PrSnumerattons-Preise t F itr Laibach: Ganzjithrig ... 8 ft. 40 kr. Halbjithrig ... 4 „ 20 „ Vierteljahrig . . 2 „ 10 „ Konatlich 70 „ Mit d er Post: Oauzjiihrig... 11 fl. — Ir. Halbjiihrig ... 5 „ 50 „ Vierteljiihris . . 2 „ 75 „ Laibacher Fitr Zustellung in« Han« vier-rljiihrig 25 te., monatl. 9 kr. liuzelne 'Jiummettt 6 kr. Redactio« Bahnhofgaffe Nr. 132. Expedition- & Jnserate« Bureau: Eongretzplax Nr. 81 handlung von Jgn. c. maqr & Fed. Bamberg^ Jnsertioutzpreise FUr die einspallige P-lit,eilk a 4 kr., bet iroeimaliger Eiu-fdjoltung L 7 fr., dreimaliger L 10 fr. Jnsertionsstempel jedeSmol 30 kr. ®n grShcren Inseralen und Sfttrtr Einschalkung enlipre« cheuder Raba,«. Anonyme Mittheilungen metben nicht beriickstchtigt; Manuscript- uicht zurUckgesendet. Nr. 147. Mvntag, 30. Ami 1873. — Morgen: Theobald. 6. Jahrgang. Die Jesuitenmission. Ein Nachtbild -ins dem Leben des Volkes. (Schlutz.) Nach den Predigten umdrangt das Volk die Beichtstiihle. Stundenlang kniet mancher vor bem Gitlerfenster, benn er legt eine Generalbeicht ab. Verstvrt, gebrochen, gcbeugt verliiht er endlich den Beichtstuhl — die Frommen fagen: der ift bekehrt. Alte Miitterchen, die mit ihren Rosenkranzen in der Kirche und vor derselben herumhocken, wissen nicht genug Wunderbinge von den Missionaren zu er-zahlen. Sie find ihnen wahre Heilige, leibhaftige Apostel; _ man tonne es bet ihren Predigten genau sehen, wie ihnen der heilige Geist in Gestalt einer schneeweitzen Tanbe anf der Achsel sitze und bas Wort Gottes ins Ohr sage. Auf bem Platze vor ber Kirche finb Buben ^“fgcrichtct. Dort werden urn billiges Geld ver-kauft: Missionsgebete, Missionslieder, Hexenamulette, Schnaps und „jerusalemer Rosenkranze" ; an jeder Kvrall' — rust ber Berkciufer unablassig — hangt lr,fcher, hundertjiihrigcr Ablah und am Glauben noch obenbrein ein vollkoimnener." Alles brangt sich, c.tnc und die andere der wunderthatigen Sachen an sich zu bringen. Da gibt es „2lrmeseelen-Buchlein", »ne ausfllhrliche Beschreibung des Fegfeuers nebst Sitten uitb Gebrauchen; ba ist erbaulich zu lesen, wie bie Teufel armc Seeleu mit ftebeitbcm Pech uberstreichen, an ben Fuhcn iiber bas Feuer hdn-8en, einrauchern uttb braten. Dann die „siebeu Schloh", fxebcn wunberthatige Gcbete, „womit sich eitte anne, sunbige Seele gegen ben Satan ganz unb gar vcrschliehen kann". Ferner bie sieben „Hiut-tnelriegel", sieben gar fruftige Gebete, toetche ein srommer Einsiebler von scinern Schutzengel bekom-men unb sich gegen alle Leibes- unb Seelengesahren auf ewig in bie „Wunben Christi verschlossen hat". Auherbem finbet man bort bie „funfzehn heimtichen Leiben Christi, wunberkrastige Anbachten von ben noch unbefannten Leiben, so Christtts in der Nacht vor seiner Gesangennehrnung ausgestanben unb bie bisher noch leinem sitnbtgen Menschm ossenbart warden sinb". Es tourbe ztt roeit suhren, alle bie aus-erbaulichen Historien der Heiligen, die Ablahsegen, Crucisixe, aus bem Holze bes Kreuzes Christi ge-schnitzt ober wenigstens mit einer „Kreuzpartikel" versehen, bie nnterschieblichen Herzen, bie wahrhas-tigeu „Ldngen Gristi unb unscrer tieben Frau", bie geweihten Fraisensteine unb Flaschchen mit wunber-thatigen Wasscru alle auszuztihlen Auch Pfarrer unb Dorfwirthe stub stets voll Ruhmes fiber bie Niitzlichkcit unb Zweckmcihigkeit der heiligen Mission; btiiht doch das Geschast wie nie irn Jahre. Bei ersteren sullt sich Opferstock uttb Klingelbentel, ber bei jeber Predigt herumroanbert; und das Wirthshaus steht nicht leerer als die Kirche. Wirbeln in letzterer Weihrauchwolken empor, so dampst tm erstern bet Tabakqualm; klingen bort Buhlieber, so johlen hier bie Gassenhauer. Ist es boch Feier-tag, Feiertag bie ganje Woche unb unser Hcrrgott ein guter Mann, wenigstens stir bie Freigeister im Dorse. Glauben bie frommen Missionare enbtich fur bie Bekehrung ber Bewohner genug gcthan zu ha-ben, so wirb an etnetn beftimmten Tage, noch ehe bie Sonne stnlt, burch Felb unb Au ein feierlicher Untjug gehatten unb zum Schlusse vor ber Kirchen-thiir mit Stricken unb Stangen ein MissionSkreuz aufgerichtet, ein hoher Kreuzpfahl ohne ben flerben* ben Erlvser, hochstens mit ber Dornenkrone unb ben Martertoerfzeugen. Im Freien wirb bann bie Ab-schiebsprebigt gehalten; mit weinenbeit Angen unb halbgcbrochener Stimme banft ber Rebner fur bie Opfergaben, fur bte Bekehrung unb empfiehlt ba« aufgestetlte MissionSkreuz ber Verehrung der GlatA bigen zum ewigen Anbenken an diese Gnadenzeit. Er bittet, ouch die Missionare in das Gebet einzu-schliehen, niramt von der (Semeinbe Abschieb furs Leben unb beftimmt ben Tag bes jitngsten GerichteS als bie Zeit unb bas Thal Jvsaphat als ben Ort des Wiebersehens, wo er bie Gemeittbe zur redjten Hanb unter ben Auserwahlten zu finben hofft. In-zwischen ist es bunlel geworben, alle Glocken er-klingen, unb bas MissionSkreuz strahli im bunten Lichterglanze noch lange in bie Nacht hittaus. Me Abenbe versammeln sich bie Frommen ber Gemeinbe singenb und betend vor bem Kreuze. Dies ber auhere Vorgang bei fast jeder Mission. Die traurigen Folgen, die Gemeinschadlichkeit in volkswirthschaftlicher und fanitaret Beziehung, ihren hochst nachthciligen Einfluh auf den gefunben Sinn des Volkes, insbesondtte auf bie benfunfdhige Masse haben wir oft genug gefchilbert, unb es freut unS, bah enbtich auch bie Regierung bas Verderb-tiche unb Gefetzwidrige bieses Treibens eingesehen ZsemlleLon. Die versunkene Jnsel Atlantis. (Fortsetzung.) _ Die Grunbe, welche er unb attbere fitr biefe Riming geftenb gemacht haben, sinb im wesentlichen Toifieube: ^ Im attantischcn Dceatt liegt die fogenanntc ”ar9Rfsobanf, eine Stnhaufutig schwimmcuder Tang-Wflffen. Scctang wctchst vorzuglich in flacheren -Uiecrcn in ber Nahc ber Kusten; bas Vorkvmmen lotcher Tangmaffen mitten im Meere fcheint fomit ein ehemaligcs Land hinzubeuten, bessen einstiger Seetangsaum jetzt zu einer einzigen grotzen Masse tiereinigt ift. Dicselbc Gegenbbcs atlantifchen Oceans lowie bie baran grenzenben Umgebungen ber Azoren Jjttb Mabeiras sinb weniger ties, als' biejenigen ^heilc bes Oceans, welche ben amerikanischen unb europaisch-astikanischen Kusten ndher liegen. ^enn man nun annimmt, batz an jencr ©telle ein Mes Lattb untcrgegangen ift, so folgt barauS, bah ®te Waffermaffe, welche bort jetzt Platz gefunben hat, anberen Gegenbcn zurLckgewichen fein muh. ist aber bekannt, bah einerseits tin grotzer Theil ber Sahara, attbererseits bie grohe norbbeutfche Ebene in einer verhaltnismahig nicht sehr semen 23ergangenheit vom Meere bebeckt gewesen sinb. Man muh nun annehttten, bah bie Austrocknung dieser Lander und ber Untergang der Atlantis gleich-zeitige, burch einander bebingte Ereignisse waren. Die ^olge bacon muhte auch eine stir Europa sehr gitnstige Aenberung bes Klim as sein. Der Golsstrom tourbe fruhcr burch bie Atlantis von ben europaifchen Kiisten abgelenkt, unb ber burchgliihte Sanb ber jetzigen Sahara konnte noch nicht, wie gegenwartig, als Ofen fur alle Lanber bienen, fo lange er unter bem Meereefplegel verborgen tag. Nnn hat man in ber That fchon aus zahtreichen sichem Anzeichen gefchlosien, bah ber jetzigen Periobe ber Erbgeschichte in Europa eine kaltere Eiszeit voranging. Enbtich hat man in ben tertiaren, bie Braunkohlentager be-gteitenben Schichten zahlreiche Pflanzenabbrttcke ge-suttben, welche grohe Aehnlichkeit mit amerikanischen Pstanzen haben. Man muh baraus ben Schluh ziehen, bah einstmals eine Lanbvcrbinbung zwischen Europa unb Amerika beftanben hat, woburch es ben Pflanzen mBglich tourbe, sich von eintm Continent nach bem attbern zu verbreiten. Die ehemalige Atlantis, toetche man sich zeitweise mit Europa, zeit- weife mit Amerika zusammenhangenb denken kann, scheint die Brucke gewesen zit fein, welche folche Pflanzenwandcrungen vermittette. Dah bie Inseln im atlantifchen Ocean, insbesondcre die Azoren und Madeira, die letzten Trtimmer der Atlantis sinb, erscheint nach biefen Ansichten als felbstverstanblich. Man hat fomit allerbings bie verschiebensten wiffenfchnfttichen Thatfachen burch bie Atlantis-hypothese zu erklaren versucht. Das Sargaffomeer, bas Austauchen bes asrikanischen unb europciischen Tieflandes aus bem Meere, bie Eiszeit unb bas Vorkommen amerikanifchec Pflanzensormen in ben Tertiarlagen Europas hiingen nach biefen Ansichten attss engste mit der Existenz unb bem Verfchwinbea ber Atlantis zufammen. Beim erstcn Anbticf nehmett sich alle biefe Vorstellttngeit ganz hflbsch aus, aber teibcr ertragt bas ganze mit Getehrsamkeit auf-geputzte KartenhauS auch nicht ben leisesten Luftzug einer wiffenfchafttichen Prufung. Die Sargaffobanke z. B. finben sich uberatl in ben SBellmeeren an fotchett Stellen, wo keine tebhaften Stromungen vorkommen; bie fchwimmenbett Tangwalber, aus benen fie beftehen, hangen mit benjenigen Tangarten, welche in ber Nahe ber Kusten wachsett, gar nicht zufammen. Ebenso hinMi'g und Mahtegeln dagcgen gettoffen hat, bit, menu auch spat, tin dusteres Nachtbilb aus bem Leben • unseres Volkes verschwinden machen. Politische Rundschau. Laibach, 30. Juni. Inland. Welchen Werth auch bie positivsten Versicherungen unserer Kirchcnsfirsten gar oft haben, beweist roieber einmal ber Fall bed Carbinal Raus cher gegen Baron W e i ch s. Dec oberoster-reichische Landlagsabgeorbnete hatte namlich uin-lSngst behauptet: es liege in Wien ein Akteustuck aus bent Jahre 1849, rootin bie Bischofe gegen die Aufhebung ber Zehnten unb gegen bie Grunb -entlastung Verwahrung einlegten. Daraufhin gab Se. Eminenz in einem ossenen Briefe an ben linzer Bischof Rubigier bie ganz bestimnUe Erklarung ab, dies sei eine boswillige Erfinbung; mentals haben sammtliche Bischofe bes Kaiserstaates, niemals auch ttur einige berselben etnen solchen Protest crhobett, Dictmehr set bie im Jahre 1849 gehottene Bischos-versammlung von ber Anerkennung ausgegangen, datz bal Gesetz fiber bie Grunbentlastnng unb somit auch bie Aufhebung ber Zehnten nicht wiberrufen werben konnen. Das angebliche Aktenstfick sei bent, nach eine ber z a hllo s en Unwahrheiten, welche bie sich liberal netmenbe Partei als Behelfe dec Aufwicglung unb Bethorung gebrauche. So-tocit ber Carbinal. Nun verossentlicht aber bie offi-citise ..Bohemia" ben Wortlaut biescr „zu ben zahl-losen Unwahrheiten ber sich liberal itennenben Pariti" gehorige Erklarung ber Bischbfe, roie fie untcrm 13. Juni 1849 an bas Ministerium gerichtet rourbe. Jit berselben sagen bie in Wien versammelten Bi-schose ganz offen, bag sie bie ..einseitig a n s-ges prochene Aufhebung ber geistlichen Zehnten unb anberer lirchlichen Einkunfte" mil Hinblick auf ben Kirchenrath in Trient (Ses. 25, C. 12.) ties bebouern unb es seierlich ausfprachcn, bie An-trfennung biefer Umwanblnng mussc bem papstlichen Stuhle vorbehalten werben. Die Kirchenversammlung von Trient erflart bie Zahlung ber Zehnten stir „etne Gott gebuhrenbe Schulbigkeit" unb thut alle in ben Kirchenbann, bie sich biefer Pflicht cntschla-gen. Gehort also bie Erkliirung bes Carbinal Rau-scher nicht auch zu ben ..zahllosen Unwahrheiten", welche bie sich k ath olisch ntnnenbe Partei als Behelfe ber Anfwieglung unb Bethorung gebraucht?" Die Blatter bringen ben Aufruf bes Wahl-comitčs ber g ali z i s ch e n Iuben. Demselben entnchmen wir, bah bie Einschuchterungsversnche cities tembetger Hetzblattes bie Jubctt nicht abgehalten haben, mannhaft ihrett Stanbpunkt zu vertreten unb sich offen als Anhanger ber Verfassung zu be- bec zweite Grunb, aus welchem man auf ein ver-sunkencs Lanb schliehen wollte, namlich bie jetzige ge-ringe Meerestiefe. DieThatsache ist allerbings in ge-tolssem Sinne richtig; aber man barf boch nicht von einem seickten Meere sprechen bet einer Tiefe von burchschnittlich 10.000 Fuh. Naher an Europa unb Amerika finben sich allerbings nod) tiefere Stel-ten, allein solche Verhciltnisse berechtigen boch in ber That nicht zu ber Annahme, bah sich an ber etwas wentger tiefert ©telle ein versnnkenes Lanb befinbe. Noch bebenklichcr sieht rs mit bem Austauchen ber notbbeutschen^Ebene aus bem Meere anS. Allerbings ftnben wir in unfern Ebenen sichere Anzeichen einer Meeresbebeckung, bie noch zu einer in geologischem Sinne spaten Zeit fiattfanb. Jnbes erter.nen wir auS ben Slbtagerungcn von Torf unb Jnfuforienerbe sowie aus zahlreichen anberen Vorfommntfsen, bah unset Tieflanb boch schon recht lartge trocken gewesen fein ntusse; bie scheinbare Kiirze der Zeit vcrschwinbet vollstanbig, sobalb man versucht, an solche geologi« sche Zeitraume einen Mahstab von Jahren ober Jahr-tousenben zu legen. Den Untergang ber Atlantis lann man zwar 5000 ja 10.000 unb mehr Jahre vor unfere Zeitrechnung zutfidoerlegen, aber baburch wird man immer noch nicht bahin gelangen, bits angebliche EreigniS mit ber Hebung Norbbeutsch- fennen, ber sie einzig nnb allein bie Gleichstellung mit ben iibrigen Bewohnern Galiziens verbanken. Die Jnbett haben auch wohl baran gethan, bah sie auf bie gteihnerifchen ComprornihantrSge ber ..Schlachta" nicht eingingen unb, gewitzigt burch fruhere Erfahrungen, nun selbst ihre Jnteresfen wahren wollen. „Der kroatische Ansgleich ist perfect" — so metben bie pester Officiofen. Nur bleibt zu bemerken, bah ber zwischen ben beiben Regnicolar-beputationeii vereinbartc Ausgleich einmal bie Ma-joritat im agramer Sunbtage noch nicht sicher hat unb bantt bah bie Aemterfrage, an welcher ber ganze Ausgleich scheitern kann, noch gar nicht er-vrtcrt worben ist. Attsland. Die preuh. Kirchengesetze beginnen boch fur bie Ultramontane« bitterer Ernst zu wcr-bctt. Der koniglicheGerichtShos fur kirch-liche Angelegenheiten ist nun constituicrt unb lann seine Function«! beginnen. In Posen wirb ben renitenten Geistlichen bie Crtheilung von ofscntlichem unb privatem Religionsunterricht verbotcn, bent Orbinariate bie Kasse fur bie ftaatlichen Gehalte ber Dontherren unb Drbmationsbeamten, mit ber es Kozmian'fche Specnlationen trieb, entzogen, unb werben bie ben Jefniten affiliierten Franenkloster bis 1. November aufgetost. Die trierer Regiernng stellt bie Wallfahrten unter bas $ = e i n s g e setz unb versagt gentifchten Pro-zessionen von langerer Danet, „bie bem fibertna-higen Genusse von Spirituosen unb ber Unsittlich-keit Vorschub leiften", bie ©enehrnigung von vorn-hertin. Die Nachricht, bah ber Erzbischof von Koln in gerichtlichc Untersuchung gezvgen ist, bestatigt sich ebensalls. Gegen biejen Ernst ber Regierung ver-snchen es bie Bischofe mit pfiffigen Spassen unb wollen ber Regierung bie Untersuchung ber Seminar e zu Feuer-, Ban- ober sanitalspolizeilichen Zwecken, aber nicht auf Grunb bes Gefetzes gestat-ten. Me bie Mahregel gegen bas paberborner Seminar beweist, geht bie Regierung auf biefe liicherlichen, bie bifchofliche SSSiirbc gerabeju compromittierenben Fin ten nicht ein. Wenn bie preuhischenOberhirten schon zu solchen Mitteln greifen, so bleibt bem Staate ber Sieg sicher. In Form eines Dementis bestatigen bie„Jta-lienischen Nachrichten" bie Melbung bev ..Dptttioite'', wonachOesterreich unb Frankreich zugunsten ber Kloster interveniert haben. Doch seien bie beiref-fenben Schritte schon vor Monatcn erfolgt. Die Zeit macht infofern etnen Unterfchieb, als man hoffen barf, bah Oesterreich, obgleich es Herrn Thiers auf falfchc Bahnen fotgte, boch nicht auch bem Herzog von Broglie bie Hanb zur Allianz bietcn wirb. lattbs gleichzeitig zu machen. Noch mielichcr steht es mit ber Erklarung ber EiSzeit burch bie Atlantis; selbst wenn man Enropa wirklich baburch kalter werben lassen konnte, so wiirben boch bie grohartigen EiSzeiterscheinungen in Norb- nnb Snbarnerika um so unbegreiflicher fein. Eine ernsthaftere Wurbi-gung verbient bie Ansicht ber Palaontologen, bah bie Atlantis bie Briicke fur Pflanzenwanberungen aus Amerika gewesen sei. Ein Zufammenhang zwischen ber ehemaligett Flora Norbamerikas unb Europas ist unzweifelhast vorhanben, aber auch bie gegenwartige Vegetation beiber Continente weist auf einen nahen Zufammenhang Hitt. Die Aehnlichkeit zwischen ber Pflanzenwelt beiber Welttheile wirb aber um so grvher, je welter man nach Norben geht. Die Atlantisbriicke wttrbe man sich am naturlichften fiber bie Eanoren nach Norbafrita fuhrenb benfen mfissen, wahrenb gerabe bie Vegetation biefer Ge-gettb nur burch fehr spiirliche gemeinsame Ziige mit ber Pflanzenwelt Amerikas oerbunben erscheint. Offen-bar liegt bie Verbindungsstrahe zwischen Amerika unb Europa im Norben; sie fiihrt fiber Sibirien, bie Behringsstrahe unb bie Aleuten, sie wirb in srfi-heren Periobett ber Erbgeschichte fiber Spitzbergen, JSlanb unb Gronlanb geffihrt haben. Dahin weisen auch bie polaontologischen Thatsachen. Die ameri- MSge man im auswartigen Amte nicht vergessen, bah, wenn bas Rothbuch auch bas sorgsaltigste Still-schweigen beobachtet, bie Sonne boch alles an ben Tag bringt, was bem Publicum zu wisscn von-nothett ist. ©astelar hat ertlart, fur alle Me seines fruherett Ministeriums bie Berantwortlichkeit zu fibernehnten. Er ist znm Berichterstatter fiber einen ministcriellcn Antrag auf Strcichung bes Gefanbten-postens im Vatican ernannt worben. Unter ben Motiven wirb betont, bah bas Prinzip religioser Frei-heit mit solcher Vertrctnng im Wiberfpruch ftehe. Gleichzeitig verossentlicht bie ..Gaceta" ein ©eccet, welches bas Atnt ber Feftkaplane unb General-Vi-cariate ber Armee aufhebt. „Der Eulminationspnnkt bes Vergnfigungs-programms — fchreibt man aus 8onbon, 24. Juni — ist voruber, ber Schah hat gesehen, was er an keinem anberen Drte ber Erbe hat fehen koniten, bie machtigste, schvnsteFlotte ber Welt. Grohbritan-nien Hal einen Theil seiner Flotte an einem Orte versammelt unb sic im fchoitsten Schmucke bem Gaste gezeigt. Mit gercchtem Stolzc burfte bas englifche Volk auf biefe Seericscn zeigeit unb fagctt: Mit biefen hicr versammelten Schiffcn allein fchlagen wir alle Flottcn ber Welt zufaminen, unb boch ist bieses nur ein Theil unserer Seemacht, bie augcn* blicklich aus alien Meeren dcs Erbballs verspurt wirb." Wahrenb Englanb zn Ehren bes Schahs von Persiett bei Spithcab eine Flottcnrevuc veranstaltete, hat ber Khan von Khiwa capitnliert unb ist Khiwa von ben ruffischen Truppen befctzt worben. So tauten wenigstens bie Nachrichten, welche bem „Rnski 93iir" aus Taschkenb zugehen unb bie nach ber Cage ber Dinge Ansprnch auf Glaubwur-bigkeit haben. Setzen wir jeboch auch bett Fall, bah bie ruffifche Siegesbotfchaft ben Thatsachen voran-eile, so unterliegt es boch keinem Zwcisel, bah ber Fall von Khiwa nur eine Stage von wenigen Wo-cheit, vielleicht ttur von wenigett Tagen fein kann. Damit vollzieht sich ziemlich gerauschloS cine Er-oberung, bie fur bie Gestaltung ber Machlverhaltnissr in Asien unb Europa etnstens von groherer Bebeu-tung fein wirb als alle Monarchcnbefuche unb als alle Festlichkeiten, welche gelegemlich eines solchen Befuchs in Szene gesetzt werben. Zm Tagesgeschichte. — Einen vorlheilhaftcn Gegensatz zu ber Rebe-freiheit, roie sie jetzt in Oesterreich Don behijrdlicher Seitc aufgefaht wirb, macht bie Rebe eines katholi-schen Geistlichen, bes Dr. P. Hatala, berzeit Rectors ber pester Universitiit. Dieser Gelehrlc hielt am 25. Juni im p-ster Akabemiepalaste eine ©ebcntrebe kanischen Pflanzensormen ber eutopaischcn TertiSr-formation sinb zurn gtohen Theil schon in Men norbischen Laitbetn versteinert gefunben worben, so bah wit zu ber wohlbegrfinbeten Anschauung gelangen, es rnfisse ein ft nahe am Pol ein milbes Klima geherrfcht haben, wobutch es benn auch hochst waht-scheinlich wirb, bah bie einst bort wachsenben Pfla«' zen sich spater sowohl nach Amerika als nach QjuroP0 verbreitet haben, w° man sie theil« versteinert, theils lebenb angetroffen hat. In Europa sinb nSmttch biefe ursprunglichen polaren Formen zum Theil un-gilnstigen klimatischcn Vorgiingen, zum Theil bem Vorbringen asiatischer Einwanbeter erlegen; solche nut noch versteinert in Europa gefunbene Arten sinb bie sogenannten amerikanischcn Formen ber europai-schen Tertiarzeit. Ein groher Theil ber amerikanifchett ober ursptiinglich polaren Gewachse lebt noch jetzt in Europa; wir wunbtm uns abet nicht fiber sie, weil wit von vornherein baran gewohnt sinb, fie als Europa hcirnifch z» betrcichten. Die hicr vorgetra-gene Auffaffungsweife ist wenigstens imftanbe, 6C" Zufammenhang ber Thatsachen wirklich zu ert(itttn' was bie Atlantishhpothese bureaus nicht permag- (Fortsetzung folgt.) iiber das VerhiiltniS der Moral zu den Reli » gionen. Die Aufgabe der Wiflenschaft sei eS, die Idem zu liiutern und zu verbreiten. Die Religion regle das VerhaltniS deS Menschen zu Gott, die Moral beziehe sich auf daS VerhaltniS deS Menschen zu seinem Nebenmenschen und sei ewig uud unwandelbar. Die Hauptprinzipien der Moral seien siir den Bestand und fur die Entwicklung der Menschen unentbehrlich. Die Behauptung, bah eg ohne Religion keine Moral geben konne, set cine salsche, detrn alle Religionen der Welt basieren auf einer und derselben Moral, und auch die christliche Dogmatik Habe keine nene Moral ge-!chaffen. Jm Gegentheile haben wir Beispiele, dah fct den Jndern, Aegyptern und Persern die Religion einen schablichen Einflnh auf die Moral auSgellbt hat. Und haben nicht auch die nichtheidnischen, jiidischen Und christlichen Religionen Hah und Unduldsamkeit ge-IenUber den religiLs AnderSgesinnten gepredigt? Der °usgeklarte Fortschritt, Gedanken-, Rede- und Preh-fteiheit seien die hijchsten Crsorderniffe der natllrlichen gcsunden Moral, welche jeder confessioncllen vorzuzie-W ist. Jeder Staat miisfe die Geltendmachung der kwigen, unverLnderlichen Moral anstreben, und dies ftinnte am besten dadurch erreicht werden, roenn der Staat confessionsloS ist. — Stiirmischer Beisall lohnte den Redner, als er geendet hatte. — Aus Paris liegen folgende W a l l f a h r t S -^ Qch richten vor: Die Belgier betheiligten sich Onfalls an der Wallfahrt nach Paray-le-monial. 300 derselben trafen jiingst in Paris ein mit dem Abzei-$en der Pilger, dem rothen Herzen Jesu auf weihem o^tteU. Unter diefen Pilgern vom rothen Herzen waren 102 Priester und Monche und einc grohe An-ij§t von papstlichen Zuaven und Pilgerinnen. DeS Abends versammelten sie sich in der Jesuitenkapelle der Rue be Ssvres, wo einer der Jhrigen, der Je-luitenpater Verbeck, eine Rede hielt, worin er er-'"ahnte, „bah alle Katholiken jetzt zu Frankreich hal-lttt miihten, roeit eg die Welt dem Papste wieder un. ctthSnig tnacheu werde." Andern Morgeng zogen die ^gischen Pilger, unter denen sich die papstlichen Zua- hervorthaten, nach Paray ab. Dieselben kommen Donnergtag nach Parig zuriick und werden sich dann 1(1 der Rue Notre - Dame beg Victoires vetsam-®ttni um die Siegesjungsrau anzuflehen, auf dah lte der Kirche Den Triumph verschaffe. In Paray ^halten die Pilger daS rothe Kreuz, welches unter ben otirmtichleiten verliehen wird, die bei der Bertheilung der Kreuze an die Kreuzfahrer ttblich waren. — Der vom franzosifchen Minister beg Jnnern gebrauchte AuSdruck „ m o ralisch e Ordnung", deten BeschUtzung auch als Motiv flir die Unterdriickung ,,Corsaire" angegeben rourbe, ist vompariser Volks- adoptiert worden. DaS Cabinet heiht die Regierung ct »moralischen Ordnung". Auf der Strahe fpricht 5Q“ sich an: „Wie steht eg mit Jhrer moralischen ^rdnung?« r|($tne solche Frage ist gegelt die mora-"Iche Ctbnung", lautet die Antwort. Wenn im Caf6 lemanb einen Schoppen Bier besieUt, so wird er von Kinem Nachbar spottenb g-mahnt: „Wisien sie auch, ra6 eine solche Extravaganz gegen die moralische Ordnung ch?" Man kann tein republikanisches Journal auf c?n Boulevardg taufen oder eine voriibergehende Dame jiUlew> ohne dah ein Gamin einem zuruft: „Das ' 3cgcn die moralifche Ordnung." .. — DaS Liigen. In Wolverhampton circu- lert augenblicklich auf Kosten deS Bifchofs von Lich-Neld eine sehr habsche Anekdote. Dcrselbe tras niimlich ?us semen ©paziergangen ins schwarze Land cine ^uppe von KohlengrSbern an, bie im Kreise herum* ‘“9«ten uttb ihm auf seine Frage, womit sie sich be-IchLstigen: „Mit Liigen" antworteten. Sie hiitten E»ien Kessel gefunden und einmltthig beschlossen, ihn •to als Eigenchum zu Ubergeben, der die grShte 8lige 'cbrachte. Entrllstet stellte ihnen darauf Seine bi-’•i)oflichen Gnaden vor, wie dag Liigen doch einc so Menswcrthe Siindc set und wie er selbst von Kind- an eine so groge Abneigung dagegen empfunden, aB er nicht ein einzigeSmal in seinem ganjen Leben a'logen Habe. ftaum hatte er seine einbringliche An. cte beendigt, als einer der Arbeiler, der bie dahin schroeigend zugehort, lebhaft augrief: „Gebt dem Alien den Keffel, gebt dent Alien den Kessel!" Local- und Provinzial-Angelegmheiten. — (Steiermiirkische EScomp tebank -Filiale Laibach.) Die in der Samgtaggnnmmer unsereg Blatteg gebrachte Notiz iiber die mar burger Egcomptebank beruht theilweise, soweit sie niimlich die hiesige Filiale der steiermarkischen Egcomptebank betrisst, auf Unrichtigkeit. Die hiesige Filiale ist eben nur eine Niederlassnng der steiermarkischen EScomptebank in Graz und kann als solche eigenmachtig keine Bilanz verofsentlichen, wahrend die marburger EScomptebank als selbstiindigeS Institut ihre RechnungSabschliisse der Regierung vorlegen m u h t e. UebrigenS ist die hiesige Filiale der steiermSrkischen EScomptebank unmittelbar nach Erscheinen der Re-gierunggverordnung dem Austrage ihrer Centrale nach* gekommen und hat die Rechnunggbilanz am 15. Mat dieser eingesendet. — (Erdbeben.) Die Nacht vom 28. auf ben 29. Juni machte sich durch zwei Erdbeben b;-merkbar. Dag erste trat ein urn 10 Uhr sUnfzehtt Minuten und war leichterer Natur und von kiirze-rer Dauer, dennoch machte eg in ben Kasten bie Glaser llirren. Urn zwci Uhr vernahm der Wachlposten beim Militarspitale ein unterirdischeS, donnerahnlicheS Rollen; um 5 Uhr 7 Minuten endlich erfolgten erst leichtere wellenfiirmige Schwingungen, von Sudwest nach Nordost, welche durch vier big siins Sekunben anbauerten, bantt plLtzlich butch ntehrc Sekunben ein ungemetn hestigeg RUtteln, so bah ThUren krachten, die Fenster klirrten, Gegenstande in Bewegung geriethen, der Mortel von den Mauern, Dachziegel von den Hausern, Blumenstocke von den Fenstern sie-len, die Zimmerdecke Rifse betam u. s. w. Wieweit sich die Erschlltterung erstreckt hat, ist noch nicht be-tannt. In Adelgberg soll sie ebenfallg sehr stark ver-spUri worden sein, deggleichen in ganz Oberkrain. Sosort nach dem Erdbeben trat eine zu dieser Jah-regzeit ungewohnliche eigcnthvmliche Nebelbildung ein, auf welche der herrlichste Sommertag mit starkem SUd-weste folgte. — (Ein Schadenfener durch Blitz -f ch I a g.) Am 20. d. nachmittagg 3 Uhr schlug der Blitz in die Stallung beg GrunbbesitzerS Joses Kosmač in Hruška, Gemeinbe Drittai, Bezirk Stein, ein; in-folge befsett wurden diese Stallung, der Schweinstall und 2 Schweine ein Raub der Flammen. Der Scha-ben betragt 400 fl. — (UngllickSsall.) Am 24. b. verunglitckte im Kohlenbergwerke zu Sagor, Bezirk Littai, der Berg-arbeiter Franz Kramer. Sicherem Vernehmen nach hat Kramer durch eigentnachtige Untergtabung der Kohle eine Abrutschung veranlaht, von bcr er verschtittet und spiiter mit gebrochenem Genick uttb ganz zerschmettertem Kopse als Seiche aus ber Kohlenmaffe auggegraben rourbe. — ( @itte f el tfa me Interpellation) ver« banlt einer Festsahrt ungarischer Abgeorbneter nach Flume ihr Dasein. Auf ber Riickreife in Laibach, wo bet Zug mehrere Minuten hielt, begaben sich niimlich, wie man erziihlt, mehrere Deputierte zu dem Hanbelgminister Zichy und richteten an denselben sol-gettbe Interpellation: * „Jn Anbctracht, dah bcrcitg geraume Zeit verflosien ist, seitdem wir bie letzte Mahl-zeit gehalten; — in Anbetracht, dah wir ittsolge desien in ber Magengegenb ein menschlich RUhren empfinden; — in Anbetracht, dah die (aibacher Krebse be-riihrnt find, so roeit eS nur Gourmands gibt in ber weiten Welt, trlouben roir unS, an ben Minister die Frage zu richten: 1. Ob er nicht gefonnen sei, bent Zugflihrer Weifung zu geben, bah ber Zug noch furze Zeit hatte; 2. ob er nicht ein Heines Souper im-provisieren lassen will, bet welchem jene berllhmten iaibacher Krebse figurieren sollen." Der Minister war in ber Lage, bie Interpellation sosort zu beaniroorten. Er benterlte, bah er sich einersetts nicht berufen slihle, in bie WetSheit be« Zugslihrers etnzugreisen, anderer-seits roarte abet ber CSefettfchaft in ©tuhlroeihenburg ein votziiglicheS Souper, bei welchem Iaibacher Krebse auch nicht fehlen bttrften. Die Deputierten begaben tch hierauf zu ihren Collegen, bie auf bent Perron lanbert und theilten ihnen die Antwort bes Ministers mit. „Jch beantrage," fagtc bcr oppositionellc Ludwig Csernatony, „bah bag Hang crflare, mit bet Antwort beg Ministers nicht zusriebett zu sein, unb bie Zeit bet Verhanblung bet beroujjten Interpellation bcstimmc." Dieser Antrag roiirc roahrschcinlich mit auSgcsprochcncr Majotitat angenommen worden, wenn bie Glockc die Herren Abgeorbneten nicht zur Orbnung gernsen hatte. ES war das brittc Lauten unb eg beeilte sich jedetmann, ein Coup6 zu gewinnen. Unb so muhten sich cinmat bie intcrpcllictcnben Herren Deputictlcn mit einer Antwort beg Ministetg zusrieben geben, bie — nicht«-wcnigct als besticbigenb war. — (Zur A nstc 11 ung a u6 gebientct Untecof fijiere.) Nach § 17 beg GcsctzcS vom 19. April 1872, betreffenb bie Vetleihung von An-stellungen an auSgcbicntc Unteroffiziere, tritt ber Bet-lust unb dag Erlofchen beg AnfpruchS auf vorbehaltenc Dicnstpostcn ober bes VotzugeS bei Betlcihung von Beamten- ober Wachmannstcllcn butch frciroiHige Vct-zichtlcistung ein. Nach Artikel 15 bet bie AuS-fUhtung bicscS GesetzeS norntietenben Verotbnung vom 12. Juli 1872 hat im Fallc ber freiroilligen Bctzichilcistung „auf bie Beglinstignng beS GesetzeS", also auf biese BegLnstigung iibcrhaupt, jene BehSrbe, bei »etcher eine Verzichtleistung angemetbet wird, daS Origittalcertiftcat von dem Betreffenden abzuforbcrn unb unter Anfchluh der beziigtichen Eingabe ober be» liber ben Aft der Verzichtleistung mit dem Manne aufzunehmenden ProtofollS an daS ReichefriegSntini-stetium, beziehungSroeife an daS Minijletium flit Lan-desvettheidigung einzusenden. ES kommen jedoch Lster Mlle vor, dah von einzelnen BehLtden odet Aemtetn bcr Untfang ber ..Verzichtleistung" in einent unrich-tigen Sinne aufgefaht unb Eivitbicnstroerbern schon im Fallc det Verzichtleistung specie!! nur auf ben einen ober anbern vertiehenen Posten bas Ccrtisicat abgettom-men odet die LLschung ber Beroerber aus bet Dormer-kung beroirtt wirb, wahrend dies doch nur im Falle ber Verzichtleistung aus bie Begtinsligung bes in Rebe (lehenbcn GcsctzcS im ollgemeinen geschehen soll. — (Lanbwitthschastlichet U nterr ich t in bet VotkSschule.) Jm „Karner Schulblatte" plaibtcrt Hr. Ch. Kreuzet fiir bie Einflihrung bes lanbtoirthschaftlichen UnterrichteS in ber Bolfgschulc unb wiinscht zuniichst, bah ©chiller ber oberftcn Ab-thetlung bet Votfgschulc ntinbeslenS wLchcntlich zwei ©tunben bie lanbmirihfchaftltche Elementarschule bcsuchen. Fllr bie LanbbevLlfetung ist dieser Wunfch ein jcdcn-sallS wohlgenteiittcr, bentt nur roenige Landleute kcn-nen einen anbern at« ben empitifchen Bctricb bet Wirthschast unb efl thut noth, bah bie Wissenschaft ba zu Hilfe fornme. Die lanbwitlhschaftlichen Fort-bilbungSschulen erflltlen ihren Ivblichcn Zweck nur Halb. Die bet ©chute enlwachscnde Jugend bringt ihre at* beitgfreiett ©onn- unb Fcicrtage nicht gerne auf ben ©chulbanfen zu, unb ben Unterricht auf jZBochentage zu verlegen, geht auf bent Lanbc schon auS wirschschaft-lichen Grllnbcn nicht gut an. Der Gedanke, reifere Schuler elwa von ihrcnt zwLlsten Lcbengjahre an bi« zu thrcm AuStritt aus der ©chute mit einent gcwiffc« Grade von Fachbilduug auSzurllsten, ist datum ein gllltflicher zu nennen. ©elbstverstcindlich dlirfie sich diefer Unterricht nur auf dag Nothmendigftc unb Niichst-liegende befchtanken unb nicht zuweit ausholen. Populate, teichtfahliche ErllSrungen iiber Bodenchemie, Vich-zuchl, Bienenzucht, ctroa auch die Grundzllgc bet Thict. hciltunbe tolirben gute Friichte tragen. — (DaSZustanbekommcn besHanbct«* kammctcongtcssc«) ist nunmehr gesichctt. Bon ben ncununbzwanzigciglcithsnischen Kammetn hibtn sich niim-lichbisher zwanzig silt bie Beschickung bcS Detigicrtcnta-geS unb nur brci bagegen ansgcsprochen, wShrcnb bon fcchS noch gar (eine Antwort eingetaufen ist. E« kann barauS bcr ©chluh gezogen roerben, bah bie Anficht bcr grazer Kammct tibcr bie ollgemettte Lage be« Han-bclfl- unb GeroetbcstanbcS wohl einc bcgrilnbetcrc war, at« bie gegentheitige ber wiener Rammer. Die erste Section der wiener Handelskammer hat demgemah be-schlosien, in der niichsten Plenarsitzung die Einberu-fung deS HandelSkammertageS (Ur den 10. Juli zu beantrageo. Die von dem Obmanne Dr. v. Mayrho-fer vorgeschlagenen Programmpunkte flic den Congress wurden mit einigen unwesentlichen Abiinderungen an« genommen. Dieselben beschriinken sich auf die Wiirdi-gung der gegenwiiritgen Situation und smd danach angelhan, die Discussion in einen recht cngen Rahmen zu bannen. Der Antrag eineS um die Jnteresien LeS Handels- und GewerbestandeS verdienten Mit-gliedeS, dahingehend, zu beraihen: wie in der Zukunft Krisen hintanzuhalten und wie gegen die Wirkung derselben Handel, Industrie und Gewerbe ficherzustellen seien?" — wurde mit einer Majoritat ton zwei Stimmen abgelehnt. Nach Erledigung der TageSfrage wird die Grilndung eineS engeren ComitsS beantragt werden, welches alljiihrlich in Wien ein- oder auch zweimal zusammentreten, in dringenden Fiillen selbst eingreifen, bei sich ergebender Veranlassnng aber ben Kamwertag selbst einberufen konnte. Wirthschaftliches. — Die Lberallwachsende und bekannte Hu nd s zunge ist den Ratten so zuwider, datz sie schon butch ben Geruch allein auS einem Hause vertrieben Werden. Man sammelt dieses Kraut zu diesem Be-hufe im Juni und Juli, zerquetscht die Stengel und toitft sie an die Orte, wo sich Ratten aufhalten. Der beste BeweiS von der autzerordenilichen Wirkung dieses Krautes ist, dah, dasselbe in Echiffe gebracht, in denen sich Ratten befcnden, dieje letzlern lieber ben Tod im Waffer fuchten, als in der NLHe dieses ihnen unauS« fiehlichen GerucheS blriben. Eingrsendet. Allen Kranken Kraft und Gesundheit ohne Medizin und ohne Kosten. Revalesciere du Barry uon London. Seine Krankbeit vermag der delicaten Revalescičro dn R.irrjr >11 widerfiehen, und beseitigt tiefelBe ohne Medizin und ohne Kosten aue Biagtns, Nerven-, Brust-, Lungen-, Leber-, Driisen-, Schleimhaut-, Ikltbem-, Blasen- nnd Nierenleiden, Tuberculose, Schwindsucht, Asthma, Li,sten, Uneertauličteit, Verstopsung, Diarrhoen, Schlastoslgkeit, Schwache, Hiimorrhoiden, Wassersncht, Fieber, Schwindel, Blutaufstei-gen, Ohrenbrauken, Neteileit und Lrbrechen selbst wahrend der Schwan-gerschast, Diabetes, Melancholie, Abmagerung, Rheumatisums, Gicht, Ivleichsucht. — Ansziige auS 75.000 Certificalen liber ©enejungen, die allcr Medizin widerstanden, werden aus iBetlangen franco eingefenbet. Nahrhaster alS Fleilch erfpart die Ilovnlescičie bei Erwachsenen nnb »intern fitnfjigmal ihren PreiS in Arzneien. 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Engenheim, Grafili, fiinmit Familie und Dienerschaft, Prentzisch-Schlesien. - v. Wolsad, Baronin, Berlin. — Tauffrer, Baron, Weixelbnrg. — Draskek, Postmeister, Canale. ... Bresnicker, Fabrikant, Gonobitz. — Zambolo, Pvstmeistcr, Trisail. — Moaolic. Pfarrer, St. Lamprecht. - Pillcr/jifm., Graz. - Prett- ner, Handelsrcisender; Pavani samwt Fraii, Triest. — Den, Besitzer; Pollak, Handelsrcisender; Malli, Fabrikant, Neuinarktl. — Klein, Ksm., Triest. — Swetetz sammt Fran, k. k. Notar, Liltai.—Stern, Weinhandler, Agram. — Widitz sammt Familie, Realitatenbesitzer, Rudolfs-werth. — Blau, Ksm., Grotzkanischa. — Wallencic, Pri-vat, Jll.-Feistriz. — Nacinovich, Gnisbesitzer, Albano. — Pader, Finme. — Zovic, Glina. — Ulricki sammt Familie, Sleinbriick. — Franke, Benedig. — Konschegg, Postmeister. Hotel #tad« Wien. Bessinger, Bebringer, Kauf-(cute; Stnrzeis, Wien. — Alois Malli, Pollak, Peter Malli, Nenmarktl. — Skarja, Postmeister, Krainburg. Hotel Europn. 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Nachmittags wiudig, Sudwest. War me: Morgens 6 Uhr -I- 17 0°, nachmittags 2 Uhr + 28.2“ C. (1872 + 27-3°, 1871 + 24-1 °). Barometer im Fallen, 735 42 Millimeter. Das vorgestrige Tagesmittel der Warme -|- 18-9°, mit dem Normale iibereinstimmend, das gestrige + 19 8" um 0'8° iiber demselben. Berstorbene. Den 28. Juni. Richard Tomaselli, Spenglerwerk-slihrerskind, 11 M., Kapuuuervorstadt Nr. 70, Kelichhusten. — Anton Porenta, Flickschnsterskind, 4 I., Karlstadtervor-stadt Nr. 14, Rticktritt der Maseru. Den 29. Juni. Josef Pock, biirgl. Hutmacher, 62I., Stadt Nr. 162, MaraSmns. — Koder Johanna, Hans-bcsitzerskind, l1/, I., Tirnaiivorstadt Sir. 56, Rticktritt der Maseru. — Franz Ferlinz, Gastgeberssohn, 6 I., Polana-vorstadt Nr. 4, Gehirnlahmnng. — Agnes Gorišek, Mit-fahrersgattin, 58 I., Krakanvorstadt Nr. 73, Wassersucht. Lottoziehnng vom 28. Jnni. Wien: 45 62 58 87 1. Graz: 34 61 59 6 22. Telegramme. Petersburg, 29. Juni. General Kausfmann metbet: die russischen Abtheilungen nahmen Khiwa am 29. Mai alien Styls ein. Der Khan enlfloh. Madrid, 29. Juni. Das Ministerium wurde unter der Prasidentschaft Pi y Margalls gebildet; das Aeutzere iibernimmt Akaisonave. Die Unver-sohnlichen drohen mit Ruhestorungen, die Behiirden ergrisfen Mahregeln. Wiener BSrse vom 38. Juni. Staatsfonds. 6$etc. Rente, iifl.Pap. bto. bto. iift. in Sill'. Lose von 1854 . . . . Lose von i860, ganze 8c|e eon i860, Fiinft. Pramiensch. v. 1864 . Grundentl.-Obi. Steiermark zu 5 pEt. Ritntcn. Krain. u. ftiiflenianb 5 „ Ungarn ju. . 5 „ kroat. u. Slav. 5 „ Eiebenbiirg. zu 5 „ Actien. Nationalbanl . . . . Union - Bank . . . . Lretitanstalt . . . . it. b. Escompte-Gef. Anglo.-osterr.Bank . Deft. Bobencreb.-B.. Oest. Hhpoth.-Bank. Eteier. Escompt.-Bk. Franco - Austria . . Kaif. Ferd.-Nordb. . Etidbahu - Gesellsch. . #«if. Slifabrth.Bahn. «arl-Ludwig,Bahn. . siebenb. Elsenbahn. StaatSbahu . . . . «aif. Frauz-Sos-fSb.. Fitufl.-Barcfer S.-B. MfSld-Fium. Bahu . Pfandbriofc. Ration. S.tD. vcrloSd. ttng. Bod.-Sr-ditanst. lag. Ast. Bob.-Lrrbit. bto. in 88 U. riitfj. . @elb 67.10 72.60 95— 102 50 116 -135 50 90.- 89.50 75 50 73.50 985.— 135.— 253,— 940.— 185.— 280.— 85— 2190 189.50 222— 222,— 148,- 332— 221.— 162— 90.20 99.76 87.- Ware 67.20 72.70 96.- 102.75 117.- 136.— 91.— 90.50 76.50 74.25 986.— 136.— 254.- 950.— 186.— 285.— 86. 2205 190 223.— 224.— 149.-333.-222.— 163.— Oelb Oest. Hypoth.-Bank. 91.50 Prioritftts-Obl. ©iibb.-@ef.zu 500 Fr. no.— bto. Bone 6 PEt.!________ Norbwb.(100fl. CM.) ©ieb.=B.(800fl. 6«>.) 82— Staatsbahn I'v. Stiick 130.25 StaatSb. pr. St. 1867 Rudolfb. (300 fl.o.W.) Frauz-Iof. (200 fl.S.) Lose. Credit 100 fl. o. W. . Don.-Dampffch.-Gef. zu 100 fl. CM. . . Triester 100 fl. CM. bto* 60 fl. o.ffi. . Ofener . 40. fl. ll.W. Salm . „ 40 „ P-lffy.» m : Clary . „ 40 „ St. GenoiS- 40 „ m ; Keglevick . 10 „ RudolfSstist. 10 w Wechsel (3Mon.) AugSb.wOfl.Md.W. Fraukf. 100 fl. * „ «nbon 10 Pf. Eterl. Paris 100 Kraoc- . Mflnzen. 90.40 Lais. MSnz-Dncateu. - 20-Franksjntck . . . 100.25 Preuh. Kassenscheine. 87.25.SiLber . . . . . 103.— 179.— 98.- 56!- 30.50 38.— 27.50 38.- 27.50 22.50 25.— 13.50 94.— 94.25 110.25 43.16 5.21 8.83 165.1ifl 108 50 Ware 92.- 110.60 83.— 131.— 103.25 180.- 99.- 67*.-31.-39.-28.-39 — 27.75 23.50 26.— 14!sO 94.25 94.75 110 50 43.20 5.22 8.84 165 50 108.76 Telegraphischer Cursbericht am 30. Juni. Papier-Rente 67.30. — Silber-Rente 72.50. — 1860et Staats-Anlehen 101.50. — Bankactien 980. — Credit 255.50 London 110. — Silber 108.75. — K. k. Mitm-Ducatra — — 20-Franc-Stiicke 8.85. <$#<><> Gulden ganz ober in Theilbetriigen, find gegen Operz. Ver-zinsung und gute hypvthekarische Sicherstellung beim Handels-Kranken- und Pensivns-Dereine itt Laibach zu haben. Naheres beim Vereinskassier Herrn Karl Leskovic. (353—1) Wie uns aus sicherer -Liuelle mit-getheilt wird, gefjort die Firma Gebriidcr Lilienfeld in Hamburg, Bank-, Wcch-sel- und Lotteriegeschaft, zuden aller-glucklichsten, indem derselben meistens die groHten Treffcr zu Theil wurden, und namentlich in den beiden letzten Schlufi-zichungen der hainburgcr und braun-schweiger Lvtterie wurde die Collecte obiger Firma ^anz autzerordentlich vom Glucke begnnstigt. (352—1) Steierm&rkische Escompte-Bank. Der Coupon 3\lr. 17