Mbacher ^Z ntunW- Donnerstag den 28. Manner 1836. Schweiz. ^»us Zürich meldet die dortige Zeitung unterm 9. Jänner: Die rege Theilnahme, die sich in Würlcm> berg für Anlegung von Eisendahnen kund gibt, hat auch in der Schweiz Anklang gefunden, und zwar da, wo vielleicht vermöge der geographischen Lage am mci-sien Sinn für die Begebenheiten in Deutschland herrscht, in St. Gallen. Man verspricht sich davon einen starken Aufschwung des Verkehrs zwischen Süd-Deutsch« land und der Schweiz, und Belebung des Vodensees und seiner Umgebung, zumal des obern Nheinthals zwischen Brrgenz und dem Splügen. Die St. Gal» ler Negierung hat auch dem großen Rath ein Gesetz vorgelegt, wodurch alle Schifffahrts - Gerechtigkeiten auf dem Wallen-, Boden-und obern Zürichers«? aufgehoben, die Flußschifffahrts. Gerechtigkeiten aber auf eine Anzahl Jahre dem Meistbietenden überlassen würden. (W. Z.) O r a n k r e i ch. Die Linienschiffe Scipio und Stadt Marseille sind von Algier in Toulon eingetroffen. Gleichzeitig lraf auch das Paketboot Ehimere ein, welches die Nachricht bracht,, daß der Salamander, welcher am 5 8. December den Marschall Elausel mit seinem Stab und etwa 200 Blessirlcn in Oran gelandet hatte, spä-ler gescheitert ist. Die Mannschaft wurde gerettet. Ein Schreiben aus Oran vom 19. December meldet: Abdel-Kadcr, der sich bei,Annäherung der französischen Armee mit einem Theile seiner Truppen in die Gebirge zurückgezogen halte, ist nach Mascara zurückgekehrt; er soll über 12,000 Mann unttr seinem Wefeh-!e haben. Man trifft Anstalten zur Expedition gcgri, Tremccen, wo der Gouverneur einen.Vep einsehen will. Vei Abgang dieses Briefes werden wahrscheinlich alle Truppen, Mostaganem verlassen haben. Mehrere Scämme, welche vor dem Aufbruche der Ärmst nach Mascara ihre Unterwerfung zugesichert hatten, haben ihr Versprechen nicht gehalten, und mehrere derselben sog«r Feindseligkeiten begangen. Ibrahim Bey bleibt mit seinen Arabern in Mostagantm. Mehrere Anfüh. rer haben ihm ihre Unterwerfung angeboten, und man glaubt, daß binnen Kurzem die Douaires und Zem» las einen Versuch gegen Mascara unternehmen kön« nen, besonders wenn Abdel-Kader, wie es heißt, entschlossen ist, unsern Truppen die Straße nach Treme« cen streitig zu machen. Es scheint gcwiß, daß die Ex« peditions'Truppen nicht sobald nach Frankreich zurück: kehren werden. Ein anderes Schreiben bestätigt Ab« del-Kaders Nückklhe nach Mascara, versichert aber, baß er viel von seinem Einfluß auf die Stämme ver« loren habe. Man sagt sogar, El Mezart, der Anführer seiner Cavalleri?, sey bis Mostaganem vorgerückt, um mit Ibrahim Vey über seine Unterwerfung zu unterhandeln. In jedem Falle ist Marschall Elausel entschlossen, die Provinz nicht eher zu verlassen, als bis die Ruhe daselbst völlig hergestellt ist. (W. Z.) Der Eclaireur von Tonlon meldet aus Al» gier vom 2. Jänner, daß die Expedition nach Treme» cen am 2. aufbrechen würde. Alle Dampfboote seyen zu Oran conzentrirt, wo sie der Marschall zu seiner Verfügung halte. Man besorge aber, die Landung auf dem Wege nach Tremccen werde wegen des stürmische Wetters Schwierigkeiten haben, und wenn dieses sich nicht bessere, so werde wohl die Unternehmung noch aufgeschoben werden. (Ällg. Z,) Spanien. Vayonne, 9. Iä:i. Man steht noch immer Nachrichten von Guetaria entgegen. Am 6., versichert man, !)>',.. sich das Fort noch gehalten, aber sich zur CapitUlatlon erboten, wclm binnen acht Tagen kein 20 Entsatz komme. Der Carlistische General nahm dieß «icht an, und am 7. sollen die Carlistischen Batterien das Fort heftig beschossen haben. Die Citadelle von S. Sebastian fahrt fort, die Vorwerke der Carlisten zu beschießen; eine falsch geworfene Bombe lödtcte zwei Kaufleute in der Stadt. (Allg. Z.) Die Journale von Bayonne vom 9. Jänner melden, daß die Feindseligkeiten der Carlisten gegen S. Sebastian am 6. wieder begonnen haben; aber die Sentinelle sagt, daß am 7. ein Befehl deß Don Carlos an Sagastibelza, der die Carlisten vor S. Sebastian befehligt, dem Feuern Einhalt gethan habe, als man gerade im Begriff gewesen, den zu Guetaria eroberten 36Pfünder in Batterie aufzustellen. Am 5. befahl Don Carlos den Wassenfabriken von Eybar und Plasencia, mit der Verfertigung von Flinten auf. zuhören. Andrerseits schreibt man in diesem Journale vott der Gränze vom ?. : »Das ganze Roncalthal ist am 5. zu Gunsten der Christinos aufgestanden. Dieses Thal ist ganz bewaffnet. Die Carlisten haben dag Bastanthal ganz geräumt. General Gomez, vormali. ger Chef von Guipuscoa, wurde in diL Capelle zu Onate gebracht, um am 7. erschossen zu werden. Man beschuldigt ihn des Einverständnisses milden Chefs der Ehristinos.« Vom 3. Abends schreibt man von der Gränze: »Die Carlistische Expedition nach Catalonien besteht aus dem 2ten und 5ten Bataillon von Nauar. t« re Gemächer, zeigten Sich jedoch auf dem Valcon der harrenden Menge wieder. Nachts war die ganze Stadt auf das prächtigste beleuchtet, umgeben von Tausenden jauchzender Griechen war der Pallast Sr. Majestät; Feuer, von den fröhlichen Schaaren angezündet, loder« ten in Menge, und Tänze, von den Jünglingen Athens ausgeführt, überraschten denjenigen, der diese Bewegungen, Beugungen, Wendungen und nationalen Sprünge noch nie gesehen, auf das Angenehmste. In ter Nacht beglückten Ihre Majestät die wandernde Menge mit Ihrer Gegenwart, und ein tausendstimmiger «nbloser Freudenruf ertönte allenthalben. (Allg. Z.) Kroßbritanni en. Kaum hat irgend ein Ercigniß, welches nicht unmittelbar unser eigenes Land traf, eine allgemeinere Theilnahme erregt, als das letzte Unglück der großen und blühenden Stadt York. Trotz der kleinen, mehr persönlichen als narionellen Empfindlichkeiten, die bis« weilen hervorbrechen, ist die allgemeine Gesinnung des alten Mutterlandes gegen die jungen nordamerikanischen Staaten ein durchaus wohlwollendes. Der Staat Philadelphia hat an den Congreß bie Bitte gerichtet, „unvenveilt zehn Millionen Dollars anzuweisen, um damit so viel möglich die Lciden und den Schaden der New.Yorker Mitbürger zu erleichtern, sey es als ein« Nationalbeistcuer oder als temporäres Darlehen, wie es der Congreß in seiner Weisheit bee schließen möge." Echon vor einigen Monaten meldeten wir, es sey im Werke, einen monatlichen Dampfschifffahrtsverkehr zwischen London und Ne>v Aork einzurichten. Dieser Plan ist, durch die brittische und amerikanische Dampf«, schiffsakrts - Compagnie, unter der Leitung des Herrn Iunius Smith, seiner wünschcnswerthcn Ausführung nahe. (Allg. Z.) A m e r i k a. Bei der Feuersbrunst zu New-Aork am l5. December sind einem einzigen Kaufmanne für 200,000 Dollars Seidenwaaren, einem zweiten für 200,000 Dollars T'ee und Branntwein zu Grunde gegangen. Die Plünderungen und Diebstähle waren von der schändlichsten Art; nicht weniger als 200 Diebe und Diebsgehülfen wurden verhaftet. Menschen sind bei diesem großen Unglücke nur wenige ums Leben gekommen; bis zum l3. December hatte man nur von einem Einzigen gehört. Es fand sogleich, unter dein Vorsitze des Mayors, eine Versammlung Statt, um die unter diesen Umständen geeigneten Maßregeln zu berathen. (W. 3.) Nachstehendes in Hamburg eingegangene Schrei» ben aus Lima vom 42. September lautet noch immer kläglich über die dortige Lage der Dinze ' »Die politische Lage dieses Landes wird täglich verwickelter und unh«ildrohtnder. Santa Cruz (der Präsident voll Bolivien) hat am 13. v. M. den Gamarra bei Cuzc? geschlagen; mit diesem Siege sind jedoch die Sachen durchaus nicht vorgerückt, denn Santa-Cruz ist in Cuzco stehen geblieben, um, wie es scheint, die Küsten des südlichen Peru's und Boliviens zu decken, die den Überfällen von Salavery's Truppen von der Sees«ile ausgesetzt sind, denn die ganze Marine ist auf des Lederen Seite. Die Zerstreuung von Gamaira's Truppen hat nichts anderes zur Folge gehabt, als di, Erpressungen an Menschen und Geld hier zu vcrmeh. ren. Das Geschäft steht ganz und gar still, es wagt kein Mensch, sich auf der Straße sehen zu lassen,denn ein jeder wird aufgegriffen und zum Militärdienste ge. zwungen, und das Schlimmste bei dieser Sache ist, daß man das Ende gar nicht abzusehen vermag.« (Oest, B ) Nevacteur: Fr. Lav- Aeinrich. Verleger: Mn»z Al. VVler v. Rlelnmavr.