LaAcher TaMII. Rcdaction und Expedition: Bahnhofgasse Nr. 15. Pränumerationspreise: InsertionSpreise: Ein- Nr. 144. Mittwoch, 36. Juni 1878. — Morgen: Ladislaus K. 11. Jahrg. Mit der Post: Ganzjiihr. fl. IS. zeigen bis 5 Zeilen 20 k. Der Kongreß. In der am 24. d. stattgefundenen Sitzung wurden alle Vereinbarungen der jüngsten Vorbesprechungen gutgeheißen. Ter Hauptgegenstand der Berathung war die Begrenzung Südbul-gariens. Das Rhodopegebirge soll die Südgrenze bilden, Sophia wird Südbulgarien einverleibt. Die Westgrenze ist noch nicht ganz festgestellt. Es existieren diesfalls zwei Vorschläge, einer mit Küstendsche, der andere niit Sophia als äußerstem Punkt. Die Garantiefrage und die Frage der Besatzungsstärke wurden der nächsten Sitzung Vorbehalten. Die Türken machen neue Schwierigkeiten betreffs der Räumung Varna's. Auch in der griechischen Frage opponieren die Türken; sie wollen weder der Abtretung von Epirns noch Thessaliens zustimmen. Bezüglich der Begrenzung Bulgariens wurde das zwischen Andrassy, Beaconssield und Schuwaloss erzielte Einverständnis von dem Kongresse ratificiert. Damit ist eine der wichtigsten und schwierigsten Fragen erledigt, und in einer Weise erledigt, welche den Interessen Europa's vollständig Rechnung trägt und das Programm Oesterreichs in der bulgarischen Frage vollständig erfüllt. Diese Erfolge kommen wol zunächst aus das Kerbholz Englands und Oesterreich-Ungarns zu schreiben, deren gemeinsames entschiedenes Auftreten wol die vorwiegendste Ursache war für die eoneiliante Haltung, die Rußland in den letzten Tagen beobachtete. Die Idee eines austro-orien-talischen Zollbundes, rcspective der Gedanke, Serbien, Bosnien, die Herzegowina, Albanien, vielleicht auch noch anderes, in das österreichisch^ungarische oder in das specifisch-dalmatinische Zollgebiet auf- zunehmen, soll offiziös discutiert und von England bekämpft werden. Wie der Berliner Korrespondent des „Neuen Wiener Tagblatt" mittheilt, war während des ganzen Verlaufes der Discussiouen über die bulgarische Frage es England, das im Vordergründe stand, und ein Diplomat bemerkte, daß eine ganze Reihe von Anträgen, die eigentlich Oesterreich hätte stellen sollen, England gestellt hat, und daß England in erster Linie Anträge bekämpfte, die Oesterreich vor allen, hätte bekämpfen müssen. Man schließt natürlich aus diesem Verhältnisse auf einen sehr hohen Grad der Intimität zwischen Oesterreich und England, und dem Grafen Andrassy, der Rücksichten auf Deutschland zu nehmen hat, das wieder Rücksichten Rußland gegenüber hat, wird dadurch manche unangenehme Situation erspart. Der neue Ausgleich. Die Vertretungen beider Reichshälften haben sämmtliche Ausgleichsgesetze genehmigt. Das Gesetz über die A ch tzigmi llionen - S chn ld wurde im ungarischen Reichstage auch in der Spezialdebatte angenommen. Am Freitag, spätestens Samstag sollen sämmtliche Ausgleichsgesetze im ungarischen Reichstage promulgiert werden; nur das Gesetz, betreffend die provisorische Verlängerung der Handelsverträge, soll schon früher in Kraft treten. Gleichzeitig mit der Promulgieruug der Ausgleichsgesetze im ungarischen Reichstage dürfte auch das Wiener Reichsgesetzblatt dieselben publicieren, was schon deswegen erforderlich ist, weil mit Ende dieses Monates das Provisorium abläuft. Die auf die Einführung der neuen Ausgleichsgesetze bezüglichen Maßnahmen sind, wie die „Presse" erfährt, zwischen den beiden Regierungen theils schon festgestellt, theils werden betreffs derselben sofort nach Schluß des ungarischen Reichstages die Verhandlungen eingeleitet. Namentlich find die zur Durchführung der Zucker- und Spiritussteuergesetze erforderlichen Verordnungen festgestellt; dagegen ist die Ausarbeitung der auf die Einführung des Zolltarifs, besonders auf das Appreturverfahren, auf den Grenzverkehr und auf die neue Classification der Waren bezüglichen Instructionen für die Zollämter noch rückständig. Was die Verlängerung der Handelsverträge anbelangt, so liegt seitens Frankreichs die Erklärung zur Verlängerung des Vertrages bis Ende dieses Jahres schon vor. Die Zustimmung Deutschlands und auch Italiens ist unmittelbar zu erwarten. Italien machte zwar anfangs Schwierigkeiten, ist aber jetzt zur Vertragsverlängerung bereit und wünscht nur, daß die Verhandlungen wegen Abschluß eines neuen Vertrages in der nächsten Zeit beginnen. Zum neuen Bankstatut. Direktion und Ausschuß der k. k. priv. österreichischen Nationalbank haben der Generalversammlung der Actionäre der Nationalbank die Annahme nachstehender Anträge empfohlen: „I. Die Generalversammlung beschließt, daS durch besondere Gesetze in beiden Theilen deS Reiches mit der Wirksamkeit für den ganzen Umfang der österreichisch - ungarischen Monarchie zu ertheilende Privilegium, beziehungsweise die Statuten der „Oesterreichisch - ungarischen Bank", in dem der Generalversammlung vorliegenden deutschen Texte, mit welchem laut Erklärung des k. ungarischen Finanzministers der ungarische Text congruiert, namens der privilegierten österreichr- JeuilleLon. Die Besteigung des Grintovc. Prof. Dr. I. Frischauf, eine auf alpinem Gebiete wohlbekannte Persönlichkeit, unternahm im Jahre 1876 die Besteigung des Grintovc, und bringen wir aus dem betreffenden Berichte des ausgezeichneten Touristen folgende Einzelheiten: „Der Charakter der Karawanken ist in der Formation des Grintovc am meisten ausgesprochen, nach Norden weitabstürzende Wände, die nur kleine Terrassen bilden; die Ost- und Westseite des Gipfels fällt in Seitengängen steil ab, und die Südseite ist bis in die Nähe des höchsten Punktes mit Rasenflecken besetzt. Mit Proviant reichlich versehen, gehen wir von der Gewerkschaft Kanker ->/4 Stunden abwärts, von der Kirche ^ Stunden auswärts zum Eingänge eines Seitenthales, welches den bequemsten Zugang zum Grintovc-Stocke vermittelt. Ein Seitenweg führt uns östlich zur Brücke über die Kanker und zu einer kleinen Mühle. Das Thal selbst ist kennbar durch die weite, nach Osten sich ziehende Mulde der Kocna nördlich und den Greben südlich. Die unteren Theile des Grintovc sind zu sehen, während der Gipfel durch die Kokna gedeckt ist; man erkennt deutlich das Ansteigen des Thales zu zwei Ter- rassen, von denen die untere den Bauernhof, die obere die Alpe „Suhadoluik" enthält. Wir gehen nun in diesem Thale aufwärts. Der Weg führt anfangs rechts vom Bache eine kurze Zeit steil aufwärts, dann wird die Steigung eine mäßige, bis man wieder rechts über den trockenen Bach kommt. Nun geht der Weg in Windungen durch Erlen und Buchen aufwärts, zuletzt bei Feldern vorüber, in schwacher ^ Stunde zu dem großen Bauernhöfe Suhadolnik (896 Meter). Der Besitzer dieser Realität, Primus Stuller, zählt zu den gastfreundlichsten Landwirthen der Alpengegend. Von diesem Bauernhöfe über eine Wiese in den Wald bald ansteigend, erreicht man in 20 Minuten eine große ebene Wiesenfläche (1086 Meter), die, von den Wänden der Kokna und des Greben eingerahmt, ein schönes Alpenbild gewährt. Links wird eine Quelle zugeleitet, die jedoch in den heißen Sommermonaten versiegt. Von dieser Wiese führte früher der Weg rechts über ein von einem Felsenriß des Greben kommendes Geröllfeld, welches wegen seiner beweglichen Steine trotz der nicht bedeutenden Steigung sehr unangenehm zu passieren ist. Gegenwärtig wird durch eine Steiganlage diese unangenehme Strecke gemieden, wir gehen durch schönen Boden auf einem Holzweg weiter zehn Minuten bis zu einem Mit rother Farbe bezeichnten Baum; hier wenden wir uns rechts, überschreiten das trockene Bachbett und wandern einen mit Buchenlaub gestolsterten Steig aufwärts bis zur Felswand (1286 Meter) an der Stelle des Risses, von dem die unangenehme Geröllhalde ihren Ursprung nimmt. Nun beginnt eine kurze Kletterei über Felsblöcke in dem Risse aufwärts, dann geht es links steil auf die Höhe; schon nach Verlauf von 15 Minuten wird der Weg bequemer, die Neigung immer geringer, man erreicht längs eines zu einem guten Steig gebahnten Felsbandes in 15 Minuten einen prachtvollen Buchenwald, und nachdem man einige schmale Wasserrisse passiert hat, steht man in einer weiteren Vi Stunde in der oberen Terrasse (1500 Meter) zwischen Kokna und Greben. Hier, unmittelbar am Waldrand, finden wir eine kleine Alpenhütte und das daneben errichtete Touristenhaus „Frischauf-Hütte,,; das Alpenbild ist ein reizend schönes! Seitwärts an den Thalwänden erstreckt sich der Wald noch ein Stück aufwärts, etwas oberhalb der Hütte erblicken wir den Gipfel des Grintovc und können den ganzen Weg übersehen: mit Fels und Gerölle durchsetzte Weiden, woher auch der Name „Grintovc", das ist der „Krätzige", stammt. Vom Schutzhaus braucht ein rüstiger Geher auf den Gipfel 2'/, Stunden. Man geht den schen Nationalbank im ganzen und im einzelnen vollinhaltlich anzunehmen. „II. Die Generalversammlung erklärt, bei Annahme des Privilegiums und der Statuten der österreichisch-ungarischen Bank von der Voraussetzung geleitet zu sein, daß durch die im Artikel XI, dieser Statuten, Alinea 1, den Directiouen in Bezug auf die Vertheilung der Dotationen und die Festsetzung der Jndividnalkredite ertheilten Befugnisse das dem Generalrathe auf Grund des Artikels XXV, Alinea 3, zustehende Recht, auch diesfalls besondere Weisungen zu ertheilen und deren Befolgung zu sichern, nicht beschränkt wird. „III. Die Generalversammlung ermächtigt die Bankdirection, namens der privilegierten österreichischen Nationalbank mit dem k. k. Finanzminister das Uebereinkommen, betreffend die den ungarischen Bankplätzen von der österreichischungarischen Bank znzuweisenden Geldmittel, die in beiden Theilen des Reiches in den Jahren 1878 und 1879 zu errichtenden neuen Filialen und die Frist für die Einbringung des eventuellen Ansuchens um die spätere Erneuerung des Privilegiums, abzuschließen. „IV. Die Generalversammlung ermächtigt die Bankdirection, namens der privilegierten österreichischen Nationalbank mit dem k. k. Finanzminister inbetreff der Schuld von 80 Millionen Gulden das Uebereinkommen in der von den beiden Häusern des Reichsrathes angenommenen Fassung abzuschließen." Das erwähnte Uebereinkommen enthält folgende wesentliche Bestimmungen: Die Achtzig-millionen-Schuld wird zinsfrei bis 31. Dezember 1887 prolongiert, der der Staatsverwaltung ge-bürende Antheil an dem Ertrage der Bank zur Abschreibung dieser Schuld verwendet. Der Direc-tion der Hauptanstalt in Pest werden für das Escompte- und Darlehensgeschäft in Ungarn fünfzig Millionen zur Verfügung gestellt, welche in Oesterreich nicht verwendet werden dürfen. In Cisleitha-nien errichtet die Bank in den Jahren 1878 und 1879 fünf neue Filialen, in Transleithanien im Jahre 1878 vier, im Jahre 1879 drei neue Filialen, drei weitere Filialen werden in Aussicht genommen. Tagesneuigkeiten. — Aus dem Tiroler Lande. Wie dem „Innsbrucker Tgbl." berichtet wird, ereignete sich in Hall bei Gelegenheit des Frohnleichnams-Um-gangs ein großer Skandal, und zwar vor der Pfarr- kirche. Einem Bauer, welcher vergessen hatte, den Hut abznnehinen, wurde letzterer vom Spitalkaplan Spiel, der als Prozessionsleiter amtieren sollte, vom Kopfe geschlagen. Der Baner aber nahm diese handgreifliche Belehrung derart übel, daß er dem Herrn in Baret und Chorrock eine derbe Maulschelle versetzte und letzterer mit blntigem Gesicht und Chorrock nnd zerbrochener Kerze sich zurückziehen mußte. — Oösterreichisch-italienisch er Handelsvertrag. Bonseite der italienische» Regierung ist, wie die „Montags-Revne" erfährt, in Wien die Mittheilnng eingelangt, daß der Verlängerung des österreichisch-italienischen Handelsvertrages bis zum Schlüsse dieses Jahres kein Hindernis entgegenstehe, und werden die Ratificationen in den nächsten Tagen ausgewechselt. Für die Verhandlungen über einen nenen Vertrag ist die Auflösung der bisherigen italienisch-französischen Convention allerdings ein nicht günstiger Zwischenfall; allein so wenig man zum Beispiel in Wien eine deutsche Reklamation gegen die Kündigung der englisch-österreichischen Nachtrags-Convention, infolge deren die deutschen Interessen gleichfalls zu Schaden kamen, berücksichtigt hätte, so wenig steht cs Oesterreich-Ungarn zu, gegen das Erlöschen des italienischfranzösischen Uebereinkommens Beschwerde zu erheben, obwol Oesterreich davon in merklicher Weise getroffen wird. Es wird eben Sache der beiderseitigen Regierungen sein, bei den nenen Verhandlungen die österreichisch-ungarischen Interessen entsprechend zn wahren. — Zu den Berliner Attentaten. Der Prozeß gegen Hödel wird am 8. und 9. Juli vordem Berliner Staatsgerichtshof zur Verhandlung gelangen. Es sind 38 Zeugen vorgeladen. — Das Befinden Nobilings hat sich in den letzten Tagen wesentlich gebessert. Nobiling richtet sich bereits im Bette auf, ißt mit Appetit und gibt theilweise Antworten auf an ihn gerichtete Fragen. Auf die Frage eines der ihn behandelnden Aerzte, ob es besser mit ihm ginge und ob er sich wohler fühle, antwortete cr am Samstag: „Etwas!" Bei allen Antworten, die Nobiling abgibt, umspielt eiu eigen-thümliches Lächeln seine Lippen, das auf Geistesstörung schließen läßt. Man glaubt, daß das Austreten des Gehirns aus der Wunde die geistigen Kräfte Nobilings geschwächt habe. — Der Rath des internationalen Arbeiterverbandes hat, wie der „Times" mitgetheilt wird, nachstehende Resolution einstimmig angenommen: „Dieser Rath bedient sich der ersten Gelegenheit, um seine starke Mißbilligung über die jüngsten Versuche zur Ermordung des deut- schen Kaisers auszndrücken; aber zu gleicher Zeit protestiert er nachträglich gegen den schändlichen Versuch, dergleichen Handlungen mit dem Socialismus in Verbindung zn bringen, der, wie er glanbt, eine wesentlich hnmanisiercnde, dem Meuchelmord ganz entgegengesetzte Doctrin hat." — Freil igrath - Fest. Am 24. d. M. fand ans dem Ufskirchhof zn Cannstatt eine Feierlichkeit statt, welche weit über die schwäbischen Grenzen hinans Beachtung und Theilnahme verdient. Das Grabdenkmal Freiligraths wurde an diesem Tage enthüllt nnd vom Comite der Stadt Cannstatt zur Hut und der Oeffentlichkeit übergeben. Die Kolossalbüste, vom Bildhauer Donndors, Professor an der dortigen Kunstschule, gefertigt, entspricht als geistiges Bild wie als Bildnis des Verewigten den höchsten Anforderungen der Kunst wie der Freunde des Dichters nnd ist im Guß vorzüglich gelungen. Der Enthüllungsfeier wohnten die Witwe Freiligraths und eine seiner Töchter bei. Sieben Sängervereine, worunter der Liederkranz von Stuttgart und die Concordia von Cannstatt, begleiteten die Feier. Nach derselben vereinigte ein festliches, vom Comite geleitetes Banket im schönen Knrsaal die Verehrer des Dichters und Freiheitssängers, welche von nah und fern an diesem Festtag sich versammelten. — Aus dem Vatican. Das Gerücht, daß die Gesnndheit des Papstes ernstlich bedroht sei und für den Fall, daß er den Sommer im Vatican znbringt, geradezu Besorgnisse einflössen müsse, erhält sich hartnäckig. Leo XIII. besitzt entfernt nicht die feste Constitution seines Vorgängers. Schon während der 33 Jahre, die cr in Perngia, einer der gesundesten Städte Italiens, verlebte, bevor cr nach Rom kam, nm den Posten des Camerleugo einzunehmen, litt er an einem Unterleibs- und Blasenleiden. Die Lnft in Rom, der ununterbrochene Aufenthalt im Vatican, die sitzende Lebensweise, die Sorgen nnd Mühen des Pontifieates, endlich das Alter: das alles zusammen hat den Zustand Sr. Heiligkeit so sehr verschlimmert, daß Bewohner von Perngia, die den Papst seit seinem Eintritte ins Conclavc nicht gesehen hatten, ihn nicht wieder zu erkennen vermögen. Der Papst klagt über Nervosität, die ihm weder zn schreiben noch zn sitzen, ja nicht einmal sich vor einem photographischen Apparate einige Minuten rnhig zu halten gestattet. Die Anfälle sind von so beträchtlicher Schwäche gefolgt, daß Leo Xlll. genöthigt ist, sich in den Pavillon Pius IV. und in die Gärten, wo er etliche Stunden zuzubringen liebt, tragen zu lassen. Die gewöhnlichen Aerzte Sr. Heiligkeit und einige eigens herbeigernsene haben kürzlich eine Berathnng ge- steinigen Weg links vom trockenen Bache im Thalboden mäßig aufwärts Vs Stunde, dann wendet man sich links, d. i. nördlich gegen die Felswand zu, die man bei einer plattgeschliffenen Platte erreicht. Nun geht es üver die verschiedenen Rasenbänder aufwärts Vs Stunde in einen höheren kleinen Boden (1900 Meter), wo sich die Ueber-reste einer kleinen Hütte ohne Dach befinden. Unmittelbar vor uns ist ein kurzes Felsenthal, rechts der vom Grintove zum Greben sich ziehende Rücken, liuks der Fuß des Grintovc selbst, der von hier ein breites Rasenband hinabsendet, der einzige bequeme Zugang auf die Höhe- Es gilt nun, auf dieses Rasenband zuzusteuern. In westlicher Richtung kommen wir an der Südseite des Berges auswärts, und nun steigen wir an den bequemsten Stellen direkt hinauf, bis wir eine schiefe Fläche erreichen, welche am unteren Rande mit Rasen bedeckt ist, am oberen Theile ein Geröllfeld trägt, welches zahlreiche Spuren von Eisenbohnerzen enthält, der oberste Theil ist durch Felswände abgeschlossen. Wir durchschreiten nun entweder das Geröllfeld oder umgehen dasselbe längs der Rasenflecke und wenden uns aufwärts gegen die Schneide, die wir in einer Stunde oben an dem erwähnten Felskopfe erreichen. Nun halten wir uns längs der Schneide, die Rasenflecke wer- den immer spärlicher, werden von Gerölle und Fels abgelöst, und nach '/s Stunde stehen wir auf dem Gipfel (2558 Meter), der gegenwärtig mit einer hohen Pyramide geschmückt ist. Einige Pflanzen: Ilutelimsig, rchiinu, kLMver ulxinmn, I^inaria. »Ipinu und Lritriellium imnum kommen zwischen den Gesteinen vor. Nun genießen wir die Aussicht. Zunächst werfen wir einen Blick auf die nächste Umgebung. Wir befinden uns am köchsten Punkte eines Grates, über dessen nach Südost ziehenden Rücken wir auf den Rücken gelangt sind. Nach Norden (Nordost) kann nian über Felsleisten und Gerölle fast r/r Stunde bis zum Absturz absteigen, nach West und Ost stürzt der Gipfel steil ab. Nur weiter unten verflacht sich der Absturz gegen Westen ein kurzes Stück und bildet mit der zahmen Südseite den Weg auf die Höhe. Ueberaus großartig ist der Anblick der westlichen Kanker-Kocna mit dem weit hinaufziehenden Geröllfelde „oberes Thal". Wendet man den Blick nach Ost, so hat man die Trichter und Karrenfelder der „Podeh", die Abstürze der Sknta, die von keinem Punkte so einladend zu einer Kletterpartie erscheinen, wie vom Grintovc aus. Ueber diese hinaus schweift der Blick zur schlanken Ojstrica und um diese herum zur Planjava und Brana. Südlich haben wir das Alpengebilde des Greben. Der Bück streift vom Triglav über die Gailthaler Alpen ZU den Tauern, von hier über das Urgebirge und die Kalkalpen der Steiermark, an diese schließen sich an Posruck, Bacher, die Berge des Sannthales; nun folgen die kroatischen Berge bis an die Militärgrenze, Krainer Schneeberg, Nauos. Sämmt-liche Höhen sind reihenweise, wie auf einer Karte ausgevreitet. Aeußerste Punkte sind: Im Norden Wechsel, Schneeberg und Raxalpe; im Osten das kroatisch-slavonische Grenzgebirge (Bilo); im Südosten die Zacken der bosnischen Bergspitzen bei Prjedor, hervorragend über den lang gestreckten Zug der Uskoken; im Süden die Pljesivica in der Militärgrenze, die kleine Kapela, der Monte Maggiore; im Westen das kärntner-venetianische Grenzgebirge und die westlichen Eisberge in den Hohen Tauern. Ebenso reizend und umfassend ist die Thalaussicht: im Norden das Drau- und Lavantthal; im Osten das ganze Sannthal mit dem Hauptorte Eilli; im Süden die Laibacher Ebene, Laibach, Krainbnrg, Lack; im Westen Theile des Gailthales und Villach. (Schluß folgt.) pflogen, in der sie übercinkamen, daß der Papst den Vaticau während der Sommerschwüle verlassen müsse. Leo XIII. erklärte aber kategorisch, er habe die Tiara nicht ohne den Entschluß angenommen, alle Conseqnenzen über sich ergehen zn lassen, folgerichtig werde er nm jeden Preis im Vatican bleiben, jetzt und sein ganzes Leben hindurch. Lokal- und Provilyial-Angelegenheiten. Der konstitutionelle Verein iu Laibach. (Fortsetzung.) Im folgenden will ich einige derjenigen Punkte hervorheben, welche einer Aenderung gauz besonders dringend bedürftig sind. Da haben wir vorerst das Gesetz zur Regelung der Rechtsverhältnisse des Lehrerstandes. Im K 6 desselben wird das Präsentations-, resp. Eruen-nnngsrecht des Lehrers der Schulgemeinde, also dem Ortsschulrathe zugcsprochen. Ueber diesen Puukt nun ist seit dem Bestehen dieses Gesetzes schon so viel gesprochen und geschrieben worden, daß ich mich in der Motivierung einer Aenderung dieses Para-graphes wol nur kurz zu fassen brauche. Unsere Ortsschulbehörden bestehen zumeist aus Männern, die den Werth und die Bedeutung der Schnle durchaus uicht zu schätzen wissen und bei einer Besetzung auf alles andere Rücksicht nehmen, nur nicht auf die Befähigung des Competenten. Diese Bestimmung hat zur Folge, daß eine Gemeinde ihres Lehrers, wenn derselbe einmal definitiv angestellt ist, nm keinen Preis mehr los werden kann, wenn sie hinterher unzufrieden mit demselben ist, es fei denn, daß er sich grobe Disziplinarvergehen zuschulden kommen ließe. Ich weiß anch aus Erfahrung, daß das Eruennnngsrecht des Lehrers den Ortsschnlräthen eine wahre Last ist, der sie mit großem Vergnügen recht gern ledig werden möchten, denn jede Ernennung gibt Anlaß zn mancherlei Gehässigkeiten und Streitigkeiten in der Gemeinde. Was aber die Lehrer selbst anbelangt, so würden dieselben insgesammt, mögen sie was immer für einer Partei angehören, eine Aendernng dieser Bestimmung mit großer Befriedigung entgegennehmen; denn bei vielen Bezirks-Lehrerkonferenzen sind Resolutionen in diesem Sinne schon vor Jahren gefaßt worden. Auch in allen ändern Provinzen hat man nach kaum ein-, zweijähriger Erfahrung den Ortsschnlräthen das Eruennnngsrecht rundweg abgenommen. Es fragt sich nun, wie wäre eine solche Aenderung durchzuführen, da nach § 50 des Gesetzes vom 14. Mai 1869, durch welches die Grundsätze des Unterrichtswesens bezüglich der Volksschulen festgesetzt werden, diejenigen, welche die Schnle erhalten, bei der Ernennung des Lehrers mitzuwirken berechtigt sind? Ich möchte wünschen, daß diese Aenderung in einer ähnlichen Weise durchgeführt werden würde, wie sie das Kärntner Landesgesetz dnrchgeführt hat. Nach dem Kärntner Landesgefetze sammelt die Bezirksschulbehörde die Competenzgesnche. versaßt die Competententabelle und macht den Besetzungsvorschlag ; dieser ganze Act wird der betreffenden Ortsschulbehörde übermittelt, welche berechtigt ist, gegen den Vorschlag motivierte Einwendungen zu machen — das ist die Mitwirkung; — Vom Ortsschulrathe wandert der ganze Act durch den Be-zirksschulrath zum Landesschnlrath, der, ohne daß er au die Reihenfolge der Competenten, noch auch an die Einwendungen des Ortsschulrathes gebunden wäre, die Ernennnng vornimmt. Da im Landes- schnlrathe anch zwei Mitglieder des Landesausschusses sitzen. so wirkt in ihrer Abstimmung auch das Laud mit. Wie Sie also sehen, meine Herren, läßt sich diese Frage auf eine wunderbar einfache Weise lösen. Ein weiterer Punkt, der änderungsbedürftig wäre, ist in dem 8 32 desselben Gesetzes enthalten. Dieser Paragraph enthält nämlich die Bestimmung, daß Leiter von zwei- und mehrklassigeu Schulen eine jährliche Functiouszulage erhalten, nur die Leiter einklassiger Schulen sind hievon ausgeschlossen. Dies, meine Herren, ist eine offenbare Unbillig-keit; denn der Leiter nnd Lehrer einer einklassigen Schnle ist nicht nur, was die Stundenanzahl anbelangt, sondern auch in jeder anderen Beziehung viel mehr angestrengt, wie jeder andere Lehrer. Er hat den schlimmsten Theil, da er Kinder der verschiedensten Alters- uud Bildungsstufe gleichzeitig zu unterrichten hat, bekanntermaßen die schwierigste schulmeisterliche Kunst. Die Fnnctionsznlage wurde ferner deu Leiter» doch wol uur deshalb zuerkannt, weil ihnen die Führung der Amtsbücher obliege; dasselbe hat aber auch der Leiter einer einklassigen Schnle zn thnn, uur in noch erhöhtem Maße, da sich an einer mehrkassigen Schnle auch die übrigen Lehrkräfte an der Führung der Amtsbücher betheiligen müssen. Es ist also nur ein Gebot der Billigkeit, wenn den Leitern an einklassigen Schulen dieselbe Fnnctionszulage bewilligt wird, wie denen an zweiklassigen Schulen, im Betrage von 50 fl. Dazu kommt noch, daß eine große Anzahl von einklassigen Schulen mit der Zeit in zweiklassige umgewandelt werden, wie dies bereits mit einer erklecklichen Anzahl geschehen ist, wo dann die Fnnctionszulage ipso taoto iu Kraft tritt. Einen weitern Punkt, der der besondern Berücksichtigung des Landtages empfohlen wird, bildet der 8 34 des Schulaufsichtsgesetzes vom 25- Februar 1870. Dieser Paragraph handelt von der Zusammensetzung des Laudesschulrathes und bestimmt unter ändern, daß in denselben auch zwei Mitglieder des Lehrstandes einzutreten habeu. Diese zwei Mitglieder werden nach Z 35 vom Kaiser ans Antrag des Ministeriums für Eultus und Unterricht nach Einholung des Vorschlages des Landesausschusses ernannt. Dieses Vorschlagsrecht hat nnn der Landesausschuß — wie dies je bekannt — in der Weise ausgelegt, daß derjenige, welcher vorgeschlagen, anch unbedingt ernannt werden müsse. Es hat also der Landesansschuß diese zwei Mitglieder, die die Vertreter der Lehrerschaft im Landcsschulrathe sein sollen, geradezu zu ernennen. Dies ist eigentlich eine Ungeheuerlichkeit; deuu, wenn der Vertreter der Lehrerschaft vom Landesansschusse ernannt wird, dann ist er kein Vertreter der Lehrerschaft, sondern nur einer des Landesausschusses, uud hat als solcher gar keine Verpflichtung gegenüber der Lehrerschaft. Abgesehen davon, daß der Landesausschuß vielleicht nicht immer die geeignetsten Persönlichkeiten wählen dürfte, kaun der Vertreter einer Corporation doch nur durch freie Wahl aus dieser Corporation selbst hervorgehen; dann ist er ein Vertreter im wahren Sinne des Worts nnd kann über seine Thätigkeit von denjenigen, die ihm das Mandat gaben, zur Rechenschaft gezogen werden. — Ich bin also dafür, daß das eine der zwei Mitglieder des Lehrstandes von der Landeslehrerkonferenz gewählt werde, und das andere Mitglied, welches, wie es der Usus mit sich brachte, gewöhnlich dem Stande der Mittelschullehrer entnommen wurde, vom Cultusmiuisterium auf Antrag der Landesschulbehörde ernannt werde. Noch wäre manches zu erwähnen, das der Aufmerksamkeit des Landtages zu empfehlen würdig wäre, ohne daß ich diesbezüglich anch positive Vorschläge machen würde. So ist es unumgänglich noth-wendig, daß die Gehaltsfrage früher oder später Wieder auf die Tagesordnung der Landtagsverhandlungen wird gesetzt werden müssen. Ich will damit nicht gesagt haben, daß sämmtliche Lehrergehalte in Krain um ein Bedeutendes aufgebessert werden müssen, obwol auch dies sehr im Interesse unseres Schulwesens liegen würde, wol aber halte ich es für angezeigt, daß ein billigerer Modus des Gehaltsausmaßes in Kraft trete. In anderen Provinzen werden in dieser Hinsicht die Volksschulen in Verschiedene Gehaltskategorien eiugetheilt. In Krain haben wir nichts ähnliches. Es gibt bei uns Dörfer mit ganz kleinen Schulen, an welchen Gehalte mit 500 bis 600 fl. sistemisiert sind; dazu kommt noch, daß der Lehrer an solchen Schulen freie Wohnung, Holz und die Nutznießung einer kleinen Wirtschaft hat, während an den meisten unserer Städte, wo doch das Leben unverhältnismäßig theurer ist, der Lehrergehalt karge 400 fl. beträgt. Die Gehalte in den Volksschulen der Städte müssen erhöht werden, wenn man nicht haben will, daß an solchen Schulen immer nur Anfänger, die keinen ändern Posten erhalten können, angestellt werden sollen, und auch unter diesen findet sodann ein ewiger Wechsel statt, was der betreffenden Volksschule nur zum Nachtheile gereicht. Dieser unbilligen Gehaltsvertheilung könnte wenigstens vorläufig dadurch theilweise abgeholfen werden, daß der Landesausschuß ermächtigt werde, solchen Lehrern, die sich besonders verdient gemacht habeu, mit Zustimmung des Laudesschulrathes Personalzulagen zu ertheilen, um sie so für die Dauer an die Schule zu fesseln, wo sie eben wirken. Ein anderer wunder Punkt in unserer Volks» schulgesetzgebung ist endlich auch die Schulpflichtig-keit. Nach H 17 des Gesetzes vom 29. April 1873 beginnt die Schulpflicht in der Regel mit dem vollendeten sechsten und dauert in der Regel bis zum vollendeten zwölften, in Städten und Märkten mit drei und mehrklafsigen Schulen bis zum vollendeten vierzehnten Lebensjahre. Dies nun, meine Herren, ist eine höchst unmotivierte Bestimmung, welche mancherlei Unzukömmlichkeiten zur Folge hat. Bei uns in Krain ist kein so greller Unterschied zwischen Stadt und Land; ja, oftmals gehört das eine HauS uoch zur Stadt, das unmittelbar daneben befindliche schon zum nächsten Dorf. Die Kinder des ersteren müssen also die Schule bis zum vollendeten vierzehnten, die des letzteren Hauses uur bis zum vollendeten zwölften Jahre besuchen. Außerdem sind in allen Stadtschulen auch Kinder vom Lande eingeschult. Muß nun, wenn die Kinder das zwölfte Lebensjahr erreicht haben, eine Theilnng eintreten, so verursacht dies eine bedeutende Störung nnd erregt auch mit Recht den Unwillen der Eltern. Ich würde daher wünschen, daß in ganz Krain dieser Unterschied fallen gelassen und eine einheitliche Schulpflicht hergestellt werde. Zum Schlüsse möchte ich nur einige Worte noch erwähnen in Bezug auf die Art und Weise der Beischaffung der sogenannten sachlichen Erfordernisse. Nach tz 3 des Gesetzes vom 26. Oktober 1875 haben dieselbe die Gemeinden zu besorgen. Nun ist es aber uns allen bekannt, wie die Ge-meinde-Organe, namentlich in den kleineren Gemeinden, ihrer Pflicht obliegen. Oftmals kommt es z. B. vor, daß die Schule mitten im Winter geschloffen werden muß, weil kein Holz zum Heizen da ist, u. dgl. Ich möchte daher die Beischaffung der sachlichen Erfordernisse in sicherere, verläßlichere Hände gelegt wissen. Aus all' dem Gesagten erhellt, daß unsere Landes-Volksschulgesetze in allen ihren Bestimmungen keineswegs den Anforderungen und Bedürfnissen entsprechen; eine diesbezügliche Aenderung erscheint also dringend geboten. Ich stelle daher den Antrag, der constitntionelle Verein fasse folgende Resolution : „Der konstitutionelle Verein hält es für dringend geboten, daß sich der krainifche Landtag in einer seiner nächsten Sessionen mit einer eingehenden Revision der Landes-Volksschulgesetze befasse." (Schluß folgt.) — (Die Laibacher Volksküche) beabsichtigt, auch Heuer am Geburtstage des Kaisers Franz Josef, d. i. am 18. August, ein Frei-Essen für wahrhaft Arme zu veraustalten. Der Ausschuß des Volksküchenvereins appelliert an den bekannten Wohlthätigkeitssinn der hiesigen Stadtbewohner mit der Bitte, zur Ausführung dieses humanen Zweckes, wenn auch geringe Spenden an den hiesigen Stadtkassier Herrn Hengthaler gelangen zu lassen. — (An dem Be st kegel scheiben), welches zum Vortheile der Unterstützungskasse des hiesigen Militär-Veteranenvereins in Auers Brauhausgarten veranstaltet wurde, werden infolge der vonseite des genannten Vereines ergangenen Einladungen auch Mitglieder des hiesigen Turn- und Feuerwehrvereins theilnehmen, — (Zur Unterrichtssprache in den Volksschulen.) Die „Laib. Schulzeituug" theilt unter dem Stichworte: „Sloveuen, welche ihre Kinder in deutsche Schulen schicken", folgendes mit: „In der jüngsten Gemeinderathssitznng, vom 14. d., wollten die Herren Gemeinderäthe Dr. Bleiweis, Petrikik und Ahazhizh mittelst ihrer eigenen Söhne den Beweis führen, daß die Kinder in den städtischen Schulen zu wenig Sloveuisch erlernen. Nun aber besuchten die angeführten Kinder nicht die städtischen Schulen, sondern die k. k. Uebungsschule, bis auf zwei Knaben Dr. Ahazhizh', die früher zwar auch die Uebungsschule besucht hatten, zuletzt, aber nur kurze Zeit, in der ersten städtischen Volksschule (unter Herrn Praprotnik) eingeschrieben waren. Daraus, daß die genannten Herren, wie es aus dem Pro-tokollsauSzuge hervorgeht, diesen Umstand verschwiegen, kann man den Werth alles dessen bemessen, was dieselben überhaupt gegen die städtischen Volksschulen vorbrachten. Der Unterschied zwischen der Uebungsschule und den städtischen Volksschulen ist ein sehr wesentlicher. Letztere sind Gemeindeschulen, in welche jedes Kind der Gemeinde ausgenommen werden muß, und da der Unterricht darin zum größten Theile slovenisch ist, so gehören alle Laibacher Kinder, insbesondere die slovenischer Nation, dahin. In der staatlichen Uebungsschule dagegen, die nicht den Zweck einer Gemeindevolksschnle hat, wird der Unterricht überwiegend deutsch geführt, weil in der Lehrerbildungsanstalt, deren Theil sie bildet, die Unterrichtssprache die deutsche ist. Da nun die Aufnahme daselbst eine beschränkte ist, so sollte sich dieselbe vor allem ans Kinder deutscher Eltern erstrecken, die wegen zu mangelhafter Kenntnis der slovenischen Sprache Lie städtischen Volksschulen nicht besuchen können. Nun findet aber gerade das Entgegengesetzte statt: obwol der deutsche Charakter der Schule allen wohlbekannt ist, nnd gerade darum drängen ultraslovenische Familien (wir könnten in dieser Hinsicht mit einer langen Reihe sehr bekannter Namen dienen) ihre Kinder in dieselbe, infolge dessen oft deutsche Kinder zurückgewiesen werden und gezwungen sind, die slvvenische Volksschule zu besuchen oder gegen Zahlung in eine deutsche Privatschnle einzutreten. Und was ist der Dank für diese Rück sicht? Daß Leute, die ihre Kinder absichtlich in eine deutsche und nicht in die slovenische Schnle schicken, noch die Stirn haben, über die Bedrückung slovenischer Kinder mit der deutschen Sprache zu jammern und zu klagen! Haben wir doch vor einigen Jahren Gelegenheit gehabt, ähnliche sonderbare Fälle zu verzeichnen: Die im September 1875 in unserm Landtage wegen angeblicher Germanisierung auch in der Mittelschule gestellte Interpellation war unter anderen auch von Herrn Peter Kosler und Grafen Barbo unterzeichnet worden, und doch wies man später nach, daß Herr Kosler selbst seinen Sohn sogar vom Unterrichte in der slovenischen Sprache dispensieren und Graf Barbo den feinigen nicht in die slovenische, sondern in die deutsche Abtheilung einschreiben ließ, was übrigens auch Dr. DominknZ that, jener nationale Führer, der im steirischen Landtage eine ähnliche Interpellation wegen Germanisierung der Schule stellte. Würde man in Laibach rein deutsche und rein slovenische Volksschulen errichten und den Eltern die Wahl frei lassen, so ist es gar nicht zu zweifeln, daß die deutschen sogleich gefüllt würden und die slovenischen leer blieben, und zwar wären die in der slovenischen Welt tonangebenden Familien die letzten, die ihre Kinder in eine rein slovenische Schule zu schicken sich entschließen würden. Es wäre im Interesse der deutschen Schulkinder nur billig und gerecht, wenn Vonseite der hohen Landesschulbehörde verfügt würde, daß bei der Aufnahme in die k. k. Uebungsschule vor allem Kinder deutscher Eltern berücksichtigt und die Kinder slovenischer Eltern dahin gewiesen würden, wohin sie gehören, nämlich in die slovenische Gemeindevolksschnle." — (Platzmusik in Tivoli) morgen den 27. Juni bei günstiger Witterung, nachmittags von halb 6 bis 7 Uhr, mit folgendem Programm: I.) „Schwert nnd Leier", Marsch (neu) von Rosenkranz; 2.) Ouverture zur Oper: „Die Wallfahrt nach Ploermel", von Meyerbeer; 3.) „Illustrationen", Walzer von Strauß; 4.) „Du hörst, wie durch die Tannen", Lied (für Flügelhorn) von Martha v. Soeben; 5.) „Der Pilger", Quadrille von Strauß; 6.) Ouverture zur Oper: „Mislav", von Zaje; 7.) Potpourri aus der Operette: „Mamfel Angot", von Lecocq. — (Ueber den Badeort Veldes) ist soeben eine Monographie in landschaftlicher, ethnographischer, historischer, naturärztlicher und alpen-tonristischer Beziehung (Stol und Triglav) von Herrn Germonik in Wien im Verlage Wilhelm Branmüllers in zweiter Anflage erschienen. — (Für Touristen.) Das Glocknerhans auf der Pasterze bei Heiligenblut wir ani 1. Juli eröffnet. — (Im Stiftungshause „Rudolsi-num" in Wien) sind für das nächste Studienjahr 60 Stiftungsplätze an fleißige und dürftige ordentliche Studierende der Wiener technischen Hochschule, ohne Unterschied der Konfession, zu verleihen. Die Bewerber um dieselben, welche die österreichische oder ungarische Staatsbürgerschaft besitzen müssen, haben ihre Gesuche, mit den letzten Studienzeug-nissen eines Polytechnikums oder, wenn sie erst an die technische Hochschule gelangen wollen, mit dem Maturitätszeugnisse eines Obergymnasiums oder einer Oberrealschule, ferner mit dem amtlich beglaubigten Dürftigkeitszeugnisse versehen, bis längstens Idten September 1878 bei der Administration des „Ru-dolfinums" (Wien, IV., Mayerhofgasse Nr. 3) einzureichen. Von jenen Studieu- und Dürftigkeitszeugnissen, welche nicht in deutscher Sprache ausgestellt sind, müssen gleichzeitig die deutschen Uebersetzungen beigebracht werden, widrigenfalls auf die betreffenden Bittsteller keine Rücksicht genommen wird. Die näheren Aufnahmsbedingungen können bei der Wiener Hausinfpection eingesehen werden. Witterung. Laibach, 26. Juni. Morgens Nebel, dann wechselnd bald trübe, bald Sonnenschein, heftiger SO. mit SW. abwechselnd. Wärme: morgens 7 Uhr -s- 14 9°, nachmittags 2 Uhr -t- 22-0° 6. (1877 j 21 0°; 1876 -s- 20 7« 0.) Barometer im Fallen, 738 54 mm. Das gestrige Tagesmittel der Wärmc -j- I9'9°, um 10° über dem Normale; der gestrige Niederschlag 0 40 mm. Regen. Angekommene Fremde am 26. Jnni. Hotel Stadt Wien. Koscherak, Prag. — Ritter v. Gut mannsthal, Triest. — Ostermayer, Kaufm., Tyrnnu. — Hasnik, Hradctz, Milch, Kflte., und Bardack, Wien. — Weißer, Kausm., Brünn. — Pfann, Besitzer, Graz. — VcrhouZck, Treffen. Hotel Elefant. Weinbcrgcr, Fabrikant, Wien. — Vonk, pens. Major, Radmannsdorf. — Pollak, Bahnanfseher, Dornegg. — Rant, Billichgraz. — Hrovat, Besitzerin, Graz. Hotel Europa. Edle v. Schwarzenfeld, Klagenfurt. — Tomsche, Militärcnrat, Agram. Baierischer Hof. Ribano, Privat, Agram. Mohren. Muhr, Schriftsetzer, Graz. — Nermann Maria, Cilli. — Brecelnik, Laibach. Telegramme. Wien, 25. Juni. Die „Pol. Korr." meldet aus Berlin: Der Kongreß soll Mitte Juli geflossen werden und sodann Konferenzen der zweiten Kongreßbevollmächtigten stattfinden, die Ratification deren Beschlüsse aber im September. Aus Athen berichtet die „Pol. Korr.", daß der Kamps auf Kreta neu entbrannt sei. Pest, 25. Juni". Das Oberhaus erledigte die Achtzigmillionen-Vorlage. Sonntag findet der Schluß des Reichstages durch den Kaiser statt. Berlin, 25. Juni. Der griechische Vertreter wnrde über seine Zulassung zum Kongresse ver-tändigt. Die Türken verhalten sich den größeren Fragen gegenüber reserviert, in den übrigen oppositionell. In der heutigen Kongreßsitzung wurden bulgarische Detailfragen befriedigend gelöst. Nächste Sitzung morgen. In der gestrigen Kongreßsitzung wurde Sophia nebst Sandschak Nordbulgarien einverleibt. Serbien und Montenegro wurden von den russischen Vertretern auf Verständigung mit Oesterreich hingewiesen. Hannover, 25. Juni. Zwischen Preußen und dem Prinzen von Hannover wurde ein Abkommen getroffen, wornach letzterem als Herzog von Cumberlaud und Erbprinz von Braunschweig das confiscierte Vermögen zurückgegeben wird. London, 25. Juni. „Times" melden aus Berlin vom 24. Juni: Der Kongreß fixierte für den Abzug der Russen aus Ostrumelien und Bulgarien eine neunmonatliche Frist. — Die „Times" melden ferner aus Wien vom 24. Juni: Ein türkisch-russischer Compromiß ist bevorstehend, wonach sich die Russen bei Adrianopel concen-trieren und die Türken nach Räumung Schnmla'S und Varna's sich nach Rnmelien zurückziehen sollen. Gedenktafel über die am 1. Juli 1878 stattfindenden Li-citationen. 3. Fcilb., Zweck'schc Rcal., Hühncrdorf, LG. Laibach — 3. Fcilb., TckaE'sche Real., Birkcnthal, BG. Sclscn-bera. — 3. Fcilb., Jcschcnag'schc Real., Seebach, BG. Rad-maimsdorf. — 2. Fcilb., ColariS'sche Rcal., Grublje, BG. Landstraß. — 2. Fcilb., Plantan'sche Real., Dobravca, BG. Landstraß. — 2. Fcilb., Kocman'schc Real., Brcska-Vas, BB. Landstraß. — 1- Fcilb., Skusca'schc Rcal., Wisaiz, BG. Teisenberg. — 2. Fcilb., Supan'schc Real-, Laibach, LG- Laibach. — I. Fcilb., Slajner'schc Real., Sliwiz, 8M Loitsch. _________________ WH-Uiiheriimen werden gesucht. Auskunft bei I Ir»,rikillII. (293) 5—3 Wiener Börse vom 25. Juni. Allgemeine 8taats-s«kukll. Papierrente........... Silberrente........... Goldrente............. Staatslose, 1839. . . „ 1854. . . „ 1860. . . „ 186V(5tel) „ 1864. . . Grimäentkaftungs- Obkigativnen. Galizien.............. Siebenbürgen . . . ' Temeser Banat . . . Ungarn................ 64 10 66 — 74 60 334— 108 50 113 50 122-50 139— 86— 76-50 77 50 78— Anäere öffentliche Ankeken. Donau-Regnl.-- Lose Ung. Prämienanleihen Wiener Anlehen . - - Aetiea v. Hankea. Kreditanstalt f-Hu-.G Escompte-Ges.,n.o. . Nationalvani.......... Aetien v. Traarxoet Aateraekimungen. Alföld-Bahn.......... Donau - Dampfschiff -Elisabeth-Westbahn Ferdinands-Nordb. tzranz-2osevh-Bahn. Galiz. Karl-Ludwigb. Lemberg - E-ernowitz -Lloyd-Gesellschaft . . Ware 64 20 66 10 74 70 336 — 109 — 113 75 123 — 139 50 86-25 77— 78— 78 50 103 75 79 75 93 60 242 70 845' 18125 464 -173 50 2160 135 — 253 -123-500— 104-25 so— 9380 242 80 847— 121-50 465 — 174 — 2165 135 50 253 25 123 25 502 — Nordwestbahn . . . Rudolfs-Bahn . - Staatsbahn .... Südbahn............ Ung. Nordostbahn . Pfandbriefe. Bodenkreditanstalt in Gold.......... in österr. Währ. . Nationalbank.... Ungar. Bodenkredit- Prioritäts-Obkig. Elisabethbahn, i.Em. Ferd.-Nordb. ».Silber ^ranz-2oseph-Bahn. ^aliz.K-Ludwigb,1.E. Oest. Nordwest-Bahn Siebenbürger Bahn Staatsbahn, 1. Em. Südbahn L 3 Perz. Geld 109 75 120-50 259 — 77 50 116— 108 75 9175 98 85 94 75 Prioatkofe. Kreditlose . . . . Rudolfsstiftung. . Devisen. London ............ Gekäsorten. Dukaten........... 20 Francs . . . . 100 d. Reichsmark Silber............ Ware 110 — 121-259-50 78— 116 50 109'- 92- 99- 95- 92-40 105 88-90 10175 88-50 66'-154 — 113— 94 25 163 75 14 50 11695 5-58 9-38 57 80 10205 92 60 105 50 89— 102— 88-75 66 25 I54'50 113 25 94-50 164- 15- 117— 5 59 9 39 57 90 102 15 Telegrafischer Kursbericht am 26. Juni. Papier-Rente 64 30. — Silber-Rente 66 40. — Gold-Rente 74 80. — 1860er Staats-Anlehen 113-75. — Bank-aetien 849. — Kreditactien 245 30. — London 116 80. — Silber 10195. — K. k. Münzdukaten 5 57. — 20-FraneS-Stücke 9 37. —100 Reichsmark 57'70. Druck von Jg. v. Kleinmayr L Fed. Bamberg. Verleger: Ottomar Bamberg. Kür die Redaction verantwortlich: Franz Müller.