^! 33«. Donnerstag am V. October «»H».' Die „LlUs'!ich<>l- Ieililna" rrschiint ">il ?l,l^»^h>».' dcr S,'!in- und F.icrtagc. täglich, n»c, fmirt m,„,n< dc» Beilagen im (5o m P tu ir q an z j ä l,r i g !l ,l., ball'jäh rig 5 ,1 l0 lr ü,,t Kreiiibano' i», (imuv^i^ ganzjährig l2 st., ball'iahrig «i ft- /»r me Z»ste,ln»,, in's Ha»s N»t> h a! l', ä h l i g 30 fr, >»M' zn .»»richk». Mit der Post Porto-frei ganliäbri., „ntcr Kn'», o»sg eb „ l, r s,,r eine Sl'>ilt.nse!l'en fiir e,». »'aliqe Einschalt»».,':! f>., s'.r ,w.>,',.a,ige ^ s> ,ur prcin.al.g. 5, fr, <5. M, Ins.rate bis !H ^,,le» koste» l fl. ftir » Mu!. 5,0 fr. s„r 2 Mal »nd 4U fr. snr « Mal sin/» chnlte..' 3>l dilft» ^cl'ülir.'» ist nach dem „P>l'v!,or>sche» (^e,ehe vm» <>. '.'lovcinber l«50 fiir ^ns^rtionsstäinpel" noch <<> fr. ss'r eine jedes,,lalige <5i»schall>mq hiu^ii z» rrchn,» Anltlicher Theil. ^5e. k. k. apostol. Majestät haben mit allerhöchster Entschließung vom 2!). September d. I., den erste» Präfecturrath der Venediger Finanzpräfectnr, Dr. Ludwig Holz gethan, zum Fiuauzpräfecten daselbst, mit dem damit verbundenen Titel nnd Charakter eineS Ministerialrathes allerguädigst zu ernennen gernht. Se. k. k. apostol. Majestät haben mit allerhöchster Entschließung vom 29. September d. ,I., den Mi-uisterialsecretär im Finanzministerium, Dr. Johann Cappellari delta (3 olomba, zum ersten Prä-fectuirathe bei der Mailander Finanzpräfectur allerguädigst zu ernennen geruht. Se. k.k. apostol. Majestät haben mit allerhöchster Entschließung vom 29. September d. I., die Versetzung des ersten Präfectnrrathes der Mailander Fi-uanzpräfecmr, Dr. Sebastian Steiner, in gleicher Eigenschaft znr Venediger Finanzprafectur allergnä^ digst zu genehmigen geruht Die bei dein Magistrate Laibach erledigt gewordene zweite Magistratsrathsstelle ist in der Gemeinde-rathssiyung vom 30. September d. I. dem Herrn Franz Oblak, Assessor beim k. k. Bezirksgerichte I. Classe zu Gottschee, verliehen worden. Stadtmagistrat Laibach am 4. October 18!i2. Veränderungen in der k. f. Armee. Major Johann Graischül), Commandant der Iaroslauer Mouturscommission, wurde mit dem Charakter und der Pension eines Oberstlieutenants in den Ruhestand versept. Am 2. October 1832 wird in der k. k. Hof-und StaatSdnickerei in Wien das I.lX. Stück des allgemeinen Neichsgeseft- und Regierungsblattes, und zwar in sämmtlichen Ausgaben ausgegeben und ver-seudet werden. Dasselbe enthält unter Nr. 190. Die Iustizmiuisterial-Verordnuug vom 16. September 18!l2, die Einführung einer provisorischen Civil-Prozeßordnuug in Ungmn, Croatien, Slavonien, der serbischen Woiwodschaft nnd dem Temeser Vanate, betreffend. Nr. 191. Den Erlaß des Finanzministerinms vom 22. September 1«^i2, womit nachträglich zu dem Erlasse vom 14. August 1.^2, Nr. 1ll!l, R. G. B. Stück I'., jeue Staatscassen des Königreiches Dal-matien namhaft gemacht werden, bei denen die Caution für Herausgabe einer periodischen Druckschrift politischen Inhaltes, oder im Falle einer gerichtlichen Verurtheilnng einer periodischen Druckschrift erlegt werden kann. Nr. 192. Die Verordnnng des Justizministeriums vom 2ll. September 18^2, zur Erläuterung des H. :l der kaiserlichen Verordnung vom 20. März 1«l>l, über die Anmeldung der Privatrechts-An-sprüche auf das für verfallen erklärte Vermögen kriegsgerichtlich verurtheilter Personen iu Ungarn, Croatien und Slavonien, der serbischen Wojwod-schaft und dem Temeser Banate. Nr. 19^. Den Erlaß des Miuisteriums der Justiz und des Innern vom 27. September 1862, giltig für das Königreich Ungarn, Croatieu und Slavonien mit dem croatischen Küsteulaude, das (vrosi-fürsteuthum Ciebeiibüigen, die Wojwodschaft Serbien und das Temeser Vauat, und das Großherzog, thum Krakau, wodurch in Folge a. H. Entschließung vom 4. Mai 18!i2 die körperliche Züchtigung alö Discipliuarstrafe in den Strafhäusern nuc in den Gefaugeuailstalten der Gerichte wider Sträflinge und Uutersuchungsgefaugene nnter bestimmcen Eiu-schräükllngeu und Vorsichtsmaßregeln eingeführt wird. Nr. 194. Das kaiserliche Patent vom 29. September 18Ii2, wirksam für den ganzen Umfang des Reiches, womit die directen Stenern für das VerwaltungS-jähr 18ÜÜ ausgeschrieben werten. Zugleich mit dem gegenwärtigen I.IX. Stücke wird zn der deutschen Alleinans-gabe desselben da s Ve rze i ch n i ß säm m t-l ich er im Monate September durch das Reichsgesel) bl a tt k u nd gem achte u G e se y e u u d V e r o r d n n u ge u h era u sge g e be >i. 2llien, am 1. October 18i;2. Von, k. k. Redactiousbnreau des allgemeiucu Reicho-gesen- und Regierungsblattes. Nichtamtlicher Theil. Acllßere Politik Qcstcrreichs sscgen-nbcr der preußischen fresse. " Die „preußische Adlerzeitung," welche bekanntlich in Verbindung mit dem „prenßischen Etaats-anzeiger," dein Geselzesbülletin des Königreiches, herausgegeben wird, bringt seit einiger Zeit systematisch fortlaufende, augeblich ans Böhmen datirte Correspon-denzeu, worin die Zustände und Bestrebungen unseres Kaiserstaates uuter den verschiedensten Geslchtspuncten, immer jedoch in übelwollender, mitunter direct feindseliger Weise beleuchtet werden. Es ist bezeichnend, daß ein Urtheil, obendrein cin solches, in jenem Blatte gerade für Oesterreich aufgespart wird. Während der europäische, wie der amerikanische Continent, Afrika uud der Orient nur in jener objectiven Weise behandelt werden, welche sich auf die Erzählung der Thatsachen und deren pragmatische Darstelluug beschränkt. Ohne irgend Etwas aus dem Vorrathe eigenen Urtheils nnd selbststäudiger Anschauung hinzu zu thun, wird bei Oesterreich allein eine Ausnahme von der bequemen Regel gemacht. Worin bestehen nnu jene Enthüllungen, die ihren Weg über das Erzgebirge nehmen, um die Leser der „Adlerzeitung" über die Richtungen uud angeblichen Irrgänge der innern und äußern Politik Oesterreichs zu belehren? In Nr. 229 behauptet diese Stimme: während vor 1848 das Wesen der answärtigen Politik Oester. reichs darin bestanden habe, die politischen Ertreme zn ermitteln und darüber zu wachen, daß keines so übergreifen werde, um die Ruhe uud das Gleichgewicht Europa's ernstlich zn gefährden, werde jeyt auf den Trümmern der niedergeworfeneu Revolutiou die Theorie eines mitteleuropäischeu Staaten- und Handelsreiches aufgebaut, was in seiner consequenteu Durchführung die Gestalt der europäischen Verhältnisse wesentlich äuderu und die widerstehenden Hindernisse, „deren es doch sehr mächtige gibt," geradezn mit Gewalt cms dem Wege räumen müßte. Selten noch ward eine schwerere Anklage mit größerer Leichtfertigkeit ausgesprochen. Es ist unwahr, daß der leitende Gedanke der europäischen Politik Oesterreichs sich seit 1848 in sein bares Gegentheil verkehrt habe. Vor wie nach 1848 strebt sie unwandelbar »ach demselben Z,ele, der Bewahrung des allgemeinen Frie-deus nnd der Grundlagen der rechtlich verbürgten gesellschaftlichen und internationalen Ordnung deß Weltteiles. Nicht eine einzige Handlung läßt sich dem österreichischen Cabinet? mit Grund vorwerfen, wodurch es die Achtung fremder Rechte im Entferntesten ans den Angen gesetzt hätte. Ganz im Gegentheile waren seine Bemühungen unablässig dahin gerichtet, Störungen der völkerrechtlich festgestellten Bestände, so weit seine Macht uud sein Einfluß es gestattete, zu verhüten und zu beseitigen. Man mnß sehr wenig Einsicht oder sehr viel Leidenschaft besitzen, um diese factische, mehrfaltig erprobte Wahrheit zu verkennen. Wenn Oesterreich, als eines der hervorragendsten Mitglieder des deutschen Bundes, dem Zollvereine beizutreten und die gemeinsamen Verkehrobeziehuugen im friedlichen uud ordentlichen Vertragswege zu erweitern wünscht, so liegt hierin für keine Macht eine Gefahr oder ein ernstes politisches Bedenken; denn sonst könnte anch der Zollverein vou diesem Standpuncte aus «„gefochten werden, nnd doch hat ihu Oesterreich lederze.t als eine zur Erfülln.,« i>, der Vu.'desacte "'derben Zusagen gemachte Vorarbeit bereitwillig m'crkamtt nud leitet aus dieser Veschc,ff,.,heit de. beu u.cht bloß das Recht, sondern auch die Pss ^ k'ines Beitrittes ab. ^' ^ Noch unerquicklicher und wunderlicher gestaltet !'ch das fernere Naisonnement des Correspondenten N'dem er die Entdeckung auftischt, daß man sich zn Wien in gewissen politischen und hochkirchlichen Rreisei, m.t dem Gedanken identificirt habe. der Untergang der Systeme, die im Staat und Kirche bisher in Großbritannien w i e in Preußen uud im deutscheu Horden überhaupt zu so viel Macht und äußerem Wohlstände gefuhrt dabeu, sei nahe bevorstehend. Vor Allem müssen wir die Zusammenstellung Englands und Preußens in politischer Hinsicht als eme unpassende bezeichnen. Denn die britischen Insti-tutioueu haben sich unter grundverschiedenen Bedingungen und Emssüssen entwickelt, und siud namentlich ans einem ganz eigenthümlichen, aber glücklichen Zu-sammengreifen der aristocranschen und volksthüinlichen Elemente jenes Staates, bei unbestrittenem Ueber-gewichte der ersteren, hervorgegangen. Preußen hingegen datirt die Tage seines Ansehens, seiner Macl't und seiner europäischeu Geltuug von der eigenthümlichen Ansbildnng nnd Vervollkommnung seiner atmn-nistrativen nnd m.lttärischen Eiurichtungeu, und wenn es >n neuester Zelt das konstitutionelle Regime sich aneignete, so muß vorerst abgewartet werden, ob uud mwleferu sich dasselbe dort bewähren werde. Und auf den Stnrz dieser noch so jungen, dem Bedürfnisse fortwährender Modification nichts weniger als ent. 'Uckten Institutionen sollte Oesterreich seine Hoffnung ""d Zuversicht, i» Bezug auf dic eigene Entwlckeluna bauen? " .Wenn mm aber diese Prophezeiung sich nicbt erfüllt," fährt der Einseuder fort, „wird unser Kaiser-reich dann nicht um seine Peripetie kommend Iu der That. eine solche Darstellung sl^ft a.r zu uahe au die Gränze des Ammemnahrcheus D feste, nach Jahrhunderten der Tradition u.id d,s E »80 folges zählende Gang der österreichischen Politik schließt derlei Luft- lind Ideensprünge, die für ein lyrisches Gedicht, aber nicht für ein verständiges, politisches Programm passen mögen, rollständig ans. Wenn man vor der Gefahr der radicalen Strömungen in England und anderwärts nicht geflissentlich das Auge verschließt; so folgt daraus keineswegs, daß man die Gefahr herbei wünscht, oder gar auf selbe abenteuerliche Combinationen baut. Oesterreich hat das Muster u den Einrichtungen, welche es in seinem Innern einzuführen beabsichtigt, weder auswärts geholt, noch berechnet es den Erfolg derselben auf irgend welche Eventualitäten. Diese Einrichtungen resultiren aus dem iunersten, wohlverstandenen Bedürfnisse des Staates selbst, auS der Eigenthümlichkeit seiner socialen, nationellen und provinziellen Zustände. Diese Eigenthümlichkeit liefert den Maßstab ihrer Tauglichkeit, und so wie wir hoffen, daß sie sich mit Gottes Hilfe nützlich und segensreich bewähren werden, so können wir nur wünschen, daß jeder uns befreundete Staat von derselben Marime ausgehen und mit solchen Iu-stitutioneu sich umgeben möge, die ohne Rücksicht auf serue Möglichkeiten und fremde Zustände ans seiner natürlichen Anlage hervorgehen. <3orrespoudcnzen. Trieft, -!. October. — ^ „ Wie ich eben erfahre , soll unser Herr Podest« ein Nnndschreiben an die Bewohner dieser getreuesten Stadt erlassen haben, worin er sie aufmerksam macht, daß Ee. Majestät unser allergnä-digster Kaiser und Herr am 7. d. M. für wenige Augenblicke das Gebiet von Triest betreten werde, um nach Pordenone zu den Feldmanövern zn fahren. An der Stelle, wo sich die neue Fiumaner Straße mit der Bergstraße von Optschina verbindet, soll ein Triumphbogen errichtet werden, wo der Stadtrath, mit dem Hrn. Podestü an der Spiye und die Chefs der Behörden, der Ankunft des Monarchen harren werden. Diese erfreuliche Nachricht wird sich morgen wie ein Lauffeuer durch die Stadt und die Umgebung verbreiten, und die Bewohner werdeil von allen Seiten sich um den Triumphbogen schaaren, um den geliebten Kaiser für die wenigen Augenblicke sehen zu können, während welchen die Pferde der k. k. Hofrrägen gewechselt werden. Die Kunstreiter, nnter der Leitung des Herrn Guilaume, erfreueu sich eines großen Beifalls. Der Zudrang war Souutag so groß, daß um 4 Uhr Nachmittags auf höhern Befehl der Verkauf der Eintrittskarten uuterlasseu werden mußte, deun schon eine halbe Stunde bevor, als das Schauspiel anfing, wurden bei 2800 Eintrittskarten verkauft. Man kann sich vorstellen, wie voll das Theater sein mußte, wenn man bedenkt, daß daS ganze Parterre vom Circus eingenommen wird. Abends wurde die zweite Vorstellung , welcher bei 2700 Zuschauer beiwohuten. von der Gegenwart Sr., k. k. Hoheit dem durchlauchtigsten Herrn Erzherzog Ferdinand Marimilian beehrt , welcher sich bis zum Ende in dcr Hofloge aufhielt. Marburg, 6. October. Or. I'___ Die Durchreise Sr. Maj. unseres allgeliebten Herrn uud Kaisers elecnisirt noch alle Gemüther, uud gibt es eiuen Neid, der je verzeihlich, so ist es jener der Steirer über das Glück, daß unsern croatischen Brüdern so lange die Gegenwart des ritterlichen Monarchen gönnt. Ueber die musterhafte Ordnung der gedrängten Volksmassen läßt sich nur Ein Lob anssprecheu, das aber in seiner Veranlassung auf das liebevolle uud saufte Veuehmeu unserer wa-keren Behörden, besonders des ausgezeichneten Ve-zirkshauptmannes Hrn. Alois Nord, und des allverehrten Stadtvorstandes Hrn. Othmar Reiser fällt. Wir erinnern uns bei dem schönen Betragen nnserer Bevölkerung nnwillkürlich an den schönen Spruch unseres größten deutscheu Dichters: „Als die Götter menschlicher noch waren, waren Menschen göttlicher!" Die Beleuchtung der Wobugebäude der Handelsherren Pachner, Altmann, Albensberg :c. zeigten eben so sehr von der Prachtliebe als dem guten Geschmacke unsrer Marburger. Recht treffend für die Stimmung aller Oesterreicher taugte das bei der Gelegenheit der allerhöchsten Kaiserfeier vom hiesigen Hrn. Gymna-sialdirector I. Kurz gebotene Impromptu: Vllvikuk U!nll8 «ll>l)ili« i'<^»ulilil:n ciurat l^t Vl!> IlOttllll« NUlli» IXX^I'l; <>!l<>l»t. Ganz überraschend war die Ueberfahrt Sr. Majestät über die Drave zu Sauricsch au der steirischen Landesgränze. De.r Floß, dessen Steuer Hr. Herrschafts-Inhaber Ulm selbst führte, war zu einer duftenden Orangerie umstaltet, und rings von einer kleinen Kahnstottille umschwärmt, derer Lenker in Matrosentracht sich zeigten. Von Sauritsch bis Warasdin waren allein üver ein Duyend Triumphbögen. „Heil, Glück und frohe Wiederkehr der Reise des ritterlichen Kaisers!" ist nun der Refrain im Munde der Steirer. G e st e r r e i ch Klasscnfnrt, 1. October. Noch ist alle Welt voll vom Radchkyjubel; die Freude über die Herablassung, Herzlichkeit und Leutseligkeit des Greises ist eine allgemeine. Wir wollen noch Einiges aus seinem Hiersein nachtragen. Am Sonntag war uicht Kirchenparade, soudern der Marschall hörte um halb 8 Uhr iu der Stadtpfaire die hl. Messe und hielt sodann Revue über das Militär, worauf eiuzelu und in ganzen Abtheilungen deftlirt wurde uud Se. Erc. wieder seine Zufriedenheit über die Haltung der Truppen aussprach; Nachmittags waren Tauseude uud Tauseude von Menschen am Kreuzberge, wo sich leider zu dem wenig verlautbarten Scheibenschießen nur einige Sckünen einfanden. Der Heldeugreis besuchte zuerst die Schießstätte und wünschte dem eben zum Schuß bereiten SchüiM Glück, und dieser Glückwunsch war uicht umsonst gesprochen, denn derselbe Schüye gewann das Beste von der Schiesistätte; dann begab sich Se. Ercellenz unter fortwährenden Freudenrufen der Menge auf die Höhe der Anlage, um die wunderschöne Fernsicht zu genießen. Man konnte sich nicht genug wundern über die Rüstigkeit des Greises, der diesen für sein hohes Alter nicht unbeschwerlichen Weg zu Fuß, ohne das geringste Zeichen von Anstrengung machte. Nach längerem Aufenthalte wollte der Marschall herab fahren nnd saß wirklich schon im Wagen, allein die Pferde, durch die dichtgedrängte Bevölkerung scheu geworden, blieben stehen und wollten nicht von der Stelle, so daß er wieder aussteigen und bis an den Fuß des Berges gehen mußte. Abends war großer Fackelzug der Bürger, wobei dem Herrn Bürgermeister die Ehre zu Theil wurde, vom Herrn Marschall umarmt zu werden. Der Herr Marschall wird wohl die Ueberzeugung mit sich genommen haben, daß die Klagenfur-ter unter seine aufrichtigsten Bewunderer gezählt zu werdeu verdienen. Wien, -!. October. Anf Veranlassung der Wiener Stadtgemeinde wurde zur Feier des allerb. erfreulichen Namensfestes Sr. k. k. apost. Majestät gestern Vormittags N Uhr in der Metropolitau-Domkirche zu St. Stephan ein feierliches Hochamt sammt Te Deum abgehalten, welchem der hohe Reichs-rath, die sämmtlichen Herren Minister, der Herr Statthalter von Nieder-Oesterreich, die Chefs und Beamten sämmtlicher Behörden, der Herr Bürgermeister Dr. Ritter v. Seiller mit dem Magistrate und Gemeiuderathe, die Gemeiudevorstände, Innungen, Gremien und eine sehr große Anzahl Andächtiger aus allen Ständen der Bevölkerung beiwohnten. Der hochwürdiqste Herr Weihbischof celebrirte unter zahlreicher Assistenz das Hochamt. — Eine Abtheilung Militär in Parade machte im Innern der Domkirche Spalier. Nach Beendigung des Hochamtes begab sich der Herr Bürgermeister Dr. Ritter v. Seiller, an der Spil)e des Magistrats und Gemeinderathes, auf den Wienerberg, um die Grundsteinleguug des restaurirten „Spinnerkreuzes am Wienerberge in feierlicher Weise vorzunehmen. Die hiesigeu k. k. Unterthanen der griechisch-romanischen Gemeinde feierten in ihrer Pfarrkirche zur heil. Dreifaltigkeit das h. Namenofest Sr. Majestät des Kaisers mit einem solennen Te Deum (Dorolo-gie), wobei sich sämmtliche Gemeindeglieder und die Schuljugend einfauden. — Se. Majestät der Kaiser erhielt kürzlich im Wege des k. k. österreichischen Consulates zu Ie-rnsalcm eine Vase von ausgezeichneter Arbeit, welche die israelitische Gemeinde, in Jerusalem als Denkzei» chen für gewährten Schutz. Sr. Majestät dem Kaiser übersenden zu dürfen die Erlaubniß erhielt. — Die im Ministerium gepstogeuen Berathungen über das neue Handelsgesep sino geschlossen. In leltter Zeit wurden denselben nebst den Abgeordnete» der Handelskammer, auch die Verstäube deö Handels» und ApothekergremiumS beigezogeu. — Dem Vernehmen nach werden die Resultate über die von Seite der GloggniNer Eisenbahn mit der Staatsverwaltung gepflogenen Ablösungsverhand« lungen in der nächsten Generalversammlung, die im Monate Jänner Statt findet, eröffnet, und die Ve< schlüsse in dieser Angelegenheit gleichzeitig gefaßt werden. — Im k. k. Münzamte arbeiten jetzt die sämmtlichen Maschinen bei Tag und Nacht an Umprägunss der Silbervorräthe nach dem neuen Münzfüße. Die sämmtlichen Vorräthe der Staats- nnd Bankcassen werden umgeprägt. Das ans den alten Münzen gewonnene Kupfer wird unter Einem znr Erzeugung von Scheidemünzen verwendet. — Die Zahl der beschleunigten Eisenbahnzüge der südöstlichen Bahn wird dem Vernehmen nach vom November an vermehrt werdeu, da die Frequenz der Dampfboote bis dahiu beschränkt sein dürfte. — Die in Folge der höhern Orts gepflogenen Verhandlungen zur Hebung der Pferdezucht in Oesterreich in Antrag gebrachte Errichtung einer Fohle»-Wartanstalt wird, wie mau veruimmt, in Aussi»^ rung kommen. Wenigstens sind vorläufig dießftlW Erhebungen eingeleitet worden. — Das päpstliche Douanencorps wird "ach dem Vorbilde der österreichischen Finanzwache reor-ganisirt. Mehrere bezügliche Anfragen sind von Seite der päpstlichen Regierung dießfalls hierher ergangen. — Wie stark der Verbrauch an Geflügel in Wien ist, kann daraus eutnommen werden, daß vom 1. August l8!l1 bis 1. August 18!!2 uicht weuiger als :'.24.22!l Scück von größerem und l.312.!:lN S^ von kleinerem Geflügel zugeführt wurden. Nt")l net man hiezu noch die nicht unbedeutende Zahl von Hühnern, Aenlen u. s. w., welche in den Haushaltungen Wien's selbst groß gezogen werden, dann die bekannte Gewohnheit der Wiener, außer den Verzehrungs-steuerlinien Geflügel zu cousumiren, so dürfte die Annahme, daß ungefähr jeder Bewohner Wien's mindestens 1 Stück von größerem und .» Stück von kleinerem Geflügel jährlich verzehrt, nicht irrig sein» Der Verbrauch an Wildfleisch ist gegenwärtig wege" der geringen Iagderträgnisse und der gesteigerten Wilt" pretpreise nicht so bedeutend, wie in früheren Jahre«» Doch wurden noch immer 79.008 St. Hasen, 22.3 ^ Stück Fasanen und ««.898 Stück Rebhühner eili> geführt. — Wieder wird berichtet, daß die Spielbank >" Bad Hombnrg gesprengt worden sei. Dießmal wild der Prinz Lucian Vonaparte als der Glückliche mit eiuem Gewinn von 480.000 Fr. genannt, ^mige Blätter haben bereits anfmerksam gemacht, daß diese Nachrichten von angeblichen Verlusten der Bank ge-wohnlich eine Einladung der Spieler sind, das angebliche Unglück zn benichen. — Aus Melbourne in Australieu schreibt man vom 17. Mai: Diese glänzende Niederlassung hat auch ihre Schattenseiten. Victoria z. V. befindet sick) in einer abscheuliche,, Lage. Zwischen «0—70.000 Maschen arbeiten in den Minen, und die Stadt ist i^ dicht bevölkert, daß Tausende in Zelten und Hunderte unter dem blaueu Himmel schlafen. Die glänzendste» Geschäfte werden von den Schenkwirthen gemacht, die sich nach !5- « Monaten in's Privatleben zurü^ zieheu. Mord, Raub und Brand sind an der Tagesordnung und nach Sonnenuntergang wagt sich M' mand ohne Pistolen auf die Straße. Pordenone, 30. September. Se. Ercellel'i Feldmarschall Graf Radchky ist gestern Mittag unter dem Jubel der Bevölkerung hier augekommen; er wurde bei seiner Ankunft von allen Civil-, Militär-uud kirchlichen Behörden begrüßt. Heute kam Se. k. Hoheit der durchlauchtigste »81 ^- ErzherzDg Carl Ferdinand hier an, uud hat seine Wohnung im Palaste Poletti genommen. Aus Udine wird über die Aukuuft Sr. Ercell. Nachstehendes gemeldet: Wiewohl Se. Ercell. jede Empfangsfeierlichkeit abgelehnt hatte, war dennoch, auf Veranlassung der Commune, der ganze Weg von der Porte Gemona bis zum Absteigequartier, so wie das Commuualgebäude, die Hauptwach.', die Rieftu-Esplanade, ein Theil des Mercato vecchio und die Gasse nach dem Absteigequartier beleuchtet. Troll des herabströmeudeu Regens begleitete eine dichte Menschenmenge uuter Regenschirmen den hochverehrten Gast nach dem Gasthofe. Venedig, 4. October. Se. Majestät der Kaiser wird dem Vernehmen nach, von Pordeuoue aus seewärts den Rückweg nach Croatien einschlagen. Die Ankunft in Udine, welche Stadt zum ersteu Mal das Autlift des Monarchen erblickt, und sich daher zu eiuem windigen Empfange rüstet, soll am 6. d. Nachmittags erfolgen, uud demnach schou am kom-meuden Donnerstag das große Caoalleriemanöoer anf den weiten Ebeucu deißseits des Tagliameuto Statt finden. Heute, nach dem feierlichen Hochamte, das iu der Marcuskircbe abgehalten wurde, reiste Seine Ercell. der Herr Statthalter Ritter v. Toggenburg nach Ober-Friaul dem Monarchen entgegen. Viele Fremde beeilten sich, bei dem interessanten Schauspiele in Pordenone zugegen zu seiu, uud letzterer Ort ist bereits bis auf die geriugste Wohuuug iu Auspruch genommen. Deutschland. Verlin, 2. October. Die „Preuß. Ztg." ist in den Stand gesetzt, nachstehend die Depesche mitzutheilen, welche unter dem 27. o. M. in der Zollver-eiusaugelegenheit an die königlich preußische,, Gesandtschaften bei den betreffeudeu Zollvereiusregierungen ergangen ist: „Iu der Erklärung, welche preußischerseits in der Sitzuug der hiesigen Zollconferenz vom !w. August d. I. abgegeben worden, ist die Nothwendigkeit dar-, gethan, die Frage über den Umfang des künftigen Vereius rechtzeitig bindend festzustellen, und es ist in Verbinduug hiermit die Hoffuuug ausgesprochen, daß in einer in der ersten Hälfte des Monats Septem-ber anzuberaumeudeu Sitzung die wcgeu eiuer gemeinschaftlichen Grundlage der Verhandlungen ge-wüuschte Nückäußerung erfolgen werde, ohne welche man dießseits iu weitere Verhandlungen mit der Gesammtheit der Zolloerbündeten nicht würde eintreten können. Indem wir jene Hoffinmg aufsprachen, glaubteu wir uns des allseitigen Einverständnisses damit um so mehr versichert halteu zu dürfen, als wir überzeugt wareu, mau w rde vou alleu Seiten erkennen , daß es durch die ganze Lage der Sache uud durch Gründe der innern Nothwendigkeit geboten sei, einel Ungewißheit ein Ziel zu seyen, welche uuläugbar uachthei-lig auf alle Verhältnisse eiuwirkeu, uud dereu baldigste Beseitigung im gemeinsamen Interesse liegen muß; wir befiudeu uns iudeß, zu uuserem aufrichtigen Bedauern, auch bis heute uoch Seitens der dor-tigeu Negieruug ohue eine zustimmende Erklärung dazu, daß die Verhandlungen mit Oesterreich über einen Zoll- und Handelsvertrag erst nach Abschluß des Vertrages über Ernenerung und Erweiterung des Zollvereins zu eröffnen seieu. Wir siud somit iu der Unmöglichkeit, die Verhandlungen der Zollconfereuz mit der Gesammtheit 'fortzusetzen, und haben deßhalb diese Verhaudlungeu nur mit deujeuigeu Staate» wieder aufgeuommen, welche sich bereits der dießseitigeu Erkläruug vom A>. August d. I. angeschlossen haben. Von dem Wuusche geleitet, wie bisher, so auch ferner Alles zu thun, was zur Förderung und Er-reichuug des Zieles, der Erueuernug des Zollvereins nuter Hinzutritt des Stenervereius, möglich uud mit dem allseitigen, wie mit dem Iuttresse des eigeueu Laubes vereiubar ist, werdeu wir iudesseu, so lauge es der Zelt uach überhaupt zulässig erscheint, nicht Anstand uehmeu, auch mit der dortigen Negieruug wieder iu Verhandluug zu treteu, sofern dieselbe uns dazu durch eiue zustimmeude Erkläruug über die obeu erwähnte Frage in den Stand gesetzt haben wird. Ich werde gern bereit sein, eine solche Erklärung ent-gegeu zu nehmen, uud ersuche Sie. sich hiernach ge-geu die dortige Negieruug zu äußern, auch, weun es gewünscht wird, Abschrift gegenwärtiger Depesche mitzutheilen. (gez.) Manteuffel." Als eine der wichtigsten Vorlagen, welche der von dem Minister des Innern berufenen Nevk sionscommission gemacht werden sollen, wird ein die künftige Zusammeuseyuug der zwcitcu Kammer betreffender Gesetzentwurf bezeichuet, welcher demuächst im Staatsmiuisterium zur Verathuug gelangen soll, um sodann den Kammern vorgelegt werden zu können. Außer dieser Gesetzesvorlage soll die Frage über die Verlängerung der Legislaturperiode der Kammern unter deu Gegenstäudeu, welche die Commission zu erörtern hat, in erster Neihe stehen. Bei 17 Individuen hat die Polizei in München wegen Verdachts des Wuchers Haussuchungen gehalten uud Papiere mit Beschlag belegt. Vreslau, 2. October. Zum küuftigeu Montag soll hier eiue Zusammenkunft schlesischer Industriellen Statt finden, um iu einer Petition an das königliche Ministerium die Zolleiuiguug mit Oesterreich auzuempfehlen. Italien. * Aus Neapel vom 2.>. September wird gemeldet, daß die Quarautäue für die Proveuienzeu aus de» österreichischeu Häfen seit dem 22. v. M. wieder aufgehoben wordeu ist, uachdem sich ergebeu hat, daß man sich in der ganzen österreichischen Mouarchie überhaupt eines guten Gesuudheitszustaudes erfreut. Belgien. In der Sitzung der Repräseutauleukammer vom 27. September faud die Wahl des Präsideuten derselben Statt. Es fehlceu uur fünf Mitglieder, der liberalen Partei augehörig. Dessenungeachtet wurde zuerst Hr. Delehaye mit .^4 Stimmen gegen deu früheren Kammeipräsidcitte,, Hr„. Velhaegen gewühlt, welcher nur 40 Stimmen erhielt. Hr. Delehaye lehnte jedoch die ihm zugedachte Fuuction ab. Vei einem zweiten Scrutiuium erhielt Hr. Delehaye 48, Hr. Verhaege» Ü0 Stimmen. Lepterer weigerte sich uun auch, die Wahl anzunehmeu, da bei der ersten Abstimmuug bereits im Principe gegen ihn eutschiedcu worden sei. Der Minister des Iuueru hatte bereits früher die Wiedererwahlung des Hrn. Delehaye als Cabiuets-frage erklärt und so reichte» mm in Folge des erste-reu Kammer-Votums derselbe, wie auch der Minister der auswärtigeu Angelegenheiten und jener der öffentlichen Arbeiten ihre Eutlassuug bei Sr. Majestät dem Köuige eiu. S p n n i e n. Die „Gaceta" enthält eiuen Artikel über den Tod des Herzogs von Wellington, in welchem die Spanier aufgefordert werdeu, au der Trauer um die-seu berühmteu Wasseugefährten im spanischen Unabhängigkeitskriege uud Feldmarschall des spauischeu Heeres, Theil zu uehmeu. Eiu yöchst eigeuthümlicher Criminalprozeß nimmt, wie die „Madrider Blätter" melden, die Gemüther dort sehr in Auspruch. Das Verbrechen besteht in eiuem Kinderraub uud damit verbundener Gelderpres-suug. Die Beschuldigten si»d zwei bekauute dramali-,che Schriftsteller, die HH. Dou Jose de Torres y Muuoz uud Don Franzisco Candado. Beide bewegten sich in den höchsten Kreisen und genossen allge-meine Achtung. Das Verbrechen ging am 4. März dieses Jahres vor sich, »nd hier in aller Kürze die Geschichte desselben: „Ganz in der Nähe der Toledo-Brücke, anßerhalb des Thores, wohnt ein wohlhabender Mann, Namens Manuel Jerez, der mehrere Kinder hat uud uuter audereu auch eiuen neunjährigen Knaben. Am vorbenauuten Tage gegen 6 Uhr Nach-mittags'schickten die Aeltern diesen Knaben mit einem Diener, Namens Ios« P,rez, zu ihrem Schuster. Beim Heimwege, es war bereits dunkel geworden, stürzten zwci vermummte Männer über Beide her, hüllen das Kind in einen Mantel ein nnd drohen ihm mit dem Tode, wenn es eiuen Laut von sich gebe. Dem Diener wurden die Augen verbunden, under mußte, von deu Rauben, geführt, das Kind trage». Nachdem sie so eiue Zeitlang gegangen, traten sie in ein Haue, wo eiuer der Räuber mit verstellter Hand und Sprache dem Vater des Kindes eiuen Brief schrieb uud 64.000 Realen Lösegeld verlangte. Diese Summe müsse dem Ueberbringer des Briefes bis l0 Uhr Abends eingehändigt sein; im WeigeruugSfalle würden die Aeltern das Kind nur als Leiche wieder seheu. Der Ueberbringer war der Diener selbst. Der Vater war nach Durchlesung des Briefes etwas betroffen, er verlor aber die Geistesgegenwart nicht, sondern zeigte die Sache gleich dem oamaltgen Civilgouverueur von Madrid, nunmehrigen Minister des Innern, an. Dieser traf augeublick-lich den Nagel auf den Kopf, indem er befahl, den Diener zu verhaften. In Folge dieser Verhaftuug ist uuu das gauze Complot entdeckt worden, nnd hat sich herausgestellt, daß die oben genannten Schriftsteller den Diener zu dem Verbrechen verleitet und ihm ein Drittel von der Summe versprochen hatten um damit nach Nordamerika auszuwandern. Den Knaben hielten die Räuber, da sie Gefahr witterten, bis in der Nacht vom tt. auf den 6. versteckt, trugen ihn bis in dle Gegend von der Calle Mayor und ließen ihn dort stehen. Ein Nachtwachter, der ihn fand, brachte ihn zum Gouverneur, nnd dieser brachte daS Kind den Aeltern. Die Verbrecher siud jeder zu fünfjähriger schwerer Zuchthausstrafe verurtheilt worden. Der Dieuer halte bis vor ungefähr sechs Wochen jede Theilüahme an der That gelanguet. Hm e ri k a. Zn SyracuS (Vereinigte nordamerikauische Staaten) hat die weibliche Convention für Frauen-rechte ein Meeting abgehalten, das drei Tage l>in-dnrch dauerte, uud iu welchem mehrere Bischlüsse gefaßt wurden, die sich sämmtlich anf „Emancipation des weiblichen Geschlechtes von allen Eclavereieu des Geseires nnd Herkommens, durch welche sie an Erfüllung der ihm vom Himmel gegebenen Mission" bezogen. Namentlich war eS das Recht, Al'geordnele in die aesel,gel'el,de Versammlung wählen zu dmfen, das die emancipatioiissüchtigen Damen reclamirten. Die Aeußerung eines eben anwesenden Mormonen, „daß das weibliche Element in der menschlichen Natur das untergeordnete nnd das mälmllche das ans. führende sei," rief einen Sturm in der Versammlung und die Behauptuugen hervor, daß das Weib an den staatlichen Berathungen, an der Handhabung des Gesetzes, an der Ausübung der Arzneikunde, so wie an alleu, auf den socialen Staat bezüglichen Thätigkeiten znr vollsten Theilnahme berechtigt sei. Als ein anderer Gentleman die Bemerkung wagte, eine echte Frau müsse eher dem bescheidenen, in der Verborgenheit Wohlgerüche ausstreuenden Veilchen, als der herausforderudeu Souueublume oder der schrille Töne vou sich gebeuden Kriegstrompete gleichen, entstand gewaltige Aufregung iu dem weiblichen Clubb, die deu kühuen Redner zu schleunigem, uuter dem Hurrahgeschrei der Damen vollbrachten Rückzug nöthigte. Das Meeting wurde mit dem Absiugen vou Hym-ueu auf die Fraueu-Emaucipation geschlossen. Nettes ttttd Nettestes. Telegraphische Deveschen. * Darmstadt, 4. October (Mittags). Seine Majestät der König vou Hannover ist heute Morgens hier nach Stuttgart und München durchgereist. Se. Hoheit der Herzog von Nassau wird heute hier erwartet. * Turin, 2. October. Charvaz ist vom Pabste zum Erzbischofe vou Genua eruauut worden. * Paris, 3. October. Der Prinz - Präsideut ist gestern über BezierS nach Narboune gereist; an beiden Orte» ward ihm begeisterter Empfaug zu Theil. Auf sein ausdrückliches Verlangen soll der Prozeß bezüglich der Höllenmaschine vor deu Assisen verhandelt werden. Heute erfolgt seine Ankunft zu Carcassonne. D"'ck und Verlag von I. v. Kleiumayr und F. Vamberü in Laibach. Verantwortliche Herausgeber und Redacteure: I. v. Kleinmayr und 55. P Telegraphischer <3onrs «Vericht der Staatspapiere vom 6. October 1852. Gtaat«schulbvtrsch«ibungtn zu 5 pCt. (in (5M.) 95 1/2 betto , ^ l/2 , . 817/8 Darlehen mitVtllosimg v.J. l839, f,n 2ö0 ff. 138 5 9/!sl detto I^iNer» ü....... 109 3/l Lombard. Anlchcn.......... 102 1/2 Vauk-Actic», vr. Stück 1346 fi. l« E. M. Actlen der Kaiser Ferdinands-Norbbah» ,n lft0U st. C. M....... 2205 fl. !„C. M. A»tien der österr. Donau-Damkfschifffahrt z« 500 ff. C. M...... 714 1/2 fl. i« C. M. Wechsel - (Zours vom 6. October lst52. «ugsburg, für l 00 Gulden Cnr.. («uld. l 16 Vf. Uso . Fraussurt a.M., (für !2<> sl. südd, V.l ) tlns-Währ. l»>24 «tto stand- dto ...... 23 1/4 (Iul«e.feF«." Nämlich: Der Abnehmer auch nur eines Loses der Carlsbader Lotterie um den gewöhnlichen Betrag von 3 fi., erhalt einen der zur Wahl bereit stehenden Galanterie-Artikel gratis. Die reiche Dotation / der edle Zweck dieser letzten in diesem Jahre Statt findenden Lotterie geben uns die sichere Ueberzeugung einer sehr zahlreichen Abnahme. Der Besitzer von ä Losen!muß 2 sichere Gewinnste machcn Secier L5 Grill. Z. 1382. 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C. v., die Söhne des Staatsgefangenen. Erzählung alls langstvergangenen Tagen. 2 Baodcheii. 1852. 48 lr. Voz (Dickens) gesaminelce Werte. I—III. Band. »852. » Baild fi. l. ^1 kr. Cabine t S - Bi b l iothek, österreichische, neuester und bester deutscher Original!omane und Ueberfttzlin-gen der beliebtesten Schriftsteller des Auölaüdes. l bis l l. Lieferung, enthaltend: Der Inseltönig, Ein Roman in 5 Bänden aus Herlcsiohn'ü nachgelassenen Papieren. Von Philipp Galen. I-3. Band. Wien 1852. ü Lieferung l2 kr. Cantu, Cäsar, allgemeine Weltgeschichte. Nach der siebenten O'igl> Pl'oacglbrauch?. i. Band. Mit einerKlNlc d.-s heil. Lande). Wien l8,^2. 48 tr. — — Biblisches Handbuch fi^ alle Stände. 2 Bände, Wien ltt52. l fi. Fischer, Cl>"0 !)>-., Voilesungcn uber (Geschichte der »euerll Philosophie, l, Baxd. I. Abtheilung, ^ Stuttgart ^85 2. fi. 1. 48 kr. Gamne. Behairlichkeltökatechismiis, oder: Catechis-^ mus der chnstl^tholischen Lehre. Allöfühvliche Darstellung der chr,stlichen Neligio» von Anbegi"» der Welt bis auf unsere Tage. Nach der achte», Ausgabe des französischen Originals herausgegeben von Dl-. Aegid Dietl. Negensburg 1852. fi. I. 30 kr. Gericht sbei sta n d , der, beim Prozeß - Verfahl eil in den verschiedenen Ländern Deutschlands. Ein Leitfaden in Nechtsstieitigkeiten vor Schiedsrichter» u»d Gerichten, so wie bei Testamenten, Siegeliinge», Inuenturen, Taren u. s. w. Neue ?lusgabe 1852. si. l, 5 kr. Gousset, Thomas M. I,, Moraltheologie, zuin Ge» biauche für den Curacclerus. Nach der 5. Auflage bearbeitet von I),'. I. N. Paul Oischinger. 2 Bande. Schaffhausen 1851. 4 fi. 48 kr. G i a b sch ri ften, neueste, und DenkspruÄ)e, nebst Anleitung ^nr Entwerfung und Verfertigung von Lebenslaufen Veistorbener, in einer Sammlung von Beispielen. Mit Abbildungen von Grabsteinen und Monumenten. Ulm «849^ I fl. 4l kr. Gundinger, Anton, pam'stische Rundschau, oder passende Stellen für die vorzüglichste» Glaubens- und Sittenlehien der katholische,, Erblehie, auS den Schriften dcr heiligen Kirchenväter. Wien 1U5!. 1 fi. 20 kr. Ger lach, l)r. Jos., Dei Zottenkrebs und das Ostroid-vid. Ein Beitrag zur Geschiunlstlehiv. M,t zwei Tafeln. Mainz «852. 58 kr. Harin ger, Mich., ?lnleitung zur Verwaltung des heilige» Bußsacramentes. 2. Auflag»'. RegenSburg 1851. j fi. 39 kr. Handbüchlein der Erzbiuocrscha't von, hochheiligen und unbefleckten Herze» Maria, zur Bckeh,u»g der Sünder. 2. Auflage. Fr.iburg l«52. l3 kr. Hauber, Ig» Ant., die hohe Bedeutung der geist> lichen Orden und Kloster in uuse:er Zeit. Dargestellt in Lehren und Beispiele» zum Wiederaufleben des klösterlich - ascetischen Lebens. Innsbruck 1852. 36 kr, Herders, Ioh. Gottfr. v , sämmtliche Werke '" 40 Bänden. Stuttgart 1852. i. bis 4 Ba»d. o fi l. l6 kr. Metzger, Ioh., Gattenbuch, oder: Anleitung zur Erziehung aller Küchengewächse, Obstbaume nnd Zierpflanzen. Mit einem Kalender der in jedem Monate in dem Gemüse-, Obst- und Blumengarten zu rerlichce»dcn Arbeiten. Dritte Auflage. Mit vicr Gartenplanen nnd vielen Holzschnitten. Frankfurt a. M. l852, fl. l. 48 kr. N ech t s freu n d, dcr, oder Gesetz- und Verfassung-^ Kenntniß der verschiedenen Länder Dentschla«^' Neue Ausgabe. »852. fl, j. '^7 kr. 6:l!) >,» , 'l'll^loolll ^lnU,!'"!'^ N!»m li, 1852. 2 fl. Sa mm, Ca»l, Neise - Skizzen , gesammelt anf ""'' nen la»du.»rthschafclichen Wandernngen durch Delitsch' land, Belgien, England, Ungarn und Ober-Iw' lien. Augsburg 1852, fi. l. 2 kr. Schiferle, Joseph, Reise in das heilige Land, i" Jahre 1851 unternommen. 1. Band. Augsbl"'s 1852. fi. 1. 5 kr. Schmalz, E. A. W., Anleitung zum freien Vo>' trage > leitung zum Gebete nach biblischen und andern i>"' Beispielen. E>» »clics Gebet- nnd Eibau»''^^'«) für alle S ände. 1. Lieferung. 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Carl', die Versuchung Jesu Eh..st', ' 14 Fastenp.ed.gten, de» k.rchlichen und socialen ^' Verhältnisse» »'öglichst entsprechend dargestellt. ^"' We"''g'l/.,',).-. Ed., Angendiätetik, oder Pfiege d's lnenschliche» 'Auges >>n gesunde» uud schivache" 0 stände. Mit einer Steindrucktafel und sieben H"'i' schnitten. Dresden 1852. 58 kr.