Vrieuieerutte*#* Preis« r Für Lai-ach: »«nzjLhrig . . 8 fl. 40 tt. HalbjShrig . . 4 „ 20 „ Ihrig . ! , 10 » Rouatlich ... — „ 70 „ Tttt btt Post •«Wattig............IS fl. d-lbtihrig...............6 „ «Wtljlhrig...............3 „ Laibacher $tit Zustellung in« Hau« 25 kr., monetl. 9 h. TJ Einzelne Mumment 6 lt. Lflgblatt. Anonyme Mittheilungen werden nicht berückstchtigt; Manuskripte nicht »urüSgesendet. ÄeUrttw: vahnhof>affe Nr. 16. Srprditionü- L Juserate»-vureau: Kongreßplatz Nr. 2 (Buchhandlung von Jg. v. «Ttln. wahr & geb. Bamberg.) Jnserti-nSpretse: gilt bie einspaltige Petit,eil« £ 4 kr , bei wiederholter Einschaltung ä 3 kr. Anzeigen 618 5 geilen 20 h.*T Bei größeren Inseraten Öfterer Einschaltung enispre-LZ chender Rabatt. ■ j?L, Für complicierten Satz beseit>s£^ bete Vergütung. Nr. 189. Samstag, 18. August 1877. Morgen: Ludwig. Montag: Stephan K 10. Jahrgang. Zur Monarchenbegegnung. In diplomatischen Kreisen Wien- ist man über die in Ischl stattgefundkne Kaiserentrevue vollkommen befriedigt, in allen offiziösen Blättern wurde die Parole ausgegeben, daß diese Enlrevue als eine neue Bekräftigung des „Drei-Kaiser-Bundes" an. gesehen werde und daß der Ideenaustausch in Ischl dazu beitragen dürfte, das bisher allseits beobachtete Sistem der stricten Neutralität aufrecht zu erhalten. Der »Drei-Kaiser-Bund" konstatiert, daß die andauernde Uebereinstimmung bisher nicht die ge. ringste Störung erfuhr und daß diese Harmonie die beste, sicherste Bürgschaft nicht nur für die Be-schritnkung de« Kriege-, sondern auch für die Auf. rcchthaltung de« europäischen Gleichgewichtes bilde. Wir nehmen mit voller Befriedigung und Ge-Iwgthuung Act von dem weiteren ungetrübten Fortbestehen dieser Tripple Allianz. Vor nicht langer Zeit brachten auch wir Bericht über .da« Bestehen de« Drei-Kaiser-Bündnisfe-, über die Harmonie, die in den Ansichten der drei mächtigsten Souveräne Europas in der orientalischen Frage herrscht. Die slavischen Blätter, denen diese» Drei-Kaiser-Bündnis ein Dorn im Auge ist, verkündeten bereit« in hochgradiger Exlase und mit unverhüllter Schadenfreude, daß der „Drei.Kaiser.Bund" ge. sprengt, daß Oesterreich im Bunde nicht mehr der dritte, sondern daß Oesterreich au« dem Monarchen, ^zelte hinauSboxiert wurde. Deshalb ungeheuerer Jubel im Hause der Czechen und — Slovenen I Auch die in deutscher Sprache erscheinenden nationalen Prager Journale stimmten in echt österreichischer patriotischer Stimmung Jubellieder über die Ausscheidung Oesterreich- au« dem „Drei-Kai. ser.Bunde" an. In langathmigen Artikeln frohlockten die Parteiführer der Wenzelskrone darüber, daß Oesterreich, dessen Politik die Grenzen der Neutralität bisher strenge eingehalten hat, au- diesem Bündnisse scheiden mußte, um angeblich einem Zwei-Kaiser-Bündnisse Platz zu machen. Die Landsknechte der „koruna keska" schwelgten bereit« in süßen Träumen, schon sahen sie die Heersäulen Deutschlands vereinigt mit den mächtigen Armeen Rußland« in die Moscheenstadt siegreich einziehen, schon erblick-ten sie auf den tausend Thürmen Konstantinopels die flatternden russischen Fahnen. Bruder Wenzel am Moldaustrande hat sich wieder einmal bitter getäuscht, der Traum vom ,Zwei-Kaiser-Bündnifse" ist vorüber, die Deklaranten und Demonstranten in der uralten „Praga" und mit ihnen ihre getreuen Bundes« und Gefinn«ng-ge«offen im Slovenenlande werden sich bequemen müssen, den „Drei-Kaiser-Bund" al« in aller Form Rechten« noch fortbestehend an-zuerkennen. Ueberhaupt werden sich die in Oesterreich heimatberechligten Slaven bereit finden müssen, Sondergrlüsten zu entsagen und mit Gesammtöster-reich bei einem Tisch sich einzufinden. Schließlich Mächten wir noch der folgenden Combination de« „GoloS" Raum gönnen: „Man kann nun vonfeite Oesterreich.Ungarn« einen Schritt erwarten, der deutlich beweist, daß die Periode de« Abwarten« seinerseits ein Ende genommen und daß dasselbe von jetzt an al« activer Teilnehmer an den Orientereignissen auftreten wird. Wir sind noch fortwährend der Ansicht, daß, wenn ein solcher Schritt gethan wird, er nicht Rußland zum Schaden gereichen, im Gegentheil die Freiheit unserer Handlungsweise auf der Balkan-Hakbinsel nur vergrößern kann. In dieser Ueberzeugung bestärkt un« ebenso sehr die allgemeine Combination der bi« jetzt vorliegenden Thatsachen, al« auch die nüchterne Schätzung der wahrscheinlichen Folgen eine« etwaigen AuStreten« Oesterreich.Ungarns au« dem Drei'Kaifer-Bunde und eines mehr oder weniger direkten Eintreten« de« ersteren für die Türkei. Von zwei liebeln wählt man gewöhnlich da« kleinere, und unzweifelhaft ist e«, daß e« für da« Wiener Kabinett vorlheilhafter ist. die Organisation von mehr oder weniger unabhängigen christlichen Staaten auf der Balkan Halbinsel zuzulassen, al» nicht nur zu Ruß. land, sondern auch zu anderen Mächten in feindliche Beziehung zu ^treten, welche anerkennen, daß bei einer fortdauernden Türkenherrfchast in Europa eine gesicherte Herstevdng de« europäischen Frieden« und die Rückkehr der europäischen Staaten auf den Weg der friedlichen Entwicklung und der Wohlfahrt un. möglich ist." Auch diese Besorgnisse dürften nicht Begründung finde». Au« den über die Mt-narchenbegegnung in Ischl in die Oeffentlichkeit gedrungenen Mittheilungen war zu entnehmen, daß der Convtrsation der beiden Kaiser Wilhelm und Franz Josef der Dritte im Bunde — Kaiser Alexander — im Geiste sehr nahe stand. Feuilleton. Die Herrin von Kirdy. Roman von Ed. Wagner. (Fortsetzung.) »Hören Sie, Mylady!" rief er erregt und mit ikhvdener Stimme, „tforb Edgar Kirby, Ihres «atcre älterer Bruder, hinterließ einen rechtmäßigen Sohn. Kord Edgar war im geheimen verheiratet einer Schauspielerin, weiche eine Zeitlang der Liebling Lcnbon« war. Er nahm sie von der Bühne Und brachte sie nach einer Billa, nachdem er sich heimlich mit ihr halte trauen lassen. Da er den ®lo(z jeine« Batet« kannte, wagte er nicht, seine «"ßheirat bekannt werden zu lassen; denn seine Srau hatte weder Vermögen „och vornehme Ver-wandischast, wol aber waren Neider bereit, ihren »«ten Namen zu besudeln. Lord Edgar wurde seiner Gattin bald müde und bereute seine thörichie Heirat; iklbst die Geburt eines Sohnes hatte nicht die Macht, leine Liebe zu ihr zu erneuern, und er verließ sie gänzlich, als fein Sohn noch nicht ein Jahr alt t6Qr- Die Frau hatte, wenn man ihr auch andere «bfpvcchen wollte, wenigstens eine gute Eigenschaft — die grenzenlose Liebe zu ihrem Gatten. Sie wurde infolge der Trennung wahnsinnig und in ein Irrenhaus gebracht. Lord Edgar setzte sein wilde« Leben fort und kam etwa zwei Jahre später ent. kräftet und krank nach Schloß Kirby zurück, wo er bald daraus starb, sein Geheimnis mit sich ins Grab nehmend, denn er wagte nicht, seinem stolzen Vater und seinem edelgesinnte», ihn zärtlich liebenden Bruder die Existenz seines WeibeS und seines Kindes zu oerrothen. Diese beiden aber, sein Weib und sein Kind, sind noch heute am Leben." Er schwieg und sah das junge Mädchen scharf an, um den Eindruck seiner Erzählung auf dasselbe zu erforschen. Lady Olla jedoch war äußerlich ruhig, und nur Mißtrauen und Verwunderung leuchteten aus ihren Augen; innerlich aber war sie so erregt, daß sie nicht zu sprechen wagte, um nicht ihre Empfindung zu oerrothen. „Für die Wahrheit dieser Erzählung liegen die klarsten Beweise vor," begann nach einer Weile der Fremd: wieder. Der Trauschein ist noch vorhanden sowie der Geburtsschein des Rinde«; auch sind noch Trauzeugen am Leben, ferner existieren noch mehrere Briefe, von Lord Edgar an seine Frau gerichtet von Schloß Kiidy aus, als dieselbe noch nicht irrsinnig war. Es hat sich somit eine voll-ständige Kette von Beweisen aufgefunden, an der auch nicht ein Glied fehlt, und auf Grund dieser Beweis- erhebt der Sohn Lord Edgar« Anspruch auf sein Erbe.' „Warum hat er seine Ansprüche nicht früher geltend gemacht?" wendete Lady Olla ein. „Der Sodn — oder der angebliche Sohn Lord Edgar» muß wenigs'ens fünfundzwanzig Jahre alt smi; warum also ist er nicht früher mit seinen Ansprüchen und Beweisen hervorgetreten? Warum zeigte er feine Existenz nicht meinem Großvater an? Warum gab er sich nicht meinem Vater zu erkennen? Warum hat er gewartet, bis die Güter in die Hände eine» jungen, verwaisten Mädchens übergegangen waren? Sie werden zugeben, daß es den Anschein hat, als fürchtete er sich, mit Männern zu kämpfen." Eine liefe Röche überflog das Gesicht de« [tumben. „Bis vor einem Monat hat er selbst nichts von seiner seltsamen Geschichte gewußt," antwortete er etwas verlegen. „Die Heirat halte im Geheimen stattgefunden und sollte geheim gehalten werden bis nach dem Tode des Vaters Lord Edgar«. Ehe dieser erfolgte, wurde die Mutter wahnsinnig und. wie ich bereits ernährte, in ein Jrrenhau« gebracht; der Die österreichische Orientpolitik. Die strbischt Rrgierung ergreift, wie den „TimeS" unterm 12. d. au- Wien geschrieben wird, jede Gelegenheit, um zu erklären, daß sie gegenwärtig nicht beabsichtigt, sich an dem Kriege zu betheiligen. Herr RistiL selber soll, wie eS heißt, neulich eine derartige Erklärung abgegeben haben. Trotz all des Mißtrauens, mit welchem diese friedlichen Versicherungen betrachtet werden, mag angenommen werden, daß die nächste Phase deS Krieges ohne Serbiens Milwirkung vorübergehen wird, aber dies schließt nicht die Versicherung seiner späteren Neutralität in sich. Die von der serbischen Presse bewiesene Wärme ist unbeschreiblich. Sie besteht darauf, daß Oesterreich Rußland begünstigt. Nun, bislang hat Oesterreich von Rußland nur Opfer verlangt, und diese hat Rußland gebracht. In dem Entschlüsse zum Beginn de- Krieges, serbische» Territorium von dem glächenraum seiner militärischen Operationen auszuschließen, verzichtete Rußland auf große militärische Vortheile als den Preis für die öfter« reichische Neutralität. Von der Türkei hat Oesterreich bis jetzt kein derartiges Opfer gefordert. Demnach ist die Angabe, daß Oesterreichs Haltung günstig für Rußland sei, abgeschmackt. ES ist eine Haltung der striktesten Neutralität und wird dies bleiben. Graf AndrassyS Politik ist ganz unzweideutig. Während des Krim-krieges büßte Oesterreich durch eine zweideutige Haltung das Vertrauen Europa'S ein, zog sich die Feindschaft Rußlands zu und gewann nicht die Sympathien der Westmächte. Dieses Beispiel wird jetzt nicht nach, geahmt werden. Graf Andrassh hat sich die Auf» gäbe gestellt, gewissenhaft die Interessen Oesterreich« Ungarns aufrecht zu erhalten, und er ist stolz darauf, seinen Zweck ohne einen Krieg zu erreichen. Der gegenwärtige Stand der Angelegenheiten läßt ihn hoffen, daß durch friedliche Mittel Resultate «langt werden können, welche sonst nicht anders als durch einen langen und peinlichen Krieg erreicht werden. Oesterreich wird diese« Verfahren nicht aufgeben. Rußland kennt Oesterreichs Bedingungen und hat versprochen, denselben gemäß zu handeln. ES weiß, daß Oesterreich die Freiheit Konstantinopels zu schützen wünscht und niemals in die Herstellung russischen Einflusses am rechten Donau-Ufer ein» willigen wird, noch an feiner südlichen Grenze die Bildung eine- großen Serbiens ober irgend eines ändern Slavenbimdes erlauben wird. Der Umstand, daß Rußland diese Bedingungen zu achten wünscht, ist eint Friedensbürgschaft und eine Versicherung, daß die Regelung der orientalischen Angelegenheiten in Uebereinstimmung mit unseren Interessen von« statten gehen wird. Batet aber starb, ohne sein Geheimnis verrathtn zu haben. So wuchs der Knabe heran, ohne auch nur die geringste Ahnung von seiner Abkunft zu haben, und er würde darüber stets im Dunkeln geblieben fein, wäre seine Mutter nicht vor etwa einem Monat aus der Anstalt geheilt entlassen worden. Er nahm fit zu sich in seine Wohnung, wo sie ihm ihre und seine Geschichte erzählte. Von diesem Augenblick an war er unablässig bestrebt, alle die Beweise zu sammeln, die zur Geltendmachung seiner Ansprüche «oihwenbig sind; und dieses ist ihm vollständig gelungen. Der junge Mann ist nicht hartherzig, Mylady, obwol mit ihm hart verfahren worden ist. Er ist nicht gesonnen, ein unschuldiges Mädchen zu -ruinieren; er verlangt nur Gerechtigkeit, beansprucht den ihm zukommenden Namen und den Titel und wünscht seine Mutter für das ihr widerfahrene Unrecht zu entschädigen. Er hat sich bisher seinen Weg durch dir Welt selbst bahnen müssen und verlangt nun von der Welt, daß sie ihm das ©einigt gibt. So bin ich nun, Lady Otto, zu Ihnen gtkommtn, the die Sache an die Oeffentlichkeit bringt und bet Rechtsweg beschritten wirb, um Ihre Ansicht zu hüten. Sind Sie zu einem Eomptorniß bereit ober wollen Sie et auf» äußerste ankommtn lafitn ? Vom Kriegsschauplätze. Trotzdem die T ü r k e n wie die R u s s e n sich In bie beabsichtigten Stellungen begeben haben, meint man, baß es im Lause biestS Monats zu keiner entscheidenden Action kommen werde. Die türkt» schen Heeresmassen stehen östlich von Plewna in ben Orten Grivizza, Setowa, Robischowo und Tusch-niza. Mehemed$lli hat sich westlich gehalten, um im Nothfalle mit Osman Pascha zu »operieren, Suleiman Pascha wirb in Bebrowa erwartet. Suleiman Pascha marschiert nörblich langsam, abtr sicher vor; besten Vereinigung mit M e« htmeb Ali in Elena ist bereits vollzogen. Os» man Pascha steht wenige Matschstunden vor Tirnowa. Die bei Bagbab stehende 35,000 Mann starke türkische Armee erhielt Befehl, nach Ktnstan-tinopel zu marschieren. Dieselbe nimmt ihren Weg burch das Euphratthal und wirb durch Mitizttuppen ersetzt. Im Falle einer Kriegserklärung Serbien» soll die Psorte beschlossen haben, sich in der Defensive zu halten. Die Truppen Suleiman Pafcha'S besetzten am 14. d. das Dorf Hain und den Eingang deS Defilös Hain-Bughaz, ohne ben Feind anzutreffen. Suleiman entsendete Truppen zur RecognoScie-rung in das Innere des Engpasses. Eine türkische Recognoscierungs-Abtheilung fand Küftendfche von den Russen geräumt und rückte nach verschiedenen Richtungen vor, ohne auf bie Russen zu stoßen. Der Abenb-„Stanbard" meldet von einem bedeutenden Gefechte von Katafilar bei Osman-Bazar; die Russen mußten sich zurückziehen und wurden van ben Türken bi» Ktrsowa verfolgt. Die Russen hatten 300 Todte unb Verwunbete. ES heißt, daß bie Russen über 100,000 Mann zwischtn Plewna unb Bjela zusammengezogen haben, dennoch aber nicht an eine sofortige Offensive denken. f Die Ruff en fahren fort, Truppen unb Artillerie über die bei PyrgoS, in der Nähe von Ruft« schuk, errichtete neue Brücke zu befördern. Eine in der Umgebung von Rasgrad am 14. b. recogno»» cierenbe russische Abtheilung würbe mit großen Verlusten zurückgewiesen. Das russische Corps, welches die Dobtubscha verließ, um bie russische Donau-Armee zu verstärken, ist auf einer neuen, von ben Russen vier Stunben oberhalb Rustschuk errichteten Donaubrücke nach Bulgarien Übergetreten. Am 14. d. trafen vier Bataillone mit Kavallerie und Artillerie zur Verstärkung bet Russen in Hier sinb bie Briefe und Dokumente, welche die Ansprüche derart beweisen, daß nicht bet geringste Zweifel aufkommen kann," dabei zog er ein Paletten aus bet Brusttasche unb legte es auf ben Tisch. „Hier ist auch ein Brief von Ihrem Verwandten, betn berühmten Dublin« Advokaten Mr. Humphry Kirby, welcher einer bet Trauzeugen unb in bet ganzen Angelegenheit bet Vertraute üorb Edgars war. In btefem Briefe legt er bie Grünbe bar, weshalb er bie Existenz de» rechtmäßigen Erben verschwiegen hat. Nochmal» frage ich Sie, Laby Olla, wünschen Sie einen Vertrag mit mir ober ben Krieg?" Et stanb auf und trat dem Mädchen einen Schritt näher, wo er, beide Hände vorgestreckt, her-ausfordernd stehen blieb. Lady Olla, bleich wie eine Statut, trhob sich ebenfalls. „Und wer sind Sie?" fragte fit mit bebender . Stimme. , „Ich bin Egdar, rechtmäßiger Graf von Kirby," c antwortete er mit Nachdruck und fein Haupt stolz zurückwerfend. „Ich bin der Sohn Ihre» Onkel», Lord Edgar Kirby'». Ich bin Ihr Cousin, Lady Oll», und Ihr Rival tnbetreff der Ansprüche auf Schloß Zaim ein, wo gleichzeitig die Colonne de» General# Melikoff eintraf. Eine russische Division hält Ani besetzt; die türkische Kavallerie schlug zwei Angriffe der Russen zurück. In Asien rückt der russische rechte Flügel vor. Die Vorposten sind bis Horevank, nahe bei Pennek, vorgeschoben worden. Bei Bajasid verließe« 5000 Kurden bei Nacht und Nebel da» Corps J§-mail Pascha's, um ihre bet Wan gelegenen unb vom persischen Kurdenchef Ali Khan bes Tribus Thequek angegriffenen heimatlichen Ortschaften zu vertheibigen. Politische Rundschau. Laibach, 18. August. Inland. Die österreichischen Minister kommen, wie „Napto" erfährt, nächste Woche nach Pest, um über die Ausgleichsgesetze zu berathen und bas Präliminare pro 1878 enbgiltig festzu-stellen. Das Präsibium be» österreichischen $1 b g e o r b* netenhaufes expedierte bie Einladung zur 272steti Sitzung, welche Dienstag den 4. September, vormittags 11 Uhr, statlfindet. Tagesordnung: Berichte de« Steuerreform-Ausschusses über bie Regierungsvorlagen : a) betreffend das Ausmaß der Grundsteuer ; b) betreffend einige äenberungen ber Gebäude-steuergesetze; c) betreffenb einige Äenberungen bet Erwerbsteuergesetze; d) betreffend bie Einhebung bet Rentensteuer; e) betreffenb bie Besteuerung bet Actien-Gesellschasten unb anberer zur öffentliche« Rechnungslegung verpflichteten ErwerbSunternehman-gen; f) betreffend bie Personal-Einkommensteuer. Im Einlaufe des galizifchen Landtages befindet sich eine Petition mehrerer taufend Bürget Lemberg», der Landtag möge in der Kronabtcflt gegen bie russischen Kriegsgreuel unb gegen bie russische Annexionspolitik protestieren. Smolka beantragt bie Verlesung ber Petition ihrem volle« Inhalte nach. AnSland. Dem englischen Parlamente würbe eine biplomatische fiorresponbenz über dit Orients rage, ben Zeitraum vom 14. Mat bi» 30. Juni umsaffenb, eorgelegt. Ein großer Thcil berselbcn betrifft bie von ben Kriegführenden begangenen Grausamkeiten. Eine Depesche des Lorb Los-tus an Lord Derby vom 31. Mai berichtet übet eint Unterredung mit Fürst Gortfchaloff, welcher sagte, die russische Regierung betrachte die Unabhängigkeits-Erklärung Rumäniens als eine de facto, nicht aber de jure vollenbete Thatsache. Man müsse bie Frage im Einvernehmen mit den europäische" Mächten später verhandeln; Oesterreich sei gleich'* Fortsetzung in der Beilage. ^ Kirby. Ehe die Sache vors Gericht kommt unb Sk»"' bat in ben Blättern und in allen VolkSklafsen bfl* rüber erhoben wirb, kam ich zu Ihnen, um b von meinen Ansprüchen in Kenntnis zu setzen Ihnen meine Beweise zu unterbreiten, sowie Jh"^ einen Compromiß vorzuschlagen. Wolltn Sit batauf tingehen ?" Et stanb vor ihr mit einer Miene, al» W* ihr Schicksal unb ihre ganze Zukunft in seine6 Händen, und wartete auf Antwort. 3. Kapitel. Eint vtrhängniSvollt Trauung. Der letzte Graf von Kirby, der Vater ber Lad? Olla, war erst in seinen späteren Jahren in de Besitz bet Titel unb Güter gekommen unb auch "U kurze Zeit im Genuß betseiben geblieben, ben« j starb etwa fünf Jahtt nach bem Antritt der Etbsfl *‘ Et war zweimal verheiratet gewesen. ©*' erste Frau, bie Mutt« Olla'», starb, al» W Tochter noch ein Kind war. Ein Iaht nach • , Antritt seiner Herrschaft hatte tr die Witwe tw , irischen Grafen geheiratet, weicht ihm eine StoaP mitbrachte, dit etwa acht Jahtt ält« war, al» I* Beilage zum „Latbachrr Tagblatt" Nr. 189 vom 18. August 1877. Ansicht. Bezüglich Serbiens habe der Zar der serbischen Regierung den klaren Wunsch ausgesprochen, Serbien möge passiv bleiben. Da» serbische Amtsblatt veröffentlicht ein Finanzgefetz bezüglich der (Komplettierung der serbischen Nationalanleihe vom Jahre 1876 im Betrage von 12 Millionen Franc». Da von dieser Summe nur 2.752,215 Francs eingetrieben wurden, so werden der 27. Oktober und der 13te Jänner als Zahlungstermine für die zwangsweise Eintreibung des Reste» von 9.247,788 Franc» festgesetzt. Die verunglückten Grenzdistrikte bleiben von dieser Maßregel ausgeschlossen. „Daily News" empfängt aus Rom folgenden Bericht: „Man versichert, daß die bourbonisti-schen Anhänger des Vatikan» in Neapel unter den Auspicien der Agenlen des Exkönig» und der ullramontanen ActionSpartei reorganisiert werden. Franz II. hegt, wie man glaubt, die Hoffnung, Im Falle der Krieg einen europäischen Charakter an-nehmen sollte, eine Insurrektion in Sizilien und seinem ganzen frühern Königreich in Uebereinstimmung mit dem Plan der Generale Kantzler und Charettr anregen zu können." Die griechische Regierung soll an ihre Gesandten bei den fremden Höfen ein Circular-Memorandum gerichtet haben, worin sie auf die großen Gefahren aufmerksam macht, welche die griechische Nation in diesem Momente mehr denn je bedrohen. Da» fragliche Memorandum stellt sich gleichsam al» rin Protest gegen die Massacre» heraus, deren Opfer in der letzten Zeit die Christen und besonder» die Griechen geworden sind. Zur Tagesgeschichte. * — Stipendien. Die Statthalterei für Nieder-»sterreich hat für die landwirihschastliche Lehranstalt Iran-ciSco-Josefinum" in Mödling bei Wien für dir zwei nächsten L'hrjahre 1877/78 und 1878/79 ein Stipendium von jährlich 250 fl. bewilligt. Zur Ausnahme in diese Lehranstalt wird erfordert: 1.) die Zustimmung der Eltern, resp. «»rmün-der; 2.) rin Leben-alter von mindesten» 16 Jahren; ».) de« Nachweis über rinr solche Schulbildung, wie sie in den mit Erfolg zurückgelegten unteren vier Klaffen der öffentlichen Mittelschulen (Realschulen, Gymnasien oder Realgymnasien) «werben wird; 4.) der Nachweis über die durch längere Praxis auf einem Landgute erworbenen Kenntnisse. Die mit diesen Nachweisen versehenen Besuche find längstens bis 31. August 1877 an die Direktion der landwirtschaftlichen Lehranstalt „FranciSco-Josefinurn" in Mödling, bei welcher Programme dieser Lehranstalt behoben werden können, ein-»ubringen. — Vom Saatenmarkte. Der internationale Saatenmarkt wurde am 16. d. M. in Pest unter lebhafter Theilnahme beS In- und Auslandes — 4000 Interessenten — eröffnet. DaS Geschäft ist noch unentwickelt, Weizen flau, Roggen flau, Hafer matt, Gerste begehrt, Roggen ab Kaschau fl. 7 40—60, Hafer ab Station fl. 5°80, Herbst-Weizen zu fl. 10 60 geschloffen. — Der ungarische KleruS soll in seiner freiheitlichen Action eine Beschränkung erfahren. Den .Times" wird ans Rom mitgetheilt: „Da die Freiheiten und Privilegien, deren sich der höhere ungarische KleruS erfreut, denselben weniger geneigt machen, sich zu allen Zeiten gegen Befehle und Wünsche, r ie von Rom kommen, so gefügig zu zeigen, als im Batican gern gesehen wird, ist beschlossen worden, wenn möglich, den Grad der Unabhängigkeit, den dieser Klerus genießt, zu vermindern. Zu diesem Zwecke hat der Papst im Einvernehmen mit Kardinal Simeoni sich entschlossen, mit dem Kaiser von Oesterreich Unterhandlungen zu eröffnen in der Absicht, tie römisch-katholische Kirche in Ungarn denselben Regeln unterwürfig zu machen, die im ganzen Übrigen Reiche in Kraft bestehen. Diesbezügliche Instructionen find an Monsignore Jacobini, den apostolischen Nuntiu» in Wien, gesendet worden." — Bereinsauflöfung. Der czechische Turnverein „Solol" in Brllnn wurde wegen politischer AuSschrei-tungen, die er bei seinen letzte» Ausflügen nach Strelitz sich zu Schulden kommen ließ, von der Statthalterei aufgelöst. — Mithad übrr drn Krieg. Der Redacteur deö „TempS" hatte eine Unterredung mit SDiithab Pascha. Derselbe sagte, er gedenke 14 Tage in Paris zu bleiben. Er sprach die Hoffnung ans, daß der Krieg durch diplomatische Intervention vielleicht mit Ende de« Herbste» oder im Lause deS Winters ein Ende finden werde. Tr hob die ausgezeichnete Lage sowie die vorzüglichen Dispositionen der türkischen Armee hervor, deren Taktik mehr eine defensive sei, um den Krieg in die Länge zu ziehen. Sr hoffe, Europa, das durch den Krieg leide, werde eine Situation nicht dulden, deren Beseitigung im großen Interesse aller, einschließlich der Kriegführenden, liege. Lola!- und Provinzial-Angelegenheilen. — (Der 47. Geburtsteg de» Kaiser») wurde in der LanveShauptstadt Laidach in folgender weise gefeiert: Gestern abends: Zapfenstreich und Platzmusik der Regiments-Musikkapelle; heute morgens um 5 Uhr: Tagreveille der Regimentsmusit und Signalisierung des hohen Tages durch Kanonenschüsse vom Kastellberge; vormittags 9 Uhr: Feld-messe nächst dem Radetzky-Monumente in der Sternallee unter Anwohnung der Generalität, de« OsfizierscorpS, stimmlicher Truppen der hiesigen Garnison und der Mitglieder deS Militär-Beteranenvereine»; vormittags 10 Uhr: seierlicheS Hochamt in der Domkirche unter Anwohuuug der Spitzen der hiesigen Staats-, Landes- und Stadtbehörden und Aemter, der Vorstände der verschiedenen Kammern, Eorpora-tionen und vereine, Lehranstalten und vieler Andächtiger; Ugene. Diese zweite grau war jedoch schon zwei Hahre nach ihrer Hochzeit gestorben. Ihre Tochter, Lady Helene Cheverton, welche ift Frankreich erzogen worden, darauf sich mehrere Jahre in den höheren Gesellschaftskreisen Frankreich» und England» bewegt halte, war nach der Hochzeit ihrer Mutter nach Schloß Kirby gekommen, wo sie auch blieb, zur größten Verwunderung ihrer Freunde, welche nicht begreifen konnten, daß ein Mädchen, welche» von der Natur bestimmt zu fein schien, dir Gesellschaft zu zieren, e» ertrug, in dem einsamen Schloß an der irischen Küste so zu sagen begraben fctt sein. Zwischen den beiden Stiefschwestern hatte sich, ungeachtet der Verschiedenheit de« Alter», ein so innige» Verhältnis entwickelt, daß sie fast un» zertrennlich waren, und Sir Arthur Coghlan sagte Ich. daß seine Mündel keinen besseren Beschützer finden könne, al» dir Lady Helene Cheverton. Während bet Fremde, der sich al» Lord Kirby und al» rechtmäßiger Erbe bet Grafschaft vorstellte, btt Lady Olla seine wichtigen Mitteilungen machte, ging Lady Helene langsam und gedankenvoll am Strande de» Nordkanal» spazieren. Sie war von großer, schlanker Gestalt, mit vollen, runden Formen; ihr Gesicht war untodtl« Nt schön, dir großen Augen hatten jene tiefblaue Farbe, wie man sic so selten nur in Irland findet. Da» reiche kastanienbraune Haar bot einen wunderbar schönen Contrast zu ihrem schneeweißen Teint. Kurz, Lady Helene war eine majestätische, erhabene Erscheinung — ein Bild vollendeter Schönheit. War Lady Olla entzückend durch ihre Lieblichkeit und An-rnuth, so bewirkte die Vollkommenheit der Lady Helene sowie ihr sanfte» Wesen rinen unwiderstehlichen Zauber und nöthigke zu einer gewissen Verehrung. Ein schwermüthiger Zug lag in ihrem schönen Grsicht, al» sie so langsam am Strande hinwandelte, und der trübe Blick ihrer wundervollen Augen deutete auf einen geheimen Kummer. Sie war an einer niedrigen Felsbank angelangt, auf welcher sie sich niederließ und gedankenvoll in die See hinausschaute. Al» sie so eine Weile gesessen halte, wurde sie durch nahende Tritte au» ihren Träumereien aufgeschreckt. Sich umsehend, bemerkte sie einen jungen Mann, der ihr, wie die plötzlich ihre Wangen bedeckende Rölhe verritth, wohl bekannt war. „Ah, Lord Berry! " rief sie, sich erhebend. „Ja, ich bin e»," erwiderte der Ankommende. .Ich konnte Irland nicht verlassen, ohne Sie, Lady Helene, noch einmal zu besuchen und Abschied von Ihnen zu nehmen. 6» freut mich, Sie hier zu treffen." mittag« um 11 blS 1 Uhr: unentgeltliche Bewirthung von 240 Stadtarmen mit warmen Speisen und vier in der hiesigen Volksküche; nachmittag« um halb 2 Uhr: Offiziers-Bankett, bestehend au5 148 Gedecken, im Glassalon der Kasinorestauration; abend» halb 8 Uhr: große» Konzert der Militär-Musikkapelle mit Feuerwerk im genannten Garten. — Heute abend» arrangiert Herr Mallner im Einvernehmen mit mehreren anderen LomitLmitgliederu in Velde» ein Seefest. — (F estschießen.) Der k. k priv. Schüßstand in Laibach wird dag Geburtsfest deS Kaisers am Sonntag den 19. d. durch ein Kestschießen feiern. Bei günstiger Witterung konzertiert die Musikkapelle de» Jnfanterie-Regimente» Erzherzog Leopold von 4 bis 7'/, Uhr nachmittags in der Anlage nächst der neuen Schießstätte. SS ist mit Sicherheit zu hoffen, daß sämmttiche Mitglieder deS SchießftandeS und viele Schützenfreunde bei diesem Fefischießen sich einfinden werden. — (Jnvalidenbetheilnng.) Der Herr Lande». Präsident hat die für das Jahr 1877 ausgeschriebenen zwölf Widmungsplätze aus dem SammlungSfonde deS patriotischen FrauenvereineS in Laibach im Betrage von je 89 fl. 90 kr. im Einvernehmen mit dem BereinSauSschuffe nachgenannten Invaliden verliehen: Oswald Hribar von Sidale, Martin Stok von Birg, Franz Pevc von Vukovca, Franz Dollen» von SiSnern, Mathias Rejen von JelSevc, Georg Pucel von Log, Simon KoSmak von Moistrana, Anton Surz von Lase, Thoma» Zalar von Mauniz, Valentin Hoievar von Oberhruschiza, Johann Korbik von Bikerie, Johann Plautz von vertäte. — (Laibacher Kinderspital.) Durch die o.H. anbefohlene und eben im Gange befindliche Lotterie für Staatswohlthätigkeit, wozu daS Los 2 fl. 60 kr. kostet, soll nach Maß deS Ertrage» auch dem hiesige» Kinderspitale ein Beitrag zugewendet werden. Der bewährte WohlthätigkeitS-finn der Bewohner Laibach» hat hierin eine» speziellen Anlaß, sich an dieser Lotterie lebhaft zu betheiligen. — (AnS dem nationalen Lager.) Der Lai. bacher Korrespondent'der Grazer „Tagespost- konstatiert, daß «S mit der nationalen Sache abwärts geht; daß ein Verein, der au« vier anderen nationalen Vereinen gegründet wurde, ungeachtet wiederholter Ausschreibungen keine General-Versammlung zusammenbringt; daß Sammlungen behus« Errichtung von Denkmälern zur Erinnerung an nationale politische und Kunstgrößen gar keinen Ertrag abgeworfen haben; daß in die Reihen de» nationalen Klerus der böse Geist des Unfriedens und der DiSciplinlofigfeit gefahren ist; daß fogat gegen den humanen Fürstbischof Dr. Po-gatat Ränke geschmiedet werden. — Wie bekannt, ist unser herrliches Oberkrain im August da« Ziel vieler Sommerfrischler und Touristen. Der Nalionalitätenhaß äußert fich schon gar zu arg auf diesem Gebiete, man sängt von nationaler Seite fremde Gäste auf und r&th denselben, ja kein deutsches Gasthau», sondern in solchen Quartieren Er stand jetzt vor dem Mädchen und reichte ihr feine Hand. Er war ein hübscher, edel aussehender Mann von etwa dreißig Jahren, von imponierender Gestalt und militärischer Haltung. Da ihm vor kurzem die Titel und Güter seine» Vater» durch Erbschaft zugefallen waren, hatte er feinen Rang al« Oberst verkauft und sich au» der Armee zurückgezogen. Der kurze, nach militärischer Sitte gehaltene Bart gab seinem Gesicht einen ernsten, festen Ausdruck, welcher jedoch durch den sanften Blick seiner Augen bedeutend gemildert wurde. „Sie wollen also Irland oertaffen ?" fragte da» Mädchen hastig, und die tiefe Röthe schwand von ihren Wangen. „Ich halte e» für da» Beste," antwortete Lord Berry seufzend. „Ich habe mich monatelang hier aufgehalten, gleich einer Mücke um da» Licht schwärmend, und fürchte, Ihre Geduld schon zu lange in Anspruch genommen zu haben. Ich habe in Hoffnung, Zweifel und Angst gelebt, und der einzige Weg, meint Ruhe wiederzufinden, ist, daß ich Irland verlasse und Sie niemals wiedersehe. Darum habe ich mich entschlossen. in ein marschbereite» Regiment m ch einzukausen und," fügte er lächelnd hinzu, „dahin zu gehen, wo Lanzen und Schwerter mir schimmern." Halt zu machen, in welchen nur dir slovenische Zunge herrsch». Und wo solche Thatsachen vorliegen, wagen es die nationalen Korrespondenten fremd« Blätter, von Unterdrückung und „Erwürgung" de» SlovenenthnrnS zu reden. — (Line heimatliche GesangSkraft.) Der Baritonist Herr N ol l i, derzeit Opernsänger an der Agra-«er Bühne, benützte die Ferienzeit zu höheren (Besang»» studier« in Wien und zuletzt in Mailand. Der heimatliche Sänger zog durch sein Talent und seine hervorragenden Stimmittel die Aufmerksamkeit maßgebender «unstnotabili-täten in Mailand ans sich, in dessen Folge Herr Rolli von der Direktion de» weltberühmten OpernhanseS in Florenz den ehrenvolle» Antrag empfing, vom Mai 1878 angesangen durch drei nacheinander folgende Jahre ein jährlich aus vier Monate lautende« Engagement kontraktlich einzugehen, wofür dem genannten Sänger ein Honorar von jährlich 4000, 6000 und 8000 Lire zugestchert wurde. — (vergnügungszüge), arrangiert von dem Wiener Reifebnreau Schröckl, werden am 7. September von Wien über Laibach nach Triest und Venedig und von Trieft über Laibach und »raz na* Wen abgehen. — (Aus den Nachbarprovinzen.) Programm für den am 8. und 9. d. M. in Pcttau stattfindenden Feuerwehrtag: 7. September, abends: Empfang der FestgSste und gesellige Zusammenkunft; 8. September, morgens: Empfang der Festgäste; vormittags halb 10 Uhr: Begrüßung der Festgäste am Bahnhose, sodann Festzug in die Stadt; mittag« 12 Uhr: Mittagessen in den verschiedenen hiezu bestimmten Gasthöfen der Stadt; nachmittags 4 Uhr: Schau-Übung der Pettauer freiwilligen Feuerwehr; abends 7 Uhr: Festkneipe in der eigens hiezu erbauten Festhalle; 9. September, morgens: Tagwacht; vormittags 8 Uhr: Gabelfrühstück ; vormittag- 9 Uhr: Gauverbandssitzung, gleichzeitig kleinere Spaziergänge der an der Sitzung nicht teilnehmenden Festgäste zur Besichtigung der Alterthümer; nachmittags 1 Uhr: Festessen in der Festhalle, Volksfest im Eichenwäldchen; abends 8 Uhr: Tanzkränzchen auf der Schießstätte. — Am 16. d. fand in Maria-Wörth ein prachtvoll in Szene gesetztes Seefest statt. — Am 29. v. M. wurde der l. k. Steuereinnehmer Herr Karl Strieder in Spittal für feine ununterbrochene treue und eifrige fünfundfünfzigjährige Dienstleistung mit der Verleihung des goldenen Verdienstkreuzes ausgezeichnet. — Das Stifts Untergymnasium in St. Paul zählte im abgelaufenen Schuljichre 57, u. z. in der ersten Klaffe 16, in der zweiten 14, in der dritten 16 und in der vierten 11 Schüler und 11 Lehrkräfte. — Am 8. d. bestiegen die Herren Bergmann, Greiner und Gründler aus Stadt Steyr die 12,359 Fuß hohe Ortlerspitze. Lady Helene setzte fich und schlug die Augen nkd«. „Sie werden mir doch rin Lebewohl sagen, Lady Helene?" sprach der junge Mann, versuchend heiter und scherzhaft zu erscheinen. „Sie werden mich doch vermissen, wenn ich fort bin; denn in den letzten drei Jahren habe ich drei- oder viermal im Jahr mich sebst Ihnen offeriert, und diese bc ständige Aufdringlichkeit und Verfolgung werden Sie sicher vermissen. Ich glaube, daß Sie nach Ätrby tarnen, um meinen unliebsamen Bewerbungen zu entgehen; aber es ist niemand unverschämter, als ein verzweifelnder Liebhaber, und so konnten Sie mir nicht entgehen. Ihre abschlägige Antwort vor einigen Tagen," fügte er ernster hinzu, „hat midi jedoch zum vollen Bewußtsein gebracht, daß ich nicht« zu hoffen habe, daß eS thvricht von mir wäre, Eie ferner zu belästigen. Ich bin jetzt auch nur gtfommen, um Ihnen Lebewohl zu sagen. Wir wer. den un« nie wieder begegnen, Lady Helene. Ich wünsche, daß Sie eine» Tage» da» Glück finden mögen, welch«» Ihnen zu bereiten mir nicht vergönnt ist. Wa» mich betrifft, so werde ich in Indien mein Leben beschließen. Beben Sie mir zum letzten male Ihre Hand, Helene; wir wollen wenigsten» al» Freunde scheiden." (Fortsetzung solgt.) Blumenlese aus den slovenischen Blättern. Slovenec" hält jenen Nationalen, die in das deutsche liberale Lager Übergingen, eine Strafpredigt. Der witzige Humorist de» genannten Blatte» sagt: „Wa» fich in da» »egnerische, deutsche Lager flüchtete, war alle» wurmstichig, Ijalb, brodjägerisch und egoistisch. Er ist traurig, daß in unsere» Städten mehr deutsch als slovenisch gesprochen wird. Wir haben einen schweren Kamps zu kämpsen, weil wir mit der Dummheit kämpfen. Wenn wir einmal alle solche Brod-j äger werden sollten, wie einige unserer Bürger in den Städten, dann können wir rufen: Finis Sloveniae!“ „Siebente" nennt den Kampf mit seinen ungetreuen, in daS liberale deutsche Lager übergehenden Gesinnungsgenossen einen Äampf mit der Dummheit; Höflichkeit zählt „Slovenec" wahrlich nicht zu seinen Kardinaltugenden I Slovenec" gibt in einem salbungsreichen Artikel dem heißen Wunsche Ausdruck: Dir Mächte mögen fich gelegen« heitlich der Lösung der orientalischen Frage unter ändern auch bestimmt finden, die (Beburtistätte des Gottmenschen Palestina — aus türkischen Händen zu befreien, «reuzzug gegen die neue Schule, «reuzzug gegen die Türkei, Kr-nz-zug gegen Italien, Wiedereroberung der weltlich-n Herr chaft deS Papstes, Besitzergreifung von Palestina. Sonstige Schmerzen fühlt „Slovenec" nicht? „Slovenec" macht auch stark in Äriegsartiteln, et läßt ich unter dem Stichworte: „Der Krieg und die Politik" vernehmen wie folgt: „Mit einem sogenannten dürren Kriege, mit einem unblutigen, richtet man heutzutage nichts auS, dies sah auch Gvrtschakoff ein. Gortschakoff ist kein Krieger, er hätte mit dem Zar zuhause bleiben sollen, dann hätten vielleicht beide kein Plrw»a erlebt. Doch Rußlands Völker freuen sich über diese Niederlage, nachdem der Zar eine andere Richtung einschlagen und einseheu wird, daß man den Feind ordentlich angreifen und nicht blvs schrecken soll. Rußland will die Türkei zertrümmern, deshalb wurden bei Plewna nur der Zar und wortschakoff, nicht aber die Russen geschlagen. Die Einberufung der Landwehr hat in Rußland eine unbeschreibliche Begeisterung erregt, die türkischen Siege werden den Musetmüuir-rii leine Früchte bringen. Jetzt wird die russische Nation erst zeigen, waS der Russe ist. Der Löwe wird erst dann furchtbar, wenn er verwundet wurde, so wie die Viper wild wird, wenn ihr der Schweis abgezwickt wird. Jetzt wird die Tüikei Jam metmtlodien pfeifen. In der Hauptschlacht wird nicht die Türkei, auch nicht Gortschaloff, sondern die russische Nation, welche die Türkei total vernichten will, Sieger sein." Die uns vorliegenden Berichte geben Zeugnis, daß die erfolgte Einberufung der Landwehr in Rußland nicht nur nicht die geringste Begeisterung, sondern übelste Mißstimmung erzeugt hat. Die alte „Novice" ist unter die Wahrsagerinnen ge gangen, sie profezeit, daß, fobald die Türkei in Europa ihr Ende nehmen wird, man auch unseren „NemSkutarji" in allen slovenischen LandeStheUen das letzte Stündlein läuten wird. Wie Die Sachen heute stehen, dürften die Deutschen in «rata noch nicht so große Eile haben, ihre Strümpfe zur Auswanderung bereitzulegen. „Narod- stimmt in den pro fetischen Rns der „Novice' ein, auch seiner Brust entwindet sich der Stoßfeufzer: „Ach, würde man nur bald den „Rem-jkntarji" daS letzte Glöcklein läuten!" „Wäret" ist in neue sler Zeit aus die liberale deutsche Partei sehr Übel zu spre chen. DaS (Befühl des Zorne« conccntrint sich in dem Ruse: „Wir kennen uns und werden uns kennen, fo flott will!" Die „Novice", die Verhandlungen Oesterreich-UngarnS und Deutschlands inbetreff des Zolltarife- besprechend, br merken, «die Slovenen hätten recht gehabt, vor der Freundschaft mit Deutschland zu warnen, den letztere» ver-solge nur egoistische Zwecke. „Novice" sagen: „In Berlin verläßt man fich auf einen Brand, der zwischen Oesterreich und Ungarn auSbrechen dürfte, bei welchem Deutschland ei» guter Vermittler zu sein und für fich Kapital zu schlagen gedenkt." Andraffy versäumte e», vor Beginn der Zollverhandlungen fich mit „Novice" inS nähere Einvernehmen zu fetzen. Die „Novice" üben fich auch in Porträtmalerei; fit seinen verschiedenen Komödien. Dieser Mann spielt mit dem Ministerposten, wir ein Kind mit dem Spielzeug." „Narod" plaidiert für die Bereinigung sämmtlicher Slovenen, nm den Wühlereien der Jtalianiffimi einen Damm entgegenzuletzen. „Narod" plaidiert überdies mit Begeisterung für die Bründung eines großkroatischen Reiches, denn „da» Kroatenthum würde die Slovenen auf keinen Fall zugrunde gehen laffen, sondern im.eigenen Interesse zur Erlösung der slovenischen Nation beitragen." Wir vermeinen, daß selbst daS schärfste Auge von einem „Zu-grundegehen der Slovenen" »och nicht die geringste Spur wahrgenommen hat. „Narod" arrangierte in einer feiner letzten Nummern einen nationalen Tabor. DaS genannte Blatt spricht nämlich folgende Resolution ans: „Wir bauen aus die Krone, wir wissen, daß uns dieselbe nicht gegen unsere slavischen Brüder, die Russen, in den Äamps führen, sondern daß unser Kaiserhos in freundschaftlichem Einvernehmen mit Rußland die orientalische Frage lösen werde. Die Mobilisierung und Action Oesterreichs möge im Einverständnisse mit Rußland erfolgen." „Narod" bemerkt schließlich: „Die eintägigen Siege der Berfassungspaitei haben auch nur eintägigen Werth; die Einverleibung Bosnien- und der Herzegowina mit Oesterreich und die Stärkung des slavischen Elemente« ist längst beschlossene Sache." Nun, „Narod" muß es wissen, seine Journalstimmen sind unfehlbar, unfehlbarer als die Stimme des Befangenen im Batican. Aus der Handels- und Gewerbekammer. Laibach, 2. August. Das EiureichungSprotokoll der Kammerkanzlei registrierte in der Zeit vom 16. Juni bis 2. August 1. I. 226 Geschäft S st ü ck e. Wir theilen die wichtigsten der eingelau» fetten Agenden mit: 1.) In Angelegenheiten der Pariser Weltausstellung gelangten zwei Geschäftsstiicke an die Kammer, und zwar: die von Herrn Albert Samassa vorgelegte Zeichnung de-Llockeustuhles, welche der k. k. Eentralkommtssion in Wien vorgelegt wurde, und das Antwortschreiben derselben, nach welchem dos für die Ausstellung bestimmte Glockeiigeriiste, ohne demontiert zu werden, transportiert werden kann, wovon der genannte Industrielle verständigt worden ist; 2.) Bericht an das Handelsministerium inbetreff der fpeciellen Normierung der Verwendung von jugendlichen Hilfsarbeitern bei einzelnen gesundheitsschädlichen (Bewerbs« betrieben; 8.) Mittheilung an den k. k. Oberpopkommissär für 8rein in Erledigung seiner Note, laut welcher inbetreff de» Antrages wegen Vermehrung der Eetdbriefträger vorläufig zur einstweiligen Abhilfe die Zustellung der Postanweisungen nunmehr von den sechs Briefträgern de« Briespostamte» besorgt wird, daß infolge dessen mit der Vermehrung de» Briesträgerstande» dir zum nächsten Winter zugewartet werden kann; 4.) Erläuterungen de» k. k. GebÜrenbemessnngSamte» rücksichtlich der erfüllten Stempelpflicht bei kaufmännischen Rechnungen unter gleichzeitiger Bekanntgabe der Strasnach-ficht aller vor dem I. Mai 1876 ausgestellten und straffällig erklärten Rechnungen. Bon den erledigten GeschästSstücken eitleren wir folgende: 1.) Ueber den Antrag des Vizepräsidenten Karl Lnck' mann inbetreff der Beseitigung der Schwierigkeiten io Wechselverkehr attestierte die Kammer folgenden Sectioni-antrag: „Die geehrte Kammer wolle beschließen, im Sinne diese- Berichte- eine Vorstellung an da- hohe k. k. Handelsministerium zu richten und hochda-selbe zu bitten, daß es im Interesse der inländischen Geschäftswelt mit allen zu* geböte stehenden Mitteln dahin wirke, damit bie berührten Schwierigkeiten im Wechselverkehre behoben werden." 2.) Die Kammer brachte dem k. k. Landesgerichte >" Laibach znr Besetzung der in Erledigung gekommenen zwei Handel-gerichtS-BeifitzerSstellen nachstehende Herren in Vorschlag : Alexander Dreo, Joses Kordin, Josef Krisper und Jg. Seemann. 3.) Die Sektion sprach sich sür die Einführung de» B i c i n a 11 a r i f e S und Aufhebung der T el e g r a fe »- entwerfen Über den ungarischen Ministerpräsidenten nach-' ovifi au* und setzte die Gründe auseinander, die darthu», stehende- Bild: „WaS dem Minister TiSza an Diplomatie daß im Vicinalverkehr alle UebelstSnde, die den Avisi fehlt, daS ersetzt seine Zungenfertigkeit, dessen Hauptvorzug, hasten, behoben und die Depeschen ungeachtet dessen wen 9e Daß et rabulistifch und boshaft sein kann, da- zeigte er in 1 Auslagen verursachen werden, als bisher die sogenan» Sloifi und auch Depeschen. Mit der Gmndtaxe von 40 kr. für Depeschen mit 10 Worten im allgemeinen Reichsverkehr «klärte sich die Sektion in ihrem Berichte nicht einverstanden, weil sich nach diesem Tarife die Telegramme vertheuern würden, denn es möchte dann ein Telegramm mit 14 Dorten schon 50 kr. und das mit 20 Worten 65 kr. kosten. ®tatt obiger Grundtaxe wird die von 30 kr. für die Depesche »on 10 Worten in Antrag gebracht, der im hohen Erlasse faanttagteit Progression von 2 5 kr. für jedes einzelne Wort wit der Abrundung der Tecimale aus die nächste ganze zugestimmt und der im Grunde dieser zusammen-Ikliellte Tarif vorgetragen. Nach diesem Antrage würde Eine Steigerung des bisherigen Tarifes bei Telegrammen •nit 19 Worten um 3 kr-, bei denen mit 20 um 5 kr. ein» toten. Bei den nächstfolgenden 8 Worten würde jedoch wieder der Tarif gegen den bisherigen kleiner (ein und eine Steigerung von 3 kr. erst beim 29. Worte eintreten und toim 30. Worte 5 kr. betragen. Dasselbe würde bei allen f%nbm 8 und rücksichtlich 9 und 10 Worten eintreten. Die Kammer genehmigte folgenden Antrag: »In Erwägung, daß der Bicinaltarif gewiß allerorts mit Freuden begrüßt und der Bicinalverkehr an Depeschen sich vermehren to'rb i in Erwägung, daß auch der von ihr beantragte Tarif ■W* den allgemeinen Reichsverkehr den Staatsschatz nicht schädigen, dem verkehrenden Publikum dagegen viele Vortheile bieten würde, wolle die geehrte Kammer infolge des eingangs vorgetragenen Erlasses im Sinne dieses Vortrages den Bericht an das hohe k. k. Handelsministerium erstatten." 4.) Die Kammer hat dem Wunsche der Generalinspection der StaatStelegrafenanstalt um die Passiernng eines Beitrages zum PensivnS» und Bersorgungsvereine österreichischer Telegrafistinnen keine Folge gegeben, weil das Präliminare derselben strenge nach ihren Bedürfnissen eingerichtet ist, weiterS weil dieselbe infolge des hohen HandelSministerial» Erlasses vom 15. Juni 1873, Z. 17,909, zu wohlthätigen Zwecken Beiträge nicht widmen kann. 5.) Die Kammer spricht sich gegen die Erlheilung einer Jahr- und Viehrnarkt-Loncession an die Gemeinde Horjnl aus. 6.) Vizepräsident Karl Luckmann stellt folgende Anträge: a) Die Kammer wolle sich an die Direction der k. k. priv. Kronprinz Rudolfbahn wenden, daß dieselbe die be-stehende Fahrordnung derart ändern möchte, daß von Laibach gleich nach dem Eintreffen des Wiener Eil-znges ein Zug mit Postzuggeschwindigkeit abfahren und daß ein Zug in Laibach ungefähr um 11 Uhr nachts eintreffen würde"; d) die Kammer wolle sich bei der Direction der k. k. priv. Kronprinz Rudolfbahn für die Einführung der Fahr-ertnung vorn Jahre 1874 verwenden und eventuell um die Erfüllung der im obigen Antrage niedergelegten Wünsche bitten. Beide Anträge werden zum Beschlüsse erhoben. 7.) KR. Bürger stellt in Bezug auf die Obliterierung der Wechsel nachstehenden Antrag: „Die Kammer wolle R® an die k. k. Finanzdirection mit dem Ersuchen wenden, daß diese eine Instruction rücksichtlich der amtlichen lieber« ta&Muttg der kaufmännischen Rechnungen an alle hiezu “ei«l«»n Aemter in Krain erlassen möchte." Aus dem Schwmgerichtssaale. Laibach, 17. August. Maria Skerjanc, Findelkind auS Tschermttsch, 27 2-hre alt, ledige Magd, Mutter eineS fünfjährigen «indes, tot sich wegen des ihr zur Last gelegten Verbrechens des versuchten und vollbrachten KindeSmordes zu verantworten. Der Gerichtshof besteht auS dem Lffi«. v. Zhn. 6' r als Vorsitzenden, den LGRR. R a v n i k a r und K 0 » *et>at als Votanten; Auskultant Andolschek fungiert 6,8 Schriftführer, StAS. Mühleisen alS StaatSanwalt "nd Advokat Dr. Ahazhizh als Vertheidizer der Angeklagten. Aus dem Verlaufe der Verhandlung bringen wir fol-BMtde Daten: Maria Zkerjanc arbeitete am 24. Mai l. I. auf dem Acker ihrer Dienstfrau Helena Jeschek; nachmittags, ge-S«n die fünfte Abendstunde, äußerte sie sich zu ihrer Mit-Arbeiterin, daß sie sich unwohl fühle und nach Haufe gehen »>üffe. Skerjanc begab sich in den Wald Sole bei Tscher» Rutsch, gebar dort ein außerehelich erzeugte» lebende« Kind weiblichen Geschlechtes, riß dem Kinde die Nabelschnur ab, ließ es in dem Walde liegen und verließ die GeburtS» sielle. Maria (sketjanc kam am 24. Mai l. I. gegen 8 Uhr abends in das Haus ihrer Dienstgeberin zurück, klagte über Kopfschmerzen und bat ihre Dienstfrau um eine Schale schwarzen Laffee. Die Hebamme Margarethe Ulkar besuchte die (atetjanc und erkundigte sich, was ihr fehle. Äerjanc jedoch gab eine ausweichende, ungenügende Antwort, und als die Hebamme sich bereitstellte, die (sterjanc einer körperlichen Untersuchung zu unterziehen, gestand letztere, daß sie im Walde ein 10 6 1 e 8 Kind geboren habe. Die Hebamme begab sich in den Wald Sale und fand dort gegen 11 Uhr nachts das neugtborne Kind in nahezu erstarrtem Zustande liegen; obgleich dieses Kind durch sechs Stunden nackt dem Regen ansgesetzt war, war das Leben auS demselben doch noch nicht gänzlich entschwunden. Die Hebamme trug das Kind in das Haus des Jeschek, leistete die nöthige Hilfe, brachte das Kind vollends zum Leben, und wurde dasselbe am 25. Mai l. I. gelaust. Maria (stetjanc brach bei Verlesung der Anklageschrift in heftige« Weinen ans und entschuldigte ihre Uebelthat damit, daß sie von der (Sebmt dieses KindeS, die sie erst in 14 Tagen erwartete, überrascht wurde, daß sie sich in bewußtlosem Zustande befand, daß sie befürchtete, auS dem Dienste entlassen zu werden. Am 25. Mai 1. I. fuhr der Taufpathe biefeS Kindes mit der Mutter (eketjatic und bem Kinde nach Laibach und übergab Mutter und Kind in die Pflege des Zivilspitales. Am 26. Mai I. 3. reichte die Spitalswärterin (Betraut) Terdina baS Kind der Stet jene zum Sängen, Skerjanc übernahm daS Kind und legte es zur rechten vrustseile. Nach Verlauf einer Viertelstunde kehrte Terdina in daS Krankenzimmer zurück, und (Bkerjanc hänbigte bas Kind der Terdina ein. Terdina nahm wahr, daß das Kind ganz blau sei, und Skerjanc erklärte über die an sie gestellte Frage, waS bem Kinde Plötzlich geschehen sei, es habe Fraisen bekommen. Die Wärterin bemerkte am Halse des Kindes Einschnitte, von Fingernägeln herrührend, und gab der Vermnthnng Raum, daß das Kind gewaltsam gewürgt worden sein mußte; das Kind starb am 1. Juni l I. Ekerjanc brach bei Vortrag dieses Sachverhaltes neuerlich in Thränen aus und entschuldigte sich bamit, daß sie, als ihr die Wärterin das Kind zum Stillen übergab, aus Mattigkeit eingeschlafen sei und in schlafender Sage da« Kind erdrückt haben mag. Maria (sferjanc stellt ein absichtliches Erwürgen des KindeS in Abrede. Da dieses Kind auch mittelst einer gläsernen Milchflasche gesäugt wurde, so betonte der Vertheidizer die Möglichkeit, daß die Verletzung deS KindeS am Halse auch von der Milchstasche, die am Boden mehr oder weniger kantig und spitzig sei, henühten kann. Der Vertheidizer stellt den Antrag, es möge eine solche Milchflasche zur Be-sichtiguug der Kommission, beziehungsweise den Geschwornen vorgelegt werden. Dieser Antrag wurde über Einwendung deS Staatsanwaltes vom Gerichtshöfe abgelehnt. Die einvernommenen Sachverständigen Dr. P i n t a r und Greg 0 rii konstatierten, daß die Hautabschürfungen am Halse des Kindes nicht durch Flaschenritze, sondern durch Würgen beigebracht würben, und daß der Tod des ganz normal und kräftig gebauten KindeS infolge gewaltsamen Druckes eingetreten ist. Maria ©ferjanc ist, wie die vorliegenden Erhebungen nachweifen, kein Neuling in Geburten, sie verheimlichte ihre Schwangerschaft ihrer Dienstfrau und wird von dem Ge« meindcvorflanbe als eine leichtsinnige, liederliche Person geschildert. Nachdem der SeuchtShofpräfident sein Resumt beendet hatte, wurden folgende Fragen an die Geschwornen gestellt: 1.) ob die Angeklagte Maria Skerjanc des versuchten KindeSmordeS schuldig sei, indem sie ihr neugeborneS leben-des Kind ohne Hilfe und Pflege im Walde liegen ließ? Diese Frage wurde einstimmig bejaht; 2.) ob die Angeklagte Maria Skerjanc des vollbrachten KindeSmordeS schuldig sei, indem sie ihr Kind so würgte, daß dessen Tod erfolgte? Diese Frage wurde mit 7 Stimmen bejaht und mit 5 Stimmen verneint. Maria (Skerjanc wurde von der Anklage de» Verbrechens deS vollbrachten KindeSmordeS («{gesprochen, dagegen deS Verbrechens deS versuchten KindeSmordeS schuldig erkannt und dieferwegen zu einer 2'/,Mrigeil, mit Fasten und Dunkelarresttagen verschärften schweren .Serketflrafc verurteilt. Mit dieser Verhandlung wurde die Herwige dritte Schwurgerichtssession geschlossen, und findet die nächste im Monate Oktober I. I. statt. Witterung. Laibach, 18 August. Morgens Höhendunst, sonniger, heißer Tag, schwacher NO. Wärme: morgenS 7 Uhr + 171°, nachmittags 2 Uhr + 27 4« C. (1876 + 25 8»; 1875 + 20 4» C.) Varo-meter 737 05 mm, seit früh um 1 mm. gefallen DaS gestrige TageSuiittel der Wärme + 21.7», um 2 7» über dem Normale. Augekommerre Fremde am 18. August. Hotel Stadt Wien. Strudlhaff, Triest. — Trinkt, RonS-Pnrger, Wolf, Glas, Basov, Katz, Kflte., und Jeklin, Lehrer, Wien. — Wolf. Gmünd. Rother, Ingenieure» gattin, Knittelfeld. — Engl, Hallein. — Hirsch, Kfm , Schweinsurt. — Pipp, Lapjone. Hotel Elefant. Dollenz, Kfm., Krainburg. — Brodjavin, Weinhändler. Agram. — Dr. Silzer, Advokat; Hirsch, F. und <£ Pinschos, Wien. — Wastel Josefa, Private, Graz. — Herborn, Lehrer, Triest. — Kral, Adjunct, Tamsweg. Hotel Europa. Se. Excellenz Baron Magdeburg, FML., Graz. — Lipoid, Oberbergrath, Jdria. — L. und F. Freiherrn von Aichelburg, Klagenfnrt. — Jonke, Gotischer. Kaiser von Oesterreich. Schabiz, Wochein. Mohren. Jung und Deutscher, Wien. Verstorbene. Den 17. August. Dem Herrn Wilhelm Linhart, k. k. Professor, fein Kmd männlichen Geschlechter, */* Stunde, notbgetauft. Franz Josessstraße Nr. 7, Asphyxia. — Ludmilla Linhart, k. k. Professorsgattin, 27 I., Franz JosefS-straße Nr. 7, Ecclampsia. — Maria Schiff rer, Hafnergehil-fenSgattin, 40 I, Kuhtbal Nr. 22, Lungenentzündung. Telegramm. Wien, 17. August. Der „Politischen Korrespondenz" zufolge tritt das serbische Kabinett wegen der Frage der Theilnahme Serbiens am Kriege zurück, da Mihajlovic und Gruiö damit nicht einverstanden sind. Bukarest, 17. August. General Gurko ist hier eingetroffen; er reist nach Petersburg, um das Kommando des GardecorpS zu übernehmen. Telegrafischer Kursbericht am 18. August. Papier-Rente 63 20. — Silber-Rente 66 70. — Gold-Rente 74 75 — 1860er Staats-Bnlehen 112'—. — Bankaktien 821. — Kreditactien 17825. — London 121 25 — Silber 105-70. — K. k. Münzdukaten 5'74. — 20-Franct Stücke 970'/,. - 100 Reichsmark 5955. t Wilhelm Linhart, k. f. Professor, gibt in feinem und im Namen feiner Angehörigen allen Freunden und Bekannten die erschütternde Nachricht, daß ihm am 17. d. M. nach kurzem Krankenlager feine vielgeliebte, unvergeßliche Gattin, Frau LoHa linhart tut. Klemm®, Lehrerin an der k. k Lehrerinnen-BildungSanstalt, nach kaum einjähriger, glücklichster Ehe durch den Tod entrissen wurde. Alle, welche die Unvergeßliche gekannt haben, werden den Schmerz der Hinterbliebenen ermessen können. Die theure Verblichene wird Sonntag am 19. d. M. um 4'/, Uhr nachmittag« vom Trauer-Haufe aus, Franz Jofefs-Straße Nr. 7, auf dem Friedhöfe zu St. Christof zur ewigen Ruhe bestattet. Laibach, 17. August 1877. Wiener Weltausstellung 1873 Verdienstmedaille, Än&üntUgung. In der vom hohen t. f. Unterrichtsministerium mit dem OeffenIlichkeitS. rechte autorisierten Niederlage von Rosenbanm & Perclls bei A. J. Fischer, Laibach, Kundschaftsplatz Nr. 222. Verkauf zu Fabrikspreisen. Preiscourante auf Verlangen gratis. gV Für schöne und gute Ware wird garantiert. (149) 18—10 Victorine Rehn in Laibach beginnt das I. Semester deS Schuljahres 1877/78 mit 15. September. 3m Kindergarten, welchen Mädchen und Knaben besuchen, begann der Unterricht mit 1. August. Da« Nähere enthalten die Programme, welche auf Verlangen portofrei tingesendet werden. Mündliche Auskunft erlheilt die Borsiebung täglich von 10 bis 12 Ubr vormittags in Laibach, Herrengasse Fürstenhos Nr. 206, 1. Stock. (378) 4-2 In des Gefertigten, vom hohen f. f. Ministerium deS Umerriities mit dem OeffenilichkeitSrechte autorisierter beginnt daS I. Semcster des Schuljahres 1877/8 mit 15. September. Das Nähere enthalten tie Statute«, welche auf Verlangen portofrei eingesendet werden. Mündliche Auskunft ertheilt die Vorstehung täglich von 10 tis 12 Uhr. Diese Anstalt befindet sich nun in einem eigens zu diesem Zwecke in der gesundesten Gegend Laibachs, in der Nähe der LattermannS-allee und des Tivoliwaldes, neuerbauten, mit Anlagen und freien Spielplätzen versehenen Hause Beethovengaffe Nr. 6. ütois Mukälrerr, (377) 7-4 Inhaber untz Vorsteher der Anstalt. in Leopoldsruh bei Laibach wird in Kisten von 25 Flaschen aufwärts versendet. Bestellungen werven direkt an die Brauerei oder an Herrn Peter Lussnik, Handelsmann in Laibach, und an Herrn Franz Dolen*, Handelsmann in Krainburg, erdeten. 1260) 14 Für die Redaction verantwortlich: Franz Müller. Verleger: Oltomar Bamberg. Gedenktafel Über die am 24. A u z u st 1 877 slattfindenden Lici-lativnen. 8. Feilb.. «regorik'sche Real., RudolsSwerth, BA.Au-dolftwerth. — 3. Feilb., Mu-star'sche Real., «uschelouz, e®. Seifenberg. — 3. Feilb., Bann'sche Real., Untersuche* toi, 0®. RudolsSwerth. — 8. Feilb., Maifel’sche Real.. UntertHurn, BB. RudolfS-wcrth. — 3. Feilb., Snpan-kii'sche Real, UntertHurn, 8®. RudolsSwerth. — 3. Feilb., KeSe'sche Real., Stopit, B®. RudolsSwerth. Möbel- Verkauf. Wegen Abreise werden im Hause Nr. 8 Wienerstraße, 1. Stock, rückwärts, verschiedene Einrichtungsstücke, Geschirre und andere Gegenstände billigst aus freier Hand ver> kauft.______(409) Water-Closets, anerkannt einfach und dauerhafter Constrnction, vollkommen zng- und geruchlos, mit Wasserspülung, an jedem bestehe», den Ort leicht aufstellbar; die Maschine aus Gußeisen mit emaillierter Ll ose t schale, Verschlußklappe von Mefsingguß, Wafferreservoir aus Zinkblech mit Bleirohrleitung, fammt Aufllellen per Stück 26 fl. Auf Verlangen beforge ich auch die hierzu nvthige Maurer- und Tischlerarbeit und haste für deren gute Ausführung. Diese Apparate wurden von mir seit einem Jahre über 60 Stück zur Zufriedenheit der P. T. Kunden ausgestellt. Empfehle mich gleichzeitig zur Uebernahme aller In 6o8 Bpenglerfach einschlagenden Arbeiten, besonders zur Ausführung von Bauarbeiten jeder Art, Eindecknng von Dächern und Kirchthürmen, Dachrinnen und «blaufröhren aus jedem Material, stets nach den neuesten und besten Sistemen; besorge Reparatur und Anstrich von Dächern, Rinnen und Ablaufrvhren, sowol hier als auswärts. Hochachtend ; (4io) 1j. M. Ecker. Eine tolle Ttaler-Lop ist um den JahreSzins von 60 fl. zu vergeben. Nehig1 am, (412) 3—1___Spitalgaffe Nr. 4, ersten Stock. R. I. priv. Water-Closets der Fabrik Epstein St Comp. in Wien Neue CoMtmtloD, Zm weit ikrtrelM. Vollkommen z«g- und geruchlos. Die Aufstellung ist von jedermann sehr leicht ausführbar. und ist jeder bisherige Ort ohne alle Umstände zur Aufstellung geeignet. Diese Elosets bieten den außerordentlichen Vortheil, daß der untere Theil derselben (das Abflußrohr), wo immer sich auch die Schlauchmündung befinde» möge, nach jeder Richtung gedreht werden kann, und ergibt die quadratsvrmige tiefe Schale die gleichzeitige praktischeste Benützung al» Ansgutz und Pissoir. '«I IHT Alleinige Niederlage für Kraiu "WS bei (400) 3-2 Tos- Stapler, Spengler in Laiöach, S