-61. Dienstag den M Juli 1833. Ml i e n. ^Hhre kaiscrl. Majestäten geruhten vorgestern, den 20. 5. M. Morgens, die Statt Baden zu ver. lassen, und Sich nach Scdöndrunn zu begeben, um in diesem k. k. Lustschlosse vor Merhöcdstihrer Ah. reise nach Prag einige Tage zuzubringen. Se. Majestät der jüngere König von Ungarn und Kronprinz dcv übrigen kaiserl. österreichischen Staaten haben mit Höcdstihrcr durchlauchtigsten Frau Gemahlinn Sich am 19. d. M. Nachmittags von Baden nach Schonbrunn zu verfügen geruhet. (Wien. Z.) Königreich beiver Kicilicn. Daö Giornale delRegnodelledue Sicilie enthält aus dem in Palermo erscheinen« den Blatte la (Zcrcre folgende interessante Notiz: „Der Vulkan, der vor zwei Jahren sich bciSciacca aus dem Meere erhob, dort eine kleine Insel bil' dcte, und wi? dich bereits in andern früheren Fäl« len beobachtet worden ist, beim Erlöschen leine Spur von der über der Wasserfläche aufgehäuft gc» wcscnen Materie zurückließ, erscheint an demselben Puncte wieder und beginnt aufs Neue, unsere Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Am Abend deö 22. Mai wurden in der Richtung des Berges la Secca di Eorallo (die KoraNcnbanl) viele und dicke Rauchwolken wahrgenommen, die von demselben Puncte aufstiegen, wo sich früher der Vulkan de-fand, und in der Nacht dcö 23. sah man sogar Feucrfunken im Rauche. Die Fischer haben sich dem One noch nicht genähert, und also noch nicht untersuchen können, ob ein Krater sichtbar sey; spätere Berichte werden uns abec über die Bcsä)af-fcnheic und die Fottschntte dieser zweiten Eruption belehren." (ANg. 2-) Neutschlanv. Se. Majestät der König von Baiern trafen am 17. Juli gegen Abend in Wurzburg ein, und setz« tcn am folgenden Morgen Ihre Reise über Kissin« gen nach Brücken au fort. Bei der am 16. Juli in Mainz slatt ge« fundenen Wahl eincö neuen Bischofs, an dic StcNe des verstorbenen i)«'. Burg, ist diese Wahl auf den Domdcchanten Humann, einen Bruder des franzosischen Finanzministers, gefallen. Frankfurt, 17. Juli. Mit dem Anbau neuer Gefängnisse in dem hintern Theile unseres Zeughauses, ist bereits, uach crfolgtcr Genehmigung dvr verfassungsmäßigen Behörden, durch dcnAbriß kleiner Gebäulichlcuen hinter dem Zeughause, der Anfang gemacht, und wie es scheint, wird dieser Bau mit möglichster Thätigkeit betrieben werden. Mg. 2.) M i e v e r l a n V e. Haag, 10. Juli. Der General Baron (Zhasse hatte gestern eine Audienz bei dem Könige. Auf seinem Wege nach dem Schlosse cmpfmg er die unzweideutigsten Beweise der Bewunderung und Liebe von Seite der Bewohner dicser Hauptstadt. Der König empfing den greisen Helden mit ein« herzlichen Umarmung. Die Audienz dauerte bel« nahe eine Stunde. Nachdem der General den Pal« last verlassen und sich der vor demselben vcrsam« welten Menge zeigte, wurde er mit dem lebhaftesten Zujauchzen: lcve ^ligösl» Oan)e dnvon l wiederum begrüßt. Nachmittags speiste derselbe dci Sr. Majestät. (Allg. Z.) V e I g i c n. l Antwerpen, 14. Juli. Der Major de l' Eau, der sich vcr mngcn Tagen auf ter Scheide 244 nach dem Doel begeben wollte, mußte zurückkeh. ren. Er war in Uniform, und die zwischen Lillo und LießkenShoeck aufgestellte holländische Kanonier-schaluppe li<ß ihn nicht passiren. (Allg. Z.) Frankreich. Sin Schreiben aus Algier vom 2. Iulimel« Let: »Seit einigen Tagen war das Gerücht verbreit let, daß man drei Bataillone nach Oran schicken lverde, um die Besahung zu verstärken; man wüßte, daß die Beduinen die S:aet eng blockirten, und daß sie vier Artilleriestücke bei sich hätten; sie bedürfte daher einer Verstärkung, um diese vier Stücke zu nehmen, und 5?n großen Haufen der Kabylen weit von Oran zu verdrängen. Heute hat ein Handelsschiff Depeschen von dem General Des» michels gebracht. Er hat gemeldet, daß ,5,oaa Beduinen die Feste Oran eng umschlossen hielten, und daß sie ein Blockhaus eingenommen hätten. Man schiffte sogleich »5oc» Mann auf den Gadar» ren Lionne und Finisterre, der Brigg Marsouin, oer Goelette Iris und dem Dampfboote Stadt Havre ein, die sogleich nach Oran adgcscgeltsino. Man sagte, diese Schisse seyen instruirt worden, den Ausfall, welchen General Desmichels machen, und längs der Küste richten werde, zu unterstützen. Die Truppen werden an Orten Slellung nehmen, die sichern Ankerplätzen nahe sind, um sich nöthi» genfalls Lebensrnittel und Munition zu verschaffen." Eine telegraphische Depesche aus Toulon vom ,2. 0. meldet die Ankunft der Fregatte Mclpo» mene, welche am 3. Juli von Lissabon abgegangen war. Die Cholera hatte sich mit vieler Heftigkeit 0» Bsrd dieser Fregatte eingestellt; 16 Mann waren vsr der Abfahrt gestorben, und 45 wurden im Hospitale gelassen. Bei ihrer Ankunft in Toulon hatte sie noch 33 Kranke an Bord, die ins Lala? »eth gebracht wurden. Seitdem hat sich kein neuer Fall unter der Mannschaft gezeigt. Eine andere Depesche vom 14. kündigt an, daß die Besserung unter den Kranken fortdauere, und daß bald alle hergestellt seyn werden. ^ Die Bewaffnung von Schiffen des Staatcshat bedeutend nachgelassen; auf der andern Seite aber beschäftigt man sich viel mit Ausrüstung van Handelsschiffen. Alles läßt hoffen, daß die Verträge, die neulich mit verschiedenen amerikanischen Staa» ten abgeschlossen worden sind, dem Handelsverkehr Frankreichs mit den Ländern jenseits dc5 MeercZ einen großen Schwung geben werden. Die Schiffe, die das Geschwader der Dünen bildeten, haben andere Bestimmungen erhalten, und keines davon ist in den westlichen Hafen geblieben. Ein Theil derselben ist jctzt in der Levante. Mal, sagt, die französische Regierung habe mehreren Schiffen Be« fehl gegeben, unmittelbar vor den portugiesischen Küsten zu kreuzen. Man versichert, der König werde in den ersten Tagen Augusts nach Cherbourg zur Bcsichti« gung des dortigen Hafens abreisen. Ein in diesem Augenblicke aus den Werften befindliches Linien» schiff soll in Gegenwart Sr. Majestät vom Stapel gelassen werden. Von dort, heißt es, will derKö< nig seine Reise nach Rcnnes, Nantes und Angers fortsehen. Die Reise soll ungefähr 14 Tage dauern und unabhängig von der Reise Sr. Majestät in den Süden sey!». Es sind gegenwartig etwa »5o Individuen zu Paris, die auf Rechnung Don Pedro's neu ange» worden sind. Sie werden unverzüglich nach Bou« logne abreisen, um sich dort emzuschiffen und zu der Erpedition Don Pedros zu begeben. Die Briefe aus den Departementcn melden auch, daß die An« Werbungen unmittrbrochen fortgesetzt werden, so, daß die Agenten Don Pedro's hoffen, bis Ende des Juli über looo neue Necruten zu haben, ohne die Legion polnischer Flüchtlinge mitzurechnen, die gegenwärtig organisirt wird, um sich auch nach Portugal zu begeben. (Allg. Z.) Paris, vom 12. Juli. Folgende Bekannt» machung im Moniteur dürfte beweisen, daß Ad» miral Rapiers nach der Mündung des Tajo zu« rückgckehrt ist: „Der unterzeichnete portugiesische Generalconsul zu Paris hat die Ehre, die französischen Rheder und Kaufleute zu benachrichtigen, daß alle Häfen des Königreichs Portugal, wo das Ansehen Ibrcr Majestät der Königinn Dona Ma» ria II. noch nicht anerkannt ist, von der Seemacht der souverainen Regentschaft wirtlich blockirt wer» den. Paris, n.Iuli. Ritter Daupias. Portugal. Die Times vcm i5. Juli enthält nachstehenden B e r i ch t, welchen der Befehlshaber des Pedri-siischcn Geschwaders, Admiral Napier, aus der Bai von Lagos unterm 6. 0. M. an den Agenten Dom Pedro's in London über ein Gefecht erstattet hat, welches Ta^s zuvor in ter Nähe des Caps St. Vincent mit der Escadre Dom Miguels, tie am 1. Juli von Lissabon ausgelaufen war, Statt gesunken hat: An Bord der Rain ha doPor-tugal in der Bai v on Lagos, 6. Juli i633. Ew. Excellenz! Ich habe die ganze Flotille Dom Miguels, mit Ausnahme zweier Korvetten »n> 245 zweier Briggs, genommen. Ich sende Ihnen eine Abschrift meines Schreibens an den Minister (Marquis von Loule). Ick erwarte den Marquis (Palmella) morgen hier, um mit ihm zu veral). lkden, was mit der Mannschaft geschehen soll. Ich werde, sobald als ich die gehörige Zahl von Schis, fcn bereit haben werde, gegen Lissabon absegeln. Earlos oe Ponza. An Se. ExccN. Dom Luis Antonio d'Abreu e Lima.« An Bord der Rain ha do Portugal in der Bai von LagoS, am 6. Juli »333. Excel« lenz l Es hat dem Himmel gefallen, dem Geschwa« der Ihrer aliergetreucsten Majestät einen großen und glorreichen Sieg über den Feind zu gewähren, auf den ich, nachdem ich mit meinem Geschwader am Abend zuvor die Bai von Lagos verlassen hatte, am 2. Morgens beim (Zap St. Vincent gestossen bin. Das feindliche Geschwader bestand aus zwei Linienschiffen, zwei Fregatten, drei Eor. retten > zwei Briggs und einer Schcdeke; daö mei« liige aus drei Fregatten, einer Korvette, einem Brigg und einem licinen Schooner. Ich fertigte sogleich den Villaflor nach Lagos ab, umdie Dampfschiffe zu holen, welche am Abend desselben Tages zu mir stießen. Am 3. und 4. ging die See zu hoch, um mich Bord an Bold legcn zu können/ zu welcher Angriffswcise ich mich entschlos« sen hatte. Am 5. Vormittags trat Windstille ein. Ich erwartete von den Dampfschiffen großen und ausgiebigen Beistand; mit Ausnahme des William IV. aber zeigten sie keine Neigung dazu, vorzüg« lich weigerten sich die Maschinenleute und die ge» meine Mannschaft, mit dem Feinde anzubinden, und die Ersteren begehrten 2aooPf., bevor sie eine Hand rührten. Dem Hrn. Bell muh ich aber die Gerechtigkeit widerfahren lMn, daß er alles aufbot, um sie zur Theilnahme am Gefecht zu vermögen. Wcihreno der Verhandlungen erhob sich ein frischer Wind, mit dessen Hülfe mein Geschwa. der dem feindlichen, welches in Schlachtrcihe so gelte, die Windseite abgewann. Die feindliche Schlachtordnung war folgende: die beiden Linienschiffe segelten vorne, die beiden Fregatten hinten nach, und die dreiEorvetten und die beiden Briggs bcfcmdcn sich ttwas seit- und rückwärts in der Mitte. Ich eröffnete den Eapitäns meine Absicht, die Rai»ha mit dcm Flaggcnschiff und dem Dom Pc« dro wegzunehmen; der Dona Maria wurde Priücesa Real zugewiesen, dcm Portucnse und Villa flor die Fregatte Martins de «reitas; den Dom Ioao, welcher eine Com» modoreflagge führte, und die kleineren Fahrzeuge ließ ich unbeschäftigt. Um 2 Uhr war daö Ge» scdwader in geschlo.ssener Schlachtordnung, worauf es in seine angewiesene Stellung einrückte; alä wir dem Feinde auf Flintenschußweite nahegekom« men waren, eröffnete derselbe seme ganze Linie entlang ein entsetzliches Feuer, mit Ausnahme des Dom Ioao, dessen Geschütz nicht tragen wollte; n?ir wurden hart mitgenommen und verloren Leute; drangen aber dessen unaufhaltsam vor, und crwie« derten das Feuer. Als die Rain ha angehackt war, wurde dieselbe rasch geentert; der Feind lei» siete unserem Entern, welches mit Schwierigkeit ausgeführt wurde, keinen Widerstand, verthei" digte aber das Verdeck mit vieler Lebhaftigkeit, und es gereicht mir zum Leidwesen, Ihnen melden zu müssen, daß wir stark gelitten haben. Eapitän Neeves von diesem Schisse, der zweite im Eom» mando, und mein Adjutant Eapitän Eharles waren, wie ich glaube, die ersten am femdlicken Bord; der Erstere empsing drei Wunden ; der An« dere fünf. Ich, die Ossiziere und einige Matrosen folgten ihnen dicht auf dem Fuße. Eapitän George, welcher als Volontär diente', und Lieutenant Wol-dridge wurden getödtet; Lieutenant Ed m u n ds und mein Secretär, Hr. Winter wurden schwer verwundet. Lieutenant List cull is und ich waren die Einzigen, welche gut wegkamen. Als die Mannschaft an Bord gelangt war, eilte sie zu un» sercr Hülfe herbei, und in fünf Minuten war die Rainha unser. Mittlerweile hat der Don P e» dro sich ebenfaNs an das feindliche Linienschiff ge« legt; ich ertheilte aber dcm Eapitän Goblet die Weisung, dem Dom Ho a 0, welcher sich davon gemacht hatte, nachzusetzen; eben als Eapitän. mtt mir sprach, wurde er von einem Flintenschusse, der von dem Untcrverdecke der Rain ha abgefeu« ert wurde, toctlich verwundet. . Dem Lieutenant List und einem Theil der Mannschaft wurde die Obhulh über die Prise überlassen, und das Flag« gcnscbiss sehte nun dem Dom Ioao nach. Wir er» hielten viele Schüsse in das Takclwerk; durch die außerordentlichen Anstrengungen tes Eapil^is Phi-lipps aber, welcher nunmehr die Leitung dcr Nainha übernahm, wurde alles Beschädigte wieder best» möglichst in haltbaren Stand gesetzt, und wir wa» rcn gerade dicht an den Don Ioao gelangt, wäh« rcndder DonPedro etwasvoraus war, als der Eo,n« mcdore des feindlichen Schisses seine Flaqqe, obne emcn Schuß zu thun strich, weil sci»e Officiere un» dic Mannschaft sich nicht schlagen wollten. Die 246 drei Korvetten und zwei Briggs hatten den Wind benutzt und waren uns solchergestalt entkommen. Während ich mit der Nainha'zu thun gehabt hatte, war die Fregatte Princesa Real von ter Dona Maria tapfer geentert uno genom» ,nen worden. Capita», Henry-lobt das Benehmen seiner Mannschaft außerordentlich. Sein Lieu» tenant Hr. More ist geblieben. Die Fregatte Martins de Freit as war dem Villaftor und dem Portuense zu stark, und obgleich sie ihr den Vorderlopmast zerschmetterten und sie sonst übel zurichteten', behauptete sie dennoch ihre Flagge und gewann uns den Wind ab. Ich übertrug dem Dom Pedro die Odhuth über den geenterten Dom Ioao und machte Jagd auf den Martins de Freitas, welcher noch vor Sonnen« Untergang die Flagge strich. Sin solches Unternehmen konnte nicht ohne Verlust ausgeführt werden; ich bin eben mit der Anfertigung der Listen der Verwundeten und Gebliebenen beschäftigt, und rvcrde dieselben bei erster Gelegenheit übersenden. Der Bericht schließt mit den Namen der Off>c:ere und Gemeinen, die sich ausgezeichnet haben. (Zarlos de Ponza, Viceadmiral undMajorgcneral. N. S. Ich melde Ihnen mit Vergnügen, daß die feindliche (Zorvctte Princesa sich heute Morgens freiwillig ergeben hat und auf unserm Ankerplatze zu unö gestoßen ist.« (Oest. B.) Großbritannien. Nachrichten aus Mexico zufolge, soN die Provinz Texas eine Verfassung angenommen ha« den, die auf eine Losrcißung von Mexico und auf eine Anschliehung an die vereinigten Staaten von Nordamerika hinzudeuten schien. Wir hören, dah man große Anstrengungen macht, um die Escadre Don Miguel's zu verstärken; vicr Dampfboote wurden gekauft, die nach Portsmouth und Plymouth gehen, dort 3oo Ma< irosen an Bord nehmen, und in aller (Zile nach dem T-üjo abgchcn sollen. — Dcr Globe gibt bei« nahe dieselbe Nachricht, und sagt dabei, das ein Dampfboot sei um i6