Rednclivn und Erpedition: Bnbntiosgasje Nr. 15. M. 878. WWWW Dienstag,3.Dezember 1878.—M-rgm:B-rbar-. WWiWL II.Jakrg. diil der Poft: Garnjäbr. ft. ^L. ,eigen bis 5 Zeilen 20 kr. " Snsernonspreije: El«- Die kirchliche Frage in den occnpierten Provinzen. Der Wettkampf in dm Kreisen der beiden Delegationen hat sich gelegt, eine mildere Luft strömt, und es ist sichere Aussicht vorhanden, daß die Regierungsvorlagen, betrcsscnd die Occupation Bosniens und der Herzegowina, von beiden Delegationen werden angenommen werden. Die Delegationen können nicht umhin, mit Thatsachen zu rechnen, die Großmachtstellung Oesterreich-Ungarns gestattet nicht, an einen Rückzug der Occupations-armee zu denken. Aufgabe der gemeinsamen Regierung und der Delegationen ist, für eine geordnete Verwaltung in den rccupierten Landern zu sorgen, ohne die Finanzen Oesterreich-Ungarns sühlbar zu belasten, die Ausbeute der reichen Schätze beider occn-pierten Provinzen wird in erster Reihe in Erwägung gezogen werden müssen. Lei Regelung der Administration in Bosnien und in der Herzegowina ist ein besonderes Angenmerk der kirchlichen Frage, den kirchlichen Zuständen znznwenden. Tie Geschichte lehrt uns, daß Bosnien schon im Mittelalter den Central-herd intensiver religiöser Bewegungen bildete. Tie Bosnier kultivieren drei religiöse Glaubensbekenntnisse, sie huldigen dem Islam (Scheriat), der griechisch-orieutalischen und der römisch-katho-lischen Kirche. In beiden Provinzen leben bei 300,010 Muhamedaner, welche die Wahl eines vom Scheich-ül-Jslam in Konstantinopel unabhängigen kirchlichen Oberhauptes aus ihrer Mitte austrebeu. Die in beiden occupierten Provinzen domici-lierenden römischen Katholiken, bei 130,000 an der Zahl, unterstehen der kirchlichen Leitung dreier Bischöfe, von welchen einer in Mostar, einer in Brestowsko und der dritte in Ragusa residiert. In beiden Provinzen gibt es 84 römisch-katholische Pfarren, die sämmtlich von Mitgliedern des Franziskanerordens versehen werden. Die zwei Bischöfe in Bosnien bilden keine ordentliche Hierarchie, sondern unterstehen unmittelbar dem römischen Stuhle. Die österreichische Regierung nnd der Vatiean beschäftigen sich derzeit mit der Regelung der kirchlichen Verhältnisse in beiden Provinzen. Bei Regelung dieser kirchlichen Verhältnisse füllt in das Gewicht, daß der Bischof von Dia-kowar bereits den Titel „Bischof von Bosnien" sührt und demselben bisher die Pflicht oblag, die Kleriker sür Bosnien heranzuziehen; die Herzegowina gehört größtentheils schon heute zur dalmatinischen Metropolit. Großen Schwierigkeiten dürfte die Regelung der kirchlichen Verhältnisse der Griechisch-Orientalen, bei 500,000 an der Zahl, unterliegen, deren Confessionsveiwandte sich auch in Serbien, Montenegro und in den österreichischen Grenzländern befinden. Tiese Kirche wird von den drei Bischöfen zu Sera;ewo, Zwornik und Mostar und von einem aus mehr als 500 Popen bestehenden Klerus geleitet. Tie Bischofssitze der Griechisch-Orientalen mußten bisher vom „Papste" oder „Patriarchen" iu Konstantinopel mit schwerem blankem Golde erkauft werden; der Bischof Preßte seine Popen, der Pope fein „gläubiges" Volk. Oesterreich muß uuu in dieser Richtung Ordnung machen, diese Kirche vou Konstantinopel emanci-pieren und die oberhirtliche Leitung der griechisch-orientalischen Kirche in Bosnien und in der Herzegowina dem nach historischen Grundsätzen kompetenten Patriarchen in Karlowitz übertragen. Bei dieser Regelung möge die Regierung sich jedweder Proselytenmacherei, jedweden Druckes auf die einzelnen Religionsgenossenschaften zum Nutzen einer privilegierten Kirche enthalten. Die im- perative Katholisiernng der oeeupierten Provinzen würde Unfrieden erzeugen. Gleichberechtigung; und Duldung aller bestehenden Religionsgenvssen-schaften möge das Losungswort der Regierung sein! Österreichische Delegation. In der am 1. d. stattgesundenen Sitzung des Budgetansschusses der österreichischen Delegation schritt Graf Andrafsy zur Beantwortung der in der vorletzten Sitzung an ihn gestellten Fragen. Die Antworten skizzieren wir in allgemeinen Zügen wie folgt: Zur ersten Frage: „Wie lange soll die Oecupation dauern?" — So lange, bis die Zwecke erreicht sind, zu deren Erreichung Europa uns die Oecupation und Administration übertragen und wir dieselbe angenommen haben. Diese Zwecke waren: eine Reihe von Gefahren abzuweudeu; die Gefahr, unsere Provinzen fortwährend beunruhigt zu sehen; die Gefahr, Dalmazien zu verlieren; die Gefahr, daß unsere Comnnicationen mit dem Orient bedroht werden; die Gefahr, daß sich in den südlichen Ländern nächst unseren Grenzen eine Revolution und panslavistische Agitation etablieren; die Gefahr einer südslavischen Länderformation. Wenn alle diese Gefahren beseitiget sind, wenn endlich die Türkei im stande sein wird, nicht nur uns die gebrachten Opfer zu ersetzen, sondern auch die Gewähr zu bieten, daß der Zustand, den wir bis dahin in Bosnien nnd der Herzegowina geschaffen hätten, sich unter ihrer Herrschaft nicht verschlechtern werde, dann ist der Zeitpunkt gekommen, wann die Oecupation aufhören kann. Zur zweiten Frage: „Ob eine Annexion in der Absicht der Regierung liege?" — Wenn eI zur Frage eiuer Annexion kommen sollte, so würden die legislativen Körper natürlich und selbstverständlich in der Lage sein, darüber im Vereine Feuilleton. Eine Erzählung ohne Titel. Von Jean Baptiste. (Fortsetzung.) ,,Ja," entgegnete Amalie, „da sah ich aber nie eine junge Begleiterin?" „Meine Schöne braucht auch die Kur nicht, sondern hat ihre bejahrte Freundin nur hieher begleitet. Ich bm dort wahrlich fast wie zu Hanfe, streiche mit den beiden Frauenzimmern auf allen einsamen Spaziergängen herum, — denn die Promenaden der derru inonäs haßt das eingezogene Kind so sehr, daß sie sechs Rosse nicht daher ziehen würden, und ich glaube, wenn ich sie nicht kennen gelernt hätte, ich wäre nie nach Alt^ Karlsbad oder zu dem Marienbilde gekommen, sondern hätte mich, wie die anderen alltäglichen Kurgäste, immer mit der pnppischen Allee, der Dorotheenaue oder der Vier-Uhr-Promeuade begnügt, oder wäre nach Hammer und Fischern, nach Dallwitz oder zu der langweiligen versteinerten Hochzeit gefahren. Seit mehreren Tagen habe ich mir nun schon vorgenommen, um ihre Hand anzuhalten; aber zum Unglück steht ihr Arbeitstisch gerade dem Spiegel gegenüber, und wenn ich niir nun das bildschöne, achtzehnjährige Mädchen ansah, und mein Blick glitt dann, wie von einem warnenden Dämon gelenkt, im Spiegel auf mein sonnenverbranntes, fünfzigjähriges Antlitz, da verließ mich die Courage; doch die Entschlossenheit meiner Schwester bestärkt mich wieder iu meinem Entschlüsse, und wenn sie noch einen Millionär in ihre Netze locken konnte, der eben erst mündig geworden, so wird doch ein armes Mädchen auch vielleicht nach der guten Versorgung mit dem alten Wallner greisen." 19.) Erklärungen. Der Onkel bat Leopoldinen um Verzeihung für seinen schwarzen Verdacht, und diese vergab alles gerne, blos mit dem Gedanken beschäftiget, von Irenen Aufklärung zu erhalten und derselben, die wahrscheinlich einen ähnlichen Argwohn wie der Onkel hegte, ihre Unschuld zu beweisen; sie zerriß den angefangenen Brief und eilte in die Wohnung der Staatsräthin, welche der Bediente verleugnete; aber Leopoldine drang, ohne auf ihn zu achten, in Irenens Zimmer und blieb athem-los in der geöffneten Thüre stehen, denn der Oberst, ganz heil und ohne Wunde, in blitzender Galauniform, die breite Brust mit schimmernden Ordenszeichen geziert, sprang von Irenens Sopha auf und stand in blendender Männerschöne vor der Entgeisterten. „Wollen Sie nicht näher treten?" sprach Irene kalt und sremd, und ohne Bewußtsein folgte Leopoldine der Einladung. „Mein Bruder Alexander, Fräulein Wallner!" präsentierte Irene, und verzweifelten Muth fassend, sprach Leopoldinc nach der gegenseitigen stummen Verbeugung: „Mein Fräulein, ich komme, Sie zu bitten, daß Sie mir sagen, wodurch ich so unglücklich war, Ihre Achtung zu verscherzen." „Wollen wir das nicht," entgegnete Irene, „auf eine gelegenere Zeit verschieben — wenn wir — allein —" „Keinen Augenblick!" rief Leopoldine hastig, während Alexander Miene machte, sich zu entfernen, „ich bitte zu bleiben, mein Herr Oberst! ich weiß mich so ganz rein von aller Schuld, daß die ganze Welt Zeuge unserer Unterredung sein kann, am ersten Sie, bei dem ich noch sehr um Verzeihung für eine kindische Unart zu bitten habe, die wahrlich durch nichts entschuldigt werden kann. Ich kann nur gestehen, daß mich bei ihrem An- mit der Krone zu entscheiden. Diese Frage ist aber nicht an der Tagesordnung; die Regierung steht auf dem Boden des Berliner Vertrages. Zur dritten Frage: „Aus welchem Grunde ist der Abschluß einer Convention mit der Pforte über die Occupation unterblieben, und welchen Einfluß hat dies auf den gegen unsere Truppen entwickelten Widerstand gehabt?" — Ter Abschluß unterblieb aus dem Grunde, weil die Pforte an eine solche Convention anfangs Bedingungen stellen wollte, welche mit dem durch Artikel XXV des Berliner Vertrages zu erreichenden Zwecke nicht in Einklang zn bringen waren. Die Regierung war immer bereit, eine Convention, welche mit der Erreichung dieser Zwecke consorm war, einzugehen, eine weitergehende aber nie. Der Standpunkt der Pforte hat sich übrigens seither wesentlich modificiert, und die heute in Konstantinopel vorwaltenden Anschauungen sind von den frühem bedeutend verschieden. Zur vierten Frage: „War es nicht möglich gewesen, Bosnien und die Herzegowina analog zu Bulgarien, Rumänien und'Serbien als selbstständiges Fürstenthum unter unserm Einflüsse zu constituiereu?" — Wer immer die Landkarten von Bosnien betrachte, werde sehen, daß ihm schon nach der geographischen Lage die Bedingungen der Selbständigkeit fehlen. Daß die inneren Conditionen dazu nicht vorhanden seien, habe er schon gestern nachgewiesen. Der betreffende Fürst würde, wenn Christ, die Muhamedaner, wenn Muselman, die Christen gegen sich haben. Die Hauptsache aber sei, daß, wenn wir dort wirklich Einfluß üben sollen und müssen und die jetzige Occupation nicht stattgefunden hätte, wir die Garantie für den dortigen Zustand übernehmen müßten und daher gezwungen wären, jedes zweite oder dritte Jahr eine Expedition zu unternehmen, wie die jetzige. Eben deshalb war ganz Europa von der Unmöglichkeit einer solchen Gestaltung Bosniens und der Herzegowina überzeugt, in erster Linie die Vertreter England's, welches gewiß keine Intention habe, die Türkei zu untergraben, und dann auch die Türkei, indem sie dem Kon-greßbefchlusse zustimmte. Auf die fünfte Frage: „Existiert nicht die Gefahr, daß wir, wie wir durch ein europäisches Mandat nach Bosnien gekommen seien, auch gezwungen werden können, dasselbe zu verlassen?" — Das Wort „Mandat" lasse verschiedene Auffassungen zu. Es ist eben im gegebenen Falle nichts anderes als eine Vertragsbestimmung des Berliner Vertrages. Unsere Occupation beruht auf dieser Vertragsbestimmung. Es ist ein Prinzip, blicke ein ganz unerklärlicher, wahrhaft panischer Schreck befiel." „Das böse Gewissen wahrscheinlich !" versetzte Irene, und Leopoldine sah sie fragend an. „Sie verlangen Offenheit," fuhr Irene fort, „und sie soll Ihnen werden, denn ich liebe und übe diese Tugend, und daß Sie selbe nicht lieben, ist allein die Ursache, warum ich mich von Ihnen zurückzog." „So sehr zürnen Sie, daß ich Ihnen verschwieg —" Leopoldine stockte, unwillkürlich auf Alexander blickend, und hätte um keinen Preis der Welt das Verschwiegene wiederholen können. „Jenes Stillschweigen", sprach Irene mit ungewöhnlichem Ernst, „stand zwar nicht im besten Einklänge mit dem freundschaftlichen Tone, der unter uns herrschte; doch noch schlimmer war das Geständnis. Sie gaben vor, Klar habe Sie aus dem Feuer gerettet —" „Gab vor?" „Verzeihen Sie den harten Ausdruck! Sie verlangen Offenheit, ich konnte keinen zarteren finden, der sich mit jener vertrüge, da ich vollkommen unterrichtet bin, daß Sie ein anderer die Treppe hinabgetragen." (Fortsetzung folgt.) daß die Bestimmungen eines Vertrages nur durch die vertragschließenden Theile ebenso einstimmig verändert werden können, wie sie normiert worden sind. Ein entgegengesetzter Entschluß wäre daher nur möglich, wenn Oesterreich einwilligte. Die Gefahr also, daß wir gegen unseren Willen gezwungen sein könnten, Bosnien und die Herzegowina zu verlassen, existiert daher nicht. Ans die sechste Frage inbetreff des handelspolitischen und wirtschaftlichen Verhältnisses zn den westlichen Ländern der Balkan-Halbinsel antwortet der Minister: „In Berlin ist zwischen Oesterreich und Serbien eine Abmachung zu stande gekommen, infolge deren Serbien verpflichtet ist, entweder auf dieser Basis einen Handelsvertrag mit uns abzuschließen oder über die Möglichkeit eiuer Zolleinignng innerhalb einer gewissen Frist in Verhandlung zu treten. Ferner ist Serbien durch den Berliner Vertrag verpflichtet, die Eisenbahnlinien innerhalb drei Jahren herzustellen und alle handelspolitischen Verpflichtungen der Pforte uns gegenüber zu übernehmen. Die Einwendung, daß wir dort spezielle Vortheile genießen müssen, die ein anderer Staat nicht erreichen könne, wäre schwer zu begründen. Ich wüßte nicht, wie es möglich wäre, einem Lande gegenüber separate Rechte anders zur Geltung zu bringen, als durch direkte Verhandlung mit dem Lande selbst. Heute, wo jeder Staat die Meistbegünstigungen stipnliert, scheint es mir so ziemlich unmöglich, darüber hinauszugehen. Eine Garantie für unsere speziellen Interessen liegt in unserer Nachbarschaft und darin, daß Serbien infolge unserer Stellung in Bosnien mehr als je in politischer und materieller Beziehung auf ein Zusammengehen mit Oesterreich-Ungarn angewiesen ist; aber speziell in einem Vertrage, bei dem alle Mächte vertreten sind, solche Bedingungen durchzusetzen, die nur für Eine Macht gelten und für die anderen nicht, scheint mir, ist eine Aufgabe, die nicht zu lösen ist." Gras Andrafsy schloß die Beantwortung der Fragen mit der Bemerkung, man möge zur Vermeidung von Mißverständnissen nicht jedes seiner gesprochenen Worte buchstäblich nehmen, weil er sich in einem Ausschüsse bewege, in welchem eine freiere Bewegung des Wortes zulässig ist. Auch die Beantwortung dieser sechs Fragen befriedigte die verfassungstreuen Mitglieder der Delegation nicht. Aus den Worten des Ministers geht hervor, daß an eine verfassungsrechtliche Stellung der occupierten Provinzen noch lange nicht gedacht werde. Man will im Flusse der ministeriellen Mittheilungen eine starke Dosis Hohn bemerkt haben, welchen die Zuhörer in auffallend ruhiger Haltung entgegengenommen haben sollen. Tagesneuigkeiten. — Der Armeebefehl des FZ M. Baron Philippovich, womit der kommandierende General Abschied nimmt von der II. Armee und das Kommando dem Herzog von Württemberg übergibt, sowie den Generalen, Stabs- und Oberoffizieren, Militärbeamten und Soldaten die vollste Anerkennung zollt, dankt allen für ihre Pflichttreue re., Selbstverleugnung, Ruhe, Seelengröße in der Behandlung und im Auftreten gegen die verirrte Bevölkerung. Der Armeebefehl sagt weiter, daß die Erinnerung an errungene Erfolge das Soldatengefühl gehoben und veredelt hat. Der Armeebefehl anerkennt dankend, daß auch die bereits früher heimgekehrten Waffengenossen mit enthusiastischer Liebe vom Vaterlande empfangen worden seien. Der Armeebefehl wünscht dem vorzüglichen Armeegeiste Krönung durch neue Erfolge nnd neue Lorbeeren. — Die Repatriierung der bosnischen Flüchtlinge dürfte in einigen Tagen vollzogene Thatsache sein. Nach Bericht des Serajewer Korrespondenten der „N. fr. Pr." beträgt die Zahl der Flüchtlinge circa 10 l,300. Davon waren 83.000 in Zivil- nnd Militärkroazien, der Rest in Nord-dalmazien bisher nntergebracht. Weitaus der größte Theil entstammt dem Bihatscher Kreis. Die Flüchtlinge wurden bis Ende November verpflegt. Schwächlichen Personen. Greisen und Kindern wurden Gratisfuhren beigestellt. Die Uebernahme und Weiter-instradiernng von der Grenze veranlaßten politische Beamte. Die Repatriierung ging ziemlich anstandslos vor sich. Nur bei Zavalje blieben als Opfer eines Schneestnrmes drei Franen nnd sieben Kinder todt auf der Siraße. Mit ver Durchführung der Repatriierung. der weiteren Verpflegung uud der Sorge für Unterkunft sind eigene Lokalkommissionen betraut, welche von Regiernngsorganen geleitet sind. Man ist bemüht, dnrchznsetzen, daß die Flüchtlinge wieder in ihr altes Verhältnis dem Grundherrn gegenüber eintreten. Es wird auch gemeldet, daß die Begs diesbezüglich viel Entgegenkommen zeigen. Nichtsdestoweniger wird die Regierung noch lange für den Unterhalt der Flüchtlinge sorgen müssen. Vorläufig erhalten die Erwerbsunfähigen täglich 6 kr., und werden allen für den Häuserban, die Anschaffung von Geräthschaften nnd Saat Subventionen zugestanden. Bei eintretender kalter Witterung wird unter deu Repatriierten großes Elend herrschen. Man besorgt auch mit Recht, daß sie das Proletariat der Städte vermehren und die Sicherheit im Lande gefährden werden. — Pe rs o n al n a ch ri chte n. Der österr. Botschafter Graf Beust ist am 30. v. M. abends in Paris angekommen. — FML. Freiherr v. Io --vanovic wurde telegrafisch nach Wien berufe». — Der Reichs rath wurde anf den 10. d. einberufen. Lokal- und provittnal-Angelegenheiten. — (Englischer Klub.) Mehrere der hiesigen Gesellschaft angehöcige Fräulein constituierteir diesertage einen Kinb zur Ausbildung in der englischen Eonversation. Bei den Conversationsabenden gemachte Sprechfehler werden mit Geldstrafen belegt, und sind die Strafgelder znr Anfchaffnng von Kleidungsstücken für dürftige Schulkinder bestimmt. Vom letzteren Standpunkte aus begrüßen wir den Klub auf das freundlichste und wünschen, daß die Strafgelder in möglichster Weise sich mehren würden. Zu den Mitgliedern dieses Klubs zählen anch die Fräulein Bürger, Galle, Zeschko, Garreiß n. a. — (Generalversammlung.) Freitag den 6. d. M. um 4 Uhr nachmittags findet im hiesigen städtischen Rathssaale eine Generalversammlung der Gründer und Wohlthäter des Elisabeth-Kinder-spitalS in Laibach mit nachstehender Tagesordnung statt: 1.) Jahresbericht; 2.) Genehmigung der Rechnungen pro 1874, 1875, 1876 und 1877; 3.) Jahrespräliminare pro 1879; 4.) Wahl einer Stellvertreterin der obersten Schutzfrau; 5.) Einreihung eines Wohlthäters in die Zahl der Gründer; 6.) Er-laffnng von Dankschreiben; 7.) sonstige Wahlen: g,) eines Obmannes; b) mehrerer Schutzdamen; e) dreier Verwaltungsräthe; ck) eines Kassiers; 6) eines Sekretärs; k) zweier Rechnungsrevisoren. — (Ein originelles Jubiläum.) Der unerbittliche Sensenmann, der weder die herrlichen Blüten der Jugend noch die edlen Früchte des Alters verschont, Arm nnd Reich schonungslos in die kühle Erde mäht, vereitelte die Feier eineS originellen Jubiläums, welche in kurzer Zeit in unseren Mauern im freundschaftlichen Kreise begangen werden sollte. In voriger Woche starb in Laibach der k. k. Landeszahlamtskassier Herr Mathias Blasizh. Nahezn vierzig Jahre sind es, als Herr Blasizh sich im „Hotel Elefant" einen Tisch wählte; durch eine Reihe von nahezu vierzig Jahren fand sich Herr Blasizh alltäglich im genannten Hotel und bei demselben Tische als freundlicher Stammgast ein; er machte alle Wandlungen, welche das genannte Hotel in guten und schlechten Zeiten erlebte, als getreuer Stammgast mit. Leider war es seinen zahlreichen Freunde» nicht gegönnt, das vierzigjährige Jubelfest des ältesten Stainingastes im „Hotel Elesaut" entsprechend zu feiern. — (Der Landcsausfchnß für Krain) beschäftigte sich in seiner am 29. v. M. stattgesun-denen Sitzung mit der Verleihung eines Stipendiums für Eleven der Slaper Wein- und Obstbauschule an David Modic; mit der Besetzung von Lehrstellen an den Volksschulen in Heil.-Kreuz bei Thurn-Gallenstein, Töpliz, Treffen und Tschernembl; mit der Anweisung von Stiftungsgenüssen und Dotationen für gewerbliche Fortbildungsschulen in Laibach, Gottschee und Rudolfswerth; mit der Einführung des deutschen Sprachunterrichtes in der Volksschule in Sairach; mit Normalschulfonds-angelegenheiten; mit den Vorspannsgebüren für Jmpfärzte; mit Erledigungen von Gesuchen, betreffend : Gemcindetaxciuhebung, Brandschaden-Un-terstütznugsgeldcr-Vertheilung, Gemeindewegherstel-luug, Zahlungsfristgewährung u. s. w. — (Fleisch tarif für dcnMonatDezem-ber.) Das Kilogramm bester Qualität von Mastochsen kostet 54 kr., mittlerer Qualität 46 kr., geringster Qualität 38 kr.; von Kühen uud Zugochsen kosten die drei Sorten Fleisch 48, 40 und 32 kr. — (Aus dem hiesigen Schwurgerichts-Hofe.) Schwurgerichtshof uud Geschworne hatten es gestern mit einem Individuum zu thun, welches dem Trappistenkloster „Mariastern" bei Banjaluka als Laienbruder angehört, welches nicht nur die Satzungen seines Ordens — ewiges Stillschweigen, — sondern auch die Satzungen des Strafgesetzes übertreten hat. Josef Koeman, aus Komen bei Seffana geboreu, 28 Jahre alt, stand gestern als „Held" des Tages vor den Schranken des Schwurgerichtes. Am 14. August l. I., an jenem Tage, als Banjaluka von den Insurgenten überfallen wurde, wurde „Frater Beutramiu", recte Josef Koeman, von seinem Ordensobern mit der Verwahrung einer dem Handelsmanne Pero Zalic eigentümlich augehörigen Geldtasche, worin sich angeblich 1200 st., darunter 98 Stück Dukaten, befanden, betraut. Josef Koeman, einen zweiten Uebersall der Insurgenten besorgend, eignete sich aus der ihm anvertrauten Geldtasche das angeblich nur 40 Dukaten enthaltende Säckchen an und ergriff die Flucht über Glasuica, Jasenovac uud Karlstadt, begab sich nach Görz, Istrien und Krain, besuchte Jdria und Oberlaibach, zahlte die Zeche und die Küsse der Kellnerinnen mit Dukateu, wanderte von Gasthaus zu Gasthaus, bis ihn der Arm der Gerechtigkeit in Oberlaibach erfaßte; bei dem ehrwürdigen Gentleman wurden bei seiner Verhaftung noch 18 Stück Dukaten vorgefundeu. Die Gefchworueu erkannten den flüchtigen, nach Dukaten uud Mädchenküsseu lüsternen Frater Bentramin des Verbrechens des Diebstahls schuldig, uud der Gerichtshof verhängte über den Angeklagten eine vierzehnmonatliche, mit Tasten verschärfte schwere Kerkerstrafe. Der Ver-urtheilte gibt der Hoffnung Ausdruck, nach voll-streckter Strafe als „verlorner Sohn" wieder in die Räume seines Klosters „Mariastern" ausgenommen zu werden. — (Zwei Studenten st istungen) kommen zur Verleihung, u. z. ein P. Montagna'scher Stiftungsplatz mit jährl. 73 fl. 78 kr. und ein Joh. Kalister'scher Stiftungsplatz mit jährl. 240 fl. Gesuche bis 24. d. an die hiesige Landesregierung. — (Ernennung.) Herr Bergrath Alois Bouthillier in Klagenfurt wurde zum Ober-bergrathe ernannt. — (Landschaftliche- Theater.) Gestern stand das bekannte amüsante Lustspiel „Epidemisch" auf der Tagesordnung. In neuester Zeit scheint jedoch Skandalsucht auf der politischen und dramatischen Bühne epidemisch werden und die Oberhand gewinnen zu wollen. Unsere Theaterleitung setzte infolge der eingelangten Unpäßlichkeitsmeldungen mehrerer Bühnenmitglieder die beliebte Operette »Die Prinzessin von Trapezuut" auf das Repertoire des gestrigen Tages; aber auch die „Prinzessin" erlitt angeblich durch Plötzlich eingetretenes Unwohlsein des Frl. Ulrich einen herben Schlag, die Direction mußte in letzter Stunde die Operette „Schönröschen" signalisieren. Herr Direktor Ludwig trat vor Beginn der gestrigen Vorstellung vor die Rampen und erstattete Bericht, daß Frl. Ulrich weder im gütlichen noch im ernsten Wege zu bestimmen war. in der „Prinzessin" anszntreten, weshalb zum „Schönröschen" gegriffen werden mußte. Die Theaterleitung habe das renitente Frl. Ulrich sofort aus dem Bühnenverbande entlassen und für einen entsprechenden Ersatz allsogleich Vorsorge getroffen. Diese Meldung wurde beifällig ausgenommen. Gleich einem dgus ex mLLÜiiiä, erhob sich in der Theaterloge des zweiten Ranges der Schauspieler Herr Becher, lehnte sich über die Logeu-brüstung hinaus und wollte dem Publikum mittheilen, daß der Bericht des Theaterdirektors Herrn Lndwig nicht ans Wahrheit beruhe. Das Publikum wies dieses unberechtigte, vorlaute, demonstrative, die Achtung vor deni Publikum arg verletzende Auftreten durch Zischen nnd Ordnungsrufe in energischer Form zurück, und diesem unliebsamen Vorsalle folgte sodann die nahezu tadellose Aufführung der Operette „Schönröschen." Wie wir aus den Coulissen erfahren, fühlte sich Frl. Ulrich durch Entziehung einer ihr zngedachten Partie in der zur Aufführung vorbereiteten Operette „Methusalem" gekränkt, nnd soll das genannte Fräulein der Direction sämmtliche ihr bereits zugetheilten Partien znrückgesendet haben, infolge dessen die Direction die sofortige Entlassung dieses Bühnenmitgliedes verfügte. — (Für Familienkreise.) Im Verlage von Gustav Kleine in Naugart erscheint das von Herrmann Schönlein in Stuttgart redigierte „Illustrierte Uuterhaltungsblatt" in 52 Wochennummeru mit circa 250 Holzschnitten, Preis der billigen Ausgabe 26, der seinen Ansgabe 30 Psenige pro Quartal. Dieses äußerst billige Vlatt hält sich von Politik uud religiösen Besprechungen sern, bringt das Neueste aus dem Gebiete der Novelle, bringt Biographien berühmter Männer, humoristische Aufsätze, Bilder aus ältester und neuester Zeit u. s. w. Dieses Blatt eignet sich so recht für den Familien-tisch. Bestellungen besorgt die hiesige Buchhaudluug v. Kleinmayr L Bamberg. — (Anastasius Grün-Denkmal.) Die Jury, welche die eiugelaufeueu Modelle für das Anastasius Grüu - Deukmal zu beurtheilen hatte, konnte, wie die Grazer „Tagespost" erfährt, keines derselben zur definitiven Ausführung anempfehlen, machte jedoch den Vorschlag, die Herren Hackstock uud Prof. Lacher zu befragen, ob sie geneigt wären, gegen eine Entschädigung von je 300 fl. größere Modelle, näi«üch in Eindrittel-Naturgröße, mit Berücksichtigung^>cr gewüuschteu Abänderungen auszuführen. Der vorgestern zusammeugetretene Ausschuß fand sich jedoch genöthigt, diesen Vorschlag aus finanziellen Gründen abznlehnen und das artistische Comite zu ersuchen, seine Bemühungen zur Gewinnung eines den gegebenen Verhältnissen entsprechenden und zur Ausführung geeigneten Projektes fortzusetzen. — (Aus den Nach bar Provinzen.) In Kärnten richten die aus ihren Betten getretenen Flüsse große Schäden an. Seit 28. v. M. sind die Drau uud Gail mächtig angeschwollen. Nach Bericht der „Klagens. Ztg." überschwemmte die Gail die ganze untere Villacher Sohle. Das Dorf Perau bildet ein förmliche Insel. Jedes einzelne Gehöfte ist von reißendem Wasser umgeben. Die Gemeinde Villach hat Vorsichtsmaßregeln getroffen und mehrere Schiffe vom Ossiacher See herein transportieren lassen. Bei der Federanner Reichsbrücke hat die Gail zwei Joche weggerissen; dagegen konnte die Landesbrücke bei Maria-Gail noch rechtzeitig abgetragen werden. Wenn die beiden Flüsse noch steigen sollten, so droht dem Villacher Thale wirklich eine große Gefahr. Die warmen heftigen Gewitter und Regen, die in den südlichen Kalkalpen herrschten, haben sogar auf den Bergen über 2000 Meter Höhe den Schnee weggefchwemmt, und nur dadurch ward eS möglich, daß beide Flüsse so urplötzlich anschwollen. Welche Verheerungen durch diese Überschwemmung entstanden sind, läßt sich zur Stunde nicht angeben, da vorläufig die Verbindung über die Gail unterbrochen ist. Die Arbeiten der Gailregulierung werden jedenfalls auch leiden, denn an manchen Stellen sind die Verbindungen der Steindämme noch nicht hergestellt. — In Mauthen wurden zwei Häuser zerstört, in Kö-tschach ist eine Frau von den Fluten ergriffen worden und fand in denselben ihren Tod; in Asritz bangt den Bewohnern vor der Gefahr eines drohenden Bergsturzes. Im Rosenthale war der Wasserstand der Drau so hoch, daß selbst ein Theil der Wei-tzelsdorserstraße überschwemmt wurde. — Der deutsche Verein in Graz beschloß eine Resolution, worin die Zustimmung zu der Adresse des Abgeordnetenhauses ausgesprochen und verlangt wird, Bosnien solle als ein selbständiges Fürstenthum eonstitniert werden, mit welchem Oesterreich eine Militär- und Zollconvention abzuschließeu hätte. Zur Landtagssession 1878. (Aus der 5. Sitzung.) (Fortsetzung.) Ich bin überzeugt, daß es dem betreffenden Schulausschusse, weuu das hohe Haus auf meiuen Antrag eingeht, leicht möglich sein wird, einen Ausweg zu finden, durch den jenen Mängeln bezüglich der Lehrerernennungen abgeholfen, anderseits aber auch den Gemeinden und dem Lande das ihnen gewährte Mitwirkungsrecht nicht geschmälert werde. Weiter hat es sich als nothweudig herausgestellt, daß das Gesetz in manchen Punkten ergänzt werde. Es fehlen prinzipielle Bestimmungen, deren Auslassung wol nur darin seinen Grund haben kann, daß das Gesetz in einer kurzen Zeit zuwege gebracht werden mußte, daß andererseits das dies-sallige Landesgesetz, speziell in Krain, eigentlich als Lompromiß der verschiedenen Parteien im Ausschüsse eingesehen werden muß. Es sind infolge dessen vielleicht Bestimmungen ausgelassen worden, die sonst nicht ausgeblieben wären. Eine nothwendige Ergänzung wird z. B. die sein, daß den Schuloberbehördeu Zwangsmaßregeln dem Ortsschulrathe gegenüber eingeräumt werden. Es hat sich wiederholt in der Praxis her-ausgestellt, daß sich die Ortsschulräthe sogar geweigert haben, die Präliminarien zu verfassen oder vorzulegen, über eingehobene und verausgabte Gelder Rechnung zu legen. Das ist der heiklichste Punkt, und eben in diesem Punkte hat die Oberbehörde keine Handhabe, um den Ortsschulrath zu seiner gesetzlichen Pflicht zu verhalten. Wenn auch die Bestimmungen über die Dauer des Schulbesuches eine prinzipielle Aenderuug wünschenSwerth machen würden, so glaube ich, daß dieser leider nicht Gegenstand unserer Verhandlung sein kann. Die Bestimmung der Dauer des Schulbesuches bis zum 14. Jahre ist eine Bestimmung des Reichsgesetzes, an der nicht gerüttelt werden kann. Allein dem Schulausschusse wird es vielleicht möglich sein, einzelne abändernde Bestimmungen zu treffen, die sich durch die Zeit als nothweudig herausgestellt haben. Der letzte und nicht unwichtigste Grund, welcher mich zur Stellung dieses Antrages bewogen hat, sind die Ersparungsrücksichten. Durch die Einführung einer Classification der Lehrerstellen, wie sie in anderen Provinzen in Uebung ist, oder durch die Regelung des SistemeS der derzeitigen Functionszulagen wird sich vielleicht eine gerechtere Verthei-lung der Lehrerbezüge erzielen lassen; andererseits wird es gleichzeitig möglich sein, die enorm wachsenden Kosten auf ein bestimmtes Maß zugunsten des Landes zu fixieren. Dann wird das Land wissen: so viel betragen die Lehrergehalte, so viel die Functionszulagen, und sie können im nächsten Jahre nicht mehr betragen, außer wenn neue Schulen dazu kommen. So kann einerseits den Wünschen der Lehrerschaft, die wiederholt znm Ausdruck gebracht wurden, andererseits aber auch dem Haushalte des Landes und den Rücksichten auf sparsame Gebarung mit dem Normalschulsonde Rechnung getragen werden. Aus allen diesen Gründen erlaube ich mir den Antrag auf Einsetzung eines Schulausschnsses zn dem angegebenen Zwecke zu stellen, ich wiederhole den Antrag und bitte, denselben anzunehmen. Der hohe Landtag wolle beschließen: „ES sei ein siebengliedriger Schulausschuß zu bestellen und derselbe zu beauftragen, über die bisher zutage getretenen Mängel der Gesetze voni 25. Februar 186!), L. G. Bl. Nr. I I, sowie vom 29. April 1873, L. G. Bl. Nr. 21 und 22, zu berathen und dem Landtag noch in der heurigen Session einen Gesetzvorschlag über die wünschenswerthe Aendernng obiger Gesetze vorzulege»; hierbei habe der Schulausschuß insbesondere folgende Punkte ins Ange zu fassen: 1.) Aenderung der Zusammensetzung der Schulaufsichtsbehörden, insbesondere Aufhebung des Institutes der verstärkten Ortsfchnlräthe. 2.) Fixierung von Zwaugsmaßregeln gegenüber den Ortsfchulräthen. 3.) Ordnung der Bestimmungen über die Ernennung der Lehrer. 4.) Classificierung der Lehrerstellen. 5.) Regelung des Sistems der Functionszulagen. __________(Fortsetzung folgt.)_______________ Witterung. Laibach, 3. Dezember. Temperatur: morgens 7 Ubr -s- 16°, nachmittags 2 Ubr -s-3 6°6. (1877 -4-6-6»; 1876 -s-117° 6., Baro-merer im Fallen, 728 97 mm. Das vorgestrige Tagesmittel der Temperatur -j- 3 6", um 2 3° über dem Normale. Angekommene Fremde am 2. Dezember. Hotel Stadt Wien, «seutak sammt Gemalin, Franz. — Nußbaumer, Alberth, Wellisch, Kfm., Berger, Reisender, Wien. — Liebmann, Fabrikant, Stuttgart. — v. Reben-burg, Gntsbes, Graz. Hotel Elefant. Jegli?, Buchhalter, Görz.— Reiß, Reifend., Wien. — SvetlM, Pfarrer, Godovic. Kaiser von Oesterreich. Jeronfchek, Reservist, Littai. — Lautmami, Gasthausbes., Arnoldstein. — Zdarek, Förster, Stein. Mohren. Monetti, Bahubeamter, Nabrefina. Telegramm. Budapest, 2. Dezember. Der Budgetausschuß der österreichischen Delegation nahm nach lebhafter Debatte dm Antrag Herbsts a», in die Verhandlung der Borlage betreffs des Occupa-tionskrediles für 1879 nicht einzugehen, sondern zur Bedeckung für die Bedürfnisse der in Bosnien und der Herzegowina stehenden Truppen als außerordentliches Heereserfordernis für 1879 vorläufig 15 Millionen zn bewilligen. Für deu etwaigen Mehrbedarf soll die verfassungsmäßige Zustimmung eingeholt werden. — Der Ausschuß verhandelte sodaun über den Bericht des Referenten Schaup über das Budget des Aeußern. Graf Andraffy erklärte, der Bericht enthalte kein genaues Resume der Berhandlungen, sondern sei eine Anklageschrift und ein förmliches Mißtrauensvotum; er werde demselben gegenüber seine constitulioiiellen Gesinnungen beweisen. Der Bericht wurde schließlich bei namentlicher Abstimmung mit 12 gegen 6 Stimmen unverändert vom Ausschüsse angenommen. Morgen Plenarsitzung. Telegrafischer Kursbericht am 3. Dezember. Papier-Rente 6115. — Silber-Rente 62 35. — Gold-Reme 71 90. — 1860er Staats-Anlehen 112 70, — Bank-aenen 786. — Kreditaetien 229 25. — London 116 30. — Silber IM. — K. k. Münzdukaten 5 56 — 20-Francs-Stücke 9-30'/,. — 100 Reichsmark 57-45. Gedenktafel über die am 6. Dezember 1878 stattfindenden Agitationen. Neuerliche 2. Feilb., Penko'sche Real., Nadajneselo, BG. Adelsberg. — 2. Feilb., Odar'schc Real., Kamue, BG. Krainbnrg. — 2. Feilb., Grahor'sche Real., Smerje, BG. Feistriz. — Reass, 3. Feilb., Bostjamri.'schc Real., Harije, BG. Feistriz. — 2. Feilb., Bajnk'sche Real., Möttling, BG. Möttling. — 3. Feilb., Kontel'sche Real., Kal, MV. Adelsberg. — 2. Feilb., Odar'schc Real., Kamue, BG. Radmannsdors. — Reass. 3. Feilb , Grill'fche Real., lluter-semon, BG. Feistriz. — 1. Feilb., Vidmar'sche Real., Mar-kovo, BG. Stein. — 1. Feilb., Kotnil'sche Real., Tscheplach, BG. Nassenfuß. — Relic. Ogulin'scher Real., Cerove, BG. Möttling. — 3. Feilb., Otonicar'fche Real., Zirkuiz, BG. Loitsch. — 3. Feilb., Ursic'fche Real., Unterfeedorf, BG. Loitsch. 3. Feilb, Mezc'sche Real., Brod, BG Loitsch. — Reass. 3. Feilb., Bozic'sche Real., Porece, BG. Wip-pach. — 3. Feilb., Auciu'sche Real., Zagorje, BG. Feistriz. Jür Nitolli und Wkihliachikli empfiehlt Conditor in Laibach, (Lvngreßplntz, seine qroße 'Auswahl von Bonbons, Bonbonnieren, Attra-pen, Cartonagen, Iiixgegenständen n. s. w. Auch feinstes Äleticnbrod, Mandolato, Lebkuchen, Marmeladen, Compot, feinste und billigste Chocoladc», Früchte in zierlichen .«örbchen und Schachteln und hunderterlei andere Artikel! Jede Bestellung nach anSwarts wird auf das schnellste und genaueste effeclniert. (557) 10 3 Uheumatismus-Atther zur Behebung von Schmerzen aller Art, ob acut oder chronisch. Dieser Aether ist das beste, reellste und sicherste bis nun bekannte Mittel gegen Rheumatismus (Gliederreißen, Hexenschuß), Gicht, jede Art Lähmung in den Händen und Füßen, Seitenstechen rc. 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Der neue in 7 Lassen einAetboilto 8piolplu,n ^>2,500 1^08011 ^ 12 nnd rnar ev. siieriell aber 1 gewinn LI, 250,000 a LI 125,000 1 (gewinn 1 (FNVWN 1 üsninn 1 Oeninn 1 6eivinn 1 6mvinn 3 üeninne ü LI. 1 Oeninn . LI. 6 6eivinne L LI. äLI. äLI. ä LI. äLI. a LI. 6 6e>v. ä LI. 15,000 1 6vn-. ä LI. 12,OM 80.000 24 6e,v. ä 21. 10,000 60.000 31 Ü6N-. L LI. 5000 50.000 61 6e>v. ä LI. 4000 40.000 300 6nv. ü LI. 2000 36.000 500 6ow. L LI. 1000 30.000 621 6inv. L LI. 500 25.000 675 6oiv. ü LI. 250 20.000 22,850 Oe,v. ä LI. 138 etc. ste. vis erste 6eivinu?.ivI,unK ist amtlivli nu>i8bo?.ablt und cl^dnreli viel 2UM kliieks ralilroivlier Familien beiAvtraZ-en. Dis MnIaZen sind im Vsrbiiltniss dsr Aro8ssn Llianesn sslir unbodvutvnd und kann ein ölüeks-vorsueli nur oui^koblun »'erden; klsine LetrÄAS kann man »ueli in Dostmarken eilenden. .ieder '1'lleilnelnner erbiilt bei Ls8teIIunA den amtliebon?iun und inieli der /ieiiun^ die ollirivllüll 0o,vinnli8ten. 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