VrSnumerationS- Preise: Für Laibach: Ganzjährig . . 8 fl. 40 tr. Halbjährig. . . 4 „ 20 „ Vierteljährig . 2 10 „ Monatlich ... — „ 70 „ Laibacher Redaeti»« Bshnhosgasie 9h. 132. Mit der Post: Ganzjährig.................12 fl. Halbjährig................ ti „ vierteljährig.............. S „ gilt Zustellung ins Haus »iertelj. 25 tr., monatl. 9 tr. Einzelne Nummern 6 tr. Tagblati. Anonyme Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuscripte nicht zurückgesendet. Hrpeditian- & Luscraten» Bureau: Longrcßplatz 9!r. 81 (Buchhandlung von Jgn. ». Kleinmayr & Fed. Bamberg.) Juscrtionsprcise: Für die einspaltige Petitzeile i 4 tr., bei zweimaliger ®io= schaltung ä 7 tr., dreimaliger ä 10 U. Jnsertionsstempel jedeSmal 30 fr. Bei größeren Inseraten und öfterer Einschallung entspre-Sender Rabatt. Nr. 44. Dinstag, 24. Februar 1874. — Morgen: Quatember. 7. Jahrgang. Die Pcilronatswirthschast. Von Einem aus dem niederen Klerus. (Schluß.) Wenn nun aber solche Misgrisfe absichtlich oder auch unabsichtlich geschehen sind, wie lassen sie sich von oben her wieder gut machen, wenn rtwa von unten deshalb selber Anstrengungen gemacht werden — wenn nemlich der irgendwohin stationierte Kaplan selber einsiehl, eö passe dieser Platz nicht für ihn, er sei da nicht am rechten Flecke? Das hält nun jedenfalls sehr schwer wegen der Privatpatro-naisverhältnisse. Der Ort, die Gegend, wo^in er verlangen möchte, oder zu placieren wäre, sind ganz wohl besetzt» freilich auch wiederum mit Leuten, die ebenso wenig oder gar noch weniger dorthin taugen, wie er hieher, aber doch nicht tauschen mögen, weil sie auf einem sogenannten guten Patrona>e sind, eine fette Pfründe zu hoffen haben. Und so kommt es leider nicht selten, daß schon die Kaplanstellen und Cooperaturen, denen doch der Löwenantheil an der Seelsorge zugetheilt ist, auf's mizukönm lichste besetzt sind, daß mancher talentvolle junge Mann auf einem elenden Dorfe verkümmert, während sich weit weniger begabte in Städten vergeblich ab-mühen, weder Ansehen noch Wirksamkeit haben, und dies alles infolge der PrivatpatronatSverhältnifse. Und noch mehr! Wenn also so ein talentvoller junger Mann oft unter den mislichsten Verhältnissen, oft mit der größten persönlichen Aufopferung jahrelang auf einem so grimmig schlechten Posten ausgehalten hat und es taucht etwa auf einer oder ändern Patronatspfarre plötzlich ein anderer Mit-kaplan auf, der mehr Glück Hot und gesch ckter ist, sich beliebt zu machen und einzuschmeicheln bei der hohen Herrschaft und den lieben „Herrschaftlichen", vielleicht auch gewissenloser und charakierloser ist als er, so nimmt ihm jener die erstbeste erledigte Pfründe, oft sogar mit Uebergehung älterer Pfarrer, vor der Nase weg; der jahrelange Aspirant ist wiederum vielleicht auf lange Jahre zurückgeworsen; auf ein anderes Patronat kann er nicht leicht mehr, denn dort ist er eben wieder der letzte an der Tour oder er müßte andere in ähnlicher Weise kränken, wie er eben getränkt worden ist. Und so kommt eS, wie es eben kommen muß, daß er ärgerlich und verdrießlich, der Seelsorge und fast des Leben« müde, nur mismuthig thut, was er eben thun muß, ohne besonderen Eifer und Segen. Der Ver. fasser dieses könnte beispielsweise hier einen ganz bestimmten Fall nat)inhaft machen, wo ein schon sehr alter, zweiundzwanzigjähriger (gemäß der Zählung nach Priester- und Patronatejahren) Kaplan bloS aus Laune und MiSliebigkeit des gnädigsten Herrn Patrons bei einer langerwarteten Pfründen» besetzung übergangen und ein ganz fremder Priester von einem ganz ankeren Patrenate, erst zwei Jahre or» diniert, zum Pfarrer befördert wurde. Sehnliche Fälle geschehen nicht selten und sind genugsam bekannt. — So steht es mit dieser PrivatpatronatS-wirthschast bezüglich der Kapläne. Nicht anders mit den Pfarrern, die allenfalls doch den Trost haben, daß sie eine beziehungsweise persönlich unabhängige, gesicherte Stellung haben, was manchmal aber um so schlimmer ist. Denn er ist nun rein aus den engen Gesichtskreis seines Patronates angewiesen, und falls dies nur diese eine Pfründe umfaßt, sitzt er eben gänzlich auf. Ein Streben auf ein anderweitiges und etwa mebr ersprießliches Wirken in einer ändern Gegend, en einem anderen Orte, wie es für ihn zusagender, paffender wäre, ist ihm in der Regel gänzlich ab» geschnitten, Und wie häufig tritt nicht verschiedener Vorkommnisse wegen, verschuldeter und unverschuldeter, der Fall ein, daß er auf seiner Pfarre miSvergnügt, bei seinen Kirchkindern unbeliebt, in feinem Amte wirkungslos sich fühlt und daß, wir dir Aerzte sagen, eint Luftveränderung äußerst angezeigt, ein Pfründrnwechsel mehr als blos grrathen wäre. Aber die PrivatpatronatSverhältnifs, macken dies wiederum unmöglich zum großen.Nachtheile der Seelsorgr, zu nicht minderem Schaden der Kirche. Ja wohl, die Seelsorge zumeist, die Kirche selber ist es, welche leidet bei dieser vielseitigen Gebundenheit, bei dieser allenthalben menge'hoftm Freiheit, bei der Besetzung der Hilfspriesterstationen und der Seelsorgepfründen. Hieher soll Abgeordneter Greuter sein Auge wenden, wenn er so drüSk die Frage stellt: .Soll etwa der niedere Klerus sein Stückchen Brot dafür erkaufen, daß er d e kirchliche Freiheit verkauft; soll er mithelfen, daß den Bischöfen nach ihrem göttlichen Aufträge nid* Iieuiletorl. Die Festrede zur RolitmSlyseier. (Schluß.) Wir dürfen eS am heutigen Tage nicht ver. schweigen, daß eS Rokitansky war, dem eS durch Einsicht, Scharfsinn und Thatkraft gelungen, den Markstein des Fortschrittes wieder einmal auf heimischem Boden zu pflanzen. ES dauerte gewiß lange, bis sich die Anatomie des kranken Organismus so weit zur Geltung brin-Btn konnte, um doch wenigstens als Hilfsdoctrin, rtwa als geeignete Controle gestellter Diagnosen Stschätzt zu werden; einmal aber in die richtigen Bahnen gekommen, schwang sie sich alsbald zu jener «Bedeutung empor, die ihr heute als maßgebender Grundwissenschaft der Medizin niemand mehr befreiten kann. Was die pathologische Anatomie im Hochfluge begonnen, setzt nun in rascher Folge die patholo-Dsche Physiologie fort; die künstlich aufgerichtete Scheidewand zwischen organisch und unorganisch 'st ja endlich gefallen, und was sich die Medizin "un auch geläuterten Anschauungen von Mechanik, Chemie, Physik angeeignet, kann nur neue Fortschritte begründen. Die Zeit der genügsamen Theorien ist unwiderbringlich dahin ; auch die Krankheit, das scheinbar Regelloseste, fügt sich unabänderlichen Gesetzen. Bei diesem in stets gleich raschem Gange anhaltenden Fortschritten der Medizin, bei der allzeitigen so lebhaften und folgenreichen Betheiligung an dem Aufbau ihrer Grundwissenschaften dürste eS wieder heute nicht unwichtig sein, sich die vor nahe vierzig Jahren gelegte Grundlage nochmals zu brsehen und sich zu fragen, wodurch eigentlich daS Fach der pathologischen Anatomie und damit die Medizin diese hohe Stufe der Vollkommenheit zu erlangen vermochte? Und da dürfte wohl dir Antwort dahin lautrn, daß rS offenbar nicht allein die Aufspeicherung von Thatsachen, die durch Zuthun vieler zu stande kam, es war, die den Bau so rasch und so sicher förderte, sondern dir Art der Sichtung, Ordnung, Verknüpfung derselben — die Fügung des Baues.' Und da müssen wir uns weiter erinnern, daß Rokitansky der erste war, dem es nicht genügte, die Einzelfunde blos zu summieren und aus der bloßen Summe das Bild des ganzen zu entwerfen, sondern daß er, geleitet von physikalischen und physiologischen Grundsätzen, der leben- digen Verknüpfung des Organismus nachgehend, Organ für Organ durchforschte, um so auch an entlegener, verborgener Stelle Veränderungen zu entdecken, deren Enthüllung sonst eben nur dem Zufalle überlassen war. Der Fund in einem Organe, er gab ihm Funde in anderen, und diese Methode der Forschung, sein umsichtiger, scharfer, von keinem Vorurtheile getrübter Blick ermöglichte es ihm, alsbald eine Reihe von Entdeckungen zu machen, längst bekannten eine neue Seite abzugewinnen, bisher Rüthfelhaftes zu drutrn und so von den KrankhritSprozkssen nach Entwicklung, Verlauf und Folgen durchgearbeitete Gesammtbilder mit wenigen, aber bestimmten Zügen zu entwerfen, mit einer Schärfe und Anschaulichkeit, die auch heute noch nicht übertroffen ist. Gewiß genug des Verdienstes! Und doch betheiligt sich der rüstige und nie arbeitsmüde Forscher auch heute noch an dem Fortbau seiner Wissen-W. Ich darf es wohl sagen, daß eben jetzt wieder rin größeres Werk von ihm untre der Presse ist — Ergebnis jahrelangen Sammelns und Forschen«. ES ist dies eine Monographie, worin die so zahlreichen und vielgestaltigen angeborenen Misbildungen des Herzens im Lichte der vergleichenden Entwick- mehr das Recht zustehe, ihre Priester in ihrem Namen hinaus zu senden, wohin sie wollen?" ES gehört wahrhaftig eine kühne Stirne dazu, angesichts solcher Verhältnisse so zu reden. Wären die Bischöfe wirklich kirchlich gesinnte Oberhirten und nicht vielmehr feudal gesinnte Kirchenfürsten, so hätten sie jene schönste Gelegenheit, wo sie sich dem nieder» Klerus gegenüber alle Freiheit nahmen, auch benützt, dem niederen Klerus und der Kirche selber die nothwendige Freiheit zu geben. Doch die Kirche ist ihnen längst nichts mehr als eine Phrase geworden, mit der sie ihr egoistisches, freiheitsfeindliches, reac-tionäres (das sie euphemistisch konservativ nennen) Thun und Treiben maskieren, und der niedere Klerus, den sie so viel als möglich dem feudalen Adel ausgeliefert sein lassen, soll darum nur um so sicherer dazu dienen, die ihnen beiden gemeinsamen Zwecke zu fördern. Damit aber gewinnt nun auch die Patronatsfrage eine politische Bedeutung. Auf diese Weise ist das private Patronat auch ein Mittel, den nieder« Klerus den politischen Standesinteressen, den feudalen Zwecken dienstbar zu erhalten. Für liberale Zwecke kann er keine Wirksamkeit zeigen, auch nicht bei einem etwa liberal gesinnten Patron; denn da hält ihn schon das hochklericale Regiment in strengen Zügeln, wenn es allein auch nicht immer vermag ihm zu feudalen Agitationen den gehörigen Sporn zu geben. ES sind namentlich aus den letzten Jahren Fälle bekannt, wo die politisch feudale und, wie es kleracalerseits euphemistisch genannt wird, die katholisch-politische Gesinnung und föderalistisches Politisieren Ursache gewesen sind zu Beförderungen auf Pfründen. Und man sehe nur nach, wo sich die sogenannten katholisch-politischen, eigentlich feudal-politischen Vereine, diese Krebsgeschwüre am staatlichen Organismus, zuerst ansetzen und von da weiter verbreiten. Zumeist auf den Dominien jener Herren und Herrschaften, die wohl weder katholisch denken noch träumen und die Kirche selbst eben nicht immer mit Vorliebe besuchen, die aber katholisch politisieren, soweit eS eben ihre feudalen Interessen erfordern, und wobei - ihnen der niedere Klerus den Helfershelfer abgeben soll und, durch die Umstünde gezwungen, auch muß. Der Seelsorgeklerus ist wohl immerhin im stände, in feinem Pfarrbezirke einige oder mehrere zusammenzubringen, die ihm «ach viel Ueberlegung und mit gutem, wenn auch oft schwachem Willen folgen; auch die gutsherrlichen Diener und herrschaftlichen Beamten haben aus ganz leicht erdenklichen Gründen nicht fetten einen bedeutenden Einfluß auf einen großen Kreis der anliegenden Landbevölkerung. Doch würden sie allein kaum viel er- lungSgeschichte vom Grunde aus neu erörtert werden — ein schönes Angebinde, welches sich der Jubilar am heutigen Tage selbst darbringt, mehr als wir ihm bieten können. Ich darf es wohl sagen, daß noch so manche auserlesene Suite von Funden, geistig bereits verarbeitet, nur noch der Muße harrt, um als neuet Gewinn der Wissenschaft zugeführt zu werden. Da mag es mir wobt gestattet sein, nochmals zurückzublicken auf die Zeit vor 100 Jahren, auf Rokitanskys congeniulen Vorgänger Morgagni; zu erwähnen, daß Morgagni fein berühmtes Werk erst als hochbetagter Greis von 80 Jahren veröffentlichte und darauf noch neun Jahre hindurch sich des Bewußtseins vollbrachter Arbeit erfreuen durfte. ES ist mir Bedürfnis, daran de» Wunsch zu knüpfen, eS wolle auch unser Herr Jubilar feine nie erlahmende Geisteskraft und Arbeitslust noch lange nicht der Wissenschaft entziehen — sich selbst zur Freude, uns zu Nutzen; es möge ihm gegönnt fein, noch lange — über die Tage Morgagnis hinaus — jene freudige Befriedigung zu genießen, womit Selbsterworbenes stets die Arbeit segnet. In unserer Schule ist dem Namen ihres Gründers Ir Bewunderung all seiner wissenschaftlichen reichen, keineswegs aber der gemeinen, schoflen Sache sogar ein religiöses Ansehen geben können, würden nicht die Herren Patronatsgeistlichen kommen, die katholisch-politische Taufe vernehmen oder doch dem katholisch-politischen Taufnamen Beglaubigung und Anerkennung verschaffen. Solche freiheitsfeinbliche, staatsgefährliche Umtriebe vonfeite des niedern Klerus wären keineswegs so leicht möglich, würden die Privatpatronate aufgehoben und ein allgemeines, landesfürstliches Patronat eingeführt; würde die Staatsbehörde auf die Pfründenbesetzung einen ergiebigen Einfluß nehmen— freilich keinen solchen, wo sie sich an den Ternovorschlag des Bischo's bindet, denn da hätte sie eigentlich alle Macht den Bischöfen in die Hände gelegt, wie schon einmal erwähnt; diese wissen ja ganz gut einen beliebigen Terno zusammenzubringen, um jedenfalls eine ihnen angenehme Persönlichkeit durchzubringen, wofür sie den Beweis wohl nicht selten schon geführt haben. Aber auch für den niebern Klerus wäre es bessrr in so vieler Beziehung; die erniebrigenbeit, schmählichen, demoralisierenden Verhältnisse, die wir eben berührten, würden aufhören ; er würde freier aufathmen, er wäre dadurch erst freizügig geworden; ohne feinem ferneren Fortkommen zu schaden, könnte er zu einer ersprießlichen Wirksamkeit nach Bedürfnis feinen Wohnsitz änbern; es wäre eine der stärksten Fesseln gefallen, die ihn heute unfrei unb zum Sklaven macht. Politische Rundschau. Laibach, 24. Februar. Inland. Die offietöfe Presse unterläßt es begreiflicherweise, ben letzten Sieg bes Finanzministers in ber Zeitungsstempelfrage zu feiern. Die arme „Wiener Abenbpost" unb ihre Provinz* schwestern sehen bieSmal ebenfalls von ber Veröffentlichung der fo beliebten „Journalstimmen" groß-müthig ab. Die StaatSanwalte jeboch haben, wie es heißt, bie Weisung befonberer Überwachung ber unabhängigen Presse erhalten. Bereits Samstag zog bie scharfe Kritik ber allerneueften ministeriellen Politik zwei großen wiener Blättern bie Beschlagnahme zu. Die >,,Presse" meint, voraussetzen zu wollen, baß eine weitere kritische Zerglieberung der ministeriellen Motive für die Ablehnung des Gesetze» unb eine entsprechend Beleuchtung ber mitunter unverstänblichen unb mitunter nur allzu wohl ver-stänblichen Abstimmung so mancher Deputierten voll-stänbig von ber TageSorbnung gestrichen sei, hieße bie Rechnung ohne ben Wirth machen. Aufgeschoben sei nicht aufgehoben, unb eS werbe sich balb bei paffenbster Gelegenheit ber Anlaß finben, in bem Leistungen, in Erinnerung beS befruchtenden Einflusses seiner Forschungen aus alle Zweige ber Mt-bizin ein bankbares Andenken für immer gesichert. Der Name Rokitansky wirb für sie fortan ein Banner fein, um bas sie sich scharen wirb unb bas sie nie verlassen barf, will sic ihrer ganzen Aufgabe gerecht werben; beitn es wirb sie stets an bie Quellen weisen, wo bie Mebizin ihre Kräfte zu neuen Anläufen holt; Rokitanskys Beispiel wirb sie auch belehren, daß es weber bie Seltenheit, noch bie Fülle ber bargebotenen Forschungsobjecte, sondern ber wissenschaftliche Geist ist, welcher zu neuen, fruchtbaren Betrachtungsweisen hinlenkt, welcher die schaffende Tätigkeit bedingt — in Lehre unb Kunst. Die Bedeutung von Rokitanskys Persönlichkeit, lange genug nur in bem bescheibenen Kreise feiner Fachgenossen unb Schüler gewürbigt, wurde endlich auch in weiteren Kreisen erkannt unb er in eine neue glänzenbe Stellung gezogen. ES kann nicht meine Aufgabe fein, feiner Thätigkeit bis bahin zu folgen, behaupten darf ich aber, daß fein wahrheitsgetreuer Charakter, die Geradheit feines WefenS, bie Unbefangenheit unb Unabhängigkeit feines Ur» theilS, Eigenschaften, bie ihn auf feiner akabemifchen Laufbahn so sehr geförbert, ihm auch ba viele 93er- Stammbuche zu blättern, in bem sich gewisse Ab» georbnete so drastisch eingeschrieben. Die „Bresl. Ztg." brachte vor einiger Zeit eine Notiz, baß gegen ben Fürstbischof von Olmütz preußischerseits Beschwerben erhoben worden seien wegen Verletzung der Maigesetze. Die „Germania" enthält jetzt über diesen Gegenstand folgende nähere Angaben. „Der Herr Fürstbischof von Olmütz, Landgraf von Fürstenberg, hat wegen Nichtbesetzung dreier Pfarreien: Kranowitz, Soppau unb Kreuzendorf, durch das resp. Bezirksamt eine Sommation wegen „Vergehen" gegen die Maigesetze preußischerseits erhalten, welche wegen eines Formfehlers — das Jnsinuatiansschreiben kam ohne Jnsinuationsschein in die Hände des Adressaten — nicht beachtet wurde. Bei der Wiederholung der Insinuation war der Adressat nicht zu erreichen; derselbe weilt nemlich gegenwärtig in Wien im Reichsrath unb ist als solcher währenb ber Sitzung „unnahbar." Ausland. Im beut scheu Reichstage würbe am 20. b. das Reichspreßgesetz nach einer kurzen Debatte, an welcher auch Fürst Bismarck theilnahm, einer Commission überwiesen. Man zweifelt indeß an dem Zustanbekommen des Gesetzes, sofern die Bundesregierungen sich nicht zu wesentlichen Concessionen entschließen sollten. Als conditio sine qua non für die Annahme bes Entwürfe« wirb seitens ber liberalen Fraktionen bie Streichung ber Paragraphe 20 unb 21 unb bemgemäß bie Begrenzung der stresrechtlichen Verfolgung, bie Einsetzung von Schwurgerichten unb bie Beschlagnahme mittelst richterlicher Ordre gefordert werben. Die „Spener'sche Zeitung" finbet, baß ba« fortgesetzte Schweigen die Klerikalen im Reichstage interessant zu machen beginne. Das Blatt schreibt: „Winbthorst, Mallinckrobt, bie,, beiben Reichensper-ger haben so viel gesprochen, daß sie durch ihre Reden ber Welt nichts mehr verkünben können; aber ihr Schweigen ist neu, ist picant, ist diplomatisch und eindrucksvoll. Schweigen zum Militärgesetz, zum elf äff er Antrag, zum Gewerbegesetz, immer tiefere« Verstummen, gesteigerte Stille — welche« Geheimnis verbirgt sich unter diesen Anstrengungen unb barf man balb auf Thauwetter hoffen, bas den Eisgang eingefrorener Reden in Bewegung fetzen wird?" Die „Germania" veröffentlicht ein Sendschreiben aller zwölf preußischen Bischöfe, mit Einschluß jener von Breslau, Ermeland, Mainz und Köln, an den Oberhirten der katholischen Kirche, das, an die Gefangennahme LebochowSkiS anknüpfend, auffallend zahm unb unterwürfig zu Ehrerbietung unb Gehorsam gegen bie Obrigkeit, zum Gebet für ehrer unb Frennbe zugeführt, bie Achtung aller gesichert haben. So groß baher auch unb vieltheilig ber Kreis, der sich heute um den Gefeierten schließt, so ein» müthig boch der Sinn aller Theilnehmer diese« Feste« — bem Verbienste zu hulbigen. So würbe benn auch ber innige Wunsch seiner Schüler, bie Züge ihre« Lehrer« bleibenb erhalten zu wissen, rasch verwirklicht in einer Büste, bie wir heute al« Ehrendenkmal Rokitansky« weihen wollen, bestimmt, unseren Nachkommen zu zeigen, wa« er un« war. Wie die ausbrucksvollen Züge, worin Geist und Gemllth so harmonisch zufammenstintmen, ben Künstler erwärmt, der das Werk bis zu lebensvoller Treue durchgebildet, so mögen sie nachwir-kenb auch unsere Jünger erwärmen, beleben, in ihrer Brust den Funken der Wissenschaft entzünden, auf baß es ber Schule nie an Arbeitern, an rüstigen Arbeitern fehle, auf baß ber wiener Hochschule stets unb immer roieber Blätter in ber Geschichte ber Wissenschaften Vorbehalten bleiben. Ein Blatt — ein unvergängliches Ehrenblatt hat un« Rokitansky gesichert! „ Dem Manne ein Hoch! den Landesherrn, für König und Naterland auffor-dert. „Wir sind", heißt es, „keine stolzen Kirchen* fürsten, sondern zu jeder erlaubten Nachgiebigkeit bereit." Dieses Sendschreiben ist zweifelsohne der erste öffentliche Schritt zu jener Annäherung an die Regierung, die seit der Eröffnung des Reichstages bemerkt werden konnte. Das gegen die b onapartistische Manifestation vom 16. März gerichtete Circulär Broglies hat allgemein Befriedigung erregt. Leider ist es zu spät gekommen, da die bonapartistische Propaganda schon bedeutende Ausdehnung angenommen hat und bereits viele Bauern sich zur Theilnahme tzterer anstelle des zurückgetretenen conservativen Capitän Trench gewählt. Auch in den allerletzten irischen Wahlen sind in der Grafschaft Cavan noch zwei Liberale gewählt worden und das Unterhaus ist jetzt complet. Es besteht aus 653 Mitgliedern, wovon 361 Eonservative und ^2 Liberale sind; unter die letzter» sind die Homeruler eingerechnet. schasilichen Werke, wie: „DaS Buch vom gesunden und fronten Menschen", haben eine Verbreitung ge« unben, die im deutschen Buchhandel als einzig da« lehend bezeichnet wird. Nicht zu «nterschätzen ist da» Verdienst, das sich Bock dadurch erwarb, daß er mit all seiner Kraft gegen den Schwindel mit Geheimmitteln auftrat. Jahrelang brachte die bekanntlich in Hundrrtlauscndeu von Exemplaren erscheinende „Gartenlaube" allwöchentlich einen Artikel ouS bet Feder des Professors Bock, der die beliebtesten und angepriesen-ten Geheimmittel der Reihe nach durchnahm, ihre Verthlosigkeit und die Unverschämtheit ihrer Preise klar und in derben Worten darlegte enb bie Leser warnte, den Schwindlern auf den Lei« z« gehen. Die gebildete Welt verhielt sich, theilweise auch durch die drastische Schreibweise veranlaßt, anfangs etwas kühl gegen die populär-medizinischen Arbeiten Bock», aber nach und nach brach er sich auch hier Bah» und mehrere seiner Werke wurden als Lehrbücher in Semi« narien eingesührt und in 40,000 bis 60,000 Exemplaren ausgegeben. Karl Ernst Bock ward den 21. Februar 1809 zu Leipzig geboren, besuchte baselbst, dann in Prag und Wien die Universität, ging während de» ruffischpolnischen Krieges nach Warschau, habilitierte sich 1832 al» Privatdorent zu Leipzig und ward 1836 außerordentlicher Professor der pathologischen Anatomie. Die große Bedeutung der physikalischen Diagnostik erkennend, wie sie namentlich von Prag und Wien au» von Rokitansky, Oppolzer, Skoda rc. au»« gebildet worden war, ward er ein Schüler dieser Männer, und seinen Bemühungen war e» mit zu verdanken, daß Oppolzer 1848 von Prag noch Leipzig berufen wurde, von wo er 1850 nach Wien ging. Während dieser Zeit übernahm Bock einen Xheil der Leitung der leipziger Klinik. Seil 1837 leitete et auch die pathologischen Leichenöffnungen am leipziger Krankenhonse. Vorzüglich bedeutend war er auch at» Diagnostiker. Von seinen wissenschaftlichen Werken er« Zur Tagesgeschichte. — s Professor Bock. Da- Ableben de» -Professors der Anatomie an der Universität in Leip« J'9, Karl Ernst Bock, wird in den weitesten Krei» >en lebhaftes Bedauern hervorrufen. Bock war nicht hut als Gelehrter in wissenschaftlichen Kreisen geschätzt, ^ hatte eS durch feine langjährige schriftstellerische Willigkeit, namentlich als Mitorbeiter der „Garten-®ubt‘'f verstanden, feinen Namen bie in die fernsten ^'Ittheilc bekanntzumachen, und feine populär-wissen- warben sich da» „Handbuch der Anatomie" (in vier Auflagen erschienen) und da» „Anatomische Taschen buch" (ebenfall» vier Auflagen) die meiste Anerken nung und verschafften dem Autor einen «»gebreiteten Ruf. Seine populäre» Arbeiten sind, wie erwähnt, in Hunderllauseuden von Exemplaren über die ganze Erde verbreitet. — Zur Fleischftage. DaS Problem, au» fernen Ländern, in denen Fleisch im Ueberflusse vorhanden ist, diese» Nahrungsmittel nach den über völkerten Ländern in genießbarem Zustande zu bringen, scheint endlich glücklich gelöst zu fein. Am 13. d. fand in London wieder eine Versammlung von Herren statt, bie sich anS commetcieücn und philanthropischen Grtindln für die Lösung dieser Aufgabe interessieren, und die Herren speisten ausschließlich von Fleisch, da» Über See transportiert worden war Sie erklärten dasselbe, namentlich da» Geflügel, al» durchaus wohlschmeckend. Es war nicht weniger als vierundzwanzig Tage untetireg» gewesen und daher mindestens bereits achtundzwanzig Tage alt. Diese» Fleisch war in Holzkisten, die in andere mit Ei» ge> füllte Kisten gestellt waren, tran»portiert und nach zweitägigem Aufenthalt am Lande gekocht worden. 88 ist von Wichtigkeit, daß während de» Transportes da» glei ch nicht mit dem Eise in Berührung kommt. Wie wichtig die Lösung namentlich sür England ist, wo Fletsch so außerordentlich theuer ist und in so großen Quantitäten genossen werde» muß, wird einleuchtend, wenn man erfährt, daß da» fo importierte Fleisch für 3 7, d. per Pfund verkauft werden tonn. — Verkehr. Da» Postdampfschiff „Hvlsatia", Capitän Barend», welches am 4. d. M. von Hamburg abgegangen, ist am 19. d. M. wohlbehalten in New« Nock angekommen. Local- unv- Provmzial-Angelegeuheiteu. — Zufolge mehrseitiger Anfragen vonfeite vieler Damen, welche der aus morgen den 25. Februar an* beraumten Schlnßverhandlung wider Frau Theresia Aristoteles und Anna RieSner wegen Verbrechen» des Betruges als Zuhörerinnen beizuwohnen wünschen, sind wir in der Lage bekannt zu geben, daß obige Verhandlung noch der alten Strafprozeßordnung vom 29. Juli 1853 geführt wird, bei welcher in Gemäß« l)tit de« § 223 nur männlichen Zuhörern der Zutritt gestattet ist, wovon auch diesmal nicht abgegangen wird, daß jedoch nach der am 1. Jänner l. I. in Wirksamkeit getretenen Strafprozeßordnung vom 23ten Mai 1873 bei solchen Strofverhondlungen, welche noch diesem Gesetze vorgenommen werden, d. i. bei welchen vonseite der k. k. Staatsanwaltschaft die An« klage erst nach diesem Zeitpunkte erhoben wurde, auch den Damen der Zutritt gesetzlich gestattet sei. — (Aus der e vangel. Gemeinde.) I» der gestrigen Versammlung der stimmberechtigten Mitglieder wurde der Voranschlag de» Gemeindehaushalte» durchberathen und festgestellt. Derselbe schließt, wie nicht ander» zu erwarten, mit einem nicht unbedeutenden Deficit, da die Kirche sowohl al» das Pfarrhaus einer größere» Reparatur dringend bedürfen und dafür der Betrag von 500 fl. eingestellt werden mußte. Dem Herrn Pfarrer wurde eine Personalzulage von 100 fl. bewilligt und ebenso die Entlohnung de» Kirchendieners in etwas verbessert. Er stad das erhöhte Ausgaben, die allseitig als durch die 58er» 1 (ältniffe dringend geboten anerkannt und deshalb trotz der Armuth der Gemeinde bewilligt wurden, in der Hoffnung, e» werde deren Bedeckung durch zafließende Unterstützungen möglich werde». — Der Voranschlag betreff» der Gemeindeschule schließt Donk vielseitiger Unterstützung und zahlreichen Besuches ohne ein nen» nentwerthes Deficit ob, doch konnte trotz warmer Befürwortung für jetzt an eine Erhöhung der Lehrer» bedungen nicht gegangen werde». Nachdem im Der» laufe der Beratung der viele» edelmütigen Spenden für die evangelische Gemeinde in dankender Weife gedacht worden, wurde schließlich der gefammte Voran» schlag genehmigt und hierauf zur Ersatzwahl eine» Presbyters für den nach Wien überfiedelten Herrn Jährling geschritten. Gewählt wurde Herrn Karl Rüting, Buchdruckereifoctor hier. — (Dritte» Concert der philharmonischen Gesellschaft.) Wieder hat die Gesellschaft einen genußreichen Abend zu verzeichnen, und ihrem tüchtigen Leiter Herr» Nedved gebührt in erster Linie die Palme für die Zusammenstellung de» gewählten Programme». Laffe» wir die einzelnen Nummern diese» Concerte» in ihrer Reihenfolge an uns vorüberziehcn, und wir begegnen im Anfänge Schuberts Cantate „An die Sonne.” Himmlisch-schön breiten sich die Töne aus in diesem Gesänge, wie die Strahlen der Sonne am Morgen eines hei« teren Himmels, und gesungen, ja man könnte fast sagen gehaucht wurde dieselbe von einem Kranze liebreizen« der Damen und unserem wacker» Mäonerchore, welch letzterer bei Begleitung des daraus folgenden Duo von Großbauer, gesungen von den Sängern Herren Schulz und Razinger, wieder zeigte, daß er auch Maß z» halten versteht. Ich verlasse die Reihenfolge des Programmes, um Frl. Solwey, welche durch eminenten Bortrag eines humoristischen und eines ernste» Gedichtes, sowie Herrn Chi um etzky, welche durch Vortrag eines Liedes von Effer und eines von Liebe zum völligen Gelingen viesesConcerteS wesentlich beigetragen haben, den verbindlichsten Dank der Gesellschaft für ihre ausgezeichnete Leistung auSzudrÜcken. In diesem Concerte hat uns insbesondere doS „Concertino" für zwei Violinen von Dankte mit Pianobegleitung Über» rascht, sehr lobenSwerth vorgetragen von den VereinS« schülern Pogakar, Klei» und Zaschel (Piano), sowie die Aufführung deS „NachtgefongeS" von Bogt für Streichinstrumente, verstärkt durch Vereins« und Privatschüler. — Wir begrüßen das Verführe» von Schülern des Vereines, wenn e« nicht gar zu oft geschieht, aus daS lebhafteste, indem hiedurch den Mitgliedern von der Tüchtigkeit der Lehrer dieses Vereines Ueberzevgung verschafft, den Schülern und ändern Unterrichteten Lust und Liebe zur freien Kunst ein« geimpft wird. Noch habe ich deS ausgezeichneten Bortrage« der „Nachtigall" und de« „JagdlirdeS" von Mendelssohn, der „Nacht" von Rheinberger, der „Moulbrvnner Fuge* von Schachner, endlich der „Hymne* von Mozart zu erwähnen. Alle diese gemisch« len «nd ungemischte» Chöre wurde» in fein pointierter Weise au-geführt, Solistinnen und Solisten erfreuten sich diesmal eine» außerordentlichen Beifalls. Auch dem Herrn Theaterdirector Krtzly gebührt die vollste Anerkennung dafür, daß er feinen vorzüglichen Mitgliedern die Erlaubnis zur Mitwirkung bei den Con» cetten der philharwonifchen Gesellschaft erlheilte. — (Eine fatale Geschichte.) Am bet« zangenea Sonntagnachmittag spielte sich in einem hiesigen Vorstadtgasthause eine tragikomische Szene ab. Der Wirth diese« Gasthauses nemlich war während der vielmonatlichen Krankheit seiner jetzt verstorbenen Iran in heißer Liebe zn seiner damaligen Kindsmagd entbrannt nnd letztere trug bald das zarte Pfand dieser Liebe unter dem Herzen. Der Wirth halt' nach dem Tode der Frau sich wieder verheiratet, jedoch eine andere mit seiner Hand beglückt und wollte von der einst |o heiß Geliebten nichts mehr wissen, war vielmehr schnöde genug, diese der Untreue und der vertrauten Umgänge« auch mit anderen Männern zu beschuldigen. Darob ergrimmte natürlich die arme 33er» lassene und al« sie — vor einigen Tage» eine« Sprossen genese» — am Sonntag ihr Schmerzenslager verlaffe» konnte, packte sie im Gefühle beleidigte» Stolze» nnd gekiünkter Liebe ihren Neuzebornen «in und — trug ihn zum einst Geliebten, wo sie ihn mit den Worte»: „Das ist dein Kind, du sollst auch dafür sorgen" auf den Tisch legte und davonging. Da« Gesicht de« so gemaßregelte» Vaters und seiner zweite» Frau, die von den Slreichen ihre» Don Juan Gewal- nicht» wußte, sich auSzumalen, überlasten wir der Phantasie unserer Leser. — Gestern wurde die Magd polizeilich verhalten, da» Kind wieder abz« holeu. — Undank ist der Welt Lohn. — (Lebensrettung.) Die k. k. Landes, regiernng in Krain hat dem Johann Finlan aus Pred «oft anläßlich der von demselben am 31. Oktober 1873 mit eigener Leben»gefahr bewirkten Rettung de» 70jährigen Bettlers Georg Ikei^saik von Podobönim vom Tode de-SrlrinkenS in dem Lröilnica-Bache die LelenSr«ttung-taglia znerkannt. — (Der gottscheer Gesangverein) hat in der Generalversammlung vom 19. Februar 1874 beschlossen, als selbständiger Verein aufzuhören und sein gesawmteS Inventar und Vermögen dem Casinovereine zu übergeben mit der Bedingung, daß der Gesang auch dort gesördert und gepflegt werde. Außerdem hat der selbe, »m die Frende an der Tonkunst zu wecken und tüchtige Kräfte zu bilden, ein Kapital von 68 fl. der dortigen Gymnaflaldireetion zur Bertheilung an mittellose Studierende, die sich im Gesänge besonders au»-zeichnen, zugewiesen, gewiß eine löbliche Verwendung, die ihre guten Früchte tragen wird. Auch der Casinoverein wird, wie wir hören, das ihm zuiheil gewordene Vermächtnis in zweckmäßiger Weise verwerihen und durch Anlegung einer Volksbibliothek einem empfindlichen Bedürfnis abhelfe». — ( Volksbildung und Schulwesen.) Der kärntnerische ReichSrathSabgeordnete Prosefior Dr. AloiS Egget hat sich an die Spitze eine» litetarischen Unternehmen» gestellt, da» nicht nur in pädagogische» Kreisen, sondern auch bei ollen, denen die Hebung de» Schulwesen» und der Volksbildung i» Oesterreich am Herze» liegt, auf Beifall rechnen kan». I» Verbindung mit der Hölder'fchen (ehemals veck'schen) Verlagsbuchhandlung in Wien beabsichtigt nemlich Professor Egger eine Reihe von Schriften zu veranlassen, welche sich mit der Lösung wichtiger, das Schulwesen betreffender Fragen uud mit der Förde« rung der österreichischen Schule in einer zwar fach, männischen, aber doch populären Form besoffen solle». Jeder Schulmann oder Schulfreund ist zur Mitarbeit an diesem Unternehme» eingeladen, und in der That, die große Zahl hervorragender Männer, welche diese-Thema betreffende Schriften angemeldet und zugesagt haben, ist eine so stattliche, daß an eine erspiießliche Wirksamkeit dieser schätzeniwerihen Unternehmung kaum zu zweifeln ist. Al« den ersten rheil dieses neuen publicistifchen Organe» begrüßen wir eine Schrift: „Industrie und Schule in Oesterreich," eine ful'ur- historifche Studie von Dr. Blei» Egger. Ankni1pf«nd an die würdige Repräsentation des Schul- und Volks-bildungSwefen» bet der wiener Weliavtstelluvg und de» au» diesem AnU-sie von der Commission für die Collectivantsteüung de» österreichischen Unlctrichlimini« sterium» herausgegebenen Bericht über da» österreichische Untetricht-wesen bespricht der Verfasser tic Geschichte der österreichischen Schule, ihrer Organisation uud Industrie. Hiebei ist zunächst das Charakleristikon der moderne» Schute betont, welche frei von allen kirchlichen Einflüssen unter dem Schutze des Staates eine Werkstätte allgemein menschlicher Bildung sein muß. Die Fürsorge des Staates soll sich jedoch auch der Schuliudustrie zuwenten, zumal er hiebei am leichtesten al» Produceni Auftreten kann. Der Autor bespricht nun die Stellung der Industrie im Dienste der Schule, z. B. bei den Schulbauten, der Einrichtung öffentlicher Echulhäuser rc. Die technische Herstellung und Verbreitung der Lehrmittel, insbesondere der Schulbücherverloa, die diesbezügliche Wirksamkeit de» Staate» und der Antheil der einzelnen Königreiche und Länder an der Gefawmtproduction von Lehr» miteln sind ausführlich besprochen. Den Schluß bildet die Erörterung deS Unterrichtes in deutscher Sprache und Literatur. Diese Skizze dürste genügen, um darzuthun, daß Egger's „Industrie und Schule" de» CycluS von Schriften, die Volksbildung nnd Schulwesen fördern sollen, auf’« beste inauguriert. Der Autor hat durch das neue Unternehmen Anspruch auf die Anerkennung eine» jeden Gebildeten und kann auch der Unterstützung eine« jeden Schulfreundes gewiß fein. Nur durch bereinigte Bemühungen kann das österreichische Schulwesen und die Volksbildung auf jene Höhe gebracht werden, die im allgemeinen Interesse wünschenSwerth e,scheinet, muß. (fingeiendet. Allen »tonten Kraft und Gesundheit ohne Medizin nnd ohne Kosten. Revalesciäre du Barry von London. Seine Ärenttdt bermag bet bedeuten Beralesollr« da Birry it> oll ersteh-i>, trab betätigt dieselbe ohne Mebiziu unb ,-ue «oste» all, Rajen», Nerven-, Bnm», jungen-, Leber-, Drüsen-, Schleimhaut« (thetn-, »lasen- nnb Nierenleiden, Tuberkulose, SchwindluSt, «sthma, Lüften, Unecrbanllciteit, ®crfioofanj, Diarrhöen, BiMafloflglcit kchwäche, Hämorrhoiden, oi,«besitzer*fohi!, 22 I., Hraderkyvorstadt Nr. 24, infolge erlitt-ner Verletzung. — Josef Barle, Arbeitet «kind, 14 Tage, Filialspital Polanavorsiadt Nr. k8. Blattern. — Maria Erjavec, Inwohnerin, 73 I., nnd Martin Weber, ®eitler, 61 I, beide im Livtlspital an Lungenentjündung. - Anlfn Zupanklk, Arbeiter, 23 I., Eivilspital, Lungen-luberciilose. Andreas Wittenz, öklavierrnacher, 71 I., Kapnzinervorstadt Nr. 70, Leberentartiing. Im k. k. Garnifonsspiiale: Fron, Manrif, Oefreiter de» 14. Jnfanl.-Regimeiitc«, RIIckeiima>lent,tlndung, und Joses Pajor de« 12. Artillerie-Weflinieiitr«. Tqpbu«. Aagekoulinenc gremhr. Am 24. Februar. Hotel Elefant. Alianiiö, Gereulh. — Stau, fifm., Lyon. — Krauß, f. ung. Ministerialrath, Budapest. — Braikovic, Uiiletfrain. — Arlt, Weithof. — Schwarz,, tifm., Graz. — Faber, Forstmeister, Gottschee. — Gorsek, Javorje. Prochnik, Reisender, Paris. — Antonia Ter-schan, Private, Sachsenseld. Hairieeliei- H«»f. Histmann, k. k Oberlieulenant, Oberlaibach. — Gulii, Handelsm., Sessana. - Nuffa, Holzagent, Triest. Tlohreu. Rakovec, Divace. Gedenttafel über die am 26. Februar 187 4 staUfindcnden Li-cilationen. 1. Feilb., aijaucii’fdie Real, Kajer, BG. Neumarktl. — 1. Feilb., Seratz'sclie Real., St. Beit, BG. Sittich. — 1. Feilb., Cos'sche Real., Temeniz, BG. Sittich. - 1. Feilb., Toinz'sche Real., Kleingaber, BG. Sittich. — 1. Feilb., Mercun'sche Real., Sebene, BG Neumarktl Telegramme. Moskau, 23. Februar. Der österreichische Kaiser traf abends hier ein und wurde am festlich geschmückten Bahnhofe von den Spitzen der Behörden empfangen. Ganz Moskau prangt im Flaggenschmucke und ist aufs glänzendste illuminiert. Danksagung. Der löbl. Sparkasseverein hat dem Kranken-llnter. stützungs- und Bersorgungsverein den Betrag von 100 st. auch heuer wieder gespendet, für welch großmülhige Gabe die gefertigte Directio» den verbindlichsten Dank öffentlich ausspricht. Laibach, den 24. Februar 1874. (121) Die Dircctioil des Äraiiken-Untkrstühnngs. und Versorgungs-Vereins. 2 Stallungen für je 6 uiiil 8 Pferde mit grossen W ageureiuiscn & Futterböden. mehrere geräumige !l sind von Georgi 1874 ab zu vermieteten. Nähere Auskunft Wienerstrasse Nr. 4. Wiener Börse vom 83. Febrnar. Staatsfonds, j ®cit u-ott 5|>etc. Rente, sp.Vof. (9 90 70.10 Mo. bto. ü|t. In 6il6.: 74.4: 74.56 Soft von 1884 .... t8.Si> 98.76 üofe von 1860, een«; 104.50 106.— », aonje 104 So(e von 1860, grinst ll » 75 110.86 Prämien!-, v. 1864 !l4t 25 141.75 Orundentl. - Obi. ■ t brnbür,. Cejatn ju . . 6 , Action. Enelo.Sent.......... Utetltanflall . . . . Depofltcnban! . . . . W«compte.«nflalt . . ihenco . 8onl . . . 6«nbtHbenl.......... rinbtibanknecttin. . Netionotbant . . . . Oefterr. all». Bank . Lest. ®antge[tn(. Union . Bank . . vereinsbank . . . verfehrsbenk. . . «Wlb.eebn........... 8otl.tHbwig.eeb». . Kais, «llsabrlh-vahn. »eis. ötonj-3*|rl*t>, etae»«bahn . . . »«dbahn........... 73 76 75 60 74 ?5 156.-»44 - 68.60 »7t,.— 48.- 16570 »43.75 51.50 »60. 47.50 »0.- 91.— 90.- 98.— *74.—,978. 75-! 7f .50 *1 6 ,808 — 140.50 140 50 85.-1 y5.ee 181 5CI1S8.-144.51) 145,— *33.— 183.50 8,9 - 8 9 50 *07.- *08." 885 -(3*6.5 160 60 16],— Pruudbriufe. 6|L8ob.-rran,.goscs»-Bahn Offl .9trrbn csttahn , eicbtntttrgtr. . . . €t«utebabu........... 6ttbb.-@c|.ju 500 Nr bto. 8on« 6 xit Lose. 3rcMt - i1........... NudolssL............. Wechsel (SKon.) Augib. 100 ft.fflfefc.B. iVrafiff. 100 fL * „ Hamburg................. eenbon 10 Pf. Dterl. Vati$ 100 9r*icf . Münzen. Ätif. Wfivi-X'HccleK. »0.tzr«mc»stjtS . . . prcutz. Kaficuschei»,. Stirer................. »tlfc A4 75 85 -90.80 86.1# 108 70 10».-88 J5 39 50 111 -90 75 170 25 13 50 93.75 94.- 54.90 111.71» 44.— 5.38- 8.91 Ware 95.26 85 50 91.— 86.85 103 CO 00.— 82.55 140.— 111.50 97 25 170.76 14.— 94.- 94.86 65.— 111.80 44.19 6.33- 8.92— 1.66-1.66 s 105 851105.50 Tklrgraphischcr Curöbrricht am 21. Februar. Papier-Rente G9-85 — Silber-Ren te 74 26 — 1860er Staatö-Anlehen 104 25 — Bankactien 97» — Lredit 242 60 — Londons 111-50 — Silber 105 — — 20*- Francs-Stücke « 91. y Druck ton Jgn. t «tetnmatzr & fteb. «ambrrg m Xaiba*. Verleger und für die Vi^daction veraNiworiltch: Cttomat Vamberg.