Katholische Missionezeitschrift öer Missionäre Söhne öes hist. Herzene Jesu Heft 5 / Mai 1939 ______4£, Dahrqanq__ 3nf)ült: Zum Nationalen Feiertag des deutschen Volkes, S. 65. — Die Firmung in Theespruit, 6. 66. — Das Martyrium des heiligen Polykarp, 6. 70. — Eine Jahrhundertfeier in Südafrika, S. 74. — P. Bernhard Kähnen f, S. 76. — Auserwählt. Religiöser Bauernroman von Withalm, S. 77. — Abbildungen: 1. Das Kirchlein von Theespruit. — 2. Elisabeth Mnisi aus Theespruit. — 3. Die Firmlinge von Ellanshook. — 4. Die Muttergottes kommt nach China. — 5. Zehn Franziskanerinncn von Eggenberg reisen nach Transvaal. — 6. Die Abiturienten 1939 des EUwanger Missionsseminars. — 7. Ein Voortrekkerwagen in Witbank. — 8. Kampf dem Alkohol (Eshowe). — 9. Eine junge Malaiin betet. — 10. Chinesische Riesenorangen. — 11 m schlagbild: Einheimische Arbeiter in den Missionsländern. Ein Missionsbruder überwacht die Arbeiten zur Gewinnung der Kautschukmilch. Die Baumrinde wird angeschnitten und der herausträufelnde Saft aufgefangen. Wir sind in Uganda, wo Weiße Väter als Missionäre wirken, aber auch der Lösung der sozialen Frage ihre Aufmerksamkeit schenken. Preis: ganzjährlich Deutsches Reich 2 Mark, Italiens Lire, Ungarn 2.50 Pengö, Tschechoslowakei 12 cK, Jugoslawien 25 Dinar, Schweiz 2.50 Franken, übriges Ausland 2 Goldmark. — Versand durch Missionshaus Fosefstal bei Ellwangen (Sagst) Württbg. Gebetempfehlungen und =erhörungen. 30t. W. aus ©.: Langjährige „Stern"-Leserin bittet um Einschluß ins Gebet. — A. B. aus 93.: Komme auch mit großem Vertrauen in einem schweren Anliegen und bitte recht innig um das Gebet. — T. S. aus G. bittet um täglichen Einschluß in das heilige Meßopfer zwecks Wiedererlangung der Gesundheit. — I. T. aus Graz: Um recht inniges Gebet in schwerem Anliegen wird gebeten. — V. S. aus München bittet um ein andächtiges Vaterunser in einem schweren Anliegen. — A. L. aus H.: Möchte recht herzlich bitten um Einschluß ins Gebet in einem besonderen Anliegen. —• A. Sch. aus H.: Bestelle hiemit die Missionszeitschrift „Stern der Neger" und bitte ums Gebet zum heiligen Judas Thaddäus. ■— M. A. in St. R. (Ostmark) bittet in einem schweren Familienanliegen um Gebetshilfe. + TOTENTAFEL + Es starben von unseren Abonnenten: Ioh. Marksteiner in Taxenbach (Salzburg), langjähriger und treuer Förderer 6es „Stern"; Franz Kribernegg in Gussendors (Steiermark), eifriger Förderer des „Stern"; Resi Schmid in Vöcklabruck (Oberdonnu); Auguste Teublcr in Perchtoldsdorf (Niedevdonau); Berta Engelhardt in Marlach (Württbg.), „Stern"-Förderin seit den Tagen der Kindheit; Karl Hange in Dunningen (Württbg.); Josef Laundl in Höflach bei Fehring (Steiermark^; Katharina Hiller in Meltau (Vorarlberg); Schwester Theresia Reinhardt in Laibach bei Dörzbach (Württbg.); Franz Uhl in Gnanig bei Fernitz (Steiermark); Ferd. Haslgruber in Sexling (Oberdonau): Julie Propst in Holzleiten (Oberdonau); Josef Kley in Stuttgart-Ostheim; Ferdinand Breuß in Röthis (Vorarlberg); Martin Schuler in Schwyz (Schweiz); Johann Soihaleg in Wien; Sebastian Joas in Adelmannsfelden (Wllrtt.); Kaspar Schedler in Alberschwende (Vorarlberg); Franz Raver Kuhn in Rottenmünster (Württbg.); Sanitätsvat Dr. Ricke in Paderborn (Westfalen); Kath. Kohler in Hub bei Egg (Vorarlberg); Franziska Moser in Wien; Maria Garhofer in Wien; Anna Stöglehncr in Rainbach bei Freistndt (Oberdonau); Theresia Großlchädl in Graz; JNarty-Holdener in Brunnen (Schweiz); Karl Beidl, Oberlehrer i. 3t., Fürstenfeld (Steiermark), langjähriger Abonnent des „Stern"; Theresia Estl in Nöstl-bach bei St. Marien (Oberdonau). R. I. P. Gebetemeinung für Öen Monat Mai: »Daß die englischen Katholiken mehr Millionäre stellen«. Kein Staat der Welt besitzt in den verschiedenen Erdteilen so viele Kolonien (Protektorate, Mandatsgebiete) wie England. Und gerade von England aus, das 47 3Nillionen Einwohner zählt, deren weitaus größerer Teil protestantisch ist, während nur etwa zwei Millionen Katholiken sind, ist seit Jahrhunderten der Protestantismus in die Gebiete der Eingeborenen mächtig und ununterbrochen vorgedrungen. In den von England beherrschten Ländern sind aber auch viele katholische Missionen, deren Gründung, Unterhalt und Ausbau das Werk von Missionären nichtenglischer Herkunft ist. Diese sind genötigt, neben der Sprache des eingeborenen Volkes, unter dem sie wirken, auch noch die englische Sprache zu erlernen. Seit einiger Zeit zeigt sich nun bei den englischen Katholiken, obwohl sie für die Seelsorge im eigenen Land nicht genug Priester haben, ein ständig wachsendes eifriges Interesse für den Fortschritt des Missionswerkes in ihren eigenen Kolonien, wird der Wunsch nach Vermehrung von Missionsberufen laut, werden Anstrengungen gemacht, die zur Lösung der Missionsausgaben nötigen Geldmittel bereitzustellen. — Bitten wir den Welterlöser, daß Er diese Bemühungen zur Ausbreitung des Gottesreiches auf Erden erhalte und mehre. Herausgeber und Verleger: Kongregation der Missionäre Söiine des heiliguen Herzens Jesu. Josesstal bei Stimmigen (Sagst) Württemberg. Schriftteilung: P. Stephan Linterinann F. S. C-, Missionsseminar St. Joses, Eiiwangen (Jagst). — Postscheckkonto München 262 66, Missionsseminar St. Joses, Ellmangen (Jagst) Württemberg. - Druck der Schwabenoerlag A.-G.. Zweigniederlassung Ellmangen (Jagst). — Mit kirchlicher Druckbewilligung und Erlaubnis des Generalobern. Stern der Neger Katholische Missions ^Zeitschrift Herausgegeben von der Kongregation: Missionäre Söhne des heiligsten Herzens Jesu Heft 5 Mai 1939 42. Jahrgang Zum Nationalen Feiertag des Deutschen Volkes. Am so.April trat das deutsche Volk einmütig und geschlossen an und entbot feinem führer /tools sutler, dem Schöpfer des Großöeutschen Reiches, die tiefgefühlten Glückwünsche juin fünfzigsten Geburtstag. Dankbar gedachten so Millionen deutsche Menschen Die Einigung im Zinnern erfolgte durch die ßefeiti= gung der Lander-regierungen, der Gewerkschaften, der Parteien. Der Erstarkung Oes Volkes dienen die Raffenschutzgefetz-gebung und die Maßnahmen zum Schutz der deut-fchen familie, die ßefcitigung der Arbeitslosigkeit u. die Betreuung des Bauerntums, das gewaltige Winter= hilfswerk und der Vierjahresplan. Stolzer trägt heute der Deutsche das Raupt: »Ein Volk find wir in einem großenReich«.Unö daß es so geworden ist, verdanken wir dem führer /tools sutler. Die Eaten /tools sutlers müssen jedem Deutschen Aufruf und Ansporn sein zu treuem Dienst für Volk und Staat. Zu diesem Dienst gehört auch unser Gebet und wir wollen dieses Gebet aussprechen mit öen\Vorten,mit denen in grauer Vorzeit das erste deutsche Rechtsbuch, das Salische Gesetz beginnt: »Es lebe Christus, der die Deutschen liebt! Er behüte ihr Reich, erfülle ihre Lenker mit dem Lichte seiner Gnade, schirme ihr Reer, verleihe ihnen festen Glauben, gebe einen fröhlichen frieden und glückselige Zeiten: er, der fierrscher der herrsche!', Jesus Christus!« (Photo: fUhrerbüfte von Prof. Konstantin Starb.). in überwältigenden Kundgebun-genber Großtaten, durch die Deutschland frei, einig und mächtig geworden ist: Oktobenyzz Austritt aus dem Völkerbund - März 1935 Einführung der allgemeinen Wehrpflicht; im selben Jahr Abstimmung an der Saar: das Saargebiet kommt zu Deutschland zurück - März 1936 Befreiung des Rheinlandes Mär? lyzs Eingliederung Österreichs - September 1938 Eingliederung des Sudetenlandes -März 1939 Reichs-Protektorat über Böhmen u. Mähren? Befreiung des Memellandes. ein Volk - ein Reich - ein führer! Die Firmung in Theefpnnt Die Regenzeit ist ein komischer Geselle. Brennt heute die Sonne vom stahlblauen Himmel, so daß man auf der Verlängerung des Halses einen ausgetrockneten Kürbis statt des Kopfes zu tragen vermeint, so möchte man sich morgen am liebsten Flossen wachsen lassen, um heil und sicher dem nassen Element zu entkommen. Vor wenigen Tagen hatte die Regenzeit eingesetzt, früher als man sie erwartete. In ununterbrochener Folge klatschten die Tropfen auf das Blechdach unseres Hauses, hüpften auf und nieder und freuten sich köstlich ihres kurzen Daseins. Doch trieben sie es schließlich zu bunt, Kindern gleich, denen man zuviel erlaubt. Das war kein Spiel mehr, das war schon der Tanz der Hölle, aufgeführt auf dem kleinen Quadrat unseres Daches. Wie wird das wohl am Sonntag werden, an dem uns hundert Schwarze in den Bergen zum Empfang der Firmung erwarten? Das war die bange Frage, die wir uns immer wieder stellten. Doch der Himmel schien gnädig. Am Samstagnachmittag hellte es sich auf und am Abend rief uns die Sonne ihren letzten Gruß in tausend goldenen Strahlen zu. — Fein säuberlich hatten wir alles hergerichtet: alle Paramente für die heilige Handlung, dann eine Stärkung für den Leib, und für eine kleine Belustigung der Schwarzen ein Grammophon. In zuversichtlicher Stimmung legte ich mich endlich schlafen. Vor der Zeit wache ich einmal auf: Alles ruhig draußen. Ich schlafe wieder weiter. Da, ist's möglich oder träume ich nur?: es klopft und trommelt wieder auf dem Blechdach über mir, als marschierten Kobolde dort oben hin und her — Regen! Im Ru bin ich am Fenster. Wirklich, es regnet. Enttäuscht lege ich mich wieder nieder, bis laut und jäh der Wecker schrillt. Ich fahre auf und lausche: Stille, beglückende Ruhe, kein Regen mehr. — Rach dem Frühstück verlassen wir zwei Patres die Farm. Die ersten Sonnenstrahlen brechen durch das Gewölk, viel zu heiß und stechend und zu grell für diese frühe Stunde. In Lydenburg erwartete uns schon reisefertig der Apostolische Präfekt, Msgr. Mohn, vor sei- nem „Palais", einem schmucken, aber einfachen Häuschen. Bevor wir ins Auto steigen, zeigt er zum Himmel: Es kommt Regen! Und wie zur Bestätigung fallen schon die ersten Tropfen. Sollen wir es wagen, kommen wir durch den Dreck, erwarten uns heute die Schwarzen?? Rach manchem Für und Wider steht der Entschluß fest: wir können nicht fahren, neuer Regen droht, wir bleiben unbedingt stecken. So wurde die Firmung nochmals um sechs Wochen verschoben, da die andern Sonntage schon belegt waren. — In der Zwischenzeit erfuhren wir, daß alle hundert Firmlinge vollzählig erschienen waren und bis spät in den Nachmittag auf uns gewartet hatten. Auch hatte es an jenem Sonntag nicht mehr geregnet, außer den paar Tropfen, die uns abhielten. Also, bis spät in den Nachmittag hatten die Schwarzen auf uns gewartet, dann meldete sich bei ihnen der Hunger. Sie waren ja alle noch nüchtern. Sie gaben die Hoffnung auf, setzten sich hin und verspeisten den Ochsen, der ein Firmungsgeschenk von uns an sie sein sollte. So waren sie wieder gerüstet für den weiten Heimweg, war doch ein Mädchen aus einer Entfernung von 75 Kilometer zu Fuß zur Firmung gekommen, die dann nicht stattfand. Auf dem Bild können die Leser das tapfere Mädchen, Elisabeth Mnisi, sehen. — Rach sechs Wochen wieder die gleiche Packerei, das gleiche Aufzählen all der vielen Dinge, die man nicht vergessen darf. Das Wetter sah diesmal besser aus. Rur etwas Nebel lag über dem Lyden-burger Tal. Bald wurde er dichter und lange Zeit sollten wir nichts mehr sehen als rechts und links den Straßenrand und stellenweise ein Stück der Graslandschaft. Die Straße war zum Glück ziemlich gut, nur während der letzten zehn Kilometer wurde sie sehr schlecht. Die Schwarzen, zu denen wir fuhren, stehen noch unter der Herrschaft des Swazikönigs, dem ein ziemlich großes Gebiet untersteht, natürlich unter englischem Protektorat. Er soll sehr reich sein. Man redet von 50 000 Stück Vieh, Das Kirchlein von Theefpruit, in dem die Firmung stattfand Reden der Türe steht der schwarze Katechist. (Photo P. 3eifnng.) das ihm gehört und im ganzen Land verteilt ist. Die Leute müssen ihm Abgaben entrichten, sonst leben sie aber friedlich in ihrer Einsamkeit. Als wir ankamen, hatten sich die Schwarzen schon im Halbkreis aufgestellt. Der Katechist kam herbei, kniete vor dem Apostolischen Präfekten nieder und küßte den Ring. Die Schwarzen verneigten sich tief und schweigend vor ihrem Oberhirten, der kam, sie in der Stille ihrer Berge zu besuchen. Dann kamen sie herbei und nahmen uns die Koffer und all die andern Sachen ab. Denn wir selbst durften gemäß ihrer Sitte nichts tragen, da jeder von uns ein „inkosi" — ein großer Herr — ist, der Apostolische Präfekt natürlich ein noch größerer Herr als wir. — Unser erster Besuch galt dem Kirchlein, in dem der eucharistische Heiland freilich nicht immer weilt, da der Priester nur alle zwei Monate kommen kann. Das Kirchlein ist ganz nett und ziemlich geräumig. Die Schwarzen haben es aus Erde gebaut, haben auch die Matten geflochten zum knien, ja selbst ein kleines Presbyterium mit Altar aus Erde errichtet. Sie dürfen stolz sein auf dieses Kirchlein, das über hundert Personen fassen Erntn. Bald hatten wir alles für den Gottesdienst hergerichtet, so gut es eben in der Mission in so einem Kirchlein gehen kann. Entsprechend dem großen Fest sollte ein feierliches Hochamt gehalten werden. Rechts vom Altar hing an zwei Schnüren eine Stange, auf ihr die bischöflichen Gewänder. Auch ein Thron war vorhanden. Bon irgend jemand hatte der Katechist einen Stuhl erhalten, zwar ein wenig sehr wackelig, aber doch noch brauchbar. Ueber den Stuhl breiteten wir eine Reisedecke, so daß das Ganze gar nicht so übel aussah. Freilich hieß es, vorsichtig und ruhig sitzen zu bleiben, sonst... Einem schwarzen Buben zogen wir ein knallrotes Ministran-tenröcklein an, so daß sein schwarzer Struwelkopf mit den weißen Zähnen merkwürdig davon abstach. Er durfte die Mitra tragen, eine Ehre, von der er sicherlich heute noch zehrt. Auch das Weihrauchfaß fehlte nicht und für Kohle und Weihrauch hatte ich genügend gesorgt. AIs alles gerichtet war, verließen wir die Kirche, um den Schwarzen Zeit und Gelegenheit zur Beichtvorbereitung zu geben. Unterdessen suchte ich einen Platz zum Beichthören. Bald hatte ich etwas Paffendes gefunden. Reben einer Hütte war im Halbkreis zum Abhalten des Windes eine Mauer aus Erde aufgerichtet mit einem schmalen Eingang zwischen Mauerende und Haus. Dorthin begab ich mich mit einem Stuhl, bei dem ich darauf gefaßt fein mußte, durchzubrechen oder rückwärts hinabzufallen. Zu meiner Rechten wurde eine Matte ausgebreitet, auf der die Leute knien konnten. Es dauerte ziemlich lange, bis alle fertig waren. Es war bereits 12 Uhr vorbei, als das Hochamt begann. Unser ehemaliger Pa-storalprofessor hätte vielleicht manchmal den Kopf geschüttelt, wenn er dabei gewesen wäre. Ich war Diakon, Rauchfaß-träger und „Volk", das die Antworten sang, alles in einer Person. Die Schwarzen hier im Kirchlein inmitten der Berge hatten so etwas noch nie gesehen. Sie dachten oft gar nicht mehr an das Singen und Beten, ihre Seelen waren erfüllt von Dankbarkeit und Freude, daß man ihnen, den verachteten Schwarzen, Gelegenheit geboten hatte, einem feierlichen Gottesdienst beizuwohnen. Und der Weihrauch breitete sich aus, schwebte über die Häupter der dicht nebeneinander knienden Gemeinde, umhüllte den Altar und stieg empor und hinaus zum winzigen Fenster, über das ein Brettchen genagelt war mit der deutlich lesbaren Aufschrift: Sweets-Süßigkeiten. Wahrscheinlich war das einmal ein Stück von einer Kiste mit irgend einem süßen Inhalt. Nun tat es seine Dienste im Heiligtum. — Alles ging ganz gut. Epistel und Evangelium waren gesungen. Da, bei Elisabeth Mnisi, die zweimal einen Wog von 75 Kilometer zu Fuß zurücklegte, um die heilige Firmung zu empfangen. (Phow p. Seiftmg.) der Händewaschung war das Lavabo-tüchlein nicht mehr zu finden. Wo haben wir das hingelegt? Was tun? Kurz entschlossen zog ich ein frisches Taschentuch hervor und reichte es ernst und feierlich dar. Die Situation war gerettet. Dann stieg der Heiland nieder und heiligte den Raum durch seine Gegenwart und freute sich, in die Herzen so vieler ihn Liebenden eingehen zu können. — Und nun die Firmung selbst. Zuerst hielt der Oberhirte an seine schwarze Gemeinde eine kurze Ansprache in Englisch, die der Wanderseelsorgspater, zu dessen Bereich diese Schwarzen gehören, in Zulu übersetzte. Er erklärte kurz die Bedeutung der Firmung und munterte alle aus, standhaft zu bleiben inmitten ihrer heidnischen Umgebung — hier wohnen lauter Heiden, protestantische Sekten sind nicht vorhanden. Dann begann die heilige Handlung. Leider hatten diesmal nicht alle kommen können, da die Flüsse durch die vielen Regenfälle zu sehr angeschwollen waren und es unmöglich war, durchzukommen. Doch waren von den hundert Firmlingen immerhin noch 70 erschienen. Anwesend waren natürlich viel mehr Leute. Der Apostolische Präfekt setzte sich wieder auf den sehr beweglichen Thron und sprach die vorgeschriebenen Gebete. Dann traten die Firmlinge an, in schöner Ordnung von links her, um rechts wieder wegzugehen. Alle Altersstufen waren vertreten. Kleine Kinder von vier und fünf Jahren, junge Mädchen und Burschen, alte Männer und Frauen. Da die Frauen alle Kopftücher tragen, mußte ich beständig dieselben zurückschieben. Zuletzt nahmen die Frauen die Tücher gleich beim Herantreten ab. Da war aber wieder eine andere Schwierigkeit. Die Schwarzen haben Kraushaare, es sieht aus, als ob lauter Woll-kllgelchen auf den Kopf gepappt worden wären. Darum legen sich die Haare nicht so wie bei uns. Die Frauen gehen entweder kurzgeschoren oder sie flechten sich — wie hier fast alle — kleine Zöpfcheu, eins neben dem andern, die dann kreuz und quer herumhängen. Und fast bei jeder Frau hing nun so ein ziemlich dicker, aber nur etwa fingerlanger Zopf in die Stirn herein. Meine Aufgabe bestand darin, mit der rechten Hand das Unsere Firmlinge in Ellanshook. Das Gebäude ist die dortige Schule, in der qcfirmt wurde. (Photo P. Zeifang.) Gefäß mit dem heiligen Del zu halten und mit der linken den Zopf wegzuschieben oder emporzuhalten, damit der hochwürdigste Herr das Kreuzzeichen auf die Stirne machen konnte. Trotz der heiligen Handlung konnte ich öfters mit betn besten Willen ein Lächeln nicht unterdrücken. So stärkte in dieser Stunde der Heilige Geist 70 Mitglieder der streitenden Kirche, damit sie ausharren können im Alltag draußen. Er stärkte die kleinen Kinder, die noch nicht wußten, was in dieser Stunde an ihnen geschah; er stärkte Mädchen und Burschen, die schon mitten im Kampf stehen, die umlauert sind von Gefahren, welche oft noch größer sind als drüben in der Heimat, wenn man die heidnische Umgebung in Betracht zieht. Er stärkte aber auch Männer und Frauen, die im Heidentum alt geworden sind und doch noch den Weg zur einen, wahren Kirche gefunden haben, und die nicht mehr viel vom Leben zu fordern haben. Wir beteten in dieser Stunde für sie alle um die Gnade, daß sie sich der heidnischen Sitten und Gebräuche enthalten, frei werden von der Gespensterfurcht und von dem Bedürfnis, in Krankheit und Not zum Zauberer oder zur Zauberin zu gehen. Dann schloß die Feier mit dem Gebet und dem Segen der Kirche. Als wir die Kirche verließen, hatten rührige Hände jedem von uns schon ein Huhn bereitet. Kein schlechter Einfall, denn inzwischen war es 2 Uhr geworden. Für die Schwarzen hatten wir nochmals einen Dchsen gestiftet, denn gleich den Kindern der Heimat sollten auch sie eine kleine Freude haben. Eben erst war er getötet worden, und lange Zeit wird's nod) dauern, bis sie sich zum festlichen Schmaus niederlassen können. So holte ich das Grammophon hervor. „Hau, hau!" staunten die schwarzen Kinder der Wildnis. Bald erklangen die flotten Weisen der deutschen Märsche und schon wiegten sich auch die Schwarzen im Rhythmus hin und her, stampften mit den Füßen und summten leise vor sich hin. Der Rhythmus liegt ihnen in den Gliedern, und wenn es zum Tanze geht, sind and) die ältesten Leute nod) jung. Und ruht so ein kleines Nesthockerchen hinten auf dem Rücken seiner Mutter, so wiegt es sick) eben auch hin und her und drückt sick) das Näschen platt, bis es das Köpf-ck>en wieder hängen läßt in unschuldigem Sck)laf. Wie horchten aber die Leute auf, als ick) sie fragte, ob sie den Teufel lachen hören wollten. Bald ertönte dann Weiß Ferdls zum Lachen reizendes „Hi, hi, hi, hi, hä, hä, hä, hä". Frisch und fröhlick) lachten da die Leute, vielleick>t noch besser als das Teufelck)en selbst. Als id) einige Bonbons verteilte, bemerkte id), wie die Kinder untereinander gewissenhaft teilten, ja sogar an Erwack)sene abgaben. Ein Mädchen nahm sogar ihr Bonbon wieder aus dem Mund, nachdem es halb fertig war, und gab es einer Kleinen, die nichts mehr hatte. Das ist ein allgemeiner, edler Zug der Schwarzen: sie teilen alles redlich. Der Nebel wollte nicht weichen, er wurde eher dichter, es näss eite schon ganz leicht. So mußten wir an den Aufbruch denken. Doch da kam noch eine alte Frau auf Msgr. Mohn zu: „Ich möchte gern haben...", und dabei machte sie die Gebärde des Schnupfens: Sie hatte bemerkt, daß wir am Abfahren waren, da hatte sie sich ein Herz genommen. Doch wir hatten keinen Schnupftabak. Da wollte sie etwas Geld, das sie auch bekam. Boll seliger Zufriedenheit setzte sie sich an der Hütte nieder, klatschte beständig in die Hände und sagte immer und immer wieder: „Um Bishofn, unomusa kabi, kabi, kabi" — oh, der Bischof ist schrecklich gut. Diesmal wollten wir das Mädchen, das 75 Kilometer zu Fuß gekommen war, im Auto mitnehmen, da wir die gleiche Richtung zu fahren hatten. Aber es wollte nicht recht. Es sagte, es habe bis jetzt nichts gegessen und wolle warten, bis der Ochs verspeist werden könne. Das war wieder so ganz nach Schwarzen Art. Fleisch bedeutet ihnen Seligkeit, heißt doch im Zulu „uborni" nicht bloß „Glückseligkeit", sondern auch „riechendes, faules Fleisch", weil das eben eine Delikatesse für sie ist. So marschierte das Mädchen lieber wieder 75 Kilometer zu Fuß, um jetzt in Gesellschaft der andern im „Glück" schwelgen zu können. Wir gönnten ihr und den andern, die um halb fünf Uhr nachmittags noch nüchtern waren, diese Magenfreude von Herzen. Uns aber entführte das Auto gar schnell von der Stätte, die uns lieb geworden ist in den paar Stunden, die wir dort verbrachten. Noch einen letzten Blick warfen wir zurück zu den winkenden Gestalten, die immer mehr im Nebel verschwommen, bis wir nichts mehr unterscheiden konnten. P. Pius g eifang. Das Martyrium des hl. Polykarp. Der Bischof Polykarp erlitt im Jahre 156 n. Chr. mit anderen Christen den Martertod. Die Gemeinde von Philo-melium in Phrygien erbat einen genauen Tatsachenbericht. Marcion ließ deshalb im Auftrag der Gläubigen von Smyrna an alle Gemeinden einen diesbezüglichen Rundbrief ergehen. Dieses älteste hagiographische Dokument eines Zeitgenoffen zeigt uns den Apostelschüler Polykarp in der ganzen sittlichen Größe eines Blutzeugen Christi, würdig der Apostel, die er selbst noch gesehen. Smyrna, im Jahre 156 n. Chr. Die Gläubigen von Smyrna entbieten ihren Brüdern von Philomelium und allen, die zur Kirche gehören, brüderlichen Friedensgruß in Gott dem Vater und unserem Herrn Jesus Christus. Wir wollen an euch, geliebte Brüder im Herrn, nähere Mitteilung ergehen lassen über den Martertod des gottseligen Bischofs Polykarp, der durch sein heroisches BIntzeugnis die Verfolgung rühmlich abgeschlossen hat. Gott wollte uns in ihm einen beispielhaften Märtyrer schenken, ganz im Geist des Evangeliums. Wie sein göttlicher Meister wartete Polykarp auf die Stunde seines Heimganges, um fein Leben für seine Brüder zu verschenken. Wir aber wollen Gott dafür danken, daß wir einen so großen, heiligen Blutzeugen besitzen. Polykarp verlor bei Ausbruch der Verfolgung keineswegs den Mut, sondern beschloß vielmehr, ruhig in der Stadt zu bleiben. Dem Drängen einiger Brüder folgend, verbarg er sich in einem Landhaus nahe der Stadt Smyrna. Mit einigen Freunden betete er dort Tag und Nacht für die Anliegen der heiligen Kirche. Drei Tage vor seiner Inhaftnahme hatte er im Gebete ein Gesicht. Sein Kopfkissen fing Feuer und verbrannte. Da sagte er zu seinen Freunden: Ihr werdet sehen, ich werde bei lebendigem Leibe verbrannt. Um vor der Polizei sicher zu sein, suchte er in einem anderen Hause Unterschlupf. Kaum daraus entwichen, standen die Häscher schon vor der Tür. Als sie ihn nicht fanden, verhafteten sie dafür zwei Sklaven. Der eine von ihnen gestand beim Verhör alles, was er wußte. Von den eigenen Brüdern verraten, war Polykarp so nicht mehr sicher vor der Polizei. Der Polizeichef Herodes — nicht umsonst trug er diesen Namen — konnte es nicht mehr erwarten, bis er Polykarp in die Arena führen konnte, wo er seinen Anteil an der Herrlichkeit Christi finden sollte. Es war an einem Freitagabend, als die Schergen, von den Sklaven geführt, auszogen, um Polykarp in Haft zu nehmen. Es waren Soldaten zu Fuß und zu Pferd, die mit ihren Ordonnanzen kamen, um Polykarp gefangenzunehmen, wie wenn sie einen Banditen gefangen nehmen wollten. Mitten in der Nacht langten sie an und erfuhren, daß Polykarp im oberen Stock des Hauses schlafe. Er hätte noch entfliehen können. Der Bischof wollte aber, daß der Wille Gottes an ihm geschehe. So blieb er, stieg in das Erdgeschoß hinunter und fing mit den Soldaten ein Gespräch an. Seine Ruhe und sein hohes Alter verfehlten ihren Eindruck auf die Schergen nicht. Polykarp ließ ihnen ein reichliches Abendessen bereiten und bat sie, ihm noch eine Stunde Zeit zum Beten zu lassen. Erfüllt vom Geiste Gottes, redete er zwei Stunden von Gott und über göttliche Dinge, so daß die Schergen selber es bedauerten, einen so frommen Greis vor die Schranken des Gerichtes zu stellen. Wie er mit seinem Gebet für alle seine Freunde, die er je gekannt, und die ganze Kirche fertig war, mußte er sich auf den Weg machen. Auf einem Esel reitend, gelangte er zur Stadt. Es war gerade Sabbat. Der Polizeichef Herodes und sein Vater Nizetes kamen ihm entgegen, hießen ihn in ihren Wagen steigen und begannen sogleich das Verhör. Was kann es denn Böses sein, sagten sie, den Namen Cäsar Augustus auszusprechen? Oder was liegt daran, ein Opfer darzubringen, um sein Leben zu retten? Polykarp gab zunächst keine Antwort darauf. Endlich sagte er: „Es ist mir unmöglich, eurem Rat zu folgen!" Dar- ob wütend, fingen die beiden an, den Bischof zu schmähen, und stießen ihn so rücksichtslos vom Wagen herunter, daß er sich dabei ein Bein verletzte. Polykarp aber verbiß den Schmerz und ging weiter, ohne sich etwas anmerken zu lassen. Wie er im Gerichtshaus anlangte, gab es ein solches Geschrei, daß niemand sein eigenes Wort mehr verstand. In diesem Augenblick hörte er eine Stimme vom Himmel, die ihm sagte: „Mut, Polykarp, sei stark!" Man konnte nicht sehen, wer da sprach. Alle Christen aber, die zur Stelle waren, hörten diese Stimme. Wie Polykarp endlich erschien, gab es einen großen,Lärm unter der Menge. Der Prokonsul frug ihn nach seinem Namen und forderte ihn auf, seinen Glauben zu verleugnen. Er erinnerte ihn an sein hohes Alter und gab noch andere Beweggründe an, wie man sie den Christen bei solchen Gelegenheiten zu sagen pflegte: Schwöre Die Milttergottes kommt nach China. Der junge chinesische Maler Wang Su - ta ist daran, auf einem Gemälde die Muttergottes darzustellen, wie sie nach China kommt. — Wang Su - ta arbeitet an der Kunstakademie, die der katholischen Universität Peking angegliedert ist und schon eine Reihe tüchtiger chinesischer Maler hervorgebracht hat. (SibessSoto.) auf den Namen des Kaisers, bereue deinen Irrtum und fluche den Christen. Der Gerichtshof drängte ihn, Christus zu lästern, und versprach ihm dafür die Freiheit. Da gab Polykarp die unvergleichlich schöne Antwort: „Sechsundachtzig Jahre diene ich Ihm und ich habe nur Gutes von Ihm empfangen. Wie könnte ich da meinen Herrn und König lästern?" „Du sollst den Göttern opfern", drängte der Prokonsul von neuem. Da erwiderte Polykarp: „Du täuschest dich, wenn du glaubst, ich würde den Göttern opfern. Ich will dir offen sagen, wer ich bin. Ich bin ein Christ! Wenn du das Christentum kennen lernen willst, so komm zu mir, ich will dir Unterricht geben zu jeder Zeit." „Das kannst du dem Volk da erzählen, aber nicht mir!" gab der Prokonsul darauf zurück. — „Ich habe mich doch vor dir, als dem offiziellen Vertreter der staatlichen Obrigkeit zu rechtfertigen, und nicht vor diesem Volk! Wir Christen sind gelehrt worden, der gottbestellten Obrigkeit die Anerkennung zu zollen, die ihr gebührt." — Darauf der Prokonsul: „Wenn du weiterhin so starrköpfig bist, werfe ich dich den wilden Tieren vor." — „Wie du willst", gab Polykarp zurück. „Der Tod kann uns Christen nichts Schlimmes bringen. Wir können nur gewinnen, wenn wir aus dem Elend dieser Zeit hinübergehen zur ewigen Beloh- nung."— Darauf der Prokonsul: „Wenn du dich nicht anders besinnst, so wirst du auf dem Scheiterhaufen sterben, da du dir aus den wilden Tieren ja doch nichts machst!" —- „Du willst mich schrek-ken mit einem Feuer, das eine Stunde brennt und dann erlischt", gab Polykarp zurück. „Du hast sicher keine Ahnung von dem Straffeuer der Ewigkeit, das auf die Sünder wartet. Was zögerst du so lang? Tu doch deine Pflicht!" Polykarp erstrahlte von innerem Glück und Gottesfrieden während des ganzen Verhörs, bei dem nicht er, sondern der Prokonsul, der Unterlegene war. Dieser ließ der Volksmenge durch seine Ordonnanz dreimal verkünden, daß Polykarp sich als Christ bekannte. Da fingen alle Juden und Heiden von Smyrna, wie auf Kommando, in einem einzigen Wutausbruch zu schreien an: „Das ist der Bischof aller Christen, der unsere Götter verachtet und ganz Asien beherrschen will. Er macht das Volk abspenstig von seiner angestammten Religion." Zugleich riefen sie dem Oberpriester Philipp zu, er solle auf Polykarp einen Löwen loslassen. Der aber lehnte das Ansinnen mit der Begründung ab, die Zeit für die Tierkämpfe sei bereits vorbei. Da stimmten alle zu, daß Polykarp verbrannt werden solle. Sein Traumgesicht vom brennenden Kopfkissen ging so der Erfüllung entgegen. Nicht umsonst hatte er gleich seinen Freunden erzählt. Am 8. März reiften zehn Franziskaner-innen aus dem Mutterhaus (Sggenberg bei Graz von Ellwan-gen in unsere Mission nach Transvaal ab. (Archiv.) Die diesjährigen Abiturienten unseres Miffionsseminars in Ellwangen. (Archiv.) er werde lebendig verbrannt werden. All dies geschah in wenigen Augenblicken. Sogleich schichtete die Menge Holz und Reisig auf einen Haufen, das sie aus den Kauf- und Badehäusern genommen hatte. Ganz besonders taten sich dabei die Juden hervor mit der ihrer Raffe eigentümlichen Geschäftigkeit. Als der Scheiterhaufen fertig war, legte Polykarp seine Kleider ab und begann seine Schuhriemen zu lösen, was er schon lange nicht mehr selber getan hatte. Sonst unterstützte ihn dabei immer ein Glaubensbruder, glücklich, dem ob seiner Frömmigkeit verehrten Bischof diesen Dienst erweisen zu können. Die Henker legten ihre Mordwerkzeuge neben ihm nieder und wollten ihn binden. Da sagte der Bischof: „Laßt mich, wie ich bin. Gott, der mir den Mut verlieh, den Feuertad für ihn zu erleiden, wird mir auch die Gnade geben, ohne Fesseln auf dem Scheiterhaufen bis zum Ende auszuhalten." So banden ihn die Schergen nur ganz lose mit Stricken. Polykarp, die Hände auf dem Rücken zusammengebunden und wie ein erlesenes Opfertier zubereitet als ein Gott wohlgefälliges Schlachtopfer, erhob die Augen zum Himmel und sprach: „Herr, allmächtiger Gott, Vater unseres Herrn Jesus Christus, deines geliebten Sohnes, unseres Mittlers, Gott der Engel und Mächte und aller Kreatur, ich sage dir Dank, daß du mich gewürdigt hast, mich in die Zahl deiner Blutzeugen aufzunehmen, und mich berufen hast zur Teilnahme am Leidenskelch deines Sohnes zur ewigen Auferstehung in der Liebe des Heiligen Geistes. Nimm mich heute auf zu dir mit allen deinen Märtyrern, nachdem ich mein Leben dir, dem ewigen und wahren Gott, als Schlachtopfer mit deiner Gnade dargebracht. Dafür danke ich dir durch Jesus Christus, deinen Sohn, den ewigen Hohenpriester, dem Ehre gebührt mit dir und dem Heiligen Geiste jetzt und in alle Ewigkeit. Amen." Die Schergen zündeten nun den Scheiterhaufen an. Eine hohe Stichflamme loderte auf und wir waren nun Zeugen eines seltenen Wunders, um anderen davon Mitteilung machen zu können. Das Feuer nahm die Form eines vom Wind geblähten Segels an, das den Leib des heiligen Märtyrers umschloß, nicht um ihn zu verbrennen, sondern als ob er Brot wäre, das beim Backen goldgelb wird, oder wie Gold und Silber, das im Schmelztiegel geläutert wird. Wir empfanden dabei einen köstlichen Wohlgeruch wie von Weihrauch und edlem Gewürz. Auch die Heiden waren Zeugen dieses Wunders und verlangten daher den Tod durch das Schwert. Der Scharfrichter tat, wie ihm befohlen war. Bei der Enthauptung floß so viel Blut aus dem Leichnam, daß das Feuer dadurch erlosch. Die bestürzte Menge konnte sich das Wunder nicht erklären. Polykarp war eben ein gottbegnadeter Märtyrer, ein Prophet und Apostel seiner Zeit, von dem jedes Wort aus seinem Munde wahr geworden. Aus Angst vor den Juden ließ der Hauptmann den Leib des Märtyrers fast bis zu Asche verbrennen. Wir sammelten dann die heiligen Ueberreste, die uns kostbarer erscheinen als Gold und Edelsteine, und setzten sie würdig bei. So also war der heilige Opfertod des nun in Gott ruhenden Bischofs Polykarp. Er errang die Palme des Martyriums in Smyrna mit noch zwölf Glaubensbrüdern aus Philadelphia. Er wird für immer in unserer Erinnerung weiterleben. Sogar die Heiden sprechen von ihm mit der größten Hochachtung. Wir alle wollen in den Fußtapfen dieses wahren Jüngers Jesu Christi wandeln, der die ewige Krone errungen hat. Nun nimmt er mit allen Gerechten teil an der himmlischen Seligkeit und verherrlicht Gott, den allmächtigen Vater, und sagt Dank unserem Herrn Jesus Christus, der unser Erlöser und das Haupt der ganzen Kirche ist. Mit gütiger Erlaubnis des Verlags wurde dieser Bericht entnommen dem Buch: „Helden der Urtirdje". Von Hanozin. Urkunden, Berichte, Akten. Ausgewählt und ins Deutsche übertragen von Eugen Lense. 209 6., in Seinen RM. 4.50. Verlag Styria, Graz 1938. Das treffliche Buch enthält 27 ausgewählte Berichte aus der Frühzeit des Christentums und erzählt, wie ehrwürdige Priestergreise, vornehme Jungfrauen, hochgestellte Offiziere und altgediente Veteranen mit ihrem Blut für Christus Zeugnis ablegen. Das Buch ist herb und knapp im sprachlichen Ausdruck, ohne jede Überschwenglichkeit. Die Wahrheit dieser Märtyrerakten wirkt in dieser nüchternen Sachlicheit um so ergreifender. Vieles haben diese Helden der Ur-kirche uns zu sagen. Das Buch verdient wärmste Empfehlung. Lintermann. Eine Jahrhundertfeier in Südafrika* Das seefahrende Volk der Holländer hatte sich auf dem Wasserweg nach dem fernen Indien eine Raststation in Südafrika errichtet, als ein Nebenbuhler auf dem Plane erschien, die ebenfalls seetüchtigen Engländer, in deren Hände schließlich das südafrikanische Kapland fiel. Eine Zeitlang ertrugen die Buren, wie die zu Landratten gewordenen Niederländer sich nun nannten, mit verbissenem Grimme das Joch der Briten, bis sie, ihrem Freiheitsdrang folgend, es abschüttelten, indem sie ins weglose Innere des Landes zogen, um darin eine neue Heimat zu gründen. Der „große Trek" aus dem Kapland fand vor hundert Jahren statt, und es ist verständlich, daß die Kindeskinder jener „Voor-trekker" oder Bahnbrecher diese Jahrhundertfeier festlich zu begehen sich entschlossen. Wie sollte sich denn die Feier gestalten? Unter anderen Vorschlägen ist der eines gewissen Herrn Klopper bemerkenswert, der riet, man möge mit einem alten Ochsenwagen, wie die „Voortrek-ker" solche benutzt hatten, einen sinn- bildlichen Zug von Kapstadt nach Pretoria unternehmen. Sein Vorschlag fand anfänglich wenig Beifall. Herr Klopper aber blieb fest und begann Ende August (1938) vom Kapstädter Standbild van Riebeeks, des ersten Siedlerführers, aus seinen Zug mit einem Ochsenplanwagen. Schon nach einer Woche stellte sich heraus, daß die Sache gewaltigen Anklang fand. Wo immer der Voortrekker-Wagen ausspannte, fanden sich Tausende von „Afrikandern" ein und feierten die Gelegenheit mit Gottesdienst und „Bratfleischabend", mit Gesang, Ansprachen und geselliger Verbrüderung. Aus allen Teilen des Landes liefen Gesuche ein, der Wagen möge doch auch dieses Städtchen und jenes Dorf besuchen, und so wurden allmählich zwölf Voortrekker-Wagen in Gang gesetzt, die das Land in verschiedenen Richtungen durchzogen, um Mitte Dezember in der Landeshauptstadt Pretoria zur Schlußfeier zusammenzukommen. Am 2. Dezember 1938 hatte Wit -bank die Ehre des Besuches eines dieser Voortrekker-Wagen. Lange vor des- sen Ankunft hatte die Bevölkerung sich bei der Ehrenpforte am Eingang des Städtchens eingefunben, die Weiblichkeit vorwiegend in der altmodischen, aber durchaus nicht unschönen Kleidung der Ururgroßmütter, die erwachsene Männerwelt vielfach im „Schmucke" eines mehr oder weniger flaumigen Bartes. Endlich kam der Festzug an, voran ein „Kommando" berittener Bürger des Distrikts, geführt von vier Reiterinnen. Dann folgte der „historische" Voor-trekkerwagen, gezogen von acht Paaren glatthaariger Ochsen einheimischer Zucht. Es ging zum Marktplatz, wo eine Zementplatte bereit gehalten wurde, über die der Wagen fahren und eine Radspur darauf zurücklassen sollte, die dann im künftigen Rathausbau eingemauert werden soll. Von dort ging es zum Festplatz im Freien, einer großen Wiese, wo das burische Volk den Tag in Frohsinn verbrachte. Lautsprecher verstärkten Musik, Gesang und Ansprachen. Es wurden Erfrischungen feilgehalten, und abends war Fleisch-Braten an Lagerfeuern, ganz geeignet, die „Voortrekker"-Stimmung wachzurufen. Auf dem Festplatz wurden auch mehrere Kinder getauft und einige Paare getraut. Für den 16. Dezember 1938 wurde dann die Hauptfeier auf einem Fest- gelände nächst der Landeshauptstadt Pretoria gehalten. Dort kamen die verschiedenen Voortrekker-Wagen zusammen, und dorthin wurden durch Stafettenläufer zwei brennende Fackeln getragen, die eine von Kapstadt, die andere vom Blutfluß in Natal. Auf dem Festplatz zu Robertshöhe bei Pretoria herrschte unter der riesigen Menschenmenge, die von allen Teilen des Landes zusammengeströmt war, eine unbeschreibliche Begeisterung. Am ersten Abend fand ein Fackelzug statt; die eingetroffenen Fackelträger setzten einen großen Scheiterhaufen in Brand, an dem etwa 6000 Leute ihre Fackeln entzündeten, während auf den Höhen rings um Pretoria herum riesige Freudenfeuer aufloderten. Einen Höhepunkt des Festes bildete die Grundsteinlegung zu einem Voor-trekker-Denkmal, das in großen Ausmaßen erstehen soll und 130 000 Pfund Sterling kosten wird. Der Grundstein wurde von drei Frauen gelegt, direkten Nachkommen von Voortrekkern, die merkwürdigerweise alle drei deutsche Namen führen: Müller, Ackermann und Preller. Das Denkmal wird einigermaßen dem Völkerschlachtdenkmal zu Leipzig ähneln. Br. A. C a gol, Witbank. 1 Ein Voortrekker-Wagen fährt am Kriegerdenkmal in Witbank vorbei. (Photo A. Cagol.) 9. Bernhard Kohnen +. Am 21. Januar d. I. starb in Rom Pater Bernhard Kohnen, der durch volle 30 3euree als Missionär im Schilluklande eine segensreiche Tätigkeit entfaltet hatte. Er war ant 26. März 1876 in Hannover geboren, lernte aber seine norddeutsche Heimat kaum kennen, da seine Eltern einige Jahre später in. das 1878 von Oesterreich-Ungarn besetzte Bosnien auswanderten. Am Gymnasium zu Travnik oblag er den Studien mit gutem Erfolg. Neben der wissenschaftlichen Vorbildung genoß er dort auch eine gute charakterliche Schulung, die ihm während seines späteren Missionslebens sehr zustatten Barn. Wohl schon damals wurden in ihm jene schönen Eigenschaften grundgelegt, die ihn als Missionär und Stationsobern kennzeichneten: Aufgeschlossenheit und Zugänglichkeit für neu auftauchende Fragen, Weitherzigkeit in der Behandlung sowohl der Personen wie der Dinge, vollendete Anpassungsfähigkeit an die wechselnden Verhältnisse und Lagen, ausdauernder Opfergeist bei Ueberwindung von Schwierigkeiten und Hindernissen, ungeteilte Hingabe an das Apostolat, in dessen Dienst er sein Leben gestellt hatte, ganz besonders aber jene umfassende, tiefwurzelnde, geduldige Liebe, die auch bei stärkstem Widerspruch und langwährender Anfeindung nicht erschwachte. Im Jahre 1896 trat er zu Verona in die Kongregation der Söhne vom cheiligsten Herzen ein, wurde nach Vollendung der theologischen Studien 1902 zum Priester geweiht und alsbald der neueröffneten Schillukmiffion zugewiesen. Zu Beginn des Jahres 1903 reiste er nach Afrika und gelangte über Kairo und Khartum nach öut am Weißen Nil, wo er seine missionarische Tätigkeit mit großem Eifer begann. Seine starke Gesundheit ließ ihn die Mühseligkeiten der Reisen zu Wasser und zu Land, die Gefährlichkeiten des Klimas und die Entbehrungen des Missionslebens bei einem innerafrikanischen heidnischen Volksstamm gut überwinden und befähigte ihn überdies, auch noch eine Unsumme von anstrengenden körperlichen Arbeiten, wie sie die Errichtung und der Ausbau von Missionsstationen in jenen armen Steppengebieten notwendig erheischen, auf sich zu nehmen. Als 1904 im Süden des Schilluklandes an einem Seitenarm des Weißen Nil, Lollo genannt, ein neuer Missionsposten erstehen sollte, wurde P. Kohnen mit der schwierigen Gründung betraut, die den Namen Tonga erhielt. Bis zur Fertigstellung der als erste Wohnung dienenden Hütten mußte man im Freien nächtigen. Dann ging es an die Verfertigung von Ziegeln, die anfangs nur an der Sonne getrocknet, später jedoch in einem einfachen Ofen gebrannt wurden. Mit diesem Material mürben nach und nach Haus, Kirche und Schule aufgeführt. Die Bedachung bildete Zinkblech. Jahre verstrichen, bis neben den baulichen Arbeiten ein ertragsfähiger Ge- müsegarten angelegt, das Feld ur- und fruchtbar gemacht, sowie ein hinreichender Viehbestand herangezogen waren, und der Stationsobere feine Zeit und Kraft mehr und mehr dem eigentlichen Bekehrungswerk widmen konnte. Aber da türmten sich die Hindernisse erst recht haushoch auf. Nicht nur die heidnischen Stammessitten, wie beispielsweise die Blutrache, erschwerten die missionarische Wirksamkeit, sondern auch der ungünstige Einfluß, den eine am Flusse liegende Niederlassung mohammedanischer Händler auf die Schilluk ausübte. Allein die zähe Ausdauer des Paters obsiegte allmählich über die offenen uitd geheimen Umtriebe, Ränke und Anfeindungen seiner Gegner, zumal die Schilluk sähen, daß er ihnen, trotz ihrer üblen Eigenschaften, eine schier grenzenlose Liebe entgegenbrachte. Auch tote Kolonialbewmten wußten um seine Anhänglichkeit an Land tmb Leute; für sie war er nicht ein Schilluknnssionär wie andere Patres, sondern Ü er Schilluknnssionär einfach-hin. Die Schwarzen selbst aber, Christen sowohl wie Heiden, gebrauchten ihm gegenüber die ehrenvolle Anrede „ya kwaya" (mein Großvater!). Der König des Landes erwies ihm gleichfalls die größte Hochachtung und Verehrung; er besuchte ihn öfters, unterstützte ihn auch und nahm jede Gelegenheit wahr, ihm Grüße zu senden. Als im Jahre 1933 der verdiente Missionär aus Gesundheitsrücksichten nach dem Rat 6es Arztes und dem Willen der höheren Obern nach Europa zurückkehren mußte, empfanden sowohl er wie die Eingeborenen die Schwere des Abschieds und die Schmerzlichkeit dieser Trennung. Doch konnte der gute Pater die troftvolle Gewißheit mitnehmen, daß die Bekehrung des Schillukvolkes vollständig gelingen wird. Auch in Europa arbeitete ey unablässig für die heißgeliebte Mission, vor allem durch die Weiterfühvung und Vollendung des von ihm geschaffenen Schrifttums in der Schilluksprache. Er verfaßte eine Grammatik und ein vollständiges Wörterbuch dieser Stammessprache, übersetzte die vier Evangelien und die Biblische Geschichte, verbesserte den Katechismus und schrieb ein Andachtsbuch für die Neuchristen. Mit diesen Werken, die er zum Teil während seiner dreijährigen Kriegsgefangenschaft zu Sidi Bisbr in Angriff nahm, hat er nicht nur den jetzigen, sondern auch den künftigen Schillukmissionären wertvollste Hilfsmittel bei ihrer Bekehrungstätigkeit an die Hand gegeben. Beim Herannahen des Todes beklagte er nur das eine, daß er nun nicht mehr für seine Schilluk arbeiten könne. Gott, der Herr, aber, der jedem nach dem Maße seiner Sehnsucht und seiner Liebe vergilt, wird ihm nicht nur die Krone der Apostel verliehen haben, sondern ihn auch vom Himmel her, so hoffen wir zuversichtlich, für das Schillukvolk weiter wirken lassen. Pt. I. P. H. Wo h n h a a s. Auserwählt. Tin religiöser 2ßauernroman von Berth old 1!> Mithnlm. (4. Soige.) „Da braucht's viel Opfer und Zähne-zfammbeißen. Gel, Sie verstehen? Jung ist man und 's Bauernblut laßt net aus. Laßt net aus, bis die Haarbüschel weiß sind. Aber man kommt durch durch sein Blut, Kooperator. Man kommt schon durch." Er schwieg eine Weile: einmal, um die verglimmende Glut seiner Pfeife anzufachen, und zum zweiten verloren sich dabei seine Gedanken in die ersten Jahre seines Priestertums. Er nickte leicht in der Erinnerung, lächelte auch ein wenig, weil er froh sein durfte. Er hatte den Kampf wider das Blut bestanden. Er hatte es schwer und wollte es diesem Jungen vor sich leichter machen. Darum sprach er weiter: „Ich hab's net leicht Kabt, mein Lieber. Ich bin zu einem alten Griesepeter gekommen. Der hat mir grad gsagt, das muß gschehen und das. Aber wie es da drin ausschaut, nach dem hat er net gfragt. Und dann hat's arge Stunden gegeben. Na, sie sind auch vorbeigrutscht und man hat's gschafft. Aber später einmal hab ich mir gedacht: Wenn du einmal ein Jungen ins Haus kriegst, dem machst es leichter. Und drum, lieber Kooperator: Wenn Sie da drin etwas drückt, dann kommen S' zu mir, und heraus mit der Sprach. Es muß net immer gleich eine Beicht sein. Das kann ganz gemütlich gehen. Aber nur raus damit. Das befreit. Und bei mir ist's begraben, als wenn Sie es dem Berg beichten würden. Aber der Berg ist stumm — er hat schon seine Sprache, aber die muß einer hören können — und er hat nicht miterlebt, was Ihnen das Herz abschnüren wird. Ich kenn's und Bauernkinder sind wir auch beide und nachher werden wir zwei auch gut miteinander hausen." Franz verstand seinen väterlichen Freund. Seine Güte ergriff ihn. Fast beschämte sie ihn, weil er keine Gegengabe hatte. So konnte er nur leise sagen: „Ich danke Ihnen! Und", nun sah der Junge zu Birnbacher aus, und sein Blick Kampf dem Alkoholmißbrauch. Der Mißbrauch alkoholischer Getränke (Palmwein, Kaffernbier etc.) ist besonders in Südafrika stark verbreitet. Nicht bloß die Männer, auch Frauen und Kinder nehmen an den Ausschreitungen teil. Die schlimmen Folgen bleiben natürlich nicht aus. Hier ein deutscher Benediktinermissionar fees Apostolischen Vikariats Efhowe, der seine Schwarzen über die Gefahren des Alkoholmißbrauchs aufklärt. iSibc^Soto.) sprach bereits das ehrliche Bekennen, „ich will ohne Furcht kommen, wenn einmal.. Birnbacher ließ ihn nicht aussprechen. Er ahnte, der Junge hätte nicht gewußt, wie er den Satz winden sollte. Er lachte ihn an und nahm ihn bei der Hand: „Das war das rechte Wort! Nicht fürchten! Wir verstehen uns, und ich brauch nichts mehr zu sagen. Grad noch den Wunsch, daß Sie es recht, recht leicht haben mögen. In allen Stürmen! Gel!" „Wenn Sie mir helfen, kann's nicht schwer sein." „Na freili net", lachte der Pfarrer zurück, während er wieder Zug um Zug aus der Pfeife nahm. Eifrig und mit genußvollem Behagen. Das Peinliche dieser notwendigen Aussprache war vorüber, und außerdem galt es. Versäumtes aus dem Pfeifentopfe zu holen. Er stapfte ein paarmal die Stube auf und ab und die duftenden Rauchschwaden wichen hinter ihm weg. In den Sonnenstrahlen fanden sie sich zu einem großen silbernen Streifen, der quer in der Stube hing. Der Alte blies ein paarmal belustigt in ihn hinein, daß die hellen Wölkchen aufwirbelten. Mitten in diesem Spiel begann er wieder: „Wenn Sie auch Land und Leute gut kennen, so möchte ich Ihnen doch noch ein paar praktische Winke geben. Zuerst einmal eine Bitte: Meine Füß sind ein bißl wacklich worden. Wie's halt geht, wenn der Sechziger da is. Da machen Sie nun die weiteren Gänge zu den Pfarrkindern, Krankenbesuche, letzte Oelung, da und dort Trost zusprechen und was es halt alles gibt. Sie werden sich net schwer tun. Sie haben Mund und Herz am rechten Fleck. Und unsre Bauern sind ja wie die Kinder bescheiden. Sie wollen net mehr, als daß man sie versteht, ihnen ein paar gute Wörtln gibt und den Segen dazu. Dann hat man's ihnen schon recht gemacht. Dickköpfe gibt's auch unter ihnen. Na, das wissen Sie selbst am besten. Aber man kommt schon durch durch sie, wenn man ihre Sprache redet. Und da werden Sie's leicht haben. Schwieriger ist's mit den Bürgern. Bürger? Mein lieb Herrgöttle, in meiner Jugend waren das Leute, die noch ein ordentliches Stück Erde unter den Füßen hatten. Handfeste, gutgläubige Leute! Einfach im Gemüt, und gredt haben s', wie ihnen der Schnabel gwachsen ist. Heut ist's damit anders wordn. Entweder tragn s' ein Heiligenschein spazieren und stellen sich in der Kirch am liebsten auf die Stühl naus, damit sie gwiß a jedes sieht. Oder sie nennen sich Freigeistler und schimpfen uns die Schwarzen und die Pfaffen. Denen tonnst überhaupt nichts recht machen. Aber man weiß wenigstens, wie man mit ihnen dran ist. Aber bei den Betbrüdern weiß man nie, ob's recht ist, was man tut oder anschafft. Da geht ’s Nörgeln und Kritisieren nie aus, und ein jeder ist hintennach der zehnmal Gescheitere. Bei denen heißt es vorsichtig sein, mein Lieber. Garaus, wenn sie politisch kommen. Und damit werden sie kommen, die Herren Grie-ßenböck, FleintI und Konsorten." Franz winkte lebhaft ab: „Zu mir nicht! Nein, nein! Bon Politik will ich nichts wissen." „Das ist recht", freute sich Birnbacher. „Gleich von vornhinein abschütteln. Politik ist nichts für unsereins. Uns hat unser Herrgott sei Politik schon mitgeben. Und mehr brauchen wir net. Aber vorsichtig sein mit dem Grießenböck und seinen Leuten. Net schroff abweisen, aber auch net Partei nehmen für sie. Sie verstehn mich schon? Die Welt ist einmal so, und ihre Liedln muß man einmal mitsingen, wenn es oft auch gar net zu der Melodie paßt, die da drin singt. Das sind halt Berufsopfer, und net die schwersten. Ich hab mir immer eins glacht, wenn ich dem Grießenböck zu seinen Sprücheln zugenickt hab. Kopfweh hab i net davon kriegt. Aber mei Ruh hab i ghabt", schloß der Alte mit verschmitztem Lächeln. Die Pfeife erlosch. Birnbacher sah ihr mißtrauisch in den Topf und brummte vor sich hin: „Ich weiß net, was der Tabak hat. Kaun: zünd man sich fein Pfeiferl an, ist's gar auch schon wieder.-------Rauchen Sie net?" „Wenn ich darf", meinte Franz bescheiden. „Na, freilich dürfen S'. Wegen was solln denn Sie net dürfen?" „Dann bin i halt so frei." Franz holte seine kurze Pfeife aus der Tasche. Und dann schmauchten die beiden sich an. Ein jeder in sein Denken versunken: Birnbacher sah nach rückwärts nnd Franz nach vorwärts. Birnbacher lächelte. Und Franzens Augen blickten ernst durch das offene Fenster auf den Bärnmooser-berg, wo hinter breiten Wäldern der Koh-lerhof lag. So traf Babett die beiden an. Sie war des Pfarrers Base und Haushälterin. Sie blieb bescheiden in der Türe stehen. Leise seufzte sie auf, weil nun ihrer zwei die Stube verräuchern würden. Aber sie schwieg ehrfurchtsvoll. Und überdies war ihr alles recht, was ihr hochwür-diger Vetter tat. Dem diente sie schon über zwei Jahrzehnte, still und fleißig und treu bedacht auf sein leibliches Wohl. Im geheimen auch besorgt, daß seine Seele auf keine scharfen Kanten stieß. Sie machte den Prellbock zwischen ihm und dem ganzen Dorfgetratsche. Das goß sich über sie aus. Doch sie brauchte sich nur zu schütteln und es rieselte an ihr ab. Durchs Haus schlürfte die Babett wie eine Katzenmutter: unhörbar und meist auch unsichtbar. Die Türen hinter sich schloß sie so leise, daß man nicht wissen konnte, ob sie das Zimmer schon verließ. Von der Türschwelle aus frug sie leise: „Verzeihung, störe ich die hochwürdigen Herren?" „Aber nein, Babett", rief sie der Pfarrer an. „Du störst nach wie vor nicht." Unter langsamem Näherkommen sprach sie: „Von Vorderwölln ist der Sepp da. Dem Vater geht's recht schlecht und er laßt den Herrn Geistlichen Rat bitten." „So der Vorderwöllner-Vater. Hab mir's schon dacht, daß's nimmer lang umgeht mit ihm.-------Kooperator, Ihr erster Gang. Der alte Bauer wird sich freuen, wenn Sie kommen." „Sie können gleich mitfahren, Herr Kooperator. Der Sepp wartet mit dem Fuhrwerk", sagte Babett. Franz erhob sich. Er wurde traurig, weil sein erster Gang zu einem Sterbenden sein mußte. Birnbacher sah seine Beklommenheit und ermunterte ihn: „Reden Sie zu ihm, rate’s Ihnen Ihr Bauernherz sagt, und segnen Sie ihn mit der Hand des Priesters. Er wird ihnen dankbar sein." Die Babett nickte dazu und dachte sich: O du guter Matthias, Herr Geistlicher Rat! Bei dir geht die Liebe nimmer aus. Nun führst du den Jungen ins Leben hinein, das wir beide überstanden haben. Sie eilte hinaus, dem Sepp mitzuteilen, daß der junge Geistliche komme. „3s aa recht", sagte der. „Wann der Vater aa ’n Birnbacher mögn hätt, er werd 'n Kohler schoo aa mögn. Der is a Kom-moda, dös habn ma schoo gfpannt... Ah, da kimmt er schoo. Grüaß Gott, Hochwürden", rief er Franz zu. „Gel, san S' halt nacha so guat. Wann S' aufsitzen mögn. 3 fahr Eahner wieder hoamzu aa." Franz trat an den Wagen heran und reichte dem Schulkameraden Sepp Gschwend-ner die Hand zum Gruß: „Grüß Gott, Sepp. Hab mir net denkt, daß mei erster Weg zu dein Vater sein wird." „Ja mei. Hochwürden, rote’s halt geht, ’s Herz laßt aus, sagt der Dokta. Sinst waar Junge Eingeborene von den Kleinen Snnda-inseln im Gebet. i£?ibcs=s-oto.) er noo gsund. Aber wann ’s Herz auslaßt, werd nix helfen aa nimmer, ’s is halt, rote’s geht. Wir zwoa werdn aa amoi auf die Roaß gehn müssen." Er schlug seinem Gaul leicht über die Krupp. Der zog an und das Gäuwägelchen humpelte über die Dorfstraße dahin. Franz klangen die Worte nach: „’s is halt, rote’s geht." Er war ergriffen von der einfachen Demut, mit der der junge Bauer das Sterben hinnahm. Und er erschrak: für ihn hatte der Tod etwas Schreckhaftes. Er fürchtete ihn für sich und andre Menschen. Beim Tode seines Vaters hätte er dieses Wort nicht finden können. Aus seinem Grübeln dämmerte ein quälendes Ahnen herauf: Bin ich nicht mehr der Ihre? Bin ich aus diesem geheimen Kreis des Bauerntums gedrückt? Er überwand seine Stimmung und frug den Sepp: „Ist der Vater schon länger krank?" „Grad etla Wochen is her, daß eahm gschmissen hat. Hat Eahner der Geischtli Rat nix gsagt?" frug Sepp. „Nein. Ich erfahre erst jetzt davon." „No ja", murmelte der Bauer. Es klang unwirsch. „3a, weißt", entschuldigte sich Franz, „wir haben erst begonnen, alles zu besprechen." „Freili. I Han grad gmoant, Sie wissen's eppa schoo. Aber Eahner kimmt ja mehra unter." Nach einer Zeit des Schweigens frug er plötzlich: „Werd nix Leichts fein, a Kooprater?" . „Nicht leicht. Aber schön, Sepp. Besonders in der Heimat." „Hätt gmoant, daß ehnda härter is da-hoam. Zwegen der Bekanntschaft." „Das ist ja grad das Schöne: Ich bin auf-gwachsen bei euch, kenn einen jeden, kenn jeden Winkel und Steg." „Na ja, dös füll schoo." Franz horchte auf. Eine leichte Unruhe beschlich sein Herz. „Aber?" „Ma sagt grab a so", brummelte Sepp, halb unverständlich vor sich hin. „Wie f’ halt reden, wann s' im Wirtshaus beinand-sitzen." „Das versteh ich nicht", forschte Franz weiter. „I woaß aa net mehra", schloß der andere in einem Tonfall, der deutlich sagte: Und mehr sage ich nicht, Franz frug nicht weiter. Er sah an sich herunter, auf seine gefalteten Hände, aus sein schwarzes Kleid. Er blickte wieder auf und sah seine Heimat. Chinesische Riesen-Orangen aus der Provinz Hunan. (Fidcs-Foto.) Da flog ihn der erste Zweifel an: Wie kann ich beiden dienen? Erst als sie am Vorderwöllner-Hos ankamen, sagte wieder Sepp, als führe er einen Fremden: „Jetzt sän ma da." „Ich weiß doch, Sepp. Bin doch oft genug bei euch gewesen." Das überhörte der Bauer. „Der Vater is im Zuhäusl", erklärte er noch kurz, als sie vom Wagen stiegen. „Da kimmt d'Mutter aa schoo." Die humpelte herzu und machte große Augen, als sie statt des Geistlichen Rates den Jungen antraf. Sie dachte sich: O mei, der junge Herr. Jetzt kimmt der zum Verfehgn. Aber gleich wieder verscheuchte sie den zweifelnden Gedanken und versicherte sich: Js aa a gweihter Priester. Oaner wie der andre. Franz eilte ihr jugendlich entgegen. Vielleicht etwas schneller, als es die Würde erforderte. Er reichte ihr die Hand und legte die andere darauf: „Vorderwöllin, hätt net gineint, daß ich gleich zu euch rauf muß. Steht's schlimm mit dem Bauern?" „Schoo, Hochwürden. I moan, er wird bald verlöschen", antwortete sie ruhig. Er drückte leicht ihre Hand. Er fühlte die harten Schrunden und Falten jahrzehntelanger Arbeit. Mehr als ein halbes Jahrhundert haben diese Hände gewerkt. Daran wurden sie heilig. Das zwang den Kooperator, den Hut vom Kopf zu nehmen und mit Händedruck und Blick der Alten seinen ganzen Trost hinzugeben. Die fühlte die Liebe und Wärme, die aus dem jungen Priester strömte. Sie sah dankbar zu ihm auf und mußte sagen: „Sie sän soviel guat, Hochwürden." Dies Wort gab dem Jungen Kraft. Ein helles Licht entzündete es in seiner Seele. Die Vorderwöllin zog langsam ihre Hand aus der seinen. Sie sah einen Augenblick darauf, als ruhe eine Weihe auf ihr. Dann flüsterte sie: „Wann 6' halt so gut fan, Hochwürden. Der Vater wartet recht hart auf Eahner." Sie schritten dem Hanse zu. Im Eingang raunte sie noch: „Versehgn is er schoo zwoamal wordn vom Herrn Geischtlinga Rat. Grad noo an Trost braucht er, mann’s dahingeht. Er is immer a braver Mann gmen, hat gwerkt und ghaust und gspart sei Leben lang." „Gwerkt, ghaust und gspartl Vorderwöllin, für den steht die Himmeltür offen", tröstete der Priester. (Sortfefcimg folgt.) NEUE BUCHER Antonius = Verlag, Breslau 26. Maria de la Luz. Das Heldenmädchen von Mexiko. Von Dr. P. E. Schi p rows ki 0. F. M. 92 Seiten und 13 Kunstbeilagen. (Bete. RM. 1.80. Breslau 1938. Maria de In Luz war eine junge Mexikanerin, die am 30. Dezember 1934 im Alter von 27 Jahren von roten Banditen erschossen wurde. Bei einem Anschlag auf die Kirche von Cojoacan hat sie sich schützend vor das Portal gestellt und ist so ein Opfer für Gottes Heilig-tuin geworden. Durch ihre mutige Handlungsweise hat sie die Kirche vor Brand und Zerstörung bewahrt. Ihr Martertod war der Abschluß eines wahrhaft apostolischen Lebens für den Christkönig, dem sie von Kindheit an in den schweren Kampfzeiten Mexikos treu gedient hat. — Das letzte Bild wirkt unschön und störend. — Bon diesem Werk ist auch im selben Verlag ein 31 Seiten starker Auszug zum Preis von 25 Pfg. erschienen. Die Lerchenschule. Ein franziskanisches Jahrbüchlein. Von Dr. P. Erwin Schi-prowfki 0. F. M. 8°. 121 Seiten. Gebunden RM. 2.—. Breslau 1938. „Von den Betrachtungen dieses Büchleins sind die meisten in verschiedenen Jahrgängen franziskanischer Zeitschriften erschienen. Sie sind fiir diese Ausgabe zum Teil überarbeitet und durch neue ergänzt worden. Sie wollen ein paar franziskanische Gedanken zum Jahreskreis mit seinen Zeiten und Festen bieten, .... wollen ein franziskanisches Jahrbüchlein sein, das man zu gegebener Zeit immer wieder aufschlägt und dessen kleinen Kapiteln man betrachtend nachsinnt". (Vorwort S. 5.) Vielleicht könnte aber ein besserer Titel gefunden werden. Verlag der Schulbrtiöcr Kirnach = Villingen (Baden). Botschaft Jesu an seine Priester Exerzitien-gedankc». Von P. Joseph Schryvers C. Ss. R Ins Deutsche übertragen von Dr. A. Weiß. 146 Seiten. Kart. RM. 2.—. In Ganzleinen gete. RM. 2.70, 1939. Der Verfasser, dessen Werke in Deutschland in einer Gesamtauflage von 63 000 Exemplaren erschienen sind, verfügt über eine intime Kenntnis der Priesterseele und weiß um ihre Leiden und Freuden. Das Werk zeigt dogmatische Tiefe und Korrektheit. Die aszetische Haltung des Verfassers ist maßvoll und gewinnend. Als besonderer Vorzug darf die Innigkeit und die Wärme der Empfindung gewertet werden, die jeden Vortrag beleben. Das Büchlein bietet Erwägungen für zehntägige Priesterexerzitien, stellt eine ausgezeichnete geistliche Lesung dar und verdient warme Empfehlung. Frauenliebe und Frauenopfer. Tagcbuchblätter von Elisabeth Müller. 68 Seiten. Broschiert RM. 1.—. Geschenkband (Pappband) RM. 1.50. 1939. Die Geschichte einer Ehe, einem Tagebuch entnommen. Die Frau bringt zu hochgespannte Erwartungen und zu viel Empfindsamkeit mit, der Mann verlangt nach großer Gesellschaft und Vergnügen. Eine verheiratete Frau tritt in sein Leben und zieht ihn von seiner Gattin weg. Verlassen und verraten ist sie in Gefahr, ihr liebehungriges Herz einem fremden Mann zuzuwenden. In der Religion findet sie Kraft zum Entsagen und zur Treue. Ein Unglücksfall führt die getrennten Seelen wieder zusammen. Bei der Geburt eines heiß erwarteten Kindes opfert die Mutter ihr Leben für das des Kindes. Ein sehr ansprechendes, empfehlenswertes Büchlein. Die Mesie des Lebens. Von Dr. Martin K rcuser. 32 Seiten. Broschiert 30 Pfg. 1939. Die Erhabenheit des heiligen Meßopfers immer weiteren Kreisen zu vermitteln und seine Segnungen dem alltäglichen Leben zugänglich zu machen, ist ein heiliges Bemühen, bei dem jeder neue Beitrag, jeder weitere Baustein dankbar begrüßt werden muß. Vorliegende Schrift will fiir die Lebenswerte der heiligen Messe den Blick schärfen und ist geeignet, reichen Nutzen zu stiften. Verlag Laumann, Dülmen (Westfalen). Hans Steffens: Mehbuben beten. Zwölf Gebetstexte für die monatliche Einkehr-stunde der Meßbuben. Aus Schrift und Liturgie ausgewählt. 88 Seiten. 60 Pfg. — Metzbuben hören. Ansprachen für die monatliche Einkehrstunde der Meßbuben. 80 Seiten. 75 Pfg. Dülmen i. Wests. 1939. Im Anschluß an das Buch „Jungen am Altar" des gleichen Verfassers bieten diese beiden Hefte die Grundlage zu einer monatlichen Festigung der religiösen Gesinnung der Ministranten. Die Gebetstexte find dem liturgischen Gebet der Kirche in sorgfältiger Auswahl entnommen. Die Ansprachen wollen nicht gebrauchsfertig fein, bieten den Stoff aber doch in einer angepaßten, lebendigen Form. Das Ansprachenheft enthält eine ausführliche Einleitung. — Ob man statt des Wortes „Meßbub" nicht doch beim alten „Ministrant" bleiben soll? Heiliger Elterndienst. Vorträge eines Vaters nnb einer Mutter für die Eltern der Erst-kommunikanten. 24 Seiten. 40 Pfg. Dülmen i. Westfalen. 1939. „Wir Eltern sind dafür verantwortlich, daß in Deutschland eine christliche Generation heraufwächst". Dieser Satz hat bei den Ausführungen, die in diesem Büchlein niedergelegt sind, Pate gestanden. Den Tag der Erstkommunion so fruchtbar wie nur immer möglich zu gestalten, bemüht sich die Kirche durch die Arbeit ihrer Seelsorger. Reben den Priester muß aber das Elternhaus treten und das besonders in heutiger Zeit. Daß das geschehen muß, und wie es geschehen könnte, suchen die zwei Vorträge darzutun. Möge das Büchlein in recht vielen Familien gelesen und durchberaten und gelebt werden zum großen Nutzen der Kinder, zum Segen der Kirche und nicht zuletzt der Eltern selber. Der große Tag. Eine Erzählung für Kommu-lüontmtier. Von Franz B r a u m a n n. iliit Scherenschnitten der Ursberger Kunstwerkstatten. 8U. 112 Seiten. In Leinwand 901. 2.80. Dülmen in Westfalen. 1939. Der Verfasser bietet uns eine Erzählung für Koinmunionkinder, die echt und lebensnah diesem Alter gut zugeschnitten ist. Er malt kein zartes, wirkllchkeissremdes Idyll, sondern steht in der herben Wirklichkeit des Lebens. Auch die Religiosität, mit der wir bekannt gemacht werden, ist tief und echt, was ja gerade bei solchen Erzählungen sehr begrüßenswert ist. Das Buch, das mit recht guten Scherenschnitten ausgestattet ist, dürfte sich als passendes Geschenk für den Kommuniontag erweisen. Lintermann. Salesianer=Verlag, München. 35 Jahre in Abessinien. Missionserinnerungen des Apostolischen Vikars der Galla-9leger und nachmaligen Kardinals Wilhelm M a f j a j a 0. Cap. Nach dem Italienischen bearbeitet non P. Dominikus Wierl 0. Cap., Mitglied der bayerischen Kapuzinerproninz. 371 Seiten. Gr. 8°. Mit einer Karte und 17 Seiten Abbildungen. Preis kart. RM. 4.50. München 1939. Zu den hervorragendsten Apostelgestalten der neueren Afrikamission zählt unbestritten Wilhelm Massaja,Missionsbischof in Hochabessinien. Geboren am 8. Juni 1809 zu Piova bei Asti in Norditalien (Piemont), trat er 17jährig in den Kapuzinerorden, wurde 1832 zum Priester geweiht und 1846 zum Apostolischen Vikar der Galla ernannt. Wiederholt vertrieben und eingekerkert, schließlich endgültig des Landes verwiesen, hat er trotz verbissenster Gegnerschaft der Schismatiker und Mohammedaner die Gallamission dauernd begründet, 38 000 Taufen gespendet, einheimische Missionskräfte und Priester herangebildet und sich als Kulturpionier größtes Ansehen erworben. Er führte beispielsweise die früher unbekannte Schutz-imvfung gegen die Pocken ein und nahm selbst 40 000 Impfungen vor. Die erste Galla-Amhara-Grammatik ist sein Werk. Zwangsweise nach Rom zurückgekehrt, schrieb er im Auftrag des Papstes das zwölfbändige Großwerk: „Meine 35 Missionsjahre in Hochäthio- pien", das durch seine lebensvolle Schilderung Don Land und Leuten bahnbrechend für die Kenntnis Abessiniens wurde. Leo XIII. verlieh ihm 1884 die Kardinalswürde. Am 6. August 1889 starb der verdienstvolle Missions-veteran, 80 Jahre alt. Das vorliegende Auszugswerk von P. Wierl schließt sich, zeitlich eng an das Original an und trifft auch dessen frischen Ton. D.e Erzählung der hochinteressanten Begebenheiten schreitet rasch voran und reißt den Leser mit sich fort. Die Fülle und Fremdheit der Erlebnisse schmerzlicher wie tröstender Art zwingt zu innerster Anteilnahme und erschließt in sehr anschaulicher Weise die Welt eines afrikanischen Missionärs und des Apostolates im dunklen Erdteil. Der Herausgeber und seine Orüensprovinz haben sich mit diesem Werk ein hohes Missionsverdienst erworben, wofern es nur in die Hände recht vieler Leser gelangt. Es wird dem einfachen Volk wie auch den Gebildeten ein reiches Maß von Missionskenntnis und Missionsverständnis vermitteln. Die eingestreuten Bilder erhöhen den Wert des Buches, und man möchte nur wünschen, daß sie ahlreicher wären. Der Preis ist in Anbetracht es Gebotenen gewiß nicht hoch. H. Wohnhaus. Verlag Herder &' Co., Freiburg i. Br. Der Verlag Herder in Freiburg gibt ein Schottbildband heraus, das die Gläubigen zum besseren Verstehen der Meßfeier und zum rechten Gebrauch ihres Schott-Meßbuches führen will. Hier wird vor allem ein zusammenhängender Ileberblick über die Entwicklung der liturgischen Erneuerung und über Entstehung und Verbreitung des Schott-Meßbuches geboten. Darüber hinaus soll Schönheit und Würde des Choralamtes wie auch der Gemeinschaftsmesse eindrucksvoll zu den Glaub'gen sprechen. Deshalb wird mit dem Bildband eine Schott-Schallplatte geliefert, die Aufnahmen aus einem Choralamt in Beuron und aus der Feier einer Gemeinschaftsmesse bringt. Die Erklärungen und Erläuterungen finden sich im Textbuch, das ebenfalls mckgeliefert wird. Wer sich über den Bezug von Bildband, Schallplatte und Textheft unterrichten will, wende sich an den , Verlag Herder, Freiburg im Breisgau. HeditinnigeniDanhunbDergeirs 0ott für Anmeldung neuer Abonnenten sagen wir: H.H. Pfarrer E. Peller, Gschwandt bei Gmunden (Oberdonau) 7; Frau Elisabeth Kampl in Pichlhofen (Steiermark) 12; Frau Maria Ioas in Lichtenhof bei St. Stephan (Steiermark) 4; Theresia Flucher in Gussendorf (Steiermark) 1; Anna Bux in Iagstzell (Württemberg) 1; Familie Johann Albine Andraschko in Scheiben-Winterberg (Sudetengau) 1; Maturanten Vy-biral und Gastager (Steiermark) 1; Herrn Johann Junger in Loipferding (Salzburg) 1. Mögen diesen erfreulichen Neubestellungen noch weitere folgen! Die neuen Leser bekommen die bereits erschienenen Hefte des Jahrgangs nachgeliefert. Ächtung! Um Anfragen zu ersparen geben wir bekannt, daß der Bezugspreis des „Stern der Neger" von den deutschen Abonnenten an das Missionsseminar St. Josef Ellwangen (Sattst) Württemberg, Postscheckamt München 262 66, zu zahlen ist. Bei E nzablnngen Bitten wär um genaue Angabe des Absenders. Bei Wohnungsänderung teilen Si* uns bitte die alte und die neue Adresse mit. Wenn Ihre Adreiie von uns nicht ganz richtig geschrieben sein sllte, Bitten wir auch um Mitteilung zwecks Richtigstellung. Verwaltung des „Stern der Neger" Missionshaus Joseistal Bel Ellwangen (Jagst) Württemberg.