64riftlritnig: !Utb«ii«0affr 9tr. • (««nrt ♦•■«.) ti|!i4 (all '•luii" tot«°»»- ». Rrtft-ar) MB 11—1* BV »*tm. tnMftrribca Hab« »tchl itHjfqrtm. uiuiilelt ®tn-»« (al: «»»-Mch . . . . K II« «Urtdilicil £a[M»ria . ... X 6-«oaiilOt.« . | . .1 uc- 8(In «»« ,,» tt»ttcn st» Hi r|Oj»jffctitrrn»«H« hiichir»» fktfrnkuig *-®(bükns. Utagcldtct« «bMiKoctitt ««»« tii in Ar. 88. HiM. Mittwoch. 1. Movemöer 1905 30. Jayrgaitg. Österreich, ein glüMcher Staat! Ein Beitrag zur Lösung cler v»t«i-lZncliscben Staatsvoirren. Oesterreich, ein glücklicher StaatI Ein »»ckeude« Wort, das zum Widerspruch herau«for-bitt, denn e« ist ein Faustschlag in da« Antlitz >k Wahrheit. Aber gemach, so ist t« nicht ge-■tiitl. E« ist «ine Glück«oerheißung. die in ein Land der Zukunft nieist, ein Wechsel aus Kicht und nicht »in Urteil, da« die glücklose Gegenwart in« Auge saß«. ES ist Zukunft«musik im besten Sinne de« Worte«, die un« au« dem „Beitrage zur Lösung der vaterländischen StaatSwirren' entgegentönt. Die Schrift, die den hüstgen Landesbürger-ichullehrer Herrn August A i st r i ch zum Verfasser h»t. ist zwar bereit« im Jahre 1903 im Drucke »»schienen, sie hat jedoch keineswegs an Wert ein» zebüßt, »twa dadurch daß sie durch die Ereignisse vierholt oder in ihren LorauSf-gungen erschüttert worden wäre; im Gegenteile, dort, wo sie zu voraussagungen griff, haben ihr die Geschehnisse Recht gegeben und ihr damit die Beglaubigung rite« richtigen GedankengangeS ausgestellt. So Jagt Aistrich in 5tu 3. Hauptstücke leine r Veröffentlichung, da« die Ueberschrift .Ueber da« W a h l r e ch t und die Wahlen" trägt: .Dem Grafen Badeni ist »« zwar gelungen, »t d»r Schaffung einer fünften Kurie die Ge-«»ler auf einige Zeit zu besänftige«, aber nicht pr die Dauer zu be r edigen. Der Rummel »ird wieder lo«brechen und deshalb ist e« die Pflicht einer weiterfchauenden Regierung, _ sie Nähmaschine als Scheidungsgrund. Bon Aloi« Ulreich. E« ereianen sich im menschlichen Leben oft tdsouderliche und merkwürdige Dinge, die wir nicht llaabcn würden, wenn sie un« nicht selbst passier« »arei. Da« sonst so »rnste und würdevolle Schick-»l vergißt sür einen Augenblick seinen Ernst und se ae Würd», setzt dik dun«» Schellenkappe aus und treibt nach Narr»nart mit der lieben Menschheit lloiria. Bald schüttelt »« Männlein und Weiblein Schiig durcheinander, so daß sich die Unrechten ti« Hände reichen, dann zwickt e« wieder die Ueber» «iiigen in die Seiten, daß sie hell ausschreien ,d r »« zwingt die Großen und Reichen, bei den Kiemen und Armen Hilfe zu suchen. Ehe «an e« sich versieht, hat e« di» Schellenkappe weggeworfen US sich wieder auf seine unnahbare Höhe in vürde und Ernst zurückgezogen. Könnte es sonst jemand für glaublich halten, »atz eine Nähmaschine zu einem ScheidungSgrund »irden kann? — Keine Seele. Und doch ist «8 {>: Seit fünf Tagen bin ich — der ich der zärt-lichfte und glücklichste Gatte, der treueste Ehemann »u — allein, ohne Frau! Ohne «eine Litt — (» ist geradezu unglaublich! Ich koche «einen Tee selbst, heiz« eigenhändig da« Schlafzim«er und räume nach dem Bureau in eigener Person die Eihnuag zusammen. Meine Frau hat «ich ver» M diese Frage beizeiten zu lösen. Da aber dieselbe in Oesterreich mit der Nationaliiätenfrage innig zusammenhängt, muß sie schon ou« Rücksicht auf die Erreichung de« Bölkerfriedeu« ehe» möglichst au« der Welt geschafft werten." Nun, der Wahlrecht«rummel ist erneuert früher Ungebrochen, al« man allgemein vermeint ha« und er zeigt ein drohendere« Gesicht, wie je zuvor, da er sich mit dem Dränge der Slaven nach Vorherrschaft in diesem Staate aufs Innigste verquickt und verbündet ha?. Die Schrift, die auch dem Ministerpräsidenten Gautjch überreicht und von ihm mit dem Ausdruck de« Danke« entgegengenommen wurde, ist ganz im Besonderen Oesterreich auf den Leib geschrieben, sie salbadert nicht mit staatlichen Allheilmitteln, wie sie anderwärt« zur Anwendung kamen und wendet auch nicht einen hohlen Phrasenbombast vor, sondern bieiet klare, positive, bodenständige Vorschläge. Und darin unterscheiden sich die Aistrich'schen Ratschläge, die Oesterreich auS den dumpsen Riede-rungen der Gegenwart wieder auf lichte dafeins-freudige Höhen führen wollen, wohltuend von jenen Flickarbeiten, die von dem allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrechte alS einer festen unverrückbaren Grundlage ausgehen, an der man nur modeln könne, um ihr die Spitzen, Härten und Ungerechtigkeiten gegenüber den Deutschen zu benehmen, in deren dreidimensionale Begrenzung man sich jedoch im all» gemeinen sklavisch schicken müsse. Warum sollen denn auch einzig die Vorschläge der eingestandenen Gegner des Deutschtum« die Platt» form der Unterhandlungen abgeben? Setzen wir ihren Wünschen einen selbständigen Gedanken, die Gerechtigkeit, wie sie sich unS darstellt, entgegen, dann stellt sich der Handel für unS gleich besser. Wir erteilen nun Herrn Aistrich daS Wort, indem wir unter Hinweglassung deS kurzen Borwortes an die auszugsweise auf einige Blattsolgen verteilte Wiedergabe seiner Flugschrift schreiten: „Ueber einen Gegenstand, der in allen Ver» tretung«körp»rn, in Versam«Iung«o, a« Biertische, sozusagen überall besprochen wird, noch schreibe» zu wollen, wird mancher al« ein recht überflüssiges Beginnen betrachten. E« ist dennoch a« Platze, insolange derselbe nicht seine Lösung gefunden hat. Eine Unzahl von Vorschlägen zur Behebung unserer Etaatskrise wurden schon gemacht, ein hal» be« Dutzend von Ministerien ist in löblicher Be> tätigung auf diesem Gebiete schon verbraucht wor» den. aber gelöst ist die Krise bi« heute nicht, >« Gegenteile, sie hat an Schärfe zugenom«en, die Erbitterung geht schon in« Ungemessene und e« wird schließlich nur noch da« allerletzte AuSkunfi«-Mittel übrig bleiben, dieselbe durch Gewalt nicht zu lösen, wohl aber zu beseitigen. Wie sich nun auch diese Katastrophe gestalten möge, immer wird sie bedeutende Opfer an Gut und Blut kosten, ein namenlose« Elend wird das allersicherste Ergebnis sein. Dazu kommt noch, daß die Krise nach einiger Zeit der mit Gewalt gelial-tenei, Ruhe wieder ausbrechen wird, und daß dann da« traurige Spiel von neuem beginnen kann. Freilich wird dieser Fall nicht leicht ein« treten, weil es fraglich ist, ob un« da« Ausland die Aufführung so einer Staat«tragödie zu wieder-holtenmalen gestalten würde. E« könnte un« leicht ergehen, wie e« seinerzeit de« Polenstaate ergan-gen ist oder wie e« eine« innerlich geschwächten Bienenstöcke ergeht, der von den anderen Bienen ausgeraubt wird. Man sagt, alle« wäre zu verhüten, wenn die > unterschiedlichen Völker de« Staate« nur ein biß-; chen Entsagung üben wollten. Gewiß! Aber Ent» ' sagung kann nur «in nüchterner Charakter, nicht lassen l Verlassen einer elenden Nähmaschine wegen (und hat da« Dienstmädchen natürlich mitge-nemwen). Ist da» nicht eine schauverhafte Fop-perei des Schicksal« ? Wie so e« kam? Auf die einsachst» Weise der Welt: Ich wollte meiner Fr1»u ;u« Na«en«tag eine Nähmaschine kaufen — sonst gewiß ein großer und erhabener Entschluß, der «einen HSu«lichen Sinn in« beste Licht rückt — in Irtesem Falle aber wurde er zu meinem Verderben. Der Satan «ußie «ir den Ge» danken eingegeben haben. Hätte ich nicht «einer Frau den oft gewünschten Granaisch«uck oder die paar natürlichen Zimmerpalmen (Litt haßte die künstlich imprägnierten Pal«'N. die in unseren Zimmern standen) kaufen können? Nein. au«gefucht: Ein« Nähmaschine, ein« Singer»Näv«aschine l Minag« — a« Tag vorder — ging ich in da« «ir ««psohlrnr Geschäft. Al« ich eintrat, war ich gleich verblüfft. Diese kleine, grellblonde Berkäuserin — Donnerwetter ! — richtig, aewiß die--da«-- nein — aber doch — sie war e«, unzweifelhaft: die kleine Berta — «eine einstig« Tanzschul-dek-nntschaft. Diese« kleine, blonde Lebewesen hat «ich vor «ehr als zehn Jahren verrückt gemacht, unter ihrem Eindruck halte ich jenen Taumel, den «an „erste Liebe* zu nennen pflegt, durchgeledt. Später hatt«« wir un«. wie da« schon zu«eist zu gehen pfl«gt, au« den Augen verloren. Ich machte mein Freiwilligenjahr und kam nachher in ein« Provinzfiliale unserer Bank. Während dieser Zeit hörie und sah ich von der blonden Beria nichts b>« zu jene« Augenblick, in welchen ich mit ihr in der Nävmafchinrnhandlung zufa««entraf. Ebenso rasch wie ich sie, mußt« auch si« »ich «rkannt haben, denn der etwa« breitc>ewordene Mund (wie klein war er einst!) verzog sich im Verein mit de« stachelig spitzen Kinn (wie rund und voll war es vor zehn Jahren I) zu einem zärtlich schwärme, rischen Lächeln, zu jenem Lächeln, womit alte Mädchen eine ZukunstShoffnung zu begrüßen pflegen. Ich dew.hrte jedoch vollko««en «eine Ruh», da ja heute für «ich kein Grund «ehr vor« lag. diefe alte Bekanntschaft zu erneuern. Ander« schien Fräulein Berta diese« eigenartige Wieder-sehen aufzufassen. Die Kleine schöpft« irgend eine Hoffnung darau«. vielleicht sah sie in «ir gar oen wiederkehrenden Lohen grin, romantisch war sie dazu. Ihr« Litb«n«würdigktit. dir selbstverständlich weit die Grenzen der gebräuchlichen Umgaugs-höflichkeil überschritt, und die zärtlichen Blicke, die sie «ir fortwährend zuwarfen, brachten «ich in Verlegenheit. Mit jeder Sekunde wuchs die Pein-litte Situation. Ich tat zuvor, al« be«erke ich nicht« von allede« — in der Hoffnung, dadurch am besten drau« zu kommen; aber schon sah ich, wie die ander« V«rkäuserin lieblich «rötend her- ©rite 2 „^tsiiorr ■ Nummer 81 aber ein durch Begehrlichkeit andauernd erregter Mensch üben. Einer Leidenschaft sich entwöhnen, sällt selbst de« Tinzel«enschen schwer. Daß ein ganze« Volk freiwillig einer Leidenschaft entsagen wollte, ist ge-schichiltch noch nicht nachgewiesen worden; aber ein» Utopie ist e« zu glauben, daß zehn Völker aus höheren Wunsch oder Befehl gleichzeitig ihren leidenschaftlichen Begierden entsagen könnten. Wohl haben sich Denkweisen und Bestrebungen in den verschiedenen Völkern schon geändert, aber daS ist nach und nach geschehen und da« unabänderliche Schicksal hat sie gefordert. Wir sehen also, daß mit Entlagung die StaatSkrise nicht zu lösen und andererseits auch durch Gewalt nicht dauernd zu beseitigen ist. Wir »äffen un« nach anderen Mitteln umsehen. Be» trachten wir vorerst noch die Vorschläge, welche alt die einzig richtigen Mittel von den unterschied» lichen Politikern und Etaat««ännern angegeben werden. Da siub einige, die behaupten, da« beste Mittel sei der Zentrali«mu«. Sie verschweigen aber wohlweislich ihre eigentlichen Absichten, daß sie durch dies« Regierunq««»thode sonst nichi« er-reichen woll«n, al« die Knechtung der Minoritäten. Weil aber die anderen, die durch diese Methode eben .beglückt- werden sollen, die edle Absicht «erken, so nehme» sie dagegen Stellung; da« Prinzip kann daher nie durchgeführt werden, e« bleibt ein from«er Wunsch einzelner .Staat«« «änner" und wird nur wieder von Zeit zu Zeit unter de« entsprechenden Erguß von patriotischen Tränen zu« The«a einer großangelegten, staat«» «ännischen Geist bekundenden Parla«entSrede ver-wendet. Eine andere Sorte von gottbegnadeien Poli« tikern verlangt «it gleicher Simpliziiät die söge« nannte Ländera«tono«ie, beziehung«weise deren «eitestgehende Umgestaltung. Diese edlen Herren haben eben herau«gesunden, daß sie den ganzen Staat zu vergewaltigen zu schwach sind, daß sie aber in eine« Lande oder in mehreren Provinzen durch die Gunst der Verhältnisse die Mehrheit in den Landstuden für sich haben und dort ganz ge-«ütlich eine Gewaltherrschaft au«Lben könnten; sie find bescheiden, verlangen nicht den ganzen Staat, fie find vorläufig mit einigen Stücken zusrieden und fordern nur eine Sicherung ihrer Positionen. Wieder andere verlangen die Vorherrschaft einer Nationalität, wie e« in Ungarn so glücklich der Fall sein soll und wie e« einst Ti«za «it den Worten: „Eine Nation «üsse dem Staate da« Gepräge geben*, so einfach und har«lo« au«ge- Überblickte, wie der Komptoirist «ich unverschämt anlächelte und wie sich selbst da« Gesicht de« Hau«knechte« in schwatzende Breite zu einem oer« pändni«ooll n Lachen vollzog. Fräulein Berta verstand eS in echt weib-lich-rasinierter Weife in da« notwendige geschäft-licht G spräch Bemerkungen über unsere srüoere Bekanntichast einzuflechien. Ein Vorgang der mich nahezu rasend «achte. So z. B.: »Also ein« Nähmaschine. Herr U . . .• Zänlicher Blick, schwär«erischer Seusz«r, dann: Ach, wi« Ei« sich seit der Zeit verändert haben!" Da« Nennen meine« Namen» brachte «ich i« neue Verzweiflung. „Bitte. hier haben wir die Singer« Maschinen." Ich folgte ihr auf die andere Seit«. Drüben hob sie von «ehreren Maschinen di« Deckel ab, wobei si« be««rkie: „Nscher Blick, geschickt angebrachter Seufzer und — unvtrschämikS Lächeln de« Komploiristen und de« Hausknecht««. Ich sah ganz gedankenlos auf die Nähma-fch'N-n nieder, nur von einer Idee geleitet: Wie ich möglichst rasch diesem blonden Lebewesen au« den Augen kommen könn«. drückt hat. Aber abgesehen davon, daß in Ungarn diese Regierung«manier noch nicht glücklich zu Ende geführt erscheint und sohin zur Nachahmung noch nicht einladend genug ist, finde» sich bei un« wohl Völker, die die Funktionen deß Hammer« übernehmen wollten, aber keines will Amboß sein. Einige fromme Politiker wollen den Staat durch die Religion retten. Sie verlangen ganz einfach die unumschränkie Herrschaft der katholi-schen Kirche, beziehungsweise deS unfehlbaren Papstes. Der Plan ist wohl einfach und bequem, weil da«it alle Sorgen einfach eine« anderen Machifaktor zugeschoben werden. Aber die Ge-schichte zeigt unS. daß der Papst einstenS seinen eigenen welllichen Staat nicht glücklich machen konnt« und oft vor feinen eigenen Untertanen die Flucht ergreifen «ußte. Wo aber der Befähi-gung«nach-vei« fehlt, fehlt auch da« notwendige Zutrauen. E« erübrigt nur noch zu sagen, daß e« «it den Vorschlägen der Eozialisten, den jetzigen Staat zu vernichten, u« dann einen ganz neuen auszu» bauen, auch au« Mangel an Zutrauen sein üble« Bewenden hat. Fassen wir die Vorschläge aller dieser Staat«. Heilkünstler zusammen, so finden wir. daß dieselben an prägnanter Kürze der Bezeichnung nicht« zu wünschen übrig lassen. Mit einem Satze oder we-lügen Worten ist daS ganze Prinzip klargelegt. Wäre daS österreichische StaaiSwesen so pri-«ärer Natur, wie vielleicht irgend ein Negerstaat in Afrika e« ist, ich bin der festen Ueberzeugung, e« ginge an, denselben nach einem dieser Vor-schlüge regieren zu können. So aber ist unser Staat ein sehr vielgestaltiges Lebewesen, dessen viele inneren und äußeren Verletzungen kau« durch ein Unioersal«itt»l geheilt werden können. Wollte ein Arzt einen au« vielen Wunden Blu» tenden einfach da«it kurieren, daß er ihn über Aug' und Nase und den ganzen Körper «it Kollodium überstriche, so hätte er vielleicht wohl den Erfolg, daß die Blutungen aufhörten, ob aber der Mann darob gesund würde »erden, hätte man doch zu bezweifeln Berechtigung. Sollte die StaatSkrise gelöst werden, so kann die« nur durch Anwendung mehrerer Mittel ge-schehen und dieselben müßten so beschaff«» sein, daß sie die Billigung aller fänden; jede Berge-waltigung müßte vermieden werden. Oesterreich ist ein Staat, der ohne Beispiel in der Welt dasteht. Mit den parlamentarisch re» gierten Staaten Deutschland. Frankreich. Zialien, England u. f. w., können wir un« nicht ver» Pause. — Sin verhän^ni«volle« Etwa« schwebte in diese« Augenblicke über «ir. Ich hatte plötzlich da« Bewußtsein, daß da« Schicksal eben jetz, in «ein Leben eingreift. Berta fragte in de« Ton bestimmter Absicht-lichkeit, sozusagen unterstrichen, während dabei eine ganz leise Resignation ihre Stimme durch-zitterte: „Nicht wahr, die Maschine gehört für Ihre Frau i' . Ich zitterte. DaS war zu viel, entschieden zu viel. Wie sie mich dabei angesehen hatte: Fest und klar, al« könnte sie die »niwort auf be« Grund meiner Seele lesen. Ich wurde rot uud ver-legen, wie ein erwischter Schulbub. zögerte einen Augenblick und antwortete dann in ziemlich trockenem Ton: „Ntt", sie gehört für meine Schwester I" Damit war die Lüge heraußen. Warum ich ich loa! Ich mußt« lügen. Ich konnte einfach nicht ander«. Eine innere, unwiderstehliche Gewalt zwang mich dazu. E« war kein vorsätzlich gefaßter Entschluß zu lügen, sondern eine innere Noiwen-digkeit. „So, für Ihr Fräulein Schwester . . . Sie sind gewiß noch nicht verheiratet t" »Nein, ich bin noch nicht verheiratet", er-widerte ich mit einer Unverschämtheit, über die ich mich selbst wunderte. Bena« Lächeln war von diese« Augenblicke gleichen, weil dieselben Nationalstaaten sind, fte Einrichtungen derselben paffen für un« nicht. Wa« die Bielartigkeit der Bewohnerschaft» und noch andere Dinge anbelangt, haben wir «it Rußland und der Türkei einige Aehnlichkeit. Der» Einrichtungen passen für un« doch auch nicht, weil diese Staaten noch in Absoluti«mu« steck» und sohin un« gegenüber al« rückständig erschein» muffen. Wir können von ihnen nicht« lernen. Sollt» aber dieselben einmal in die Reihe der parla«». tarisch regierlen Staaten treten, dann dürsten sie wohl von un« etwa« zu lernen haben. Sind wir nun überzeugt, daß wir ganz ohne Beispiel in der Welt dastehen, so müssen unsere Siaat«einrichtungen, sofern sie alle Siaattbür»» befriedigen sollen, ganz dementsprechend geartet sein; wir können un« aus keine anderweitig» Analogien stützen. Unser StaatSgrundgesetz gewährleistet z. 6. jedem Staatsbürger Freiheiten, begleichen all» Religionsbekenntnissen. Wo bleiben aber die Fm. heilen der Nationalitäten? Die persönliche Freiheit der Staatsbürger gewährt wohl ganzen Nationalitäten durch Z». sa««enfaffung ihrer Anhänger die Krakt, de« vor. handenen Unmuie Ausdruck zu geben, aber z« Befriedigung der besonderen Wünsche und S?t>» suchten eineS Volkes reicht dieselbe nicht hin. Diese Arbeit obliegt derzeit der Regierung, die fie bekannt, lich nie vollbringen kann, weil sie dabei au» einet Zwickmühle in die andere kommt. Jede Nationalität müßte also zur Wahr« nehmung ihrer kulturellen und völkiichen Bestrebungen wie da» Einzel-Jndioiduu« vollstänlize Freiheit besitzen. Da» ist die Kardinalst» veru«^ die zur Lösung der Staat»krise ausgestellt werd» «uß. Jeder weiß bekanntlich selbst am beste», w» ihn der Schuh drückt. Wäre einmal die Gefa«tstaat«regierung tet Fürsorge für die speziellen Wünsche der einzeln» Nationalitäten enthoben, daun erst könnte sie »ch unbeirrt der Pflege der gesa«istaatlichen Jnteress» hingeben und dann erst würde sie auch aufhöre», die Zielscheibe de» Angriffe» aller zu fein. Mit der Freigebung der Nationalitäten müßte aber auch der. ßnauziesse Kommnui»«« aufhören, der heute besteht und die Haupiursach« unserer Etaattkrise bildet. Wenn mehrere einen Acker gemeinsam bv stecken, so muß voch darüber Klarheit herrsch», wie viel ein jed«r von der Ernte anzusprech» an noch zärtlicher a:S jrüver; sie verdoppelte ihn Aufmerksamkeit und Liebenswürdigkeit. Ich tat, als prüfte ich die Nähmaschine aas ihre Tauglichkeit, besah die Lager und ließ «>r einen Pcodestreiien nähe«, um da« Greifen ttip t» Siich der Maschine zu s'hen. Se bttverständlich verstand ich von vem Ganzen nicht«, da ich »ich nie in ähnlichrr Lag« mich befunden, »Di« Maschine g fällt mir", sagte ich, u» nur endlich da« ptinlich« Ges väst zu vollenden. Nachdem sie m r den Pcei« genannt uns ein» Blockzeiiel für di» Kassa geschrieben hatie, gab ich den Auftrag, die Maschine morgen de« Ko»-missar. den ich senden werde, au»zufolgen. Schon stand ich erleichterten Herzen» an der ftjfft un) bezahlte, al« Fräulktn Bena nochal» kam un» «ich neuerving« in« Geipräch zog. Ich renneri« g,g» di« Tür. Di« schöbe Berta solgte mir j doch Schritt auf Schritt. Al« sich der Winterjchuso». hang hinter un« geschlissen haue und wir am Sm-gani.«oestibül standen, legte sie ih-en Arm saitt auf den meinen und flötete im zärtlich.» fiieM» sopran: „N'cht wahr — wir werden un« cali» wiedersehe« ?" -Wenn e« ^hnen angenehm ist. «»in F-äit. lein?" »O. ich bitte — vielleicht holen S>e mich au« de« Geschäft ab, oder, wa« noch besser ist: Nummer 88 tobe. E« ginge doch nicht au, daß jeder nach Amdünken einheimste. Die Größ» der Arbeit«» leistung und die Meng» de« gelieferten Saatgute« müßten hiebei berücksichtigt werde«. Weil aber nur auf diefe »rt »ine Einigung zu er. litten wärt, fo dürfte wohl die Maßregel am zweckdienlichsten fein, d«>> gesamten Ertrag nach »wtm gerechten Verhältnisse zu teilen und fo jede« einen Teil zur ganz freie« Versügung zuzuweisen. Eo könnte dann jtder «it seine« Gelde machen, »a« ihm beliebte und e« gäbe keinen Streit «ehr. An der Hand diese« Gleichnisse« kom«en wir pr zweiten Kardinalsorderung. welche lautet: Alle Steuern und Abgaben de« Staate« »üßten für jede Nationalität getrennt eingehoben »nd verbucht und in einem gemeinsam nach Pro« zenltn festzustellenden Teilbetrag« zur freien Ver-sügung der Rationalitäten gestellt werden. Jeder anständige Mensch muß seine Au«, gaben »ach Maßgabe der vorhandenen Mittel zu regulieren »rächten; er «uß Hau«haltung lernen. Da« Gleiche gilt von den Völkern. Ihre Wünsche müssen mit ihren Mitteln in Einklang gebracht werden. SteiermärKischer Landtag. 3. Session, 7. Sitzung. Abg. Dr. Jurtela begründet den Antrag, betreffend die Gewährung von Notstand«unter» Sitzungen für die Bezirke Rohitsch und Si. Marein bei Erlachstein. Der Antrag wird dem Finanzau«. schliffe zugewiesen. Abg. Baron RotitanSky begründet den Antrag, betreffend die Unterstützung der von Hagel» schlag heimgesuchten Besitzer in den politischen Be» ,irken Groz Umgebung, firibni® und Voit«berg. Die Abgeordneten Brandt und Genossen richten eine Interpellation an den Statthalter, in »elcher sie «läge führen, daß sich trotz der in« Leben gerufenen Kontrolle de« Leben«mitielbeiriebe« i»«er mehr der Schwindel auf dem Gebiete de« Wein» und Most Handel« breitmache. Die Interpellanten heischen die«bezüglich schärfere Kon» trolle. Die Abgeordneten Einspinne?, Kleb«. Dr. Hofmant, v. Wellenhos und Genossen stellen und begründen den Antrag: Der Landtag wolle beschließen, der Lande«» ««schuß werbe beauftragt, die Regierung ent» schitdenft aufzufordern, zur gedeidlichen Entwicklung Der gewerblichen Fortbildungsschulen eine den An» fvrderungen und Erfuhrungen entsprechende DiSzi-yimar-Ordnunq, die auch auf dat Verhalten außer der Schule Rücksicht nimmt, ehemöglichst einzu» sichren. Die Abgeordneten Bran dl. St,eg. Frank «ad Genossen interpellieren de« LandeSau«schuß Ich werde Ihnen schreiben, wann ich über Zeit wxjüge. Ja?" „Ja." Jetzt riß «ir die Geduld. Ich em-»fahl «ich schleunigst, ergriff di« Türschnalle und flüchuie in« Gewühl der Straße. „Gott sei Dank!" dachte ich. .dem Frauenzi««er bist du entwischt. Man sollte e« gar nicht glauben, daß alle Liebe nicht rostet." * « Am nächsten Morgen gratulierte «ch «einer zrau und überreichte ihr die kleinen Geschenke «it Um Bemerken, daß da« Hauptgeschenk im Lause M Bormittag« kommen werde. Aus dem Wege inS Bureau beauftragte ich eirrn Kommissär, die Maschine abzuholen. während der langweiligen Amt«stunden malte ich «ir die Freude und Ueberraschung «einer guten Frau, die ihr da« heutige Geschenk bereite« wird, in lebhafter Weise au«. Und dann dachte ich. «ie sie «ich nachmittag«, wen« ich au« dem vitreau komme, empfangen wird. Ich sah alle« greifbar nahe vor «ir, so deutlich, daß ich darüber tie Akten zu erledigen vergaß und nur «einen Phantosiegebilden lebte. Endlich schlug die Stunde de« Amt«schluffe«. die ich heute fast nicht zu erleben glaubte. Ich eilte aus den bekannten Flügeln der Freude nach Hause, stürmte die Treppe hinauf, läutete an .... läutete nochmal« an ... . und noch einmal. E« rithct sich nicht«. »Ms wegen Einbringung eine« Gesetze« bezüglich der Ablösung der Wald- und Weide-Servitute«; die« elben Abgeordnete« interpellieren den Statthalter wegen de« vorgehen« de« Forstärar« gegen die servi«u>«b«rech»ig»«n Grundbesitzer. politische Kundschau. Wie ße es z« weudeu »iffe». Als die Cillier Gymnasialfrage die Gemüter in Erregung hielt, tauchte der Borschlag auf, das slovenische Gymnasium nach St. Georgen zu - bringen, damit aller Zwlst und Hader verstummen. Aber das war nicht nach dem Geschmacke der Pervaken, die in Cilli ErroberungS-gelüste betütigen wolle» und so verstanden sie sich denn dazu, dem Markte St. Georgen jede Zukunft abzusprechen und ihn al« daS reiufte Krähwinkel und weltverlorene Rest hinzustellen, in dem BildungSanstalten keinen Platz hätten, wobei daS Hauptgewicht auf die elenden Verkehrsmittel und die Abgeschlossenheit des OrteS gelegt wurde. Heute aber, wo die Gymnasialfrage noch pervakischeni Wunsche gelöst erscheint, wird von der pervakischen Presse mit Wonne die folgende Begründung einer landwirt» schaftlichen Schule für St. Georgen abgedruckt: „St. Georgen ist durch Eisenbahnen und gute Straßen in günstiger Verbindung mit dem ganzen Unterland«, besitzt eine Pfarrkirche, eine vierklassige Knaben-und eine vierklassige Mädchen-Volksschule, zwei Aerzte, einen Tierarzt, mehrere Kaufleute, Fleischhauer und Handwerker aller Art, ?c. -c." — Erkläret mir Graf Oerindur, diesen Zwiespalt der Natur! Kie Wirre« i« Nußlaud. Wo ist die Wahrheit? Die große Pr>sse, dieser Anwalt der jüdischen Interessen, setzt die folgende« sensatio» nellen Meldungen in die Welt: „Revolutionie-rung deS Heeres. In öffentliche«, Versammlungen erklärten mehrere Osfiz'ere. daß die liberale Bewegung aus die Sympathie von mehr al« zwei Drittel der Soldaten bestimmt zählen könne. In den Vorstädten mehren sich die Fälle, daß die Soldaten mit den Ausständischen gemeinsame Sache machen." Au« Berli«>wird dagegen gemeldet: „Die Kommandeure berichteten, daß unter den Soldaten ein« derartige Erbitterung gegen die Streikenden und unruhigen Elemente herrsche, daß sie für nicht« einstehen könnten. Die Erbitterung ist auf die Be-schneidung der Fleischportionen und die Verwen» dung der Truppen zum Polizeidienste zurückzu-sühren." Ebenso heißt e« in den die Erregung aus« Höchste spannende«, phantasievollen Berichten der großkapitalistischen Presse, daß der deutsche Kaiser den Turbinenkreuzer „Lübek" sowie acht Torpedo-booie zur Abholung der dem deutschen Kaiserhofe verwandten Mitglieder des Zarenhofe« nach Peterhof entsend-t habe. Dagegen verlautet au« unverdächtiger Quelle hinsichtlich de« Stande« der Dinge in Peter«burg: «ES fehlt an jeder Organisaiion zu einer geschlossenen Erhebung, keiner hat Lust, seine Haut wie in den Januar» tagen zu Markte zu tragen. Zudem macht die Re» gierung Ernst." Ein dritter Fall liegt bezüglich Odessas Habe ich mich etwa i« Hause oder im Stock» werk aeirrt k Unmöglich. Hier ist meine NamenStasel — »ch wohne bestimmt hier. Ich läute und läute. Dann klopf, ich. Srst leise, stärker, immer stärker. Ader »« ist umsonst. Stille. . ^ Sollte etwa« geschehen sei«? Rasch eilte ich zum Hau«besorger hinab. »Habe« Sie meine Frau nicht gesehen?" .Die Gnädige ist mittag« ganz verweint fort-gegangen und hat den Schlüssel hier gelassen . .Ganz verweint?" »Ja." »Und gesagt . . .?" .Gesagt hat Sie gar nicht«!" Ich nah« den Schlüssel, stür«te abermal« di« Treppe hinauf, öffnete die Tür und eilte in die Zimmer. Und wa« fand ich? Geöffnet« Kästen, zer-knitterte« Papier und di» Blumr«, di» schönen Zyklamen — Lili lieble die Zyklamen so sehr — lagen zerwühlt und zerpflückt aus dem Boden; die Nähmaschine aber — dies« entsetzlich« Näh» maschin« — starrte mich mit ihrem Räder- und Hakenzeug wie ei« Gespenst an. Auf dem Schreibtisch lag ein Zettel, von meiner Frau geschrieben, dessen rätselhafter Inhalt mir bi« zu diesem Augenblick gänzlich unrrklär-lich ist. Seite 8 vor. Wenn man den Berichten der „Neuen Freien Presse" Glauben schenken würde, so müßte man annehme«, di« Stadt s«i unter Brand, Mord und Plünderung d«m Untergange geweiht. Nach den Berichten einer steirischen Großfirma seien die« «ichtS andere« als Aufschneidereien, die in« Riesen» große gingen, denn die betrtffrnd« Firma wickle «ach wi« vor in größ«r Seele ruhe ihre Geschäft« >it diesem Handelsplätze ab. fußend aus ihr zu. gekommenen besten Nachrichten au« Odessa. ÄUS Stadt und Land. Todesfall. In Windischgraz ist am 26. v. der dortige Kaufmann und Realiiätenbesitzer Herr Josef W i n k l e r im 62. Lebensjahre gestorben. Aon der Aahn Die Bahnverwaltung gibt bekannt, daß ad 30. Oktober di« Verfrachtung von Eilgütern, dann von Biersendungen, lebender Tiere und leichtverderblicher War« südlich von Laibach wieder ausgenommen wurde. Aus der Fheaterkanzlei. Die für Dien«tag angekündigte Vorstellung findet nicht statt, weil in-zwischen der Mittwoch für eine Vorstellung frei wurde. An diefem Tage wird um 6 Uhr abend« die Operette „Der Zigeunerbaron" aufgeführt. Die Aufführung von „Dr« Meere« und der Liebe Wellen" ward auf Sam«tag, den 4. Nov-mber. überleg«. Da« bereit« angekündigte Gastspiel Dr. Rudolf Tyrolt« ist am Dien«taa. den 7. d. und Freitag, den 10. d. Zur Aufführung gelangen „Fuhrmann Hentschel" und .Familie Schimet". Aom 7ostdieulte. Dem Poslosfizial Karl Janesch in Marburg und dem Posta sistenttn AioiS Karba in Wien wurde der gegenseitige Diensttaujch bewilligt. Ireiwtllige Aeuerwehr gift. Am Sa«Stag hielt die Freiwillige Feuerwehr im Gasthof „zum schwarzen Adler" eine Kneipe ab, welche sehr gut besucht war und recht animiert verlief. Auch einige Gäste waren anwesend. Hiebei wurde auch der Beschluß gesaßt, heuer und zwar am 12. Dezember eine Julseier (Chrinbaumseier) größeren Stile« zu veranstalten. Zur Durchführung der vorbereitenden Arbeite« wurde ein Festausschuß gewählt, bestehend au« den Herren: Wehrhaupimann Ferjen. Haupt-mann-Stelloertreter Derganz. Karbeutz, K irdiaal, Evetanovi6, Balogh, Pernovichegg und Punger« schegg. — Sonntag vormittag sand «ine Ausschuß« sitzung und nachmittag ein Rapport statt. Merleele«, dem der Tag Allerheiligen voran» gegangen, bildet den Gedenktag an die liebe« Ver-storbenen, mit denen man im Lebe« vereint war und die nun ruhen in kalter Erde, nicht mehr de« LebenS froh, aber auch befreit voi aller menschlichen Sorge. Last. Feindschaft, Not. und ausge-nommen in ein bessere« Leben. Der November paßt zu einem Gedenktage an die Toten, trüb «nd ernst ist feine Stimmung, trüb und ernst find auch die Gesichter, die nun hinziehen zu den vereinsam- „Elender! Also da« ist deine Liebe!! Ich weiß alles!l Du haft «ich betrogen, hintergangen! Heuchler! Keine Minute bleibe ich länger in deinem Hau«! Hörst du: Keine Minute!ll Die Nähmaschine hat dich verraten. Ich weiß alle«!!! Ich lasse mich scheiden — scheiden für immer und ewig!!! Jetzt fahre ich zu meinen Eltern. Lili." Wie versteinert stand ich da. Wohl zehnmal habt ich diestn «it Au«» rusungSzeichen reichlich versehenen Zettel gelesen. JedeS Wort, jeden Satz studierte ich eingehend. Ich glaubte irgend etwa«, wa« «ich auf die Fährte de« Verständnisses sichren könnte, herauszufinden zu «üssen. Aber »«sonst. A« «eisten zerbrach ich mir den Kopf über die Beuierkung: »Die Nähmaschine hat dich un« raten!" Darin lag daS Rätselhafte, da« Undegreif-liche. Wie kann eine Nähmaschine etwa« verraten, wa« nicht geschehen ist? Ja. wie kann sie über-Haupt etwa« verraten? Und dann überhaupt die ganze Situation: So unglaublich, so verzweifelnd dunkel. Meine kleine, kluge Lili, meine süße Frau ist mir davongelaufen. Mir — der mit ihr bi«her im innigsten Einverständnis lebte! Uno scheiden will sie sich lassen .... Scheiden! Hört ihr«, ihr Götter: Meine kleine Lili will sich von «ir auf ewig scheiden lassen I Seite 4 Stummer 88 ten Grabhügeln, um fie mit einem Kranze der Erinnerung zu schmück«» und Tränen de« An-denken« zu weinen. Z»er ArSßmwterj Au« allen Orten de« Unierlande» erhallen wir Nachrichten von den Schäden, die der ungewohnte frühe, auSgiebige Schneesall und die Froststarr« angerichtet hat. Na-«enllich im Sanntalk hat der Schnee an den teil« weis« noch belaubten Bäumen, sowie an den Spät«, flüchten, die noch am Felde waren, an Laube u. s. w. angerichtet. Auch au« Rann wird un« wenig Ersrtulichk« berichtet. Am 24. Oktober hat e« dort zu schn.ien begonnen und e« schneite durch 24 Stunden ununterbrochen fort. D r Schaden an den Bäumen ist bedeutend. Die Telegraphen-Heilungen wurden an verschiedenen Orten zerstört. Nur wenige alte L«ute können sich auf einen der-artigen Schneesall im Monate Okiober erinnern. ' Schanbühue. Da« .Veilchenmädel", — der bekannte blühende Unsinn, dem nur die reizende einschmeichelnde Musik von HellmeSberger zum Siege verhilst, kam Sonntag trefflich einstudiert, zur Aufführung. Als Flora Siiebelli glänzte Frl. Muck mit kräftiger und hübscher Summern« saliung. flauem Spiel und eleganten Toiletten. Recht in seinem Element war Herr Siege, und ^errang in«besonder« alt verkleidete Ballerine stür-mischen Beifall. Vorzüglich gab Herr Fischer den Grasen Willy. Ein launige« Paar waren Frl. Schlocker und Herr Mahr. Herr Bertini sang seine Partie in geschackooller Weise. Die Inhaber der übrigen kleineren Rollen reihten sich würdig dem Ensemble an. Einzig einen Fehlgriff schien die Re..ie in der Besetzung de« .Veilchenmädels* getan zu haben. Achtung auf futsche Kronen. In letzterer Zeit ist e« wiederholt vorgekommen, daß selten« der Geschäftsleute falsche Kronen eingenommen worden find. Die Falsifikate sind au« leichterem Meialle gut gelungen herg stellt, stnd aber leicht daran zu erkennen, daß die Randschrifi ganz fehlt oder über schlecht kenntlich is^ Ausmerksamkeit beim Geldeinnehm-n geboten! Aür da« allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht Am Sonntag fand im Gan Hause „Zur grünen Wiese" eine sozialdemokratische DemonstrationS-Versammlung für daS allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht statt. An derselben nahmen auch die slovenisch-nationalen Arbeiter unter Führung des Schlosiermeisters Rebek teil. Die sechzig Köpse zählende Versammlung wählte zum Vorsitzenden den Rechnung«-sührer der Arbeiter-Krankenkasse Majcen. In längerer Rede sprach der Grazer Gemeinderat K. Sonnleitner, ausgehend von der Besprechung de« Verhältnisses zu Ungarn, über die sozialdemokratische Forderung nach dem allgemeinen, gleichen und direkten Wahl« recht. Er schloß seine Rede mit der Drohung, mtt allen jenen, die dieser Forderung der Sozialdemokratie Widerstand entgegensetzen wollen, „russisch" sprechen zu wollen. Nach fern sozialdemokratischen Redner ergriff der Schlossermeister Rebek im Namen der slovenischnationalen Arbeiterschaft das Wort. Er trug Und warum da« alle«: Einer Nähmaschine wegen! Ist da« nicht zu« Tollwerden? Ich wundere wich nur. daß ich noch nicht in« Jrrenhau« ge-tommen bin. E« ist selbstverständlich, daß ich sofort an meine Frau schrieb, fie bat und beschwor, mir nähere Autkunft zu geben. Ich legte ihr nahe, daß sich vielleicht ein Mißverständnis zwischen un« geschoben hat. Umsonst — keine Aniwort. — Jetzt nehme ich mir Urlaub und fahre ihr nach zu den Eitern. Ich nill Klarheit haben. — Volle Klar« heil — diese« Du >t»l muß gelichtet werden. Ich kann «ich ja nicht einmal meinen Freunden an-vertrauen, denn die ganze Well lacht »ich au«, wenn ich sage, daß sich mein« Frau einer Nähmaschine wegen oon «ir scheid«» lassen will! » • Heute nacht« ist «ir etwa« eing«fallen, etwa«, an da« ich noch gar nicht gedacht habe. Wenn etwa — vi lleicht — an Ende gar duse B-ria, diese grellblonde Berta, eine Mitteilung durch den Ko«missionär oder — schrecklicher Gedanke! — einen Bries beigelegt hätte und der meiner Frau in die Hände fiel ? Aber trotzdem fahre ich meiner Frau nach, denn ich bin unschuldig, xäilzlich unschuldig! Da« weiß die ganze Welt. Nur diese elende Näh« Maschine brachte meine Unschuld in schlechten Ruf. den Sozialdemokraten Waffenbrüderschaft an und^ erklärte sich mit ihnen einig in der Forderung nach dem allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrechte, daS den Slaven zu entsprechendem Einflüsse verhelfen werde. DaS Privilegienparlament müsse hinwegge-räumt werden. Rebek, sowie d«r nachfolgende Redner Zavrsek sprachen slovenisch. Die weiteren sozial-demokratischen Redner Majcen und Kost ergingen sich in scharfen Ausfällen gegen die deutschnationale Arbeiterschaft Cillis, 'die Cillier „Deutsche Wacht" sowie die deutsche Bürgerschaft Cillis. Ihre Ausfälle wurden von der slovenischnationalen Arbeiterschaft bejubelt. Majcen bezeichnete sich als Sozialdemokrat, der es niemals verleugnen werde, mit Leib und Seele Slovene zu sein. Zn Cilli habe überhaupt niemand ein Recht, sich als Deutscher zu bezeichnen. Von Seite der slovenischen Führer EilliS nahm Dr. Sernec jun. an der Versammlung teil. Di« sozialdemokratischen Versammlungsteilnehmer sangen nach Schluß der Versammlung das Arbeiterlied. Zieülageusmerter Selbstmord. Mittwoch, den 13. v. ging der Ledergerbermeister Herr Ferdinand G o r i t s ch a n au« Großsonniag nach Frievau, beglich dort verschi«d«ne Rechnungen, begab sich dann nach Luttenberg, wo er noch «inen Einkauf besorgt« und ging dann in seinen Weingarien. Dort ordnete «r verschiedene Ang«ltgenheii«n und schrieb «inen Brief an da« Bezirksgericht Frieda», in welchem er die Verhängung de« Konkurse« über sein Vermögen verlangt haben soll. Freilag machte er dann seinem Leben durch Erhängen ein Ende. Der Unglückliche war ein hochanständiger, ehrlicher Charakter und großer Wohltäter der Armen. Familienzwist uns geschäftliche Sorgen haben den Bedauern«w«rte» in den Tod getrieben. Kotschlag. Der 52 Jahre alle Taglöhner Michael O i i j n i k aus Dodrina war kürzlich am Lendplatze in Marburg mii dem Ausladen von Brennholz aus einem Floße beschäftigt und geriet mit dem 4V Jahre allen Taglödner Ludwig K o c i a n, wegen der Entlohnung in Streit, wobei ersterer dem Kocian einige Faustschläge inS Gesicht versetzte, während Kocian mit einem Schlüssel dem Oiiznik einen solchen Schlag auf den Kopf ver-fetzte, daß dieser zu Bod-n sank und bald mit Blut überströmt war. Ocizaik konnte konnte sich noch selbst die Kopswunde bei der Drau aus-waschen, ging nach Rolhwein in seine WohnttNg, doch haltt er die Sprache verloren, wurde im bewußtlosen Zustande in daS allgemeine Krankenhaus gebracht, wo «r am 25. v. infolge d«r erlittenen Verletzung starb. Au« 2. Movember. Ein dorniger Lebens-psab, reich an Leiden und Kränkungen war eS, t>en Mari« Aniomette, die unglückliche französische Königin, wandeln mußle, ehe der Tod durch da« Fallbeil ihrem qualvollen Dasein ein Ziel setzte. Der 2. November jt ihm in« G.fängni«, würd« aber zu Anfang de« Jahre« 1793 vom König« getrennt, den si« dann «rst unmittelbar vor seiner Hinrichtung noch einmal — um Abschied z» nehmen — wiedersehen durft«. In raffiniert« Weise entriß man der Schwergeprüften bald daraus ihr« Kinder 'und beraubte si« damit de« letzte» Trostes und der letzten Freud«. Die Türen der Eonciergerie, jenes furchtbare» Kerker«, schlösse, sich hinter ihr und als man, nach einem miß-glückten BefreiungSversuch von feiten des Äe« fangenwärter« sie wieder au« ihrer Zelle hervor« führte, da geschah e« nur. um die unglückliche Frau vor da« RevolutionStribunal z» stellen uid ihr hier nebe» der Beschuldigung, Frankreich oer-raten zu haben, die abscheulichste und niedrigste Anklage entgegen zu schleudern, die nur der Haj zu ersinne» vermag, indem man sie der Verführung ihre« eigene» Sohne« zieh. Stolz und voller Hoheit entgegneie die bedauern«werte Märtyrerin : „Ich apelliere an alle hier anwesende» Mütter, ob solch' Verbrechen möglich ist!' Ver« geben« versuchte die Unglückliche, sich vor b» HenkerSkntchien, die sich ihre Richter nannten, z» verteidigen. Am 16. Ok>ob«r de« Jahr«« 1798 um 4 Uhr morgen« verurl«ilt« da« rot« Tribunal sie zum Tod« und um di« Mittagsstunde desielde« TageS rollte da« schöne, stolze Haupt d«r kömq-liehen Dulderin, — die man ungrachttt ihrer völ, lige» Erschöpfung gezwungen hatt«, einen zwei-stündigen Weg bi« zum Richtplatz« zurückzulege» — in den Sand und da« Blut «iner schuldlos Gemordete» schrie zum Himmel. — Die G-bei« Maria Antoinette«, die ansang« neben denen ihiei Gatte» auf kern Kirchhof« Madelein« geruht baue», wurde» später — nach der R stauralio» —, « der königliche» Gruft zu St. Den,« beigesetzt. Modische Meffermirtschaft. A« Samitq u« 8 Uhr spielte sich in der G-azerstraße >n 0« Nähe de« Hotel« Terschet ei» aufregender Vorsal ab. D«r 23jährige Taglöhner Joses Podergais au« Unier«Köiting steht scheinbar schon seit längerer Zeit mit de« Grunvbesttzer«sobn Johau Velens k au« Bischosoorf in Femoschaft. Lii Podergai« a« erwähnten Abend« >» der Grazer« straße dem Vtleniek begegnete, enstand sofort e» Wortwechsel zwischen ihnen. PodergaiS stieß lx» Velenfek mehreremale gegen die Brust. Der Gc»»»« , befitzerSsoh» Dollar au« Unter-Kötting legte sich in« Mittel und wollte di« Beiden beruhigen. Da zog Podergai« fein Taschenmesser und oerittztetxa Dollar zw«i Stiche i» den linken Arm. Pooer aii würd« oon dem Wachmann« Sapuschek oerfcaftet und der Eicherheit«wache übergeben. Dollar rauiix auf d«r Gicherdeit«wachstubt vo« Wachführir Zintau«r «in Noiverband anqelrgl. Podergai« wurde dem Strafgericht« übergeben. Meiteustei» (Wähleroersammlung.) Der Re>ch«rai«abgeordneit Dr. I Pommer. der gegenwärtig wie alljährlich seinen Wahlbezirk be« reist, sprach am 26. d.. abend«, im Gastho'e Z. Tepp i in Weitenstein vor seinen sehr zahlreich n> schienenen Wählern. Bürgermeister Dr. Ru»°Is Lauintr eröffnet« di« Ansammlung und üd«r sein« Vorschlag würd« der Gui«desitzer Ed. Mulley Vorsitz nden gewähli. Nachdem dieser in h rziich-r Ansprach« den Abgeordnet»» begrüßt und dess» vielfältig« Verdienste um den Wahlbezirk betont hatte, «griff D. Pommer zu «inet fast zweistündigen Red« da» Won, in welcher« «r mtde« sondere da« Verhält»,« zu Ungarn und du flöt» wendigk.it einer vollständige» Trennung und rei» Kummer 88 ,9entr*c Seite 5 llchen Scheidung von demselben besprach. Ueber ewe Anregung des Vorsitzenden Ed. Mulley, der 8) alS entschiedener Gegner de« allgemeinen ahlrechte« bekannte und darin eine Mobilisierung »er Massen zur Vernichtung de« Deutschtum« in den gemischtsprachigen Ländern erblickt, besprach fr. Pommer auch diese heute im Vordergrunde stehende Frage sehr eingehend und erklärte sie nur Hain für erörterunk«sähig, wenn durch weitgehende Kicherst, llungen die deutschen Minderheiten ge» schütz« würden. Nachdem der Vorsitzende dem Ab-«ordneien den Dank und die Anerkennung der Versammlung, sowie da« -vollste Vertrauen der vählerschaft ausgesprochen hatte, beschloß die Versammlung auch noch einstimmig eine Auf« fordtrung an den verdienstvollen Abgeordneten, er ai.i« im Falle der Auslösung de« Abgeordneten-Hauses auch weiterhin seine bewährt« Kraft de« ctg bedrohten Wahlbezirke widmen, wa« Dr. P«»mer auch freundlichst zusagte. SUnii (Wählerversammlung.) Ea«»iag, den 23. d. fand im „Deutschen Heimln Rann eine Wählerversa««lung statt, bei wel-cher der Reich«rat«abaeordn,te Herr Professor Dr. Pommer seinen Rechenschast«bericht erstattete. Den Bor sitz führt« Bürgermeister Herr Fale«-chini. Die Versammlung war sedr gut besucht, votzv'M am gleichen Abende die Abschitd«stier für den scheidenden Bezirk«' ichter Herrn Roth, welcher »ach Mahrenberg übersetzt wurde, ebenfalls im .Deutschen Heim" stattfand. Dr. Pommer sprach Aber s ine eigene Tätigkeit im Parlament, über »je Tätigkeit seiner Partei und die wichtigsten poli-lichen Ereignisse, besprach dann in au«führlicher Keife die Gewerbe'eform und den unaarischen >u«flleich und erntete mit seiner Rede stürmischen deisall. Oberlehrer Herr O r n > g >prach Herrn Dr. Pommer im Nimen der Versammlung den Dank und die Anerkennung für feine erfolgreiche »nd eifrige Tätigkeit au« und pab dem Wunsche Iu«druck, Herr Dr. Pom«er möge bei der nach-ßen Wahl sich wieder um ^pa« Mandat bewerben. Die zustimmende Antwort wurde unter großen ?»>soll«bezeu ungen entgegengenommen. Hernach hlieden vie Teilnehmer der Versammln»» noch lange bei Lied und Wort beisamm n. Angelegen-heuen der Stadt Rann wurden privatim mit ven Heiden Bürgermeistern besprochen. Am nächsten la.it wurde die neue Brücke besichtigt. Die Ber-sammlung in Rann war die 8V.. die Dr. Pommer »ährend sein-r Tätigkeit al« Reich«rai«abg»ord-»eter in seinem Wahlkr.ise abhielt. Die Versamm-lang in Lichienwald konnte nicht abgehalien wer-ten. weil e« dermalen an eine« geeigneten Ruume zebricht. FrifaU. (Sängerbund.) Am 25. b. «rde in der Werk«restau> ation »die vie«jährige Gtk«raloersammluog de« Triiailer Sängerbünde« «bg holten. Obmann Herr Jng. Kraßnigg berich-«eie über die Verein«ta»gteit, woraus Herr Lehrer Falk den Sassebericht erstattete. Ja den Ausschuß »»rden folgende Herren gewählt: Dr. Aloi« Herzoi, Od«ann. In». Fr>tz Drolz. Obmann-Ki'lloeriieter, Ledrer E»>l Vole, Chormeister, Eüodahnadjunkt Fritz J«da, Chormeist r-S-elloer treier, Welk«beam>er Einst Walla, Schriftführer, viarkscheider Georg Wiegele. Kassier, AusseKer Joses Spinaler, Archivar, Markscheider Johann lbtzer, Oekono« und Bahnb am«er Siegfried Müller al« Hornju, f«. Herr Jsda dankte dem bltheriaen Obmann Zng. Kraßnigg. sowie auch hm anderen scheidenden Au«fchußmitgliedern für hie zielbewußte, ersprießliche Taugtet», woraus H'rr Dr. Herzog den Vorsitz übernahm und die Dedane über die freien Aniräge e> öffnete. E freu-!iche>weise ist die Zadl der Mitglieder au' 25 ge st.egen und bei der nunmehr»»«« guten Stimmen tesetziilig bärste dir Sängerbund schon zu d'N veid»^cht»n mit «iner Liedertafel wieder vor die Oiffe il'chkeit »reien. Man «ir» «ernünftiger. Bekanntlich hat sich die Gemeinde St. Geogen a. d. Süddahn ge-teilt in »ine s-lbständige Gemeinde und eine Ge-«einde „Umtiebuna St. Georgen", Für beio^ be-stand «in« Feuerwehr, die nun für di» Markt-sememde allein bestehen soll. Di« Umqebunn«ieuer-»ehr will nun eine «ig«ne F'uerwehr gründen — naiä lieh eine slovemiche — aber e« will »>ch>« N chie« zustande kommen. M >n scheut nämlich da« veispi'l der Feuerwehr von Krajnc'ca. So lang« hiese Feuerwehr deutsche« Kommando haue und fich um die peroutiict.« Hetze nicht kümmert«. blü.te md ge ieh si«. Sobald sich aber die Pervak>n t>r« selb n annahmen und da« slovenisch« Kommando eingesührt war. ging «« abwärt«. Die ruhiaen und vernünstioen Mitglieder traten au« und schließlich am dir Feuerwehr auf die Tro«m«l. Diese« ab-chreckende Beispiel dafür, wie weit die pervakische Verhetzung führen kann, hält auch die meisten Leute in der Gemeinde Umgebung St. Georgen ab. »ch einem pervakifch«« H tzinstiiute anzuschließen. Die Domovina schreibt folgende« über diese Ge-chicht«: .Die Gemeinde Umgebung ober wird sich hre eigene Feuerwehr schaffen. Sie besitzt bereit« >ie nötigen Geräie. da« sind jene der aufgelöst«» Feuerwrhr Krajncica, die der Bürgermeister bei der össenilichen Versteigerung am 19. Oktober erstanden ha». Der Bürgermeister ließ schon wiederholt die L«ute zu ein«r gründenden Versammlung einladen, welch« aber niemal« stattfand. So berief er auch ür Sonntag den 23. d. «in« Versammlung im Üakner'schen Gasthaus« ein. Hiezu war auch d«r gewesene Hauoimannstelloertreter der Markt-Feuer-wehr Jakob Kukovic vulgo Spreicek geladen. Der-elbe wurde »»»geschlossen, weil er deutsche E j e l e i e n i« Vorhinein bringen wollte. Da« deutsche Kommando ist unter den deutschen Eseleien gemeint Am. d. Schristl.) Er wurde geladen, damit er die Versammlung leite und dann zum Haupimann der neuzugründenden Fenerwehr gewählt w-rbe. Er kam tatsächlich mit großer Kurage und nah« sich einen seiner Anhänger «it; einiqe andere warteten schon auf ihn. Auch unser Bürgermeister schlug sich auf feine Site. Da« hätten wir von unserem sonst so strammen Bür» germeister nicht geglaub», daß er e« mit einem Menschen hält, der seine Nation und Sprache ver-achi^i, und sie bei jeder Gelegenheit schmäht (Herr Kukovic sagte nur da«, wa« jeder vernünf-itge Slovene denkt, daß die deutsche Sprache wie überall so auch bei der Feuerwehr notwendig fei. A»m. d. Schristl.) Da« ist traurig und da« müssen wir un« merken. Die Rede de« Kukovic war durch und durch ein« Herausorderung de« Nanonalgesühl« der Slovenen. Die« sagten ihm auch drei slooenische .Jünglinge" (Wir kennen dies« „slovtnisch«n Jüngling«" l flnm. dir Schrist.) in« Gesicht, welche sich zum Glück in diese« Gast. Hause b fanden". (Also nichts zu reden hatten. Die drei .Jüngling«" wurden übrigen« vedörig abges rligt, sowohl von Kukovic wie vom Bürger-meist», fliim. d. Schristl.) Der Berichterstatter b»r Domov na schließt mit den Worten: .Lieber keine Feuerw«hr, al« wie «in« deutschtümlerisch« Miß geburt! Kukovic mög« sich um sein Hotel bekümmern, nicht aber um da« deutsche Kommando in unserer Feuerwehr." — Man sieht, wie weit di« Dummheit bei einigen verhetzt«« Leuten gehen kann, baß sie selbst das Beispiel von Krajnica nicht zur Vernunft bringen kann, und es lieber haben, daß ihre Häuser in Brand ausgehen, als deutsche Kommandoworte zu hören. Zum Glücke sind daS Leute, die am aller-wenigsten zu reden haben, und die leicht reden können, da sie kein Hab und Gut haben, daS vor einem Brande zu schützen wäre. Dem Bürgermeister der Ge > einde Umgebung St. Georgen und dem Herrn Kukovic gratulieren wir zu ihrer strammen Haltung und wünschen, si« mögen sich im Interesse des Gemeinwohles nicht beirren lassen durch Anflegelungen gewissenloser Bolksverhetzer und unmündiger Jungen und sich stets das Beispiel von Krajnica vor Augen haften. Der Unterstützung von deutscher Seite aus sind sie sicher. 5e»tscher Sch»l»erei». In der Sitzung des engeren Au«'chusse« vom 25. d. wurde dem deutschen Männ r-G»sang»erein in B.-Trü au. sowie dem deutschen Turnverein in Mähr.-Onrau für gewidmete Beiträge und Spenden der pezie-mende Dank »»«gesprochen. Allgemeine Teilnahme erweck'« die Nachricht von dem Ableben de« lanajädriaen un«rmüolich«n Zahlmeister« drr Ort«. Oiupp« iu Ni«d«rurund — be« H«rrn Fabrik«, btiitzer Anton R'chier. Der Fachschule für Holz> Industrie in Gotisch« wurden 10 Stistplätze sür arme deutsche Zöglinge bewilligt. Dr. Siepan er-stuiteie B. richt über seine Beteiligung an der Ein weihung der deutschen Schule in Untergroichum, ferner über feine Besuche von Stritschiß. Bowitz, Ltnven. Dann gelangten A-igeleg nheiten der Ber ein«anstalten Laidach, Nemowitz, Lichienwald, P,l>en und Sieinaujez? zur B.ratung und E>le diguiig. Schließlich wurde die Bestellung oon weiteren 12 Bezirttwanderrednern genehmig». EUNer Stadtverschj»--üfCCUUl r««gs»ereii»es »ei Spiele», Mette« «nd Legaten! Oeffentliche Danksagung. Mit herzlichem Dank bestätigen wir Unter-zeichneten den Empfang von Eintausend Kronen, welche zum Andenken an die heim-gegangene Anna Sibylle ?reiin Zöge von Manteuffel und nach ihren letztwtlligen Verfügungen für die Armen, Aranken und Schul-kinder der drei Pfarrgemeinden Hochenegg, Neukirchen und NeuhauS uns zngefendet worden sind. ' Andreas VodnSek Pfarrer in Hochenegg Dr. Leopold Gregorer Dechant in Neukuchen. I Fritz Kukoviö Pfarrer in NeuhauS. 1128 Gerichts laut. per Wie bereits berichtet, fand am Samstag vor dem k. k. Kreis« als Erkenntniigerichte Cilli unter >em Vorsitze des k. k. LandesgerichtSrateS Dr. Roschanz »ie Slrafverhandlung gegen den 26jährigen, in Cilli geborenen, wegen Übertretung gegen die körperliche Sicherheit und wegen Übertretung gegen die Sicherheit des Eigentums vorbestraften Elektrotechniker Heinrich K a n d o l f statt und endete mit dessen Verurteilung. Die Anklage legt Kandoli folgendes zur Last. In der Nacht vom 6 zum 7. August d. I. wurde in der Kanzlei des Rcchtsanwaltes Dr. Vre^ko in Cilli eingebrochen. Der Täter benutzte eine in der Ztähe des Tatorte« stehende 2 m hohe Kiste. Bon dieser stieg er auf die Estrade, auf welche bi« Kanzleifenster münden. Von dor» gelangte er nach Eindrücken eines Fensters in die Kanzlei, erbrach zwei Schreibtische und entnahm auS denselben einen dem Advokaturskandidaten Dr. Pegan gehörigen Betrag von K 154 94 unb einen dem AdvokaturS« beamten Michael Breiko gehörigen Betrag von K 3. Der Verdacht, bie Tat begangen zu haben, fiel als-bald aus Kandols. Derselbe zechte in der kritischen Nacht von l/t biS */<10 Uhr in ber Kasseeschenke der Christine Krobat. welche in demselben Hause wie die Kanzlei des Dr. Breiko sich befindet. Als die Kasseeschcnkin infolge eineS Unwohlseins in den Hof ging und sich auf eine dortselbst befindlich« Bank niederließ, kam gleich nach ihr der Beschuldigte herauS. Ohne sie in der Finsternis zu bemerken, trat er 6 biS 7 Schritte nach allen Seiten sich umsehend in den Hof hinaus und blickte besonder« auffallend nach der im rückwärtigen Trakte gelegenen Kanzlei des Dr. Bretto, augenscheinlich um sich über die Vage derselben klar zu werde«». Als sich dann zwei» mal nacheinander die Haustüre öffn, tc und HauS« einwohner nach Hause kamen, ging der Beschuldigte jedesmal nachsehen, wer gekommen fei, und bemerkte zu ärau Krobat, daß el nicht gut sei. daß die Haus-türe versperrt sei, fie sollte offen gehalten werden, damit Gäste von rückwärts in den Kaffeeschank kommen könnten. Um 12 Uhr nachtS sah der dienst-habende Wachmann Franz Michelag den Beschuldigten auS dem Hause Nr. 2 am Hauptplatze, wo er wohnte, herauskommen. Kandolf machte dem Wachmanne im Lause rines Gespräches die Mitteilung, daß er kein Geld habe. Hierauf entfernte er sich und war von 12 biS '/,2 Uhr im össenilichen Hause in der Gisela« straße, wo er eine Zehnkronennote wechselt. Zwischen II und 12 Uhr nachts wechselte er ebenfalls eine Zehnkronennote bei der Kellnerin Mizzi Pulko im Hotel „Stern", und bemerkt« zu ihr, als sie sagte, sie werde das am Tisch« liegend« Geld einstecken. „DaS wäre kein besonderes Unglück." WeiterS machte sich Kandolf, der sich notorisch in sehr „ iß« lichen Berhältnissen befand, und vor dem 6. August kein Geld hatte, am Tage »ach dem Diebstahle durch mehrere größere GcldauSgaben verdächtig, ohne die Herkunft d«S Geldes in glaubwürdiger Weise nach-weifen zu können. So bezahlte er am 7. August, eine öOftronennote wechselnd, feine seit mehreren Monaten ausstehende Schuld von K 20 beim Goldwarenhändler Zoses Zicha; bei Adolf Engel zahlte er K 10, dem Franz Suppanz ohne dessen Auf- Seite 6 Wacht- forbetung eine Schult von E 2.40 unb mehrere kleinere Schulden, wobei er auch in verschiedenen Gasthäusern Zechen machte. Entschieden war es auf-lallend, daß Kandolf, der sonst ein saumseliger Zahler war, gerade am 7. August, also dem Tage nach dem Einbr»1sdiebstahle, sich seinen Gläubigern gegenüber io wohlwollend zeigte. Für die Zeit von 10 biS I t Uhr der genannten Nacht, konnte der Beschuldigte kein Alibi nachweisen. Während der Beschuldigte tagS-über biS zur Dämmerung einen lichten Anzug hatte, vertauschte 'er ihn in den Nachtstunden mit einem dunklen. Seine Angaben über die Herkunst deS Gelde» sind sehr widersprechend. So sagte er zu Josef Jicha, als er die öOKronennote — eine solche befand sich unter dem bei Dr. Vretto entwendeten Gelde — wechselte, er habe fie von Maria Lreöko in Ostroschno, der er den Kauf eines Musikautomaten einleitete, als Angabe erhalten, später behauptete er, er habe sie sie am Samstag den 5. Aug ist von einem unbe» kannten Herrn, dem er elektrische Bedarfsartikel ver-, kaufte, erhalten. Kandolf wird weiterS zur Last ge-legt, er habe sich im Januar 1904, als er im allge-meinen Krankenhause in Sllli eine Arbeit zu verrichten hatte, drei Doppelelemente angeeignet. Am l. August 1904 habe er ferner dem damaligen Gast-wirte beim .HubertuS" in der Laibacherstraße, Franz Fischer, unter liftigen Borspiegelungen den Betrag von X 200 herausgelockt. Kandolf wies ihm eine allerdings echte Zuschrift der Kurhausver-ivaltung Sauerbrunn vor, worin ihm elektrische Arbeiten übertragen wurden, gab jedoch als zu er» wartenden Verdienst den Betrag von K 14CK) an, während sein Verdienst tatsächlich nur K 413.52 betrug. Auch Dr. Vreiko gewährte dem Beschuldigten anfangs Jänner 1905 ein Darlehen von K 200. Kandolf schützte vor, er sei in großer Geldverlegen-heit und habe in der Erwartung, taß ihm die Telephon-anlage zwischen dem „Narodni dorn" und der „zvezna tiSkarna" von Dr. Brekko übertragen werde, Materialien bestellt und könne di« Nachnahmesendung nicht auslösen. Kandolf wußte aber ganz gut, daß doS Geschäft nicht Zustandekommen werde. Dr. Vretto verlangte zur Sicherstellung jenes Darlehens einen von den Eltern, Heinrich und Rosa Kandolf, als Bürgen mitunterfertigten Wechsel. Kandolf fälschte die Unterschristen feiner Eltern. Endlich eignete sich Kandolf im Mai 1905 eine der Freiwilligen Feuer-wehr gehörige Leine mit eisern r Haspel im Werte von X 5. In der Exekutionssache der TelefonfabrikS-Aktiengesellschaft vormals I. Berliner in Wien gegen den Beschuldigten wegen K 662.87 im Reste von X 404.87 wurden am 30. Juli mehrere im Besitze des Beschuldigten befindliche Apparate und Bücher gepfändet und im Protokolle verzeichnet. Bei der Ber-steigerung am 16. August fehlten dieselben und es erzielte der Gläubiger nur einen Betrag von X 6 29. Kandolf stellt sich bezüglich aller Anklagepunkte auf den Standpunkt des Läugnens. Vor allem bestreiket er den Einbruch bei Dr. Vreöko mit aller Ent-schiedenheit und behauptet, er habe am 6. August noch einen Betrag von X 110 gehabt, welchen er zurückgelegt habe, um den rückständigen Mietzins zu bezahlen. Da aber der Hausherr am 6. August nicht Nummer 38 kam, hab« er denselben angegriffen. Die Elemente im Krankenhause mitgenommen zu haben, gibt er zu, behauptet aber, daß sie unbrauchbar und infolgedessen wertlos gewesen seien; waS aber durch die Aussage deS als Zeugen vernommenen Elektrotechnikers Cyrill Schmidt widerlegt wird. Kandolf bestreitet auch bei der Kontrahierung der Darleihen, sowohl bei Dr. Vreöko, wie bei Fischer eine Schädigungsabsicht gehabt zu haben. Ebenso bestreitet er die Absicht gehabt zu haben, sich die Feuerwehrleinen aneignen zu wollen. Bezüglich der ExekutionSvereitlung sucht er sich damit zu entschuldigen, daß er angibt, er sei bei der Pfändung nicht zugegen gewesen. Der Ankläger, StaatSanwaltstellvertreter Dr. Boschet, hält in längerer Rede die Anklage vollinhaltlich ausrecht und sucht um Schuldigsprechung deS Angeklagten bezüglich aller Anklagepunkte. Verteidiger Dr. von Jabornegg bestreitet in längerer Ausführung die Anklage und bemerkt, eS wäre Sache deS StaatSanwalteS, den Beweis für die Schul» des Angeklagten zu erbringen und nicht Sache des Beschuldigten, das Gegenteil zu erbringen. Bezüglich des Einbrüche« bei Vretko liege gar kein Beweis vor. Ebenso sei die Schädigung?-absicht bei der Kontrahierung der Darleihen nicht nachgewiesen. Die Exekutionsvereitlung könne dem Angeklagten auch nicht zur Last gelegt werden, da die angeblich der Pfändung entzogenen Gegenstände als zum Gewerbebetriebe gehörig dem Verkehre ent-zogen seien. Der Gerichtshof erkennt Kandolf nur beS Diebstahles der Doppelelemente im Epitale, der Feuerwehrleine, der listigen HerauSlockung eineS Geld-betrageS von K 200 bei Dr. Vreöko und der Exe-kutionSvereitlung schuldig und sprach ihn wegen des Einbruches bei Dr. Vrekko und der betrügerischen Herauslockung eines Geldbetrages bei Fischer frei. Das Uneil lautete, wie bereits berichtet, auf sechs Monate Kerker. Vermischtes. J>«t schmucke Polizist. In dem Prozeß gegen die galame Komtess« von Horn, bi« beschuldigt ist, einkn russischen Fürsten. ausgeplündert zu haben, gab eS vor dem Pariser Schwurgericht höchst er-götzliche und pikante Episoven. DaS anwesende Publikum ka« auS dem Lachen «ar nicht mehr heraus. Den Höhepunkt erreichte der Spaß aber, als die lebhafte und höchst faszinierende Dame um ihre zeitweilige Freilassung unter der Aufsicht eine» schmucken Polizisten, den sie bezeichnete, peti» tionierte und vaS originelle Gesuch auch wirklich zuletzt beim Richter durchs-tzie. Sie konnte aber auch gar zu fchön bitten! Und welcher französische Richter vermag schönen Lippen zu widerstehen! «Sehen Sie. Monsieur,- plädierte sie, „ich kann e« in dem schmutzigen Gefängnis von St. Lazare nicht länger aushalten! Lassen Sie mich nach Hause gehen und schicken Sie mir den da von der Munizipalgarde" — und sie wie» auf den hüb. schen strammen Posten an ihrer Seite, der »ben seinen blonden Schnurrbort drehte — „als Wächter mii! Ich verspreche, daß ich keinen Fluchtve such machen werde! Er soll «it «ir geh«»! lr kann in meinem Hause wohnen, soll sein klnn* Frühstück bei «ir haben und sein zweites Frühstück, seinen Fünf Uhr-Tee und seinen Likör! Ich zahle id« fünf Franken den Tag und seinen TabH wenn er em Raucher ist! Er soll «ich bewache», «ich Tag und Nacht nicht auS den Auge» wr« litten!" Der blonde Polizist wurde feuerrot, alt er daS hörte, und strich sich heftig den Ban. Der Richter «achte große Augen und die Zuhöm lachten Tränen. Die Komiesse ließ nicht nach ant Bitten, aber vergeblich. Da sing sie an zu we«i« und alle «itleidigen Seelen schluchzte» «it fr mit. ES war zum Steinerweichen. Dann bega» Madame die Attacke von neue«: „Da Sie so hartherzig sind", sagte sie. .so gestatten Sie wenig. stenS, daß ich nach Hause sahre und meine Kleider wechsle! Das können Sie «ir un«öglich verivei. gern. Mein Polizist kann «ftgehen und aufpasse», daß ich nicht entwische! Bitte, bitte, Herr Richtn!' Solche Beredsamkeit und die Blicke so schöner Außn waren selbst für den strengen Richter zu viel. Er gab wirklich nach und befahl dem blonden Polt-zisten, Madame zu begleiten »nd sie sicher «mim i» die Haft zurückzuführen. Die Komtesse war -m. zückt. „Kommen Sie, mon cherrief sie und zo« den Gardisten mit sich fort. Draußen auf de, Korridor zündete fie sich eine Zigarette an im» tanzte einen Triumph-C^ke-Walk, während « krystallreinen, dergsrifchen Quellen, den ein- S'gen Bronnen der Jugendunsterblichkeit unsere« olle«. Lebendiger finden wir vielleicht nie da« Fremde »nd Aufgezwungene der dumpfigen, stickigen Moderluft, mit welcher der Zeitgeist die deuiflie Eeele zusammenschnüren will, a>t wenn wir si« «isaimtn lassen unter dem würzigen Waldduft der Kernftock-Lieder. In dem köstlichen Büchlein, da« vor »n« lieg», finde« sich da« deutsche G?müt zu-recht und zurück zu alter Treue, zur Tiefe und Därme, zu Sonnenschein unb Frohmut. Liebt» «segnet sind die Waffen, mit welchen der teure Meister sich schützend vor sein Bolk«tum stellt und >«>« ist, al« wüßten auch wir zu seiner eigenen, »artigen Kraft, zu Volke«ftolz und Hildebrand«-treue erstarken, wenn fein Heerhornruf befeuernd auf un« eindringt. Einzelne Perlen au« der im giergewand de« Broun & Schneider'schen Verlage« h München erschienenen und mit Bildschmuck oon Hermann Vogel versehenen Sammlung besonder« herooriiudeben. wär« »ine Unrecht an den übrigen. Ua« Kämpiern am Grenzwall werden in Sonder-k't die geharmschten Ä sänge, durunter »Die drei Sch'cksal«schwerter", „Der Schwur de« deuische» Knaben", die Mahnung .An di« dtutschen Abiturienten" lebendig z» Herze» dringen. Der gute, deutsche Seift, der in dranavoller Z-it allerorten unser Volk zu tatfrohen Leben erweckt, er mfa« diese von seine« innigsten Hauch durchglühten Lieder in jede« deuische Heim geleiten zu Edren de« Dichter«, den wir mit Stolz zu den treuesten. besten Söhnen unsere« Steirerlande« zählen, aber auch zur Ehre de« Volte«, dem er angedört, gleich un«. E- R. Hejlerreichisches Kursbuch. Von diesem ofst-tiellen «m«buche (früher .Der Äcnbufttur*) ist soeben die die«monatli Zeitung. Deutsche Volk«eenossen! E« liegt im Jnieresse der n ttionalen Sache, diese gut deuische. unabhängig«, große politische Taae«zeitung durch eigenen Bezug «nd Anempfehlung in Bekannten« kreiie zu fördern. Bezug«prei«: vierieljährlich für die Provinz K 7*80. P-obenummern aus Wunsch durch achi Tag» unentgeltlich. Verwaltung: Wien VI1/1. Bandgasse 28. liesscrall iu Itabrn. unentbehrliche ZahnCröme, erhält die Zftline rein. weis« und geannd. 10406 („Gloria"— Einlaß — Mass«) ist be-sonders geeignet zum Nmeinlaffen harter Fußböden, da diese« Einlaßmittel außerordentlich billig ist und die Anwendung desselben wenig Mühe verursacht Dosen i 85 fr. und 65 fr. sind bet Hultao Sttger und bei ?ict»r Wagg in Cilli erhältlich. 4 Feuer- and einbrachsichere Isacoan Hesky (Litwin) Wien XV1I/8 O-O^aCII 80000 seit 1880 im Otbranch. Erstklassige« giinrend bewährtes F.rieugnis. Billiger wie IbmlL „Le Delice" Zigarettenpapier - Zigarettenhülsen — Ueberall erhältlich. —— 1 General-Depot: WIEN, I-, Predigergasse Nr. FRITZ RASCH. BuctihaiüHu«!), m 64«esM0. November tuter „Schöner Verdienst" 11273 an die Verwaltung d. Blattes. 11273 in Graz am 7. u. 8. November 1905 Keplerst rasse 114 Eintritt frei! Dr. Franz Graf Börgermeister. mit Bekanntschaft bei Privaten gegen monatliches fixes Gehalt von 80 K und hohe Provision werden sofort überall in allen St&dten, Orten nnd Bezirken gesucht xnm Verkante neuer Patent-Artikel, die in jedem Haushalt, bei BOrger nnd Landwirt unnn gS»glich notwendig sind. Diese Agentnr kann aach jedermann, der in Privatkrinen Bekanntschaft hat nls Nebenbeschäftigung in seiner freien Zeit durchführen. Antrüge sind einzusenden unter „Neuheit 1905" an I1256 Rudolf Mosse, Prag. 11266 Achtung! Il;isciil»;ili>e werden per Stock mit 20 bis 30 Heller gekauft bei Jo«ef Krobath In Cilli, Battiaasgasae 8. 11275 Reparaturen aller Systeme von Nähmaschinen Systeme prompt, gut und billig. Verkauf von bestem Nähmaschinen-Oel, •Nadeln. -Teile u. Zngehör. lO-'tteO Apparate für die rirscbledensten Nihariwlten. Simer Co., HaJimasehijieii-A.- Gei. Cilli, IliilinlioliraHHe 8. f'lobus U PlltzextlV-Ct Fahrkarten- lä Frachtscheine nnoh Amerika k'nieL belgische Postdampfer der ,Red Star Linie' von Antwerpen direct nach N'M Ml PHüaüelDltia eooeess. von der höh. k. k. Osten. Begwrug Man wrnde sieb wegen Kracbtyn und Fahrkarten an die 10274 Red Mtssr Linie in Wien, IV., Wletlnergttrtel 20, JuIIum Fopper, Siidbabnstraase > i» lunxbruck, Iran« Uelene. liahnhofstraüse 41 in l aibach. €eite 8 .ffetttrifc» W«cht» Nummer 88 Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme die uns schon während der Krankheit und anlässlich des Ablebens unserer innigstgeliebten Gattin, Mutter und Grossmutter, der Frau Anna Lakitsch geb. Wegschaider zuteil wurden, sowie für die vielen Kranz- und Blumenspenden und die 'ehrende Beteiligung an der Einsegnung und Beerdigung, sprechen den herzlichsten Dank aus Die trauernden Hinterbliebenen. 11102 5 Kronen und mehr per Tag Verdienst. Kausarbetter-Str^ckmascbinen-Gesellfcbaft. 'Gesucht Personen beiderlei GefAledfU »um Stricken auf unserer Marine. ___ Einfache und schnelle Arbeit da» ganze Jahr hindurch zu Hause — Keine Vortennlnisse nötig. Entfernung tut nichts zur Sache und wir verlausen die Arbeit. Hausarbeiter Striekmatchinen.Gefellschast ThoS. H. Whittick # Co., Triei», «m Ca'.,pa..il, ,47 Für Magenleidende! Allen denen, bis sich durch Erkältung oder Ueberladung des Magen», durch Genuß mangelhaft«, schwer verdaulicher, zu heib«r oder ju taller Speisen oder durch unregelmäßige Lebensweise «in Magenleiden, wie: Magenkatarrh, Maqenkrampf, Magen-schmerzen, stbwere Vervauung oder Verscbletmung mgezogen haben, sei hiermit ein auteS Hausmittel empfohlen, dessen vorzügliche Wirtun gen schon seit vielen Jahren erprobt sind. Es ist dies das bekannte Kerdauungs- und Akutreiuignngsmittel, der Hubert UUrich'l'd- Kräuter-Wrin. Diener Kräuterwein istaus vorzüglichen, heilkräftig befundenen Kräutern mit gutem Wein bereitet unil stärkt und belel>t den Verdaunngsnrg*ni*mn-<« de« Menschen, ohne ein Abführmittel zu nein. Kränterwein beseitigt Störungen in den Blutgefiiasen, rein igi das Blut von verdorbenen, krankmachenden Stoffen und wirkt fördernd auf die Neubildung gesunden Blutes. Durch rechtzeitigen Gebrauch des Kräuter-Weins werden Magenübel meist schon im Keime' erstickt. Man sollte also nicht säumen, seine An-Wendung anderen scharfen, ätzenden, Gesundheit zerstörenden Mitteln vor»u< »»Hrn. Symvtome, wie: ÄojifMwierjrt, Bufsto|to, S-idren»». Blähungen, Urteilett mit Erbreche«. die bei chr»n!schru <«eralteten) Magruleiden um so heftiger austrete», «erde« oft nach einigen Mal Trinken beseitigt. und deren unangenehme Folgen, wie «eflcmmuag. Siuhlvtrslopsung «Iiilschmerzri Herzklopse», Schlaslostgkeit. Wwie Blutanftauungen in Leber. Milz und Psortadersyftem » frUKtcit 1 (l. l ö» an» H. •*— In «e» *p*törtrrt ... «> ,N. ^» «..»»«. »«"Ht. «.»i'M. »«.»»»- trat, Hirtin, «Hot, ««ffel», Kim, ü«iNi» (•»!« '» ®U.tr»at» C*tt««iÄ-Unaant la bett vctlrntni »>- meldeten I» SiSi » »»» »»#« Fl»>che» »rSüttrotiii iu Ctiaiiwl »»» »Ue» Cilc» C«SttKkÄ-UiiiO«»i. 944' DM- Vor INuohnhmiinifoii wirrt gewarnt! '*• Ru t>crl(ng< itt»brä • ■T Hubert üllrlcli*i»chen '•l Kräuter-Weiu. TVucksorten Verrin-lmchdruck-vei m« iu »an#™ »i.if™ „CCctcja Cilli Gasthaus „zur Schwalbe" i Cilli—Gaberje ===== Beehre mich hiemit einem geehrten Publikum anzuzeigen, das» ich das Gasthaus „iur Schwalbe" übernommen habe nnd steU bestrebt sein werde, allen Anforderungen meiner Gäste durch Verabreichung von vorzüglichen Märzenbier, goten steirischen Weinen so*« kalter nnd warmer Köche vollauf gerecht zu werden. Ein Klavier, Orgel und Violine steht den geehrten Gästen zur getL Benutzung. Cm recht zahlreichen Zuspruch bittet J. Malenscheg. Ein Schützenklnb beginnt in nächster Woche mit einem Eröffnung** schiessen und ergeht zur Teilnahme hiemit die freundlichste Einladung. r'l. 11289. Kundmachung. Zur regelmässigen Stellung des Jahres 1906 sind die in den Jahren 1885, 1884 und 1883 geborenen Wehrpflichtigen berufen und werden all» im Stadtbezirke Cilli sich aufhaltenden Stellungspflichtigen dieser drei Altersklassen aufgefordert sich behufs Verzeichnung in der Zeit von 1. bis 30. November 1905 beim gefertigten Stadtamte zwischen 9 uui 12 Chr vormittags zu melden. Die Fremden, das sind die nicht nach Cilli zuständigen Stellung Pflichtigen hab n zu dieser Meldung ihre Legitimationsurkunde mitzubring«. Gesuche um Bewilligung zur Abstellung ausserhalb des heimatlich« Stellungsbezirkes sind schon bei der Anmeldung mitzubringen. Wer diese Meldung ohne hievon durch ein für ihn unüberwindlich« Hindernis abgehalten worden zu sein, unterlässt, verfällt in eine Geldstrafe ron 10 bis 200 Kronen. Stadtamt Cilli, am 27. Oktober 1905. Der Bürgermeister: 11277 Julis« Rtkuscb. Aundmachung. Die P. T. Leuchtgasabnehmer des städt. Gaswerke» Cilli werden hiemit höflichst verständigt, daß das wöchentliche Reinigen der Glnhlichtei per Flamme mit S Heller im Abonnement vorgenommen wird. Diesbezügliche Wunschäußerungen sind an das städt. Gaswerk Cilli zu richten. Die Verwaltung drs stiidl. Gasvcrlri 1276. Ingenieur (5 t m u 11> 11 a q e r - U 1 l m a » n. Z. 11371 Kundmachung. Die Bestimmung des § 40 Strassenpolizei-Ordnung für Cilli wirf zur genauen Darnachachtung in Erinnerung gebracht: Bei eintretenden 8chneefalie oder Glatteise müssen die TroUoir» nnd Pusswege, und wo sich keine solchen befinden, die Strasse in »u# Breite von 1.5 Meter vor dem Hause täglich, und wenn nötig auch mehrmals des Tages bis auf eine möglichst dünne Schichte von Sehne« od Eis gereinigt und mit Sand, Asche, Sägespännen oder anderes p-•ignetem Material e bestreut werden. Das Bestreuen muss jedesmal bei Beginn des Verkehre», das ist f j 8 Uhr morgens vollständig durchgeführt sein. Aus den Hosräumen darf kein Schnee auf die Gasse geworfen werde«, sondern die Hauseigentümer haben selben auf eigene Kosten wegschuf« zu lassen. Ebenso sind die Hauseigentümer verpflichtet, bei starkem SohneefiJl^ auf geschehene behördliche Ansage den Schnee von den Dächern zu räum«, für die Fortschaffung und dafür zu sorgen, dass die Vorübergehenden durch •in sichtbares Zeichen vor Beschädigung gewarnt werden. Die Ausserachtlassung dieser Bestimmungen unterliegt der gelblichen Strafe. Stadtamt Cilli, am 28. Oktober 1905. 11268 Der Bürgermeister: Jul. Hakujfk. B«lt«tr und herau-geber verein,buchdruiterei .Teleja' in «illi. «»»^wörtlicher Schriftleiter: Daniel Malter. Druck der BereinSbuchdcuckerei .Seleja" ia «ifli.