2 3«. Donnerstag den 2s. August 1833. Feuerversicherung. ^^le Inspection der k. k. privilegirten inne?» österreichischen wechselseitigen Brandschaden-Ver« slcherungsanstalt für die Provinz Kram, erfüllt eine angenehme Pflicht, indem sie zur erfreulichen Kemnluh jedes wahren Vaterlands« und Menschen» freundes bringt, daß seit der letzten öffentlichen Kmitmacl'ung abermals nachstehende würdige Prie-sier ihrcil Pfarrmsasscn mit gutem Beispiele roran» gegangen, und die unter ihrer Obhuth siebenten Gotteshäuser und vc>n ihnen benutzten Wohn. vnd Wilthschaftögebäude gegen Feuer versichert ha« den, als: Herr Johann Kummer, Pfarrer in Mitteldorf, in der Wohain, den Pfarrhof, die Kaplanci und Wirtschaftsgebäude. " Joseph Mersel, Kurat in Untertculsch^u, das ^uratenhaus. ^ Banhelmä Arko, Pfarrer in Vodiy, die Pfarr. kirche. „ Johann Hinek, Pfarrer in Altenmarkt, den Pfarrhof sammt Wirtschaftsgebäuden. „ Augustin Sluga, Ehrcndomherv und Pfarrer in Krailiburg, die Filiallirche St. Oswald, in Zirlschitsch. „ Michael Mlatizb, Pfarrvikär in Godovitfch, die Kirche, Pfarrhof und Mcßncrey. » Johann Burger, Pfarrvikär in Löschach, die Kirche, Pfarrhof und Wirthschaftsgebäude. Bci »ieser Gelegenheit wi,d auch zur öffentli« chen Kemitni!) gebracht, daß die vereinigten l. f. xrivilcgirtcn wechselseitigen Brandschaden.Versiche. lungsanlialten von Nieder« und Innerösicrreich, dann Mahren und Schlesien, am 5o. Juni l. I. bereits ein classifizirtes Versicherungs- Kapital von Einhundert Millionen 907,6^0 Gulden 6onv. Münze hatten, daher sich, da der Stand am Schlüsse des Jahres ,352 in 89,6»2,300 Gulden bestanden hat, für das erste Semester l6I3 eine Vergrößerung des class Mann starken Truppen der Expedition, die unter dem Befehle Villafiors standen, zu ziehen. Als diese nahten, ergriffen die Miguclistischen Soldaten die Flucht. Ihr Anführer, der sie wieder sam. mein woNte, wurde mit Bajonettstichen geiödtet. Villüflor beabsichtigte, an dcm nämlichen Tage in Lissabon einzurücken. Portugal. Die Times gibt noch folgende Details aus Privatberichtcn: „Telles Iordao, der sich dem Herzoge von Terccira im Süden von Lissabon entgegenstellte, hatte 6c>ac> Mann unter seinem (Zom« mando. Er wurde auf dem Quai am Tajo ge« tödtct. VMaflor hatte nur i5aa Mann Linientrup-pen unter seinen Befehlen. In Lissabon wurden, nachdem die Miguelistische Negierung sich von dort entfernt h>ute, 5ooa meist wegen politischer Ver^ gehen verhaftete Gefangene von dein Voll'e m Fcei. heit gcfttzt. Ein Theil der Einwohilc>sch.-lft ergriff Z73 selbst die Waffen unb bildete sich zu einer Ratio-nalg^rde, chc noch cin einziger Soldat von Billa« fiors Armee vom südlichen Ufer dc5 Tajo herüber« gckommcn, oder ein einziges von Rapiers Schissen innerhalb der Barre erblickt worden »rar. Am 24. Morgens ließen vicle Einwohner von Lissabon dem Herzoge von Terceira eine Zustimmungserklärung zugehen. Die Flagge dcr Königinn, und später auci) die englische, wurden auf der (Zitadelle (dc>n Fort St. George) aufgepflanzt; Letztere ward von 2» Kanonenschüssen begrüßt, und der Admiral Parker erwiederte diese Ehrenbezeugungen, indem er uuch von Seiten dcr brittischen Kriegsschiffe die portugiesische Flagge mit einer Salve begrüßen licß. Der Herzog von Tcrceira rückte am 2^. in Lissabon cin und übernahm das Commando über die Scadt und alle Forts. Bon den dein Dcuro zueilenden Miguelisiischen Streitkraftcn kamen viele Deserteure nach dcr Stadt zurück." Der englische Eourrier vom 3. d. M. will bestimmte Nachricht haben, daß Marschall Bollr» mont seine Stelle alä Miguclistischer Oberbefehls' Hader bereits wieder niedergelegt und sich auf das südliche Dcuroufer begeben habe. Das I ourna l oe Pa ris meldet: „Man schreibt aus Bayonne: Don Pedro ist am 28. Juli in Lissabon angekommen, und hat im Ramen Dona Maria's davon Besitz genommen. Die Regie« rung Don Miguels hat die Stadt geräumt und sich nach Torres Vedras zurückgezogen, wo dcr Hcrzog von lZadaval, von dem man sagte, er sey ermordet, cin Lorps von 6000 Mann concentrirte." Wcder die englischen noch die französischen Blatter enthalten Nachrichtcn von neuerem Datum aus Lissabon oder Oporto. Dagegen sprechen sie alle davon, daß Don Miguel sich bereits ausPor« tugal geflüchtet habe; und zwar, wie dcr Eourrier und Globe meinen, nach Spanien. —Französische Blätter lassen mit Don (Zarlos ihn nach Italien einschiffen. . (Allg. Z.) Ein Correspondent des Globe meldet: ,M hcißt, daß die Regentschaft von Portugal der In« fantinu Dona Maria do'Assump^ao (daDona Isa« bel^ Maria !chr krank in Eoimbra liegt), in Gc. mäßhcit des l2tcnArtikelü der portugiesischen , wird von mehreren Seiten wiederholt. Am 25. Iull, kurz vor Mitternacht kam der Sohn des Admirals Felix an Bord, um den Ad« lniral zu bitten, seinen Vater in Schutz zu neh. men; man sagt mir, er.werde diesen Abend an Bord kommen. Gestern Abends war die Stadt il» luminirt. Admiral Napier kommt so ebe» mit seinen Schiffen den Fluß herauf; er selbst befindet sich auf dem Don Ioao, Gestern k.nn cin Packet« boot hier an; es brachte die Nachricht von einem heftigen Kampfe bei Oporto, in dem die Migueli-sicn geschlagen worden; der Krieg in Portugal ist demnach zu Ende; sobald die hiesigen Nachrichten nach Oporto gelangen, wird Dom Miguel wahrscheinlich nachgeben. Das Dampfboot Georg IV., das kürzlud von Dom Miguel gemiethet wurde, liegt nahe bei uns vor Anker; es wagt nicht auszulaufen aus Furcht vor den Forts; scin Eapitän, dcr sehr erschrocken ist, war schon drei» odcr vler» mal an Bord. Die Pariser Zeitungen stellen die verschiedensten Vermuthungen und Betrachtungen über den wahrscheinlichen Ausgang der portugiesischen Angelegenheiten nacb der Einnahme von Lissabon an, und mehrere Oppositionsblätter lassen ihre Eifersucht auf England, dessen Einfluß auf die pyrcnäi« sche Halbinsel durch dieses Ercigniß abermals befe« stigt worden sei, unverholen durchblicken. Der Temps sagt unter Andern über diesen Gegenstand : „Mit dem Falle Dom Miguels ist die Sache noch nicht zu Ende; die Portugiesen selbst haben an dem Kampf wenig Antheil genommen; sie nehmen ihre > Befreiung au, ohne ihr entgegenzukommen. Die Ausländer von allen Rationen, die das Befrciungs« Heer bilden, die entgegengesetzten Factioncn, in welche die Partei der Königinn getheilt ist, diese wi« ^ dcrsprechenden Elemente, welche dcr Sieg in Rci. ' bung mit einander bringen wird, haben dic Begei-: sicnmg dcr Nation für die ihr versprochene Freiheit 2?4 und für die junge Fürstinn geschwächt. Dom Pe« dro ist in Portugal eben so wenig geliebt, wie in Brasilien. Saldanha, dcn er nur in der äußersten Noth an die Spitze seiner Truppen gestellt hat/ denkt mehr an eine Republik als an die constitution neNe Monarchie und wird als Lohn für seine Dicn-fie eine freiere Verfassung verlangen, als für die Ruhe des Landes dienlich ist, während Dom Pedro vielleicht versprochen hat, gar keine zu verleihen. Was daraus werden soll, hängt gräßtentheils ron England ab, denn England hat Lissabon gcnom< men, der Admiral ist ein Engländer, Palmcüa «st ebenfalls als ein Engländer zu betrachten, und die zu ernennende Regentschaft wird ganz nach dem Willen Großbritanniens gewählt werden und regie» rcn. Nährend unser treuer Verbündeter sick dcn Westen der vyrenäischen Halbinsel sichert, so fragt sich, welchen Vortheil Frankreich bei diesem Siege davontragen wird. Ist ein Familienbundniß im Plane, und ist ein solches möglich? Jedenfalls ist unter den gegenwärtigen Umständen der Sieg^dcr (Expedition ein unermeßlicher Vortheil für die Sa» che der Revolution." (Oest. B.) Großbritannien. Der 6 ouvrier vom 6. Juli enthält folgende Meldung: „Bei Lloyd's ist von Teilen der Admiralität bekannt gemacht wordcn, daß die Regierung Anerbictungen zur Beschaffung vcn Fahrzeugen zu 3ao Tonnen Last, die für den bcstimmlcn Zeitraum von drei Monaten als Transportschiffe dienen sollen, unverzüglich eingesandt werben. Man glaubt, daß diese Fahrzeuge dazu gebraucht werten sollen, Truppen nach dem Tajo überzuschisscn, und es heißt, daß zwei Infanterie-Regimenter und cm Cavallerie«Regiment, zusammen ungefähr Iouo Mann, baldigst zur Verstärkung der dort stationi. rcnden brittischen Streitmackt abg^fercigl werdcn sollen. Es ist zu bemerken, daß derAdmiral Par. ter bereits für alle Fälle 2o«o Mann Marine» Truppen zu seiner Verfügung hat.« (W. Z.) Nachdem Glode wlrd der franzosische Mi> nlsicr Thiers in kurzer Znt in London erwartet. Dasselbe Blatt sagt: „Am Sonntag (^.Aug.) 7ldcnds und gestern (5.) Movgcnö kamen mehrere <6curriere für die auswärtigen Gesandten in Lon« dcn an, und in Folge davon herrschte die größte Thätigkeit unter dem diplomatischen Corps, wel« cl.es Uch im Hotei eines Botschafters versammelte, und über drei Stuncen in Berathung blieb. Abends war eine zweite Versammlung." (Ailg. Z.) Im Börsenbericht der Times vom 6. d. M. heißt es: „Heute zeigte sich in der Cily große Le< vendlgkeit und viel Vertrauen. Die Consols wa< ren zwar nicht bedeuten» gestiegen, standen aber fester als am Schluß des gestrigen'Geldmarktes, und nach allen auswärtigen Fonds war große Nachfrage. Späterhin aber nahmen die Sachen eine an< dere Gestalt an, indem sich das Gerücht verbreite« tc, daß die Negierung die Absicht habe, Truppen zur Unterstützung dcr Königinn Dona Maria gegen einen von Seiten Svaniens lhr drohenden Angriff nach Portugal zu senden, welchem Gerücht auch stark geglaubt wird. Es hatte seinen ersten Ursprung in emcr bei Lloyos angeschlagenen Bekanntmachung, daß lie Admiralität auf 5 Monate laug zweier Transportschiffe von 3oo Tonne» be« dutte. Personen, die in dieser Angelegenheit gut unterrichtet zu sein scheinen, versichern jedoch, das; der Contract über cie Transportirung von 5«o Pfer« den werte adgcschlcsscn werden, wozu U diö ic» Fahrzeuge nöthig sein wüldcn. i!uü dics.-m Um« stano nun wirl' gcfolg^t, daß m.in Tl-^pprn nach Portugal ;u scndcn beabsichtige. Was die ZM an» l,clangl, so giht cas Gerücht sie auf Inan an. (Ocst. B.) Die Times sagt, Dom Pedro's Amt sci jel^t vollendet, und man sci berechtigt, seinem miver» zugli^cn Abgang aus Portugal entgegenzusehen. „(Zr i>i nicht ^vönig ron Porcug.il," sagt genanntes Blatt, „uno tann es mchc scyn, und dcnncch wUroc sein Rang uno di?H,'r,ftd.,!t, die er ausgeübt, dic VelanttvoctUcbtci: rcn ihm n^incn, welche wesentlich alle politischen Beamten, lcn Souveiain allein ausgenommen, treffen muß." London den 5. August. In einem vcn der Times mitgetheilten Prinatschrciben aus Plymouth vom i. d.M. heißt cö: „Iu Lisiabon haben d,c dort gefangen gehaltenen Vl,^lä!lder i^re Fe^cln qe« sprengt, und, nachdem sie sich Waffen verschafft, alle Gefangenen befreit, und dcnPeoroistcn gros;cn Bcisiano geleistet. D«e aus 5c>c>c> Mann bcsichcll-dcLiyaboner Polizei zog sich aus der Sladt zurück, ohne einen Schuh zu thun, und fast alle Einwoh. ner erklärten sich zuglcich zu Gunsten dcr jungen Königinn. Dcr Angriff, den die Miguelisicn ^m 25. gegen Porto unlcvnahme», wurde z,rar nicht unter unmittelbarem Oberbefehle lcs Marsches, aber doch nach feinem Plan und Rath au^eführt. Sie rückten in die Stadt ein, wurden abcr nach einem fürchterlichen Blutbadc mit einem V^Iuste von i<4oc> Mann zurückgeschlagen. Die Pctrcisien verloren ^uc, Mailn, woruittcr dcr tapfere Odcrst Cotter, dcr nach der Scllacht durch cmcn zufäsli» gen Schuß sein Leben einbüßte. (Zin Kavalicsi?' Regiment Dom Miguels wurde fast ganz nicocr-gemetzelt. Am 27. Juli zogen sich Do,n Migucl'z Truppen von Porto zurück. Dcm Pedro schiffte sich in der Nacht vom 27. auf den 2U. in dcm Dampfschiff „Britannia" nach. Lissabon ein, und irurde von dcn englischen Kriegs'Stiffen außerhalb cer Barre salutlrl. Giner der Offiziere dcs Dampf. lisKlü »Constance,' welches d»cse Nachritten aus Portugal hierher gebracht bat, Körte in dcn Straf, sen von Lissabon die junge Königinn proclamiven.« Die Truppen und Beamten Dom Miguels sino nach Lissabon zurückgekehrt, und haben siä? der neuen Regierung uncerworfen. (Prag.Z.) läevacleur: ^r. V^v. Wein rich. Erleger: Hgnaj M. Vvlcr v. lilclnma^r-