^»K 18. Gine Soiree-Scene. <^)ei Sir Arthur schön und schmachtend Vlüht ei» Kran, von zarten Damen, Dicht umstellt von schwarzen blauen Fracks, wie auö Paris sie kamen. Mozart'S Zauberharmonien S!no'6, die den Salon ourchwogen, Waldhorn und Piano gellen. Und die Saiten streicht der Vogen. Wie nur sind die Herrn und Damen,' Vor Entzücken hingerissen,! Von so meisterhafter Leistung. Von so hohen Kunstgenüssen. «Eine Piece noch zum Schluss«.* Spricht der Sir zu seinen Gästen, »Aus der Heimath gibt mein William Noch ein kleines Lied zum Besten." Da im reichbetreßten Kleide, Naht der Mohr, sich tief verneigend. Schlank und schwarz, das Haar wie Wolle. Perlen statt der Zähne zeigend. Der beginnt: »In Senegambien Weiß ich eine schöne Stelle, Nirgend sal) ich noch den Himmel Blau wie dort und sonnenhelle." .Traumhaft nicken Pisangbäume. Und Cianen hauchen Düfte. Und sein bunt Gefieder spreitend, Schwebt der Hocas durch die Lüfte." «Glne Avellanolaube Wölbc sich „ah' ««, Seegestade. Wo die wilde Ente scherzend, l^lch erquickt lm Wellenbads." «Sieh. ein junges Negermädchen Liegt gekauert in der Laube, Schlank, wie eine Tamarinde, Ueppig, wie die Palmcntiaube." »Doch ein tiefes lnn'res Grämen» Spricht aus ihren schönen Zügen, Und der ew'ge Frühling selber Kann nicht mehr ihr Herz vergnügen." ,An des Meeres letzten Streifen. Der durch's Firmament gezogen, Hängt aNein ihr Vlick, denn Alles Hatten ihr einführt die Wogen." >,ANeS, d'ran ihr Herz. das hicße. Einstens hing mit Lieb und Sehnen, Missen sie von ihr und ließen Nichts ihr sonst als ihre Thränen." »Darum sitzt sie so verlassen, Nicht des Frühlings Wonne fühlend, Darum liegt sie dort mit ihrem Schönen Haupt lm Sande wühlend." ,Darum ruft sie eine» Namen. Schluchzend oft hinaus vom Strande, Einen Namen, der dem Eigner Selbst nun fremd im fremden Lande." So der Sänger. — Alles lauschet Vis das letzte Wort verklungen. Vrc>vo. William!" schallt ee plötzlich, »Vravo, bravo, hübsch geftingenl" Also lälmen sie und schreien, Gnädig auf den Sänger blickend, Während dieser sich verneiget, Eine Thrän' im Aug' zerdrückend. Johann N. Vogl. Vaterländische Grnmerungen. Von C.y'/>, XV. -» — ?t inemiilisz« juvst. Zur Geschichte der Seidcncultur. Wenn wir in die frühere Bildungsgeschichte Krams blicken, so werden wir alsbald gewahr, daß sich das Frühlicht des Wissens vom Süden herauf über unser gutcs Vaterland verbreitet habe. Unsere vorzüglichsten Werke der Baukunst zeugen davon; die 86 < b«sten Gemälde, die wir aus früherer Zeit noch besitzen, die Kunstdenkmale der Sculptur, die hie und da noch zu sehen sind, verdanken wir der Meisterhand italienischer Künstler; Aerzte, Rechts- und Gottcsgelehrte unserer Heimath holten sich vormals auf den alten Universitäten zu Padua und Pavia und zu Rom die Doctorenwürde; die Academie der Operosen und die philharmonische Gesellschaft, welche vor beinahe anderthalb Jahrhunderten auf die Bil-düng des Herzens und Geistes und der Sitten unserer Vordern den entschiedensten Einfluß zu neh» men begannen, sind, wo nicht Töchter, so doch nahe Seitenverwandte ähnlicher Institute unsers Nachbarlandes Italien; fogar in Handel und Gewerben, ja in den Alltäglichkeiten des heutigen Lebens unseres Landvolkes, in Kleidung und Nahrung ließen sich Spuren italienischer Abrunft finden. Auffallend ist es demnach bei dieser Wahrnehmung, daß ein Zweig der Cultur, der seit mehr als einem Jahrhunderte bei unsern nächsten Nachbarn segenreiche Früchte tragt, hier zu Land, ungeachtet mannigfaltiger Versuche, sich nicht ausbreiten wollte; ich meine nämlich die Seidenzucht mit ihren vielfältigen und viele Hände beschäftigenden Erwerbsmitteln. In unserem Nachbarlande Friaul war zu An-fange des vorigen Jahrhunderts die Seidenzucht bereits in voUem Betriebe; zu Gradiska hatte 1723 ein gewisser Hnloniu Loar aus Mailand ein I^llatojo, eine Seidenspinnfabrik errichtet, und Görz hatte damals auch schon ein Paar Stühle auf Eei-denzeugc, zähtte aber deren im Jahre 1746 bereits 90, welche die damals üblichen Seidenzeuge, vorzugsweise (xi-us dü ^oui-5, dann Di-oZlil)l5, Lro» catel und Sammet, zusammen beiläufig 1500 Stück des Jahrs, erzeugten. Die Stände Krams wurden mit der Landtags-schuft für das Jahr 1720 ausgefordert, wegen Einführung der Manufacturen, namentlich für Tuch, Leinen- und Seidenzeuge in diesem Herzogrhume, die Berathung zu pflegen, welche am 18. Jänner desselben Jahres dahin ausfiel, daß Manufacturen allerdings zu wünschen wären, daß aber zuför« derst dieZünfte aufgehob en werden müßten. In der ständischen Ausschußsitzung vom 26. Mai 1722 wurde diese Frage wieder aufgenommen, und es ward beschlossen, durch den damaligen Landeshauptmann, welcher eben in verschiedenen Lan-desangclegenhciten nach Hof beordert wurde, a. h. Drls die Bitte vorzubringen, daß zur Einführung der Seidenzucht in Kram, die Unterthanen zur Anpflanzung der Maulbeerbäume durch ein a. h. Pa-teni ermahnt werden möchten. ^uu55^nn 'laliul^t, ein Landsmaim jenes Oui — i?apc 6ü 5t. ^udan, Herrn von Allan, der zur Zeit der Kreuzzüge den ersten Maulbeerbaum nach Frankreich brachte, machte der Regierung einen Vorschlag, wie im Lande Kram zu gemeinsamen Vortheile die Zuchl der Maulbecr-bäume zu befördern wäre; er both zugleich sich selbst zur Leitung dieses Unternehmens an. Diese Vorstellung wurde von der Regierung am 22. Apiil 1750 den Standen Krams zugesandt, und hier am Landtage vom 9. Juni gedachten Jahres dahin proponirt, daß »in bedenkhen, daß diese Pflanzung so woll den publicc» als pi-i-vatosernuzlich, weil viel geldtvordie seyden ins Landt komete, und der pri-v-2tu5 könte das laub verkauffen, als ist geschlossen per P2tont65 den nuzen vor« zustellen, UNd P«i- mocluln ^onsilij zu Illkortireu, wo solches zu practiciren wäre, daß esbewürkhetwerde, alsdann solches dem Kays. Hof anzuzeigen." — Zehn Jahre darauf erließ Kaiser Carl der VI., dieser preiswürdige Erwecker des Handels und Nalio-nalwohlstandes der inn. öster. Provinzen, ein Patent, welches merkwürdig genug ist, um wörtlich mitgetheilt zu werden, es lautet: „Wir Carl der Sechste von Gottes Gna-, den Erwählter Römischer Kaiser; zu allen Zeiten Mehrer des Reichs; in Germanien, zu Hispanien, Hungarn, Böheimb, Dalmatien, Croatien, und Sclavonien lc. König, Ertz-Hertzog zu Oesterreich, Hertzog zu Burgund, Steyer, Kärnten, Kram und Würtenberg, Graf zu Habspurg, Flandern, Tyrol, Görtz, und Gradisca, lc. lc. Entbiethen lc. Und geben hicmit zu vernehmen, wasmassen Wir in gewöhnlich- Lands-, vätterlicher Dbsorg erwogen, eines Theils die wenige Fruchtbarkeit Unseres Erb-Hertzogthums Crain, und andern Theils, wie solchen Gebrechen durch anwendenden Fleiß gedeylich könne gesteuert werden, wann nemlich in denen bequemen Lands-Gegenden nach dem Beyspil des benachbarten Friaul, die weisse Maulbcer-Bäumer und die davon abhangende gar nützliche SeideN'-Ziglung angeleget wurde, als wo-nm nicht allein vile bedürftige Leute ihre Nahrung gewinnen, sondern auch dem gemeinen Weesen mit Beybehaltung des im Land befindlichen, und mit Herbeybringung fremden Gelds ein großer Nutzen geschafft werden kann; Dahero dann Wir über von der Gchörde eingelangten Bericht und Gutachten, und Uns bcschehenen umständlich Vortrag wohl-bcdachtlich entschlossen haben, und verordnen hiemit, Unsern Lands-Vätterlichen Entschluß zu jedermanns Nachricht alsobaldcn gantzen Land kund zu machen, daß nemlich im Land Lrain alle zu der Erziglung 87 deren wcissen Maulbeer-Bäumer taugliche Gründe, so bisdahero zu andern Anbau nicht schon gewidmet scynd, es gehören solche denen Unterthanen oder Herrschaften, Bmgern, Gemeinden, Sliftern, oder auch zu Unserem Landes.-Vicellom-Amt, allernächsten, und so bald es immer thunlich ist, mit sotha-nen Bäumern wohl besetzet, und dise zum Seideln Bau aufs fieissigste erzogen werden sollen; Und wie nun der dabey abzihlende Nutzen vor-derst dem Grund-Besitzer gebühret, wann er als ^ ein guter Haus-Vatter sich dessen Mtttels der Anbau theilhaftig zu machen ernstlich verlangt, und die erforderliche Muhe anwendet, in dessen Saumungs-Fall aber Wir solchen Anbau, wegen des unterwal-tenden allgemeinen Vortheils gleichwohl nicht unter«-lassen, sondern durch andere Wccge unter Unserer Lands - Fürstl. Anordnung und Schutzhaltung vor. kehren lassen wollen, dabey sodann der Grunde Besitzer das bey fremden Anbau empfindende kleine Ungemach und Emrathung nur ihme selbst wird dcpzumessen haben. Als ist hicmit Unsere Lands-Fürstliche allcrgnadigste Verordnung, daß alle und jede obdesagte Grund-Bcsitzere von dem Tag der Vcrkündung dises, in Zeit von 4 Monathen sich selbst oder durch ihre Grund-Herrschaft zu der Lands-Hauptmannschaft, und lLlpuclivL zu dem Lands-Vicecwln-Amt in Erain zuverlässig erklären sollen, daß sie ihre zu anderen Anbau bis daher nicht gewidmete Gründe in Zeit von einem Jahr mit weisscn MaulbeerZ-Bäumern wohl besetzen, und dise mittels ficissiger Obsicht beständig erhalten wollen, wie dann auch von Zeit zu Zeit glaubwürdig d'arthun, wie vil sie solche Bäumer würcklich angesetzet haben, und zu erhalten sich, anheischig gemacht haben? dann wer in disem Fall sich als ein guter Wirt selbst um die Verbesserung jeincs Hauswee-scns getreulich annehmen, die weisse Maulbeer>Bäu-mer, jo vil der Grund leydet, an- und fortbaucn wird, der hat ohne alle Irrung sich alsofort des ruhigen Besitzes und Genusses discr Bäumer, Blätter, und Früchten zu erfreuen. Wer aber sich dazu in besagten vier Monathen nicht erkläret, oder hernach seine gethane Erklärung in Jahrs-Zeit nicht würcklich erfüllet, da wollen Wir obbesagter massen Vorsehung machen lassen, und in disem Fall wird der Grund-Besitzer wenigst in 24 Jahren von denen auf seinem Grund unter Unserer Lands-Fürstlichen Anordnung anbauenden Maulbecr-Bäumern den Blätter- und Seiden-Genuß nicht haben, sondern cincm andern von Uns dazu Bevollmächtigenden verstatten müssen; Darnach sich nun ein jeder zu richten wissen wird. Dann an dcme beschihet Unser Gnadigster Will und Meynung. Geben in Unserer Lands-Fürstlichen Haupt-Stadt Gra'tz, den 26. Marrii 1740." Ungeachtet dieser landesva'terlichen Ermahnung und Verordnung fand, wie wir wissen, weder die Cultur des Maulbcerbaumcs, und noch viel weniger die Seidcnzucht hier zu Land Eingang, was aber nicht wohl dcm Mangel an Interesse oder einer Abneigung für die Sache zuzuschreiben seyn möchte. Es haben zwar einige Dominien gegen die Anpflanzung der Maulbeerbäume Bedenken und Anstände e«hoben, welche auf dcm Landtag vom 28. April 1740 weilwendig besprochen, und sogar a. h. Orts vorgetragen wurden; allein darin lag der Grund nicht, denn die allgemeine Stimme war für die Seidenzucht, und insbesondere für die Pflanzung der Maulbeerbäume, und das oben angeführte a. h. Patent erfloß nach den, vcm Lande ausgegangenen Anträgen. Es scheint vielmehr ein Privilegium störend inzwischen getreten zu seyn. Marx Anton von Perizhoff schritt nämlich a. h. Orts um ein ?r,vi. iegium i>slV2livu/i, zur Maulbeerbaumpsianzung auf 24 Jahre ein, und mit kaiserlichem Hof-Ne-misse l16. Wien den 5. März 1738, intimirt lid. Grätz am 8. März, von der Negierung und Kammer am 26. April ged. Jahres, erhielten die Stände des Landes den Auftrag, diesem »nützlich scheinenden wergkh" den Vorschub zu geben. Die Stände hielten dnßfalls am 26. September 1738 eine Eonferenz, und wiewohl man einige Jahre früher die Zunftprivilegien als nachtheilig erkannt hatte, siel der Beschluß dennoch, wenn auch bedingungsweise, affirmativ aus. Mit a. h. Resolution vom 26. October 1740 und Intimat <^6. Negierung und Kammer in Grätz am 14. April 1741, erhielt sofort Marx Anton von Pcrizhnff das angesuchte Privilegium. Ob und in wiefern er davon Gebrauch gemacht habe, ist unbekannt, so viel aber ist gewiß, daß bis auf wenige einzelne Maulbeerbäume, die man hie und da im Lande allenfalls noch sieht, keine Spuren thatsächlicher Bemühungen unserer Vordern zur practischen Einführung der Ecidenzucht auf uns gekommen sind. Der König zu Gaste. Einer der reichsten Männer Frankreichs zur Zeit Ludwigs XV. war der General-Pächter Bourret; er hatte zwölf Mal hundert tausend Livres jährlicher Einkünfte; eine für die damalige Epoche ungc-mein große Summe, und machte einen fast königlichen Auswand. LudwigXV. hatte oft von der Pracht reden hören, die bei seinem General-Pächter herrscht, und war neugierig, sich einmal davon mit eigenen Augen zu überzeugen. Er ließ einst darüber ein 88 Wort fallen, und Bourret galt der leise Wink sei» nes Herrn für einen Befehl; er wagte es, den'Kö-nig auf seinen Landsitz Croix-Fontaine einzuladen, und erbat sich nur ^vierzehn Tage als die nöthige Frist, um Vorbereitungen zum würdigen Empfang eines so hohen Gastes treffen zu können. . Am festgesetzten Tage traf der König', von "sei» nem ganzen Hofe gefolgt, dort ein. Aber welch sonderbarer Anblick bietet sich seinen Augen dar'. Vor ihm breitet sich 'ein^dunkler See aus , an dessen Ufern Cypressen stehen, ein alter Schiffer, ganz wie, die Alten den Eharon malten, wartet des Herrschers und seines Gefolges, und ladet Alle in seinen verhängnißvollen Kahn; er stößt vom felsigen Ujer ab, und lenkt das Fahrzeug mit übermenschlicher Kraft.....Geschrei und seltsame Laute ertönen auf dem Spiegel des See's: die Hofleute im Kahn, noch vorhin so fröhlich und übermüthig,, sehen sich befremdet an, und wissen nicht, sollen sie lachen oder sich fürchten; der König nur, der sich zur rech' ten Zeit erinnert, wie er sich zum Sieger von Fon-tenay erklärt hat, bleibt in stolzer und kriegerischer Haltung, die Hand an den Griff seines Galanterie-Degens gelehnt, stehen. Drachen, Ungeheuer und Phantome aller Art, die um das Fahrzeug schwärmten, das nicht Cäsar und sein Glück, aber Ludwig »den Vielgeliebten« und seinen Hof trug, zerstießen vor seinem kühnen Blick; wie durch Zauber wird es helle; die felsigen Ufer, die dunkeln Cypressen verschwinden, und in der Ferne wird eine herrliche lachende Landschaft sichtbar. Der Monarch träumte, er sey in den Zaubergärten der Armida, und wahrlich sie selbst, die Zauberinn, nahete mit dem Schwärm ihrer Nymphen, ihn willkommen zu heißen. Bald ertönen festliche Klänge und vor den Augen des modernen Ninaldo entfaltet sich das glänzende Fest, mit dem einst Ar-nuda, Rinaldo in Vergessenheit versenkte, ganz wie einst Italiens großer Dichter es besungen. Zwei Stunden vergingen dem Monarchen schnell wie Minuten bei diesen zauberhaften Tänzen; da erhebt sich Armida von ihrem Sitz, und rührt mit dem Zauberstab an die Säulenhalle des Pallastes, der sich alsbald öffnet und inmitten einer Fülle von Glanz und Licht eine Reihe glanzvoll drappirter Gemächer zeigt, in denen das königliche Festmahl bereitet ist: Bourret macht mit vielem Eifer die ..Honneurs dieses Festes, und was m Tasso's Ge-. sängen nur beschrieben ist, ward hier zur schmackhaftesten Wirklichkeit,, auserlesene Gerichte aus allen vier Welttheilen, die kostbarsten Delicatcssen laden die Gäste zum Genuß ein, und jugendliche Heben sind bemüht, ihnen den edelsten Wein, den je die Sonne reifte, zu credenzen. Das Morgenroth des nächsten Tages war für Ludwig das Zeichen zum Aufbruch von diesem so seltenen Fest. „Lieber Bourret,« sprach er beim Abschied zu dem General-Pächter, „ich war Zeit meines Lebens sehr. neugierig: sagen Sie mir doch ganz im Vertrauen, was hat denn dieses prachtvolle Fest gekostet?« — „Drei Millionen, „Sire," antwortet der ob des Königs Zufriedenheit hoch erfreute Finanzmann; «aber wie wenig ist das für die Ehre, welche mir zu Theil geworden ist." Feuilleton. (Sonderbares Rubrum.) Ein Beamter, welcher in eine fremde Provinz versetzt wurde, bath öfter um Vergütung der Uebersiedelungskosten. Endlich setzte er folgendes Rubrum auf seine wiederholte Bittschrift: Uebersied elu ngskostenbeitra gs-ausbezahlungsdecretirungsbeschleunir gungsbitterinnerungswiedcrholungsge, such. (Buchstäblich wahr.) An den Straßenecken in M^* war unter den verlorenen Gegenständen auch ein Bracelet von bedeutendem Werthe annoncirt, und dem redlichen Finder eine namhafte Belohnung zugesichert. Ein elegant gekleideter Herr erschien bei Gericht, wies das Bracclet vor, schlug die angebotene Belohnung aus, und bat nur, dasselbe der Eigenthümerinn persönlich übergeben zu dürsen. Zugleich ersuchte er, daß ihm ein Diener der Justiz als Begleiter mitgegeben werde. Man willfahrte seinem Verlangen, und beide Herren verfügten sich in die Wohnung des Frauenzimmers. Diese bezeigte eine außerordentliche Freude über die Wiedererlangung ihres Bracclets, und wollte all» sogleich die Necompence ausbezahlen. Dtr Fremde verbat sich dieselbe wieder und sprach: »Sie erhalten nur unter der Bedingung das Bracelei wieder, wenn Sie mir die goldene Dose zurückstellen, die Sie mir jüngst im Theater aus der Tasche genommen haben." Die Dame war wie vom Donner gerührt, und wollte nichts von allen dem wissen. „Läugnen sie nicht, sprach Mer, denn das. Nracelet befand sich an der Stelle meiner Tabakdose in ^meiner Tasche. Es hat sich von Ihrer Hand zufällig'gelöst, indem sie den verhängnißvollen Griff machten. Sle haben sich selbst gefangen." Hiermit übergab er die saubere Person dem Diener der Ge-rechtiakeit. Verleger: Ignaz Alois Sdler v. Kleinmayr