poštnina plsLans v Zotovini. Nr. 15. Erscheint jeden 1.^ 10. und 20. 6. (21.) Jahrgang. Bezugspreise: Jugoslawien: ganzjährig 25 Din, halbjährig 12'50 Dm. D.Desterrci l.: ganzjährig 40 Dm, halbjährig 20 — Din. Amerika: 2'— Dollar. — Einzelne Nummern 1 Dmar Dienstag, den 20. Mai 1924. Briefe ohne Unterschrift werden nicht berücksichtigt. — Zuschriften werden nicht zurückgestellt. — Berichte sind an die Schriftleitung zu senden. — Anzeigen-Ausnahme und -Berechnung bei Herrn Carl Erker in Kočevje. Jur politischen Lage. Die Staatskrise, vor längerer Zeit hervor¬ gerufen durch den Eintritt der Radiäabgeordneten in das Parlamct, hat noch immer keine Lösung gefunden, so daß infolge der demissionierten Re¬ gierung Paäic-Prjbiäeviä der ganze Stacuskarren nicht vom Fleck kommt. Die Gegensätze, die zwischen der radikalen und unabhängigen demokratischen Partei einerseits und den übrigen slowenischen Gruppen, vereinigt in der sogenannten opposi¬ tionellen Blockpartei, bestehen, haben ihren Grund in den verschiedenen Auffassungen der Regierungs¬ parteien und des Opposttionsblockes. Während die erste Partei an der Bidooban-Berfassung, somit an dem Zentralismus als Endpunkt der Staals- einrichlung festhalten, wollen die Blockparteien den Zentralismus abbauen und den einzelnen Ländern und Stämmen eine größere Autonomie verleihen und somit den Staat dezentralistisch einrichten. Welcher Standpunkt letzten Endes durchdringen wird, liegt in der Hand der Krone. Die zentra¬ listischen Parteien, die über die Mnbeiheil der Abgeordnetensitze verfügen, wünschen die Auf¬ lösung des Parlamentes, da sie mit demselben nicht weiterarbeiten können, sodann die Auver- trauung der Wahlregierung und die Durchführung der Wahlen. Die Oppositionsparteien hingegen stellen sich auf den Standpunkt, daß das Parla¬ ment arbeitsfähig ist, zumal die Mehrheit den Oppositionsparteien angehört und daß somit der Block mit der Regierungsbildung betraut werden sollte. Zwischen diesen Kombinationen steht noch die dritte Lösung der Konzentrationsregierung, an Ein deutjchamerikanisches Wirtshaus. Von Konrad Perz in Chicago. Kürzlich unternahmen wir, zwei Freunde und ich, eine kleine „Rundreise" ins nördliche Viertel Chicagos, hier einfach Nordseite genannt, wo es so viele Deutsche gibt, daß man Chicago ja schon zu einer deutschen Großstadt zählt. In diesem Viertel spricht fast jedermann deutsch und man sieht fast nur deutschsprachige Firmenschilder auf Geschäften und Gasthäusern mit ganz heimischen Namen, wie: „Beim Tirolerseppl", „Beim Ko- mikerseppl", „Beim Steirerfranzl". Solche Gasthäuser nennt man Saloons; ein größerer Saloon (spr. salun) mit einem Tanzboden heißt Halle, z. B. die Mozarthalle, Turnhalle u. a., und wenn man in einem Saloon auch über¬ nachten kann, so führt er sogar den Titel „Hotel". Noch aus der guten alten Zeit vor dem Pro- hibitwucher sind viele Saloons mit Wandgemälden und passenden Wandsprüchen geschmückt, die zur der alle Parteien teilnehmen sollten. Zur Er¬ reichung dieses Zieles wurde auch schon ein Ver¬ such unternommen, der jedoch an den großen Ge¬ gensätzen, die zwischen den beiden Gruppen herrschen, derzeit mißlungen ist. Anlangend die Entscheidung über die Zentra¬ lisation und Dezentralisation der Staalseinheit müssen wir Deutsche auf dem Standpunkte stehen, daß diese Frage einzig und allein von den sla¬ wischen Mitbürgern gelöst werden soll, da wir als Minderheitsvolk keinen Anlaß haben, uns in Verfassungsfragen einzumengen. Viel wichtiger ist die Frage, wie wir uns für den Fall zu ver¬ halten haben, als es tatsächlich unter der jetzigen Regierung zu Neuwahlen kommen sollte. Diese Frage ist für unsere Volksgenossen in der Woje¬ wodina und in Untersteiermark von selbst gegeben, da die Deutschen in diesen Wahlkreisen ihre eigenen Kandidaten aufstellen werden. Bedeutend schwie¬ riger ist diese Frage für uns Gottscheer und die übrigen Deutschen in Krain, da wir nicht über so viele Wähler verfügen, um einen eigenen Kan¬ didaten ausstellen zu können. Wir sind daher be¬ müßigt, uns einer slawischen Partei anzuschließen. Dieser Anschluß muß jedoch sehr gut erwogen werden und ist hiebei besonders zu beachten, daß bei der Entscheidung dieser Frage nicht das Herz, sondern lediglich die Vernunft zu reden hat. Auch ist es notwendig, daß alle Gottscheer ihren führenden Männern soviel Vertrauen enl- gegenbringen, daß sie deren Entschließungen ohne Ausnahme und mit allen Kräften zur Durch- führung bringen und so als wirkliche Einheit Stimmung beitragen sollen; denn wenn das gött¬ liche Naß die Lebensgeister weckt und die Um¬ gebung nebst der Bedienung übereinstimmt, dann fühlt man sich leicht und vergißt bei Trank und Gesang des Daseins bittere Sorgen. Wandgemälde sind teuer und daher nur in besseren Saloons zu finden, aber Wandsprüche trifft man fast überall und natürlich hat jedes Gasthaus seine besonderen und eigenartigen Wandsprüche. Einen solchen einfachen Saloon will ich nun zu beschreiben versuchen. Das Gebäude befindet sich sehr oft an Straßenkreuzungen, das Trink- lokal ist immer ebenerdig, alles der Bequemlich¬ keit wegen. Durch eine größere Tür, ein sogenanntes Sturmtor, kamen wir zu einer kleineren Tür, versehen mit einer passenden Inschrift, z. B.: Grüß Gott, tritt ein, Bring' Glück herein! vor den übrigen Parteien da stehen. Noch ist der Augenblick der Entscheidung nicht gekommen, sollte er aber über kurz oder lang eintreffen, so soll er uns wohlvorbereitet finden. Aus Stadt und Land. KoLevje. (Besuch.) Herr Regierungsrat Erker aus Villach hat einen längeren Erholungs¬ urlaub angetreten und wird denselben bei seinem Bruder Herrn Josef Erker, Pfarrer in Mösel, verbringen. Wir wünschen dem Herrn Regierungs¬ rar in seiner Heimat volle Genesung. — Herr Dr. Hans König, Advokat in Mureck, ist für kürzere Zeit auf Besuch in seinem Heimatdorfe Altlag eingetroffen. — Ebenso ist Herr Viktor S kubetz, Kellereiinspeklor in Klagenfurt, zu einem kurzen Aufenthalte in seiner Vaterstadt Gottschee eingetroffen. — (Vermählung.) Am 19. d. M. fand in der Stadtpfarrkirche zu Gottschee die Vermäh¬ lung des Herrn Dr. Richard Rom, Advokaturs- kandidaten in der Kanzlei des Herrn Dr. Hans Arko, mit Fräulein Hilda Marek, Besttzerstochter, statt. Dem jungvermählten Paare unsere herz¬ lichsten Glückwünsche. — (Hauptversammlung des Gott- scheer Gesangvereines.) Die diesjährige Hauptversammlung des Gottscheer Gesangvereines fand am 10. d. M. im Gasthause des Herrn Viktor Petsche statt. Vorweg sei betont, daß die Betei¬ ligung eine sehr geringe war, zumal nicht einmal alle ausübenden Sänger zu derselben erschienen sind. Da die um 8 Uhr abends festgesetzte Ver- oder auch: Wer jedes Wort auf der Goldwag' wiegt, Wo von der Flasche der Pfropfen fliegt, Der lasse ehrlrche Leute in Ruh' Und mache schnell die Tür von außen zu! Da wir dies nicht auf uns bezogen, so traten, wir ins Gastzimmer ein. Was uns auffiel, ist der Mangel an Stühlen, Sesseln und Spucknäpfen, dafür aber ist hier eine große Budel, hinter der der Kellner die Getränke verzapft und sie den davor stehenden Kunden reicht. Die Gäste essen, trinken und huldigen dem sehr beliebten Würfelspiel stehend. Durch ein kleines Guckfenster kann der Kellner auf die Straße und den Zugang zum Sturmtor sehen und wenn ein Polizeimann kommt, so kann er den Gästen schnell ein warnendes Zeichen geben und im Nu sind alle alkoholischen Getränke ver- schwunden und jedermann hat sein „soft drink" (alkoholfreies Getränk, es soll ein Fruchtsaft sein) Zeder Landsmann in Amerika sei Abnehmer der „Gottscheer Zeitung"! "MU S-ite 2. sainmlung nicht beschlußfähig war, eröffnete der Obmann Herr Dr. Georg Röthel statutengemäß um halb 9 Uhr abends die zweite Versammlung und begrüßte die erschienenen Mitglieder. Aus den Berichten des Obmannes und Saugwartes war zu entnehmen, daß der Verein derzeit 152 Mitglieder zählt, hievon 36 ausübende. Im ver¬ flossenen Jahre wurden 49 Proben mit einer durch¬ schnittlichen Besucherzahl vvn 24 Sängern abge¬ halten und hiebei 25 Chöre neu einstudiert. Der Verein veranstaltete im Vorjahre einen Wald¬ ausflug, sowie Sängerausflüge nach Seele, Mitter- dorf und Lienfeld und beteiligte sich auch mit mehreren Liedervorträgen beim 25 jährigen Grün¬ dungsfeste der freiwilligen Feuerwehr in Mösel. Durch Grabgesänge verabschiedete sich der Verein von seinen unterstützenden Mitgliedern Herren Robert Braune und Josef Schober. Schließlich brachte der Verein seinem Obmanne zu dessen Namenstage am Vorabende des 24. April d. I. ein Abendständchen dar. Daß der Verein lebens¬ fähig ist und das richtige Verständnis von Seite der Bevölkerung gesunden hat, erhellt aus den veranstalteten Liedertafeln, die bei der Gründung des Vereines und im Herbste vorigen Jahres ver¬ anstaltet worden sind. Der Verein hat aber auch durch Veranstaltung von zwei Singspielabenden dem gesellschaftlichen Leben in der Stadt Rechnung getragen und sich bemüht, diesbezüglich eine dau¬ ernde Einrichtung zu schaffen. Nachdem der Säckel- wart seinen Bericht erstattet hatte, wurde der Be¬ richt des Ausschusses einhellig zur Kenntnis ge¬ nommen. Zu Rechnungsprüfern wurden die Herren Josef Pavlicek und Josef Petsche gewählt. Der neugewählte Ausschuß setzt sich wie der alte aus nachstehenden Herren zusammen: Dr. G. Röthel, Obmann; Franz Scheschark, Obmannstellvertreter; Adolf Fornbacher, Schriftwart; Matthias Rom, Schriftwartstellvertreter; Dr. Hans Arko, Sang- wart; Josef Bartelme, Sangwartstellvertreter; Adolf Kraus, Säckelwart; Josef Hönigmann, Säckelwartstellvertreter; Franz Rom, Notenwart; Leo Loy, Notenwartstellvertreter. Nachdem sich der wiedergewählte Obmann im eigenen sowie im Namen des übrigen Ausschusses für das Ver¬ trauen, das die Hauptversammlung durch die Wiederwahl des alten Ausschusses iy denselben setzt, bedankt hatte und sich unter dem Punkte „Allfälliges" niemand mehr zu Worte meldete, wurde die Hauptversammlung mit Absingung des Vereinsmottos geschlossen. — (Zuschneidekurs.) Wie wir schon mitgeteilt haben, beabsichtigt die „Konzessionierte Unterrichtsanstalt für das Zuschneiden von Damen- und Herrenkleidern" in Ljubljana in unserer Stadt einen Zuschneidekurs für Schneider und Näherinnen und auch für Damen, die selbst Garderobe machen wollen, zu eröffnen. Der Kurs beginnt am 1. Juni 1924. Anmeldungen sind in der Hand, auch das Würfelspiel hat aufgehört, denn der Genuß alkoholischer Getränke und das Spiel um Geld sind hier verboten. Doch das Verbot gilt offensichtlich nicht für die Reichen, denn sie trinken Schaumwein wie früher. Doch zum Glück können sich viele Polizisten nicht dazu verstehen, ihren Nebenmenschen, von denen sie durch Steuerzahlen erhalten werden, das Leben bitter und trocken zu machen, und halten daher viel lieber fest mit und nicht zu ihrem Schaden, denn nach Zeitungsberichten waren zum mindesten die Hälfte der Polizisten von den Bier- und Schnapsschmugglern bestochen. Doch wir sind ja im Saloon. Unser Blick fiel auf eine Wand, die folgendes zum Trinken einladende Sprüchlein ent¬ hielt : Zuerst hat der Mensch das Trinken gelernt Und später erst das Essen, Drum soll er auch aus Dankbarkeit Aüfs Trinken nicht vergessen. Gottscheer Zeitung — Nr. 15. zu richten an I. Konc, uäni rsvoci rs prikro¬ jevanje v Ujubljsni, Äckvvsks. Die Einschrei, bungen finden am 24. und 25. Mai im Hotel „Stadt Triest" statt, wo auch Informationen über den Kurs, der in deutscher und slowenischer Sprache erieilt wird, gegeben werden. — (D i e H a u p t v e r s a m m lung) der Hand» werkergenossenschaft für den Gerichtsbezirk KvLevje findet am 2. Juni um 2 Uhr nachmittags in den Räumlichkeiten des Gasthauses Viktor Petsche statt. Tagesordnung: 1. Verlesung der letzten Verhandlungsschrift, 2. Bericht des Vorstandes, 3. Bericht über die Kassegebarung, 4. Bericht der Revisioren, 5. Umlagen, 6. Wahl des Vor¬ standes, 7. Einheitliche Lehrzeit, 8. Allfälliges. — (D i e K r e d i t k a s se) für Gewerbetreibende hält im Anschlüsse an die Genossenschaftsver- sammlung ihre ordentliche Hauptversammlung im gleichen Lokale ab. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes, 2. Bericht des Aufsichtsratcs, 3. Genehmigung der Abrechnung für das Jahr 1923. 4. Beschlußfassung über die Verwendung des Reingewinnes, Wahl des Vorstandes und Äuf- sichtsrales, 5. Allfälliges. — (Liederabend) der hiesige slowenische Gesangverein veranstaltete am 14. d. M. im Saale des Hotel „Stadt Triest" einen Frühlingslieder¬ abend, der in jeder Hinsicht als voll gelungen bezeichnet werden kann. Sowohl die Männer- chöre, als auch die gemischten Chöre und nicht zuletzt die Solovorträge zeigten von musikalischem und gesanglichem Verstehen und Können. Die meistenteils sehr schwierigen Chöre wurden unter Leitung des Herrn Chormeisters Trost exakt und im harmonischen Ganzen zum Vortrage gebracht. Die Lieder wurden am Sonntag nachmittags wiederholt und hatte sich die gesangliche Ver- anstaltung an beiden Tagen eines guten Besuches erfreut. — (Stati stik des Postscheckverkehres im Jahre 1923.) Eingezahlt haben 3,521.937 Parteien 13.207,855.929 Din, ausgezahlt wurde an 1,638.622 Parteien 13.191.764.287 Din. Am Ende des Jahres 1923 bestanden 9985 Konti mit einem Saldo von 242,439.536 Din, der Verkehr betrug 26.399,620.216 Din. Im Jahre 1920 bestanden nur 5979 Konti mit einem Saldo von 50,986.466 Din. — (Vom Lehrervereine.) Am 23. v. M. hielt der Gottscheer Lehrerverein eine Voll¬ versammlung im Vvlksschulgebände der Stadt ab. Der Besuch war sehr zahlreich und die wenigen nicht erschienenen Mitglieder waren durch dringende Familienangelegenheiten verhindert. Nach Begrüßung durch den Obmann wurde über mehrere Slandesfragen verhandelt und Beschlüsse gefaßt. Frau Angela Locker, Obermösel, referierte hierauf in sehr cnziehender, formvollendeter Weise über das Thema: „Arbeitsschule, heimatlicher Ein anderer lautet: Stoß mit uns an, alter Geselle, Und merk dir diese Wahrheit fein, Nicht Kröten gibt's in klarer Quelle Und Kater nicht im klaren Wein. An einer anderen Wand waren folgende Sprüche zu lesen (einer klang vorwurfsvoll): Vom vielen Trinken reden sie alle, Aber vom großen Durst spricht niemand. Der andere aber ganz philosophisch: Wieviel dem Denker auch gelinge, Wahr bleibt es doch zu jeder Stund', Man kommt nicht auf den Grund der Dinge, Doch kommt man auf des Bechers Grund. Auch den alten Lutherspruch: „Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang, ist ein Narr sein Leben lang", sahen wir umgeändert in: „Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang, soll ein böses Weib haben sein Leben lang". Jahrgang VI. Sachunlerrichk." Sie führte aus, daß die Kennt¬ nisse, die das Kind durch den Schulunterricht sich erwerben soll, aus dem Heimatlebcn desselben hervorgezogen werden sollen und daß hiedurch der Unterschied zwischen dem Sein des Kindes im Baterhause und dem Aufenthalte im Schul- zimmer schwinden soll. Reichlicher Beifall lohnte die schönen Ausführungen der Referentin. — (Der Gottscheer Juvalidenver- band) macht seine Mitglieder, welche ihre Pho¬ tographien noch nicht abgeliefert haben und zur Statistik noch nicht erschienen sind, aufmerksam, zwecks Ermäßigung bei Eisenbahnfahrten die Photographien ehestens in der Kanzlei des In- Validenverbandes abzugcben. — (Kostenlose Behandlung) im Bad Toplice (Töplitz) erhalten Invaliden, die dort eine Kur wünschen. Darauf Reflektierende mögen sich spätestens bis 1. Juni in der Amtskanzlei der hiesigen Jnvalidenvereinigung melden. — (Wichtig sürBrannl wein brenne r.) Nach dem neuen Verbrauchsgesetze hätten die Pro¬ duzenten von Branntwein zu Handelszwecken bis zum 20. Mai 1924 ihre Brennereien mit den neuen Kontrollaparaten einrichten müssen. Ver¬ läßliche Quellen wollen wissen, daß dieser Termin auf unbestimmte Zeit ausgedehnt wurde. — (Die Viehzucht in Slowenien.) Nach amtlichen Daten zählte man im Jahre 1923 in Slowenien 49.748 Pferde, 348.259 Rinder, 261.561 Schweine und 805.566 Stück Feocr- vieh. Im Vergleiche mit dem Jahre vorher hat sich dio Zahl der Pferde um 17'1 °/o, der Schweine um 13°/o, des Federviehs um 26'6 °/o vermindert. — (Der Geldzuwachs bei Sparkassen i n S l o w e n ie n.) Das Amtsblatt vom 10. Mai veröffentlicht über den Zuwachs der Geldeinlagen im ersten Vierteljahre 1924 Nachstehendes: In Slowenien weisen die Sparkassen eine Mehr¬ einnahme von 16 Millionen Dinar auf. Den größten Zuwachs haben zu verzeichnen: Krainische Sparkasse 3, städtische Sparkasse in Ljubljana 5, die Landwirtschaftliche Sparkasse über 2, die städtische Sparkasse in Marburg 2, die Sparkasse in Oberlaibach uno Gotlschee je 1 Million Din. — (DasDeutsche, ersteFr eun d s p r aehe in Rußland.) Die deutschen Kirchenschulen in Rußland hatten seit 1918 wieder ihre deutsche Unterrichtssprache, die sie bei Beginn des Krieges aufgeben mußten, eingeführt. Jetzt ist dieser Zu¬ stand von der russischen Unterrichtsverwaltung nicht nur formell anerkannt worden, sondern es sollen nach dem Wunsch dieser Verwaltung die Kirchenschulen als Pflanzstätten der deutschen Kultur die deutsche Sprache grundsätzlich über¬ nehmen. Sie sind daher verpflichtet, Klassen mit deutscher Unterrichtssprache zu unterhalten und in den Klassen mit russischer Unterrichtssprache dem Deutschen als Fach eine überaus große Wahrhaftig, eine schreckliche Strafe. Und dort drüben erblickten wsr ein ganz ein¬ faches, aber wahres Gemälde. Auf der linken Seite zeigt es einen schmunzelnden Mann mit einem Krug schäumenden Bieres in der Hand, während auf der rechten Seite ein grießgrämiger Mann einen „soft drink" mit mißtrauischem Auge betrachtet und darunter: 0 jerum, jerum, jerum, 0 quae mutatio rerum. Unser Auge wurde feucht, erinnerten wir uns doch an unsere Jugend- und Studentenzeit „mit Freuden ohne Ende" und erst der Ruf des Kellners brachte uns zurück zur grausamen Wirklichkeit, daß wir im fremden Land sind, aber so Gott will, nur so lange, bis wieder bessere Zeiten kommen. Schweigend bezahlten wir unsere Zeche, schwei¬ gend bestiegen wir die Straßenbahn und fuhren in unser Quartier, das ganz im Süden Chicagos ist. Mit stillem Gutenachtgruß trennten wir uns und begaben uns in Morpheus Arme. Meilage zur „KoLtfcheer Zeitung^- Mr. 15. ZpenckimmichM. Mosel. Herr Georg Mayerle, Optiker in San Franzisko, spendete für eine neue Orgel 1246 Din, Frau Maria Stolzer in Brooklyn sammelte 23 Dollar, davon 20 Dollar für eine neue Orgel und drei Dollar für die Kirche in Niedermösel; es spen¬ deten für die Orgel je zwei Dollar Maria Stalzer, Georg Verderber, Josef Kump, Sophie Schneider, alle aus Niedermösel; je ein Dollar Aloisia Ver¬ derber, Josef Skibar, William Weber, Maria Weber, Johann Weber, Gisela Skibar, Mmy Bizjak, Viktor Schauer, alle aus Niedermösel; Eduard Basch ans Sachsen, Mary Seirer U. S., Christina Schilling; je 50 Cent Emma Wittine aus Otterbach, Maria Stonitsch aus Unter deuischau, zusammen 20 Dollar. Für die Kirche in Nieder¬ mösel spendeten zwei Dollar Maria Stalzer und einen Dollar Maria Bizjak, beide aus Niedermösel, zusammen drei Dollar. Das Pfarramt Mösel sagt allen Spendern herzlichen Dank. Walgern. Die Filialkirche in Malgern hat bisher aus Cleveland nachstehende Spenden erhalten: 60 Dollar vom Herrn Joses Perz samt Frau aus Malgern 28; 25 Dollar von dessen Geschwistern Johann Perz und Magdalena Schauer; 25 Dollar die Geschwister Höuigmann 33 und Blattnig 19; 18 Dollar die Geschwister Kren 24; 30 Dollar die Geschwister Ferdinand und Antonia Tramposch, Josefa Lackuer, Helena Eppich und Marie Wittine aus Malgern 10; je fünf Dollar Fink Alois 28; Eisenzvpf Paul 21; Kamme Josef 46; Schneider Andreas 27, Kren Josef 23; je drei Dollar Lisi Kamme 31 und Alois König, Alt¬ bacher 6; 2'5 Dollar Högler Franz, Unterloschiu 2; je zwei Dollar Kren Anton 23, Perz Johann 26, Perz Marie 13, Gliebe Mathilde 8, die Geschwister Perz Josef, Weber Anna und Werz Antonia 16, Tscherne F>anz, Verderber Josefa und Hahn Helena 40; je ein Dollar Perz Alois 1, Schleimer Josefa 13, Perz Alois und Franz 56, Eppich Marie 27, Fink Marie und Hutter Magdalena 35 und Kikel Alois aus Hohenberg 9. Zusammen sind es 17.272 Dinar. Davon wurden die drei neuen Stahlglocken mit 9572 Dinar bestritten; der Restbetrag von 7699 Dinar kommt jenen Auslagen zugute, welche die Heuer in Angriff zu nehmende Blecheindachung des Turmes erfordern wird. Letztere Arbeit dürfte auf 18.000 Dinar zu stehen kommen. Die angführten Spenden und die Mildherzigkeit der Geber möge der Himmel reichlich vergelten! Die Kirchenvorstehung Malgern. Kerndorf. Die neue Kerndorfer Glocke irägt die Wid¬ mung: „Dec Kirche Kerndorf gewidmet von Lands¬ leuten aus Amerika". Zu den Kosten trugen nämlich bei: aus Brooklyn Greisch Josef, Josef und Johann König, Lobisser Georg, Jaklitsch Alois, Paula und Josef Tillmann, Posch Stephanie, Jonke Lina, Greisch Maria, Anna und Maria, Flack Josefa, Wenzel Sophie, Kump Lina, Plate Paula, König Maria, Semitsch Maria, Sturm Maria, Hudoklin Angela und Perz Josefa, ins¬ gesamt 2430 Dinar; aus Cleveland kamen zum gleichen Zwecke von Schleimer Jakob und Josef, Samide Josef, Kump Rudolf, Skibar Josef, Ruppe Franz, Stalzer Alois, Kesner Franz, Verderber Jakob, Hönigmann Josef, Perz Georg, Windischmann Fred, Mervart Alvis, Schneider Andreas, Franz und Josef Högler, Kamme Josef, König Josef, Perz Johann, Schauer Franz, Krobath Josef, König Maria, Schagcr Magdalena, König Paula, Fink Josefa, König Maria, Kren Josefa und Perz Maria insgesamt 3050 Dinar. Allen Spendern, besonders den Sammlern Frl. Maria König in Brooklyn und Herrn Jakob Schleimer in Cleveland sei vielmals gedankt. Kutrerrdorf. Es spendeten je 5 Dollar: Alois Tekautschitsch aus Ebental, Joses Högler, ungenannt; je "drei Dollar: Maria Sabetl, Rosa Karotel, Johann Gliebe; zwei Dollar Amalia Gliebe; je ein Dollar: Sophie, Maria und Stephanie Sovodnik, Lena Stampfl in Brooklyn: Frau Resi Maußer sam¬ melte 22 Dollar, Johann Schneider aus Selsch 800 K, Sammlung in der Pfarre Altlag 4204 X, Sammlung in der Pfarre Reifnitz 7972 X, Samm¬ lung in der Pfarre Gutenfeld 9633 X, Sammlung in der Pfarre Ebental 3042 X, Sammlung in der Pfarre Hinach 1752 X, Stephanie Högler in Amerika sandte 500 X. Allen Spendern ein herzliches Vergelt's Gott! Gvttscheer Zeitung — Nr. 15. Jahrgang VI. Seite 3. Stundenzahl zuzuweisen. Wie der Petersburger Sonderberichterstatter des „Ostexpreß" mitteilt, steht die deutsche Sprache in den Schulen Ru߬ lands an erster Stelle, da sie für alle Einheits¬ schulen verbindlich ist. Noch nie hat die deutsche Sprache eine so starke Verbreitung in russischen Schulen gehabt wie eben jetzt. — (Ein eigentümlicher Fall von Vergiftung.) Die Lehrerin Minna Beiden aus Stopice (Kroatien) starb im Krankenhause zu Novomesto an den Folgen einer eigentümlichen Vergiftung. Ihrer Magd waren nämlich Zünd- Hölzchen in die Milch gefallen, mit der dann eine Mehlspeise zubereitet wurde. Das unver- nünftige Mädchen verschwieg das Ereignis der Frau, welche dann ahnungslos von der Mehl¬ speise aß. Die jungverheiratete Frau hinterläßt ihren Mann mit einem kleinen Kind. — (Die Bevölkerungszahl von New Jork.) Die Bevölkerung von New Jork betrug am 1. Juli 1923 6,016.000 Einwohner gegen¬ über 5,920.000 am 1. Juli 1920. — (Einen Schuß auf den Mond) glaubt der Professor Goddard von der amerikanischen Universität Worcester noch in diesem Sommer - abgeben zu können und ist seiner Sache so sicher, daß er schon viele Zweifelnde überzeugt hat. „Wir haben," äußerte er in amerikanischen Zeitungen, Zeit genug gehabt, um alles im Laboratorium auszuprobieren. Die Sache ist sehr einfach. Das Geschoß wird sechs bis sieben Meilen in der Sekunde zurücklegen, aus leichtem Stahl wie eine Zigarre geformt sein und 15 Pfund wiegen. Es wird keiner Maschinerie zum Fortbewegen bedürfen, sondern sich durch ständige Explosionen vorwärts treiben. Es wird mit einer Mischung von Nitro-Cellulose gefüllt werden. Die Reise wird etwa eineinhalb Tage dauern. Wenn das Geschoß auf dem Mond aufprallt, wird durch die Explosion ein Helles Licht entstehen, das mit Fernrohren bemerkt werden kann. — (Für Schweineschmalz aus Ame¬ rika) ist seitens des Finanzministeriums die Ein¬ fuhr für Südslawien wieder gestattet worden. Hiedurch wird auf unserem Markt dieses Schmalz immer häufiger zu sehen sein. Der Grund liegt hauptsächlich in dem niederen amerikanischen Preise von 13 Din für das Kilo Schweinefleisch im Lebendgewicht und darin, daß für die Erzeugung dieses Fettes nur jene Schweinsabfälle verwendet werden, denen der teure und nahrhaftere Olein- Bestandteil entnommen worden ist. — (Ein altchristlicher Fund ^us der Apostelzeit.) Zn Antiochia wurde kürzlich bei Ausgrabungen ein antiker Kelch mit den Darstel¬ lungen der Apostel und des Erlösers aufgefunden, der das höchste Interesse der christlichen Archäologen erweckt; man glaubt bereits, ihn dem apostolischen Zeitalter, dem ersten Jahrhundert, zuweisen zu sollen, und hält insbesondere die Porträts der Apostel für echt. Der Kelch umschließt eine innere Schale, die wegen ihrer kostbaren äußeren Fassung die Annahme erweckt, daß es sich um ein bereits damals in höchster Ehrfurcht stehendes Kultusgefäß handle, das vielleicht von den Aposteln selbst benützt worden war. — (Erleichterungen bei Erlangung von Pässen.) Der Minister des Innern hat Bestimmungen herausgegeben, die die Erlangung von Pässen für Reisen ins Ausland einigermaßen erleichtert. So ist das persönliche Erscheinen beim Ansuchen um einen Patz nicht erforderlich. Unter normalen Verhältnissen gellen die Pässe ein halbes Jahr und das Visum ist für Hin- und Rückreise auszustellen. Ein Visum genügt auch für mehrere Reisen. Für überseeische Länder gibt die Pässe das Ministerium für Sozialpolitik aus. — (Haftung für ins Ausland ge- s a n d t e G e l d briefe.) Absender, die Geldbriefe ins Ausland senden, haben bei der Aufgabe die schriftliche Hafterklärung zu geben, daß der Brief entsprechend den bestehenden Devisenvorschriften keine größere Summe als 500 Dinar effektiv enthält. Ferner haben sie die Erklärung abzugeben, daß die Post im Falle begründeten Verdachtes berechtigt ist, den Brief kommissionell öffnen zu lassen, und auch ermächtigt ist, im Falle der Inhalt den gegebenen Erklärungen nicht entspricht, die Sendung dem Gencralinspektorat des Finanzmi¬ nisteriums zur Eröffnung zu übergeben. Pokom. (Todesfälle.) Die Ebentaler schreiben: Heuer geht cs an die Alten! Nach und nach schlummern sie hinüber ins Jenseits. Am 24. April d. I. starb Herr Gastwirt Josef Sig¬ mund aus Vrbovec 8. Der „Gor" (vulgo) war eine, sehr beliebte Erscheinung m der Gemeinde. Durch seine gelungenen Schilderungen aus alten Tagen, durch seine unterhaltenden Erzählungen wußte er sich manchen Gast zu fesseln und sich bei jung und alt ein dauerndes Denkmal zu setzen. Er war 80 Jahre alt. Am 8. Mai schloß der alte „Kotra" die Augen. Still und langsam wandelte er an sonnigen Tagen, auf seinen Stock gestützt, durchs Dorf. Ein friedliebender Mann ist er gewesen. Der Tod ereilte ihn im Alter von 84 Jahren. Am selben Tage wie den „Kotra" begrub man auch die alte „Krtzin". Viele Jahre hat sie unermüdlich geschaffen und redlich gear¬ beitet. „Krtzn Heischle" nannte sie ihr eigen, wohnte jedoch schon lange bei ihrem Sohne Matth. Pfeifer der sie mit aufopfernder Liebe gepflegt hat. 88 Lenze hat sie gesehen. Sturm- und wetterfeste Gestalten sind sie alle drei gewesen, ehrlich und offen, fromme und schlichte Gvttscheer. In Frieden mögen sie ruhen! Poljane. (Trauung.) Am 15. Mai l. I. wurde in unserer Pfarrkirche zu Pöllandl der Besitzer Josef Schauer mit Fräulein Christina Morscher getraut. Die Trauung vollzog der Bruder des Bräutigams, Herr August Schauer, Pfarrer in Nesseltal. Unfern Glückwunsch! Altlag. (Titelverleihung.) Dem Post- offizial Sepp König in Klagenfurt wurde der Titel Postkontrollor verliehen. Aavne. (Das 40jährige Dienstjubi¬ läum) feierte am 11. Mai der Forsthüter Herr Johann Peitler in Eben 3. Aus diesem An¬ lässe gab das Forstamt im Forsthause zu Eben eine Festtafel, an der die Herren Förster To- maschek und Ditz, die Forsthüter aus der Um¬ gebung, Pfarrer Alois Perz, Fräulein Lehrerin Zurl und Herr Brisky aus Morobitz teilnahmen. Herr Förster I. Tomaschek gedachte in warmen Worten als Vertreter des Gvttscheer Forstamtes der treuen Dienstleistung des Jubilanten, wünschte ihn) noch viele gesunde und angenehme Jahre im Ruhestande und überreichte ein Anerkennungs¬ schreiben und eine Silberuhr von Seiner Durch¬ laucht Fürsten Karl Auersperg. Johann Peitler ward ob dieser Ehrung sichtlich gerührt. Auch Seine Durchlaucht Karl Auersperg, der zurzeit in Bärenheim weilt, verschönte die Feier durch einen kurzen Besuch. ZLorovec. (Die deutsche Abteilung un¬ serer Schule) mußte infolge einer Zuschrift des Bezirksschulrates in KoLevje sofort geschloffen, die deutschen Schulkinder der slowenischen Abteilung eingereiht werden und findet der Unterricht für alle Schulkinder nur in slowenischer Unterrichts¬ sprache statt. Als Grund dieser Maßnahme wird die durch die Schule in Tiefenbach verringerte deutsche Kinderanzahl angegeben. In Wirklichkeit ist aber seinerzeit von Tiefenbach aus eine Ein¬ gabe gemacht worden, worin die deutsche Abtei¬ lung in Mvrobitz als Grund der mißlichen Schul¬ verhältnisse und der Unzufriedenheit der Tiefen¬ bacher mit ihrer slowenischen Schule hingestellt wurde. So also mußte die Zufriedenheit in Mo¬ robitz auf eine ganz ungerechte Weise geopfert werden. Welch ein Unrecht uns geschehen ist, kann die Öffentlichkeit daraus ersehen, daß die deutsche Abteilung 20 Alltagsschüler, die slowe- nische 8 besuchten, daß es nach der letzten Volks- zählung in der Gemeinde Borovec 232 Deutsche und 42 Slowenen gab und der Hubenstand bis auf vier durchwegs deutsch ist. Die Schule mit rein slowenischer Unterrichtssprache wird ihrer Auf- gäbe nicht gerecht werden, da sie das Elternhaus ja nicht ersetzt und ergänzt, sondern mit ihm im Widerspruche steht. Die Schulkinder werden keiner Sprache mächtig sein, und das ist angesichts der Opfer, die heutzutage die Bevölkerung für die Erhaltung einer Schule bringen muß, doppelt zu bedauern. Eine Abordnung der Gemeinde sprach seinerzeit dein Großsupan in Ljubljana vor, der die Beschwerden rechtfertigte und Abhilfe versprach, doch hat jemand aus Koöevje drei Tage später alles wieder vereitelt. Manche Menschen müssen ein sonderbares Gewissen haben. Gleich den un¬ terdrückten Slowenen jenseits des Schneeberges lassen auch wir Morobitzer den Mut nicht sinken und trösten uns einstweilen mit dem Bewußtsein, Unrecht leiden ist christlicher als Unrecht tun. Perdreng. (T i t e l v e r l e i h ung.) Dem Post- offizial Peter Schemitsch in Villach wurde der Titel Postkonlrollor verliehen. OermoSnjice. (Hagel — Blitzschlag- Fe u e r.) Die Tschermoschnitzer berichten: Am 30. April zwischen 12 und 1 Uhr ging über die hiesige Gemeinde gegen Rosental ein starkes Hagel- weiter nieder. Donner und Blitz waren unheimlich. Auf den Äckern wurde nur geringer Schaden an¬ gerichtet, dafür ist er an den Obstbäumen nicht unbedeutend. Gleich zu Anfang des Hagelwetters schlug der Blitz im Dorfe Wrezen bei „Anlsch" in einen Birnbaum, wobei das knapp daneben stehende Wagner-Arbeitslokal im Nu in Hellen Flammen stand. Ferdinand Brinskele arbeitete im kritischen Momente in diesem Lokale und wurde von Blitzstrahlen betäubt. Dem raschen Eingreifen der Dorfbewohner und den bald auf dem Brandplatze erschienenen Feuerwehren Tscher- moschnitz und Wertschitz ist es zu verdanken, daß die nebenstehenden Häuser von den Flammen verschont und unberechenbarer Schaden verhütet wurde. Die Moschner Feuerwehr, die vor fünf Jahren gegründet wurde, war hier das erstemal VolleinZerskltes ^ktlenkspilsl k 12,000.000. 8Ickel-tieil8l-ück- lsxen cs X 2,300.000. lioövvjv veiÄN8t Spareinlagen ru 01 (die Kenten- uncl Invaliden8teuer ratilt clie Dank), Linlsgen gegen Kündi- ,0 gung KLKvn, lraukt be8ten8 Dollar uncl Valu¬ ten aller Staaten und beka88t 8ick mit 8ämtlicken kankoperationen. Seite 4. Gottscheer Zeitung — Nr. 15. Jahrgang VI. in Tätigkeit und ging siegreich aus der Feuer¬ taufe hervor. So mancher bis jetzt gleichgiltige Zuschauer der Feuerwehr gab zu, wie sehr eine Schar tüchtig organisierter Feuerbekämpfer not¬ wendig ist; die Feuerwehrmänner aber, stolz im Herzeu, wohlwollend im Handeln, waren durch das Gelingen ihres Löschwerkes sehr zufrieden- gestellt, da ihre mühsame Arbeit durch fünf Jahre ihren Mitmenschen gute Früchte gebracht hat: Feuerwehren! Nur stramm aus dem Wege weiter zum edlen Ziele: „Gott zur Ehr' — dem Menschen zur Wehr'!" — (Glockenweihe.) In der Ortschaft Widerzug fand am 27. April die Weihe der neuen Kirchenglocken unter zahlreicher Beteiligung der Bevölkerung statt. Bei „Wettrsch" war hierauf Buschenschank, Tanz und Unterhaltung nach echt gottscheerischer Weise. KoLevska Weka. (Wetterbericht für den Monat April.) Die Witterung des Monates April ließ manches zu wünschen übrig. Es gab nur drei Tage mit ganztägigem Sonnen¬ schein, dafür aber 14 Niederschlagstage. An 16 Tagen war teilweiser Sonnenschein und 11 Tage waren ganz bewölkt. Der Gesnmtniederschlag betrug 131'3 mm. Höchste Temperatur war am 30. mit 20° C und die niedrigste am 12. mit — 1° C zu verzeichnen. Das Monatsmittel betrugt demnach -f- 8 25° C. — (O r t s v o r st e h er w a hl.) Am 26. April wurde Herr Johann Meditz in Rieg 20 zum Ortsvorsteher gewählt. Ais Beiräte wurden Johann Gerbitz, Müller, und Franz Knöspler, Besitzer, bestellt. — (In der Gemeindeausschuß-Sit¬ zung) am 25. April wurde beschlossen, bis Oktober 1924 keine Musiklizenzen mehr zu erteilen, weil bei Tanzunterhaltung regelmäßig Streit und Rauferei entstehen. Wozelj. (Sterb es all.) Am 28. April wurde der ledige 24 Jahre alte Heinrich Lobe, begleitet von der Feuerwehr Mösel, deren Mitglied er war, zu Grabe getragen. Die Erde sei ihm leicht. — (Sterbefälle — Trauungen.) Die Mösler berichten: Am 2. März starb nach lang¬ wieriger Krankheit Frau Magdalena Stängel in Niedermösel Nr. 28, die in ihrer Fürsorge noch kurz vor ihrem Sterben ihrem Manne eine Witfrau zur Heirat aussuchte und empfahl. Am 21. März verließ ein zeitlebens recht armer Mann, Georg Röthel aus Otterbach, 82 Jahre alt, und am 15. April die Gemeindearme Maria Röthel aus Nieder¬ mösel, 78 Jahre alt, das irdische Jammertal. Am 29. April heiratete Matthias Stängel die ihm von seiner verstorbenen Gattin anempfohlene Elisabeth Maichen, beide aus Niedermösel. Am 1. Mai wurde Rudolf Gostic, Titularwachtmeister, mit Antonia Lrnigoj, beide in Obermösel wohnhaft, in der Franziskanerkirche zu Ljubljana getraut. Wim. (Ehrung.) Unser Landsmann Herr Johann Peitler, Kaufmann in Wien (zu Rieg Nr. 12 geb.), welcher als Armeurat der Stadt Wien vor Jahren mit dem Ehrendiplom und der goldenen Salvator-Medaille ausgezeichnet wurde, erhielt anläßlich seiner 25 jährigen pflicht¬ treuen Tätigkeit als solcher den goldenen Ehren¬ ring. Derselbe wurde ihm vom Bezirksvorsteher des siebenten Bezirkes feierlich überreicht. Verschiedenes. Während bisher immer von einer Abnahme der Indianer berichtet wurde, kommt jetzt aus Amerika die überraschende Nachricht, daß sie sich wieder vermehren; das Bureau für indianische Angelegenheiten teilt nämlich mit, daß die Zahl der in den Bereinigten Staaten lebenden Indianer 344.303 beträgt und daß seit dem Vorjahr eine Zunahme um 1144 zu verzeichnen ist. — In Rom sand eine großangelegte Feier zur fünften Wieder¬ kehr des Jahrestages der Gründung des Faschis- müs statt; im Festzuge marschierten über 5000 Bürgermeister aus allen Gegenden Italiens. — Laut amerikanischen Nachrichten wurden an mehre¬ ren Stellen an der Westküste Südamerikas, beson¬ ders in Chile, durch Erdstöße große Verheerungen ungerichtet. — In Mailand wurde die Einwoh¬ nerschaft der ganzen Stadt durch heftige Erdstöße erschreckt; die Leute trauten sich längere Zeit nicht in die Häuser zurück; die Erdstöße haben sich nicht wiederholt. — Die deutsche Regierung beschloß, die Frage der achtstündigen Arbeitszeit durch eine Volksabstimmung zu entscheiden. — Ans Beiruth wird gemeldet, daß die Türkei noch immer fort¬ fährt, die Christen auszuweisen; aus der Gegend von Ursa sind seil dem 15. Februar 2668 Christen in Syrien eingetroffen; sie befinden sich in einein Zustande vollkommenen Elends. Lücherjchau. Das „Österreichische Jahrbuch 19,23" ist soeben erschienen. Es bringt eine Reihe bemer¬ kenswerter Zusammenstellungen über die politische und wirtschaftliche Entwicklung Österreichs im abgelaufenen Jahre und ist als vollständigstes und verläßlichstes Nachschlagewerk über Österreich im Inland und im Ausland bekannt und geschützt. Der Politiker, der Journalist, der Nationalöko¬ nom, der Historiker, der sich über Österreich in¬ formieren will, findet im „Österreichischen Jahr¬ buch" bequem und sicher die Daten, nach denen er jucht. Das „Österreichische Jahrbuch" gibt Auskunft über die Vorgänge in der inneren Politik sowie über Beziehungen zum Ausland, über die Gesetzgebung und über alle Zweige der Staatsverwaltung, über die wirtschaftliche Ent¬ wicklung, über Österreichs Produktion und Bedarf. Mil besonderem Interesse werden die Kapitel gelesen weiden, die über den Fortgang und die Erfolge der Sanierungspolitik berichten. Aus ihnen wird das Ausland manche Anregung schöpfen können. Das „Österreichische Jahrbuch 1923" ist im Verlag „Wila" (Wiener Literarische Anstalt) Wien, I., Bognergasse 4 erschienen. Ladenpreis 48.000 Kronen. Verantwortlicher Schrittleiter C. Erker. — Herausgeber und Verleger „Gottscheer Bauernvartei". Buchdruckcrei Joies Pavlicek in Goltichee Heörannter Katk ist bis Anfang Juni in der Ortschaft Ort zu haben.. Au verkaufen sind eine neue Harmonika und eine Zither. Anzufragen in der Redaktion. Einstöckiges Kans mit Gastwirtschaft (auch für jedes sonstige Geschäft ge- eignet) in Kočevje samt Wirtschaftsgebäuden und großem schönen Obstgarten, Äckern, Wiesen und Waldungen ist preiswert zu verkaufen. Anzufragen bei der Redaktion. Durch die Aufhebung der über deutschösterreichisches Eigentum im Jahre 1919 verfügten Sequestration ist es mir heute möglich gemacht, jene Grundstücke welche mir zur Bewirtschaftung nicht dringend nötig sind, parzellenweise oder im ganzen zu verkaufen. Es gelangen daher alle Acker- und Wiesenparzellen an der Schalkendorferstraße im Ausmaße von ungefähr 4 Joch — 21307 sowie zwei von meinen vier Wald- anteilen (Nr. 71, 53, 69 oder 89) mit darauf zu stocken¬ dem Holzvorratc von rund 200 n>s per Waldanteil zum freihändigen Verkauf. Sehr niedrige Preise. Bei gün¬ stigem Anbote eventuell der ganze Besitz samt dem Wohnhause. Anfragen werden bis 1. Juli 1924 be¬ antwortet mündlich oder brieflich. — Julius Wenusch, Kočevje Nr. 38. 4—4 llöUtzll8S»8M- ösrLsmosr sind zu haben beim Kaufmann Peter Petsche, Kočevje. 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