„FnihtN, W«hlßa»t, Zlldv«! flr M." Nr. 4S. Sonntag, t4. April RVLV. VI. Jahrgang Die ^Marburger Zeitung" erscheint jeden Sonntag, Mittwoch und Freitlisi. Preise — für Marburg: ganzjährig 6 fl., halbjährig 3 fl.. vierteljährig 1 fl. SV kr; für Sustelluilß ins Haus monatlich 10 kr. — mitPostversendung: ginizjährig 8 fl., halbjähriq 4 fl., vierteljährig S fl. Die ein Mal gespaltene Tarmondzeile wird bei einmaliger Einfchaltunß mit 1V, beizweimallger mit 15, bei I'reimaliger mit 20 tr. berechnet, wozu fiir jedesmalige t^inschaltung 30 kr. Inseraten-Arempelietiühr kommen. Zur Geschichte deg Tages. DieAufrequnq im Süden Deutschlands ist so mächtig, daß bereits BolfSversammlungen abgrhalten tverden. Stuttgart und Heilbronn ertlürrn: „Die im August v. I. zwischen Preußen und den jüddeulschen Staaten abgeschlossenen Schutz- und Trupbündnisse stnd ein erster Schritt zur nationalen Einigung. Die etnl»eitliche Führung der deutschen Wehrkraft ist damit für den Kriej^sfall qesichrrt. Um so zuvcr-sichtlicher erwartet daS Volk im Süden wie im Norden, daß die Ehre und der Gebietsumfang Deutschlands gegenüber dem Ausland aufrecht« erhalten, daß insbesondere der Abtretung Luxemburgs an Frattkreich un-bedingt und auf jede Gefalir entgegengetreten werde." Luxemburg ist nicht das Zi-'l. sondern nur die Handhabe für die Vergrößerung Frankreichs um den wallonischen Theil von Velgien und das linke Rheinufer. DaS sprechen die Pariser Blätter bereits un-verholen auS. Der „Avenier National", ein republikanisches Blatt, bemerkt zu der friedfertig klingenden Erklärung MoustierS im gesetzgeben-den Körper: „Wenn die mit dem König von Holland eingeleitete Bkr-Handlung keinen andern Zlveck als die einfache Erlverbnng Luxemburgs llätte. so ist es nicht zn entschuldigen, daß die Regierung, welche lveder sür Dänemark noch für Polen den Krieg unternahm, diesmal um ein Gebiet von 200.000 Seelen. tvelcheS kaum der Hälfte eincS nnscrer Departements gleichkommt, alle Interessen beunruhigt und die Leiden-schalten Deutschlands gegen unS aufgeregt hat. Wenn dagegen die Luxemburg'Angelegenheit nur die AuSgangspolitik ist, welche Frankreich seine nalürlichkn Glenzen iviedergeben ivill. so möge man sich nur grs>,gt sein lasten, daß diese Politik mit der Erhaltung deS Friedens unvirein« bar ist". Einem Pariser Bericht zu Folge sollMa rs ch a l l Niel in der letzten Sitzung des Ausschusses für die HeereSordnung nachgewiesen haben, daß die Armee sich nicht in so schlechtem Zustand befinde, wie man es habe behaupten ivollen, doch sei dieselbe im Augenblicke in ihrer Stärke von 5^0.000 Mann, gegenüber den 1.200.000 Prenßen und 1.700.000 Russen nicht ausreichend. Bon 0en 80.000 Mann der algerlschen Armee sind 50000 in den Provinzen Algerien und Oran zusammengezogen. Die großen Oberkommandos in Süd-Frankreich haben Befehl erhalten, einen Theil ihrer Mannschaft nach der Lyoner Bahn in Bewegung zu setzen. Was die französischen Rüstungen zur See betrifft, so will ma« bereits wissen, daß ein Ostsee-Geschwader in der Bildung begriffen sel, welches die Bestimmung haben soll. Kiel zu nehmen und den «roßherzog von Oldenbur.i (damit soll tvahrscheinlich Rußland gewonnen werden) zum Herzog von SchleSwig-Holstein auSzurusen. Kriieg oder Krieden? II. Marburg, 13. April. Wcr halte vor zehn Monaten es geahnt, daß Bismarck in der Frage der deutschen Einheit und Macht daS deutsche Volt hinter sich haben — daß sogar der feindliche Süden — und gerade der am llUitesten — in dieser Fra^^e ihm zustimmen werde? Die Fehler seiner Gegner haben den Grund gelegt, auf welchem er fortbaut und wir können Nicht läugnen, daß er die Kunst des Schicksals auszubeuten versteht. Die ganze Strö-inung IM deutschen Volke beweist, daß augenblicklich die Rechls' und Freiheitsfrage zurückgetreten, daß vorerst die Machtfrage zur Lösung Im Zkrater des Vesuv. (Räch der so eben erschienenen Reisebeschreibung von Franz Wallner.' „Wenn Jemand eine i>ieise thut!" Wir brachen Morgens von Neapel auf und fuhren bis an daS Städtchen Redina. unter ivelchem Herkulauutn in elviger N^cht begraben liegt. Von da ab geht eS zu Pferde bis an den Aschenkegcl deS Vesuv, mitten durch den Krater deS auögebrannteu Vulkans Somtna. Dtr .^ttitt dauert ungefähr vier Stunden und ist eine irahrhafte Kunst- oder viel« mehr Natur-Reiterei, denn man muß den klugen Thieren vollständig ihren Willen lassen, da sie an diese halsbrecherisch scheinende Reise gewöhnt und dazu abgedichtet sind. Zei^bricht man sich den Kopf, ivie es nur denkbar ist, über einen riesige» Lavoblock hinunf. oder über ein ftufenartiges, bewegliches. abschiissigeS Steingerölle hinab zu kommen, so hat das gescheidte Vieh schon einen Fuß. vorsichtig prüfend, aus-, den andern nachgesetzt, »md daS unübersleiglich scheinende Hinderniß ist über-lvunden. Da diese Hindernisse den ganzen Weg entlang liustauchcn. so gewöhnt man siiH daran und ergibt sich in sein Schicksal. Da man aber, um nicht nuS dem Sattel zu kommen, die Beine fortivährend krumm halten mnp. so ist man beim Absteij.en entsetzlich ermüdet, wäh-rend nun die schwerste Arbeit, das Erklimmen deS letzten Aschen- und Lavakegels beginnt. Anf^ingS geht tS noch ztvischen Kaftanienpflanzungen und Weinber-gen dahin, aber nach und nach hört die Vegetation auf und das ElzaoS beginnt. Man gelangt in die Schlacken- und Lavasclder deS gewaltigen Ausbruches vom Jahre 1858. So ivelt daS Aus^e rncht — ungeheure, unabsehhare Menge» von schwarzbraun geschmolzenem Metall. Steine-, und Schwefel! DieS Feld der Verwüstung liegt 2000 Fuß hoch und *) Der Direktor des Vallner-Theaters, Kommiffiontrcith Wallner. hat vor «urzem ein ?uch unter dem Ritel: „Wenn Jemand eine Iltelse thut^, ertcheinen lassen, ln dem er seine Reiseerlebnisse von Verliu bls Neapel — er bereist- Deutschlant«, die Schweiz und Italien im dorigeu Jahre — schildert. Walluer hat als Schrifksteller einen ebenso große« Erfolg errungen, wie als Darsteller: selne Schreibweife ist klar, einfach, lebe»-dig und anziehend, eine gewisse österreichische Semiitblichkeit. die «allner trotz seuieS langjährigen Aufenthaltes in Verlin eigeutln'lmlich geblieben, li.iftet seine» Schilteruii-gen an und »virkt wohlthnenl». Leine Reisebilder haben den Vorzug der Wahrheit und Frische — man kann das Vuch von Ankang b.» zum Ende durchlesen, ohne zu ermi'i-den und wird es befriedigt seinen Freunden als angenehme Lektüre empfelileii. ist fast drei deutsche Meilen breit. In den gewaltigen Rissen theilen fich die erstarrten Masten, riesige Höhlen, ungeheure, absonderliche Gestalte» bildend. Keine Blüthe. kein Grashalm, kein lebendes Wesen erfreut deU '!^lick auf diesem kolossalen Bilde der Vernichtung. Anderthalb Stunden geht eS durch dieses trostlose ChaoS. nur die absonderltchen Bildungen dcS erstarrten Elementes fesseln das Auge. Hier ein Block, der wie ein Hansen ungeheurer Stricke aussieht, dort Versteinerte Riesen, Thiergrup-Pen. die aus Kohlenschlackcn gehauen scheinen, — manchmal wird die Täuschung so groß, daß man meint, es müßten Künstlerhände der Natur nachgeholfen haben. Dann tvieder ein trostlos wüstes Schlackenmeer. so weit i'as Auge reicht. Einige Schlacken, die der Führer au» einer Lava« hölilung herausholte, waren so heiß, daß man sie kaum in der Hand be« lialt^n konnte. Immer steiler, iinmer hindernißreicher ivird der Weg — da taucht, wie eine grüne Oase auf einem verschont gebliebenen Hügel. daS Haus des (ZittsirdlerS, der üdrig^ns ein pral,lerischer Hallunke ist. und das palntartige Gcbäude d.S kiiniglichrn Observatoriums und der Sternwarte empor! Sollen wir eS besehen? Nein. vorivärtS. vorwärt»! Wir haben noch einen irieiken inrihlvoilen Weg bis an den letzten Wasserkegel. Ader da hinauf? Auf dilsen fast senkrecht aussteigenden Berg sollen ivir? Das ist nnmögltch k Pasquale Spinoza, unser braver Führer vom Hotel de Russie in Neapel, sagt, es gebe nicht» llnmögliches. er mache diesen Weg jeden Tag einmal. So umgürten sich denn zwei voransteigende, kräftige Lastträger mit festen Riemen, in die wir greifen, zwei schieben uns von rückwärts, und so geht es über Millionen Schlacken, Steingerolle und Lavotrümmer steil, fast senkrecht hinan. Ein schweres, sehr schweres Stück Arbeit! „Wir wollen etwas ausruhen —.»„Hier nicht, die losen Steine halten nicht fest, wie ivürden hinabstürzen."" „Aber de-trachten Sie dieS entzückende Panorama.- — Ach. wir haben keinen Sinn dafür! Lchwefeldampf schlägt uns entaegen, der Krater ist in voller Arl'eit. Aber trotzdem mit unsäglicher Anstrengung immer vor« iväitS! Aede schlimme Stunde hat nur sechzig Minuten! Zur Höhe, ausgeharrt! Wir he,ben'kur noch fünf Minnten, — nur noch zwei — lrir sind oben. Alte Müdigkeit ist vergsffen. Schnell wollen tvir an den Rand des Kraters, aber PaSquale ruft Halt! Wir find z> erhitzt. Hinter Blöcken finden ivir vorerst Schutz vor dem riefizen Zugwinde, vir können uns Mit einem Gla'e Wein stärken, den der Führer vorsorglich gelangen wird, daß man zur Lösung derselben im Westen einen Krieg mit Frankreich für unvermeidlich hält. DnS deutsche Volk ist sich aber nicht minder bewußt, daß jeht da» Zünl^lein der Wage sich auf die Seite Deutschlands neigt. Wird Deutschland die Stunde verträumen, versäumen? — wird eS handeln mit der Entfaltung seiner qanzen Kraft — handeln in der geschichtlich begründeten Erkcnntniß daß diese Kraft noch stets über die Romanen grfiegt? Auf Seiten Deutschlands ist die Ueberzahl der Wchrmänner. die Ueberlegenheit der Waffe. Der sicherste Beweis, daß Bismarck die Wir-kung der Zündnadelgewehre richtig schaßt, ist Napoleon selbst — ist die rastlose Anstrengung, mit ivelcher er die Beschaffung der Hinterlader be« treibt — find alle die Pfiffe und Kniffe, mit welchen er den Ausbruch des Kriegs so lange zu verzögern trachte». biS er einen Kamps mit gleichen Waffen beginnen kann. Die französische Reiterki darf sich mit der preußischen nicht messen — die Schößen haben im sranzösischen Heere nie eine bedeutende Rolle gespielt — im Geschützwese» wird Preußen von Frankreich nicht übertroffen dem Fußvolk. Frankreichs Stolz und beste Wehr, ist daS preußische aber durch die Zündnadel ent-schieden überlkgen. Die gefürchtetste Waffe der Franzosm — das Bajon-ntt — wird ste Frankreich nützen, wenn es nie oder döchst selten zum Kampfe mit dieser Waffe kommt? Die Lehre, die Königgräh den Ba. jonnetfechtern gegeben, muß den Beherrschcr Frankreich» mit gerechter Besorgniß erfüllen — ja« sie erfüllt ihn so gewiß, als er seine auserlesenste Mannschaft unermüdlich im Gebrauch der weniges Hinterlader übt, die bi» heute beschafft worden. Auf Seiten Preußen» steht die neueste Erfahrung im Kriege, die gute Führung, da» unbedingte Vertrauen des HeereS zu den Fülirern — steht da» SiegeSbewußtsein, die SiegeShoffnung. Auf Deutlchland» Seite steht da» gute Recht deS Volke», die Begeisterung für die nationale Sache. Wie wir die Stimmung in Deutschland, zumal am Rheine ken-ven, getrauen wir un» vorherzusagen: wenn der Kampf um den Rhein entbrennt, verschwinden in Deutschland alle Unterschiede der Par-teien — eilen die WehrmSnner nicht nur pftichtgemäß. sondern mit Freuden zu den Waffen —erhebt sich die ganje Jugend, wie in Deutsch-landS schönsten Tagen, wie zur Zeit der Befreiung»kriege. Frankreich» Stärke beim Angriff, die Sammlung aller Macht in einer Hand, aus einem Punkte ^ die Centralisation ist Frankreichs Schwäche, wenn e» angegriffen wird. Pari» ist Frankreich! Die Vegeisterung. welche der deutschen Jugend zweimal den Weg nach Pari» gebahnt, wird ihn auch zum dritten Male finden. Der dritte Friede, tvelchen Deutschland in Pari» schließt, wird verbriesen und besiegeln, wa» mit Arndt die edelsten Männer unsere» BolkeS stets gefordert: ^Der Rhein. Deutschland» Strom, nicht Deutschland» Grenze!" Die Be»aff»««g«frage. Während die meisten europäischen Staaten sich bereits für ein be-stimmte» HinterladungSgetvehr entschieden und mit allem Ernste a» die Beschaffung desselben gehen, sieht e» in dicjer Beziehung in Oesterreich noch immer trostlo» auS. Ueber de» neuesten Stand dieser Frage bringt ein Wiener Fachblatt» der „Kamerad" einen Artikel, der unsere Behauptung vollkommen bestätigt; der Artikel lautet: aa- vorauSges^igt. ist gesch.hen. daS sogenannte Wanzl-Gewehr hat jeßt ebenso Fiasko gemacht, wie frülier bereits daS !,erlzh.nte Remtn.Uon-Gewehr. Als am 2. d. M. der Gewebrsabrikant Fruliivirth die ersten nach dem Systeme „Wänzl" umteanderten .'?»inter. ladungSge'vehre im Artillerie-Arsenaie ablieselte und auS venselbln die Probeschusse.,emacht wurden, lockerten sich nach ,venigen Schüssen die Charn.ere oder rissen jpnz iveg. S.ll)st Läufe sollen, in Folge der Schivachnn., derselben durch die eingefalzten Charniere. gesprun^^len sein. An veii^lolgenden Ta.ien wiederholten sich diese erheblichen Anstände, mit einem daS Systeni Wänzl hat sich als tiollständig unbrauchliar beivie^n. Das haben wir ebenso vorausgesagt wie alle Jene, ivelche k^as Geivehr mit unbefangenem Auge prüften, und ivelche nicht in der unangenehmen Lage tvaren. ihr Ilrtheil verschlveicjen zu müssen ^ Gas soll jeßt geschehen? IeKt. n.ichvem Zeit. Arbeit und Bertriiuen Vergeuder, steht man wiedcr am Anfang. Die Geschichte wäre komisch, wenn sie nicht so verflucht tr.iurig wace! 3n der „MilitärZeimng" iveröen wir wähl wieder zu lesen be-kommeu. daß unsere Stachrichten ilbertrieben sind. d.^ß sich nur unbe-deutende Anstäiide ergeben halirn, die bereits lieholien sind oder in tveni-gen Tagen eS seiil tverden. An Farbmaterial zum Vertuschen und an den noth^,en Ptns^n zum Australien der Farbe hat eS ja bei unS nie gefehlt. Aller die Thatfachen sind nicht wegzuleugnen, unsere Mchricht ist ietder richtig: wir sagen leider, denn Sta it nnd Arinee haben den Sch,-den davon. Man tvird natürlich Alles aufbieten, um den Fehler zu repa-r»ren. um daS „Wänzl"-Gelvfhr um jeden Preis brauchdar zu machen, wie dasselbe Spiel ja beim Remington Gewelir vorluSgegangen ist. mit Aufivcndung von sehr viel Müh-, von sehr kostbarer Zeit aber ohne allen Erfolg. Und beim „Wanzl" G ivehr werden ebenso alle Bemühun-gen, es zu einem brauchbaren Militär-Oetvehr zu michcu, ganz und aar vergeben» sein» Jetzt soll, ivie man unS berichtet, eine Veränderung am „Wänzl"-Gewehr derart vorgenommen werdeii. daß da» Schlußstüct mit dem iS.yarn>er selbständig'angefertigt und an den Lauf geschraubt tvird. Da-mit tvird aber nichts besser gemacht, die Erschütterung deS Charnier» und dessen Lockerung wird ebenso er folgen, ob dasselbe »un über oder ttiva» hinter dein Patronenlager li'gr. und wenn der Hammer nach dem Aufschlage auf den Zündstift zurückschnellt, wird der an der Nußwelle be-sindliche Bolzen gerade so ,venig das Aufspringen des BerschlußstückeS ver. hindern, alS dies bei der jetzigen Konstruktion des Gewehres geschielit. ES mögen nun überhaupt an dein „WAiizl^ Geivehre »vaS immer sür Berbeslerungen Vorgenotnmen iverd.n. eS ist und bleibt unvollkommen und verwerflich. Wir haben bei unseren vielen Besprechungen der nachgerade etwa» langwierig »verdenden HinterladungS Angelegenheit mehrmals Rückblicke auf die Cnttvicklitng derselben geworfen, solche Rückblicke sind dann und wann sehr lehrreich, und da un» der jetzige Moment paffend erscheint, so ivollen tvir unserem alten Gebrauch solgen. Im Herbst 1864 »vird die erste Bersuchstommiffion eingesetzt, sie untersucht ü6 HinterladungS-Systeme und empfiehlt nach lveendigung der gründlich und korrekt an-gestellten Versuche im Frühjahr 1866 ein System alS da» relativ beste zur Annahme und Einführung. Die Kommission löst sich auf bei Aus-bruch de» Kriege». Die Rordarmee wird bei Königgrätz geschlagen. Die mitgebracht, eine Orange genießen und ein wenig ausruhen. Nie hat UN» der Wein, langsam in langen Zügen geschlürst, so geschmeckt wie hier. Aber nun vorwärts! die Plaids sest umgeschlagen und an den Rand de» Krater», der un» sein Lied entgegenzischt. als ob alle Lokomo-tlven ihren Dampf ausströmten. Der Lchweseldunft ist fast unludlich. Wir treten an den Rand. — Heiliger Gott! da» ist die Hölle, die da unten kocht! — Ungesähr eine Viertelstunde im llmtreis ist die Erde, find die Filsen geborsten und tief eingestürzt in den Abgrund, an» wel-chem von allen Seiten glühende Dämpse emporsteigen. Der dunkle Bo-den. Übergossen mit Schwesellagen. die Erde vom hellsten Gelb bi» zuin dunkelsten Braunroth, zerrissen in tausend und abertausend Spalten. auS ' allen Oeffnungen dringt der dicke, blendend iveiße Schtveseldamps empor. Ein neuer kleiner AuSbruchSkegel. der sich erst seit vier Tagen da unten gebildet hat. kräuselt seinen Rauch in die Luit. liiährend die alte eigentliche Oeffnung deS Vulkan» etiva alle süns Minuten sein gelblich weißeS Feuer, untermischt mit tiefdunklen Schlackenstücken. iil der Nacht soll eS glühend roth sein — und seinen dichten schweflichten Qualm mit geivaltigem Brausen emporstößt. Während »vir l>aS grauen-volle Schauspiel betrachten, fragt unS der Führer, ob wir dort hinab wollten? „Hinab? 3a. wie denn ?" Man zeigte unS eine fast senkrecht hinablaufende Aschenrinne zivischen zwei Felsen — „da kann man hin-unter rutschen!" — Rutschen? — ich danke! „Ich ivag' eS". rusc unser Freund Schiveinitz. „VoriiiärtS l" Zivei Führer haben ihn wie einen Henkeltopf unter den Arm genomnun. und ehe ivir es uns versehen, sind sie wie auf einer Schlittenbahn im Abgrund angelangt. Nun denn in Gölte» Namen, so muß auch ich hiiiali. Zwei seste Bursche nehmen mich unterm Arm. mit langen Berg-stocken dirigiren sie an de« Felsen entlang die Fahrt, und durch die über die Knöchel dringende heiß brennende Asche g,ht e» blitzschnell hinab in den Grund. Die Felsen um un» dampfen, glühend heißer ersticken-der Oualm dringt auS dem gespaltenen Boden, der mit un^seheuren Lavatrümmern bedeckt ist. Meine Führer reißen mich vorlvärtS, wie vom bösen Feind gejagt. Ich will eine Sekunde verpusten, mit dem Taschen-tuche de« strömenden Schweiß von der Stirne trocknen, „.^vnnti! RVRoti! niir bleib stehen!- rufe» die wildeii Bursche, reiße» mich in rasender Eile über die gähnenden und qualmenden Spalten hinweg, schleppen «ich in weite» Sprüngen über die geborstenen Erdriffe, bis wir jenseits de» Winde», hinter dem eigentlichen Eruptionskegel, erschöpft und keuchend stehen bleiben. Der Boden brennt — im strengste» Sinne de» Wortes unter unseren Füßen! Da öffnet der AuSbruchShügel sein Ventil; zuerst dringt unter Brause» und Zischen eil» dicker Qualm empor, fischen den hinein schwätze Schlacken stiegen, die sich in der dichten Mammengarbe deutlich abzeichnen. Dann koinmt eine lielle, gelbe Lohe, der Boden liebt unter unseren Füßen, der EriiptionSkegel ivankt tvie ein niederstürzendes Kartenliaus. Schnell pressn» die Fülzrer Geldmünzen in die geschmolzenen, ebeii auSgeworfeaei» Schlacken, in die sie sich tief eindrücken lassen. Drei Mal warten »vir den Ausbruch ab. d:s letzte Mal wankt der Boden so sichtlich, daß wir taumeln ivie Betrunkene. Der Kegel wird einstürzen, er senkt sich offenbar zum Sturze, riefen lvir den Führern zu. Das Ihut er schon seit zehn Jahren, anlwvit.ten sie lachend. Eine neue Eruption, noch heftiger als die vorigen, schneidet uns die Worte ab. die in dem Gebrüll de» Vulkans uiihörbar verhallen. Das Haar sträubt sich, kalter Schtveiß tritt uns bei dicsem grauenvollen Schauspiel auf die Stirn — fort, fort von diesem Schaupltitz deS Entsetzens. Und wieder iverden wir emporz0j.en. aber dieSrnal nicht über die Aschenrinne, sondern über die übereinander gethürmten L.ivastücke. zivischen denen unaushörlich der heiße Qualm emporquillt. Ent^lich sind wir oben! Wir athmen srei auf und danken Gott, daß er uns ein-n ^lick in diese gth imniß. volle Werkstätte der Natur thun ließ. Zurück führt der Weg den letzten Ascheiikegel hinab, den man rut-schend in einer Biertelstunde zurückgelegt, während man hinaus über eine Stunde gebraucht ; dann geht es drei Stunden beschiverlichen Rittes ab« wärtS nach Resina. freilich stetS belohnt durch die entzückende Aussicht auf drei Meerbiisen und deren llmgebuiig; endlich noch eine Stunde rascher Eisenb.chnfahrt und — da bin ich in meinem Zimmer in Neapel — aber todtmütie, müder als je in meinem Leben, ich si^l nur so in'S Bett, und dojt glückselig. d.,s erlebt zu haben. Nob im Traume sührte mich mein Weg iiber flamtnende Abgründe, über einstürzende Felsen und pustende Feuerl^erde iveg. während am solgenden Tage die schmerzenden Knie und überinüdeten Füße mir nur mit Widerstreben die»ftl»ar waren. Annahme des empfohlenen Systems wird beschlossen, die Umänderung von 4V.W0 Gewehren angeordnet. Da heißt cS. daS nöthige Patronenpapier kSnne unter den KriegSverhällnissen nicht gelieftrt werden. Das RemingtonGewehr. welches'anch der Kommiffion vorgelegen, wird als vollkommen gemeldet. 50.000 Stnck werden beslrllt. die in zehn Wochrn geliefert sein sollen. Der Lieferant. Herr Paqet. Agent des Herrn Remington. erhalt nach und nach 150.000 Gulden Borschuß. Die Mängel. dtS Remington-Gewehres zeigen sich, die Bestellung von 50.000 Stück wird auf 10.000, dann aus 5000. zuleßt aus 2000 reduzirt. Der Krieg ist beendigt. Eine neue BersuchSkommission wird eingk-setzt, die das Remington-Gewehr zu verbessern und brauchbar zu machen sucht. Dies gelingt nicht. Der Plan, nur neue Gewehre herzustellen, wird auft,egeben und der frühere Plan einer Umänderung der voihan-denen Gewehre wieder aufgenommen. Die Zeit drängt. DaS nnler dem Ramen Strom seit mehr als zehn Jali?en bekannte System wird mit geringen Aenderungen eiligst unter dem Namen Wünzl empfol»len und angenommen. Bei dem RähmaschineN'Fabrikanten Bollmann werden 250.000 Schlußstücke bestellt, woraus er 20.000 Gulden Borschuß erhält. Andere Fabriken erhalten Lieferungskontrakte auf noch einige Hunderttausend BerschluKstücke und auf Transformation ver Gewehre. Nachdcm nacheinander etwa ein Dutzend Musterzeichnungen angefertigt worden, wird endlich die passendste Konstruktion festgestellt, die Lieferanten schicken ihre Werkmeister in die Gewehrfabrik deS Arsenals, nm die Mustergewehre anzufertigen. Offiziere werden für die Uebernabme der Gewehre liestellt. die ersten umgeänderten Gewehre werden abgeliefert und — das Ende h^tben wir am Anfanj^e berichtet. Was daS RemingtonGewehr betrifft, so find heute eltvaS über 200 Schlösser alS brauchbar angenominen; die gleichen Be-standthelle der Schlösser dürfen aber nicht vertauscht werden, sonst funktioniren die Schlösser nicht, oder lassen sich gar nicht zusammensetzen. Mehr als 2000 Remington-Gewehre sollen übrigens gar nicht äuge, nommen werden, va man die Unbrauchbarkeit deS Systems erkannt hat ; eS ist also ziemlich gleichgiltig, ob diese 2000 Stück etwas frül)er oder später abgeliefert »Verden; wenn so tvie bisher fortgearbeltet wird, können fte doch »n fünf Jahren fertig sein. Wir haben, selbst auf die Gefalir hin. einen ungeheuren Sturm j^e-ien UNS herauf zu beschwören, im Obigen die n.ickten Thatjachen hingestellt, welche darthun, daß man heute, nach beiläufig dritthalbjähril^en »^jersu-chen. tvieder vor dem Anfange steht. Wir haben uns nicht gescheut. dieS zu tl»un, denn unsere Absicht dabei ist, jeder gefährlichen Selbsttäu-schung über den Stand der Sache vorzubeugen und dahin zu wirken, daß die Lösung der Frage jetzt endlich auf einem richtigeren Wege gesucht wird.__ Vermischte Nachrichten. (Wie in China) Enteneier künstlich ausgebrütet tverden. beschreibt ein Engländer, der eS in Tschusan sah. DaS BrütehauS bestand aus Lehmmauern mit dickem Strohdach. Zn d^r Länge und Quere stehen Strohkörbe, die dicht mit Lehm verschmiert sind, damit sie nicht Fcuer fangen können und unterhalb einen Ziegel haben, auf ivelche» daS Feu^r wirkt. 3n diesen mit Strohdecken vtrschlossenen Körben befinden sich die Eier bei einer Hitze von 28—31^^ R. vier bis sünf Tage lang, worauf fie herausgenommen und eiuS nach dem andern in eine Tliüre eingesetzt tverden. »velche eine Menge eiergroßer Löcher l)at. Hier schaut d^r Chinese jedes einzrln durch daS Licht au. und erforscht, ob sie Junge haben oder nicht ; in jenem Aalle tverden sie entfernt, in diesein bleiben fte noch 9—10 Tage im Korbe, »vorauf sie auf breite an den Wänt^ni angebrachte Bretter gelegt und mit Baumwolle und Tüchern bedeckt wer-den. Hier bleiben sie etiva 14 Tage liegen, nach d.ren Verlauf die Entchen durch die Schale brechen. An mehren Orten ivird dieS (Äesch^ifl ins Große betrieben, so daß einzelne Chinesen 10.000 St»»ck und m^hr jährlich ausbrüten lassen. (DaS Schulivesen in Belgien) findet steigenc'e Theil-nähme und jährlich wird mehr siir dasselbe verwenl^ct. Im Zalire 1864 betrug die für den Clementar-llnterricht verwendete Sumine 10.942.000 Frauken; in diesem Jahre wird sie auf 12 Millionen steigen. Die Gehalte der Lehrer sind ebenfalls erl)öht ivorden. »venn auch noch immer in unzureichendem Maße. Der durchschnittliche Gehalt beträgt aber doch schon 1096 Fr. (Die Fische) scheinen bessere Wetterkundige zu sein, als die Störche, die kürzlich mit langer Nase abziehen mußten Vom Bodenjee schreibt man. daß damals alte Fische, die sonst im Frühjahre bei warmem Wetter an die Oberfläche kommen und ihre Wanderungrn beginnen, aus dem Grunde geblieben — ein sicheres Zeichen, daß der Winter noch nicht vorbei. (D ie T o d eS st r a f e) b.,t in dem ersten Ausschüsse der baieri-schen zweiten Kammer nur einen Vertreter gefunden. daS etwas ultra montan schimmernde Mitglied de« deutschen Parlamentes vom Ialire 1848, Professor Edel. Man glaubt daher, daß der Antrag auf Ab-schaffung der Todesstrafe von der zweiten Kammer angenommen wiro. bezweifelt aber, falls er auch in der ersten Kammer durchgelien sollte, ob er die Genehmigung der Regierung erhält. Wir können kaum gl.>ubrn. daß ein so menschenfreundlicher und dem Fortschritte geneigter Fürst, wie Ludwig II., sich einrm solchen ipeschlusse des Landtage» ivlversctzeu würt^e. Nach konstitutionellem Brauche muv in einem solchen Falle das Ministe rium abdanken und der König würde keinesfalls zögern, »hm den ^^aufpaß zu ertheilen. (Fortschritt durch Bildung.) In Oesterreich scheint «an endlich begreife» zu »vollen, wo man beginnen müsse, um dem schwer gedruckten Lande aufzuhelfen. WaS frommt der beste Willen. waS „natürlicher Reichthum deS BodenS". »vaS Urkraft deS Bolkcs und wie die Stichlvorte alle heißen, welche von Oesterreich gang und gäbe find, tvenn man sie nicht zu benutzen, zu vertuenden »veiß. WaS helfen die besten Bücher, wenn ma»l sie nicht lesrn kann. waS die besten Einrichtungen, wenn das Bolk sie nicht versteht. Die alte „Presse" enthält hiern-ber einen sehr bcachtcusiverthen Aufsatz, worin an einem Vergleich mit ^er Schweiz gezeigt ivird. daß Verschiedenheit der Sprache und des Stammes kein Hinderuiß der VolkS-Entivicklung sind, wenn dem Volke Freiheit und Bildung gegeben wird. Bis jetzt wurde den Völkern in Oesterreich ein mit dein Konkordat verquicktes Unterrichtssystem aufgedrungen. ein System, das gar nicht germmisirte. sondern nur ein F'ldwebeldeutsch in Schwang brachte. daS nicht im Geringsten von dem Blüthenduste wahren deutschen Geistesleben angehaucht war. Man ver-suche es einmal mit dem geraden Gegentheile dessen. waS bis jetzt auf dtM Kebicte des öffentlichen Unterrichts maßgebend »var. Man befreie die Volksschule von dem Hochdrucke kirchlicher Einflüsse; man fördere in der Volksschule den naturivissenschaftlichen Unterricht; man errichte Lchrer-Bildungsanstalten auf freisinnigen Grundlagen; man scheue die Kosten nicht, uin das Lebensschicksal geivissenhafter Lehrer zu sichern und angetuhm zu gestalten; man strebe, das heranreifende Geschlecht über beeNl^ende konfessionelle nnd nationale Schranken zum Betvußtsein staatS-bürgerlicher Würde zu cri)cben; man verbanne den Formenki^am gänzlich aus den Gyninasialsälen »tnd zeige den Jünglingen die Welt, wie sie tvirklich ist. fördere den technischen Unterricht, führe die philosophische Betrachtung wieder in die juridischen Hörsäle ein, bann wird Oester-reich den „qualmenden Abgründen seiner staatsrechtlichen Zerfahrenheit" entrinnen. (In Oesterreich) gab eS ain 1. Jänner 16 Bahnverwattungen mit 843 Meilen und 3 Pfeedebalinen mit 10 Meilen. Bon Grenzbahnen wurden 9 von nichtösteri eichischen Gesellschafren betrieben und 3 auSivärtige von österreichischen Gesellschasten. Marburger Berichte. (Ein t r e u er Ka m e r ad.) Am 6. April gegen Mitternacht ivurden beim Grundbesitzer Andreas Glaser in Lobnitz die Schlafstube und der Kasten des Mül»ljungen auf.,espreugt und Kleider. Wäsche, so»vie ein Paar Stiefel im Gesammtiverthe von 60 fl. entwendct. Montag den 8. begab sich der Bestahlene nach Rast, um den Viehmarkt zu besuchen und traf dort eine bekannte Bäuciin von Groß-Wintersbach im Vezirke St. Lconhardt, deren Neffe einige Jal>re neben ihm bei Herrn Glaser gedient. Der Mühljunge ei^kuudigte sich, wie eS ftinem Freund gehe? Gut! war die Antwort, nur habe man ihm auf der Herberge zu Marburg einen neuen Stiefel gestohlen. Der Gauner, welcher das Verbrechen am 6. April verübt, hatte am Thatorte einen von den neuen Stiefeln verloren. Die Aeußerung der Bäuerin lenkte den Ber-dacht des Bestalilenen auf seinen ehemaligen Kameral)en; er ging nach Groß-Wintersbach und ließ eine Haussuchung vornehmen: die entivende-ten Gegenstände lagen alle wohlverivahrt in der Kiste deS treuen Freundes. (D lek»stahl.) Drei Lustdirnen, von welchen zivei noch knrz vorher wegen Diebstahlöverbrechen im Gefängniß gesessen, stiegen am Freitag Nachmittag bei dem Winzer des Herrn Alois Felder in Pößnitz auf den Heuboden, drangen von dort auf den Boden deS Wohnhauses, öffneten die Kästen und stahlen Kleider im Werlhe von 30 fl. Vom Winzer und seinem Sohne veisolgt. warsen die Thäteiinnen ihre Bürde ab nnd suchten durch den Wald zu entkommen: der eik-en gelang eS; zwei wurden jedoch ergriffen und zum Untersuchungsrichter gefütirt. (Der A f r i ka Re i se n d e). Karl Mauch, dessen öffentliche Vlätter j.tzt rütimend erivähnen. tvar hier einige Jahre Hauslehrer bei dem Herrn Bauunternehmer Kment. (Kirchliche,?.) Die heuiige Fastenpredigt in der evangelischen Kirche wird Nachmittag nin 5 Uhr stattsinden. (Von der Post.) Vo»n 15. d. M. an verkehren die Eilzüge zwischen Wien nnd Trieft täglich nach der bisherigen Fahrordnung und »Verden zur Beförderung von Briefen, sowie Zeitungen aus Wien benützt. Abnehmer der Zeitungen können dieselben täglich Ncichmittags nach 2 Uhr bei dem Postamte auf dem Südbahnhof aliholen lassen. (Berichtig u n g.) In dem Berichte »'»ber die Bethcilignng der Marburg, r an dcr Pariser Ausstellung hat eine Verwechslung der Namen stattgefunden - die Herrn Gebrüder Staudinger heißen: Ferdinand und Friedrich. Letzte Post. Der böhtnische Landtag hat die Walilen der Budweifer und Prager Handelskammer für giltig erklärt. Fiume ist mit Ungarn vereinigt worden. Der kroatische Landtag wird ans den 1. Mai einberufen. Napolcon läßt in seinem Hofblatt „France" erklären, daß die Preußen kein Rccht haben, in Luxemburg zu verbleiben. Die Nationalversammluug der Kandioten hat den Mahomedanern ReligionS' und Besitzfreiheit. soivie gänzliche Gleichstellung init den Chrisien zugesichert. Iuarez ist von !lcr nordamerikanischen Regierung ersucht worden, deii Kaiser Maximilini, wenn er in die H.mde der Republikaner fallen sollte, als Kriegsgefangenen zu behandeln. ErslSruNg Auf Srsiichcn de« Hrrrn Profcssor» C. R. Rieck ivird hitmil rrNärt, daß der Bericht über die Vorstellung der „schönen Helena" nicht onS seiner Feder stammt. D. Xed. Telegraphischer Wiener CourS vom 13. April. ü°/^ Metavique« .... 57.20 j Kreditattien........^68.70 Rational-Anlehen .... 67.20 ! London......... 1860er Staat» Anlehen . . . 82.— ! Silber.........129.50 Bankaktien.......706.— j K. K. Münz-Dnkaten .... 6.22 Geschäftsberichte. Marbnrg. !3. April. iv^ochenmarktSbericht.) Weizen fl. 5.70. Aorn fl. 4.45, Gerste fi. 0.— Hafer fl. 1.70, Änkuruh fl. Z.25, Heiden n Z.—, Hirselirein fl-4.60, Erdapfel fl. l.80 pr. Metzen. Rindfleisch 21 kr., .Kalbfleisch 23 kr., Schwein-fleisch jnnq 23 kr. pr. Pfund. Holz, hart SV" fl. 8.—. l8" fl. 4.—, detto weich 30" fl. 5.—, 1^" fl. 2.50 pr. Alafter. Holzkol)len hart fl. 0.50, weich fl. 0.40 pr. Metzen. Hen fl. 1.40, Strol). Lager, fl. 1.10, Stren- fl. 0.90 pr. Centner. Wara»bin, N. April. lWochenmarktsbericht.) Weizen fl. 0.—, Korn fl. 4.—, Gerste fl. S.25, Hafer fl. 0.—, Kuknrnh fl. 3.35, Erdäpfel fl. 1.70 pr. Mehen. Verstorbene in Marburg. Am 6. April: Dem Herrn Aerd. Zebisch, Maschiaen Führer, sein Sohn, 3 Minalt, an Schwäche. — Am 7.: Agne» Weihmann, 3'/, Man. alt, MaschinenführerS-iochter, an der AuSzehrnng. — Am 11.: Jakob Hrein, 9 Mon. alt, Privat-Beamtens-Sohn, an der Darrsucht. Alarl» Itotler. xoborns I''I<'i»ekmanii, xikt im lkamsa skmn»t> ttodsr k'AmilieU'ZLtKlisäer, »lg. verelivlioktv D'vitl. I^velWiU «vck Io>«Lve, Xioäsi', E)«rl G'elti, LvdvieKvr»«»!»«, Llllcvl» .Joses uack HlNtiii««, Vrüäor, 6»no .Josefa, 8o1»voit«r, äiv tief botrtidoockv von äom .^blsb«» itire» inmx»tßtol»«l»ten (S»ttoo, ds-iekuv^vsliv V»t«r» uaä Lruäor» I^ercklnanÄ ^«ker, Lürzxerm«i»ter» unä kv»1it»toab» »itesri, vvlokor vkvl» levrrvm, >v1»Bsor«m I^viävu uvä ompk»ii^ovso Iröstavxv» ä«r d«il. kvli^ioa »w 12. ^pril 9 vkr ^bon6» navk voÜouävtsin 61. I^odvuiisdro lelie in 6sw üsrru eutsokIafsQ ist. vi« iräi»0Q0 LüUs virä Zonatazs ckon 14. ^xril 5 Vkr äsr Lräo üdvrssvdso. Da» dvil. 8svlvn»nit tinäet lisouta^ «lou 15. ^^»ril Vormittag 10 Vdr in 6or Lt»6tp5»rrlcirods ?vtt»u an» 13. ^xril 1867. ^lois Ltodaekvr, 179) Tchirutfabrikant, macht hiemLt dem geehrten PublitllM die ersitbeliste Anzeige, daß er sein GeschüftSlokal von dcr Biktringhofgasse in die Postgasse HliuS Rf. 22 verlegt hat und empfiehlt sein reichhaltitUö Lager von Sonnen, und Regenschirmen zu den billigsten Preisen. — Schirme werden auch zum Repariren und Ueberziehen angenommen. Marburg. 10. April 1867. Tegttthoffs - Vebvrtshavs. Eckhaus, önrggasse Nr. 145. 'MW Welches am 21. Jänncr 18ö7 auf 28460 fl, ö. W. gerichtlich ge« schätzt lvurde. ist um billij^en Preis sogleich verkäuflich. Rerlle Käufer ivollen sich direkte an den gefertigten Eigtntl»iimer __Dienstmann - Jnstitnts. Inhaber. Cin sehr MlWcher Klavierstimiucr kommt morgen den 15. aus Graz liier an und sltzt übermorgen seine Reise lvieder fort. Hierauf Reflektirende lvollen ihre Adressen im Comp-toir dieses Blattes morgerl Bormiltag abgebrn. ^isy In der Filiale der PImtvArsplük pittitii^iin« von 8. VvIItm»»» in Marburg (Slichl's Harten-8alon) finden die Aufnahmen jeden ^474 un«I vvn Früh bis Abends bei jeder Witterung statt. Eine schSne WohlllNlg mit 3 oder S Zimmern, «üchc, Holzlr^großem Hxusbodm, KrIIer iikbcu der Eisgriibe ist bis jS. April zu bezikhe». Anzusrai^rn bcim Hau»kiae,itl>iimer lb1 Thomas Götz. ö. 3147 Edikt. (176 Vom k. t. BezirkS'Gerichte Marburg lvird bekannt gemacht: CS sei über Ansuchen der Frau Rosine Schneider durch Herrn Dr. Domin-tusch die exekutive Versteigerung der Herrn Anton und der Krau Katharina Hoiniga in Marburg gehörigen, gerichtlich auf 28460 fl. ge« schapten Realität C. Rr. 107 aä Stadt Marburg bewilliget und hiczu drei geilbietungS'Tagsatzungen. und zrvar die erste aus den 18. Mai die zweite auf den 15. Äuni die dritte auf den 15. Juli 1867 jedesmal Bormitt^,gS von 11 biS 12 Uhr und zwar die beiden ersten im Gerichtslokale, 2. Stock, Zimmer Str. 12, die dritte aber an Ort und Stelle in der Burggasse zu Marburg mit dem Anhange ange-ordnet worden, daß die Pfandrealität bei der ersten und zweiten Fcilbie« tung nur um oder über den Schätzungswerth, bei der dritten aber auch unter dem SchätzungSwerthe, jedoch nicht unter der Halste desselben hintan-gegeben werden wird. Die LizitationS Beding»isje, wornach insbesondere jeder Lizitant vor gemachtem Anbote ein Vadium pr. 2846 fl. bar oder in Sparkassabitcheln oder in öfter. StaatSpapieren nach dem letzten Kourse zu Händen der LizitationS'Kommlssion zn erlegen hat — so wie daS GchätzungS-Pro totoll und der Grundbuchsextrakt können in der diesgerichtlichen Registratur eingesehen werden. K. k. Bezirks-Gericht Marburg am 2. April 1867- Z. 15016. Edikt. (175 Vom k. k. BezirkS.Gerichle Marburq wird bekannt gemacht: Et sei über Ansuchen des Herrn Alcx»:nder Schöller auS Wien die exekutive Versteigerung der dem Herrn Anton Hoinis^g in Marburg gehörigen, ge-ttchtlich auf 11700 fl. geschätzten Hälfte der Realität C. N. 107 »a Stadt Marburg bewilliget und hiezu drei FeilbietungS-Tagsatzungen, und zwar die erste auf den 4. Mai die zweite auf den 4. Juni die dritte auf den 2. Juli 1867 jedesmal Vormittags von 11 bis 12 Uhr im GerichtSlokale. 2. Stock. Zimmer Nr. 12 mit de« Anhange angeordnet worden, daß die Pfandrealität bei der ersten und ziveiren Feilbietung nur um oder über den Schätzungswerth, bei der dritten aber auch unter demselben hintan-gegeben werden wird. Die LizitationS-Bedingniffe, wornach insbesondere jeder Lizitant vor gemachtem Anbote ein Vadium pr. 1200 fl. bar oder in Spartaflabücheln oder in öster. StaatSpapieren na^ti dem letzen Kourse zu Händen der LizilationS-Kommiffion zu erlege» hat, sowie das Ech^itzuugS Protokoll und der GrundbuchSextrakt können tn der diesgerichtlichen Registratur eingesehe» werden. K. t. VezirtS Gericht Marburg am 12. März 1867. Geschästs - Eröffnung. Die neueri^ffnete I^einkil- uittl AsnufttliturnAsr«» - llilnllluii^ Hrazergnsse Nr. ll empfie^ ihr bestsortirtes Waarenl.iger und wird btmül)t sein, durch gute ßvaare, reele Sedienung und billige Preise sich d.is Vertrauen eines hochgeehrten?. Publikums zu erwerben. l «I. Aliill«!' jakior. 1S7) Hochachtungsvoll Wohnungen (167 mit sreuudlicher Aussicht zu 2, 3. 4 und 7 Zimmern mit Sparherdküche uni» Holzlage sind zu vergeben im Hause Nr. 10V. Grazervorstadt. VvVlnIivtv abgepreßt iu Teiiifari» oder getrocknet kaufen zu de» licsle» Pr>iscil und in jeder Quantität Wagenman«, Seybel Lt Comp, in Wik«, Wieden, lSg) Rkffclaaffe v. Z. 3320. Gdikt. (160 Vom k. k. Bezilksgerichte Mnlbur«^ lvird »nit Bezug ans die Edikte vom 21. Iänncr l. I. Z. ulld vom 28. Februar l. ). Z. 2303 bekannt gemacht: Es »verde nm S». April l. I. ?>o:mitt.i,^s von 11—12 Uhr iin Gerichlslokal!'. zweiten .^tol-k. Ziinmer Nr. 12. zur dritten exekutiven Feilbietung der zur .j>älslc dem Herrn Eduard Eibicht gehörigen, in Unter-Äakobsthal gelegenen Nealität Urb. Nr. 35 nä St.Jakob geschritten und bei derselben diese Realität auch unter dem S.liätzwerthe pr. 13659 fl. hlntangegeben. K. k. Bezirksgericht Marburg arn 2»^. März 1867. Die hiesige evangel. (Äcmtiildc lieabsichtii^et eine Hälfte ihres bekanntlich sehr schön gelegenen Bauplatzes, resp. 800 liis 1000 an den Meistbietenden »u vi r*'"'" innlltcy jeizr scyon gelegenen ?N«uplayev, refp. vis luud den Meistbietenden zu vi rkausen. Hieraus Refleklirende belieben sich an den Kurator Herrn H. Jal a S zu lvenc'en. (I6V Zah^ 2802. Edikt. (174 Vom k. k. Bezirksgerichte Marburg wird bekannt gemacht, daß daS löbl. k. k. KreiSgericht iu C«lli mit Beschiuß vom 12. März 1807 Zahl 789 oiv. den granz Kogler, Grundbesitzer,n Unterwalz, wegen gerichtlich erhobenen Irrsinnes nnter Kuratel zu stellen befunden habe und denselben Martin Auscher, Grundbesitzer in Ilnterlvulz, als Kurator ausgesleUt »vurde. K. k. Bezirksgeritt Marburg am 15. März 1867. Ei« Lrhijiigt (170 wird für «inc gemis^te W^n^renhandlung am Leinde aufgenommen Näliire Auskunft bei Herrn Anton Tombasko. 3 Ntll» große sind billia !»u hclben. — Nähere Auskunft llierüber im Comptoir dieses Wattes. (173 V«r«ntwortlicher Ned«kteur: Hr«nz Wie»th«ler. /. >. M. S. Vnick und Verlag »on iLduard I»>, ichitz m Marburg.