Nr. 173. Dienstag, 31. Juli 1906. 125. Jahrgang. Mbacher Zeitung Vrännmerationspreiö! Mil P oft versen dun g: s°"zjü!,iig 30 X, hlllbi°l,lla lo «, Im Kontor: gailMhrig 22 «. halbjährig II X. Für die Zustellung ins Haus ganzMria 2 X. — Inserttonsacbuhr: Fur lleme Imeralc bis zu 4 Zeilen 50 k, größere per Zeile 12 d; bei öftere» Wiederholungen per Zc»e « b. Tie «Lllibachei Zeitung» erscheint tänlick,, mit Ausnahme der Eouu- und Feiertage. Die Administration befindet sich Hongrehplay Nr, L, die Medal«ou Dalmatingasse Nr, 10, Sprechstunden der Redaktion von 8 bis 10 Uhr vor> miKcigs, Uiifranlirrte Briefe weiden nicht angenommen, VicumüripN' nicht zunlclgestellt Amtlicher Teil. Seine k. und l. Apostolische Majestät gerlihten allergnädigst die Enthebung Seiner k. uno k. Hoheit des Herrn Generals der ,^avallerie Erzherzogs Otto auf Grund des von Höchstdemselbeil alis (^esnndheit5-rncksichten gestellten Ansnchellv voln Posteil des ^eneral-^lavallerie-Inspektors anzuordnen und Höchstdessen Auftritt aus dein aktiven Dienste auf die TauerHöchstseiner Undienstbarreit zu gestatten; anzuordnen: die Übernahme des Feldzeugmeisters Gustav Rilter P l e n tz n e r von ^ ch a r n e t, Präsideuten des Obersten Militärgerichtshofes, auf sein Ansuchen in den Ruhestand und ihm bei diesem Anlasse in neuerlicher Anerkennung seines langjährigen, verdienstvollen Wirkens das Großkreuz des Franz Joseph-Ordens zu verleihen; dann zu ernennen: den Feldzeugmeister Wilhelm Edlen von T> es -sovi <', Präsidenteil des Militä>Obergerichtcs, zum Präsidenten des Obersten Militärgerichts-hofcs, und den Feldmarschall-Lcutnant Karl von Ehiz-z o l a, beim Militär-Obergericht, zum Präsidenten dieses Obergerichtes; den Fcldmarschall-Leutilaut R'udolf Ritter von B ruder m au n, betraut mit der Führung des 11. >lorp5kommandos, znm General-Kavalleric-Inspettor und anzuordnen: die Transferierung des Felomarschall-Leutnants Karl Grafen Auersperg, Konlmandanten des 18. Korps und Konlinandicreildeil l^encrals in Agram, in gleicher Eigenschaft zum ll. >torps nach Leiliberg; die Enthebung des Feldmarschall - Leutnants Ernst von P o t e n, von der Zuteilung beim Ge-neral-,^avallcrie!-Iilspertor, vorbehaltlich seiner Verwendung auf einem anderen Dienstposten; die Vetrauung des Feldmarschall-Lentnants Rudolf Edlen von E h a v a n n e, Commandanten der 28. Infanterie-Truppendivision, mit der Führung des 18. ^torpskommandos; dann zu ernenncu: den Generalmajor Oskar Dillma n n von D i l l in o n t, >vonnnandanten der 1l). (^ebirgs-brigade, znm ^ommandaitten der 28. Infanterie-Truppendivision; die Obersten: Emil G r i v i 5 i <-, Commandanten des l. Re-gimems der Tiroler .>taiser-Iäger, zum Commandanten der 10. Gebirgs-Brigade, und Friedrich Kr u i s, des 1. Ncgiineuts der Tiroler Kaiser-Jäger, zum ^lommandanten dieses Regiments ; den Generalmajor Friedrich von G eorg i, Kommandanten der t. k. -12. Landwehr-Infanterie-Vrigade, zlim ^ektionschef im k. k. Ministerium für Landesverteidigung. Sein«.' k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 25. Juli d. I. den Gerichte-Inspektor im Iustizininisterinin Dr. Karl Zwiedinet Edlen von ^ ü d e n h o r st und S ch idlo und den Rat des Oberlandesgerichtes in Graz Karl E k l zu Hofräten des Obersten Gerichts- und Kassationshofes allev-gnädigst zu ernennen geruht. Klei n m. p. Teilte k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 20. Juli d. I. dem Sektionsrate im Ackerbauministerium Dr. Vladislav 3 epar den Titel und Eharakter eines Ministerialrates und dem Ministcrial-Sekretär in diesenl ^cünsteriulu Dr. Rudolf Miltner den Titel und Eharaktcr eines Tektionsrates, beiden nnt Nachsicht der Tare, endlich dem Ministerial-Vizesckretär i»n Ackerbauministeriuin Dr. Karl Ho f f m e i st e r den Titel und Eharakter eines Ministerial - Sekretärs allergnädigst zu verleihen geruht. A u e r s p e r g in. l'. Der Finanzmiuister hat deu Finanzsckrctär Franz Saje zum Finanzrate für den Dienstbereich der Finanzdirettion in Laibach ernannt. Der Ackerbauminister hat den Ministerial-Vizesekretär Dr. Max Schescharg znm Mini-sterial-Tekretär in, Zlckerbauministerium ernannt. Den 28. Juli 1906 wulde in der l. l. Hof« und Staats' druckerei das I^XXI. Stück des Reichsgesetzblattes ausgegeben und versendet. Nach dem Amtsblatte zur «Wiener Zeitung» vom 2«. und 29. Juli 1906 (Nr. 171 und 172) wurde die Weiterverbreitung folgender Preßerzeuguisse verboten: Nr. 3b ««»mosUltu^ 8möl?» vom 2l. Juli 1906. Nr. 200 «Nttprxücl» vom 23. Juli 1906. Nr. 41 «I! zi6«»»^«rn» I Jahrgang ' Bummel vorbei uud tertieft sich 'ndllch m d.. Blüten des Steinklees. "lugen verfolgt der 'l)" hcr in dem bnntgrünen ^ltX, dn ^le^' iomc,n Tagewerke nachgeht Ihm ist so uuendlich wohl zliulute. Diese weltferne stille! All das heilige Schweigen ringsum! Fast möchte man ja an Wunder glaubeil! Noch vor wenigen Tageil der tolle Lärm der Reichshauptstadt um feine Ohren brausend, das Geklingel und Getute, Rollen und Rasseln, Drängen und Stoßen Vls tief lil die Nacht hinein den heißen Atem dieser Stemriesin einsangen zu müssen; in blendender Lichterflut Komplimente hören, austeilen zu müssen, lächeln, wo mail hatte so oft mögen derb und verachten prall ins Gesicht lachen, Larven abziehen, seinen Spott niederhageln lassen . . . Und nnn eingereiht in das stille, wundersame, ewige Leben der Natur, wo jeder Hauch voll Ewigkeitou predigt, jeder Luftzug Freiheit, Gesundung, Wahrhaftigkeit kündete! Aah! Der Träumer reckte sich. Frei! Frei! Das klang wie ein Iubelton durch seilt Gemüt, das schwoll an wie eine Siegessinfonie . . . Der Wind schllig dazn die Harfe, all die Waldvöglein iVkten mit feinen, lieblichen Stimmen ein, die schweren Wipfel aber rauschten wie ein Urstrom von Melodien dazwischen. Aah! Eil, feiner Gedanke, Hals über Kopf die Stadt heimlich zu verlassen . . . Niemanden Lebewohl zn sagen, ans keinem Arme sich ringen zn müssen, am Bahnhöfe nicht den abschenlichen Abschied über sich ergchen zu lassen! Hinans in die blaue Welt! Hiu-ein ill das Gebirge und dann in der einsamen Mühle Iwterschlupf gefucht. Das oberste Giebel-stübchen, ein köstliches, lindclnimflüstertes Guckaus, bezogen und daun hinein ill die Waldbergc, ans den Mattel, lang hingeworfen . . . nichts tnn, nichts denkeil . . . nur genießen, Natur voll cinschlürfen! Jetzt war er der Herr dieser Wälder, dieser weithin ansschanenden Höhen, unumschränkter Herrscher im weiten Waldrevier! Wie wohl das tat^------------- Er blinzelt ein wenig hinauf gegen den Waldrand, über dessen still harrende Taunenkronen soeben die Sonne langsam ausrückt, dann sinnt er weiter. Schade, daß seine Alleinherrschaft drüben in der alten Mühle bald bedroht ist. Seine Wirtill hatte ihm gestern abend mitgeteilt, daß hente eine Familie noch einrücken würde, unten, in die „kalte Pracht", das gnte Zimmer. Da war er hente morgen gleich nach dem Kaffee aufgebrochen, nm dem Eiuzug zu entfliehen. Sicherlich so ein paar alte, abgenutzte Volksschullehrerinnen, die für billiges Geld die armen Nerven aufzubügeln gedachten. Na, seilte Wege sollteil sie nicht kreuzen! Das stand für ihn fest. Vielleicht auch kam etwas anderes. Aber von der Stadt wollte er nichts höreil! Veileibe nicht! Alles besser Nüssen! Überall die Nase hineinstecken . . . keine Märchenaugeu mehr ... so selbstverständlich alles zwischen Himmel uud Erde! Und er liebte das Rembranotsche Halbdunkel. Das legte er auch stets in seine Bilder und das hatte ihn zum berühmten Künstler gemacht und ihm das Interesse feiner Kenner geworbeil. Surr! Da flog wieder einmal ein schwerer Käfer über feinem Gesicht hill. Er dehnte sich im weichen Grase, er gähnte leicht. In einer Stunde war Mittagszeit. Nun, da konnte er noch eine gute Weile ruheil. Es tat ihm so wohl, so wohl! Als wieder eine Hummel honigsncheno vorüber-schwirrie, vernahm sie ein leises Schnarchen tief im Blütengewirr. Die Sonne war inzwischen sacht höher und höher gerückt. Jetzt glitten ihre Strahlen auch über das Gesicht des Schläfers. Eiu weiches, wärmendes Gefühl. Aber dann hoben sie an, schärfer die Nase zu belagern. Ein paarmal schien der Schlafende den Angriff abwehren zu wollen. Sein Arm hob stck träge, fiel aber gleich wieder schlaff zurnck. Mw dann ging ein iähes Rütteln dnrch seinen Le>', ^m ein heftiger Niesanfall folgte. ,^bw.ch m . ^ noch eil, zweites Mal den >topf m e,m ^Y.tt bewegung versetzen .m'tlaaliche Berg- "P'rosit!" V'tt c.^o^^ das Echo sanft !m'^urück^.w^^it!" (Fortsetzung folgt.) Laibacher Zeitung Nr. 173. 1640 31. Juli 1906 Nichtamtlicher Teil. Rußland. Zur Vorgeschichte der Huma-Auflösung wird aus Petersburg berichtet, daß die Eventualität, durch das Verhalten der Volksvertretung zu dieser Maßregel gedrängt zu werden, schon seit Wocheu ms Auge gefaßt und als kaum mehr vermeidlich betrachtet wurde, nichtsdestoweniger aber die Ausführung dieses Schrittes bis zur, letzten Stunde Schwankungen ausgesetzt war. Innerhalb der ^eise, welchen die Aufgabe zufiel, die Entscheidung über die Wahl der weiteren Mittel für die Überwindung der strife zu treffen, stieß der Entschluß zu radikalem Vorgehen gegen die Duma auf überaus große Schwierigkeiten, da viele Stimmen die schwereil Gefahren, die sich in diesem Falle für den Thron ergeben könnten, mit allem Nachdruck hervorhoben und daher die Fortsetzung der Versuche zum Paktieren mit der Duma anrieten. Eine uicht uuwirksame Unterstützung fanden diese Warner durch anderweitige dringende Ermahnungen und Trohuugen, mit welchen man maßgebenden Persönlichkeiten die Schrecknisse vor Äugen hielt, die nach der Auflöstiug der Dnma eintreten müßten. Alle Hindernisse seien jedoch durch das Auftreten Stolypins niedergeworfen worden, der die mannigfachen Warnungen, durch die man speziell ihn einzuschüchtern suchte, nicht der geriugsten Beachtung würdigte, seine Überzengnng von der Unerläßlich-keit der mehrerwähnten Maßregel unverrückbar verfocht und die endgültige Entscheidnng in diesem Sinne herbeiführte. Znr Frage der etwaigen Rückwirkungen der Vorgange in Nußland anf internationalem Gebiete wird iu einer Melduug aus Paris versichert, daß die russische Krise in keiner Form den Gegenstand gemeinsamer Erwägungen der europäischen Diplomatie gebildet hat/nud daß von keiuer ^eit.e eine 'Anregung zu einem derartigen Meinungsaus-tausche zwischen den Mächten ausgegangen ist. Insbesondere sei festzustellen, daß die Gerüchte, wonach die Kabinette von Paris und London im Hinblick anf die möglichen weiteren Folgen der Duma-Auf-lösuug für die europäische ^age miteiuander in Fühlung getreten seien, einer tatsächlichen Grundlage entbehren. Politische Uebersicht. Laib ach, 30. Juli. Das „Fremdenblatt," erörtert die Ergebnisse der interparlamentarischen Friedenskonferenz im Hinblick auf die im nächsten Jahre zusammentretende zweite Haager Friedenskonferenz. Der Vryansche Antrag werde wohl vorläufig keine praktische Wirkung haben, soudern nur Material für die Haager Konferenz bilden. Was die von der englischen Legierung akzeptierte Idee der Herabsetzung der Kriegsrüstun-geu betrifft, so ist diese Militärpolitik bloß insoweit wichtig, als sie die Flotte betrifft, da die englische Heeresorganisation nach kontinentaler Auffassung mit jener, der kontinentalen Militärmächte selbstverständlich nicht konknrrieren kann. Und was die Flotte betrifft, so sei bemerkt, daß der Staatssekretär Sir Edward Grey den gegenwärtigen Stand der englischeil Flotte als relativ günstiger denn je bezeichnet hat und daß trotzdem nene Schiffe gebaut werden. Man kann daher begierig sein, wie sich die nächstjährige Haager Konferenz ',u dem englischen Wunsche, eiue Einschränkung der Rüstungen einzuleiten, verhalteil wird. Der von der kretischen Opposition angeblich ausgesprocheuen Drohung, daß die abermalige Al> lehuuug der nationalen Forderungen der K reter seitens der Schntzmächte die neuerliche Entfachung der Revolution znr Folge haben werde, wird nach einer Mitteilung aus Paris jegliche Wirkuug auf die .Haltung diefer Mächte versag,! bleibell. Die 'liegierungen der letzteren, die ihrem bekannten Standpunkte unerschütterlich tren bleiben werden, sind fest entschlossen, dem Wiederansbruch einer Aufruhrbewegung auf Kreta vorzubeugen. Man hegt die Zuversicht, daß die Schritte, welche von den Vertretern der Mächte in 'Athen beim Könige Georg und beim Prinzen, Oberkommissär im Interesse der Verhütung neuer Wirrnisse auf Kreta unter uonnnen wurden, zum angestrebten Erfolge führeu werden. Unter den zahlreichen Projekten zur Herstellung einer feste n V e r bind u n g zwischen E ngland nnd dem e u r o p ä i s ch e n K o n -tinent scheiut nun doch das Tnnuclprojekt den Sieg davontragen zu sollen. Wenigsteno beabsichtigt, nach Meldungen Londoner Vlätter, die englische Legierung, in der nächsten Session dein Parlament einen Gesetzentwnrf zugehen zu lassen, der sich für eine Untertunnelnng des Kanals ausspricht. Allerdings will die Negierimg den Vorbehalt machen, daß es dem Ingenieur Fox, der mit der Ausarbei-tuug einer den Gegenstand ausführlich behandelnden Denkschrift beauftragt ist, gelingt, alle Bedenken zn widerlegeil, die seit zwanzig Jahren seitens der Militärbehörden des Landes gegen den Van eines Kanaltlinnels erhoben werdeil. Da für die Landung deo Tunnels anf festländischer Seite nnr die französische Küste in Frage kommen kann, dürften, so meint man. bei den gegenwärtigen Bezie-hnngeil zwischen England nnd Frankreich jene Bedenken an maßgebender Wirkling erheblich verloren haben. Aus Marokko wird gemeldet, daß die Truppen des Prätcndc n t e n unter dem Kommando des Kaid Asis dnrch die Truppen des Snl- tans eine Niederlage erlitten haben. Die Besiegten erklären, daß sie von den Mauren von Kebdana verrateu wurdeu. welche im Lager des Kaid Llsi5 standen, sich aber den kaiserlichen Trnppen anschlössen. Diese bemächtigten sich des ganzen Lagers nnd einer Kanone. Kaid Asis floh nach Seluan. Der Prätendent befahl dein Gelaya-Stamm, sich ihm anznschließen. Ein Anführer ist seinen Verletznngen erlegen. (5's werden neue Kämpfe erwartet. Tagesneuigteiten. -^ (Wett Zehen der Dicken.) Donners, tag, den ^. August, um 7 Uhr früh, findet in Marien» bad ein Wettgehen der Dicken statt. Start: Neitenber-ger Denkmal-Kololluaden-Waldquellallee-Waldquelle-Maita^Forstwarte-Waldschllicht-Nubezahl-PanorelNia- Ziel: Waldquelle. Rote Papiermarkierung. Mindestgewicht für Herren bis 170 Zentimeter 90 Kilogramm, über 170 Zentimeter 100 Kilogramm, für Damen 90 Kilogramm. Für je fünf Kilogramm über das Minimalgewicht eine Minute Vorgabe. Preise erhalten die erstell, zweiteil und dritten Taillen und Herren. Ferner erhält jede startende Dame ein Andenken an das Wettgehen der Ticken. Preisverteiluug um ä Uhr nachmittags beim Musikpavillon der Waldquelle. — (Kuriose Vornamen.) Der Staats» auwalt des Appellhofes von Casale hat diesertage anf Grund eines Urteils dieses Kollegiums eine Verfügung über zulässige Vornamen erlassen, die vielleicht vorbildlich über ganz Italien wird, wo die Wahl der Vornamen nnd ihre amtliche Eintragung bisher mit einer fast schrankenlosen Freiheit ausgeübt wurde. Ein Standesamt hatte auf Verlaufn eines revolutionär angeleaten Vaters für dessen hoffnungsvollen Sprößling die Vornamen Nibeli Aoauti (Vorwärts Aufrührer!) eingetragen, und diesen Eintrag hat der Appellhof durch Urteil vom N April l. I.'aufgehoben, indem er zugleich oeui Gericht die Befugnis zugesprochen bat, unzulässige Namen ohne weiteres nach eigener Wabl durch andere zu ersetzen. Iu dein Ur^ teil wird allsgeführt, durch ständige,i Brauch und nach dein Geiste der Gesetzgebung seien die Voruamen der alten Geschichte oder dem Kalender irgend eines Kultus zu entnehmen, es könue aber uicht den Eltern die unbeschränkte Freiheit zugestanden werden, ihren Kin-deru Namen zu geben, die läcl)erlich, abstoßend, beleidigend, unpassend od^r der öffentlichen Ordmma nnd der guten Sitte zuwider seien. (E i n in enschli ch e s T ch achbret t.) Eine sehr interessante Operation durch Aufpropfeu menschlicher Hautstückchen ist soeben in Brooklyn allsgeführt worden. Ein Mann namens Georges Kilby hatte sich iVchr ernstlich au der ganzen rechten Seite seines Körpers und überdies a»i Kopfe verwundet. Tie Brandwunden waren infolge der Erplosion einer Benzin-lampe entstanden. Es wurde ihm gewissermaßen, ein.' Ihre Töchter. Original »Roman von A. NoLl. (29. Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) Mit erleichtertem Herzen legten sich beide schlafen. Am folgenden Morgen schrieb Isa einen langen Brief an Spaöok, infolgedessen der Oberleutnant nach Tisch ill großer Hast anlangte. Es war ihm nicht ganz wohl zumute bei dem Gedanken, dem Professor wieder unter die Augen zu treten, aber daö Zusammentreffen lief besser ab, als er gedacht hatte. Der Professor enthielt sich jeden Vorwurfes. Spaöek fiel es auf, wie gelb Isas Papa aussah. Der Mann mutzte krank sein. Und so war es auch. Ein paar Tage schleppte Erhard sich müde und verdrossen hin. Die Gelbfärbung seines Gesichtes wurde immer auffälliger, und eines Nachmittags ging es nicht weiter, er mußte sein Bett aufsuchen. Der rasch herbeigeeilte Lorenz Meuern fand, daß bei seinem Brlldel', wohl infolge heftiger Gemütsbewegungen, die Gelbsucht ausgebrochen war. Im Hause herrschte große Bestürzung. Meuerns waren eine gesunde Familie, die nicht einmal eincu Hallsarzt besaß, denn es fehlte nie jemandem etwas. Auch Erhard Meuern war uie eigentlich krank, nnd wenn er sich unwohl fühlte, konsnltierte er eben den Bruder. Eine Krankheit, bei der er längere Zeit liegen mußte, hatte er noch nicht gehabt. Die jetzige kam ihm insofern zupaß, als wenigstens keine feierliche Verlobung stattfand und es ihm erspart blieb, die ausgedehnte Verwandtschaft der Professorin bei sich zu sehen. Allf Isas Glücksgofühl, das ohnehin noch nicht recht erblühen hatte Wolleu, fiel wieder ein Schatten. Sie war schuld, daß der Papa sich so aufgeregt hatte. Lorenz Meuern schickte dem Bruder sofort einen erfahrenen Krankenwärter, der bis zu Erhards Ge- sundung seinen Aufeuthalt im Meuernschen Hause aufschlagen sollte. Die Professoriu fand dies sehr über. flüssig. Tie tönute ihren Mann wohl allein pflegen, meinte sie. Aber da er gerade ihre Gegenwart im Krankenzimmer nicht gut vertrug, wie Loreuz wußte, beharrte er auf seiner Anordnung. Es war für die Professorin auch unstreitig bequemer, denn es gab ja jetzt wieder ein Brautpaar zu bemuttern, uuo diese Aufgabe würde ihre Zeit bald ganz ausfüllen. Im Grunde war es ihr auch viel lieber, mit dem kritt-lichen und reizbaren kranken möglichst wenig zu tun zu haben, es warf nur ein schlechtes Licht auf Frau und Töchter, wenn man bei einer verhältnismäßig unbedeutenden Krankheit einen Wärter nahm. Muschi war alls den fremden Menschen, der sich in der Krankenstube breit machte, sehr eifersüchtig, uuo während die Mama mit Isa ausging, rührte sie sich nicht aus Papas Zimmer . . . Helfen konnte sie da freilich nicht viel, denn Müller wußte allein, was zu tun sei, uud besorgte alles getreulich, aber Mllschi bildete sich doch ein, eine Pflicht zu erfüllen, wenn sie in Papas Zimmer blieb, statt auszugehen. Es war jetzt März, und das Wetter zeigte oft ganz maicnhafte Anwandlungen. Da war das bei einem Kranken zu Hause bleiben immerhin ein Opfer und beruhigte ein wenig ihr Gewissen. Aber notwendig war sie da uicht, denn auf Müller konnte man sich verlassen. Er war ein sehr origineller Mensch, nicht mehr jung, gutmütig lind phlegmatisch aussehend. Durch seine uuerschütterliche Nuhe allein wirkte er beschwichtigend auf den nervösen Kranken. Müller war uicht uur ein Krankenwärter, sagte der Professor selbst, sondern gleich eiue Arznei. Wenn er sich gerade außerhalb der Gehörweite des Professors befand, erzählte Müller Mllschi seine Lebeusgeschichte und machte sie mit seiner Weltanschauung uud Philosophie bekannt. Er berichtete ihr, wie elend er sich durchs Leben habe schlagen müssen. uud pries sie glücklich, einen so gelehrten und aus» gezeichneten Papa zu haben. Auch voll den Familien, in denen er seines Amtes gewaltet hatte, erzählte er ihr manche,». Iu fremde Familien tut man ja gewöhnlich uur einen Blick durch Klatschbasen wie die Baronin, die verborgene Skelette ausgraben und vor aller Ohren scheppern lassen. Müller sah die Welt anders. Er wußte nur Züge von aufopferuder Hingebung au Krankenlagern, von schweren, standhaft ertragenen Schmerzen und von tiefer, echter Trailer zu berichten. Eines Abends, als gerade Lorenz Meilern und Doktor Nockh bei dem Kranken waren, Müller aber das Zimmer verlassen hatte, äußerte Muschi uaiv ihr Erstaunen darüber, daß Müller nur edle Menschen kennen zu leruen scheine, während der Bekanntenkreis der Baronin ausschließlich aus Scheusalen bestehe. „Na, siehst du, Kind", eutgegnete Lorenz, seine Nichte freundlich zu sich heranziehend, so daß sie auf die Armlehne seines Sessels zu sitzen kam, „das liegt wohl hauptsächlich an ihm ... Er könnte auch häßliche Geschichten erzählen . . . Aber die vergißt er und verbreitet nur das Gilte ..." ,,Aa, so wird es sein", gestand Muschi eifrig. „Er ist auch ein sehr milder Beurteiler ... Ick glaube wirklich, wenn er von uns fortgeht, weiß er sogar von mir etwas Schönes zu erzählen." „Kleine Kokette!" dachte Nockh. Loreuz Meueru und Stephall waren beide keine Tpezialisteu für die Art Krankheit, a,n der Erhard Meuern litt, allein er zog es doch vor, sich von ihnen beiden behandeln zu lassen. Daher kam Stephan schou jcdeil Morgen, um nach dem Lcioend'cn zu sehen. Gewöhnlich befand sich da Mllschi schon im Zimmer, und sie freute sich, wenn Nockh kam, oenu dann wich die aufgeregte Ungeduld und üble Laune des Papas sosort eine'.- umgänglicheren Stimmung. (Fortsetzung folgt.) L«iba«°r 3°iwn, Nr, 173. '«" ^, Juli 19«S. ganz nene Haul gegeben, welche aus Nl Teilchen be-stand, welche fast alle seine Angehörigen zu diesem Zwecke hergegeben hatten, ^ein kleines Töchtcrchen von zwölf Jahren war als erstes zur Stelle, um das Operationsinaterial herzugeben, und selbst der Arzt des Patienten hat sich das gewiß seltne Veroienst erworben, sein Stückchen Hant beizutragen. Tann folgte die Krankcinvärterin deni edlen Beispiel, sie sowohl wie auch die Gattin des Operierten gaben jede Ä) Stückchen, das Töchterchen 10, der sechzig Jahre alte Vater 20 Stücke voin eigenen Leilx. Was noch fehlte, brachten zahlreiche Frcnnde des kranken auf, so daß alsbald dieses menschliche Schachbrett niit allen seinen 41-1 Feldern glücklich zustande tominen konnte. — (Warum sie gesund sind.) Zwe: gesunde Männer plauderten mitsammen. „Ich schreibe meine Gesundheit", sagte der erste gesuude Mann. „ausschließlich n,einer Lebensweise zu. Ich stehe um 0 Uhr morgens auf, nehme cm kaltes Bad." — „Em kaltes Vad!" rief der zlvcite gesunde Mann. „Huh, das macht mich schandern." — „Jawohl, mein Horr, cm kaltes Bad. wic das Wasser läuft, und dann cm leichtes Frühstück mit Milch und geröstetem Brot. ^ann gehe ich sech5 Kiloiueter in leichtem Anzng ipa-zitten Selbst ini Winter nehme ich keinen Überrock, ^u Mittag esse ich ein kleines Kotelett und gehe dann wieder spazieren. Abends nehme ich eine volle Mahlzeit und gehe um 1« Uhr zu Nett. Ich trmte und rauche nicht." — „Gut", sagte der andere gesunde Mann. „Ich we gerade das Gegenteil. Ich schlase so lang ich kann in den Morgen hinein. Tann stehe ich auf. kleide mich in einem warmen Zimmer an. nehme ein tüchtiges Frühstück nud gehe ins Geschäft, denn iäi gehe nie spazieren und mache auch leine Körper-Übungen. Später esse ich ein ausgiebiges Gabelfrühstück und ,venn ich aus dein Geschäste komme, nehme ich ein Tiner von sechs Gängen und gehe dann heim. Ich rauche täglich zehn Zigarren und trinke, was ich kann," — „Wie kommt es", sagte der erste gesunde Mann. „daß wir beide so gesund aussehen?" — „Tas kommt wohl daher", sagt? der zweite gesunde Mann. indem er sich eine neue Zigarre anzündete, „nx'il jeder von uns tut. was ihm gefällt und sich nicht um die andern kümmert." — (Die am besteu gekleidete Armee der W e l t.) „In zwölf Monaten wird die amerikanische Armee die am besten gekleidete in der ganzen Welt sein." Mit dieser stolzen Konstatierung kehrt der londoner Militärschncider Georg,? V. Winter, der für ein Gehalt von 5000 Kronen oie Woche von der Ne-giernng der Vereinigten Staaten zur Verschönerung der Uniformen engagiert worden war, nach England zurück. „Tie Amerikaner lassen sich wirklich das Aus-sehen ihrer Soldaten recht angelegen sein," erzählte Winter. „Eine besondere Kommission war gewählt worden, der ich meine Neformvorfchlägc unterbreit,en mußte. Meine Anregungen sind alle angenommen worden. Ihr Heer besteht aus der Elite ihrer mänu° lichen Jugend. Es war ein Vergnügen, für diese kraftvollen und edlen Gestalten die Kleider zu zeichnen, zumal si? bisher fchlecht, unbeauem uud ohne jede Anmut angezogen gewesen waren. Künftighin freilich werden sie viel schönere Kleider haben als die englischen Soldaten. Sie tragen Kali im Sommer und Tuch im Winter. Die Kleider schmiegen sich eng an die Figur an." Für seine amerikanischen Kollegen hat Winter nur ein verächtliches Lächeln. „Sie verdienen viel Geld, indem sie die unclegantesten Kleider ver> brechen,", sagte er, „ich habe niemals plumper und schlechter angezogene junge Herren gesehen als dort. Tic Jaketts hängen ihnen um die Figur herum wie Mäntel und die Hosen haben keinen Fall und leinen 3itz. Sie sehen aus, wie wenn sie in aller Eile von irgend welchem weiblichen Wesen zusammengenäht wärcu." ^ (Der Esel dcs Königs.) Aus Christia-nia wird ein amüsanter Vorfall berichtet. König Eduard sandte vor einiger Zeit seinem kleineu Enkel, dem Kronprinzen Olaf von Norwegen, einen Esel als Geschenk. Tas Tier wurde der besonderen Obhut des Kapitäns des Dampfers „Monte°Vello" anvertrant. Als dlefer vor Christiania eintraf, ließ er an eiuem ^lllst^das Signal „Esel" und an dem anderen Mast oao ^gnal ..Allright" aufziehen. Nach den Vorfchrif-?' ?/ ^.^ ^"chthails die Signale zu beantworten. ^>i n!.. ."" !""""'' ""d wartete, erhielt aber leine derwlw' m^c!" "' »a" schöne Signal mehrfach wie- er sich turmwäch,rk ^-^'^"u^ .v°n feiten des Leucht-gerufen m,d'zu^^ "" ^s Telephou rechter E.tt^istung daß de /'^"^.^" ^om' lc'idigt habe und daß c?,l .k"^"" ")n ichwer be- keine^Notiz nehmen, z^niüst",^ """ ^'digungen wi^^n^s^'-^ aegeu Mückenstiche) ^ ^ ^ ^' '" ^ Zeitschrift „Medico" empfohlen, da. ebenfo emfach wie billig und leicht zu be- jchasfe», ist. Bringt man nämlich das brennende Ende einer Zigarre so nahe an die Stichstclle heran, daß man den Hikcschmcrz noch ertragen kann, uno erträgt ihn 80 biZ 40 Sekunden, so ist der Schmerz danernd verschwunden. Ter Hitzeschnierz ist bei dieser Prozedur keineswegs etwas stärker als der durch den Mückenstich hervorgcrnfene. Wirtfam ist diese Methode übrige»,o nicht nur bei frischem Stich, sondern auch bei alteren. Es ist selbstverständlich nicht etwa die Zigarre als solche, sondern die durch die Hitze bedingte Vlut-überfüllung, die den Schmerz beseitigt. Ein brennendes Streichholz, dicht angenähert, tut dieselbenDienste. und im Notfalle kann man, sofern es erreichbar ist, ein Vrcnnglas oder vielleicht glühende Kohle benutzen. Tie schmerzstillende Wirkung der Blutüberfüllung, d. h. der künstlich hervorgerufenen örtlichen Entzündung, ist ja in der allerjüngsten Zeit dnrch die grundlegenden Versnche des Bonner Chirurgen Professor Bier allenthalben bekannt und gewürdigt worden. Tas von Dr. Löle angegebene Mittel, das also die Biersche Stauung auch gegen die Mückenplage ins Treffen führt, verdient fchon deshalb allgemein bekannt zu werden, weil man kein Medikament bei sich zu führen braucht, Feuer aber in irgend einer Form wohl überall leicht zu haben ist. — (Parlamentskandidat Sinclair.) Durch den Umstand, daß die Sozialisten von Trenton in New-Jersey beschlossen haben, den über Nacht plötzlich berühmt gewordenen „Genossen" Upton Sinclair bei den bevorstehenden Wahlen als Kougrcß-kandidaten aufzustellen, ist das öffentliche Interesse in erhöhtem Maße auf den Verfasser d>'s „Tschnngel"-Romans gelenkt worden. Sinclair, obgleich noch nicht ganz dreißig Jahre alt, ist ein äußm't fruchtbarer Schriftsteller. Eine ganze Blibliothek hat er bereits zusammengeschrieben; aber freilich ist sie auch seiner Massenproduktion entsprechend ausgefallen. Schon als Fünfzehnjähriger schrieb er, um sich einen Nebenverdienst zu verschaffen, allerlei Erzählungen für Kinder, deren Wert durchans ungleichartig ist. Als er später in Nenuwrk die höheren Schnlen besuchte, verlegte er sich auf die Fabrikation von Witzen, von denen er etwa siebzehnhundcrt Stück in verschiedenen Zeitungen und Zeitfchriften untergebracht haben soll. Sein Hanptverdienst bestand aber in dem Verfassen von Kolportageromanen der ärgste», Gattnng. Ta er viel Geld branchie. für „Time-Novellen" aber nnr wenig Honorar gewährt wird, so soll er es schon als Siebzehnjähriger fertig gebracht haben, wöchentlich ein Vändchen dieser Art vom Stapel zu lassen. Natur-lich konnte er unter dic-sen Umstänoen lein systematisches Studium betreiben; Shelley und Tennyson interessierte», ihn weit mehr als das, was ihn, die Profefsoren vortrugen. Außerdem beschäftigte er sich viel mit Musik und brachte es als Violinist zu geradezu virtuosen Leistungen. Tagegen hatte er anfänglich sehr wenig Erfolg, als er sich von den Schauer-, Indianer- und Räubergeschichte», zu höheren Lite^ ratnrgattungen aufzuschwingen versuchte. Weder sein „Köniii Midas" noch sein „Prinz Hagen" wurden beachtet ^ die Kritik erblickte in Sinclair immer noch nur den Kolportagcfchreiber. dessen Leistuugen nicht ernst zn nehmen waren. Tie Not. in die er selbst dadurch geriet, daß seine Arbeite», schließlich keine Verleger mehr fände»,, »nachte ihn zum Feind der bürgerlichen Gesellschaftsordnung. Tas ergibt sein „Journal of Arthur Stirling", in dcm er seine eigenen bedrängten Verhältnisse und deren Rückwirkung auf seine ganze Tenkweise sehr drastisch schildert. „The, Jungle" endlich sollte als Alarmsignal auf die Ent° erbten wirken und den Trusts in der öffentlichen Meinung eine nnheilbare Wunde beibringen. Lolal- und Provinzial.Nachrichten. Grottenforschungen in Unterkrain. Unser schönes LanZ birgt in seineu Bergen außer dcn bekannte»,, oem Tonrlstcnvel,kehre bereits erschlossenen herrlichen Grotten iwch manche teils unerforschte, teils erforfchte, aber den, großen Publikum unbekannte Grotteuschönheiteu. Iu erfreulicher Weise bekunden jedoch in der jüngsten Zeit wackere Männer ein reges Interesse an der Erforschung unserer Bergpaläste und scheuen weder Zeit, noch Mühe, um dk' geheimnisvollen Verließe der Berggeister und märchenhaften Boudoirs der Bergfeen in all ihrer Schön-heit und in ihrem Granen zu besichtigen. So hat Tonntag, den 22. d. M., eine Gesellschaft, bestehend aus den Herren Oberlehrer Pikl aus Hö° nigstein. Feuerwehrhauptmann Alois Hnde ans Hönigstein, Lehrer Ignaz Hude aus Großlaschitz, Gendarmerie-Wachtmeister Franz Mohori <', Maturant ^tarl Hude aus Capodistria, Gendarmerie-Wachtmeister Adols Rabie und Gendarmerie-Po stenführer Franz G o l o b. die sogenannte Kopriv-nica-Tropfsteingrotte in Visoki Vrh bei Höniastein eingehend untersncht, worüber uns folgender Bericht zugeht: Im Treieck zwischen Hönigstein, Treffen und Seifenberg zieht sich ein Gebirgszug, Ostri Vrh ge-nannt, an dessen Fuße das langgestreckte Ticfental liegt. In diesem Gebirgszuge befinden sich vier sehr interessante Grotten, von denen oie erste Koprivnicci, die zweite Mala Vratcuica, die dritte Vabja Iama und die vierte Velika Vratenica genannt wird. In den drei erstgenannten Grotten sind zum Teile sehr schöne Kristalltropfsteine Vorhände»,. Die K opri v n ic a - G rotte hat zwei e0 Metern bis an die Oberfläche gut hörbar ist. Die A a bj a-I a ma-Grotte gleicht öer Koprivnica-Grotte. Sie hat einen horizontalen, zwölf Meter breiten und sechs Vieler hohen Eingang, und in derselben sind vielerlei schöne rote, graue und schneeweiße 5lristalltropfsteingrnppen vorhanden. TieVelil a P ratenica hat die Form einer Schlucht uud führt senkrecht <>5 Meter tief in die Erde. Sie birgt ein schönes Nassin mit eiskaltem, klarem Trintlvasser.- ihre scharffaudige und vollkommen trol« teile ^ohle verzweigt sich ,„ »»lehrere horizontale, wcitlanfenoe Gänge, die noch nicht din-chforscht wurden und vermutlich in andere Grotten führen, da der vorgenannte Gebirgszug gauz hohl sein soll. Bei entsprechenden Tnrchschlagen könnten die vier genannten Grotten miteinander in Verbindnng gebracht werde»,. Nach entsprechender Herstellung der Zugänge zn deu vier Grotten wäre der Besuch dieser ein sehr lohnender, weil er mit einer sehr hübschen Landpartie ver. bunden ist und weil man gleichzeitig eine vorzügliche Waldluft genießt. Tie Partie ist nicht beschwerlich, da von Hönigstein bis Iordantal n„d weit?r nach To-bernit eine gut erhaltene Bezirtsstraße zimieist dnrch Fichten- und dichte Buchenwaldungen dnrch ein mäßig hügeliges Terrain führt. Etwa zehn Minuten von Iordankal zweigt ei», Fußsteig von der Bezirlsstrahe ab, führt nur drei Kilometer zuerst bergab, dann bergauf durch eine Bu° cheuwaldung uud schließlich etwas steil über Felsen bis zur Kopriv»,ica>-Grotte. Sämtliche vier Grotten hat im April l. I. auch der Bezirkshauptmann aus Nudolfsniert, Herr Baron Nechbach, mit mehreren Begleiteru besichtigt und die Koprivnica-Grotte eingehend untersucht; dcsgl2i> chen nnternahm im Juni l. I. Herr Leutnant M ii h l-hofer des t. und k. 97. Infanterieregiments aus Trieft als Obmann des Grottenforfchungsvereines „Hades" in Gesellsck)aft mehrerer Herren, mit entspro chender Ausrüstung versehen, eine genauere Durch» forschung dieser Grotten. Von dieseu Grotten soll eine der tiefsten vor etwa 25 Jahren durch einen Mann untersucht, seither aber nicht mehr betreten worden sein. Es wäre im Interesse des Fremoenvertehres gewiß kein undankbares Un» ternehmen. wenn interessierte Kreise die weitereDurch-forschnng dieser Grottengruppe in Angriff nehmen uud dafür sorge», würden, daß einerseits die Grotten, leichter zugänglich gemacht, anderfeits aber auch die Grottenschatze vor Verwüstung geschützt würden. -^- - (Ver äu d e r u n geni n, F o r st ^ '''' "''^ Seine Erzellenz der Herr k. k,.Ackc^ den k. k. Forstinspektionsko^ ,,„o von O b e r e i g n e r »o» ^ ^) . " ^. ^, ^^ den k. f. ersteren mit der Bezirlsforstt^nikers Versehimli ^- ^x.","' Kaibacher Zeitung Nr. 173. 1642 31. Juli 1906. für den Forstbezirk Loibach I I, den letzteren mit oer Vorsehung dieser Funktioll für den Forstbezirk Rad-inaniisdorf betraut. — (Mallöver.) Wie die „Klagensurter Zeitung" erfährt, wird Seine k. und k. Hoheit der Herr Geueral'Trnppeninspcltor Feldzeugmeister Erzherzog Friedrich den großen Übungen der zwölfton In-fanterie-Brigade und des Landwehr-Infanterieregiments Nr. 4 beiwohnen. Die Übungen finden von Hirouau über den Mojstrovka-Paß und die Baumbach-Hütte gegen Flitsch zu uud daun zluifchen Hüttenberg und Feldkirchen ul Kärnten statt. — (Erledig u ng von Rekln m atione n wegen Verlustes, Minderung oder Beschädigung von Eil- uud Frachtg ü-t e r u.) Zuni Zwecke der Vereinfachung und Beschleunigung des Geschäftsganges bei Erledigung von Reklamationen wegen Verlnste^, Minoerung oder Beschädigung von Eil- und Frachtgütern hat das l. k. Eisenbahnministeriuni mit Wirksamkeit vom 1. August 1W6 für den Bereich der österreichischeil Staatsbahnen sowie der im Staatsbetriebe stehenden Lokalbahnen verfügt, daß derartige Reklamationen, für deren Austragung bisher die t. k. Staatsbahndirektionen ausschließlich zuständig waren, künftighin bis zu bestimmten Höchstbeträgen auch durch die Stationen erledigt werden können. Letztere sind im Sinne der erwähnten Verfügung ermächtigt, Ersätze in nachstehendem Höchstausmaße für eine Sendung im eigenen Wirtungskreise zu leisten, und zwar: im Lokalverkehre der k. k. Staatsbahnen und der vom Staate betriebenen Lokalbahnen sowie im Wechselvertehre zwischen diesen die Bahnbetriebsämter bis zum Betrage von 20 1< per Sendung, die Bahnstationsämter bis zum Betrage von 1<> 1v per Senonng; im Inlandsverkehre mit fremden Bahnen sämtliche Stationen bis zum Betrage von 1<< X per Sendnng. Dessenungeachtet bleibt es den Parteien unbenommen, derartige Reklamationen, wie bisher, auch bei den k. k. Staatsbahndirektionen einzubringen. — (Ermäßigungen in Gleichellberg für Beamte und Lehret.) Lant Mitteilnng der Direktion des Gleichenberger und Iohaiinis-brnnneil-Attienvereines hat dessen Ausschuß in der Sitzung vom 18. April 1NW beschlossen, allen Staatsund städtischen Beamten, Eisenbahnbeamten, Lehrern und Privatbeamten beim Besuche des Kurvrtes. Gleichelwerg und bei Benützung der Kurmittel in der Zeit vom 1. Mai bis 15. Juni und vom 15. August bis :iU. September jedes Jahres nachstehende Er-Mäßigungen zu gewähren: eine 20prozentiZe Ermäßigung der Zinlmerpreise bei Zimmern mit einem Mietpreise per Tag von zwei Kronen aufwärts; eine 10 prozentige Ermäßigung bei Zimmern mit einem Mietpreise uuter zwei Kronen per Tag; 50 A? Nachlaß von der Kur- und Musiktare; 50^ Nachlaß der Preise für Inhalationen, pnenmatische kinren und für Bäder; 20 A) Nachlaß von der Taxe für hydropathische Kuren. Beamte, welche diese Ermäßigungen in Anspruch nehmen wollen, haben ihre Staudesaugehörig-teit durch eine Legitimationskarte oder, falls sie dem Privatbeamtenstande angehören, durch ein amtlich beglaubigtes Schreibell der Unternehmung oder des Institutes, bei dem sie augestellt sind, zu erweisen. — (T h eRoyal V i o.) Die Vorstellungeil dieses K'inenlatographen-Unterilehnlens haben sich rasch die Gunst des Publikums erworben und weiseil oem gemäß stets zahlreiche Zuseher auf, die den Vorfül> rungen mit dem regsten Interesse folgen, die humoristischen Bilder mit großer Heiterkeit begleiten und im allgemeinen mit Beifallsknnögebnngen nicht sparen. Das Unternehmen trägt eineil vornehmen Charakter und bietet Nummern, wie sie ill so hoher technischer Vollendung iu Laibach noch nienmls gesehen wurden. Hiezu kommt, daß sich die Photogramme durch An-lvcndung von grammophonifchen illinsten sowie von unfehlbar klappenoen Schallwirkungen überaus lebensvoll gestalten und dadurch die beabsichtigte Illusion um ein beträchtliches erhöhen. Die gestrige Vor» stellung stand allerdings infolge eines kleines Fehlers im Apparate nicht ganz anf der Höhe der früheren Vorfüln'ungen, da die Bestrahlnng der Bilder nicht uns voller Lichtquelle erfolgte, indes wurde uns versichert, daß dieser Mangel bei der heutigen Vorstellung schon behobeil sein wird. Die vortrefflichsten Nummern des reichhaltigen Programmes wurden bereits gelegentlich der ersten Besprechung hervorgehoben; es sei heute uoch bemerkt, daß sich das iu drei Gruppen geteilte Programm mit großer Exaktheit, nahezu ohne Pausen, abwickelt uud daß sich oie Films nicht nnr durch ungewöhnliche Länge, sondern auch durch überraschende Schärfe auszeichnen. -— Das bisherige Programm ist nur noch heute zu sehen; morgen werden ganz neue Films eingeschaltet werden. — (Ein Streik der B äck e r g ch i lf e n in Laib ach.) Die hiesigen Bäckergebilfeu sind gestern in den Ansstand getreten, dcr zum großen Teile hellte noch anhält. Sie verlangen statt der bisher üblichen Natnralverpflegung eine Geldentschädignng von 1 K 40 Ii täglich. Einige Bäckerineister haben dieser Forderung entsprochen, während sich die meisteu ihr gegeuüber ablehneno verhalten. — (Vereinswcse n.) Das k. t. Landespräsi-dinm für ^rain hat die Bildung der Ortsgruppe Laidach des österreichischen Maschinistenbnndes mit dem Sitze in Laibach, nach Inhalt der vorgelegteil Sta-tnten, im Sinne des Vereinsgesetzes zur Kenntnis genommen. —^. — (Die Laibücher Vereinskapelle) veranstaltet hente abends im Gasthause „Zum Löwen" (Maria Theresienstraße) ein Mitgliedcrkonzort. Anfang um 8 Uhr abends; Eiutritt für Mitglieder frei, für Nichtmitglicder 40 1». — (Die „Glasbena Matica") versendet den Jahresbericht über das 31. Vereinsjahr, der, von Prof. Anton Ztritof verfaßt, folgenden Inbalt ausweist: 1.) Allgemeines. 2.) Die „Glasbena Ma-tica" als Mnsikschnle. 3.) Die „Glasbcna Matica" als >tonzertinstitnt, 1.) Rechnnngsabschliiß uiid Vormi schlag der „Glasbena Matica". 5.) Die „Glasbena Matica" als innsik-literarisches Institut, ll.) Die Ver-eiilsleitung. Diese einzelnen Abschnitte gliedern sich in verschiedene Unterabteilungen; so finde» ww bei-> spielslveise im Jahresberichte den Stano des Lehrkörpers, das Verzeichnis der Zöglinge in alphabeii-scher Ordnuug sowie nach den Gegenständen, Klassen und Lehrkräften, das Verzeichnis der Mitwirkenden an den Vereinskouzerten, die im Vereinsjahre absolvierten Konzertprogramme 2c. — (Abschiedsfeier.) Am verflossenen Samstag abends vereinten sich zahlreiche Mitglieder des krainischMstenländischen Forstvereines mit den Beamten der hiesigen Agrarbehöroen, um dem uach Salzburg versetzten Herrn k. l. Oberforstkommissär und Agrariuspektor Riebel eine Abschiedsfeier zu geben. Herr Oberforsttommissär Riebel war dnrch zwölf Jahre in Iuuerkraiu als Agrariuspektor hervorragend tätig und die im Laufe des letzteil Dezenniums anf dem krainischen Karste dnrchgeführten Grundanfteilungen uud Booenmelioratiouen sowie die Ausgestaltung der Verkehrswege zwischen den einzelnen Haupttäleru siud seiuer Initiative und seinem rastlosen Wirken zu verdanken. Gleichzeitig mit dieser Tätigkeit hatte Herr Oberforsttommissär Riebel die Leituug der Agenden des trainisch-tüste>lländisch,en Forstverel'nes inne, in welcher Stellung er sich auch hier durch große Umsicht und unermüdlichen Fleiß auszeichnete. In Anerkennung der Veroienste für die langjährige ersprießliche Tätigkeit als Geschäftsleiter dieses Vereines wurde ihm am genannten Abende durch Herrn Forstrat R ubbi a die vom Vereiusaus^ schlisse gewidmete Ehrengabe, bestehend ill einer wertvollen Standuhr, in feierlicher Weise überreicht. Unter den vielen an den Gefeierten gerichteten Anspracheil ift befonders diejenige des Herrn Landesregierung)' rates Marquis von Gozani hervorzuheben, dell den Wunsch auch sämtlicher Teilnehmer an dieser schönen Feier znm Allsdruck brachte, daß dem Scheidenden auch alls dem Gebiete seiner ueueu Tätigkeit dieselben Erfolge, wie er sie hierzulaude erworben, voll zuteil werdeu mö'geu. ^ (M i n l m ar - Feuerlö f ch probe.) Vor einem zahlreichen Auditorium wurde Samstag nach. mittags aus der der Ballgesellschaft „Union" ge-lwrigen Ballparzelle neben dem Hotel „Unioll" eine Löschprobe abgehalten. Namentlich fand die Ab-löschnng eines mächtigen Zimmerfeners innerhalb weiliger Sekunden nngeteilten Beifall, währ?nd oer wirknngsvolle Effekt des 5taminfeuers und Teerfeldes dnrch den vorher niedergegmMnenRegen etwas beeinträchtigt wurde. Recht bemerkenswert für die Leistnngsfähigkeit des Min im a ^Apparates und die Anerkennnüg, welcher sich dieser Apparat auch iu Berns öfeiierwehrkreiseu erfreut, ist die Änßernng oes bei oer Löschprobe anwesenden Branddirektors Herrn «tricelj, der mit Bezug auf die jüngst erfolgte Erplosion des Handmagazins anf dem Laibacher Felde erklärte, daß man bei Vorhandensein von nnr drei Minimarapparaten das langsam nm sich greifende Feiler mit Leichtigkeit hätte bewältigen können. — (Alpine Z.) Der Weg vom Okreüelj auf den Steiller Sattel ist fertiggestellt. Die vom Slovcnischen Alpenverein erbante Hütte ails dem Steiner Sattel wird am 12. Anglist eröffnet werdeil. Das Aljai-Haus im Vratatale wurde bis 24. d. M. vou 150, die Oroxen-Hütte auf wr örua Prst bis IX d. M. vou 15 Personen besucht. — Die Voduik-Hüttc auf Velo Polje wurde am 15. Juli eröffnet. — Versuchs weise wurde auf der KonMica eine Hütte eröffm't nnd eingerichtet. — Die bisherige Hütte auf der Be-guuMica (Tomec-Hütte) wurde weI?u ihrer zu tiefen Lage aufgelasseil; dafür soll auf einen, 800 Meter höber gelegenen Aussichtspunkte eine nene Hütte erbaut werden, für die die Pläne bereits vorliegen. — Der für den 22. d. M. projektierte und dann ver sckobene Ausflug des Slovenischen Alpenvereines auf die c'rna Prst findet Sonntag, den 5. August statt. — (A lpiue Sünde n.) Das ,.Ncne Wiener Tagblatt" schreibt: Mancher Tollrist war schon überrascht dnrch den unfreunolichen oder direkt feindlichen Standpunkt, den einzelne Hirten oder Sennerinnen da oder dort anf Almen im Gebirge gegenüber den Touristen einnehmen, ohne hiefür einen Grund zu finden. Diese Haltung wird aber nur verursacht durch die vielen alpinen Sünden, die vou uicht wenigen Wanderern in den Alpeil teils absichtlich, zumeist aber nnoewußt begangen werden. Tadnrch entsteht den Alpenbesitzern und auch deren Personal oft ein empfind, licher Schaden, weshalb deren uuwirsches Beuehmen begreiflich erscheint. Zu dieseu alpinen Sünden gehören: ,l.) das Offenlassen oer Gattern bei eingezäunten Weiden, wodurch dem weidenden Vieh auf deu Alnieu die Möglichkeit gegeben wird, sich außerhalb des Geheges zu begebeu, zu verlaufen oder abzustürzen; 2.) das Wegwerfen voll leeren Flaschen, wodurch nicht wenige Verletzungen von Menschen lind Vieh (Treten anf Glasscherben) vorkommen, nnd 3.) das Ausrotteu vou Alpenpflanzen, indem in ebenso törichter als unanständiger Weise, besonders von Neulingen im Gebirge, ganze Massen von Alpenrosen nnd anderen Pflanzen, oft mit den Wurzeln, ausgerissen werden. Wenn auch die Außerachtlassuug des dritten Pnnktes keinen materiellen Schadeil verursacht, so ärgert sich doch jeder Naturfreuud über ein so unsinniges Gebaren. — Also: Gattern schließen, Flaschen aufbewahren und Schutz der Alpenflora. * (V e rni i ß t) wird seit 22. d. M. der 15jährige Bergknappensohn Johann Kav<-iö. Er hat ein längliches Gesicht nnd blonoe Haare. Auf den, einen Arm sind die Buchstaben L. K. tätowiert. ^- (Mord.) Alis Gottschee wird uns gemeldet: Der in der Bierbrauerei des Herrn Otto Ferles iu Gottschee als Faßbinder bedienstete Franz Glatzer aus P^'ttau, ein fleißiger, tüchtiger Arbeiter, wurde aus bisher unbekannten Ursachen Tonntag, den 2U. d. M., abends von zwei Knechten namens Drobni? lind Grebenz, beide ans Großlaschitz, überfallen nnd dnrch Messerstiche in den Hals, welche die Kopfschlagader trafen, getötet. Er ging nur wenige Schritte, als er niederstürzte nnd verblutete. Hieranf fielen die Täter übereinander her und verfemen sich gegenseitig Stiche in oen Riu-len, oie sich jedoch als nicht'lebensgefährlich erwiesen. Beide wurden in Haft genommen. — (Vadeeinstellung.) Man schreibt uns ans Gottschee: Wegen des Neubaues, den Herr Peter Petsche an Stelle des niedergerissenen Josef Lofer-scken Hauses aufführt, mnßte die Rinnfe abgelassen weroen und zeigt jetzt eine beinahe trockenes Flnßliett, überwuchert vou Sumpf- nnd Wasserpflanzen verschiedener Art, die nach Möglichkeit ausgerottet werden. Es besteht ein altes Übereinkommen mit dem Müller in Gottschee, demzufolge jedermann, der am Ufer der Ninnsc Arbeiten, als Bauten, Dämme und dergleichen nnternimmt, das Recht besitzt, gegen eine tägliche Entschädignng von 4 X in den Monaten Juli nnd Angilst das Ablasseil des Wassers zn verlangen. Vom Baden ist also gerade während der drückendsten Hitze keine Rede und wenn auch das Wehr sofort uach Legung des Fundamentes geschlossen wird, dauert es immerhin geranme Zeit, ehe sich das Becken füllt. Alle, die gern baden nnd wegen schlechten Wetters hener erst Mitte Juli damit beginnen konnten, empfinden diese Störung unangenehm und wüuschen, sie möge so kurz als möglich dauern. ^ (G r n n d u n g einer Vors ch u ß k a s s e.) In St. Martin bei Littai wnrde vor knrzem eine Vorschnßkasseins Leben gerufen. Zu dereu Obmanu wurde Herr Ignaz Z o r e, Besitzer und Gastwirt iu Schwar'zenbach, und zu dessen Stellvertreter Herr Leopold H o st n i k, Genleinoevorsteher in St. Martin, gewählt. Den, Ausschüsse gehören folgende Herren an: Johann W a t o n i g g, Handelsmann, Franz Knafliö, Gerbereibesitzer, Iguaz Plauiußct, Besitzer, Philipp L o kau, Gemeindesekretär, und Johann 3tobavs, Besitzer, Gastwirt nnd Fleischhauer — alle in St. Martin. —ik. — (Zwei unverbesserliche Diebinnen.) Die beiden nach St. Martin bei Littai zu-stäudigen Vagantinnen Angela Medved, geboren im Jahre 1881, und Iosefa Medved, geboren im Jahre 187^>, erstere weg'.'n Diebstaliles und verschiedener anderer Delikte bereits sievenmal, letztere bereits achtmal vorbestraft, beide unverbesserliche Diebinnen, begingeil vor knrzem ill der Umgebung von Sagor und Hrastnigg verschiedene Eigentumsdiebstählc uno flüchteten sich sohin gegen Cilli.Sie wnrden jedoch dort von einer Gendarmerievatronille zustande gebracht uud am 25. d. M. wegen Verbrechens des Diebstahles vom Krek'gerichte Cilli zu einer achtmonatlichen, bezw. fünfzehnmonatlickcn Kerkcrstrafe verurteilt. Auch wurde über die beiden Diebinnen, denen ourch diese Laibacher Zeitung Nr. 173. ___________ 1643_________ _______________________________31. Juli 1906. Abstrafung für emM Z(.'it das Handwcrl gclcgt wurde, die Polizeiaufsicht verhängt. —ik. * (Mit dem F a h r rade nic d er g er ann t.) Gestern nachmittags fuhr der Bäckergehilse Josef Hlratia derart unvorsichtig mit seinem Fahrrade, daß er auf dem Maricnplatze zwei alte Damen nieder« warf. Tie Tamcn blieben zum Glück unverletzt. * (Gesunde n) wurde eine goldene Damen-uhr, ferner eine silberne Taschenuhr samt silberner Kette und einem Anhängsel. — (Verlöre n) wurde eine Ningrosette ans Diamantensplittern. Sie wolle bei der Polizei abgegeben werden. — Verloren wurden ferner eine goldene Tamenuhr, ein Geldtäschchen mit einem Zwanzigtronengoldstück, ein Paar weiße Handschuhe, eine Zwanzigkronennote, eine silberne Tamenuhr mit vergoldetem Reifen, eine kurze, goldene Tament'ette mit einem Glücksstern als Anhängsel, eine goldene Taschenuhr mit Doppeldeckel und den eingravierten Buchstaben N. G., eine Dameutasche, enthaltend eil, Geldtäschchen mit 2 X nnd zwei Meldezettel, eine 5Mwattennadel mit einem Nubin in Form cmer Lira, eine silberne Taschenuhr und eil, goldener Fingerring mit einem blanen 3tein sowie mit Brillanten. Theater, Kunst und Literatur. — (Ein neue 3 Offertorium vou Pe -r o s i.) Der berühmte Kompositcur kirchlicher Musik, Don Lorenzo Perosi, hat ein neues Offertorium für sechs Stimmen vollendet, welches von der Sirtinischen Kapelle am Sterbetage Leons XIII. zum Vortrage gebracht werden soll. Die uem Komposition Perosis soll sich durch besondere Tiefe der mnsitalischen Ge-danken auszeichne». — (riauiu8ki Vestuik.). Inhalt der 7. Nummer: 1.) Josef Lavti 5 ar: Das krainische Sibirie»,. 2.) Eduard s'ibej: Das Tirnowaner Plateau und die drei schönsten Aussichtspunkte in, Tirnowaner Walde. 3.) Inrai Lubi <': Aus Rudolfs-wort auf dem Fahrrade uach Sarajevo. 4.) M. Nihtcrüiö: Die Alpe Kons^ica in der Wochein. 5.) Vereiusnachrichten. «.) Verschiedene Mitteilnngen. Telegramme 3es l. l. TeleMhell-llme!l>l»nl>ellz«Vlllelllls. Opfer der Berge. Bern, 30. Juli. In den beruischen Voralpeu stiirzte lx'im Edellveißsucken im Lnttreirfirst im F>in tersulztale eiu 2ljälniger Arbeiter aus Spiez über eine 5<» Meter hohe Feloir-and ab und blieb vollständig zerschmettert liegen. Ebenso stürzte ein junger Landarbeiter aus Waterville beim Edelweißsuchen in Biirglen in der Stockhornkette ab und fand hiebei den Tod. Ein drittes Berguuglück wird aus Andermatt gemeldet: Eiu Feldwebel der Festuugstruppe mTankt Gotthard, der mit drei ilameraden ohne Führer von Galleustock nach Tiefenbach abstieg, kam durch einen Absturz über eine 800 Meter hohe Felswand auf den Tiedlmgletscher ums Leben. Das neue französische Feldgeschütz. Paris, 30. Juli. Der „Petite republique" wurde über üie in Autier in Savoyen veranstalteten ersten Versuche mit den neuen Schuellfeuergebirg5° geschützen berichtet: Tie Tragweite dieses sich auf drei Rädern bewegenden Geschützes ist zwölf Kilometer (übertrifft um zwei Kilometer das bisher in Übung gewesene Geschütz). Die Versnche ergaben, daß gegen 2ü Schlisse in der Minute abgegeben werden können, ohne daß die Lafette ihre Stellung verändert. Beim Abfcueru des Geschützes gleitet die Kanone nach vorne und wird nach dem Schusse wieder automatisch in die frühere Lage zurückgeführt. Die Batterie besteht aus vier oder fünf Geschützen. Marokko. Melilla, 30. Juli. Der Prätendent konzentriert eine etwa 3000 Mann starke Trnppeumacht, nm für die Niederlage seiner Truppenführer Rache zu nehmen. Es dürfte demnächst zu einem neuen Kampfe kommen. Innsbruck, 30. ^.uli. Über einen Teil von Wildschönau ging am 2ll. d. M. eiu verheerender Wol lenbrnch nieder. Der Talmühlbach lind Trattentalbach waren hoch angeschwollen. Die Straßen wurden an mehreren Stellen zerstört. Fast alle Brücken und eine Mühle wurden fortgerissen. Eiu Bauer wurde von den Wassermassen fortgerissen. P a ri s, 30. Juli. Der ehemalige Finanzminister Caillaur tritt im „Matin" für eine engere Zusammeu-schließung Frankreichs und Englands ein, um den Einfluß Teutschlands zu bekämpfen, das dnrch eine neue europäische Zollunion die politische Herrschaft des Teutschen Reiches in Europa zu sichern versuäie. (5ml-laur verlangt gleichzeitig, daß Frankreich durch Erneuerung der Handelsverträge üen Kontakt mit den kleineu europäischen Staaten aufrechterhalte, um ,;n Mrlnnderu, daß diese von Deutschland mimesauat werden. Frankfurt, 30. Juli. Tie „Franks. Itg." meldet aus New York: Unweit von Ponghteeisee (Staat New York) ist infolge einer Erdrutschung ein Schnellzug der Zentralbaliu entgleist. Die Lokomotive und der Gepäckswagen stürzten in den Hudsonfluß. Trei Personen wurden getötet, ungefähr hnndent verletzt. ^ Sofia, 30. Juli. Nach ans Bnrgas nnd Ttani,-mak eingelaugten Nachrichten feien dortselbst große antigricchischc Demonstrationen vorgekommen. In Burgas sei die griechische Kirche gestürmt nnd die Schule samt der Bibliothek zerstört worden. In Stani mak sollen angeblich blutige Exzesse vorgekommen sein, wobei auch mehrere Personen getötet worden seien. Verstorbene. Im Iivilspitale: Am 27. Juli. Johann Vseniinil. Besitzerssohn, 11 I., Am 28. Juli. Karl Urbanc, Atadtarmer. 80 I., ila-rasmu» »onili». — Elisabeth Bezlaj, Zimmermannsgattin, 69 I., Meteorologische Beobachtungen in Laibach. Seehöhe 306 2 m. Mittl. Luftdruck 736 0 mm. «s. 2U.N. '734^ Zö^l OVO. schwach tetlw. bewölk ""' 9 . Ab. 736-0 19-7 SO. schwach heiter 31> 7U.F. >737 3j 16 3! » » ,00 Das Lagesmittel der gestrigen Temperatur 20-9", Noi-male 19 6°. Verantwortlicher Redakteur: Anton Funtel. Eine Verwalter- oder Hausadminisfratorstelle wird als Nebenbeschäftigung gesuoht. Anträge werden an die Administr. dieser Zeitung erbeten. (3369) 3 Geschäftsdiener der deutschen und «lovenischen Sprache mächtig, nüchterner, verläßlicher Mann gesetzten Alters, findet Aufnahme bei R. Lang, Möbelhandlung, Koliseum. (Tischler bevorzugt.) ____ (3384) 3—1 Kleine, nette Wohnung bestehend huh Zimmer und Küche, ist S*»JF<»:«* lou eu 4 8"/, «. W. Ellber (Uprll-Olt.) per Kasse . , . , . . lO0 85100'5'^ i»LUer Staatslosc 500 er „ 100 fl. 4 "/„ z-20'- 22? -18«4ei ,, 1U0 fl. . . 27U75 28« 72 t8«4er „ 50 fl. . . 278'75 28U'?c Dom..Pfandbr, i^ 120 25 Geld War« Pom 3t»»le ;ul Zalilung über« nommln» Eisenbahn.Piiotltllt». ßbligationtn. Äöhl». Westbahn, detto (1894) . , . . 97-Ü5 9»- Börsebau-Anleben verlosb, 5°/« 99 5u 100 50 Nulg, Staalse!sent>.-Hyp.°Anl, 1889 Gold .... 6°/u 119-80 1203« Vulg, Staat« > Hypothekar Vlnl. 1892......6"/» 119 50 12050 Geld Ware Pfandbriefe «. Vodeülr^allgöst^nboI^l^o/u 98«0 9g-eu Bühm. Hl,polhelenbanl verl.4"/o 99 gy loa^n 8enlral-Äod.'Kied,.Bl., «sterr.. 45 I, vcrl, 4'/,°/u . . . 103-— —-— Zentral «ob.-Kred.Bl., österr., 65 I. Verl. 4"/» .... io«-io igiiy Kred.-Inst,,östcri,,f.Beii..Unt. u,äffentl,Arb.Kat,^vl.4°/u 9940 inu-Landesb, d, Kon. Ealizien und Lobom. 57'/, I. ruckz. 4"/„ 98 80 99-3» Mähr, Hvpothelenb. oerl, 4°/« 99-25 100 25 N,'üsterr,Landes.Hyp,'Anst.4°/« 100— 101 __ detto inll, 2°/» Pr, verl. 3'/2"/u 942» 95-— detto K,.Schuldsch, veil. 3'/,°/» 94-50 95- detto verl, 4°/« 99-9U 100-90 Österr..uiigar. Äaul 50 jähr. verl. 4"/<> o»W..... 99-80 10080 dett« 4°/« Kr..... 100-15 101-15 Tparl. I.öst., 60 I. Verl. 4°/« in«65 — - Eisenbahn-Prioritäts-Obligationen. Ferbiuandz.ölllidbllhn Em. 1886 99 7n 100>70 detto tsbllhn 500 Fr..... —'-> 426 — iiiidblllin il 3°/» Jänner >Iuli 500 Fl. (per St.) . . - 320-40 32240 Tüdvllhn il 5°/u..... 124 40 125-40 Diverse Lose (per Stiicl). ßerzinlliche fose. 3°/u Nobenlrebit.Lost Em. 1880 286 — 29»- dcttll Vm. 1889 287-— 295 — 5"„ Donau»Nessulicrung«'Lose 100 sl, ö. W..... 2Ü7-— 1264 - Nerb,Präm,.Anl. v.1U0Fi,8°/Lose 40 fl. K, M. - - -^'— — - Ofcner Lose 40 fl..... 167— 178 — Palffl,. 200 fl, Silber per Ultimo 168 5« 167 50 Südnorbdeutsche Berbindung«l>. 2NU fl. KM...... 409— 411 — Tramwa»)' Ges., neue Wiener, Priorilätö.Altien 100 sl. . —'— —'— Ungar. Westbal),! (Maab.Oraz) 200 fl, S....... 40« - 409 — Wr. Lola>b..«ttie».Ges. 200 fl. 170 — 190 — Vanlen. Anglll'Österr, Äanl, 120 fl, , . 30« — 308 50 Aanlverein, Wiener, per Kasse — — — — detto per Ultimo . . . 548— 549 - Bodenlr..Anst. bster»,, 200sl.S, 1036 — 1043 — Ientr,.Nod..Kiedb, öst,. 200 fl. 548— 550 -Kreditanstalt sür Handel und Gewerbi-, 180 fl,, per Kasse — - — — detto per Ultimo 666 «5 ß6?ii5 Kreditbanl allg, ung,, 200 fl. , 8«6 50 80750 Depositenbaiit, allg., 200 fl, . 454— 456 — Tslomptc.OcseNschaft, nieder» vsterr., 4»0 Kronen. . . 559— 56:--Giro» und Kassenverein, Wiener, 2«0 fl........ 461 — 465 — Hypothelenbanl, österreichische, 200 fl. 300/u E..... 295-— 298- Länderbanl, österr,, 200 fl, per Kasse....... —- —- bctto per Ultimo .... 43275 43875 ,,Merlur". Wechselst, »Altien» Gesellschaft, ^ou sl, , . . «30 -^ «34 — Geld Ware Österr.>ung. Aanl 140» Krone» 1707 — l?i7- Unioubanl 20« fl...... 54»-— 55» — Verlehrsbanl, allg., 140 fl. . 8ll9-— 34,,,-— Induftrie.Zlnttlnehmungen. Banges,, alln, österr., luu fl. . 14« — 155 - VrüxerKohlenbergb-Ges, 1«ofl. 706— 7l4 — Eisenbahüw'Leihg., erste, 100 fl. 204 — 2«6 50 „Elbemülil", Papiers, u.V,»G. 173— ,7» — Eleltr,.Ge<.,all«.»fterr,,2oufl, 453- 454-- detto internat., 200sl. 600— 601 — Hirlrnberger Patr,», Zündh. u. Met,»Fabrik 400 Kr. . . 111? — 1I27 — Liesinger Hauerei 100 fl. . . 304 - 30»-- Vto!»an»OeseNsch,, österi,»alpi!ie 574 75 57575 ,,Poldi>Hütte", Tiegelguf,stahl> F.-A..O, 200 fl. ... 52975 531 7b Vrager ltisen.Ind.>Ges, Vm. 19U5, 200 fl...... 2718 — 2728 — Nimll'Muranti »Slllgo>Tarjanti Vifenw. 100 fl..... 56950 5705« SaIgo>Tarj. Steinlohlen luo fl, 626— s2?>— „Schlüglmuhl", Papierf.,LO0fl. 325-— 335 — „Schodnica", A,.O. f. Petrol.» Ind., 500 Kr..... 600— 608'— „Steyrermühl", Papierfabrik und V.»G...... 460-— 47U — Trifailer Kohlenw.»G, 70 fl. , 268— 272 — Tütl, Tabatregie.Ges. 20« Fr per Kasse . —'— — — betto per Ultimo 406 — 405— Waffeiif.'Ges,. österr., in Wien, 100 fl........ 587— 59«-— Waggon.Leihanstalt, allgem,, i» Pest, 40,1 Kr..... —'— — ^ Wr. Vaugesellschast 10a fl. . . 161 — 1»2 — Wienerberger Zi?gelf..»llt.»Ges, 848- 852 — Devisen. AulZt ZichtlN und Zchtck». Amsterdam....... 19875 193 — Deutsche Plätze..... 117 22 117 52' London........ 240 10 240 30 Italienische Vaiilplätze . . . 3540 95 55 Paris......... S5 b«' 95 67' Zurich und Basel..... 3560 ?b-70 Valuten. Dulatcu ....... "'Z'- ti«s 20-Franlen°Stacke..... l» l" '» " 20.Mark.Stücke...... . . . ll? ^l' "? ->^ Italienische «aülüote» . - , ^" ^,^7, Nllbel°Note» ^ -_______________--------'------------' I «£»*. I*1»M«»»»rlef«»n, IMlorllAleu Aklleu, «««-, »ctIhu und Vnluleu. ^____ Los-Versicherung'. 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