Erscheint wöchentlich zweimal: Donnerstag und Sonntag früh. Echristleitung und Peisiallung: Priicrnvva ulica Nr. 6. Telephon Sl. — Sallnbigvagtn nimmt die Verwaltung gegen Berechnung billigster Sedühren entgegen. Bezugspreis: Bletteljährig « 18.—, halbjährig K 36.—, gan»jährig K 72.—. gürt Ausland entsprechende Erhöhung. -Einzelne Nummern 70 Heller Nummer 19 Cilll, Donnerstag den 11. März 1920 2. [45.] Jahrgang Umschwung. Die nächste Zukunft steht im Zeichen der Re-visiou der FriedenSverträge. DaS Werk von Versailles und St. Germain wird hinweg gesegt und ein neuer Bau. an dem auch die besiegten Staaten mitwirken werden, wird «richtet werden. Die nüchterne Vernunft, der eigene Borteil siegt über die Gesühle dtf HasseS und der Rache. Sine kleine Schuft von Meynard KehneS, be-titelt „Die wirtschastlichcn Folgen deS KriegeS", hat bem englischen Volke die Sugen geöffnet über den Abgrund, an dessen Rand die FriedenSvertrSge von Versailles und St. Germain nicht nur Deutschland und Deutschösterreich. sondern ganz Europa gerückt haben. Und mit einer Raschheit und Sicherheit, die in solch hohem Maße nur dem angelsächsischen Jnselvolke eigen ist, ziehen die britischen Staatsmänner und Parteiführer die Konsequenzen au» dieser Erkennt-ni»: sie verlangen die Revision de« Frieden». ASquith hat die Abgrenzung der mitteleuropäi-sehen Staaten als provisorisch bezeichnet. Die Höchst-summe der Deutschland auszuerlegenden Kriegsent-schädigung beziffert er in Uebereinstimmung mit Meynard Kryne« und im Gegensatze zur Entschei-dung der Friedenskonserenz aus zwei Milliarden Pfund Sterling. Die Kommission de» englischen Unterhauses hat sich für die sofortige Revision deS deutschösterreichischen Frieden» ausgesprochen. Die Bestrebungen für ein? Abänderung der Vertragsbestimmungen von Versailles und St. Germain sind in allen Entente.Staaten, mit etwm-ger Ausnahme Frankreich«, in erstaunlichem An« wachsen. Nicht Sympathie sürS deutsche Volk hat die öffentliche Meinung aus einmal erfaßt, sondern die Erkenntnis, daß ganz Europa eine wirtschaftliche und kulturelle Einheit bildet und daß Deutschlands Untergang den ganzen Erdteil mit in« Verderben ziehen müsse. Der Oberste Rat hat beschlossen, an Pie Aueryaynöalz. Ende März tritt der Auerhahn in die Bai, (BegattungSzeit). Wie bei vielen anderen Wild-gattungen, so kann man auch beim Auerhahn die Wahrnehmung machen, daß nicht bloß die Balz-Plätze regelmäßig wieder gewählt werden, sondern auch der gleiche Baum ausgesucht wird. Sein Ge« sang ist Ausdruck von Kraft und Wohlbehagen, von Liebes sehn sucht und StandeSbehauptung und dient zur Anlockung der Hennen. Wer den Auerhahn noch nicht gehört hat, der wird da« erstemal erstaunt fein, von einem so statt-lichen Vogel keine anderen Töne zu hören, als das schon durch Freunde etwa vorgemachte Knappen. ES Ist aber nicht so ganz leise, vielmehr ein so eigen-tümlich prägnanter Ton, daß er in der Stille des Morgen« und in der majestätischen Waldruhe, be-sonders wenn der Wind vom Hahne herwärts zieht, auf mehrere hundert Schritte vernehmbar ist. Das Knappen wird verschieden durch Buch-stoben zu geben versucht, wie »klipp, klipp" oder ..kulipp, kulipp", auch „töd, töd, töd, öd—öd—öd" usw. Anfänglich hört man nur daS Knappen ein-töuig, später folgt «S schneller und doppeltönig aus« einander 5—10 mal und endet dann im Haupt» schlag, welcher elwa wie „Gluck" und etwas' deut- Deutschlands Wiederaufbau mitzuarbeiten und ihm größere Mengen Rohstoffe zu liefern. DaS ist ein Umschwung in der Politik der Entente-Staaten, dessen Folgen noch gar nicht ab-zuschätzen sind. Deutschlrnd wird aus seinem tiefen Fall« mit einem Ruck sich wieder aufrichten und die Wunden, die «S beim Sturz erlitten, werden rasch verheilen und in einigen Jahren nur noch als Rar-ben zu erkennen sein. Die Griindung Großdeutsch-land» ist der Verwirklichung näher gerückt, als manche hierzulande eS sich vorstellen, und seine Gren-zen, die in der jetzigen Form ein Hohn sind aus da« SelbstbestimmungSrecht der Völker, werden zu seinen Gunsten korrigiert werden. Die Deutsche Republik ist ein Nationalstaat ge-wvlden, wie eS deren unter den am Krieg beteilig-ten Ländern keinen zweiten gibt. Die Abstoßung der fremden VolkSteile wird sich in Zukunft als Segen und Wohltat für Deutschland erweisen; es wird in der Gewährung von Freiheiten und Rechten an anderssprachige Staatsbürger durch keinerlei Beden-ken gehindert sein und der zivilisierten Menschheit aus dem Wege der Humanität und Kultur voran« schreiten können. Die frühere Abneigung gegen Deutschland kann sich in allgemeine Sympathie ver-wandeln und sein Ansehen könnte die glanzvollst« Vergangenheit überstrahlen. Eine schwere Verantwortung lastet jetzt aus den Führern des deutschen Volkes. Denn ihre Entschlüsse und Versügungen, ihre Erklärungen und Forderun-gen werden von ausschlaggebender Bedeutung für eine lange Zettdauer sein. Die politische Führung deS Deutschen Reiche», die in den Tagen deS Glücks so häufig die sichere und feste Hand vermissen ließ, be-nötigt in der nahen Zukunft einer besonders klugen und zielbewußten Steuerung. Die Staatsmänner des deutschen Volke» werden sich von den beiden Extre-men der Unterschätzung und der Ueberschätzung, der Würdelosigkeit und de» Hochmutes fernhalten müffen. Sie dürfen nicht winseln und klagen und nicht ihre licher hörbar wird als das Knappen. Nach dem Hauptschlag erfolgt da« „Schleifen", „Wetzen", „Einspielen', ..Gsätzel", daS wie »schischischi, schischi-schi, schischischi- lautet und 3—i Sekunden andauert. DaS Schleifen ist nicht so weit hörbar wie das Knappen. Während des SchleifenS ist der Hahn taub und unachtsam. Diesen Moment benützt der Jäger zur Annäherung, bezw. zum Anspringen an den Hahn. Während des Badens sträubt er fein Gefieder, läßt die Schwingen hängen, fächert den Sloß und trippelt auf dem Aste beständig hin und her. Mit Tagesanbruch versammeln sich die Henne» aus dem Balzplatz«, woraus der Hahn zu Boden streicht, um si« zu treten. Bor seinem Harem balzt der Hahn noch gerne fort, blättert mit den Schwingen, fächert den Sioß, hüpft in die Höh« und macht allerlei tolle Kapriolen. Der Hahn tritt an einem Morgen wohl 5—6 Hennen. Ist der LiebeSreigen vorüber, so zerstreuen sich Hahn und Hennen ge« wöhnlich nach verschiedenen Richtungen, um dem Geäse nachzugehen. Kommen auf den Balzplatz mehrere Hähne, so setzt eS zwischen ihnen erbittert« Kämps« ab, biS der schwächere abgekämpft ist und die Flucht ergreift. Die Jagd auf den Auerhahn bildet ein hervor-ragendes Vergnügen für jeden paffioiuerten Weid-mann. DaS Eigenartige, da« Geheimnisvolle, womit ganze Ehre hinwerfen für ein Linsengericht; sie dür« fen sich aber auch nicht aus den unversöhnlich Ge-kränkten auSfpielen und dürfen di« Hand, die ihnen zur Versöhnung angeboten wird, nicht auSschlagen. Denn nur eine Zusammenarbeit bei gegensei« tiger Achtung kann Gutes stiften für beide Teil« und für di« g«famt« Menschheit. Dieser Grundsatz gilt nicht nur in den zwischenstaatlichen Beziehungen, er gilt auch im kleinen Kreis« im selben EtaatSver« bände. Die Koalitionokrise in Drutschöstrrrrich. Mühsam schleppen sich die Beratungen d«r bei- den KoalitionSparteien über die wichtigen Fragen der Vermögensabgabe und der H«ereSorganisation weiter, ohn« daß bisher «in Einverständnis über die grundlegenden Bestimmungen erzielt werden konnte. Wenn der Staat«sekre»är Dr. Mayr in öffentlicher Rede aus diese Schwierigkeiten innerhalb der Koa-lition mit dem Worte anspielt«, daß „es kaum mehr weiter gehe", so gab «r damit der in allen Parteien vorherrschenden Empfindung Ausdruck und nur d«r Umstand, daß ein M nister aus seinem Herzen keine Mördergrubt macht«, hat «in gewisse» Aufsehen er« regt. daS sich natürlich sofort in Krisengericht« um-setzte. Die Regierung hat bisher in der National»«!« sammlung keine Niederlage erlitten; auch wenn die Mehrheit der Abgeordneten mit der Politik deS StaatSkanzlerS. wie zum Beispiel in der Frage der Prager Bereinbarung«n oder wie in der ungarische« Frage, nicht ganz einverstanden war, vermied sie es. Schwierigkeiten zu ber.iten; allein die Festigkeit und LeistungSsähigkeit der Koalition hat unter diesen wachsende», wenn anch latenten inneren Gegensätzen so stark gelitten, daß sie der Lösung, der ihr noch obliegenden Ausgaben nicht mehr gewachsen erscheint. die Balz umgeben ist. mag zur Folge hab«n, daß die Balzjagd von j«h«r in Prosa und Poefie viel-fach verherrlicht wurde. Ihr huldigen devhalb auch die vornehmsten und höchsten Weidmänner mit be-sonderer Zuneigung. Weite Reisen werden unter« nommtn. Geld und Zeit werden geopfert, Strapazen ertragen, um sich den Genuß der Auerhahnbalz zu verschaffen. Ein großer Teil der Reize dürft« auch darin zu suchen sein, daß die Balzjagd in eine Zeit sällt. in der der Weidmann nach längerer Untätig-keit sehr gerne wieder zur Büchse greift und hinaus-zieht in die im Erwachen begriffene FrühlingSnatur. Die Hahnenjagd beschränkt stch fast auSfchließ. lich auf die Balzjagd, da die Suche mit dem Bor« stehhund nur selten ausgeübt wird. Naht die Balz-zeit, so findet man den B«russjäg«r spät am Abend und am srühM Morgen im Revier, um die vor« handenen Hahnen zu bestätigen und zu verlosen ; am Abend beobachtet er am Einsall den Hahn, wo er mit sausendem Schwingenschlagt einsällt, hie und da auch einen gröhlend-krächzenden Kehllaut, das Kröpfen oder Wörgcn, hören läßt. Fällt der Hahn noch b«i gutrm Schußlichte ein, so kann er am Einfall er« legt werden. Will man am Einfalle nicht schießen, so wartet man daS Einbrechen der Dunkelheit ab und verläßt in aller Stille den Platz, um denselben am solgenden Morgen in aller Frühe (3 Uhr) Seite 2 Wenn der Staatssekretär Dr. Mayr bei seiner pessi-mistischen Beurteilung der gegenwärtigen Regierung«-koalitio» es al« besonder« bemerkenswert bezeichnete, daß sich aus der Salzburger Länderkonserenz die Grundlinien einer neuen, alle drei Parteigruppen der Nationalversammlung umfassenden Koalition entwickelt hätten, und eine solche Koalition als zweckdienlicher al« die gegenwärtige bezeichnete, so deutet da« darauf hin, daß sich parteipolitische Ber-schiebungeu vollzogen haben, die in Regierungskreisen für bedeutend genug erachtet werden, um au« ihnen auf die Möglichkiit einer innerpolitischen Neuorientierung zu schließen. Auf der Salzburger Konferenz hatte ein Teil der sozialdemokratischen Vertreter, darunter auch die Niederösterreichs und Wien«, entgegen der zentralisti» fchen Parole der Parteileitung, für die bundesstaat-liche Verfassung gestimmt. Da« bestätigte, daß inner» halb der sozialdemokratischen Partei erhebl dhe Meinungsverschiedenheiten bestehen, bewie» aber auch, daß der Einfluß der sozialdemokratischen Parteilei-tung, der seit dcn Mahlen die Natioualversamm-lung vollkommen beherrschte, außerordentlich stark zurückgegangen ist und heute kaum mehr alS der maßgebende und entscheidende Faktor in der inneren Politik gelten kann. Diese Wahrnehmung wird da» durch bestätigt, daß der Abgeordnete Dr. Otto Bauer sofort uach dem Bekanntwerden der Aeuße-rungen deS Staatssekretärs Dr. Mayr entschlossen war, diese» in der Nationalversammlung auf« schärfste anzugreifen und zu stürze», diese Absicht ab>r wieder ausgegeben hat. Auch die neueste Koalitionskrise wird deshalb wahrscheinlich latent bleiben, daS heißt sich lediglich in der Fortsetzung deS inneren Kampfes der beiden Koalition« Parteien, Sozialdemokraten und Christlich-sozialen, in Versassung, Vermögensabgabe und Wehr-gesctz auswirken. Au« den Äußerungen des ,Staats» sekretärS Dr. Mahr läßt sich aber herauslesen, daß die christlichsoziale Partei dabei beharrl, daß vor der Verabschiedung der Vermögensabgabe und de« Wehrgesetze» die VersassungSfrage erledigt werde, da sich erst auf der Grundlage einer entgllltigen Verfas-fung, die »die Wiener sozialistische Oberherrschaft* beseitige, die Verwaltung und Verwendung deS Ertrage« der Vermögensabgabe sicherstellen lasse. — Deeselbe Auffassung scheint auch von den Groß- deutschen vertreten zu werden. 1 Dir tschechoslowakische vrrsiissung. Nach langen Kämpfen zwischen den tschechischen Parteien ist nunmehr der endgültige Entwurf der Cillier Zeitung neuen tschechoslowakischen Verfassung von der Prager Regierung fertiggestellt worden. Die neue Verfassung des tschechoslowakischen Staate« wird demnach durch-au« zentralistisch sei« und praktisch die tschechische Staatssprache festsetzen, trotzdem die Wertangabe aus de« tschechischen Bankwerten in nicht weniger al« sechs Sprachen ausgedruckt werden muß, damit sie zirkulationsfähig sind. Der Geist, der die Regierung Tusar-Benesch und die tschechischen Parteien bei dem Entwürfe der neuen Verfassung beseelt, bleibt dadurch gekennzeichnet, daß bet der Beratung und Beschluß-sassung dieser Verfassung der tschechoslowakischen Re-publik den fast vier Millionen Deutschen, die ihr angehören, auch nicht eine einzige Stimme eingeräumt wird. Aber nicht genug daran I Ei» Paragraph der neuen Versassuug bestimmt auch, daß die ueu> gewählten Abgeordneten beim Emirate in die Nationalversammlung ihr BelöbniS ohne jeden Vorbehalt ablegen müssen, widrigenfalls ihr Mandat sofort erlischt. — Die Deutschen werden bei ihrem Eintritte in die tschechosowakische Nationalversammlung also nicht einmal feststellen dürsen, daß die neue Ber» sassung ohne ihre Mitwirkung zustandegekommen ist! Im alten Oesterreich, wo, wie Kramarsch und Benesch der Friedenskonferenz erzählten, die Tschechen mit den brutalsten Gewallmitteln niedergehalten wurden, war eS den Tschechen gestatte«, beim Eintritte in daS Abgeordnetenhaus eine verfassungsrechtliche Recht«. Verwahrung abzugeben. Im tschechoslowakischen Staate ist den Deutsche» ähnliches nicht gestattet und damit ist dieser Staat von vornherein als eine demokratische Karikatur, als ein Polizeistaat gekennzeichnet. Politische Rundschau. Inland. Die Fremdengefahr. Die Fremden glauben, schreibt Jugoslavija. daß sie au« unsere« Staate noch weiterhin da« Geld unsere« Volke« in die Fremde, die un« feindlich ge-sinnt ist, verschleppen können. Laßt euch nicht sür> der täuschen und ausbeuten l Erwachet und schließet die Reihen l Scheuchet den Feind auS unterem Lande! AI« echte Jugoslawen habt Ihr die Pflicht, die Tafeln deutscher und magyarischer Versicherung«-gesellschasten von euren Häusern zu entfernen. Da« Blatt schließt den Aufruf mit dem Hinweis auf die Ankündigung einer slawische« Versicherungsgesell-schast im Inseratenteil. vettern- und Günstlingswirtschaft in Slowenien. Die Presse der Slowenischen BolkSpartei und der Demokratischen Vereinigung ist seit dem Wechsel in der Laibacher Landesregierung in leidenschaftlichen Streit entbrannt und überhäuft gegenseitig die Parteiführer mit Vorwürfen, daß sie ihre Aemter sür die Einführung einer schrankenlosen Vettern-und GünstlingSwirtschast mißbraucht hätten ES ist zwar nicht besonder» erbaulich, in breitester Oessent» lichkeit schmutzige Wäsche zu waschen, aber in diesem Falle scheint die Arbeit im Interesse der Reinigung deS öffentlichen Lebens nützlich und notwendig zu sein. wieder zu beziehen, wobei man iu einer Entfernung von 100—150 Schritte halt macht vor dem Baume, aus welchem er sich am Abend eingeschwungen hatte. Beginnt der Hahn flott zu balzen, so wird er wäh-rend des SchleifenS angesprungen, wobei man 2—3 w:ite Schritte zur Annäherung macht und sich dann absolut ruhig verhält, bis wieder ein neues Giätzel folgt. Man schieße »ur bei genügendem Schuß-licht uud nur während deS Schleijen», weil dann bei etwaigem Fehlen noch ein zweiter Schuß auge-bracht und der Fehl» aufgebessert werden kann. Während deö Anspringen« suche man sich möglichst gedeckt zu halten und heim Haltmachen gut aus beide Füße zu stellen. Wer nicht genug Zeit, Lust oder Geschick hat. einen Hahn sebst auszusuchen und zu bestätigen, der stellt Hahnenverloser aus, denen die Aufgabe zufällt, dcn Hahn einzurichten und denselben v wen, Mähren, die Slowakei mit Karpaihenrußland verlangt; nur die auswärtige Politik, die Landes-Verteidigung und die Finanzwirtfchaf» sollen, äholich wie die» in der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie der Fall war, allen Bestandteilen der Republik gemeinsam sein. Italienische RSnKe. Der Ausschuß für äußere Angelegenheiten hat die italienische Regierung ausgefordert, den Anschluß MontenegioS an Jugoslawien zu verhindern, falls sich die Mehrheit der Bevölkerung in unbeeinflußter Abstimmung für die montenegrinische Selbständigkeit auSsprechen sollte. Ferner wird in der Erklärung die Aufteilung Albaniens bedauert, die nur dazu dienen w«rde, einen Teil des Landes gewaltsam unter fremd« Oberhoheit zu zwängen. Die werbende Kraft des Bolschewismus. An der sibirischen Front (Bakalsee) weigerten sich japanische Limentiuppen, gegen die bolschewikische Armee zu kämpfen, und sind in größeren Massen zu den russischen Revolutionären übergelaufen. Angebliche Bolschewiken Herrschaft in Portugal. Reifend?, welche infolge deS Streikes der Eisen-bahn« und Telegraphenangestellien die portugiesisch-spanische Grenze mittelst Auiomodil passierten, er-zählen, daß in Lissabon und Oporto die bolschewikische Bewegung sich durchgesetzt habe uno in diesen beiden Städten die Räte-Republik auSgerusen wurde. Die po:tugiesische G:sa»dischaft in Madrid erklärt, daß diese Berichte den Tatsachen nicht entsprcchkn Cillier Zeitung Der Völkerbund. Japan hat offiziell den Wunsch ausgedrückt, daß Deutschland und Deutschösterreich unverzüglich zum Beitritt in den Völkerbund eingeladen werden sollen. In Italien und England kommt eine ähn> liche Meinung zum Durchbruch. Auch Rußland soll baldmöglichst zugezogen werde«. Aus Stadt und Land. Die Protestoerfammlung. welche die Fleischhauergenvssenschast Cilli sür Sonntag, den 7. März, ins Hotel Union einberufen hatte, war von Teilnehmern aus allen Teilen Sloweniens be^ schickt. Di« Versammlung eröffnete der Vorsteher der Cillier Fleifchhauergensssenschaft Herr Reben-fchegg und begrüßte alle Erschienenen sowie dcn Vertreter der Regierung Dr. Fohn. Ueber seinen Vor» schlag wurden in daS Präsidium die Herren Hodnik au« Sachfenfeld. Scheuer au» Reichenburg und Windischer au« RudolsSwert gewählt, «l« erster Redner »el-dete sich der Vorsteher der Laibacher Fleischhauer-genoffenschast Herr Marien zu Wo-te, we>cher die gegenwärtige ungünstige Lage de? Fleischhauerge-werbe« in markanten Striche» zeichnete. Die Regie-rung schreib« Höchstpreise sär den Verkauf von Fleisch und Häuten vor. nicht aber auch gleichzeitig Höchst-preist für da« Vieh. Da die kroatischen Fleischhauer durch keinerlei einschränkende Bestimmungen gebunden seien, so können sie den Bauern ganz andere Preise bieten al« die Fleischhauer in Slowenien; die Folge davon sei, daß da« Virh in unsern Gebieten von den Kroaten aufgekauft werde. Dadurch werde da» heimische Fleischhauergewerbe zerrüttet und der Vieh-Handel den dioerseu Schmugglern, Zwischen- und Kettenhändlern ausgeliefert. Ader auch die Allze-meinheit leide unter diesen Verhältnissen empfind lichen Schaden und der Zeitpunkt sei nicht serne, wo in Slowenien überhaupt kein Fleisch mehr zu haben sein werde. Redner kritisierte da« Wirken der Laibacher ViehverwertungSgeselljchast, welch« als «inzig« derartige Anstalt in Slowenien aus der KriegSzeit übrig geblieben fei. Der kostspielige Beamtenapparat, der in der Anstalt beschäftigt sei, sollte für eine nützlichere Betätigung herangezogen werden als für die bloß preissteigernde Pfusche, arbeit im Fleischhauergewerbe. Redner verlangte deshalb di« Aushebung der BiehverwerlungSgesellschasl. Er sor-derle ferner die Abschaffung der bisher geltenden Au«> fuhrfcheine von einer Gemeinde in die andere und die Einführung einer für einen längeren Zeit, räum gühigen Fleischhauer Legitimation. Nach ihm kamen eine Anzahl Redner zu Worte, welche durch Anführung konkreter Beispiele das schikanöse Vorgehen der Behörden gegen die Fleischhauer be-leuchteten: so die Herren Golob au« Marburg, Eutter au« Gonoditz, Wagrandl au» Pettau, Windischer aus RudolfSwert, Zorzini au« Windisch-Graz, Grabt auS Et. Marein, Rogelj au« Ritzdorf an der Pak und Hodnik au» Sachsenfeld. Unter stürmischem Beifall erklärte sodann der Vorsteher der Cillier Fleischhauergenvssenschast Herr Rebeuschegg, daß die Fleischhauer am 18. Jänner die Regierung gebeten haben, Ordnung zu schaffen, aber jetzt sei der Augenblick gekommen, zu fordern. Die Fleischhauer in Slowenien leben mit ihren kro nischen Kollegen unter der gleichen Dynastie und im gleichen Staate, sie verlangen daher auch gleiche Rechte und Freiheiten. Er kennzeichnete sodann die Fachkenninisfe einiger Organe der Preisprüsung«-kommiffionen, welche direkt verblüffende Ansichten über die anatomische Zusammensetzung eine« Rindes produzieren Die angeführten Beispiele erregten stellen» weise schallende Heiterkeit. Er verlangte, die Herren, welche so kluge Vorschriften herausgeben, sollten einmal eine Probefchlachtung veranstalten und dar-nach den Gewinn berechnen, der auf den Fleischha ier entfalle. Da« leichtfertige Experimemieren mit der Existenz ene« ganzen Standes muffe ein Eltd« haben. Hieraus wurd< eine Entschließung vorgelesen und einstimmig angenommen, in welcher gegen das will kürliche und unsachliche Wirken der Pieisprüfung«» kommissioiicn prolestien wird; wenn Höchstpreise für Fleisch und Häute vorgeschrieben werden, so mußten auch die Viehpreise moximalisiert werden. Da dieS aber nicht durchführbar fei, müffe der freie Handel nicht nur für V eh, sondern auch für Fleisch und Häute zur Geltung kommen. Ferner wird die Auf-bebung der BiehverwertangSgesellschast in Laibach ver-langt. ES wurde beschlossen, die Entschließung durch eine au« d«n Herren Maria» (Laibach), Achtig (Mar. bürg), Wagrandl (Peilau) und Rebeuschegg (Cilli) bestehend« Abordnung der Zentralregierung in Bel-grad persönlich zu überreichen und eine Abschrift Seite 3 hievon dem Bezirkshauptmann in Cilli behuf« Weiterleitung nach Laibach gleichsall« durch «ine Abordnung zu übermitteln. Zum Schluffe wurde die Gründung eine« Verbände« der Fleischhauer und Selcher für ganz Jugoslawien beschlossen und die Laibacher Fleischhauergenoffeuschaft «>t der Durch-führung der vorarbeiten betraut. Konzert des Fräulein Lisl Matte. Unser« d«stdekanute heimische Biolinkünstlerin Fräulein Lisl Matik, veranstaltet am SamStag den 11. d. M. im kleinen Saale de« Hotel« Union ein Konzert, deffen Bortrag«ordnung au« lauter rrlrsenen Meister« werken zusammengesetzt ist. Den Beginn des Kon-zerte» macht die herrliche E moll Sonate von Eduard Grieg, drrauf folgt 5a« B dur Trio von Mozart, der zweit« Teil de« Konzerte« umfaßt Stücke von Burmester. TichaikovSky u. a. Fräulein Lisi Matii hat sich die Mitwirkung de« Herrn Dr. Fritz Zangger (Klavier), Herrn Eduard Jnterberger (Harmonium), Herrn Oskar Wagner (Cello) und Herrn Karl Hauswirt (Laß) gesichert. Die jugendliche Künstlerin hat sich so oft im Dienste der Allgemeinheit opfer-freudig detätigt, daß e« wohl Ehrenpflicht de» Pu« blikuw« ist, sich durch einen vollen Saal dankbar zu erweisen. Den Kartenvorverkauf hat au» Gefäl-ligkeit Herr Luka« Putan übernommen. Iagaball Nachklänge. Ein Leser schreibt un«: Die Nova Doda bringt eine Nachricht, derzu-folg« die Polizei einen Slowenen, der am Jaga-ball Abend beim Eingange de« Hotel« Union den Klängen der Musikkapelle lauschte, mit aufgepflanz-tem Bajonett abgeführt habe. Diese Mitteilung ist vollständig unzutreffend, ersten« weil die Wachleute weder Gewehr noch Bajonett, sondern den Dienst-revolver trugen, und zweiten«, weil sie vor de« Hoiel Union überhaupt niemanden verhafteten. Za wundern ist nur, daß sich die Polizei solche unwahre Beschuldigungen ruhig gefallen läßt. Die Tendenz der Meldung liegt ja klar zutage. Erziehung zum Sport ist eine Forderung der modernen Zeit, die von verzopften Leuten zwar gelengnet, von unserer Behörde aber, die dem Fort» schritt huldigt, gründlich ersaßt und eifrig betrieben wird. Und an die Spitze ihrer Erkenntnis stellt unsere Obrigkeit da« Wahrwort: Warum denn in die Ferne schweifen, liegt der Sannsteg doch so nah? Da« Gerippe der Brücke ist halbwcg« fertig, nur einige Bretter, womöglich nicht aneinander schließend, über di« Balken gelegt und nun kann der Sport beginnen. Da aber jung und alt bisher scheinbar keine beträchtlich« Turnfertigkeit besaß, ließ die Be-hörde für den Anfang an beiden Ufern die Zugänge mit Planken und Gittern verrammeln, damit nur die Gewandtesten und Geübtesten darüber balanzieren, die Ungeschickten und Furchtsamen aber vorläufig durch die hölzerne Barrikade vor allzu großer Kühnheit zurückgeschreckt würden. Aber die Gelenkig-feit der Bevölkerung, der mündigen und unmündi-gen, wuchs dank der Weisheit der Behörde von Tag zu Tag; das Schwindeln dcS KopfeS legte sich, todeSverachlender Mut schwellte die Brust und die verrosteten Spruuggelenke erhielten federnden Schwung. Und siehe da, die bretternen Hinderniffe lichteten sich immer mehr und die wackeligen Balken des Sannstege« schaukelten unter dem behutsam tänzelnden und von empfindlich balanzierendeu Hän-den gesteuerte« Schritt der neu erzogenen Sport-frennde. Unserer Hohen Obrigkeit gebührt indrün-stiger Dank und vorbehaltlose Anerkennung, weil sie es verstanden hat, durch simple und zwanglose Mittel in der Bevölkerung den Sinn für Äquilibristik zu wecken und die in uns allen latent schlummernden genialischen körperlichen Fähigkeiten auf einen hohen Grad der Vollkommenheit zu entwickeln. Bisher ist weder Kind noch Kegel ins Wasser qestürzt. weder ein Arm gebrochen, noch ein Fuß verrenkt worden. Hoch klingt da« Lied der hohen Obrigkeit. Es wäre sehr wcrivoll. zn erfahren, ob man anch anderswo mit solcher Klugheit, fast möchte man sagen Finesse, die sportliche Betätigung belebt; wenn ja, wäre e« außerordentlich wissenswert, die anderswo in dieser Hinsicht gemachten Erfahrungen unfallstatistisch zu ersassen. Denn iveun anderswo die bei uns erreichte Stufe körperlicher G-fchicklichkeit noch nicht erklom-men wäre, so könnte unser Cillier Brückenbau als hervorragende« Erziehungsmittel allgemein bestens empfohlen werden. Denn die beim Sannsteg in Szene gesetzt.» Gele«kSübungen, die ohne fachliche Anleitung zur überwiegenden Mehrheit von Kindern produziert werden, verdienen eS wohl, sür Muster Cilli wett und breit Propaganda zu machen. Forderungen an das liquidierende Kriegsministerium hatten, w:e uns mitgeteilt wird, bereit« in vielen jäilen Eriolg, intern Akon-tozihlungen geleistet wurdin, um Löhne auszuzahlen Seite 4 und die Betrieb« aufrecht erhalten zu können. Die Parteien, worunter selbstverständlich auch die Ange« hörigen der jetzigen Nationalstaaten einb«jogin sind, sollen sich unter Angabe ihrer Forderungen direkt dem liquidierenden Krieg»«tnisterium, 15. Abl«i-lung, Wien, I. Bezirk, Uraniastrabe 14 anmelden. ES verlautet auch, daß die seinerzcitigen Linzah. lungen für das Kriegsalbum der 87er ebenfalls vom liquidierenden Srugswinisterium zurückerstattet werden. Sine amtliche Verlautbarung darüber wäre in vielseitigem Interesse dringend zu wünschen. Verloren: Eine schwarze Papier-Geldtasche, enthaltend 530 £ in Banknoten und einen Militär» befreiungsschein, lautend auf den Namen Max Samec, ausgestellt vom Ergänzungskommando in Tilli; ferner eine Banknote zu IvO K. Gefunden: Ein leere» Weinsaß sür 332 Liter, abzuholen bei der Polizei; ein goldener Ring, gefunden am 19. Februar, abzuholen b«im Sladt-Magistrat Cilli; eine schwarzledernr Geldtasche, ent-haltend 5 K in Banknoten und 90 Heller in Marken, gefunden am 28. Februar auf dem Bahn-steig de» Eillier Bahnhöfe», abzuholen beim Stadt-Magistrat Cilli. Dr. Heinrich Gartenauer» Schulrat i. R, ist in Pirsch bei Salzburg gestorben. Er stammte aus Oberisterreich, diente jedoch fast die ganze Zeit feiner Lehrtätigkeit am Laibachcr ersten Siaatsgym« nasium. Nach dem Umsturz wurde ihm seine Wohnung genommen und er muhte als alter gebrechlicher Mann die slowenisch« Hauptstadt verlassen. Er war ein treuer deutscher Mann und hat am völkischen Leben der krainischen Deutschen hervorragenden Anteil genommen. Der gastliche Rasen sei ihm leicht l Der Streik im Agramer Buchdruk« kerei - Gewerbe ist beendet. Die Agramer Zei-tunge«, die feit Beginn d«3 Ausstand«» «in gemein-fameS Blatt, die Zagrebaite Novine, herausgegeben hatten, erscheinen wieder regelmäßig. Die Agramer Vorfälle am 6. d. M hie bei unS in ziemlich aufgebauschter Form erzählt und geglaubt werden, verdienen ein« sachlich« Richtig-sttllung. Die Gerücht«, daß in der kroatischen Haupt-stadt weg«» de» BanknotrnumtauscheS schwere Un-ruhen auSgebrochen seien, di« von zuxi ausrückenden Regimentern blutig unterdrückt wurden, entbehren jeder tatsächlichen Grundlage. Ein Freund unsere» Blatte», der sich zur kritischen Zeit, Samstag um 2 Uhr nachmittag», in Agram aufhielt und zufällig Augenzeuge der zwar recht aufregenden, aber durch-au» unpolitischen Szene war, erzählt uns darüber folgendes: Ein serbischer Soldat namen» M. wollte in einem Brotladen am Jellatii - Platze da» Brot Cillier Zeitung mit einer Note zu einem Dinar bezahlen, deren Annahme der Verkäufer aber verweigerte. Es ent-stand ein kleiner «ortstreit, in drsfen Verlauf der serbische Soldat dcn Revolver zog und drei Schüsse auf den Brotverkäufer abgab. Dieser war, von einem Schuß InS Her; getroffen, aus der Stelle tot. Im Nu hatte sich eine Menge zusammengerottet, welche über den serbischen Soldaten hersiel und ihn zu lynchen drohte. Ein Kroate boxte ihm mit einer Faust in» Gesicht und quetschte ihm in wahnwitziger Wut ein Auge au». Ein and«r«r Soldat, der seinem Kameraden zu Hilfe eilen wollte, konnte sich nur durch schleunige Flucht vor der eutsessklten Volk»-furie retten. D, nahte die Polizei, wtlche «in«n Kordon um den so übel zugerichteten Soldaten zog, um ihn der Polizei - Direktion zu überstellen. Aus dem Weg« dahin stürzten au» einem Gasthause zwei oder drei Männer, deren einer dem Soldaten mit einem Bierkrügel den Schädel zertrümmerte, sodaß er tot zusammenbrach. Die Leiche wurde in» Mili-tärspital überführt. — Soweit unser Gewährsmann, der ausdrücklich hervorhebt, daß di« Stadt Agram kurze Zeit nach dem ausregenden Borfall wieder das normale Alltagsbild bot. Aus Belgrad wird un» gestrichen: In den Ministerien, soweit sie slowenischen EhefS unterstellt sind, blasen deutschfeindliche Winde. Genauer gesagt, die Feindschaft gilt der deutschen Sprache, deren Laute in den von slowenischen Ministern gehüteten Hallen strenge verpönt sind. Viel entgegen« kommender verhalten sich die serbischen Minister, welch« deutsch vorgebrachten Wünschen willig ihr Ohr leihen und den Parteien, die keine slawische Sprache beherrschen, in der deutschen Sprache ant-worten. Ein eigene» Mißgeschick, daß di« Sprach-tradition in den slowenischen Ministerien zu entwurzeln droht, hat nun den neuen Ackcrbauminister Johann Roölar getroffen: er wird in feiner Sprechweise von keinem Serben verstanden. Denn da» Idiom, daS er spricht, ist eine archaistische Abart der slowe-nischen Sprache. Daher wird, um die notwendige Verständigung zwischen dem Minister und seinen serbischen Beamten herzustellen, wie man hier sagt: geschwäbelt. Ob der Ackcrbauminister sich der deutschen Sprache auch im Verkehre mit Parteien bedient, welche seiner Mundart nicht mächtig sind, konnte bisher noch nicht auSgekundet werden. Wirlschajl und verkehr. Wer weih etwas über die richtig« Gel. tung der Ein -Dinar -StaatSnoten? Diese sind sehr Nummer 19 juna, elwa vier Monate alt, von gelber Hautfarbe u. s. w. Vater und Mutter wollen sie derzeit nicht anerkennen. Doch — Spaß bei Seite — da hänge« einige Roten, die in ihrem Gesamtumlauf einige Millionen ausmachen dürften, in der Luft, ohne daß irgend jemand genau sagen könnte, ob sie eine oder 4 «ronen wert sind. Da muß drinzendst ge. sordert werden, daß sofort eine amtliche Verlaut, barung herauskommt, welche diese Frage klarstellt. In Agram hat der Streit um die Einwechslung einer solchen Ein - Dinarnote bereit» zwei Menschen^ leben gekostet. Regelung des inländischen Lebens Mittelverkehrs. Vor kurzem wurden im Mini-sterium für Volksernährung und Landerneuerunz Konferenzen abgehallen, in denen das Projekt einer einheitlichen Neuregelung de» ganzen inläildifchen Verkehre» mit LebenSmitteln durchberaten wurde. DaS Projekt sieht vor: 1. die Anmeldung der Vor-räte; 2. den zwangsweise» Abkavf und die Requi-silion ; 8. die Festsetzung der Preise und ihre Maxi-mierung, gleichwie in der Verordnung vom 12. No-vember 1919. dir ausgehoben wirden würde; 4. da» Verbot der Preistreiberei und deS Kettenhandel»; 5. Strafsanktionen für Uebertretungen der Verordnung. — ES wäre gut, wenn daS Ernährungsministerium die Oeffeuilichkeit mit dem Entwurf der neuen Ber-ordnung, bevor dies« erlassen wird, näher bekannt-machen würde, um so allen interessierten Kreisen die Möglichkeit zu einer AuSsprach« über diese so wichtige Frage zu bieten. Die Beiträge zur Geschichte und Lan deskunde für Gottschee, die Heuer in den dritten Jahrgang getreten wären, können mangels an Geldmitteln bis auf weitere» nicht fortaesetzt werden. Der für diesen wissenschaftlichen Zweck von der Sparkasse in Gottschee bewilligte Leitrag von zweitausend Kronen wurde von der politischen Be-Hilde gestrichen und ein« allfällig« Erhöhung d<» Preises eine» einzelnen Hefte» von 4 au^8 K würde den Absatz beeinträchtigen. So scheitert also da» wissenschaftliche Unternehmen an diese« zweitausend Kronen. Drahtlose telephonische Gesprä che. Die Versuch«, zwischen Berlin und Karlsborg in schweben, d. i. auf «in« Entfernung von 700 km. drahtlose telephonische Gespräche zu führen, sind glänzend gelungen. Die Gespräche wurden auch in MoSkau, das von Berlin 1700 km entfernt ist, deutlich vernommen und verstanden. Saldokontist oder Buchhalter sowie «ine Kontoristin, mit entsprechenden ' Vorkenntnissen, in Wort und Schrift der deutschen und slowenischen Sprache mächtig, in Stenographie und Maschinschreiben bewandert, werden sofort für eine Grosshandlung in Laibach gesucht. Vorkenntnisse, Alter, sowie Anspräche unter „Verlässlich 25723* an die Verwaltung dieses Blattes zu richten. Samstag den 13. März rindet im Gastbause „Zum Istrianer*, früher Hubertus, Laibacherstrasse (Ljub-ljanska cesta) ein Abschieds-Abend mit Konzert statt. Anfang um 7 Uhr abends. - Eiltritt 8 K. - Um zahlreichen Besuch bittet Die Gastwirtin. Landwirtschaft in Cilli oder SQdsteier, eventuell in Verbindung mit kleinem Betrieb wie Säge, Mühle oder dergleichen zu kaufen gesucht. Eventuell kann schönes Wiener Haus in Tausch gegeben werden. Zuschriften an Emil Schönberg, Wien IX., Fuchsthallergasse Nr. 11. Sofort zu verkaufen 1 Grammophon mit Platten, 1 Hängelampe, 3 Kanarienvögel mit 2 Käsigen (darunter 1 singerzahmer Edelroller), 1 Kreutz-Thei malbad (Heissluft-Schwitzapparat), 1 Brausebad mit Wanne, 1 Schaukelstuhl, 1 Müllers Akkordzither ,Erato* mit 12 Manualen (36 Akkorde) mit Liederheften. ö Hasenitallungen, 1 Krautbottich samt Kraut. 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