Donnerstag, 23. Jänner 1890. 109. Jahrgang. Laitmcher M Zeitung. «anMiig N "i ^wA«s,A «^^ hlllbMr,,, si, 7.>->me der Tonn- und ^eieNane, Die «dministration "eine Inserat" Mö^ >'>s Hm>« M,M,nn si, :, - Inscltycl.iir: Für V hrftndet sich lloi'grelsplah 2, die Msdacii,» «°hnho!»lls!e 24. Sprechstunde» der Nedaetiu» läßlich vun " "'" ä" 4 ürüen ^ lr,, größere per jjeüe i, lr.; be, öftere» Wiederholungen per Zeile » lr, ^ 1U t>i« 12 Uhr vormittag«, — Unsranlierte Briefe werde» »icht angenommen und Manulcripte »ich! zurückgestellt. Amtlicher Weil. Auf Allerhöchste Anordnung wird für weiland Seine königliche Hoheit Prinz Ämadeus, Herzog von Nosta. die Hoftrauer von Mittwoch, den 22stm Jänner d. I., angefangen durch zwölf Tage mit folgender Abwechslung getragen: die ersten sechs Tage, vom 22. bis einschließlich 27. Jänner, die tiefe und die weiteren fechs Tage. vom 28. Jänner bis einschließlich 2. Februar, die mindere Trauer. Se. l. und k. Apostolische Majestät haben dem Rittmeister des Husarenregiments Wladimir Großfürst von Russland Nr. 14 Vincenz Ritter von Popiel -ChoZcial die Kämmererswürde taxfrei allergnädigst zu verleihen geruht. _________ Se. k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 19. Jänner d. I. dem Ministerial-Vicesecretär im Justizministerium Franz Ienker in Anerkennung seiner ausgezeichneten Dienst« leistung das Ritterkreuz des Franz-Iosef-Orden« aller« gnädigst zu verleihen geruht. Se. k. uud k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 24, Jänner d. I. die Silvia Freiin von Nienerth zur Ehrendame des l. l. adelig.weltlichen Damexstiftes Maria-Schul in wrünn allergnädigst zu ernennen geruht. Der Ministerpräsident als Leiter des Ministeriums des Innern hat dm Prwatdocenten der slavischen Philo-logie an der k. k. Universität in Wien Dr. Karl Strekelj zum Redacteur für die slovenische Ausgabe des Neichsgesehblattes ernannt. Nichtamtlicher Mil. Tie ruffische Friedensliebe. Man soll nicht gering sprechen von den bedeut« samen Manifestationen russischer Friedensliebe, die in diesen Tagen aus Petersburg in die Welt geschickt worden. Der Zar selbst hat an diesen Manifestationen teilgenommen, und in feiner Zuschrift an den General- Jemleton. Das Weib des Kosaken. Es war Nacht auf der wilden Steppe. Unter dem flimmernden Sternenhimmel, mitten im wogenden Dcean der Gräser und Blumen stand eine kleine Stroh« Hütte. Ein windschiefer Zaun umgab Hof und Bienen-garten. In der niederen Stube, deren rauchige Wände Mit Heiligenbildern geschmückt waren, schlief Vaöa allein auf dem harten Lager, mit ihrem Schafspelz zugedeckt. Ihr Maun, der Kosak Dorobenlo. war davon, geritten auf das erste Feuersigna!, das einen Raubzug der benachbarten Tataren ankündigte. Plötzlich fuhr das junge Weib aus dem Schlaf und horchte. Es halte an die Thür gepocht, ja, und es pochte noch eiumal. Sie stand auf uud öffuete. Draußen staud das Pferd des Kosaken ohne seinen Reiter und scharrte mit dem Huf. Basa erschrak, sie kannte das treue Thier, deu flüchtigen, muthigen Schecken. Sie sagte sich, dass Dorobenko gefallen war, denn niemals hätte das Pfred ihn verlassen, wenn er noch am Leben wäre. An die Pfosten der Thür gelehnt, die Hände vor das Gesicht gepresst, begann die Arme zu schluchzen, und der Schecke legte ihr sanft den Kopf aus die Schulter und seufzte auf, als trauere er mit ihr lim Wuen tapferen Reiter. Das Kosatenweib legte die "nne nm den struppigen Kopf des lnuen Freundes und küsste ihn, dann trocknete sie ihre Thränen. Wenn er todt wäre, der Manu. der sie so sehr geliebt, dauu Mte sie noch eine Pflicht zu erfüllen. Die Rabeu «outen ihn nicht haben. Er sollte in geweihter Erde luhen, wie es einem frommen Christen geziemt. Baäa gouvei-neur von Moskau ist in warmen Worten der Wunsch ausgedrückt, dass Russland auch im neuen Jahre sich ungestört inmitten des von allen gewünschten und alle beglückenden Friedens der Entwicklung seiner inneren Kräfte widmen werde. Der Finanz, minister ViZneqradsklj hat in seiner Einbegleitung des Budgets den Zaren feierlichst beglückwünscht zu seinem Entschlüsse, mit allen Mitteln zur Erhaltung eines Russland ehrenvollen Friedens beizutragen. Das sind Symptome, die gewürdigt zu werden verdienen und deren Wert nicht wesentlich beeinträchtigt wird durch die Erwägung, dass vielleicht nicht so sehr der eigene freie Wille, als vielmehr der gebieterische Zwang der Nothwendigkeit die maßgebenden russischen Kreise zur Wahrung des Friedens bestimmte. Allerdings sehen wir. dass trotz den officiellen russischen Frieoensversicherungen das russische Budget sehr wesentliche und bedeutende Ausgaben für Rüstuugs. zwecke enthält. Die Erhöhung der Kosten für die Armee gegen das Vorjahr beträgt nicht weniger als 22 M'l-lionen Rubel. Nur 10'/« Millionen sind hievon für die Neuanschaffung der R^peticra/wchre und des rauch-losen Pulvers angesetzt. Die restlichen 11'/, Millionen dienen Nüstunqszweckm im weiteren Sinne. Dazu kommen noch 39 Millionen für strategische und com-merziellc Eisenbahnen. Das sind grohe Ziffern, über deren Höhe mau sich erst eiue rechte Vorstellung macht, wenn man sie in Gulden oder Francs verwandelt. Indessen braucht uns all dies für den Moment wenig' stens keinen Schrecken einzuflößen. Dass Russland rüstet und die massenhaft concentrierten Truppen an der Westgrenze möglichst rasch auf den vollen Kriegsstand zu brmgen trachtet, da« wiss n wir längst. Mit dieser Thatsache rechnen Oesterreich-Ungarn und'Deutsch-land schon seit wenigstens drei Jahren. Man hat nicht erwartet dass Russland in den Rüstungen Halt machen werde; man hat aber auch nicht Gelegenheit wahrzunehmen, dass neuestens irgend ein bedrohliches Symptom hinzugeNeten. und bei der Bescheidenheit, die die europäischen Völker unter dem Drucke einer stcteu Unsicherheit der Situation sich an. gewöhnen mussten, sind sie schon zufrieden, wenn die Lage sich zumindest nicht verschlechtert. Die diploma' tische Action Russlands gegen die bulgarische Anleihe, mit welcher vor einer Woche noch so viel Aushebens kehrte iu die Stube zurück, zog ihren Pelz an. wand ein rothes Tuch um ihre schwarzen Flechten, nahm den Kantschu vom Haken und steckte den Iatagan in den Gürtel. Nachdem sie sich überzeugt hatte, dass die bei» deu Pistolen in den Satteltaschen noch geladen waren, dass die Schlinge am Sattellnopf hieng und die Vrant-weinflasche im Sattelsack gefüllt war, schwang sie sich nach Männerart auf das Pferd und schlug die Richtung ein, welche Dorobcnko am Morgen genommen hatte. Eine tiefe heilige Stille herrschte auf der weiten Fläche. Nichts regte sich, nur ein leichter Wind strich durch die Halme. In der Ferne lag eine dunkle Masse, der Wald. Vaia flog wie ein Vogel durch die dustige Steppe, dem Dorfe zu. Hier fand sie. dass die Tataren sich zurückgezogen, aber reiche Brute und auch mehrere Gefangene mit sich genommen hatten. Sie begann wieder zu hoffen. Im Osten zeigte sich das erste keusche, weiße Licht, als sie an einem Kosakenhof vorbeikam, den die Feinde eingeäschert hatten. Hier lag auch der erste Todte auf der Straße, ein Muselmann. Sie lieh dem Pferde jetzt die Zügel frei. und wirklich, es schlug den Weg ein, den sie nehmen wollte, es trug sie über Stock und Stein, bis an den Ort. wo das Gefecht stattgesunden hatte. Weithin war das Gras von den Hufen zerstampft, gefallene Pferde und Menschen deck-ten den Boden. BaHa hielt den Schecken an, stieg ab uud ließ das kluge Thier laufen, sie war seiner voll« kommen sicher. Jeden todten Kosaken, der auf seinem Gesichte lag. wendete sie um. Sie suchte unermüdlich ihren Maun, sie fand ihn nicht. Er ist a/fangen. sagte sie sich; dieser Gedanke war ja ein Trost für sie. Indes war es Tag geworden, und die großen Geier und Ra« ben. welche die Gefallenen umkreisten und ihr schauer- gemacht wurde, ist wohl auch nicht als ein Desaveu der russischen Friedensaussichten oder als die Einleitung zu einer Action ernsten oder bewaffneten Charakters zu nehmen. Diese ganze Campagne papierener Rechtsverwahrungen war nichts ' als der Ausdruck des Un-muthes und des Verdrusses darüber, dass es dem kleinen Bulgarien gelingt, sich nicht nur im eigenen Hause comfortabel einzurichten, sondern auch auf europäischen Geldplähl'n Anlehen in beträchtlicher Höhe auf« zunehmen, wie sie selbst für das große Russland nicht leicht zu haben sind. Man wollte den verhassten Bulgaren das G'schäft ein wenig erschweren und glaubte mit einer diplomatischen Verwahrung diesen Zweck zu erreichen. Die Moskauer «Vjedomosti» sagten ruhmredig von dieser Action, bevor sie noch die Details derselben genau kannten, dass sie abermals Zeugnis geben werde von der Uneigennühigleit und Selbstlosigkeit Russlands. Nun war aber die ganze Action eingestandenermaßen nur darauf zugespitzt, die finanziellen Interessen Russlands bezüglich der Bezahlung der Occu-pationskosten vor angeblicher Schädigung durch die Verpfändung der Eisenbahnen zu bewahren. Von Un-eigennühigkeit und Selbstlosigkeit kann also in der Sache nicht die Rede sein. Die Phrisen von der russischen Uneigennützigkeit und Selbstlosigkeit haben überhaupt einen starken Stoß erhalten, seitdem bekannt geworden ist, wie die russischen Machthaber seinerzeit in Bulgarien und Ostrumelien die Steuergelder der armen, dürftigen Bevölkerung dazu benutzt haben, sich und ihre Anhänger zu bereichern. Jener Zettel, welcher im Archiv des bulgarischen Finanzministeriums aufbewahrt wird. auf dem der russische Generalgouverneur Bulgariens Fürst Donduloo-Korsakov mit eigener Hand verzeichnet hat, dass er sich selber vor seinem Abschiede aus dem Lande aus den vorhandenen Steuerqcloern ein Geschenk von 250,000 Rubel, damals gleichbcdeu-tend mit einerj Million Francs, zugewendet habe, bildet für alle Zeiten eine monumentale Illustration der oielgerühmten russischen Selbstlosigkeit und Uneigen-» nühigkeit. Hätte Fürst Dondutov - Korsalov während der Occupationsfrist die bulgarischen Finanzen nur mit einiger Gewissenhaftigkeit verwaltet, so würden die Kosten dieser Occupation längst gedeckt sein. Die Bul- liche« Mahl hielten. grüßten die Sonne mit lautem Geschrei. Plötzlich wieherte der Schecke in der Ferne. Sollte er seinen Herrn entdeckt haben? Basa lief auf das Gebüsch zu. vor dem das Pferd stand und mit dem Schweife schlug. Sie theilte die Zweige und schrie auf. Da lag ihr Mann auf dem Rücken, mit Blut Übergossen, die Augen geschlossen. War er todt? Sie warf sich über ihn und küsste ihn. Sie nahm ihn in die Arme und richtete ihn auf. «Dorobenko!» rief sie, «mein Einziger, mein Held, mein Täubchen!» Nein, er war nicht kalt, er athmete noch. Sie hatte die Brantweinflasche und flöhte ihm einige Tropfen ein. sie rieb ihm die Schläfen, und endlich seufzte er auf und öffnete die Augen. Sie rise ihm die Jacke auf und das Hemd. Da war die Wunde, ein Lanzenstich in der linken Brust. Sie wusch ihm die Wunde mit Vrantwein. dann zog sie den Pelz au« und schnitt mit dem Iatagan die Aermel ihres Hemdes ab, um ihn verbinden zu lön» nen; zuerst gab sie Dorobenlo zu trinken. Er that einen guten Zug aus der Flasche und athmete auf. Aaäa hielt ihn in ihren Armen und betrachtete ihn einige Zeit. dann machte sie das Zeichen des Kreuzes und sprach ein Gebet. «Fühlst du dich stark genug.» fragte sie nach eiuer Weile den Kosaken, «zu Pferde zu steigen mit meiner Hilfe?» Dorobenko schüttelte den Kopf. «Nein, ich habe zu viel Blut verloren.» — «Danu heißt es hier bleiben,» sagte Aasa, «bis du dich stark genug fühlst.» — «Ich möchte jetzt schlafen.» murmelte der Verwundete. Vasa legte ihn sanft in das Gras under und schob ihm den Mantelsack unter den Kopf, dann band sie das Pferd neben ihm an eine kleine Birke und gieng hinaus in die Steppe, um Nahrung und Wafscr für den Verwundeten zu suchen. Laibacher Zeitung Nl. 18. 142 23. Jänner 1890. garen haben übrigens keine Schwierigkeit erhoben, den von den Russen geforderten Betrag zu bezahlen und sie liefern die Raten desselben alljährlich an die Lanque nationale ab. Es liegt nur an den Russen, dieselben zu beheben. Sachlich war also zu einer Rechts« Verwahrung kein gegründeter Anlass vorhanden, und politisch wird wohl die ganze Action bald im Sande verlaufen. Schließlich ist noch die neue russische Anleihe und deren Bedeutung für Kriegs« und Friedens» Politik ins Auge zu fassen. Diese Anleihe wird thatsächlich nur aufgenommen, um die älteren russischen Orientanleihen zu convertieren. Sie hat sonach keine den Frieden störende oder bedrohende Tendenzen. Dass sie in Frankreich sehr guten Boden findet, ist allerdings als ein Symptom der nun auch in Geschäften sich bemerkbar machenden Annäherung zwischen Frank-reich und Russland beachtenswert, ohne jedoch für den Moment politische Besorgnisse zu verursachen. Das weiß ohnehin alle Welt, dass in dem Mo» mente, wenn es zum Losschlagen kommt, Frankreich und Russland einander sofort finden werden; allein alle Welt weiß auch. dass weder Frankreich noch Russ» land für eme solche Entscheidung vorbereitet sind. und alle Friedensfreunde geben sich der Hoffnung hin, die Mächte der Trippelallianz werden, wie bisher, ihre moralische und materielle Kraft in so imponierender Weise bekunden, dass es ihnen gelingen wird, den von mancher Seite gesuchten und vielleicht unvermeidlichen Entscheidungskampf in eine möglichst ferne Zukunft hinauszuschieben.________________________________ Politische Ueberficht. (Der czechisch < deutsche Ausgleich.) Das deutsch'liberale «Prager Tagblatt» schreibt: Graf Taaffe hat sich durch den großen Erfolg seines patrio« tischen Strebens ein Verdienst von außerordentlicher Tragweite und von eminent historischer Bedeutung erworben. Sein Name wird für alle Zeiten mit der Lösxng einer Aufgabe verbunden bleiben, die zu den schwierigsten gezählt werden darf, die je einem Staatsmanne beschieden war und die für den Fortschritt und das Gedeihen Oesterreichs von unermeßlicher Tragweite ist. Die Geschichte wird aber auch anerkennend jener Männer au« beiden Parteilagern gedenken, welche durch das Vertrauen ihrer Stammesgenossen berufen waren, an dem großen patrionschen Werke mitzuwirken und die durch ihre weise Mäßigung, ihre aufrichtige Friedensliebe und ihre Treue und Hingebung für Kaiser und Reich das Zustandekommen des schönen Friedenswertes ermöglicht haben. (Conferenz der Handelskammer -Secretäre.) Die vorgestern stattgehabte Conferenz der Handelikammer-Secretäre beschloss, die Urproduc« tion im allgemeinen in den Quinquennalberichten zu behandeln. Bezüglich der Socialstatistik wurde Folgendes beschlossen: Für den Quinquennalbericht 1890 ist von einer allgemeinen Lohnstatistik abzusehen; hingegen sind bezüglich der fabriksmäßigen Betriebe nebst der Nrbeiterzahl die Summe der im Jahre ausbezahlten Löhne, die durchschnittliche» Wochenverdienste nach Kategorien und der Lohnart (fester und Accordlohn), die Zahl der Arbeitstage im Jahre sowie die täglichen Arbeitsstunden zu erheben und zur tabellarischen Dar» stellung zu bringen. Die Sonne brannte dem armen Weibe heiß auf Kopf und Nacken, aber sie fragte wenig darnach, sie selbst quälte der Durst und der Hunger, aber sie wurde nicht müde. zu suchen. Umsonst. Weithin kein Quell, kein Tropfen Wafser, lein Baum, kein Schorn< stein. Schon begann sie jede Hoffnung zu verlieren, als sich plötzlich zu ihren Füßen eine kleine Schlucht öffnete, aus welcher der lieblichste Duft zu ihr emporstieg. Rasch kletterte sie hinab und befand sich jetzt mitten unter grünen Büschen, die mit großen rothen Himbeeren bedeckt waren. Sie band ihre Schürze zusammen, füllte sie mit den köstlichen Früchten, und ob» wohl sie todtmüde war, lief sie dann zurück zu dem Orte. wo Dorobenko lag. Er schlief noch. Sie setzte sich zu ihm, aber sie berührte die Beeren nicht, ehe er erwachte. Dann gab sie ihm zu essen und zu trinken, und erst als er satt war, stärkte sie sich auch ein wenig. Sie rastete einige Zeit, und nun begann sie wieder zu suchen. Der Brant« wein gieng zu Ende, sie musste Wasser haben. Es war Nacht, als sie zurückkehrte, wieder ohne Erfolg. Dafür hatte sie ein Kosalenpferd eingefangen, das sie in der Nähe grasend fand. und eine große Kürbisflasche am Sattel eines gefallenen Tataren entdeckt. Das war eine gute Beute. Sie band das Pferd an, so dass es neben dem Schecken grasen konnte, wechselte dem Verwundeten den Verband und blieb dann stumm und resigniert neben ihm sitzen. «Wasser!» bat der Kosak. Basa gab keine Antwort. «Wasser, meine Theure!» — «Ich habe keines.» — «Das Flüsschen kann doch nicht weit sein,» sagte Dorobenko. «Wo liegt es. zeige mir die Richtung.» — «Gegen Süden.» Baöa stand auf, hieng die Kürbis» flasche um und blickte um sich. Da sah sie plötzlich in (Zur Situation.) Die Prager «Politik» er< wähnt, dass die durch den nationalen Waffenstillstand gewonnene Zeit, unbekümmert um die Excesse der ra-dicalen Elemente rechts und links, zur volkswirtschaftlichen Restaurierung des Königreichs verwendet werde» müsse. — In Kuttenberg sistierte der Bezirkshauptmann den Beschluss der dortigen Bezirksvertretung. 200 st. für das hus Denkmal zu widmen, weil dies eine Ueber« schreitung ihres Wirkungskreises involviere. (Vom Obersten San itätsrathe.) In der letzten Sitzung des Obersten Sanitätsrathes gelangte ein Gutachten, betreffend Missstände beim Betriebe einer Spiritus- und Pottaschefabrik (Referent Obersanitätsrath Hofrath Professor Dr. E. Ludwig), und ein Gutachten über den Antrag auf Abänderung der Ministerialverordnung vom 3. Mai 1874 (R. G. Bl. Nr. 56) betreffend den Transport und die Ausgrabung von Leichen (Referent Obersanitätsrath Professor Dr. A. Weichselbaum), zur Berathung und Be-schlussfassung. (Zur Hus.Affaire.) Infolge des Beschlusses des böhmischen Landesausschusses, dass an dem neuen Museumsgebäude eine Hus»Tafel anzubringen sei, hat Fürst Karl Schwarzenberg sen. auf seine Stellung als Präsident der Museums - Gesellschaft resigniert. Ferner hat Prinz Karl Schwarzenberg jun, sich aus der Liste der Mitglieder der Museums«Gesellschaft streichen lassen. (Galizien.) Nach einer Kundmachung der ga-lizischen Statthalterei hat die Regierung die am 5ten October 1888 erlassenen Verfügungen, welche die Ein» suhr von Schafen und Ziegen aus Russland und Con< gresspolen beschränkten, wieder aufgehoben. (Die Iungczechen) werden am nächsten Sonntag nicht mit den altczechischen Abgeordneten gemeinsam, sondern in einer besonderen Versammlung über die Ausgleichsvereinbarungen berathen. (Ungarischer Reichstag.) In der Debatte über das Unterrichtsbudget legte vorgestern Minister Csaly unter allgemeinem Beifalle die verschiedenen Reformen des Unterrichtswesens dar. Ein Normativ für katholische Lehrer - B'ldungsanstalten werde mit Ver-meidung einer überflüssigen Verletzung der confessio-nellen Autonomie demnächst eingeführt. Der Minister sprach sich für die einheitliche Mittelschule aus, verwies auf die bereits durchgeführte Reform des Landes-Unterrichtsrathes und theilte mit. er beabsichtige statt der bisherigen Collegiengelder eine allgemeine Unterrichtstaxe einzuführen. Ferner stellte der Minister einen Gesetzentwurf in Aussicht, welcher die für den Bau von Voltsschulen bestimmte Summe um 200.000 fl. erhöht. (Vaso Pelagic.) Der in Belgrad verhaftete serbische Nihilist und Agitator Vaso Pelagii gehört zu jener bekannten Sorte bosnischer Emigranten, die wegen irgend eines begangenen gemeinen Verbrechens aus ihrer Heimat fliehen mussten und dann die Zeit ihrer unfreiwilligen Emigration mit der Verfassung von zusammenqedichtrten Zeitunqi.Eorrespondenzen und Emigranten-Memoranden zugebracht haben. In der letzten Zeit ließ Pelagi«! eine Broschüre erscheinen, in welcher er ein revolutionär-republikanisches Programm für Serbien empfahl. Die Broschüre wurde auch von meh reren extremen Abgeordneten der Stupstina im Lande der Ferne ein Licht. Was konnte es sein? Eine menschliche Wohnung? Vielleicht auch ein Lagerfeuer der Tataren! Mag sein. sie muss Wasser haben für ihren Mann. sie macht sich daher auf den Weg und folgt dem Schimmer, der sie vielleicht in das Verderben, in den Harem eines Khans führt. Das Licht richtet sich auf und scheint dann wieder zu schwinden, aber es führt sie sicher durch das hohe Gras bis zu einer Gruppe von Weiden. Hier — welch ein Ton — ein fernes Murmeln — ein Plä< tschern — Wasser. Plötzlich ist sie bis über die Knie im Sumpf. Es war ein Irrlicht, das ihr als Führer gedieut hatte. Sie ergreift noch zur rechten Zeit einen Zweig und fühlt bald wieder festen Boden unter ihren Füßen. Vorsichtig setzte sie ihren Weg fort. Das tanzende Feuer winkt ihr zur Linken, aber sie geht gerade aui, und schon blitzt der Wasserspiegel vor ihr auf. Ihr Herz pocht, sie ist so glücklich, sie möchte lachen und weinen zugleich. u„d in ihrer Freude beginnt sie laut zu singen: «Der Kosak tränlt sein Ross, Wasser schöpft die Hanne, Während er sein Liedchen sang, Weint sie in die Kanne. Da war das Flüsschen, mit Schilf umstanden-Sie kniete nieder, neigte den Kopf und trank wie ein Thier, das seinen Durst löschen will, aus dem fließenden Wasser. Dann füllte sie rasch die Kürbisstasche und eilte zurück zu dem Verwundelen. Um den Weg zu finden, hielt sie von Alt zu Zeit die Hände vor den Mund und rief: «Dorobento!» Lange Zeit erhielt sie leine Antwort, endlich klang es voll durch die Nacht: «BaZa!» Sie rief noch einmal. «Hier!» erwiderte der Kosak, und jetzt hörte sie auch massenhaft verbreitet, und sie scheint ziemlich viel ^ klang gefunden zu haben.^ nachdem Pelagic soeben be> d r Ergänzungswahl in Hacak für die Skupstina ca»' didiert wurde. Nun scheint das selbst dem radicals Ministerium zu dick geworden zu sein. und Pelagic tvB unter d»r Anklage wegen Hochverrathes verhaftet. ! (In der französischen Kammer) °^ antragte der Deputierte Reinach eine Resolution, lvol' nach in die Geschäftsordnung der Kammer die V,t' stimmuna. aufgenommen werden soll, dass, wenn e>» Deputierter den Weisungen des Präsidenten MoersW leistet, er für die ganze Sessionsdauer auszuschließ' fällig aufgenommenen Erwiderung Thevenets, wel^ betonte, dass die Ernannten hierauf berechtigten ^ spruch hatten, nahm die Kammer mit 301 gegen ^ Stimmen eine die Erklärungen der Regierung billiges Tagesordnung an. (Aus Westphalen.) Wie telegraphisch ff Berlin mitgetheilt wird. herrscht dort noch immer ^ Ansicht vor, dass es im rheinisch-westphälischen KoWI bezirke nicht zu einem Streik, sondern zu einem Ä^ qleiche auf Grund gegenseitiger Zugeständnisse seite"' der Zechenverwaltungen einerseits und der Vergarbe^ anderseits kommen werde. (Die spanische Ministerkrisis) ist/ geschlossen; Sagasta hat ein neues Cabinet gebM das aber die liberalen Dissidenten schwerlich bcf^ digen dürfte, da in dasselbe der Freihändler Puig^ oer, allerdings nicht als Minister des Handele, l^' dern der Justiz, eingetreten ist. Das Portefeuille t^ Aeußern hat wieder Vega de Armijo übernommen, st"" des Krieqes General Bermudez de Reina. (Die Anklage gegen Bratiano.) ^ der Tagesordnung der Sitzung der rumänischen K<^ mer vom 23. d. M. steht der Antrag auf Versetz"" Bratiano's in Anklagestand. Earp wlrd als erster M"' ^ das Wort ergreifen. Tagesneuigleiten. Se. Majestät der K aiser haben, wie das ungarO Amtsblatt meldet, für die griechischlatholische Sch"". in Naqypolena und die gr..or..r»m. Kirche in H^ je 100 fl.. für die reformierte Kirche in PerM 150 fl.. für die reformierte Schule in Petösziny«," reformierte Schule in Ramocsahüza und die lt^ mierte Schule und Kirche in Vily je 100 fl. zu!^ den geruht. — (Vom Tobe auferstanden.) "^ Wiener Vlatte berichtet man über einen ganz merlwül^ gen Vorfall, der sich diesertage in einem Orte in Nie^ östtrreich zugetragen hat. In dem bezeichneten Orte n»A ein Kaufmann, dessen Gattin vor kurzem erkrankte. ^' Krankheit nahm eine immer gefährlichere Wendung "'' die Patientin verfiel in Vewusstlosigleit, und vor ein^ Lagen constatierte der Arzt, dass bei der Frau der? eingetreten sei. An demselben Abend begab sich ein^ den Schecken wiehern. «Ich habe Wasser!» rief sie ^ begann wieder laut zu singen: «Der Kosak tränlt sein Ross» lc. Dorobenko antwortete: «Weine nicht, du holdes Kind, Lass' dich nicht betrüben, Denn ich lieb dich gar so sehr, Werd' dich ewig lieben.» Schon kam sie mit dem Wasser gelaufen. ^ nieder und gab ihm zu trinken. Er that einen voll Zug, dann sah er sie an. strich ihr das Haar aus ^ Stirne, und zwei große Thränen stahlen sich ihm "^ die sonnenbraunen Wangen in den Schnurrbart h^ Am fünften Tage sprach Dorobenlo: «Ich U, mich jetzt stark genug. Wir wollen nach Hause z"" h kehren.» Baöa half ihn auf das erbeutete Pferd"' band ihm auf dem Sattel fest. Sie selbst bestieg °,. Schecken. Langsam setzten sie sich in Bewegung...^ Schritt. Sie führte sein Pferd am Zügel und sp^ nach allen Seiten hinaus, um nicht von irgend el> Gefahr überrascht zu werden. , „ Als sie sich dem verbrannten Kosakenhof nähe"^ tauchten drei Reiter aus dem hohen Grase auf V sprengten auf sie zu. «Tataren!, murmelte Dorobe" «Bleib nur ruhig.» sagte VaZa, «ich werde dich ^i, oder mit dir sterben.» ' Schon waren die ersten b" . Reiter ganz nahe. Das Kosakenmeib zog die PHz aus den Satteltaschen und machte sich fertig. Ei" A^el fiel, und der eine der Feinde stürzte aus dem ^" ^ Das Gras verschlang ihn. während sein Pferd dav jagte. Ein zwewr Schujs. Der Rappe des zweite" ;.,, taren bäumte sich auf und stürzte dann in die ^,i Blitzschnell zog Baöa den Yatagan und trieb ^ Schecken vorwärts. Im Vorbeireiten fasste s" 143 23. Iiinntr 1890. Orte schon lange in üblem Leumund stehender Vursche m die Todtenkammer, um den dort liegenden Leichnam ^ . ^ Kaufmannes zu berauben. Ein Nmg lieh n?^ ^« "'^ "fernen. Der diebische Strolch «3 -!>" ^^" ""d "°llte den Finger mit dem Ringe abschneiden. Kaum war die Messertlinge in das Fleisch des regungslos daliegenden Körpers gedrungen, als ein schrei ertönte, ein Schrei, welchen die angeblich todte 6rau ausge^oßen hatte. Entseht fuhr der Leichenschänder zurück. D,e Frc.u war nicht todt, das Leben war in ihr wiedergekehrt; warmes Blut rieselte aus der Wunde, welche er ihr zugefügt, auf die Hand des Diebes nieder. Und die für todt gehaltene Frau, welche im offenen «arge lag. nchtete sich langsam auf. während der Strolch w'e em Wahnsinniger davonlief und das Weite suchte, «le Gattin des Kaufmannes stieg aus dem Sarge, in weichem s,e am nächsten Vormittag hätte begraben wer-oen sollen. Da« Bewusstsein musste bei ihr völlig wieder-gelehrt sein. denn die Frau öffnete die Thür der Todten» lammer, sie begab sich auf die Straße und machte sich aus oen Weg zu ihrem Hause, zu der Wohnung, wo ihr Gatte s,e als Todte beweinte. Die Frau lam in ihre Hchmmg. Das Thor des Hauses war gesperrt, sie zog me Hausglocke. Der bei dem Kaufmanne bedienstete ^onimls öffnete das Thor, und auf seine Frage: «Wer o°/' wurde ihm die Antwort zutheil: «Ich. die Frau!» ^tan kann ,,ch das Entsetzen des Bediensteten vorstellen, "s er stch mm thatsächlich der todtgeglaublen Frau gegenübersah. Der junge Mann verlor die Fassung, er war vor Aufregung nicht imstande, den Galten zu ver-"ndlgen. Und nun erst die Scene mit dem Gatten! Als letzterer den angeblichen Leichnam seiner Frau das Zimmer delreten sah. als ihn die Gattin, wacher er am nächsten ^tage das letzte Geleite geben sollte ansprach, und ihn auf me Welse von ihrem Leben überzeugte. Der Gatte der noch eben seine Frau als todt beweint, sah dieselbe nun lebend vor sich; die Frau war nur scheintodt gewesen fte war vom Tode auferstanden. «Mi,.^^''. ^° Dudik.) Einem Nekrologe der entnehmen wir über den verstorbe-n^^'^" Landeshistoriographen Dr. Veda Dudil HntV"a^^°^^ ^ v""k N°n 1863 eine ^vD^«^e^^ Im Iah^ ^nächst nach Graz. n.^ ^ l , ^ begleitete er Se. Majestät den Kaifer befahl ihm dann. auf- festmt^^.^^ ^^linge wieder am Sattel be-N ^ ^'^ü"^"' ^' "^' des gefallenen Tataren schen K?.« ^'^ velW'dene Kostbart.itn,. einen tilrli-Paar s.n,,^^^'^' "" lloldenes Kreuz und ein hi lt N^ "^ ?^g'l)ä.'ge. die sie jubelnd empor-3 chnür l^!" ^" .'^' ^'ute in den ManlVlsack geill)nurt hatte, weg sie wieder auf den Schecken. mein S^'. "^^em Tataren zu. «jetzt bist du la M m^n «w" ^" "''' ^" ^^' ^stellen, so Sie li^? ^°"" "^ arbeiten kaun. Vorwärts!, "eß den Kantschu knallen. «Vorwärts!. L.v. Sacher-Masoch. Damit kommt sie einem langen und tiefgefühlten Bedürfnisse entgegen, und wir sind überzeugt, dass die hochwürdigen Herren Kirchenvorstände diese Gelegenheit ergreifen werden, um die Glocken zu versichern. Je mehr sich betheiligen, desto billiger stellen sich im Verlaufe die Prämien, da die Anstalt auf Wechfelseitigkeit beruht. Wir wünschen derselben jenen Anklang und jene Förderung, die sie verdient. General-Repräsentant der «Huio cHluolioa» für Krain ist Herr I. Profenc in Laibach. — (Der kleineKönig vonSftanien,) der sich in voller Reconvalescenz befindet, verlangte jüngst ein wkichgrsottenrs Ei. was die Aerzte nicht gestatteten. Der königliche Knabe weinte, und um ihn zu beruhigen, versicherte srine Mutter, dass die Hühner im Monate Januar leine Eier legen. Der König hörte auf zu weinen, doch beruhigte er sich erst vollständig, als seine Mutter ihm versprach, nach Aranjuez zu schicken, um dort an» fragen zu lassen, ob die Hühner nicht dort vielleicht fleißiger seien. — (Cartel! der Glassabrilanten.) Wie der «Pester Lloyd» mittheilt, haben die zwischen den österreichischen und ungarischen Glashütten geführten Ver> Handlungen behufs Vereinbarung eines Cartells für Tafelglas zu einem Positiven Resultate geführt. Diefe Einigung hat für die ungarische Glas. Industrie einen besonderen Wert, der sich erhöhen wird. wenn es gelin, gen sollte, auch für andere Glassorten ein Abkommen zu treffen. — (Cholera.) Die Cholera in Bassora, der bedeutenden Hafenstadt unweit des persischen Meerbusens, hat auch einen daselbst ansässigen Arzt aus Oesterreich, Dr. Kosek, hinweggerafft. Nach einem Schreiben waren bis jetzt gegen 3000 Bewohner der Cholera zum Opfer gefallen, darunter der englische Viceconsul Robertson mit zwei Kindern und viele andere Europäer. — (Franz Lachner f) Vorgestern ist, wie schon telegraphisch gemeldet wurde, in München der pen» sionierte General-Musikdinctor Fr. Lachner, 86 Jahre alt, gestorben. Den Grund seiner musikalischen Bildung legte er in Wien, wo er den Unterricht von Srchler und Stabler genoss. Er brachte auch mehrere Jahre dort in musikalischen Stellungen, so als Organist und dann als Opernlapellmeister, zu und hatte noch das Glück, mit Franz Schubert in freundschaftlichem Verkehr einige Jahre verbringen zu können. Im Jahre 1836 wurde er zum Hoflapellmeister in München ernannt. Im Jahre 1852 wurde er baierischer General-Musildirector und errang e,ne dominierende Stellung in der Musilwelt in Vaiern und reiche Anerkennung als Compositeur auch außerhalb seines Vaterlandes. «, p 7 . cn»^ Schach.) Aus Havana wird unterm 16ten ^ ^meldet, dass die neunte Partie in dem Matsch Mschen Gunsberg und Cigorin um die Schach. Meisterschaft nach dem 31. Zuge remis blieb. Die zehnte Partie endete mit einem Siege Gunsbergs nach dem 46. Zuge. GunSberg hat jetzt vier, Cigorin drei Partien gewonnen, drei blieben remis. — (Frühlingstrieb.) Aus St. Georgen am Mbsfelde wird geschrieben: An einem AbHange in der Nähe des Schulgartens hatte der warme Sonnenschein am 17. d. M. mehrere Märzveilchen zur Blüte gebracht. Es dürfte gewiss eine große Seltenheit sein, zu solcher geit diese lieblichen Frühlingsboten im Freien zu finden. — (Eine schreckliche Liebestragödie) erregt in Pressburg großes Aussehen, Der dortige Iour- Nachbrull verboten, Verschlungene Zsäöen. Roman aus dem Englischen von Hermine Franlenpeiu. (N?. ssortfehuna.) Nicht so Doctor Seaport, dem gar sehr um die Ausklärung des Grheimnisfts zu th»n war; er hielt es vielmehr für seine Pflicht. Otto von der schwrr-wicgrnden Entdeckung, die er bezüglich der Ursache von der Erkrankung des Baronets gemacht hatte, in Kenntnis zu setzen. Per junqe Osficier war anscheinend von dieser Eröffnung völlig überwältigt, so dass er eine Zrit lang kein Wort hervorzubringen vermochte. Endlich sagte er: «Und Sie glauben, dass das Gift meinem Onkel in der Limonade verabreicht wurde?» «Ja. es ist hierfür alle Wahrscheinlichkeit vor« Handen.» Otto zögerte, scheinbar überlegend, noch einige Augenblicke; dann wandte er sich an Sir Ralph. «Erinnerst du dich riues Morgens vor nicht langer Z<>it, als du durch das Fenster deines Studierzin,. mers sahest, wie Adrienne etwas in deine Limonade lh.it?» Sir Ralph machte eine leicht znstimmcndl' Bewegung ; er erinnerte sich „ur zu wohl an diesen Um> stand, und derselbe schien jetzt eine tödliche Bedeutsam« teit für ihn zu hal^n. .Reden wir nicht weiter davon,» fagte er in sehr motten, Tone. «Ich hin ermüdet, erschöpft, fast nn« fähig zu denken, geschweige denn zu reden. Ich muss eine Zeit lang Ruhe haben.» nalist Aladar Palkovics be Schenlwitz schoss auf seine Geliebte, die Schauspielerin Louise Streicher aus Baden bei Wien, ein selten schönes Mädchen, eine Kugel ab, welche ihr das Auge durchbohrte. An ihrem Aufkommen wird gezweifelt. Pallovic« schoss dann auf sich selbst und zertrümmerte sich den Schädel. Ec blieb sofort todt. — (Epidemie) Im Vacser Comitate nimmt die egyptische Nugenlranlheit, das Trachoma, immer mehr überHand. Nach der neuesten Conscription befinden sich in Martonos 57, in Alt-Kanischa 630. in Ada 217. in Mohol 861, demnach in diesen vier Gemeinden zusammen 1775 Trachomalranke; ja in Zenta sind deren sogar beinahe 2000. — (Emin P a s ch a.) Die Meldungen über Emin Pascha bezeichnen dessen Zustand als sehr ungünstig. Durch ein Geschwür am Schädel sei die Zunge theilweise gelähmt. — (Die elektrische Hinrichtung an einem Ochsen erprobt) Elektrische Hinrichtunsss» apparate wurden am letzten Samstag im Gefängnisse zu Newyorl an einem 450 Pfund schweren Ochsen erprobt. Derselbe wurde durch den elektrischen Schlag blitzschnell gelobtet. — (Druckfehlerteufel.) ... Das Fest ist als ein durchaus gelungenes zu betrachten; besonders erfreulich war es, dass der Gesangverein den Abend mit seinen Vorträgen verschonte. Local- und Provinzial-Nachrichten. — (Ein Philanthrop.) Aus Prag wirb uns berichtet: Der bekannte Förderer deutscher Wohlthätigkeit«' zwecke Herr Johann Stampfl ist Dienstag nachts, 85 Jahre alt, hier gestorben. In Gottschee gebürtig, kam er in den dreißiger Jahren nach Prag. errichtete eine Südfrüchtenhanolung und erwarb ein bedeutendes Ver« mögen, das er nach dem Tobe des letzten seiner sünf Kinder zu großen Wohlthätigkeitsacten benutzte. Unter seinen Stiftungen sind besonders zu erwähnen: Eine Stiftung von 100,000 fl. für arme deutsche Studierende des Bezirkes Gottschee, die Errichtung einer deutschen Holzinbustrieschule in Gottschee, die er an den Deutschen Schulverein übergab. Bei dem Tobe seines letzten Kindes, der Gemahlin des deutschen Advocaten Dr. Rihl, übergab er an 100.000 fl. deutschen Vereinen und Instituten. Ehre seinem Andenken l — (HandelSball.) Das Comiti des für den 8. Februar projectiert gewesenen Hanbelsballes hat beschlossen, wegen des gegenwärtig nicht günstigen allge» meinen Gesundheitszustandes heuer von der Abhaltung dieser Tanzunterhaltung abzusehen. — (Der Unterstützungsverein für slo« venische Studierende an der Grazer Universität) versendet soeben den Rechenschaftsbericht für das abgelaufene Jahr 1689. Der Verein besitzt ein Ve» mögen von 7200 fl. Im verflossenen Jahre betrugen die Einnahmen 1127 fl. 3 kr., die Ausgaben 682 fl. 12 kr. Es verblieb somit ein Varbetrag von 444 fl. 9 kr. Der Ausschuss des Vereines besteht im Jahre 1889/90 aus den Herren: Universitätsprofessor Dr. Ore» gor Krek, Vorstand und Cafsier; Unioersitätsprofefsor Dr. I. H. Vldermann, Vorstand-Stellvertreter; eanä. Mi-. Vogomil Krel, Secretär; ntuä. Ml. Franz Krancic, vkmä. moä. Josef Treiber, uwä. moci. Iaroslav Atek, »wd. pliil. Mit dieser Ansicht stimmte Doctor Seaport vollkommen überein, denn der Baronet sah wirklich nicht darnach aus, als ob er zu der geringsten Anstrengung fähig wäre. Seine Züge waren eingrfunken und ver« fallen, und tiefe bläuliche Ringe lagen um seine Augen. Der Arzt wollte ihm einen beruhigenden Trank verordnen, ab^r Sir Ralph weigerte sich. denselben zu nehmen. «Ich branche Ruhe — nur Ruhe.» sagte er, und so ließen sie ihn allein mit den tausendfachen Qualen, die er um seine junge Gattin litt, an die er eine Welt voll Liebe verschwendet hatte — eine Liebe, die ihm auf so schlimme Art vergolten worden war. Schr zeitig am nächsten Morgen kam Doctor Seaport wieder nach Lynwood Hall. denn er war im höchsten Grade beunruhigt wegen Sir Ralphs Be-finden, und sein»» Angst verminderte sich nicht, als er ihn sah. Der Baronrt war die ganze Nacht nicht im Bette grwchn; hohläuigig saß er in seinem Lchnstuhl. ein trauriger Gegensah zu srinem früheren Ich. Otto war bei ihm, als der Doctor eintrat. «Mein lieber Sir Ralph, ich beschwöre Sie, ein beruhigendes Mittel zn nrhmen und zu Bette zu gehen!» rief der Doctor aus. «Sie bedürfen dringend der größten Ruhe!» , .^. .. «Aber es ist mir ganz unmöglich, ste zu ftnden.» antwortete S>r Ralph in ergreifend traurigem Tone. «Ich muss dieses Gcheimnis wegen des Giftes zuerst aufklären. Otto hat mir eben gesagt, dass nicht nur um seinetwillen, sondern auch wegen der ganzen Dienerschaft wir trachten müssten, der Sache auf den Grund zu kommen, und darin stimme ich mit ihm überein. Aber,» fügte er hinzu, sich mit der Hand über die Laibacher Zeitung Nr. 18. 144 23. Jänner 1890. Valentin Korün, swä. jur. Franz Tominsek, Ausschüsse; «wä. Mr. I. Solgar, eanä. meä. H. Oullje, caiiä. meä. Rudolf Reftic, Ersatzmänner. — (Freiin Anna von Apfaltrernf) In Graz ist vorgestern die Gemahlin des k. und l. Kämmerers, Mitgliedes des Herrenhauses und des lrainischen Landtages lc. Otto Freiherrn von Apfaltrern, Anna Freifrau Apfaltrer von Apfaltrern, im Alter von 72 Jahren an einer Lungenentzündung infolge In» fluenza gestorben. Die feierliche Beisetzung in der Fa» miliengruft erfolgt morgen um 2 Uhr nachmittags auf dem Friedhofe der Eommenda St. Peter bei Stein. — (Appell an die öffentliche Wohl« thäti gleit.) Zu Gunsten der Conducteurswitwe Vero« nila Hauser ist der Redaction dieses Blattes gestern der Betrag von 24 st. 31 lr. zugekommen, und zwar von einer Tischgesellschaft in der Restauration des < Hotel Elefant» 12 fl. 31 lr., von der Abendgesellschaft im lleinen Zimmer der Nuer'schen Weinhalle 12 fl. Wir haben den obgenannten Betrag sofort an die unglückliche Frau abgeführt, welche mit Thränen in den Augen allen Spendern den innigsten Danl ausfprach. Weilers sind in der Administration unseres Blattes folgende Spenden eingelaufen: von einem Ungenannten 5 st., von zwei Ungenannten je 2 fl. Weitere Gaben nimmt die Admi« nistration unseres Blattes, Congressplatz 2, mit Danl entgegen. — (Deutsches Theater.) «Galeotto», Drama in drei Acten und einem Vorspiele von Iosi Echegaray, wird heute an unserer Interimsbühne als Novität zum erstenmale aufgeführt. Der Name Cchegaray war bisher ein gänzlich unbekannter. Mit der Aufführung des «Galeotto» im Hofburgtheater in Wien war die große lite» rarische Bedeutung Echegaray's mit einem Schlage an« erlannt. Das Drama des spanischen Dichters, der De» putierter im Parlamente zu Madrid und Professor an der dortigen Universität ist, hatte in Wien und an allen Orten, wo es gegeben wurde, einen sensationellen Erfolg. Bei der heutigen Erstaufführung spielt der ausgezeichnete Gast vom deutschen Vollstheater in Wien, Fräulein Lola Albrecht, als letzte Gastrolle die bedeutende Partie der «Julia». Die anderen Hauptrollen sind mit den Herren Neher und Voudel und Frau Thomas-Söld be» seht. Morgen bleibt die Bühne geschlossen. — (Der Influenza < Vaccillus) ist, wie die «Wiener allgemeine Zeitung» mittheilt, durch einen Wiener Arzt, Dr. Iolles, entdeckt worden. Derfelbe soll diesen Baccillus aber auch im Wiener Hochquellen» Wasser gefunden haben. Cs bleibt nun abzuwarten, ob diese Entdeckung vor dem Urtheile der Fachgelehrten Bestand haben wird. — (Goldene Hochzeit.) Der gewesene Maschinenmeister der Vlaznit'schen Druckerei in Laibach, Herr I. Kadei-abel, und seine Frau begehen am 26. d.M. ihre goldene Hochzeit. Herr Kaderabek ist gegenwärtig 80 Jahre, seine Frau 71 Jahre alt. Im Jahre 1875 feierte Herr Kadekabel sein bOjähriges Jubiläum als Typograph. — (Südösterreichisch-ungarischer Hol z-hilndlerverband.) Im Hotel «Stadt Wien» zu Marburg findet am 26. d. M. um 9 Uhr vormittags die Generalversammlung des südösterreichisch«ungarischen Holz« Händlerverbandes statt. Aus der Tagesordnung stehen der Rechenschaftsbericht für 1889, Wahlen und allfällige An» träge. — (Unsere Voreltern.) Jeder Mensch hat 2 Eltern, 4 Groheltern, 8 Urgroßeltern, 16 Ururgroß. Stirn fahrend, «ich bin nicht in der Verfassung, irgend etwas selbst zu thun, und ich muss diese Aufgabe daher Ihnen übertragen.» Dr. Seaport verneigte sich ernst zustimmend lind zog sich mit Otto in ein anderes Zimmer zurück, um die Sache mit ihm zu besprechen. «Ich für meinen Theil zweifle nicht im entfern« testen daran, dass Lady Lynwood für diesen Mordversuch verantwortlich ist.» sagte Otto, «die gegen sie vorliegenden Beweise sind fast unwiderlegbar. Klauben Sie nicht, dass wir ihr Zimmer durchsuchen sollten?» Der Doctor zögerte anfänglich, willigte aber dann in den Vorschlag, und beide begaben sich hierauf in die Gemächer, die so sorgfältig und geschmackvoll für Sir Ralphs junge Gemahlin hergerichtet worden waren und die schon jetzt, obwohl ihre junge Herrin erst so lurze Zeit abwesend war, ein verödetes und vernachlässigtes Aussehen hatten. Adrienne hatte nicht die Gewohnheit, ihre Schränke verspert zu halten, und in den eleganten Kästchen und Eassetten, deren es genug in dem Zimmer gab. steckten überal kleine, fein gearbeitete Schlüssel. Dr. Seaport untersuchte zuerst diese Cassetten. Sie enthielten meist kleine Schmuckgegenstände, Flacons mit wohlriechenden Essenzen und Briefe von ehemaligen Schulfreundinnen. In einem Kästchen fand Doctor Seaport ein kleines dunkelblaues Fläschchen und ein Papierpäckchen, das ein weißes Pulver enthielt. Dieser beiden Gegenstände ansichtig werdend, drückte sich in dem gutmüthigen Gesicht des Arztes Widerwillen, ja Abscheu alls. (Fortsetzung folgt.) eltern, 32 Voreltern in der fünften Generation, 64 in der sechsten, 128 in der siebenten, 256 in der achten, 512 in der neunten und 1024 in der zehnten Generation. In der sechzehnten Generation hat jeder schon 65.532 Voreltern. Sechzehn Generationen nehmen einen Zeitraum von 500 Jahren ein. Unter den 65.532 Voreltern, die jeder der jetzt lebenden Menschen im 14len Jahrhundert hatte, befinden sich gewiss Personen aller Stände und Classen, Arme und Reiche, daher der Unterschied in der Herkunft der Menschen wohl kein großer sein dürfte. — (Der Vorschusscassen-Verein in Gurkfeld) hält seine diesjährige Generalversammlung Sonntag, den 23. Februar, um 10 Uhr vormittags im Schulgebäude mit folgender Tagesordnung: Ansprache des Directors; Rechnungslegung des Vorstandes und Bericht der Revisoren; Bericht über die Ausschließung etlicher Mitglieder; Wahl des Vorstandes und der Revisoren; Anträge. — (Fräulein Poldi Pitsch,) die von ihrem Engagement in Laibach in gutem Andenken stehende Soubrette, unternahm im Vereine mit Herrn Rudolf Exel, welcher ab September 1890 auf drei Jahre ans Residenztheater in Berlin engagiert ist, eine Tournee mit einer aus 25 Personen zählenden Gesellschaft, die in Görz, Pola, Trieft, Fiume und Abbazia Vorstellungen gibt. — (Aus Agram.) Die Majorität des Agramer Ge« meinderathes hat beschlossen, den oppositionellen Landtags» Abgeordneten Dr. Emil Amrus zum Bürgermeister von Agram zu candidieren. Die Candidatur des Abgeordneten Dr. I. Frank wurde schließlich fallen gelassen. — (Unglücks fall.) Unser Landsmann Herr I. Kolenz, k. k. Vezirkshauptmann zu Spittal in Kärnten, fiel biesertage infolge Glatteises und brach sich hiebei den linken Arm. Aunst und Aiteraluv. — («Der Rechtsrathgeber.») In A. Hartlebens Ver-lag in Wien ist jüngst erschienen: « Der Rechtsrathgeber», leichtfassliche Velehrung in allen Civil. Rechtsangelegenheiten außer Streitsachen und im Strafverfahren, nebst Anleitung zur Selbstverfassung aller hierauf bezüglichen Eingaben, als: Grsuche. Anzeigen, Anmeldungen, Testamente, Codicille, Erbserklärungen, Verträge, Vergleiche, Erklärungen, Strafanzeigen, Verusungs« ausführungen u. s. w., mit zahlreichen Iormularien von Bern« hard Camillo Steidl. Gebunden 2 fl. Das vorliegende reichhal» tige und für jedermann wichtige Werl hat es sich zur Aufgabe gemacht, in chronologischer Reihenfolge alle civil° und strafrechtlichen gesetzlichen Bestimmungen kurz und deutlich darzustellen und deren Anwendung für das praktische Leben durch eine grö' ßere Anzahl von Beispielen und Formularien zu erleichtern. Es werden in demselben nicht nur die Rechte in der Ehe, vom Verlöbnis angefangen bis zum Ende derselben; die Rechte zwischen den Eltern und den Kindern, und zwar nicht nur der ehelichen und unehelichen, sondern auch der Wahl« und Pflegelinder; die Personenrechte an und für sich; das Vormundschafts.. Curatcl-und Verlassenschaftswesen einschließlich des neueu Gesetzes über die bäuerliche Erbfolge (Höferecht), dann die Vorschriften für die Verfassung der Testamente, Codicille, Nachlassausweise u. s. w,; ferner alle anderen im gewöhnlichen Leben vorkommenden Rrchts-angelegenheiten, als: Todeserklärungen, Amortisierungen, Depositenwesen, die Verfassung aller Gattungen von Privaturkun-den, dann das Verfahren in Grundbuchsangelegenheiten genau und eingehend und gestützt auf die diesbezüglich bestehenden gesetzlichen Bestimmungen erklärt. Ferner wird in demselben eine specielle Anleitung gegeben, um die auf diefe Angelegenheiten sich beziehenden Gesuche, Eingaben und Urkunden selbst verfassen zu können. Endlich enthält der «Rechtsrathgeber» eine genaue Uebersicht und Belehrung über die strafgerichtlichen Bestimmungen, nebst einer durch Beispiele und Formularien illustrierten Anleitung für alle Phasen des strafgerichtlichen Verfahrens. — (Herz. Ein Buch für die Knaben. Von Edmondo de Amicis, nach der 72. Auflage ins Deutfche übersetzt von Rai' mund Wülsec, Verlag von Felix Schneider in Basel) Dieses Buch, das bereits in zwölf Sprachen übersetzt ist, bezweckt ins» besvndere die Nildung von Herz und Gemüth der Knaben und ist so geschrieben, dass es gewiss nur in den seltensten Ausnahmsfällen seinen Zweck nicht erreichen dürfte. — (Der böhmische Schnell-Lehr er.) Dieses im Verlage von C. Winllers Buchhandlung in Brunn erschienene Buch bietet eine von Fr. Vymazal verfafste, leichtfassliche Anleitung zum Selbstunterricht in den Elementen der böhmischen Umgangssprache. Den 58 Lectionen. in welche dieser Unterricht zusammengefasst ist, reiht sich auch die entsprechende Lecture in böhmischer Sprache an. Neueste Post. Original-Telegramme der «Laibacher Ztg.» Prag, 22. Jänner. .Hlas Näroda» theilt mit, dass die jungczechischen Abgeordneten zu der Sonntag stattfindenden Konferenz nicht geladen werden. Die altczechischen Abgeordneten, sagt das Blatt, werden allein den Bericht ihrer Wiener Delegierten entgegennehmen und beschließen, was ihnen das Gewissen und die Vaterlandsliebe gebieten. Den jungczechischen Ab-geordncten werden bloß Abschriften der Wiener Vereinbarungen zugestellt werden. Was sie beschließen, sei ihre Sache. Weiter erklärt «HlasNäroda», der Czechen-Elub werde fortfahren, treu zur Rechten zu stehen in unverbrüchlicher Solidarität. Trieft, 22. Jänner. Laut Nachrichten, welche ans Tanger an die Seebehölde gelangt sind. wüthet die Influenza in ganz Fez seit mehreren Wochen. Eine Depesche aus Rom meldet, dass die Zahl der Influenza« Ertrankt?« daselbst 60.000 betrage. Berlin, 22. Jänner. Der Vicepräsident des Reichstages, Freiherr von Franckenstein, ist um 11 Uhr vormittags gestorben. Herlin, 22. Jänner. Im Reichstag glaubt man, Fürst Vismarck werde Donnerstag an der Socialisten' Debatte theilnehmen und macht sich auf große Wahl« reden gefasst. Turin, 22. Jänner. Das Leichenbegängnis des Herzogs von Aosta gestaltete sich sehr imposant; eine ungeheuere Menschenmenge war anwesend. Hinter delN Sarge schritten der König, der Kronprinz, die Söhne des verstorbenen Herzogs, der Herzog von Genua, der Prinz von Hohenzollern. Der König geleitete den Sarg bis nach Snperga. Petersburg, 22. Jänner. Ein heute veröffentlichtes Gesetz vermehrt die im Kriegsfalle von Don«Kosaten aufzustellenden Regimenter um vier. Angekommene Fremde. Am 21. Jänner. Hotel Stadt Wieu. Smola. Lehrer. Podol. — Kramar unl> Prarmeister, Graz. — Voll, Prehburger, Robicel und Block, Kaufleute, Wien. — Müller. Ingenieur. Wien. — Klarman, Baumeister, Graz. — Grohmann, ckmä. »äv., Adelsberg. Hotel Elefant. Albrecht, Gregel, Strakofch, Vauhardt. Hula. Hanusch und Klug. Wien. — Hochinger, Kaufm., München- — Wein, Reis., ssiume. — Ionle, Gottschee. — Schmoll«, Neis.. Prag. — Cucel. St. Peter. — Devetal, Karfreit. -^ Verti, Kaufm, Innsbruck. — Wurdela, Kaufmanns'Gattin, Topuslo. — Steiner, Trieft. — Dubolovic. Dalmatien. -" Krelja. Beamter, Trieft. — Protte. Kfm.. Paris. Hotel Silobahnhof. Tschauer. Ferlnch. — Geist, Lederer, Wientt« Neustadt. — Löwenzahn, Uhrmacher, Wien. — guanti, Udine — Weigner, Littai. Verstorbene. Den 21. Jänner. Francisca Mihelic, Köchin. 36 I-, Herrengasse 11, Eklampsie. — Urfula Tehoonil. Arbeiterin. 15 I.. Petersstraße ??, morlius Zrißklii. Den 22, Jänner. Johann Poderzaj. Nrbeiters-Sohn, 22 Tage. Schießstättgasse 1l. Influenza. — Franz Dolenc. gewesener Postbeamte, 29 I., Reitschulgasse 5, Tuberculose. volkswirtschaftliches. Laibach, 22. Jänner. Auf dem heutigen Markte sind erschit' nen: b Wagen mit Getreide, 4 Wagen mit Heu und Stroh und 14 Wagen und 3 Schiffe mit holz. ________________Durchschnitts.Preise. Weizen pr. Heltolit. 6 6« 7 30 Butter pr. Kilo . . ^95 ^ Korn » 5 __ 5 75 Eier pr. Stück . . — g ,^/< Gerste . 4 55 5 70 Milch pr. Liter . . — 8 ^ Hafer ' 3 - 3,20 Rindfleisch pr. Kilo - k« ^ Halbfrucht .-------lj 10 Kalbfleisch . __ 5g ^ ^ Heiden » b — 5 70 Schweinefleisch . — ßy -^ hnse . 4 bb b 70 Schöpsenfleisch . — 32 -^ Kukuruz . 4 50 4 90 Händel pr. Stück . — 40 ^- -" Erdäpfel 100 Kilo 3 57-------Tauben . ^ 17 ^ ^ Linsen pr. Heltolit. 10-----------Heu pr. M.'Ctr. . 2 32 ^ ^ Erbsen . g-----------tzlroh . .. 250-^ A'°^" ' »---------b"lz. hartes. pr. Rmdsschmalz Kilo 15------- Klafter 7 20^ Tchwemeschmalz. -70--------weiches, . 430-- Speck, frisch, . ^54-------Wein, roth., 100M.____88 - — geräuchert. —68-------—Weiher. .____30"" Meteorologische Beobachtungen in Laibach. ^ l^W ZI Ä ^U7 Mg.^ 735-9 —4^6" 22. 2. N. 733 3 18 NW. schwach bewüM «1« 9. Ab. 17319 18 W. schwach! Nebel ^" Morgennebel, dann etwas gelichtet, einzelne Sonnende, gegen Abend Regen. Das Tagesmittel der Temperatur -0 ^ ' um 17° über dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: I. Na^gllc^ Seiden-Grenadines, fchwarz u. farbia (auch alle Lichtfarben). 95 lr. bis fl. 9 25 per Meter (in 18 Qual-) — versendet robenweise Porto» und zollfrei das Fabril'DePÜl K. Nvnnsliyrß sl. u. k. Hoflieferant), XürieU. Muster ulN" gehend. Briefe losten 10 lr. Porto. (H) 2—! Hsl V Uilsom 22loiniötvu 16 ixiöol n» 8vit.lt) ^ ß ?W z. ÜWllllÜÜM. V M ^lvgantnu VS72N« in I llatlm obsßlllom »ta- W ^ n«^a 2 yolcl., nevellln« l glll. 20 ks. lR ^ lz. v. llleinMs l sell, lamllerg ^ 145 Course an der Wiener Dorse now 22. Jänner 1890. «°«b« »w«««.,»«.«»... Gcld Ware Stllllts-Aulehen. ;«."er4°/«E.a°M°le' 250 fi! ,3^0 i »4 « ^'"" '"' ' ganze 5N0 ft, i« 5« ,«-b« ^ '. . Künftel lUO fl. I4l! L5 147 - >"^er StaatAofe . , ,on fl. ,?« 5» 177 50 ^D°n..-Wdor.^«oss/"^ !I^;^!!Ü oesterr.Nlltem-ente, steuerfrei . l»i «0 1<>L - G°rll»t««tt Eisenbahn. «chuldverslhr:ibuugen. Z««:,A,«r»«,'^'°'''«»>«.°° W °Wl.w«n für 20l> Marl 1 n »3 11 80 «tt° für i!,,« M,rl 4"/„. . ll7.A ,,°.z ' V°l°rlber«er NHi ltm« e><» «lnlrhen der Ltabt «ür, . . l,o — — . Nnlehen d, Ttadtsscmeiiwe Wien 1N5 s>o wc>! verlo«, !>"/, 9? 50 — — Pfandbriese (für l(»(> st.). Vodencr. allg. «st. 4°/« «. . . il«?5ll?25 dto. » 4>/,°/o . > loN'bN lo» 50 bto. . 4°/„ . . . 8885 9875 dto. Präm.-Kchulbverichr. 8«/, ,<>8 25 108 75 Oest. Hypothelenbanl l0j. 50°/, lni-^0 — — 0est.-un«. Uanl verl. 4'/,°/° - lnl 75 «"« 25 dctto » 4"/n , . 9? 8^100'20 betto 5Njähr, » 4°/s, . . 99'» 20 Prioritäts-Obliglltioncn (für K'U fl.). sserbixand« Nordbahu 40 s»aliz/,°/» . «UU — l0N'5N Geld Na« Oesterr. Norvwestbahn . . . l«7 — lU7 40 slaatsbalin....... 1»3 7l --- Südbal»n ll 3°/„..... «47Ü0 I48-Ü0 » il 5"/»..... »17 — »9 — Un«.,aali,, «ahn..... »U2l!0 lo» 6» Diderse Lose (per Et,»l> fl. . „g _ ,29 k(, Laibachrr Präm.-iNnleh, »0 >l. 24 — 24 bn Ofensl Lofr 4N fi..... g,.., gg,.. PaIffy°L°se 40 st...... 57-bo ^.^. Mothcn lrrruz, «st. «es. v.. w fl. ^,4, ,9.,,,, «Ubolph'Lost l0 fl..... „.^y zy 5s, Valm-Lofe 4<> fi. U„ ,5 «, 25. Vt..Venol«-LoIe 4N st, . . . ».. ««.^ Wlllbsteln°U°ls 20 fi..... ?« 85 ?<.«. WixdÜch Vräi! Lose »N fi. . . !z-I_ 5« _ Vew. Sch, t>,3"/„Präm,'Vchulb» verfch d, Vodencrebitanstal« , ,7 __ ^ ^. »an!. Actien (per Ltück). «»«l0'0tst, Vanl 20N st, "/,«. z«, 90 l«3 40 Vanlverciu, Wienrr l«<> fi. . . 1,4 y>> 1^5, 4^ «dl!cr..?l!,st. üst. 2«» fi. 3.4l»"/„ u,u !> — Crdt.Unft. f. Hund, u.V.IUUfl. 328—823 5>!> llredübanl, «Nss, ung. 2NN st. . »4? — V47 K<> DepoNlenbanl, llllg. z«x» fi. , «n5 bc> »04-5<» V»co!npteüzrI.,Ndrösl. 5l>»> st, , 590'—594 — Virn >! Easfslw., Wiener 200 fi, «>S — »19 — Hypotheltnb., üst. »WN. i»ü"/„ fl. ». . . »»» ,0 »8« so 0este«..ut!Hllr, »nnl SN0 fl. . 932 — »34 - Unlonbanl »00 fl...... ,el?b«»»»b Verlebrsbanl. «ll«. l40 fl. . . l«0bl» «l i0 Actien von Transport» Unternehmungen. (per Vtüll). «lbrecht°V°hn 2W fl. Vllber . 5S - SN — Nlf«Id ssiuman. V°l,n 2cx>st. «3. »o» — «»4 — Vöhm. «ordbohn 150 fl, , . , 2l8 — «sll — > Westbahn 2<»N fl., , . 534 — »3» — Vuschtiehrader 4l dto. (lit. U) »Wst. . «<> - «17 — Donau ° DampfschifffahN > «t!.. Orsterr. 50« fi. Db..Z.) »m> fi. O. ,»9 75 200'»5 Dul-Vobenb, «tts..-«. 2W fi. G. — - — — sstrdinanbl-Nordb.iooofl.IM. «595 2«,"!» «al. «arl.Ludn,..«. 20« fi. lVt. 188 »i 188 ?b llemb. ^ lzrrnow,«Iassy»ltisen» bahn»«efrllsch. 80« fl. E. . . «3S" «6 50 2loyd,eft,'UN8.,Tritft500fl.IVl. 393- 3«« — Oefterr. Norbweftb. »(X» fi. Gilb. l9S -- ,«7 bto. (lit, U> «(X< ft. 3, . „o^ö «»1 »5 Pra« Duzer «!er .---------------- Staat«s siidb»!,!, 20!» fi. Silber . . . ,38 75. ,39 5l» Küd'Nordd.Uerb '«.«uost.IVl. 188 50 ,69 in Iramwal, Htj..Wl.,i?Nfl.0.W. 8,1 — Li« — . neue Wr., Priorltüt«. «ctten luu fl...... 97 .. 98 — Un«.'«>»Ilz. Eisenb.»»« fl. Ellb« l»4 75 19» — Nare Ung. NordoNbahn »00 fl. Ellber 191 — 191 b0 Una.Weflb (i»aab.»r»,)«2—105 — Eisenbllhnw.'üelh,., erste, «Ost. 9l> — 9^ — « fi. «8 — 4»! — Val»°'larj Vteinlohlen 8U fl. 430 - 43S — «SchUlglmühl», Pavleri »u» ss. »06 —------- «Vteyrermilhl'.Vapierf.u.«.'». 137 5» ,38» lrifaller Hohlenw,<0fl. 43l> — 434 — »»«on.lleihansl,, «ll«. in Pest 80 fl......... 8« — 87 - Nr. VllugeselllHaft 100 st. . . 84 bU 85 — w,n«b>r,tr Z Valuten. Ducaten........ »55 5-^8 »U.Franr» Vtü L) 4« 25 4« >b