um* piacaoa » in» ScrvaUaag i ftrei«nioDo alte« 6, Ux. 21 (tnterarkam) i «»,»,»»»>» f«t da» anlanö : Sien«Ijährig 40 Sin, halbjährig 80 Din, gaiu- A»i>»dig»ng«» verteil t» »« v«r»alt»ng »» billigst«« »»büh»«, »»tg«geng»rwmm«n f jährig >60 Din. Aitr da» S»»la«d »«sprechend« Erhöhung. Einzelnummer Din 1.50 Erscheint wöchentlich zweimal: Donnerstag früh nnd Samstag früh mit dem Datum vom Sonntag Nummer 57 [ Celje» Donnerstag» den 16. Juli 1931 J 56. Jahrgang Europaische Schicksalstage Wer in diesen Tagen bloß solche Zeitungen liest, die eine antideutsche Politik verfolgen oder in-folge irgendwelcher Zusammenhänge unfreundlich gegen Deutschland eingestellt sind, der muß aus ihrer kleinlichen, kaum verhehlten Schadenfreude den Schluß ziehen, daß es sich nur um deutsche Schicksalstage handelt. Dies ist ein ungeheurer Irr-tam und wohl noch nie hat diese Presse kläglicher bewiesen als jetzt, daß ihr der Ueberblick über die große Schicksalsverbundenheit unseres Erdteils eigent-lich abgeht. Es kommt uns so vor, wie wenn eng an-einander gebaute Nachbarn sich darüber freuen würden, daß der große, in ihrer Mitte liegende Hof während heftigen Sturmbrausens in Flammen aufgeht, und mit genießerischer Langsamkeit dem verzweifelten Nachbar erpresserische Bedingungen für das Löschen vorschreiben wollten. Es erscheint jedem denkenden Menschen ganz unglaublich, daß diese Presse ihre Leser in einer Weise unterrichtet, bei der diese glauben müssen, daß der Zusammenbruch Deutschlands sie nichts angehe, ja daß ihre Länder aus diesem Zusammenbruch politische Vorteile ziehen könnten. Schon wie der Hoover-PIan behandelt wurde, ist sehr charakteristisch. Man tat so,' als ob dem Deutschen Reiche durch die Summen, die es für ein Jahr nicht zu zahlen braucht, eine ungeheure ge-münzte Hilfe zuteil geworden wäre. Für diese Hilfe sollte es nun auch seinerseits Opfer tragen! In Wirklichkeit ist aber die Sache doch fo, daß das Reich nur einen Teil seiner infolge der WeUwitt-schaftskrise unerträglich und uneinbringlich gewordenen Lasten nicht zu zahlen braucht. Mit anderen Worten -Nachdem der Schuldner, der trotz seiner allgemeinen Schwierigkeiten Milliarden und Milliarden bisher zahlen mußte, eben wegen dieser Zahlungen insolvent geworden ist, stundete man ihm eine Jahreszahlung. Und hierin steckt der vom größten Teil der euro-päischen Presse weiterverbreitete Denkfehler. Auf die Hoover'sche Stundung blickt man nämlich so, als ob der für die Reparationen errechnete Haufen Geld in den deutschen Kassen vorhanden gewesen wäre und nur auf seine Ablieferung gewartet hätte. Diese Zeitungen stellten ihren Lesern die Stundung so dar, daß dieser Haufen Geld nun Deutschland zur Verfügung gestellt worden sei und von ihm zur Stützung seiner Wirtschaft hergenommen werden könnte. Tatsächlich ist aber dieses Geld nicht vor-Handen gewesen und deshalb bleibt die insolvente Lage der deutschen Wirtschaft auch nach dem Hoover-Plan weiter bestehen. Das ist eine Rechnung, die jeder kleine Kaufmann in jeder Nation sofort begreift. Die letzten Tage nun zeigen, daß Hoovers Appell an die Gläubigerstaaten durchaus kein von den Deutschen oder von den Amerikanern veranlaßtes „Manöver" gewesen ist. Er war ein Schritt in letzter Stunde, es kann sich, wie es jetzt aussieht, herausstellen. daß er zu spät ergangen ist. Deutsch-land ist in diesen Tagen Brennpunkt europäischen Schicksals geworden. Wenn dieses große, arbeits-fleißige, mit dem Sinn für Ordnung wie keine andere Nation ausgestattete Volk im Herzen Euro- pas wirtschaftlich abermals zusammenbricht, kann nur die kurzsichtigste Politik glauben, daß Europas Schicksal davon nicht katastrophal mitgerissen werden würde. Man erstarrt vor dem Anblick der unge-Heuren Gefahr, die sich hier für unseren von der Weltwirtschaftskrise ohnedies geschwächten Erdteil emportut. Man greift sich an den Kopf, wenn man liest, daß in diesem verhängnisvollen Moment die Helfer eiskalt dastehen und politische Bedingungen aufstellen, die ein großes Bolk, das nach seinem ersten Niederbruch Uebermenschliches, in der Ge-schichte ohne Beispiel Dastehendes geleistet hat, unter die Botmäßigkeit, in die Unterwerfung bringen sollen. Deutschland ist nicht die verzweifelt kämpfende Regierung Brüning allein. In einer abermaligen ! wirtschaftlichen Katastrophe könnte sich dieses Volk j im Hinblick auf sie und auf die Bedingungen der Rettung so auseinanderteilen, daß es nur noch äußerste Rechte und äußerste Linke geben wird, zwischen ihnen aber den Bürgerkrieg, das Chaos. Es gibt ein Höchstmaß für einen gepeinigten Volks-körper und für eine gepeinigte Volksseele. Am Sonntag nachmittags erschien im blauen Lichtäther auch unseres Grenzgebietes. leicht, sicher, majestätisch, eine silberstrahlende Wolke, das deutsche Luftschiff „Graf Zeppelin". Tausende und Tausende blickten mit einem eigenartigen Gefühl der Er-schütterung, wirklich Großes, einen Triumpf unserer Zeit zu sehen, zum Ozeanbezwinger und Erdum-flieger empor. Ein ungeheures Wehen von der Schaffenskraft deutschen Geistes flog über unseren Köpfen dahin und es wird niemand gegeben haben, der sich nicht bewundernd dem gewaltigen Eindrucke hingegeben hätte. Ein Symbol war es alles dessen, was auf dem Felde friedlicher Arbeit Deutschland trotz seines unbeschreiblichen Zusammenbruches in ungebrochener Arbeitskraft geleistet hat. Ein solches Volk, in der Mitte unseres Erdteils lebend, kann und darf nicht von seiner Arbeit weg in den Strudel des Chaos gelassen werden. Dieser Schicksalssommer liiyi wird die hatte Probe auf die europäische Solidarität sein. Man müßte verzweifeln an der Leitung der menschlichen Angelegenheiten aus Erden, aber auch im Himmel, wenn diese Probe an kurzsichtigen politischen Geschäftemachereien zerschellen würde, angestellt in der äußersten Not eines braven, höchstwertigen Voltes. Die augenblickliche Lage der deutschen Volksgruppen in den europäischen Staaten Von Dr. Ewald Ammend«, tkennolielrelär der Europäischen Rationalitäien-Kongresse I. Bevor hier die Lage der einzelnen deutschen Volksgruppen in den europäischen Staaten behandelt wird, sei mir erlaubt, noch mit wenigen Worten auf das europäische Volkstumsproblem ganz allgemein einzugehen. Bekanntlich hat der französische Außen-minister Aristide Briand noch vor einem Jahr behauptet, daß das europäische Nationalitätenproblcm in der Hauptsache auf das Wirken einer Anzahl von Agitatoren und Propagandisten zurückzuführen ist, somit eine künstlich geschaffene Frage wäre. Nun hat vor wenigen Wochen Prof. Wilhelm Winkler vom Wiener Institut für Nationalitätenstatistik ein Handbuch der europäischen Nationalitäten heraus-gegeben und damit einen alten Wunsch der euro-päischen Nationalitäten-Kongresse oerwirklicht. Es enthält Mindestzahlen, da es von den Angaben der Regierungen selbst ausgeht. Trotzdem kommt WinNer in Europa unter Einschluß Sowjetrußlands auf 61 Millionen fremden Volkstums in den ein-zelnen Staaten und unter Ausschluß Rußlands auf ca. 50 Millionen. Von ihnen entfallen ca. 40 Millionen auf die eigentlichen nationalen Minderheiten, von denen 82 Prozent zur Teilnahme am Genfer Nationalitälenkongreß zugelassen sind. (Diesem letz. I teren kommt somit die Kompetenz einer Vertretung der Rechte der Nationalitäten zu.) Winkler stellt fest, daß in den oft« und südeuropäischen Staaten die Zahl der Nationalitäten über 27 Prozent der Ge-samtbevölkerung dieser Länder ausmacht und daß auch in den verschiedenen Ländern des Westens, so auch in Spanien, der Prozentsatz des fremden Volkstums eine beträchtliche Höhe — in Spanien 20\ — erreicht. Winkler zählt 8 Völker, deren Auslandsvolkstum sich in Millionen ausdrückt und über 20 Völker, die Hunderttausende von Volks-genossen im Auslande als nationale Minderheiten leben haben. Kann die Auffassung Anstide Briands besser widerlegt werden als durch diese nackte Sprache der Zahlen, wobei im Auge zu behalten ist, daß neben den im Kriege besiegten Völkem auch die, die zu den Siegern gehören, so etwa die Jugoslawen, die Polen usw., in einem besonders hohen Maße am Schicksal ihrer im Ausland le-benden Volksgenossen interessiert sind. Doch an der Spitze aller am Nationalitätenproblem beteiligten Völker marschiett mit über 0 Millionen Minderheit»-Volksgenossen das deutsche Volk. Ist es da nicht selbstverständlich, daß das deutsche Volk und die deutsche Oeffentlichkeit Träger des europäischen Volks-tumsgedankens sind? Ja weiter, darf man da nicht sagen, daß in dieser Richtung geradezu eine Mission des Deulschtums zum Besten der europäischen Friedensgestaltung besteht? Beginnen wir mit der größten deutschen Ratio-nalität, der deutschen Volksgruppe im tschechoflowa-kischen Staate. Gerade hier erweist sich, daß der Ausdruck nationale Minderheit als Charakteristik des Verhältnisses einer Nationalität zu ihrem Staate und ihrem Mehrheitsvolke nicht immer das Rich-tige trifft. Das Sudetendeutschtum stellt eine der kultiviettesten und entwickeltsten europäischen Volks-gruppen dar. Es siedelt geschlossen an der Grenze des deutschen Mutterlandes, dabei in einem Staate, in welchem das Mehrheitsvolk nur eine Zahl von 8 bis 9 Millionen erreicht. Es entsteht die Frage, unter welchen Voraussetzungen dieses deutsche Volks-tum sich mit seiner Eristenz im tschechoslowakischen Staat entgültig abfinden kann. Die trefflichste Antwott wird darauf von einem Tschechen, und zwar vom Prager Univerfitäsprofesfor Dr. Radl, gegeben. Er stellt fest, daß nur unter der Voraussetzung einer vollen staatlichen Gleichberech-tigung für das Deutschtum die Möglichkeit eines dauernden Ausgleiches zwischen Deutschen und Tschechen im tschechoslowakischen Staate gegeben wäre. Wie sieht nun die Wirklichkeit im Vergleiche zu dieser Forderung Radis aus? Das Deutschtum wird in die Position einer geduldeten Minderheit herabgedrückt. Von einer Gleichberechtigung am Sette 2 De»lschr Zettsag stummer 57 staatlichen Leben ist keine Rede, ja die Situation des Sudetendeutschtums wird wohl am besten dadurch gekennzeichnet, daß in der gemeinsamen Hauptstadt des Landes, in Prag. bis heute das Verbot von deutschen Inschriften besteht. Die sudetendeutschen Parteien, soweit sie an der Regierung be-teiligt sind, reiben sich an steten Interventionen im Kampf um die Lösung von Tagesfragen auf. Daher das Ergebnis, daß der Kampf um das eigentliche Ziel des Sudetendeutjchtums, die Auto-nomie (Selbstverwaltung», zugunsten eines Ringens um Tagesfragen zurückgedrängt wird. Vom Stand-punkt der Interessen des gesamten deutschen Volkes und speziell der Minderheiten gesehen, kann es be-züglich der Geltung des Sudetendeutschtums im tschechoslowakischen Staate aber keine Konzessionen geben. Letzteres liegt auch im Interesse der tschechischen Mehrheit, die gleichfalls danach streben sollte, einen entgültigen Ausgleich mit dem Deutsch-tum zu erzielen. Statt dessen sucht Außenminister Dr. B e n e s mit Hilfe der Franzosen die deutsch-österreichische Zollunion zu hintertreiben, um so mit untauglichen Mitteln eine machtpolitische Stellung, die sich auf die Dauer doch nicht leiten läßt, zu behaupten. Erfreulich ist, daß in der jüngsten Zeit alle judetendeutjchen Parteien endgültig die gleiche Position bezogen haben. Das eröffnet für die Zukunft einen günstigen Ausblick. Ganz anders als die Bedingungen, in denen das Sudetendeutschtum lebt, sind die des Deutschtums in der Slowakei. Hier haben wir es mit einer Minderheit im eigentlichen Sinne des Wortes zu tun. einer Volksgruppe, die sich in einem Stadium des Aufstieges befindet. Das trifft speziell für das benachbarte Karpathorußland zu, wo die Zahl der Deutschen von der letzten Volkszählung bis zur dies-jährigen von 10.000 auf über 21.000 gestiegen ist. Preßburg ist wiederum ein deutscher Kulturmittel-punkt. Zweifellos kommt dem Deutschtum der Slo> wakei zum Nutzen dieses Landes noch eine be-deutsame kulturelle Aufgabe zu. Aus diesem Grunde ist eine Einigung des Deutschtums des Zips mit den Deutschen in und um Preßburg unbedingt er-forderlich, Ueberholte Meinungsverschiedenheiten dürfen ja heute nicht mehr von einer entscheidenden Bedeutung sein. Besonders dann, wenn sie sich auf die Vorgänge zur ungarischen Zeit beziehen. Be-züglich Karpathorußlands wäre noch zu sagen, daß dem bodenständigen deutschen Element hier Zweifel-los das Recht auf eine staatliche Förderung seiner national-kulturellen Entwicklungsfreiheit zukommt. Viele Lasten, die heute der Sudetendeutsche Kul-turverband in Prag trägt, kämen eigentlich — dem Minderheitenoertrage entsprechend — dem Staate zu. Dabei besteht die Möglichkeit, letzteres auch auf Grund der beivndcren Ansprüche, die die Bevöl-kerung Karpathorußlands gegenüber der Tschechoslowakei besitzt, zu fordern. Politische Rundschau Ausland Allgemeine Zahlungseinstellungen im Deutschen Reiche Am 13. Juli war die Reichsbank nicht mehr in der Lage, die Ansprüche der Banken zu befrie-digen, so daß alle Banken und Sparkassen von diesem Tage an die Auszahlungen rationierten. Die Berliner Institute zahlten bloß bis zu 3000 Mark bar aus, manche Sparkasse im Reich nur Beträge von einigen Hundert Mark. Den Anlaß zu dem Run der Einleger aus die Finanzinstitute gab die Schalterschlietzung der Darmstädter- und Nationalbank (Danatbank), die eine der größten Geldanstalten und verbunden mit der ganzen deutschen Jndustriewirtschaft ist. In Paris ist die Marknotiz gestrichen worden, in London trat ein starker Kurs-rückgang der Devise Berlin ein. Der Reichsbank-Präsident Dr. Luther war in den letzten Tagen in Paris, hat aber seine Verhandlungen wieder abge-brachen und ist nach Basel gereist. Der Grund für die Abreise aus Paris war der Umstand, daß die Bank von Frankreich, das devisen- und finanzkräftigste und daher entscheidende Bankinstitut Europas, den deutschen Kreditwünschen mit eisiger Kühle gegenübersteht, ja von gewissen französischen Banken neuerdings Kreditkündigungen in Berlin vorgenommen worden sind. Wie aus französischen Blätterstimmen hervorgeht, stellt die französische Regierung mehrfache Bedingungen für die Kredithilfe, so den feierlichen Verzicht auf die deutsch-österreichische Zollunion, aus den Anschluß, Auflösung des ..Stahlhelm", Einstellung des Baues des Panzer-kreuzers B. Die Reichsregierung, die in Permanenz tagt, hat durch eine Verordnung die Garantie für die Danatbank übernommen, sämtliche deutschen Bönen blieben am 13. und 14. Juli geschlossen. Der deutsche Botschafter v. Hoesch wurde am 13. Juli vom französischen Ministerpräsidenten Laval in dringender Audienz empfangen. Der Botschafter stellte ihm den Ernst der finanziellen Lage in Deutschland dar. In dem Aufruf, den die Reichs» regierung bezüglich der Darmstädter- und National-dank erlassen hat, heißt es, es handle sich nicht darum, das Vermögen der Bank zu retten, sondern darum, den Hunderttausenden von Kunden der Bank ihren Besitz zu erhalten und damit ihre Unternehmungen vor der Betriebseinstellung oder gar vor dem Untergang zu retten. Es komme darauf an. daß das deutsche Volk in dieser schweren Lage die "Nerven behält und nicht durch mangelndes Selbstvertrauen die Schwierigkeiten vermehrt. Feiertage für Geldinstitute und Börsen Die deutsche Regierung hat auf Grundlage der "Notverordnung die zeitweilige Sperrung aller Börsen bis zum Ende dieser Woche angeordnet. Ferner wurden alle Banken mit Ausnahme der Reichsbank am Dienstag und Mittwoch geschlossen gehalten, um den Ansturm der Einleger auf die Geldinstitute zu verhindern. Bemerkenswert ist, daß auch die ungarische Regierung den Beschluß gefaH hat, die Geldinstitute für 2 Tage zu sperren. Die Schuld der langen Verhandlungen Anläßlich der Mitteilung des englischen Schatz-amtes an die Baseler Reparationsbank, daß Eng-land den am 15. Juli fälligen Zahlungen nach dem Poung -Plan im Sinne des Hoover'schen Vorschlages entsagt habe, betont der Londoner „Daily Telegraph", daß die finanzielle Lage Deutschlands heute viel schwerer sei als zum Zeit-punkt, wo Hoover seine Aktion begonnen habe. Es wäre vergeblich, die Tatsache zu verheimlichen, daß mit den langen Verhandlungen in Paris kostbare Zeit verloren wurde und sich deshalb die Lage noch mehr verschlechtert habe. Ein Alarm Mussolinis Die Wiener „Neue Freie Presse" veröffentlichte am vergangenen Sonntag einen sensationellen Artikel aus der Feder des italienischen Ministerpräsidenten Mussolini, dessen Tenor der ist, daß nach seiner Meinung schon im nächsten Frühjahr Europa vom Bolschevismus überschwemmt werden wird, wenn dem Deutschen Reiche nicht Hilfe gebracht wird. Im Artikel heißt es u. a.: Es ist die Zeit ange-brachen, daß die Staatsmänner ihre Anstrengungen beschleunigen, denn wir stehen vor großen Gefahren. Ich gehöre nicht in die Reihe derjenigen, die die Tragik einer Lage übertreiben. Aber ich betrachte es als meine Pflicht, alle diejenigen zu warnen, denen das Wohl der Menschheit am Herzen liegt, und sie darauf aufmerksam zu machen, daß Europa, wenn es noch einen Winter des Elends durchmachen muß, dem Kommunismus ausgeliefert sein wird. Verläßliche Zeichen weisen darauf hin und es ist höchste Zeit, daß diese Gefahr verhindert wird. Die Hoover'sche Aktion gibt die Möglichkeit für eine Erneuerung des Vertrauens und berechtigt zur Hoffnung, daß die Katastrophe vermieden wird. Elend und Arbeitslosigkeit sind der beste Boden für die Kultur des kommunistischen Bazillus. der sich, sobald er über die Weichsel bis zum Rhein vorgedrungen ist, wie eine Seuche über ganz Europa und die ganze übrige Zbelt verbreiten wird. Dann wird es keinen Schutzwall mehr für die westliche Zivilisation geben. Die räumliche Ent-fernung kann heutzutage nicht mehr die geistigen Verbindungen zwischen den Völkern verhindern und politische Krankheiten haben die geheimnisvolle Eigenschaft, alles anzustecken, was nicht sofort geheilt wird. Der Vorschlag des Präsidenten Hoover eröffnet einen Weg. Sobald er durchgeführt ist, muß der erste politische Entschluß darin bestehen, der Welt wenigstens eine zehnjährige Periode des Friedens zu sichern. Rußland hat für die Lösung seiner Volkswirtschaft seinen Fünsjahrplan aufgestellt und ebenso erwartet heute die Well nach zehn Jahren "Nachkriegselend einen Plan, der ihr zehn Jahre friedlicher Arbeit an der Erneuerung sichert. Auswirkung der deutschen Krise in Böhmen Trotzdem die Reichsmark sich nach anfänglichen Schwankungen auf den ausländischen Börsen wieder vollkommen erholt hat, wurden an den Schaltern der Prager Banken am 14. Juli für eine Mark nur noch 4, später sogar nur 2 Kronen ausgezahlt. Viele reichsdeutsche Gäste vc'liegen die böhmischen Bäder und Sommerfrischen mit Auto oder Pferdewagen, manche sogar zu Fuß. Die Pariser Reise der deutschen Minister zurückgestellt In Pariser diplomatischen Kreisen erwartet man den angesagten Besuch des Reichskanzlers Dr. Brüning und des Außenministers Dr. Eurtius nicht für ein sehr nahes Datum. Hilfe für Deutschland Die Regierungen in Paris, London und Wa-shington sind, wie die Blätter melden, davon über-zeugt, daß Deutschland auf jeden Fall geholfen werden muß, weil sonst eine unabsehbare Katastrophe nicht bloß Deutschland, sondern ganz Europa droht. Zwischen Paris und London findet ein lebhafter Gedankenaustausch statt, indessen ist ihr Resultat im Augenblick noch nicht bekannt. Die internationale Reparationsbank in Basel hat beschlossen, der deutschen Reichsbank den Rediskontkredit von 100 Millionen Dollar, der am 16. Juli zur Zahlung fällig gewesen wäre, zu verlängern. Ministerpräsident Macdonald über die Abrüstung Auf einer von 7000 Personen besuchten Kund-gebungsversammlung in der Alberthall in London erklärte Ministerpräsident Macdonald u.a.folgendes: Jene, die die Sicherheit durch Waffen erreichen wollen, kommen mir vor wie Leute, die während eines Gewitters unter einem Baum Schutz suchen. Die Abrüstung ist wesentlich eine internationale Frage. Wir sind durch die Verträge von Versailles und Locarno verpflichtet, für die Abrüstung zu arbeiten und wir haben dem Deutschen Reich die Abrüstung auf der Friedenskonferenz nicht einfach deswegen auferlegt, weil Europa vor den militärischen Bestrebungen der Deutschen Angst hatte, sondern weil wir hierin den ersten Schritt zur Verringerung und Begrenzung der Rüstungen sehen. Die Vereinigten Staaten beteiligten sich an der Abrüstungskonferenz Die amerikanische Regierung hat die Einladung des Völkerbundsekretariats zur Teilnahme an der Abrüstungskonferenz die am 2. Februar 1932 in Genf beginnen wird, folgendermaßen beantwortet: Die amerikanische Regierung nimmt mit Befriedigung die Einladung an und beglückwünscht sich, daß sie mit den anderen Völkern wird zusammenarbeiten können, damit die Rüstungslasten, die auf die Völker drücken, herabgesetzt werden. Aus Stadt und Land Stipendien für Besucher der deutschen Lehrerbildungsanstalt. Der Schwäbisch-Deut-sche Kulturbund in Novisad verteilt einige Stipen-dien für Besucher der deutschen Lehrerbildungsan-statt, die mit 1. September d. I. mit dem vorläu figen Standorte in Beliki Beckerek errichtet wird. In Betracht kommen Abiturienten au» Slowenien, die sich dem Lehrerberufe widmen wollen sowie Absolventen der unteren Mittelschule (Bürgerschule oder die 4 unteren Mittelschulklassen). Die Abitu-rienten würden einen einjährigen Kurs an der Lehrerbildungsanstalt zu absolvieren haben, während die Absolventen der unteren Mittelschule die vollen 4 Jahre zu absolvieren hätten. Gesuche um Stipen-dien sind an den Schwäbisch-Deutschen Kulturbund, und zwar zu Handen Herrn Dr. Lothar Mühleijen, Advokat in Maribor. Sodna ulica. ehestens einzusenden. Stand der „Deutschen Schulstiftung". Bis mm 11. Juli haben die Zeichnungen für die „Deutsche Schulstiftung" laut Ausweis der Land-wirtschaftlichen Zentraldarlehenskasse in Novisad die Summe von 2,948.458*50 Din erreicht. „Graf Zeppelin" über jugoslawi, schem Boden. Am Sonntag nachmittags erleb-ten unsere Grenzwohner den Besuch des berühm-ten deutschen Luftschiffes „Graf Zeppelin". Der Nummer 57 Deutsche Zeltung Seite 3 Schwertransporte auf schlechten Strassen strapazieren die Reifen ungeheuer. Continental-Elastic-Reifen sind zäh. wirken außerordentlich gut stoss-dämpfend und nutzen sich nur lang- um ab. ^Kontinental Garage Haselbach, Celje. Eindruck, den der gewaltige, silberglänzende Schiffs-körper, an dessen vorderer Konturlinie sich die Pas-sagiergondel nur wie ein etwas verdickter Strich aus-nahm, auf die Beschauer machte, ist mit Worten schwer wiederzugeben. Das Lustschiff flog von Kla-genfurt, wohin es auf seiner Oesterreich-Reise gegen 7,1 Uhr mittags kam und wo es. über dem Wörthersee niedrig fliegend, in allen Einzelheiten be-sonders gut zu sehen war, die Drau entlang über Dravograd und Marenberg nach Maribor und von dort über Radkersburg nach Oesterreich zurück Zu-erst sah man im Westen den Vorderteil des Schiffes, wie eine riesige Kugel über den Bergen jchwe-bend, herankommen. Kaum waren die Leute in eili-gem Lauf auf das freie Feld gekontert, als es auch schon da war. Oben im blauen Luftmeer zog das strahlende Phantom, überwältigend groß und erha-den, vorüber, so hoch, daß man die 5 Meter hohen Buchstaben seines Namens „Graf Zeppelin" gerade noch deutlich lesen konnte. Ein unvergeßlicher An-blick für die Bewohner des Drautals! Art Bord des Schiffes befanden sich außer der Besatzung Dr.Eckener selbst, ferner Bundeskanzler Dr. Buresch, Außenmi-nister Dr. Schober, die Minister Winkler, Dollfuß und Heini. Präsident Dr. Renner, Landeshauptmann Reither, der amerikanische Gesandte Stöckton. der deutsche Gesandte Riech, Prinz Lichtenstein, Selma Kurz. Graf v. d. Recke, der Präsident des ungarischen Aeroklubs Paul v. Bethlen-Falva, vom tschechischen Aeroklub Dr. Antonin Jilek aus Prag, die Gattinen der Minister und verschiedene andere hervorragende Persönlichkeiten. Die Frage der Erweiterung der Ljub-ljanaer Krankenhäuser. Am 9. Juli trat in Ljubljana eine Gesundheitskomission unter dem Vor-sitz des Vizebanus Dr. Pirkmajer zusammen, an der auch der Sektionschef des Gesundheitsministeriums Dr. Milanovic teilnahm. Es wurde über die dringend notwendige Erweiterung der Ljubljanaer Kranken-Häuser beraten. Mehrere Mitglieder der Kommission reisten am 1t). Juli unter Leitung des Sektion»-chefs Dr. Milanovic nach Celje ab, wo das dortige Krankenhaus und die nahezu fertige neue Gebär-anstatt besichtigt wurde. Die Kommission stattete auch dem Schloß Rovo Celje bei Zalec einen Besuch ab, das bekanntlich zu einer Irrenanstalt umgebaut wird. Bei Ltuhlverftopf««n BerdaiiungSftvrungen, Pla-geubMiinen, Wallungen, Kopfschmerze», allgemeinem tlnbe» Hasen nehme man früh nüchtern ein Glas natürliche* „^ra»z-Jos«f"-Blllern>a>ser Nach den an den Rluuteu jut innere Krankheiten geiammetlen Erfahrungen ist da» ^raitz ^oses Wasser ein auberO wohltuendes Abführmittel. Da« Zra«; ,t«sef'^itkerwasser rft t» Apotheken, Drogerien und Epe^rechandt»«gen erhältlich. Celje Verlautbarung der Militäreinteilung. Die Sladworstehung Celje (Militärabteilung> ver-lautbart: Infolge Auftrages des Kommandanten des Militärtreises Celje Str. Pov. br. 1163 vom 2. Juli l. I. und des Kommandanten der Drau-division Str. Pov. br. 2460 vom 20. Juni L I. findet am Sonntag, dem 19. Juli 1931, punkt 8 Uhr früh am Glacis an der Ljubljanska cesta die Verlautbarung der Militäreinteilung an die Militärpflichtigen sowie an die Beisteller von Vieh und Fahrmitteln statt. Mit Rücksicht darauf werden alle m der Stadt Celje zuständigen Militärpflich-tigen der Geburtsjahrgänge 1881 —1909 sowie alle in der Stadt Celje wohnhaften Eigentümer von Pferden, Aiaulejeln, Ochsen, Wägen. Personen-automobilen, Lastenautomobilen und Motorrädern, und zwar ohne Rücksicht auf Zuständigkeit aufge-fordert, sich am Sonntag, dem 19. Juli 1931, punkt 8 Uhr früh persönlich am Glacis an Mr Ljubljanska cesta zu melden, wo ihnen die dort amtierende Kommi»ion die Militäreinteilung mit-teilen wird. Jeder Militärpflichtige muß den Mili-tärpaß (oojnirka izpravaj mitbringen, die Eigen-tümer von Personen- und Lastenautomobilen sowie von Motorrädern die neuen Evidenznummern. Behufs Vermeidung strenger Strafe mache ich jeden in Betracht Kommenden aufmerksam, dieser Kund machung pünktlich Foigc zu leisten. Unkenntnis über den Erlaß rechtfertigt nicht. Der Stadworsteher: Dr. Gorican m. p. Für den Verkehr an unserer Alpen- grenze gegen Oesterreich genügten bisher die | Legitimationen des Slow. Alpenvereins ohne Visum der politischen Behörde. Hinfort müssen jedoch alle diese Legitimationen von der politischen Behörde vidiert und mit einem Stempel von 10 Din ver-sehen sein. In Celje vidiert die Legitimationen die Vorstehung der städtischen Polizei. Eine tropische Hitze herrschte dieser Tage in unserer Stadt. Die Thermometer zeigten an der Sonne 54" Celsius und im Schatten 32°. Unglücksfall im Logartal. Am vergan-genen Sonntag fiel der Gemahlin des Steueröber-Verwalters i. P. und Sekretärs des hiesigen Handels-gremiums Herrn Blazon, als sie sich bei der Tiller-Hütte im Logartal sonnte, ein von oben herunter-rollender Stein auf das Bein und fügte ihr eine emfindliche Verletzung bei. Sie wurden am Montag mittelst Automobils nach CÄje überführt. Ein siebenjähriges Kind von einem Kirchenturmuhrgewtcht erschlagen. Am Mittwoch voriger Woche sah das siebenjährige Söhnchen des Fleischhauers Herrn Mastnak in Dobrna zu, wie für einen Verstorbenen ausgeläutet wurde. Als die Uhr im Turm acht schlug, riß sich ein über 11)0 kg schweres Uhrgewicht los und fiel dem armen Knaben gerade auf den Kopf herab. Er war sofort tot. Das tragische Schicksal des Kindes hat den unglücklichen Eltern die allgemeine Teilnahme zugewendet. Tollwut in der Umgebung. Dieser Tage tauchten in Spodnja Hudinja bei Celje zwei toll-wütige Hunde auf. Einer davon, der fünf andere Hunde gebissen hatte, wurde eingefangen und erschossen. Es wurde alles Erforderliche vorgekehrt, um ein Ausbreiten der Seuche zu verhüten. Polizeinachrichten. Zum Fleischhauer-meister Herrn Permoser in Gaberje kam dieser Tage der Knecht A. S. und sagte, daß er im Auf-trage eines Besitzers in der Umgebung von Vojnik, von dem Herr Permoser einen Ochsen gegen An-Zahlung gekauft hatte, den Rest des Kaufschillings «m Betrage von 2400 Din abholen solle. Da der Knecht im gleichen Dorfe bedienstet war, wo Herr Permoser den Ochsen gekauft hatte, gab ihm dieser das Geld, aber der betrügerische Knecht ist dann mit dem Gelde unbekannt wohin verschwunden. Todesfälle. Am vorigen Donnerstag ist in Breg bei Celje Frau Gertrud Podrzaj, Gattin des dortigen Gastwirts und Schriftsetzer» in der Zvema tiskarna in Celje Herrn Franz Podrzaj, im Alter von 41 Zähren gestorben. — Am 2. Juli ist im Allg. Krankenhaus Herr Josef Kostanjeoec, früherer Pfarrer in Dramlje, der nach seiner Pensionierung den Seelsorgedienst im Siechenhaus in Vojnik versah, im Alter von 73 Iahren gestorben. — In Celje ist die 53 jähr. Fabriksarbeiterin Jul. Peser gestorben. Gestorbene im Juli 1931. In der Stadt: urko Emma 70 I., Schulinjpektorsgattin; Braue osa 75» I., Stadtarme; Mayerhermann Josefine 45 I., Näherin. Im allg. Krankenhaus: Koren Marie 29 Fabriksarbeiterin, Zabukovca; Pla ninz Josefine 63 I., Amtdienerswitwe, Celje; Jicha Johann 62 I., Privatier, Celje; Cvikl Maria 34 I., Besitzersaaltin, Mozirje okolica; Kokot Elise 31 Jf Kutschersgattin, Roginska gorca; Coek | Josef 64 I., Auszügler, Marijagradec; Polander Helene 37 I.. Keuschlerstochter. Grize? Kvartic Julie ?. ?. Betone; Krajnc Franz 69 I., Tischler. Celje okolica; Kramn Mane 67 I., Besitzerin, Zrece; Pristovnik Josef 53 I., Bergarbeiter. Sev-nica i Wer Margarethe 67 I., Tischlerswitwe, Celje; Kresnik Helene 81 I., Stadtarme. Celje okolica; Kores Gaspar. 60 I., Besitzer, Zetale: Grehar Michael 31 I., Besitzer, ökofjavas; Ropotar Ursula 68 I., Besitzerin, Medlog; Ambroz Rosa 35 < Ortsarme, Ponikva: Goler Stephan 32 I., Ar-beiter, Celje okolica: Pavlinc Maria 45 I., Kell-nenn, Zalec: Plavcak Stephan 72 I., Auszügler, okolica ömarje; Vengust Franz 3« I.. Maurer. Vel. Pireiico; Mrzlak Josefine 1 I., Taglöhners-kind, Atozirie: Pauser Theresia, 66 I., Ortsarme. Celje. Im Militärspital: Penez Gojko Jovo 21 I., Soidat des 39. Inf.-Reg. Maribor „Graf Zeppelin" über Maribor. Bereits am Donnerstag wurde davon gesprochen, daß der Stolz des deutschen Volkes, der nach dem Kriege erbaute stolze Luftriese „Graf Zeppelin", diesmal auch unsere Stadt überstiegen werde. Die meisten konnten nicht daran glauben, daß dies wahr sein könnte. Selbst am Samstag, als bereits Meldungen des Wiener Radios vorlagen, wollte die Mehrheit unserer Bevölkerung noch immer nicht daran glauben, daß uns dieser Anblick beschieden sein werde. Als dann Sonntag vormittags die „Grazer Tagespost" die genaue Route des „Grafen Zeppelin" brachte, da war jedermann, der diese Nachricht vernahm, gant Feuer und Flamme. Sehr viele eilten auf den Bachern, um das Luftschiff möglichst früh erblicken und dann möglichst weit noch verfolgen zu können, Der tropisch heiße Tag hatte auch Tausende in un-sere Bäder getrieben, wo sie das Lustschiff mit be-geisterten Zurufen begrüßten. Am Kalvarienberqe hatte sich auf dem engen Plätzchen beim Kirchlein von wo man eine geradezu herrliche Aussicht hat, eine ungefähr 80 Kopse zählende begeisterte Menge eingefunden. Das Luftschiff kam um halb drei Uhr nachmittags über den Ausläufern des Posruck in Sicht. Ein begeisterter Aufschrei und 80 leuchtend« Augenpaare waren auf ihn gerichtet. Hreudentränen glänzten in manchem Auge. Es war em Augenblick, »n dem jeder stolz darauf war, dem deutschen Volke anzugehören. Ms in der Stadt da» Surren der Motoren gehört wurde, eilte alles an die Fenster, auf die Dächer. Balken«, Straßen und Plätze, um dieses seltene Schauspiel zu genießen. Dem Lustschiff wurde begeistert zugerufen und mtt Tüchern gewinkt. Leider viel zu schnell entfernte sich da» majestätisch durch den Aether gleitende Luftschiff über die nord» östlichen Hügel in der Richtung gegen Radkersburg. Das große Ereignis lebhaft besprechend, zerstreuten sich allmählich die vielen Zuschauer. Tagelang konnte man noch darüber begeisterte Worte hören. Wir glauben im Namen der gesamten Bevölkerung der <-tadt Maribor sowie jener des ganzen Drautales sprechen zu können, wenn wir Herrn Dr. Ecken« für seinen Entschluß, unsere Heimat zu überfliegen, herzlichsten Dank sagen. die herrlich erfrischend schmeckende Pfefferminz-Zahnpaste Tube Din. 8.— und Din. 13.— Weiße Zähne: Chlorodont Seite 4 Deutsche Zeitung Nummer 57 Evangelischer Gottesdienst. Sonntag, den 19. Juli. findet um 10 Uhr vormittags in der Christuskirche der evangelische Gemeindegottesdienst statt. Das Wachstum der Stadt Maribor zeigen nachfolgende Zahlen: Im Jahre 1450 jählte die Stadt 185 Häuser mit 1256 Einwohnern; im Jahre 1528 gab es 210 Häuser, jedoch die Zahl der Bewohner war infolge der Pestseuche auf 1050 gefallen: im Jahre 1813 aab es in Maribor 2-13 Häuser mit 2099 Einwohnern, im Jahre 1820 2822 Einwohnern, im Jahre 1850 4168 Ein-wohner, im Jahre 1880 12.828 Einwohner, im Jahre 1890 19.898 Einwohner, im Jahre 1910 27.994 Einwohner in 1266 Häusern, im Jahre 1921 30.737 Einwohner in 1530 Häusern, im Jahre 1931 schließlich 33.921 Einwohner in 2764 Häusern. Die Anklageschrift gegen den Raub-mörder Mohorto, geboren am 2. April 1906 in Maribor, und gegen Friedrich Klancnik, geboren am 13. ?lpril 1894 in Bezina bei Konjice, ist von der Staatsanwaltschaft fertiggestellt worden und enthält nachfolgende Anklagepunkte: 1. Diebstahl von 3 Ketten im Wert von 450 Din durch Mohorko; 2. Raubversuch im Verein mit Rudolf Kovac, indem die beiden in der Nacht des 14. Sep-tember 1929 in So. Maria v Puskaoi bei So. Lovrenc na Pohorju die Landwirte Jakob Eresnik und Jakob Witzmann mit Messern überfielen, um fie eines Betrages von 23.000 Din zu berauben, den diese für verkauftes Vieh in Maribor gelöst hatten ; 3. Raubmord, verübt zusammen mit Friedrich Klancnik und Rudolf Kovac am 8. Oktober 1929, wobei sie den Besitzer Rudolf Kancler mit einer Art erschlugen und ihm 2500 Din raubten: 4. Vergehen der Hehlerei, indem Mohorko gestohlene Ware vertreiben hals; 5. drei Diebstahlsverbrechen ; 6. Raubmord, begangen von Mohorko in der Nacht auf den 5. April 1931 in Jelooec, indem er den Besitzer Alois Dobaj, seine Schwester Kuni-aunde und seine Töchter Aloisia und Theresia, sowie das Ziehkind Raimund Gosak mit einer Art erschlug und 4500 Din Bargeld. 2 Hemden, 3 Paar Strümpfe, 1 Taschenmesser, 1 Rasiermesser, 1 Hut und 1 Winterrock raubte: 7. Vergehen der Verleumdung, weil er in der Untersuchung falsch gegen den Ludwig Hriberski gezeugt hatte. Verhört werden 12 Hauptzeugen, weitere 70 Aussagen ge-langen bloh zur Verlesung. Der Tag der Ver-Handlung, die im früheren Geschworenengerichtssaal stattfinden wird, ist noch nicht ausgeschrieben. Ertrunken beim Baden in der Drau ist am 9. Juli der 21-jährige Absolvent der Ljub-ljanaer technischen Rlittelschule Josef Schuster aus Maribor. Am Ufer wurden sein Fahrrad und seine Kleider gefunden. Bau der Standfeilbahn auf der Ba. chern. Nach langem Hin und Her ist es nun mit unserer Bachernbahn endlich doch ernst geworden. Am Freitag abends waren die hier wellenden In-genieure einer bayrischen Firma beim Bürgermeister geladen, wo dann endgültig die Entscheidung über den Bau dieser vielumstrittenen Seilbahn fiel. Die bayrische Gesellschaft beteiligt sich an dem Proiekt mit 2.5 Millionen Din, und zwar aus fünf Jahre. Die in den nächsten Tagen stattfindende Haupwer-sammlung der Bachernbahngenossenschaft wird den Beschluß des provisorischen Ausschusses bestätigen, worauf mit den Arbeiten bereits mit 15. August begonnen werden wird. Die Familien Reiser, die die Besitzer dieses Teiles des Bacherngebirges sind, haben sich bereit erklärt, das erforderliche Terrain kostenlos zu überlassen und auch noch einiges Bauholz bezusteuern. Laut Voranschlag werden die Arbeiten bereit» nach fünf Monaten, also am 15. Jänner 1932 beendet sein, so daß die Bachernbahn schon im nächsten Winter den Wintersportlern zur Verfügung stehen wird, was viele sehr begrüßen werden. Die Kosten für eine Berg- und Talfahrt sind mit 25 Din vorgesehen. Die Autobuszufahrt vom Hauptplatz bis zur Talstation beim Besitz Reiser in Pekre wird angeblich nur 3 Din kosten, was eine wesentliche Verbilligung bedeutet. Heute kostet nämlich eine Fahrt mit dem städtischen Auto-bus in das näher gelegene Radvanje 5 Din. Die-jenigen, die die seinerzeit die Runde machenden Zeichnungslisten der Bachernbahngesellschast unter-ichrieben haben, müssen in diesem, spätestens aber im nächsten Monat damit rechnen, die Beträge, zu deren Zahlung sie sich seinerzeit verpflichtet haben, flüssig zu machen. Ptul Von der Frw. Feuerwehr. In der Zeit vom 1. Jänner bis 30. Juni 1931 griff die hiesige Frw. Feuerwehr bei 7 Bränden, darunter bei zwei Großfeuern, helfend ein. In der gleichen Zeit werden 74 Ausfahrten mit dem Rettungsauto aus- fewiesen. In 23 Fällen wurden Verunglückte be-ordert, 51-mal wurden Kranke, in mehreren Fällen auch nach auswärts z. B. nach Ljubljana, Maribor, Ormoz und Graz überführt, womit die Nützlichkeit und Notwendigkeit des Rettungswagens neuerlich erwiesen ist. Gedenket und un.erstützet daher die Rettungsabteilung! Konjice Marenberg Unter das Rad gekommen. Der 32-jäh- rige Besitzer Albert Malec aus So. Kunigunda bei Konjice führte am vorigen Donnerstag mit ein paar Pferden Wein über den Berg empor. An einer steilen Stelle konnten die Pferde den Wagen nicht mehr ziehen und er begann nach abwärts zu rollen. Mal« stemmte sich gegen den Wagen, hiebei stürzte er aber und ein Hinterrad ging ihm über den Kops. Er erlitt einen Unterkiekerbruch und wurde in das Allg. Krankenhaus nach Celje überführt. Das deutsche Luftschiff ..Graf Zeppelin" jlog am Sonntag nachmittags über unsere Gegend in der Richtung nach Manbor weiter. Kaum war durch die Radiomeldungen, die den ganzen Flug begleiteten, die Nachricht eingelangt, daß das Luft-schiff über Dravograd fliege, als auch schon alles, was Beine hatte, lief, um den sensationellen Anblick zu genießen. Und schon war der seltsame und un-geheuerliche Gast auch da. Trotzdem er genau über der Drau flog, schien es doch, als schwebe er direkt oberhalb unseres Marktes dahin. Man kann sich denken, mit welcher Freude die Bewohner zum Luftwunder emporblickten, das einmal bei uns zu sehen, sich wohl niemand vorgestellt hat. Koöevje Die Frage der Elektrifizierung der Stadt und ihrer weiteren Umgebung, die schon lange Zeit in der Schwebe war. wurde in der Ge-meinderatsitzung vom vorigen Mittwoch gelöst, in-dem von den beiden vorliegenden Projekten, jenem der Trifailer Kohlenwerksgejellschaft, die vor kurzem ein Elekttizitätswerk zum Zweck der Elektrifizierung von ganz Unterkrain gebaut hat. und dem Angebot Die grohe Tombola des „Roten Kreuzes", welche am vergangenen Sonntag im hiesigen Schulgarten hätte stattfinden sollen, wurde wegen der am gleichen Tage abgehaltenen Firmung auf Sonntag, den 2. August, verschoben. des Draubanats, das bis letzten Oktober des nächsten Jahres die elektrische Fernleitung von Grosuplje über Velike La«e und Ribnica nach Kocevje führen will, das letztere Projekt angenommen wurde. Bei der Abstimmung herrichte Stimmengleichheit, weil sich die Hälfte der Gemeinderäte aus naheliegenden Gründen für das in der nächsten Nähe der Stadt liegende Elektrizitätswerk der Trifailer Kohlenwerks, gejelljchaft entschieden hatte, weshalb Bürgermeister Dr. Kostanjevec mit seiner Stimme die Frage zu-gunsten des Anerbietens der Banaloerwaltung ent-schied. Selbstverständlich ist dies ein schwerwiegender Beschluß und es frägt sich, ob nicht dem Elektriziiäts-werk des heimischen Bergwerks, das wirtschaftlich für die ganze Gegend viel bedeutet und das in erster Linie auf diese Elektrizitätzabgabe angewiesen ist, dem Elektrounternehmen des Banats, das ohne-dies genügend Abnehmer findet, selbst unter schein-baren Opfern der Vorzug hätte gegeben werden sollen. Zum Vizedürgcrmcister der Stadt Klagenfurt ist der aus unserem Ländchen starn-mende Postsekretär Herr Sepp König gewählt worden. Herr Vizebürgermeister König spielt schon seit langem in der nationalen und gemeindewirtschaftlichen Oeffent-lichkeit Klagenfurts eine sehr beachtete und angesehene Rolle. Todesfall. In Graz ist der dortige staatliche Bibliothekar Herr Dr. Hans Schleimer, geboren in Koprionik (Nesseltal> bei Kocevje, gestorben. Der Verstorbene erfreute sich in den land-männischen Kreisen und in der gesamten wissenschaftlichen Welt Oesterreichs des größten Ansehen». Tot aufgefunden wurde dieser Tage in seiner Wohnung in Mala gora daß er in der Nacht aufgestanden und in einem plötzlichen Unwohlsein auf die steinerne Hausschwelle gefallen sei. Der Verstorbene war allgemein beliebt und als tüchtiger Landwirt bekannt. Gegründet im J&hre 1874 ■¥■ Postsparkassekonto Ljubljana Nr. 13.233 •* Telephon Nr. 57 (interurban) PETTAUER VORSCHÜSSVEREIN registrierte GiiettenKltift mit untcicbriiktir Haftung y PTÜJSKO PREDUJEMNO DRUSTVO /. re|lltfO«ial itdr i'| ■ x nenmejeno iiviio empfiehlt sich zur Durchführung sämtlicher Geldgeschäfte zu günstigsten Bedingungen. Selbständige Korröspondentin Bucbalterin mit langjähriger Praxis in allen Kontorarbeiten sucht infolge Liquidierung Posten. Anträge erbeten an die Verwltg. dee Bl. unter «Langjährige Zeugnisse Nr. 36316*. Zu verkaufen jedes Quantum Buchen-Scheitholz Klafter franko Celje Din 300.—, weiches Din 250. — . J. Schauperl, Doberna bei Celje. Intelligenter Lehrjunge wird sofort aufgenommen. Anfragen bei Kalle, Mechaniker, Celje, Gos-poska ulica Nr. 10. Zu verkaufen iwei guterhaltene viersitzige Herrschaftswagen und eine grosse marmorne Brunnenmuschel Antufr. GraWine Zalog, P. Petrovfe. B. M. W. Type 47 mit Royal-Seitenwagen, im tadelloten Zustand, wenig gefahren, preiswert zu verkaufen. Anfragen an O. Sohosteritsch in Piuj. «heentümtr, fenaiUflebn und vchristlntn: jjtanj Schauer tn Celjt. — Statf ant «erlas: Bnrintbuchtnteri .Teleia- in (Wie. Fit» die Druckerei verauvvortltch: Auido Gchidlo i» Celje.