LMcher Mmg. Nr. 99. Plinum«»atlon«prei»: Im Lomptolr ganzj. st. l l, halbl. fi. 5 bl>. ssür blc Zullellung in» Hau« hnlbj, s>0 ll, Vltt dcr Post ganzj. fi IN, halbj. 7 5N. Mittwoch, I.Mi. I»sertion»«eb«r: Fül Nll« Ins««te b<« ,u « sell» »» ll., gr«ß«t pr. Zeil« « ll., be« «fteren wilberholungen pi. Z«lle « li. 187». Nichtaintlicher Theil. Der Stand dei Friedensbemühungen. vnl l ^" ^" ätzten Tagen wenigstens indirekt her-lt2l"^"!^"s"ch"i, daß sich die große Tagesfrage «Mlgeren Chancen der Entscheidung m nähern be-sj^ "halten sich andauernd, ohne daß selbstverständ. ende /! "'" ""^ Bürgschaft für einen durchgrei-»ewn ^^9 der europäischen Friedensbemühungen iaa-?"' ^^^. Die vorgestern von einen, hervor-H^en Wiener Blatte gebrachte sensationelle Nach-3tMa >? - ^ gelungen sei, zwischen England und lime ^"^ Einigung hinsichtlich der Demarcations-^.s/" "zielen, bls auf welche sich beide Theile vor liH '""mvpel zurückzuziehen hätten, hat sich bckannt-H"^l bestätigt. Dessenungeachtet wird der Hosten ls, ^"^ ^^" Deutschland angeregte und sowol »lene ^"'^ ^^ ^" Rußland im Prinzipe angenom-lanae,,^ ?^^ Eompromiß zur Durchführung ge-ches ^ > "k' nunuuhr auch von autoritativer engli-d'e S, "^ Ausdrnck gegeben, und gleichzeitig ist auch llchere ^ ^ russischen Rcgierungspresso eine fricd-bescbri !^ entgegenkommendere geworden. Darauf dezV ^^ allerdings die friedliche,! Symptome unnpl, ' "'^ ^^^ ^" bm sachlichen, noch in den eitia?l ^"^" ^"nt bis zuui Augenblicke ein all^ )ez ^ ^uedlgendez und den raschen Zusammentritt b"zeich"?"^ ""zweifelhaft sicherndes Ergebnis zu auzsH?>^ diplomatischen Vcrhandlungcll werden jetzt litärU ^ ) beherrscht durch das, was man den mi-einer'n . ^"^ derselben nennt. Die Herstellung b°n En l ^"' ^""^ "'" Bosporus ist im Prinzip ez sich ^ "^ und Ruhlaud angenommen. Nun handelt WsHerl?.?" Wgrenzung derselben, und dazu ist MuN, General Tottlcben designiert, dem als lvird V?^ ^gcnt Staatsrath v. !)i'clidoff assistieren Zeiten ^ ^" ^"^^' ^r ^^^ werden diese Vor-«llez ^ ^raumc Zeit in Anspruch nehmen und so lange lllna ^»2 ^ "^hr in 8U8P0U30 bleiben, als die Erkrau-Filrst^wirsten Gortschakoff sehr ernsthaft und anch zogen is! /?^ ^^"' Theilnahlne an den Geschäften cnt-^teits n«' > ^U'blichcs Symptom bietet jedenfalls die sich ansM^^ ftubliciertc Nachricht, daß der Großfürst ^holuna t, ^^"Stcfano zu verlassen, um sich zur ^derspiss?"' ^""l seiner Sommcrfitze zu begeben, stark a/n ^"" man aber, daß die Russen sich nicht W«?a. suhlen, um sich hinter die Vulairliuie ^^Myen, deren Räumung England begehrt. Im^ merhin scheint eine Entscheidung heute ferner gerückt, als man noch vor kurzem annehmen durfte, wobei es sich freilich nock frägt, ob es nicht gerade England ist, dem ein jeder Aufschub erwünscht erscheint, da er ihm Gelegenheit gibt, seine Streitkräftc zu concentrieren. Die Engländer haben absolut kein Interesse daran, auf eine Beschleunigung der Verhandlungen zu dringen. Sie nützen die Zeit in ihrer Art, um die Kriegsvor-bercitnngen zu complcttieren. Jeder Tag der Ver-zö'gernng ist ein Gewinn für' sie uud ein Verlust für die Russen, die ungeheuere Opfer zu brinqen haben, um ihre große, von der Heimat weit entfernte, von Krankheiten schwer heimgesuchte Armee in kriegstüchtigem Zustande zu erhalten. Intime Berichte aus Petersburg sagen, daß man dort von dem schleichenden Gange der diplomatischen Transaktionen auf das peinlichste berührt ist nnd daß man nichts sehnlicher wünscht, als dem gegenwärtigen Zustande durch ein Definitivum, welcher Art immer, ein Ende zu macheu. Der gegenwärtige Halbfriedc zehrt Rußland auf, er fordert mehr Opfer an Menschen und au Gut, als selbst der Krieg gefordert hat; was begreiflicher also, als daß Nußland sich darnach sehnt, endlich einmal zu einer definitiven Entscheidung zu gelangen. Wohin dieselbe sich neigen wird, weiß angesichts dcr verworrenen Verhältnisse heute allerdings noch niemand anzugeben. Die Situation Rußlands. Ein für Nußland ebenso bedenkliches als beden^ tungsvolles Ereignis der letzten Tage bildet der Ucbcr-fall des russischen Lagers bei Philippopcl durch die Insurgenten, die dabei angeblich 10^0 Gefangene gemacht und vier Kanonen erbeutet haben. Daß der Anfstand an Ausdehnung zunimmt, wurde auch dem Scraskierat nach Konstantinopcl gemeldet; ebenso, daß ein zweites Gefecht mit den Rnfscn stattgefunden habe, 'in welchem dreißig Offiziere kampfunfähig gemacht wurden. Der Befehlshaber der Insurgenten heißt Ali Bey. Die offiziösen russischen Organe stellen die Sache so dar, als ob dcr Aufstand gegen die Pforte gerichtet uud auf türkisch gebliebenem Gebiete inszeniert worden wäre, indcß er gerade und allein auf ncubulczarischcm Terrain ausbrach. Die weitere Entwicklung dicfer Dinge wird man mit Spannung erwarten. Zu den Schwierigkeiten, welche für die Russen auf dcr Balkan-Halbinsel erwachsen, gesellen sich nun anch solche in Asien. Die erneute Forderung des russischen Kabinetts nach dcr Ucbcrgabc von Batum hat die Lazen in Bewegung gebracht, uud es ist aller An- schein vorhanden, daß die Uebernahme des Platzes nicht ohne ernsten Widerstand vor stch gehen würde. Man telegrafiert hierüber dem „Standard" aus Konstantinopel vom 25. v. M.: „Infolge erneuten Druckes vonfeite des Großfürsten Nikolaus hat das Seraskierat Derwifch Pafcha pcremptorifch angewiesen, Batum und die ganze Provinz Lazistau zu evacuieren. Den neuesten Nachrichten zufolge wioersetzcn sich die Einwohner dem Befehl und erklären, daß sie es vorziehen, lieber nieder« gemetzelt zu werden, als den Abzug der türkischen Truppen zu gestatten, indem sie hundertfachen Tod der muskowitischcn Herrschaft vorziehen. Man befürchtet, daß in mehreren Gegenden Schwierigkeiten entstehen dürften. In der Nähe von Batum und Trapezunt haben sich die Bauern bereits bewaffnet und erklären, daß, wenn die Regierung sie nicht gegen die Russen vertheidigen kann, sie gegen die Russen und Türken für ihr Lebcu und ihren Glauben kämpfen werden. Mehrere einflußreiche Lazistaucr Begs vertheilen Waffen und organisieren einen allgemeinen Widerstand." Inzwischen hat Rußland auch in Eentralasien einen Gegner gefunden, der nach seinen letzten Siegen in Dschit'ischar nicht zu verachte« ist. Die von den Petersburger Blätter» neulich ventilierten Ansprüche, wclche vonseitc China's an das Kuldschagebiet erhoben wurden, erfahren in dcr „Mos. Wedom." eine unumwundene Abweisung. Man schreibt dem genannten Blatt aus Semwalatinsk: „In den Nesidenzblättern ventiliert man die Fraae über Kuldscha; für uns, die wir in der nächsten Nachbarschaft dieses Gebietes leben, ist es sehr klar, daß es in Bczug auf Kuldscha keine Frage gcben kann und darf, weil cs eben undenkbar ist, dieses Gebiet den Ehincscn wieder zurückzugeben. Wir occupierten Kuldscha, weil dieses Gebiet einen Schlupfwinkel für alle Räuberbanden abgab, welche unsere Grcmbcvölkerung in steter Aufrcgung crhicltcn. Wenn Kuldscha abermals unter chinesische Herrschaft kommt, fo werden die früheren Verhältnisse wieder eintreten, welche die russische Regierung anch wieder zwingen würden, dieses Gebiet zu besetzen. Dic Erfahrung hat eben bewiesen, daß die chinesische Regierung nie die Kraft haben wird, die Ordnung im östlichen Turkestan aufrecht zu erhalten. Sie tonnte wol durch momentane Anstrengungen ein Reich wie Kaschgar zerstören, welches durch Eine Persönlichkeit ins Leben gerufen und erhalten wurde, war und ist aber nicht im stände, ihre Macht lange zu behaupten. Wenn von rufsischcr Seite die chinesischen Truppen nicht mit Getreide versorgt worden wären, so hätten sie nie Kaschgar, ja nicht einmal die Dunganen unter- Feuilleton. Malta. ^ber ^""^te" militärischen Dispositionen der Eng-Alischen 3' ^ allgemeine Aufmerlfamkeit auf die Me j, ^esitznngcn im Mittelmeere gelenkt, die im ^uzsi'^?. Krieges zwischen Nußland und Albion !"' dnrs?» ch der Schauplatz ernster Ereignisse wer-^orrnl ^ I" erster ^'"'e gilt das von Wialta, der ^tte. Zysten Rüstkammer Englands im Mittrl-MehentM'chts dessen dürfte daher die nachfolgende Mte der ^Md"ung der Insel, die wir einem Be-^ser iM.""blnischen Zeitung" entnehmen, für unfere ^ 3enmw.^"e Interesse sein. Der Berichterstatter ,V"en Blattes schreibt: ?'unft j "ss Eigenthümlichkeit, die sich mir bei dcr Mick '!^l,ttü. Valetta bemerkbar machte, war der s!,hch,, ""'chcr und reich ansgcstatteter Rennboote ?> w^ verschiedenen Ruderklubs anzugehören si^bor!.°""?""o am Strande eine Rotte zerlumpter ? ^"l>tl ^des Augenblicks dcr Landnng harrte, nm >n. I??"ch auf die ankommenden' Fremden zu !l! 9anze 3" G'grnsatz zieht sich auf Malta durch 2 l den F"l)alwi3 von Herren und Unterthanen. Hn Fleiü ^'w'mn herrscht trotz des augcnschein. ^"' Ms, vielleicht nur wegen der starken Ncbcr- lFg'li, 's ."ne erschreckende Armuth; die Engländer M/ rrfr' >" ^ nun Offiziere, seien cs ansässige Kauf- uit eingeschlossen ist. den Engländern felbst wird daher die Verständigung recht schwer. So lange man in der Hauptstadt bleibt, geht es damit noch an, dcnn man begegnet doch immerhin anf alle paar Hundert Schritt einem englifch drein-fchauendcn Gesichte oder eincm englischen Soldaten, oder man kann sich auch wol vermittelst jener paar Brocken eines verdorbenen Italienisch verständlich machen, die dcn Einwohnern von Eittu Valetta geläufig sind. Sobald man aber aus dcr Stadt heraus ist, hört es damit auf. Auf stundenlangen Wanoerun-gcu darf man weder hossen, einen Engländer zu treffen, noch bei der Bevöllernug die Kenntnis irgend eines anderen Idioms als des arabischen voraussetze!!. Nirgendwo sonst im Orient ist mir diese Unannehmlichkeit so schroff entgcgengettctcn; denn andenvärts, wo man Achnlichcs voraussetzt, ficht man sich wenigstens vor, während für Malta fast jedermann, der noch nicht dort war, die allgemeine Kenntnis des Englischen oder Italienischen voraussetzt. In dem Knfiuo, desfen ich oben als des Mittel-puuktes alles geselligen Lebens anf Malta erwähnte, entsinne ich mich, niemals maltesische Laute gehört zu haben, und ich glaube weder, daß irgend ein Ein-geborner zu seinen Bcsucheru gehört, noch daß sich jemals eiu englischer Offizier die Mühe gegeben hat die maltesische Mundart zn studieren. Dieses Kasino gleicht in seiner überreichen, fast uppiaen Ausstattuna ganz jenen spanischen Vorbildern, die für den über alles die Pracht liebenden und doch in seinen häuslichen Mitteln allzu beschränkten Eastiliancr der Vereimgmigspmikt alles irdischen Glückes sind. Und mit den spanisch"' Kasinos theilt auch dasjenige von Malta die Eigen, thümlichkett, daß dns. wie man glanbt. in ganz Europa verpönte Hazardspiel dort ziemlich mwerhüllt sein Wesen treibt. In jeder spanischen Stadt wird m jedem Kasino allabendlich offene und für jedermann zu- 822 werfen können. In früherer Zeit konnte die chinesische Regierung die Bevölkerung der von ihr eroberten Gebiete hinmorden und hatte die Möglichkeit, dieselbe durch andere Volksstämme zu ersetzen, welche sie zur Auswanderung zu verleiten verstand; gegenwärtig ist ihr ade,- diese Möglichkeit genommen, seitdem ihre Truppen in vielen Fällen die Einwanderer ausgeplündert haben, und sie ist daher gezwungen, das eroberte Gebiet durch ihre Truppen besetzt zu halten, welche eben schon an und für sich eine große Neigung zum Vagabundieren und Rauben haben, eine Neigung, welche durch den gegenwärtig in dem nördlichen China herrschenden Mangel noch mehr verstärkt wird. Es ist sonach klar, daß bei einer etwaigen Besetzung von Kuldscha durch die Chinesen dort die Räubereien wieder überHand nehmen und die Einwohner zwingen würden, sich auf russisches Gebiet zu flüchten, wo man gegenwärtig schon nicht mehr weiß, wie man die vielen Flüchtlinge aus den von den Chinesen besetzten Gebieten unterbringen soll." Die russischen Blätter befinden sich am Jahrestage der Kriegserklärung in sehr elegischer Stimmung. Der „Golos" antwortet aus die Betrachtungen der westlichen Presse über die mißliche Situation Ruß' lands: „Schwach, wie der Mensch es ist, erscheint ihm fremdes Leid immer leichter als das eigene. Aber wenn man eingehend die Sachlage bedenkt und alle vorübergehenden Miftrcn des täglichen Lebens aus derselben entfernt, so kommt man denn doch noch zum Schlüsse, daß unser Vaterland freudigeren Herzens als die anderen Staaten das große Triumphfest der Christenheit begehen kann. Es fällt ja diesesmal mit einem großen historischen Ereignis zusammen: mit der Auferstehung der christlichen Bevölkerung der Türkei zu neuem Leben. Was auch fernerhin geschehen mag, was uns auch noch für neue Opfer und Leiden für die Bcfreimmg dieser Völkerstämme erwarten dürften: dem Wesen nach bleibt das Factum der Aefreiuung unveränderlich bestehen und wird es als ein Verdienst des russischen Kaisers und des russischen Volkes für ewige Zeiten auf den Blättern der Geschichte Europa's verzeichnet — mag nun der Vertrag von San Stefano auch noch so viel modifiziert werden." Der „Ruskij Mir" vergleicht am Jahrestage der Kriegserklärung an die Türkei die damalige Lage und ihre Aussichten mit der heutigen und bemerkt hiezu: „Viele unferer vorjährigen Hoffnungen und Erwartungen haben sich äs facto mcht erfüllt, insbesondere was die Sympathien der europaischen Großmächte und ihrer Nationen betrifft. Das Einvernehmen zwischen den Handlungen Rußlands und den Gefühlen und Interessen Europa's ist geschwunden, Dank den endlosen Forderungen Oesterreich-Ungarns und Englands. Unsere Erfolge haben die Feindschaft Europa's hervorgerufen, eventuell verstärkt; das Drei-Kaiser-Bündnis ist erschüttert worden; gegen uns hat sich nicht nur die öffentliche Meinung Oesterreichs und Englands gewendet, sondern auch die Frankreichs, Italiens und auch theilweise Deutschlands. Die alten Mährchen vom „russischen Bären", vom „russischen Barbarenthum" und von den Europa Gefahr bringenden Folgen der Erstarkung von Rußlands äußerer Macht sind wieder aufgewärmt worden. Von allen Seiten treten wieder neue Drohungen und Ausfälle auf, überall vollziehen sich neue Vorbereitungen zum Kriege, neue „entscheidende Maßregeln", und fast ungehört verhallt in diesem gängliche Bank gehalten, auf Malta geht man insofern etwas vorsichtiger zu Werke, als man sich in versteckte oder wenigstens entlegene Zimmer zurückzieht und das Ganze ein wenig mit dem Schleier des Geheimnisses umhüllt. Dafür aber wird auch desto höher pointiert, und mauche Vermögen sollen in jenen alten Iohanni-terpalästen an einem einzigen Abend verloren, manche Existenz binnen wenigen Stunden runiert wurden sein. Das englische bighlife ist überhaupt wol das kostspieligste der Welt, und der Glanz der maltesischen Bälle, die prachtvollen Toiletten der auf Malta weilenden englischen Damen stehen wahrscheinlich gegen die gleichen Verhältnisse in Englands Hauptstadt mcht sonderlich weit zurück. Wenn ich nun oben die Kleinheit der maltesischen Eilande und die Unbequemlichkeiten, die daraus entspringen, erwähnte, so muß ich doch gleich hinzufügen, daß nicht das Gleiche für Cittü. Valetta gilt. Die Hauptstadt jener winzig kleinen Eilande ist eine Großstadt und für das Mittelmeer eine Großstadt in des Wortes vollster Bedeutung, mit etwa 70,000 Einwohnern, ungerechnet die Besatzung, und einem Straßenverkehr, der etwa demjenigen von Brüssel gleichkommt, aber weitaus die Verhältnisse der rheinischen Metropole übertrifft. Auch die Häuser sind imposant, die Straßen breit, und die Stadt mag sehr wol mit einer der größeren nordischen Residenzen verglichen werden, nur daß man der Steilheit des Untergrundes wegen mannigfach Treppen anstatt Straßen findet, daß der Baujtll den veränderten Witterungsverhältnissen angepaßt lst und dle Dächer flach sind, worauf wir weiter unten noch zurückkommen werden. (Schluß folgt.) Lärm das diplomatische Geflüster von Konferenzen und Vereinbarungen. Wird nun der Vertrag von San Stefano, wenn auch mit nebensächlichen Modifications, bestehen bleiben oder werden wir gezwungen sein, einen neuen Frieden vor den Mauern Konstantinopels oder sonst wo um den Preis neuer Opfer und Anstrengungen zu erkaufen? Die nächste Zukunft wird diese quälende Frage lösen, die gerade zu einer chronischen, unheilbaren Krankheit geworden zu sein scheint. Die Kur hat nun Fürst Bismarck übernommen; aber dieser große internationale Arzt ist gewohnt, mit „Eisen und Blut" zu heilen, nicht aber mit anspruchslosen diplomatischen Rezepten, wie sie uns der Telegraf in den letzten Tagen übermittelt hat. . ." Die Kriegsstimmung in England. Die englische Regierung setzt ihre Vorbereitungen zum Kriege mit großem Eifer fort. Zufolge Anordnung der Admiralität werden sämmtliche in See stechende Panzer- und sonstige Fahrzeuge mit dem vom Unionsobersten Shall erfundenen Torpedosisch-Apparat ausgerüstet. Dieser ist ungemein einfach und besteht aus zwei am Bug eines jeden Schiffes aufgestellten 14centime^ trigen Mörfern, welche 9 Pfund schwere Vollkngeln schießen; diese Projektile führen jedes 183 Meter lange, dünne, doch stark gearbeitete Drahtseile mit sich, welche unter einander durch ein 4 Centimeter langes Drahtseil verbunden sind. Die Abfeuerung der beiden Mörfer ins Waffer geschieht gleichzeitig auf elektrischem Wege, und die auf 55 Millimeter Entfernung von einander mit Stiften versehenen Drahtseile entzünden sämmtliche auf einer Fläche von 8356 Quadratmetern und bis auf eine Tiefe von 10 Metern gelegenen Contactminen. Gleichzeitig wird die vom Ordonnanz* Artlllcriccomitc' verbesserte Gatling-Kanone anf allen Schiffen znm Schutze gegen Torpedos eingeführt. Dieselbe wird in den Marsen der Mastkörbe der Schiffe placiert und ist im stände, aus ihren 40 Läufen in eiuer Minute 576 Schuß abzugeben. Die mit Blei-mantel umgebenen Stahllugeln haben ein Kaliber von 55 Millimeter nnd sind im stände, anf eine Seemeile Distanz achtzöllige Panzerplatten zn durchschlagen. Gleichzeitig nimmt auch im britischen Volke die Kriegsbegeisteruug immer mehr zu. Am Mittwoch fand in London in Exeter Hall eine Versammlung statt, welche der Ausschuß zur Organisierung von Freiwilligcn-corps berufen hatte. Der ehemalige Seekapitän Bedford Pim eröffnete die Versammlung, nachdem das „Rule Britannia" abgesungen worden war, mit einer Rede, in welcher er feinem aufrichtigen Wunsche nach Ausbruch des Krieges Ausdruck gab. Der Irländer Major O'Shea erklärte unter großem Beifall, es gebe, keinen Irländer, der nicht fechte, wenn mall ihm auf die Rockschöße trete; so sei es trotz aller Agitation in seiner Heimat. Nicht minder ist auch die Stimmung in Indien, übereinstimmenden Berichten aus Bombay und Calcutta zufolge, entschieden kriegerisch. Niemand bekundet die geringste Bangigkeit vor dem Kriege, ohne daß man dabei die Schwierigkeiten unterschätzt, mit denen man zu kämpfen haben wird, aber man hegt ein tiefwurzelndes, ruhiges Vertrauen in die britische Energie und Ausdauer und zweifelt nicht an dem endlichen Erfolge, obgleich man von der Ansicht ausgeht, daß England, wenigstens im Anfange, ohne Alliierte den Krieg werde führen muffen. Die angesehenste Zeitung in Bombay veröffentlichte einen Leitartikel, der mit den Worten begann: „Die Würfel sind gefallen, England ist bereits thatsächlich im Kriege mit Nußland, und wenn anch die formelle Kriegserklärung um einige Tage aufgeschoben werden sollte, so ist es wahrscheinlich, daß die in Malta und in Gibraltar in Bereitschaft gehaltenen Regimenter, welche die Vorhut des ersten englischen Armeecorps bilden, jetzt schon den Befehl haben, in die Front zu rücken." Der Austrit Lord Derby's auS dem Kabinett hat hier keineswegs überrascht, man hatte ihn längst gewünscht und profezeit. Man nannte seiue Politik eine „Politik der Negation". Die russische Uebermacht zu Lande flößt keine Besorgnisse ein; man berechnet, daß Rußland mit seiner Armee von etwa einer halben Million Soldaten neu eroberte Gebiete von ungeheurer Ausdehnnng und eine Cmnmunicationslinie von 1500 bis 2000 englischen Meilen zu bewachen hat, daß das unzufriedene Rumänien es zwingen wird, eine große Macht nördlich von der Donau zu halten, uud daß etwa 200,000 Mann erforderlich sein werden, um die festen Plätze und die Commnnicationen in Bulgarien und Rumelien zu befetzen und zu bewachen, während die englische Armee keine Communicationen zu beschützen hat, ihren Angriffspunkt wählen und ihre ganze Macht auf denselben werfen kann. Als unumgänglich nothwendig wird die mwerzügliche Abscndnng einer Expedition von Bombay nach dein persischen Golfe angesehen. Dampfer sind noch nicht in genügender Anzahl für bedentende Truppentransporte vorhanden, aber die indische Regierung hat sich durch eigene Con-tracte mit der britisch-indischen Compagnie das Recht gesichert, alle Dampfer dieser Compagnie zum fixen Preise von 20 Rupien per Tonne zu requirieren. Aus Aden ist in Bombay die bemerkenswerthe Nachricht eingetroffen, daß die russische Regierung Ennssa« ausgesendet hat, um sich die genauesten Informanonm inbetreff des Zustandes der britischen festen Platze an der indischen Route zu verschaffen. Ein solcher MN^ schaftcr soll in Malta verhaftet worden sein, und M Kommandanten der anderen Festungen haben Befehl erhalten, auf ihrer Hut zu sein. Der Constitutionsentwurf für Bulgarien. Unter dem Titel „Neu-Bulgarien" geben die „Tl< mes" in einem vom 17. v. M. datierten interessant Briefe aus Widdin den Cmlstitutionscntwurf l" ^" garien. „Gemäß diesem Constitutionscntwnrfe", M^ der Korrespondent, „dessen rasche Ausführung o"^ einen vorgestern hier eingelangten kaiserlich lujM^ Ukas dem Zivilgouvernenr aufgetragen wurde, n> das Fürstenthum in neun Gouvernements eingetye-, nämlich: Widdin, Sistow, Rustschuk, Varna. TunoM. Sofia, Philippopel, Slivno und Skoblia oder Usl^ Jedes derselben ist wiederum in verschiedene Mo dissements oder Kreise abgetheilt. Vorläufig lst a^ die Dobrudscha, mit dem Sitze des Gouvernements Tultscha, in dem neuen Arrangement Inbegriffen. „Für das Centrum der Administration ist Py''^ popcl bestimmt, welches auch die vorläufige Hair' stadt des Landes und Residenz des rnssischcn Spe«" kommissärs, des Generals Fürsten Dunoakoff, !^ wird, welchem bis zur Einsetzung eines Fürsten Aulgarieu die staatliche Organisation übertragen '^ Es wird ihm ein maßgebender Organisations"^) i Seite stehen, zusammengesetzt ans eminenten Vertraue Männern bulgarischer Rasse sowie aus russischen iMN" und Offizieren. Diese Körperschaft wird gl^chi""^ allen nationalen Administrationsfragen als ^ ^ Gerichtshof fnngiercn. Philippopcl hat ebenso der ^v des Metropoliten wie der Staatsämter zu smi. ^^, der Spitze eines jeden Gouvernements wird e'"^^ verneur stehen, dem ebenfalls vertrauenswürdige -"^ ner des Bezirkes znr Seite steheil werden, ewen ministrationsrath bildend, der unter ihm »n ,^ administrativen Angelegenheiten innerhalb des ,^ kungskreises die Inrlsdiction ausüben wird. Dlc n^ oder Arrondisscmcnts werden unter der ^l'tnng Snbgouvcrucureu stehen, welche im Vereine nm e Rathe, bestehend aus vier bis sieben Personen, '^^ aus den Einwohnern des Ortes gewählt nno ^, Gouverneur bestätigt werden, alle administrate!' ^ gekgcnhcitcn regeln werden, die Auflage von ^ ^, und andere finanzielle, den Bezirk betreffende M» , heiten, ebenso die statistische Anfzcichnung der ^u tultur- und Handelsverhältnisse des Ortes. ^ ,,EinStadtoberanfseher(w^u-8!lp«rint,onä6tir) zuweilen die Stelle des Gouverneurs oder Snvgo" ^ neurs vertrete» und, unterstützt durch ein 5M^Mti-Stadtrathes oder Magistrates, die Leitung aller p ^ scheu Angelegenheiten, die Regelung des H"' , i^-Verkehrs, der Gemeinde-Umlagen, der Sanitations ,„ übernehmen. Zur Aufrechterhaltung der Ordn» ^ der Gemeinde wird der Staotsnperintendent "^Hes ficht über ein bulgarifches Polizcicorvs haben, ' ^ russischen Polizeitommissären unterstehen nno ^ den türtischeu Zaptichs organisiert sein ^?> ^s wird der Stadtjuperintendcnt die Kontrolle u^ila/ Paßwesen und die Rechtsprcchuug in Vagattll'' ^r leiten und leichteren Kriminalfällen haben. ^ ,.M Kreisstadt wird ein autonomer Gerichtshof "Kk^ werden, bestehend aus einem Präsidenten, ewe» ^,, tär, vier permanenten und zwei Subsidiarnuiu .^.j, die in allen Krimmalfällen dicieren werden. Da es bisher keine bulMW^^ setze gegeben hat, so werden die Nichter ")" ^,M dnngen theils anf Grundlage der in Kraft "e,^ ^ türkischen Vorschriften und thcilwcise nach " ^e» wohnhcitsrecht und dem Villigkeitsftrmzlp ^, ^ müssen. Die Urtheile der ersten Instanz "" ^c„, nigstens eine Zeitlang, cndgiltige Rechlsli"s ^M da es bis jetzt noch keine Gerichte M" "-Höfe !'! gibt. Es werden jedoch bald Appellatl""^^seht Rustschuk, Tirnowa, Sophia und Milippo^^.-^ und später noch ein oberster Gerichtshof deshauptstadt errichtet werden. . « und?" „Sobald die oben anfgczählten AeMt ^ ^ stitutionen organisiert und in allen The"" ^^ ^ui o stenthums eingeführt sein werden, wird cm ^»»ne einer noch nicht bestimmten Wahlordilll'g ^.^^^f'' gesetzte Nationalversammlnna. in nnd deren Thätigkeit durch'den russischen ,^M'^ missär feierlich eröffnet werden, ^e "I^ ^in^ dieser Natiunalversammlnng wird cs ^"^lisic""' ,,h die bisher nnr provisorisch sind, zn ' s, ^„inen. " eignete Functionäre für dieselben s" "' M','"" . ebenso deren Gehalte und Aedingnngen ä Men ^ Zu diesem Ende werden die M'zH^ bestqnalificiertcil Kandidaten anfMtuu' ^ ^M ^ diese werden dnrch die Gonoernenre " ^»det '" „ Verwaltnngsqerichtchof in Philipps " 'soÄ"' I„l den. Diese Körperschaft Prüfung der Listen der National "U^, ^^ allgemeinen Plan der im Lande cmz"H,, M'd'^l unterbreiten und gleichzeitig die wurdM .^ ^a> für diefelben in Vorschlag bringen- 823 Steuerung sowie des Straßen-» und Eisenbahnbaues 3 ebensalls in der ersten Sitzung des Parlaments erörtert werden. Die Frage der Wahl eines Fürsten «no dessen Nachfolger wird erst nächstes Jahr zur Er-merung gelangen. Das Parlament wird, wenn mög-uH, am 15. Juni d. I. zusammentreten. Die Anwerbung eines bulgarischen Landwehrcorps wird ernst-cy ortgefetzt. Eine Kommission des russischen Gc-neralstabes ist auch mit einem Plane der Regulierung ver bulgarischen Festungen beschäftigt." Hagesneuigkeiten. l- .^ Anwerbungen für die indisch-niederen bische Armee.) Da es sich öfters ereignet, daß '^ listerreichische Staatsangehörige mit schweren Geld-lä ^? ^ ^ Hoffnung nach Holland begeben, in der "Wich indisch-niederländischen Armee sich als Soldaten Ll^k ^ anwerben lassen zu können, dort aber dem dn^ pl^sgegeben sind und dann unverrichtcter Sache °n der l. und k. Gesandtschaft nach Hause instradiert Ad" müssen, so hat sich die österreichisch-ungarische N l,^, ^^ in Haag bestimmt gesehen, die compctcnten Mden um die Bekanntgabe derjenigen Bedingungen ü ersuchen, unter welchen allein die Aufnahme fremder N ^""gehöriger in die königlich indisch-niederländische lNlee gestattet ist. Dieselben sind in neuester Zeit nor-ein z !^^^" ""^ llmle" wie folgt: Behufs Eintrittes l»., finden Unterthanen in die königlich indisch-uiedcr-sche ^^ ^""°e wird verlangt: 2) Beibringung des Tauf-der A ' ^ Sittenzcugnis der Behörde des Ortes, wo s^ ""suahmswerbcr zuständig ist; e) Beweis, dah er stet ^, ^^rvflicht in seinem Vaterlande genügcgelei-«) od ^ °^^ "°" ^^ Militärpflicht befreit ist; ^ der auch, daß er eine ausdrückliche Bewilligung seiner dilrf .^, ^^^' '" ^"'^^ Militärdienste treten zn sola ^ ^ ^lutritt kanil nur als Gemeiner er-T)ientt ""^ "'"^ ^^ ^"' Angeworbene zn sechs Jahren lchaft ^^'pslichtcn; g) Aerzte, welche ill dieser Eia.cn-obbe ^^'^lnlncn werden wollen, müssen anßcr den h^ogenen Documenteu auch noch das Duktordiplom unk !M" und durtlands eine Prüfung aus der Medizin " ^h'rnrgie bestehen. den, w (Patriotischer Hilfsvercin.) Unter 28 b ?n ^. ^^ Fürsten Eollorcdo-Manusfeld hielt am biesi's, ^ ^^" der patriotische Hilfsvcrein seine v^ ?^ge Generalvcrsanmllung. Der erstattete Bericht stiiken! ^ "^^ ^"^ Wirke»» des Vereines ill nutcr-Co , ^^'bereitender und internationaler Richtung. 1^'^de im Jahre 1877 ein Gesammtbctrag von ^Pend "" '^^ Individuen vertheilt in jährlichen stuhln "'' und auf 427 Gesuche um zeitweilige Uuter-Ma w" ^^ st. verabfolgte. Ill vorbereitender Rich-l u war der Verein insofcrnc thätig, als er der die'h . ^ 100.000 Verbandpäckchen lieferte, welche "Halt "^ "ufachstcn Mittel zu ciucm Nothvcrbande ai,s,,.^s. "nb womit inl Felde womöglich jeder Soldat ber V«"' '?' I" internationaler Richtung ferner wirkte latest l!u"^ ^ndenl er in, abgelaufenen Jahre nach Bn-stanti,, .""chtstückc "'it 5037'/, Kilo und nach Kon-lvelch"t . ^^ Frachtstücke mit 528« Kilo abschickte, "nd H ^"berlei brauchbare Spenden für die Kranken »lit B ?""beten enthielten. Die Versalnmlung nahn« ^°rsta,x ^" Bericht zur Kenntnis und sprach dem Mtigk l bcn Dank aus für die umfassende humane ^Rlzlt ^ bisherigen Revisoren wurdeu wicder- der ^/^"pclle Strauß.) Sämmtliche Mitglieder EtryiH'^"kaftclle des Hof-Ballmusitdirektors Eduard Nnd den s ," ^ ""' '^^"' bisherigen Chef losgesagt Lehrer s """^'" Componistcn und Kapellmeister C. M. beste,, ^'s"^' bas Unternehmen, welches sich stets des ^iter fl,.?^l ön erfreuen hatte, unter seiner Firma Ü^n Le i " ^""' ^'^ ^^^^ '"'lb auch unter der ^eib«. l'^ 'h"m bisherigen Genre treu bleiben und ^sfllen 3"^ li"nzerte anl Dienstag im Vulksgartcn ^lte P^. ^! diesem Konzerte wird Herr Ziehrcr eine "thchen" ä"' eigener Composition: „Volksgartcn-. ^ sc^.^' ersten Aufführung bringen, ^sch^rlntcrs Tod.) Ein in der Numburger 3^°h»h°i?"' Brauerei beschäftigter Arbeiter hatte dic er "ps m s" Deputatbier zu versilbern und in "üi H liusetzen; als ihm dies verboten wurde, ging ei? den H. ^lun. nachniittags zur Sudpfanne, sehte sich l> .'Ad3' s^' "' ^"tze neben sich. und mit hr ^ Fl. / "nrzte er sich rückwärts kopfiibcr in die d>n °la e, Obwul er schon im uächstcn Augenblicke htz^"'sclbcn^' ""' ^ ^°ch zu spät; denn er w° lvüvd,. ^llgcnblickc erstickt. Im Beisein der Be-"^ssen. ^ das Gebräu von 120 Eiinern in den Bach br l'ssen , ! Branpfailne wurde sodann sofort hcr-goitneii. ° ""t Einsehllng der nenen 9teservepsannc tzzMd ^,^," e Stadt abgebran ll t.) Die Stadt iiln ^". ist "l!"". an der Straße von Epcries nach lln ^ Etat,^'" lirößtcu Theile abgebrannt. Die ganze ^i ^ Haus "^ ^'" großer Theil der Vorstädte, nahe T>ll?^3 Ni ^'^ ^"n Ostermontag nachmittags auf ih?MorisH^en ein Raub der Flammen geworden. ^e ,?, ,1'^Niindige, altchrwürdigc Vartfeld wnvdc '^" durch König Karl Robert, nachdem die Templaner es verlassen, von neuem begründet Der verheerende Brand brach angeblich durch Unvorsichtigkeit eines betrunkenen Mannes in einem Stalle aus. Einem Berichte des „P. Ll." ist zu entnehmen, daß ein großer Theil der einen Vorstadt bis zur nackten Erde abge brannt ist. In der innern Stadt ist lein einziges Hans. dessen Bestandtheile mit allen darin befindlichen Vorräthen nicht abgebrannt wären. Das in den weiten Stadtgräben aufgeschichtete massenhafte Holzmatcrialc ist vernichtet. Am 23. gegen 4 Uhr morgens fing ein Theil des Daches des fchöncn römisch-katholischen Pfarrhofes zu brennen an, in dessen oberen Saal sich die dahin gcflüchteten Zöglinge der römisch-katholischen Mädchenschule befanden. Dem mannhaften Auftreten und den energischen, vorsichtig geleiteten Rcttungsmaßregeln des Herrn Abtes E. Kaczvinszky ist es zu danken, daß die armen Kinder, die er knapp vor dem Einsturz eines Plafonds aus einem Saale entfernte, und das Pfarrhaus gerettet wurden. Der Verlust keines einzigen Menschenlebens ist, Gott sei Dank, zu beklagen. Das berühmte Baudenkmal Bartfelds, das alte, freistehende Rathaus, ist unversehrt; einen um so betrübcndcrcn Anblick gewährt jedoch ein zweites Pracht-Baudenkmal, der herrliche Dom, eines der ältesten und historisch merkwürdigsten Baudenkmäler Ungarns aus dem Jahre NN. Die Umsicht und aufopfernde Thätigkeit und das persönliche Eingreifen des Herrn Abtes rettete zwar das Innere des Domes mit seinen seltenen Kunstwerken, das ganze Dach der Kirche jedoch ist bis zu den Mauern abgebrannt, der Thurm eingestürzt, die Glocke geschmolzen. Das Elend und die Verzweiflung ist groß. — Aus Pest wird dem „Fremdcnblatt" gemeldet, daß am 27. d. die Stadt Bartfeld bei Kaschau total abgebrannt ist. Der Schaden, den die Versichcrungs-Anstalten erleiden, beläuft sich auf circa 500.000 Gulden. — (Pariser Notizen.) Man liest im ,.Moni-teur" an hervorragender Stelle folgende Note: „Wir haben die Ehre, unseren Lesern anzuzeigen, daß dem „Monitcur Universcl" soeben der Eintritt in Elsaß-Lothringen verboten worden ist," — Paris zählt in diesem Augenblick 5500 Gasthöfc mit 130/»00 Zimmern; von den letzteren waren, wie der „Figaro" versichert, au» 25. April 112,000 besetzt. fokales. Aus dem l. l. Landessanitätsrathe für Krain. Auszug aus dem Protokolle der Sitzung des k. l. Landcssanitätsrathes für Krain vom 2. April 1878, unter dem Vorsitze des Herrn k. k. Regicrungsrathes und Landcssanitäts - Referenten Dr. Emil Ritter von Stöckl. in Anwesenheit der Herren: k. k. Sanitätsräthe Dr. Eisl, Dr. Fux. Dr. Kecsbacher, Dr. Schiffer uud Dr. Aalenta als ordentliche Mit-glieder, und dcr Herren Apotheker Mayer und Swo-b 0 da, in Vertretung dls Avothetergremiums, als außerordentliche Mitglieder. 1.) Geschäftliche Mittheilungen des Vorsitzenden über Präventivmaßregeln gegen den Verkauf von Ge-lMlumitteln und Giftstoffen, und über den Stand der Epidemien in Krain; 2.) Erstattung von Vorschlägen znr Besetzung der Bezirkswundarztcnstellc in Oblal und der Aezirks-hcbammenstcllen in Rudolfswevth und Kostel; 3.) Entwurf einer neuen Apothetcrinstruction zufolge hohen Erlasses des k. t. Ministeriums des In« nern vom 27. Oktober 1877, Z. 12,983. Nach entsprechender Beantwortung der an den Vorsitzenden gestellten Anfragen über die Verfügungen der l. t. Landesregierung gegen die Einschleppuug und Weitcrverbreitung der ill den im Kriegszustande befindlichen Nachbarländern herrschenden Epidemien und über die Aufbahrung von Leichen im Laibacher Siechenhaufe — wird die Sitzung geschloffen. — (Beförderung.) Der Major des Gencral-stabscorps Herr Karl von Stransly, Lehrer am Stabs, offizicrskursc in Wien, wurde unter Belassung in seiner Anstellung zum Oberstlieutenant befördert. — (Vermälung.) Montag fand in Trieft die Vcrmälung der Markgräfin Marie Marenzi — Tochter des Herrn FML. Markgrafen von Marenzi — mit dem Grafen Hermann Zichy von Vasonkeö statt. — (Kraiuischc Grnn dent lastnn gsob legation en.) Gestern vormittags fand im landschaftlichen Bnrggebäude in Laibach die diesjährige Ziehung der znr Verlosung angemeldeten Obllgatluncn des krainischen Grulldcntlast'nnassondcs statt. Das Nnmmcruvcrzeichnis der hicbei verlosten Obligationen. sow,c auch zahlreicher anderer, schon in früheren Ziehungen verloster, bisher jedoch znm Schaden der Eigenthümer noch immer nicht behobener Obligationen bringen wir im Amtsblattc der hentigen ..Laibachcr Zeitung". Die Einlösung der verlosten Obligationen erfolgt nach fechs Monaten, d.i. vom 1. November d. I-. "" b" der kramlschen Landcs- tasse in Laibach. . ... ^ x «> <-. — (Laibacher Volksküche.) Die Sonntag vormittags abgehaltene Generalversammlung des Laibacher Vollsknchenvereins wurde von« Obmanne, Herrn Stadt-lassier Henathaler, mit einer Ansprache eröffnet, m welcher derselbe constaticrt, dah trotz der Bcsorgmssc, welche bc, Eröffnung der Volksküche über deren Bestehen laut wurden, dieselbe ihre Lebensfähigkeit durch die glänzenden Resultate, welche der Jahresabschluß nachweist, in vollem Maße erwiesen hat, daß aber diese Erfolge einzig nur der unermüdlichen, aufopfernden Thätigkeit ^er Damen und in erster Linie der Vorsteherin der Volksküche, Frau Flora Tormin, zu danken seien, er fühle sich daher verpflichtet, derselben sowie sämmtlichen wirtenden Damen den Dank des Vereines auszusprechen, wa? mit lautem Beifallc aufgenommen wurde. Es wurde bekannt gegeben, daß die Volksküche im Laufe eines Jahres um 0419 fi. 54 kr. Marken verkauft und dafür 77,406 Spcisevor-tionen und (i1,420 Brode ausgefolgt hat. Hierauf wurde vom Vereinskafsier Herrn Albin Achtschin der von den drei Nechnullgsrevisoren geprüfte und richtig befundene Rechenfchaftsbcricht, welcher einen Kassesaldo von 85 fi. 45 kr. nachweist, vorgetragen, und weiters mitgetheilt, daß sich ein bezahlter Victualicnvorrath im Werthe von 135 si. vorfindet. — Hierauf erstattete der Schriftführer Herr Dr. Starö den Jahresbericht über die Thätigkeit und das Wirken des Vereines im abgelaufenen Vereinsjahre und fchloß mit einem Appell an die thätig wirtenden Damen, auszuharren wie bisher in dem begonnenen fo segensreichen Werke, und einem Aufruf an die Damen Vaibachs, diesem humanen Vereine bcizutreten, — ferner mit dem Ausdrucke des Dankes an die ausgetretenen Damen Frau v. Vefel und Rofa Eder für ihre ersprießlichen Leistungen, und an die train. Spartasse für die unentgeltliche Ueberlasfung der Küchenlolalitäten, fowie an alle unterstützenden Mitglieder. — Schließlich wurde zur Wahl des Ausschusses geschritten und hiebei der bisher bestehende mittelst Acclamation wiedergewählt und durch die einstimmige Wahl der Frau Ahn und des Herrn Dr. Go-gala ergänzt, welche beide die Wahl anzunehmen sich bereit erklärten. — Zur Erinnerung an die vor einem Jahre stattgefundene Eröffnung der Laibacher Volksküche und deren wohlthätiges Wirken im Laufe dieses Jahres spendete Herr Karl Taucer 30 fl. in Barem und zwei Klafter 30zölliges hartes Brennholz. Dem Gründer der Laibacher Volksküche. Herrn Hcngthaler. kann es gewiß nur zur angenehmen Befriedigung dienen, zu fehen, daß das von ihm geschaffene Institut in so ausgezeichneter Weise prosperiert. — (Passiousdarstellungen.) Mehrere Mitglieder des Klagcnfurter Stadttheaters unter der Leitung des dortigen ersten Helden, Herrn Ludwig Deutsch, welche zu Ende der Saison schon in Klagcnfurt mit günstigem Erfolge einige Passionsvorstellungen arrangiert und dieselben seitdcin auch in Villach produciert haben, sind in Laibach eingetroffen und beabsichtigen auch im hiesigen Theater einige Vorstellnngen zu veranstalten. Die erste derselben findet der Ankündigung zufolge fchon heute um 8 Uhr abends statt. Die von Herrn Deutsch arrangierten Bilder bringen die Leidensgeschichte (lhristi getreu nach der Bibel in zwölf mimisch-plastischen Tableaux zur Darstellung und sind größtcntheils nach Gemälden anerkannter Meister, wie Rubens, Leonardo da Vinci u. s. w., gestellt. Die Gesellschaft besteht aus zwanzig Personen. Wie uns aus Klagenfurt von privater Seite mitgetheilt wird, habeil die Vorstellungen dafelbst fehr gut gefallen, auch die dortige Prefse hat sich den uns vorliegenden Belegen zufolge über das geschmackvolle und zugleich würdige Arrangement der einzelnen Bilder sehr anerkennend ausgesprochen. — (Studcntenkneipe.) Die anläßlich der Oster-fericn derzeit in Laibach weilenden Hochschülcr aus Wien und Graz vereinigen sich hcntc um tt Uhr abends zur Feier des 1. Mai im Klubzimmer der Kasinorestaura. tion zu einer solennen Kneipe. Alte Häuser und Freundr der akademischen Jugend, wenn auch schou längst ins Philisterium übergetreten, werden den Arrangeuren des Festabcndes als Gäste willkommen sein. — (Villa Sonnwendhof.) Die auf der Südseite des Laibacher Schloßbcrgcs erbaute Villa Sunnwcnd-hof, welche von ihrem Eigenthümer, Herrn Stadtzim mcrmeister Icrantschitsch, bekanntlich aus dem ehemaligen Getreidespeicher des Bezirkes Umgebung Laibach ganz nett hergerichtet wurde, ist nunmehr ganz vollendet. Vor der Villa wurde ein Plateau im beiläufigen Ausmaße von 600 Quadratmeter hergestellt, welches mit Kastnnicn-bäumcn. größeren Fichten und verschiedenen Gesträuchen und Blumen bepflanzt ist. Zahlreiche Tische und Bänke sind aufgestellt, und ein Wolfstcgclspiel der Unterhaltung der Schloßbergbesucher gewidmet. In den unteren Lokalitäten der Villa befindet sich eine Restauration, in welcher Kaffee, Wein und Bier sowie kalte und warme Speisen verabfolgt werden. Auch an der Anlegung eines Kinder-spielplatzcs wird gearbeitet. — (Kasseschlüssel gefunden.) In der Herren, gasse wurde kürzlich em Schlüssel gefunden, der allem Anscheine nach zu einer Kasse gehört. Der Verluftträger kann denselben beim hiesigen städtischen Polizciamte in Empfang nehmen. — (Miß Harriet.) Aus der Feder der unter dem Pseudonym „Harnet" schriftstellernden jungen Dame in Laibach (Frl Henrictte Grünewald), von der wir kürzlich im feuilletonistischen Theile unseres Blattes d,e Novelle „Zweimal Braut" gebracht haben, sind seit März v. I. in der „Grazer Zeitung" die Novellen: „In den Bergen" — „Pastor Neinhold Horn" — „Ein Lorbccrkrauz" ^ „Em räthselhaftes Leben' — und 624 „Eine Fürstenbraut" erschienen; demnächst bringt das gleiche Blatt von ihr eine längere Erzählung unter dem Titel: „Die Geschichte eines Todten." Auch die „Cillier Zeitung" brachte im Februar d. I. die Novelle „Sie soll Nonne werden" von der gleichen Verfasserin. — (Die Generalversammlung der Actien-gesellschaft Leykam-Iosefsthal.) Sonntag fand in Graz unter dem Vorsitze des Präsidenten Jakob Syz und in Anwesenheit von 26 Actionären, welche 8120 Actien repräsentierten, die 7. ordentliche Generalversammlung der Actiengesellschaft Leytam - Iosefsthal statt. Wie wir einem von der „Tagespost" hierüber veröffentlichten längeren Berichte entnehmen, constatierte der vom Ccntraldirektor Herrn Albiu Lent zu Beginne der Versammlung vorgetragene Rechenschaftsbericht vor allem, daß unter dem Einflüsse der politischen Ereignisse auch im letztabgelaufenen Geschäftsjahre die erwartete Besserung nicht eingetreten sei. Zur verminderten Con-sumtionsfähigkeit des Inlandes gesellte sich während des Krieges auch die Beschränkung des Absatzes nach der Türkei. Der letztere Umstand veranlaßte die Verwaltung, den Export nach anderen Richtungen auszudehnen, was auch in vollem Maße gelang, so daß die Fabriten nicht genöthigt waren, auf Lager zu arbeiten. Die Iahres-production belief sich auf 51,311 metrische Zentner Papier und 9236 metrische Zentner Holzstoff. Der Erlös vom effectiven Verkaufe betrug 2.400,948 fl. gegen 2.009,219 fi. im Jahre 1876; von dieser Production wurden für 1.204,588 si. ins Ausland verkauft. Das Betriebsergebnis der Papierfabriken beziffert sich auf 210,062 si. Die Production der gesellschaftlichen Fabriken hat sich seit dem Jahre 1871 um 66 Perzent vermehrt, und der Kundenkreis wurde demgemäß erweitert. Die Haupte absatzgebiete der gesellschaftlichen Papierfabriken waren im letzten Jahre außer Oesterreich-Ungarn England und Deutschland mit sehr namhaften Quantitäten, ferner wurden größere Sendungen effectuiert nach der Türkei, Skandinavien, Ostindien, Griechenland, Rumänien, Schweiz, Italien und Holland. Die Druckerei hat trotz der großen Eoncurrenz ihr Erträgnis vermehrt, die „Tagespost" hat einen Zuwachs an Abonnenten und eine sehr lebhafte Benützung des Inseratenthcils aufzuweisen. Das Gcsammterträgnis der Druckindustric hat sich gegen das Vorjahr um mehr als 6000 fi. erhöht. — Ueber Antrag de» Nechnungsrevisors Herrn Sieß wurde dem Verwaltuugsrathe einstimmig das Absolutorium ertheilt und der Antrag wegen Vcrtheilung des Reingewinnes genehmigt. Hiernach wird der Iulicuupon mit 5 st. eingelöst. Die Dividende beträgt somit mit Einschluß des bereits bezahlten Iännercoupons 8 fi. per Actie. Ein Restbetrag von 11.633 ft. wird als Gcwinnsaldo auf neue Rechnung übertragen. In den Verwaltungsrath wurden wiedergewählt die Herren: Jakob Syz, Josef Krisper und Karl Galle, ncugewählt die Herreu: Albin Lenk und Dr. Arthur Ritter v. Heider. Zu Revisoren wurden die Herren Dr. Mosche, Direktor Sieß und Kla-binus, zu Ersatzmännern die Herreu Rieckh, Hajek und v. Fröhlich gewählt. — (Erledigte Stubienstiftungen.) Mit Beginn des zweiten Semesters des heurigen Schuljahres sind 13 für Studierende aus Krain bestimmte Stnden-tenstipendien, von einigen derselben auch zwei Plätze, m Erledigung gekommen und wurden bis zum 20. Mai d. I. zur Bewerbung ausgeschrieben. Die näheren Bedingungen für dieselben sinden sich in einer Kundmachimg der krainischen Landesregierung im Amtsblatte der heutigen „Laibacher Zeitung", worauf wir Eltern und Vormünder hiemit aufmerksanl machen. Protokoll der ordentlichen Generalversammlung des gewerblichen Aushilfstassevereins, registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung. Vorsitzender: Vercinsdireltor I. N. Hora l. Schriftführer: A. Klcmeniii. Anwesend 50 Mitglieder. I. Der Vorsitzende constaticrt die Beschlußfähigkeit der Versammlung und erllärt dieselbe für eröffnet. Er begrüßt die Anwesenden und constatiert, daß der Aushilfskassevercin trotz der immer anhaltenden Geschäftsstockimg und Geldkrisis dennoch im letzten Jahre einen Geschäftsverkehr von 361,902 fl, gemacht hat, obschon demselben 5844 fl. an Einlage vonfeite der Mitglieder gekündet worden sind, die auch rüclgrzahlt wurden, da, wie bekannt, im Gelverbestande das Betriebskapital im allge» meinen fchwindet. Die Anzahl der Genossenschaftsmitglieder betrug im An« fange des Jahres 1877 348, zugewachsen find 16, daher waren zusammen 364; ausgetreten und gestorben sind 20, mithin verblieben mit Ende des Jahres 1877 344 Mitglieder. II. Der Jahresbericht und der Rechnungsabschluß pro 1877 gelangen zum Vortrage und werden genehmigend zur Kenntnis genommen. Der Rechnuugsabschlus; pro 1877 weist eine Ver» mehrung des Refervefondes um 1111 st. 1 tr. nach. III. Namens des Nevisionscomites erstattet Bericht das Vereinsmitglied Herr Regali und erklärt, daß die Revisoren die Rechnung pro 1877 geprüft und mit den Journalen sammt Hauptbuch und Wechselportefeuille richtig befunden haben. IV. Vci der für vier Mitglieder des Vorstandes vorgenommenen Ergänzungswahl erscheinen mit absoluter Slimmemneh» heit gewählt die Herren: Georg F reibe rger, Ferdinand Bilina, Wilhelm Rudholzer und Matthäus Schreiner, V. In den Revisionsausschuß zur Prüfung der Jahres' rechnuna pro 1878 werden gewählt die Herren: Oroslav Do> lenc, Johann Hitterer und Josef Regali. VI. Ueber Antrag des Mitgliedes Herrn Regali wird dem Vereinsdireltor I. N. Horat für seine ersprießliche Thätigkeit der Dank der Versammlung votiert und, da leine wei-teren Anträge vorliegen, die Versammlung geschloffen, Laibach, 28. April 1878. I. N. horal m. p., Anton Memencic m p, Vereinsdireltor. Schriftführer. Neueste Post. (Original-Telegramme der „Laib. Zeitung.") Budapest, 30. April. Sennyey legte sein Mandat nieder. Das Unterhaus sprach sein Heoauern über den Rücktritt eines so ausgezeichneten Mitgliedes aus. Konstantiuopel, 30. April. Großfürst Nikolaus besucht morgen den Sultan und reist sodann ab. Gestern fand ill der Nahe von Konstantinoftel eine Schlägerei zwischen türkischen und russischen Soldaten statt; beiderseits 80 Verwundete. Das Seraskierat verbot den russischen Soldaten die Ueberschreitung der Demarcationslime._________ Wien, 30. April. Gestern nachmittags fand wieder unter Vorsitz Sr. Majestät des Kaisers ein gemeinsamer Ministerrath statt, welcher zwei Stunden währte und dem die beiderseitig verhandelnden Minister beiwohnten. Nach einer Meldung der ,,Budap. Korr." wurdeu „weder bezüglich der Ausgleichsfragen noch iubetreff der Einberufung der Delegationen eudgiltige Beschlüsse gefaßt." Weitere Mittheilungen erscheinen der genannten Korrespondenz für jetzt unzulässig. Hiczu weiß die „Pester Korr." noch zu berichten, daß die ungarischen Minister, die sich abends nach Pest zurückbegaben, in den allernächsten Tagen wieder in Wien eintreffen werden, um die Transactionen einem Abschlüsse zuzuführen. Obrovazzo, 30. April. (Prefse.) Es ist nicht richtig, daß die Flüchtlinge über die Grenze geschafft werdcu, sondern die Behörden habeu den Auftrag erhalten, dieselben zu fragen, ob sie in ihre Heimat zurückkehren Wolleu. Die Flüchtlinge erwiderte«, daß sie trotz ihrer traurigen Lage eher in Oesterreich verhungern, als uutcr türkische Herrschaft nach Bosnien zurückkehren werden. Sie würdeu dies erst dann thun, bis in Bosnien eiue fremde Macht die Ordnung herstellt uud Garantien für dieselbe übernimmt. Die Staatshilfe wird in Zukunft nur den Schwachen und Kranken uutcr deu Flüchtlingen gewährt werden, die Gesunden und Arbeitsfähigen bleiben von derselben ausgeschlossen, obwol für dieselben kein Verdienst vorhanden ist. London, 29. April. (Triester Zeitung.) Die englische Regierung hat hundert wohlbewaffueteu Kreuzern Freibriefe ertheilt. Sie haben den Befehl, die russischen Privatkreuzer aufzufangen und sie wie Piraten zu behandeln. London, 29. April. (Triester Zeitung.) Den „Times" meldet man aus Calcutta, daß das Aufgebot gegen Rußland die Eingebornen - Regimenter m UN' beschreiblichen Enthusiasmus versetzt hat. Ganze ^ gimenter haben sich freiwillig für die Expedition an geboten. ^. < Per a, 28. April. (N. Wr. TM.) Alle Nachrichten über den Aufstand im Rücken der rusM" Armee bleiben hinter der Wirklichkeit zurück. Thatsächlich steht die gesammte muhamedanische BevölkeruM m den occupierten Provinzen unter Waffen und i«"" ihren Stützpunkt in der türkischen Festung Schu"A Die Insurgenten sind mit allem Kriegsmater:ale au» gerüstet, und täglich finden große uud blutige ^"^, Zwischen ihnen und den Russen statt. Sie haven "> den letzten Tagen so wesentliche Vortheile.e"UnM daß man die strategisch ohnedies unglückliche ^" stellung bei San Stefano für ernstlich bedroht erM«. In diplomatischen Kreisen bringt man die Bereitn« keit Rußlands, auf eine Zurückoerlegung der Dem" cationslinie einzugehen, damit in Verbindung und y alle hier von russischer Seite ausgestreuten ^WA, über die Annahme ähnlicher Propositionen England für unbegründet. __________ Telegrafischer Wechselkurs vom 30. April. «..,»>. Papier-Rente 60 70. — Silber.Rente 64 35. -^ «"> Rente 71 85. -- 1860er Staats^Anlehen 110 50. — Vanl'A" 78«. — Kredit-Actien 204 50. — London 122 75. --- A^ 106 65. - K. t. Münz. Dukaten 5 79. - 20-FranleN'Vl"" 982'/,. — 100 Reichsmark 60 50. _______^ Handel und UolkswiiUchaMs, Mndolfswcrth, 29. April. Die Durchschnittspreise M" sich auf dem heutigen Markte, wie folgt: Weizen pr. Hektoliter 9 80 Eier pr. Stück . - "" g Korn „--------j Milch pr. lliter . - ^ 4S Gerste „ — - ! Rindfleisch pr. Kilo . ^ 48 Hafer „ 3 25 !z Kalbfleisch „ ^ ^ Halbsrucht „ — — ^Schweinefleisch „ ^. ^ Heiden „ -- —'Schöpsenfleisch „ ^. ^ Hirse „ 6 80 Hähndel pr. Stuck - ^ ^ Kulurutz „ 6 80 i Tauben ,, ^. -^ Erdäpfel „ — Heu pr, !00 Kilo - ^ ^. Linsen „ - — Stroh 100 „ - Erbsen „ - -l holz, hartes, pr.Kubll- 71 Fisolen „ - -! Meter ... - ^. ^ Nindsschmalzpr.Kilo 1 —! — weiches, „ ,4 ^ Tchweiueschmalz „ — 90! Wein, roth., pr.Heltoltt. »^ .. Speck, frisch, „ — — ! — weißer, „ Speck, geräuchert, „ — 80 Angekommene Fremde. An, 29. April. ., .„ «^ Hotel Stadt Wien. Maurer. Besitzer; Pctsche, Reisen»"' Wirth. Ncaimcntsarzt. (vraz, - Krcudcnthal, Ksm-, " A. Hotel Elefant. Dr, Erschcn. Äezirlsarzt. Littai, - ,"°" M"" siher, Trieft. ^ Conradin, Administrationschef d" „ Leitung". Wien. ^M, Hotel Europa. Martin Richard fammt Frau; Mer, " und Schreiber, Pianist, Wien, cr«brila>^ Vaierischer Hof. Asch man, Li t tai. — Klcinlercher, l5°" M, DomM. — Pcstatar, Ncchnunasfcldwclirl, N"'sch' .^. ^ holzhlindlcr, Trieft. - Apoll'onio, Holzhändler, -p" Funtek, Mannsbura. — Haring, Agent, Krain. ^^""" Theater. ^ ^ Den 1., 2.. 3. und 4. Mai: neuen Testamente:DasLeideni5hristi. PaU,.I. drei Abtheilungen, arrangiert von Ludwig -^c"^^. Meteorologische Beobachtungen^Laib^ I N M U - ^ K s «Z B? «: N »^ 3Z5 30. 2 „ N. 733 81 ^14 7 SW.fchwach fewo !ss» 9 „ Ab. 733 33 ^112 O. schloach bcw"" ^ hel Trübe, regnerisch, lein Tonnenblick. Das Tag Wärme 4.11 4«, um 0 3° über dem Nonn^le^^^TI -------------—-------—-------------------------------------------'---------------------«n <1 Nl l> v«^^ Verantwortlicher Redacteur: Ott 0 ma ^^^«««^^.l ^li^sl'nli^vi^i' ^v^n, 29. April. (1 Uhr.) Dcr Verlchr erstreckte sich nur auf wenige Werthe und war überhaupt nicht belangreich, doch brachte er eine langsame __^ «OvljMvcllHl. Kurse über die anfängliche Notierung zu stände. '»v ^^«,u^, «,^, ^—^ Velb Ware Papierrente........ 6045 6055 Silberrente........ 63 80 64 — Goldrente......... 71 65 71 75 Lose, 1839........ 319 - 320 — ^ 1854........ 10675 107 — . 1860........ 110 — 11025 ^ 1860 (Fünftel) .... 119— 11950 » 1864........ 136 l.0 137 — Ung. Prämien.Anl..... 73 75 74 - Kredit-L.......... 159 — 15950 Rudolfs.L......... 1450 15— Prämienanl. der Stadt Wien 8750 88 - Donau.Regulicrungs.Üose . . 103 — 103 50 Domänen. Pfandbriefe . . . 14150 142- - Oesterrelchlschc Schatzscheine . 98— 9850 Uug. 6pcrz. Goldrente ... 84— 8410 Una. Eisenbahn-Anl..... 97.59 98 — Ung. SchaHbons vom I. 1874 108 — 108 50 Unlehcn der Staotgnneinde Wien in B. V...... 95... 95 50 Vrundentlaftungs-Dbligatisnen. Nähmen.........10250 — — Niederölterreick......104 — 104-50 Velb War« Galizien.........8530 8560 Siebenbürgen.......7625 7675 Temeser Banat......7775 7825 Ungarn..........79-50 80 — Actien von Vanl,n. T«Ib War« Anglo-österr. Banl..... 8275 83— Kreditanstalt ....... 203 — 203 25 Depositenbank....... 1i>5— 157 - Kreditanstalt, ungar..... 176 50 177— Nationalbant....... 781— 733 — Unionbank ........ 5350 54 — Verkehrsbanl....... 92— 9250 Wiener Vankverein..... 6750 68 — Netten von TranspsrtUnterneh« mungen. Gelb Ware Alfö'ld-Bahn .......109 — 109 50 Donllu.Dllmpfschiff..Gesellschaft 364— 366— Elisabeth.Westbahn.....162 50 163— Ferdinands-Nordbahn . . 1937—2000--Franz>Ioseph«Vahn .... 12350 124- - Veld ware Galizische Karl»Ludwig.Vahn 236 25 236 75 KaschaU'Odcrberger Nahn . . 97— 97 50 üemberg'Czernowitzer Bahn . 11550 116— Lloyd'Gesellschllft......403— 405- Ocsterr. Nordwestbahn . . . 102-— 102 50 Rudolfs.Nllhn.......109 50 110 — StaatSbahn........247 — 247 50 Südbahn.........65 75 6625 Theisz.Bahn........17550 176— Ungar.'galiz. Verbindungsbahn 86— 86 50 Ungarische Nordostbahn . . . 106— 10650 Wiener Tramway-Gesellsch. . 141— 141 i.0 Pfandbriefe. Allg.üst.Bodenkreditanst.(i.Gd.) 10850 109— « » „ (i.V.-V.) 90 7.'. 91 — Natioilalbanl.......9850 987/, Ung. Bodenlredit-Inst. (B.-V.) 94— 94 25 PrisritätüDbllgationen. Elisabcth-V. 1. Em.....9450 95 - Ferd.-Nordb. in Silber . . . 107— 107 50 Franz-Joseph« Nahn .... 8350 8875 Gal. Karl.Ludwig.B., 1. Em. 103 25 103 75 67'5<) «,^s Ocstcrr. Nordwest-Bahn - - gg^ H.50 Sicbenbürger Bahn . - - ' ,59^ s?^ Staatsbahn 1. Em. . - - ' 11825 1^.50 Südbahn » 3°/« ...--' 94 2l» ^ ^ ,, 5'/» ...--' ^. ^ Siidbahn, Bons . - - ' Vevisen. ^ gal^ Auf deutfche Plätze - . - - ' 122^ Os London, kurze Slcht - - ' i23'1" ^gil) London, lange Sicht - - ' 49^ Paris....... ' ' Veldisrten. ^^., Gelb r;fl.s2 ' Dukaten .... ^ ^ «6 „ ^ " Napolconsd'or . " " <, 65 ^ Deutsche Reichs- ^ „ A . ^ ' banknote«. . - ^ ., ^ ^ 10? " Silbcrgulden . - l0/ ^ Krainische Grundentlas^ ^ ... Privatnotierung: l«"!» " siachtrag: Um 1 Uhr 15 Minuten notieren: Papierrente 60-45 bis 60 60. Silberrente 64— bis 64 15. Goldrente 7175 bis 71-85. Kredit 203 10 bis 203 30. Ang " 2«ndon 12235 bis 12315. Napoleons 334 bis »85. Silber 107— bis 10715. ^