Nr. 246. Mittwoch, 27. Oktober 1886. 105. Jahrgang. Macher Zeitung. zan,?^?""'"^"»»: Mit Poftvüllenbung: gan,l»hii« fl. »5, halblährig ft. 7,00. Im «omploir: lle n/^ ,^ ^' halbjährig 5,5«. «r, ösl^en Wi^crholunssen pr. Zeile » ll. D!c „eaibach« Z««tun»" «l««int tässli« m!t «u«nahme der Sonn. und »eie„s??"^ ^''^^ vieljährigcn trenen lind vorzüglichen K.s'''^lstlinq taxfrei den Titel nnd Charakter eines ^ 'lathes allergnädigst zn verleihen gernht. ^_______ Prazak m. p. ym A. k. nnd k. Apostolische Majestät haben mit ^ ?^r Entschließung vom 20. Oktober d. I. dem slM«?e der Allerhöchsten Privat- nnd Familien-Til^^ll, kaiserlichen Nathe Felix Nitsch den G. ,!lud Charakter eines Regiernngsrathes taxfrei gnädigst zu verleihen geruht. ?l^s^ k. und l. Apostolische Majestät haben mit Hofs/ ^" Entschließung vom 20. Oktober d. I. dem Vriva^" der General-Direction der Allerhöchsten Geit. "'^ Familienfonds Dr. Ludwig Edlen von ,>,^^ Neginn der heutige» Sitzung des Abgeord-^'ltli v beantwortete Se. Excellenz der Landes-^'^'Mgsminister Graf Welsersheimb die Vii,. ^'Uation Weitlof nnd Genossen betreffs des H "l'Ncfreiungsschwindels. Der Minister sagte: habe» "" Abgeordneten Dr. Weitlof nnd Genoffen kei, zni^?^^ eingehender Motivierung au Se. Excellenz 'I.^'ustervräsideuteu nachstehende' Ailfragen gestellt: ^reisp?? ^^1 die k. k. Regierung durch die in weiten Alöäl^, Bevölkerung verbreitete Ansicht über die ^M» unlauterer Einsinsse bei Erziclung von llniq^efreilmgen veranlasst, das Vorgehen der Stcl-htti^^lnissionen sowie die Zweckmäßigkeit des bis-^hkl^ ^^lluugsvorgauges zum Gegenstaude ein-gierll,," Hebungen zu machen? 2.) Ist die k. t. Re< un bejahenden Falle geneigt, das Ergebnis dieser Erhebungen offen und rückhaltslos zur öffentlichen Kenntnis zu bringeu?» — Ich habe die Ehre, obige Fragen mit Folgcudrm zu beantworten: Das Fnnctiouieren der SteUnngscommissionen wie des ganzen Stellnngsverfahrens. über welches regelmäßig die ciu-gehcndsteu Nachweisungen in Vorlage kommen, ist Gegenstand uuausgesetzter Ucberwachung seitens der bei Durchführung des Wehrgesetzes betheiligteu Central, stellen nud Behörden. Auf Gruud langer, vielseitig gewonnener Erfahruugcu uud Studien ist die Instruction znr Ausführung des Wehrgcsctzes veröffentlicht wordeu, welche zum wesentlichen Theile die Vorschriften über das Stclluugsverfahreu in sich schließt. Diese! Vorschriften lasfrn die Fiirforgc jener Momente erkennen, welche dem Vorkommen'von Unrichtigkeiten und Missbränchen im Bereiche des überhaupt Möglichen zn begegnen geeignet erscheinen. Es möge hier nur knrz auf eiuigc der wesentlichsten diesbezüglichen Momente hingedeutet werden, wonach die Acdingnisfe für die Annahme wie für die Nichtaunahme der Stellungspflichtigen zum Dienste genau präcisiert sind — die Nichtannahme bei dem stattfindenden Verfahren unter allen Umständen com^ missioncll, eventncll in zwei Instanzen nnd nicht durch Einzelne beschlossen wird, — allerdings in Bezug auf die «Einreihn^», nicht aber umgekehrt, den Truppcn-commandanten, beziehungsweise dcreu Vertreter« das Recht uuabhäugiger Entschcidnng znkommt, wodurch ebeu der Eventualität eiucr etwa allzu weitgeheuden Gcltendmachung physischer Mängel seitens anderer am entsprechendsten vorgebeugt werden kann, — ferner alle jene Fälle, wo znr Cuustatierung specieller Gebrechen den Stcllungscommissioueu Zeit nnd Mittel fehlen würden, diese Col'statierung einem speciellen sorgfältigen Verfahren bei den Heilanstalten überwiesen nnd von diesem Verfahren ausgiebiger Gebrauch gemacht wird, — endlich laut §34 des Wehrgcsetzes gegeu die Nichtannahme. beziehungsweise Befreiung Stellungspflichtiger das Einspruchsrecht, insbesondere auch beu Commissionsmitgliedern der Bezirks- nnd Gcmeinde-vertretllngen znsteht. bezüglich welchen Rechtes angeordnet worden ist, dass dasselbe den Betreffenden zn Beginn jeder Stelluug ausdrücklich erklärt uud iu Erinnerung gebracht werde. Es bliebe derart uur zu wünschen, dass die Natur, die streng vorgezcichneten und auszuführenden Modalitäten dieser im staatlichen wie im allgemeinen indi viduellen Interesse so überaus wichtigen Procednr auch in der Ocffentlichkeit möglichst weit verbreitetes Verständnis finden, wodurch vielseitigen irrigen Alisichten und auch Versucheu bezüglich der Möglichkeit ungesetzlicher Befreiuugeu von der Wehrpflicht am wirksamsten vorgebeugt würde. Die l. k. Regierung erachtet ihrerseits auf Grund gewissenhaft, den Fragen des Stellungs-verfahrcns stets gewidmeter Aufmerksamkeit, diesbezüglich wohl informiert zn sein, um nicht erst jeweilig infolge vereinzelter Specialfälle Erhebungen in principieller Richtung nothwendig erscheinen zu lassen. Dagegen wird von Seite oer bei der Durchführung des Wrhr> gefetzcs betheiligten Centralstellen nicht versänmt, jedes sich bietende Anzeichen möglicher Uuregelmäßigkeiten zum Gegenstande sorgfältiger Untersuchung zu machen, um eventuell mit allem Nachdrucke einschreiten und die Durchführung der allgemeinen Wehrpflicht jederzeit und überall streng aufrechthalten zu können. Was dcu in der Begründnng der Interpellation angedcuteteu speciellen Fall betrifft, so bin ich in der Lage, laut empfaugeuer authentischer Information mitzutheilen, dass das Präsidium des competenten k. k. Landesgerichtes in Strafsachen der Ueberzeugung Ausdruck gegeben hat, es müsse aus deu «vorliegenden Strafacten die Bcrnhignng gewonnen werden, dass der betreffende Angeklagte überhaupt niemals mit Militärpersonen eine sträfliche Verbinduug zu MilitärbrfreiungK-Zweckcn gehabt hat.» Iustizminister Dr. Freiherr von Pra^äl ant« wortctc auf die Interpellation des Abgeordneten Boos« Waldcck betreffs des Zuschlages eiues Bauerngutes bei Tachau an den Notar Ries nm einen Gulden. Se. Excellenz erklärte: In der Sitzung des hohen Hauses vom 12. d. M. haben die Herren Abgeordneten Graf Voos-Waldeck uud Ocuosseu unter Anführung, dafs der k. k. Notar Ferdiuand Ries in Tachau die den Eheleuten Johann und Maria Zwereuz gehörige, auf 7858 fl. gerichtlich gefchätzte Bauernwirtschaft Nr.-E. 27, s6ct6 24 in Albersdorf bei der dritten executiven Feilbietung, ohne selbst Tabulargläubiger zu sein, und obgleich er bei der Feilbietung als Vertreter der Spar-casse iu Plan intervenierte, im eigenen Namen um 1 fl. erstanden habe, wodurch die Executen ihr ganzes Hab uud Gut und fünf Tabulargläubiger ihre ganzen Forderungen verlieren, nachstehende Fragen an mich gerichtet: 1.) Ob mir der geschilderte Fall bekannt sei? und 2.) ob ich gedenke, diesbezüglich eine strenge Unter- Feuilleton. Moderne Hciratsnnlnst. ii. b'c S,"2 den angeführten Ziffern geht hervor, dass ^ M, ? ^l weiblichen ledigen Personell diejenige M gy "Hen ,'.bsulnt überwiegt, uud uehmen wir uuu Aschs 3lueiue numerische Uebergewicht des schwächeren p^crw. "b" das stärkere hinzu, so ergibt sich die ^r's. ^' dass die Verwirklichung des alten Grund-^,l e':„,.°'s jedes Fräulein seil, Männlcin finden solle, , 5'?" unmöglich crscheiut. ^stlich"^ schrumpfe» jene bedenklichen Ziffern in ^serrn: > ^ zusammen, wenn man eine größere ^"2 ^'scheu dem Alter der Ehegatten — miu-^ das? Iah" — zur Norm setzen wollte. Denn Mt «p ÄM'ge Alter der ledigen Mänuer eine !, 'kl, l>??"^ mnsvannt, als dasjenige der ledigen ^ 40 f,;' be""' die Grenze naturgemäß uicht über li>lKfä^i. ^ ?a^ Hinalls liegen soll, so ist den ^en lH Mn Weibern für das Schließen rechtzeitiger > qr,s "Sr Gelegenheit gegeben, freilich auf Kosten n?l luiss'," ^ "zahl lcdig übrigbleibender Schwestern. >n ei ' 'lhr wohl. dass die Hygiene von Natur > ge«a .,.^""^'le Altrrsdifferenz verlangt, als die epischer? ^" die Praxis steht der Durchführung n^'W, Q^ erullgen '"'" ""'nal mit eiseruer Stiru M hyqi^tt""" 'st nicht uuerwähut zu lasscu, dass "en übtt?"" Gruudsätzeu die Eheschließung der "" Jahre überhaupt anfechtbar ist, aus sehr triftigeu Griinden — nolkbsns weun es sich für den weiblichen Theil um eine erste Ehe handelt. Bei alledem, und wollten wir auch noch foviel «mildernde Umstäude» heranziehen, kommen wir nicht über die bedenkliche Wahrnehmung hinweg, dass die Zahl der das 30. Lebensjahr als Lcdiggebliebeue überschreitenden weiblichen Personen m unserer Zeit im Steigen begriffen ist, vorzugsweise in den «besseren Ständen». Unter der ländlichen Bevölkerung, welche sich ja in ihrer großen Mehrheit aus deu sogenannten niederen Schichten zusammensetzt, gehören nuuerheiratet geblie-beue Weiber bckauutlich zu den Seltenheiten. In den großen Städten ändert sich das Verhältuis auch bezüglich der niederen Classen schon sehr zu Unguusten des weiblichen Theiles. Immerhin aber gestaltet sich das Los dieser «Sitzengebliebenen», da sich ihnen im großen socialen Haushalte ergiebigere Gelegcuhcit zur Frisluug eiuer erträglichere», Existeuz bietet, bciwcitem uicht so traurig, als für ihre Leideusgcfährtiuncu aus dcu «ubercu Zehutauseud». weu» sie «ihreu Beruf verfehlen»: Gattinnen und Mütter zu werdcu. Die Gründe muffen in der ungesuudcu Gestaltung der maßgebcudeu Vcrhälluisse uusercr höhcrcu Gesellschaftskreise licgeu. Zuuächst siud es die vou deu Zeitverhältnisscn llud der Zeitrichtnng beeinflussten gesteigerten Anfor-dernllgen an den Manu bei Gründung eiuer eigenen Existenz. Wenn wir vou der Minderheit jener absehen, welchen ererbter Wohlstand oder ciue ausuahmsweise güustig sich gestaltende materielle Lage Ermöglichen, früh selbständig zu werden, so lehrt die Erfahruug, dass die Männer der gebildeten Stände heutzutage vor dem 30. Lebensjahre kaum daran denken können, einen eigeueu Hausstand zn gründen. Ganz besonders gilt dies von den Studierten, zumal die Ueberfüllung aller jener Berufszweige, welche akademische Bildung voraussetzen, alljährlich zuuimmt — mit ihr das Gelehrtenproletariat ! Dazn gesellt sich ein weiterer Grund für die Erklärung der modernen Heiratsunlust, die klägliche Besoldung des höheren Beamtenthums, der Lehrerschaft u. s. w., welche zu der beständig wachsenden Ve» theuerung aller Lebensbedürfnisse in schreiendem Miss-Verhältnisse steht. Wer wollte leugne», dass es einem jüngeren Richter, einem Gymnasialprofesfor, einem jnngen Arzt hellte ganz unmöglich ist, ja häufig als Leicht-siuu gedeutet werdeil müsste, mit seinem bescheidenen Fixum einen cigeueu Herd zu grüuden, wenn nicht ererbter oder erheirateter Vermögenszuwachs ihn er-mnutert? Weiterhin aber sind — und das mögen die jungen Damen doch recht beherzigen — die ganz übertriebenen Ansprüche des modernen zarten Geschlechts bezüglich der Gestaltuug der zukünftigen eigenen Häuslichkeit in Anschlag zu briugen. Wie kann man sich noch wundern, wem, einem Manne, der sich selbst vielleicht ein Dutzend vol, Jahren kümmerlich durch Schule und Universität ober durch Schule uud Comptoirdienst durchgeschlagen hat (uud das ist die allergrößte Mehrzahl) davor graut, eiues jeucr Zierpüppchc» heimzuführen, dem es als etwas Unerhörtes erscheint, dass ei» jumper Hausstand natnrgemäß viel bescheidener eiilzurichte» M. als tmc man es im luxuriöseren Elter.chausc gewohnt war? Lllibachel Zettung 3tr. 246 2014 27. Oktober lM'< suchllng einleiten zu lassen? Ich habe die Ehre, diese Interpellation, ans deren Anlass ich mir Bericht erstatten ließ, zu beantworten: Es ist richtig, dass der k. k. Notar Ferdinand Ries bei der am 9. September 1886 beim Bezirksgerichte in Tachau stattgefundenen dritten executiveu Feilbietuug, zn der sonst keine Kanf-lnstigen erschienen waren, die erwähnte Realität im eigenen Namen nm den Kaufpreis von 1 fl. erstanden hat. (Hört! Hört!) Doch geht aus den mir vorgelegten Acten hervor, dass der genannte Notar bei dieser Feil-bietnng im Namen der exequiercnden Sparcasse in Plan einzuschreiten beabsichtigte, hiezu jedoch vom Feilbietungs-Commissär nicht zugelassen wurde, weil er sich mit einer ordnungsmäßigen Vollmacht nicht ausweisen konnte. Ueber den Recnrs mehrerer Interessenten wurde der Feilbietungsact vom böhmischen Oberlandesgerichte wegen unterbliebener ordnungsmäßiger Verständigung eine» Interessenten anfgehoben und dem Bezirksgerichte Tachau die Anordnung einer neuerlichen Feilbietnngstagfahrt aufgetragen. Gleichzeitig hat der oberlandesgerichtliche Discipliuarseuat DisciplineErhebuugen eingeleitet, deren Zweck es ist, sicherzustellen, ob und inwiefern dem genannten Notar in dieser Angelegenheit ein Verschulden zur Last falle. Es sind daher die nach dem Gesetze zulässigen Maßregeln bereits verfügt, so dass es eines Einschreitens von meiner Seite vorläufig nicht bedarf und ich die Entscheidung der Disciplinar-Behörde ab warten muss. Die weitere Anführung der Herren Interpellanten, dass der besprochene Fall nicht vereinzelt dastehe, son-dern dass der k. k. Notar Ries schon früher den Bauernhof C.-Nr. 4 in Bernetzreith nnd den Bauernhof des Peter Sollner in Gamnitz im Executionöwege erworben und dann parcelliert habe, bin ich auf Gruud der mir vorgelegten Acten in der Lage, dahin richtigzustellen, dass der genannte Notar wohl im Jahre 1884 die dem Peter Sollncr gehörig gewesene Hälfte der Wirtschaft C.-Nr. 3 in Wiedowitz,' worauf auch für ihn Capitalien hafteten, im Executiouswege. jedoch schon bei der ersten Feilbietnngstagfahrt uud daher über dem Schätzungswerte erstanden, dass derselbe aber den Bauernhof C.-Nr. 4 in Bernetzreith aus freier Hand um den beiderseits vereinbarten Kaufpreis von 6000 fl. getauft hat. Diese letztere Realität ist bis jetzt für den k. k. Notar Ries bücherlich vorgeschrieben, während die Realitäten-Hälfte in Wiedowitz von ihm seither, ohne parcelliert worden zu sein, wieder an einen Verwandten des früheren Besitzers verkauft wordeu ist. Ferner antwortete Minister Dr. Freiherr von Prazäk auf eine Interpellation des Abg. Dr. Vitezic und Genossen wie folgt: In der Sitzung des hohen Hauses vom 9. Oktober 1885 haben die Herren Abgeordneten Dr. Vitezic und Genossen aus Anlass einer beim Bezirksgerichte Pisino, Gerichtssprengel Rovigno, gegen Vincenz Gortan und neun andere Bewohner von Tarvis wegen Ehrenbeleidigung stattgehabten Verhandlung folgende Fragen gestellt: «1.) Hat Se. Excellenz der Herr Leiter des Justizministeriums infolge der au ihn gelaugten Anzeige über das gesetzwidrige Verfahren des Bezirksgerichtes von Mitterburg Vorsorge getroffeu, dass sich ühuliche Vorfälle «icht wiederholen? 2.) Ist das unqualisicierbare Betragen der Gendarmen gelegentlich der obangeführten Gerichtsverhandlung zur Kenntnis Sr. Excellenz des Herrn Ministers für Landes- vertheidigung gelaugt, nnd welche Verfügung wurde von ihm diesbezüglich getroffen?» Ich beehre mich auf die erste Anfrage zu erwidern: Am 18.Juni v.J. gelangte au mich ein Telegramm, mittelst welchen, sich mehrere Landleute darüber beschwerten, dass in einem bei dem Bezirksgerichte in Pisino anhängigen Ehreubeleidiguugs-Processe von ihnen vergebens eine Verhandlung uud Protokollierung iu ihrer Sprache verlaugt worden sei. Ich habe sofort hierüber aufklärenden Bericht vom Triester Oberlandesgerichte eingeholt und aus demselben ersehen, dass in der That eiu der kroatischen Sprache unkuudiger Richter mit dem Beistände eines Dolmetsch in der Person eines Gerichtsdicners die Verhandlung in obiger Strafsache am 18. Iuui 1885 geleitet hatte, dass jedoch dieselbe aus dienstlichen Grün-den vertagt wurde uud weiter das Oberlandesgericht die Verfügung getroffen hatte, dass zu der neucrlichcu Verhandlung ein des Kroatischen vollkommen kundiger Richter als Leiter derselben bestellt werde. Dies ist auch thatsächlich erfolgt; bei der neuen Verhandlung am 29. August 1885 fuuqierte als Leiter ein des Kroatischen ganz mächtiger Richter, welcher auch in dieser Sprache die Verhandlung durchgeführt nnd das Urtheil kundgemacht hat. Da jedoch mittelst Telegrammes vom 29. August 1885 die Angeklagten sich abermals und darüber beklagten, dass vom Nichter die Protokollierung ihrer Anssageu iu kroatischer Sprache verweigeit worden sei, so habe ich mir hierüber neuerlich Bericht erstatten lassen, und nachdem durch denselben eiu nicht ordnungsmäßiger Vorgang bei dieser Hanplverhandlung seitens des Verhandlungsrichters constatiert wmdeu ist, habe ich das Oberlandesgericht in Trieft angewiesen, dem Bezirksgerichte iu Pisino die erforderliche Belehrung sowohl über den Gebrauch der Sprache bei der Hauptverhandlung als auch über die ProtokMeruug der Aussagen zu geben. Ich erwarte, dass hiedurch ferneren begrüudeten Beschwerden der Bevölkerung vor, gebeugt sein wird. Was die Anfrage a6 2 betrifft, so habe ich die Ehre, im Einvernehmen mit dem Herrn Minister für Landesvertheidiguug Folgendes zu erwideru: Der Herr Minister für Laudesvertheidiguug hat über das Be< tragen der Gendarmerie bei vorerwähntem Anlasse die Erhebungen im Wege der Statthalterei in Trieft pflegen lassen, aus welchen hervorgeht, dass sich zwar einer der zwei zur Assistenz bei der Gerichtsverhand^ lung beigezogenen Gendarmen außerhalb des Gerichts saalcs zu eiuer unstatthaften Geste gegenüber eiuem der Angeklagten hinreißen ließ, weshalb hiefür gegeu denselben im Disciplinarwege vorgegangen wurde, dass aber im übrigen die beiden Gendarmen kein Vorwurf trifft, zu einem weiteren Vorgehen gegen dieselben sohin keine Veranlassung besteht (Bravo! Bravo! rechts.) Bei Uebcrgang zur Tagesordnung wurde dem Ansucheu des Laudesgcrichtes Wien um Zustimmimg zur Verfolguug des Abgeordneten Schönerer stattgegeben. Bei der ersten Lesung des Autrages, betref-feud die Einschränknng des Hausierhandels, besprach Abgeordneter Fiegl die im Hausierwesen bestehenden Uebelstände. Der Redner meinte, dass dnrch die Hausierer «Schundware» unter das Publicum gebracht nnd hiedurch die reelle Industrie geschädigt werde. Das Hausierwesen sei zudem in sittlicher, gesell- schaftlicher nnd sanitätspolizeilicher Hinsicht sch"dl^ Dic Abgeordneten GH on und Friedrich S u e s; t"M ebenfalls für eine Reform des Hausierweseus eu>. ^ An.rag wurde hierauf d.'m Gewerbe-Ausschuß >"" Berichterstattung zugewiesen. ., ^ Abgeordueter M authner begründete in lmUw Rede den Antrag. betreffend die Begü»stig»"g"> Neubautcu mit kleinen billigen Wol)»".na ,^ Er wies insbesondere auf die Nothwendigkeit h>n > . die ärmere Bevölkerung in den Städten billig/ '^ gesunde Wuhnuugeu herzustellen. Diese VauMlss^ müsse, aber vom Staate begünstigt werden. ^. i,, beantragt er für Neubauten, welche vou Oemc,M ' vuu Erwerbö- und WirtschastsGeuosseuschaften,Vtte!^ und Arbeitgebern zu den, Ende errichtet werden, ihren Genossen. Mitgliedern und Arbeitnehmern ^ suude Wohnuugru zu billigen Mietzinsen zu bieten, Freiheit von der Hauszius- nnd HausclasseM'»" "^ 30 Jahre. Solche Gebäude dürfen aber nicht M) als vier Wohnungen in höchstens drei Geschosst" , halten. Eine Wohnung darf nicht mehr als >'4 ' das ganze Gebäude nicht mehr als 150 m" G""wsw^ haben. Für 1 m« Wohnnngsraum darf iu M» ' I fl. 50tr. (in Städten mit mehr als 400(X> " wohnern 1 fl. 25 kr., mit mehr als 20000 Enlwoy« 1 fl., in allen anderen Orten 75 kr.) Zi"s "" "H werden. — Abgeordueter Winterholler Ms ' «^ dass der vorstehende Antrag insbesondere den 3^ ^ arbeitern zngnte kommen würde. Der Staat .^ daher das kleine von ihm verlangte Opfer bung" ^ Interesse der Anbahunnq des socialen Frieds-Abgeordneter Rogl bekämpfte den Antrag '"' ^ Hinweise, dass die Wohnungen auf dem Lande oyi ^ billig seien nnd es sich nicht empfehle, einzelne» ^ ^ den Privilegien einzuräumen. — Der Antrag dem Steueränsschusse zur Vorberathung zuaMieje ^^ Die Verhandlung wnrde hierauf abgebroche"^^, die nächste Sitznng auf morgen anberaumt, ""' <^ Tagesordnung vom Präsidenten das Zoll- und.v"' bündnis gesetzt wurde. ^^- Politische Ueberficht. ^ (Die diesjährige Delegations sej! ^ Wie die «Montags-Revue» meldet, ist die ^,^ österreichischen Regierung, iu welcher b"N"^^pcst, wlid, die diesjährigeDelegatioussession nicht >"^' ^ hie sunder» in Wien abzuhalten, am Samstag A>. .;M-Vermittlung des auswärtigen Amtes an de» ^ ^,i Präsidenten Tisza nach Vndaftest al'gegai'a/U- .,^ erwartet, dasö ungarischerseits dem Verlangen oe^ ^ reichischen Delegierten Nechnnng getragen werde ^ umsomchr, als den Ungarn die Zusichen»^ H^^,, werden soll. die beiden folgenden De!egatk'üv!M ^ in Budapest abzuhalteu. Zur Verleguug der ^,^, von Budapest nach Wien bedürfte es eines "/"'! „„gs'l lichen Handfchreibens. Besondere gesetzliche V"s"U wären hiefür nicht erforderlich. , z^lci^ (Parlamentarisches.) In der "N^ ... action des Parlaments ist insofernc ein 5>"'/'°"leicbs" verzeichnen, als endlich der erste Bericht des ^S-I ^ Ausschusses vorliegt. Derselbe betrifft dnso^^r Haudelsbündnis. ist vom Abgeordneten ^^^iv^ verfasst und gipfelt nach einer eingehende" Welche vernünftige Mutter wollte einem jungen Kaufmann einen Vorwurf daraus machen, wenn er fein Geld lieber in sein Geschäft steckt, statt es in das Leibmodemagazin der theuren Ehehälfte zu schleppen? Oder dem jungen Gelehrten, wenn er zum Zwecke seiner wissenschaftlichen Fortbildnng, von der doch auch die Besserung seiner materiellen Lage abhängt, die Sparpfennige lieber für die Completieruug seiner Bibliothek verwendet, statt mit der Frau Gemahlin in Theaterlogen die Zeit todtzuschlagen? Unsere Damen wissen recht gut, wo der Schuh drückt. Wisseu sie's aber nicht, so mögen sie es einmal hören, dass dasjenige, was man gemeinhin den Reiz eines Mädchens nennt, durchaus uicht das ist, was uns Mäuner fesseln, dauernd fefseln kann. Dem jungen Manne »nacht eine geistreichelnde Causerie, eine «blendende Erscheinung, auf Zweckbaueu nur ein sehr schnell vorübergehendes Vergnügeu; dem jungen Ehemann im-»s?".!"" d"s schmucke Weibchen im sauberen Haus-! ' «v)? ^ liat für die praktischen Seiten eines guten Mittagessens nach jahrzehntlanger Tortur durch dle Schablonenmenus der RestaurationMchen eiu weit mnigeres Verständnis, als für Madau.es Aquarellmalerelen und den Flltterkram langweiliger Soireen. ^ c c^ -!""^ "" "6'l grämlicher Hagestolz sein. der so schrelben kaun., hören wir es vou der schönen Leserin trutzlg aufgeworftuen Lippen flöten. Pardon meine Verehrteste. wir wissen sehr wohl. dasz auch uuter unserer jungen Damenwelt noch ein gediegener Fonds von Fraucntugcnden zu siudcu ist. Wir wisse», — oder richtiger gesagt, wir hören ab und zu davuu munkeln — dass auch unsere großen Städte noch emrn Stamm Mes soliden Bürgerthums besitzen, in welchem mau sich eine harmonische Erziehung der Töchter zu künftigen Hausfrauen angelegen sein lässt, nnd wo man dessen eingedenk bleibt, dass das Weib ins Haus gehört, und dass es diejenigen seiner Tugenden, welche für jcdeu ernsten Mann von unwiderstehlichem Zauber sind, lediglich in der Häuslichkeit entfalten kann. Aber — nnd dies klagen wir den Müttern — in den größeren Städten wird gemeinhin der jungen Männerwelt bedauerlich wenig Gelegenheit gewährt, den Reiz des Familienlebens an seinen Quellen kennen zu leruen. Die nicht ungerechtfertigte Klage über zuuehmeude Blasiertheit nnd gesellschaftliche Verrohnng der jnngen Männer aus den befseren Ständen wird durch den Mangel an rechtem Verkehr mit der Frnneuwelt genügend erklärt. «Willst du erfahren, was sich ziemt, so frage nur bei edlen Fraueu au!» Würde man sich in den guten Bürgerkreisen nicht so pedantisch abschließen, so würde das arg ausgeartete Kasfeehausleben mit seinen ol> ligaten faden Villard- uud Tarokstunden. würden die Stammkneipsitzungen mit ihren seichten Biergesprächen und lichtscheuen «Wihen» ihre Anziehungskraft bald verlieren — wenigstens für die größere Hälfte jener jnngen Männer, denen die erquickende Freude au traulichem Familienleben noch nicht über den zweifelhaften «Genüssen» an Brettlproductiouen nnd eitler Nichtigthucrei im Vereinsleben erstürben ist, Wenn der Familiensinn nicht gehegt und gepflegt, wird, woher soll der Sinn für die Schöpfnug eines, eigenen Familienlebens kommen, die doch für jeden ernsten Mann das Ziel seines Strebens nnd seiner Sehnsucht, seiu soll? Warum wachse» täglich neue Vereine wie Pilze ans der Erde? Weil man dem natur-^ gemäßen Bcdürsuisse uach Geselligkeit nicht aus den Fa« milien herans Rechnung trägt! Bei Vier """ ^ Spiel nnd Sport werden viele zu Roue's. ^ ^„he stehlich eiuseitiqeu Menschen, denen der sw""" beEinfluss der Familie ein glücklicheres Los yl scheiden können. ^ ikensc^ Die Zerfahrenheit. Verrohung und "" qkllde lichkeit des öff.ntlichen Lebens finden so cinc g'^ ^' Erklärung. Die Familien bilden den Staat. "^ Fmnilieu heraus heilen allein die Schäden oe^ .^ A schaft. Die Mission der bürgerlichen 3""' Oc"^' durch eine mäßigere Erziehung der küuMc ^,,gdcl tionen ans eine wieder idealer werdende ""'V ' I" Pflichten des Mannes nnd Bürgers h'nzuwn ^ß< der Familie aber werden die Linien für "nc ^„ liche Erziehung der Jugend und auch uoch ^ ^. Männerwelt gezogen durch den .^>iri>u« ^u - A, lichen Taktes und weiblicher Würde. Ihr Ideal. Nach dem Dänischen des Carit Etlat. (11. Fortsetmnn.) . ^ . ^t^' «Ich möchte den Herrn Grafen um "tte Rückantwort ersuchen!» bat sie. ^s H". «Die Angst flößt mir diese Zeilen "".^,'5"' denberg. «Versprechen Sie mir. in der "" /^"h'''' ' cateu Augelegenheit keinen Schritt zu > ^M. welcher mich (ursprüuglich staud da "- ^ o Wort iudes sorgsam durchstriche!« wmd '' „ qeH meinen Namen in die Öffentlichkeit zu lin ^ t>" net wäre. Sie sind so rücksichtslos; -^ Herz vor Äugst. Gazela.» ssswider"'^' Giaf Hmde»l,erg schrieb folgende "' ^Macher Feitnng Nr. 246 2015 27. Oltober 188«. ">'g Ul dem Antrage, den Entwurf der Regierung un-l»pK m ^ genehmigen, dagegen aber drn Nnnschen "» Parlaments in einer Reihe' lion Rcsulutioucu Aus-"Uck zu geben. .. / Aur Arbeitersrage.) In einer in St. Polten ?.? c " Arbeiterversammlung wurde der Plelier'sche m ^" ^'^ Errichtung von Arbciterkammern in ^ ^ "jeise den Anforderungen, welche au eine zweck-a/s n. Vertretung der Interessen der Lohnarbeiter «Mlt werden müssen, entspricht nnd dass das Prole-<> ^ !^"c bestimmte, immer und immer wiederholte w ^Mlg nach dem allgemeinen, gleichen und directen ^uylrechte niemals für das Linsengericht eines dürf-ti,,/ ^"öaues an die gegeuwärtige Inleressenvertre-f»iu "'^kbcu wird.. Dieser Beschluss stimmt voll-llll?«'^ ^" ^^ bekannten Schlagworte: «Entweder "k» — oder gar nichts». ,.'.lUngarn.) Wie der «Pester Lloyd» meldet. ^° das ungarische Abgeordnetenhaus am 30. d.M. s^^nng halten, um das Expose^ des Finanzmini-yss.> "bcr das 1887er Budget entgegenzunehmen. Von mwser Seite wird bereits erklärt, dieses Budget ha k„iedenfalls ungünstiger sein, als das vorjährige, Erb s ^^ wegen der strengeren Vudgeticruug, der Ms "^ gemeiusamen Ausgaben infolge der Ein-zjz. /"3 bes Repeticrgewehres und der Steigerung der l MNleriingskusten für das gemeinsame Heer, welch dillll ^"^and die beiden Regierungen veranlassen ^/ ^'^ Abändrrnnq des betreffeilden Gesetzes vom ^187!) herbeizuführeu. ^Deutschland und Frankreich.) Auf die >vm?^ ^ französischen Botschafters Herbette ant« du»,?! ^ deutsche Kaiser: Sie sprachen meinen Ge-leicll" ^'^' .'"b"" Sie auf Deutschlands und Fralik-^^,<^l)lreiche gcmeinsalnc Interessen hinwiesen, worin flank' " !u^ "ne beiden Nationen vortheilhafte Vcr. Nina "^ '^'^ Dm'i Ihrer großen Gefchäftserfah-I,^ !!"o Ihrer tiefen Kenntnis dieser gemeinsamen !chast vereinigen Sie alle nothwendigen Eigen-^chtli^/ "'" "''^ ^ deutschen Regierllng an der Auf-beal^ "^ ber guten Beziehungen zn arbeiten. Ich der w^""lche mich anfrichtig zu der vom Präsidenten dass ^'bl'l getroffenen Wahl. Seien Sie überzeugt, ^asis^'^ Mitwirkuug niemals fehlen wird. um jede irich i?^ 5" unterstützen, welche das von Ihnen be-bezweckt ^"^nliche nnd friedliche Ziel zu erreiche» lnen^l e Situation in Bulgarien) ist mo-btan,' "!"erändert. Erst die Constituierung des So-latio, l.^'^ vielleicht Aulass zu eiuer nenen Eonstel-v^". biete". I" Petersburg wird bereits das «Ein z»yrn k " ^^ Mächte, offen einbrlannl und damit chis/^u. dass Russland nnr eine friedliche Aeglei« kl>w"l bulgarischen Schwierigkeiten innerhalb des "Men Concerts anstrebe. th^^""didaten für den bulgarischen t>üg ^'^ Englische Blätter wissen davon zu erzählen, Allinte ^""o "U"' Ernstes den Fürsten Nikola von oder dessen Schwiegersohn Peter Karadjor- djevie fiir den bulgarischen Thron zu candidieren gedenke. Sie scheinen yanz darauf zu vergessen, dass die Bulgaren schwerlich jemals einen Serben als Fürsten acceptieren würden; selbst mit König Milan sympathisiert nur eine Fraction der bulgarischen Radicalen. Die beiden erstgenannten Candidate» sind bereits in officiösen Aeußerungen der bulgarischen Regierungsmänner mit aller Entschiedenheit zurückgewiesen worden. (Egypten.) Die eguptischrn Finanzen sollen sich in jüngster Zeit dermaßen gebessert haben, dass man einer in Kairo vielfach verbreiteten Ansicht zufolge ernstlich daran denke, die Verwaltung des Nillandes nicht mehr in die Hände der internationalen Commission zu legen, die cgyptische Staatsschuld vielmehr ganz auf die englifchen Finanzen zu übernehmen. Dieser Plan, mit dem man nnnmehr die Reise Churchills in Ver-bindung bringt, würde, wenn durchgefühlt, die vollständige Depofsediernng Frankreichs in Bezug auf Eqypten bedeuten. TagesnemMen. Se. Majestät der Kaiser haben, wie die .Linzer Zeitung» meldet, den Tertiarschwestcru des Carmcliter-Ordcns in Haag zur Zahlung des Kaufschillings für das von ihnen angekaufte Haus, in welchem auch eine Kindcrbewahranstalt untergebracht ist, W0 fl. zu spenden geruht. — (Vom Hofe.) Ihre Majestät die Kaiserin mid die durchlauchtigste Frau Erzherzogin Valerie sind am Sonntag abends nach mehr als dreimonatlicher Abwesenheit von Wien dort eingetroffen. — (Ein Schwanengesang.) In einer der letzten Nummern der von Dr. F. Mamroth herausgegebenen Halbmonatschrift «An der schönen blauen Donau» ftndeu wir das letzte Gedicht, welches Graf Beust veröffentlichte. Wir reproducieren eS nachstehend: Vorbei. Ich habe gestritten Und habe sseliebt, Ich habe gelitte» Und war so betrübt. Nichts soll mich betrilbrn, Was immer es sei, Mit Streiten und Lieben Ist heut' es vorbei. Doch mag ich nun streiten Und lieben nicht mehr, VerssMM'nrr Zeiten Gedenk' ich gar sehr. Mein Herz bleibt den Freunden Den Lieben getreu — Verzeihung den Feinden, Der Kampf ist vorbei. Schloss Altenberg, im Juni 1886. — (Radetzky-Denkmal) Nach dem jüngsten Ausweise der Spenden sind im ganzen fiir die Errichtung des Radetzky-Denkmals in Wien 198 177 st. 22 kr, eingegangen. — Die Experten zur Ausmittelung des geeignetsten Platzes für das Radehky-Monument in Wien haben ihr Gutachten abgeschlossen imd sich für den Platz zwischen dem Iustizpalast nnd dem Parlamentsgebäude entschieden. Es besteht die Absicht, das Monument am 2. Dezember 1888, an, 40. Jahrestage des Regierungsantrittes unseres Kaisers, in feierlicher Weise zu enthüllen. — (Abenteuer in der Thierwelt.) Das nimmermüde Beobachtungstalent des Jägers deckt so manches geheimnisvolle und originelle Ereignis in ber Natur auf und gestaltet dadurch den regen Gedankenaustausch unter Jägern zu einem stets abwechslungsreichen. Eine vielseitige Natur-«Unfallstatistik» zu jeder Saison bereichert unsere Kenntnis, dass ber Kampf ums Dasein unter den freilebenden Thieren in Wald und Feld oft in ganz eigenartiger Weise sein Ende findet. Von bekannten elementaren Ereignissen sei nur beispielsweise erwähnt, dass in Belgien ein Hagelschlag Hunderte von Fasanen und viele Hasen erschlug. Die Zahl jener Zugvögel, die auf ihren nächtlichen Wanderungen sich an großen Neleuchtungs-Objecten erstoßen oder durch Stürme im Meere umkommen, ist eine enorme. Dass sich Vögel aller Art an den Telegraphendrähten zu Tode stoßen oder schwer beschädigen, kommt sehr häusig vor. Dass brütende Rebhühner bei der Wiesenmahd geköpft und Hasen zum mindesten an ihrem < Löffelschmucke» verkürzt werden, ist nichts Ungewöhnliches, Ein Rebhühnerpaar, das bei einem heftigen Gewitter unter einer Linde Schuh suchte, wurde sammt seinen neun Jungen vom Blitze erschlagen. Einem Maschinenführer, der in die Zugsrichtimg auslugte, sauste ein Nebhuhn in der Weise ins Gesicht entgegen, dass es todt in den Tender fiel und der Getroffene mehrere Tage dienstunfähig wurde. Es hat sich auch der sonderbare Fall erreignet, dass an schwülen Tagen der festliegende «Lampe» mit der Pflugschar ent-zwcigeackert wurde. In der Gabel einer doppelstämmig aufstrebenden Buche wurde das Skelet eines Hirschenthieres eingepfercht gefunden. Zweifellos war das Thier auf ber Flucht bergab in die Gabel gesprungen und hatte sich darin in Hängelage verkeilt, Hirsche, welche sich im Kampfe mit den Geweih-Enden untrennbar verkeilen und so verenden, werden alljährlich gefunden. — («Divoryons!») Wie groß die Zahl der beim Nudapester königlichen Gerichtshofe in Verhandlung stehenden Scheidungsprocesse sein mag, darüber gibt den besten Begriff vielleicht die Thatsache, dass sich unter den betheiligten Parteien nicht weniger als sechs Reichstags-Abgeordnete befinden, — (Während des Besuches.) Recensent: Lieber Freund, nehmen Sie die Hand, welche Sie auf das Buch da gelegt haben, fort. Es ist ein Bändchen lyrischer Gedichte. — Freund: Weshalb soll ich die Hand fortnehmen? — Reccnfent: Wenn Sie sie lange darauf liegen lassen, schläft sie Ihnen ein. Local- und Piovinzial-Nachrichten. — (Auszeichnung) Dem Pfarrer von S.Antonio Nuovo in Trieft, Ehrendomherrn Anton Hrovatin, wurde in neuerlicher Anerkennung seines berufseifrigen und verdienstvollen Wirkens der Titel eines kaiserlichen Rathes verliehen. — (Person alnachrichtcn.) Die absolvierten Rechtshörer Egon Freiherr von Winkler, Josef Pollal und Wilhelm Haas wurden zu Eonceptspral-ticanten bei ber l. k. Landesregierung bestellt. — (Der Verein ber Aerzte in Krain) hat an seine Mitglieder folgendes Circulare erlassen: Am 28. Oktober d. I. sind es 25 Jahre, dass unser Verein ins Leben getreten, er ist der erste nach dem Vereinsgesetz gegründete Landesverein, somit der älteste ärztliche Verein in Oesterreich. Ein Vierteljahrhundert thätigen und erfolgreichen Vereinslcbens ift immerhin ein nennenswerter Zeitabschnitt und verdient speciell gefeiert zu werden. Dem einhelligen diesbezüglichen Beschlusse ber letzten ^,, ?"' S'c tm,e Besorgnis! Ich verspreche killen c ^ ^r Name nicht in die Oeffentlichteit "lei,, " >"ll. Vielleicht bin ich rücksichtslos, wcnn es Versich "geue Person b. trifft. aber stets — seien Sie ^ehe " ^ bin ich besonnen, wenn das Wohl oder «N auf dem Spiele steht. Franz.. deMch s nun anfangen?» fragte er sich selbst nach-ldllf. -^ls Robertine aus dem Zimmer verschnmudm kllunap -^"b ""l überall ein Riegel vorgeschoben, jvei^ue 'ch d^ Handschuh zurück, so wird er sich Hlsz i'^lche Weigerung selbstredend einen Pistoleu-Kktfe,, '.^ef"lge hat, was auf Gazela feinen Schatten wurde!» ^qll^" Zuavenofficicr sprach indessen dem Cham- '"w' s^!' Hardenberg während deö Gesprächs hatte '"elt'e a,.l ')"'' "nsi". 5". winkle dem Grasen und trom- Misß ,? Hamilton entfernte sich, nnd Hardcnberg "sficirr s? c. d°s Zimmer, nachdem er znvor dem ^fops^'lFmen wohlgemeinten Rath wie für seine! hl. was >"?"dschast gedankt halte; er wusste selbst A ^ saate w^"de?^!. 5"h der Zuavrnlieutenant dem sich Lnt-"Whs^ "ach. Er stand vor einem ihm unlösbaren U"rln !^^"berg noch tief nach Mitternacht vor nachhiei'g, «schollen, sp c^'ldfl^ ? karten, und ein Maun erschi.-n auf! ». '^c. der unter der Last einer langen Leiter! ' "No °i""" der Kellner des Hotels ihn, tragen i '"'ge Fnß von dem Fenster entfernt. an welchem Hardenberg verweilte, gegen die Mauer lehnte. Letzterer trat hastig ins Zimmer zurück; es war kein Irrthum möglich, der Engländer beabsichtigte, chm auf diesem ungewöhnlichen Wege einen Besuch abzustatten. Oraf Hardcnbergs finster zusammengezogene Brauen glältctcn sich, nnd die Falten auf seiuer Stiru verschwanden vor diesem mehr als komischen Gedanken. Inzwischen ließ der Engländer sich von dem Kellner einen Korb, aus welchem eine lange Blumengirlande heraushieng, reichen und stieg die Sprossen der Leiter hinauf. Diesmal handelte es sich um nichts Geringfügigeres, als Gazcla's Zimmerfenster zu bekränzen. Unglücklicherweise war indes die Leiter unterhalb dem Fenster des Generals, welcher in einem Seüenzunmer sich noch in seine Bücher vertiefte, gegen die Maner gelehut worden. Oben angelangt, schwang der Engländer sich von der Leiter anf einen fchmalen Fenstervorsprnng und begann, zwischen Himmel nnd Erde stchend, das Wagestück, die Fenstereinfassung mit seinen Blumen zu schmücken. Mhlord lächelte, indem er die Guirlanden so geschmackvoll wie möglich anzubringen versuchte und sich dabei im Geiste vergegenwärtigte, welch em Erstaunen seine schmeichelhafte 'Aufmerksamkeit bei Gazela hervorrufen würde, wenn sie am folgenden Morgen lyr Fenster öffnete. Die größte Ucberraschung war ihm mdes selbjt vorbehalten, uud weit schneller, als er es ahnte. Kaum hatte er nämlich die letzte Hand an die Guirlande gelegt, als eine tiefe, ruhige Stimme an fein Ohr drang: «Wie reizend, mein Fenster mit all diesen schönen Blumen zu schmücken! Schabe, dass die Guirlande an der rechten Seite ein wenig schief angebracht ist.» Hardenberg hatte sich. eine Cigarre rauchend, weit zum Fenster hinausgelehnt. Während er die letzten Worte sprach, versetzte er der obersten Sprosse der Leiter mit der rechten Hand einen Stoß, dafs dieselbe von der Maner abglitt. Es erfolgte ein entsetzliches Gekrach. Die Leiter zerschlug im Fall eine kostbare Vase auf dem Grasplatze und eine Anzahl Blumentöpfe, die auf den Beeten nebeneinander gereiht standen. Der Engländer starrte mit Grausen in die Tiefe hinab. «Also, Mylord.» fuhr Hardenberg mit dem denkbar größten Gleichmuth fort, «ist es uns beiden be-schieden, ein Wort miteinander zu plaudern. Vorhin im Lesezimmer stand ich im Zweifel, ob ich zu Ihnen gehen sollte; nun kommen Sie zu mir. Erklären Sie sich gefälligst in erster Linie darüber, was die Ursache ist. dass Sie meinen Anverwandten und mir in fort« gesetzter Weise eine so anssallende Aufmerksamkeit widmen.» Lord Hamilton befand sich auf der Mauer in einer sehr unbequemen Stelluug. Es überlief ihn eil» kalter Schauder bei dem Gedanken, dass ein einziger Fehltritt, eine einzige unvorsichtige Vewe<,uua ,hn da« Gleichgewicht verlieren lassen konnte. Seine Augen schienen sich zu erweitern, die Hand, uul welcher er Laiwcher Zeitung 3K. 246 2016 37. Oktober 1886. ordentlichen Generalversammlung gemäß hat eine Festfeier am Jahrestage stattzufinden. Die Vereinsleitung als Festcomite erlaubt sich hiemit, die p, t. Mitglieder zu der am 28. Oktober um 6 Uhr abends stattfindenden Festsitzung behufs zahlreicher Betheiligung dringlichst einzuladen. Wegen Theilnahme an dem darauf folgenden Festessen im «Hotel Elefant» wird um ehethunlichste directe Verständigung des Vereins-Secretärs ersucht. — (Goldene Hochzeit.) In Graz feierten vorgestern der ehemalige Bürgermeister der steiermärkischen Landeshauptstadt und Ehrenbürger von Graz, Herr Moriz Ritter von Frank, und seine Gemahlin Frau Aloisia, geborne Gräfin Wagensperg, ihre goldene Hochzeit. — (ZumSteuerpräliminare pro 1887) Der Antheil Krains an den Gesammteingängen der directen Steuern sowie an den Eingängen aus der Verzehrungssteuer, welch letztere sich ohne Berücksichtigung der von Ungarn zu leistenden Rückvergütungen mit 87 040 700 Gulden beziffern, beträgt nach dem Voranschlage pro 1887 1468 300 fl. an directen und 537 970 fl. an Verzehrungssteuern. — (Weiterverbreit u n g verbotener Druckschriften.) Die Staatsanwaltschaft in Laibach hat die Nummern vom 31. Mai und 1. Juni l. I. dcs «Slovenski Narod», welche aufreizende Artikel enthielten, mit Befchlag belegt, das Pressgericht hat diese Beschlagnahme bestätigt und diese Beschlagnahme in der «Laibacher Zeitung» kundgemacht. Die Cillier «Deutsche Wacht,» welche von Zeit zu Zeit Uebersetzungen aus der slovenischen Presse bringt, hat auch diese beiden Artikel reproduciert. Die Staatsanwaltschaft in Cilli erhob gegen das Blatt die Anklage wegen Vergehens nach ^ 24 des Pressgesetzes, und das Gericht verurtheiltc den verantwortlichen Redacteur Herrn Heinrich Lagler zu einer Geldstrafe von 10 fl., eventuell 48 Stunden Arrestes. — (Auch eine Einladung.) Ein Freund unseres Blattes theilt uns die nachstehende, wie er versichert, vollkommen wahre Begebenheit mit: In einer Gesellschaft wurde die Bemerkung gemacht, dass ein gewisser sehr reicher, aber auch sehr geiziger Herr nie jemanden einlade, mit ihm zu speisen. «Ich wette,» sagte ein Witzling, «dass ich eine Einladung von ihm erhalte.» Die Wette wurde angenommen, und am folgenden Tage begab der Witzling sich zur Mittagszeit in das Haus des reichen Mannes und sagte dem Diener, er müsse seinen Herrn sofort sprechen, da er ihm zehntausend Gulden ersparen könne. Das meldete der Diener seinem Herrn. Darauf kam letzterer selbst heraus und sagte zn dem Gast: «Sie können mir zehntausend Gulden ersparen? Was meinen Sie damit?» «Allerdings,» erwiderte dieser, «doch wie ich sehe, sitzen Sie bei Tische; ich werde mir deshalb erlauben, in einer Stunde wieder vorzusprechen.» «O, ich bitte; treten Sie näher und speisen Sie mit uns.» «Ich fürchte, ich störe!» «Keineswegs.» Und die Einladung wurde angenommen. Sobald man fertig gegessen, und die übrigen Familienmitglieder sich zurückgezogen hatten, sprach der Herr vom Hause: «Und nun zum Geschäft! Auf welche Weise können Sie mir zehntausend Gulden ersparen?» «Wie ich höre, haben Sie eine heiratsfähige Tochter?» versetzte der Gast. «Ja,» erwiderte der Hausherr verwundert. «Und beabsichtigen ihr eine Mitgift von fünfzigtausend Gulden zu geben?» «So ists in der That.» «Nun, dann geben Sie mir Ihre Tochter, ich begnüge mich mit vierzigtausend Gulden!» — 8i nou ö vsro, ö den trovato. — (Gemeindewahl.) Bei der Neuwahl der Gemeindevertretung in der Ortsgemeinde Kolovrat im sich festhielt, begann krampfhaft zu zittern. Es war leine leichte Aufgabe, in einer so kritischen Situation sich als Held zu zeigen. «Ich habe Ihnen keine Aufmerksamkeit erwiesen», entgegnete er stotternd. «Sie bekränzen diese Nacht mein Fenster, und heute morgens lag ein großes Bouquet Rosen auf meinem Fußteppich. Einige Tage früher fand ich ein ähnliches auf meinem Platze im Eisenbahn-Coupi. Wenn mir diese duftenden Blumen nicht gelten sollten, so waren sie zweifelsohne für eine junge Dame bestimmt, welche, gestehen Sie es nur, weder durch einen Blick noch durch eine Miene Sie zu dem Glauben berechtigen konnte, dass Sie für solche Gunsterweisung empfänglich W. Ein junger, hübscher, liebenswürdiger Cavalier wle Sie sollte edlere Neigungen hegen, als des Nachts "',«^ Fenstern umherzuspähen, ob die Lichter aus- gewM smd, oder sich am Tage auf die Lauer zu ,L ^/ü' ""'" ^bwn. kleinen Fuh in ein Coupe' S^" A'^"' Doch das bleibt ja immerhin N r5e A« ^ """ ^ jedoch nicht unter seiner ^-'l ^ l. ^""!"2 mit Kellnern? Kofferträgern und Eisenbahn-Bediensteten zu theilen, so begeht man eine unehrenwerte Handlung. Das sollte Ihnen als Ehrenmann bekannt s.m.» " «Ich bin ein Mann, der selbst auf Ehre zu halten weiß!» versicherte Mylord. Seine Stimme bebte er sah Hardenberg. welcher unentwegt das Fenster-gesims einnahm, entsetzt an. (Fortsetzung folgt.) j politischen Bezirke Littai wurde zu in Gemeindevorsteher der Grundbesitzer Josef Zupaneic von Kal, und zu Gemeinderäthen wurden die Grundbesitzer Martin Pavsek von Kolovrat und Franz Zupancic von Vertace gewählt. — (Corrigendu m.) Im gestern veröffentlichten Feuilleton «Moderne Heiratsunlust» soll es in der dritten Spalte der ersten Seite statt: «... indem durchschnittlich auf 100 Mädchengcburten 100 Knabengeburten tommen», richtig heißen: «... indem auf 100 Mädcheugcburten 105) Knabengeburten kommen.» Aunft und Aiteratuv. — (Landschaftliches Theater.) Planquette wählt sich zu seiner seriös-heiteren Musik gerne einheimische französische Sagenstoffe. War das Sujet der hier wohlbekannten «I^08 clooli68 6« OorneviUo» die brctagni-schc Sage von den zauberischen Schlossglocken, so hat in Nip-Rip der Librettist Meilhac mit Anlehnung an del» ersten großen nordameritanischen Freiheitskrieg den Grillparzer'schen Gedanken, «dass der Traum ein Leben sei», für das Zaubermärchen verwertet. Der republikanisch gesinnte arme Kaischler Nip-Riv, ansässig in der Ansied-lung Brabanttown am Hudson, ergreift, von dem schurkischen Bürgermeister Derrik an die englischen Häscher verrathen, die Flucht in die benachbarten Wälder, wo er den Schatz des sagenhaften Piratencapitäns Hudson entdeckt, aber durch das Geld, mit welchem er den Schuldschein von Derrik eingelöst und die Seinigen vor dein Nuine bewahrt hatte, eben die erwünschte Handhabe zu seiner Verfolgung geboten. Auf dem Zauberbergc, auf welchem ihm nächtlicherweile die ganze Piratenfipftschaft erscheint, schläft er über dem ihm gereichten Zanlierlrcmte ein und erwacht erst nach — zwanzig Jahren, nachdem er den Befreiungstampf und die Erlösung der Colonien verschlafen hatte. Als Greis zurückgekehrt, weist er den Schuldschein Derrik vor und segnet den Bund seiner Tochter Emmy mit dem Sohne seines ehemaligen Todfeindes. Die Eigenart der Planquette'fchen Musik ist uns aus den «Glocken von Corncvillc» wohlbekannt. Viele Motive sind von dort herübergenommen, so namentlich der Chor des zweiten Actes, der Piratenchor auf dein Zauberberqe. Die zahlreichen Chansons tändeln mit unseren Sinnen, ohne uns in gehobene Stimmung zu versetzen. Wir nehmen allerdings hievon das Terzett des ersten Actes, den Müdchenchor des zweiten Actes und das große Ensemble ebendesselben Aufzuges aus, welche, groß angelegt, mit ihren instrumentalen Details den nmsikalischen Feinschmecker gewiss befriedigen werden. Das vornehmste Interesse ist naturgemäß der Titelrolle zugewandt, welche der sympathisch begrüßte, als Kaspar-Darsteller in den «Glocken von Corneville» rühmlichst bekannte Herr Alexander Mondheim übernommen und in den Gcsangspartien der ersten zwei Auszüge weniger glücklich, im dritten Aufzuge durch fein hinreißendes, psychologisch motiviertes Spiel den Rift-Rip auf unserer Bühne creiert hat. Sehr beifällig wurde derfelbe in der Scene mit der Tochter Emmy und dem Schulzens-söhnchen William aufgenommen; auch die kleinen, durchwegs rein intonierenden Darsteller haben mit ihren feinen Stimmchen das Haus förmlich enthusiasmiert. Die fernere Beachtung fordert Rip-Rips Lisbeth, dessen Ehegattin, und dessen erwachsene Tochter Emmy, welche Gesangspartien Fräulein Palme sehr schön zum Ausdrucke gebracht, doch hätten wir hie und da ein wärmeres pointierendes Spiel gewünscht. In der nicht umfangreichen Rolle des Schiffslieutenants William wurde Herr Nust lebhaft acclamiert, und würde er uns noch besser gefallen haben, wenn er den Gestenreichthum etwas eingeschränkt hätte. Das Ensemble war zufriedenstellend, und ist demnach die Vorstellung als eine sehr gute zu bezeichnen. Die Pausen der Zwischenacte sind jedoch übermäßig lang ausgefallen, und wäre in den Reprifen dcs Rift-Rip eine raschere scenische Abwicklung zu empfehlen. Die sehr bedeutende Ansprüche an die instrumentalen Mittel stellende Operette wurde von dem Herrn Director Schulz sehr gut einstudiert gebracht, obwohl die Orchesterbesetzung den musikalischen Anforderungen Planquette's derzeit kaum zu genügen imstande ist. —k. Neueste Post. Original-Telegramme der Laib. Zeitnng. Wicll, 26. Oktober. In der Generaldebatte über das Zoll» und Handelstmndnis sprachen die Abgeordneten Stingl, Pichler. Maqg. Liechtenstein, Handcls-minister Vacquehem und Abgeordneter Menger. Nach Schluss der Generaldebatte wurde das Zoll- und Han-delsbimonis als Grundlage der Specialdebatte angenommen. Trieft, 20. Oktober. Von gestern bis heute mittags sind in Trieft mit den Vororten 4 Erkrankungen nnd 1 Todesfall an Cholera vorgekommen; im Territorium wurde kein Cholerafall constatiert. Kratau, 26. Oktober. Gestern abends wnrde dnrch eine furchtbare Fenersbnmst die Zieleniewsti'sche Ma- l schinenfabrik. beinahe in der Mitte der Stadt gelegen, gänzlich zerstört. Das in der Nähe befindliche schon Gebäude der Sparcasse, ferner vier Bürgerschulen, v" Etablissement des «Czas. und das Militärcasmo M" arg gefährdet. ^ ,,. Budapest, 26. Oktober. Die «Vudapester ^ spondenz. meldet: Die Delegations-Session w!" " 4. November in Budapest eröffnet, nnd ailch alle ".» schnss-Berathungen werden hier stattfinden. ... Budapest,'26. Oktober. Von gestern mittags °> heute mittags sind an der Cholera 9 Personen ett"'-und 10 gestorben. Ta am Dienstag infolge der soi' täglichen Excesse die Zahl der Choleratrankeil ^ größten zu sein pflegt. kann anf Grund des Püi'U Ausweises eine entschiedene Besserung constatiert we" ' Petersburg, 26. Oktober. Der kaiserliche VefH " die Armee und die Flotte aulä'sslich der Entymu " des Denkmals der im Kriege von 1877/78 Oesa"u gedenkt warm der Selbstverleugnung und des >v^^ muthes der damaligen Krieger nnd drückt das ^ trauen in die unerschütterliche Ergebenheit »mV Dank für die hohen Verdienste der Gchmmtarmee Thron nnd Vaterland ans und gibt der Newest"» Ausdruck, Armee und Flotte werden in allen Pr", gen. welche Rnssland künftig heimsuchen sollten, a> .^ Höhe kriegerischen Hrldenmuthes und mwerwew ^ Ruhmes wie die Vorfahren verbleiben. .., ^ Nisch, 26. Oktober. Zwischen dem M'"s" ^ Aeußern und dem bulgarischen Delegierten ^^,. ^M-ist gestern ein Arrangement bezüglich der ^^H,,-stellnng freundschaftlicher und diplomatischer ^'^ gen getroffen worden. Die Ernennung des Dr. St ^ zum diplomatischen Agenten Bulgariens wurde vo serbischen Regierung qenchmiqt. «„sMt Nustschul, 26. Oktober. Der Präfect von » "^ erhielt vom niMien Consul die Mittheilung von r ^ Depesche Kanlbars' an die russischen limchll" M " garien. worin Kanlbars nenerlich erklärt. .^>? ^gchte land das Sobranje in Tirnovu als nichtig ^,, ^ und dessen Beschlüsse, mögen sie die Wahl eines ^" ^ der anch Rnssland angenehm sein könnte, ^^«en, Entsendung einer Deputation an den Zaren vei nicht in Betracht ziehen könnte. Landschaftliches Theater. ^ Heute (ungerader Tag) unter Mitwirluug dcs b""."^niaN' Mondhci „l zum zweitenmale: Rip ' NiP (No""^sil"°" tisch'lomische Operette in drei Acten von Meilhac. ^ " Planquetle. Verstorbene. ^ Den 2 6. Oltober. Johanna Dernovsel, ,^ st> Tochtcr. 4 I.. Tiruauergassc I, Brechdurchfall. - ^clll^ lotec. Schneidersgattiu. «5) I., Iudensteia 4. Lunge""" ^ll' — Joses Schreier. Iwänglmg. 50 I.. Kuhthal ll^^^-. Meteorologisch^ ^cowGmlgen ni^aibach^ Z s W ft „„, ..«X.,. l^ « Z'5H ^ ^_^___ "^^ Vll.Mg. 0,00 26,2. N. 73U.62 12.2 NO. schwach beNw!» 9 . Ab. 7N1.46 10.2 NO. schwach bew0M D Anhaltend trübe. Das Tagesmittel der Wärme 1 , 1,6° über dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: I. Naglii^^- Schniarzseidene szullo frzmyaig«, ^"^ 8atin mel-voilleux, 8atin l.uxor, MM Damaste, Ripse und Tassclc fi. 1,10 pr- M^>> dis fl, «,U5, (in ca, lün vcrien Qualitäten) ""!"">', Dcp° lttobln mib S!ll(fcn zollfrei i»» H.ni« das Se'dc»!«? ,,,^h" G. Henntbera (l, «iib l. H°«>cfcra»l). Zürich. ^u>l" ,0^' ittiicfe lüften l« lr. Pollo, Gott dem Allmächtigen hat es in <"«"«.,^e forschlichcu Rathschlusse licfallen, unsere '">''« A Schwester, beziehungsweise Taute, das Frauie" Theresia Rieder . «f. «ebens- gestern um halb 6 Uhr nachmittags im »"> ^jacn zahre nach langem Leiden, «ersehen nnt dm v ^^. Stcrbcsacramcnten, in ein besseres Jemens berufen. . ,, n,ird Die irdische Hillle der theuren Verb 'chen^ ^ Donnerstag den 2». d. M. um halb 4 IM ' . z» tags in der Theatergasse Nr. 5 gehoben St. Christoph zur Erde bestattet werden. ^ett" Die heiligen Seelenmessen werden ", Kirchen gelesen werden, Laib ach, 27. Oktober IW6. Zie trauernden MgelM^ 2017 Course an der Wiener Börse vom 36. Oktober 1886. N°ch dm, o^en Course ^, ' Geld War» Etc>ats.«nlehen. Kiiltncme....... "^" ^ «° >»^c> <°/ «........ «4'50 b4-s,k ^«s'i '^c> ^»^...^""l'tl I«),, ,»!!,51»!!?l, >»«ct "'lost . . ioc> „ I«!»30ies70 ^°M°.Uen..^l^ , - ' Ü0 „ ,e«-— 1l>8 50 ° «"entlnsche.n, . , per el b?------------ 0cfte?/^^""^ steuclss«i . 1>4 05!I4,0 "'°Nl«i,ll, stcurrfrei . »00 75100 90 ?N«""'<°/° - - - . l°» 55,08 7° . el» 7'""l. >,« !I, o. W. S. lbi 5b15« - . tz «Ä"^"°r«lälen . . 99 75100^5 >, A»«» - H """> 9- 'U7 115 ls> lj«!«.» " '°5' "Nl. «l 100 fl. ö. W. 120 80 I«I'3N «cz..z>osl 4°,., loo sl, . . 1,3 ?»,,4 ,5 ^"">" »Obliaationen ^!ZN°....... ,,,.. _,_ ^> w°hrK....... "" «' '05'^ "^''ch«..... K»4b<11N»'!0 Veld ware bs>/« lemls« Vanat .... l04 50 >05 — L°/n ungarische......,04 üu i0ü-2o Nndcre Vffentl. Nnlehen. Donau-»icst..Losc 5°/o >00 fl. . ll8 - 118 »5 dlr, »I»!lihl 187«, steuerfrei . 105 25 105 75 Nnlebei! b, E b<0. in 50 „ « 4>/, °/n >«0 ,.', 100 75 t'to. in 50 .. » 4°/u . »s'-50 »7 — t<°. Pläm<«N'EchUldV«schl.3°/» 100 5010, — lej!,Hypothcl«nbanl ><»j. 5'/,°/» >U1 lb loi?5 O»l!.»ung, Bank verl. 5°/« . . I00bahn I. Omission ^^_ ^ ^. st«rt>i>,a»bi!»Nordbahn in Exlber vy «o »>> — ^ranz-Irjcs'DaP«..... —— _!.'-. Kalizischc zt.nl» i'llbwig» Vahn , ,b«i Ä00 si, S. ,« i!5> LallachclPläm, 42 - Molhe» lereuz, öst.Ges.r.wfi. 14 50 14 8« Nudolf«l!ose 1U fi, . . l8 75 1» »b tzalm.Lose 40 «l..... «75 57 50 kt,'Gc,>oi«.ros« 40 sl. . . «i 50 57 — Waldftein.i!osc ,0 fl. . , . »3 — "4 — W>!!b!lchgräl).^ost ,0 s,. . . 4b 7b 4« ll5 «anl-Nctien (per Stiis), Anglo'Oeft«i, «anl «0« sl. . 10?—1074N Vanlverein, Wnner, luo fl. . ,0» 1010« 50 Bdl><,r..A>,st,,Och,i'0UfI.S.4l)°/<, «37— «38 — !lfbl,»Ans!,s.Hanb,u.G. ikufl. i2?»-70l»0-— lälrtilbnnl, Allg, U»g, ^<»Usl. . «uu—2»»s,<> Dcpofiltnbant, Nllg. 200 sl, . !,78 —180 — >t«cl!Mvlc'Ves.,Ätiedclöst.504.M0fl.V.____—'— Dul> Vobcnbacher E.»h. zwn sl S. —'—____ Elisabeth.Vohn »no fl. «M. . »4« 50,43 — „ Linz.Vudwei« i>«0 fl, . «>4-5<)«>5 — , Slib,»Tir.IH. nanb«'Nordd. 1000 fl. >iM. «31« z^i? ßianj'Ioscs'Äahn ,00 sl. Silber ,21-50222-— ssünflilchen»BaicI«g'Ä.,<)U^l, H-I/t. il»,'ßo 19»-— Graz.KöflacherE'^.üuail.ö.W,-------—-— «ahlenbcig^Lisrudahn ,0u ll. . —'— — — HaschllU'Odcrd. Eisviib. ,00 jl. 2, ino-25 150-7,", Lemb«g''Gc>ellsch^,i ^.w jl. ö, W. „4 —zz,,^ z.'lovb,öst.°u»g., Tncstü0U sl.HM. 57, ^574,_ Oeslerr.Morbwest!), ülil) sl. Sild IS!»'/^ i?u 50 blo. (!it.ü) !i«u jl, Silber . l?u«5i7(»?5 Prag'Duler Eijeud.U.0sl. Silb. ^._____,^ Muboli'^llhl! ,U0 jl, Suv« 190-75191-21» Siebcubüi«« »tljenb. ,00 sl. , — — — — Slaal«>»:i^i!l>>>v» ^.'„o u, ö. W. . ,41 50,4t'- Geld W«r« Vübbahü l«>0 fl, Silber , , 10« bu 10? l» VUb-««lbd.«erb.» «>N0 fl. «M iSi, 751«3 »5 Theiß.Vahn ,,,0 fl, ö. W. . . -— — — Iramwah'Ves., Vr. 170fl. ö, W. I»» b» ,»»75 « Wl,, »tu 100 fl. 104 — 104 l»U TransPort'Gelellschllsl 100 fl, . — - — — Ung.»H»li», «iisenb, ,uo fl. Silber i?ü — 175 L0 Ung, Nordoflbabn «»0 fl. Vilbks 17, ,5 »7, ?l U»g.Wfstb.(«aab.Vraz) »00 fl.V. 171 — I?! «0 Industrle.Actien lpcr Vtilll), Ezybi und Kinbbcrg, Eisen» und Swhl.Inb, in Men iou fl. . —>—, —-— Hlsenbabnw.'i'eihg, i. 8>) fl, l0«/, — — —--. „»'— ^ragtl >ctt-Il>d,»Ges, ,0U sl. .185—1«« 50 «?al>iol!. >ii— Waffens.»«.. Ocft, in W,17.»l4,. «<">l>°».........l,5i5l»ü45 ^«"« .........4»3b!!14». ^eleisbulg .......^,^. —>__ Valuten. Ducale»........5 ui g.„ ,0»Kranc«'Stil»eich»banlnole» . .«l»7^«i«7