MARBURGER ZEITUNG AMTLICHES ORGAN DES STEIRISCHEN HEIMATBUNDES Verlag und Scbrtftleltung Marburg t 4. Oraa, Badgaua Ni. 6. Faranili N. M-e?. 2S-48, 25-69 Ab IB Uhi Inctiitint «arhitnii«!. i- t«- _ Nr. 139 — 84. Jahrjanj Marburg-Drau, Donnerstag, 18. Mai 1944 Einzelpreis 10 Rpf USA vor soziolen Katastrophen General Frank Hines im Senafsausschuss für Nachkriegsfragen tc Lissabon, 17. Mad Den Vereinigten Staaten stehen wirl-iohaftliche und toziale Itataetrophen In noch qrößerem Maße bevor ale nach dem ersten Weltkrieq, erklärte der USA-General Frank Hinec vor dem Senate-auwchuß für Nachkrleqafraqen. Der General, der im Washinqtoner KneqfimobilisationAamt die Abteilunq für Demobilifiierunqsfraqen leistet, verwie« in«be«ondere auf die zu erwartende Maaaenarbeitslosiqkeit In den USA. »Zwanziq Millionen Menachen müssen nach Beendiqunq der Felndaeliqkeiten Ihr» Arbelt wechseln«, stellte er fest, »denn die laufende Krleqömaterlalpro-duktion hört auf, wenn der Krleq endet.« Di« Reqierunq werde vor einer Aufqabe «tehen, wie sie qewaltlqer noch nie qe-we«en sei. Während Deutschland« Führunq und das deutsche Volk freudiq die Zeit des qroßen europäischen Aufbaues nach dem Krieqe erwarten, fürchtet man im Feind-laqer wirtschaftliche und soziale Kata-•trotphen schlimmsten Ausmaßes, weil man nicht weiß, wie die letzt in der Kri«qsproduktion tStlqen vielen Millionen Menschen dann beschÄftiqt und da- mit vor Arbeitslosiqkeit und Not bewahrt werden könnten. Auch in den USA ist man sich darüber klar, daß die Wirtschaftsmethoden des jüdischen Kapitalismus niemal« imstande «ein werden, dieses Problem de« Über-qanqes von der Krieqs- auf die Friedenswirtschaft zu lösen. Man weiß, daß die Absatzmärkte fehlen werden, weiß aber auch, daß dies eine Massenarbeit«-losiqkeit zur Folqe haben wird, und fürchtet die daraus entstehenden zahllosen Unruhen und wirtschaftlichen Zusammenbrüche Bluti(|e Zusammenstöße Unruhen In den Chrysler-Automobilwerken tc Lissabon, 17. Mai Zu blutigen Zusammenslößf^n zwischen Arbeitern und überwachungsbe-aniten kam es in den letzten 24 Stunden bei den nordamerikanischcn Chrysler-Automobilwerken in Detroit. Die Unruhen machten eine Srhließunq der Fabrik notwendig. .3000 Arbeiter sitzen nunmehr beschäftigungslos zuhause. In diesem Zusammenhang erklärte der neue USA-Marineminister Forestal in der Pressekonferenz, daß die Streiksituation im Gebiet von Detroit die Produktion von Kanonen und Flugzeugen äußerst stark beeinträchtigt habe. * Verdorbene Jugend Weiterer Anstieg der Jugendlichen- und Frauen-Kriminalität dnb Bern 17. Mai Unter der Überschrift „17jährige als Stadtsfeinde Nr. 1 in USA" veröffent-liciit die „Berner Tagwacht" einen Artikel der bezeichnend ist für die kriminellen Zustände in den Vereinigten Staaten. Zum ersten Male in der Geschichte der USA rekrutierte sich der Großteil aller Verbrecher aus den Reihen der 17jähri-gen. Noch traurigere Ergebnisse wiesen die Erhebungen des statistischen Amtes der USA über die Frauen-Kriminalität auf. Die Anzahl der noch nicht 21 jährigen wegen bedeutender Straftaten verhafteten Mädchen liegt um 130,4 v. H. über der dos Jahres 1()41. Der größte Anstieg sei in den sogenannten Victo-ria-Girl-Gebietcn, in der ^mateu^-Pro-stitution zu verzeichnen, aber auch die Zahl der weiblichcn Einbrecher habe sich um 30 v. H. vermehrt. Die statistischen Erhebungen hatten ferner ergeben, daß der Anstieg auf dem Gebiet des Einbniclidiel)blahls 11,4 v. H. und den Not/uchtfällen 9,7 v. M. beträgt. Wut des Judentums Echo auf die ungarischen MaBnahmen tc Budapest, 17. Mai Da» britisch nordamerikanische Echo auf die Anlegung jüdischer Siedlungen in der Nähe von ungarischen Fabrikvierteln gibt dem Blatt »Bsti Ujsag« am Montag Anlaß zu einer scharfen Zurückweisung von feindlichen Behauptungen, Ungarn achließe sich damit aus der Gemeinschaft der christlichen Kulturnationen aus und verübe ein in der Ge-•ohioiit« b«ispleIloses Verbrechen. Dar Hauptachriftleiter de« Blattes stellt dazu die Frage, wer mit den eigentlichen »Verbrechen« begonnen habe, wplches Gesetz gebiete, daß nur die stammeseigene Bevölkrung des angegriffenen Landes getötet oder verwundet werden dür*v fe, während jüdische »Gäste«, die sich im Lande bereicherten, auch dann einen besonderen Schutz fordern dürfen, wenn sie den Sieg des Feindes wünschten. Das Ungartum schließe sich nicht aus der Kulturgemeinschaft der christlichen Völker aus, wenn auch da« udentum die Erbarmungslosigkeit des Ki eges auf ungarischen Boden zu fühlen bekomme, gemeinsam mit dem Ungarntum. Au» den Londoner Flüchen, schreibt das Blatt weiter, gehe hervor, daß die Nachricht von der Gefährdung des Ju-denttun» an «ine empfindliche Stelle gerührt und daß das internationale Judentum die Aussichten der Zukunft ihrer Budapester Rassengenossen mit düsterer Miene zur Kenntnis genommen habe. Die außerordentlich gro^ Tragweite dieser Frage dürfe auch nicht unterschätzt werden. Das ungarländische Judentum sei die letzte Gemeinschaft der Juden in Europa, die durch den Sturm der Geschichte noch nicht auseinandergesprengt wurde. Man wisse genau, daß insbesondere die Budapester Juden eine wichtigere Rolle im geheimnisvollen Leben des Weltjudentum« gespielt haben, als es ihrer Zahl zugekommen wäre. Es sei daher verständlich, daß das Judentum Neu York« und Londons außerordentlich beunruhigt über das Schiksal der letzten großen europäischen Judensiedlung sei. Die Ustascha dnb München, 17. Mai Vor seiner Abreise nach einem auf Einladung des Reichsleiters Bormann erfolgten mehrtätigen Besuch in E>eut8ch-land machte Minister Susic vor der Presise u. a. nachfolgende Ausführungen: »Vor fünfzehn Jahren gründete der Poglavnik die kroatische Freiheitsbewegung »Ustascha«, um in diesem Rahmen die Elite des kroatischen Geistes, des kroatischen Willeais zu versammeln. Aus dieser Bestimmung der Ustascha-Bewegung sproß ihre schicksalhafte Verbundenheit mit der Nationalsoziali-«tischen Deutschen Arbeiter-Partei. Ich kann mit dem größten Stolz hervorheben, daß die Ustasqha-Bewegung in dieser schicksalsvollen Auseinandersetzung zweier Welten sich auf derselben Seite der Barrikaden befindet wie die NSDAP. Unser Besuch bei der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei wird zweifellos einen großen Beitrag zur Kräftigung unserer unerschütterlichen Zuversicht für das unbesiegbare Deutsche Reich leisten, dessen Sieg unter der genialen Leitung seines Führers zugleich Europas Sieg bedeutet und in dessen, gesicherter Zukunft auch die Zukunft des Unabhängigen Staates Kroatien gewährleistet ist. Was die USA-Arbeiter erwartet Arbeitslosigkeit, die große Sorge dnb Stockholm, 17, Mai Unter den amerikanischen Arbeitern wächst die Sorge vor der Nachkrioqsar-beitslosigkeit von Monat zu Monat Sie wird erhöht durch die Stellungnahme maßgebender Regierungskreise in dieser Frage. Schon das sogenannte Demobil-machungsgutachten, das von dem jüdischen Finanzmann Baruch auf Roosevelts Wunsch ausgearbeitet worden war, hatte die Frage der Behandlung der Rü^tungs-arbeiter nach Kriegsende vorsichtig beiseitegeschoben. Baruch hatte sich mündlich auch gegen eine Zahlung von Uber-gangslöhnen an die bei Kriegsende 7ur Entlassung kommenden Arbeiter ausgesprochen Jame« Byrnes, der Leiter de^^ amerikanischen Krieg'imobilmachungs-amtes, der in USA als »junger Mann« Baruchs gilt, hat nunmehr in einem Vortrag, den er dieser Tage in Neu York hielt, die Zahlung aller Untschäf'igungen als Volk wirtschaftlich untragbar abge lehnt, Byrnes gab,"zu, daß bei Kriegsende mit einer überaus hf>hen Arbeitslosigkeit zu rechnen sei. Riesendividenden Aber ungerechte Behandlung der . Arbeiter dnb Stockholm, 17. Mai Die USA Gewerkschaft Cio klagt in ^ einem Bericht die sieben größten amerikanischen Flugzeugwerke der ungerechten Behandlung ihrer Arbeiter an. obwohl der Gewinn dieser Gesellschaften, verglichen mit 1937 zehnmal so groß und ihre Dividende 6,5 mal so groß sei. Die Flugzeuggesellschaften hätten nach Abzug der Steuern im Jahre 1942 1,79 Dollar für jeden investierten Dollar verdient. Reuter meldet aus Washington, der Unterstaatssekretär für den Krieg, Ro-vert Patterson, erklärte, daß der gegen- PK'Aufnahme KrieiJiihcrichter Peler (Vt'b.) Gel{lnde''.chwlerlglie(ten Im Kampf gegen ßalkanbanden Anhaltende Retjenfälle hal)en das Vordiingen unsere. Trupp'^n auf den grundlos verschlammten Wegen in den von Bunden he'mqesiich'cn Gebieten ries Balkans sehr erschwert; aber unsere Minner ln^,en ihre .Aul'ribe und iibewin-den alle Schwieruikeilen Was der Motor nirhi mehr sch^lllen kann, leisten zwei starke Büflel l^oose^eiiis Sozialisro^raiiinie Geschieiterte Manöver der USA-Plutoliratie wärtige Streik m 13 Rüstungswerken im Gebiet von Dr^troil die Herstellung von Mustang jiigern bedrohe und außen em die Produktion der Rüstungswerke behindere. Spekulationen auf J^oskau Rooüevelt bolft aiJT Rlesenqeschäfte dnb Lissabon, 17. Mai Die führenden Wirtschaft«krei«e der Vereinigten Staaten begleiten die Reise lies Präsidenten der nordamerikanischen Handelskammer Eric Johnston nach der Sowjetunion mit großen Erwartungen. Johnston, der auf Einladung Stalins den sowjetischen Absatzmarkt auf seine Aufnahmefähigkeit für amerikanische Waren an Ort und Stelle inspizieren will, beabsichtigt, lür den künftigen Amerika-Handel rechtzeit q eine Vorzuqsstellu. g in der Sowjetunion zu sichern, und be- 1 reitet auf Kosten enoliscber Handelsinteressen ein Ricsetiqeschäft für die Vereinigten Staaten im Bereich der ausgepumpten UdSSR für die Zukunft vor, fiie Londoner City verfolqt mil Unruhe die immer enqer werdende Znsammenarb'^it zwisrhen Moskau und Wosh'nq'on, aus der Wallstreet sich e'nen großen Profit zu sichern sucht. Der Führer und die SA dnb Berlin, 17 Mai Anläf^lich einer Arbeitstagung der höheren SA-Führerkorps sandte der Statis-chef der SA Grüße an f'en Führer mit der Versicherung, daß die SA an der Front und in der Heimat bis zum Sieg unerschütterlich ihre Pflicht erfüllen werde. Der Führer dankte dem Stabchef der SA Schepmann telegraphisch und betonte* *Die SA wird bei Erfüllung der ihr von mir gestellten Aufgaben stets meine volle Unterstützung finden.« Die Bemühungen der ILO in Philtidei-phid um ein ntues Sozialpiogiamm der Welt lichten imstvrn Blick um mehr als zehn Jahre zurück. Nach dem Niederbruch der nnrdcimerikanifichen Prospori-tdi war F. D. Roosevelt Ende 1932 als der Wunderpräs.dent mit dem sozialpolitischen W111 schal tsprogiamm gewählt worden. Es \\dr die große Hotfnung der Masseil und hatte s.ch ais neuer Heiland ankiindigcn lassen. Abei der zw e-spaltigea Stele Roosevelts bl.tb dei Erfolg versagt. Heule hat der Präsident seibsi seinen »New Üeai» aul den Index gesetzt und erklärt, daß er diese« Schlagwort nicht mehr anwenden wolle, da es keinen lebendigen Gehalf mehr besitze. Er schämt sicii seines mißratenen Kindes und brauihi füi die vierte Amtcperiode schlagkräftige Parolen Was war der »New Deal«? Und dennoch war dei »New Deal<( das Programm, m dessen Zeichon Roosevelt aul den Ihron des Weilien Hauses gehoben worden war. Es war das Schlagwort für eine neue Wirtschallisvertas-sung, ein Schlagwort, das au.-% dem Jai-gon der Kailensp elei staianu und bedeutet, daß nej gi miui h, und gegeben wird. Roosevelt tat also so, als ob er von vorn beginnen und jedem die gleichen Chancen einraun en wollte. Der große Plan wurde am 9. März 1933 offiziell vei kündet, nachdem Roosevelt fünf Tage voihei m seiner Antrittsrede ausgeführt hatte, •>r")ie Prak-t.ken der skrupelloeen Cpld-.cheftlei sind angeklagt vor dem Gerichtshol dor öffentlichen Me nung, veiworfen vor den Herzen und Hirnen der Menschen.« So hing der neue Präsident eine soziale Fahne heraub und verkündete, daß ei auf einer neuen menschlichen »Frei heit von Not« (wir kennen diese Phrase heute zur Genüge) eine gerechte Ord nung errichten wolle. Er baute einen grofien planwirtschaftlichen Staatsapparat auf, in dem er massenweise seine politischen Freunde unterbrachte, versprach die Reinigung des Geschälsiehens von unsauberen Elementen und arbei- Der deutsche f! ehrmachtbericht Maferialschlacht grössten Ausmasses Erbittertes Ringen auf 35 km Breite in Süditalien — Schwere blutige Verluste des Feindes — Keine Kampfhandlungen im Osten dnb Führerhauptquaitier, 17. Mai Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: In dem gebirgigen Gelände der italienischen Südfront tobt auf einer Breite von 35 Kilometern eine Materialschlacht größten Ausmaßes. Ununterbrochenes Trommelfeuer mit gewaltigem Munitionseinsatz, stärkste Luftangriffe, Einsatz der Panzer als bewegliche Artillerie, erbittertes Ringen um jeden Stützpunkt und jede Höhe, die oft innerhalb kurzer Zeit mehrmals ihre Besitzer wechseln, geben diesen Kämpfen das Gepräge der großen Abwehrschlachten des letzten Weltkrieges. Gegenüber einer großen feindlichen Übermacht leisten unseie Truppen nunmehr seit sechs Tagen heldenhaften Widerstand. Die im Zuge der Kampfführung vollzogenen Absetzbewegungen verlaufen planmäßig, Die äußerst schweren blutigen Verluste des Feindes stehen in keinem Verhältnis zu dem rein taktischen Geländegewinn, den er erzielen konnte. Im Laadekopf von Nettuno laudeu ya- stern keine Kämpfe von Bedeutung statt. Seit Tagen sich steigerndes feindliches Artilleriefeuer läßt jedoch auch dort den baldigen Großangriff erwarten. An der Ostfront kam es auch gestern bis auf heftige örtliche Kämpfe am unteren Dnjestr und im Karpathenvorland zu keinen Kampfhandlungen von Bedeutung. Starke Kampf- und Schlachtfliegerver-bände griffen in der letzten Nacht sowjetische Bereitstellungen und Truppenunterkünfte südöstlich Ostrow und im Raum von Pleskau mit beobachteter guter Wirkung an Im Finnen-Busen wurden 13 sowjetische Bomber durch Wachfahrzeuge der Kriegsmarine und durch Jäger abgeschossen. Deutsche Schnellboote beschädigton bei einem nächtlichen Vorstoß gegen sowjetische Bewachungsstreitkrafte im Ostteil des Finnen-Busens mehrere feindliche Fahrzeuge. Bei einem Angriffsversuch sowjetischer fiumber auf ein deutsches üeleit vur der norwegischen Küste wurden durch Sicherungsstreitkräfte und Bordllak drei, durch Jäger 21 weitere Flugzeuge vernichtet. In der letzten Nacht warfen einige britische Flugzeuge Bomben auf das Stadtgebiet von Berlin. Eichcnlaub mit Schwertern dnb Berlin, 17. Mai Der Führer verlieh am 15. Ma.i 1944 das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz dos Eisernen Kreuzes an Oberst Ludwig Heilmann, Kommandeur eines Fallschirmjägerregiments, als fi7. Soldaten der deutschen Wehrmacht. Am 14, Juni 1941 wurde ihm das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Auf Sizilien hielt er in harten Kämpfen den Angritf einer britischen Division tagelang auf und fügte dem Ge>New Deal" betreffende. Stück füi ge setzwidrig erklärt worden war, mujiteii auch die Farmerhilfe des »Agricultutal Adjustment Act. (AAA) und der Social Security Act (SS.-^j in dei Versenkung verschwinden. Roosevelt schleuderte zwaf seine Blit ze und versprach für die neue Wahlperiode durchgreifende Reformen, — aber dabei ist es gehl eben Das Kapital triumphierte slärkei denn je, die Maf>sen spürten zwaj den Betrug konn ten jedoch nichtt; unternehmen, weil sich an ihrer Rechtlosigkeit nichts ge ändert hatte Lediglich durch "Streiks versuchten sie gelegentlich, die herrschende Schicht an den Bruch ihrer fei-eiliehen Verpflichtungen zu erinnern In den elf Regierungsjahren Roose-VtUt voQ Anfang 1933 bi« Ende IMJ Seil« 2 * Nr. l'*9 Donnerstag, 18. Mai 1944 MARBURGER ZEITUNO Churchills falsche Strategie Enj{lischet Blatt lu den Niederla]^en im Femen Oittn brachen In dun Vereinigten Staaten ine-gewmt 30 433 Streiks au«, »n denen diei-lehn Millionen Arbeiter beteiligt waren und durch die 145 Millionen Arbeitstege verloren g ngeo. Dai ist die traurige Balani de« von Rooievelt und leinen Hintermttnnem Ins Werk geietzten •ozialpolitiechen Betrugt am eigenen Volke. Symbolifch fflr diesen weltg*> ■chlchtHchen Verrat mag der Fall Lepk» Buchhalter sein, jenes Juden, der unter dem »blauen Adler« die amerikanischen Arbeiter und Indu^^triellen tyrannisierte und in N^'uvork einer der schrecken-s-volIsf#>n Npw-Dr.ilfr war. .Ale Rnospvelt jf'dorh diis tflktisthen Griinden das Steuer herumwdrf, wurden dem »Boss« auf rinmal soirie Mordp vorqphtiUen, worauf fici^ riiilc fiiif dorn pjcktrisrhon Stuhl nicht nu'lir laru[p auf sich war'fn ließ, Roiwpvplt hiMc vor aller Welt einen Programmatiker des „New Deal" den Brnadway-Weq zu Ende gehen lassen, jenen VV'eq, der auf nicht srhr demokra-tisfhe Art und Weise endet. Roosevelt hdt vom »New Deal« zum >>\\*ar Deal« hinübergewerh'^elf, er hat 'den Kr er} als letzten Ausweg au« den so-zirilpolitisrhpn Nöten beschritten, ge-tipii der Feststellung des neistesver-wflnden britischen Profpfisors E. H, Carr; »Der Krieg ist die zweckvollste unserer so7ialpolitischen Institutionenf. Aber die Stimmen aus dem Volke beweisen Roo-spvelt heute fichon, daß auch dieaer falsch war; donn qprndo die Soldaten sind es, die immer wieder fragen: dnb Stockholm, 17. Mai Aua einem bisher nicht erkennbaren Crunde beschäftigt man sich In London plötzlich Wieder einmal sehr laut mit So/ialprnqrdmmen für die Nnchkriocjs-7Pit. N.icbdnm der Beverichie-Plcin, der im verqancienen Juhre mit dem größtmöglichen Aufwand an Reklame dem englißchf'n Volk vorgesetzt wurde, völlig in di<» Vereenkung verschwunden ist, tauchen Jetzt auf »irunal gleich iwei neu« Beverldge-PlÄne auf. Nach einem Reuterbericht umfaßt tler •rit« Beveridge-Plan Vorschlage der Regierung »ntr •oiialeii Sicherung«, Vor-•chlüge. die, wie e« heißt, auf dem bekannten Bericht von Sir William Bove-ridqe hoqriindet seien. Auch jetzt kcinn PS Rpuler nicht lafi.sen, bpreits von einem auRerord''nflich »groß/.ügiqen - PUiii zu reden und gleich wieder die Rpkl.ime-trommel zu rühren. Es wirtl beteuert, diiß der Plan di»>«mj! die Versit herunq der ■Aibeitslosen, der ATbeil«unlridife-Plcinp die gründliche Versiinununq nnmentlich in der Arhei-terwchrill ülinr die Ziellosiqkeit der hri-ti'schen Politik und die so/.ialfeindliche Ilriltutifi der Plulokr.itie beseitiqen wird. D'is Woit tine'nqeschiankte Be'Schäfti-(liint)snin(ili( hkeiten narh dem Krieqett ♦>f iteint (l.is (iroHc Schlciqv/ort werden zu sollen, mit dem nicin die die voller Surqen in die Zukunit blickt, bei der Sl.inqe /u halten holft, Wie d.c eiiqli«r he /Vriieitersf haft über die Zukii.ilt ftenkt, zeiqfn rlle Prc^e-«itinuuen. N-uh diTn ^Daily Herald< er-kl ute der L ibouitibqeordnote Shinwoll, »Wofür kämpfen wir eigentlich?« Gewiß, Rüosevelt hat zur Ve.teidigung »eines Kriege« die Atlantik-Charta vom Stapel gelaseen, jene« Dokument, das man als außenpolitische! Gegenstück zum sozialpolitischen »New Deal« bezeichnen kann. Aber auch die Atlantik-Charta hat ihre Trick-Fassade l&nget eingebüßt. Roosevelt und seine AnhSnger in allen Ländern können die Freiheit und die icziaie Wohlfahrt schon deshalb nicht verteidigen, weil diese Dinge im eigenen Lager bekämpft werden Gerade gpgen die von Deutschland und Italien in die Tat umgeseirte soziale Revolution uml ihre menschenwürdigen Lebensformen lühren die Anglo-Amer'kaner und die Bolsrhewititen ihren Krieg. Es !st ein Interventionskrieg des Kapitdlis-mus und de»; Bolschewismus qegen den nationalen Sozialismus. An dieser Tatsache kann auch die geheuchelte Sozial-konferenz von Philadelphia nichts ändern. Auch die dort aufnesfellten Prinzipien stellen »futurisSsche Blaupausen« dar, an deren Verwirklichung im Feindlager niemand denkt Philadelphia kann für die Befichlüssp 7um Symbol werden, den e« ist die Stadt mit der größten Hängebrücke der Well. Ebenso wie die Brücke werden die unaufrichtigen sozialpolitischen Versprechungen Im blauen Dunst hängen bleiben Denn srhlipß-lich wollen unsere Feinde d^e Welt ja nicht reformieren und vermenschlichen, fiondern weiterhin nach allen Reneln ihrer plutokratischen Manier auebeuten. dafi England »fflrchtsrllch« Tagac b«Toi^ ständen, die nach seiner Auffassung nur diKch miihfiame und harte Arbeit überwunden werden könnten. Die »Daily Mail« kommt noch einmal auf die Lohnforderungen der eineinhalb Millionen Metallaibeiler zu sprechen und glaubt zu wissen, daß diese und andere Lohnforderungen weniqpr alfi Befriedigung krieqsbedingter Bedürfnisse gedacht Mien, sondern als wirtechaftliche Siche-rungemaOnahme für die Friedenezeit. Zum Beweise dafür weist die »Daily Mail« auf da« immer wieder vorgebrachte Argument hin: die Sorge der Arbeiterschaft um die Nachkriegszeit. Diese Auslassungen der »Daily Mai!« beweisen, daß in englischen Arbeiterkreisen trotz aller Sozialpläne, Versprechungen unf] VerheiRiyigen der Regi<>-riing die öberzeugiinq Plritz gegriffen hat, daß das Volk von dem heutigen plutokratischen System in England nichts zu erwarten hat. Schieber Die Machenschaften der fUdischen Börsenlobber dnb Genf, 17. Mal Die Zeitunq »Daily Herald-f beklagt sich über das zunehmende Spekulanten-lum an der l.ondoner Börse, das In d^T letzten Zeit die Kurse um nicht wen'ger als 150 Millionen Pfund Sterling horh-qptrlpben habe. Leute, die genug Geld lifsäfisen, um es zum Fenster hinauszuwerfen, so heißt es in dem Artikel betätigten sich auf dem Aktienma'kt. um aus Kursgewinnen einen möglichst großen persönlichen Nutzen zu ziehen, zumal auf Börficngowinno keine Einkommensteuer zu zahlen sei So werde also flurrh die Aktienhausse nicht ein roter Heller zur Kriegsanstrengung beigetra-aen. .Als Befwets, wie da« jüd'sche Schie-berfiim arbeitet, erwähnt »Daily Herald« die Kupforhausse, die dadurch ausgelöst wurde, daß die Roaierung nachdem sie im Januar noch bekanntgegeben habe, sie werde die Kupfereinlnhron aus Nord-Rhodofiien um 20 bis 25 Prozent gegcn(il)er 104.1 kürzen, jetzt Dliitzlich vorkünde, sie liraui he alles Kupfer, das Nord-Rhodesien produzieren könne D e-SR ErV.lärunq so; das Siqnal für dip Spekulanten grwe^en sich auf die Kupfer-werte zu stürzen. Weiter erwähnt die Zeitung die Bud- dnb Stockholm, 17. Mai Unter dar Uberichrift ,J}le Politik und der Dschungelkrieg" wirft „New Staa-tesman and Nation" Churchill vor, durch VernachlAssigung dar politlschati Einflußnahme den Varlust Birmas mitverschuldet zu haben. So knapp auch die Nachrichten vom Kriegsschauplatz Birma seien, so genügten sie doch, um Besorgnis zu erregen. Die japanischen Offensiven hätten ein beunruhigendes Maß von Erfolg und der Vorstoß im Norden'ziele auf die Unterbrechung der äußerst verwundbaren Versorgungsstraße durch Bengalen, Assam und Manipur. Die Umzingelung, die China erwürgt, sei fast vollständig. Der Vorstoß weise noch andere dramatische Züge auf. Der Feind stehe heute in Indien, und ihm stehe eine indische Streitmacht utiter Subhas Chandra Böse zur Seite. Erheblich sei die Wirkung dieses Erfolges auf die große Masse der Bevölkerung Bengalens. Sie kämpfe noch immer verzweifelt mit den epidemischen Nachwehen der Hungersnot, wobei die TGdes-fälle bald an die dritte Million heranreichen. Vielleicht boeitze Bose noch den großen Anhang, den er unter der draufgängerischen jüngeren Generation besaß. Hinter ihm stehe Birma. Man könne sich des Eindruckes nicht erwehren, daß die Mehrheit der Blrmesen froh sei, daß sie von der Herrschaft befreit seien. Churchilli unverantwortlich« Ab* lehnung, Birma dan Domlnlontatatus tu rersprechan, habe futamman mit dan mllltärlschan Pahlam Englands lu dem Verlust dieser Provinz beigetragen. Politische Mißwirtschaft in Birma habe — ebenso wie in Indien und Malaya — die Pfade der .Japaner geebnet Es sei gefährlich, die politische Einflußnahme zu ver- dnb Stockholm, 17. Mai United Preß mel starblichkelt bei Kindern gani besonder« hohe Ziffern erreicht. Der Anteil der Kinder bis zu fünf Jahren an den Ge-samt.opfern des Hungersterbens schwankt zwischen 30 und 50 v. H. der gesamten Todesfälle der N&he Ton Katha nn4 Mlylkina ki Nordbirma g«t>andet war«n, und daran Aufreibung durch dl« Japaner uad Nationalinder vor »loh geht. Die Regenzeit, die den Nachschub für die luftgelandeten Truppen noch erheblich erschwert, sowie die Notwendigkeit des Einsatzes von Verstärkungen in der Im-phal-Ehene habe die Lage derart verschlechtert, daß man sich gezwungen sah, diesen verzweifelten Versuch durch Tsch'ingking-Truppen zu unternehmen. Anj^riii auf Bischenpur tc Schanghai, 17. Mai Der Angriff der japiinischen Truppen auf Bischenpur, den hauptsächlichsten achsengeqnerlschen Stützpunkt südlich von Imphal, ist nun eingeleitet, besagen japanische Frontberichte, die Dienstag ahend von offiriöser f^Plte in Schftngh'Bi bekanntgegeben wurrlwi BtarhBnpur he^ herrscht die südlichen Zugänge nach Imphdl und wird von feindlichen Trup-pan der 17 und 23. britisch-indischen Division verteidigt. Ein mörderischer Kampf sei entbrannt, Die Japaner warfen die gegnerischen Truppen, die sich auf den Hügel .5H4(i (6 Kilometer westlich von Bischenpur) verschanzt hatten, und erreichten einen Punkt, der nur noch 3 Kilometer von Bischonpur ent-! fernt ist. Gegenwärtig wird der Sturm auf die Zitadelle von- Bischenpur vorbereitet. brauch an Kraftstoff mit hoher Oktan-aahl bai der Luftwaffe sai seit Krieysbe-gino um das Draißigtauaendfacha ga-atiegan, Schllafliich sai noch der abanfalls atark angewachsena Traibstoffrarbrauch ▼on Flott« nnd Ha«r In Rechnung lu «t«ll«n, Untar dieaan Um«tänd«n sei aa, wia Gaoffray Lloyd sagta, nicht lu var-wundam, oaB dla brltiachan Varsor-gungiqu«ll«n bis «um luAarstsn «nge-apannt «Ind. Ang«iichts dleaer Darlegung Geoffr«y Lloyds v«rsteht man, warum England seine ölreserven im mittleren Orient so heftig gegen die amerikanischen Ansprüche verteidigt. Innerhalb de« Empire« werden die größten Anstrengi,ingcn gemacht, den Ölverbrauch zu drosseln oder durch andere Stoffe zu ersetzen. So geht man jetzt versuchsweise in Australien dazu über, Weizen In Treibstoff zu verwandeln. Der Hitler-Junge wird Soldat Von Schlrach übergab ein Oflizlers-bewerberlager dnb Berlin, 17. Mai In der Mark Brandenburg erfolgte die feierliche Übergabe des auf Anregung des Reichsleiters von Schlrach geschaffenen neuen Offizlerbewerberslager «n die Panzergrenadierd'viflion GroÖ-deutschland. Der Errichtung dieses Lagers kommt Insofern besondere Bedeutung zu, als in ihm zum ersten Male bei der Ausbildung der aus allen Gauen Deutschland« kommenden künftigen Offizier« völlig neue Wege beschritten w«rd«n «ollen, Zlal der Lehrginga wird •a laln, naban «Ilan miUtArlschan Far-tigkaitan d«m jungao Soldaten auch «Ina politisch« Schulung «ngsdelhan ao laa-«an. Dla Übergabe des Lagers an dl« Truppe wurde durch Reichsleiter von Schlrach in feierlichem Rahmen vor den in Paradeaufstellung angetretenen Offiziersbewerbern vollzogen. Vor Vertretern von Partei, Staat und Wehrmacht fand später eine Kundgebung statt, in deren Mitelpunk «In« Arwprache von Relchs-Ierit«r von Schlrach stand, in der ar dl« Jugenderziehung des nationalaozlallsti'-•chan Staates behandalt«. Neuer Ritterkreuztrlger dnb Berlin, 17. Mal Der Führer verlieh auf Vorschlag de« Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Relchs-marsrhall Göring, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Unteroffizier Wilhelm Becker, Geschützführer in einem Flakregiment (geboren 1920 in Hablngs-horst als Sohn eines Steigers). Obstblüte in England vernicbtet dnb Stockholm, 17. Mai Der britische Nachrichtendienst meldet, daß die Bevölkerung Englands infolge eines starken Frostes, der vor elf Nächten eintrat, weniger Früchte haben wird. Zwei Tage vorher halte ein Sach-yer-^tändi^e'- für Obstbau'auf einer Konr ferenz erklärt;.. »An unseren * fla^nieq hängt Gold«. Dann kam der stärkste Mai-frost Im Verlauf von zehn Jahren und vernichtete den größten Teil der Obstblüte. Ein weiterer starker Frost in der darauffolgenden Nacht vervollständigte den Schaden. Die Verlugte 'n den verschiedenen Ohstzuchtgehieten schwanken zwischen 50 bis 90 v. H.» und viele Obstzüchter haben schweren Schaden erlitten Auch sind die Pflanzungen von Frühkartoffeln und anderen Gemüsen entweder vernichtet oder schwer beschädigt worden. Institut fUr Postqeschlcht« In Wien eröffnet. Als viertes postwissenschaft-liches Institut im Großdeutschen Reich wurde das Institut für Geschichte de« Püstwespus an der Universität Wien von Reichsministe' Dr. Ohne«f)rge im Beisein des Reichsleiters von Schirach eröflnet. Drurk ii Vuiiag Mirburoer Vertngi u Dnirkerel-G«t mbH- Vertag*i«itunq Eqtin Raumnsrtnar, HAuptfc holllrltunq Aitcm nerictiark beid* li> Mrifhurq a d OrKu Baaoa**f 6 getversprechungen zur Begünstigung der Industrie, die sofort eine künstliche Erhöhung der Induetrieaktien zur Folge qehaht hätten. .M« besonders groteske Erscheinung an der Londoner Börse bezeichnet »Daily Herald« schlipßlich die Kursfiteigorunq der Gummiaktien. Hier sei es den Börsenjobbern gelungen, d'e Cumm'werte derart in die Höhe zu treiben, daß sie heute einen Stand erreicht hJitten,, der weit über dem vor der Eroberung Her Gummiplantagen durch die Tananer liege. ölsorgen Hintergründe der britisch-amerikanischen Rivalität dnb Stockholm, 17. Mai Eine Rede des Präsidenten dos britischen Oll Control Board Geoffrey LloyrI beleuchtrt die Hintergründe de« großen nikampfes, der zwischen den Voreinigten Staaten und England ausgebrochen ist. Geoffrey Lloyd verwies auf die tin-geheure Steigerung des ölverbrauches im modernen Krie.g, Der britische Ver- Londoner Reklamerummel GUich iwel nau« BiT«rldge-Plin« angelcflndigt Grosse Sorge um China Londont Angst über die militärlicht und wirtschaftliche Situation Das unterirdische Grauen Vom Elend verfüiirter Bandenkämpfer Von Kriegsberichter Andrea« Albrecht (PK) N ich hoftiqf'n Clefcchten haben die musehucinibclie ff (Gebirgsjäger die BandenbiKpulen Nordostbosuiens in schwun(jVülN m Antjr If aut» ihren beherrschenden llöheiihteilunqen qeworfen Schwor angeschlagen vorsucht der Feind in die bnwirtiichkeit der wild/erklülte-trn Md|i'vica-Hf!r)e du^zuwoichon. Die Dotier, aus doiicu er sitii seit langem versorgte, lieqen v/ie ausge-storben, er hat die lievölkerung zwischen 15 und 50 Jahren mit sich cfoschleppt. In einem jener verlassenen Dörfer verbringt das H:ilaillon die Nacht nach langem Marsch flurch knietielen Schlamm und Ntorast, Röcho und Flüsse mulUcn durchwatet, die Woqo zu den Marschzielen der Kompanien immer wlerJ^r freigekämnlt werrlen. Die Nacht verlauft ruhig, nur die englischen Fkigzeutie kreisen irqenrlwo über den Höhenzügen Sie suchen das Flamnier und Sichel darstellende Feuer, um den hart bedrängten Verbündeten die ris'koloseste Form rler Hilfeleistung aiufedciiien zu lassen: Sie besteht nach wie vor im Abwurf Ifvirhtor Infanteriewaffen, Munition, Uniff)rm"n, Wäsche »ind Sanitatsmaterial. Manche naclitlicherwRihC bt-irteiuie britische Piloten nehmen p^ mit ihiem Aultrag nicht so genau, der Seqen qeht, unerreichbar für die sehnsiichtiq wartenden Horden, über den deutschen Linien nieder. Man kann Verständnis dafür hab^n. es ist «chlienilch nicht ie daa alagabracht: Im Auqeitblick großer Zeratreutheit trank der 46jähriqe Grundbesitzer Franz Nowdk aua Oberradkers-burq die qanze Medizin auf einmal aua und zoq sich eine Maqenverqiftunq zu. — Gleichfalls eine Maqenverqiftunq erlitt der 33lährlga Kraftwagenlenker Bmll Pucha aua d«r Wildanrainargaaaa la Marburg, dar alch im FISachchen var-griflf und Amoniak trank. — Während dar Aibait flel dem 53jAhrlgaa Aibeltar Bartholomäus Kokotetz aua Plankenateln ein Hunt auf den rechten Fuß, wobei er einen Beinbruch erlitt. — Eine Auqen-Verletzung zoq alch bei der Arbeit die 16jährlqe Arbeiterin Ltdia Hermann aus Theaen bei Marburq zu, indem ihr ein Stück Eisen Ins Auqe fiel. — Durch un-voraichtiqes Hantieren mit dem Mesaer erlitt der 73jÄhriqe Reichsbahner 1. R. Bartholomäus Wodenik aua der Kleael-qasee in Marburq eine Brustverletzunq. Es wird verdunkelt: von 21.30 His 4 Uhr Die neue Lebensmittelzuteilung Berechtigungskarten für werdende und stillende Mütter, Wöchnerinnen M I und M II Dia Lebansmittalrationen der 02. Zu* teilungsperiode gelten mit folgenden Ausnabman auch in dar 63, Zuteilunga-parloda vom 29. Mai bis 25. Juni 1944| Alle Inhaber von Reichsfettkarten einschließlich der Reichsfettkarten SV l bl« SV 6 sowie die Inhaber der Wochenkarten für ausländische Zivilarbeiter erhalten innerhalb der unverändert bleibenden Ciesamtfettrationen einheitlich je 100 g Fleiachachmalz, das als Schweine-flaisch und Schwalnerohfatt im VerhSlt-nW 50:50, wl« in dar 61 Zutailungape-rioda abgajaban wird. Dia alnhaithch avf 100 g Ft«lichschmah lautenden Abschnitte ward« daher mit ja 50 Gramm Schweinefleisch und Schwelnerohfett beliefert. Die Butterration wird erhöht, die Marqarinerallon zum Teil vermindert, an die über 14 Jahre alten Versorgungs-berechtiqten die Ausgabe von Speiseöl fortgesetzt. Die Hälfte der Schlachlfett-zulage für Schwer- und Schwerstarbeiter wird ebenfalls durch Schweinefleisch und Schwelnerohfett im Verhältnis 50:.50 ersetzt. Die unveränderte Nährmit'elration von 600 g (bei Inhabern der blauen Nährmit- talkarta SV G und SV G Jgd 300 g) gelangt ebenso wi« in der 61, Zuteilungs-pariod« wieder in Höbe von 50 g in Kar-toffelat&rkaaneugniasan (auf die Ab-schailta N 23 St und N 24 St der roaa Karten bezw. N. 11 St und N 12 St der blauen Karten), Im übrigen in Getreide-nahrmitteln zur Verteilung. Es werden demgemäß folgende Erzeugnisse in der gleichen Menge wie in der 62, Zutei-iungsperiode verteilt: Brot, Mehl, Fleisch, Speiseöl, K&sa, Quark, Kaffee-Ersatz-und Zusattmittal, Vollmilch, Zucker, Marmalad«. Kunsthonig und Kakaopul-var. Werdende und •tlllende Mütter aowia Wöchnerinnen erhalten nach dem Erlaß des Herrn Reichsminiefers für Ern<1h-runq und Landwirtschaft vom 2. April 1943, der auch in drr Untersteiermark gilt, als Zulagen täglich It 1 Vollmilch und 100 g Nährmittel. Die Ausgabe hat in Form von Berechtigungsscheinen bzw. Lebensmittel und Reise- und Claststätlen-marken zu erfolgen. Aus dinsem Grunde wertlen mit Wirkung vom 29. Mai 1f)44 (Beginn der 6^. Zutellungsperiode) die j'Berechtigungskarten für werdende und stillende Müttar, Wöchnarinen M I und M II« eingeführt, die auf die jeweilige Zuteilungspariode abgestellt sind und von den HrnährungBtmtern anstelle von Berechtigungsscheinen, bzw. Lebensmittel- und Reise- und Gaststätfenmarken ausgegeben werden. Dig Reichskarte für Marmelade (wahlweise Zucker), die Reichseierkarte und der Haushaltsausweis für entrahmte Frischmilch verlieren mit Ablauf de» 28, Mal 1944 Ihre Gültigkeit. Die Karten werden dah«r fflr die 63.—66. Zuteilung»-parioda (29. Mal bis 17. Saptambar 1944) nau auagageban und barecbtlgao In dar bltharigän Walaa tum Waranbemg. pa die Verbraucher nach den Bestimmungen den Zucker für die und 64. Zutellungsperiode auf Grund einer heson-rleren Zuckerkartt? bereite In der 62. Zuteilungsperiode beziehen muRlen, ent-h3U die mit den I ebenfmIttelVarfen der fi"}. Zuteilungsperiode auszugebende Rcirbs* zucke^-kartp n\ir Absihnltte für riie 6"^ und 66. Zuteilunnsperiode. Die Verbraucher haben die Rrstellscheine 61 in der Zeit vom 30, Mai bis 3. Juni 1''44 bei den Verteilern abzugeben. Der Muttertag im Unterland Feierstunden in allen Ortsgruppen Der Muttertag am 21. Mai wird auch in der heimgekehrten Untersteiermark mit Feierstunden in allen Ortsgruppen daa Stalrlachen Heimatbundas festlich bagangan, dla am Samstagnachmittag zur DurchrOhraag galaagan, wihrand dar Senatag dar Paiar im Rahmaa dar Pa-■diu gawldmat tat. Müttar, dla nicht aa daa Faiam komman konnten, war-daa am Muttartag von der waibll-chan Jugend oder der Kindergruppe daa Amtaa Frauen in ihren Heimen besucht, um «ie mit Liedern und Blumengrüßen zu ehren. Die Ortsgruppenführer Wiedel werden jene Frauen besuchen, deren Sohn oder Mann gefallen ist und die ihn begleitenden Mädel Übererichen den Müttern Blumen. Alle jene Mütter des Unterlandes, die in diesem Jahr ein Kind geboren haben, werden von dan Jungmädel oder den Kindergruppan mit Blumen odar Liedern arfraut und wla im vargangenan Jahr wird aa daran Hiuaar ein Krani anga-bracht, in dam ain Namanaachlld daa Kindes odar ainar Labans nma enthalten ist. Die weibliche Deutsche Jugend besucht am Muttertag Altersheime und Krankenhäuser, um auch die dortigen Frauen an diesem Tag besonders zu ehren. Der Schwerpunkt des Ehrentages der deutschen Mutter aber liegt in der Familienfeier selbst, die die Mutter mit ihren Kindern daheim verbringt. Landfutfend traf sich Kundgebuagaa la Laibnitz und Stradea Am 14. Mai wurde in der Kreisstadt Lelbnltz ein Landjugendtreffen abgehalten, an welchem 400 Jungen und Mädel aua dem Bannbereich Leibnitz teilnahmen. Eingeleitet wurde es mit ainer Morgenfeier, an dfr Kreisleiter Toma-Bchitz, Kraisbauernführer v, Allesch und Bannführar Schumer teilnahmen. Kreia-laiter, Krelabauernführer und Bannführer richteten ehrende Worte an die bäuerliche Ju(}and, Anschließend fand Im KdP-Saal dia Zeugniaverteilung an die Land-wirtachaltslahrlinga durch den Wlrt-icbaftibaratar dar Krelabauaraachaft Klaln-Rogg« und dia Wlrtachaftsbaratarin Kamgut-Ocha atatt Dar Nachmittag var> alnlgta dla Landjugend bei «Inem Dorf-nachmtttag. Am gleichen Tage .wurde auch in Stra-den ein Landjugendtreffen durchgeführt, an dem über 500 Jungen und Mädel teilnahmen. Vor der Morgenfeier erfolgte adn Propagandamarsch durch den Ort Dan Höhapunkt bildata dia Jugandkimd-gabxing am Nachmittag, wo nach ainar kurzen Red« dea Krelsbauemführera dia Zeugnis Verteilung an die Landwirt-achgftslehrlinge erfolgte. Gleichzeitiq fand auch eine Ehrung der Kreissieger im Kriegsberufewettkampf statt, worauf Gebietsführer Danzinger zur bäuerlichen Jugend sprach, der auf die Wichtigkeit dea Bauerntums und vor allem auf die Jugendarbeit während de« Krieges hin-wiaa. * Bntzug der GewerbMiarechtigung wagen Präsfibcrschreitungen. Der Reichs-atatthalter in der Steiermark — Prel«-tiberwachungsstelle — hat die Marktlieferantin KaroHne Friedl In Graz die Ausübung ihres Gewerbe« für die Dauer von drei Jahren verboten und außerdem eine Geldstrafe verhängt. Sowohl die Beschuldigte KaroHne Friedl als auch ihre er-wacJisenen Töchter und ihr Ehegatte wtirden bei gemeinsamer Ausübung ihre« Gewerbe« ^Handel mit Backwaren, Bi-joutoriewaren, Gebrauchsgegenständen usw.) wegen andauernder Zuwiderhandlungen gegen die Preisvorschriften in ei- ner Anzahl von Fällen beanstandet und mit Ordnungsstrafen belegt. Da alle gegen di« Beschuldigten getroffenen Maßnahmen nicht nachhaltig genug waren, um sie zu der für die Einhaltung der einschlägigen Preisvorschriften erforderlichen Sorgfalt zu bewegen, mußte mit entsprechender Schärfe gegen sie vorgegangen werden. Bezirksverband Steiermark dei Vereine« deutscher Chemiker gegründet. Vergangene Woche fand in Gegenwart des Gauhauptmanns Professor Dr. A. Dadieu und zahlreicher Gaste die Gründungssitzung des Bezirkaverbandes Steiermark dea Verainea deutscher Chemiker atatt. Nach dan «inleitenden Worten dea Gau-amtalaltert Professor Dr. A. Haartal hielt der Vor«ltzende des Varalnat dautechar Chemikec Direktor Dr. Ing. H. Ramstet-ter einen Vortrag über die Krleqsarbeit des Vereines deutscher Chemiker. Ein gute«, zeitlich nicht verkürztes Studium der Chemie wird man auch von Frontkämpfern im Interesse der Volkswirt-•ohaft verlangen müaaen. Die Anrechnung der Frontzalt auf die Baniffjahra muß angestrebt werden. Die Frage daa Frauensbudiuma In dar Chemie wird bei Eignung durchaus bejaht, da der Bedarf auch den Einsatz der Frau erfordert. Professor Dr. E. Galle der Technischen Hochschule Brünn sprach über »Die technische Chemie im Krieg«. Keine PreisveiHeuarung durch höher bazahlte Arbaitskräfta, Es kommt Im Handwerk jetzt verhältnismäßig oft vor, daß höher bazahlta Arbaitskräfta an Stelle mlnder(ma)ifizi«rtar und geringer bezahlter Arbntskräfta beschäftigt werden müssen. Der Preiskommissar ist nun wiederholt gefragt worden, ob die zulässigen Arbeitsentgelte der hoher bezahlten Arbeitskräfte bei der Preisermittlung in Ansatz gebracht werden dürfen. Der Preiskommissar bat diese Frage jetzt in einem Erlaß an die Reichsgruppe Handwerk beantwortet. Danach darf durch den Einsatz höher bezahlter Arbeitskräfte keine Preisverteuerung eintreten, da eine der höheren Bezahlung dieser Arbeitskräfte entsprechende geringere Fertigungszelt bei der Preiser-mitllung berücksichtigt weiden n.uß. Blick ins überfüllte Sprechzimmer Haben wir volles Vertrauen zum Arzt An Vartrauan lam Ant und bu aalnaa Pählgkaitan zu h«lf«n und zu h«ll«> mangalt ai bal dan Patlentan nicht. Und trotzdem lassen es mlinche Patienten in ver-achledener anderer Beziehung an Vertrauen fehlen Denken wir nur ans Wartezimmer, Stundenlange Wartezelten sind bei den heutigen Verhältnissen nicht zu vermelden, denn ein großer Teil der Ärzteschaft ist bei der Wehrmacht. So viel Einsicht, daß es da Geduld haben heißt, hat wohl jeder. Aber nun kommt da ein Patient — und kaum gekommen, wird er Ins Sprechzimmer gerufen. Entrüstung Im Wartezimmer. Wieso? Warum? Die anderen sitzen schon eine Stunde und länger — und da Ist mancher schnell bei der Hand, zu beweisen, daß er — kein Vertrauen zum Arzt hat. Denn ■onst würde er sich sagen, daß ein besonderer Grund für diese scheinbare »Bevorzugung« vorliegen muß. Natürlich kein persönlicher, sondern ein ärztlich zwingender Grund. Welcher Art dieser Grund Is^ das kann der Arzt den übrigen Patienten nicht erzählen. Das dürfte er in der Mehrzahl der Fälle nicht einmal. Aber davon kann jeder Patient überzeugt sein: Ein Grund Ist da. Mag sein, daß Diathermiebehandlung vorliegt, die nicht der Arzt selber, sondern eine Schwester vornimmt. Oder der mißgün- ■dg batrachtate AnkAmmling ist fOr dla-•a Zeit zum Röntgen baitallt. ^in andere« Mal mag es sich um «inen Kranken handeln, der vielleicht einen Tag um den anderen zur Behandlung kommen muß und dem nun tatsächlich nicht zugemutet werden kann, drei- oder viermal in der Woche je mehrere Stunden zu warten. Daß kinderreiche und stillende Mütter, Schwerbeschädigte u. a. auch beim lArzt bevorzugt behandelt werden, sieht heute jeder Volksgenosse ein: Jeder Argwohn gegen den Arzt Ist unbegründet. Das Vertrauen zum Arzt soll auch standhalten, wenn der Arzt einen Wunsch de« Patienten ablehnt. Was wird vom Arzt nicht alles an Bescheinigungen verlangt! In den meisten Fällen ist der Arzt von Berufs wegen zur Ablehnung verpflichtet, in anderen wird er es aus sozialen oder anderen Erwägungen tun. Aber deswegen das Vertrauen zum Arzt zu verlleren, das wäre wirklich ungerecht. Man sollte »ich überhaupt mehr in die Lage des Arztes versetzen. 80 bis 100 Patienten in der Sprechstunde sind heute durchaus das Normale (gegen ungefähr 30 im Frieden). Dazu täglich 30 und mehr Hausbesuche — man kann sich leicht ausrechnen, was allein da schon für alna Arbeitszeit herauskommt. Des- halb ist aä sa varstahan. wann dar Arxt Bich möglichst kurz faßt und im flbrlgan stillschwaigend odar betont an das Var-trauen des Patienten appelliert. Vertrauen verdient der Arzt auch in seiner Eigenschaft als Kassenarzt. Weg mit dem törichten Argwohn, der Arzt mache Unterschiede in der Behandlung ob Kassen- oder Privalpatienti Wie gering müßte sein Verantwortungsbewußtsein sein, wenn er das täte! Dazu ist die Menge der Patienten so groß, daß für solche Unterschiede keine Zeit Ist! Wir wollen dem Arzt seine verantwortungsvolle Aufgabe dadurch erleichtern, daß wir ihn nicht wegen jeder Kleinigkeit behelligen. Freilich Ist die Entscheidung, oh ein Besuch beim Arzt nötig ist oder nicht, nicht Immer leicht, denn manches bedeutungslos erscheinende Symptom kann eine ernste Erkrankung anzeigen. In Zweifelsfällen soll immer ärztlicher Rat eingeholt werden, Sonst aber wollen wir den Arzt nur nach reiflicher Überlegung über die Notwendigkeit seiner Hilfe in Anspruch nehmen. Das gilt vor allem bei Hausbesuchen und insbesondere bei Nachtbesucheni denn auch der Arzt bedarf nach seiner anstrengenden und höchste Verantwortung beanspruchenden Tagesarbeit dar Ruhe. Professor Dr. Igo Kaup gestorben Ein hervorragender Gelehrter aus der Unterstelermark In München ist kürzlich das Mitglied de» Wissenschaftlichen Ausschusses des Deutschen Alpenverein« Unlversltäts-profasaor Dr. med. Igo Kaup gestorben, Er wnrda tan Jahra 1870 la Ma^rg a. d. Dran gaboran and war von Jugend anf aän bagaiatertar Bargitalgar nnd Alpan-fraund. Seit 1911 war er Professor der Hygiene an der Universität München. Dr Kaup hat sich im öffentlichen Leben besonders durch «ein vielseitiges Wirken auf dem Gebiet der gewerblichen und sozialen Hygiene, der Jugend- und Mutterfürsoge und im erslen WcUkiieg duifh die Seuchenbekämpfung sehr verdient und bekannt gemacht. Er brachte es In diesem Zusammenhang auch bis zum Staatssekretär. Im WisssnschaftH-chen Ausschuß de« Deutschen Alpenvereins war Dr. Kaup Berlchteistatter für Rassenkunde und Anthropologie. Er erfreute sich als Lehrer und Gelehrter sowie wegen seiner unbeirrbaren nationalen Einstellung höchster Wertschätzung. * Zeugnisse sicherstellen! Wenn Zeugnisse bei Terrorangriffen verloren gehen, dann fehlen sie bei Bewerbungen. Um die nachteiligen Folgen solcher Zeugnisverluate zu vermeiden, ampfiehlt es sich, mehrere Zeuqnlsabschriiten anzufertigen und «ia von einer Amtastelle beglaubigen zu laaeen. Wichtig iet abar, daß dann Ursohrift«n und Abechriften an verachledenen Orten aufbewahrt werden. Sind die Zeugnisse «chon verloren gegangen, ohne daß sich der Inhaber durch beglaubigte Abschriften gesichert hat, dann wird von den Betrieben und Dienststellen erwartet, daß sie, soweit die« irgend möglich, beglaubigte Abschriften anfertigen. Fehlen hierzu dia Unterlagen, dann «ollen neue Zeugniaaa auaq*-«tellt werden, wobei eine Beairteäluna In großen Zügen Im allgemeinen genügt. Wer durch den Luftterror seine Zeugnisse verloren hat, soll hieraus keine dauernden Nachteile haben. Solchen Bewerbern gegenüber wäre daher Zurückhaltung oder gar Mißtiaucn fehl am Platze. . 'f -. TAPFERE UNTERSTEIRER Aus dem Kreis Marburg-Stadt wurden mit dem Eisernen Kreuz II. Klasee ausgezeichnet: Leutnant Josef Kollar (Marburg II), Obergefreiter Gustav Schmidt (Thesen) und Gefreiter Felli Wa^isrhnlq (Garofi). Der Gefreite Anton Nowak aus Dra-gemeil, Ortsgruppe Erlarh«tein, wurde gleichfalls für tapferes Verhalten vor dem Feind mit dem Eisemen Kreuz Tl. Kinase auaqszeichnat. Das Deutsche Kreuz in Gold Wieder ein Stelrer ausgezeirhnei Neuerdings wurrle ein Steirer, rirr Felrlwehel Hans Kleeweiß, für tapferes Verhalten vor dem Feind mit dem Deutschen Kieuz In Gold ausgezeichnet. Feldwebel Kleeweiß ist der Sohn der in Grat-wein wohnenden Pensioniftin Maria Marklewitz. Er gehörte der S.^ an und war schon in der Verbotszeit ein treuer Mitarbeiter der NSDAP, Stadt und Land Leibnllz, Die beiden Ortsgruppen Lcih-nilz-Nord und -Süd veranstalteten am 14. Mai im Ralhaiissaa! in Lejhnitz eine Feierstunde, die dem Gedenken und Wirken einiger rjetallener Kameraden galt. Nach einem weihevollen musikalischen Vorspiel und dem Führerwort sowie Worten aus Theodor Körners Brief an salneD Vater, gedacht« Ortsgrup-panleltar Stift dar O^allanen und der Vardienate und dam Wirken jede« einzelnen Kameraden, während weihevoll da« Lied »vom guten Kameraden* er« klang. Das Leben und Wirken des gefallenen SA-Sturmführers Otto Barmüller entrollte vor den Augen der Anwesenden SA-Hauptsturmführpr Raab, der die treue Hingabe an Adolf Hitler bis zum letzten Atemzuge S'-h Ider'e. — Die Pgn. Erna Greile, Marburg, sprar-h zu den Ortsfrauen, denen sie die Form der Kriegslage achllderte und zergliederte und warum da« oder jenes sein mußte. — Die beiden Ortsgruppen Lelb-nitz-Nord und Helmschuh führten eine Lazarettbetreuung durch. Am gleichen Tage konnten die beiden Orlsfrauen noch nach Graz fahren und 80 echwer-verwundete Soldaten beschenken. — Anläßlich der Muttertag«feier wird In allen Ortsgruppen der Hoheitsträger zu den Frauen sprechen, — Im Hilfsdienst waren 304 Frauen In den verschiedensten Einsätzen tätig, in der Nachbar-«chaftshllfe 444 Frauen. — In den letzten 14 Tagen wurden vier Haushalte von Unjguartlertea besucht, Gabarsdort. Im Kampfe gagan den Bol-schawiamu« Hai an der Oslfroot daa Obargelraita Johann Tammal au« Ca-barsdorf. Die Ortagruppe Gabaradorf rer. anstaltata am 14. Mai für den Gefalle* nen, vor dem mit Blumen geschmückten Kriefieidenkmal, eine eindrucksvolle Gedenkfeier, an der auch die Bevölkerung von Gabersdorf und Umgebung regsten Anteil nahm. Schulungsleiter Ing. Poch-latko würdigte in einer Gedenkrede dia Verdienste de« Blockleiters Temmel, dar als alter Parteigenosse «chon vor dem Umbruch für die Bewegung tätig war. Ortsgruppenleiter Schindling legte einen Kranz dei Ortsgruppe Gabersdorf nieder und widmete seinem gefallenen Blockleiter ebenlall,ä hcriliclie Woite des Cc-denkent. Stolzer Leistungsbericht aus Pettau Kreisführer Bauer vor leinen Mitarbeitern Im Zeichen erhöhter Anspannung aller Kräfte stand der letzte große Dienstap-pell der Kreisführung Pettau am 16. Mai. Wie aus allen Anweisungen und Referaten der Krelsamtslelter wie auch aus den Berichten der Ortsgnippenführer hervorging, läuft die politische Arbeit im Kreis in allen Sparten auf erhöhten Touren und zeigt sich den erhöhten Erfordernissen dieser entschcidungsvollrn Zelt durchaus gewachsen. Als besonders auffälligem Ergebnis dieses vielfachen Bemühens mag der Bericht de« Kreisbauernführers Pg. Slra-«chlll erwähnt «ein, wonach die Mllch-aufbringung gaganüber dem Vorjahr auf da« Vierfache ge«telgert werden konnte — ain naue« Beispiel von vielen, wie un- rein fruchtbare Anawirkungen für Gesamtheit durch zielbewußte Auf-klArungsarbelt und Menschenführung erreicht werden können. Außer dem Krels- bauernWihrer besprachen die Leiter der Führungsämter 1 -und II und des Amtes Volkswohlfahrt eingehend die Belange ihrer Fachgebiete. Dabei kam unter anderem auch der Behelfsheimbau zur Sprache, der In nächster Zelt besonders intensiv gefördert werden «oll. Abschließend gab dann Krelsführer Bauer seine übersieht über die militärische und poliMsche Lage. In so schirk-salsschworer Zeit, so führte er aus, hat jeder einzelne von uns die Pflicht, alle persönlichen Wünsche und eigenen Pläne zurückzustellen, «eine ganze Kraft imd «•In ganze« Können nur auf das eine große Ziel au«cur1chten und Schlck«al«-«chl&gan, woher «ie auch Inuner kommen mögen, mannhaft zu begegnen Wenn die«er Geist da« ganze Volk erfüllt, dann wird et auch die bevorstehend« Probe «legreich bestehen. Was ehrt, verpflichtet auch Kricgsverdicnslkrcuzc iiiit Schwertern an vcrcliente Eisenbahner Wiederum wurilcn einer Reihe von verdienten Cisenbahnern Ehrungen, u.«. durch Auszeichnung mit dem Krlegsvei-dlenstkreuz II. Klasse mit Schwertern, zuteil, die dieser Tage durch den Präsidenten der Reichsbahndirektion Vlllath, Dr. Zechmann, Im festlich geschmückten Sitzungssaale überreicht wurden. Mozarts „Titus"-Ouvertüre unter der Stabführung ROS Wirkners leitete die festliche Stunde ein. In deren Rahmen der Präsident einen Blick auf die Forderungen der kommenden Tage riihlete. Der deutsche Eisenbahner steht als Träger des Transportwesens in den Reihen jener Männer und Frauen, von denen neben den Soldaten in der leizlen Bewährungsprobe alles gefordert wild. Jede neue Auszeichnung Ist ein neuei Beweis für die Einsatzberellschdrt, Haltung und Tüchtigkeit des Eisenbahiiers. Sie ehrt aber nicht allein üiren Träger, sondern zugleich alle jeno Kamoiadcn, die unter seiner Führung und in seinem Beispiel TU Leistung und Erfuig beigetragen haben. Jeder der vom Führer .^usgpzpirhneien wild damit in irgend einer und sei rs auch in der kleinsten Form mit einer Fuhrung betraut, und er muß sich stets dessen bewußt sein, daß von Ihm nun noch mehr gefordert wird, daß er mit der Auszeichnung auch Pflichten übernommen hat. Was uns ehrt, verpflkhlet uns. Die große Masse eines Volkes Ist immer so, wie seine Fuhrer sind, es marschiert dort, wo seine Führer marschleren. Ob wir In der letzten Bewährungsprobe unseren Pflichten nachgekommen sind, wird einmal von der Geschichte beurteilt werden und von unseren Kindern und Kindesl in^^rrn. Eine .^usz^^ch-nung aus dem Zeitaltei Ad^lf Hiilets wird als Famllienkloiimd einst von Hand 7u Hand wandern, von Geschlecht zu Geschlecht weifcuieticbeu werden als kosthdies Zeugnis der rflii literliillung in uns.eies Volkes schwersten Jahren. Pg. Ilundsdorfer schloß als Betri-bs-obmann mit dem Führergedenken dm eindnicksvolle Feierstunde, die in den Uedem der Nation ausklang 'T T* A'fs alici IPelt Straßenliobel Schlamm Am den \sirtii(i., ii Stiüii«'iii)tii.'tK'n Hp«; (V,t(>!is Vk.(ll p-uji^i"'. il.t von Rlupensi hl u-pMi (|-/.I 1. II vv Kifii und difi leihmiQA-HiM.iidt lu \<>!i Nin htichiilicjiitoin qcwiihi if sif •. K ipq-iborirhter Dt. W.ilt-qil vo i ■^i'h'u'iui;!. d f' vc^n liei ('lict!Id( li(^ i)fr Strfl.'r iilinr-srhab? wnrdon — Drr Sfr ißfnhoht.'! d e Slrdßc 'lii ht dii- dinch, ritirt PI tl»>n Schlamin zur Seile in di'rf Straßpnnrphon wiift, sondern er «oicjl dnlür, dtiA rlie in der Mitte am tiffsten fluwjt'ahrone Straße wipder ihr gpwrtlbtes Piofil Frha!t. npf.hnlb wird der S!raßenhf>bel «o einq^wtcill, dnB er den Srhlamm nicht zur Seit«, «ondern zur M l'e d#'r StraHe srhipht und qleirhzeitiq q'iHet. Bi^ 711 Pin(»r Tiefs von 20—30 cm idt7t dieses *irnvoi) konstruierte Fahr-rpiiq den VTorasi vnn dnr Striine, schiebt ihn vor sirh hr. zur Mitl«, füllt damit 7\ir>ipi(h a!lp tir:cir!r|rf,(|p-i.ni itMu- dul.'uilülioiii, die hieb im Wcildt' (M11 Lcif|pt /II, 11 lUcjOuitic h( h.itltMi. IJtoi kii'/liib in i'fai/doii fjf*iohl(Mie Tiilir-uldor uiui iuider(> hus tinbriichcn tipr-riiliifMulp rii'f|(;n«(dncle wurden bei iti-npn ricfiinilrii. Durch r!as echneMlPiit-fti-hlfwspne niid richliqe Handeln doi Ilit-ler-.JiiiiqpM koniif^n alle t inbrüche cUifqe-kliirt und die B.indp, iinst luitilich ciPnicuht werden. F;in 7irkiis/p|t sHtizle ein. In'oliio cinps l>li'i!/l;Ui r'ops in Brüx ()tKstip-ipinlni 4 ^I;ihlpn-Ziikoti-sps ein. Dii sich lifis l'iKilii; k ucilirend der Paii'se evpjq-iipif iirri t- dl a!6o nnr weniq L'^nie im Zollinnprn hr>fand''n, kam nur einf Prall ums T..p*ipn. Ein« Anzahl weiterer Personen, darunter auch einiqe Kinder kamen mit leirhteten Verletzunqen davon. Unlerni C'irahsiPln heqrahen. In Freien-dio/ ein dpr I .itin '"PHinnle sich nill dem Friodhof ein stluvpipr Unltiü. WcihrfM'fi •'In»' Frtiii sn p'iio.n fliabp weilte, mfirh-le f-irh fl.is K n Suchen und Denken um den Fortschritt, beispielsweise um die Mehrleistung ohne Mehrarbeit, um die Vereinfachung technischer Vorgflnge, um die Einsparung wertvollen W'prkstoffgutes und der kostbaren Arbeitszeit Viclloicht kdnn nuin grund.sdl/lich sagen, daß sich das Vor-sthl.iKWPSoii mohr mit der Kloinaibint cios liinlirlipn niiro- und Wprkstattlebens, di,> El linfiorhptrpuiiiiq mehr mil dem svstomalischpn technischen Forschen lind Knnslrnipren zu befassen hdl. Beide Sportf-n ercicinzpn sich und greifen teilweise ineindudcr über, (lemeinsdin ist ihn 1. dei /cdie V^■'illp zitm Fortsnirilt und zur Leibiuiigsstoicier'.mg, um sttuidiri neue Wege zu weisen, auf denen man mit noch geringerem Aufwand mehr fer-Mf|pii kfinn oder aufgrund ganz neuer Clpfiar.ken W'aflrn und Munition /u sdiaffcu, rlie dem deutschen Vo'ke sclmellcr zum Siege verhelfen. Nun kann Hus ivjheliogondcn Oründen AVdhrcnd des Krieges und iiuch später über vieles liochinteressiiiite und Kriegs'.'jilschei-flendp nicht geschiifben werden, aber einige wenige Beispiele sollen andeuten wuruin es geht. Mit deutscher Zuverlässigkeit So gelang es einem deutsclu-n Orfin-dcr, voi vvpnigen Idhren gewisse, in Amerika übUc be, elektrische Systeme durcti zahlreiche konstruktive und fertigungstechnische- tlieoretiach begründete Verbesserungen wesentlich zu vervoll-Vnmmnpn. Diese Svsteme werden aber l'.eulc nicht nur viel besser und liilliger ciefertigt, sondern sie hoben inzwischen auch eine so große Arbeiisgeiiaelgkeit (M;dlir(Mi, drtll sie fiir dußcrordentlich wichtige Zwerke eingesetzt werden können, füf die rlie amerikanisi hen Syste-mp nicht genau und empfindlich genug sind. Die Erweiterung der Anwendungs-mftglichkeil hat eine beträchtliche Stei-qwrung der verlangten Stückrahlen zur Folge gehabt, die nun vielleicht wieder Hrr \nlaft ist. das Cierät noch weiter zu veibessprn oflrr zu veroinfarhen. D e V i SP n -■ i m S (. h I e t I s c Ii 1 a m m erspart 1-in !^l,iPtripb verwendet für ebum Soc/i,ils( liliff ein sehr teures, vom Ausland bezogenes Schleifmittel. Dieses Mit- Fischväter mit Familiensorgen Firn» q.inzfi Reihe von Fififhpn Irrjen 71P Bnilpllegn ri':j''l'ef li'c NeiU'r 'in, 'i.. I'* diirliT« filti d e Vo j' l, Mönnch-."'ii und Weibchen des l.iihpnDracht O'MI ( liiiiic hito, rler h.iul.ci in AqudMen qe-htillen wird, tragen die heie'U aut; dfn 5' ern gpfc hiüpflen jungen F schchen im Maul in qrulienMhnliche Vertiefungen, d t* ei'p vorher im Finden vorbereitet ha-heti, wo diP Ruit bewach» und mit Fut-l=r vemoKit wird VViertei aiideie, der /w*'iq-.vcls. d e Vleernruiidel und tlie (Iroppe. Ipqfn zuerst int Sdnde odei n Spalten am Hnd'">n e n N'est an und holen dann mphrere Weibchpn herbei, die dnM irt'-e Eier ableqen. Dohoi erweisen «ich d e Fifichvater als bf^onders treu und lUverlä-Msio, denn sie halten oft worhen-lar.q Wache, bi« die Jungen Biisqe-f hlüpf^ sind d e «^'e nurh sn.nter nf)' h iiinfe lii'fichi tzen D e männlithon Liun-t <,( l'(M< :l'"n ein" '\'l \'p>>i /wi-^rhen Algen in d.ifi sie die Hier hineinbetten. Hioi wirk! sich wieder die Lcbensqe-moinfi( htifl yvischen Tier und Pflanze aus: der von diMi Algen ausgeschiedene Sauerstoff kommt den Eiern /ucinte, d'e Stoiiwechselref^le der jungen Fische wieder fiind dem Wachstum der Algen förderlich. Der Stich'inqsvaler baut ein bi^son-ders kimstvolles Nf,t das er au« Pllin-zertoilen zusaminrnk ttet D e Mannchen ' cfer tropischen Liitiviinlhl sche bauen Nester, die aus von Speichel umhüllten , Luftbläschen bestehen, die «n der Was-j seroberflache «chwimmen. Sie gle'chen , klpinen schwimmenden Glocken, in de-I nen die Eier untergebracht werden. Und «chlieRlich qibt es Fischväter, die d-e Cier und später die iungon F'«che fjtän-d-q im Maul mit «ich heriimtraqen und Wfihrrnd d'iser ganzen Zeit keinerlei ■^ohruiin 711 «ich nehmen. tel ging bisher in dem wahrend des Arbeitsprozesses entstellenden Sthieif-schlämm unter und war dann verloren. Jahrelang wurde der Schieitschlamm weggeworfen. Da aber die Beschaffung des Schleifmittels im Innland nicht n>ög-lich ist und der Bezug aus dem Ausland wahrend des Krieges immer größere Schwierigkeiten maclite, tauchte der Gedanke auf, ob es nicht möglich sei, das kostbare Schleifmittel wieder aus dem Schlamm zu isolieren, um es dann wieder weiter verwenden zu können. Der Schleifschlamm wurde also vorlAufig erst einmal gosammelt. Die Anfragen bei mehreren einschlägigen Fachfirmen bezüglich der Aufarbeitung des Schlammes zum Zwecke der Rückgewinnung des Sc;hleifmittels wurden aber sämtlich abschlägig beantwortet Niemand sah einen V^eg, hier zu helfen. Da kam der Betriebsingenieur des verarbeitenden Werkes auf den Gedanken, den leiten-dfn Chemiker des eigenen Betriehes mit dem bronnenden Problem zu betrauen. Im eigenen t.ahoratorium wurden zahlreiche Versuchsreihen angesetzt und siehe da, nach mühevoller systematischer Forschungsarbeit war es eines Tages doch gesrhaftt. Das Schleifmitt#! wurde talsäcliilich isoliert. überraschenderweise war der hierbei erzielte Wiiktmgs-grad sogar viel größer, als man nach Lage der Dinge ursprünglich erwartete. Es gelang nämlich bis zu 80% des Schleifmittels wieder aus dem verbrauchten Schlamm herauszuholen. Das bedeii-let, daß Millionen von Reichsmark, die früher nicht nur als Devisen* auigf^wen-det werden mußten, sondern als l'nko« sten auch die Fertigung verteuerten, jetzt mühelos eingespart werden können. Ingenieur und Chemiker — Hand in Hand Das Beispiel zeigt deutlich, daß in vielen Fällen von Verbesserungen oder Crfinduggen nicht nur als praktische Fertigungsarbeit, also Werkmannsarheit, sonc'ern auch Verw.iltunqsarbelt erspart wird, was im P..ihmen der Kriegswirt-sr'Milt nicht minder dringend gefordert v.'erdeii meß. Im vorliegenden Fa'l ist es ganz klar, daß die Ncubeschaffung des Schleifmittel'! aus dem .^uslot)d in einem Großbetrieb erhebliche Puroarbei-ten verursacht, wir Anfordern der Be-dirfsstelle vom Lager, Bestellung d^^s Lager» heim Einkauf und endlich Re-srhaffuni^ heim lie^eranten. Dabei bean-sprur,ht die Devisenhe«rhaftung besonders viel Verwtltnnq«arbeit. So greift ein Rod ins andere. Beachtenswert ist dabei auch noch das gemeinsame Stre-b«^n mehrerer Dienststellen eines Han-um gemeinsam 711 ein^m Zi"! 7U kommen. Wir seh^n clen Betjiebs'nne-nieiir, drr nicbt ruhte, bis er geeignet« Leule fand, die spin Problem lf)Stenj wir sollen dfn Clipmiker, der ein aussichtslos nrschfinpndes Problem nicht einfach nhlehnte, wie die voi ihm Be-aiiftrflgten, sondern unter Verzicht auf das Wort ,,unmöglich" mit Eifet an die Aufgabe heranginn und sie dann in angemessenem Zeitraum löste. Die Aner-kennung-^prämie des Vorschlagwesens v'urd" 'Mir HäiHndem Rptrieh.-sin'^enieur, 7ur Hdlfle dpm C hemiker zuerkannt Die geistige Einsatzbereitschaft Erfahrunq.sgemüR verfügt eine Betriebs-nemeinschaft über ■ unnlaubliche Kraftreserven. wobei es vielfarh allein darauf ankommt rjer bernfcncV Führer sie 711 mobil isierpn versteht Mit Zwang allein ist hier nicht viel zu erreichen, r.h' iisosehr ist es aber auch ein Irrtum zu glauben, daß Geld allein diese Kräfte v/ecken könnte. Aus unzähligen Beispielen innerhalb der groftdeutschen Rüstungswirtschaft wird es nun beinahe tSglich neu bewiesen, daß diese kos'ba-ren Quellen nur die Kraft pin/;r großen Persönlichkeit ' aufzuschließen vermag, um sie dann /um Plipl^np zu hrinnen. Das kann im Einzelfall ebenso ein einfacher Werkmeister sein, wie ein Betriebsführer oder ein Wurksingenieur, ein Chemiker oder ein Kaufmann. Bisher dachte man, wenn von Verbes-serungsvorschlägen oder vom überbetrieblichen Erfahrungsaustausch in den Betrieben die Rede war, zumeist an die gedankliche Arbeit eines Einzelnen. Beispiele zeigen aber, wie gemeinsamer Wille zum Fortschritt oft einen Gedanken lur Tat werden llflt, dessen Ver-wlrklicbung dem Einzelnen nur selten restlos glücken würde. Fehlerlose Lohnberechnunf Innerhalb eines Rüstungsbetrlebes gibt es nun nicht nur In der Fertigung itftn-, dig neue Möglichkelten zu Verbesse-rungsvnrschlSgen, sondern auch In der Verwaltung ISßt sich sicher manch brauchbarer Vorschlag verwirklichen. Da sitzen beispielsweise für alle Werkstätten Lohnrechnerinnon und rcchnen anhand der Stempelkarten oder Lohn* Zettel die Arbeitszeiten der Gefolg-schaftsmitgliedcr ausi das ist recht zeitraubend und ermüdend. Wenn dann aus Versehen eine Stunde zuviel oder zu wenig ausgerechnet wurde, gibt es viel unnötige Aufregung und Schreibereien. Ein Angestellter hat deshalb eine sehr nützliche Rechen^cheibe entwickeil, die bereits in mehreren Größlbetrieben eingeführt wurde. Anfangs, und Endzeil Würden dabei einfach übereinanderge-stellt. Bei den Indexen, die den verscHe» denen Pausenlüngen zugeordnet sind, wird die Arbeitszeit unmittelbar In Dezimalstunden abgelesen. Ein Irrtum ist ausgesctiloisen. Diene Lohnrechncr'^i geht viel schneller und ist bequemer. Auch diese Verbesserung kommt aus einem Rüstungsbetrleb der selbstverantwortlichen Industrie, nicht etwa aus einer pabrik für Büroarlikel, auch nicht von einem Organlsationsamt oder von einem Werbebüro. Dieser kurze Querschnitt zeigt wie in unseren so vielseitigen Rüstungshetrle-hen und auf den verschiedenen Fachgebieten innerhalb der Fertigung oder Ver-waltimq sowohl Betriebsführer und Ingenieur, C^iemiker und Kaufmann, als atich Meis»er imd Rüsfunqsarbeiter in gegon-s^-i'iqem Erfahrungsaustausch um Gewinn von Zeit tind Arbeilskraf ringen, beides Faktoren, die entscheidend sind im totalen Krieg. Vertrauen ist eil ei Die wahre Leistungssteigerung, Insbesondere im Rüstungsbetrleb nach den Grundsätzen der Gemeinschaftsarbeit und des Erfahrungsaustausches hat immer eine gewisse innerbetriebliche Werbung zur Voraujsetzung. Diese Werbung im Sinne eines Suchens und Ringens um Vertrauen ist in unserem Zeitalter der Selbstverantworfung der Industrie zu einer Gesinnungsfrage des Betnebsfüh-rers geworden) denn hier bedeutet Werbung um Vertrauen nichts anderes als sich Zugang zum inneren Menschen tu verschaffen. In dieser Hinsicht hat das Verhältnis zwischen Botriebsführei und C^efolgschaft viel mit der Ehe gemeinsam: Hier wie dort gründet sich der Bestand auf Vertrauen sich nicht nur \<^ guten. sondern erst recht in bösen Tagen rostlos aufeinander verlassen zu können. Gleichwie ein lebensfreudiger, gesunder Mann die Ehre des Weibes und «In blühendes Weib die Krone de» Mannes darstellt, so vfrköTD"rt eine jederzeit ■n'vnrjJitsifie leistimgsfreudige Gefolgschaft die Krönung der Lebensarbeit des Betricbsfiihrers. Mil unlauterer, mißtrnuiTher Gesinnung gegenüber der Gefolgschaft kann man jedoch nicht um Vertrauen werben. Mit anderen Worten: Man kann immer nur soviel an Anständigkeit der Gesinnung, an Einsatzbereltscliaft, Vertrauen lind an Leistung von der Gefolgschaft erwarten, als man selbst vorher in diese Gemelnsrhaft einnrhracht h-it Sf)Oti inu/ 11 rnrn Dem Andenken Coubertins Fünfzta Jahre besteht das Internationale Olyinpiiichu Komitee Das Interncitiondle Olympische Komitee begeht am 16 Juni in Ldusann^ die Feier se'nes SOjähriqen Bostehons Den Kricgsumständen enlepechend be-echränkt e« «ich auf die Abhallunq einer Feierstunde, mit deren Ausrichtung das Schweizerische 01>Tn.pi6che Komitee betraut ist. Es findet also keine Sitz.ung des Komitee« statt, und somit sind auch irgendwelche Beachlüfse n'cht zu c-war-ten. Der Festakt ist dem Andenken Cou-bertin«, des Wiedererwecker«. der Spiele, gewidmet. Couberliji war es, der Im Juni 1894 jenen Kongreß nach Paris einberief, der die Begründung dor modernen Olympischen Spiele beachloD; im ereten Weltkrieg verlegte er den Sitz dee damale gerade 20 Jahre alten Komi» teee von Parie nach Lausanne und richtet« dort auch das Olympische Museum ein. Er erhielt schHeßlich nach seinem Tode im Jahre 1P.3? in Lausanne ein Ehrengrab — sein Herz ie?t in einer Marmorsäule zu Olympia, im Bezirk der dortigen deutschen Ausgrabung, beige-«etzt, Coubertins Gründung setztp «ich in jener damak so sportfreniHen Zeit eifo'q-reich durch; die von ihm begrü'Minte Rn'he der Spiele wurde seil dem Juhre 18% alle vier Jahre fortgesetzt, einmdl (1^16) durch den Weltkrieq unlerluo-eben. Sie erlebte ihren Höhppir kt in der letzten Austraqunq, der Feier der XI. Olympiade neuer Zeitrechnunq d's Jahres 103(1 in BerFn. Damals hei"M'ff-ten «Ich 40 Nfllioneu mit 5000 W"tt-kämpfern und etwa 30 000 weiteren Vor-führunqsmanii'schaftpn Farkei'ta'f^irm-fer und sonfit irnendwie nmtl'cli Mi'wirkende aus aller Herfen Lander. l.WOOO Fremde nu^ der rtanzen Welt besuchten d:e Reichshauntstadl Es war d'is g'-ößte und für die Zeit einziqe Wellf^it, das wir verfolqen können Der Reihe dor Sommerspiele ist seit dem .lahm in;20 eine solche der Olvmp'schen W'nl«r-«niele zugeordnet, de^'en le'Ttfs im Jahre lfJ^6 in Garmlsch-Parlenki'-chon stattfand. Die Sp'ele des Jahres 1940 ursprünglich für Japan, dann für Helsinki, d e Winterspiele erst für Sapporo und dnr.n für Garmisch-Partenkirchen q'-plant, fielen durch clen jetzigen Weltkr'en aus, und die fi'ir 1044 an London zu vevcf:^b'>n-den Spiele sind vom enqüschen Kern teG aus gleichen Gründen zurückqoq"'h"u. Für 1fl4ft lieqen noch ke'np B".sch!üsse vor, diese können erst — übrigens ohne Bindung an die ausgefallenen VeraiistdU tungen, nach SchUiP des Kreges gefaßt werden. .Dafi der olympiechs Gedank« auch den Krieg überdauern wird, steht außf>r Frage Coubertin hat vor .50 Jahren die Grimdgesetze beschließen lassen, die noch heute unvercindert bestehen Vom Altertum hat er die ideaüstisrhe Zielsetzung übernommen, nach heutigem Begriff dürfen nur Amateure an ihnen teilnehmen und jede gcldweite Belohnung ist ausgeschlossen. Im übriqen d enen die Spiele dem modernen Sport, In allen «einen Formen, ohne jede Bindung an dae Altertum, und «n 'hnen können alle Kultumatlonen teilnehmen, jede ob groß oder klein, mit gleichem Recht Dnr Orl dnr Spiele wandf'rt ebenso zwiTh^n den Völkern. Die antike relin ose We hnnq hat Couhertin in die An«chauunq un-c?-rer Zeit übersetzt, in dei ndtion.ilen Go-danken Die Olympischen Spiele der Neuzeit sind e'n Nationalfest fiir jede der teilnehmenden Nationen in internationalem Gewände Dio junqpn Manner und Fr.iuen kämpfen auf ihn^n '>znr Ehre dc^ Sport«, aber zum Ruhme ih'^es Vaterlandes*, Darin dürfte auch das Cie-he'mnk ihrer künftlnen Dauer liegen. Das Internationale OlvmplsfSip In titut, da«, auf Antrag von Conbertin durch die deutsche Regierung beqründel, seinen Sitz in Berlin hat, läßt au« Anlaß de« Juhlllum« sein fSIligeA Heft der Oh'mpi-«chen Rundschau In Frt?den«stilik« erscheinen. Fs enthält u a. emrn .^u^fia1z «eines Direktors Dr Carl Diem ütier Le-nenswerk und Persönlichkeit CouhtMtins. w Vir " ERSCHEIZER TAT Ein Roman von Bauern und Reitern Von Karl voi Möller N Ii hdt luliirt. hl r(-"i. willst F'tine in St^'i.bul wfrd"'i, dfiitsrhe Gielel? I)i5 tcitf dir s'i [j.s-'^n, Sulton! Dort isl Nioidui, 'lo'thin führen We-c|e' ndc h Wer.sc h'"'-' ncu h Temi'sv.ir. Hin Schirm ist sie den Kindein, und zum nennenM.in muß -^.p sie briiu|Gn. v<)r.iiiscj"5etzl diiß n chl ciuch Worsrhetz ^c•hon brenn! S'p slarrl qe(ipn Wer-sdiptz Nein, dort kräuspll kein R.iurh, DdS ist wohl die Strdße vorübei an Kmlrilz? D.irdUf qehf ps links ndch WerscIietzV Aber ririuisth auft|et.ikc!le Wdldchen /ielieii iin Inl hin und her, sie li.ibCMi Fiiiil'^n hin nun? ü:e Straße ndch Wcr-h( hetz luhrt nur übern Feind, dds ist klar! S;e ist huiiflemüde, aber in Kudritz bleiben? Selbst der Wind, der anhebt, stiust und sunt und knuril und stöhnt hier anders als wo iminpr, hohler, ge-speust ist her. Die Kinc-'er hdb"n fluiigcr, hie selber hdt seil dem Morgen nichts oe jesseni das Stück Brot, dis sie in die Si hürzenldsche gesteckt hdt'e. war von den Knirpspn aufffeful'erl worden. So hu.->cht sie halt nacfi clen ndhm Wein-ricirien, es mangell doli nicht an reiten j Trauben «Schm^' kele sind es würden die Trrn''svarer sagen, Miiikaleller. Die Kinder essen sie m 1 Behauen, sie selber ! s.nu|( h ngcbuiicisvol! c'en Saft In sichj ' ihie Kehle war «usgetrockiiel, und vuim Wasser im 0:t graute es ihr, als ob Rliil darinnen sf»in müßte. Wenn sie nun hier durch die Weingärten nach Werschetz scliliche? Dort heqinnt schon der Sumpf recht« der Te-mpsv.irer Straße, Schilf lanzt aus dem ^Vas*;eT; alienfali« Ifißt es sich hinein-lliirhlen, wpnn Hnheil droht. S^hon will si,. fiioepn \\ eq antrete'! die Muliqe. da Vn.iltert es b«i Werseh"tz mii^htiq inst dort |r>s. wohin sie wandern will. Wirft dpr W'nd ihr nicht soqar Fetzen wüsten Gesrhre's an die Ohren? Fs dämmert, d'ohei'd erhebt die Nacht ihren warnenden Finqer; Lauf n'cht au^s Ge-atcwohl umher, kennst dich n'cht qnt aus da, kannst dir iinr' den Kinriern Nase und Hirn blutig stoßen! So schleicht sie in Gottes Nam^n nach Kiuhitz .tuiiick und d'ingt dutch den ll;»UimTlen in den Hvif eine« \nwrsens e'n E ne schöne graue Katze kommt, leise nvaiieiu! berheinesiiiunnen Mußten sie iFrh zurücklassen M'ez? Atn b d'esps Hans isl ne1e«»rt, hat aber fürs erslp spi-ne TiirstÖcke und Fensterrdhmpn behalten. IFnten in einpm Schlippen lipqt Slroh, darein verkriecht sich die Mirqoreth mit den Kinc'ern, die Katze schnurrt an ihrem Kopf, Am grauenden Morqen findet ein unruhig schweifpndes W-dnclienweib die Witwe Paraschiwii Cosm i aus Komo-r'«rhte, das wunderholde goldblonde Kleeblatt So hatte d-'s richtige Gefühl sie hieher getrieben? Sie hält dds junge deutsche Ding lür d'e Mutter der zwei lächerlichen bell-hiiaricfen Kind'-' und kann t^h nichi sdtl sehen an den güldenen FdJcn auf d^'n Köpfchen von Milch und Blut und «ich nicht genug tun, ihre eigene Dunkelheit danebenzuhalten. Sie herzt und liebkost die Engelein, mit denen die Dput«che von Gott beschenkt worden ist in einer geisterhaft schcinau Stern-schnuppennachl, "Konimtli sagt sie eitrig. >3riiiclist uix fürchte, FraiK, sagt sie de« ötieren, »ich sein Fiica, Truhter, von die Pascu Miron, wir nix machen Deiiischen, ich lieben Deutsche, wir «ein wütich auf die fremde Popa. Brenka is nixl Brenka is Türk!« Die Katze drangt «ich miauend an das Bein der Maigreth, »Wo werd' ich dich hierlassen, M;e?l« «agt mitleidsvoll das Mädchen und hebt das Tierchen aut Ihren linken Arm. rechts trägt Sie das eine Kind, die Pa-raschiva schleppt zärtlich da« andere. Daß d:e Deiilsrhe die dumme Kntz uuh mitnimmt, will ihr allerdings nicht eingehen. «Genug Kat? auf Welt«, sagt sie, »laß sie, laß sle!'< Aber Margrcth drückt das Tierchen um so zärtlicher an sich: xSle hat hier niemandrn mehr!« Paraschiva Cosma führt die drei -nein: vier -, sorgsam hejumlugend, geschmeidigen Schrittes nach der niedrigen Hütte am Waldberg westlich Ko-morischte Es trifft sich gut, daß die H'itte abseits liegt, Paraschiva wird obenc.'rcin nicht geliebt vom Dorf, eher gefürchtet, weil sie sieht, was andere nicht sehen IJnhnimlkh sehen nach der Meinung des Dorfes ihre weichen hrau-neri Augen. s Gretche faßt Vertrauen 711 der dunklen Ffdui ihr dünkt, daß es eiaa Mut» ter sei mit viel Herz, und es erweist sich, daß ihr Vertrauen begründet ist: Paraschiva Cosmn behütet den Gast mit ängstlicher Sorgfalt vor Ungemach und lÄßt an einem geeigneten Tag die drei vom Joan, dein halbwüchsigen Sohn, an den eingerollten Stacheligel Wersf-hofz heranlühien Gerade |)umpert im bebigpilen Ort dnr Zapfenstreich. »Holl, wer da? - Ir.igt cjiue «charfe Stimme aus der Schanze. ^Ich bln's Lind Gretclie aus Weiß-kirchen!«f »Könnt jeder saqn!« »'s Gretche?« Ein anderer ruft dies, e« klingt froh, sie weiß gleich um den tiefen Wohllaut dieser Stimme »Herr Henncmnnn!« Behielt sie. Verblüfft starrt ein frischei Bloiicier neben Henneniann. dessen Knecht Hdns auf die Kinder der Margreth. Ganz stdir wird ei aber, als (de auf die vei wunderte Flage Hennern Mins: »Die KiivliM ?« kurz antwortet; »lUib ich /lädinnu ticjc-raiflN «Was?'< Rdsch kläit sich der erechieckliclie Fall solcher Schneügeburt, »Und was meinst, daß ich mit cii' h machen soll?« fragt der Feldobrist zu Werschotz. »Da bohalten!« »Na was denn noch, wu wir nur lauter Miinner sind.« * In Tempswar geht ein qutvs Menschenleben zu Ende '■Wirklich nichts, g-tr nicht, zu machen, Doktor? .Mies oplor' ich Uli dic'.>a FrauU MARBURGER ZEITUNO Donnerstag. 18. Mai 1944 ♦ Nr. 139 * Seite 5 STADTTHEATER MARBURG-Drau DoaneriUg, 18. Mai, 19 Uhr 30: GMchJot* Mo« Vorst«ll\ing fOr die Wehrmacht. DEB EINGIBILDETE KRANKl, Komödie. PrelUg, 18. Mai, 19 Uhr 90: SAISON IN SALZBURG. Operette. PreiM 1. Volhsbildungsstatte Ptttiu ABSCHLUSSABEND des Arbeifsjahre« 1943/44 VORTRAG HANS WAMLEK mit Lichtbildern Haydn und Mozart DAS PETTAUER STREICHQUARTETT Freitag, den 19. Mai 1944, um 20 Uhr im Saal der Musikschule 2482 Wir habenn ni vermihlt: HANSl PLEUNIK BRUNHILDE PLEUNIK qeb. ZETIN 14. Mai 1944 Mai4>arg^>raa CuzheTcn S8d9 Ihre Vermählung zeigen an: HANS WOSLITSCH MARTHA WOSUTSCH geb. WALLE Tiffer M aiH, !•. Mal 1044. 3887 UNTERSTEIRISCHE LICHTSPIELTHEATER MARBURG-DHAU | BURG-LICHTSPIELE Heut« 1^ 17 <0. 19 45 Uht Fernruf 221': Lany Matenbarh, Volker von Colland«. Werner Hin* und KHtho Haack ii< Wildvo^el Pür tuyendUrht Dber. FUi Jugendliilit nie hl (Ufjirlassi'ii i Metronol-Lichtsoiele C»lli Spielzelt! W 17.30 und 20 Uhrj S 15. 17.30 und 20 Uhi Bit 22. Mai Reise in die Vertfanftenheit Ein fesselnder und inlnressunler TUvarla-Film mit Olga Ttrhechowf Terdlnanri Marian, Margot IIIpI* srher, Hilde Hildebrand. Will Dohm, Hant Lelbett, Rudoll Prack, Theodor Looi und Frllt Odemar. — bpielleitun(j: Huns H .ZTlelt. Hür Jugendlich*; nichl luguldiseol T Amtliche Bekanntmachungen DER LANDIAT DES KREISES MAIBUSO/DRAÜ Zakli l-Sch-A/1-44. Merbuxg/Dreu, dea Met 1#44. Bekanntmachang Die Plakuntergru/ppe Bruct führt am 32. Mai 1944 ki der Ze4t von 14 bis 15 Uhr Im Räume von Unterdrauburg—Bahnlinie nflch Trofin—Schrott 518—Ricnlk—Pametsch—Bahnlinie nach Unterdrauburg Schießübungen mit scharfer Munition durch. Sobald die Tätigkeit der Flak einsetzt, hat sich die Bevölkerung im angegebenen Raum luftschutzmäßig zu verhalten. 2471 Der k. Landrai: gez. Dr. Engelhart. Verlautbarung Die Katastralgemeinde Weitschau wurde in die Katastral-gemelnden Weilschau und Stadl bei Thomasberg geteilt. Das Grundbuch über beide Katastralgemeinden wird auch weiterhin bei der gerichtlichen Zweigstelle in Friedau geführt. Die Art der Aufteilung ist aus den Anschlägea an der Gerichtslafel und der Amtstafel der Gemeinden Großsonntag und Thomasberg zu erseherf. Gerichtliche Zweigstelle Friedäu, am 16. Mat 1944. 2472 gez. Just.-Inep. Perd. Kölbl als Rechtspfleger, inselbaderöffnung Am Samstag, den 20. Mai um 8 Uhr früh wird das Inselbad eröffnet. Den Badegikten wird empfohlen, Anhängeschlösser mitzubringen 2481 Der OberbOrgermeltter. Kleiner Anzeiger Zu verkaufen Kamin mit Mamor und Mea- tingverkleidung mit großem, reich verziertem Spiegel, Größe 130x285 cm, um 700 RM zu verkaufen. Angebote unter »Spiegel« an die »M. Z.«, Cilll. 2479-3 Zu kaufen gesucht Hausgehilfin mit Kochkenntnia-sen wird sofort aufgenommen. Anzuir.: Trafik H. Rom Dom-qasse 1, Marburq-Dr, "3642 6 ZeltungsaustrMqerin für den inneren Bezirk Marburg Dr., dringend gesucht. Vorzustellen im Verlaq der >M Z.«. Marburg (Drau). -6 Kaufe gut erhaltenen Prack (ohne Hose). Zuschriften an die »M. Z.« unter »Frack«. 3868-4 Tausche tadellosen, elektr. 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Mdi Ihr erstes Rendezvous Für Jugfiuiiuhi' aithi iugeiaukk!o< Koo&plettee Pltchteoa tu kaufen qeaucht. Amkunft In Prl-■eurialon Tautt, Marburg-Dr. 3820-4 Kaufe 5 bis 10 Meter gebrauchten Drahfzaun Adr. in der »M. Z.f. 3829-4 Stellengesuche Funde - Verluste Aktentasche mit Lebensmittelkarten am 17. Mai ugi 10 Uhr In der Edmund-Schmid-Gasse— Viktringhofgasse — Burgplatz verloren. Abzugeben gegfen Belohnung beim Fundamt oder i auf der auf den Karten befindlichen Adres^e^_ MOOj-lS Goldenes Armband mit Aquamarinen am Wege Richard-Wagner-9tr.—J»hnplalz—Drau-brücke—Herreng aase am Mon-taig, den 15. Mal, verlorem Der Finder wird um Abgabe bei der Creditanstalt-Bankverein, Burqgasse 13, Kassenschalter, gegen gute Belohnung gebeten. ________ '3872-13 Junger Hund, 5 Monate alt, von Kindern in der Terbutz-qasse 25 in D'au^'eiler entführt. Gegen gute Belohnung jurOckzubringen oder melden. 3875-13 Tausche tadellosen risctaspar-herd gegen Klavierharmonika oder Ndhnjaschm« mit Wertausgleich Ad ess« in der »M _ 3879-14 Suche Konzertzither zu kaufen, gebe dafür auch tadelloae Goi«e;er Nr. 44. Zuschriften an die »M Z * unter »Konzert- ^ther.______3877-14 Staubsauger, Glektrolux, 110 Volt, Reisegrammophon mit 2'i Platten gegen Tourislen-Kla Vierharmonika zu tauschen Angebote unte' »Harmon'ka an »M. Z.«, Cilh.___24;^B-H Tausche goldene Uhr gegen Damenrad oder gegen prim.i Violine oder Klavierhaimonikfi Anträge unter »Golduhr« ai ^die »M Z.« 2456-14 Tausche moderne, gold Jung hans-Taschenuht gegen prim500 ha im Umsiedlungsgebiet. Kriegsvers. 4H J alt, ve heiratet, guter Reiter und Schütze, sucht ab sofort selbständige Stelle, am liebsten im besetz-'en Gebiet fWesten oder Süd-*sten, 0«len aus klim Grün-len ausgeschlossen), in den Mpen- und Donaugauen. Ausf, \ngebote unter »Berufsland-virt«» an die »M. Z« 2454-5 \ltere Köchln such» Stelle be.i besseren Leuten (Geschäftshaus) kann selbst den Haushalt führen. Unter Verläßlich an die M. Z_3888-5 Pensionierter Gendarmerle-wachtmelster siicht Stelle. \dres5e in der M. Z, 3890-5 Offene Stellen Die Ginstellung von Arbeitskräften ist an die Zustimmung des zuständigen Arbeitsamtes gebunden Wirtschafterin od Hausgehilfin mit Kochkenntnissen wird für Besitz in Stadtnähe Marburg gesucht, Adresse in der »M. 1.__3882-^ Weibliche oder männliche Kanzleikraft wird solort aufgenommen hei Heinrich Hutter, Marburg-Thesen. 2431-6 Hausbesorgerin, 35—45 Jahre, mit freier Wohnung im Stadtzentrum wird gesucht. Zu-«chriften unter »Eh'lich und verläßlich« an die M. Z. __________ 3824^ Selbständige Köchin, die auch bei der Landwirtschaft mithilft, wird sofort aufgenommen. Auskunft bei Jofief Zaff, Marburg. Frledrich-Jahn-Platz 1 2464-6 Friseur geschäft Jermantschnig, Te-getthoffstraße 43. das Fahrrad entwendet hat. ist erkannt. Sollte ei di's Fahrrad nicht wieder im Gesch^ift abgehen, wi£d Anzeige erstaltet. 3351-13 Verloren wu'de eine Pferdedecke von der Rudolf-Puff-Gasse bis zur Nagystraße Dei ehrliche Finder wird gebeten dieselbe gegen Belohnung in der Nagyst aße 30, bei Lnpitsrli abzugeben. 3853-13 Gelber durchbrochener Damen-Lederhandschuh wurde Mon tag, vp loren. Abyuqeben ge-gflr« pon .Krailling MONDAMIN SFir OlttK fS )AHKIrN IN^ DItNSTf Df R HAV.^ FR^V./ UND MV.»TrtR' Seid iimnep luftschutzbereit! Schmerzerfülll iJeben wir die Iraurtjie Nachricht, daß mein innijjstiieiiebter Gatte, unser Vater, Bruder, Schwager und Onkel, Herr Karl Gollner Müllermeister ■m 9, Mai 1944 im Alter von 57 Jahran unerwartet für immer von uns |jc(ian){en ist. Das Bcf^räbnis fand am Donnerstajt, dtn 11. Mal, um 10 Uhr, vom Trauerhause aus statt. KunitJund, Graz, den 9 Mai 1944. In tiefster Trauer: Maria Gollner, Gattin; Viktor, dx. im Felde, Karl, dz. im Lazarett, Söhne, und alle übri)|«n Verwandten. 31174 Schmerzerfüllt geben wir die traurige Nachricht, daß unser inniqstqeliebter Vater. Herr Josef Handler Landwirt, Schlosser und Schiniedemeister der Trilailer Kohlenbergwerksgesellschall In Gottschee. am Donnerstag, den 11. Mai 1944, im Alter von 68 Jahren, im Gaiikrankenhaus Rann Sawe nach kurzer Krankheit sanft entschlafen ist. Die Beisetzufiq Iftnd am 13. Mai 1944, um 16 Uhr. am Städtischen Friedhole R.inn Sawe slatt. Munkendorf, den 13, Mal 1944. 2470 Es trauern um ihn; Josel, Johann, Alois (Mathias und Peler, d Zt. im Felde), Söhne; Theresia und Maria, Tüchten Anton Krasse, Schwiegersohnj Helene geh Schleimer, Albina qeb Hön'qmann, Schwiegertöchteri Anton, d Zt im Felde, Alois, Erika, Marilo, Ingrid, Hilda, Maria und Elsl, Enkelkinder, und alte übrigen Verwandten. Der Reichsmlnistei für RUstun' und K iegsproduktion, Chef de TrHnspurteinheiten Speer, Bei lln NW 40, Alsenstr 4. Telefr Nr. 11 65 81, sucht: Kralllahrer, Kraftlahranlen linge, Fachkräfte der Aut< branche allei Ait Vulkan seure, Stellmacher, Ingenie' re, Mascliinenbuchhalte <-ii nen), Adrema-Prägerl-inneii Ahrechner(-innen|, Buchha ter und Lohnbuchhalterj-Ii nen), gelernte Kaiiileul Zahnlechnikei(-helfei|, Ai lernlinge für Zahniechnike Köche, Schuhmacher, Kor lotislinnen. Steuotvpistinnei Schneiderl-innen), Bilglei|-ir nen), Einsatz im Reich un den besetzten Gebieten Me dung auch übet das zustäi dige Aibeitsdint. 239 Ailmaterial und leere Flasdien nicht wegwtrftn, londsrn sie neuen Zwacken dienstbar machan, wsll iie ouch gs-broucht noch wertvoll sind. Laers Formomlnt-Flotchsn mit Schraubdeckel müssen tieuta on Apotheken i-nd Drogerien lurOckgegeben werden. BAUERinE B ERLI N Seite 6 * Nr, 139 ^ Donnerstag, 18. Mai 1944 MARBURGER ZEITUNO GRAZER KUNST VIII. Symphonipkonzert — Axel an der HlmmelstUr Als Nachklanq der Geburtetaqsfeiern Hans Pfitzners darf wohl die Wahl zweier «einer bekanntesten Werlte für diese« Konzert angesehen werden: die Ouverlure zu »Kathchen von Heilbronni und das Konzert für Klavier und Orchester in Es-Dur, op. 3. Ganz im Sinne des Kleistschen Märchenspiele« erlebt man diese Buhnenmusik Romanus Hubertus als Diricjent und das Städtische Orchester nahmen sich des klanqfreudiqen, edlen TonqpbMdes mit aller Hinqabe an. Im Klavierkonzert lernte man den jun-qen Salzburqer Gilbert Schuchter als Solisten kennen. Er erwies sich als erstaunlich beqahter Pianist, de«sen subtile nifferenzierunqen über alle« Technische h naii« auch eine musikalische "ftefenlo-tunq nnzeiqte, die aufhorchen machte. Noch fehlt für dieses Werk die krachende Wucht der Dopp«loktaven, dafür aber qpdleh allos Innerliche umso elndrinqli-cher und mnsikantiflcher, Besonders im hp'teren zweiten und im nihiq versonne-nPH dritten Sät/ zelqte Srhuchter sein noradezu überleqenes Vertrautsein mit rlfm Instrument und qelanate in der fu-niprten Kadenz des vierten Satze« auch zur architektonischen Weiträumiqkeit piariifitisch'^n Aiifidrucks. Rnmanus Hubertus vprfüqt für Pfitzner über die erforderliche Innerlichkeit. Sein Gestal-tunnsvem>öqon spürt die seliqen Inseln h'ilden Klanrfes mit liebender Seele auf, ohne ai'f die qroRe Linie der beweqten Thr-mitik zu verzichten. So erstand eine Wiederaflbe von sinnlich hohem Reiz. Den Besrhliid bildete Beethovens 5 Symphonie. markant im Rhythmus anqepnckt und sfhr «anqbar in den ariosen Stellen musiziert, Sie qinq «ozusaqen am Srhnürrhen, entbehrte aber doch derCe-wittprstimTnunq nicht, in die sie das dra-m^it^rbe Anfarirj^thema stellt. Es qab roirhon Rr'fall, den sich dT Solifit des Ahrtids Gilbert Schuchter, Rom'inus Hu-ho'-Mi'; und Städtische Orchester wohl verdient hatten. rior I'mtspiel-Operettp »Axel an der H'TnTnol«;^üT« von Ralph Benatzkv steht Her int me Raum des Schausp'elhnuses voi-Tfiolich zu Gesicht, besonder« in der vir'7e'cbnet''n Be-sptzunq, die ihr Otto Iflnnor. df>r '^piollpiter, anqedeiben V'eW n» «t p^nmal Glnria Stnan. der Filmstar, PoiKloir den Himmel für Axel. Hnri vipinpn Rc'norter, hpdeutet D'ese r'orM «inqt spielt und tan7t Emmv jcrblp mit der I eqitimatinn der re'frn K'insMerin, Horpn Qualit?iten sich mit je-fjor neuen Roll#» reicher offenbaren Und — was nicht übersehen werden soll — fiprpn Gf»schmark in Kleiderfraqpn un-7vr» folh'Tf auf qleirh hoher Stufe mit ;^-or T ptctiinq steht. Den an der Him-nir'«:tü''e Glorias schmachtenden Axe) fiib voll ^V'lz, Laune und kecker Drauf-ninaerei .lo^^ef Keopllnqer. Im bf'sten T ze'qt*> sich seine VVandlunqsfah'q-ke f. wie er sich als qreisenhafter Füm-1- '-npnT)linnprs juqendlirhe Eleqanz sow'ß hMi^sche und bieqsame Stimme die ■ r 'h in der Parodie einer Koloratiirso-r' n '•'in nrs'aiml'rhes leistete kamen r!- ■ fnllo sehr zuqute. Traudl Thnma, P p-^i Fond,int, ein wirklich sül^^s ■ kf^rl von Midinette, und Heinrich T niivjr, rif'tpr< Kiff ff/Mrfyrrrrt'i Milrnk Bartholomäus von Carneri Dem Marburger Dichter, Politiker und Denker Heute vor 35 Jahren, am 18. Mai 1909, waren Hunderte von Menschen aus den Städten und Märkten der Steiermark nach Zellnitz an der Drau gekommen, um vom deutschen Politiker und optimistischen Lebensphilosophen Bartholomaus von Carneri Abschied zu nehmen, der in der Familiengruft der Freiherrn von Lan-noy seine letzte Ruhe fand. Ein übervolles Leben hatte seine Erfüllung gefunden. Ein Leben, das ein schwerer Leidensweg war, das aber Carneri in ehrfurchtgebietender Kraft bis in da« 88. Lebensjahr durchmessen hat. Geboren in Trient am 3. November 1821 als Sohn des k. u. k, Gubernalratp« und Poii-zeidirektors Franz Xaver Reichs-ritter von Carneri zu Eben-und Bergfelden, aus dessen zweiter Ehe mit Maria Gräfin Giulari, konnte er auf keine sorglose Jugend blicken. Die Mutter starb bei seiner Geburt und den Vater verlor Bartholo-jnäus als er kaum fünfzehn Jahre alt war. Ein beständiges Leiden war durch seinen halbgelähmten Körper bedingt. Zusammengewachsen mit seiner Zwillingsschwester, mußte erst das Messer des Chirurgen das kleine Geschöpf selbständig machen. Das dadurch beeinflußte Nerven- und Muskelsy-stem war durch all seine Lebensjahre ein dauernder Herd schmerzvoller Leiden. Schließlich versagte ihm auch das Augenlicht. Diese stiefmütterliche Behandlung s^jines Körpers glich aber die Natur mit einer Fülle geistiger Gaben aus, die Bartholomäus von Carneri zum M^rburger Weisen machten und ihm in der Reihe der ruhmwürdigen Persönlichkeiten der Draufitadt einen Ehrenplatz einräumten. Seine körperlichen Gebrechen zwangen ihn, von einem Universitätsstudiura abzusehen, doch durch zähen Fleiß und planvolles Arbeiten erwarb er sich ein ungemein reiche« Wissen auf den verschiedensten Gebieten. Er sprp*'h und schrieb gleich geläufig in deutscher, französischer und italienischer Sprache und las das Englische mühelos. — Der Aufschwung der Naturwissenschaften im Jahrhundert beeinflußten wesentlich seinen geistigen Werdegang, Seit seinen Kinderjahren war sein Denken und Fühlen deutsch. Dieses Gefühl kam in zahlreichen seiner Verse klar zum Ausdruck An einer Spelle heißt es: Die deutsche Sprache wurde zu der meinen, Sie ist mein selbsterworbnes 'Bürgprrecht, In ihr allein vermag mein Schme«-? 7« weinen. Tn ihr allein erschallt me'n Jubel erbt, l.^'d alle« was ich denke, fühle, ahne In deutschen Klängen kündet's Sf^ine Glut. Jedwedes Lied ein Schwur zur deii^Then F'ihne, Jedwede« Wort ein Tropfen deiit«rhes Blut, Den l'^erartsrhen Neigungen erq.nb sich rarnp'i schon in iugendlichen .Iflh-ren V*e';ond'^rs in Wien, wo ihm .\nn«ta-sMt« Giün f.Anton Graf Auerspergl. der Obeirn seiner späteren Gattin, ein trei'er Prpiind wurde Im Jahre 1R4ft wurd'^n r'u'cb F A BrorVhau« 'n I e'nTiq ein Rind nebaPvoller Lyrik "Gedichte ber-aiisgenehnn der zwej Jflbrp darauf eine neiie AuMane fo'qtp. IRR? erschien ein po'it^srh-nationaler Sonettenkran?. Car-nerj itbeTseftp auch ungarische Bal'af'en 'ind VolV^lieder pr besnrqte rire Dante-rThoysptznnn der er eine Abhandlung über die .Alliteration hei dem größten O'rbter des mittelalterlichen Italien an-scb'oß. '^ein .funendwunsrh, ein rrroßer. aner-kannter und nefpierter Dichter zu wer-den. oing nicht in Erfüllung. In «ein *:rbriftste"eri<»rhes W'rVeri verkr'in'te») sich aber schon frühzeitig Ethik und Politik. Zwischen 186U und 1870 verfaßte er zahlreiche politische Flug- und Streitschriften. Durch die Vertiefung der ihn leitenden Zeilgedanken wurde er zum Philosophen der siebziger und achtziger Jahre, Vom 1861 bis 1881 war Carneri Abgeordneter des steiermärkischen Landtages, von 1870 bis 1891 gehörte er dem" österreichischen Reichsrat als Mitglied der Opposition an. Eine Reihe von Jahren ' >• i - » " 4 iiJJ h-,,\i; « , ' ''' ' Ülcticn-Lichtbild, Lira» eröffnete er als erster die Verhandlung über den Staatsvoranschlag uiui entwarf jedeß w'r '^n r»'s einen der Unsrigen bezeichnen dürfen, Otto Koschilz Die Capetinger deutscher Abstammung Beginn einer Wandlung des französischen Geschichlsbewußtseins Der Zusammenbruch von 1940, der auf , ger, das von 987 bis 1328 auf dem fran-d<'s französische Denken vielfach heil- i zösischen Thron saß und Frankreich sam eingewirkt hat, verschaffte den objektiveren französischen Geschichtsforschern die Möglichkeit, in den Vo der-grund zu treten, während ihnen früher eine Blütezeit brachte, deutschen Ursprungs war, Hugo Capet, der Sohn Hugos von Franken, war als erster Ca-pelinger von den Großen Frankreichs die verjudefe dritte Republik den Weg gewählt und dann in Reim« gekrönt verbaut hatte. Erst kü.zlich konnte der : worden. Er brachte das Königtum in Historiker Bouleuger in seinem Werk Frankreich zu hohem Ansehen. Die The- »Le sang frarcais« den Nachweis er- , se, die de Croy vertritt, Ist nicht neu. bringen, daß Frankreich seine aufbau- . Die deutsche Geschichtsforschung stand enden Antriebe d^r Beeinfliißung von I schon immer auf dem Standpunkt, daß deutschem Geist und deutschen Einrich- d'e Capetinger deutscher Abstammung tungen verdankt, während sich die Ein- | waren. In Frankreich aber verschloß flüsse von anderer Seite, vor allem aus dem lateinischen Kulturkreis meist negativ ausgewirkt hatten. Eine Leitlrage deutsch-französischer Beziehungen behandelte soeben Joseph dfi Croy in einer wissensch.iftlichen Studie. De Croy weist nach, daß das französische Königshaus der Capetin- man sich dieser Wahrheit, weil die herrschende Schicht ein Interesse daran hatte, den Kampfruf der »Grbfeind-srhaft« zu propagieren und alle bestehenden Beziehungen zwischen den beiden Völkern, auch wenn sie noch so fruchtbar waren, zu verleugnen. Das ist jetzt anders geworden. GRENZLANDBÜHNE IM KRIEGE Fünf Jahre Städtetheater Ostsudetenland Als kurz vor Kriegsbeginn, im Sommer 1939, der Bürgermeister der Kreisstadt Mähri«ch-SchÖaberg, Hans Kaulich, für eine Reihe von Städten de« Regierungsbezirks Troppau eine Kulturbühne gründete, schien das junge Uuter. nehmen schon im Aufkeimen vom Ersticken bedroht. Da aber ein Mann an die Spitze der neuen Bühne gestellt wurde, der aus seiner langjährigen. Erfahrung als Leiter der saarländischen Grenzlandbühne während der Abstimmung die Kraft bezog, vor keinem Problem zurückzuschrecken, wurde mutig begonnen und so die erste sudetendeutsche Wanderbühne mit festumgrenztern Wirkungsgebiet aus der Taufe gehoben. Intendant Carl Theodor Wagner, durch Abstammung und Wirken auch mit dem früheren österreichischen und Sudeten-deutschen Theaterwesen aufs beste vertraut, war von Beginn an der »Vater aller Dinge« seines Kulturtheaters, das seinen Silz in Mährisch-Schönberg hat und von hier aus das theaterfreudige Ostsudetenland in mehr als zwanzig Gemeinden mit rund 200 000 Einwohnern betreut, dabei auch in zahlreiche Orte dei Protektorat« Gastspielreisen unternimmt, die größtenteils ebenso der Wehrmacht, brtteining dienen wie die Fahrten nach Krocilien und Serbien, die seit dem dritten Kriegsjdhr unternommen werden. In lünl Jahren ist bewiesen worden, «Infi (las Städtetheater Oslsudefenland iirbpn den stehenden Theatern des Su-detengaue« als gleichwertige kulturelle Wanderbühne gelter darf, die in stetiger Aufwärtsentwicklung beste dramatische Kunst in das große theaterlose Gebiet zwischen Reichenberg und Troppau trug und trägt. Waren es zum Beispiel in der ersten Spielzeit nur 28 Werke, die in Mährisch-Schönberg bei einem Durchschnittsbesuch von je 378 Personen geboten werden konnten, so erlebi 'n hier in der Spielzeit 1943'44 be'eits rund 600 Besucher jede Aufführung, denen über 50 Theaterabende geboten wurden; alle Speiorte erhielten jetzt 267 Aufführungen, die von 107 453 Mensrhen besucht waren, durchschnittlich 40:t Peisonen je .Aufführung. In jeder Spielzeit wurden etwa hundert Vorstellungen von der NSG »Kraft durch Freude übernommen, die damit dem Städte-thealer eine gesunde Basis schuf. In jeder der fünf Spielzeiten waren es 15 bis 18 dramatische Werke, die geboten wurden, darunter auch Urnufführunnen, wie Hermann Klasings "Niichael Kohlhaas«!, »Der Hund des Aubry« von Oskar Grög-ler. Trotz der Gabe des Intendanten, sein kleines Ensemble, aus nicht nur vielseitig begabten, sondern auch als Er-flfheinungen markanten Künstlern, vor allem jungen Darstellern und Darsteller nnen zusammenzufitellen, unterließ, r« Intendant Wagner in kluger Bescheidung, sich an Werke und Spietgattun-gen heranzuwagen, die er kräftemäßig nicht voll ausschöpfen konntet er hielt sich an das ernste und heilere Sprech-stiirk, wobei Altbewährtes mit Neuem s'iiiul'g wechselte Zwischen Dietrich Eckarts idealistischem »Heinr'rh von Hohenstaufen« und Schillers »Kabale und Liebe« steht eine Fülle bester neuzeitlicher Bühnendramatik, wie etwa Heinrich Zerkaulen« »Der Reifer«, Josef Martin Bauers tDei Meier Helmhrecht«, »Uta von Naumburg« von Felix Dhü-nen, »Die Brücke von E. G. Kolbenheyer, »Da« Dorf bei Odessa« von Herbert Reinecker, »Gudruns Tod« von Gerhard Schumann, daneben eine Reihe bedeutungsvoller Werke nichtdeutscher Dichter. £rn>fn Herne Richard Strauß-Zyklus der Wiener Staatsuper. Vom l, bis 15. Juni wird die Wiener Staateoper an neun Abenden einen Querschnitt durch das Opernschaffen von Richard Strauß geben, der am 11. Juni sein 80, Lebensjahr vollendet. Es gelangen zur Aufführung: Elektra, Salome, Ariadne -uf Naxo«, Rosenkava-Her, Josefslegende,. Couperin-Suite, Arabella, Die Frau ohne Schatten, Daphne und Capriccio, Die Tanzsteine Ob d ose Geschichte, die sich in dem B (h »tJntPi Buschnigqern« von Edqar Wrillare findet, wahr ist, mag dahinstehen. .Aber sio erscheint bemerkenswert, we,| Willace, der ja selbst Brite war — f starb 1912 ~ hier über Engländer urteilt und seine Lardsleute dank seiner iinif-mqieirhen Erfahrung als Journal'fit viprl weitqere fiter Zeitungsmann bestimmt gut kannte. Die Gesrhirhte heißt »D^e Tanzsteine« ut r| sie handelt, wie so viele der Afri-(iqeschichien Wallace', von dem britischen Bezirksamtmann Sanders. Limbili, der große Negerköniq von Ytinai, so beginnt die Sache, hatte von einem anderen Häuptling dessen Tochter gefordert, aber der für da« Mädchen verlanrrte Preis von tausend Säcken Salz war d esem zu hoch Als die Boten de« großen Königs mit dem Vater des Mädchens nicht einig werden konnten, ri'ihmen sie sie einfach mit, und damit erschien nach afrikanischer Sitte der Handel vorläufig einmal abgeschlossen. Doch der Vater beklaqte sich bei dem Bezirksamtmann Sanders, worauf dieser 7u Limbili einen Boten schickte der indessen niemals wiederkam. Das Nenermädchen war eine qroße Tänzerin geworden und das Lieblingsweib des alten Königs Limbili Da sie au« dem Reiche Icheli stammte und die Leute von Icheli ihre berühmte Tänzerin nicht vergessen konnten, sandten sie immer wieder Späher an den Hof des nroßen alten Kön'ns Als diese entdeckt wurden, schickte Limbili ein Heer ins Land der Ichelis, welches das gesamte Volk ausrottete Keiner, weder Mann, | Weib noch Kind, entkamen dem Blutbad. Erst spät erhielt Sanders davon Nachricht. Mit einem kleinen Dampfer namens »Zaire« fuhr er ins Land de< großen Königs, um ein Palaver abzuhalten, doch der listenreiche Köniq überfiel den enrtlisrhen Bezirksamtmann und halte sich für ihn eine ganz besondere Todesart ausgedacht. Flache Steine wurden in einem Feuer erhitzt und aus ihnen .•ine Art Pflaster vor den Zelten gebildet, auf denen der unglückliche Beamte mit bloßen Füßen tanzen mußte. Im letzten Augenblick aber, schon mit verbrannten Füßen, wurde Sander« von seinen Haufisoldaten und einem benachbarten Häuptling, dem rühmlich bekannten Bosambo, gerettjet. Bosambo hat dann sogar einen der *Tanzsteine« mitgenommen, der als Beweisstück dafür dienen sollte, was d'e bösen Nigger dem englischen Beamten angetan hatten. Im Frühling kam Sanders wieder nach dem Lande Limbili. Mit ihm drei Regimenter Haussas — das ist ein Neger-m'schvolk aus dem Sudan — und zwei Bataillone afrikanischer Schützen. Der große König Limbili mußte hängen ... Und nun heißt es in der Geschichte wörtlich weiter: » ... Nach der Hinrichtung sprachen Sanders und der Oberst dieses Rachekorps miteinander »Was ich nicht verstehe, bemerkte der Oberst, »ist, daß wir uns so plötzlich zu dieser Expedition entschlossen haben. Notwendin war sie ja schon seit Jahren. Aber warum nun auf einmal diese plötzliche Hast?«. ^ Sanders grinste wissend: »Ein wunder- bares Volk sind wir Britenl Der alte Kerl Limbili raubt britische Untertanen, und ich berichte da«. Sehr traurigl antwortet England. Limbili vernichtet einen ganzen Stamm Beklagenswert! antwortet England. Der Alte läßt mich auf seinen Todesfiteinen tanzen Nimm es als einen Scherz auf, sagt England. Aber als ich darauf hinweiße, daß diese Steine eine Ausbeute von einer Unze zehn Pence Gewicht gereinigten Goldes versprechen, und daß wir hier auf die reichste Goldader Zentralafrikas gestoßen sind, haben wir innerhalb sechs Monaten eine ganze Armee hier.« Es scheint also, daß die Engländer nie ander« waren und sich auch nie geändert haben. Ernsf Heyda Heilkräftige Pflanzen In neuerer Zeit wendet sich das Interesse wieder in gesteigertem Maße den Pflanzen und ihrer heilkräftigen Wirkung zu. Mit Recht. Da ist zum Beispiel das Gänseblümchen. Wer kennt nicht die kleine anspruchslose Blume, die schon die kleinen Kinder so gerne auf Rasenplätzen und am Wegrand pflücken? Nun, die kleinen Blütenköpfchen kann man sammeln. Sie sind zunächst für ausgezeichnete Frühjahrskuren zu verwenden, da sie den Stoffwechsel- anregen und blutreinigend wirken. Sie wirken ferner als Heilmittel bei Brustleiden, Husten, Erkältungskrankheiten, Verstopfung, Störungen der Leber, Nieren- und Blasenleiden, Gicht und Rheumatismus. Wie bereitet man die Gänseblurachuu zu? Die jungen Sprossen werden im Frühjahr als Salat angeiichlel. Ferner kann man sie als Preß-Saft einnehmen, bis dreimal täglich einen Eßlöffel in Wasser. Dritteae: Tee aus Gänseblümchen und Ehrenpreis zu gleichen Teilen, ein I: ilöli