Macher TaMtt. Redaktion und Expedition: Bahnhofgasse Nr. 15. )ränunier»tion»preilr. Jnsertion»preise: Sin- Nr. 18. L:U-.rr.SLL,'-n Dienstag, 22. Jänner 1878. — Morgen: Maria Verm. «ssrnv« 11. Jahr. ^ Äritdeisost:Ha»zi!ihr.fl.ir. ^ o zeigen bi« s Aett-N so kr. / Die Ansgleichssrage. Ueber die Vereinbarungen der beiden Regierungen in der gegenwärtig sich einer Krisis nähernden Ausgleichsfrage weiß die „Budap. Korr." noch folgende Details zu berichten: „Die beiden Regierungen haben sich dahin geeinigt, daß sie mit Ausnahme des auf die Achtzig - Millionen-Schuld bezüglichen Gesetzentwurfes an dem Wortlaute aller Ausgleichsvorlagen unbedingt festhalten; Klos im Gesetzentwürfe über die Spiritussteuer wurde als Ausbeutungsmaßstab für mehlige Stoffe 5'/, statt 6 Perzent vereinbart. Die beiden Regierungen werden eventuell bezüglich der von den Abgeordnetenhäusern etwa zu votierenden wesentlichen Aenderungen an die Oberhäuser appellieren. Nachdem aber die österreichische Quotendeputation ihren Bericht bereits unterbreitet hat, wird es, nothwendig sein, einen Modus zu finden, damit sie die Verhandlungen wieder aufnehme, und hirzu wird es wahrscheinlich am geeignetsten fein, den österreichischen Ausgleichsausschuß zu bewegen, daß er selbst die Quoten- und Restitutionsfragen an die Quotendeputation zur nochmaligen Berichterstattung zurückweise. Wenn mittlerweile die beiden Legislativen den auf die Achtzig-Millionen-Schuld bezüglichen Gesetzentwurf in der Weise votieren, daß auch diese Frage den Quotendeputationen zugewiesen Wird, werden letztere gleichzeitig — aber kaum vor Ende Februar — die Quoten- und die Achtzig-Millionen-Schuldsrage verhandeln können." Die „Presse" und die „N. fr. Presse" sprechen die Ansicht aus, es müsse in dem gegenwärtigen Momente, wo die nächste Stunde folgenschwere Ereignisse bringen kann, zwischen den beiderseitigen Parlamenten und Regierungen zur Einigung kommen, wenn nicht die Machtstellung der Monarchie in Frage gestellt werden soll. Die Affaire Skrejschowsky-Thierhier. Die vielen noch nicht aufgeklärten Umstände dieser Affaire und die widerspruchsvollen Gerüchte hierüber haben in allen Kreifen der czechischen und deutschen Bevölkerung Prags die größte Aufregung hervorgerufen. Dieselbe ist noch gestiegen, seit Skrejschowsky gestern nach seinem ersten gerichtlichen Verhöre in Verwahrungshast genommen worden ist. Alles stimmt darin überein, daß die Darstellung des Falles, welche Skrejschowsky in seinem Blatte „zur Aufklärung" gab, durchaus nicht wirklich zur Aufklärung diente, vielmehr Widersprüche enthielt, obwol er doch am ersten in der Lage gewesen wäre, den wahren Sachverhalt mitzutheilen. Am ersten Tage war in der „Politik" gar nicht die Rede davon, daß Skrejschowsky bei der Affaire anwesend war, und als Ursache des unglüalichen Sturzes wurde nur Thierhiers angebliche Trunkenheit angeführt, in der er das Gleichgewicht verloren habe. Erst am folgenden Tage gestand Skrejschowsky in der „Politik" seine Betheiligung an einem Handgemenge mit Thier-hier zu, dessen Fauststöße er „pariert" habe. Obwol Skrejschowsky sein ganzes Druckerei-Personal als Zeugen der Behauptung citiert, daß Thierhier betrunken gewesen sei und in diesem Zustande einen Skandal provociert habe, wird dies doch von allen anderen Seiten als unwahr bezeichnet, denn Thierhier war aus der Versammlung der Eigentümer als deren Bevollmächtigter delegiert worden, um gemeinsam mit Dr. Scholz in der Ossicin der „Politik" den Abdruck des Artikels gegen Rieger zu verhindern. Dr. Scholz veröffentlicht heute eine Erklärung, in der er die Angabe von der Trunkenheit Thierhiers ausdrücklich als eine Lüge bezeichnet. Ferner stellt sich der „Bohemia" und dem .Tagblatt" zufolge als wahrscheinlich heraus, daß Thierhier nicht vom zweiten Stocke über das Treppengeländer, sondern vom ersten Stocke an jener Stelle hinabgestürzt sei, wo die Eisenstäbe des Geländers durchgebrochen waren. Wie die „Bohemia" mittheilt, wird infolge von Skrejschowsky's Verhaftung das Confortium der „Politik" nunmehr einen neuen Chefredakteur für das Blatt bestellen und dem bisherigen kündigen. Mittels eines Separatcontracts war Skrejschowsky als Chefredakteur mit einem Gehalte von 6000 fk. jährlich angestellt, behielt sich jedoch nach tz 4 dieses Vertrages das Recht vor, daß nur solche Artikel in der „Politik" Aufnahme finden können, welche von ihm gezeichnet sind; hiedurch hatte er sich den ganzen Einfluß auf das Blatt gewahrt. Schon gestern soll der „Pokrok"-Redacteur und Vize-Bürgermeister Zeithammer in der Redactiort der „Politik" einige selbständige Veränderungen vorgenommen haben. Die Friedensunterhandlungen. Die offiziöse „Montags-Revue" erfährt, in diplomatischen Kreisen halte man an der Ueber-zeugung fest, daß der Friedensfchluß nahe bevorstehe. Wenn Rußland nicht so ohneweiters einen Waffenstillstand acceptiere, so sei das in der militärischen Situation begründet. Ein Waffenstillstand würde der Türkei, die zur Stunde so gut wie keine Armee mehr besitzt, ungleich mehr zustatten kommen als Rußland, welches dem raschen, widerstandslosen Vordringen seiner Armee Einhalt gebieten müßte- Man sei der Ansicht, daß die türkischen Bevollmächtigten sehr weitgehende Vollmachten mit sich führen. Allein, versichert die „Montags-Revue", was sie auch mit den russischen Vertretern vereinbaren mögen, so werden es doch nur Präliminarien sein, welche die Zustimmung der übrigen Garantiemächtr des Pariser Vertrages zu erlangen haben, bevor sie als die definitiven Grundlagen des Friedens gÄten können Feuilleton. Ein Tourist in Oesterreich znr Schwedevzeit.* Lebendiger als in den Urkunden vergilbter Archive, oder in dürren, zahlen- und namenreichen Aer stoffarmen Annalen spiegelt sich der Zeiten Geist '" den frisch unter dem Eindruck des Tages, ohne Mbenabsicht und Parteilichkeit niedergeschriebenen Beobachtungen eines scharfblickenden, froh-und freiinuthigen, kenntnisreichen Touristen, den weniger die Noth^der Zeit, als Wanderlust und Wißbegier m die Ferne treibt. Ein solcher Mann war der Benediktiner P. Reginbald Möhner aus dem Kloster St. Ulrich und Afta in der Reichsstadt Augsburg, dessen Wanderleben in der wüsten Zeit des dreißigjährigen Krieges wir einige charakteristische Züge entnehmen wollen. Es war im Jahre 1635, als nach dreijähriger * Aus den Papieren des Pater Reginbald Möhner. He;ausgegcben von Albin Czerny, reg. Chorherr von St. Florian. Linz 1874. Besetzung Augsburgs durch die Schweden das Gotteshaus von St. Ulrich durch Mord und Brand, Vertreibung seiner Unterthanen und Verödung seiner Felder so weit heruntergekommen war, daß der Abt sich entschließen mußte, den Convent durch Entlassung einiger Brüder zu erleichtern, denen er in aller Form „Entlassungsbriese" ertheilte, damit sie „ihr Glück ferner suchen" und fremde „Hofpitaliteten" in Anspruch nehmen möchten. Unter den so Entlassenen befand sich auch unser P. Reginbald, guter Leute Kind aus Augsburg — der Vater war später Pfleger im baierischen Städtchen Rain, — ein Mann von nicht blos klösterlichen Berusseigenschasten, Kenner im Zeichnen und Malen, kundig des damals noch weniger verbreiteten Französischen, auch im historischen Fache schon thätig gewesen als Chronist seiner Vaterstadt während dreijähriger schwedischer „Pressur". Ihm mochte die Aussicht, zum erstenmal über die Mauern der Vaterstadt hinauszuwandern in abenteuerlicher Freiheit, über die heimischen Gauen ins nachbarliche Oesterreich, nicht allzuhart erscheinen. War er doch gewohnt, bei Geistes- und Leibesfrische und Gesundheit Schicksalswechsel und Mühsal mit Heiterkeit zu ertragen und mit feinem Humor gute und schlechte Tage zu würzen. So sehen wir denn unfern geistlichen Exulanten über München, Wasserburg, auf dem Inn hinab nach Obernberg, Lambach, Gmunden, von da auf der Traun nach Wels wandern, wo er am 3. August uns den Einzug des Kurfürsten Maximilian von Baiern beschreibt, der 62jährig sich am 15. Juli mit Emma, Tochter Kaiser Ferdinands II., vermält hatte und nun von Wien seinen Weg nach Hause nahm, auf des Kaisers Unkosten bis in sein Land „köstlich tractiert". Demungeachtet bewies sich der kaiserliche Schwager den Oberösterreichern sehr ungnädig. „Die Herren Burgemaister und Roth haben ihme bei dem Ca-puziner Kloster aufgewartet und empfangen, welche er niemanden wollen anschauen, weniger anhören, unangesehen selbe ihm bis an das Waissisch Haus auf dem Platz, da er einlogiert worden, begleitet. Und dises aus Unwillen, daß sie wie auch andere oberösterreichische Städt und Ständ ihme vor kein Herrn erkennen wollen, nachdem sie ihme nach der Pragerschlacht (1620), wegen Ihrer kaiserlichen Majestät hergeliehenes Gelt, verpfendct worden, Oesterreich-Ungarn, England und Italien haben diesen Standpunkt von vornherein präcisiert, und für sie existiert keine Veranlassung, ihn jetzt aufzugeben oder abzuändern. Ob diese Schlußberathuug im Wege eines Kongresses oder von Kabinett zu Kabinett erfolgen werde, darüber habe noch kein diplomatischer Ideenaustausch stattgefuuden. Wie die „Deutsche Ztg." erfährt, hat der kaiserlich russische Geschäftsträger am Samstag dem Minister des Aeutzern mitgetheilt, daß das kaiserlich russische Kabinett es als seine Pflicht erachte, im Friedensschluß die Interessen Oester-reich-Ungarns sorgfältig zu respektieren. Das kaiserliche Kabinett sei auch der unerschütterlichen Ueber-zeugung, daß die Lösung der Orientfragen werde erwirkt werden, ohne eine Conflagration mit England herbeizuführeu. Tagesneuigkeiten. — Schneeverwehungen. Wie von Win-dischgarsten vom 19. d. M. geschrieben wird, sind auch in dortiger Gegend, und zwar in der Gemeinde St. Pankraz, nachts zum 17. d. M. mächtige Schnee-lawinen niedergegangen. Eine derselben hat eine Hütte, worin sich zehn Menschen befanden, derart verschüttet, daß es diesen nnr nach der größten Anstrengung gelang, durch das Dach sich Ausgang zu verschaffen. Man hofft auch, das noch in der Hütte befindliche Vieh retten zu können. — Ebenso ist die Kunststraße über den Pyhrn zwischen Spital und Liezen infolge starker Schueesälle gar nicht passierbar : die Hinwegräumuug der kolossalen Schneemassen dürfte mindestens fünf bis sechs Tage in Anspruch nehmen. — Baterfreuden. Die „Boz. Ztg." vom 17. d. M. berichtet: „Einem hiesigen jungen Meister, dem Maler Vulkan, wurde gestern eine Ueberraschnng nicht ganz alltäglicher Art zntheil. Seine Frau war zum erstenmale in die Wochen gekommen und hatte ihn unter einem mit drei gesunden, kräftigen Knaben beschenkt. Der glückliche Gatte genießt also eine dreifache Vatersrende, ohne lange Jahre warten zu müssen. Bei dem Tausacte, der um die erste Nach-mittagsstnnde in der Propstcikapelle vorgenommen wurde, fungierte die Baronesse v. Waideck, Gemalin des Erzherzogs Heinrich, die zu Wagen mit ihrem Töchterlein und deren Erzieherin angekommen war, als Pathin. Die drei jungen Weltbürger erhielten die Namen Leopold, Ernst und Heinrich." — „Unpatrioti sche" Telegramme. Dein Pariser „Figaro" wurden diesertage zwei Telegramme seines zum Begräbnis Victor Emauuels gesendeten Korrespondenten auf Anordnung des französischen Ministers des Innern vorenthalten. Die .France" erklärte die Vorenthaltung mit dem „un- das Gelt aber, dieses bayrische Joch ab dem Hals zur bringen, von den gemeinen Landscontribu-tiouen ihme erlegt, und alle seine eingesetzten Beamten, außer dem Herrn Bruglacher, Salzambt-maun, zur Gmunden abgesetzt haben." Noch als der Kurfürst von Wels schied, zeigte er sich eben nicht großmüthig, er hinterließ für sich und sein 300 Personen zählendes Gefolge nicht mehr als vier Dukaten als Geschenk, „erlangte aber dessentwegen großen Fluch und keinen Dank". Noch am Abend desselben Tages hat unser Tourist Gelegenheit, ein Pröbchen soldatischer Disciplin zu verzeichnen. Ein Hauptmann des nach Italien marschierenden Regiments Gil de Hns verwundet seinen Wirth, weil er ihm nicht „nach contento aufgewartet", sehr gefährlich. Der Oberst läßt ihn sogleich zum Prosoßen legen „mit scharfer Sentenz, nach Kriegsrecht aufgehenkt zu werden", will auch keine Fürbitte hören, aber am nächsten Morgen beim Abmarsch des Regiments reitet unser Hauptmann frei vor seiner Kompagnie, als wenn er „kein Wasser trüb gemacht hätte." Nachdem P. Reginbald Kremsmünster einen vier Tage dauernden Besuch abgestattet, reitet er patriotischen" Inhalt der beiden Telegramme. Dieselben haben folgenden Wortlaut: „Rom, 14. Jänner, 5 Uhr 40 Min. Magnard, „Figaro", Paris. Habe soeben auf Bahnhof Ankunft Canroberts, 3'/z Uhr, beigewohnt; ungeheure, sympathische Volksmenge erwartete ihn. Militärische Ehren wurden ihm als Ritter des Annnnciatenordens wie einem Prinzen von Geblüt erwiesen: ein Infanterie-Regiment mit Mnsik und ein Regiment Lanciers. Ein Oberst war ihm bis Modane entgegengefahren. Marschall wurde empfangen vom Grafen Amelot, ersten Botschaftssekretär, dem Attache de Magny und dem Oberst Hepp; Marquis Noailles war ansgeblieben. Ich frage mich nnr, warum Canrobert in Zivil aussteigt; er sah ermüdet ans, hatte eine kurze Condolenz-Unterredung mit den italienischen Generalen und nahm dann über sein Ehrenbataillon Revue ab. Leider hatte er die unglückliche Idee, nicht die große Uniform zu tragen; war schade, Wurde allgemein bedauert, in Italien die Juszeue-setzung nothwendig. Auch die begleitenden Offiziere waren in Zivil. Man suchte den jungen Mac Mahou; er erschien in einem „Ulster" (Mentschikoff) mit einer kleinen Reisetasche an der Hand; Eindruck durchaus mißrathen. Berschweigen Sie diesen Fehlgriff nicht! Italienische Musik war in Verlegenheit, welche französische Nationalhymne sie spielen sollte, spielte also italienischen Königsmarsch. Bei Abfahrt von Bahnhof Beifallsrufe, theilnehmende Neugier für Waffen-gefährten von Solferino. Perivier." — „Rom, 14. Jänner, 5 Uhr 40 Min. „Figaro", Paris. Eine halbe Stunde nach Canrobert kommt Fritz (der deutsche Kronprinz) an. Mnß gestehen, Jnszene-setzung war geschickter. Extrazug, sämmtliche Gäste in großer Uniform. Ganzes italienisches Ministerin»! erschienen nebst dem alten Prinzen Carignan. Musik spielt preußische Volkshymne. Kronprinz steigt aus, Degen in Krepp ; empfangen von Botschafter Keudell in großer gestickter Uniform. Mit Prinzen alter Blumenthal und Offizier, Kürassiere, Hußareu, Uhla-uen, großes Spektakel. Kronprinzen Gesicht von Rauch geschwärzt, ziemlich gealtert, seitdem ich ihn in Berlin gesehen. Beim Aussteigen umarmt er Prinzen Carignan und hält Revue über dieselben Truppen, wie Canrobert. Im Wartesaal stehe ich ihm ganz nahe nnd höre ihn in französischer Sprache mit einem starken Accent sagen: „Der Verlust, der Sie betroffen hat, wird in Deutschland wie in Italien empfunden. Spreche Ihnen tiefes Bedauern aus für meinen Vater nnd für mich." Dann nimmt er alten Blnmenthal, der noch sehr mnnter aussieht, bei der Hand und stellt ihn vor. Alle sprechen französisch, da Prinz nicht italienisch versteht. Im ganzen war dieser Empfang grandioser infolge der Prinz-lichen Stellung und geschickter» Jnszenesetznng, aber nicht sympathischer als für Canrobert. Perivier." (dieser Beförderungsart bedient er sich mit Vorliebe) über Weißenburg, Ebersberg nach Linz, setzt sich aber schou ändern Tags aus ein Schiff, um die Donan hinab nach Wien zu fahren. Nachdem er in Grein mit zwei „kaiserischen Futterschreibern" ausgestiegen und vom Grafen von Meggan wohl bewirthet worden, geht es nach dem Mittagsessen wieder zu Schiff. „Es stiegen auch zu uns ein Soldat vou Raab, der zu Fressen im Allgäu in seiner Heimat gewesen, und ein Schulmeister, beide Geiger, welche uns tapfer aufspielten, und ein Messerschmidsgesell, welcher auch guette Bossen machte." Das war eine lustige Wasserfahrt und eine wunderlich gemifchle Gesellschaft. In Jps wird übernachtet. In finsterer Nacht hört unser Tourist ein „groß Geschrei, als wann ein Hohenaw (ein Pferdeschiffzug) hinauffahreu tbäte. Fragte derwegeu morgens, ob man bei so finsterer Nacht anch fahren küunte, bekomme aber die Antwort, daß es Teufels Gespenster seien." Auf der Weiterfahrt zeigt man ihm bei Schönbichel „ein zierlich, wohl erbautes Lustschloß, welches wegen insitzeten (darin sitzenden) Teuffleu nit kann bewohnt werden." Als bei Stein ans Land gestiegen wird, — „Am schwindelnden Rand e." Der letzterschienene „Londoner Pnnch" veröffentlicht als Hanptcarricatur: Die Britannia, vsn Lord Beacons-ficld, als Alpenführer gekleidet, auf einem Bergrücken an der Hand geführt. Er steht bereits ganz am Rande eines Bergvorsprunges, vor dem sich „der Krieg" ausbreitet, sie ist aber, ängstlich vorgebeugt, noch etwas zurückgeblieben. Die Unterschrift lautet: „Ou tlis I)ir/^ Ijnulc" (Am schwindelnden Rande.) DizzY heißt schwindelnd und ist anch der Name des Premiers in der Volkssprache. Folgendes Zwiegespräch entspinnt sich: Lord B: „Ein ganz klein wenig näher zur Kante?" Britannia: „Nicht einen Zoll weiter. Ich bin schon viel näher als mir lieb ist." Lokal- und Provilyial-Angelegenheiten. — (Constitutioneller Verein.) Der neu gewählte Ausschuß konstituierte sich gestern und wählte znm Obmann — nachdem Dr. Suppan erklärt hatte, diese Stelle wegen Geschäftsüberhäufung nicht aunehmeu zu können — Dr. Robert von Schrey, znm Stellvertreter Finanzrath Dimitz, zn Schriftführern die Herren Prof. Lin hart und Ottomar Bamberg, endlich zum Kassier Herru L e s k o v i c. — (Der Laudesschulrath in Krain) erledigte in seiner am 10. d. abgehaltenen Sitzung folgende Gegenstände: 1,) Bewilligung zur Ablegung der Maturitätsprüfung eines Gymnasial-privatisten; 2.) Zurückweisung eines Rekurses gegen eine bezirksschulräthliche Entscheidung, womit einem Volksschullehrer der Betrieb einer die Erfüllung des Lehrberufes hemmenden Nebenbeschäftigung untersagt wurde; 3.) Berathung des Entwurfes der Durchführungsverordnung inbetreff der Besorgung des Religionsunterrichtes an den krainischen Volksschulen und betreffend die Kostenbestreitung für denselben, sofort Mittheilnng der Berathuugsacteu an das fürstbischöfliche Ordinariat in Laibach; 4.) Bewilligung der dritten Quinquenualzulage für einen Lehrer der hiesigen Lehrer-Bildnngsanstalt; 5.) Abfuhr eines Jntercnlarrückstandes an die krainische Volks-schnllehrer-Pensionskasse; 6.) Erhebungen inbetreff der Erweiterung der Volksschule in Ratschach; 7.) Feststellung des Lehrergehaltes in Dragatnö; 8.) Ernennung des Lehrers Franz Stojec zum Lehrer in Oberlaibach. Diesen Angelegenheiten folgte die Erledigung von Schulgeldbesreiungs-, Gehaltsvorschuß-, Remunerations- uud anderen Gesuchen. — (Ernennung.) Herr Franz Mikolji, Lieutenant des Infanterieregiments Erzherzog Leopold Nr. 53, wurde zum S:eueramtsadjuncten in Krain ernannt. hat unser Freund Gelegenheit, das Treiben der Soldatesca kennen zu lernen und sich als Menschenfreund zu zeigen. Zwei stuäiosi, die mit nach Wien fahren, werden von Werbern ohne Umstande gepackt und würden wol den Dienst der Musen mit der Sklaverei des Korporalstocks vertauscht haben, wenn unser Pater sie nicht, schnell entschlossen, mit Energie als seine Diener reklamiert hätte. Sie kamen nnnmehr bis Wien nicht mehr von seiner Seite. In Tulln frühstückend, hält unser Pater ein lustiges Zwiegespräch mit einem alten Bettelweib. „Ein altes Betelweib, an einem Stecken gehent, redete mich an, ob ich nit erst aus dem Reich (also nennen sie die oberen Länder) komme, und ob ich ein Weil in Oesterreich verbleiben werde. Als ich Ja sagte, gab sie mir den Rath, ich solle der nenwen oder heurigen Wein müßig gehen und alte trinken, sonsten möchte ich krank werden oder wohl gar sterben, wie es viel Hunderten bereits beschehen. Ich gäbe ihr 2 Groschen, bedankte mich des gueteu Raths und versicherte sie, daß ich allzeit den bösen Wein wolle bleiben lassen, wan ich ein gueten Hab." — (Ein KaINinseuer), das fünfzehnte im Verlaufe dieses Monates, brach gestern in der siebenten Abendstunde im ehemals Fabiani'schen Hause Nr. 6 iu der Polanavorstadt aus. Die Hausbewohner waren bereits eifrigst mit dem Löschen des Brandes beschäftigt, als die Feuerwehrabtheilung dort am Platz erschien. — (Ein Zimmerbrand) kam heute um 9 Uhr vormittags im Hause Nr. 14 in der Petersstraße durch Entzündung eines Trambaumes zum Ausbruch. Es gelang den Bemühungen der Hausbewohner, das Feuer zu löschen, das sehr gefährlich zu werden drohte, nachdem eine kranke Frau im Zimmer und nebenan eine Wöchnerin zu Bette lag. — (Seltenes Versteigerungsobjekt.) Am 8. k. M. wird beim Bezirksgerichte in Loitsch ein derzeit herrenloser, aus einem Diebstahle herrührender, 5 bis 6 Jahre alter, roth und braun gezeichneter — Vorstehhund im öffentlichen Ver-steigerungswege verkauft werden. — (Sterbefälle.) Am 20. d.M. starb in Klagensnrt infolge Schlagflnsses Herr Peter Sche -rantz. Pens. Landesgerichtspräsident, früher durch lange Zeit in Lombardo - Vcnezien bedienstet, im 70. Lebensjahre. — Am 17. d. verschied zu St. Georg in Kärnten, eben anch im 70. Lebensjahre, Herr Pfarrer Anton Stroy, geboren zu Birkendorf in Krain. — (Der Laibacher Turnverein) hielt gestern eine zahlreich besuchte Hauptversammlung ab. Sprechwart Herr Max Krenner begrüßte die Anwesenden, constatierte die Beschlußfähigkeit der Versammlung auf Grund der Vereinssatzungen, warf einen Rückblick auf die Thätigkeit des Turnvereins im abgelanfenen Jahre, iu welchem Vonseite des Vereins außer einem Grnppenturneu, verbunden mit Wettnrnübungen, auch noch ein Schauturnen, ein Turnerausflug zum Peritschuik - Wasserfalle, eine Wohlthätigkeits - Vorstellung zugunsten der Abgebrannten in Waitfch und überdies zwei Sommerturnfeste veranstaltet wurden. Der Laibacher Turnverein war beim Kreisturnfeste in Linz und bei dem Gauturntage iu Graz durch Abgeordnete vertreten. Säckelwart Herr Cantoni 8sn. erstattete den Kassebericht. Die Geldgebaruug im Jahre 1877 weiset einen nicht unbedeutenden Kasse-Ueberschuß aus. Die Versammlung genehmigt sodann den Voranschlag für das Vereinsjahr 1878. Nachdem Turnwart Herr Tomz den Turnbericht vorgetragen hatte, schritten die Anwesenden zur Neuwahl des Tnrnrathes: Sprechwart Max Krenner, Sprechwart-Stellvertreter Karl Rüting; Schriftwart Jul. Dürr, Schriftwart-Stell-vertreter Albert Tindl; Säckelwart Alois Cautoni, Säckelwart-Stellvertreter Raimund Wascher; Turu-warte C. Pock und C. Sattner; Zeugwart Julius Schmidt; Kneipwarte A. Drelse und A. Eberl. Die Gewählten erklärten die Wahl anzunehmen. Dem Als die Reisegesellschaft (11. August) vor Wien anlangt, findet sie alle Thore verschlossen, weil in der letzten Nacht zwei Todtschläge geschehen und die Thäter noch nicht zur Hand gebracht worden. Ein Schnürmachergeselle hatte einen Schäfflergesellen, „beede Fechter", mit einem Messer unter dem Badner Thor erstochen, und ein Hausknecht seinen leiblichen Bruder „wegen etlicher scharfer Worte im Stall entleibt". Unsere Gesellschaft wird doch endlich beim Burgthor eingelassen und besucht anderen Morgens zunächst das Bruderkloster zu den Schotten. Indessen zehrt er durch sechs Wochen im Wirthshans zum „grünen Salzküffel" auf dem Salzgries, wo er wöchentlich für Zimmer und Kost 5 fl. bezahlt, weil, wie er sagt, er im Schottenkloster mehr hätte verzehren müssen. In Wien verkehrt P. Reginbald meist mit schwäbischen Landsleuten, aber auch bei Bürgersleuten, überall gern gesehen seines guten Humors und seiner Lebenslust halber. Da wohnt er einmal eiuer Hochzeit bei, von der er nicht unterlassen kann, uns ein schnurrig Stücklein zu erzählen: „Die Hochzeiterin (Braut) stunde von der Mahlzeit auf, als wollte geschäftlichen Theile folgte eine von bester Stimmung belebte Unterhaltung. — (V i e h märkte.) Im Verlaufe des Jahres 1877 fanden in Laibach 16 Viehmarkttage statt, an welchen zusammen 4524 Pferde aufgetriebeu wurden. — (Fleischkonsum.) Im Vorjahre 1877 wurden in Laibach 3900 Stück Hornvieh geschlachtet. — (Landschaftliches Theater.) Herr Hans Patek, geschult als erster Tenorist im Opern-sache, muß sich bequemen, auf unserer Bühne in Operetten aufzutreten. Im gesanglichen Theile entspricht der junge, mit einem gefälligen Exterieur ausgestattete Sänger seiner Aufgabe ganz gut, er schlägt rein und sicher an, im zweiten Acte der Offcnbach'fchen komischen Oper „Die schöne Helena" erwarb Herr Patek sich den lauten Beifall des Hauses, aber auf deu textlichen Theil bei Operettenaufführungen wird Herr Patek ein eifriges Studium verwenden und die erforderliche Routine sich erst aneignen müssen. Talent, guter Wille uud Fleiß sind vorhanden, und wo diese drei Bühnentugenden vorhanden, ist auf ein erfolgreiches Wirken mit Sicherheit zu rechnen. Frau Directrice Fritzfche (Königin Helena) wurde beifällig begrüßt und führte den Hauptpart mit gewohnter Grazie und Anmuth durch. Im zweiten und dritten Acte ging nicht alles, wie es gehen sollte, das Ensemble ließ einiges zu wünschen übrig, das Orchester trat bei einigen Stellen störend ein. Die Herren Laska (Menelaus) und Alberti (Kalchas) erheiterten das Publikum. Der Gesammtaussühruug sah man nur zu deutlich an, daß „Die schöne Helena" bei dem Umstande, als die prunkvolle Garderobe zur Novität „Der Seekadett" uoch uicht fertig ist, gestern als Lückenbüßer eintreten mußte. Ein großer Theil der beschäftigten Bühnenkräfte erschien in neu angefertigten Kostümen. Warum wurde bei jenem des Fräulein Klara Butze der Stoff so sparsam zugemesseu? — (Der landwirthschastliche Fortbildungsunterricht) bricht sich leider nur langsam Bahn, namentlich in Krain will er durchaus nicht Eingang finden. Im Jahre 1875 befanden sich in 11 Provinzen Oesterreichs 174 mit den Volksschulen verbundene landwirthschastliche Fortbildungsschulen ; diese zählten 5537 Schüler, 228 Lehrer, 93 Schulgärten, 97 Obstbaumschulen und 38 Bienenstände. Innerhalb der Volksschule wurde bei einer Gesammtzahl von l5,l66 Volksschulen in 17 Provinzen der österreichischen Reichshälfte land-wirthschastlicher Unterricht ertheilt, n. z. in der allgemeinen Landwirthfchaft an 2128, in der Obstbaumzucht an 4034, in der Bienenzucht an 1486, in der Seidenzncht an 882 Volksschulen. Diese letzteren besitzen als Lehrmittelobjekte 3215 Obstbaumschulen, 538 Bienenstände, 384 Seidenzuchtanstalten und 4032 Schulgärten. — Es ist in erster Linie Sache der in Oesterreich bestehenden Landwirthschafts- sie in die Kuchel gehn. Weilen sie aber sich etwas lang aufgehalten, wollte der Hochzeiter (Bräutigam), der ein Schlosser seines Handwerks war, gleichwohl schauen, wo seine Liebste seie; befindet sie aber bei einem Italiener galanisiren. Er sähe übel zu der Sach. Der Italiener machte sich wohl hinweg, sie aber gäbe ihrem Hochzeiter wenic guete Wort, mit teutschen Worten, er solle sich nit einbilden, daß sie seinetwegen werde die alten Kundschaften unterlassen. Diesen Affront klagte nun der Bräutigam, als er mit seiner Braut in die Stuben eingetreten» mit schmerzhaften Worten, bekäme aber von seinem Schweher, der ein grundfrommer Mann war, kein ändern Trost, als er solle Geduld haben, ihre Mutter habe es ihm auch anfangs also gemacht, hernach aber gelassen, und in allem Frieden wie noch gehauset, mit welcher Hoffnung sich auch der guete Tropf müssen coutentiren lassen und ferners nichts weiters aus der Sach gemacht, sondern dieses Fest mit Lustbarkeit vollbracht." (Fortsetzung folgt.) gesellschasten (Vereine und Genossenschaften), für einen entsprechenden zeitgemäßen landwirthschaftlichen Unterricht Sorge zu tragen. Die Provinzen Böhmen, Mähren, Schlesien und Niederösterreich gehen mit bestem Beispiele auf diesem Gebiete vorwärts. Der bäuerliche Landwirth in den genannten nördlichen Provinzen Oesterreichs verfolgt mit anfmerksamem Auge die Bewirthfchaftung der großen gutsherrlichen Complexe, er nimmt sich die gemachten Wahrnehmungen zur Richtschnur, er schreitet in der besseren Kultur seiner Aecker, Wiesen, Weiden, Weingärten und Waldungen auf Grund emgeholter Instructionen und gemachter Wahrnehmungen sleißig vorwärts und sendet seine Söhne in die bestehenden Acker-, Wein- und Waldbauschulen, damit der nachkommende Landwirth aus höhere Stufe gelange, als der gegenwärtige. In den Ackerbauschulen Böhmens, Mährens, Niederösterrcichs u. s. w. Wird dem den ländlichen Bevölkerungskreisen angehörigen Zöglinge eine bessere, größeren Nutzen abwerfende Biethove angeeignet; in der Weinbauschule zu Klosterneuburg nächst Wien beschäftigen sich mindestens 200 Zöglinge aus bäuerlichen Kreisen mit der Hebung der Weinlandskultur, mit Veredlung der Rebe, mit rationeller Kellerwirthschast. Die von Jahr zu Jahr steigende Steuerlast weckt in den genannten Provinzen den Groß- und Kleingrundbesitzer zu gesteigerterem Eifer, zum ernsten Studium, zur permanenten Thätigkeit. Die wirthfchaftliche Krise auf land- und sorstwirthschaftlichem Gebiete kann durch rationellen Betrieb immerhin beseitigt werden. Wissen ist Macht, Wissen ist Geld! Halten wir Umschau in unserem Heimatlande, so begegnen wir in dieser Beziehung nicht den erfreulichsten Zuständen. Nur ein geringer Theil der Großgrundbesitzer hält sich rationell gebildete Land-und Forstwirthe zur Führung der Oekonomie-und Forstgeschäfte. Wir können landtäsliche Güter namhaft machen, auf welchen einem jungen Bauernburscheu im Alter von 20 Jahren die Leitung einer Oekonomie- und Waldfläche von 600 niederösterreichischen Jochen anvertraut ist. Die in zahlloser Menge uns entgegenstarrenden öden, ausgerodeten Wald-flächen belehren uns, daß der größte Theil der Waldungen ungebildeten, unbefähigten Händen überlassen ist, während doch auf den günstigen Bestand der Waldungen, deren Werth tagtäglich steigt, die größte Aufmerksamkeit, die größte Pflege verwendet werden sollte. Der Stand der Gemeinde- und Banernwälder ist ein trauriger, es wird in denselben eine Raubwirthschast geübt, deren üble Folgen die Nachkommenschaft zu büßen haben wird; in der Regel gilt es, die hier und dort noch vorhandenen Urstämme abzustocken und auf den Markt zu bringen, jedoch von einer Wiederanfforstung ausgerodeter, devastierter Waldungen ist nichts wahrzunehmen. Diese üblen Thatsachen mögen die maßgebenden Behörden und Corporationen in Krain auffordern, mit der Einführung des land- und forst-wirthschastlichen Fortbildungsunterrichtes in Krain nicht eine Minute länger zu zaudern. Zeitverlust ist — Geldverlust! — (Aus den Nachbarprovinzen.) In Graz ist ein Comite eifrigst beschäftigt, um die Details zu den Festlichkeiten bei Enthüllung des Erzherzog Johann - Monumentes festzustellen. Ein zweites Comite hat für Beischaffung der erforderlichen Geldmittel zu sorgen. Der Tag der Monu-mentsenthüllung ist noch nicht bestimmt, jedoch wurde beschlossen, daß die Feier nur einen Tag dauern soll. Programm der Feier: Am Vorabend Festvorstellungen in beiden Theatern und musikalischer Zapfenstreich; am Festtage selbst: Tagreveille, kirchliche Feier, Festzug, Monumentsenthüllung. Konzert des steierischen Sängerbundes, Stadt- und Schloßbergbeleuchtung, Festball, Fackelzug der Studenten und Vereine. — (Bergmannsfest.) Die „Klagenfurter Ztg." erfährt, daß im nächsten Frühjahre in Klagen-furt ein Bergmannsfest stattfinden soll; an demselben sollen alle Bergmänner theilnehmen, welche die im Jahre 1868 in Klagenfurt errichtete Bergschule besucht haben. — (Für die Geschäftswelt.) Im Februar l. I. werden im nachbarlichen Kärnten in nachstehend genannten Ortschaften an nachbezeichneten Tagen Jahr- und Viehmärkte abgehalten, n. z. am 4. in Kötfchach, Friesach, Döbriach, Eiseukappel; 18. zu Liesing im Lesachthale; 19. in Luggau; 22. in Radenthein und 25. in Treffen bei Villach — (Kronprinz Rudolfsbahn.) Die Generaldirection dieser Bahn hat an die Handelsund Gewerbekammer in Kärnten das Ersuchen gestellt, es möge letztere etwaige Wünsche betreffs der Abänderung des gegenwärtig bestehenden Zugverkehres der Sonimer-Fahrordnung pro 1878 möglichst bald bekannt geben; die Generaldirection wolle bemüht sein, diesen Wünschen, insoweit der Anschlußverkehr an die anderen Linien es gestattet, Rechnung zu tragen. In der am 7. d. in Klagenfurt stattgefundenen Handelskammerfitznng beantragte KR. Herr Moritfch die Einführung der früheren Fahrordnung für die Influenzen der Züge Nr. 5 und 6 in Villach und Laibach. Die Kärntner Kammer richtete überdies in dieser Angelegenheit ein Rundschreiben an die bedeutenderen Gemeindevorstehungen und Handelskammermitglieder, um sodann auf Grund des Ergebnisses dieser Erhebungen, Wünsche und Erfahrungen die weiteren Anträge stellen zu können. — (Der Büchertisch) erfuhr mit Beginn des Jahres 1878 abermals einen werthvollen Zuwachs. Es liegt uns der erste Band der „Bi-blivLhek der Unterhaltung und des Wissens" zur Einsichtnahme vor. Alle vier Wochen erscheint ein Baud mit Originalbeiträgen der hervorragendsten Schriftsteller, Verlag von H. Schönlein in Stuttgart, Preis nur 50 Pfennig pro Band. Man kann sich im Laufe einiger Jahre uni einen billigen Preis in den Besitz einer interessanten, spannenden und belehrenden Unterhaltungslektüre setzen. Der uns vorliegende erste Band enthält: einen Roman, „Gepanzerte Herzen", von Max v. Schlägel; eine Novelle „Fritz und Franz", von Adeline Volkhausen. Zeit- und Charakterbilder aus Frankreich und der Türkei; Aufsätze über Gesundheitspflege, Kultur, Elektricität und Mannigfaltiges, im ganzen 288 Octovdruckfeiten. Bestellungen auf diese neueste Erscheinung auf dem Büchertische besorgt die hiesige Buchhandlung v. Kleinmayr L Bamberg. — (Oesterreichisch-ungarischer Thonwaren-Techniker.) A«S dem rührigen Verlage der Buchhandlung Bertschinger L Heyn in Klagenfurt geht uns soeben die erst« Nummer einer neuen Zeitschrift, betitelt: „Der österreichisch-ungarische Thonwaren-Techniker" zn. Das Matt will ein Organ für Hafner, Oefen-, Steingut-, Chamotte-, Thon-, Ziegel-, Porzellan-, Eement- und ähnliche Industrien bilden, und nach der ersten Nummer zu urtheilen, zweifeln wir nicht, daß eS sich bald eiw-> bürgern wird. Belehrende Leitartikel, eine reichhaltige Rubrik „Industrielles", Fragekasten, Handkls-notizen u. s. w. berühren alle Brauchen der Thonwarentechnik. Bei dem Aufschwung?/ den die letztere in Oesterreich-Ungarn neuerer Zeit erfahren hat, verdient ein den Interessen derselben dienendes Unternehmen (das erste in Oesterreich, während Deutschland ein halbes Dutzend derartiger Fachblätter besitzt) zweifellos die wärmste und nachdrücklichste Unterstützung aller Fachgenossen. Das äußerst sauber ausgestattete Blatt erscheint monatlich zweimal und kostet jährlich bei Francozustrllüng nur 4 fl. (8 Mark).' Angekommene Fremde am 21. Jänner. Hotel Stadt Wie». Bolk, Ncumann, Harto, Kausleute, und Händler Maria, Wicn. — Schink, Hdlsm., Sagor. - Fnßbaum, Privatier, Pest. — Praxmarcr, Innsbruck. Hotel Elefant. Baron Taufferer, Unterkrain. — See man«, Hdlsm, Fiume. - Fichte, Kfm., Dresden. -Neuß, Möbelsabrikant, Pöltschach. — Lengycl, Kfm., Kanischa. — Schliber, Hdlsm., Obcrkrain. — Laurik, Neudorf. — Modie, Pfarrer, Gortte. — Jermann, Beamter, Jdria — Gradt, Gairach, Sternwarte. Popin Maria, Zaman und Hribar, Unterkrain. — Modic, Laas. — CoZ, St. Rochus. Verstorbene. Den 21. Jänner Mathias Hocevar, Arbeiter, 67 I , Zivilspital, Brustfellentzündung — Maria Cacak, Bäckermeisters Tochter, 2 I., Römerstraße Nr. I, hitziger Wasserkopf. Im Garnisonsspital: De» 8. Jänuer. Ivan Matia§!k, Jnsanterist des 53. Jnf.-Reg., Lungen- und Brustfellentzündung. Witterung. Laibach, 22. Jänner. Leicht bewölkt, Thanwetter, schwacher SW. Temperatur: morgens 7 Uhr — 3 6", nachmittags 2 Uhr -l- 4 8° 6. (1877 -s- 2 2°; 1876 3'8°6.) Barometer im Fallen, 739 86 mm. Das gestrige Tagesmittel der Temperatur — 84°, um 6 4° unter dem Normale. Gedenktafel über die am 24. Jänner 1 878 stattfindenden Licitationen. 3. Feilb., Koschar'sche Real, Gotlschee, BG. Gottschee. — 3. Feilb., Strizcl'sche Real., Wretzen, BG. Rudolss-werth. — 2. Feilb., Hrast'sche Real., Sittich, BG. Sittich. — 2. Feilb., Struna'sche Real., Pristauza, BG. Sittich. — Reass. 2. Feilb., JaM'sche Real.. Maledule, BG. Sittich — 2. Feilb., »l» « S S'ÄLjWWx««! s- — ^- -------—- . ... «anft de»«i>chl(km« «ro-rdkN »«». — »«§ psVulSr^ne»ictais<^> wert! ,,vr. «r»'« Natur heil- und liegkdatw allttn'Icho^ det dep« lvewei» ,ür«e «.diegm-eitsei«.» Ju^,It».!Dirk«rr>« «l^rtne. t>°lls>iindig kann ml, Recht all«, «rank«» j ««ich« »«»»»rU Heilmtilel »ur Beseitigung ihr«r Leiden anwenden wollen, dring,nd zur Dnrchstcht »«rden. Li, darin a»- gedruckten Origlnal-Atlkst» deweiscn dl» a,k»rde»t-lichkn «ellers-lze und sind «ine «arantie dafür, daß da« Berira,«», der «ranken nicht gettuscht wird. Obige» »44 Seiten starte, nur »r kr.». W. kostende Buch kann durch >ede Buchhandlung bejogen werden: man verlange und nehm« jed»q mir „vr. Natur, heilmet-ode", «ri°i»°l-»»>g»de von Mchlir'» ^ Verlay-L,st»>, in k,i„>,. ^ Rheumatismus-Aether zur Lchebung von Schmer)cn aller Art, -l> acu» oder chronisch. Dieser Aether ist das beste, reellste und sicherste bis nun bekannte Mittel gegen Rheumatismus (Gliederreißen, Hexenschuß), Gicht, jede Art Läh. mung in den Händen und Füßen, Seitenstechen re. Sehr häufig behebt er genannte Leiden schon nach einmaligem Gebrauch vollkommen. — Preis eines großen Flacons sammt Anweisung 1 fl., eines kleinen Flacons sammt Anweisung 40 kr. Die geringste Postsendung ist entweder ein großes oder zwei kleine Flacons. Bei Postsendungen entfallen für Emballage und Stempel noch 20 kr. Depots für Krain: Laibach: Vletor von l'rnicovrx, dlpotheker „zum goldenen Einhorn", Rathausplatz Nr. 4; Rudolsswerth: vom. Llr-roll, Apotheker. (27) 10-1 Wiener Börse vom 21. JSnnrr. Alkzemeio« 8la»ti-s»-U. Geld Ware S3 80 S!1 stO 67— 67 10 Goldrente StaalSlose, 18SS. . . I8L4. . . I8M. . I8SV(btel) „ ISS«. . 74 0 L97--108 50 114 2ü I L3 25 1L7 — 7505 300 — 10U - 114 75 123 75 137 50 Orimsenltalli»!»»- Etligalianen. ien Siebenbürgen . . . Lenitscr Banat . . . Ungarn 8650 77— 78 — 79- 87 - 77 50 78 50 79L0 Aacker« »ff«atki. Silber Kran,-Joseph-Bahn. GaIiz.S-Ludwigb, I.E. Oest. Nordwest-Bahn Siebenbürger Bahn Staatsbahn,!. Em. ^"ibahn » S Per,. Vriiatkos«. D«»is«a. London Eekcksorl«». Selb l0S50 N7SV S5- — «I-Sv IN-7Ü uxso »» «v 9S'lv Ü3 — SL-LV 104 7L lvoso 8i,>-65 — I51-L0 II» — SS'— 1S0L0 ,I««V L5Ä 5S4S War no — tl, — rröL» Si'— irr- I0L — s«s» SSL« S1-7L IVL — di — 101'— 8K-,5 «L-L0 IS»'— 111 50 ssr« 1«l-14— rissr n eo !>4S !>»i0 I'SSV Telegrafischer Änrsbericht am 22. Jänner. Papier-Rente 63 70. Silber-Rente 67'—, - . Rente 74-80. — 1860er Staats-Anlehen 114 50. — Bank-actien 818. — Kreditactien 225 10. — London II8'30. — Silber 103 20. — K. k. Münzdukaten 5 58'/,. — 20-Francs-Stücke 9 45. — 100 Reichsmark 5845. Druck von Jg. v. Kleinmayr L Fed. Bamberg. Verleger: Ottomar Bamberg. Für die Redaction verantwortlich: Franz Müller.