Schriftteitvng: VtathhauSgasse Nr. 5 iH,m«er'!ch»» H»u«>. «»rechst»»»«: Täglich s«t» »,«»-d«e XI 6oe3» ». steirr» ioje) eo» 11—12 Utr Bot«. (uittchriltcn nct»tn »ich« STUtfgcijcfcea; iun(»l»f< Ei»->r»d,»ge» mchl dniiSfichrijt. rimml »>e ?erw-ll»», W verichnutzd »er dtsttgst sei-irtflljW/CSrtiifcteB (titjrjfn. — «rüMi.'dcrhülilügc» flteU* t l tie .,Te«ich« ©acht* eri»n»i ira e«»«>-g »»» Biotgnl. Verwaltung: RathhauSgasse Nr. 5 uinncr'lchr< vcillyS'vtdiaguiige» fUr • 111 irrit Z«steilil»g >»'» H,»» Hi»»»tllch .... st. —•&& l>i(TtcIjhl!i)(i . . , st. 1.5Q f altijütcia ... . st. »•— B»»UiHriz . ... st. ®iitch die Post de»°ge»: */ MKfIWrit ... f. I « ^altithriii . . . t. B.JO Inuni ... (I. 6-40 f lef Rutlant etHJlitn stch U< . fe«uttlsrl!il»tre». Vostsraicaffin-'Z»»!» »0.900. | 21. Zaörgang? Mr. 87 Mi, Donnerstag 29. Octoöer 1896. Mckßlicke. Die Debatte über die politischen Zustände in Galizien, die wir vor kurzem an leitender Stelle besprochen haben, ist noch in aller Erinnerung. Eine ähnliche galizische Debatte, nur in den kürzeren und sanfteren Formey jener Zeit, hat unser Abgeordnetenhaus vor zwanzig.Jahren bereit« erlebt. Man sprach damals über die Reform der politischen Verwaltung. Dem Hause lagen mehrere autonomistische Vorschläge vor, welche die politischen Beamten von den Centralbehörden unabhängiger stellen wollten. Der schärfste Wider-spruch gegen diese Ideen erhob sich gerade au« dem Lande, welche« das größte Maß von Autonomie genoss, aus Galizien. Nick>t ein polnischer oder mthcnischerDemokrat.wie d.c He. .enDr.LewanowSki und Romanczuk unserer Tage, sondern ein polnisch.. Aristokrat, in echter Schlachzize, aber auch ein Mann von untadeligem Charakter, Graf MieroS» zowski war eS, der schon damals die eise.ue Disciplin des PolenclubS durchbrach und die Gehe' n* niste der politischen Verwaltung GalizienS vor Gesammtösterreich enthüllt Den Haupt- und EchlusSeffect seiner sensationellen Rede^bildete die Erzählung der Thaten eines BezirkShaup .mnneS, der sich in jungen Jahren durch eine Wahlmiss-briwche damals in ganz Oester.ech einen wenig schmeichelhaften Ruf geschaffen hatte. Graf MieroS-zowSki sprach (Stenogr. Protokoll deS Abgeordnete: -Hauses vom 17. November 1876, S. 7046 f.) darübe? wie folgt: „Ein anderes Mittel (zur Reform der Ver-waltung), das angegeben worden ist — und ich muss sagen, mit Schrecken habe ich es gehört — geht dahin, man solle den politischen Beamten eine derartige selbständige Stellung geben, wie den . chter-lichen. Ich sagte, mit Schrecken habe ich es gehört; denn dann könnte daS, was ich jetzt alS specielles Factum gehört habe, vielleicht zur Regel werden, das Factum dass so ein aanz kleiner und junger BezirkS-Esendi (Heiterkeit) auf die Wahl in den Landtag nach seinem Gutdünken einen Ein-slusS ausgeübt und seine Machtsphäre sehr über-schritten hat, infolge dessen Wähler selbst nach Wien gekommen sind. Die Sache muss doch ziemlich wichtig gewesen sein, wenn selbst Seine Excellenz der Herr Minister des Innern darüber «in Protokoll hat ausnehmen lassen (Rufe: Hört!). Als die Wein erster ßtient. 6(ij)( von Flora Gronau. Vor zwei Monaten hatte ich mein Assessor-ex-men glücklich bestanden und war nun seil vier-zehn Tagen wohlbestallter Rechtsanwalt in Berlin. - Eine passende Wohnung in einer der belebtesten Ltraßen der Stadt war bald gefunden, das Bureau mit den nöthigen Möbeln, Papieren und pro konm» euch mit einem sogenannten Bureauvorsteher au»-gestattet, und nun wartete ich der Dinge oder, richtiger gesagt, der Mandanten, die da kommen sollten. Bei jedem AuSgange liebäugelte ich mit dem Echilde an meiner HauSthür. dessen Buchstaben von der anderen Straßenseite auS lesbar waren, und talkulirte, dass von hundert Vorübergehenden es mildesten» fünfzig bemerken müßten, und von diesen doch durchschnittlich einer mich aufsuchen würde; eine Berechnung, welche bei der großen Belebtheit meiner Straße zu einem außerordentlich günstigen Resultate führte. Doch e» waren, wie gesagt, schon vierzehn Zage seit meiner Niederlassung vergangen, und noch immer saß ich einsam und allein in meiner „Sprech-stunde". — Meist war ich nach vergeblichem Harren ans einen Nachsuchenden sanft entschlummert und erwachte erst, wenn mein Bureauvorsteher nach Leute nach Hause kamen, hat der BezirkS-Esl durch seine Karawasse, ich will sagen Gendarmen, einen derselben durch das ganze Dorf schleppen lassen (Rufe: Hört!) und gesagt: „Ich will Dich lehren, nach Wien zu gehen und gegen mich $u klagen." (Rufe: Hört!) Dieser Bezirks-Esendi ist nun alS Kläger aufgetreten, auf feinen Befehl wurde die Untersuchung wegen Beleidigung der Wahlcommission gegen jenen eingeleitet. Dann ist er ausgetreten alS Zeuge in demselben Pro-cesse (Rufe: HörtI), und es wurde jener zu vier-zehntägigem Arrest verurtheilt. Und wer hat dieses Urtheil ausgefertigt? Derselbe Esendi! (Rufe: Hört!)." Wa» in unseren Tagendem Krakauer Hofrath LaSkowSki und dem PrzemySler Bezirkshauptmann Gorecki vorgeworfen wird: die paar Versammlung»« verböte, da» ist doch wahrlich nicht» im Vergleich zu der — mit dem Grasen MieroSzowki zu sprechen — türkischen Wirtschaft, die da schon anno 1876 ein galizischer Bezirkshaupimann in seinem Bezirke eingeführt hatte. Und was Graf MieroSzowski gesprochen, wie ungeheuerlich, muß die Wahrheit gewesen sein. Obzwar der persönliche Freund deS betreffenden BezirkShaupmannes, der damalige Ab-geordnete, spätere Finanzminister Dr. v. Dunajewski m der folgenden Sitzung des Abgeordnetenhauses die Regierung öffentlich und mit aller En»?gie aufforderte, „den Beamten zu schützen und solche An-griffe zurückzuweisen", weil sonst „jedermann, der Cgrgefüt)! besitzt, gegenüber solchen Angriffen zög?..t wird, sich dem Staatsdienste zu widmen",' obzwar der damalige Minister des Innern Baron Laffer, selbst bekanntlich ein sehr starker Wahlmacher war, hat die damalige Regierung, die sich sonst sehr lebhaft an der Debatte betheiligte, für den vom Grafen MieroszowSki gezeichneten Bezirkshauptmann — charakteristisch genug — auch nicht das leiseste Wort der Abwehr verloren. Und wer war dieser selbst von e^nem Laffer preisgegebene Wahlmacher und BezirkS-Efendi? Der damalige Bezirkshaupt-mann von RzeSzow, wie wir auS DunajewSkis Rede entnehmen. Und wie hieß er? Hier ist die Antwort! Am 5. November 1876 finden wir in der „N. F. P." unter dem Titel „Wahlumtriebe in Galizien" die folgende pikante Notiz: „Dieser Tage hatte eine Deputation galizi-scher Bauern, an ihrer Spitze Graf Arthur Req, eine Audienz beim Minister des Innern, in Schluß der officiellen EmfangSzeit erschien, um sich zu verabschieden, und dabei mit ironischem Zucken der Mundwinkel fragte: ob der Herr Rechtsanwalt sonst noch etwa» wünsche. — O, dieser Schlingel! Vor ihmgschämte ich mich fast noch mehr al» vor mir selbst, und diese Schmach hinderte mich auch, ihn darnach zu fragen, ob er die endlos langen Bureaustunden mit dem Drehen von Papierkugeln auS meinen Formularen oder mit einer andern gleich gewinnbringenden Beschäftigung ausfülle. Da endlich! — Ich fuhr wie electrisirt in die Höhe. Sollte meine erhitzte Phantasie mir einen heißersehnten Ton vorgegaukelt haben, oder hatte e« wirklich geklingelt? — Doch noch ehe eS mir recht klar war, ob ich träumte oder wachte, stürzte schon mein Bureauvorsteher in'S Zimmer mit der Meldung, dass ein Elient, ein wirklicher Client im Vorzimmer warte. Mit fieberhafter Eile waren die Spuren des Nachmittagsschlummers verwischt. Der Roman, in dem ich vor dem Einschlafen geblättert hatte, flog in den Papierkorb, der Paletot, den ich als Plaid benutzte, hinterher. — Jetzt noch schnell ein paar dickleibige Bände deS Landrechtes äuf den Schreib« tisch gelegt und meine Wenigkeit selbst davor ge setzt, scheinbar in daS Studium eines „Actenstückes", thatsächlich eineS leeren Actendeckels vertieft — und Alles war zum Empfange des lange Erwarteten bereit. lcher sie demselben ein Memorandum über-reichte. Dasselbe bezieht sich auf die im Wahl-bezirke RzeSzow-Glogow jüngst vorgenommenen LandtagSwahlen. Die Petenten führen gegen den Bezirksvorsteher von RzeSzow Casimir Grafen Badeni Klage, dem sie vorwerfen, er habe, um der Candidatur deS Eduard v. Jen-drzejowicz zum Siege zu verhelfen, zwanzig Personen, die zur Wahl nicht berechtigt waren, fälschlich alS wahlberechtigt hingestellt. Ferner habe derselbe einen Theil der Wahlmänner aus den 24. October 8 Uhr früh, einen anderen Theil derselben aber für 10 Uhr morgens zur Wahl beordert. Als die letzteren zur Wahl erschienen, wurde ihnen bedeutet, dass der Wahlact bereit« geschloffen, das Scrutinium beendet sei. Gegen diese« Vorgehen würd, im Namen der hiedurch betroffenen Wahlmänner vom Grafen Arthur Rey sofort vor der Wahl-commission Protest erhoben und Statthalterei und Ministerium um Abhilfe im telegraphischen Wege angegangen, wobei der ganze Wahlact al« ungiltig bezeichnet und gegen da« ganze Vorgehen und die Zusammensetzung der Wahl-commission Einspruch erhoben wurde". ES müssen sehr starke Dinge gewesen sein, die schon in jenen dunklen Zeiten, und bloß um einer LandtagSwahl willen, eine galizische Bauern-deputation zum Minister nach Wien zu gehen ver-anlasSien. Es müssen sehr starke Dinge gewesen sein, die selbst einem Lasser e« nothwendig erscheinen ließen, ein Protokoll mit galizischen Bauern gegen einen hocharistokratischen RegierungSbeamten auf-zunehmen. Es müssen sehr starke Dinge vorgefallen sein, dass ein alter polnischer Edelmann, wie Graf MieroSzowski, nicht umhin konnte, die Verwaltung seines Vaterlandes vor aller Welt mit der türkischen Wirtschaft zu vergleichen. ES müssen sehr starke Dinge vorgefallen sein, dass selbst ein so autoritärer Bureaukrat, wie Laffer, der deutlichen, ja geradezu heftigen Prooocation DunajewSkis Trotz bot und so unerhört schwere Beschuldigungen und verletzende Bezeichnungen stillschweigend aus einem seiner poli-tischen Beamten sitzen ließ. WaS die von Lasser anscheinend eingeleitete Untersuchung ergab, ist unseres Wissens der Welt nie bekannt geworden. ES wird auch nicht der Rede wert gewesen sein. Man weiß ja, welch hoffnungslos untaugliche Mittel die Ministerien in der Regel anwenden, um DiS- Und er erschien. — Nur wer sich jemals in gleicher Lage befunden, kann nachfühlen, mit welchem Gemisch von Neugierde und Ehrfurcht ich dem Ein» tretenden entgegensah. — Während der langen Warte-zeit hatte ich genugsam Muße gehabt, mir meinen ersten Clienten auszumalen. — Ja, eigentlich hatte ich ihn mir doch ganz anders vorgestellt. Die hoch-gespannten Erwartungen von einem hohen Beamten, der, in den falschen Verdacht einer strafbarm Handlung gekommen, meine Hilfe begehrte, oder zum mindesten von einem großen Finanzier, dessen ganze» Vermögen auf dem Spiele stand, und der gerade mich mit der Wahrnehmung seiner Interessen betraute, waren in den Tagen ungestörten Alleinseins zwar oft in'« Wanken gekommen, doch in diesen letzten Minuten wieder aufgelebt. WaS sich da zaghaft zur Thür meine» ZimmerS hineinschob, sah nach keinem von Beiden au«. — E« war ein Mann von mittlerer Größe mit rothblondem Kops- und Barthaar, an-genehmen Zügen, in der Kleidung eine« biederen Arbeiter« im Sonntagsstaat. Meiner Aufforderung. Platz zu nehmen, leistete er bescheiden Folge und begann mit vor Erregung zitternder Stimme, mir sein Anliegen vorzutragen. Er hieß Gottlieb Schulze. Seit fünfzehn Jahren arbeitete er in einer bekannten Maschinen-fabrik und ernährte durch seiner Hände Fleiß seine Familie. Hochgeachtet im Kreise der Genossen, geschätzt von seinen Arbeitgebern, lebte er glücklich ..Deutsch- Macht- 1896 ciplinaruntersuchungen gegen comproinitierte Beamte zu führen: das Ministerium verlangt von der Statthalterei Bericht, die Statthalter« verlangt von dem beschuldigten Beamten Bericht, der An-geklagte sitzt über sich selbst zu Gericht. Osficiell kommt ja dabei nie etwas heraus, besonders wenn es sich um einen Mann wie den Grasen Casimir Badeni handelt, der schon damals eine glänzende gesellschaftliche Position besaß, die Hoffnung der Schlachzizen-Clique war und von der ganzen pol» nischen Streber-Sippe wie von einer undurchdringlichen Phalanx geschützt wurde. Dcch Baron Lasser muss seine eigene intime Ueberzeugung über den Fall gehabt haben. Denn er hat dem Grasen Badeni eine Strafe ertheilt, wie sie empfindlicher einen Beamten von Ehrgefühl — mit Herrn Dr. v. DunajewSki zu sprechen — wohl nicht treffen kann. Die Strafe war sein Schweigen. WoMifche Wundschau. Z»as Abgeordnetenhaus setzte am Montag die Berathung über das Heimatsgesetz sort. Der Para-graph 5, welcher bestimmt, daß Ausländer die Zu-sicherung der Aufnahme in den HcimatSverband erhalten, wenn sie daS österreichische Staatsbürger-recht erlangt haben, wurde angenommen, dagegen der Zusatzantrag deS Abg. Marchet, daß dies nur dann der Fall sein sollte, wenn der betreffende fremde Staat gegen österreichische Staatsbürger in gleicher Weise vorgehe, mit 79 gegen 76 Stimmen abgelehnt. Pie Vereinigte Linke. Gar böse Ersahrungen hat die Vereinigte Linke in der gegenwärtigen Reichs-rathStagung gemacht und die Herren holten auS ihrer Rüstkammer daS Drohgespenst der .Entschiedenheit" und der „rücksichtslosen Opposition" hervor. Sie drohten mit der Nichtbewilligung deS Voran-schlage» und deS DispositionSfondes. Allein Graf Badeni ließ sich von der politischen Vogelscheuche nicht schrecken. Er will StaatSvoranschlag und DiSpositionsfond, der nun doch der äußere Ausdruck deS Vertrauens ist, bald in der Tasche haben, und drohte seinerseits mit der Auflösung des Hauses. DaS genügte den Herren von der Linken vollständig und da sie sich mit seltener Liebe an ihre Mandate anklammern, gaben sie klein bei. Der ZehnerauS-schuß der «deutschen Fortschrittspartei" — der ist der künftige Name deS liberalen Wechselbalges — hat daher von einer Veröffentlichung deS Pro-gramms, welches eine oppositionelle Färbung hat. abgesehen und nur erklärt, daß die neue Fort-fchrittspartei von der Vereinigten Linken ganz un-hängig (?) sei. Am Schluße der Parteikundgebung, welche im Bureau Mendel Singers abge» faßt wurde, heißt es: „Die Deutschen werden ihre berechtigte Stellung im Reiche reclamieren." Die Liberalen lassen also schon heute für die Neue Fortschrittspartei die Zwangsjacke der Regierung»-partei anmessen, denken also gar nicht daran, je» mals eine Volkspartei zu werden. Am viederökerreichischen Hrohgruudvesitze, der bisher liberal wählte, ist das vom Grafen Badeni gewünschte Eompromiß mit den Clerical« Feudalen so gut wie feststehend. Bekanntlich wurden im oberösterreichischen Großgrundbesitze zwei „Ver-fassungstreue' unter der Bedingung gewählt, dass sie in consessionell-politischen Fragen (Schulsrage) keine Opposition machen, aus den bisherigen Protest gegen die vom VerwaltungSgerichtShose als gesetz» widrig bezeichnete Einreihung der geistlichen Nutz« nießer in die Curie deS Großgrundbesitze» verzichten und endlich ihre Mandate zurücklegen, wenn im niederösterreichischen Großgrundbesitze kein Com-promiß zustande kommt, durch welche» die Wahl einiger clericaler Großgrundbesitzer ermöglicht wird. So schmachvoll diese Bedingungen auch für die sogenannten „verfassungstreuen" oberösterreichischen Großgrundbesitzer waren, da sie ja einen Bruch mit der bisherigen Ueberzeugung und ein Verleugnen der bisher hochgehaltenen politischen Grundsätze bedeuteten, so haben sie sich doch denselben gesügt und sind unter daS clericale Joch gekrochen. Diese jämmerliche Haltung wird nun von den nieder« österreichischen „VersaffungSgetteuen" noch über-troffen. Dieselben überlassen den Clericalen drei Mandate, ohne daran ähnliche Bedingungen zu knüpfen, blo» um der schönen Augen de» Grasen Badeni willen. Die liberale Partei erntet nun von den Großgrundbesitzern den Dank für die Treue, mit der sie jederzeit deren Jmereffen, sehr oft unter Preisgebung der Interessen de» kleinen und mittleren Großgrundbesitzes, gefördert hat. Der Großgrundbesitz ist eben eine Interessengruppe, eine in sich abgeschlossene Kaste, der e» ganz gleichgültig ist, ob der ClericaliSmus oder der Liberalismus am Ruder ist, wenn nur ihre materiellen Interessen dabei profitieren und ihre Vorrechte aufrecht er» halten bleiben. Daraus geht aber auch klipp und klar hervor, das« keine Partei, bei welcher der feudale Großgrundbesitz eine Rolle spielt, also weder die liberale, noch die clericale, eine Volkspartei genannt werden kann. Eine wahrhast volkSthümliche Partei ist nur diejenige, welche frei von jeder Fessel für die Interessen de» Volkes eintritt und daher auch die ganz unberechtigten Vorrechte des Groß-grundbesitzeS bekämpft. Eine solche Partei ist aber nur die deutschnationale. Bei de« Landtagswahlen der Landgemeinden in ZSihren haben .die Deutschnationalen zu dem NikolSburger Mandate noch jene in Sternberg und Schönberg gewonnen. Den Znaimer Bezirk gewannen die Christlichsocialen. Weiter» wurden gewählt 2 Liberale, 2 deutsch« Compromißcandidatm, 13 Tschechen und 5 Eandidaten unbekannter Parteirichtung. Aus dem Wiener chemeiuderathe. 11 radical-deutschnationale Mitglieder des antisemitischen Bürgerclubs, welcher anfangs eine Eoalition der Christlichsocialen und Deutschnationalen bildete, heute aber zu einer, dem ClericaliSmus huldigenden christlichsocialen Vereinigung herabgesunken ist, sind auS diesem Grunde auS dem Bürgerclub ausgetreten und haben sich als deutschnationale Vereinigung constituirt. Die Christlichsocialen und verbliebenen „deutschnationalen' Mitglieder de» Bürgerclubs sind, wie aus ihren Organen, dem „Deutschen Volksblatte" und der „Deutschen Zeitung" zu ent-nehmen ist, ganz außer Rand und Band gerathen, bezeichnen die echten Deutschnationalm als Helfer»-Helfer deS Judmliberalismu» und fordern von ihnen nicht mehr und nicht weniger, als die Niederlegung ihrer GemeinderathSmandate. Die Mitglieder der deutschnationalen Vereinigung lassen sich jedoch mit den Seinen, und nun brach unverschuldet daS Verhängnis über ihn herein. — Er war beschuldigt, «inen Diebstahl begangen zu haben, er. dessen ganzes Leben makellos und nur treuer Pflichterfüllung geweiht war, der seinen Kindern vor allem Anderen den Spruch an'» Herz legte: „WaS nicht Dein ist, rühr' nicht an!" Hier erschütterte ein convulsivischeS Schluchzen dm Körper de» biederen Manne», und ich hatte Mühe, ihn so weit zu beruhigen, das» er fortfahren konnte. Unter Thränen erzählte er weiter, das» sein College Krause, mit dem er seit Jahren in innigster Freundschaft verkehrte, gegen ihn die Beschuldigung erhoben habe, ihm bei Gelegenheit eine» gemein-samm Abendtrunks unbemerkt die Uhr auS der Tasche gestohlen zu haben. — Nun s«i er, der unbescholtene Mann — daS Blut erstarre ihm noch jetzt bei dem Gedanken daran — auf Grund der Denunciation vor der Polizei vernommen worden, und da man dem Verleumder mehr Glauben schenke, al» ihm, stehe jetzt gar die Erhebung der Anklage bevor. — Sein Brotherr, der von der Sache Kenntnis erhalten, habe ihn aus den bloßen Verdacht hin aus der Stellung entlassen, da er nur ehrliche Arbeiter brauchen könne. Nun lebe er und feine tamilie schon seit Wochen von ihren kärglichen pargroschen, dmn eine neue Existenz wollte er sich nicht Hofmeistern, sondern behalten ihre Mandate, die sie von den Wählern und nicht vom Bürger-club erhalten haben und erklären, daß sie ein einige» Vorgehen der antiliberalen Parteim im Wiener Gcmeinderathe. insbesondere in wirtschaftlichm^ln-gelegmheitm nach Kräften fördern werden. Diese wackeren Männer haben sich eben nur dem domi-niermdm Einflüsse deS ClericaliSmus und jenen des — Grafen Badeni, der nun auch Dr. Lueger den Eimsonbart abzuscheeren im Begriffe steht, entzogen. ♦ Z>ie Willeniums Ausstellung i# AudapeS ist ihrem verdienten Schicksale nicht entgangen, sie ist gänzlich verkracht. Seit Wochen ist alles schon auSgestorben und verödet. Die AuSstellungSpavllloae sind leer, angekündigte Concerte und Umerhaltunge» werden über HalS und Kopf für unbestimmte Zeit verschoben, weil — sich daS Publikum dazu nicht einstellt. Große Zahlungseinstellungen sind in Aus-ficht. Man spricht von einem rettenden Eingreifen mit StaatSgeldern. Armer Steuerträger! Deutsches Weich. Im Anschlüsse an die von einem englischen Blatte gebrachte Nachricht vo» einem französisch-russischen Defmsivbündnisse dringen die „Hamburger Nachrichten", welche bekanntlich in nahen Beziehungen zum Fürsten BiSmarck stehen, folgende Aussehen erregende Enthüllung: In einem längeren Artikel, der sich zunächst mit dem deutsch-russischen Beziehungen nach dem Kriege von 1376/77, dem Berliner Congresse und dem Tode Gortschakow» beschäftigt, wird gesagt: „Schon in Skierniewice. also sehr bald nach dem Thronwechsel und dem Ausscheiden Gortschakow» war das gute Einvernehmen der deutschen und der russischen Politik hergestellt und blieb in dieser Verfassung bis 1890. Bis zu diesem Termine waren beide Reiche im vollen Einverständnisse darüber, dass, wenn eine» von ihnen angegriffen würde. daS andere wohl-wollend neutral bleiben solle. Also wenn beispielS-weise Deutschland von Frankreich angefallen würde, so wäre die wohlwollende Neutralität Rußland» zu gewärtigen und die Dmtschland», wenn Rußland unprooociertangegriffen würde. Diese» Einverständnis ist nach dem Ausscheiden de» Fürsten Bismarck nicht erneuert worden, und wenn wir über die Vorgänge in Berlin richtig unterrichtet sind, so war es nicht etwa Rußland, in Bestimmung über de» Kanzlerwechsel, sondern Gras Caprivi war e», der die Fortsetzung dieser gegmseitigen Assecurranz ablehnte, während Rußland dazu bereit war. j>i< diplomatische Action in der Hri-utfrage strebt, wenn ander» die Meldungen da» richtige treffm, dem Ziele einer theilweism Aushebung des Dardanellenvertrage» zu. Wie die „Frankf.-Ztg/ erfährt, soll der Sultan, von Karatheodory Pascha beeinflusst, dem Projecte nicht mehr abgeneigt fern. Die Mächte würden der Türkei ihre volle Jntegn« tät und dem Sultan persönlich jeden Schutz garan-tieren, wenn diese MasSregel ohne Entsachung de» muselmannischen Fanatismus und ohne Erhebung gegen die Christen ausgeführt wird. An Anlgarien ist eS zur Auslösung der Sobranje gekommen. In einem unter dem Bor-sitze de» Fürstm abgehaltenen Ministerrathe gab Fürst Ferdinand über Verlangen des Mlnisterpräsi-denten Stoilow nach Darlegung der unhaltbar» Verhältnisse seine Zustimmung. erst gründen, wenn kein Makel mehr an seinem Namen hafte. Der Erzähler sprach mit immer größer werdender Lebhaftigkeit? mit gerungenen Händm beschwor er mich, ihm al» Vertheidiger zur Seite zu stehen und dadurch ihn und seine ganze Familie vor dem Untergange zu rettm. Nachdem ich ihm versprochen hatte, mich seiner Sache nach Kräften anzunehmen, empfahl er sich unter tausend Danke»-worten, und nur mühsam mtzog ich ihm meine Hand, die er mit Küssen bedeckte. Ich begann sofort, mich mit seiner Angelegenheit zu beschäftigen. Das» sie auf dem Gebiete de» Strafrechtes lag. war ganz nach meinem Sinne, dmn zum berühmten Vertheidiger hatte ich von jeher den Beruf in mir gefüllt; nun sollte meine erste Leistung den Grundstein dazu legen. Die ganze Existenz, sogar da» Leben eine» Menschen stand aus dem Spiele, denn da» ein Mann mit solchen Ge-sinnungen die Schande einer Vernrtheilung nicht überleben würde, stand für mich fest, — und in meine Hände hatte er seine Sache gelegt, von mir erhoffte er Rettung! Ja, da» Gefühl, da» ihn zu mir trieb, sollte ihn nicht getäuscht haben! Mit flammenden Worten wollte ich den Richiem seine Lage schildern, mein unerschütterlicher Glaube an die Grundlosigkeit de» über seinem Haupte schwebenden Verdachtes mußte sie mitfortreißen, und der günstige äußere Eindruck meine» Mandanten würde mich unterstützm. Im Zimmer auf und niedergehmd, begann ich schon damit, mir mein Plaidoyer im Geiste zurech! zu legen: „Meine Herren Richter." so sprach ich halblaut vor mich hin, „blicken sie dm Angeklagte» an, und fragen Sie sich selbst, sieht so ein Verbrechn au»? Können diese offenen Züge lügen? Bedenke» Sie, das» in diesem Augenblicke das Geschick eine« Menschen in Ihren Händm liegt, das« ein Won von Jhnm ein blühende« Menschenglück vernichten oder einen geknickten Mann neue LebmShossiruilg geben kann! Die Darstellung de» Zeugen Krach darf für Jhrm Urtheilsspruch nicht auSschlaggeb«: sein; sie trägt dm Stempel der Unwahrheit an dn Stirn. Wie hätte ein mit solcher Frechheit aui-geführter Diebstahl unbemerkt bleiben können? De» Krause würde der Griff nach seiner Tasche nicht entgangen sein, und e» wäre ihm ein Leichlei gewesen, dm Dieb in flagranti zu ertappen. — Ich bitte Sie inständigst, machen Sie meine tiefinnersk Ueberzeugung von der Unschuld meine» Clienten zu der Ihren, und geben Sie den Unglückliche» seiner verzweifelnden Gattin, seinm sast verwaiste» Kindern wieder!" So! — Da» mußte wirken! — Und befriedigt ließ ich mich wieder vor meinem Schreibtisch nieder. E» dunkelte bereit» stark, und der Schluß 1896 Aetttfche Wacht" 3 Hin Sereinsobmann ak Aefrandant. Wie ,uS Innsbruck berichtet wird, hat sich der Obmann de» dortigen UnterstützunzSvereineS der Buchdrucker für Tirol und Vorarlberg Adolf Boßm^nn mit der Selbst-anzeige gestellt, die ihm anvertrauten VereinSgelder für sich verwendet zu haben. In der VercinScasse fehlen an 3000 fl,, dafür fand man bei Boßmann eine ganze Menge von Lotteriezetteln. Der Defraudant wurde dem Landetgerichte übergeben. Aetrng im Wiener ^oksparcassenamte. Im Postfparcasfenamlt wurde am 20. d. ein großer Betrug ausgeführt, indem auf Grund einer gefälschten An» Weisung einem Unberechtigten der Betrag von 12.000 fl. autbezahlt wurde. Vormittags erschien nämlich ein Angestellter der Firma Bergmann & (So. mit einer kheckanweisung lautend auf >2.000 fl. Wie üblich wurde diese Anweisung von dem Beamten entgegen-genommen und dem Einreicher für dieselbe eine Nummer »uögefolgt, bei deren Präsentation ihm später da« Geld ausgefolgt werden sollte. Mit dieser Nummer entfernte fich der Einreicher, um bi« zur Erledigung der Manipulation andere Geschäftsgänge zu verrichten. Als er wieder im Postfvareassenamte erschien und die Nummer tehufS Erhebung deS Geldes vorwies, erklärte ihm der Beamte, dass daS Geld bereits ausbezahlt worden sei. Der Einreicher war sehr überrascht von der Mittheilung »nd legitimirte sich alS der ausschließlich zur Behebung der Summe Berechtigte. Der Bevmte wie« ihm die bereit« liquidirte gleichlautende Nummer vor und bei dem nun angestellten Vergleich ergab sich, das» die Nummer, auf welche hin die Auszahlung erfolgte, ge« fälscht war. Nach der Sachlage ist der Betrug offenbar »ur in der Weise vollführt worden, dass der Thäter, irelch« um die Einreichung der Checks wusste und auch die dem Bevollmächtigten der Firma Bergmann & So. zugestellte Nummer sah, diese letztere fälschte. Wieso ihm das gelang, ob er sich etwa in den Besitz eweS Nummern-Blocks gesetzt hatte oder aber durch Entwendung einer dieser Nummern (Liauidaturzettel) in die Lage kam, rasch eine Fälschung zu verüben und die Summe in dem Zeitraume, da der Einreichende abwesend war, zu erheben, ist noch nicht klargestellt. Am Sonntag wurde der gewesene Eeontist der Wechsel« ftudeniirma Schellhammer & Schalters, Franz Budga, uutn dem Verdachte verhaftet, am Dienstag beim Post-fparcafsenamte 12.000 fl. betrügerifcherweise eincafsiert zu hahen. Budga war bereit« vor^ einigen Monaten unter dem Verdachte verhaftet worden, der Firma Schell» bammer & SchaNera recommandirte Briefe, welche Geld mithielten, unterschlagen zu haben; er musste jedoch damals aus der Haft entlassen werden, weil nicht ge-lügende Beweise gegen ihn geliefert werden konnten. Damals erzählte er feinen Zellengenossen, wie man sich sehr leicht Geld verschaffen könne, und gab hiebei genau den Vorgang an, wie er am vorigen Dienstag bei der Lerübung de« Betrüge» auf dem Postfpareassenamte ««»geübt wurde. Als die Polizei die Angaben der HüsUinge erfuhr, ordnete sie die Verhaftung Budga« in. Gleichzeitig wurde in seiner Wohnung eine genaue Revision vorgenommen; e» wurden 45 fl. in Barem und vier Notenrentenobligationen per 100 fl. vor-^funden, die Budga am 22. d. M. in einer Wechsel» ßube gekauft haben will. Ueber die Provenienz de» Jtwfchillmg« für diese Rentenobligationen kann Budga »bsolut keine Auskunft geben. Gleichzeitig wurde eruiert tat Sprechstunde nahte wohl schon. Ich griff nach «einer Taschenuhr — sie war fort. — Doch ich mu&te mich irren. — noch vor einer halben Stunde hatte ich sie in der Hand. — Ich stürzte wieder m den Schreibtisch, durchstöberte Bücherschrank. Papierkorb, jeden Winkel meine« Zimmer«, — sie var und blieb verschwunden. Sollte etwa Gottlieb Schulze??? — Doch nein! gort mit dem häßlichen Verdacht! Diese offenen Züge können nicht lügen! — Und doch! — E« war Niemand sonst im Zimmer gewesen, — und bei genauem Zusehen erkannte ich, das« die Uhrkett« dicht am Knopfloch der Weste mit einem scharfen Instrument durchschnitten war. — Da« war also Dnn Handkuß, Gottlieb Schulze! — O, Gottlieb Schulze, warum hast Du mir das gethan! — Wie lange ich in dumpfen Brüten dagesessen habe, weiß ich nicht; mich weckte erst da« Leffnen der Thür und die heute noch um eine Nuance nvnischer klingende Frage meine« Bureauvorsteher«: ob der Hen Rechtsanwalt sonst noch etwa« wünsche. Jawohl, zum Teufel wünschte ich ihn und Herrn Gottlieb Schulze dazu. Aber was hals das Alles, und dass ich mich selbst mit den schmeichelhaftesten Namen der Zoologie tmüirtt? Meine Uhr und meinen ersten Clienten sah ich niemals wieder! daks Budga beim Weltrennen ziemlich höh: Belrägc gesetzt und auch verhältnismäßig gut gelebt hatte. Auch die Gattin Budga» wurde verhaftet, und die Polizei recherchiert nun nach Personen, die angeben können, ob Budga am kritischen Tage im Postsparcassenamte an-wesend war. ferner, ob er seit dem 20. d. Tausender» oder Hunderlernoten umwechseln ließ und ob er irgend wo einen größeren Betrag zur Aufbewahrung über» geben habe. Wert der Arbeit. Ein Stück gewöhnliche» Eisen, welche« 3 Mark kostet, gibt zu Hufeisen ver-arbeitet, einen Ertrag von 9 Mark, zu Handwerks-gerälhen 12 Mark, zu gusSeisernen Gerälhen und Zieraten 135 Mark, zu Steck- und Nähnadeln 225 M., zu Stahlschnallen und feinen Köpfen 2700 Mark, zu Stahlschmucksachen 6000 Mark, zu Hemdenknöpfen 18.000 Mark, zu Uhrfedern 150.000 Mark. Antersnchnng von Lebensmittcln. Im nächsten Jahre wird die staatliche Untersuchung von Lebensrnitteln, so wie sie daS Gesetz über den Verkehr mit Lebensrnitteln und einigen GebrauchSgegenständcn vorsieht, organisiert werden. Zunächst ist bekanntlich die Errichtung von fünf Anstalten an den Universitäten in Wien, Graz. Krakau, sowie an der deutschen und der böhmischen Universität in Prag geplant, wobei die Vorstände der hygienischen UniversitätSinstitute auch mit der Leitung dieser Anstalten betraut werden sollen. Die Wiener Untersuchungsanstalt wird bi» zur Voll-lendung deS für da» hygienische Institut projectirten Neubaue« in der sogenannten Gewehrfabrik etablirt werden. Die Einrichtung diese« für Oesterreich sanitär und wirtschaftlich hochwichtigen Anstalten soll im Laufe de» nächsten Sommer« erfolgen, so dass st« ihr« Thatig-keit mit 1. Octob«r 1897 würde beginnen können. WeUerprophqeinngcn sind in Amerika so be« liebt, das« ihr« Verbreitung durch die Presse nicht mehr ausreicht. Deshalb hat man in den Vereinigten Staaten damit begonnen, sie auf allen durch die Post beförderten Briefschaften anzugeben, ganz ebenso wie den Tag und die Stunde der Briefausgabe. Die in den amerika-nischen Postämtern ausgegebenen neuen „Wettermarken" tragen unten Bezeichnungen, wie: „morgen kälter" — „Schnee" — „veränderlich* — „Regen" — „schöne» Wetter." Die Amerikaner sind mit dieser Neuerung sehr zufrieden, aber wenn ihr« Wetterprophiten den unferigen gleichen, wird ihre Freude wahrscheinlich von kurzer Dauer sein. 3n dtrf heftigsten literarischen Widersachern de» jüngst v«rstorbev«n Wiener Komponisten Anton Brückn« gehört« der Musikkritiker der „N. Fr. Pr." Eduard Han«lick. Einst befand sich nun Brückn« in Audienz beim Kaiser Franz Joseph, um sich für ein« OrdenSauSzeichnung zu bedanken. Der Kais« war sehr li«b«nSwürdig. .Haben Sie noch irgend einen Wunsch?' fragte er schließlich. .Ich hält' schon", sagte Bruckner »«rlcgen und stockte wieder. „Nun, bitte! nur herau» mit d«r Sprache." — „Wann Euer Majestät mit dem Han»lick, der mich in der Neicn Frrirn Pressen so vtrputzt, a kraft'ge« Wörter! reden wollt«», i bitt Ihn« gar schien." Srieveis HSer?olizeirath. Der al» seit» weiliger Sequester von Wien bekannte Statlhaltereirath Dr. v. Friebei» ist zum Ob«rp«lizeirathe ernannt und ihm gleichzeitig der Titel eine» HokratheS verliehen worden. älteste Wann von Wie». Anfangs Jänner kommend«» JahrcS begeht der in Währing, Schopenhauerstraße Nt. 39 wohnhafte M. E. Kohn seinen 110. Geburtstag. Trotzdem d«r Grris erst vor Kurzrm «in« dreiwöchentlich« Krankh«it überstand, fühlt rr sich — wir « einem B«such«r mittheilte — wieder so frisch und munter wie zuvor. Z>ie Aertassenschaft eines reiche» Z>ienil-inädcöt'NS. Reiche Dienstmädchen sind gewiss ein« Sellenh«it, noch seltener ab« dürften Dienstmädchen fein, die ihren ganzen «sparten Reichthum zu wohl-thätigen Zwecken hinterlassen. Im verflossenen Jahre starb, wie damals berichtet würd«, in H«nal» da» Dirnstmädche« Marie Bieltk, in deren Nachlass« man zur allgemeinen Ueberraschung den Betrag von 50.000 fl. fand, darunter 20.000 fl. in Wertpapieren und 30.000 fl. in Ducaten, welche in Säckchen zu je 1000 fl. zusammengelegt waren. Dies« Tage wurde die V«lassensch«ft»abhandlung Marie Bielek zu Ende geführt und die Vertheilung der Legate begonnen. Man erfuhr hierbei, das» mit Ausnahme einer größeren Summe, welche da« Dienstmädchen einem Redemptoriften hinterlassen hatte, da» gesammte übrige Vermögen wohl» thätigen Zwecken bestimmt war. So waren für die Arme» Wien» 8000 fl. bestimmt, 300 fl. für den Kindergarten in Hernal», ferner Legate für verschiedene freiwillige Feuerwehren, für die Barmherzigen Brüder, für die Elisabethinerinnen u. A. Die Bielek hatte in mehreren Häusern durch nahezu 30 Jahre gedient, sich durch Sparsamkeit im Laufe der Zeit ein Vermögen «zielt und hiezu auch «erbte Gelder gelegt. Mehrere Monate vor ihrem Tode hatte sie den letzten Dienftplatz aufgegeben und lebte seither in einer ärmlichen Wohnung in Hcrnals. Von einer statte angefresscn. In Paris hat am 18. Oktober eine Ratte einem dreijährigen kranken Kinde, das die Mutter einen Augenblick allein gelassen, um Arznei zu holen, wahrend der kurzen Zeit fast da« ganze Fleisch eines Arme» abgenagt. AlS die Mutter in die Stube zurückkam, sprang da» Thier ron der Wiege. Der herbeigerufene Arzt legre sofort einen Verband an und hofft, die Kleine am Leben er» halten zu können. „Rückwärts fertig!" Bei den orientalischen Eisenbahnen war bisher die Amtssprache französisch und deutsch; die Schaffner gebrauchten bei Abgang de» Zuges immer den in Oesterreich und Deutschland üblichen Ausdruck „fertig", sowohl in der Türkei al« auch auf den ostrumänischen Linien. Seit einigen Tagen ist e» nun anders geworden: Die Inspektion der Ortenlbahnen in Sofia erließ den Befehl an ihre Unter-gebenen, dass sie sich in ihrem Verkehr mit dem Publi-cum nur der bulgarischen Sprache zu bedienen haben. Und so hört man anstatt „fertig" überall bi» zur türkischen Grenze da« slavische oder bulgarische ^otövo! Auf dem türkischem Territorium von der Station Mustapha Pascha bi» Conftantinopel ruft man jedoch noch imm« „fertig". Der Ruf „fertig" hat übrigens mit dem Verkehr zwischen Schaffner und Publicum gar nichts zu lhun, ist vielmehr für den Zugführer bestimmt, welcher danach sich bei der Abgabe seine« Abfahrtssignal« richlet. Aus Stadt und Land. Evangelische Gemeinde. Sonntag den l. November find« m der hiesigen evangelischen Kirche um 10 Uhr Vormittag ein Gottesdienst statt. Aegeknng des Sndöahnfahrplanes. Wie bekannt hat Herr Gemeinderath Rasch eine Petition de« Gemeinderathes beantragt, welche eine Regelung des Südbahnfahrplanes in der Richtung herbeiführen soll, das« den Bewohnern der Orte Tüffer, Römer-bad. Steinbrück, Hrastnig, Trifail und Sagor es ermöglicht werde, ihre gefchäftlichen Wege und den Besuch von Abendunterhaltungen ohne übergroßen Zeitverlust durchzuführen. Wie wir hören, wird sich auch die Handelskammer und das Cillier Handelsgremium diesem Einschreiten bei der General-direction der Südbahngesellschaft anschließen, welche hoffentlich in loyaler Weise den berechtigten Wünschen der Bevölkerung Rechnung tragen wird. Es wäre nur zu wünschen, dass alle mitinteressirten Gemeinden Industriellen, Gutsbesitzer, Badedesitzer u. s. w. einmüthig der so bedeutungsvollen Action bettreten. Es handelt sich bekanntlich darum, das« der Gramer Friihsecundärzug schon von Laibach aus eingeleitet um circa '/,8 Uhr hier eintreffen soll, so das« bis zum VormittagSpostzuge in Cilli die nothwendigen Geschäftsgänge besorgt werden könnten. Ferners soll der Grazer Abendsecundärzug, der in Cilli um 9 Uhr 13 Min. eintrifft, hier einen dreiviertelstündigen Aufenthalt nehmen nnd nach 10 Uhr Cilli ver-lassend bis Laibach ve» kehren. Es werden also eigentlich ganz unbedeutende Aenderungen verlangt, deren Einführung keinerlei erhebliche Schwierigkeiten machen kann. des ?ollgeb»«des. In der vergangenen Woche weilte Herr Sparcaffedirector Carl Traun in Wien und sprach beim Handelsministerium in der Angelegenheit der Erbauung des neuen Post» gebäudeS vor. Dort wurde ihm die erfreuliche Eröffnung gemacht, dass mit der Vergebung deS BaueS wahrscheinlich schon in diesem Jahre be-gönnen werden wird. Nachrichten vom Xnrockni vom. DienStag geriethen der Tischerlehrling Stefan Stojan und der Maurerlehrling Anton (!ater am Narodni Dom in eine Balgerei, wobei öater dem Stojan durch einen wuchtigen Schlag mit einem Ziegel» steine eine nicht unerhebliche Verletzung über dem Auge beibrachte. Der Kampf in „Zwing»Uri" fängt also schon früh an. UebrigenS sind auch schon die „Trockenwohner" eingezogen. Aer ßtnb der chemütbliche» feierte in diesen Tagen seinen 25 jährigen Bestand. AuS dem be« scheiden«! Rahmen eines „TafchenfeitelclubS" hat sich der „Club der Gemüthlichen' zu einer Ver« einigung emporgeschwungen, in der nicht nur Lebens-lust und Fröhlichkeit eine schöne Heimstätte aufge-schlagen haben, sondern die auch durch ernstes, zielbewußtes Streben in dem gesellschaftlichen Leben unserer Stadt hohe Bedeutung erlangt hat. Wer bei verschiedenen Anlässen in da» Leben des Clubs Einsicht genommen hat, dem bot sich immerdar ei» Bild treuer deutscher Gesinnung, freundschaftlicher Eintracht und untadeliger Hochanständigkeit. Auf diestn Grundsäulen hat sich der „Club der Gemüth« 4 liehen", dessen Mitglieder zum größten Theile dem Handelsstande angehören, nicht nur hohe Achtung, sondern auch die Anwartschaft auf ein schönes und ersprießliches Fortgedeihen gesichert, in welcher Richtung auch wir unS hiemit in die Reihe der Beglückwünschenden stellen. Der Haupltheil deS Jubelfestes bestand m einem glänzenden Festessen, welches am Sonntag abends unter Mitwirkung der Cillier Musikvereinscapelle im großen Casinosaal« abgehalten wurde. Daran nahmen nicht nur fämmt« lichc hier anwesende, sonoern auch viele von auS-wärt» eingetroffene Mitglieder, sowie geladen« Gäste theil. Von den letzteren begrüß.e der Obmann des FestauSschußes, Herr EggerSdorfer, welcher der Feftias'l präsidierte und den Festabend mit herzlichen Worten eröffnete, namentlich die Herren Vicebürgermeister Julius Rakusch. Sparkasse« director Carl Traun, Turnvater August Tisch, Kaufmann Krick und den Schriftleiter der „Deutschen Wacht". Herr EggerSdorser feierte sodann die glänzenden Eigenschaften des Obmannes Herrn Joses M a k e s ch, der seit 25 Jahren an der Spitze des Clubs steht und sich immerdar treu der deutschen Sache gewidmet und d«« Club stets auf der Bahn schönster Gem?itl)u^»e.. geleitet hat. Der Club fei stolz auf seinen Obmann und wisse diesem wärmsten und besten Dank für sein Wirken. Zum Zeichen dieses Dankes ü^-rreich'? Herr EggerSdorfer im Namen de» Herrn Makesch einen prachtvollen Brillantring. An die Mitglieder wurden zur dauernden Erinnerung an daS silberne Jubel« fest goldene Gedenkmünzen vertheilt. Herr Makefch dankte, von freudiger Rührung tiefbewegt, für die herrliche Ehrengabe, welche er stets wie ein Heilig« ttinm hochhalten werde und brachte dem Club ein begeistert aufgenommenes .Hoch!" Die Herren Girtler lGraz), Sikoschek (Wien) und Schmidt (Wien) überreichten dem Club durch den Erstge» nannlen mit einem herzlichen Glückwunsche einen prachtvollen silbernen Pokal als Ehrengabe, wosür Herr EggerSdorfer mit warmen Worten dankte. Hierauf wurden die zahlreich eingelangten Tele- {ramme verlesen, wovon wir namentlich jenes deS >errn Bürgermeisters Stiger erwähnen. Herr Friedrich Jakowit'"'. ' die Festrede, in der er «inen Rücken , i> Entstehung und das Wirken des ClubS warf und dessen deutschen Charakter hervorhob. In diesem Sinne habe sich der Club zum ersten Male bei der Enthüllnng des Kaiser Joseph-DenkmaleS betheiligt. Der Club hat für da« deutsche Haus 50 fl. gespendet unv eine Zeichnung unter den Mitgliedern ergab für den gleichen Zweck den namhaften Betrag von 382 fl. DaS Sparsystem werde im Club von einer Loos« gesellschaft durchgeführt. Schließlich pries der Fest« redner, welcher reichen Beifall erntete, das gemüth-tiche Leben im Club und brachte seinen Glückwunsch auf die Zukunft auS. Herr Jul. Rakufch würdigte in glänzender Rede die Vorzüge und den deutschen Charakter des Clubs und leerte als Erster auf dessen Wohl den neuen Ehrenpokal, gefüllt mit köstlichem Schaumweine. Herr Carl Traun brachte ein Hoch dem Blühen und Gedeihen deS Clubs, des Cillier KaufmannSstandeS und der HandelSan-gestellten. Herr August Tisch gedachte seiner ein-stigen Schüler, welche dem Club als Mitglieder angehören und erinnert« an das segensreiche Wirken deS Clubs im Schulpfennig« und Verschönerung«-vereine. Herr Staudinger brachte im Namen der ehemaligen Clubmitglieder einen herzlichen Trink« fpruch auf den Club aus. Herr Josef König gedachte der dr«i anwesenden Mitglied«?, welche dem Club seil seiner Gründung angehören und brachte ihnen — es sind dies die Herren M a k e f ch, Pell« und M i ch«l i t f ch — ein herzliches Heil! Die anwesenden Sänger brachten unter der Leitung deS Herrn Lehrers Wolf mehrere vorzügliche Chöre zu Gehör und wurden mit lebhaftem Beifall« belohnt. In ungezwungenem Zusammensein schwanden die Stunden, noch manche begeisterte Rede erklang und unermüdlich ließ die Musikcapelle ihre köstlichen Weisen erklingen. Capellmeister Dießl hatte dem Club zu seinem Jubelfeste einen prächtigen Marsch gewidmet. Gar schön endigt« das herrliche Fest, welches allen Theilnehmern unverlöfchbar in Er-innerung bleiben wird. Z>as Weinjahr 18%. Obwohl das Weinjahr 1896 im Allgemeinen nicht gut gerathen ist und von ihm nur mit „saurer Miene" gesprochen wird, so gibt eS doch in den deutschen Wein-gauen Leute, die sich dämm den Humor nicht rauben lassen. Gner dieser Humoristen hat treffend dem neuen Wein in einer fröhlichen Tafelrunde den Namen Li-Hung-Tfchang gegeben, weil der „96er"ganz wie der schlaue Chinese viel versprach und wenig hielt. AuS Rache, die auch »yeutscke martjf dem sauersten Wein gegenüber süß bleiben soll, soll dem alten Herrn in China ein Faß 96er (keine Auslese!) gewidmet werden. UebrigenS ist «S nicht daS «rst« Mal, daß schlecht? Jahrgänge mit poli« schen Vorgängen in Verbindung gebracht wurden. So wurde z. B. der »76er," der im Allgemeinen ebenfalls sehr reich an Säure war. an manchen Orten „Schipka" g«tauft. Hoffentlich trifftS auf den ,96er" zu, waS unverbesserliche Optimisten von Li-Hung-Tschang noch erwarten, nämlich: daß daS Beste noch — nachkommt. Pa wt.de» Weißt? zu Hyänen. Am Sonmag um 7 Uhr abends bot der Kaiser-Josef-platz das unerquickliche Bild einer wüthenden Rauferei unter Weibern. Die Krämerin Rasdeuschek bearbeitete mit den Fäusten eine TaglöhnerSiochier auS Gaberje und zog diese bei den Haarzöpsen herum. Ueber 100 Menschen folgten mit be« wunderungjwürdiger Spannung den Phasen deS .hochinteressanten" Schauspieles. Lichten»«",». Der deutsche Leseverein hitlt Sonntag den 13. October im Saale .Smreker' die Jahreshauptversammlung ab. AuS dem aus-führlich erstatteten Berichte deS Vorstandes ist folgendes zu entnehmen? Das abgelaufene vierte Bestandjahr war ein Jahr fruchtbarer Thätigkeit und strammen Zusammenhaltens. In nationaler Beziehung bethätigt« sich b«r Verein durch Ver-anftaltung eines größeren Unternehmens, dessen ReinenrägniS dem „Deutschen Studentenheim in Cilli" zugewendet wurde. In geselliger Be-ziihung war der Vorstand bestrebt, den Wünschen der Mitglieder nach Thunlichkeit zu entsprechen. Zur Förderung der Geselligkeit im allgemeinen dienten im Winter die Kapselschießabende, im Sommer die Kegelabende. Von weiteren Veran-stalningen seien erwähnt, der musikalisch« Ver-gnügungSab«nd am I I. October 1895, die Silvester-seier am 31. December 1895, bei welcher als Gäste die Fräulein Zwirn, Scheicher und Schindler mit-wirkten, der Familienabend am 1. Februar 1896, da« Trachtenkränzchen am 15. Februar 1896 und der HäringSschmauS am 19. Februar 1896. Der eigentliche Zweck — aus das geistige und nationale Leben seiner Mitglieder anregend zu wirken, dürfte daS Jnumlauffetzen der besten deutschen belletristischen und zweier deutschnatio« naler Zeitschriften erreicht worden sein. D.r deutsche Leseverein ist ferner Mitglied des „Allgemeinen deutschen Sprachvereines' und wurde dessen Monats« schuft den Mitgliedern zukommend gemacht. — Die Bücherei ist im Schulvereinigebäude unter-gebracht, und zählt 128 gebundene und 105 un-gebundene Bücher, außerdem neuangeschaffte Musi-kalien für daS HauSorchester. Eine kleine Bücher-spende ist dem Vereine vom .Alldeutschen Verbände in Berlin" zugekommen. Im Mitgliederstande ist eine wesentliche Veränderung nicht eingetreten, die Zahl der Mitglieder beträg' 42. Die Geldgebahrung hatte ebenfalls ein günstiges Ergebnis, die Ein-nahmen beliesen sich auf 182 fl. 05 kr., die Aus-gaben 178 fl. 72 kr., somit ein Casserest 3 fl. 33 kr.; außerdem wurde ein Musikfond zum Ankauf eineS Klavieres geschaffen, welcher 45 fl. beträgt, endlich besitzt der Verein einen Sparpsennig von 30 fl. 91 kr. Zur Ordnung der Vereinsangelegen-heilen waren eine Jahres- und vier Mona«soer-sammlungen erforderlich. Der Vorstand schloss seinen Bericht mit dem Wunsche. eS möge sich der deutsche Leseverein auch fernerhin gedeihlich ent« wickeln, auf dass er das durch die Satzungen vor-gesteckte Ziel erreiche und mit der Bitte, die Mit« glieder mögen dem Vereine treue Anhänglichkeit bewahren. Bei der hierauf vorgenommenen Neuwahl wurden folgende Herrn in den Vorstand gewählt: Heinrich Viditz, Obmann, Stationschef Franz Tfchernoufcheg Obmannstellvertreter und Schrift-führer, Gustav Schalk Säckelwart. Als Mitglied wurde ausgenommen Herr Dr. Anton Wienerroither. Beschlossen wurde ferner« die Abhaltung einer Siloesterfeier, deren Erträgnis dem Fonde zur Anschaffung einer Schulfahne für die deutsche Schulvereinschule zuzufallen hat, weiiers der in Berlin erscheinenden „Deutschen Zeitung' ver« suchsweise auf ein Vierteljahr. Der geschäftliche Theil wurde hierauf vom Obmanne mit Dankes« worten an die hochgeehrte Familie Smreker, in deren Räumen sämmtliche Veranstaltungen statt-fanden, geschlossen. Nun trat das HauSorchester in Thätigkeit und hielt die zahlreich erschienenen Mitglieder und Gäste noch lange Zeit in fröhlicher und launiger Stimmung beisammen. LichteawaH. Anlässlich de« Scheiden« de« zum k. k. GerichtS-Adjunkte in Mahrenberg er-nannten Herrn Wilhelm Kronaßer fand Sonntag im Saale Smreker eine folenne Abschiedsfeier statt. 1896 Deutscher Schukverein. In der AuSschuss-sitzung am 20. October wurde der OrtSgrupp« Jablonetz für das Ergebnis eines Zwetschkenknödel-essenS, der Bezirksoertretung. der Stadtgemeinse und der Sparcasse in Fürstenfeld für Beiträge und dem Lese« und Gesang -UnterhaltungSvereine in Gonobitz für eine Spende der geziemende Tank ausgesprochen. Hierauf wurde der Bencht über die erfolgte Bescheinigung der neugegründeten LnS-gruppe in Maria Rast und der Neubelebung ver Ortsgruppe FohnSdors zur erfreulichen Kenntnis genommen und für die Kindergärten in Völkermarkt und Eifenkappel Subventionen weilerbewillig». Nach Berathung von Angelegenheiten der Schule in Domschale wurden Angelegenheiten der Verein»« schulen in Holleschowitz. Lipnik und Wischowiy fowi« des Vereinskindergartens in Oberdorf berathen und der Erledigung zugeführt. Schaubühne. Kienzls .Evangelimann" erzielte am letzten SamStage vor ausverkauft«»» Haus« eine» vollen Erfolg. Wir werden über diesen bedeutungsvollen Abend in der nächsten Nummer ausführlich berichten. Als zweite Vorstellung im Abonnement ivur?e Dienstag „Don CarloS" gegeben und haue» wir somit Gelegenheit daS Können unserer Gesell-schakt auch auf dem Gebiete der Tragödie zu be-urtheilen. Herrn Aman'S Don Carlos setzte an« fänglich recht schwach ein, eS schien ihm die Wärme de« Gefühles zu fehlen, die er sich sichtlich erst später im Zusammenspiel mit seinem Panner holt«. Sein, ihm unbestrittenes Können hätte ohne Zweifel reichere Anerkennung gefunden, hätte sich Herr Aman im Affecie besser beherrscht und sich leb-hafter bemüht, mehr Colorit in diesen zu bringen. Diesbezüglich hätte Landa'S Pofa als Musier dienen können. Diese Figur war auS einem Gusse, und litt nur im Zusammenspiel mit Herrn Beiger, welcher unS «ine» Philipp bot, wie er uns noch nicht begegnete, aber auch nicht einfältiger gedacht werden kann. Diese Besetzung war ein Missgrrff der der ganzen Vorstellung Eintrag that. Unt« den Damen gebührt dem Fräulein Horak (Prin-zessin Eboli) die Palme des Abends. Ja ihren Spiel lag echte dramatische Kunst und man erkennt in ihrem Spiele daS fleißige Studium bedeutender Vorbilder, ohne darum in ihrer Darstellung jene Originalität zu vermissen, die eigen« Auffassung und Kraft erkennen lässt. Fräulein Gigl all Elisabeth war in ihrem Spiele decent und vorzüglich war eS die Darstellung deS Seelei-kampseS, den sie vorzüglich wiedergab. Auch alle übrigen Darsteller entledigten sich ihm Ausgaben mit Geschick. Zu tadeln war da dieser Vorstellung die Dürftigkeit der Comparferie. Wir hätten gedacht, dass man einer Schillerschei Schöpfung schon einige Statisten bewilligen kann. Wenn Philipp von seinen Großen des Reiches uni die Königin von d«m Hofstaate sprechen, die fit umgeben, erinnert ts an Scenen-Proben. wemi weder von den Großen deS Reiches noch von diin Hofstaate etwas zu merken ist. Ueber sonstig« Striche in der Regie sei geschwiegen. —r— Wegen Erkrankung des Fräulein Perlinger findet die nächste Vorstellung erst Sonntag stall und soll Lortzings Oper „Der Waffenschmied von WormS" gegeben werden. vermischtes. Jas Schimpfwörter-Lexikon hat auch m dem gegenwärtigen amerikanischen Wahlkawpf« manchen hübschen neuen Zuwachs erhallen. I» republikanischen Neu-Dorker Blättn» wird der democratische PräsidentschaftS-Candidat ein 8riiü< drachenboß genannt, während fein« Anhänger mir d«m Ehrentitel „mondscheinlerische Lazzaroni" begrüßt werden. Im Westen nennen die Silberlnue die Republikaner „Goldwanzen". In einer Zeimng von Kanfa« erhielt Gouverneur Tillman d>u folgende Compliment: „Tillman ist ein feigmauliger Feigling und ein Kritcher, d«n alle anständige» Menschen verachten und verabscheuen.' Ein farbiger Geistlicher in Virginien sprach von der Kanzel, ehe der demokratische PräsidentfchaftScandidat Bry» sein« AgitationSrede im Staate begann, das folgende Gebet: „Wir wollen die Politik von der Kirche fernhalten, wir können uns aber doch nicht helf«, Dich, Herrgott, zu bitten, auf den armen, elenden Sünder Bryan Acht zu geben, der im Bunde mit dem Satan in unseren Staat dringen will. Wir bitten Dich, lass ihn kein Unheil anrichten, und wenn «s nicht zu viel verlangt ist. vergieb ihm seine täglichen Sünden und dann klopf ihm i« nächsten November den Pelz'tüchtig aus.' *«9G „D-ntfch- W«cht- 5 Mestraftc Köffichkeit. In einem der Pferde» bahnwagen, die von Highgate nach Moorgaleslreet lausen, spielte sich dieser Tage ein überraschender Austritt ab. Der Wagen war ganz voll, alS eine junge Dame, der kurze Haare und ein goldener Zwicker ein etwas gefährliches Aussehen gaben, aussprang. Ein junger Herr bot ihr ^einen Sitz an und machte ein sehr erstauntes Ge.ichl, als die junge Dame nicht nur sein Angebot ablehnte, sondern ihm mit lauter Stimme folgende Strafpredigt hielt: „Ganz gewiss nicht. Diese sogenannte Höflichkeit der Männer ist nur die Vergoldung unlerer Ketten. Sahen sie in uns ihresgleichen, so hörten diese Galanterien bald aus." Sprachs und blieb stehen; die übrigen Fahrgäste lächeln vergnügt vor sich hin, und der höfliche junge Mann sah aus, alS ob er für alle Zeiten von seiner Höflichkeit curiert wäre. In Arestan hat sich einmal folgendes zu-getragen: Kaiser Friedrich war in jungen Jahren zum U. Regiment commandie... Er besuch!« damals auch «ine Berathungssitzung deS OberlandeSgerichteS in der schleichen Hauptstadt. Um dem hohen Herrn etwaS vorzutragen, was ihn voraussichtlich fesseln würde, ließ der Präsident eine Sta.iftii der Der-brechen mittheilen. Der Be. chterstatter wies nach, dass die Diebstähle in den letzten Jahren erheblich abgenommen hätten und knüpfte daran die Be-merkung, man könne daraus «.'«he», dass die Sitt-lichkeit immer mehr zunehme. Da erhob sich das durch seine Freimüthligkeit bekannte Mitglied deS Gerichtshofes, Freiherr von Amstetten, und sagte trocken: „Glauben Sie eS nicht, königliche Hoheit! Die Kartoffeln sind billiger geworden." Mnprbrechlich« Hlasgtf'äß«. In einiger Zeit dürsten derartige GlaSgesäß« schon auf den Markt gebracht werden. Diese Gesäße sollen wie wir einer Mittheilung deS Patent-Bureau I. Fischer m Wien entnehmen, in der Weise hergestellt werden, dass man zwei GlaSIagen übereinander anbringt, von denen die innere einen niedrigeren Ausdehnung«-Co«fficient«n hat als die äußere. Die Herstellung solcher Artikel würde jedenfalls gar keine Schwierig-keil machen, indem der Bläser einfach Material mit niedrigem AuSdehnunzS-Coefficienten in seine Pjeis« nimmt und das so geso..nte Gesäß mit der Außenseite in ein Material mit höherem Coeffi-aenten eintaucht. Abgeführt. In dem verjudeten Jschl zur Eommersztil aus «mer Bank in einer schattigen Anlage sitzt eine moschuSdustend« grellsarbig aus-geputzt« Jüdin und liest. Eine sehr einfach ^e* kleidete junge Dime, ein Kinderwägelchen vor „Z mit Schaden" an die Expedition. „.« Tante deS Bruder des Schwagers der F^au eines einflußreichen Abgeord-neten hat noch einige Dutz.ad wenig gebraucht« GeheimrathStitel zu vergeben. T ,t billigst, bei Baarzahlung 10 H tt .a. Adressen sub „Schnelle Ca..ivre", Postamt Schumla. — All . Leidens-gesäh en theile ich aus Dankbarkeit umsonst mit, wie ich besoldeter Hilfsarbeiter im Ministerium des Inner,> geworde,l bin. v. Schnauz, ehem. diäten« loser Assessor. — Her v. Schnauz theilt aus Dank-barkeit u.n'ons» mit, wie er durch meine Ver-Mittelung »esoldeter Hilfsardeier im Ministerium des Jnne..» geworden ist. JeitteleS Levy, I. k. k. Ve.nittelungSbureau. — Lohnende Beschäftigung in seinen freien Stunden sucht Eifenbahn-Minister, der besonders in Tunnelbauten und anderen Durch« stechereien sehr geübt ist. Gefl. Adressen an da« Bureau „Alles für Geld ohne gute Worte" in Budapest. Hut gemeint« Wirst« für Sra n. Sprich nicht zu viel von jener Zeit, w ? frei und und ledig warst. — Wenn dein Gatte Abends von der Arbeit heimkommt, so zähle ihm nicht deine TageSarbeiten vor. Sag« ihm nicht, wie ungezogen die Kinder waren und wie viel sie dir zu schassen machen. — Erzähle ihm nicht, daß die Waschleine zerriß und du alle darauf hängende Wäsche noch» malS besorgen mußtest, während das Baby den ganzen Tag geschrieen hat. — Nörgle nicht mit deinem Galten. ES giebt kein häßlicheres Wort als dieses, und die Nörgelei ist e»n rechtes Laster. Einem Manne, der eine solche F.au hat, die nie-malS den Mund hält und sortwährend tadelt, muß man Vieles nachsehen. — Vergleiche deinen Mann nicht mit anderen Männern zu seinem Nachtheil; sage ihm nicht, du wünschest, er wäre wie dieser oder jener Ehegatte; du mußt doch fühlen, wie unweis« daS ist. Mit liebevollen Worten koinmst du weiter, als mit solchen nutzlosen und wohl gar ungerechten Vergleichen. Bist du deinem Erkorenen wirklich in Lieb« und Treue zugethan, so laß ihm recht oft wissen, daß du ihn für den besttn, gütigsten und schönsten Ehegatten hältst. Sollte er dies in Wirklichkeit nicht ganz sein nach deiner Ansicht, so bahnst du ihm doch freundlich den Weg, es zu werden. — Werde nicht nachlässig in der Kleidung. Dein Gatte sagt vielleicht nichts über dein AeußereS, aber du kannst sicher sein, daß er es bemerkt, wenn du mit unordentlichem Haar und liederlichem Kleide herumläufst. Künstliche Aäßne. Welchen gewaltigen Aus-schwung die Fabrikation künstlicher Zähne in den letzten Jahren in Amerika genomnien hat, beweist allein schon die Thatsache, daß im Jahre 1894 gegen acht Millionen falscher Zähne von einer ein-zigen New'Aorker Fabrik in dm Hand«! gebracht wurden; man wird nicht ü.en, wenn man die Ge-fammtzahl der in amerikanischen Werkstätten her-gestellten künstlichen Zähne auf mindestens zwanzig Millionen jährlich veranschlagt. A'S Herstellungs-Material dient Caolin, Feldspath und Bergkrystall. Die avl diesen Materialien sabrizirten Zähne werden mit einer zart gefärbten Schmelzschicht versehen, welche derjenigen von natürlichen Zähnen völlig entspricht. Der Preis eines solchen „Kunstwerkes" schwankt zwischen 1 Mk. und 1.70 Mk., weshalb sich nur Wenige den Luxus eines solchen künstlichen Gebisses versagen. Dem Ersetzen schadhafter Zähne durch solche von Porzellan macht das Ausfüllen der ersteren mit Gold eine bedeutende Konkurrenz. Den Angaben eines Statistikers zu Folge solle» jährlich gegen 8000 Kilogramm Gold diesem Zwecke dienen, wa» einer Summe von ungefähr 350.000 Mk. gleichkommt. Kin Kiesengeschütz. Aus New-Dork wird ge-melde«: „Die Brown SegmentalWireGun Kompany" hat vom Kriegsminister den Kontrakt über die Lieferung eines Geschützes, Modell Brown, das 33.000 Dollars kosten soll, erhalten. Dieses Geschütz soll einen Seelendurchmesser von 10 Zoll haben. 30 Tonnen wiegen, eine Widerstandskrast von 75.000 Pfund auf den Quadratzoll besitzen und 45 Fuß, mit einer Seelenlänge von 37'/, Fuß. lang sein. Es vermag mit entsprechender Pulver-ladung ein 600 Pfund wiegendes Geschoß zwölf englische Meilen weit und darüber zu schleudern, und kann, wie behauptet wird, auf eine Distanz von wenigsten« drei Meilen den Panzer eines jeden, gegenwärtig in Dienst befindlichen KriegSfahrzeuges mit Leichtigkeit durchschlagen. Bei einem Maximal-druck von 30.000 Pfund per Quadratzoll würde die Anfangsgeschwindigkeit des Geschosses 2800 Fuß in der Sekunde betragen, dieselbe könnte jedoch, wie der Erfinder versichert, ohne große technische Schwierigkeiten bis zu 3000 Fuß in der Sekunde bei einem Druck von 60.000 Pjund per Ouadrat-zoll gesteigert werden. Das Geschoß würde dann einen schmiedeeisernen Panzer von 27 und einen Stahlpanzer von 22 Zoll Dicke durchshlagen können, waS von dem FonifikationSausschuß verlangt wird. Z)ie £otc1t* dc.' Königin. Einen hübschen Zug erzählt man sich von dem Kronprinzen von Italien, dessen Mutterliebe sich darin besonders zu erkennen gibt. Königin Margherita besitzt eine Schnur rosafarbener Korallen, die sie Tag und Nacht zu tragen pflegt. Hat die Fürstin eine Toilette, wozu die Kette nicht paßt, so wird sie unsichtbar getragen. Mit diesem Schmuck hat eS eine eigene Bewandtnis. Vor nun 14 Jahren ging der damals dreizehnjährige Kronprinz mit seinem Erzieher in Venedig spazieren. Da sah er in einem Schaufenster herrliche Korallen, die ihn entzückten. Sofort kam ihm der Gedanke: „Die wirst Du Deiner Mama kaufen." Er trat in den Laden, fragte nach dem Presse, und als man ihm diesen nannte, rief er auS: „So viel Geld hab' ich nicht, aber ich werde Ihnen einen Vorschlag machen: Ich taufe einstweilen fünf Korallen; heben Sie mir die andern auf, uud so oft ich von meinem Taschengelde etwas erspart habe, schick« ich «S Ihnen, und Sie senden mir dafür mehr von den Koralten." DaS Geschäft ward abgeschlossen, und ei bedürfte zweier Jahre, bis der Prinz die Freude hatte, feiner Mutter die Schnur zu überreichen. Die Königin war so gerührt, als man ihr die näheren Umstände dieses Kaufes mittheilte, daß sie unter Freuden-thränen zu ihrem Sohne sprach: „DaS ist »nd bleibt nun daS kostbarste Juwel meines Schmuckes; ich werde es niemals ablegen, denn es soll mich immer an Deine Zärtlichkeit erinnern." Interviews von der Eröffnung des Laiöacher „Narodni vom". 1. Das neue Haus. ES war in der achten Abendstunde, daS flo-venische Publicum wohnte der Festvorftellung im Theater bei. Diese Gelegenheit benutzte ich, um mir den zu eröffnenden Xarodni Dorn ungestört zu besehen. Der Bau erstrahlte bereits in dem elektrischen ZukunstSlichte unserer Stadt. Diese Art der Beleuchtung deS Hauses empfiehlt sich theils wegen der stärkeren Leuchtkraft, theils wegen der staunenswerte» Billigkeit der Anlagen, welche be-kanntlich von der Firma SiemenS und Halske mit bewundernswerter Uneigennützigkeit unentgeltlich ge-liefe« wurden. Die fabelhafte Wohlfeilheit der Betriebsanlagen dürfte auch die Väter der Gemeinde bewogen haben, künftig der ganzen Stadt eine gleiche Beleuchtung zu geben, wogegen unter andere» Umständen, sonderlich bei Dtm Mangel einer billigen Wasserkraft, finanzielle Gründe sprechen würden. Der Narodui Dorn repräsentierte sich mir ganz gut im hellen Lichte der Glühlampen, doch hielt ich dasselbe andererseits nicht für das günstigste Mittel, den Mangel einer gedeckten Zufahrt zu verdecken, der mir st«tS aufg«fall«n war. Ich b«-schloss, mir über die etwa vorliegenden Gründe dieses UeoelstandeS gelegentlich von berufener Seite Aufklärung z» holen. „Danke fehr", sagte de« Hanse« redlicher Hüter, indem er den leichten Druck meiner Hand nicht ohne Wärme erwiderte, dann fuhr er in dem erhabenen Tone eines SchaubudenmanneS fort: „Sie wollen sich unseren Narodni Dorn ansehen — 6 das ist aber (das slovenifche „i>a", im Laibacher Hausdeutsch in reichlichstem Maße und meistentheils mit überraschender Falschheit angewendet. A. d. R.) eine Perle unter den öffentlichen Bauten unserer Landeshauptstadt. An diesem monumentalischen Baue, mit dem einem lange und tief gefühlten — mit Respect — Bedürfnis der Slaven«,» Rechnung getragen wurde, hat aber die ganze Nation gebaut. Vor mehr als einem halben Jahrhundert bereits war aber der große Gedanke angeregt worden, einen Sammelpunkt unsere« nationalen Leben» zu schaffen, aber erst im Jahre 'siebzig wurde durch Dr. Mosche der Narodnidomoerein ins Leben ge» rufen, dessen unermüdlicher Thätigkeit das große Werk gelungen ist. Heute ist der prächtige Bau vollende«, ein Zeugnis thatkräftiger Vergangenheit, eine Gewähre für die Zukunft. Arm und Reich, Hoch und Niedrig trug aber sein Scherflein bei, jeder Ziegelstein ist aber ein Opfer, freudigen Herzen« hingelegt am geweihten Altare der Volks» und HeimatSliebe. Große Schwierigkeiten sind siegreich überwunden, alle Kommenden werden aber gleiche Opferwilligkeit finden: die Nation hat sich mit diesem Hause ein ehrenvolles Denkmal gesetzt, eine Stätte geschaffen zu künftiger kräftiger Pflege ihres VolkSt^um», ihrer Cultur, eine Stätte, welche aber alle Slovenen zu rauschenden Festlichkeiten und ernstem Thun vereinigen, zu Einigkeit und Vaterlandsliebe zusammenführen soll. Da« aber waUe Gott!" Tiefaufathmend hielt er inne, und zu feiner gewöhnlichen Ausdrucksweise zurückkehrend, sagte er: „Sehen Sie diesen Herrn, ist aber auch ein Fremder, er war aber schon öfter hier und kennt sich au«. Dem gehen Sie nach." Ich that, wie mir geheißen und folgte dem Fremden, der eben die breite Treppe, die vom Vestibül in daS Innere führte, emporstieg. Leider gelang eS mir auf meiner ersten Ent-deckungSfahrt nicht einen genügenden Ueberblick über die innere Anlage deS Hauses zu erhalten: eine Reihe von Haupt- und Seitenthüren, die in ein verzweigte» Netz von Corridoren münden, eine Flucht von Haupt» und Nebentreppen, von denen man zu den beiden Portalen und ungezählten Nothausgängen gelangt — so schwankt Bild in meiner Erinnerung. Wer Ruhe und Sammlung sucht, stille behagliche Räume, in denen man abseits von dem Getriebe der „tönenden Hallen" und Gängen in einem lauschigen Winkel seine Cigarre raucht und seine Zeitung lieSt, wie es einem in anderen Clublocalen immer ermöglicht wird — der wird nach meinen Erfahrungen vergeben« suchen. Ich kam zu dem Schlüsse, dass da» rege nationale Leben im Xarodni Vom nach dem Plane seiner Erbauer, dem Zuge unserer unaemüthlichen, hastenden Zeit folgend, hauptsächlich auf den Gängen, Haupt» und Hintertreppen auf und abpulsieren werde. Mein Führer schien trotz seiner früheren Besuche noch nicht zu dieser Einsicht gekommen zu sein, er hatte noch nicht resigniert, er hoffte noch — doch ich greise vor. Aussehen und Gebahren de« ManneS machten auf mich durchaus einen Vertrauen erweckenden Eindruck: auf feinem Antlitz lag ein Hauch leben«-froher Gutmüthigkeit, fein Schritt schien zielbewusSt und sicher, er musterte die Räumlichkeiten mit der Miene eine« Ortskundigen. Er schien nicht erstaunt, al» unS eine Thür gegen mein Erwarten wieder auf den Corridor brachte, er verlor feine Sicherheit nicht, als wir gleich darauf durch eine andere Pforte, hinter der ich mir ein kleines duen Retiro dachte, vor einer Seitentreppe standen, die zu einem Nc:hauSgang führte. Al« sich eine ähnliche kleine Überraschung in kürzester Frist wiederholte, begann er gedankenvoll ein beliebtes Volkslied zu pfeifen — nach und nach aber war ein Schwanken in feiner Haltung bemerkbar: vor jeder neuen Thür schien ihn eine gewisse Beklemmung zu befallen, seine Hand zögerte, auf die Klinke zu drücken, und wenn er sich nach mir umblickte, wa« jetzt häufiger geschah, konnte ich sehen, dass jene gemüthliche Bonhomie, welche mich so sehr angesprochen hatte, au« seinen Zügen gewichen war: Dstster und menschen-feindlich streifte mich sein Blick, und seine Gangart wurde rascher und rascher. Eine unerklärliche nervöse Saft schien ihn beim Anblicke jede« der uniformierten auSdiener zu befalle«: fah er einen am Ende de« Corridor« auftauchen, so machte er mit einemmale Kehrt, war daS nicht mehr möglich, fuhr er in die nächste Thür, auch wenn wir eben auS der-selben herausgetreten waren, oder er stürzte sich die nächste Treppe herunter zu einem NothauSgang und starrte — scheinbar gleichgültig — in die Nacht hinau«, bis die Schritte de« Gefürchtet«» oben verhallt waren, dann erst stieg er mit leisem Pfeifen die Stufen empor. So gieng« treppauf „Deutsche Wach!" treppab, kreuz und quer wohl eine halbe Stunde lang, da« Tempo meine« Führer« nahm nachgerade eine beängstigende Raschheit an. wir giengen nicht, wir liefen .... Eben waren wir vor einem der Furchtbaren in da« Erdgefchos« entronnen, da schob „ch ein breiter Schatten zwischen un« und den nächsten AuSgang: auf der Kappe de» Manne» glänzten die Initiale ,N. D." Im übrigen ha. e unser Gegenüber nicht» Schreckliche» an sich, sein Mund grinSte höflich und verbindlich und that sich zum Sprechen auf. Ein Ausweichen war nicht möglich. Mein Führer stieß einen gedämpftm Pfiff au», dann aber schien ihn mit einemmale die alte heitere Laune zu über» kommen; er trat dem Menschen entgegen, redete ihn herzlich auf flovenifch an, lacht« überlaut, sprach ununterbrochen, während er in die linke Westen-tasche griff, dann drückte «r ihm etwa» in die Rechte und lachte wieder, drängte den sichtlich Er-freuten sanft bei Seite, schwenkte den Hut zu jovi-alem Gruße und tänztlte rasch dem AuSgang« zu. An der Trepp« strauchelte er; da« schien noch mehr zu erheitern, er lachte und ich höUe sein Lachen noch al» er bereit» meinen Blicken verschwunden war. E» klang so eigen» dies«« Lachen . . . „Heiß", sagt« ich zu d«m Diener, der mich breit angrinSte, „da» Stiegensteigen" ... ich konnte nicht weiter. „Ah. der Herr haben sich aber unser Hau« angesehen, ja eine Perle unter öffentlichen Bauten unserer Landeshauptstadt. An diesem — äh — Bau, mit dem einem langen und tief ge» fühlten — äh — Bedürfniss« der Slovenen Rech» nung getragen wurde, hat aber die ganze Nation gebaut. Vor mehr al» einem halben Jahrhunderte bereit» war aber der große Gedanke angeregt worden" . . . Da» klang mir fo bekannt — oh mir dämmerte eine trübe Ahnung, rasch griff ich in die link« Westentasche, wie ich e» von meinem Führer gesehen hatte.....jeder Ziegelstein ist aber ein Opfer . . ." «Da» walte Gott!" fiel ich herzlich ein und drückte seine Hand. „Das walte Gott!" Dabei lüftet« ich freundlich meinen Hut und ließ den tief Gerührten stehen. Aus dem Wege zum Portale bemerkte ich im Vorbeigehen eine Thür aus der ich Tukaj la»; e« kam mir vor, al» wären wir — ich und mein Führer — hier nicht durchgegangen. „Sollte am Ende doch" mit leisem Hoffen drückte ich aus die Klinke — es war ein — Notheingang. Im Vestibül trat mir grüßend der Portier entgegen. „Wie hat e» aber dem Herren gefallen? Ah? Eine Perle der öffent-lichen Bauten unserer Landeshauptstadt. . ." „Da» walte Gottl" und damit war ich im Freien. An einem Baume der angrenzenden Allee lehnte eine gebrochene Gestalt. Beim Schein eines Schwedischen, mit dem ich mir ein« Cigarren an-zündete erkannte ich meinen Führer. „Sie werden sich erkälten, Herr", wandte ich mich theilnahms-voll an den Gebeugten, „Sie sind erhitzt und die Nachtluft ist kalt und feucht." Er starrte mich mit ausdruckslosem, irrem Blick an und begann leise zu pfeifen. Ich konnte keine Melodie herau»-trieben. „Der Herr gebrauchen wohl die Ent-fettungscur?" fuhr ich nach einer Weite fort. „Da» Haus ist ja in der That wie geschaffen zu einer solchen Curanstalt. — Sollten vielleicht die Erbauer unter anderen auch diesen heilsamen Zweck ins Auge gefasst haben?" . . . Ich sah in den Augen meines Gegenübers ein unheimliches Feuer auf-lodern. .Preklat hudiß' zischte er hervor. Ich schloss daraus, das» der Mann kein Deutsch ver-stand. Es konnte leicht ein Missverständnis herauswachsen; dem vorzubeugen machte ich mich über-flüssig. Im Gehen wandte ich mich noch einmal um. Da stand der Unglückliche ausgerichtet in der Mitte d«S Wege» und schüttelte die erhobenen Fäuste gegen Himmel. .Preklet hudic!* Ich weiß nicht, galt e» mir, galt e» jemandem anderen, oder galt e» dem Mond«, der eben au» de» Wolken getrettn war und auf all' den Jammer herunter» sah mit seinem gewöhnlichen Faden Ausdruck, mit dem blasierten Lächeln «in«s Hohlkopfe». Schriftthnm. Waldferien. Ländliche Geschichten für die Jugend gewählt aus den Schriften von P. K- Ro segger. Mit 20 Abbildungen. Zweite Auflage. — I? Bogen Octav. 3n Sardendruckumschlag cartonirt. Preis Z fl. 2V kr. — * Mark, legant gebunden mit Goldschnitt 2 fl. 75 kr. — 5 Mark. Sine Jugendfchrift vom alten P. fi. Rosegger. dem Menschen' und Jugendfreunde mit dem warmen Herzen, dem ichelmisch-heiteren Munde und dem liebenswürdigsten unserer Erzähler-talente. darf wohl auch in ihrer zweiten Auflage gerne al« eine tätliche Gabe für unsere reifere Jugend begrübt werden. Wer von den Aelteren hätte sich nicht schon an den ichalk-halten und gemüthsvollen G-schichtlem ergötzt. die der Dichter auS seiner Kinderjahre Lust und Leben erzählt, wer 1896 hätte ihn nicht auf seiner idyllisch-naiven Erzählung „Als ich den Kaiser Josef suchte" mitbegleitet und wer nicht eine Geschichten auS Rosegger'S Knadenjahren bewunden. Sie alle enthalten einen so »östlichen Schatz warmer Empsin-dung. sittlichen Adels und etiu-S wahrhaft wohlthuende» Humors, dafs wir für das empfängliche Jugend gemüth keine edlere und erhebendere Gab« wissen, als Rofegqer'» kernigfrische in zweiter Auflag« vorliegende „Waldserien". Das treffliche Buch hat Meister Greil mit so allerliebsten Bildern geschmückt, bei denen unsere Knaben und Mädchen ge.ne ve..oeilen werden — bilden sie ja doch die schwer zu entbehrende Ergänzung jedes echten und rechten Kinder-buches, das in gleicher Weise Auge und Herz erfreuen soll-In jedem deutschen Hause möge diese» treue deutsche Buch zu Nnden sein und die schalen, verderblichen „Indianer"-Geschichten mit verdrängen helfen. Die Zeit der Weinlese ist gekommen. Böllerichüsi« und Glockengeläut rufen hinaus ins Rebgelände und tausend und abertausend Hände regen sich, um die schwellenden Trauben zu schneiden und zum Keller zu schaffen. Wer in «röhlicher Stimmung beim Glase Wein ntzt und den goldigen Trank mit Bebagen binabschlürft, denkt wohl kaum an die viele MiiHe, die er bis dahin gemacht hat. an den compu-zirten Weg, den der cktedensast vom Stock bi« ,um Faß und zur Flasche zurückgelegt hat. In dem soeben heraus-gegebenen H«st 7 der weit und dreit als lieber HauSireund willkommen geheißenen Familienzeitschrift„Für a.le Well" (Teutsches BerlagstiauS Bong & Co . Berlin W., PreiZ de» BierzehntagShefteS 4» Pf.) wird der Gang der Weinle,-. das „Rebbeln", Maischen. Keltern. Pressen. Füllen. Sähren k. k. in einem mit prüchtiaeu JUujtrationen von Künstler-Hand versebenem Artikel le.endig vor Augen geführt und in feinsinnigster Weise dem Zauoer, den Rhein und Wein ausstrahlt, gehuldigt. ___ „„ „ , . Von der Wiener Wochenschrift ,,D»r Zelt" ist soeben das 106. Heft erschienen. Aus dem Inhalt desselben beben wir hervor: Neue Männer. Bon K. — Die böhmische Krise. Bon Prof. Dr. Th G. Masaiyk. — Tie Illusionen deS Socialismus. Von G. Bernard Shaw. — Das unendlich Kleine in der Phisiologie und Pathologie. Bon Eduard Sokal. — KraSnopolski» letzter Versuch. Bon Prof. Franz Brentano. — Wir Jungen. Bon Dr. Richard M. Meyer. — Platen. (Zum hundertsten Geburtstag.) Von Hermann Ub«ll. — Felix Tö.ndschr>tt eine Streck« zurücklegt, wel^e, aus einer Chaussee gegangen, gut drei deutsche Meilen betragen würde. Und dieser Anstrengung giebt sich ein Wesen hm. dem es am Tage vielleicht ,auer fällt, nur eine Stunde ordentlich spazieren ,u geben oder einen kleinen Berg zu ersteigen. Da^er sollen ,ehr zarte oder junge Geschopsche» sily erst vom Arzte Gennyheit darüber verfchassen, ob sie auch nicht an einem Herzfehler leiden oder lungenschwach sind. Sie mögen sich lieber noch ein oder zwei Jahre lang kräftigen dulch fleißiges Berg-sieigen, Schlittschuhlau'en. häufiges und energisches Ein» athmen von frischer, freier Luft und regelmäßiges Baden. Waium sind es nun aber immer Mädchen, oft auch ganz gesunde und kräftige, die sich beim Tanzen einen »Kna; holen, und nie die jungen Männer? Dm« und alle hygienischen Fragen, die mit dem Tanze zmammenhänaen. oe-antwortet daS neueste Heft der berühmten Zeitschritt ^Zur Guten Stund»" (Berlin W.. Deutsches BerlagShauS Bong & Co.), welches wiederum ein Belag dafür ist, welch« Fülle von Darbietungen für den billigen Preis von so Pfg. für das Bierzehntagshefr gebracht werden kann. FRITZ RUSCH, suMsiMg. CILLI. Warnung! Sin junger, kleiner, schmächtiger Mann mit schwarzen» Haare und Barte, der sich Hein?ich Möh« nennt und sich al« Vertreter der VerlagSanstalt deS H. Stamm zu Ehemnitz in Sachsen ausgibt, treibt sich feit einiger Zeit in verschiedenen Gegenden herum und sammelt Unterschriften und Gelder für den Bezug von Druckwerken unter dem Titel „Unser Volk in Waffen" -der .Patriotischer HauSfchatz". und »war thut er diese« unter der Borspiegelung, das« der Reinertrag aus diesem Werke dem Schutzvereine für verwundete Krieger im deutschen Reiche zugedacht sei. und unter Berufung auf den Verein Südmark, von dem er empfohlen sei. Wir erklären hiemit, das« wir dem angeblichen Heinrich Böhm keinerlei Empfehlung mitgegeben baden. Dieser Mensch misSbraucht den Verein Südmark um Geld herauszulocken, ebne das« da« in Rede stehende Berlag«werk irgendeinem der Besteller bi«her zuge» kommen wäre. Wir sehen un« verananlasSt, vor diesem Menschen eindringlichst zu warnen. S» möge ihm keiner Per» trauen schenken und Geld geben. Dagegen mögen alle nach ihm fahnden und ihn. fall« man feiner irgend habhaft werden kaun, der zuständigen Behörde überweisen. Sraz. im October 1896. Für die Leitung de» Berrioes Ciidmark: Prof. Dr. Paul Hofmann v. Wellenhof Ctaan«. Heinrich Wastian l Di n»ira-etfll3« rtitt«. 1896 Deutsche Wacht- 7 Hingesendet. Giesshübler mit Milch ist von ärztlicher Seite bei dem im Winter so häufig auftretenden Bronchial »Katarrh der Kinder besonders empfohlen. 3 Theile Giesshübler Sauerbrunn werden mit 1 Theil heisser Milch vermischt und die Mischung lau . ".T verabreicht. a9«-20 Die zur Bereitung eines kräftigen und gesunden Haustrunk* i*£ost nöthigen Substanzen ohne Zocker empfiehlt vollständig ausreichend zu 150 Liter Apotheker Hartmann Steckborn.8«hwehu. Konstanz, Baden. Tor schlechten Xachahmansen wird eindrücklich fewarn»! Znuyaln e und fr an Cd zu Dl«aet*n. — Verkauf tob k. k. Miniateriutn d e Innoro f catattet. — Allein echt tu haben hei Ivdartin. Scli.eld."bacti Altenstadt Nr.103 bei Feldklroh in Vorarlberg «5-77 Preis 2 Gulden. 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I k. Beamter a. D. „Deutscher Michel1 Erstes deutsch-nationale» Witiblatt. Herausgeber: Richard Nord hausen. Wöchentlich eine reich illnctrierte Nummer. Preis l,AO 91k. vierteljährlich. Man abonnirt bei allen Postansialten, Buchhandlungen and bei der Geschiftsstelle d. deutsch. .Michels Berlin W57. Göbenrtra**« 0. 8 Deutsche Wacht 189k jfinlässlicl] des SMf Be' Wiederholungen bedeutender preisnac/jlass. Beginnes der 7perbst- und Wintersaison empfehlen wir die Jn^eriion in der „J)eutsc/]en Wacht". jftlle gewünschten jtfuskünfte ertheilt bereitwilligst die Verwaltung der „deutschen Wachs, __Tfat/j/jausgasse 5. i 3Ujfillerheiligen sind 6rab~J(ränze in grösster jGuswahl [ ju billigsten preisen ausgestellt bei pranz J^arbeut^, Qilli §razerstrasse Jfr. 3. &EOSSB V orlciscic Innsbrucker 50 Kreuzer-Lotterie. I : I£a/u.pttre:f!fer 904—89 75 000 tm ■ Bar mit 20°/» Abzug. | Lose ä 50 kr. empfletilt: M.»Czerny, 11. TabaK-Grossrerlag, Cilli. Nr. 4976 civ. Ldikt. 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Kovemßer 1896 Vormittags von 10—12 Uhr beim gefertigten Kreisgerichte im Tagsatzungszimmer Nr. 12 mit dem Beisatze angeordnet, daß die Realität um den gerichtlich er-hobenen Schätzwerth von 895 fl. ausgerufen und unter diesem Schätzwerthe nicht hintangegeben wird. Jeder Kauflustige hat ein 10°/,ges Vadium mit 90 fl. zu Händen des Licitations-Commissärs zu erlegen. Die übrigen Licitations - Bedingnisse können in den gewöhnlichen Amts-stunden in der kreisgerichtlichen Registratur eingesehen werde». Zur Genehmigung des Licitationsaktes haben sich die Erben eine acht-tägige Bedenkfrist vorbehalten. Cilli, am 23. Oktober 1896. Mepitsch. (L. S.) Vom k. k. Kreisgerichte. loos Atraalag. Echte Brünner Stoffe für Herbst u. Winter. mn Koupon Mtr. 8.10 lang. 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Volkszeitung". „Deutsche Wacht". „Marbnrger Zeitan*". „Das Interessante Blatt". 419* „Fliegende Blätter". „Meggendorfer Humor. Blätter'. Einzeln-Verschleiss bei Fritz Rasch Buchhandlung, Cilli. Realitäten-Verlauf.