für Annst, Wissenschaft und geselliges Leben. Redigirt von Franz Hermann von Hermannsthal. ^7 OA. Montag am «»» December Ä84K. M Von dieser Zeilschrist erscheinen wöchenilich zwei Nummern, jedes Mal ein halber Bogen. Der Preis des Blattes ist in 3aib»ch ganljährig», b»Ibiädr>a ,' ü. Durch die t. l. Boss unler lünuveri mn porlosreier Zusendung ganzjährig », balbjäbrig 4 si. E.M., und wird balbjäbrig «»raus­ beiahlt. Alle l. l. Postämler neomen Hränumerailon an. In üaibach pränumerirl man beim Verleger am Raan, Nr. >yn, im ersten Vtoctc. Ber Tatarchan. Von I. 2. H annu sch. (Fortsetzung.) VII. De r Tschoh Fetiz des Gerichts eröffnet Des Verdachtes Gründe, und was zeug« 'Gen die Brüder! — Dos Verhör beginnet. Und die Brüder läugne» »llc hefiig Ihre» A,itheil an dem blut'gen Gräuel. Doch die Unschuld stürzt sie in's Verderben. »Nie alt bist Du?« fragt der Oberlichter Nadir Kcbezus , des Aelt'sten, Tochter. »Zehe» Jahre." »Sog', wie ist dein Name?« »Nad ir-Kolang-Ho.« »Du wirst uns sagen. Was Du weißt vom Vater und den Oheims. Rede Wahrheit. Denn Got t straft die Lüge. Muhamed hat lügen streng »erboten.« »Niemals lüg' ich. 'Will die Wahrheit sagen.« »Nun, so rede.« »Klein ist uns're Hütte, Und der Vater, sammt den Oheim haben Nichts zum Besten. Uns're Alten waren Reicher wohl einmal in bcsfec'n Zeiten! Denn wir stammen von Tataren-Koslins. Uns're Rößchen waren schmucke Thierchen! Freche Diebe haben uns bcstoblcn, Und so ging gar Vieles schon Verloren Manch' ein Iabr. 2 ganz gewiß! sie hatten Nimmer eine Sünde je begangen, Kam die reiche Frau nicht, zu begehren. Was nicht recht ist.« »Woher weißt Du aber. Das sie reich ist?« »Werdet's hören! Einmal — ' T war an einem Abend, in dem Zelte 'Oheims Nadir Fez, — da will ich schlafen: 'Kommt die schöne, reiche Frau gegangen I n gar prächt'gcm Kleide! »»Nun«« so fragt sie, »»Seid entschlossen Ihr , nach lange,» Zaudern?«« «Und ich that, als schlief ich.« »Mit den Brüdern«, Sprach der Oheim, »Hab' ich's wohl besprochen, Aber Keiner will.« «»Ist die Belohnung'«, Spricht die Dame, »»zu gering, so will ich Sie verdoppeln.«« ^ »Meine Brüder meinen«. Denn der Oheim glaubte ganz gewißlich, Daß ich schlafen »ob die ganze Sache Zu gefährlich nicht für unser Einen?« Und die böse Frau ruft »»Was gefährlich! Fängt man Euch, so braucht Ihr nur zu laugnen! Bin nicht Ich noch da. Euch frei z» machen? — Oder trau't Ih r nicht?»« «Da sprach mein Ohein' Leise flüsternd. Nun verstand ich nichts mehr. Da s nur hört' ich, daß er vor ihr kniete. Anderes nun tonnt' ich nicht erspähen. Weil ich ja mich nicht verraihen durfte. Fort geht nun die Frau. Mit meinem Vater Hat der Oheim und der and're Bruder Oft geheime Zwiesprache Nach drei Tagen, Als die böse Frau zu uns gekommen. War's geschehen!« «Nadir-Kolang-Ho, 'Bist ein frommes Kind! sprichst ohne Rückhalt, Was Du weißt. Fahr' fort nur! Sprich die Wahrheit. Gott wird Dir Verzeihen und die Menschen. Denn auch D u bist schuldig! ob ein Kind auch. Wie Dein Vater und wie seine Brüder. Sage selber, N adir Kolang - Ho. »Und würdest D u Wohl die Frau aus Deines Ohcim's Zelte Kennen, säh'st Du sie?« »Nicht im Gesichte! 'Durstes ja nicht wagen, hinzuschauen; Aber ganz gewiß doch — der Gestalt nach. Und an ihrer Sprache noch gewisser!« «Weißt Du, was Du sprichst? Kannst Du nicht irren?« »Nein, gewiß nicht! Klingt mir doch die Stimme Immer noch, wie damals, in dem Ohre!« Der Tschah Fetiz fordert Tint' und Feder, Schreibt zwei Worte an den Chan, und sendet Einen schnellen Reiter an den Fürsten! VIII. Bald kam Antwort. So befahl der Chan: »Wahrheit will iel>; volle, leine Wahrheit! Nicht s »erweigern, das sie mag enthüllen; Und so sollen — gegen Brauch und Sitte — Alle Frauen vom Haren» des Chanes, Die darinnen immer wohnen mögen. Von der Mutter an — des Herrn zu zählen. Vis zur Fünfzahl der Gemahlinen, Mit dem Schleier über ihren Häuptern Durch das Zelt der Richter langsam schreiten; Jede mit erhob'ner lauter Stimme Eine Strophe aus dem Koran sprechen!« — Die steinerne Hochzeit. Krainische Noltssage. Von Michael Hcint, . (Beschluß.) Da verbreitete sich eines Morgens der Ruf im Dorfe, der reiche Grego r sei des Nachts plötzlich verstorben, was sich auch wirklich bestätigte. Da man selber Zeit derlei Todesfälle noch keineswegs mit jener Umsicht behandelte, wie sie gegenwärtig aus gesetzlichen Anordnungen stießt, so blieb es nur bei bedenklichem Kopfschütteln, und Gre­gorys Leiche wurde ohne Weiteres zur Erde bestattet. Seine Witwe hatte sich in der ersten Zeit gar nicht sehen lassen, erschien aber später ohne irgend ein bemerk­bares Zeichen besonderer Trauer um ihren verstorbenen Ehegatten, wohl aber schlug sie erröthend und scheu den Blick zu Boden, wenn von dessen plötzlichem Tode die Rede war. Bald kam "der schwarze Ianko« häusig und immer häufiger, die schöne Witwe zu besuchen, und zog endlich unter dem Vorwande, ihre Geschäfte zu leiten, ganz zu ihr in's Haus. Hatten diese Besuche anfänglich die Mißbilligung der Leute rege gemacht, so erregte das Einziehen in der Witwe Haus allgemeines Aergerniß, welches sich laut aussprach. Da erklärte die Witwe, welche kraft eines vorgefundenen Testamentes Erbin des sämmtlichen Vermögens Gregor's geworden war, daß sie den ^schwarzen Ianko " zu eheli­chen gesonnen sei. Mittlerweile hatte sich immer deutlicher und vernehm­licher das Gerücht verbreitet, Gregor sei keines natürlichen Todes verstorben. Obgleich kein Mensch eigentlich sagen konnte, Und es traten wenig Augenblicke D'rauf die Frauen aller treuen Diener, Kriegesobersten und Tatar-Kostins Segeb Mob e lem's —in weißen Kleidern, Lange weiße Schleier uber'm Antlitz, I n das Zelt der Richter; schritten langsam An den würdig ernsten Männern hin. Und sie sagten, wie der Heer befohlen» Eine Strophe Jede aus dem Buche Des Propheten her mit lauter Stimme. IX. Siebzi g Frauen sind nun schon vorüber. Und die Letzte, festen, kühnen Schrittes, Geht durch's Zelt und spricht die hcil'gen Worte: »Gottes Engel schützet den Gerechten, Hilft dem Unterdrückte»; duldet nicht, Daß das Laster störe Schlaf der Unschuld.« »Dieß die Stimme!» schreit das Kind entsetzt, «Die ich hörte in dem Zelt' des OheimS.» — Und es winkt der Tschah Fez; und zwei Narbcts Heben auf de» Schleier von dem Haupte Jener Frau — Die Mutte r ist's des Fürsten, Vegeb Mohelcms! Entsetzen füllet Alle Herzen. Blicke senken sich, Stu»»» die alten Männer! — Stolz — die Fürstin! Tiefe schauerliche Stille herrschet. (Beschluß folgt.) worauf sich dieser Ruf gründe, so hörte man doch heimlich grausenerregende Dinge als Geheimniße sich erzählen, die alle darauf hindeuteten, Gregor sei von seiner Ehegat­tin unter Mitwirkung Ianko's durch Gift aus dem Wege geräumt, und dieses schon vor der Verehelichung zwischen Iank o und Lenka verabredet worden. Genug, alsIank o eines Tages zu dem Priester des Ortes kam, um das Auf­gebot mit der schönen Witwe zu begehren, wurde ihm sol­ches mit dem Bedeuten verweigert, daß er und die Witwe sich ehevor durch die Beichte und den Genuß des heiligen Abendmahls von dem Verdachte reinigen müssen, der ge­gen ihn und sie im Umlaufe sei. Da ging Ianko hohn­lachend von bannen, und äußerte spottend, er bedürfe der Ceremonien des Priesters nicht, um mit der schönen Witwe glücklich zusammen zu leben, wofür ihn Gregor's hinter-­lassenes Vermögen sichere.. Kurze Zeit darauf hatte Gregor's Witwe ihre Be­sitzungen veräußert, und Iank o erschien mit einer Schar wilder Gesellen, welche er angeblich aus seiner Heimath hergeholt hatte. Geld und Geldeswerth wurde auf Saum­pferde gevackc, und unter Musik, Geschrei und Gejauchze zog Iank o mit der schönen Witwe in das Gebirge. Zu derselben Zeit ereignete es sich, daß der Priester des Ortes geholt wurde, um einem armen Kranken hoch im Gebirge die göttliche Wegzehrung zu bringen. Der Priester kehrte eben heim, als er an der Stelle, deren eingangs erwähnt wurde, mit der tollen, jubelnden Schar zusammentraf. Kaum hatte Iank o den Priester ersehen, als er ihm zu stehen befahl, und seine Genossen, ohne 259 Achtung vor dem Allerheiligsten, den zitternden Priester umringien. Ianko schrie ihn an: „Nun, Pfaffe, da Du mich mit meiner Lenk« nicht verkünden wolltest, so wirst Du mich hier mit ihr sogleich copuliren, dazu sind diese Män­ner Zeugen, Brautführer und Hochzeilgäste." Der Rotte Gelächter und Beifallsgeschrei folgte auf diese Worte Ianko's. Da erhob sich der Priester, vom Geiste des Herrn mit Kraft gestärkt, und warf dem Ruchlosen mit stammen­den Worten sein Verbrechen vor, indem er ihn offen als den Mörder Gre gor's und den Verführer Lenka's zu böser, fluchwürdiger That bezeichnete. „Nun denn«, schrie Ianko, „wenn Du, Pfaffe, mich mit Lenka nicht verbinden willst, so sollst Du mit diesem Stricke auf jenem Baum dort aufgeknüpft werden. Auf, Genossen! ergreift den frechen Pfaffen." Schon wollte die empörte Schar auf den Priester, der das Allerheiligste zum Himmel emporhob, und sich dem Schutze des Allmächtigen empfahl, losstürzen, sieh — da erstarrten die erhobenen Hände der Frevler. Von pani­schem Schrecken ergriffen, wollte die Rotte auseinander stäuben, allein vergebens, die Füsse wurzelten im Boden, sie vereinigten sich in einen Steinklumpen, eisige Kälte drang immer näher und näher zum Herzen der Unglückli­chen, bis auch das Achmen der Brust erlosch, endlich nur noch eine Gruppe unförmlicher Felsen dastand, und so die Verbrecher zu ihren eigenen Grabmälern geworden waren. Das ist die steinerne Hochzeit. Der greise Priester aber ging tief erschüttert, mit bebenden Knien heim, und ermahnte seine Gemeinde zu­inbrünstigcm Gebete für die Sünder, die der Herr schreck­lich gerichtet hatte, obgleich er nur erst auf seinem Sterbe­lager die Art und Weise kund thar, wie solches geschehen war. Der letzte Flug. Erzühlung »°n llr. Rud,If Puff . I. Mi t einer Lebendigkeit, welche fast zeigte, man wün­sche die baldige Abreise de3 strengen Burgherrn zu Liedeck, wurden die Anstalten zur Kreuzfahrt betrieben. Außer Günther , dem einzigen Sohne des gefürchteten Sigis ­mund, sah man nur fröhliche Mienen, und die oft mehr als arg gequälten Umwohner der Veste, welche der Wan­derer nun als eine steil und hoch gelegene Ruine an der gonobitzer pnlnnn, erschauen kann, — eine Ruine, die in den über, nicht nebeneinander gechürmten Gewölben (denn zu weiter Ausdehnung ist der Felsengipfel zu schmal) kaum mehr die Spuren der Capelle, einer Warte und einiger Gemächer erkennen läßt, —die Umwohner und Nachbarn^ welche gerade Sigismun d mehr scheuten, und seine blutigen Gewaltthaten öfter fühlten, als die der andere« kleinen Zwingherren, unter welche damals die untere Stei­ermark, so wie der größte Theil des angrenzenden Cro­otiens zertheilt waren, nahmen sich nicht einmal die Mühe, ihren Jubel zu bergen, dem alten Herrn eine sanfte Urstätte im gelobten Lande zu wünschen, und sich vom milden Günthe r goldene Tage zu versprechen. Die Verbrechen, welche den eisernen Sigismun d bestimmt hatten, seinen Sinn zu ändern, und Buße zu thun, wa­ren aber auch so grell und in so frischem Andenken, daß es nicht zu wundern war, wenn man ihm jene allgemeine Theilnahme versagte, von welcher kein Kreuzfahrer in je­nen Tagen auögeschloßen war. Einen Pilger, welcher bei ihm einsprach, lud er zum Zechgelage, und als der schwa­che Alte mit dem Becher nicht recht Bescheid thun konrne, schlug ihm der Burgherr mit der geharnischten Faust so kräftig in das Genick, daß er leblos zu Boden sank. Darüber von dem Abte der Carlhäuser zu Seitz zur Rede gestellt, trat er gerüstet zum Hochaltar, ergriff den Kelch, und mit einem donnernden: „Mönche, ich trinke auf mein eigenes Wohlsein,« trank er den geweihten Wein aus, lehnte sich aber bei dem frevelnden Trünke so weit zurück, daß er das Gleichgewicht verlor, über die Altarstufen stürzte, und sich den Kopf so arg beschädigte, daß er lange Zeit zwischen Tod und Leben rang, als er aber genas, hoch und theuer schwur, seine Sünden als Pilger im gelobten Lande abzubüßen. Eben traf zu jener Zeit ein bedeutendes Kreuzheer aus Deutschland und Un­garn zusammen, welche? sich mit Bewilligung des byzan­tinischen Kaisers in Adrianopel sammeln sollte. Ritter Sigismun d hatte mächtige Freunde an den Höfen der Fürsten von Rascien und Bulgarien, er wollte also die Gelegenheit nicht versäumen, sich an die Kreuzfahrer an­zuschließen, und beeilte seine Anstalten so sehr, daß er noch halb wund, nur von zwei Dienern begleitet, Liedeck verließ. Der würdige Abt von Seih heftete ihm das Kreuzzeichen auf die Brust; mit schwerem Herzen segnete Sigismun d seinen Sohn. „Komm' ich in drei Jahren nicht wieder,« sprach er, „und findest du es nicht für gut, deines Vaters vielleicht bis dahin noch unerfülltes Gelübde zu vollenden, so nimm vom Kaiser die Lehen, halte guten Frieden mit den Weite n steinern und H o­heneckern, vor Allem aber mache gut an deinen Dienern, was meine Härte an ihnen verbrach.« Lautlos umarmte er seinen Sohn, und machte sich auf den weiten, gefahr­vollen Weg. Günthe r aber begleitete den Abt nach Seitz, und in jenen labyrinthischen Hallen, welche der Wanderer noch heute als eine derstolzesten Bauten in ihren Trümmern bewun­dert, schloßensiesich ein, wiesie oft thaten in den freien Stun­den, und betrieben ihre gemeinschaftlichen Forschungen im Gebiete der Naturwissenschaft, derer Schleier zu lüften in jenen Tagen der Finsternis; und des Aberglaubens, in welchen fast eben so selten ein lichter Pfad durch die dunklen Labyrinthe des Wissens, als durch die undurch­dringlichen Urwälder zu finden war, den gefährlichen Na­men Schwarzkünstler, und mit ihm die Aussicht auf de« Scheiterhaufen nur gar zu leicht zuwege brachte, so daß selbst der edle Abt, trotz dem hohen Rufe seiner Heiligkeit, hie und da bei beschränkten Geistern, also bei der Mehr­zahl des Volkes, im Stillen für einen Zauberer galt. IE» Günthe r aber wühlte mit Behagen unter den Perga­ menten voll fremder Echriftzeichen, vor Allem zogen ihn die kühnen, trefflichen Ansichten an, welche in den Wer­ ken der aufgeklarten Araber herrschten, die der unter­ nehmende Abt von einer Wallfahrt aus Spanien mitge­ bracht hatte. Während sein würdiger Freund bei den Instrumenten beschäftigt war, und mit rastlosem Eifer Werkzeuge und Modelle verbesserte, hatte Günthe r wieder sein Lieb­ lingshcft aufgefunden, und starrte mit sehnsüchtigem Blicke auf ein Bild voll Farben, auf den kühnen Dädalus , der auf künstlichen Schwingen aus der Gefangenschaft in Kreta sich nach seiner Heimath schwang. Keine Fabel lehrt treuer die Folgen der Meisterschaft im Gegensatze zu jugendlicher Unkenntnis;, als gerade diese im Loose des Dädalus und des unbesonnenen Ikarus; dort führt die genaue Beobachtung der Naturgesetze zum ersehnten Ziele — hier ihre leise Übertretung zum Untergänge; ist es denn anders im Menschenleben? „Aber," sprach Günthe r mit glühenden Wangen, »abgesehen von allem Andern, belehre mich nur über das Eine: ist es denkbar, daß der Mensch sich gleich dem Vo­ gel, gleich dem Adler, der das Lamm entführt, in die Wolken erheben tonne?« ' »Warum nichr?" versetzte der Abt lächelnd, „nur muß er Das durch Kunst ersetzen, was die Naiur ihm verweigerte, die Fittiche und den leicht gebauten Körper, die höhere, Alles durchdringende Wärme. Luft und Feuer die ewig aufwärts streben, müßen seine Gehülfen werden, sie muß er meistern, daß sie den trägen Körper, dessen Schwere zu Boden zieht, heben, halten und tragen. Er­zählte ich dir nicht oft von jenem indischen Weisen, der auf einer feurigen Lichtsäule sich selbst vom Boden erhob, und auf ihr sich erhielt? zeigte ich dir nicht, wie erhitzce Luft den Deckel vom Kessel hebe, wie der Wind brennende Gegenstände leichter trägt als andere? nur das Wie — wie man sie saßen und binden möge die höheren Kräfte, das ist mein Forschen, das, wenn es dich freut, guter Günther,« endete lächelnd der Abt, »will ich theilen mit dir." Gedankenvoll ritt der Jüngling nach Liedeck zurück, die Kunst zu fliegen füllte seine Gedanken am Tage, füllte seine Träume der Nacht. (Fortsetzung folgt.) Neues. (Michael Edler von Schickh.) Die »allgemeine Theaterzeitung" schreibt unterm 22. v. M. Nr. 279: „Es wird unsere Leser interessiren, zu erfahren, daß der aus­gezeichnete Pianist, vr. Michael Edler von Schickh, der, obgleich Dilettant, schon vorlängst zu den ersten Künstlern gezählt wurde, im Laufe des Monats December in Wien ein öffentliches Coucert gibt, so daß die Leistungen seines merkwürdigen, in mancher Beziehung ganz einzig dastehen­den Talents, nun auch von einem größern Publikum wer­den genossen werden können.« — Dieses Concert wird am 4 8. d. M . Siact haben, und wir glauben, auf den, ohne Zweifel ausgezeichneten, Erfolg desselben um so mehr auf­merksam machen zu sollen, als, laut brieflicher Mittheilung, der genannte Virtuose im Laufe des künftigen Frühjahres auf einer Reise nach Triest auch unser Laibach zu berühren, und mit seinem Talente zu erfreuen gedenkt. — (Die Ferdinands-Nordbahn.) Nach einem Aus­weise in der »Wiener Zeitung" ist auf dieser Bahn vom 4. November 1840 bis dahin 1841 für Personen- und Waaren-Transport von Wien bis Olmütz die Summe von 820,700 fl. C. M . eingegangen. — (Spital am Pyhrn) im Traunkreise ist in der Nacht vom 23. auf den 28. Ottober d. I . ein Raub der Flammen geworden. — A n die verehrten vaterländischen Schrift­steller ! Einladung und Bitte. Dos traurige Zoos, welches die Ncwohnervon Spita l am Pnhr n im Trounkrcise, in der unglücklichen Nacht vom 25. auf den 2ü. Oktober lN4«, durch die fessellosc Wuth des Feuers getroffen, !>ot in der ganzen Provinz die innigste Thcilnahmc erregt, und bei de,» überall sich tund ge­benden Eifer, die b,jan„ner»swerthe Lage jener Unglücklichen durch menschen» freundliche Hülfe möglichst zu lindern, auch einen Verein «on inländischen Literaten veranlaßt, lin Album zu veranstalten, dessen ganzer Reinertrag jenen Verunglückten zugewendet werde» soll. Es ergeht hiermit an die ge­ehrten vaterländischen Schriftsteller, insbesondere NN diejenigen, welche durch Geburt, Studien und sonstige Lebensverhält­nisse mit unsercm Lande näher befreundet sind, die achtung­volle Einladung und Bitte um Beiträge in Prosa oder metrischer Form, welche um so willkommener sein werden, wen» ihre Grundlage eine «b der en n sisch-vrovenzielle ist, indem der Kern des ganzen Unternehmens eine lokale Färbung erhalten, und von den übrigen Beiträgen als hebender Rahmen umgeben werden soll. Die Zusendung der Beitrage wolle gefällig bis längstens Ende De­cember 184», unter der Adresse: »An die Redaction des Albums zum Be­sten der unglücklichen Bewohner von Spital am Pyhrn," an die Buchhand­lung Vincenz Fink in Linz bewerkstelliget werden. Linz, am «. December «41. Tic Redaction des Albums. Carl Adam Kalten brun» er. Julius Ritter von Schrö'ckingcr. Historisches Tagebuch. Zusammengestellt von einem Landpriester. 11. December l?üo wurde zu Dörfern in der Pfarre Alllack in Krai» geboren Thomas Dolliner , Dr. der Rechte, k. t. Hofralh, emeritirler Professor des Kirchcnrechtcs an der Universität zu Wien, und ordentlicher Beisitzer der Hofcommission in Justiz» Wcsetzsachen. Er starb am »z. Februar l85<>, und ließ de» Ruhm eines ausgezeichneten juridischen Schriftstellers und Lehrers zurück. 1851 tam ein Regiment Baiern, welches zu Landau in Rheinbaiern s!ati> onirt war, auf seinem Marsche nach Griechenland, in Krainburg an, und setzte denselben am l2. December nach Laibach fort, um sich dann in Triest einzuschiffen. 12. December 1713 dedicirte Johann Georg oder Gregor Th a lni t scher «on Thal ­berg, I. U. Doctor, ein eben vollendetes Werk: Npltnme ^nrnnu­logicu leine Art Chronik von Krain und Laibach) der damals be­standenen Gesellschaft der Operosen. l5. December 1?oi Abends um ü Uhr hielt die lüyz aufgerichtete lciibacher Akademie der Operosen in dem Saale der bischöflichen Residenz ihre erste öf­fentliche Sitzung. 1832 kam ein zweites Regiment Vaiern aus der Station Würzburg auf seinem Marsche nach Griechenland in Krainburg, und am folgende» Tage in Laibach an. Laib ach. Druck und Verlag des Joseph Blasnik.