^ I»? Mittwoch den 24. HKtoöer 1877. XV l. Jahrgang VI« «Ich«li,, j«d«n «»»n«»», «Mw»ch und SieU«g. Vr«l,e — ,»r Marbur«! g-iqjihrl,, S fl.. halbjShrl« » ff.. vinIelMi, I fl. »0 k; str S»st«ll«», WS Hau» monatlich 10 kr. — mit Postversend«ng: ganz,ährig s st., halbjährig 4 fl., vierteljährig 2 fl. JnsertionSgebühr 8 kr. »r. Zeile. Die Wthrfragt «nd das vrrsisiiiißsmüßigt Ntchl. Marburg, 23. Ottober. Die Versasluttg gewährleistet den, Neichs-rathe da» Recht, jährlich die Anzahl der Mannschaft zn bewilligen, welche für den Wehrdienst ausgehoben wrrden soll. Die Verfassung schreibt auch vor, daß eine Bestimmung derselben nur dann abgeändert werden kann, wenn sich zwei Drittel de» Abgeordnetenhause» und de» Herrenhause» dafür erklären wa» bekanntlich der Fall war, al» da» jetzige Wehrgesetz geschaffen und die Anzahl der kries.spflichtigen Mannschast auf zehn Jahre hinaus beslimmt wurde. Einverständlich mit dem gemeinsamen Minister de» Krieges solleil nun die österreichische und die ungarische Regierung vereinbart haben, ihren Vertretungen nicht den Entwurf eines neuen Wehrgesetze» vorzulegen, sondern die provisorische Fortdauer des jetzigen zu bean« tragen. Wir treiben hier gegen eine Klippe, an welcher ein verfaffungSmäßigeS Recht von höchster Bedeutung scheitern kann. Verlangt die Regierung ein Provisorium in der Wehrsrage, so muß da» Abgeordneten-hau» unerschütterlich festhalten, daß ein Gesetz, welche» eine Bestimmung der Verfassung abge» ändert, nicht al» ein gewöhnliches Gesetz betrachtet werden darf, zu dessen provisorischer Fortdauer die einfache Mehrheit schon geniigt. Das Abgeordnetenhaus muh unerschtttterlich festhalten, daß die provisorische Fortdauer dieses Gesetze» ebenso wie die ursprüngliche Schaffung desselben nur mit Zustinunung von zwei Dritteln statthast ist. Die Militärpartei wird ihr schwerstes Geschütz für die einfache Mehrheit in» Treffen bringen, um die Regierung vor einer Niederlage zu bewahren. Siegt aber diese Partei, dann ist die Verfassung umgangen worden — umgangen in einer Lel»ensfrage für da» Volk von Oesterrrich. Vold, Silber viid Wühruag. Bei Friedrich Beck in Wien hat Ottomar Haupt eine Schrift über die Währungsftage herausgegeben, die er vom streng wissenschaftlichen wie vom rein kaufmännischen Standpunkte aus in anziehendster Weise erörtert. Vor Allem interessiren uns jedoch die Vorschläge über den Weg, auf welchem die WährungSverhältnisse geordnet werden fallen. Auf alle bezüglichen Fragen gibt es — fchreibt der Verfasser — nur eine Antwort und die lautet: Man ruse einen Well-Münz-Kongreb zusammen und einige stch über ein gemeinsames Vorgehen der meist-interessirten Staaten, und zwar am besten auf Grundlage einer allgemeinen Doppelwährung. Nur darin liegt die gerechte und friedliche Lösung der so überaus verwickelten Münzsrage; wir möchten sogar noch weitergehen und sagen: es ist dies die einzige Art und Weise, wie sie überhaupt gelöst werden kann. Mag sein, daß die Münz-Äonvention, die daraus entstehen dürste, ähnlich derjenigen der lateiitischen Union, frülicr oder später Lücken ausweisen kann — es ist das eben nicht zu ändern, da es nicht» ganz Vollkommenes auf dieser Erde gibt. Allein wenn alle großen Staaten der Welt, England, Deutschland und Amerika an der Spitze. Silber und Gold gleichzeitig auf einer fixen Basis zu ihrem Gelde machen würden, so wäre nach menschlichen Begriffen in der That ein Zustand geschaffen, der unendlich viele Vortheile in sich schließen und alle jene Unannehmlichkeiten und Nachtheile para-lysiren würde, welche ganz Europa und Atnerika wie Indien nicht tninder im vorigen Jahre in so große Aufregung versetzten, uitd die nicht aushören, ihren verderblichen Einfluß bei zivili-strten und unzivilisirten Nationen geltend zu machen. Man verstehe uns aber recht: alle größer« Staaten, zum wenigsten England, Deutschland und Amerika müßten die Doppelwährung aus der gleichen Bast» akzeptiren, sonst ist sie un-durchstjhrbar; sür eines der genannten Länder als eine vereinzelte Maßregel sie zu empfehlen, davon kann unter gar keinen Umständen die Rede sein! Gelänge das, was wir proponiren, so wäre dem Silber seine wirthschaftliche Stellung in der That vollständig zurückerorbert. Alsdann könnten auch die Länder mit Papierwährung, darunter Oesterreich in erster Linie, ruhig daran gehen, ihre Valuta herzustellen, ohne irgendwelchen Schwierigkeiten in der Durchführung zu begegnen, ohne besürchten zu müssen, daß die Zukunft ihnen solche Störungen bringen werde, wie wir sie leider in der Gegenwart durchzumachen gezwungen sind. Mit vollem Nachdruck sagen wir leider : denn was den jetzigen höchst unangenehmen Zustand hervorgerufen hat, sind el)en nicht phänomenale Ereignisse, die lnit der Natur des für da» Münz-System adoptirten Metalles im innigen Zusammenhang stehen, sondern rein legislative Maßregeln von sreilich solcher Mächtigkeit und Kraft, daß der gewöhnliche Gang der Dinge nich im Stande Jeuilteton. Er koin«! nicht.' Bon A. Heigel. (Fortsetzung.) ^Gott sei Dank", schloß sie, „Du hast sie vergessen. Nun bitte ich Dich selbst, zum alten Relser zu gehen, der mir ln tiefster Seele leid thut. Sei freundlich gegen den arinen, geschlagenen Mann, und wenn — wenn seine Tochter zusällig anwesend ist, sei nicht verletzend, sei höflich auch gegen die Unglückliche, Verführte." Gustav erhob sich in seiner ganzen Größe, zuckte bedauernd die Schultern und sagte: „Es betrübt mich außerordentlich, Deinem Wunsch nicht willfahren zu können, allein nach dem, was Dll tnir soeben von Fräulein Reiser mit-tlieiltest, kann ich in ihrem Hause die alten Verbindungen »»icht wieder anknüpfen, uninög-lich!" ^Aber warum willst Du de« guten Mann, ihren Vater, nicht besuchen?" „Wartttn?" fragte er voll flammender Entrüstuug. „Ich seße den Fall, Fräulein Reiser sei anwesend ; ich setze den Fall, Fräulein Reiser grüße mich, spreche mich an Wie? Du könntest im Ernst wünschen, daß ich ihr Red' uud Antwort stehe, ihr, einer Person, welche sich ihrer Falnilie, ihrer Stadt, Deiner und meiner Freundschast so unwürtig zeigt?! Nim-inermehr." Nach diesen großartigen Worten verließ er die alte Frau, welche dem wohlgezogenen, sittenstrengen Jüngling tnit mlttterlichem Stolze nachblickte, bis er im Gebüsch, das tiefer in den Garten führte, oerschwand. „Gott segne und erhalte Dir Dein reines Herz!" sagte sie. Gustav aber, der mit den hochmüthigen Worten und Mienen den inneren Aerger nur verliarg, nicht beschwichtigte, rannte, sobald er sich unbemerkt mußte, lvitthend die Gartenpsade aus und nieder, hieb mit seinem Stock links und rechts in die Sträucher und stieb Drohungen. Hohnworte und Verwünschungen aus. Möglich, daß sein Herz blutete, über allen Zweifel gewiß aber war es, daß seine Eitelkeit sich wand und bäumte, züngelte und zischte, wie eine getretene Schlange. Erschöpst ließ er sich zuletzt aus einer Bank nieder, die am Saum einer Birkenpflan-zung stand, wo der Fluß als Grenze des Gartens vorüberglitt. D»e Beine von sich gestreckt, die Hände in den Taschen und das Haupt fil^ster zur Brust geneigt, suchte der Gekränkte sich zu beruhigen. „Äe verdient es nicht". dachte er, „daß ich mich ihretwegen gräme. Ja, wenn lie mich einem würdigen Nebenbuhler geopsert hätte, irgend einem Krösus oder Prinzen! Dann wollte ich nichts dagegen sagen und ihr großmüthig verzeihen. Aber wer stellte tnich in den Schatten? wer? Ein alter Ehe-Invalid; ein verkommener, bettelarmer Blattschreiber. Wie schändlich, nein, wie lächerlich l Einen Oldenburg ziel>t man mir vor, nlir, Gustav Flemming, dem reichen Erben, dessen Herz und Hatld ganz andere Schönen als Apolhekerstöchter höchst begehrenswerth erachten und eisersüchtig bewachen würden! Bah, verlies ich die Vergnügen der Residenz, um hier einer losen Dirne nachzuweinen ? Bewahren mir den Fall als eine Erfahrung im Gedacht-niß Und vergessen wir die Thörin!" Er erinnerte sich an den Brief, den ihm seine Mntter ausgehändigt halte. Er zog lt)n hervor und erbrach das Siegel. Das Couvert enthielt solgendes Schreiben, das mit wenig Schonung silr die Augen des Lesers nnd noch weniger Rücksicht aus Styl und Orthographie von einer Damenhand gekritzelt mar: „Abscheulicher Mensch! lieber Gnsti! Ich sitze hier, in der waison niit dem garsligsten aller Männer, blas weil er Dein Freund ist, mit Buttler ttämlich. Wir haben soupirt, ulld obwohl ich Deine plötzliche ist, ihre Wirkunaen zu paralisiren, und die» Welt voraussichtlich uoch eine geraume Zeit unter ihrem Drucke zu leiden halien wird. . . . Aber auch aus andere Art als durch einen allgemeinen Miwz-Kongreb wäre der angestrebte Zweck, dem Silber seine alte Stellung auf dem niirthschastlichen Gebiete wieder zu erringen, es von neuem als vollgiitiges Geld dem Golde zur Seite zu st.'llen, zu erreichen, und noch dazu aus eine Art, welche im Gegensatz zu dem, was wir bei einem Währungswechsel in der Regel beobachten — dab nämlich große Opfer zu bringen sind — von einem sofort sich herausstellenden riesigen Gewinn begleitet sein würde. Dazu müßte sich aber freilich ein Land finden — und ein Land allerersten Ranges — welches alle in der Strömung der Zeit wurzelnden Bedenken kühn beiseite setzte und gerade in dem Moment, wo Silber aus dem Markte zu einem recht niedrigen Preise auSgeboten wäre, rasch das nöthige Quantum weißen Metalls akquirirte, um zur reinen Silberwähruug über^ zugehen. Ein solches Land erblicken wir in Oesterreich! Und in der That, dieser Staat könnte es thun, mehr noch, er sollte es thun. und gerade den momentan dazu so günstigen Zeitpunkt wahrnehmen. Wer weiß, ob sich ihm je wieder eine so vortheilhaste Konstellation bieten dürste als in diesem Augenblick, wo eben das deutsche Silber des Käusers harrt, um — desien sind wir gewiß — ist es einmal aus seiner jetzigen schiefen Stellung in einen andern Wirkungskreis übergetreten, der Silber« strömung eine neue Richtung zu geben, welche von den segensreichsten Folgen für Handel und Wandel überhaupt, von kolossalen pekuniären Vortheilen für das neugewonnene Silber-Land insbesondere begleitet sein müßte. Wahrhastig, Oesterreich könnte, wie die Dinge heute liegen, den Anstoß zu einem kom-pleten Umschwung der ganzen Situation geben, von welchem alle Staaten ohne Ausnahme profitiren müßten, da sie ja alle mehr oder weniger mit der Silbersrage, welche die öffentliche Meinung zur „Frage des Jahrhunderts" gestempelt hat, zu thun haben und ihren Einfluß fühlen. In dem Gedanken aber, mit der Herstellung eines geordneten Geldwesens im eigenen Lande noch die Lösung einer so hohen wirthschaftlichen Ausgabe zu verbinden, liegt geradezu etwas Besiechendes, etwas Verführerisches ! Wo ist der Staatsmann, der die Anstrebung eines so schönen Zieles auf die Tages- abschiedslose Abreise sehr ungalant und unbeschreiblich finde, auch Mitternacht beinahe vorüber ist, kann ich doch nicht umhin. Dir heute noch zu schreiben. Aufrichtig gestanden, wundere ich mich sehr, wie ein gentiler Mann, wie Du, dorthin reisen kann. Ich will Dir also in aller Eile sagen, daß der Diener von Gerson gestern und heute wieder mit der Rechnung bei mir war. Bester, herzliebster Gusti, Du wirst von meiner Liebe zu Dir überzeugt sein und mir das Versprochene gewisj recht bald schicken. Adieu, mein Engel, mein Goldkäfer! Die Adresse wird der garstige Buttler schreiben, denn ich kenne die Neugier einer Mama, wenn nlan an ihr Herzblättchen schreibt, da« wahrhaftig die Liebe nicht verdient, mit der ich bin Deine getreue Georgette Fachini. Solo-Tänzerin am königl. Hostheater. ?. 8. Du bist doch aus Buttler nicht eifersüchtig? Er ist heute wieder so borstig und trinkt wie ein Igel. Aber er meint es recht gut mit Dir, sonst würde ich mit ihm wahrhastig nicht soupiren. Das Esfen war übrigens herzlich schlecht. Die Müller tanzt morgen bei Kroll! Wie findest Du das?!" Gustav zerriß den Brief in vier Stücke und schlenderte das zerknüllte Papier verächtlich in den Fluß. Eine Weile zauderte sein Blick aus der braunen, ruhig ruhlosen Fluth und ordnung setzen wilrde? Sein wäre der Erfolg, und der Dank und die Anerkennung nicht Oesterreichs allein, sondern der ganzen Welt würden damit in Haud gehen. . . . Und weit über die Grenzen der österrei-chisch-ungarischen Monarchie hinaus würden sich die Folgen einer solchen Maßregel geltend machen. Freudig würde der National-Oekonom w Paris seine Kalkulationen, welch' furchtbare Opfer seinem Lande durch die Demonetisation von fünftausend Millionen Franks in Silber-münzen aufzuerlegen feien, beseite werfen, iur Nu wären alle 'Karrieren, die eine eiserne Nothwendigkeit als Abwehr gegen das hereinsttö mende Silber in den Staaten der lateinischen Union gezogen, gefallen, die freie Ausmünzung, das beste Zeichen eines geordneten Münzsystems, erschiene wiederhergestellt. . . . Der Ersolg — wir wiederholen es — wäre Dem, der so Großes anstrebte, im voraus gesichert, und unter solchen Umständen, behaupten die Engländer, dieses große Handelsvolt, welches in derartigen Dingen so viel erreicht hat. dürse man nicht zaudern, sondern müsse an's Werk gehen. Zur Zeschichle des Tages. Die Haltung der magyarischen Blätter macht es mit jeder Zeile gewisser, daß wir hin-sichtlich des Ausgleiches auch dieSuml wieder in eine Zwangslage verfetzt werden und leider fühlen wir nilS bei der Stimnuing unserer Abgeordnetenmehrheit nicht von der Hoffnung beseelt, es werde der entscheidende Augenblick eine volkstreue standhafte Vertretung finden. Serbien harrt offenbar nur auf die erste Kunde voll einem Siege über die Türken in Bulgarien, um loszuschlagen. Die vorjährigen Schanzwerke an der Grenze werden ausgebessert und neue errichtet. Die Winterkleider, für 4000 Mann in Paris bestellt, sollen längstens bis MitLe des nächsten Monates übersandt werden und erwartet man noch srüher die neuen Hinterlader. Die Verstärkungen der Ruffen in Bulgarien beunruhigen Suleimai» Pascha derart, daß er die Ostarmee in zwei große Kolonnen getheilt, um nicht blos die Jantra-linie, sondern auch die Donaulinie, die russische Ausstellung und die Verbindungslinie in Rumänien zu bedrohen. RussischerseUS wird deß-wegen ein Beobachtungskorps zwischen Kalarasch uild Oltenitza gebildet. Die asiatischen Provinzen sind jener Theil schweiste dann über Aehrenselder, Weidengänge und Gehöfte zur waldigen Hügelkette, welche das Thal umschließt. Die Sonne schied, und ein sanstes, hinsterbendes Licht ergoß sich durch Himmel und Erde. Gustav'S Ohr, vom Getös der Hauptstadt so lange betäubt, hörte nach langer Zeit nun wieder die Musik der Vögel, den Nachtge-sang der Grille und das leise Ranschen der Blätter; sein Auge, nicht mehr gebannt durch ein Gewirr von Häusern, Mauern, rauchenden Schornsteinen und riesigen Thürmen, tauchte nach langer Zeit wieder in die blanen Tiefen des Himmels. Eine weiche Stimniung bemächtigte sich seiner mehr und mel)r. NiÄ)t als lauter, stürmischer Schmerz, sondern als weh-müthige Sehnsucht beschlich ihn die Reue über drei wüste, verlorene Jahre. Er wünschte — er wollte--Seltsam! Inmitten seines heimathlichen Thals fühlte Gustav znm ersten Male Heimweh. (Kortsehu»^ folgt.) des türkischen Reiches, wo die Pforte Armeen aus dem Boden stampft. Auf diesen; Boden aber die Feldarbeiten zu verrichten, fehlt es an kräftigen Händen. Die zurückgebliebenen Greife, Weiber und Kinder sind nicht im Stande, den Anforderungen zu genügen und da ein baldiges Ende des Krieges nicht abzusehen, droht als schreckliche Folge die Hungersnoth. Vermischte.Mchrichte». (Witterungskunde. Der nächste Winter.) Der schottische Astronom P. Smith kündigt in der „Nature" einen strengen Winter an. „Ich habe — schreibt dieser Fachmann — jüngst die Beobachtungen an unfern Boden-Thermometern berechnet und eine neue Ueber-sicht von !837 bis zum letzten Jahre entworftn. Die Hauptzüge der Schlüsse sind mit Abzug der mehr der Regel entsprechenden Wirkungen gewöhnlicher Winter und Sommer folgende: 1. Zwischen 1837 und I87S haben drei große Wärmewellen von außen her unferi» Theil der Erde berlihrt, nämlich in 1846/47, 1868/69, nnd die nächste Berührung diefer Art ist für 1879/80 zu erwarten, wenn nicht eine völlige Aenderung des Witterungsganges eintritt. Z. Die Kälteperioden stnd nicht ii» der Mitte zwischen den „Kämmen" dieser Wärmewellen, sondern liegen nahe bei denselben, etwa um die Zeit eines Jahres früher oder später. Die nächste Kältewelle ist also El»de dieses Jahres zu erwarten " (Gesundheitspflege. Gegen da» Jmpsen.) Zu den schärfsten Gegnern des Impfens gehört Dr. Oidtmann, praktischer Arzt in Ännich bei Aachen. Dieser schreibt unter Anderem: „In Schafwolle hüllte man gerade um die Zeit, als man das Entfchweißsn der Wolle noch nicht verstand und die pockendurchseuchten Schafvliebe gleichsam auf der Straße lagen, die Säuglinge vom Scheitel bis zur Zehe — kein Wunder, daß damals die Blattern vorwiegend eine Mafsenkrankheit der Kinder waren. Selbst die Kinderhandschuhe, sogenannte Muffhandschuhe, waren nur gewendetes Schafsfell, und die Einlagen, die Wärmesohlen der Schuhe und Holzschnlie getrocknete Schafshaut." — Ebendaselbst wir!) der Taktik der Jmpf-sreunde, welche den niedrigeren Pockenstand feit 1809 aus das Geimpstfein zu schieben belieben, ein empfindlicher Schlag versetzt. „Die geschichtliche Ungenauigkeit dieser VorstellungSweife", sagt Dr. Oidtmann, „wird durch nichts so handgreiflich gemacht, wie durch die Zurückbeziehung der Pockenschwankungen und die geschichtlichen und geographischen Wellenschläge des Wollverkehrs im Handel und Wandel. Da sehen wir zunächst aus den städtischen Chroniken die be-merkeilSwerthe Thatsache, daß da, wo man, wie in den Rheinlanden vor 1810, weder Schase noch Menschen impste, und die Pocken im Schasvließ nicht kannte, der Seuchenstand in gar nichts an die Jmpferei, wohl aber an den Wolleverkehr erinnert. Wo die Schafpocken nicht zu Hause waren, da kamen auch die Menschenpocken nicht z»»r Herrschaft. Nehmen wir z. B. die Stadt Aachen. Da haben wir in Jahren des illdirekten allgemeinen Impfzwanges, als nur ein kleiner Bruchtheil der Änwohner un-vaccinirt war, aber ein lingewöhnlicher Umschlag in verdächtiger Exportwolle für die großartigen Tuchindustriell vorausgegangen war, im Jahre 1850 nicht weniger als 296 Pockentodte, im Jahre 1866 43, im Jahre 1867 101, 1872 87 Pockensterbesälle, während in den Jahren der Wollruhe, als man in Aachen noch von keinerlei Impfschutz etwas wußte, aber der Wollverkehr sich auf pockenfreie, einheimische Schweißwolle beschränkte, im Jahre 1806 nur 3, 1807 nur I, 1808 gar keine Pockensterbesälle vorkamen. Wo bleibt da auch nur ein Scheinparallelismus zwischen Pockenherrfchaft und Nichtgeimpftsein der Bevölkerung? Ich be-daure nichts mehr, als daß ich mit Rückstcht auf die Gedlild der Leser gerade jetzt in meitte« geschichtlichen und geographischen Nachweisen über den Parallelismus zwischen dem Wollverkehre und den Pockenschwankungen abbrechen muß. Das Material, welches mir unter der Feder wächst, wird endlich auch dem starkgläw bigsten Jmpser den Glauben an den Jmpfsegen sttr immer nehmen, und jedem Gebildeten die Jmpserfolgstatiftik als das plumpeste Märchen au» dem Heilschatze des Medikasterthnmes — und da» will viel Heiben — erscheinen lassen. Ich werde aber diesen meinen siebenjährigen Krieg gegen den schmutzigsten Lieblingsaberglauben unserer Zeitgenossen, gegen die Jmpferei, ohne Wanken nunmehr in Flugblättern fortführen." (Vom todten Menschen. Neue Leichenbestattung.) Die Einhüllung der Leichen in Eement, welche bekanntlich aus dem Kongresse der Gemeinde-Aerzte zu Mailand einen Be-rathung»gegenstand von hohem Interesse gebildet, soll nun auch in Prag versucht werden. Professor Dr. Klebs und Cementsabriks-Direktor Iezek haben »»ämlich bei dem Stadtratl)e um die Bewilligung angesucht, an einem entsprechenden Orte in Wolschan Versuche mit dieser Einhüllung machen zu dürfen. Der Stadtrath gibt unter gewissen Bedingungen seine Ein» willigung. ZNarburger Berichte. (Zollbew egnng. Einfuhrzoll für Kafseesurrogate.) Das Abgeordnetenhaus hat die Petition des Herrn Ferdinand Auchmatn» in Marburg nnd Genossen, betreffend Erhöhung de» Einfuhrzolles für Kaffeefurrogate auf den ftüher bestandenen Zoll von 8 fl. 50 kr. (50 Kilogramm) dem AuSgleichsausschusse zugewiesen. (Neue Telegraphenstation.) Unter den Petitionen, welche am 19. Oktober im Abgeordnetenhause eingelaufen, befindet sich auch jene der Gemeindevertretung von St. Leonhardt bei Marburg um Errichtung einer Telegraphenstation. (Volksschule.) Die Jnspektionsberichte über den Stand der Volksschulen im Bezirke Arnsels sind vom Landes-Schulrath genehmigt worden. ^ (Brand.) Zu St. Kunigund, Gerichtsbezirk Pettau, entstand am Freitag Abends bei der Witwe Anna Lobenwein durch die Nachlässigkeit einer Magd Feuer und gingen das Wohnhaus, Tenne und Stall sammt Vorräthen in Flammen auf. Das Wirthschastsgebäude des Rachbars Voduschek wurde gleichfalls eingeäschert. Der Schaden beträgt 3500 fl. Anna Lobenwein hatte zwar ihre Gebäude versichert, aber die kürzlich sällige Zahlung nicht geleistet. V (W i n z e r s e st.) Bon Lembach wird uns (I. 0. H.) vom2».Oktober geschrieben: „Heute fand hier wieder die Prämien'Vertheilnng — gewöhnlich das „Winzerfest" genannt, was eS vorhin auch war — unter zahlreicher Betheiligung statt. Wir kommen deßwegen daraus zurück, um den Zweck desfelben auch anderen Weinbau treibenden Filialen mitzutheilen und Nachahmung hervorzurufen. Nach dem Gottesdienste versammelten sich vor der Kirche die Besitzer, Winzer und Bewohner des Dorfes und hielt der Herr Filialvorsteher Dr. Mulls eme kurze aber gediegene Ansprache, gedachte des hohen Herrn, dessen Wirken nicht nur hier, sondern in allen Gauen des Vaterlandes im gesegneten Andenken, und erinnerte die Winzer an ihre Pflichten, wonach die Betheilung von je 10 fl. an die zwei Ersten und je 5 fl. an die zwei Nächst-Verdienstvollen stattfand. Als vor Jahren dies Fest hier gefeiert wurde, fand sich von Nah und Fern eine unabsehbare Menge, fanden sich fremde Gäste ein und herrschte große Bewegung in Lembach, als Hauptort des Pickerer Weingebirges, allein nur Wenige mehr wissen sich jener Kirchweihtage, des feierlichen Aufzuges, der Böllerschüsse, der freudigen Stim- mung, endlich des leutseligen Erzherzogs zu erinnern; an Allem rüttelt die Zeit, doch die Namen der Menschen, die dem Besten ihrer Zeit gelebt, gehen nicht unter in ihrem Strome. Um auf den Zweck des Festes zurückzukommen, sei nur erwähnt, daß zur Feier der Anwesenheit des Kaiser Franz 1330 hier (am Johannisberge) ein vielverdienter Weingarten-belitzer (Forregger sen.) dies Ereigniß durch eine Sammlung verewigte, wodurch ein Kapital erzielt wurde, von dessen Zinsen alljährlich nur verdiente Winzer betheilt werden; nicht nur Alter im Dienste, sondern auch Lerständniß in der Arbeit, Fleiß und unbescholtener Lebens? Wandel bestimmen die jeweilige Kommission zur Rangordnung in der Vertheilung. Der Sache förderlich wird der Unterricht sein, welcher in der Obst- und Weinbauschule ertheilt wird — ein Gegenstand von großem Belange eben betreff des Verdienstes, woraus wir ein andermal zurückkommen wollen." (Petroleumbrand.) Am Montag 12 Uhr Mittag gerieth aus dem hiesigen Süd» bahnhof beim Verschieben ein Wagen mit acht vollen Petroleumsäjsern in Brand und war eine Rettung dieser Gegenstände unmijglich. Für das Gebäude, für andere Wagen oder Waaren gab es keine Gefahr. (Berichtignng.) Im Berichte über die Ehrenpreise anläßlich der RadkerSburger Ausstellung (Nr. 125 der ,,Marburger Ztg.") hatten wir auch ernkähnt, daß der hiesigen Weinbau-Schule ein Anerkennungsschreiben der Ausstellnngskommiffion zu Theil geworde»l. Wir thaten dies gestützt auf das ausführliche und offizielle Verzeichniß, welches andere Blätter veröffentlicht. Nun aber werden wir ersucht, zu berichtigen, daß, nachdem die seitens der Weinbauschule ausgestellten Gegenstände von vorneherein als außer der Preisbewerbung erklärt worden, eine dergleichen Anerkennung nicht erfolgen konnte und auch that-sächlich nicht erfolgt ist." Theater (-^8 ) Samstag den 20. und Sonntag den 21. Oktober: „Ein Blitzmädel." Poffe mit Gesang in 4Abtheilungen von C.Costa. Mustk von Kapellmeister C. Millöker. Die Wiener konnten sich au diesem Stücke, das dort glänzende Kassenersolge erzielte, kaum satt sehen und wir finden dies aus mehreren Grüilden auch gerechtfertigt. Denn abgesehen davon, daß einzelne Gestalten von dem Autor so trefflich gezeichnet erscheinen, zieht sich durch die ganze Posse ein äußerst gesunder, die einzelnen Situationen regelrecht und sest verknüpfender Faden hindurch, der, in satirische Lauge getaucht, dem überall herrschenden Protektionswesen sehr übel mitspielt. Der Autor hat das Verdienst, neben den geschaffenen tomischen Momenten auch tiefe Wahrheiten verbunden zu haben, die in recht witziges Gewand gekleidet, stets von packeilder Wirkung sein werden und zeigt uns in dem Werte ein Zstück wirtlichen Lebens, und auf welche !üZeise die Schwächen der einzelnen Gesellschastsklaffen zum Vortheile anderer ausgenützt werden können. Der 1. Akt ist relativ am schwächsten und wirkt nur im vorbereitenden Sinne, der 2. Akt ist nächst dem 4. prächtig ausgearbeitet und stellt an die Hauptdarsteller sehr großi^ Anforderungen, deilen nur geübte Kräfte, wie sie eben Herr Pauser und Frau Parth-Jesika sind, gerecht werden können. Der 4. Akt, ein Stück echten Studentenlebens, gewürzt von köstlichem Humor und studentischer Heiterkeit, wird neben der studierenden Jugend auch den anderen Ständen immer ein beifälliges Lächeln entlocken können. Die Titelrolle befand sich in den bewährten Händen der Frau Parth-Jesika, welche tnit künstlerifchem Berständniß ihre Aufgabe löste. In; S. Akt, wo an ihre Partie eine bedeutende Anforderung gestellt wird, war sie in Spiel und Gesang gleich ausgezeichnet, wußte die fremdartige Accentuirnng recht gut wiederzugeben uud brillirte mit einem Worte als Marquise Alfonsie de Birefiere. Im 3. Akt traf sie ebensogut den naiv-kindlichen Ton als Agazina, als sie auch als Student Ko-sinsky im 4. Akt in Lied und Wort zu wiederholtem Beifall hinriß. Die zweite größere Partie versah mit geübter, kunstverständiger Sicherheit Herr Pauser. Sein Abbv de St. Renard kann in Spiel nnd Maske als Musterleistung gelten und trug ihm wohlverdienten stürmischen Beifall ein. Verstand er es »»un im 2. Akt den französischen Aceent vortrefflich zu imitiren, so war es ihm auch im 3. Akt gelungen die italienische Betonung täuschend zu bringen. Im 4. Akt imponirte er als be-mostes Haupt und so mancher Bruder Studio aus dem Zuschauerraun: blickte mit tiefer Verehrung auf den Repräsentanten des echten Burschenthums und klatschte demselben Beifall, wenn er lateinische Sprichwörter in fabelhaft lanltiger Weise in's Deutsche übersetzte. Die Ungarn, welche auf indirektem Wege in dem Stücke auch nicht gut wegkanien, waren durch Herrn Braun (Jstwan Juhasz) würdig vertreten. Herr Müller spielte den alten Professor Theobald Birke auch in dialektischer Beziehung gut und sand unterstützt von Frl. Niederleithner (Laurentia) mit ihr Beisall. Genannt zu werden verdienen noch die Herren Kraft (Graf Sternheim), Wurm (Wasserkopf) uud Hanimerl (Sebastian), welcher letztere mit der Wahl seiner Maske entschieden mehr Glllck hat, als mit seinem Spiel. Es wirkten also an diesen Abenden alle Darsteller nach Krästen mit und es ist ihnen auch vollkommen gelungen, das übervolle Haus zufrieden zu stellen und vielfachen Beisall einzuheimsen; wir aber wünschen in der heurigen saison noch mehrere solche gelungene Abende der Oeffentlichkeit berichten zu können. Montag den 2a. Okt. .Der Mann von 76 Frauen." Posse in 1 Akt voll Siraudin. Die Kette von Verwicklungeit, die zu vielen komischen Situationen Anlaß gibt, wird von den Darstellern in befriedigender Weise gelöst, wobei sich Herr Braun als Schnittling hervor-thut. Hierauf: „Umsonst". Posse in 1. Akt von Joh. Nestroy. Will Jemand recht vom Herzen lachen, so möge er sich die zwar gut bekannte, doch immer gerne gesehene Posse ansehen. Herr Pauser (Pitzel) in Kostüme und Spiel gleich gut, sorgt sattsam sür unbegrenzte Heiterkeit, wie auch überhaupt der Autor der Posse für eine gut angelegte, von drolligen Zwischenfällen gewürzte Handlung bürgt. Der Besuch war leider wenig ermunternd für die DarftelZer, welche vom schwach besuchten Hause durch Beifall ausgezeichnet wurden. Letzte Post. Im HandelSmtaifterium ist der Gut-wurf ver neuen Sewerdeordnuug zur Schluß-redaktion gelangt. Gvrtschak»ff hat in einem Tchretden an den russisch,n Botschafter in Berlin er-klärt, das Schwert könne nicht in die Scheide g-st,»t werden, biS nicht die Lage der Ehristen in Bulgarien, in BoSnie« und in der Herzegowina die gewünschte Verbesserung erfahre». Die Rumänen, welche die Redoute bei Pl-vna »u stürmen versucht, haben stch nach schwerem Verluste znrUckgezvgcn. Suleiman Vascha hat sein Hauptquartier nach RaSgrad verlegt. Mae Mahon ,vll in seinem Entschlüsse, unter allen Umständen auf seinem Posten auszuharren, Vankend geworden sein. Dom Büchertisch. vNeue Illustrirte Zeitung" Nr. 4. Illustrationen: Friedrich Spielhagen. — Ein deutsches Künstlerfest: Der Besuch des deutschen Kaisers in» Düsselliorser „Älialkasten". — Delikate Angelegenheiten. Plan von Pleivna. Die Kreuzabnahme. Gemälde von P. P. Rubens. — Die Schlacht bei Plewna. Nach der Skizze unseres Spezial-Artisten. — General-Lieutenant Skobeleff. — Transport türkischer Truppen aus der rumelischen Bahn. — Texte: Versäumte Jugend. Roman von Jul. Grobe. (Fortsetzung.) Friedrich Spielhagen. — Nero. Eine Eharakter-studie. Von E. Wild. — Die Kreuzabnahme. — Delikate Angelegenheiten. — Plewna. — Das goldene Kreuz. Novelle von F. Hell. (Fortsetzung). — Ein deutsches Kttnstlersest^ — Transport türkischer Truppen auf der rumelischen Bahn. — General-Lieutenant Skobeleff. — In der großen Ausstellung der Berliner Kunstakademie. — Kleine Chronik. — Schach. — Rösselsprung. — Silbenräthsel. Die soeben erschienene Nummer 4 der illustrirten Familienblattes „Die Heimat" enthält: Landolin von Neutershosen. Roman von Berthold Auerbach. (Fortsetzung.) — Illustration: Nach Gemälden heimischer Künstler: „Kindersreude". Von Josef Neugebauer. Kinderfreude. Gedicht von Stephan Milow. — Drei Kameraden. Novelle von Aglaia vo»» En-deres. (Fortsetzung). — Moderne Wunder. Das Neueste in der praktischen Chemie. Von Dr. S. Pick. — Herrn Meyers Hochgebirgssahrt. Humoreske von Ludwig Hevesi. — Ein Ahnen-bild. Von -t-. Mit Illustration; Nach Gemälden heimischer Künstler: „Wenzel Wlöek," Feldhauptmann König Podiebrads. Von Jan Matejko. (Aus dem gräslich Wlöek'schen Ahnensaale auf Schloß Sebarn). — Polnische Silhouetten. Heimischen Autoren nachgezeichnet von Wilhelm Goldbaum. Frau Malwine. — Aus aller Welt. — Vom Musikalienmarkte. -rlore«:'W'" vom Theater bis zum SofimplaK. Gegen guten Finderlohn in der Redaktion dieses Blattcö abzugeben. (1S29 V Course der Wiener Börse. 23. Oktober. Einheitliche StaatSschttld ! Creditaktien . . 210.30 in Roten . 64.10 London . . 117.90 in Silder . 6<».S0^ Silber .... 105.— Voldrente .... 74.35 > Rapoleond'or . . 9.43 1860er St.-Anl.-Lose 109.75 K. k. Münz Dukaten 5.66 Vankaktien . . 3S3.— 100 Reichsmark . 53.25 vis Liosgxnunx unä Lsstattuvx äor iräi-vclivv külls üss vörstorbsllsn lloria Llläst Nitt>vovk äsll 24. OIctobvr um 4 llür Iskodmittsx aut äsm stSät. t^risäkoks ststt. vis ti1. Lsslsumsgss virä Vouuörstaßs äsn 25. OIctobvr um 10 Ddr in äsr vomkirodo xs- ^arburx am 23. Oktober 1877. (1228 II. stoiarw. uuü Wein-Lijitation in Lnttenberg. Montag den S. November d. I Bormittag 9 Uhr werden die diesjährig spät gelesenen Kirchen- und Gemeindeweine, bei 30 Startin sammt neuem geaichten Gebinde gegen sogleich baare Bezahlung im Lizitationswege verkauft. Gemeindeamt Luttenberg am 2L. Oktober 1877. Der Bürgtrmeistkr; 1227)_Josef Steher. Ei» fchtin Mn ist zu vermiethen. (1223 Anzufragen Herrengasse Nr. 16. Ein Bmerngrund in Brunndorf, ilber 20 Joch Wiesen und Aelker nebst Wohn- und WirthschaftSgebäuden, ist aus freier Hand zu verkaufen. (1224 Auskunft beim Eigenthümer, HauS Nr. 16. MI ÜVllivrr, « Landwirtyfchasts-Mafchinen-AaSrik, Wien X. Bez. Erlachgaffe 2k. empfiehlt seine mit einer zehnstündigen Leistungsfähigkeit von Ballen, wovon ISO Ballen eine volle Waggonladnng (204 Centner) bilden Anssührliche Mittheilungen ic. werden gerne ertheilt. v. ^adrillSiZviedön. unä pfsiZvourantv siiiä orsokieuen uvcl veräen au Vikiväoi'-verltäufvi' auk Vsrlsngvn augAeZedeu. l'ktl'vIeUM-I^ÄMpeil aller «»ttullKen. x, I. ^ I ^ oto. 1075 ^ verLelieiie, uielit spriu^en^e V^^Iini!«!- nur von mir eelit /.u bez-ielien. — «vine Niini»»ivt»ßxS»vIitttt Eck der Kaiserftraße, Marburg. /eilster- u. Thüren-Verschlnß 1212) 1 Meter 4 kr. ^^mIi-lÄtrnen ^ in elegantester Faxon und großer Auswahl, mit sehAner Vackirnng von verschiedenen Farben, sowie auch sehr schönen Glä« fern, sind billig zu verkaufen bei Otto Kärntuerftraßt, Hartml»«a'sches Hau«. Auch werden selbe gegen billige Vergütung anSgetteyen. Iii» (1217 MöKlZllllZS" befinden sich folgende Weine im Ausschänke: Ikvuvr »ü»«vr s»Z»rtt>oI»vr a Liter ^Itsr S»»üdvrK«r . „ Lt. ?vtvr«r . vo»odtt»«r KotkvviQ ,/ 4^ „ „ , S2 FL L«ck?»r«»r /Ulor.Z 1877er der Liter IM kr. »«IißlvIiV» „ kr 1875.r riokvi'er . „ «4^ kr. Zu pachteu gesucht Wird eine GasthanS-Aoniesfion, die in der Pfarre Lembach auszuüben ist. Auskunft im Comptoir d. Bl. (1225 Warnung. Ich warne Jedermann, meiner grau Kon-stanzia auf meine Rechnung weder Geld noch GeldeSwerth zu verabfolgen, da ich hieftr n i e Zahl., bin. Wgvpatilsch. Hutmachermeister in der Thesen 1226)_bei Marburg. »nard Dte von den ersten Medizinal-Kollegien Deutschland» geprafte und von der h. k. k. Statthalterei in Ungarn wegen il,rer ausgezeichneten Verwendbarkeit conceffionirte Kielltlviuvs««! 'MW gegen Gicht. Rheumatismus (Gliederreißen, Hexenschuß), Kotl)lauf, jede Art Krampf in Hände», Filßen und beson-derS Krampfadern, geschwollene Glieder, Verrenkungen und Seitenslechen mit sicherem Erfolge al« erstes schnell und sicher heilendes Mittel anzuwenden. iigg In Packeten mit Gebrauchsanweisung a fl. K.YS — boppett starke für erschwerte Leiden fl. 2.1« ö. W. Der berühmte Arzt Dr. Hufeland sagt in seinen mediz. Werken: E» gibt zwei Uebel gegen welche die Arznelkunde vergeblich kräftige Heilmittel gesucht zu halien scheint: dies stnd die Kopfgicht uud das „Podagra" ; dieses Mittel ist durch Anwendung obiger Gichtleinwand gefunden. ^ansof llniversal-I'ilastvi' gegen jede mögliche Art Wunden, Eiterungen uud Ge-schwiire, Frostbeulen (Gefröre) und Huhneraugen. Tin Tiegel sammt GetiranchSanweisung kostet .?» Nkr. Martorg, H.rrii König", ziir M«ri,hils Grazervorstabt i Graz, Herrn Pnrgleitner'S Apotheke zum Hirschen. Zanschi^ in MarburA. Z.«<^G7