Mbllchcr Nr. 135. Pi. ssi!r die Zustellung in» Haus halbj. .>i<» lr. Mit der Post ganzj, fi. 15, halbj ? k^. Montag, 16. Juni. llnlertionsgebür: Für Neine Inscrate bi, ,u < Zeilen 25 lr., «rößere p» Heile « lr.; bei öfteren Wiederholungen per Zeile » lr. 1879. Amtlicher Theil. «y Der Insiizmillisw- hat den Vczirtsgerichlsadjunctcn "llchael Novak auf sein Ausllcheu von Drachenbllrg '""I Stainz mit der Didlstcsznweisuug zuni Bezirks-^Nchte Ober-Radtersburg versetzt. Der Instizminister hat den Auscultanten Rudolf ^lcr von Wurinser zlim Vezirksgerichtsadjllnctell Leibniz ernannt. i>ilchta!,ltlichel Theil. Zum Handelsverkehr Oesterreichs mit Deutschland. Mit dem Erlasse des h. t. k. Handelsministeriums Win 21. Mai d. I. winde die Handels- und Gewerbe- "lmilcr in Laibach mm nachstehendem, an die Han-^lsklnnmer in Olmütz ergangeiien Erlasse, betreffend die ^Mnalilät von Zollerhöhungen in Dentsch- "ud, in Kenntnis gesetzt: . ..Ill der Eingabe oonl 10. Mai 1879, Z. 090. M die geehrte Kauluier nin Belehrung über die Trag-^lte des Handelsvertrages »lit Deuljchlaud vom 10teu Member 1878 das Ersuchen und insbesondere die Wage gestellt, ob es nach diesem Handelsverträge "Mich'sei, daß oonseile Deutschlauds bei Einsllhr Prodntle oder Waren eiu zu ."lfmig dieses Jahres nicht bestandener uud auch bls ^M lucht besteheuder Zoll uoch während der Dauer ^ Vertrages, d. i. bls 1. Jänner 1680, eingeführt ^ abverlangt werden töuue. In Beantwortung dieser ^ugl! wird bemerkt, daß der Handelsvertrag ulit ,. M)land vom 1.0. Dezember 187.^ den beiden ver-sMchließeuden Theilen, mit Ausnahme gewisse, Mlcr zu erwähueuder Verkehrszweige, keinerlei Ver-Mchtung zur Einhaltung bestnumler Zollsätze auf ?>e Ein- und Ausfuhr vou Waren auferlegt uud nur l»i Artikels festsetzt, daß währeud der Vertragsdauer: "hinsichtlich des Betrages, der Sichcruug und der ^Hebung der Eingangs- und Ausgabsabgaben..... ^n keinem der beiden vertragenden Theile dritte planten güustiger als der audere vertragende Theil "chaudelt werden dürfen." Außerdem ist im Art. 4 folgeudc Verpflichtung ^ttiubart worden: „Von Waren, welche durch das Erbiet eiues der vertrageudcn Theile aus oder nach °e>ü Gebiete des anderen Theiles durchgeführt werden, "ürfeu Dllrchgangsabgaben nicht erhoben werden." . Hiernach ist Oesterreich-Ungarn wie das futsche Reich durch den angeführte» Vertrag und Ehrend feiner Duller in der Freiheit, die bcstcheudeu Zölle für die Ein- nnd Ausfnhr abzuändern nnd zu erhöhen, rücksichtlich der beiderseitigen Provenienzen insoferne nicht gehindert, als nicht durch mit dritten Staaten abgeschlossene nnd ausrechte Handelsverträge eine Vervflichtnng zur Einhaltung gewisser Tarifsätze gegeben ist, in welchem Falle allerdings Oesterreich-Ungarn wie Deutschland traft der früher erwähnten Klausel der Meistbegünstigung an den durch Verträge mit dritten Staaten begründeten Tarifbcgünstignngen Antheil nimmt. Dieser Fall ist beiderseits vorhanden. Sowie das deutsche Reich in Folge der Meistbegünstigung alls die Dauer des Vertrages vom 10. Dezember 1878 das Anrecht ans den Mitgennß jener Zollbcgünstignngen hat, welche von Oesterreich-Ungarn in dem Handelsvertrage mit Italien vom 27. Dezember 1878 für gewisse Artikel eingeräumt wurden sind, so ist der Export Oesterreich-Ungarns nach Deutschland in der Lage, gewisse Begünstigungen für die Dauer dieses Jahres iu Anspruch zu nehmen, welche in den wol gekündigten, indeß erst Ende dieses Jahres ablanfen-den Handelsverträgen Deutschlauds mit Belgien vom 29. Inn, l805 und mit der Schweiz vom l^.. Mai l8»!9 stipuliert sind, nnd an welchen eben vermöge der vertragsmäßigen Meistbegünstigung Oesterreich-Ungarn participiert. Die Artikel, welche bei der Einfuhr nach Dcntsch-land auf Grund des deutsch-belgische n Vertrages begünstiget sind, erscheinen in demselben nntcr Artikel 8 aufgezählt wie folgt: Steinkohlen, Eoats und geformte Kuhle zollfrei; chemische Zündhölzer zollfrei; Mehl, geschrolteue oder geschälte Köruer, Graupe, Grütze, Malz zollfrei; Lcincugaru, einfaches, rohes, mit der Hand gesponnen, zollfrei; Gras, wclßes, gepreßt, geschliffen, abgerieben, geschnitten oder gemustert, vom Zollzcutucr 2 Thaler 20 Silbergroschcn; Glas, far-dlges, bemaltes oder vergoldetes ohne Unterschied der Form, Glaswareu in Verbindung mit anderen Ma-lermlieu (mtt Aufnahme von edlen Metallen eckt vergoldetem oder versilbertem Metall, Schildpalt echten Perlen.Korallen oder Steinen) vom Zollzenlner 4 Thaler -Brüsseler und dänisches Haudschuhleder, Eorduan Ma' ruquin, Saffian uud alles gefärbte uud lackierte'bieder vom Zollzeutner 0 Thaler. Die Artikel, welche auf Grund des deutsch-schweizerischen Vertrages bei der Einsuhr nach Deutschland zollfrei zu behandeln sind, erscheinen in der Anlage II l zu Artikel 2 desselben angeführt wie folgt: „Garten- und Futtergewächsr, frische; Kar-luffelu; Wurzeln, frische; Obst, frisches, darnnter auch Beeren uud Weintraubeu; lebende Gewächse, jeduch nicht in Töpfen uud Kübelu; Heu, Laub, Schilf, Stroh; Erdeu uud rohe mineralische Stoffe, auch gebrannt, geschlemmt oder gemahlen, so weit diese Gegenstände nicht mit einem Zollsätze namentlich betroffen sind; Steine, rohe; edle Metalle, gemünzt, in Barren und Bruch, mit Ausschluß der fremden silberhaltigen Scheidemünze; Münzgeträz; Abfälle von der Eisen-fabrieation (Hammcrschlag, Eisenfeilspäne), von Glashütten, anch Scherben von Glas nnd Thonwaren, von der Wachsbercitnng, von Salzsiedereien die Mutter-lange, von Seifensiedereien die Unterlauge; Blut von geschlachtetem Vieh, flüssiges und eingetrocknetes ; Hornspäne, Klauen, Knochen, Knochenmehl; Thielflechsen; Leimleder u. dgl.; Branntwcinspülicht; Traber; Wein-Hefe, trockene uud teigartigc; Oeltuchen; Kleie; Spreu; Holzasche; Sleinlohlenasche; Dünger, thierischer, und audere (nicht chemisch zubereitete) Duugnngsmittel. Diese allerdings weder zahlreichen noch durchwegs wichtigen Zollbegünstigungen ans dem Titel der Meistbegünstigung bleiben im Jahre 1879 uns unter der Voraussetzung erhalten, daß Deutschland mit den zwei genannten Staaten nicht etwa Vereinbarungen trifft, durch welche die Wirksamkeit der abgeschlossenen Verträge abgekürzt oder verändert würde. Es erübrigt noch zn erwähnen, daß durch den Handelsvertrag zwischen Oesterreich-Ungarn nnd dem deutschen Reiche vom 10. Dezember 1878 nachfolgende Verkehrszweige für die Dauer des laufenden Jahres vor Zollbelastungen durch besondere Vertragsstipu-lationcn gesichert find: u) Der Veredlungsvertehr nach Maßgabe der Bestimmungen des Art. 0, des SchlußprototolleS dazu uud der Detailvorschristen, inöbesonbere der Ver-edlnugsvcrtehr in rohen leinenen Garnen zum Bleichen uud Verweben; d) die zollfreie Ausfnhr von Rohleinen auf die Lcinwandmürlte in Laudshut und Ncurode, dann auf Bleichereien." Die achtjährige Schulpflicht. Wie bekauut, sind im Laufe der letzten Reichs« rathsjession aus zahlreichen Landgemeinden Petitionen an das Abgeordnetenhalls cmgelaufeu, in welchen um Herabsetzung der achtjährigen Schulpflicht auf sechs, beziehungsweise sieben Jahre gebeten wurde. Begründet wurden diese Petitionen mit dem Hinweise auf die Verhältnisse der ländlichen Bevölkerung, deren Erwerb znm großen Theile von der Heranziehung der erwachseneren Kinder zur Arbett bedingt sei. So sehr nun anch die Majorität des Abgeordnetenhauses die von deu Bittstellern geltend gemachten Gründe zu würdigen wußte, tonnte nno dnrfte sie doch nicht auf das gestellte Begehren eingehen, weil abgesehen davon, daß diesen Gesuchen uoch zahlreichere Petitionen im gcgen-theiligen Sinne gegenüberstanden, das Rütteln an der achtjährigen Schulpflicht uicht ohne empfindliche Erschütterung des ganzen Fundamentes, auf welchem unsere neue lVchulorganisatlon ruht, durchführbar ge- Imill'eton. Alera oder auf dunklen Wegen. Roman von Ed. Wngner. (Fortschnng.) 44. Kapitel. Weitere Entdeckungen, ttv.. 2adh Wolga und der Marquis trafen die andern ^Mieder der Gesellschaft in der großen Halle der ^.lllicn. Licht nnd Fener machten die Szene brillant. ^ kostbaren Kleider der Damen, die Pracht nnd der ^'N der Blumen, mit welchen die Halle geschmückt srl?l' ^ fröhliche Lachen und Scherzen eonlrastierte >.^am mit den düstern alten Mauern, mit dem To-, " des Windes draußen, mit dem Prasseln des Re-^I an die Fenster nnd mit dem donnerähnlichcn ""se der Brandnng. Nik ' ^ Wolga war ill ausgezeichneter Stimmung. ^,,/hrem sprudelnden Hnmor nnd ihrer geistreichen sH^Mltung brachte sie Leben in die ganze Gesell-H)">l- Sie' schien zn vergessen, daß das Montheron-^ "Ma, welches ihr Lcben verödet hatte, sich in diesen ^N ? zugetragen, sie schien zn vergesseil, daß der urn, s^' voller Schrecken und peinigender Erin-ihre,n "- gewesen war. Ein ncncr Stern schien an ^^trüben Himmel aufgegangen zu sein, denn ihre Aergl. Nr. 183 d. Vl. Augen leuchteten im Widerschein jenes Hoffnungsstrahles ihrer Seele. Ihre Wangen hatte eine sauste Rothe überzogen, und ihre Lippen glühten wie der Purpur der Rosen auf ihrer Robe. Sie fchicn ganz besonders hoffnungsvoll und glücklich. Lord Munthcron legte die Veränderung in ihrem Wesen zn seinem Vortheil ans. Ganz gewiß llcbte sie ihn und gefiel sich nnr darin, noch ein wenig mit ihm zn kokettieren, fo dachte er. Sie mußte sich doch eiusam fühlen, trotz der Thatsache, daß sie eil, Stern der Gesellschaft nnd die gefeiertste Dame Eng' lands war. „Geduld! Geduld ist es, was ich gebrauche," tröstete er sich in Geballten. „Sie kann meinen Bitten nicht dauernd widerstehen, nud der ehrwürdige große Titel, den sic einst zn tragen hofft nnd den ich ihr biete, hat etwas Verlockendes für sie. Ja, sie beabsichtigt mich zn heiraten — sie liebt mich' oder sie würde heute bei solchem Wetter nicht gekommen sein." Andere waren derselben Ansicht. Die Verlobung der Lady Wolga mit Lord Montheron wurde als feststehende Thatsache angesehen. Selbst Alexa glanbte, daß ihre Mntter dein Marqnis heute Abcud eiu bestimmtes Versprechen gegeben habe. Lord Kingscourt widmete Alexa besondere Anf-merksamteit; er schien die Kälte, mit welcher einige der Damen sie behandelten, nicht zn bemerken, und sein freundliches, ritterliches Wesen war für des Mädchens verletzten Stolz wie lindernder Balfam. Der Abend verging rasch. Mrs. Ingestre und Lord Montheron hatten ihre Gäste eingeladen, die Nacht über im Schlosse zu bleiben, aber Lady Wolga hatte entschieden abgelehnt. Um elf Uhr fuhr der Wagen vor. die Damen stiegen nach herzlichem Abschiede ein, und nachdem Lady Wolga noch einige vertrauliche Worte mit Alexa gewechselt, fuhr der Wagen rasch deil Schloßbcrg hinab und alls dem Strcmdwege Elyffebuurnc zu. „Was für ein schreckliches Wetter!" klagte Lady Markham schaudernd und sich fester in ihren Mantel hüllend. „Der Wind wird den Wagen umwerfen. Haben Sie je einen solchen Sturm gehört? O, Lady Wolga, wären wir doch im Schlosse geblieben." „Warnm haben Sie cs nicht gethan?" „Wir konnten nicht, weil Sie cs ablehnten," erwiderte Lady Martham. „Warum haben Sie die Ein« ladung nicht angenommen?" „Weil ich nicht eher unter dem Dache de« Schlosses schlafen will, als bis ich als Herrin dahin komme!" „Sie halten es für gewiß, daß Sie Marquise von Monthcron werden?" fragte Lady Martham. „Ich hoffe es!" „Sie können es, wenn Sie es wünschen. Jedermann sieht, daß der Marqnis Sie anbetet. Es ist endlich eine abgemachte Sache, wie ich sehe. und ich frenc mich Ihretwegen. Sie werden glücklich werden. Aber wie lange haben Sie gezögert. Sie haben den Marquis stark auf die Probe gestellt." N6N Wesen wäre, zu einem solchen Experimente aber eine Körperschaft nicht die Hand bieten wollte, die es sich noch heute zum besonderen Verdienste rechnet, die neuen Schulgesetze mitgeschaffen zu haben. Ebenso konnte und wollte die Regierung in dieser Angelegenheit die Initiative nicht ergreifen, da anch sie an dem Grundsätze der achtjährigen Schulpflicht aus kulturelleu und wirthschaftlicheu Gründe« entschieden festhält. Wol aber hat der Herr Unterrichtsminister eine Reihe von Bestimmungen erlassen, durch welche dort, wo die Nothwendigkeit hiefür erwiesen ist, wesentliche Erleichterungen hinsichtlich des Schulbesuches iu den ländlichen Bezirken ermöglicht werden. Hiemit dürfte weuigsteus den dringendsten Beschwerden der Landbevölkerung abgeholfen sein, ohne daß das Prinzip, um welches es sich hiebei handelt, irgendwie geschädigt, geschweige denn geopfert würde. Der gleichen Ansicht gibt das „Prager Abendblatt" Ausdruck, iudem es dieser hochwichtigeil Frage uachstehcude Ausführungen widmet: „Daß die Regierung hinsichtlich des Festhaltens an der achtjährigen Schulpflicht die öffentliche Meinung, beziehuugsweise deren berufene Vertreter, zum größereu Theile für sich hat, beweist untcr anderem die Thatsache, daß von sämmtlichen Landtagen der diesseitigen Reichshälfte blos drei, jene von Salzburg, Tirol und Vorarlberg, sich für die Herabsetzung der Dauer der Schulpflicht ausgesprochen haben, während alle übrigen Lanoesvertretungen theils direkt, theils mittelbar für die achtjährige Schulpflicht eingetreten sind. Der Salzburger Landtag hat einen eigenen Gesetzentwurf in dem oben erwähnten Sinne beschlossen, derselbe hat aber nicht die Allerhöchste Sanction erhalten. Außer der Mehrheit der Laudtage habeu auch fast sämmtliche Lehrervereine theils in Petitionen an das Abgeordnetenhaus, theils iu Resolutionen der Beibehaltung der achtjährigen Schulpflicht dringend das Wort geredet, und in den letzten Tagen hat anch der in Wien versammelt gewesene allgemeine österreichische Lehrertag einmüthig eine Kundgebung in diesem Sinne beschlossen. In derselben werden die Vortheile der achtjährigen Schulpflicht nicht blos vom pädagogischdidaktischen, sondern auch vom sittlichen und humanitären Standpunkte beleuchtet und zum Schlüsse darauf hingewiesen, daß ohne dieselbe eine allgemeine Volks-bilduug, welche doch die Grundlage jeder speziellen Fachbildung bildet, gar nicht gedacht werden könne. Daß aber gerade die Lehrerschaft berufen ist, in dieser hochwichtigen Frage ein maßgebendes Urtheil abzugeben, braucht wol uicht erst bewiesen zu werden. Die gegeuwärtige Zeit stellt uun einmal in Bezug anf Intelligenz an alle Stände erhöhte Anforderungen. Nicht blos der Landwirth, der Industrielle und der Kaufmann, auch der schlichte Handwerker, ja selbst der einfachste Arbeiter muß heute eine gewisse Summe von Kenntnissen besitzen, um uicht zurückzubleiben und iu seiuen Erwerbsverhältnissen geschädigt zu werden. Diese Kenntnisse sich anzueignen, lst in der Jugend jedem durch den gesetzlich eingeführten Sämlzwang die Möglichkeit gcboteu. Würde uuu die feit einem Jahrzehnt auf acht Jahre fixierte Dauer der Schulpflicht auf sechs Jahre herabgesetzt, dann müßten manche Unterrichtsgegenstände der Volksschule gänzlich stillen ge^ lasfcn, andere eingeschränkt werden. Wohin käme es aber mit dem Fortschritt in der Landwirthschaft, den Gewerben und dem Handel, wenn man selbst die Elementarbildung auf ein geringeres Maß herabdrücken wollte? Abgesehen hievon fprechen auch humanitäre Gründe gegen die Abtürznng der Schulpflicht, denn darüber kann kein Zweifel bestehen, daß zwölfjährige Kinder körperlich noch nicht so weit entwickelt sind, um zur physischen Arbeit herangezogen werden zu kön-nen. Gerade darauf laufen aber eingestandenermaßen die Bestrebungen derjenigen hinans, welche am meisten die achtjährige Schnlpflicht bekämpfen. Kann es nun im Interesse des Staates und der Gesellschaft liegen, derlei Bestrebungen zu unterstützen? Gewiß nicht, weil ja sonst das Verbot der Beschäftigung von noch nicht vierzehnjährigen Kindern in den Fabriken nicht erlassen worden wäre. Es muß also auch vom rein menschlichen Standpunkte ans im allgemeinen das Ankämpfen gegen die achtjährige Schulpflicht als eine^ Verirrung betrachtet werden. Es wird allerdings noch einige Zeit dauern und noch manchen harten Strauß kosten, elje auch die Gesammtheit der ländlichen Bevölkerung stch von alten Vorurtheilen so weit emancipiert haben wird, um die großeu Vortheile der achtjährigen Schnlpflicht einzusehen. Allein über knrz oder lang wird mit der fortschreitenden Erkenntnis des Nutzens einer höheren allgemeinen Aildnng dieser Zeitpunkt sicher eintreten, uud zwar wird dies um so eher geschehen, je beharrlicher die maßgebenden Factoren an dem einmal als richtig erkannten Grundsätze festhalten." Zur Lage Englands. Die regierungsfreundliche Presse Englands begrüßt die Nachricht, daß der Kaff ernfür st Eettewayo dcn Wnnsch nach Frieden ausgesprochen habe uud daß thalsächlich durch John Dunn, der ehemals bei ihm lebte, Verhandlungen, wenn anch erfolglose, mit ihm geführt worden seien, mit Geuu'sthuuug und als riu Vorzeichen davon, daß Lord Beaconssields Kabinct bald auch auf die Lorbeeren eines erfolgreichen Friedens in Südafrika neben den afghanischen werde hinweisen können. Dagegen finden die „Daily News" nicht gerade viel Grund zn Glückwünschen inbctreff der Zustünde in Südafrika, da nnr der gänzliche Mangel an Organisation, besonders des Transportwesens , zum Stillstände der Kriegsoperationen geführt habe. Der bekannte Brief Iakub Khans an Lord Lytion vom 30. Mai lautet nach einer Publication des englischen Ministerinms für Indien wörtlich wie folgt: „Nach vorausgesendctem Gruße werde Eurer Excellenz kund, daß ich seit dem Tage meiner Anknuft im britischen Lager zn Gundamuk sehr glücklich ge-weseu biu und ausnehmend zufrieden und daukbar iiiu für die mir von den britischen Bevollmächtigten gewährte Aufnahme nnd Vchandluug, die ohne Zweifel gnte Folgen haben uud Früchte der Freundschaft, Einheit uud Eintracht tragen wird. Obwol ich mich entschlossen hatte, nach Simla zn kommen nnd mir das unendliche Vergnügen einer frohen Unterrednng mit Ew. Excellenz zu machen, mit der Absicht, freundschaftliche Beziehnngen zu stärken, verhinderte mich duch die Vereinigung dreier besonderen Umstände an der Ansführuug meiner Absicht. Diese waren: an erster Stelle die starke Hitze, die das Reisen äußerst schwierig macht; zweitens das Vorhandensein der Eholera, die nach dem göttlichen Geheiße in jenen Gegenden erschienen ist, uud drittens die im Innern Afghanistans vorhandene Anarchie, der zu begegnen das wichtigste aller Dinge ist. Nach Vollendung meiner Reise durch das Land, während deren ich die Grenzen nnd Provinzen besichtigen und gute Regierung einführen werde, beabsichtige ich, so Gott will, gegen den Schlnß der nächsten kalten Jahreszeit nach meinem Ziele mich aufzumachen uud mit Ew. Excellenz cinc frohe Ae- Lady Wolga antwortete »licht. Lady Martham beschloß, bei der ersten besten Gelegenheit dieses Ge< sprach Lord Montheron gegenüber zu wiederholen. Wenn sie sich seine Gunst sicherte, hoffte fie, im Schlosse Mont Heron eine Heimat für ihr ganzes Leben zu finden. Die erwünschte Gelegenheit bot sich schon am nächsten Morgen. Die beiden Herren von Mont Heron kamen nach Elyffebonrne, um sich nach den Damen zu erkundigen, und Lord Kingscourt zugleich, nm Abschied zn nehmen. Lady Markham theilte dem Marquis die Aeußerungen der Lady Wolga am Abend vorher mit, worüber derselbe sehr erfreut war. „Sie werden sich also bald verheiraten, Lord Montheron," sagte Lady Markham. „Ich gratnliere Ihnen von ganzem Herzen, obgleich Ihr Gewinn für mich ein Verlust ist. Ich biu so lauge bei der lieben Lady Wolga gewesen, und wenn sie heiratet, verliere ich uicht nur ihre angenehme Freuuoschaft, suuderu auch meine Heimat." „Verwenden Sie Ihren Einfluß zu meinen Gunsten, meinc theure Lady Martham," enlgegnete der Marquis freundlich. „Wenn Lady Wolga mir die Ehre anthut, mich zu heiraten, wird es mir uie eiu-fallen, Sie von ihr zu trennen. Ich würde es gern feheu, wenn Sie uusere Heimat zu Mout Herm, mit uns theilen und ein geehrter Gast bei uns seiu wür-deu, so lange Sie leben." Mit diesem Versprechen hatte er Lady Markham vollständig auf seme Seite gebracht. War sie bisher feine Passive Frenndin gewesen, so trat sie nnn thätig für seine Interessen in die Schranken. Am Nachmittag fand Lord Kingscourt Gelegenheit zu einer kurzen heimlichen Unterredung mit Alexa auf der Eolonnaoe zn Mont Heron. Er fagtc ihr, daß er auf seinen Brief an ihren Vater keine Antwort erhalten habe, daß er aber zu ihr eilen werde, sobald er eine solche bekomme. „Jedenfalls werde ich Sie in der Stadt fehen," fagte er. „Ich will meiner Heimat nnd meinen Freunden nnr einen kurzen Besuch abstatten." Sie nahmen hier herzlichen Abschied, während sie sich später im Beisein Lord Montherons und Mrs. Ingestre's förmlich verabschiedeten. Die folgende Woche brachte nichts als Wind, Regen nnd Nebel. Lady Wolga ging jeden Abend, mochte tms Netter noch so rauh und uuangenehm seil», in den Anlagen zu Elyffebonrne spazieren, sah aber nichts wieder von dem angeblichen Hausierer, desseu Erscheinen sie so sehr in Aufregung verfetzt hatte. Unwillig über sich selbst, weil sie glaubte, sich völlig getäuscht zu haben, brach sie endlich zur Reise nach London auf, nachdem sie Miß Strange das Vei> sprechen abgenommen, ihr in einigen Tagen zu folgen. Lord Montheron, begleitet von seinein Diener Pierre, folgte Lady Wolga mit dem nächsten Zuqe, lind Alcxa blieb mit Mrs. Ingestre allein im Schlosse zurück. (Fortschimg folgt.) gegnung zu haben, mit dem Zwecke, die Grundlage der Freundschaft fester zu „lachen, die Bande der Zu-neiguug uud der Liebe iu der passendsten und geelgnei-sten Weise enger zu zieheu. Was könnte lch weuei schreiben, als meinen Ausdruck der Freundschaft unu des Wohlwollens?" _, , . Folgendes ist die vom 4. Juni datierte Antwon Lord Lyttons: „Mein geehrter und Matz" Freuud! Deu freuudschaftlichcn Brief Ew. Hohe't, oa-tiert vom W.Mai, habe ich empfaugeu. Es man mir besonderes Vergnügen, zu erfahren, daß Ew. yoy mit den Anordnungen wohlzufriedcu ist, dle von ow britischeu Behörden zur Aufnahme Ew. Hoheit mw Ihres Gefolges in Gnndamuk getroffen wurden. A e > Wunsch war. daß alles Mögliche für dle guM^ Aufuahme uud Unterhaltung eines so geehrten M, r" gethan werden sollte. Es würde mir sehr Ueb gcwe,rn sein, wenn es Ew. Hoheit möglich gewesen wäre, ^) gütige Absicht, mich in Simla zu besuchen, 3" "l""^ da ich überzengt biu, daß eine Vegegnuug h"ch't v . theilhaft gewesen sein würde für die engereSchueftl'^ der Bande persönlicher Frenndschaft nnd eine Mnu^ gung des glücklichen Bündnisses, das uuu zwlsäM o' zwei Staaten geschlossen worden ist. Die von ^w-V^ erwähnten Hmdernissc jedoch machen es offenbar, p aus verschiedenen Grüuocu die Reise jetzt "icht "M^ nouilneu werdeu kauu. Nichtsdestoweniger ^'" ^ in Gemäßheit der Audeutuug, die Ew. Hoheit sre"'" licher Brief gibt, mit Zuversicht auf das N"'g""g^ Ew. Hoheit in knrzem zn mehr gelegenerer IaYl^ in Indien zn sehen." y.c. Der Rückzug der englischen Trnppen aus'" g ha nist an geht. wie der „Times" aus I^" l vom 0. d. M. telegrafiert wird, stetig und "M' ,^ vor sich. Es wird zum Wassertransporte auch vel den Indus sich ergießende Kalmlfluß benutzt; "^ Marscheintheiluug'für die Truppen ist auf dle ^ Hitze Rücksicht geuuinmen worden. Was au VlM" ^z, das Mitnehmen' nicht lohnt, bleibt zurück u:>o > dem Emir übergeben. Jetzt, uachdeiu der Kricg ""' ist, iu welchem es eigentlich zu gar teinem bcde" < deil Kampfe kam, erfährt man erst so recht, mu chen Trauspottschwierigleiten die Engländer zn ""^i hatten nnd in welches Gedränge sie gerade dadm'") ^ energischerer Offensive der Afghanen hätten n">> können. Der „Times"-Korrespondent in Simla ^ grasiert nämlich: „Die Angabe, daß Ki.lX'0 M"^ zugrunde gingen, mag sür einen Theil linset ^,^ kräfte richtig sein; aber es ist wenigstens die ^>l' Ailzahl dieser Thiere umgekommen, nngercch'" ,h,ge anderen Last- nnd Zugthiere. Eine vertraucl'^ ^. Schätzung berechnet die Gesammtzahl ails ualM^ ' ^z Hoffentlich wird der glückliche Msgang desF"^he-ente gründliche Untersuchung der Ursachen eines .. ^ dentlichen Uebelstandes nicht überflüssig erschci»eu ' ,Z-Das Khybercorps war zeitweilig ans Mangel an ^ c^ purtmitteln in so übler Lage, daß es den ^"" es auf Kabul nicht hätte unternehmen können, ^^^eN auch durch Iatub Khau dazu herausgefordelt >" wäre." Die Thronfolge in deu Niederlanden. Der Tod des Prinzen Wilhelm "" a-Alexander Friedrich Earl Heinrich, Prmzen """" hel nien und Kronprinzen der NiederlaN" - ^ bekanntlich am li. d. M. in Paris erfolgt 'N'/' ^li-Ereignis, das möglichcrweife eine bedeulcil^ ^< tische Tragweite gewinnen kann. Der Vcrstmucn^^,, boren im Haag im Jahre I«1l>, war als älttju , ^ des Königs'Wilhelm III. znr Nachfolge auf "."' ätzten ländischen Thron berufeil. Er verbrachte ^ ^»er Jahre in Paris, wo er in ziemlich una>"" ^ Welse lebte und sich insbesondere durch '^ ^scheü gerung, sich zn verheiraten, beim ""de , , ^,, Volte nicht beliebt machte. Anßer ihiu ''^« ' /M, zweiter Sohn des Königs Wilhelm, P"nz. " ^hi'l-geboren im Jahre 1851. vorhanden, der !""c' ^i geschiedenen Bruder in vielen Punkten "y V^ie soll, sich bis jetzt anch nicht verheiratet hat " aPe''» große Neigung für die Krone zeigen M. ^ „nt Prinz Heinrich der Niederlande ""ch/'^^./l v»" der jungen Tochter des Prinzen 3"^"^,^, d^ Preußen jüngst gestorben ist, der B^ "" ^ ^ allerdings vor tnrzem geheiratet yal, ."'" ^mW Jahre zählt, so steht die königliche, cm " ^Z Linie des Hauses Nassan-Orauien. ""'"".^ ^. """' Angen. Es leuen der König (^2 ,M)"), ^...„Mr, niehrige Kronprinz und Prinz "^" Oramen, ^. ^ und der Oheim Prinz Friedrich (^'^A h^ „lit den, Fürsteu vou Wied ver'.mh c T ^ ^ Die Großherzoqin Sofie von Sachsen - ^ ^lN die Prin e sin Marianne von ebenfalls dem Hause NassaN'Onuiien men nicht in Betracht, da die Francn v n ^ ^ t folge in den Niederlanden ausgeschwM l ^ ist. wie gesagt, Throufolger der zw^ ' ^«M ziqe) Sohu des Königs, Earl Heinrich Friedrich, gebore«. ,m Ha « " „jed^ gust l^'1. Kapitäu zur See "ud ^w'/-esigni^ indischen nnd russischen Heere. foM r ^1 ^„„ und die Ehe des Königs mit der PuuM till. von Waldeck kinderlos bleiben, so wäre der Maunes->wmii der jüngern Linie des Hanfes Nassau-Oranien "loschen. Wie die „Deutsche Zeitung" ausführt, wäre ^uiil die allere oder walramische Linie, die bis zum ^ahre 1^00 in Nassau regierte, und deren Chef der "Mnebene Herzog Adolf Wilhelm Carl August Fried-Uch, geboren am 24. Juli 1817, ist, nächstberechtigt, "us der Ehe desselben mit der Prinzessin Adelheid °"n Anhalt sind zwei Kinder, darnnter ein Sohn, Crbpmiz Wilhelm Alexander, der Major in der öster< Mlschen Armee ist, entsprungen, dieser ist am 22sten M'>l 18l)2 geboren. Außerdem lebt noch der jüngere prüder des Herzogs. Prinz Nitolanö Wilhelm, der ^ttcralmajor u la 8uit,o in der preußischen Armee Ulld mit einer russischen Dame in morganatischer Ehe, ^her^tinderlos geblieben, vermählt ist. Parlamentarische Corruption in Amerika. «Einige uuserer amerikanischen Staatslegislatiuen 7" schreibt ein Korrespondent der „Times" aub Philadelphia — ersrencu sich keines sonderlich gnten Rufes füglich der Ehrlichkeit, uud jchl Hal eben die Le-3)slütive von Penn sylvan ien in dieser Be-zu'hmig cinen nicht bcueidenswertlM Vorrang erhalten °urch die Enthüllungen eines Ansschusses, welcher die '"egen der sogenannten „Alleghany Eonnty Riot Bill" erhobenen Anklagen auf Bestechung zu uutersuchcn Mte. Die Bestechung hatte zum Zwecke, die geuannle ^ll im Repräsentantenhanje des Staates durchzu-^ngcn, aber weil entweder die Bestecher diesmal ""ngcr geschickt oder die Mehrheit der Gesetzgeber !^'hr ehrlich war als gewöhnlich, gelang es nicht; "lr Bill siel, ilnd die siegreichen Gegner setzten auch ^ch eine Uulersuchung durch, welche jetzt das ganze ^no beschäftigt." Die Sache, um die es sich Haudell, ist kurz sol-^ndc: Im Sommer 1877 brach bekanntlich in Pcnn-Mvauien der große Strike der Elsenbahnarbeiter ans, ^ es kam dabei namentlich in Pitlsbuig zu blutigen "llsanimeustößen mit der aufgebotenen Miliz und zn Mßer Werthvcrnichtung. Der'Pöl'el zel flotte silr vier Mlionen Dollars Eigenthum, welches zuiueist der ^'unsylvama-Eiseubahu uud Spediteuren gehörte. Für "s" Schaden hätte nun gesetzlich dle Grafschaft Alle-^MM), in welcher Pittsbnrg liegt, auslomulen muffen, "a dieselbe aber in finanzieller Bedrängnis und selbst ^t den Ziuscn ihrer Grafschaslsschuldell im Ri'lck-Ncludc ist, so kam mau darauf, deu Schadenersatz auf ^ Staat Pennsylvauicn, dem dle Unterdrückung der ^Mioahncmeute selber schon anderthalb Millionen ^c»rs Militärauslagen verursacht hatte, zu wälze». ^. ^hob sich eiu großer Lär,n gegen die Bill, und Ul'e sie sofort eingebracht worden, fo war ihre Ver-^erfung mil großer Mehrheit sicher. Darnm wurden U von geschickten Händen zuerst die Wege geebnet, ks wurde voll betauuten politischeu Ageuten Mlt Geld "l der Presse für sie Stimmung gemacht, und ebeuso begann mau Stimmen zu taufen. Die Preise derfelben tlrgen, als der Kampf um die Bill heiß zu werden "egann, vou 200 auf 1500, ja 2000 Dollars, doch ^aren 1000 Dollars der Durchschuittspreis für die ?limme ciucs Gesetzgebers. Das Geld hatten dic-^ugen herzugeben und zuzusichern, unter welche die ^er Millionen Dollars Entschüdigungsgelder vertheilt '^ttdell sollten. Viel von dem Aufgeweudeteu war !'?tiirlich ,chou au deu Fingern der Unterhändler ^»gen geblieben, von denen ein gewisser W'l'iam H. ^inble aus Philadelphia als der thätigste uud mit ^'sprechungen freigebigste geua.mt wird. Eiu Ehri-lwphrr ^liiaggee aus Plttsburg hatte die Beeinflussung ^d Bestechuug der Presse über sich genommen. Arch ^ Vestechuug durch Aubietuug Parlamentari,chcr "lerstlltzung zur Durchbringnng anderer Maßregeln, ^welchen einzelnen Mitgliedern aus eigeunützigcn , lUttden befonders viel lag, wurde angewendet, und ^'oen dafür eiuige Namen genannt. Denuuch kounte ^ ..Alleghany Eonnly Riot Bill" nicht ganz die «,'chrheii erlangen. Damit sind die noch nicht erfüllten ^Versprechungen hinfällig geworden, der Skandal ist ll!>? ^Wndig da und durch befchworue Zeugcu-^>agl!ll ^^^ 'Mitgliedern des Repräfentantenhanses ^ >,"'' ^twa zwanzig Gesetzgeber werden aus dem , prll,elttm!lenhause des Staates ausgestoßeu werden, ^.^fie nicht noch vorher fclber gehen. Oaqesuemgkeiten. !iz , (Das Jubiläum eines österreichischen ^..^anen.) Dinstag den 10. d. M. feierte in der 4^'ug Iosesstadt Herr Hauptmann Iatoli Kollarzik des ^„^^ntillrril-regimelltK sein 50jähriges Dienstjnbilänin. die ^ U"' bes Festtages wurde dem Jubilar durch ^ ^Ü'luenltzmusik des 15). Infanterieregiments ein ^la/ " gebracht; hieraus empfing derselbe die Gra^ de„, "lsdepntatilinen der Garnison. Um l) Uhr saud auf ^. ^^'"Platze der Artillerie eine Ausrückung des ^'>-,^^ ^^ 1'urudo vor dem Festnilgotounnanoantcn ^l't ^^^- Baron König statt. Der Reguncutst'omman-ein ^ ^"'st Adolf Kollar. lieh die vier Battericdivisioueu ielbr ^^ f^nuieren, der General begab sich in das-^n iu, ^^^ "u den Jubilar eine Ansprache, worin er "üen Kriegern den Lcbcuslauf eines österreichi> ! scheu Veteranen als leuchtendes Beispiel vorführte, und heftete demselben das Dicnstzcichen zweiter Klasse an die Vrnst. Hierauf defilierte das Regiment, seinen Kommandanten au der Spitze, vor dem gefeierten Veteranen, an dessen Seite sich FML. Baron König befand, auf desscu Einladung Herr Hauplmann Kollarzit den Ehrcu-platz zur Rcchtcu einnahm. Mittags versammelte sich das Offizicrscorps zu einen, fröhlichen Mahle. Hauvt-manu Jakob Kullarzil hat im Regimentc die Fcldzüge 18bU uud 1i?(^> mitgemacht, wurde im Jahre IMll für feiue heruorrageudcu Leistungcu auf dem Felde der Ehre mit dem Orden der eisernen Krone dritter Klasse ausgezeichnet, und ist außerdem mit dem Militär-Verdienst-lrcuz, der Kricgöiucdaille uud der wol seltene« Auszeichnung des liOjährigcu Dicnstzeichens oeeoricrt. — (Verkehr der österreichisch-ungarischen Lloyo schiffe nach Ostindien im Jahre 187k.) Bekanntlich wurden durch dcu neuen Lloyd-vcrtrag die regelmäßigen Fahrten uach Bombay und znrück bis Hiuteriudien ausgedehnt, und zwar haben zn-nächst zwei Dampfer am l. November uud am 1. Dezember 187!6 direkte Fahrtcu nach Calcutta unternommen, wählend der vollständige vertragsmäßige Fahrplan über dcu Betrieb direkter und regelmäßiger Dampfer-linien zwischen Trieft uud Ostiudicu erst im Laufe des gcgcuwärligcu Jahres zur Ausführung gelangt. Demnach sind im abgelaufeueu Jahre im ganzen I!', Dampfer mit 17,W(i Rcgistcr'Touneugehalr uud 403^ T. Laduug (l Tounc gleich 1000 Kilogramm), und zwar 1l Dampfer mit !>876 T. Laduug direkt nach Bombay nnd zwei Dauipsrr mit 157 T. Ladung direkt nach Calcutta ab-gcgaugeu. Der Gcfammtwerth der cmsgeführtcu Waren betrug 1.705.050 fl. (1.4<)8,262 fl. ö. u. Provenienz) gegen 1,434.472 fl. (1.131,057 fl. ü. u. Provenienz) im Vorjahre. Eingelaufeu siud direkt aus Bombay 13 Dampfer lnit l7.'.)9? Negiftcr-Tounengchalt uud 18.517 T. Laduug i,n Werthe von 14.440.^37 st. gegen 15 Dampfer mit 18.525 T. Ladung im Werthe vou 11.027,747 Guldcu im Vorjahre. Der Pasfagiervertchr war wie in früheren Jahren fchwach, es wurden befördert in der Ansfahrt 44. in der Rückfahrt 14 Pcrfoncn. — (Eine Schlacht mit — Heuschrecken.) Eiuc Abtheilung russischer Truppen, welche zur Verstärkung des ExpcditiunScorps gegen die Tetinzen ans Gooktschaj detachiert wurde, stieß auf dem Wege nach Elifabcthpol — wie der „Kawtas" meldet — auf fulchc Maffeu von Heufchreckcu, daß auf der Statiou Dfchi-gamstoj Halt gemacht werden mußte. Am nächstfolgende!« Tage (2>). Mai) setzte die Eulonne dcu Marsch fort, jedoch tonnte sie kaum eine Werst vorwärts dringen, als sich derselben Heuschreckeumasscu eutgegeustellte», welche dic Luft verfinsterten. Die Infekten griffen förmlich die Soldaten an, indent sie ihre Kleidung, Waffen und Gesichter bedeckten und sich in Nasen, Augen und Ohren zu verkriechen begannen. Auf diese Weise von Heu. fchreckcn belästigt, verlor der Kummandnnt der Colunne, Major Lazoff, die Geduld, und in großer Gereiztheit rief er: „Feuer" aus. Es begann ein Gefecht, die Sol-datcu fchusfen eine halbe Stunde fchr brav in die — Luft. Man glaubte durch Dctouatioucn die Insekten vertreiben zu töuucu, doch es zeigte sich, daß dieselben sich dadurch nicht abschrecken ließen. Sie blieben am Platze uud bclästigteu die Culoune weiter, diese war es endlich, welche sich auf Dschigamskoj zurückziehe» mußte, weil es faktisch uicht möglich war, sich dnrch die dichten Hcuschreckcnmasseu, welche auf einem Flächcnraume von 36 Qnadratwerst hausten, durchzuschlagen. fokales. — (Hoftrauer.) Für weilaud Se. k. Hoheit Wilhelm Nikolaus Alexander Friedrich Carl Heinrich. Prinzen von Oranicn, wird die Huftrauer von Sonntag dcu 15. Juni angefangen dnrch acht Tage ohue Ab-wcchsluug bis einschließlich 22. Juni getragen. — (Hochherzige Schenkung.) Die Herren Söhne des verstorbenen Lambert Carl Luckmann haben znm pietätvollen Gedächtnisse an ihren am 4. o. M. verschiedenen Vater dem Bürgermeister der Landeshauptstadt Laibach den namhaften Betrag vou drcitaufeud Guldeu in österrcichifchcr Notcnrrntc mit der Wid-nlnug übergeben, daß die Ziuseu oerfclbeu alljährlich — eventuell auch das Kapital fclbst — zu städtifchcu Armeu-zwcckcn verwendet werden. Diefcr Act fcltcncr Hochherzigkeit wird gewiß allseits die wärmste Anerkennung finden. — (Heinrich v. Gerliczy f.) Unter vielseitiger Bethcilignng der distinguiertesten Gesellschaftskreise unserer Stadt wurde gestern nachmittags der am 13ten d. M. in Laibach im hohen Alter von 8'.) Jahren verschiedene l. l, Kämmerer nnd k. ungarische Rath Herr Heinrich Gcrliezy dc Gerlirze zu Grade getragen. In ihm schied eiucr der wenigcu noch lebenden Zeugcu und Mitkämpfer der napoleunischcu Kriege aus dem Leben. Als Licntennnt in, Ognlincr Greuzrcgimcnt marfchicrte Heinrich v. Gerliczy. der einer alten ungarischen Adels-familie entstammte, im Jahre 1814 mit den siegreichen Alliierten in Paris ein. Nach dem Friedeusschlnssc diente Herr v. Gerliezy noch bis zum Jahre 1820 in der österreichischen Armee, die er als Obcrlieutcnaut verließ, um iu den Zivilstaatsdicust übcrzutretcu, zu welchem er sich schou vorher durch Absolvierung der juridischen Studien vorbereitet hatte. Seine erste Anstellung war die als t. t. Kreistommissär in Trieft, Als im Jahre l822 Fiume mit dem dazu gehörigen Küstenlande dem Königreiche Ungarn einverleibt wurde, erhielt er bei dem dortigen königlichen Gnbcrnium eine provisorische Anstellung, wurde später zum königlichen Rathe, ersten Gubcruialafseffor und Vizckapitäu der Seestädte Fiume und Auccari ernannt. Die Ereignisse im Jahre 1848 hatten auch die Auflösuug der Stellen Gcrliczy'5 zur Folge, worauf derfelbe iu den Ruhestand trat und nach Kraiu übersiedelte, zu dem er durch seine Vermahlung mit fciucr ihm vor mehreren Jahren im Tode vorangegangenen Gemahlin, einer Gräfin Auersperg aus der Sonncggcr Linie, Schwester Sr. Excellenz des gegenwärtigen Majoratshcrrn Josef Maria Grafen Auersperg, iu gewisfc Beziehungen getreten war. Seit jener Zeit lebte Herr v. Gcrliczy nuuuterbrochen in seinem angekauften Palais in Laibach, dessen Bewohner dem freundlichen, bis in seine letzten Lebenslage geistrsfrischen nnd regsamen alten Herrn, in dessen Erinnerungen ein reiches Stück ehrenvoll miterlebter Wcltereignisfe ver-woben war, gewiß noch lange ein freundliches und ehrendes Gedrulcn bewahren werden. — (Nedaction 6 wechfcl.) Mit heutigem Tage übernimmt Herr Dr. Hans Kraus, bisher Redactiuns-nutglied der Grazer „Tagespost", die Redaction des „Laibacher Tagblatt". — (Rcichsraths - Probewa hl.) Das Central-Wahlcomite für die Reichsrathswahlen in Kraiu ladet in einer weiter unten veröffentlichten Bekanntmachung alle verfassungstreuen Neichsrathswähler der Landes Hauptstadt Laibach eiu, sich heu te u m h a l b 8 U h i abends im Saale des Casiu overei ns (im erste» Stock) behufs Entgegennahme von Kandidaturen für den Neichsralh und Abhaltuug einer Probewahl zu einer Versammlung einznfindcn. Indem wir auf diese Ver-sainmlnng auch an dieser Stelle aufmerksam machen und das Wünschenswrrthc ihres möglichst zahlreichen Besuche? hervorheben, glanbcn wir die Bedeutung derselben wol uicht erst ausdrücklich betonen zu müssen. Jeder iutelli-gente Wähler weiß, das; die Frage, wem die Ehre zn-theil werde» soll, die Laudcshauptstadt Laibach in den nächsten sechs Jahren im Ncichsrathc zu vertreten, für uusere Stadt uicht gleichgiltig sein kann, und daß somit die Lösuug dieser wichtige» Persouenfrage nicht dem blinden Zufalle am Wahltage überlassen, sondern schon früher iu einer klärenden Vorbefvrechung der Wählr, fo weit als möglich festgestellt werde» soll. Daß dies jedoch nur in einer zahlreich besuchten Wählerversammlung mit vertrauenerweckender und elfolgverfprechender Sicherheit möglich ,st. ist ebenso selbstverständlich; in diefem Sinne glauben wir daher, der persönlichen Theilnahme recht vieler Wähler an der heutigen Wahlvespre^ chnng nnd Probrwahl entgegensehen zu dürfen. — (Säugerabend.) Zur Feier des Namens-fcstes deS Direktors der philharmonischen Gesellschaft, Herrn RcgicrungsrathS Dr. Anton Ritter v. Schöpp! Sonnwalden, veranstaltete der Männerchur der Gesell schaft vorgestern abends im Klubzimmer der Casino rcstauration cineu sehr animierten Sängcrabenb. — (Selbstmord.) Am 12. d. M. um die Mittagsstunde hat sich der in Graz und Klagensurt in weiten Kreisen bekannte und geachtete t. t. Polizcirath in Pension Herr I. Wlntnigg. der vor mehreren Jahren bei der Grazer Polizeidircction als Kommissär gedient hatte, iu einem Anfalle von Geistesvenoirruug vom zweiten Stuckwerke des Ioanneums iu den Hofraum ge stürzt und ist binnen wenigen Stnnden dcu hiebei er littcucn schweren Verletzungen erlegen. — (Neue illustrierte Zeitnng) Die Nr. 3k dieses Blattes bringt folgende Texte und Illustra tioncn: Admiral Anton Freiherr v. Bourguignon. __ Die Zcuo-Vurg bei Merau. — Görbersdorf in Schlesien. — Der kleine Schreihals. Gemälde von Adrien Marie. — Mnttcrliebc, Statne von A. Borghi. -- Trabrennen in Wien. — Engagement. Gemälde von Dctaille. __ — Zwei Kreuzhcrreu. Romau von Lueian Herbert. (Fortsetzung.) — Edelsteine. Von Carl Freiherr uon Suttucr. (Schluß.) — Deutscher Aberglaube: Was man vom Monde erzählt. Von Moriz Busch. — Die Seele des Herrn von Dahlsen. Vou Siegfried Kapper. (Fortsetzung) — Kleine Chronik. — Schach :c. Eingesendet. An die geehrten Neichsratlpwählcr der LandeslMMadt llaibach! Mit dem kaiserlichen Patente vom 22. Mai d. I. wnrde datz im Jahre 1^73 gewählte Haus der Abgeordneten des Reichsrathes aufgelöst, uud es wurden Neuwahlen angeordnet, die demnächst stattfinden werden. Bei diefem Anlaffe drängt es niich. Ihnen vor allem für das Vertrauen, das Sie in gleich ehrender wie erfreuender Wcise mir bisher entgegengebracht, meinen tiefgefühlten Dank zu fagcn. Ich darf dem. felbeu mit voller Beruhigung die Versicherung beifügen, daß ich dieses Vertrauen über alles hochgehalten und von drin mir übertragenen Mandate jederzeit einzig nur nach meinen» Gewissen und meiner Ueberzeugung Gebrauch gemacht habe. 1162 Auf das mir oft bewiesene Entgegenkommen bauend, wäre es in meinem Sinne gewesen, mich bei den bevorstehenden Wahlen abermals um ihr Vertrauen zu bewerben, und es hätte meinen Stolz gebildet, die Landeshauptstadt Laibach auch im künftigen Reichsrathe zu vertreten. Zu meinem lebhasten Bedauern jedoch hat die Rücksicht auf meine Gesundheit mir mit gebieterischer Nothwendigkeit den Entschluß auferlegt, von der Ausübung eines Abgeordnetenmandats im Reichsrathe derzeit abzustehen. Ich bin somit be-müssigt, für diesmal auf eine Wiederwahl zu verzichten. Ferne von jeder Vermessenheit möchte ich doch gerne der Hoffnung Ausdruck geven, daß es mir in der Zukunft wieder einmal vergönnt sein werde, meine schwachen Kräfte uneingeschränkt dem öffentlichen Leben zur Verfügung zu stellen. In jedem Falle aber gestatten Sie nur die herzliche Bitte: meinem ehrliche.: Streben und meiner bescheidenen Wirksamkeit eine freundliche Erinnerung zu bewahren. Mir wird es immerdar ein erhebendes Bewußtsein bleiben, Ihr erster direkt gewählter Vertreter im Abgeordnetenhause gewesen zu sein. Laibach, 10. Juni 1879. Dr. Adolf Schaffer. Danksagung. Die Herren Johann, Josef, Carl, Anton und Theodor Luckmann in Laibach haben in pietätvollem Angedenken an ihren Vater, Herrn Lambert Carl Luckmann, mir den Betrag von dreitausend Gulden in österreichischer Notenrente, wovon die Zinsen alljährlich für Armenzwecke zu verwenden sind, bei einer näher präcisierten Eventualität aber auch die Verwendung der Effekten selbst für Armenversorgung gestattet ist, yeute zugehen lassen. Indem ich dieses großherzige Geschenk dem Stadt-armenfonde zuführe, bringe ich dasselbe niit dem Ausdrucke des tiefgefühlten Dankes im Namen der Armen hiemit gebührend zur öffentlichen Kenntnis. Laibach den 14. Juni 1879. Der Bürgermeister: Laschan m. p. Einladung M Prolmmhl. Das unterzeichnete Comite beehrt sich hiemit die verfassungstreuen Rcichsrathswähler der Landeshauptstadt Laibach zu einer Versammlung einzuladen, die Montag den 1U. Juni l. I., abends halb 8 Uhr, im Casiuogeliiiude (1. Stock) behufs Entgegennahme von Kandidaturen für den Reichsrath und Abhaltung einer Probcwahl stattfindet. Laibach am 11. Juni 1879. Dom Omtral-Wahlcomitö für äie KeiHsratliswuülen in Kruin. Neueste Post. Original-Telegramme der „Laib. Zeitung." Berlin, 15. Juni. Die „Nordd. Allg. Ztg." bestätigt, daß der Khedive sich dem Proteste fügte. Der Kefsel des Dampfers «Orpheus" explodierte zu Stettin ; 10 Todte. Petersburg, 15. Juni. Dem „Regierungsboten" zufolge verkehrte Solowjeff mit dem Friedensrichter des Samaraschen Gerichtsbezirkes; bei einer Hausdurchsuchung bei denlselben wurden verbotene Bücher und compromittierende Korrespondenzen gefunden. Kairo, 15. Juni. Ein Rundschreiben des Vizekönigs an die Konsuln sagt, er werdc angesichts des Protestes der Mächte den internationalen Vertrag der Billigung der Mächte unterbreiten. Wien. 14. Juni. Die „PolitischeKorrespondenz" meldet: Der Nuntius theilte dem Ministerium des Aeußeren eine Depesche des Kardinals Nina mit, in welcher derselbe einige Vorschläge zur Ordnung der hierarchischen Verhältnisse in Bosnien und der Herzegowina anregt. Cilli, 14. Juni. (Presse.) Snidarsiö ist von der Kandidatur im hiesigen Stäotebezirk definitiv zurückgetreten. Für die Landgemeinden kandidiert Landesgerichtsrath Pesari? auf Gruud des Programms der Fortschrittspartei. Znaim, 14. Juni. (N. fr. Pr.) Bedeutende 48stündige Regengüsse richteten kolossale Verheerungen in Südmähren an. Die theilweise ausgetretene Thaya riß Stege und Brücken mit sich fort. Die Teichdämme bei Krawska sind geborsten. Das Getreide liegt danieder. Die Regengüsse dauern fort. Troppau,' 14. Juni. (Frdbl.) Infolge anhaltender, meist wolkenbruchartiger Negengüfse sind sämmtliche Flüsse wieder ausgetreten. Das Wasser steigt rapid und ist überdies Zufluß von Würbenthal und Wigstadtl avisiert. Höchste Gefahr für die umliegenden Ortschaften, die bereits immdiert sind. Nach vielen Orten ist die Passage unmöglich. Hier in der Stadt sind Nothbrücken aufgeschlagen. Das Hauptwasser dürfte gegen Mitternacht eintreffen. Der Schaden ist unabsehbar. Man befürchtet die Einstellung des Bahnbetriebes. Budapest, 14. Juni. Im Unterbause überreichte der Ministerpräsident ein königliches Rescript, welches den Reichstag schließt und denselben gleichzeitig für dm 2. Oktober einberuft. Agram, 14. Juni. In der heutigen Landtagssitzung wurde der Bericht über den Empfang der Adreß-Deftutation anläßlich der Feier der silbernen Hochzeit Ihrer Majestäten verlesen und unter Hochrufen auf das Allerhöchste Kaiserpaar zur Kenntnis genommen. Hierauf wurden seitens der Regierung das Landesbudget, das Volksschulbudget und eine Vorlage über die Organisierung der Gemeinden unterbreitet. Paris, 12. Juni. abends. (N. fr. Pr.) Blanqni wurde bereits begnadigt und ist sehr leidend hier angekommen ; er kann nur Milchnahrung zu sich nehmen. Cassagnac ist für Montag als erster Redner gegen die Unterrichtsgesetze angemeldet. Die Republikaner berathen über die Mittel, um Ruhestörungen hintanzuhalten. Die Kommission zur Prüfung des Antrages Naquet, betreffend die Ehescheidungen, ist demselben günstig gesinnt; doch ist die Durchführung eines solchen Gesetzes wegen der privatrechtlichen Fragen, welche dadurch berührt werden, sehr schwer, daher ein längeres Studium erforderlich. Der Antrag wird heuer so..lit nicht erledigt werden. Rom, 14. Juni. Von der Berufung Haymerle's nach Wien ist hier nichts bekannt. Haymerle tritt wie alljährlich einen Urlaub an. Rom, 14. Juni. Nach mehrtägiger Debatte genehmigte die Kammer mit 185 gegen 115 Stimmen die Regierungsvorlage, durch welche der Stadt Florenz eine Entschädigung von 49 Millionen Francs zn-gesprochen wird. Belgrad, 14. Juni. Fürst Doudukoff ist mit einem Schreiben des Zaren an den Fürsten Milan in Nisch eingetroffen. Pera, 13. Juni. (Presse.) Die Unterhandlungen mit Griechenland sollen Dinstag, 17. d. M.. aufgenommen werden. Der Großvezier erklärte dem Grafen Eorti, die Pforte sei bereit, Ambelakia statt Trikala an Griechenland abzutreten. Alexandrien, 14. Juni. Der Sultan hat es entschieden abgelehnt, zwischen Deutschland und dem Khedive, wie letzterer wünschte, zu vermitteln. Der Khedive ist an einem Vrustleiden erkrankt. Telegrafischer Wechselkurs vom 14. Juni. Papier. Rente 66 «0. - Silber - Rente 68 80. - Gold-Rente 78-55. 1860er Staats-Anlehrn 126 -. - Nanl-As Nen 830. - Kredit«Acticn 261 75. - London 116 30. - Silber --. K. l. Münz-Dukaten 5 50. - 20 - Franken«Stuae 9 26°/,». — 100'Ncichsmarl 57 10. Wien. 14. Juni. 2'/, Uhr nachmittags. (SchllMrst.) ttreditacticn 26160. 1860er Lose 125 50. 1864er Lost 1^", österreichische Rente in Papier 66 82. Staatsbab" ^ '' Nordbahn 928'-. 20-ssrantenstücke 9 26'/.. ungar. Kr"' att'en 246 50. österreichische strancobank -'—. österreichische Mgl"""' 124.»,0. Lombarden 85 . Umonbanl 87 25, Üloydactiei, 5/6-. türkische Lose 22—. Communal-Anlehcn N3 50. EgM'M ^. Goldrute 78 50. ungarische («uldrentc 93 87. Flau.___. Handel und GolkswirtWaMchcö. llailiach, 14. Juni. Auf dem heutigen Markte sind elsch"' ucn: li Wagen mit Getreide. 4 Wagen mit Heu uno V"^ 1U Wagen und 3 Schiffe mit Holz (26 Kubikmeter). Durchschnittö ' Prcisc,______. Weizen pr. Heltolit, 7 15 8j!)^Äutter pr. Kilo . " ^ ^! . Korn „ 4 55 5 3?! Eier pr. Stück . . '1? ^. Gerste ., 4 23 4'4^ Milch pr. Liter . - ° " ^ Hafer ., 2 93 :;!30!Rindfleisch pr. Kilo -l^° ^^ Halbfrucht „ - 6 ^Kalbfleisch „ ^^I^. Heiden ., 4 71 4 ^Schweinefleisch ., ^"" ^_ Hirse ., 4«« 4 37 Tchöpseuslcisch .. ^'^"^ Kukurich ., 4 80 4 9i>Hähndcl pr. SÜict —A ^ Erdäpfel 100 Kilo 5 13-----Tanben „ ^ !i ^ Linsen pr. Heltolit, 7-----------Heu 100 Kilo (alt) 1 17 1", das gestrige -i- 175°, dcziehungs'^ > 14" und 0 9° unter dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: Otto mar Va"be^^>« > Danksagung. > W Für die vielen Beweise freundlicher TheilualM > M anläßlich der Krankheit und des Todes des >v" « > Heinrich Oerliczy V. Oerüc)e, > M so wie sür das zahlreiche Geleite zur lchte» Nul^ » ^ stalle sagt tiefgefühlten herzlichen Danl ^ M > die trancrndc Famill^W ^M's<>l1^1'l<'^<' ^"?» ^' ^""^ .^ ^b^ Es fandeil ziemlich umfangreiche Realisierungen statt, und diese übten ihre» Drucl um so fühlbarer, da die Hausseparlei glel )zc Ovl.sl.tt^Ü.l.lvl./l. Berliner Berichte über dort vorhcrrschcudc matte Tendenz eingeschüchtert wurde. ______-^V^ Velb llvaie Papierrentc........ 6725 6?30 Suberrente........ 69 20 69 30 Goldrente......... 79— 7910 Lose. 1854........ 117- 11750 „ I860........ 126 25 126 50 . I860 (zu 100 fl.) . . . 128 25 128 75 ^ 1364........ 15750 15825 llng.. Prämien-Nnl..... 104 — 104 50 Kredit-Ü.......... 171 50 i?2_- studolfs'L......... 16 75 17 — Priimienanl. der Stadt Wien 114 75 115 — DonaU'3tcgulicrungs»Lose . . 109— 10950 Domänen«Pfandbriefe . . . 14159 142--Oefterr. Schatzschcinc 1881 rück» zahlbar......... 10080 101 20 Oesterr. Schatzschcinc 1832 rück» zahlbar......... 100 80 101 20 Ungarische Goldrente .... 943U 94'40 Ungarische Eisenbahn-Anleihe . 113 — 113 59 Ungarische Eisenbahn-Anleihe, Lumulativstückc...... lli?ü 112 — Uugarische Schatzanw. vom I- 1874.......... ^ " ^" Anlehen der Stadtgemeinde Wit« i« N 3<...... 9950 99 75 selb Wa« wrundentlaftuugs.vbligatianen. Vöhmen.........102— 103 — Niederösterreich......104 75 —- - Galizien.........89'50 90- Siebenbürgen.......8350 83 75 Temeser Vanat......84 25 84 75 Ungarn..........8625 8675 Netten von Vanl,u. Gelb Ware Anglo.österr. Bank..... 12775 128- Kreditanstalt ....... 264 75 265' Depositenbank....... 175 177- Kreditanstalt, ungar..... 250 75 251' Ocsterreichisch - ungarische Vank 832— 833-- Unionbank ........8950 90 — Verlehrsbanl....... 118 - 118 50 Wiener Bankverein..... 122 50 123'- klctien von TransvsrtUnterneh-mungen. Velb Ware Alsäld'Bahn .......13750 138 — Donau.Dampsschiff..Gcsellschllst 557 559 -Elisllbeth-Westbahn.....18l - 13150 Veld Ware Ferdinands«Nordbahn . . 2230.-2285-. Franz.Ioseph.Vahn . . . . 148 14850 Galizischc Karl-Ludwig« Äahn 246 75 247 — Kaschau.Odcrberger Nahn . . 115-50 116- Lembcrg-Czcrnowiher Nahn . 137 25 137 75 Lloyd . Gesellschaft..... 576- 578 — Oesterr. Nordwestbahn . . . 127 75 128 25 Rudolfs.Vahn....... 13750 138 — Staatsbahn........ 284 284 50 Südbabn......... 85 25 85 75 Theiß.Nahn........ 214 - 214 50 Ungar.'galiz. Verbindungsbahn 103'50 104 — Ungarische Nordostbahn . . 129 - - 130 - Wiener Tramway'Gescllschast. 190 50 191 -- Pfandbriefe. Allg.öst.Bodenkreditanstsi.Gd.) 114 50 115 - ^ .. ^ liÄ.'V.) 99 9925 Oestcrrcichisch. ungarische Bank I0l,60 10175 Ung. Bodentrcdit.Inst. (Ä.-V.) 98 75 99 - Prioritätü Dbligatisnen. Elisabeth°B. 1. Em.....9530 95 50 Ferd.'Nurdb. in Silber . . . 104 25 104 50 Franz'Ioscph.Nahi, .... 932/. 9350 -------------------------- M-" Ual. Karl°Ludwig-Ä. 1 E>". l0^ ^575 Ocsterr. Nord,urst°Vahn - - ^,75 ?^ Sicbcnbürger Nah" - - - .^,59 1^ Staatsbahl, 1. Em, - ' i20?5 '^75 Südbahn »3«/.......99 50 ^ 5°/....... Hevlien. qg 5« 7l> ,'^z Auf deulschc Plätte - - - ' ^g^ "^ London, kurze V'.cht - - ' ,^50 No 5 Loudo». lange S'cht - - > 461b 4" Paris........ Velftssrten. r rs f,i kr. 5 sl- ^^,/ ^ Dukaten.. — '^^/..9.2?/' Napolcousd'or . 9 .."/,. Deutsche Reichs- 57 ., A Note» ... '" " " " 100 . ^' Sllbcrauldcn . . 1"" " «rainische Orundentlastungs-Obligat""' ^""^Oeld 91^50. Ware ^ 75 b.s ....^. ....... l.is 26425. ÄNglo" Nachtrag: Um 1 Uhr 15 Minuten notieren: Papierrente 67'20 bis 67-30. Silbcrrentc 69 20 bis 69 30. Goldrcnte 79 - bis 79 05. «remi <^"' ------ 123—. Uondon 116 35 bis 116 60. Napoleons 926'/, bis 9 27. Silber 100 — bis 100- -.