Tripolis, wo der Dey sich alle mögliche Mühe gibt, nach europäischer Weise zu herrschen , und dem Despotismus der Ianir-scharen ein Ende zu machen, hat es einige Unruhen gegeben, und der Dey hat fünf Personen den Kopf abschlagen lassen. Unter den neuen Neformen, welche er getroffen, ist auch die, daß er mehr für das'Recht der Frauen gesorgt hat, die sonst, fast ohne daß es die geringsten Folgen für den Thater hatte, ums Leben gebracht werden konnten, (G. Z.) M » s z e l l e n. Man will das Mittel erfunbeit haben, durch Magnetisiren Wein und Bier zu ver-t bessern, und zwar so, baß der schlechteste Kratzer nach der Manipulation der beste Eilscr, und das dünnste Bier zu Doppelbier wird. ^K. 3.) Der verstorbene MarschaU Massena, dee in einem Tag mit Bernadotte, dem jetziger» Kronpnnzen von Schweden, ben Sergeans tengrad erhielt, binterlaßt eine Wittwe mit 2 Söknen, und einer an seinen ersten Ad, jutanten, General ReNte, verheiratbeten Tockter. Bonoparte, der sich bis zum 29. Iäner lwck wohl befand, aber nocn immer vielen Mißmutb über seine Beschränkungen zeigt, »st am 27. Ianer nack sebr langer Am zum nsten Male wieder ausgegan« gen ,nm Madame Bsrtranb, die ,2 Tags' früher von einem Knaben entbunden worden, einen B^uch zu machen. Au 11 Avrill siel zu Venedig viel Schnee. Einer der seltsamsten Gebräuche kerri'chtwohl bey den Asgauen im südlichen Persien. Man vcrsökmt dort Verbrechen durch Auslieferung von Weibern. So kostet ein Mord 12 Weiber, wovon 6 eme Steuer von 6 Rupien (zu 20 Gr.) bey der geneinen Volksklasse mitbringen müssen. Eine abgehauene Hand, Nase oder Obr wird mit 6 Weibern, ein Zabn mit 3 Weibern, und eine Kopfwunde wit i Weibe bezahlt. Wer etwa die Frau wieder los werden will , dar< nur dem Nachbar ein Loch in den Kopf schlagen. Doch ist es auch erlaubt, in anderm Geld zu bezahlen, »penn man etwa an Weibern nicht bey Kasse wäre. Seit ^ Tagen bestndet sich zum ganz be-, sondern Vergnügen des Publikums eme an-tzerordentlich kunstreiche Seiltänzer - Gesellschaft in Innsbruck, die vnrch die Fertig.» feit in ihrer Kunst allgemeine Bewunderung zu crrcgen sircbt , nv.d auch «,li!gcu;ew 'vcqen ihrer ^'nusiferngkcit um so niebr bewundert wird-, als die Künstler etwa ni^!^ Mcusch?n, sondern eine aus 6 Affen bestehende Gesellschaft sind, die tauschend alles das auf dem Seile machen, was man je von Menschen geseben hat. Sie machen ihre Sache so gut und brav, daß es soqar Leute gab, die die Assen für abgerichtete und verkleidete Kinder hielten, weil sie sich nicht überzeugen konnten , daß Thiere so weit gebracht werden können. — Herr Serkphino Baldani, Be- sitzer dieses außerordentlichen Seilt3nzsrgs-sellschaft hat uns, daß er Hieher kam, sehr viel Vergnügen gemacht, unh hat immer zahlreichen Besuch. In öffentl. Blatter« ist bereits wiederholt die Rede davon gewesen, daß der Bundestag damit umgehe, den deutschen Vund als eine für sich bestehende unabhängige Macht zu koiiMuiren. Die Sache ist an stch wabr, nur noch nicht ganz zur Reift und Aussüh« rung gediehen. (B. v. T ) In der Nachbarschaft von London wird gegenwärtig ein großer Ballon, in Form eines Fisches erbaut, welchen man hofft vermittelst einer Dampfmaschine^ nach Gutdün« ken hin- und herlenken zu können. Dieser Lustfisch ist 70 Fuß lang und >2 Fuß hoch, so daß ein großer Mann ganz bequem bare auf herumgehen kann. Die Haupttbeile des- , selb?« waren schon vor einem Monathe be? endigt. V^an bewundert die zahlreichen Anwendungen , welche die Englande? von dem Dunste ^es Wafscrs, sowohl Hals bewegende Kraft, wie auck als WärmnngstmUe! zn mache:! wissen, und eä ist kein Scherz, wen's» man fagt: ,,dcE beynahe ihre ganze Industrie gegenwärtig ans Dunst zusammengesetzt ist> Menschenhände sind ganz überflüssig' gewordeu. (Wdr.) Wechsel-Eu rs in Wien am 26. ApM 1817.' Conventionsmünze von Hundert 332 5sgss. G u b e r n , a l - V e r l a u t b a r u u g. (i) Erinnerung. D's sp.i'.) Herren Abnehmer, welche mit der Prsnumeratiott sowohl für das vergossene halbe Jahr, als^für dte cht Zusende Jahreshälfte noch im MWande sind, werden ersucht, chre Amstftnde emzusendm.