Wahlspruch: SÄR Är tigerten von der ZuLmrst Fernen» Dak Brot und Arbeit uns gerüstet stehen. Schule 1 Daß unsere Kinder in der Schule lernen Und vnsere.Greise nicht mehr betteln gehen. D. Herrvegh. MM m Nach der Konfiskation zweite Auflage. TeleMn M. 2325, 10.526 v. 10.8a SAKlttlto 38.415. Uenbahuer Zentralorgan des Oesterrerchischen Eisenbahn-Personales. RedMon: Wie» V/i, Brauhausgasse 84. RedaLtionrschlHß: Sroci La-« vor dt« Erscheine» de» Blatter Sprechstunde» sind sehen Tag mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage von 10 Uhr vormittags bis >/*4 Uhr nachmittags. Jnsertionspreis: Die einspaltige MiMmetcrzrlle oder deren Oioimt 14 Heller. Bei Jahresaostrag Rabatt. Abonnements -Bedingungen: Halbjährlich.......................Kr. 2-88 Ganzjährlich ............... . 5 76 Für das Deutsche Reich ganzjährlich Mk. 6-—. Für das übrige Ausland ganzjährlich 9 Franken. Erscheint jeden 1., 10. und 20. im Monat. Sb. 14 Wien, den 10. Mai 1914. 22. Jahrg. Gewerkschaftsbewegung und klerikale Wissenschaft. Wenn man noch einen Beweis für die er-Itatfenbc Kulturmacht der gewerkschaftlichen Bewegung notwendig hätte, so müßte er ohne Zweifel in !^r Tatsache erblickt werden, daß ihr in den letzten Zahren von der sogenannten bürgerlichen Wissenschaft ÜZte immer größere Bedeutung beigemessen wird, soweit hiebei die voraussetzungslose Wissenschaft in Betracht kommt, hat speziell die bürgerliche Nationalökonomie in den letzten Jahren eine ganze Flut von Schriften hervorgebracht, in denen, bei aller grundsätzlichen Gegnerschaft gegen die nicht zu leugnende Durchdringung der modernen Gewerkschaftsbewegung mit sozialistischem Geiste, dieser neuen Kulturbewe-tong in vielfacher Richtung gerechte Anerkennung und Beurteilung zuteil geworden sind. Was aber vielleicht in den gewerkschaftlichen Kreisen ganz besondere^ Beachtung verdient, ist der Umstand, daß auch die sogenannte klerikale „Wissenschaft" an dieser erstarkenden Bewegung nicht vorübergehen konnte, ohne sich mit cht zu beschäftigen und auseinanderzusetzen. Man ivird diese Tatsache auch durchaus begreiflich finden, toenrt man weiß, daß gerade die Kirche zu allen Zeiten Mit den gegebenen Tatsachen zu rechnen verstand und sich den Dingen, die man nicht beseitigen konnte, einfach in ihrer Art anbequemt hat und sie zu ihrem Vor-icil auszunützen versuchte. Man wird sich aber auch weiters darüber klar sein, daß, wenn man mü dem . Maßstab einer kirchlichen Weltanschauung an ein so rein weltliches Problem, wie es die Bewegung der Arbeiterklasse ist, herantritt, von einer voraussetzungssetzungslosen Wissenschaft nicht gesprochen werden kann. Dadurch muß natürlich schon die Bestimmung des persönlichen Verhältnisses des klerikalen Forschers zur Gewerkschaftsbewegung leiden, darunter muß aber auch die ganze Betrachtung dieses ebenso wichtigen wie interessanten Zweiges unseres öffentlichen Lebens leiden. Zu dieser Erkenntnis gelangt man auch, wenn man beispielsweise das Buch zur Hand nimmt, das vor einiger Zeit ein katholischer Gelehrter, der Professor der Moraltheologie an der Universität Innsbruck, Josef B i e d e r l a ck, unter dem Titel „Theologische Fragen über die gewerkschaftliche Bewegung" in der Buchhandlung des Verbandes süddeutsch-katholischer Arbeitervereine in München hat erscheinen lassen. Bei seinen Untersuchungen, wieweit die gewerkschaftliche Bewegung durch die katholische Moraltheologie beführt werde, kommt Biederlack schon in der Einleitung seiner Schrift zu der klar ausgesprochenen Erkenntnis, daß die gewerkschaftlichen Bestrebungen ebenso wie tede andere wirtschaftliche Tätigkeit „durchaus an die Normen des christlichen Sittengesetzes gebunden sind". Damit sagt der Verfasser allerdings nichts Neues Und insbesondere nichts, was man gerade in der letzten Zeit in dem lebhaften Streit, der zwischen den Ge-Merkschaftschriften des Deutschen Reichstages geführt Wurde, nicht von autoritativer kirchlicher Seite Wiederholt vernommen hätte. Derselbe Gedanke liegt ja übrigens, auch der berühmten Enzyklika des Papstes tieo XtlL über die Arbeiterfrage zugrunde, und der Megen seiner Beschäftigung mit sozialpolitischen Fragen oft genannte Jesuit Pater Lehmknl hat in seiner bereits vor vielen Jahren erschienenen Schrift über „Arbeitsvertrag und Streik" diesen Grundgedanken gleichfalls zum ' Ausgangspunkt _ seiner sozialen Untersuchung über die Gewerkschaftsfrage gemacht. Versteht es sich unter solchen Umständen von bornweg, daß von einem selbständigen Handeln der so an die christlichen Sittengesetze gebundenen christlichen Gewerkschafter nicht gesprochen werden kann, so tritt mese Tatsache noch klarer bei der Untersuchung der Frage hervor, ob den christlichen Gewerkschaften ein geistlicher Berater beigestellt werden müsse. Und das ist bekanntlich die schärfste und sichtbarste Aeußerung der vollständigen Unterwerfung der christlichen Gewerkschaften unter andere als Arbeiterklasseninter-essen. Biederlack ist klug genug, diese Frage keineswegs bedingungslos zu bejahen. Das richtet sich vielmehr ganz nach den gegebenen Verhältnissen. „Aber", so sagt Biederlack, „es bedarf wohl keiner Erwägung, daß zunächst den Bischöfen das Urteil darüber zusteht, ob die in ihren Diözesen bestehenden Vereinigungen durch sich schon hinreichende Gewähr bieten für die strenge Einhaltung aller sittlichen Forderungen, so daß dadurch die Anstellung besonderer Berater oder geistlicher Leiter überflüssig wird." Man wird zugeben, daß in diesem kostbaren Eingeständnis der vollständige Bankerott jeder gewerkschaftlichen Aktionsfreiheit gelegen ist und daß auf dieser Grundlage die christlichen Gewerkschaften in eine vollständige Abhängigkeit zur kirchlichen Oberaufsicht gebracht sind. Besonders interessant ist die Untersuchung der sittlichen Zulässigkeit der Arbeitseinstellungen, die Biederlack anstellt. In seiner Antwort auf die Frage beruft sich der Verfasser zunächst auf ein lateinisches Werk des katholischen Moraltheologen V e r m eersch. wo es an einer Stelle darüber heißt: „Unerlaubt sind hinsichtlich ihres Zieles Arbeitseinstellungen, welche geschehen, um einen Lohn zu erzwingen, der über das höchste und gerechte Maß hinausgeht oder um andere unbillige Bedingungen durchzusetzen, denn ein solches verstößt gegen die ausgleichende Gerechtigkeit." Man wird zugeben, daß es schlechterdings unmöglich ist, sich darüber Klarheit zu verschaffen, welche Forderungen man als „höchste" und über das „gerechte" Maß hinausgehende zu betrachten hat und welche als „unbillig" anzusehen sind. Wer mit solchen dehnbaren Begriffen operiert, begibt sich mit seiner Untersuchung von vornweg auf eine mehr als schwankende Grundlage. Die Antwort auf diese Frage kann daher nicht anders ausfallen, als wie sie der schon vorher zitierte Moraltheologe gibt: „Die Arbeitseinstellung", meint er, „sei erlaubt, wenn es sich dabei um Forderungen handelt, die der Geschäftsinhaber gewähren kann, so daß ihm dabei noch ein »mäßiger« Gewinn verbleibt." „Die Arbeitseinstellung ist aber unerlaubt, wenn dadurch der Geschäftsinhaber zugrunde gerichtet würde oder wenn sehr vielen anderen aus dieser Handlungsweise ein größerer Schaden erwüchse, als der Nutzen wäre, der aus dem Streik für die Arbeitnehmer entstünde." Daß mit diesen Merkmalen, die hier als entscheidend angeführt werden, für die sittliche Zulässigkeit eines Lohnkampfes nichts anzufangen ist, ist für jeden Vernünftigen klar. Von entscheidender Bedeutung ist dabei nur der Umstand, daß eben Biederlack sowohl wie Lehmkuh in der schon früher erwähnten Schrift das bestehende Lohnsystem als eine berechtigte Form des Verhältnisses zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern anerkennen und an diesen nicht gerüttelt Wisien wollen. Es ist also derselbe Grundgedanke, der der päpstlichen Enzyklika über die Arbeiterfrage zugrunde liegt und der die gegenwärtige gesellschaftliche Ordnung als eine von Gott gesetzte unangetastet lassen will. Am Schluß seiner Schrift untersucht Biederlack noch die Frage nach dem „Koalitionsrecht der Arbeiter". Daß man den Arbeitern privater Betriebe die volle Koalitionsfreiheit zubilligen müsse, wagt Biederlack nicht zu bestreiten. Anders steht aber für ihn die Sache bei den Angestellten und Arbeitern des Staates oder in den Betrieben, die dem öffentlichen Wohl zu dienen haben. Der Staat habe allerdings die Verpflichtung, für ein gutes Auskommen seiner Arbeiter zu sorgen, aber er kann sich „als Entgelt dafür die Verpflichtung von den Arbeitern ausbedingen, daß sie auf das Streikrecht verzichten", und man kann Abgeord- neten, welche den eben angegebenen Grundsätzen ihren Einfluß geltend machen, keinen Vorwurf machen, denn sie handeln im Interesse des Staates. Wie man sieht, ist nach den Grundsätzen der Moraltheologie auch die vollständige Wegnahme des Koalitionsrechtes erlaubt. Man wird sich natürlich, toenit man den ganzen Gedankengang der Auffassung verfolgt hat, die Biederlack seinen Untersuchungen über die Gewerk-schaftsfrage zugrunde legt, über diese Schlußfolgerungen keineswegs wundern. Es zeigt sich eben immer wieder, daß dort, wo man mit dem Maßstab des kirchlichen Sittengesetzes an reine Wirtschaftsfragen herantritt, alles Schwergewicht auf die Seite des Staates und der Unternehmer hinuberneigt. Die christliche Staatskirche kann eben ihrer Rolle als wertvollste Stütze der Staatsgewalt und der herrschenden kapitalistischen Ordnung nicht untreu werden. Und so kommt es, daß ihre soziale Mission wieder versagen muß, wie sie in den Jahrhunderten ihrer ganzen Vergangenheit den sozialen Problemen gegenüber versagt hat. Für diese Tatsache ist auch die vorliegende Schrift des Innsbrucker Moraltheologen ein neuerlicher und vollgültiger Beweis, und man wird guttun, ihn als solchen bei der Agitation gegen den christlichen Gewerkschaftsschwindel zu benützen. Sas f. l. kisenbahnministrrium als Vollzugsorgan der Direktoren-konferenr. Die Eisenbahner haben Rechte. Tiefe sind in der Dienstordnung, in verschiedenen Instruktionen und in zahlreichen Erlässen, von denen der eine den anderen jagt niedergelegt. Die Rechte der Eisenbahnbediensteten zu kennen ist zur Wissenschaft geworden, ober nicht des-halb, weil es so viele Rechte gibt, sondern deshalb, weil es so' viele Auslegungen, so viele Verdrehungen, so viele Ausleger und Verdreher gibt. Es ist unglaublich, was die juristischen und nicht juristischen Gehirne der Eisenbahngewaltigen aus den Bestimmungen alles heraus- und Hineinlesen. Und immer ist das Hinaus- und Hinein» lesen nur darauf bedacht, den Bediensteten die Rechte zu schmälern. Das liegt in der Natur der Sache. Wer als Vorgesetzter auf der Eisenbahn „gescheit sein" und seine „Gescheitheit" leuchten lassen will, darf in die Bestimmungen nicht etwas hineinlesen, was zugunsten der Bediensteten ist und dem k. k. Eisenbahnministerium Geld kosten könnte. Wer es tut. wird bald für unbrauchbar erklärt. Hingegen wer es umgekehrt macht, ach za, der Mann verdient Beachtung! Und wenn er auch zum Schluß unterliegt, wenn es auch den Eisenbahiibedien steten gelingt, eine nichtsnutzige Auslegung aus der Welt zu schaffen, so bleibt der Mann nach oben hin doch im Ansehen. Denn man weiß nicht, vielleicht gelingt es das nächstemal, der Wille ist ja vorhanden, eine gewisse Fähigkeit dazu auch, und der Mann, der über kein Wissen zu verfügen braucht, nicht besonders gescheit sein muß, ein brauchbarer Mensch, weil er sich auf ein Gebiet verlegte, das oben als ein fruchtbares erklärt wird. Das alles wissen die Eisenbahnbediensteten und sie haben sich, in der Erkenntnis, daß der einzelne Eisen» banhbedienstete den Oberen unmöglich gewachsen sein kann, Organisationen geschaffen, Organisationen, die die Hüter der Bestimmungen sind, die mit so großer Vorliebe von den Oberen verletzt werden. Und die Eisenbahner, die nicht organisiert sind, sie sind nicht deshalb nicht organisiert, weil sie sich allein stark genug fühlen, den Rechtsverdrehungen entgegenzutreten. Keine Idee! Wenn einem Unorganisierten etwas passiert, dann ist es sein erstes, auszulugen nach jemand, der ihm helfen möchte. N i r g e n d s i st s i ch d e r U u o r g a u i s i e r t e so bewußt, daß er eine Organisation braucht, als gerade auf der Eisenbahn. Wenn er trotzdem nicht zur Organisation kommt, so ist das entweder Sparen am Unrechten Ort, Liederlichkeit oder die Hoffnung, daß es bei ihm schon geben werde. So wie sonst die Menschen auf einen Haupttreffer Der „Eisenbahner" erscheint in einer Anslage von 50.000 Exemplaren. hoffen, so hofft er bei der Bahn Glück zu haben, vorwärts kommen zu können, und erst wenn es nicht geht, erst wenn eine Flutwelle von Verschlechterungen und Ungemach über ihn hereinbricht, erst dann kommt er zu der Ueberzeugung: „G o t t, w i e d u m m w a r i ch d o ch, s o zu glauben!" und organisiert sich. Und darum bringt jede Verschlechterung neue Anhänger für uns. Das i'st die Geißel für V e r s ch l c ch t e r u u g s g e n i c s und gleichzeitig auch die Schranke, die ihnen gesetzt ist; wäre das nicht, würde das Wegnehmen der Rechte viel flotter vor sich gehen. flrgonisotionsat&eit*). Ein Genosse schreibt uns: Es ist erfrischend und wirkt sehr airregend, daß diese wichtige Frage von Genossen I. P. angeschnitten wurde; ich meine /iber, diese Frage sei einer weiteren Erörterung würdig, che sie als abgeschlossen betrachtet wird. Ich gestatte mir nun als Provinzler und Eisenbahner. der seit der Gründung der Organisation mitarbeitet, zu dem Artikel des Genossen I. P. meine Auffassung anzuschließen. Allgemein betrachtet, bin ich mit der Anregung betreffs Herausgabe einer Quartalsbroschüre im gedachten Sinn einverstanden, nur muß sie dem Bildungsniveau des Eisenbahners Rechnung tragen. Daß unsere Fachpresse den Anforderungen des Personals nicht mehr vollkommen entspricht und daher ansgestaltet werden muß, ist eine Tatsache geworden. Unser Fachblatt muß nun seine Spalten mehr den dienstlichen Ereignissen, wie vorgekommene Unfälle *) Siehe den gleichnamigen Artikel in Nr. 13 des „Eisenbahner". größerer obef kleinerer Natur, offnen, auch ü. Fragen des Verkehrs, sowie auch des kommerziell Dienstes, müssen erörtert werden können. Die ]t»° ziellen und ökonomischen Fragen gebieten mehr Aufmc samkeit, und kann die ganze Verwaltungspraxrs o Bahnen aufgezeigt werden, und würde dadurch imrneni Material für die Abgeordneten bei EisenbahnbuM fragen im Parlament geliefert werden. Gerade dre W waltungspraxis unserer Staatsbahndirektionen, die un-ökonomische Gebarung in der Bewertung der Materw' lien, erfordert ganz besondere Aufmerksamkeit. Was ave den Eisenbahnern nottut, ist, daß mehr Aufklärung uv die Handhabung von Instruktionen und Dienstes befehlen gegeben wird. , Die Amtsblätter, die die Direktionen herausgeven, strotzen oft von Widersinn, und kommen mit den Gruno-iätzen und Prinzipien der allgemeinen Instruktionen w argen Konflikt, ja, man kann sagen, manche Amtsblatt« sinken auf das Niveau einer Tratschpresse, und daß; Öte der gesunde Sinn des Menschen nur getrübt wrrd, N selbstverständlich. Der Eisenbahner liebt es allzui6111' nicht nur im Dienst, sondern auch wenn er außer Dieni steht, dienstliche Ereignisse zu diskutieren, und wenn man also solche Vorkommnisse, welche sehr oft die rechtnK Seite von den Bediensteten niterörtert lassen, im blatt erörtern könnte, würde sicher das Interesse der W diensteten an ihr Fachblatt gefesselt werden. ^ Seit einer Reihe von Jahren geben die Staats-bahndirektionen sogenannte „Unterrichtsblätter" heraus welche dazu dienen, Betriebsunfälle größerer unv kleinerer Natur zu besprechen. Die Besprechung beruht aber auf den vorausgegangenen Erhebungen, welche 1° sehr häufig der nötigen Objektivität entbehren, da meistens den wahren Schuldigen verleugnen. Hier ist es wieder notwendig, diesen kritischen Betrachtungen zu erwidern, sie ins richtige Licht zu stellen. Derartige Dr»' kussionen können nur das Interesse zur Organisation und Fachpresse unter den Bediensteten wecken uno fordern. Selbstverständlich muß das Fachblatt zu eiiteNi Wochenblatt gemacht werden, um diesen angeführten Anforderungen entsprechen zu können. Mit der Werbung von Annoncenabonnenten erreichen wir, daß unser Faw' blatt auch in andere Kreise eindringt, und daher die Öffentlichkeit auch außerhalb Eisenbahnerkreisen air Boden gewinnt. Bei dieser Gelegenheit möchte ich bemerken, daß an der Frage der Ausgestaltung unserer Fachblattredaktion nicht vorbeigegangen werden darf. Es ist nur ein kleiner Teil von Genossen, welcher sich in unserem Fachblatt journalistisch betätigt, es gäbe in der Provinz auch Genossen, die, wenn sie zur Mitarbeit herangezogen werden würden, mit der Zeit Gutes leisten konnten. Freilich müßte diesen Mitarbeitern ein leicht übersichtlicher Rayon zugewiesen werden, wo sie alle Vorkommnisse beobachten und im Fachblatt besprechen könnten. Wir sehen, daß sim oft ganz unscheinbare Genossen, welche in einer Reihe von Jahren in der Organisation tätig sind, zu ganz. guten Versammlungsrednern entwickelten. Natürlich mußtG diese Mitarbeiter auch eine kleine Entschädigung erhalten, um das Erforderliche leisten zn können. Eine sehr wichtige Frage erscheint mir die Bericht Erstattung über Ortsgruppenversammlungen, welche in letzterer Zeit sehr vernachlässigt werden mußte. Viele Mitglieder gibt es, welche infolge einer schlechten Zugs' Verbindung, oder wegen dienstlicher Verhinderung oft nicht oder nur selten an Versammlungen tej-lnehmen und nur aus der Zeitung erfahren können, was in Ortsgruppenversammlungen besprochen und beschlossen wird. Feuilleton. Die erste Fahrt auf der Asenbahn. Jene Generation stirbt langsam ans, der die erste Fahrt auf der Eisenbahn ein Erlebnis war. Die meisten der heute Lebenden ihoben diese erste Eisenbahnfahrt in jenem jugendlichen Alter gemacht, in dem die Eindrücke sich durch ihre Fülle verwischen. Wenn man ein Kind heutzutage vom ersten oder zweiten Lebensjahr ab ins Luftschiff oder auf die Flug-rnafchinc aufnähme, würde es die Exkursionen auf diesen gewaltigen Verkehrsmitteln der Neuzeit als ebenso Selbstverständliches mit der Zeit hinnehmen, wie die meisten Menschen das Reisen auf der Eisenbahn. Nur die im Greifen-alter Stehenden können sich ihrer ersten Eisenbahnfahrt als etwas Gewaltiges, Großes, wirklich Eindrucksvolles aus ihren Jugendtagen entsinnen. Die Zahl derer, die heute in Deutschland noch nicht in der Eisenbahn gefahren sind, wird außerordentlich gering sein. Mir ist nur ein einziges Mal eine erwachsene Person begegnet, die als solche ihre erste Eisenbahnfahrt unternahm. Eine mir befreundete Familie in Dresden nahm — vor etwa einem Bicrteljahrhundert war cs — ihr Dienstmädchen mit auf die Reise. Das etwa achtzehnjährige Mädchen stammte aus einem Dorfe bei Dresden, war in den Dienst in die Hauptstadt gekommen. und hatte so vordem niemals Gelegenheit gehabt, eine Bahnfahrt zu unternehmen. Der Eindruck war allerdings gewaltig; das Mädchen schrie laut auf, als der Zug sich in Bewegung gesetzt hatte und es des Glaubens war, Häuser und Bäume zu beiden Seiten des Zuges bewegten sich, die Telephondrähte senkten und hoben sich. Schließlich wurde das Mädchen schwindlig und mutzte die Augen schließen. Indessen sind seitdem eben auch schon viele Jahre vergangen, und ob heute, wo Deutschland von einem dichten Eisenbahnnetz durchquert wird, noch viele Menschen existieren, die über die Kindheitsjahre hinauskommen, ohne mindestens schon in einer Kleinbahn eine Fahrt zurückgelegt zu haben, ist fraglich. Der Eindruck, den die erste Eisenbahnfahrt aber auf die Kinder macht, ist kaum bemerkenswert. Meist sind es nicht Eindrücke, die vom Fenster de» fahrenden Zuges aus wahr-genommen werden; wenn Kinder Eisenbahn spielen, geschieht es meist, indem sie die Bahnglocke durch „Bimbim" nachahmen, Stationen auSrufen und das Fauchen der Lokomotive und Rattern der Räder zu imitieren suchen. Es sind also vor allem Eindrücke des Gehörs. Wie auf den Erwachsenen, zumal den geistig bedeutenden Menschen die erste Eisenbahnfahrt wirkt, erfahren wir aus den Reifebriefen Viktor Hugos, der diese Eindrücke in folgender Weise schildert: „Ich bin jetzt mit den Eisenbahnen ausgesöhnt. Ich habe gestern die Fahrt von Antwerpen nach Brüssel und zurück gemacht. Um 4 Uhr 10 Minuten fuhr ich ab und war schon um Uhr wieder zurück; in der Zwischenzeit hatte ich fünf Viertelstunden in Brüssel zugebracht und im ganzen 23 französische Meilen zurückgelegt. Es ist eine herrliche Bewegung, die man empfunden haben muß, um sich darüber Rechenschaft geben zu können. Die Geschwindigkeit ist unerhört. Die Blumen am WegcSrand sind keine Blumen mehr, sondern Flecken oder vielmehr rote und weiße Striche; es gibt keine Punkte mehr, alles wird Strich; Städte, Kirchtürme und Bäume führen am Horizont einen tollen Tanz auf; von Zeit zu Zeit ein Schatten, eine Form, eine geisterhafte Gestalt, die wie der Blitz vor dem Fenster erscheint und verschwindet; es ist ein Bahnwärter, der vorschriftsmäßig vor dem Zuge präsentiert. Am Abend, bei der Rückfahrt brach die Nacht herein. Ich faß im vordersten Wagen. Vor mir flammte mit furchtbarem Geräusch die Lokomotive, und mächtige rote Strahlen bewegten sich, Bäume und Hügel färbend, mit den Nädern vorwärts. Der nach Brüssel fahrende Zug begegnete dem unsrigen. Es gibt nichts Schreckhafteres als diese beiden aneinander vorbeisausenden Schnelligkeiten, von denen eine die andere verdoppelt. Von einem Zuge zum ändern ließ sich nichts unterscheiden; man erkannte weder Wagen noch Männer, noch Frauen, man sah nur helle und dunkle Formen im Wirbel vorüberschietzen. Es kostet tatsächlich Muhe, um sich nicht einzubilden, daß das Eisenpferd ein wirkliches Tier ist. Man hört es schnaufen beim Ausruhen, stöhnen beim Aufbruch, kläffen während der Fahrt; es schwitzt, es zittert, es pfeift, eS wiehert, es geht langsamer, es eilt in rasendem Laufe dahin; es schleudert glühende Kohlen und kochendes Wasser auf den Weg; ungeheure Funkenraketen sprühen jeden Augenblick unter seinen Stadem oder Füßen hervor, und sein Atem bleibt als schöner weißer Dampf an den Bäumen am Wege haften. Nach meiner Ankunft, cs war schon dunkel, fuhr unsere Lokomotive im Schatten nahe bei mir vorbei, um ihren Stall crufzusuchcn; die Täuschung war vollkommen. Gleich einem abgehetzten Pferde hörte man sie stöhnen in ihrem Winkel von Rauch und Flammen." Aehnlich mochte der Eindruck der ersten Eisenbahnfahrt auf einen deutschen Dichter. Karl Beck, gewesen sein, der auf diese Fahrt ein Lied sang, freilich ein politisches — er erblickte in dem neuen Berkehrmittel ein Element der Stämme- und Völkerverbrüderung — aber dies Gedicht klingt aus in die onomatopoetische Schilderung: Rasend rauschen rings die Räder, Rollend, grollend, stürmisch sausend, Tief im innersten Geäder Kämpft der Zeitgeist, freiheitsbrausend. Stemmen Steine sich entgegen, Reibt er sie zu Sand zusammen, Seinen Fluch und seinen Segen Speit er aus in Rauch und Flammen. Adolf Kußmaul, der berühmte Kliniker, der während seiner Heidelberger Studienjahre die Eröffnung der Eisenbahnlinie Heidelberg-Mannheim miterlebte, erzählt von den Eindrücken dieser ersten Eisenbahnfahrten mancherlei in seinen Jugenderinnerungen, unter anderem auch ein sehr scherzhaftes Vorkommnis. Die Behörden hatten die Honoratioren Heidelbergs zu einer Festfahrt anläßlich der Eröffnung der Bahn eingeladen, unter anderen auch einen Lhzeumprofessor. Er trat mit Familie und Pensionären — int ganzen acht Personen --dazu an. Etwas spät trafen sie auf dem Bahnhof ein, nachdem sie auf dem Wege Rat gehalten, in welchem Teile de? Zuges sie am sichersten wären. Einer der Söhne riet, in den vordersten Wagen einzusteigen, weil man die Lokomotive von da am sichersten überwachen könne. Der Professor selbst aber erinnerte sich, gelesen zu haben, man solle den hintersten Wagen wählen, denn weit vom Schüsse sei weit von der Gefahr, und entschied für den hintersten. Auf dem Bahnhof stand der Zug gerade zur Abfahrt bereit; die Gesellschaft mutzte sich eilen und stürzte in den letzten, glücklicherweise leeren Wagen. Sie saßen bequem und sicher. Ein schriller Pfiff, der Zug flog rasselnd davon. .Vater!" schrien die Söhne, „der Zug fährt fort und wir bleiben sitzenI" — „Dumme Jungen!" erwiderte der Vater. „Was fällt euch ein? Der Wagen ist in vollem Fluge, man merkt es nur nicht, das ist ja eben die große Geschwindigkeit!" Er dachte an die Erde, die mit rasender Gefchindigkeit um die Sonne fährt, und wir merken es nicht. Wer diese astronomische Kenntnis betrog den gelehrten Herrn; der Wagen, in dem die Familie saß, war abgehängt und stand wirklich. Der Zug war längst auS dem Bahnhof, als die Herrschaften ausstiegen und in die Stabt zurückkehrten. Auf Kußmaul selbst machte die erste Eisenbahnfahrt einen mächtigen Eindruck; schon der Anblick des „dampf' speienden Ungeheuers mit seinen riesigen Wagenzügen* MT Sorget dafür, dtztz der ^Eisenbahner" auch vom reisenden Publikum gelesen Werder -WG r ble von Genossen I. P. angeregte Einkas-rini^Ü9 'orm,6etrtfft' meme ich keine allgemeinen Richt-8H seben, sondern den Ortsgruppen- und Zahl-2".' sowie Subkassieren zu überlassen, wie sie ihr Wssen und Können in der ~ “ ' der Dienstordnung unterstellt worden. Dieses Umstandes wird sich noch jeder Kondukteur und Oberkondukteur erinnern, da er als Bremser mit den anderen Instruktionen auch die Dienstordnung ausfaßte und wohl eventuell auch hQUflS gehen Mitglieder dadurch der £>rganv fj-r/? tietloren, da die Ortsgruppenkassiere viel zu nach-r„j, sind, und die Mitglieder den Ortsgruppen» ni*Jnöet ^uderseits aber keine Anerkennung zollen, und «'lyt mehr zahlen. hierin wäre insofern Wandel zu schaffen, daß »lemand w*- cn.v .mu- rr _-r\ Krank Ionat. sein sollte, das Mitglied sofort eine Zahlungs .mit seinen Beiträgen im Rückstand bleibt ^rankhertsfälle können ja eine Stundung von 1 bis 8 £tt ausnahmsweise gestatten) und wenn dies der Soiihtu* “v-n ■n.u,‘uc‘l rr.m,6ei! Kassierkunst verwerten; - nach der Dienstordnung bestraft wurde. Jene Bremser dem, nrrii*" t-“ < "^ert wird und Ordnung herrscht, i aber, die sozusagen im Stande als ewige Bremser ge- - n on*“ rtohD" **’“•-* —; führt wurden, das heißt k ;etnscr, die nicht angestellt wurden, zeitlebens jedoch als Bremser zum Stande der Zugsbegleiter gehörten, müssen, sofern cs heute noch solche gibt, die Dienstordnung noch in ihrem Besitz haben. Uebrigens hatte man seinerzeit alle Güterzugsbegleiter, selbst wenn sie auch schon definitive Kondukteure waren (ausgenommen die Zugsführer und Manipulanten), „B r e m s c r" genannt, woraus hervorgeht, daß die im Taglohn gestandenen Bremser absolut aus den Stand der Zugsbegleiter zählten. Wenn auch diese Bremser nicht aller der in der Dienstordnung befindlichen Rechte teilhaftig wurden — im besonderen in Bezug auf den Urlaub — so muß gerade aus diesen Umstand verwiesen werden, weil sich jene Dienststellen, wo sich bereits ältere bewährte Bremser befanden, hinsichtlich der Erteilung von Erholungstagen gegenüber den Bremsern nicht auf den Standpunkt absoluter Verneinung stellten, ihnen vielmehr mit Rücksicht auf ihre Dienstleistung und Dienst-jahre einen angemessenen Urlaub gewährten. Dieser Standpunkt konnte von den Dienstkommandierungen deshalb eingenommen werden, weil an der Spitze der Dienst-kommandierung in den größeren Domizilen meist ehe-malige Zugsbegleiter standen, die den Dienst der Zugsbegleitung im vollen Umfang zu würdigen wußten. Das bedeutete für die Bremser Rechte, die zwar nicht geschrieben waren, die aber praktisch in Uebung standen, wertvoll genug, um den Abstand vom Definitivum einigermaßen zu überbrücken. Die Kategorie zeigte dadurch eine gewisse Einheitlichkeit auf, die auch in dem Umstand zum Ausdruck kam, daß derjenige, der schon die Zeit der Aus-Hilfe hinter sich hatte, nicht mehr vom Fahrdienst re’du* ziert wurde, ja daß es ihm sehr erschwert wurde, wenn er strebend in die Station oder ins Magazin auf irgendeinen Posten gelangen wollte. IttAfiv* y. 77 ' U/LLLyiLCU fUjULI eine OulUUHy53 ’m S”un3 erhält und auf den Verlust seiner erworbenen u)ie aufmerksam gemacht wird. Die d r e imonatliche fnff -iet* to“re dahin abzuändern, daß nur Krankhcits-Ausnahme finden. Die Krankenkasse und der ^rovisionsfonds bieten auch keine Zahlungsfrist, und die Organisation ist für den Eisenbahner genau so ein Ver-gAErungsinstitut, als vorgenannte Vereine. Denn ein ohne Rechtsschutzversicherung in heutiger oett lst undenkbar und ein armes Hascherl! Snt übrigen bin ich mit den Anregungen des Ge- - —” <5- P. einverstanden, und meine ich, daß dem Ver-/ummlungswesen "°ssen I. P ammlungswesen mehr als bisher Aufmerksamkeit ge-toerden muß. Die eingeführten Quartalsver-®ert mehr als bisher durchgeführt werden dann die Zentralleitung gleichzeitig die Orts-^uppenleitungen in bezug auf ihre Tätigkeit zu kon-troilteren. « . Die Bildungsarbeit der Genossen wäre insofern zu l°roern, als programmäßige Diskussionsabende all-wonaihch in den Ortsgruppen und Zahlstellen einzu-™Wen wären, wenn tüchtige Genossen vorhanden sind, oieielben zu letten, ansonsten es besser ist, sie zu unter-‘allen; nichts wäre geschmackloser und abstoßender als «iyaltsleere Diskussionsversammlungen! L. V. Sie Bremsersrase ob eine gtoge des Gesamtzugsbegleiterstande». Die Bremserfrage ist für den Stand der Zugs-Agierter nunmehr in eine sehr ernste Phase gerückt, oenn das Eisenbahnministerium hat jene Zugsbegleiter, ”te sich im Taglohn befinden und die seit jeher „B r c in-ler" Betitelt wurden, aus der Kategorie der Zugs« "egleiter hinausgedrängt, indem sie dieselben unter dem Jttel „Arbeiter im Fahrdienst") in die Arbeitsordnung stellte. Seinerzeit war jeder Bremser . *) In Würdigung des historisch bereits festgelegten und Mtechnisch in den Titel „Bremse r" einzig richtig gefaßten Begriffes, mag es dem k. k. österreichischen Eisenbahnministerium vielleicht opportun erschienen sein, das Bremsermotiv, das nr der Weltliteratur nunmehr schon eine Rolle zu spielen beginnt, durch eine geschickte, beinahe taschenspielerische llrn-nennung zu verwischen, dadurch scheinbar bewirkend, als ob die »ot und das Elend der Bremser als bloßes Truggebilde bestanden hätte und die „Arbeiter des F a h r d i e n st e s" «was anderes zur Aufgabe hätten, als Bremserdienste zu berichten. Möglich, daß dieses Eisenbahnministerium für die Gegenwart gut gerechnet hat; aber bei dem auf dem ganzen Erdball zu verzeichnenden stetigen Wachsen der sozialistischen stimmen werden wir dafür Sorge tragen, daß eine so nichts-würdige Täuschung in der Literatur vollkommen richtig beurteilt werde! Das Bremserschicksal wird sich auch im Arbeiter Fahrdienstes erfüllen, dafür sorgt schon die k. k. österreichische «taatsbahnverwaltung. toirite ungemein, und dabei mutz man bedenken, daß damals weder die Züge die Länge unserer heutigen hatten, noch die Bahngeschwindigkeit eine so große war wie in unserer Zeit. Das letztere beweist ein Vorfall auf Kuhmauls erster Bahnfahrt, den er mit folgenden Worten berichtet: „In Friedrichs-Nld machte der Zug einen kurzen Halt, dann fuhr er weiter. Kaum war er wieder in Gang gekommen, so sah ich aus einem der offenem Stehwagen, die es in den ersten Jahren Sab, eine Mütze herausfliegen, und hinterdrein sprang der Bauer, dem der Wind sie entführt hatte. Das Publikum schrie, ec Zug hatte noch keine große Geschwindigkeit, die Solo-iturtibe blieb stehen, der Bauer war in den Sand gefallen, erhob sich, raffte seine Mütze auf und stieg mit ruhigem Gemüt wieder in den Wagen." So oft Kutzmauls Vater, ein Arzt, in den ersten Monaten nach Eröffnung der Bahn den studierenden Sohn in Heidelberg besuchte, mußte dieser ihn vor die Stadt an eine günstige Stelle im Felde begleiten, wo er den Zug bequem dorübereilen sah. .Noch immer," berichtet Stufemaul, .höre ich feine Worte: „Nichts ergreift mich mehr als diese Erfindung. Eine neue Welt erftegt, und ich sinne vergeblich, wie sie sich gestalten mag." ES waren aber keineswegs damals alle begeistert über die neue Errungenschaft der Eisenbahnen, und mancher hat seiner ersten EisenLahnfahrt seinerzeit sobald keine zweite folgen lassen. Wilhelm v. Chezy, der Sohn der Hclmina d. Chezy, schrieb nach seiner ersten Eisenbahnfahrt einen entsetzten Brief an seinen Freund Spindler. Alles fand er fürchterlich, das schnelle Dahinrasen, das Dröhnen und Rattern bei der Fahrt, den Schmutz, der durch die Lokomotive erzeugt wi^rde. Für die Größe der derkehrStechnifchen Errungenschaften fehlte ihm jegliches Organ. Weniger schroff ist eine Aeußerung des Königs Ludwig von Bayern, des ..Partizipiendichters", der sich folgendermaßen vernehmen ließ: „Ein schnelles Beförderungsmittel ist die Eisenbahn, um von einem Drt zum anderen versetzt zu werden, aber das Innere der Städte umgeht sie, als wenn sie nicht beständen, und vom benutz der schönen Natur kann nicht mehr die Rede sein. 8mmer eingepackt, willenloser Ware gleich, schießt durch die schönsten Raturschönheiten der Mensch, Länder lernt er keine ?iehr kennen. Der Duft der Pflaumen ist weg, äußerte sich "etits 1827 Goethe, und doch gab es damalen in Deutschland ^ine Dampfeisenbahn." Es ergab sich damals folgendes Bild: Kategorie der Zugsbegleiter Nach der Anlage all dieser Verschlechterungen bei den Zugsbegleitern ist zu erkennen, daß es sich dem Eisen-bahnministerium um ein Prinzip handelt, und zwar, daß an Stelle des größten Teiles der Zugsmannschaft, die durchwegs aus definitiven Bediensteten bestehen soll, Taglöhner treten. Hier sind besonders die Erlässe über die Normie-rungsreduzierungen in Betracht zu ziehen, die auch durch die Bestimmungen in der Arbeitsordnung, nach welchen dieständigenArbeiteraufdennormierten Standzählen, ihre Ergänzung erfahren. Es ist nicht abzusehen, wie weit die Reduzierung des definitiven Standes noch gehen wird; bei den Zugsbeglei-tern ist die Möglichkeit gegeben, den definitiven Stand sogar au ein Viertel zu-rückz^i drängen! So wurden die Oberkondukteurposten aus Lokal, bahnen bereits ausgelassen und dürfen dort Bremser diesen Posten einnehmen. (Erlaß des Eisenbahnministe, riums 46.130/20 a.) *) Und da die Arbeiter im Fahrdienst bloß vom Bahnamt ausgenommen werden, das Verbot der Ernennungen zu Aushilfskondukteuren streng durchge-führt wird; da ferner der natürliche Abgang des definitiven Personals durch die Prüfungen im Gehör- und Sehvermögen künstlich erweitert wurde und auch sonstige gegen den § 40 der Dienstordnung gerichtete Gewaltmaß. nahmen durchgeführt werden, so stellt sich heute schon folgendes Bild dar: Äategoric der Zugsbegleiter Station!-, Magazin»- Beile. Arbeiter im I Fahrdienst i Reduzierter Stand: 30% j der Station und der Arbeitö-| Ordnung unterstellt: 70% a) Oberkondukteure; b) Kondukteure; c) Aushilsskondukteure; d) Aushilfskondukteuranwärter ! Arbeiter Der Direktion unterstellt: Normierter Stand: IM Prozent a) Oberkondulteure, Kondukteure und AushiljLkondukteure; b) Bremser und AushilsSbremser. Dem Bahnbetriebeamt unterstellt: 10 Prozent Arbeiter, und zwar aus dem Muga* zin oder auS der Station*) *) Zehn Prozent über den normierten Stand zur Sctfwtg von Urlauben, Erkrankungen, Kontumazierungen :c. rc. Im Jahre 1903 wurde bei den alten k. k. Staatsbahnen erreicht, daß alle innerhalb der Normierung be sindlichen im Taglohn stehenden Bremser zu Aushilss kondukteuren ernannt wurden, so daß lediglich nur jenes über die Normierung hinausreichende und als Hilfskraft in Betracht kommende Taglohnpersonal als Aushilfe bremfer geführt wurde und die lOprozentige Reserve bil> bete. Anderseits wurde bei der St. E. G. im Jahre 1907 das Zugeständnis erreicht, daß alle im Taglohn stehenden Arbeiter, die aus Dienerposten Dienst versehen, mit dem Ablauf von drei Jahren zu definitiven Dienern ernannt werden, ein Zugeständnis, das auch die Staatsbahnver-Wallung bei der Uebernahme dieser Bahn zur Kenntnis nahm, leider aber, was bei der k. k. Staatsbahnverwal-tung schon zur Selbstverständlichkeit geworden ist, nicht durchgeführt hat. So haben sich nach der Verstaatlichungsaktion die Verhältnisse der Bremser im allgemeinen verschlechtert. Im Jahre 1911 wurden über strengen Auftrag des Elsenbahnministeriums die Ernennungen zu Austzilfs-kondukteuren eingestellt. Unterdessen erschienen die Arbeitsordnungen, die den Bremsern den Titel „A t« beiter im Fahrdienst" erteilten. Die in die Domizile entsendeten Normierungskommissionen hatten vom Eisenbahnministerium die strengsten, jedoch vertraulichen Direktiven, die Normierungen auf ein nicht bekannt gewordenes Mindestmaß zu reduzieren, und erst über unsere in dieser Angelegenheit dringenden Interventionen wurde vom Eisenbahnministerium zuerst eine siebenjährige, dann eine sechsjährige, schließlich aber Wieder eine siebenjährige (sechsjährige Teil-nahmszeit beim Provisionsfonds) provisorische Frist zur Anstellung bestimmt. Aus vielen übrigen Erledigungen diverser k. k. Staatsbahndirektionen ist zu ersehen, daß eigentlich nur vom Militär ausgetretene Unteroffiziere zur Anstellung in Betracht gezogen werden. Auffallend ist ferner der Versuch der Kreierung einer neuen Zwischenstufe mit dem Titel: „Aushilfskondukteur-a n w ä r t e r", auf die nach unseren Informationen nur junge, vom Militär zurückgekehrte Unteroffiziere gestellt, von ihnen gleich eine Aufnahmsprüfung verlangt, und nach Ablegung derselben sofort ernannt wurden. Diese Aushilfskondukteuranwärter sind nun freilich gleich rangsgemäß vor die alten Bremser und Arbeiter im Fahrdienst eingestellt^ worden. Denn die Bremser, die ja heute auf den Stand der Arbeiter im Fahrdienst zählen, sind doch nur mehr scheinbar nebensächlich Bremser (dieser Titel wird in der Arbeits- und Lohnordnung nur mehr in der Klammer genannt); aber als Arbeiter im Fahrdienst galten bisher begrifflich nur jene Arbeiter, die bei den Zügen zur Schlichtung der Kolli und zur Ausladung und dergleichen Arbeiten mitgenommen wurden. Noch kann das Eisenbahnministe, rium, nachdem es die kontinuierliche Bremsung, der Güter- und Gütereilzüge nicht durchgeführt hat, auf die Bremser im eigentlichen Sinne, das heißt aus eine geschulte Zugsbegleitung nicht verzichten, und doch hat es schon die Degradierung der Bremser zu Arbeitern im Fahrdienst durchgeführt, eine Leichtfertigkeit, die nur von diesem Eisenbahnministerium, das dem Fache völlig wesensfremd gegenübersteht, zu erwarten war! Dieses Verhältnisbild stellt die vom Eisenbahnministerium durchgeführte Durchtrennung der Kategorie der Zugsbegleiter dar, und zwar: 1. in reine Zugsbegleiter, die der Direktion unterstehen, und 2. in gemischte Fahrdien st arbeite r, zu. sammengesetzt aus Stations- und Magazinsarbeitern, die der Willkür der Station unterliegen, weil nach der Arbeitsordnung die Station daS Recht der Zuteilung hat, so daß die Arbeiter nach Belieben des Vorstandes einmal in die Station, einmal wieder ins Magazin oder auch wieder zum Fahrdienst kommandiert werden können. Die größere Anzahl wird daher auf ein gemischtes Personal entfallen, nur ein ganz kleiner Teil wird Arbeiter im Fahrdienst in Bezug aus den Begriff Bremser genannt werden können, alle diese aber dürfen eine Prüfung nicht ablegen (die formlose Prüfung ist ja illusorisch). Und weil nun dieses Personal nicht mehr aus reinen Zugbegleitern besteht, dieses daher weder in der Theorie noch in der Praxis die absolut notwendige Schulung aufweisen wird, so wird ein Rückschlag auf die Dienstleistung selbst und in Bezug auf Verantwortung beim definitiven Personal erfolgen müssen. Aber auch auf die Einwirkung besserer Bedingungen, sei es in dienstlicher, sei es hinsichtlich der Lebensverhältnisse wird ein Rückgang zu verzeichnen sein und die Schlagkraft wird so geschwächt werden, daß nicht einmal mehr eine Abwehr aufgedrungener Verschlechterungen oder die Verteidigung der wichtigsten Errungenschaften wird einfetzen können! Das Prinzip des Eisenbahnministeriums läßt sich nur sukzessive erkennen. Mit demselben setzen selbstverständlich ungeheure Ersparungsmaßnahmen ein. Der beim Fahrdienst beschäftigte Arbeiter hat in keinem Domizil den Grundlohn; derselbe hat auch keine Lohnvorrückungen. Die Arbeiter haben ja auch kein Quartiergeld. Erst eine ganz kleine Zahl von Fahrarbeitern hat die Anrechnung der anderthalbfachen Dienstzeit, denn die große Mehrzahl wird zwar als Arbeiter int Fahrdienst entlohnt, aber nur als Stations-, beziehungsweise Ma« gazinsarbeiter geführt. Die Frage der anderthalbfachen Anrechnung der Dienstzeit würde daher bei diesen Arbeitern in ganz energischer Weise zu betreiben sein. Wenn nun aber ferner in Betracht gezogen wird, daß die Arbeiter in jedem Dienstzweig gegenüber dem definitiven Personal hinsichtlich der Nebenbezüge (am besten wird dies bei der Entziehung, beziehungsweise Nicht-gewährung der Nachtdienstzulage bemerkt) durchaus, in manchen Belangen um 50 Prozent zurückgesetzt sind, so ist eine Beschneidung der Stundengelder und der Exponierungen nur eine weitere natürliche Maßnahme, die dieses Eisenbahnministerium möglicherweise in Aus-sicht hat. Aber noch eine weitere Gefahr ist von besonders einschneidender Bedeutung: die Unteroffiziers-ch a r g e. Bei der Kommandierung wird in der Praxis nicht darum gefragt, ob der zum Fahrdienst kommandierte und dann vielleicht für späterhin diesem Dienst ständig zugewiesene Arbeiter auch Unteroffizier war. Die große Mehrzahl dieser Arbeiter wird daher immer eine gewiss« Hoffnung haben, nach sechs- beziehungsweise siebenjähriger Dienstzeit das Desinitivum zu erringen, um sodann zu erfahren, daß diese Hoffnung nicht erfüllt wird, indem man sie in schmählicher Weise nur zu Übervorteilen verstanden hat. Die kleine Minderheit der gewesenen Unteroffiziere unter diesen Arbeitern braucht schließlich nach ieben zurückgelegten schweren Arbeitsjahren schließlich gerade auch nicht mehr tauglich zu sein, das Definitivum zu. erreichen, denn die ärztliche Untersuchung wird die entsprechenden Ergebnisse schon liefern. Zur Anstellung werden daher nur mehr vereinzelte Arbeiter kommen. Und doch braucht die Bahn zum Revisions», Manipula- *) Die Besetzung der Oberkondukteursposten mit Arbeitern im Fahrdienst, beziehungsweise Bremsern greift bereits rapid um sich. Gegenwärtig vollzog sich diese Neuerung auf der Welser Lokalbahn, auf welcher mit der Einführung der Sommerturnusperiode ein Bremser als Zugsführer statt einem I Lberkondukteur in den Turnus eingereiht wurde! Besucht mir Lokale, in welche« der «Eisenbahner" arrfliegt! itonS- und Zugsführerdienst ein vertrauenswürdiges, intelligentes und daher definitives Personal: es ist darum sehr zu fürchten, daß hier für die Zertifikatisten eine Tür geöffnet werden soll! Endlich ist die Entziehung von Rechten bei den Arbeitern in manchen Belangen bereits in rücksichtslosester Weise durchgesetzt worden. Es wird hier unter anderem auf den Kampf erinnert, den die Vertrauens-männer der Zugsbegleiter in Wien bei den alten Staatsbahnen in Bezug auf das aktive und passive Wahlrecht für die Wahl der Turnusvertrauensmänner geführt haben, in welchem nach verschiedenen SepufattonS* vorsprachen und Interventionen zuungunsten der im Taglohn stehenden Zugsbegleiter entschieden wurde, so daß den provisorischen Zugsbegleitern das durch Jahre innegehabte, durch den betreffenden Eisenbahnmini-sterialerlaß gewährleistete Recht, Turnusvertrauensmänner zu wählen, beziehungsweise als solche gewählt zu werden, zur Gänze entzogen wurde. Die Entziehung dieses Rechtes erweist sicherlich die Tatsache, daß die Arbeiter im Fahrdienst nicht mehr zur Kategorie der Zugsbegleiter gerechnet werden. So schält sich nur langsam aber sicher das Ergebnis jener Maßnahmen heraus, die sich um das Prinzip des Eisenbahnministeriums gruppieren, die Kategorie der reinen Zugsbegleiter auf ein Minimum herabzudrücken, ein Umstand, der die große Errungenschaft der Normierung, innerhalb deren sich nur definitive Zugsbegleiter befinden sollen, vollständig aufhebt, und zwar derart, daß sich der Stand im Zugbgleitungsdienst bildlich, wie der Stand in der Bahnerhaltung oder der Stand im Maga^indienst darstellen wird, das heißt, daß nur die an der Spitze des Standes befindlichen Posten wie: Bahnmeister, Bahnrichter- oder Magazinmeister, Magazinaufseher, also bei den Zugs-begleifern etwa die Zugsführer, Manipulanten und möglicherweise die Revisionskondukteure auf Hauptbahnen mit definitivem Personal besetzt sein werden, während alles übrige Personal dieser Kategorie dem Arbeiterstand, graduell in st ä n d i g e, n i ch t st ä u-dige und Aushilfsarbeiter gestuft, zugemessen werden dürste. Solchermaßen stellt sich die Bremserfrage für die Kategorie der Zugsbegleiter als eine so wichtige Frage dar, daß an ihre Lösung energisch geschritten werden muß, bevor noch jene Maßnahmen des Eisenbahnministeriums in Angriff genommen werden, die um des Prinzips willen zur Durchführung gelangen sollen. In Verkennung der Sachlage würde eine Forderung, daß die Arbeiter im Fahrdienst zu st ä n d i g e n Arbeitern ernannt werden sollen und solcherweise natürlich ständig Arbeiter bleiben würden, dem Prinzip des Eisenbahn-ministeriums nur Vorschub leisten. Von den Zugsbegleitern der k. k. Staatsbahnen, die sich in ziemlich großer Mehrheit in unserer Organisation befinden, ist etwas anderes zu erwarten. Diese Zugsbegleiter, die in den Arbeitern im Fahrdienst ihren Nachwuchs und Stellvertretung erkennen, müssen und werden in dieser Frage ihre alten Prinzipien aufrechterhalten, beziehungsweise solidarisch erneuern. Es muß daher die Bremser» frage mit aller Energie ausgenommen werden und, falls die Lösung den Bremsern allein nicht gelingen sollte, muß die GesamtzugSbegleitcrschaft dafür entstehen, sie kategorisch durchzusetzen! F. wieviel sie einzahlcn und wieviel sie dafür wieder bar auf Hand zurückbekommen. Sie spielen die „Unpolitischen", werfen den Sozialdemokraten Verrat an dem Wiener Personal, den dieselben bet v Turnusvertrauensmännerkonferenzen in Amstetten in Jahren 1910 und 1912 verübt haben sollen, t»r, u trachten auch die einzelnen Vertrauensmänner P61'01?1!? beim Personal herunterznsetzen. Verbunden mit ehemaligen Sozialdemokraten und jetzigen sogenann c Freisozialisten Vogel, einen vom übermäßigen Alkoholgen 5 degenerierten Menschen und dessen ihm ebenbürtigen kleme Anhang sowie mit dem Verkehrsbündlerkondukteur Strafte und dessen wenigen Nachläufern stellen sie bei den Turnus wählen der Liste der Organisierten eine solche aus ihren Reche entgegen, auf welcher bei der Gruppe Fernzugsdienst auch Name des Oberkondukteurs Kraipl glänzte, der durch Jay auf der sozialdemokratischen Liste zu sehen war, jetzt aber er! seine eigentliche Gesinnung entdeckte und sich bei uns aus de Staub gemacht hat, während für die Kondukteure (Fernzugl-ein gewisser Kondukteur Groiß, der sich durchs Maulhalten vc allen Angelegenheiten des Personals bisher keine große Fetn 1 schaft zugezogen hat, kanditierte. (Die Macher der Bewegung stellten sich vorsichtigerweise nicht in den Vordergrund.) U" jetzt wurde mit der heftigsten Agitation im Zeichen de Kampfes gegen die Linzer eingesetzt. Und tatsächlich gelang e ihnen, bei der Gruppe FernzugSdienst, bei welcher die wenigsten organisiert sind, eine ziemliche Majorität zu erlangen. Und je? triumphieren diese Sieger. Sie sind ganz aus dem Häuschen. Größenwahnsinnig sind sie geworden, und so verkünden sie dt baldigste Vernichtung der Organisation der Zugsbegleiter am Westbahnhof. In die Versammlungen der organisierten Zug^ Begleiter kommen regelmäßig diese Macher (manchmal auch trunken), leiern ihre Walze über den angeblichen Verrat herunter und sind nicht wegzubringen, selbst wenn die ganze Ver-sammlung durch Abstimmung kundtut, daß sie nicht gewünscht werden. Einem solchen Macher hat dieser Siegesrausch eine Gerichtsverhandlung eingetragen, vor deren Ausgang ihm W schon schwer Bangt. Ein zweiter, und zwar der Hauptmacher, mußte auch schon öffentlich zugeBen, daß er das Maut zu weit aufgerissen habe. Aber nicht nur einen Wahlsieg haben dte Leute errungen, sondern auch einen Erfolg: „Nur ein Zug»1 paar haben die Linzer bekommen". Wie dies, kam, wurde in einer, unter dem Patronat des VerkehrsbnndeS, von diese» Leuten cinBcrurcnen Vereinsverfammlung am 28. April berichtet. (Es ist bezeichnend für diese Leute, vor den Wahlen spielten sie die Vertreter des Kondukteurvereines, dam stritten sie uns dies ab und sagten, gar keinen Verein und keine Partei vertreten sie, und jetzt finden wir sie im Bett der Christlich" sozialen.) Die Abgeordneten v. Panz und Kemetter waren als Referenten angekündigt, da gabs selbstverständlich viele Neugierige, Indifferente, dann alle nichtsozialdemokratisch organisierten und sämtliche Querulanten. Nachdem von der Ortsgruppe unseres Vereines keine Parole ausgegeben war, und wir sie einmal unter sich sehen wollten, so gingen nur einige Organisierte hin, und ein paar Vertrauensmänner, die den Ekel überwinden konnten, unter den Christlichsozialen zu verweilen. Sie jammern jetzt über Magenbeschwerden. Nach einem zusammenhanglosen Gestammel des Herrn Kaipl, kommt Herr Groiß, aus dessen Bericht man folgendes entnehmen kanttf Als die Sieger als Gewählte dastanden, mußten sie nun auch handeln. Sie kamen aber nicht weit allein, und siehe diese Unparteiischen, die sich angeblich vor der Politik bekreuzigen, lugten nach einen Abgeordneten aus, der sie ins Etsenbahnministc-rium Bringt. Guter Rat war teuer, aber Glück in allen Enden. Der Verkehrsbündler Straffer kam zur rechten Zeit herangeschlichen und sang mit süßer Melodie: „Kommt in meine Liebeslaube, in den Verkehrsbund!" Zwei Abgeordnete einer frisch gebackenen Partei stehen euch hier zur Verfügung. Die haben erst kürzlich ihren Schild ausgehängt und wollen ih* neues Geschäft populär machen, sie laufen jetzt mit jedem einzelnen, den der Schuh drückt, zu allen Behörden. Christlich-soziale sind sie auch nicht mehr, denn diese Firma hat selbst bei den dümmsten Eisenbahner keinen Anklang mehr, sic sind sogar die Führer der neuen „deutschen Zentrumspartei". Und mit tausend Freuden langten die Unpolitischen zu, und das Geschäft war gemacht. Der Gewinnst wurde wie folgt verteilt: 1. Den 'Abgeordneten v. Panz und Kemetter für ihre wirkungsvolle Unterstützung im Kampf gegen das Linzer und Villacher Personal, den Gewinst an Popularität bei den Wienern unpolitischen und indifferenten Zugsbegleitern. 2. Dem, an der Krepierhalfter hängenden Verkehrsbund, ein kleines Renommee und endlich für die Sieger den Erfolg. Groiß verteilte auch gleich alle die Dankgewinste, ohne die Versammlung erst zu fragen. Für sich aBcr «Bat er sich auch gleich den Dank der Zugsbegleiter für seine so schwere Mühe, e wäre nicht so leicht gewesen, meinte er, wie er sichs früher immer vorgestellt habe, es hätte ihn viele Mühe gekostet, darum habe er auch Anspruch auf Dank. Billig ist die Geschichte also nicht. Einmal im Leben hat .Groiß für seine Kollegen ein Wort gesprochen (ja, vielleicht nur den Abgeordneten sprechen zugehört) und schon verpflichtet er sie zu ewigem Dank. Nach Groiß kam S a t o r y zum Wort. Der kam schon etwas schneidiger und forscher; er hat nicht umsonst jahrelang unsere Versammlungen als Indifferenter besucht. Er hat auch ein bischen gelernt dort. Er wiederholt, was Kraipl und Groiß vor ihm sagten, macht ein paar vorsichtige Ausfälle gegen die Organisation, stellt sich aber dann erst in die richtige Positur, um sich vor der Versammlung die Märthrerkrone auf-zusetzen. Eine Stunde 35 Minuten, so schmetterte er in den Saal, hatte ich Protokoll Bei der Direktion, weil ich für die Kollegen so wacker cingctretcn Bin, und einen kleinen Verweis hat mir diese mutige Tat eingetragen, aber das wird mich in Zukunft nicht hindern, immer so mutig aufzutreten. Nicht mit schlotternden Knien Bin ich zum Herrn Kolisko cingetrclctti und gar Bald hat der Herr Ministerialrat in gutem Ton mit mir gesprochen, obwohl ich früher Bei ihm vorschwärzt war. (Gewiß bat der Schlankt hier wieder, wie im Eisenbahnmini-sicriunt, seine anßertourliche Qualifikation vorgewiesen.) Ehrsurchtsvoll blickten die Versammelten auf den großen Helden. Wer weiß, mit was für Ekstasen der Redner noch gekommen wäre, wenn nicht der Ritter v. Panz erschienen wäre, der sofort zum Reden >ingespannt wurde. Dieser erzählte von dem Zustandekommen des politischen Geschäftes mit SatorY-Jns Sachliche übergehend, meinte er sehr genau informiert 3u sein, über die Angelegenheit (die anwesenden Genossen wurden im Laufe der Versammlung vom Gegenteil überzeugt)^ und im demagogischen Phrafcnton sprach er von dem fortwährenden toe^,c5 ken Wiener ZugsLegleitern zugefügt wird no tote sich das deutsche Zentrum überall um bas Volk an-wo demselben Unrecht geschieht; so wird diese zarter für die Wiener Zugsbegleiter den gegen das Linzer und Villacher Perso-nasführen. Als aber unser Genosse Straffer diesem Herrn ürage verlegte, was denn für eine Wirkung dieser ampf der Zentrumspartei, in den Bezirken b»» un^ Linz auslösen wird, wo doch, wie ta' l*»n*' kiese Partei auch um Mitglieder toiL- • mochte cs dein Ritter einlcuchten, daß man hier ein n) tertgeS Problem vor sich hat, welches man mit demagogischen esen nicht lösen kann. Er lenkte auch im Schlußwort gehörig tn’r.*111'3 me£n*c- um einem Teil Vorteile zuzuschanzen, durch .c 2® ker andere Teil Nachteile erleidet, zu dein gibt sich das ^ uhche Zentrum nicht her. (Schau, schau, wie gescheit.) Die .politischen waren wieder einmal nicht konsequent und bc-iqimpften v. Panz nicht wegen dieses Einschwenkens, verschrien er Straffer als Vertreter der Linzer und Villacher, weil er cn *ctÜen Teil der Rede v. Panz hervorhob. »r r. ^ittcr b- Panz sagte ihnen auch, daß die rveiterschaft ihre wirksam st e Vertretung in ,C£ Sozialdemokratie hat, daß er und seine Kollegen oer nicht auf den Standpunkt des Klassenkampfes stehen. Ein 6 anzcndes Zeugnis mutz der bürgerliche Abgeordnete (wenn t/rr ^Cr Wahrheit bleiben will), der Sozialdemokratie aus-uellen, und diese Aucharbeiter, die vor ihm stehen, bekämpfen w Sozialdemokraten, weil sie sich nicht als Arbeiter fühlen, !?boern sich als etwas besseres dünken, obwohl sie als Ange-ellte die Sklavenkcttc vielmehr drückt, wie den freien Arbeiter. n'1* CL' - Organisation am Westbahnhof hat dieser Rummel >cht geschadet; wir haben einen fortwährenden Beitritt der Unsichtigen zu verzeichnen. Wenn der Pulvcrdampf und Rauch ach dem lokalen Kampf verflogen ist, werden sich aber alle, die ehrlich m:t dem Personal meinen, finden müssen, um dieses Ichtoterige Problem, das auf allen österreichischen Bahnen ourch diesbezügliche Verfügungen der verschiedenen Bahnver-waltungcn, sowie der technischen Umwälzungen, jetzt besonders «nuell geworden ist. so zu lösen, datz das gesamte Zugbeglei-mngspersonal nicht zu Schaden kommt, dem Dritten aber, den ^ahnverwaltungen, bas Lachen vergeht. Wir glauben, die Wege Rczu anzubahncn und die Einleitung der nötigen Schritte wird zunächst Aufgabe der schon geschaffenen Vertrauensmännner-organisation der organisierten Zugsbegleiter sein. Bom Zentralausschuk der Persoml-kommisston der Gtootsbadnen. Endlich hat das Eisenbahnministerinm den Zen-iralauchchufe der Personalkommission wieder einberufen. ?d. April d. I. fand die Sitzung für die Sektion Unterbeamte, am 4. und 5. Mai d. I. die Sitzung oer Tienersekhon statt. Die Zentrale unserer Organi-E1.0“ berief für die unserer Organisation angehörigen Mitglieder beider Sektionen am Tage vor der Sitzung Vorbesprechungen ein, in welchen über die Stellungnahme w.. der Sitzung beraten wurde. Die Kommissionsmitglieder hielten außerdem eine Stunde vor der Sitzung Nut den übrigen Mitgliedern eine Beratung ab. Es soll .borgehoben werden, daß in diesen Besprechungen ein einheitliches Vorgehen erzielt wurde. Wir beschränken uns in diesem Bericht auf die Schilderung der Stellungnahme der Personalkom-Mlsiionsmitglieder zu den Verschlechterungen und der Behandlung, die dem Gesamtpersonal und ihren Vertretern zuteil wird. Einen ausführlichen Sitzungsbericht werden wir bringen, sobald uns das Sitzungsprotokoll vorliegt. Sektion Untcrbcamtr: Der Vorsitzende wollte sofort nach Eröffnung der Sitzung in die Verhandlung der vorliegenden Initiativ-anträge eingehen. Nach einer bewegten Auseinandersetzung erklärte er sich bereit, die Protesterklärung anzuhören. Genosse Harte nthaler gab folgende Erklärung ab: Im Protokoll sind die wesentlichsten Erklärungen des Eiscnbahnministeriums und der Mitglieder ausgelassen. Den Mitgliedern werden nicht, so wie es in den Direktionen gehand-habt wird, die vom Eiscnbahnministcrium getroffenen Erledigungen der Anträge zur Kenntnis gebracht. Die Personal» tommissionsmitglicdcr werden bei Vorsprachen nicht empfangen oder es werden die Versprachen erschwert. Ferner werben die Verschlechterungen, die seit 1911 für das gesamte Personal eingetreten sind, fortgesetzt. Genosse Hartenthaler verlangt die Abgabe entsprechender Erklärungen seitens des Vorsitzenden, welche eine Besserung der Verhältnisse herbeizuführen geeignet sind. Hofrat Dr. Boctz gab hierauf folgenden Standpunkt oes EisenbahnminsiteriumS bekannt: Die Erledigungen cingc-vrclchker Anträge könne in Zukunft von einem Mitglied durch Abschrift zur Kenntnis genommen werden. Die Mitglieder können nach Wunsch auf die Verfassung des Protokolls Einfluß nehmen. Verschlechterungen seien weder für das Gesamipersonal noch für einzelne Fälle vorgckömmen. Diesbezüglich müßte konkretes Material erbracht werden. Bezüglich der Vorsprachen werden keine Schwierigkeiten gemacht. Das Eisenbahnministcrium sei jederzeit bereit, diesbezügliche Beschwerden zu regeln. Maßregelungen seien mcht erfolgt. Das Eisenbahnministerium sei bereit einzuschreiten, wenn solche erfolgen werden. Hierauf wurde in die Verhandlung der weiteren Anträge eingegangen. Bezüglich des Härten ausgleiches wurde erklärt, daß ein weiterer Härtcausgleich unter gar keinen Umständen gewährt werden könne. Das k. k. Eisenbahnministerium trägt sich mit der Absicht, die heutigen fünf- und vierjährigen B o r r ü ck u n g s f r i st e n in den Endgchalts-stufen der Unterbeamten zu kürzen. Die A u f l a s s u n g der 1300 Kr. Stufe sei vollständig ausgeschlossen. Es ist unrichtig, daß auch die Lokomotivführeranwärtcr mindestens zwei Jahre in die 1200 Kr. gestanden sein müssen, ehe ihre Ernennung zum Unterbeamten erfolgen könne. Jeder Anwärter müsse bei Erreichung der 1200 Kr. zum Unter-beamten ernannt werden. Dagegen sei für die Kondukteure tatsächlich die Bestimmung maßgebend, daß sic sich mindestens Gebt Beweise eures Mutes und eurer Entschlossenheit, den Kampf für eure Ucbcrzcugung zu bestehen. Schreibt auf eure Fahnen: „Wir wollen keine Armut und keine Unterdrückung mehr!" Wilhelm Weitling. zwei Jahre in die 1200 Kr. befinden müssen, ehe ihre Ernennung erfolgen kann. Das sei aber keine Verschlechterung. Bezüglich der Qualifikation habe man die Absicht, dieselbe den Anforderungen des Dienstes entsprechend zu handhaben. Bei diesem Antrag, der geteilt abgestimmt wurde, ergab sich, folgendes Bild. Die Abschaffung des außer-tourlicheu Avancements für alle Unterbeamten wurde mit allen gegen 4 Stimmen abgelehnt; die 4 Stimmen waren: P o l k, Hartenthaler, Barton icek (Sozialdemokraten), Heizinger (christlichsozial). Me anderen, auch unsere Genossen Zink, Z o b l e r, B i t m a r waren für die Beibehaltung des außertourlichen Avancements. Der Antrag für die Abschaffung des außertourlichen Avancements für Lokomotivführer wurde einstimmig angenommen. Bezüglich des Strafwesens wurde eine Acnde-rung dahingehend in Aussicht gestellt, daß Vertreter aus der betreffenden Fachgruppe als gewählte Kommissionsmitglieder der Kommission heigezogen werden. Bei der Beratung der Quarticrgeldfrage kam es zu einem Zusammenstoß zwischen dem Vorsitzenden und den Mitgliedern. Der Vorsitzende warf den Mitgliedern maß-, lose Forderungen vor. Diesem Akt des Vorsitzenden wider-setzten sich alle Äommissionsmitglieder solidarisch und erzielten, daß der Vorsitzende die weitere Verhandlung sachlich, objektiv und entgegenkommend führte. Sektion Diener. Nach Eröffnung der Sitzung ergriff Genosse Weiser das Wort, um vor Eingang in die Tagesordnung im Namen der Kommissionsmitglicder nachstehenden Protest vorzulegcn: 1. Die Art der Protokollverfassung lasse gerade in den wichtigsten Punkten durch die Weglassung wichtiger Begründungen durch die Kommissionsmitglieder sehr zu wünschen übrig und ist hier eine gründlichere Arbeit notwendig. 2. Vorsprachen beim Eisenbahnminister oder auch bei einzelnen Direktionen werden den Kommissionsmitgliedern erschwert, nnd werden selbe gar nicht vorgclassen unter verschiedenen Ausreden, während Vertreter von kleinen Gruppen oder kleinen Vereinen ungehindert Zutritt und Auskünfte erhalten. Dagegen nehmen wir scharf Stellung und lassen uns unter keiner Bedingung durch den Herr Vorsitzenden gegenüber diesen Leuten ausspielen. Wenn hier jkeine Aendc-rung cintritt, so sind auch wir zu anderen Schritten gezwungen. 3. Bei Durchführung von Reformen soll das Gutachten der Personalkommissionsmitglieder gehört werden, damit auch tatsächlich Arbeit gemacht werde, welche den Wünschen der Bediensteten entspricht. Im anderen Fall müsse dies als eine Mißachtung der Pcrsonalkpmmissionsmitglieder empfunden werden, die wir uns nicht bieten lassen können und die sich an der Verwaltung selbst rächt. 4. Die Pcrsonalkammissionsmitglicder und die Vertrauensmänner überhaupt sind vielen Schikanen und sogar Maßregelungen ausgesctzt, gegen die wir energisch Stellung nehmen und Protest einlegen. * 5. In letzter Zeit führt das k. k. Eisenbahnministerium unter dem Schlagworte ökonomische Gebarung Verschlechterungen durch, welche sich in den Turnussen durch Abziehen vom Dienst und durch Ueberstellung von höheren in niedrigere Gchaltklassen (zirka 300 Fälle sind bekannt) äußert. Gegen diesen Kurs legen wir energisch Protest ein, machen auf die Folgen warnend aufmerksam und geben bekannt, daß die Bediensteten unter keinen Umständen gewillt sind, hier noch länger ruhig zuzusehen. Mit allen Mitteln werden wir trachten, daß hier Besserung cintritt. Es wird' dies von den Bediensteten als Erpressung empfunden und als ein Vorgang, der entschieden zu verurteilen ist, nachdem ja der österreichische Staat Hunderte Millionen jährlich für Mordwcrkzcuge hinauswirft und in volkswirtschaftlicher Beziehung die Bevölkerung dem Hunger und Elend überläßt. Genosse Weiser brachte dies in ruhiger, sachlicher Art vor, begründete die einzelnen Punkte ausführlich, ersucht den Vorsitzenden, diesen Protest zur Kenntnis zu nehmen und die Debatte darüber zuzulassen, damit die einzelnen Personal» kommissionsmitgliedcr ihre Stellung dazu kennzeichnen können. Der Herr Ministerialrat Dr. B o e ß antwortete hierauf folgendes: Die Protokollverfassung wird im gewünschten Sinne durchgesührt. Erledigungen der ein« gebrachten Anträge werde er den Kommissionsmitgliedern schriftlich zur Kenntnis bringen lassen. Vor sprachen der Kommissionsmitglicder im Eisenbahnministerium werden keine Schwierigkeiten in den Weg gelegt, nur sollen die Kommissionsmitglieder nicht ungeduldig sein, wenn sie öfter etwas länger auf die Bewilligung von Vorsprachen warten müssen, da dies mit verschiedenen Umständen zu-sammcnhängt. Wenn von Delegierten des Professionisten-vereincs behauptet wird, die Professionistcn in den Werkstätten hätten keine gute Vertretung, dann sei dies eine Lüge. Ihm liege auch vollkommen ferne, die Kommissionsmitgliedcr auszuspielen. — Maßregelungen der Kommissionsmit-glicdcr oder Vertrauensmänner werden in Ausübung ihrer Funktionen gewiß nicht gemacht, und sollen ihm konkrete Fälle sofort bckanntgegeben werden. — Was die sogenannten Verschlechterungen betrifft, so gebe er zu, daß bei Turnussen Aenderungen geschehen sind, ebenso sind einzelne Uebcrstcllungen von Dienern durchgeführt worben, was aber durch die dienstlichen Verhältnisse begründet ist. Sollten Härten oder Ungerechtigkeiten vorgckommen sein, dann solle man ihm dieses bekanntgcben. In der Erstellung neuer Turnusse haben die Direktionen Einfluß und müssen dieselben eventuelle Vorschläge dem Eisenbahnministerium unterbreiten. Hierauf erfolgte die Debatte. Genosse Sommerfeld unterstützte die Ausführungen des Genossen Weiser auf das lebhafteste, bewies durch einzelne Daten die Richtigkeit der Ausführungen und ersucht um günstige Erledigung des Vorgcbrachtcn. In weiterer Folge sprachen M ü h l b c r g e r, K r c u z e r, P f a t s ch b a ch e r, M e r i n s k y, E I i s k a, P l o n k a, welche durch Daten bewiesen, daß der Protest begründet und eine günstige Slcnberung notwendig. Nachdem Genosse Weiser in seinem Schlußwort das Vorgebrachte resümierte und nochmals, nicht nur um Kenntnisnahme, sondern auch um günstige Erledigung des Vorgebrachten ersuchte, wurde in die eigentliche Tagesordnung eingcgangen. Die Bekanntgabe über die weiteren Verhandlungen erfolgt, sobald das Protokoll den Koimnissionsmitgliedern zur Kenntnis gebracht wird. Inland, Ser Leichenschänder denunziert die Eisenbahner. lieber den Maifestzug der Wiener Arbeiterschaft schleimt sich das Fundersche Leichenschänderblatt wie folgt aus: Was besonders aufficl und von den Zuschauern mit Entrüstung festgestcllt wurde, ist, daß in der Gruppe des XVI. Bezirkes zwei Eisenbahner in voller Uniform Tafeln mit der Aufschrift „Die k. k. Eisenbahner des Bahn Hofe §". Das ist denn doch stark. Sieht die f. k. Behörde nicht, daß ihre Unter- gebenen nicht etwa in Zivil, sondern in voller U n i- form, also sozu sagenin ihrer Dien st cseigen-schaft als Sozialdemokraten öffentlich demonstrieren? Wenn die Staatsverwaltung nicht den Mut a n f b r i n g t, solche Unverschämtheiten abzustellen, dann wird die Bevölkerung ihre Stellungnahme zu einer solchen Staatsverwaltung sehr nachdenklich werden. Daß es den schmutzigen Gesellen, der so seiner gelben Nadererseele freien Lauf läßt, wurmt, „daß die Sozialdemokratie immer größere Kreise, die man zu den sogenannten Bürgerlichen rechnete, in ihren Einflußkreis hereinbezieht", glauben wir. Und auch darüber, daß der journalistische Leichenflederer nach der Polizei schreit, weil er klassenbewußte uniformierte Proletarier sah, wird sich niemand weiter entrüsten. Wir wollten nur wieder einmal zeigen, welche Sitten in den, Hause herrschen, das unlängst von hohen Kirchenfürsten unter Anrufung Gottes eingeweiht wurde. Die Landtagswahlen in Tirol. Auf Grund des neuen Wahlrechtes wählte in Tirol am 27. April 1914 die allgemeine Wählerklasse. Die Wahlkreise sind die der Reichsratswahl, nur ist in den Wahlkreisen, wo die Klerikalen die relativ stärkste Partei sind, nicht die absolute Mehrheit der Stimmen nötig, sondern es genügt die relative! Dadurch wurde im Nordtiroler Wahl kreis der Christlichsoziale Mayr gewählt, obwohl er nur 2557 Stimmen hatte, der Sozialdemokrat Rapoldi 1010 und der Deutschnationale 1744, also nicht die Hälfte der abgegebenen Stimmen erreichte. In Innsbruck dagegen, wo dieses Wahlsystem den Antiklerikalen genützt hätte, ist die absolute Mehrheit nötig. Trotzdem eroberte unsere Partei den Wahlkreis Innsbruck II, da Genosse A b r n in die absolute Mehrheit mit 2384 gegen 1005 christlichsoziale und 852 deutschnationale Stimmen erlangte. Bei den Stichwahlen wurde in Trient der italienische Sozialdemokrat Reichsratsabgeordneter Dr. Cesare Battisti gewählt. In I n n s b r u ck I unterlag bei der Stichwahl unser Genosse S ch e i b e i n gegen den Bürgermeister G r e i l. Kriscnwirkcn. Die allgemach jetzt erscheinenden Jahresberichte unserer Zentralverbände und insbesondere die der Großindustrie zeigen, nach einer Darstellung in der „Gewerkschaft", in den veröffentlich-teit Zahlen die erschreckenden Wirkungen, welche die wirtschaftliche Stagnation des Jahres 1913 für die Arbeiterschaft auslöste. Sprunghaftes Emporschnellen der Unterstützungssummen, demgegenüber aber ein Sinken der Einnahmen in einzelnen Verbänden: daraus resultierend eine Verminderung der Ersparnisse aus früheren Jahren: das sind die wenig erfreulichen Bilanzen, welche die Verbünde aus der tristen Wirtschaftslage ziehen. Dieses Ergebnis zeigt aber noch viel deutlicher das Elend auf, dem die gesamte Arbeiterschaft ausgeliefert war und zum größten Teil noch ist. Glücklich derjenige, der in Voraussicht kommender Dinge sich für die Tage der Not die Unterstützung seiner Organisation sicherte! Wie groß aber muß erst die Not jener unzähligen Arbeitslosen sein, die, keiner Organisation an gehörig, von keiner Seite auf irgendwelche Hilfe zu rechnen haben! Im Metallarbeiterverband zum Beispiel betrug das Mehrerfordernis für sämtliche Unterstützungszweige 208.863 Kr., und zwar bei der Arbeitslosenunterstützung 167.599 Kr., bei der Reiseunter-stützung 10.809 Kr., bei der Notfallunterstützung 26.343 Kronen, bei dem Krankengeldzuschuß 1914 Kr., bei der Hinterbliebenenunterstützung 2392 Kr. und bei den Nechtsschutzkosten 1013 Kr. Nur das Konto für Umzugs-kosten weist eine um 1239 Kr. geringere Belastung aus. Es erhöhten sich hiedurch die Kosten für A r-b e i t s l o s e n u n t e r st ü tz u n g auf 548.582 Kr., für Reiseunterstübung auf 45.044 Kr., für Notfallunterstützung auf 100.297 Kr., für Krankengeldzuschuß auf 13.931 Kr., für Hinterbliebenenunterstützung auf 18.470 Kronen, für Rechtsschutz auf 26.216 Kr. und ermäßigten sich für Umzugskosten auf 16.462 Kr. Dieses überaus große Ansteigen der Unterstützung?. ausgaben hat natürlich trotz der Mehreinnahmen des Verbandes um mehr als 100.000 Kr. ein Defizit in der Gesamtgebarung zur Folge, welches 148.368 Kronen beträgt und ein Sinken des Vereinsvermögens von 1,180.901 Kr. auf 1,032.533 Kr. verursachte. Von den Gesamtausgaben per 1,622.450 Kr. (denen Gesamteinnahmen per 1,474.082 Kr. gegenüberstehen), entfielen auf Unterstützungszwecke 47'4 Prozent, auf Bildungsmittel 18'1 Prozent, auf Agitationskosten 9‘7 Prozent, auf Verwaltungsspesen 14'8 Prozent, auf die Arbeitsvermittlung 0'5 Prozent, auf Beiträge an die Gewerkschaftskommission 3-3 Prozent und auf diverse Ausgaben 6'2 Prozent. Von den gesamten Einnahmen . gerechnet, betrugen die Ausgaben für Unterstützung»-zwecke 52'2 Prozent. Von der Gesamtunte r* stützung betrugen die Ausgaben für die Arbeitslosenunterstützung 71'3 Prozent, für die Reiseunterstützung 5‘9 Prozent, für die Umzugskosten 2'1 Prozent, für die Notfallunterstützung 13'1 Prozent, für den Krankengeldzuschuß 1-8 Prozent, für die Hinterbliebenenunterstützung 2-4 Prozent und für den Rechtsschutz 3-4 Prozent. Noch mehr wurde durch die Wirkungen der Wirtschaftskrise der Verband der Holzarbeiter in Anspruch genommen. Die Gesamtkassengebarung, im Vergleich zum Jahre 1912, gestaltete sich wie folgt: Verbandsfonds: Einnahme» 1912 ...................... 534.74903 1913 ..................... 494.301.94 i « Kronen Ausgabe» 481.16983 632.280-75 Gegen 191*2 — 40.44709 Gegen 1912 + 151.11092 K r o nkenfonds: 1912 . 1913 . Einnahmen 172.281-16 165.466-34 in Krone» Ausgabe» 155.31505 165-581-09 Gegen 1912 — 6.81482 Gegen 1912 + 10.266-04 Demnach wurde in beiden Fonds um Kr. 47.261'91 weniger eingenommen, aber um Kr. 161.476'96 mehr ausgegeben gegenüber dem Jahre 1912, was eine Differenz von Kr. 208.738'87 gegenüber dem Vorjahre ergibt. Seite 6__________________________ Wien, Sonnläg Der Vergleich der U n t e r st ü tz u n g s l e i st« n- , üen gegenüber dem Vorjahre zeigt folgendes: 1913 1913 Krone» Arbeitslosenunterstützung. 165.433'32 315.-739-12 Reifeunterstützung .... 22.78973 27.272 70 Umzugskosten............... 8.044-44 8.007-33 Reservistenunterftützung . 7.880-— 8.880'— Notfallunterstützung . . . 4.872-89 5.74416 Krankenunterstützung . . 137.896-01 149.63850 Leichenkostenbeiträge . . . 8.805'— 7.770'— Zusammen . . 355.721-39 523.04181 Es wurden demnach im Jahre 1913 mehr als eine halbe Million Kronen für Unterstützungen ausbezahlt oder um Kr. 167.320‘42 mehr tote im Jahre 1912. Die Unterstützungen allein haben 79"29 Prozent der Einnahmen in Anspruch genommen. So ähnlich wie in diesen beiden Verbänden ist die Situation in allen anderen, insbesondere soweit sie die großindnstriclle Arbeiterschaft umfassen. Kaum wahrnehmbar sind jedoch erst die Anzeichen einer Besserung und aller Wahrscheinlichkeit nach werden auch die Abschlüsse für das laufende Jahr sehr deutlich noch die Wirkungen der Wirtschaftskrise erkennen lassen. Ausland. Deutsches Reich. Eine einheitliche Lohnordnung für die preußischen Eisenbahnarbeiter. Seit 1911 haben sich in dem Lohnwesen der preußischen Eisenbahnverwaltung wichtige Veränderungen vollzogen. Die Reform des Werkstättenlohnes gab den Anstoß zu einer Neuregelung des gesamten Lohnwesens für die Arbeiter aller Dicnstzweige der preußisch-hessischen Eisenbahngemeinschaft, die nunmehr am 1. April 1914 in Kraft treten soll. Der Entwurf ist in dem amtlichen Bericht an den Landtag über die Ergebnisse des Betriebes im Jahre 1912 abgedruckt und hier durch eine Denkschrift eingehend erläutert. Die Entwicklung des Lohnwesens der preußisch-hessischen StaatIbahnen war, wie Geheimrat Dr. Stapff in der Zeitung des Vereins deutscher Eisenbahnverwaltungen in einem Aufsatz über die neue Lohnordnung ausführt, zwar in einigen Hauptgrundsätzcn auch bisher durch Anordnungen der Zentralstelle in gewisse einheitliche Bahnen geleitet, aber ließ den Zug nach Vereinheitlichung, der sonst auf fast allen wesentlichen Gebieten des Eisenbahnbetriebs und des Eisenbahnverkehrs erkennbar ist. nicht recht zur Geltung gelangen. Ausgehend von dem altbewährten, wohl von allen Eisenbahnverwaltungen angenommenen Grundsatz, daß die Arbeiterlöhne den örtlichen Teuerungsverhältnissen angepaßt werden müssen, hatte man den Eisenbahndirektionen einen verhältnismäßig weiten Spielraum für eine partikularistische Ausgestaltung ihres Lohnwesens gelassen. Die ungeahnte Ausdehnung des preußisch-hessischen Staatsbahnnetzes, die ständig zunehmende Einbeziehung immer neuer, auch entlegener Landesteile, deren besondere Verhältnisse auch bei Bemessung der Arbeiterlöhne Berücksichtigung erheischten, leistete einer solchen Sondereniwicklung in mancher Beziehung zunächst sogar Vorschub. So erklärt es sich, daß die von den preußischen Eisenbahnprovinzialstellen je für ihren Bezirk erlassenen, insgesamt 22 Lohnordnungen zwar die von der Zentralstelle schon jetzt einheitlich vorgeschriebenen Hauptgrundsätze übereinstimmend weitgehende Verschiedenheit zeigen. Die bisherige ungleichmäßige Regelung Betraf nicht nur die weitere Ausgestaltung der allgemeinen Grundsätze für die L-hnbemessung. Lohnabrechnung. Lohnzahlung il s. w., sondern auch die Art und Weise der Lohnbildung, den Aufbau der Lohnstaffeln, die Zeit, innerhalb derer der Endlohn erreichbar war, und dergleichen. Die Verschiedenheiten forderten zu Vergleichen namentlich dann heraus, wenn ohne erkennbaren sachlichen Grund in dem einen Bezirk sich eine für den Arbeiter weniger günstige Regelung herausgebildet hatte als in dem anderen. Der häufig und mit Nachdruck geäußerte Wunsch der Arbeiterschaft nach Vereinheitlichung des Lohnwesens war daher erklärlich. Die also praktisch vorbereitete neue einheitliche Lohnregelung kennzeichnet sich durch die Zusammengehörigkeit von Lohnordnung und Lohntafel. Die Lohnordnung enthält die allgemein gültigen Grundsätze für Lohnfestsetzung. Lohnberechnung, Lohnabrechnung und Lohnzahlung. Die Lohntafel dagegen, von den Eisenbahndirektionen für jede Dienststelle ihres Bezirkes nach den Grundsätzen der Lohnordnung und dem in der Lohnordnung vorgeschriebenen Muster ausgestellt, gibt ein vollständiges Verzeichnis der Lohnsätze, und zwar zunächst der Grundlohnsätze für alle der Dienststelle unterstellten Arbeiter. Die Grundlohnsätze sind eingeordnet in die für die verschiedenen Arbeiterklassen vorgesehenen Lohnstaffeln. Besondere Lohnstaffeln sind gebildet zum Beispiel für lic Handwerker und die handwerksmäßig ausgebildeten Arbeiter in den Haupt- und Nebenwerkstätten, für die Handwerker im Betrieb und bei der Bahnunterhaltung, für die Aushelfer, für das große Heer der übrigen ungelernten Arbeiter in Betrieb, Bahnunterhaltung und innerem Dienst. Alle Lohntafeln stehen in einem strengen Abhängigkeitsverhältnis zur Lohnordnung, da sie nach deren Grundsätzen aufgestellt sind. An der Spitze dieser Grundsätze steht der Grundsatz der Abstufung der Löhne nach dem Beschäftigungsalter. Die Lohnordnung trifft genaue Bestimmung über das Lohndienstalter, das künftig allgemein vom Eintritt des Arbeiters bei der Staatseisenbahnverwaltung, frühestens jedoch von der Vollendung des 18. Lebensjahres rechnet, über die Möglichkeiten, das Lohndienstalter durch Anrechnung gewisser vor dem Eintritt des Arbeiters liegender Zeiten (zum Beispiel der Militärdienst-zeit) zu verbessern, über die Zahl der Aufrückungsstufen. die Zeiten, innerhalb deren der Endlohn erreichbar ist u. s. w. Die letzteren sind für die Handwerker auf zwanzig, für die handwerksmäßig ausgebildeten Arbeiter auf fünfzehn, für alle übrigen Arbeiter auf zwölf Beschäftigungsjahre festgesetzt. Gegenüber dieser Einheitlichkeit bedingt der Grundsatz der Bemessung der Löhne nach den örtlichen Lebensverhältnissen eine Verschiedenheit in der Lohnhöhe, wenn die örtlichen Teuerungsverhällnisse nicht gleichartig sind. Diese beiden Hauptgrundsätze für die Lohnbildung beziehen sich nur auf den Grundlohn des Arbeiters, nicht auf die Stellenzulage, die zum Grundlohn dann hinzutritt, wenn der Arbeiter in einer mit Stellenzulage bedachten Tätigkeit „ft* Gisenbühtiev»« beschäftigt wird. Dir Stellenzulage ist das Entgelt für die von ihm in dieser Tätigkeit beanspruchte besondere Leistung und richtet sich in ihrer Höhe nur «ach deren Schwierigkeit und Bedeutung. Sehr eingehend trifft dann die Lohnordnung Bestimmungen über die Berechnung des Lohnes in den zahlreichen Einzelfällen, die sich in der Praxis für die Lohnbehandlung ergeben, wobei die Bestimmungen über die Berechnung Bei Ueberstunden neu sind. Herborgehoben wird noch die Neuregelung der Lohnzuschläge bei Beschäftigung außerhalb des Dienstories und besonders die weitere Ausdehnung des Stückzeitverfahrens, das sich nach Ansicht der Verwaltung während seiner zweijährigen Handhabung in den Haupt- und Nebenwerkstätten vortrefflich bewährt hat und dem nun allgemeine Geltung für alle Arbeiten im Stücklohn verschafft ist, Die „Lohnordnung", so schließt Geheimrat Dr. Siapff seine Betrachtungen, „ist in erster Linie für den Arbeiter bestimmt. Die Verwaltung will ihm in weitestem Umfang Möglichkeit und Gelegenheit geben, sich über sein Lohnverhältnis vollständig unterrichtet zu halten. Die Lohnordnung ist daher frei von Vorschriften über die rechnungsmäßige und sonstige geschäftliche Behandlung des Lohnwesens, die den Arbeiter nicht unmittelbar artgehen. Ihre Ausdrucksweise ist kurz und bündig, ihre Sprache einfach und auch für die Arbeiter verständlich. Auf allen Dienststellen gelangt sie mit der dazugehörenden Lohntafeln zur Auslegung, den Mitgliedern der Arbeiter» Ausschüsse wird sic ausgehändigt. Auch von seinem Dienstvorsteher soll sich der Arbeiter jederzeit in Lohnangelegenheiten Rat und Auskunft holen können." England. Zusammenschluß von britischen Gewerkschaften. Bei weitem das wichtigste Ereignis, das sich in der britischen Gewerkschaftswelt feit langer Zeit zugetragen, ist das am 23. April in London angebahnte Schutz- und Trutzbündnis der Bergarbeiter, Eisenbahner und Transportarbeiter. Auf der letzten Generalversammlung der Bergarbeiterföderation wurde der Vorstand beauftragt, sich an die Vorstände der Eisenbahner und Transportarbeiter zu wenden und sie zu einer gemeinschaftlichen Sitzung einzuladen, um zu Beraten, Wie die drei großen Organisationen in ihren Kämpfen Hand in Hand gehen könnten. Diese Sitzung fand nun am ?3. April im Westminster Palace Hotel zu London statt. Die Konferenz, in der der Präsident der Bergarbeiter Robert Smillie den Vorsitz führte, wurde von den -aus 57 Personen Bestehenden drei Vorständen besucht, die gegen 1,350.000 organisierte Arbeiter (800.000 Bergarbeiter, 300.000 Eisenbahner und 250:000 Transportarbeiter) vertraten. Die Sitzung, die zwei Stunden dauerte, nahm einen höchst günstigen Verlauf. Alle Teilnehmer erklärten sich sehr befriedigt mit dem zutage getretenen einmütigen Wollen. Sie faßten folgenden Beschluß: „Nach der Ansicht dieser Konferenz ist ein Aktionsvertrag (working agreernont) oder Plan zwischen den drei vertretenen Körperschaften wünschenswert." Ein aus den Vorsitzenden der drei Verbände (Smillie-Bergarbeiter, Bellamy-Eisenbahner, Gosling-Transportarbeiter) bestehendes Unter-kemitee wurde eingesetzt, das einen Plan auszuarbeiten hat, der einer neuen Konferenz vorgelegt werden wird. Die Sekretäre der drei Organisationen (Ashton-Bergarbeiter, I. E. Wil-liams-Eisenbahner, Robert Williams-Transportarbeiter) wurden zu gemeinschaftlichen Sekretären ernannt, die von den vertretenen Verbänden Information einzuholen haben, die das Komitee instand setzen wird, einen Plan auszuarbeiten. Welcher Art das erstrebte 'Bündnis sein wird, muß natürlich die Zukunft lehren. Doch die Triebkräfte dieser Bewegung lassen schon die Umrisse erkennen. Der starke Zug nach einer Konsolidierung der gewerkschaftlichen Streitkräfte G r o ß b r i t a n n i e n s, der sich in den letzten Jahren bemerkbar gemacht hat, die Lehren der letzten Kampfepoche und die Sorgen um die nächste Zukunft haben alle zusammengewirkt, um diese Konferenz möglich zu machen. Streiken die Eisenbahner oder die Transpcrtarbeiter, dann werden die Bergarbeiter arbeitslos, und streiken die Bergarbeiter, dann sehen sich die Eisenbahner und Transportarbeiter vor die unangenehme Aufgabe gestellt, die von den Grubenbesitzern aufgespeicherte Kohle zu transportieren. Diese durch die Ereignisse demonstrierten Tatsachen mutzten die Fragen aufwerfenKönnen wir denn nicht diese ungewollten Nebenwirkungen unserer Kämpfe durch ein Zusammenarbeiten ausschalten? Ist es nicht möglich, durch ein planmäßiges Zusammenwirken der drei so eng miteinander verbundenen Berufsgruppen bei geringeren Opfern größere Wirkungen zu erzielen? Diese Fragen Wären vielleicht noch lange diskutiert worden, ohne praktisch gelöst zu Werden, stünden nicht Bergarbeiter Wie Eisenbahner unmittelbar vor sehr Wichtigen Entscheidungen, die die ganze Lebenshaltung dieser großen Arbeiterschichten auf Jahre hinaus bestimmen Werden. Die Eisenbahner stehen in diesem Jahre vor der Revision des Einigungssystems, bei der die Forderung der vollen Anerkennung der Gewerkschaften eine wichtige Rolle spielen Wird. Und im nächsten Jahr laufen die Verträge der Bergarbeiter ab; es müssen neue Verträge geschlossen Werden, Wobei es sich auf der Seite der Arbeiter namentlich darum handeln wird, die während der Prosperitätsperiode errungenen Vorteile statutarisch festzulegen und die' das Arbeitsverhältnis regelnde Bestimmungen, die heute in den Revieren sehr verschieden sind und die Bewegungsfreiheit der Föderation hemmen, im ganzen Lande zu vereinheitlichen. Dies sind Fragen von fundamentaler Wichtigkeit, die leicht zu großen Kämpfen Anlaß geben konnten, die sich aber Bei einem einmütigen Vorgehen der drei großen VerBände vielleicht friedlich lösen lassen. Mit der Londoner Konferenz ist auch der erste Schritt zur Bildung einer wirklich repräsentativen und die gewerkschaftliche Bewegung übersehende und leitende Zentralkörperschaft getan, die man in Groß-Britannien Bisher vermißte; denn der bestehende Gewerkschaftsbund ist in der Hauptsache nur ein Streikrückversicherungsverband, und das Parlamentarische Komitee des Gewerkschaftskongresses beschäftigt sich, wie sein Name besagt, hauptsächlich nur mit den die Gewerkschaften direkt angehenden politischen Fragen. Die optimistische Stimmung, die die Londoner Aussprache bei den Mitgliedern der drei Vorstände hinterlassen hat, spricht sehr für das gute und baldige Gelingen des großen Werkes. Revolutionäre, syndikalistisch angehauchte Gewerkschaftsvertreter und Altgewerkschaftler der liberalen Schule waren sich auf der Konferenz absolut einig. Gelesene Nummern deS „Eisenbahnen wirst man nicht weg, sonder» gibt sie an Gegner und Indifferente weiter. 10. Mai 1914____________________________________ 2tr- Kleine Nachrichten ans der Eisenbahner-Internationale. , 72 Sektionen des englischen Eisenbahnerverbandes beschlossen, bei ihrem Verbandsvorstand eine energische Aktion i Erringung eines Minimallohnes von 30 Mk. per Woche des Achtstundentages zu beantragen. . , Nach dem Jahresbericht der Arbeiterunion srfjmctäcrtlol Transportanstalten (Eisenbahner) stieg die Mitgliederzahl t letzten Jahr von 13.880 auf 14.698. Der Bericht konstatiert o' Notwendigkeit der Schaffung einer starken Einheitsorgamsan aller Eisenbahner, die zurzeit noch in viele Berufsorganisation zersplittert sind. Der Versuch, eine „christliche" Eisenb-chncr-Organisation zu schaffen, habe bisher der Union keinen Scha zufügen können. . . Auch der Jahresbericht des Schweizer Lokomotivverson-»-verbandes betont die Notwendigkeit eines engerm Zusammen' schlusses der bestehenden Verbände. Diese Organisation zählte 8 Beginn dieses Jahres 2501 Mitglieder in 34 Sektionen. Der 25. Verbandstag der französischen Eisenbahner, vc Mitte April in Paris stattfand, war von 174 Gruppen mit 131 Delegierten beschickt. Der Kongreß beschloß eine energisch Aktion für die Wiedereinstellung der seit dem Streik 1910 6C-maßregelten Kollegen. Zur Erhöhung der Sicherheit auf den Bahnen wurde gefordert, daß ein dritter Mann auf jeder 20-°' motive zur Beobachtung der Strecke beschäftigt Werde, solange nicht sicher wirkende Repetitionsapparate angeführt sind. Ferner | wird die Anstellung von Eisenbahnern zur Überwachung de Sicherheitsdienstes gefordert. Der Mitgliedsbeitrag darf 111 Zukunft, einschließlich des Beitrages für das Verbandsorgan. nicht weniger wie 75 Cts. monatlich Betragen. Davon sind 40 Cts. (früher 17% Cts.) an die Zentralkasse aBzusühren. Der wichtigste Beschluß befaßt sich mit der EiuheilSorganifation, die im Interesse der Eisenbahnerorganisation für unbedingt notwendig erklärt wird. Der Verbandsvorstand konnte von erfreulichen Fortschritten der Oganisation berichten, die bald wieder ihre Stärke vor dem unglückseligen Streik 1910 erreicht haBen wird. _ _ Die Delegiertenversammlung des Schweizerischen Verbandes der Weichen- und Bahnwärter, die von rund 100 Vertretern besucht war, lehnie die Verschmelzung mit dem Rangierpersonalverein mit großer Mehrheit ab. Dagegen wurde beschlossen, energisck, auf eine Erhöhung der Nachtdienstentschädi-gung sowie auf eine befriedigende Lösung der Frage des viel umstrittenen Bekleidungsreglements zu dringen. Ein neuer ernster Konflikt von 85.000 Eisenbahnern der östlichen Bahnen der Bereinigten Staaten ist soeben durch den Spruch eines auf Grund des Netoland-Gesetzes gebildeten Schiedsgerichtes geschlichtet. Es handelte sich um die Auslegung der Vereinbarung beziehungsweise des Schiedsspruches, der im vorigen Herbst der großen Eiscnbahnerbewegung ein Ende machte. Eine Konferenz von Vertretern der englischen Verbände der Bergarbeiter, Eisenbahner und Transportarbeiter, die rund 800.000, 300.000 und 250.000, zusammen also 1,350.000 Mitglieder zählen, beschloß die Einsetzung einer Kommission. die für die Zukunft ein festes Zusammenwirken vorbereiten soll. Für die englische Bewegung würde es zweifellos von ungeheurem Wert sein, wenn diese drei wichtigen Gruppen zu einem dauernden Zusammenwirken gelangten. Für die Übrigen zahllosen Gewerkschaften Würden sie zugleich das nachahmenswerteste Beispiel bieten. Aus dem Gerichtssaal. Eine wichtige Entscheidung zum Pensionsrecht der Bediensteten der k. k. Staatsbahnen. Bekanntlich war es bisher unendlich schwierig, für einen int Dienste verunglückten Eiscnbahnbediensteten die durch die Statuten des Provisionsinstituts vorgesehene Zurechnung von fünf Jahren zu erwirken. Gemäß § 42, Punkt 3, jener Statuten gebührt den Mitgliedern des ProvisionsinstituteS der Fünfjahreszuschlag nur dann. Wenn sie infolge eines g e W a l t-s am eit und unabwendbaren Ereignisses körperlich Beschädigt und dienstuntauglich Werden. Diese Bestimmung, die nur für jene Proviflonssondsmitglieder gilt, die bereits vor dem 1. Jänner 1900 dem Provisionsinstitut angehört haben, wurde bisher von den Gerichten zumeist sehr eng interpretiert. Die Gerichte Waren nämlich zumeist der Anschauung, daß man unter einem gewaltsamen und unabwendbaren Ereignis einen Vorfall verstehen müsse, dessen Abwendbarkeit absolut physisch unmöglich ist. Hieraus hat sich in vielen Prozessen ergeben, daß die Gerichte Ansprüche auf Zurechnung von fünf Jahren zur Provisionsbemessung selbst dann abgewiesen haben, wenn den verunglückten Bediensteten gar kein Verschulden an jenem Unfall traf, soferne dieser nur überhaupt zum Beispiel durch einen anderen Bediensteten oder durch irgendeine passende Vorkehrung hätte _ abgewendckt werden können. Es liegt auf der Hand, daß diese Art der Auslegung der Provisionsstatuten außerordentlich engherzig ist, und daß die Notwendigkeit sich ergab, eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofes über die Frage zu erwirken. Dieser Fall trat in dem Prozeß des Kondukteurs Albrecht R 0 d l a u e r ein, Welcher Bei dem Eisenbahnunfall von Rattenmann am 20. September 1910 schwer verunglückte und infolgedessen in den Ruhestand versetzt wurde. Die Staatsbahndirektion Villach und das EisenBahnministenum verweigerten ihm die Zuerkennung der erhöhten Pension, weshalb er durch seinen Anwalt Dr. Leopold Katz sich zur Prozeß-führung entschloß. Sowohl das Landesgericht als auch das OBerlandesgericht Graz sprachen ihm nach langen Beweisdurchführungen die Pensionserhöhung von jährlich Kr. 16320 zu. Da das Provisionsinstitut gegen diese Entscheidungen die Revision an den Obersten Gerichtshof erhob, beschäftigte sich auch dieser mit der Rechtsfrage. Mit dem soeben herabgelangten Urteil erkannte auch der Oberste Gerichtshof zu Recht, daß das Klagebegehren vollkommen begründet sei. Wir sehen uns veranlaßt, den die Rechtsfrage betreffenden Teil des Urteites wörtlich zu zitieren, weil diese Ausführungen für das Pensionsrecht der Eisenbahnbediensteten von größter Wichtigkeit sind. In den Gründen des Urteils heißt cs nämlich: „Unrichtige rechtliche Beurteilung erblickt die Revision in der Auslegung des Begriffes »Unabwendbarkeit« seitens des angefochtenen Urteils. Die Revision vermeint, die Bestimmung des § 42, Zahl 3, des Provisionsstatuts, nach Welcher die Zuerkennung des Zuschlages von Weiteren fünf Jahren davon abhängig gemacht Wird, daß das Mitglied bereits vor dem 1. September 1900 dem Provisionsinstitut angehört und »während der 2luS» ufiung des Dienstes durch ein gewaltsames unk unabwendbares Ereignis körperlich beschädigt und infolgedessen dienstuntauglich geworden ist«, lasse die Annahme eines abwendbaren Ereignisses "ur zu, wenn für die betrffende Person die »absolute physiche Unmöglichkeit« bestand, den Unfall zu vermeiden. Diese Auslegung erscheint unberechtigt. Dies ergibt zunächst die Entstehungsgeschichte der einschlägigen Bestimmungen des gegenwärtigen ProvisionSstatuis vom 19. Au-ßssst 1900, Zahl 37.657. In den früheren Auflagen enthielt § 14 te Bestimmung über »die Bemessung der Provision bei Verunglückungen im Dienst«, und zwar dahingehend, daß bei jenen Teilnehmern des Provisionsinstituts, »welche während der Ausübung des Dienstes durch ein gewaltsames und unabwendbares Ereignis körperlich beschädigt und hiedurch dienstunfähig geworden sind«, zu der für die Provisionsbemessung anrechenbaren Zeit noch weitere fünf Jahre zugeschlagen werden, und weiters ien Zusatz: »Würde ein solcher Teilnehmer ungeachtet der Zurechnung der fünf Jahre noch nicht provisionsberechtigt, so ist demselben nichtsdestoweniger eine Provision in der geringsten, Tür die Teilnahmedauer von zehn Jahren zu bemessen«. In das Provisionsstatut vom Jahre 1900 wurden diese Mitglieder mit uoch nicht fünf Teilnahmejahren betreffende Bestimmung in den 8 14 übernommen, jedoch die Stelle: »welche während der Ausübung des Dienstes durch ein gewaltsames und unabwendbares Ereignis körperlich beschädigt und hiedurch dienstuntauglich geworden sind«, durch: »welche infolge eines in Ausübung des Dienstes erlittenen ,Unfalles' dienstuntauglich geworden sind« ersetzt, dies deshalb, weil im § 13 des neuen Statuts bei Bemessung der Provision (was in den früheren Auflagen nicht der Fall war) bereits auf die auf Grund des Unfallbersicherungs-gesetzes vom 28. Dezember 1597, R.-G.-Bl. .Nr. 1 ex 1899 und 20. Juli 1804, R.-G.-Bl. Nr. 168, auszuzahlende Unfallrente beziehungsweise das an deren Stelle tretende Kapital Rücksicht genommen wurde. Da aber die früheren Statuten gemäß § 42 ihrer Bestimmung nur unbeschadet erworbener Rechte geändert werden konnten, so wurde im neuen Statut ffi im Dienst Verunglückte, die bereits vor dem 1. September 1900 dem Pro-bisionsinstitut angchört haben, die gegenwärtig geltende Bestimmung des § 42, Zahl 3 mit dem bezüglichen, dem früheren 8 14 entsprechenden Wortlaut übernommen. Daraus ergibt es sich, daß mit dem Ausdruck »gewaltsames und unabwendbares Ereignis« ein »Unfall« bezeichnet wurde, wie solcher die Voraussetzung der Anwendung obiger Gesetze bildet. Das Provisionsinstitut stellt zudem eine auf Wechselseitigkeit seiner Mitglieder und staatliche Beitragsleistung gegründete vertragmäßige Versicherung bezüglich der Ruheversorgung der Mitglieder nach Ablauf einer bestimmten Dienstzeit, beziehungsweise ihrer im Dienst durch einen Unfall cingetretcnen Dienstuntauglichkeit und die Versorgung ihrer Hinterbliebenen dar (§§ 1, 2, 7, 13 und 14 des Provisionsstatuts.) Den Grundsätzen des Versicherungsvertrages gemäß, haftet daher das Institut als Versicherer für den Unfall im Sinne eines ohne Verschulden des Versicherten ingetrctenen körperlichen Schadens (§ 1288 a. b. 0.-23.). Obige Haftung des Probisionsinstitutes für Dienstuntauglichkeit des Eiscnbahnbcdicnstetcn soll afio dann nicht cintreten, wenn dieser das die Dienstuntauglichkcit herbeiführcnde Ereignis bei Beobachtung pflichtgemäßer Aufmerksamkeit hätte abwendcn kön--nen, wenn solches »subjektiv« und nicht »objektiv« abwendbar war. Den Mangel solcher Aufmerksamkeit schließen die Unter-gerietstc auf Seite des Klägers aus, indem sie fcststcllen, er habe "ftach der Sachlage keinen Anlaß zum selbsttätigen Eingreifen gehabt. Allerdings ist die Anschauung des Berufungsgerichtes, es sei das gegen den Kläger erlassene Disziplinarcrkenntnis nicht bindend, nicht zutreffend. Eine Ucüerprüfung des Erkenntnisses in der Richtung, ob die formellen Normen des Disziplinarverfahrens beobachtet wurden, erscheint allerdings dem Gericht nicht verwehrt, weil von der Lösung dieser Frage der unanfechtbare Bestand des Erkenntnisses abhängt. Dagegen erscheint die materielle Nachprüfung des Disziplinarerkcnnt-nisses im Rechtsweg ausgeschlossen. Denn durch den Eintritt in den staatlichen Eisenbahndiest hat sich Kläger im Disziplinarverfahren dem Ausspruch jener Organe unterworfen, welche mit Rücksicht auf die öffentlichrechtliche Stellung der Eisenbahn-bcdiensteten im Sinne der bestehenden Verordnungen zu diesem Ausspruch berufen sind. Eine Ueberprüfung dieses Ausspruches im Rechtsweg kann demnach nicht mehr stattfinden. Das vorliegende Disziplinarerkenntnis nimmt jedoch ein Verschulden des Klägers an der ihm zugestoßenen Verletzung nicht an, was sich daraus ergibt, daß cs zwar eine Dienstwidrigkeit im Nichtanhalten des Zuges Nr. 102 erblickt, zugleich aber feststcllt, daß ihn die ganze Sachlage zur Annahme verleitet hat, daß eine Verständigung über die Weiterfahrt des Zuges erfolgt sei. Es ist sonach auch der Revisionsgrund der Zahl 4 des § 503 Z.-P.-O, nicht berechtigt. Der Revision war daher keine Folge zu geben." Zur Erklärung dieser Ausführungen führen wir bei, daß Rodlauer sowohl von der Staatsbahndirektion Villach als auch vom Eisenbahnministerium infolge seines angeblichen Verschuldens an dem Rottenmanner Unfall im Disziplinarwcg mit einem Verweis bestraft wurde, und daß das Provisionsinstitut in dem Prozeß auf Grund dieser Disziplinarbestrafung die Einwendung erhob, daß Rodlauer seinen Unfall verschuldet habe, so daß dieser Unfall auch aus diesem Grund abwendbar war., Demgegenüber hatte jedoch fein Vertreter Dr. Katz den Nachweis erbracht, daß der Kläger bei der Einfahrt in die Station Rottenmann in der kritischen Nacht aus allen Umständen den Schluß ziehen mutzte,' die Weiterfahrt sei offenbar von der Stationsleitung angeordnet worden. Auf Grund dieses Nachweises haben die Gerichte anerkannt,, daß Rodlauer ein Verschulden an seinem Unfall nicht getroffen habe. Es wurde aber auch mit obiger Entscheidung des Obersten Gerichtshofes ausgesprochen, daß dem Eisenbahnbediensteten, der infolge eines gewaltsamen Ereignisses verunglückt, der Anspruch auf den Fünfjahreszuschlag dann zu st ehe, wenn der Unfall für ihn unabwendbar war. Der bisherige Standpunkt des Etsenbahnärars, daß der Unfall überhaupt und absolut unabwendbar sein müsse, wurde demnach nunmehr vom Obersten Gerichtshof als unrichtig zurückgewiesen, Freisprechung eines Lokomotivführers. Gegen den Lokomotivführer Johann R o u s a r ist von der Staatsanwaltschaft Anklage wegen der Uebertretung des § 432 St.-G. erhoben worden, weil derselbe in der Nacht am 19. März 1914 in der Station Marchcgg mit seiner Verschnblokomotive und drei angehängten Wagen in den auf das Geleise I abteilenden Zugsteil des Zuges Nr. 296 angefahren ist und hiedurch erhebliche Sachbeschädigungen herbeigeführt wurden. Das Verschulden des Lokomotivführers erblickt die Anklagebehörde darin, daß er einen für ihn nicht gestellten Wechsel unbeachtet ließ, und die Fahrt eigenmächtig unternommen habe, obwohl ihm der Ver- schubleiter zngerusen haben soll, daß der Lokomotivführer auf den grenzfreien Teil des Geleises I stehen zu bleiben habe. Bei der am 5. Mai 1914 vor dem k. k. Bezirksgericht Marchegg durchgeführten Hauptverhandlung legte der Verteidiger des Lokomotivführers Johann Rousar, Dr. H ii b f ch (Wien), dar, daß dem Lokomotivführer kein Verschulden treffe, weil entgegen den Verkehrs- und Verschubvorschriften der Lokomotivführer nicht in unzweifelhaft deutlicher Weise und überhaupt nicht genau davon verständigt wurde, daß ein Teil des Zuges Nr. 296 auf sein Berschubgeleise Nr. I abgeteilt werde; daß bei Verschiebung durch Lokomotive Verständigungen durch mündliche Zurufe als untunlich erscheinen; daß selbst, trenn der Verschubleiter den von ihm behaupteten Zuruf gebraucht hätte, derselbe mit Rücksicht auf die Entfernung zwischen ihm und den Lokomotivführer sowie mit Rücksicht auf den damals herrschenden heftigen Südoststurm vom Lokomotivführer nicht gehört werden konnte; daß der Lokomotivführer auf seiner Seite ein Rückwärissignal gesehen habe, welches, wie nachträglich konstatiert wurde, von dem Verschieber des Zugteiles 296 hergerührt hat; daß der Lokomotivführer dieses Signal als für ihn geltend betrachten mußte; daß er laut Signalvorschriften verpflichtet war, diesem Signal ohne Verzug und unbedingt Folge zu leisten; daß laut den Dienstvorschriften der Lokomotivführer verpflichtet ist. die auf der Führerseite wahrnehmbaren Verschub- und sonstigen Signale zu beobachten; daß bei dem durch den wütenden Sturm herbeigeführten Flackern der Lampen und der herrschenden Dunkelheit, der Lokomotivführer um so weniger erkennen konnte, ob das Laternenverschubsignal von seinem Verschubleiter oder von dem Verschieber einer anderen Partie herrühre; daß der Lokomotivführer das Berschubsignal durch einen Achtungspfiff quittiert habe; daß der maßgebende Wechsel für den Führer unsichtbar auf der Heizerseite sich befand. und daß, wenn überhaupt von einem Verschulden gesprochen werben könne, dasselbe in den mangelhaften Anlagen der Station Marchegg sowie darin seinen Grund habe, daß entgegen den Berkehrsvorschriften die bei gleichzeitiger Vornahme mehrerer Verschiebungen notwendigen Dispositionen nicht vorgesehen waren. Da das Beweisverfahren das Vorbringen des Verteidigers im großen und ganzen bestätigte, schloß sich der Richter den Anführungen des Dr. Hübsch an und ging mit einem Freispruch des Lokomotivführers vor. Streiflichter. ScHaratistisches Gaukelspiel. Die Separatisten haben in den paar Jahren ihres „Wirkens" in Fülle Beweise erbracht, daß ihre Tätigkeit immer nur einen Erfolg zeitigt: Zersplitterung der Kräfte der Arbeiterschaft und Stärkung der Gewalt des Unternehmertums. Nun hat sich in Komotau eine Episode zugetragen, die wie ein Blitzlicht die unehrliche, demagogische Taktik dieser Leute beleuchtet. Die Arbeiter der dortigen Werkstätte beschlossen, den 1. Mai zu feiern und gaben dies der Generaldirektion der B. E. B. bekannt. Diese weigerte sich, eine allgemeine Maifeier in der Werkstätte zuzulassen, machte aber schließlich das Zugeständnis, daß 25 Prozent der Arbeiterschaft feiern dürfen. Dieses Zugeständnis der Direktion wurde nun in einer Versammlung der Werkstättenarbeiter beraten. Zn Wort kam als einer der ersten der Vertreter der Separatisten, ein Herr setmal aus Prag. Er hielt eine wahre Barrikadenrede und schloß mit dem Appell an die Arbeiter, nicht zurückzuweichen, sondern an der allgemeinen Feier des 1. Mai festzuhalten. Wohl habe seine Organisation bei einer Vorsprache bei der Direktion dieselbe Antwort erhalten wie die Vertrauensmänner der Sozialdemokraten, aber es dürfe nicht nacbgegcbcn werden. Genosse Schiller, der nach ihm zu Wort kam. wies vorerst an der Hand der Tatsachen nach, daß die Separatisten selbst einen großen Teil der Schuld tragen, daß die Eisenbahner so schwer vorwärts kommen. Von den Separatisten durch Krawall untberrochen, wies er Herrn Lermak nacb. daß nur 28 Arbeiter in der Werkstäite sich zum Separatismus bekennen, daher die Separatisten Überhaupt kein Recht hätten, sich als Vertreter der Arbeiter aufzuspielen. Die Versammlung beschloß hierauf, daß die Genossen Schiller und Stütz nockmals bei der Direktion der B. 15. B. vorsprechen und dort neuerdings den Wunsch der Arbeiter nach Freigabe des 1. Mai begründen sollten. Tatsächlich sprachen diese beiden Genossen tags darauf bei der Direktion der B. E. B. in Prag vor. Sie wurden wieder vom Zentralinspektor Tauber empfangen. Dieser erklärte den erstaunten Vertrauensmännern: „Es habe bereit s g e st e r it e i n H e r r v o n I h n e n v o r g e s p r o ch e n und sich mit dem Zu g e st änd nis, daß 25 Prozent feiern dürfen, einverstanden erklärt!" Es stellte sich heraus, daß dieser Herr mit dem sauberen Herrn C e r m a k identisch war, der einen Tag früher die Werkstättenarbeiter zum äußersten Widerstand aufgefordert hatte. Unsere Vertrauensmänner stellten nun klar, daß Eermak nicht das Recht habe, im Namen der Arbeiter zu sprechen und forderten ein weiteres Zugeständnis. Herr Tauber erklärte sich hiezu inkompetent. Nun gingen die beiden Genossen in Begleitung des Genossen Brodecky zum Generaldirektor, der schließlich zugab, daß 50 Prozent der Arbeiter feiern dürfen. Hiemit gaben sich die Vertrauensmänner vorläufig zufrieden. Ebenso eine allgemeine Versammlung der Werkstättenarbeiter. Was soll man min zu der Taktik der Separatisten sagen? Dienstag hetzt ihr Vertrauensmann die Arbeiter auf, unter keinen Umständen nachzugeben und beschwört damit die Gefahr eines folgenschweren Kampfes herauf. Mittwoch rennt er aber schon zur Direktion und erklärt „im Namen der Werkstättenarbeiter", mit dem Zugeständnis der 25 Prozent einverstanden zu sein. Das heißt doch eine geradezu sch an d-volle Demagogie treiben! — Es tut einem förmlich web, zu sehen, daß so viele Tausende tschechische Arbeiter in Böhmen und Mähren Leuten nachlaufen, deren Taktik im großen nicht viel anders aussieht, als die von Herrn Eermak im kleinen geübte. Die Jagd nach dem Schein des Erfolges läßt alle Lehren des sozialistischen K la sse nk a mp fe s unbeachtet. Können die tschechischen Arbeiter auf die Dauer eine so unehrliche Taktik mitmachen? Wenn sie es tun, werden sic es schmerzhaft spüren müssen, wohin sie geführt wurden.... «rollteit der Perfonalverminderung. Aus Villach wird uns geschrieben: Die k. k. Direktion Villach ist, als es galt, das Personal zu vermindern, recht schneidig ins Zeug gegangen. Wäre es nach dem Willen der k. k. Direktion gegangen, hätten die Wagen dort überhaupt allein laufen müssen. Folgen hatten diese Bestrebungen natürlich auch. In der Station Puffer» n i tz auf der Tauernbahn ist der Zug Nr. 765 entgleist. Dabei hat ein Mann die k. k. Direktion nur dadurch von der Verantwortung befreien können, ein Menschenleben auf dem Ge- wissen zu haben, daß er absprang. Der Wagen, auf dem er war, wurde vollständig zertrümmert und der Bedienstete liegt krank danieder. Die Entgleisung geschah dadurch, daß ein Bremsgestänge des Wagens am Boden schleifte und sich bei der Einfahrtsweiche verzwickte. Wo war der Wagenuntersucher? So müssen die Gerichte fragen, die den Schuldigen suchen. Die Antwort ist kurz: Abgezogen, für überflüssig erklärt worden! In der Station Millstättersee. am Fuße einer Bergstrecke mit 27 Prozent Steigung ist — kein Revi-sionsschlosser, der die Wagen untersuchen könnte. In Schwarzas» St. Beit versieht immer einer den Dienst. Dieser muß 24 Stunden hindurch ununterbrochen Dienst machen, auf zwei Geleisen, so daß er überhaupt nicht dazukommt, die Wagen gründ lich untersuchen zu können. So müssen sich natürlich solche Unfälle ereignen. Die k. k. Direktion Villach hat nun endlich bemerkt, daß schließlich die Wagen doch nicht von selber laufen und hat wieder anderthalb Mandln mehr eingestellt. Daß sie nicht allzu bald damit aufhört und daß die Oeffentlichkeit erfährt, wie notwendig in Villach mehr Personal gebraucht wird, sei hier ausdrücklich konstatiert, daß der Unfall sich nicht ereignet hätte, wenn genügend Personal vorhanden gewesen wäre! Drputationövorsproche der BahnerhaltungSarbeiter der Eisenbahn Wien-Aspang und der Lchneebergbahn. Am 80. v. M.; sprachen die Genossen Biribauer, Wächtl und Pr einhöbe r bei ihrem Direktor, Rcgieruugsrat Hcerdegen, vor, um ihm die Sage der BahnerhaltungSarbeiter der E. W. A. und der Schneebergbahn zu schildern und die Wünsche derselben vorzutragen, die darin gipfeln, daß auch diese Arbeiter gleich den Kollegen der anderen österreichischen Bohnen eine Arbeitsordnung, eine Lohnordnung und eine geregelte Lohnvorrückung erhalten. Die Deputationsmitglieder hatten zwar sonderbarerweise eine große Mühe, zu ihrem Direktor zu gelangen, denn es hatte den Anschein, als hätte jemand ein gewichtiges Interesse, die Vorsprache zu verhindern. Nur ihrem klugen und höflichen Auftreten ist es zu danken, daß ihnen der Weg zu ihrem Direktor geebnet wurde. Herr Rcgieruugsrat Heerdegen brachte den Darlegungen der Deputation eingehende Aufmerksamkeit entgegen und erklärte, daß er selber endlich eine Ordnung wünsche, die doch schon im Interesse der Bahnverwaltung liegt. Er versprach, die ganze Angelegenheit dem neugewählten Arbeiterausschuß zuzuweisen und sich nach Erledigung derselben im Verwaltung® rat für die Durchführung der Wünsche eiitzusctzen. Manche Punkte in den Ausführungen der Deputation waren danach angetan, ein besonderes Interesse beim Regierungsrat wachzu-rufen, und er war auch sichtlich bemüht, den Dingen auf den Grund zu kommen. So hat diese DeputationSvorsprache viel leicht den Erfolg, daß die maßgebenden Faktoren in die triste Lage der BahnerhaltungSarbeiter einen besseren Einblick ge Wonnen haben, der die Erfüllung der Wünsche der Arbeiter einigermaßen zu begünstigen scheint. Die Vertrauensmänner haben deshalb beschlossen, die resolutionsgemäß festgesetzte Bahnerhaltungsarbeiterversammlung in Sollenau erst nach der Arbeiterausschutzsitzung, die noch im Monat Mai statt findet, abzuhaltcn, in welcher dann erst die weiteren Beschlüsse gefaßt werden sollen. Obcrbauarbcitrr als Bergnügungsstörer! Das Fachblatt der Bordellwirte, das „Neue Wiener Tagblatt", bringt für seine nach des Winters gräßlicher Plage erholungsbedürftigen Leser folgende beruhigende Mitteilung: AuS Kitzbühel wird »ns berichtet: Gegenüber Gerüchten, daß eine große Anzahl Arbeiter beim Bau des zweiten Geleises auf der Giselavahn eine eventuelle Belästigung der Fremden während der Sommer-saison in sich schließen könnte, mögen folgende authentische amtliche Daten über die Bauarbeiten dienen: Auf den Strecken Fieberbrunn—Kitzbühel und Kitzbühel—Westendorf sind in zwei Paulosen drei-- bis vierhundert Arbeiter beschäftigt. Die Strecke Ficbcrbrunn-Kitzbühel wird vom 1. Juni, an schon auf dem neuen Geleise befahren, Kitzbühel-Westen-dorf wird im Laufe des Juni fertig. Um den Ort Kitzbühel sind alle Brücken, Durchlässebauten n. s. w. der Vollendung nabe, es sind die Rollbahnen zur Aufführung des Unterbaues gelegt und diese größtenteils fertig. Es istzurzeit kaum etwas von den Arbeitern zu spüren und in einem Monat überhaupt wird nicht mehr als der normale Stand an Oberbauarbeitern beschäftigt fein. Ungehemmter und unverschämter hat man wohl noch nie dem Arbeiterhaß die Zügel schießen lassen. Dem dickwanstigen Bürger, den Arbeiterschweiß reich mackt, könnte es in seiner Verdauung und in der Verausgabung des aus Arbeitern heraus-gepreßten Geldes stören, wenn er, da er zur Abwechslung der Ruhe statt in Wien in Kitzbühel weilte, Arbeiter vor sich sehen würde, die, um nicht Hungers zu sterben, für die Bequemlichkeit des hochwohlgebornen Herrn schuften, und die zartbesaiteten Kitzbüheler beeilen sich, zu versichern, daß kein schlecht gekleideter Arbeiter das ästhetische Empfinden der p. t. Sommergäste stören werde. Der Arbeiter, diese leider unentbehliche, aber das schönheitsbedürftige Bürgeraugeverletzende Canaille, hat alles für den Empfang der Genießenden auf den Glanz herzurichten und dann lautlos zu verschwinden. Es darf von ihm, Gott behüte, „nichts zu verspüren" fein, wenn die „Vornehmen" angerückt kommen. Ein Arbeiter, der hier wieder erschreckend deutlich sicht, wie mau ihn im Bürgertum wertet, und der c6 noch weiter mit seiner Menschenwürde vereinbar findet, bürgerlichen Parteien als Stimmvieh zu dienen, der verdient solche Fußtritte, und solchen Leuten seien sie herzhaft gegönnt. Franz Ezoppi gestorben. Wieder hat der Tod einen treuen Freund aus unseren Reihen gerissen. Am 28. Mai verschied Genosse Franz Ezoppi, Oberrevident im Reklamationsbüro der k. k. Nordbahn, im 66. Lebensjahr, Er war eine im II. Bezirk, besonders bei den Eisenbahnern, sehr geschätzte und bekannte Persönlichkeit, und durch sein humanitäres Wirken auch in den bürgerlichen Kreisen beliebt und geachtet. Unserer Partei hat er seit den Neunzigerjahren als Mitglied der politischen Organisation Leopoldstadt angehört. Wir verlieren in ihm einen warmherzigen, unerschrockenen Anhänger unserer Sache, der nie zögerte, wenn cs galt Farbe zu bekennen. Bei seinen Kollegen stand er in größter Hochachtung. Der mutige Kamps, den er — leider in schlechter Gesellschaft — seinerzeit gegen die Korruption der verendenden Privatbahn geführt hat. bleibt ihm unvergessen. Er war ein Mann von lauterstem Charakter, von persönlicher Liebenswürdigkeit und von strengstem Pflichteifer. Diese Eigenschaften, und nicht zuletzt seine aufrechte Gesinnung und sein Freimut, sicherten ihm auch die Wertschätzung der Vorgesetzten. Nach der Verstaatlichung war er Mitglied des Disziplinarausschusses und hat in dieser Funktion seine vielseitige Erfahrung und Menschenkenntnis bewährt. Mancherlei Gram und die Folgen aufreibender Ver» kehrSarbeit — mußte er doch bis zu seinem 56, Jahre Nacht« dienst versehen — hatten schließlich den aufrechten Hünen gebeugt, ein schweres Herzleiden sein Ende beschleunigt. Das Beispiel aber, das er uns gab, wird vorbildlich sein, und es werden sich auch weiterhin solche Männer finden, die, frei von Bedientenmoral und kleinlicher Streberei, den Kampf für die Interessen der Eisenbahner fortführen werden. Die Genoffen des II. Bezirkes werden dem überzeugten Mitkämpfer ein dauerndes Angedenken bewahren. E. S. _ Ein Eisenbahnunglück bei Brünn. Die Nordbahndirektion veröffentlicht folgende Mitteilung: Am 6. Mai 1914 um 9 Uhr 49 Minuten nachts, hat in der Station S o k o l n i tz der auf Geleise 4 eingefahrene Güterzug bei der nördlichen Weiche den auf dem Nachbargeleise mit der Lokomotive bis über die Verkreuzung stehenden Güterzug seitlich so gestreift, daß die zwei ersten Waggons dieses Zuges gegen das Geleise 1 in jenen Moment umgeworfen wurden, als auf dieses Geleise der aus der Gegenrichtung von Prerau kommende Personenzug etnfuhr, wodurch dessen Lokomotive, der Dien st wagen und die zwei nachfolgenden Personenwagen entgleisten und beschädigt wurden. Hie-bei wurden zwei Reisende schwer und vierzehn Fahrgäste leicht verletzt. Die beiden schwer verletzten Reisenden, Frau Millinghausen und Herr Schwarz aus Prag, wurden mit dem bereits um 11 Uhr 9 Minuten von Brünn eingelangten Hilfszug nach Brünn abbefördert und in Brünn der Spitalbehandlung übergeben. Die leicht verletzten Fahrgäste setzten teils ihre Reise fort, teils begaben sie sich in häusliche Pflege. Der Zustand des bei dem Eisenbahnunglück in Sokolnitz schwer verletzten Reisenden Schwarz ist bedenklich. Zum Kapitel Bahnarzt. Die Bahnärzte überschritten schon vielfach bei der alten Nordwestbahn die Grenzen des Erlaubten und der Anständigkeit, was sich aber seit ihrer Anstellung noch mehr steigerte. Dann erst so ein Bahnoberarzt, Sanitätskonsulent oder gar Sanitätsrat. Nun wolle man ermessen, wenn bei diesen Herrschaften in ihrer ärztlichen Behandlung schon ein Oberbeamter oder Beamter eine Null ist, was dann gar ein Bediensteter oder Arbeiter ist. Die Nervosität bei den Herren Eisenbahnärzten steigt — bis bei einigen Ausnahmen — schon ins aschgraue. Ein solcher nervöser Herr ist Dr. Alädar Bekeh. Zu wiederholten Malen laufen Beschwerden ein. Was er sich aber am 3. Mai I. I. gegenüber einem im Dienste ergrauten Diener leistete, ist wirklich unerhört. Durch die Anwesenheit einiger Patienten in der Sonntagsordination sehr nervös geworden, meinte der Bahnoberarzt Dr. Bekeß schon bei seinem Erscheinen: „Heute werden wieder ein paar fliegen." Als das Krankenkaffenmitglied Wimmer ihn dann ersuchte, er habe 14 Tage Husten und bitte ihn um ein Linderungsmittel, herrschte er ihn an: „Seit 14 Tagen Husten, und da kommen Sie heute in meine Ordination, wo Sie gar nicht in meinen Rayon gehören!" Wimmer sagte: „Bitte, Herr Doktor, es ist heute nur eine einzige Ordination, und ich habe heute meinen freien Tag, daher kam ich jetzt, weil ich vom Dienst schwer ab-kommen kann." Gewiß von dem Bediensteten keine unschöne Handlung. Der Menschenfreund Bekeß schrie: „G e h'n ©’ i n's Branntweinhäusel und lassen Sie sich etwas für den Husten geben!" Damit war die „ärztliche" Behandlung zu Ende. Genosse Wimmer ist als fleißiger und pflichttreuer Diener bekannt. Er ist ein braver und guter Familienvater mit erwachsenen Söhnen und Töchtern, ist stets ehrlich und musterhaft und erfährt eine solche Behandlung. Es kann dies nur als höchst bedauerlich benannt werden, wenn ein Arzt, der doch ein Freund, ein Berater, ein Beschützer des Menschen sein soll, sich derartig schwer vergeht. In der Nervosität werden alle Schranken umgerannt, die brave Mutter wird mit ihrem kranken Kind weggestoßen, der Familienvater der sich bis ins späte Alter um die Seinen abmüht, wird schwer gekränkt u. f. w. Da fragt man sich: Können denn sich die Herren Bahnärzte gar keine Grenzen setzen, kein Maßhalten angewöhnen? Müssen denn alles kranke und steche Menschen entgelten? Aus den Amtsblättern. 201. Nr. 808/A. Bestimmungen für die Bertrauensmännerausfchüsse bei der k. k. priv. Südbahngesellschaft (österreichisches Netz). (Arbeiter.) An alle Herren Dienstabtcilungs-, Betriebsinspektorats- und Lokalvorstände der österreichischen Linien der Südbahn samt Nebenlinien. Für die bei Dienststellen der k. k. priv. Südbahngesellschaft (österreichisches Netz) mit großem Arbeiterstand bestehenden Ver-trauensmännerausschüffe werden hiemit die nachstehenden Bestimmungen erlassen: BestimmungenfürdieVertrauenSmänneraus-schüsse bei der 1. k. priv. Südbahn gesell schast (österreichisches Netz). Arr. I. 1. Der bei einer Dienststelle der k. k. priv. Südbahn-gesellschaft (österreichisches Netz) errichtete Vertrauensmänner-ausschuß hat den Zweck, in Angelegenheiten, welche lediglich dieJnteressenderArbeiterdieserDienststelle berühren, Wünsche und Beschwerden dem Lokalvorstand, beziehungsweise durch diesen der Vorgesetzten Direktion zur Kenntnis zu bringen. 2. Die Vertrauensmänner haben über jeweiligen Auftrag des Lokalborstandes die Krankenkontrolle über erkrankte Arbeiter auszuüben und sich über die Würdigkeit und Bedürftigkeit von Unterstützungswerbern zu äußern. 5. Die Vertrauensmänner haben sich zu bestreben^ durch ihr Beispiel aneifernd auf die Arbeiterschaft zu wirken und durch ihren moralischen Einfluß Ausschreitungen oder Pflichtverletzungen derselben nach Tunlichkeit zu verhindern. Art. II. 1. Jeder Vertrauensmännerausschuß besteht aus sechs gewählten Mitgliedern und sechs gewählten Ersatzmännern. 2. Die Wahl erfolgt über Anordnung des Lokalvorstandes und wird geheim mittels von der Direktion ausgegebener Stimmzettel durchgeführt. 8. Wahlberechtigt sind sämtliche in den Stand der betreffenden Dienststelle gehörenden Arbeiter. 4. Wählbar sind diejenigen in den Stand der betreffenden Dienststelle gehörenden Arbeiter, welche das 24. Lebensjahr zurückgelegt haben und mindestens durch ein Jahr ununterbrochen in gesellschaftlichen Diensten stehen. 6. Arbeiterinnen sind weder wahlberechtigt noch wählbar. 6. Das Skrutmium der abgegebenen Stimmzettel wird vom Lokalvorstand in Gegenwart von drei bekannten Ver-trauenspersor’en aus dem Kreise der Arbeiterschaft der betreffenden Dienststelle vorgenommen. 7. Gewählt erscheinen als Mitglieder, beziehungsweise als Ersatzmänner diejenigen wählbaren Arbeiter, auf deren Wahl als Mitglieder, beziehungsweise als Ersatzmänner sich die relativ meisten abgegebenen gültigen Stimmen vereinigt haben. Bei ^Stimmengleichheit entscheidet oas Los. 8. Die Mitglieder des VertrauensmänncrausschusseS wählen aus ihrer Mitte für die Dauer je eines Jahres einen Obmann und einen Obmannstellvertreter. Hiebei entscheidet die relative Mehrheit der abgegebenen Stimmen, bei Stimmengleichheit das Los. 9. Das Ergebnis der Wahl des Vertrauensmänneraus-schuffes sowie der Wahl des Obmannes und Obmannstellvertreters ist vom Lokalvorstand der Vorgesetzten Direktion mitzuteilen und unter der Arbeiterschaft zu verlautbaren. Art. III. 1. Die Funktionsdauer des VertrauenSmännerausschuffes beträgt zwei Jahre; vor Ablauf dieser Frist erlischt die Funktion eines Mitgliedes, beziehungsweise eines Ersatzmannes durch a) Niederlegung des Mandates; b) Versetzung zu einer anderen Dienststelle; c) Anstellung in provisorischer oder definitiver Eigenschaft; d) Ausscheiden aus den gesellschaftlichen Diensten; e) Verurteilung zu einer Arrest- oder Kerkerftrafe; f) Aberkennung des Mandates (Art. IV, 6. und 8. Absatz). 2. Nimmt ein zum Mitglied des Vertrauensmänner aus-schusses Gewählter die Wahl nicht an oder erlischt sein Mandat vor Ablauf der Funktionsdauer, so tritt an feine Stelle jener Ersatzmann, auf welchen sich die relativ meisten abgegebenen Stimmen vereinigt haben. 8. Der Generaldirektor kann den Vertrauensmänneraus-schuß jederzeit auf lösen. Art. IV, 1. Der Vertrauensmännerausschuß tritt jährlich mindestens zweimal zu Sitzungen zusammen. Die Sitzung hat der Obmann im Einvernehmen mit dem Lokalvorstand, dem auch das Material für die Sitzung mindestens zwei Tage vor dem Sitzungstag zu übergeben ist, einzuberusen. Der Vertrauens-männerausschuß ist vom Obmann auch dann zu einer Sitzung einzuberufen, wenn dies der Lokalvorstand verlangt oder wenn wenigstens drei Ausschußmitglieder darum ansuchen. 2. Den Vorsitz in den Ausschußsitzungen führt der Lokalborstand ober ein von ihm bestimmter Stellvertreter; der Schriftführer wird jeweils vom Lokalvorstand bestellt. 8. Der Vertrauensmännerausschuß ist beschlußfähig, wenn mindestens vier Ausschußmitglieder anwesend sind. 4. Der Vorsitzende und etwa vom Vorsitzenden zur Erteilung von Auskünften der Sitzung beigezogene Personen haben kein Stimmrecht, der Schriftführer nur bann, wenn er selbst Ausschubmitglied ist. 6. Die Beschlußfassung erfolgt mit absoluter Stimmenmehrheit. Bei gleicher Stimmenanzahl gilt diejenige Meinung als Beschluß, welcher bet Obmann, beziehungsweise im Fall seiner Abwesenheit ber Obmannstellvertreter mit seiner Stimme beigetreten ist. 6. Die Ausschußmitglieder sind verpflichtet, an den Sitzungen teilzunehmen und können bei wiederholtem uergecht-fertigten Fernbleiben von der Vorgesetzten Direktion ihres Mandates verlustig erklärt werden. 7. Den Ausschutzmitgliedern wird die freie Meinungsäußerung innerhalb der durch bic Gesetze sowie durch die Rücksicht auf die geregelte Verhandlung gezogenen Schranken gewährleistet, und kein Mitglied kann wegen der Abstimmung dienstlich zur Verantwortung gezogen werben. 8. Im Falle ungebührlichen Benehmens eines Mitgliedes in der Sitzung steht dem Vorsitzenden das Recht zu, die Ausschließung des betreffenden Mitgliedes von der Sitzung auszusprechen und im Wiederholungsfall den Mandatsverlust bei der Vorgesetzten Direktion zu Beantragen. 9. Das über die Sitzung aufgenommene Protokoll ist vom Vorsitzenden, dem Obmann des Vertrauensmännerausschusses und dem Schriftführer zu fertigen unb vom Lokalvorstand aufzubewahren. Eine Abschrift bes Protokolls ist ber Vorgesetzten Direktion vorzulegen. Art. V. Die über bic einzelnen Anträge des Vertrauensmänner-ausschusses jeweils getroffene Entscheidung wirb dem Vertrauensmännerausschuß vom Lokalvorstand mündlich bekanntgegeben. Diese Bestimmungen treten mit dem Tag der Verlautbarung dieses Zirkulars in Kraft; mit dem gleichen Tag werden die seitens der Verkehrsdirektion sub Z. 18.889/V/II do dato 24. Oktober 1912, seitens ber Maschinendirektion sub Zahl ad 4922/4 de dato 4. Juli 1911 ynd seitens der Baudirektion sub Z. 5/Prä f./E de dato 13. Juni 1911 erlassenen Bestimmungen über die Wahl und Funktion der Vertrauensmänner-ausschüsse aufgehoben und die auf Grund der eben angeführten Bestimmungen gewählten Vertrauensmännerausschüsse hiemit aufgelöst. Die Neuwahlen sind gemäß Art. II der neuen Bestimmungen sofort durchzuführen. Wien, am 16. April 1914. Der Generaldirektor: SBccbcr m. p. Anmerkung der Redaktion: Nach den näheren Informationen, die wir erhalten haben, sind von den Siations-, Magazins- und int Fahrdienst verwendeten Arbeitern nur in den Stationen mit mehr als 50 Arbeitern Vertrauensmänner zu wählen. Diese Arbeiter in Stationen mit weniger als 50 Arbeitern werden also keinen Vertrauensmännerausschuß zu wählen haben. Achtung, Ortsgruppen- und Zahlfiellenleitungen! Es soll sogleich darangegangen werden, für jede Dienstes» stelle die geeigneten Kandidaten aufzustellen, denn die Stimmzettel werden, wenn sie nicht schon ausgegeben sind, schon in den nächsten Tagen ausgegeben. Korrespondenzen. Dembica. (Sparst) st cm in Galizien.) Die schönsten Blüten treibt bas vorn früheren Eisenbahnminister Wittek erfundene und seither — speziell hier in Galizien — fortkultivierte Sparsystem. Denn wie bekannt, war ja Exzellenz Witte! der Erfinder von Ersparungen, die durch das Vergeben von verschiedenen Reparaturarbeiten :c. an private Kleinmeister angeblich erzielt werben, statt selbe in eigener Regie herzustellen unb zu leisten. Zur Beleuchtung jener Wittekschen Erfindung könnten wir mit einem ganzen Strauß entsprechend hübscher Blüten dienen, aber weil wir dem Platzmangel im „Eisenbahner" Rechnung tragen müssen, begnügen wir uns vorläufig mit dem Anführen der neuesten Blüte in dieser Beziehung, die nebstdem noch das Gute für sich hat, daß sie durch alle auf der Hauptstrecke in Galizien, durch Dembica Reisende — ohne aus bem Zug ausfteigen zu müssen — bewundert werben kann. Seit dem 10. März d. I. 1 Uhr mittags ist hier in Dembica — infolge des erwähnten Sparsystems — keine Heizhausexpositur, da selbe um benannte Zeit total eingeäschert wurde' und nur die übriggebliebenen Mauern traurig gegen den Himmel starren. Für westeuropäische und sogar österreichische Begriffe ist es unfaßbar, daß ein Heizhaus, wo doch Waffer, Pumpen, Schläuche. Feuerlöscheimer 2C. zur Genüge vorhanden sind, bei hellem Tag total nieberbremten kann. Und dennoch ist es so, wie eben die Tatsachen lehren und beweisen. Wer noch zweifelt, der fahre nach Dembica und staune. Denn seit dem 10. März d. I. müssen bic hier stationierten motiven in Pireworsk ausgewaschen, hier aber repariert werden und stehen, statt unter Dach und Fach — unter freiem Himmel. Und das kam so: Die hierortige k. k. Bahnerhaltung»-sektion übergibt feit Jahren ihre Spenglerarbeiten bem hter-artigen jüdischen Kleinmeister Jakob C h a j m zur Ausführung, welcher selbe mit seinen Lehrlingen ausführt. An Benanntem Tage waren zwei Lehrlinge bes Kleinmeisters bei ber Reparatur bes Heizhausbaches beschäftigt unb 'hatten ihren Lot-kolbenwärmeofen bei sich am Dachboden bes Heizhauses, woselbst ber Werkmeister ber hiesigen Heizhausexpositur, Herr Szeruzek, massenhaft Tauben züchtete unb ebensotneic Taubennester aus Stroh waren. Um die Mittagsstunde verließen bie beiden Lehrlinge ihre Arbeitsstätte. Herr Szezurek sperrte bert Dachboden ab, damit ihm kein Taubenpaar abhanden komme und ging ebenfalls nach Hause :c. Mittlerweile entstand am Dachboden die Feuersbrunst. Niemand konnte zum Herb des Feuers gelangen, da der Dachboden abgesperrt war. Nach erfolgtem gewaltsamen Aufbrechen der Dachbodentur konnte trotzdem nicht gelöscht werden — weil die Feuerlöscheimer mittels einer Kette zusam menge-koppelt und mit einem Vorhängeschloß versperrt waren. Die Blecheimer der Lokomotiven waren wieder — aus Sparsamkeitsrücksichten — voller Löcher und unbrauchbar. Die Feuerlöschpumpe konnte ebenfalls gar nichts leisten, weil deren Schlauch ebenfalls voller Löcher war. Der Schlauch war solange gut, als die Feuerlöschpuwpe zum Begießen des Gemüsegartens des Herrn Szezurek benötigt wurde. Das war aber im März dieses Jahres noch nicht nötig. Tauben durften auch seitens des Bahnpersonals — aus Grund eines Erlasses der k. k. Staatsbahndirektion Krakau vom Jahre 1898 — in Bahngebäuden nicht gezüchtet werden, aber für den eine besondere Protektion habenben Herrn Szezurek galt jene Bestimmung nicht. Das Fazit von allebem ist bas eingangs erwähnte Resultat, welches viele Tausende von Kronen aus bem k. k. Staatsbahnsäckel kostet und noch kosten wird. Wenn wir den Umstand berücksichtigen, daß Herr Szezurek nach dem — unter seiner werten Mithilfe als Lokomotivführer des Personenzuges Nr. 17 am 30. April 1895 — in der Station Bochiüa erfolgten Karambol die Befähigung zum Werkmeister erbrachte und hieraus Werkmeister wurde, so sind wir nun, da doch der Schaden vom 10. März d. I. weit größer ist, fest hievon überzeugt, daß — ungeachtet der aus diesem Anlaß erfolgenden Beförderungen der betreffenden Sparshstemsorgane der k. k. Staatsbahndirektion Krakau — Herr Szezurek in Bälde zum Adjunkten ernannt werden wird. Das ist unsere Ucberzeugung, von der wir uns nicht abbringen lassen. DrSsmg. Es ist unglaublich, welchen Sekkaturen das Personal in Drösing, vom Beamten angefangen bis zum letzten Arbeiter, von seiten des Herrn Stationsvorstandes Gustav Lettner ausgesetzt sind. Wir fühlen uns daher gezwungen, eine kleine Auslese ber Ocffentlichkeit preiszugeben. Dem Herrn Stationsvorstand wurde schon wiederholt ins Gesicht gesagt, baß in Drösing unter seinem Regime mit zweierlei Maß gemessen wirb. Darüber wirb ber über alles so erhabene Herr furchtbar böse, denn er glaubt sich frei aller Parteilichkeit. Tatsachen sollen es beweisen: Die Offiziantin Fräulein Kutschers hatte eine kranke Mutter, welche auch mittlerweile gestorben ist. Der Herr Stationsvorstand gab ihr ben Rat, sie soll sich ganz einfach marod melden, um ihre Mutter pflegen zu können. Das Fräulein meldete sich auch tatsächlich auf den Rat des Herrn Vorstandes marod und blieb bis über den Todestag ihrer Mutter krank. Während ihrer Krankheit (?) kam sie zum Herrn Stationsvorstand um Urlaub bitten, weil sie nach Wien fahren wollte. Der Hecc Stationsvorstand erklärte ihr, daß er ihr keinen Urlaub bewilligen kann. Das Fräulein soll, wenn sie wegfahren will, in die hinteren Waggons einsteigen, er will davon nichtswissen. Kürzlich meldete sich der Verschieber Franz Duchk 0-witsch marod. Als sich Duchkowitsch nach einigen Tagen besser fühlte und sich des anderen Tages tatsächlich gesund meldete und auch Dienst machte, wollte er ben letzten Tag noch für sich ausnützen. Der Verschieber strich das Haus, in welchem er wohnte, an. Dazu kam gerade der Herr Bahnarzt Doktor Sommer und zeigte ihn beim Herrn Statiansvorstand an. Es wurde mit dem Verschieber ein Protokoll ausgenommen und gleich das erstemal mit 5 Kronen bestraft. Wir könnten noch mit einer solchen Krankheitsgeschichte dienen, führen aber diesmal der Kürze halber bloß den Namen Duschet an. Wenn der Herr Vorstand seinem Vergnügen im Wirtshaus Genüge getan, so wird dann „Nachtkontrolle" abgehalten. Besonders die Verschieber, insbesondere aber die Duchkowitschpartie, haben nichts zu lachen. Die Nachtdienstzulage wird den Verschiebern tierwegiert, weil angeblich keine definitiven Verschieber normiert sind Aber desto mehr Strafen werden ausgeteilt, wenn einer oder der andere schlafend angetroffen wird. Trotzdem der Herr Vorstand den Verschiebern seinerzeit erklärte, weil sie keine Nachdienstzulage bekommen, können sie, wenn es ber Dienst zuläßt. abwechselnd schlafen, es braucht nur bie Zugswache beim Zug fein. Es traf sich zufällig, baß Franz Duchkowitsch für den Nachtwächter Dienst machen mutzte. Weil blotz nur ein Verschieber in der Nacht beim Zug anwesend war, als der Herr Stationsvorstand Nachtkontrolle hielt, strafte er auch den Duchkowitsch, weil er nicht beim Zug mit den Signalmitteln ausgerüstet stand. Der Verschieber Duchkowitsch gab das Strafausmaß dem Herrn Stationsvorstand mit dem Bemerken zurück, datz er in dieser Nacht nicht Verschieber-, sondern Nachtwächterdien st versah. Mit haßerfülltem Herzen sah der Herr Vorstand diese Ungerechtigkeit ein und nahm die Strafe wieder zurück. Auch die Bahnwärter, welche der Bahnerhaltungssektion angehören und dem Herrn Stationsvorstand schon wirklich gar nichts artgehen, werben kontrolliert unb angezeigt. So gab er ben Blocksignalbienern burch ben Verschubausschern bekannt, baß ein Monat hinburch bic Streckenbegeher auszuspionieren stnb, ob sie bie Zugsaviso aus den Blockhütten abholen; das Resultat ist täglich auf einem Blatt Papier zu vermerken. Den Streckenbegehern darf aber davon keine Mitteilung gemacht werden, sonst werden die Blocksignaldiener für den Verrat des Geheimnisses exemplarisch bestraft. Die Streckenbegeher erfuhren aber doch davon. Nach Ablauf des Monats wurden die Streckenbegeher angezeigt. Man wird fragen, Warum geschieht dies alles? Ganz einfach, der Sohn des Herrn Stationsvorstandes besucht bas Gymnasium in Lunbenbnrg unb wirb beim Herrn Streckenvorstand in Lunbenbnrg verköstigt. Dort lausen auch bic Anzeigen über bas Streckenpersonal ein. So schaut bic Gerechtigkeit bes Herrn Statior.svorstanbcs Gustav Seifner bei Sicht betrachtet aus. Aber wir sind noch lange nicht fertig. Ein interessanter Fall spielte sich erst kürzlich folgendermaßen ab: Die in Ringelsdarf wohnhaften Eisenbahner wurden seitens des gestrengen Herrn Stationsvorstandes, weil sie zirka 100 Schritte den Bahnhofsplatz passierten, mit groben Worten auf das Verbot des Betretens der Geleiseanlagen verwiesen. „Warum wird den eigenen Bediensteten verboten, was Privatpersonen, hauptsächlich Organen der Petroleumraffinerie, in erster Sinic dem Herrn Direktor mit Frau Gemahlin, erlaubt wird?" Warum dieser Herr samt Frau das tun darf, pfeifen die Spatzen auf den Dächern, ebenso ist es kein Geheimnis, warum der Firma Sonnen mark zu privaten Gesprächen mit Jedenspeigen und Dürnkrut das Staatstelephon zur Verfügung gestellt wirb. Wir sind der Ansicht, daß der Herr Vorstand mit gutem Beispiel aus die Untergebenen einwirken soll, sonst müßte das Sprichwort: „Wie der Herr, so der Knecht" berechtigte Anwendung finden. Seit fünf Jahren, wo Herr ÜiÜr i» CiT •a^5 Stationspascha in Drösing regiert hat sick so »Br v , ,aI angesammclt, daß wir Bücher schreiben könnten. oM* Fnll8- Wir erwarten eine streng unparteiische und npfpfa* Behandlung aller Bediensteten, wie eS sich für einen Vor-v * ?ifn geziemt, sonst müßten wir mit Sachen kommen, welche nia Herrn Stationsvorstand bei seiner Vorgesetzten Direktion 6efii§rttCtoirbnberen erscheinen liehen, als er dort in Evidenz nntr ®8ra. (K. f. Staatsbahn.) Wir warnen die Gefilmt i c Mitglieder des Lebensmittelmagazins und Kon-mJm SV desselben sind, den Verleumdungen des Herrn Werk-m „ Dormch gegen das Vorstandsmitglied des Lebensmittel-Hn» ä!n§ ©eiioffen Wenzel S u ck zu glaube». Gerüchte, die n D o r n i ch verbreitet werden, sind falsch und e r-m 8 e„n und sind nur darum in Umlauf gesetzt worden, um den noi,en L-uck aus dem Vorstand des Lebensmittelmagazins ?.""uszudrängen. Dornich hat bei der Sitzung am 18. März r*!rV3U 6er er eingeladen war, um Beweise zu seinen An-?^ungen zu erbringen, dieselben nicht gebracht, da er sich «rtL "Hörensagen" berufen hat, und die betreffenden Mitterer, von denen Dornich gehört haben soll, gegen Genossen „U(t mchts borzubringen haben. Nun, daDornich bei der nnR-aTm^n Sitzung abgeblitzt ist, will der feine Herr gegen Ge-s? 'e?.!r .UljE unbedingt den Sieg davontragen und bedient sich h“ schäbigsten Mittel, und zwar soll Dornich ein Schreiben l1'0ßt haben, um Unterschriften zu sammeln. Einen schäbi-jr£en Weg hat Dornich nicht wählen können, um einen Arbeits-tov-e5ett ’n seiner Ehre und Ansehen als Vorstandsmitglied zu IsaotgetL Die Generalversammlung hätte das Recht gehabt, genossen Suck aus dem Vorstand zu entfernen, aber Dornich mrt Unterschriftensammeln mrmals. Wir Mitglieder werden oafur sorgen, daß dem Genossen Suck von feiten des Dornich «tn Haar gekrümmt wird. Die Interessen des LeBensrnittel-"lagazms und der Konsumenten müssen aber gewahrt fein, Ordnung mutz herrschen; sonst hat aber das Vorstandsmitglied en°Mc Suck nichts verbrochen, um ihn hinauSekeln zu müssen. Herr Dornich, wir fordern Sie auf, daß Sie die Gehässigkeiten gegen das Vorstandsmitglied Genossen Suck ein-HcUcrt, ansonsten sind wir gezwungen, andere Wege zu verfolgen, um die Ehre des Genossen wieder herzustellen. Ortsgruppe Görz II des Allgemeinen Rechtschutz-und Gewerkschaftsvereines für Oesterreich. . . ©örz. (K. k. S t a a t s b a h n.) Von dort wird uns gelehrt eBen: Am 7. Februar d. I. hat der Blockwächter Campa »nt Hilfe einiger Personen eine Bahnwagenfahrt unternommen, ohne hievon das Berkehrsbüro in Görz zu verständen. Von dieser unerlaubten Bahnwagenfahrt hatte der Haltestellewächter Reisp seiner Vorgesetzten Dienstesstelle die pflichtgemäße Meldung erstattet und sich dadurch den Haß des Blockwächters Campa und seiner Helfer zugezogen. Die Pächter Campa und Pirnat bemühten sich nun, den R e t f p dienstlich zu schädigen, indem sie demselben Vertriebene dienstliche Nachlässigkeiten andichteten und bei seinen Vorgesetzten denunzierten. Um so mehr drängen diese beiden edlen Seelen auf die Entfernung des Haltestellewächters Reisp, da dieser Nachweisen kann, daß sich Campa bei Bedienung des Stellwerks von einem 14jährigen Knaben namens Peter S$ l a u c t c aus St. Peter bei Görz vertreten läßt, ja sogar diesen in der Handhabung der Stellwerksvorrichtung unterrichtet und denselben beauftragt hat, daß er in seiner Abwesenheit den Hebel umstellen soll, wenn von der Station Volejadraga „Frei" gegeben werde. Der Knabe Klaucik wurde bereits in dieser Angelegenheit vom Herrn Staatsbahnrat Ritter v. Henriquez protokollarisch cinvcrnommen. Doch Bei dieser Einvernahme wo der Bahnmeister 5H a fi als Dolmetsch für die Aussagen des Knaben Klaucic fungierte, dürften sich wohl einige Jrrtümer lieberfetzung eingeschlichen haBen, denn der Knabe wurde als „Lügner" und der Anzeiger als „Verleumder" betrachtet. Und doch soll die Anzeige eine bestätigte Tatsache sein und kann im Bedarfsmfall von mehreren Zeugen vor Gericht bestätigt werden. Es ist mehr wie wahrscheinlick, daß sich Campa und Konsorten die Gunst des Bahnmeisters gesichert und erworben haben. Auch dafür könnte der Beweis erbracht werden. Nachdem hier eine grobe Vernachlässigung des Blockwächters Campa vorliegt und die wahrheitsgetreuen Ucberfetzimgen des Bahnmeisters Vlah stark angezweiselt werden so dürfte eS im Interesse der.Oeffentlichkeit liegen, wenn dieser Angelegenheit nochmals gründlich nachgeforscht würde, um hier vollständige Klarheit zu schaffen. Soweit wir .Herrn V. Henriquez kennen, so dürfen wir ganz bestimmt darauf rechnen, daß er dieser Sache gewissenhaft nachforfchen und die -schuldigen zur Verantwortung ziehen wird; mögen diese dann auf dieser oder jener Seite zu finden sein. Graz-Südbahn. (Heizhaus.) Die Kohlenarbeiter im Heizhaus der Südbahn sind einem Aufseher unterstellt, der infolge feiner Krankheit (Lungenentzündung) sehr verstimmt und verdrossen ist. Wir bedauern derart kranke Leute, doch sind die unterstellten Arbeiter weder verpflichtet noch gewillt, unter der fortwährenden Verdrossenheit und deprimierenden Stimmung schwerkranken Menschen zu leiden. Man sollte doch mehr Rücksicht auf diesen leidenden Menschen nehmen und ihm einen -tienst zuweisen, wo er so ziemlich für sich wäre und die Kohlenarbeiter nicht Weiler durch seine gedrückte Stimmung quälen konnte. Jfilaii. (Heizhaus.) Von seiten des Maschinenmeisters und einiger Ingenieure wird bei der Einteilung und Kommandierung der Taglohnheizer offensichtlich Protektions-Wirtschaft getrieben. Absichtlich werden viele frisch eingetretene und bedeutend jüngere den alten Taglohnheizern vorgezogen und als Heizer eingefeilt und die älteren müssen als Koblen-iader Bet der Kohlenpartie Weiterarbeiten. Wir ersuchen deshalb die Heizhausleitung in Jglau, sich etwas mehr um die istnteüimg der Heizer nach Rang und Dienstjahre zu kümmern, um dieser nationalen Protektionswirtschaft einen Riegel vorzuschieben. Wenn hier nicht Remedur geschaffen wird, dann müßte allerdings mit Beweismaterial an die k. f. Direktion herangetreten werden, was gewiß einigen Herren Vorgesetzten nicht angenehm sein dürfte. • t Alau. (Todesfall.) Am 28. Jänner fand unter zahlreicher Beteiligung des Personals und der Bevölkerung das Begräbnis des Genossen Johann Pokorny, Oberbauarbeiter der ;• * Staatsbahn, statt. Genosse Pokorny war eines der ältesten Mitglieder der Ortsgruppe und diente der k. k. Staatsbahn ununterbrochen mehr als 26 Jahre. Unangenehm berührte es alle, daß die k. k. Sektionsleitung den Oberbauarbeitern nicht einmal zwei Stunden freie Zeit gewährte, um den alten Kollegen, der bereits ein Menschenalter unter und mit ihnen gemeinsam ar&citete, zur letzten Ruhestätte zu Begleiten. Die trauernd HiuierBItcBeneit sprechen auf diesem Wege allen jenen, die sich mn Leichenbegängnis beteiligten oder sich durch Bestellung Von Trägern, Fackeln und Kränzen hilfreich annahmen, sowie für die sofortige Auszahlung der HintcrBIiebciiemmtcrstübung den herzlichsten Dank aus. Allgemein Befremdend wirkte es auf sämtliche Bahnbedienstete in Jglau und Umgebung/ daß die k. k. StaatsBahn-Verwaltung, oBzwar Johann Pokorny Bereits am 14. April 1913 durch volle 25 Jahre ohne UnterBrcchung im Dienste der f. k. StaatsBahnen gestanden hatte. Bis heute ihm die gebührende Arbeitsprämie von 200 Kr. vorenthalten hat. Ter alte CBcrBauarBciicr arbeitete bis zwei Tage vor feinem Tod, da er stets hoffte, daß er noch den Tag feiner Sßrämiicnma erleben werde. Diese Freude war leider dem alten Arbeiter nicht mehr vergönnt. Vielleicht tragen diese Zeilen d-rzu bei, um den Hinter-bliebenen die ArBeitZprämie von 200 Kr. zu sichern, da sic diese gewiß sehr notwendig Brauchen könnten. Innsbruck. (R i ch t i g st e l l u n g.) Wir haBen in Nummer 12 vom 20. April d. I. über einen verhüteten Unfall in der Station Franzensfeste berichtet. Wie uns mitgeteilt wird, soll sich die Sache doch anders zugetragen haben und keineswegs gefährlich gewesen fein. Wir nehmen daher keinen Anstand, die Korrespondenz als unrichtig zurückzuziehen und entfallen daher alle daraus gezogenen Schlußfolgerungen. Jnzersdorf. (LokalBahn.) Die Bediensteten der Lokalbahn ersuchen den Herrn Werkmeister Müller der elektrischen Werkstätte in Jnzersdorf, sich mehr um seine eigene Werkstätte zu interessieren. Die ärztlichen Gutachten und Untersuchungen soll er getrost dem zuständigen Bahnarzt überlasse», denn man kann wohl sonst ein tüchtiger Werkmeister sein, doch für einen Allwissenden darf man sich niemals halten. Stauben. Ende April laufenden Jahres wurde der Vorstand der hiesigen BetrieBsleitung, Herr StaatSBahnrat Reiner nach kaum einjähriger Amtsführung in gleicher Eigenschaft nach Trient versetzt. Die OberbauarBeiter der hiesigen Strecke lernten in Herrn Reiner einen ernsten und gerechten Vorgesetzten kennen, welcher sich gelegentlich der Strecken-Bereifungen des öfteren durch Prüfen und Belehren üBerzeugtc und BestreBt war, denselben jenes Wissen beizubringen, welches im Interesse des Dienstes und der persönlichen Sicherheit der Bediensteten notwendig ist. Daß dieses Frage- und Antwort-spiel öfters auch große Heiterkeit auslöste, zumal die Antworten manchmal nicht entsprachen — ist erklärlich — da dieser Sache früher weniger Beachtung geschenkt wurde. Doch sofort setzte sein Ernst wieder ein, und dtc für alle leichtsahliche Erklärung und Erläuterung nahm wieder ihren Fortgang. Wir Beglückwünschen die Bediensteten und ArBeiter der f. f. Betriebsleitung in Trient zu diesem humanen und gerechten Vorgesetzten. Wir aber werden feiner stets mit Hochachtung gedenken. Die organisierte Arbeiterschaft der Betriebsleitung Kaaoen. Luzna-Lifchan. (Bufchtiehrader Eisenbahn.) Dem hiesigen Heizhaus wurde im November vorigen Jahres der Lokomotivführeranwärter Rudolf üBielek zugeteilt. Dieses Individuum schädigt den Lokomotivführerstand derart, daß sobald als möglich Mittel er-driffen werden müssen, um ihm dieses Tun und Treiben sofort einzustellen. Die Kollegen von Bubna und Smichov werden diesen Menschen genau kennen gelernt und auch seine Übersetzung nach LuZna mit Freuden ausgenommen haben. Auch werden die Kollegen wissen, daß sich B. stets in Geldverlegenheit befindet. Nicht genug damit, daß B. seine Kollegen wiederholt um einen Vorschuß Belästigt, erlaubt sich dieser Mensch auch, versperrte Wohnungen, ibo der Schlüssel an der Tür steckt, selbst aufzusperren, den schlafenden Mann zu wecken und Geld zu verlangen. So ist zum Beispiel B. am 26. April 1914 nach Lischan gegangen, um Karten zu spielen. Leider fehlte ihm das nötige Kleingeld dazu. Aber ein altes Sprichwort sagt: „Der Mensch kann dumm sein wie er will, wenn er sich nur zu helfen weiß." So auch B. Er kam zum Wirt und verlangte um 10 Kr. Kleingeld. Das große gab er ihm aber nicht, weil er eben keines hatte. Nun wurde lustig gespielt, und als alles verloren und obendrein noch ein Heizer um 4 Kr. betrogen war. Beging B. die Frechheit und entnahm der Kartengeld-Büchse Kr. 1'40. Selbstverständlich Behauptet SB., sich diese Kr. 1'40 Bloß „geborgt" zu haben. Hat B. das Recht, ohne Einwilligung des Wirtes, sich Kartengeld anzueignen? Gewiß nicht. Wie charakterlos B. ist. beweist er damit, daß er auf diesbezüglich gemachte Vorwürfe, er bereite damit dem gesamten Lokomotivführerstand. nur Schande, mit einem höhnischen Lächeln antwortet. Wir erwarten, daß B. den dem Wirt und dem Heizer zugefügten Schaden sofort gutmacht, widrigenfalls wir ihn auf eine andere Art und Weise dazu veranlassen müßten. Ferner ersuchen wir eine löbliche Generaldirektion, diesbezüglich Erhebungen zu pflegen und B i e l e k zur Verantwortung zu ziehen, nachdem alle Ermahnungen seitens seiner Kollegen erfolglos geblieben sind. Mührisch-Schiinberg. (An die Adresse des Herrn Inspektors Strasse r.) Die Bediensteten der Station Mährisch-Schonberg stellen an den BahnbetriebSamtSvarstand Herrn Inspektor Strasser das dringende Ersuchen, sich Bessere Umgangsformen im Verkehr mit den ihm untergeordneten Bediensteten und ArBeitern anzugewöhnen. Die Art und Weise, wie er gegenwärtig mit dem Personal verhandelt, wirkt nur störend auf die Ausübung des Dienstes und macht die Leute nervös und mißmutig. Das Personal hat nicht nur Pflichten, sondern auch das Recht, eine anständige Behandlung im Sinne des § 20 der Dienstordnung zu Beanspruchen. Sollte jedoch der Herr Inspektor sein Verhalten als eine Folge seiner krankhaften Nervosität hinstellen, dann empfehlen wir demselBen dringend einen längeren Aufenthalt in einer Nervenheilanstalt, um dort vollständige Heilung zu suchen. Ebenso machen wir die Herren Adjunkten Simon und Mildner auf den ob-zttierten Paragraphen der Dienstordnung aufmerksam. Pragerhof. Als der Stationschef Herr Schneider von Pragevhof versetzt wurde, gab man sich der Hoffnung hin, daß mit dem neuen Stationschef auch neue Bessere Verhältnisse Platz greifen würden. Doch weit gefehlt. Das Sprichwort, daß selten etwas Besseres nachkommt, bewährt sich auch hier glänzend. Der Herr Stationschef Grat glaubt wahrscheinlich, nachdem er sich hier auf dem Lande befindet, es mit lauter Bauern und Rindvieh zu tun zu haBen. So schrie er nach einer in der Restauration verbrachten Nacht einem Lokomotivführer, welcher nach Ansicht des Herrn Grat zu langsam verschob, folgendes zu: „No Brauchen S' a paar Ochsen?" Wollte Herr Grat damit seine Bildung zeigen oder waren es die Nachwehen des in der Nacht genossenen Alkohols? Wenn es Herrn Grat Beim Verschub zu langsam geht, so kann er cs ja versuchen und mit ein paar Ochsen Vorspanndienst leisten. Die Herren Beamten in Pragerhof machen sich den Dienst manchmal sehr leicht, denn wenn der diensthabende Beamte seinem Privatvergnügen huldigt und, statt den Zug abzusertigen, photographische Aufnahmen macht, wie dies am 6. April bei Zug Nr. 961 um 4 Uhr nachmittags der Fall war. so ist dies gewiß leichtsinnig gehandelt. Derartige Dienstesverletzungen und Schlampereien sind selbst unter dem Regime des gewesenen StationSchess Schneider nicht vorgekommen. In der Regel werden die Güterzüge, der Behandlung nach zu schließen, überhaupt nicht zu den Zügen gezählt, denn eine direkte Abfertigung d e r s e l b e n ' e r f o l g t sehr selten. Nun ist im Ergänzungsheft, «eite 35 und 356, das Abfertiger der Züge ausdrücklich behandelt, sowie in der Verkehrsvorschrist für Lokornotivführc, Seite 8, Atikel 14. Punkt 3, folgendes enthalten : „Vor der Abfahrt aus der Ausgangsstation sowie Bei jedem Wechsel der ZugSmannschaft müssen sich die Zugs-expedienten die Gewißheit verschaffen, daß die Uhren der Zugs-und Lokomotivführer die richtige Zeit angeben, nötigenfalls das Richten der Uhren anordnen. DerselBe Vorgang ist in der ersten Station, in der ein Zug nach dem Uhrenzeichen anhält,' zu Beachten." Diese Vorschriften dürsten einigen dieser Herren noch unbekannt sein oder für dieselBen keine Gültigkeit haben. Im ersteren Falle müßten die Herren darüBer Belehrt werden und dann erst zur Ausübung des VerkehrSdienstes zugelassen werden; im anderen Falle aber wäre cs am Platze, dem Personal ein Verzeichnis über diejenigen Herren auszufolgen, für welche diese Vorschriften keine Gültigkeit haben. Auch die Belastung der Züge scheint diesen Herren unbekannt zu sein, denn es werden 60 bis 100 Tonnen Ueberlast angehängt. Erhebt der Lokomotivführer dagegen Einsprache, so wird dies als Sekkatur Bezeichnet. Verspätungen, welche in Pragerhof Bei den Zügen entstehen, haben ihre Ursache zum Teil in folgendem : Es gibt mehrere versperrte Wechsel, deren Schlüssel der diensthabende Beamte in Verwahrung hat. Wird so ein Schlüssel beim Verschub benötigt, so geht ein Kuppler in die Platz inspektion. um denselben zu holen. Der Beamte ist nicht dort, sondern in der Restauration, wo sich immer mehrere dienstfreie Beamte Befinden, die bi’ nach Mitternacht oder gar Bis zum Morgen dort zechen und, oBwohl deutsch gesinnt, vor dem Verlassen der Restauration unter dem Drucke des genossenen Alkohols slowenisch zu singen ansangen. Da vertreibt sich der diensthabende Beamte so manche Stunde, und der Kuppler, der um den Schlüssel kommt und die Herren stört, muß sich gar manche harte Worte gefallen lassen. Die Verspätung wird dann ä conto „Verschub" geschrieben und ist damit gerechtfertigt. Auch die Herren, die aBwechselnd die Nachtrevision z» Besorgen haBen, machen dieselbe lieber in der Restauration und übersehen dabei die großen Fehler ihrer Kollegen. Einen Fall, der auch deutlich zeigt, wie wenig Aufmerksamkeit dem Dienste enfgegengebracht wird, trug sich am 7. April bei Zug Nr. 807 zu. Dem Zug wurde eine Vorspannlokomotive Bci-gegeben und stand derselbe vor der Platzinspektion zur Abfahrt bereit. Als der Zugsführer das Abfahrtssignal mit dem Horn gab, setzte der Vorspannsührer seine Lokomotive in Gang und fuhr fort. Als er bereits die Länge der Halle zurückgelegt hatte, merkte er erst, daß er, ohne den Zug mitzuziehen, ge fahren sei. Der^Lokomotivführer Franz Nowak brachte seine Maschine zum Stillstand und fuhr zum Gaudium der in der Nähe stehenden Bediensteten noch einmal auf feinen Zug, wo derselbe iaitn wirklich angekuppelt wurde. Dadurch erlitt der Zug eine unnötige Verspätung. Diese und ähnliche Fälle ereignen sich in Pragerhof unzähligemal, aber es wird alles vertuscht. Da das Personal bereits zirkularisch aufgefordett wurde, diverse IlngcBührlidjkciten sowie Dienstesvergehen zur Anzeige zu bringen, widrigenfalls die Betreffenden, die solches verschweigen, bei ihrer Eruierung Strafen zu gewärtigen haben, so antworten die Bediensteten, daß das ganze Anzeigen Überhaupt nichts nützt, denn die Anzeigen von Bediensteten werden gewöhnlich in den Papierkorb geworfen und der Vorfall ist damit erledigt. Dringt die Anzeige eines Bediensteten doch einmal durch, so wird der Fall von dein zur Erhebung gesandten Herrn so harmlos als möglich geschildert, denn einem guten Kollegen oder gar einem Duzfreund darf ja nicht wehe getan werden, und der Verfasser der Anzeige wird zum Schluß noch bestraft. Nut wenn ein Beamter über einen Bedienstete» eilte Anzeige erstattet, und ist das Vergehen noch so gering, so wird derselbe exemplarisch bestraft. Wir werden nicht ermangeln, diese grenzenlosen Lauheiten im Dienste so lange der Oeffentlichkeit zu übergeben, bis in Pragerhof gründlich Remedur geschaffen wenden wird. Ried im JnnkreiS. (Schwere D i e n st sorg e n.) Die k. k. Bahnerhaltungssektwn Rico int Jnnkreis befindet sick, gegenwärtig in schwerer Sorge: Der Gruß der Wächter substituten und Oberbauarbeiter entspricht nicht mehr de mmilitärischenDien st regle ment! Man kraut sich in den Haaren oder stützt die glänzende Glatze und fragt sich besorgt, wo denn das hinsteuert, wenn sich unter den £)BcrBauarBcitem Bereits jener demokratische Zustand ein* bürgert, ihre militärische Disziplin vollständig hintanzufetzen und nicht mehr in Habtachtbaltung den Respekt zu zeigen, der der Obrigkeit unter alle» Umständen in militärischer Vorschrift gebührt? So kann das nicht weitergehen. Noch einmal will es die k. k. Bahnerhaltungssektion mittels folgenden Auftrages in Güte versuchen: An Herrn Bahnmeister N. N.! ES wurde wiederholt bemerkt, daß Bedienstete, namentlich Wächiersubstitnten und Oberbauarbeiter, welche Uniform tragen, sich über den militärischen Gruß nicht ganz im klare» sind. Wolle» Sic dahin wirken, daß das Personal in etwas disziplinierter Weise grüßt, nicht die Hand in der Tasche oder die Pfeife im Mund k. Gleichzeitig wird aufmerksam gemacht, daß sich die Montur (Uniformstücfcl in tadellosem Zustand zu befinden habe. Inspektor: Wisiak Wenn dieser Auftrag aber nichts fruchtet, wenn sich die Oberbauarbeiter infolge ihrer Arbeit und niederen Bezahlung einer militärischen Disziplin nicht mehr erinnern — was dann? Vielleicht versucht es die k. k. Staatsbahnverwaltung, auch die Posten der OBerBauarBciter an ausgetretene Unteroffiziere zu vergeben — dann geht's sicher! Bonbon bei Eger. (Der Lugenschüppel des Reichsbundes.) Am 1. Februar d. I. hatten unsere Reichs-bündler in Saubau bei Freibier eine Versammlung. Nachmittags zwischen 5 und 6 Uhr fiel einer dieser Herren total besoffen unter den Tisch; die anderen stärkten sich Bei einem neuen Faß, welches sie von anwesenden Gästen erbettelt hatten. Es war wirklich lustig, da bei solchen Gelegenheiten auch die Frauen nicht fehlten. So kam cs, daß es gegen Uhr abends einen; hübschen Krieg gab, der sich im Lokal entspann und auf der Strafte mit dem Hinauswurf einiger Kameraden endete. Darüber brachte unser BruderBlatt, die „Wahrheit", in Asch einen Artikel. Wutentbrannt schrie der „Deutsche Eisenbahner" in seiner letzten Folge, daß alles erlogen sei, doch sind bis heute noch die Fenster und Biergläser, welche dabei zerschlagen tour den, nicht bezahlt. Und nun wollen wir diesen .Herren auch einiges sagen, wie dieser Artikel zusammenkam. Am 2. Februar kam ein Herr des Ascher Blattes nach Sandau, kehrte in K ii tz' Restauration ein, um ein Frühstück einzunehmen, wobei die Geschichte im Lokal durchbesprochen wurde und ein Reichsbundmitglied recht froh war, daß er selbe? in einem Blatt, der Wahrheit gemäß, veröffentlichen konnte. Hätten damals die Kameraden Maulsperre gehabt, wie ihr eigenes Blatt, so wäre diese Rauferei nicht in die Oeffentlichkeit gedrungen. Nur die Schimpfwörter „Sch m a lzb rü de r l, Verleumder, Denunziant", welche einer dem anderen an den Kopf warf, wurden nicht mitemBczogen, Nun schreibt der „Deutsche Eisenbahner", daß die Sozi am Sterbebett liegen. Darauf können wir nur antworten: Solche Mitglieder können wir nicht gebrauchen, gibt es doch so viele hübsche Geschichten, daß einer dem anderen nicht weiter traut, als er ihn gerade sehen kann und obige Schimpfwörter Bei den meisten dieser deutschen Helden mit Recht angebracht waren. Die Herren können sich nur so lange üher Wasser halten, Bis ihr Protektor einmal von Sandau geht. Auch zitieren diese Herren einen Ausspruch eines Passagiers, der mit dem Zug Nr. 13 an diesem Tag der Rauferei Sandau verließ. Nur mit einem anderen Wortlaut, welcher folgend lautet: „Ja, heute ist der Erste, da gibt'S Geld, da saufen'S und raufen’s und morgen sind es dann wieder die Besten Freunde. Das reine Stroatcnzeug." Der Artikelschrciber muß cS falsch verstanden haben, sonst hätte er uns nicht „Kroatcngesellsck)ast" geheißen. Unsere Genosse» waren nicht bei dieser Keilerei dabei, darum geben wir den Reichsbündlem die zutreffende Bezeichnung in ihrer ursprünglichen Form zurück. Wollen die Herren Zeugen für den Ausspruch dieses Passagiers haben, so keimen wir auch damit aufwarten. Also, Vorsicht ihr deutschen Recken, denn wir könnten hübsche Geschichten er* 'Wen, welche und eure eigenen Mitglieder zu Ohren trugen und um deren Veröffentlichung gebeten haben. Skalitz-BoSkowitz. Vor Jahren wurde der Dienst der Lokal-: ahn aufgelassen und in den Bterieb der k. k. St. E. G. über- ii 'Et. Mit der Uebergabe des Betriebes wurden auch die Wartesäle und Kanzlciräume aufgelassen. Aus den vorhandenen Räumlichkeiten wurden Kasernen für das Lokomotiv- und Zugspersonal der St. E. G.. aus der Dienstkanzlei wurde ein Tran-sitozimmer und die Naturalwohnung wurde an einen Hilfs-schreiber der St. E. G. vermietet. Somit waren sämtliche vorhandenen Räume an das Personal der St. E. G. abgegeben, das übriggebliebcnc Personal der Lokalbahn blieb unberücksichtigt. Infolgedessen mutz das eigene Personal für teures Geld in Privatwohnungen wohnen und für den täglich weiten Weg noch 39 Kr. auf das Quartiergeld draufzablen. Lieber vermietet die St. E. G. die Wohnungen um 6 Kr. monatlich an einen Arbeiter und an einen Restaurateur, als daß sie die Wünsche der Bediensteten der Lokalbahn erfüllen möchte. Wenn die betreffenden Naturalwohnungen dem Personal der Lokalbahn als Naturalwohnungen zugewiesen wurden, so könnte die St. E. G. das Quartiergeld von 250 Kr. als Mietzins für je eine Wohnung einstreichen, und hätte somit bei jeder der beiden Wohnungen jährlich einen Gewinn von 178 Kr. Und auf derartige Angelegenheiten muß erst aufmerksam gemacht werden. Süßrnbrunn. Ein sonderbares Benehmen legte bei einer protokollarischen Einvernahme eines Wächterkontrollors Herr Revident F e l l n c r an den Tag. Herrn Fellner scheint nämlich die Person des betreffenden Wachterkontrollors zu wenig zu imponieren, da er sich demselben gegenüber äußerte: „daß er im Alter von 40 Jahren wie ein altes Weib bastelst". Würde Revident Fellner in die Lage des betreffenden Wächterkontrollors versetzt werden, wo dieser nur mit Not und Elend zu kämpfen hätte, möchte es demselben gewiß nie gelüsten, solche Acußerungen zu gebrauchen. Weiter möge dem Herrn Revidenten Fellner gesagt sein, daß nicht der Herr Vorstand von Straßhof den betreffenden zum Wächterkontrollor gemacht hat, sondern daß derselbe auf Grund seiner abgelegten Prüfungen zum Stationsaufseher ernannt und bei der Einreihung als Wächterkontrollor eingereiht wurde. Weiter haben sie denselben von Straßhof nicht hinausgepeitscht, sondern ist derselbe, da er in Straßhof eine Naturalwohnung übernehmen sollte, er aber, da er in Floridsdorf wohnt und dort die Zuständigkeit erwerben wollte, über eigenes Ansuchen nach Süßenbrunn versetzt worden. Sollte Herr Revident Fellner wieder einmal das Bedürfnis fühlen, seinen Unratskübel abzuzapfen, so möge er sich schon eine andere Gelegenheit suchen, und nicht bei einer protokollarischen Einvernahme. Es ist gewiß eines vernünftigen Menschen unwürdig, sich über seinen Mitmenschen, der mit Not und Elend zu kämpfen hat, lustig zu machen. Triest. (Nationale Hetze.) Nachdem die südslawischen Hetzereien unter dem Personal und den Arbeitern nicht mehr ziehen, und die.Mehrzahl der südslawischen Arbeiter erkannt bat, daß die nationale Hetze nur der Ausfluß einiger Streber ist, so mußten sich die nationalen Macher um anderweitige Betätigung umsehen. Jetzt richten sie ihre Angriffe gegen alle jene, welche die slowenische Sprache nicht vollkommen beherrschen, und lassen in ihren Zeitungen, wie „Edinost", „Dan" und „Slavia" spaltenlange Artikel gegen alles, was nicht slowenischnational sich gebärdet, los. Bor allem liegt ihnen der Bahnarzt Herr Dr. Duff ek und der Restaurateur am Südbahnhof in Triest, Herr Weiß, im Magen. Nun sind aber gerade diese beiden Herren, sowohl Herr Bahnarzt D u f f c k wie Herr Restaurateur Weiß unter dem Personal und dessen Angehörigen durch ihre. Pflichttreue und Entgegenkommen sehr beliebt. Jns-besonders ist Herr Dr. Duffek ein tüchtiger und menschenfreundlicher Arzt, der nie den geringsten Anlaß zu einer Beschwerde bot. Auch die Nationalen werden gewiß keine Ursache haben, sich über diesen Bahnarzt zu beklagen .Wenn die nationalen Chauvinisten schon durchaus einen Bahnarzt belästigen wollen, oder müssen, warum fallen sie über Dr. Duffek und nicht über Dr. Martinis her. Dr. Martinis hat durch sein Benehmen doch schon Anlaß zu Klagen und Beschwerden gegeben. Oder sollte hier gar der Brotneid mitspielen? Und wie mit Dr. Duffek, so verhält es sich mit dem Restaurateur Weiß. Auch dieser ist jederzeit am Platze und wird dessen Entgegenkommen und Wohltätigkeit vom Personal wie vom fremden Publikum jederzeit anerkannt. Selbstredend würde es den Slowenisch-Nationalen bester paffen, wenn einer von ihren Leuten an Stelle des Bahnarztes und des Restaurateurs sitzen möchte. Ob aber damit dem Gesamtpersonal und den Reisenden geholfen wäre, das freilich ist eine andere Frag«. Die Eisenbahnbediensteten, besonders aber das Personal der Südbahn, hat diese nationalen Quertreibereien durchschaut und ist keineswegs gewillt, sich von gewissen nationalen strebern und professionellen Schreiern nasführen zu lasten. Die verschiedenen Angriffe in den slowenisch-nationalen Blättern gegen Dr. Duffek und Restaurateur Weiß sind der beste Beweis hiefür. Der nationale Kampf dieser Leute ist ein Scheinmanöver, um für einige Auserwähltc persönliche Vorteile zu erreichen. Schon aus diesem Grund muß sich jeder rechtlich denkende Eisenbahner seiner internationalen Gewerkschaft anschließen, denn bet uns wird der Kampf nicht zum Vorteil einzelner, sondern zum Wohle der Gesamtheit geführt. Billach. (Der § 20 der Dien ft Ordnung.) Der Absatz 8 des § 20 der Dienstordnung besagt: „Durch fei* Beispiel, seine Unparteilichkeit, durch ein festes, aber wohlwollendes Benehmen soll der Vorgesetzte die Achtung seiner Untergebenen als das sicherste Band der Disziplin persönlich zu gewinnen wissen." Wie dieser Absatz in Villach auf-gefaßt wird, wollen wir an einem Beispiel zeigen: Im Jänner 3914 bekam der Verschieber P. M. von dem diensthabenden Beamten Herrn Kirchlechner den Auftrag, einen mit Zug Nr. 915 angekommenen Personenwagen bei dem Zug Nr. 916 als Verstärkungswagen beizustellen. Der Verschieber machte Herrn Kirchlechner aufmerksam, daß der Wagen zu wenig Gas habe fiir die Beleuchtung. Die Antwort des Herrn Kirchlechner lautete: „Der Verschieber soll den Wagen nur beistellen, er werde Villach-Hauptbahnhof telephonisch verständigen, daß dort zur Vorsorge Oeleinsätze beigegeben werden." Wie es aber bei Herrn Kirchlechner schon öfter vorkommt, hatte er darauf wieder vergessen. Sei dem nun, wie es wolle. Oeleinsätze wurden keine beigestellt, und wie der Teufel schon oft sein Spiel treibt, hatte , der Wagen wirklich zu wenig Gas und verlöschte auf der Strecke. Was nun folgte, ist der widernatürliche Gang der Dinge bei der k. k. Staatsbahn in Villach: Anzeige an die Vorgesetzte Dienststelle, Ernvernahme des Diensthabenden Herrn Kirchlechner, Abwälzung der Schuld auf einen anderen Bediensteten. Schlutzeffekt: Bestrafung des Verschiebers mit 1 Kr. Gehaltabzug. Nun kommt aber erst das Schönste: Der Verschieber bezahlte seine Strafe. Nach einiger Zeit hatte er wieder mit Herrn Kirchlechner Dienst und erinnerte ihn in höflicher Weise an jene Strafe mit dem Bemerken, daß er diese Rroue wohl unschuldigerwcise gebüßt habe, unter Hmlveis auf den oben geschilderten Vorgang. Durch den versteckten Vorwurf fühlte sich Herr Kirchlechner in seiner Beamtenehre so beleidigt, daß er sofort zum Kadi rannte und die Reparatur seiner schwerverletzten Ehre erbettelte. Natürlich wird Herr Kirchlechner nicht gerade das Beste von dem Verschieber gesagt haben. Und merkwürdig, im Absatz 5 des § 20 der Dienstordnung heißt es nun so schön: »Von der ihm einge» räumten Strafgewalt soll der Vorgesetzte gegebenenfalls nur nach reiflicher Ueberlegung und vollkommen leidenschaftslos Gebrauch m a ch e n u. s. w." Darauf scheint der Herr Inspektor F ü g n e r wohl vergessen zu haben, da er nichts Eiligeres zu tun hatte, als dem Verschieber 2 Kr. Strafe zu diktieren, für die Frechheit, den Beamten Kirchlechner der Möglichkeit einer Ungerechtigkeit zu zeihen. Auf die Vorstellung des Bestraften, daß er an der ganzen Sache eigentlich unschuldig sei, daher die eben diktierte Strafe nicht unterschreibe, sagte der Herr Inspektor: „Wenn Sie die 2 Kr. nicht an nehmen, erhalten Sie halt 4 Kr. Straf c." Darauf verlangte der Verschieber, es möge ein Direktionsorgan ein Protokoll aufnehmen, damit die Sache ins reine komme. Und was geschah? Protokoll wurde keines ausgenommen, aber dem Verschieber wurden die 4 Kr. Strafe am 1. April ohneweiters abgezogen. Nun fragen wir noch: Ist das die Unparteilichkeit, mit der sich unsere Herren sonst so gern rühmen? Da» feste, aber wohlwollende Benehmen? Oder sieht die den Vorgesetzten eingeräumte, reiflich überlegte, vollkommen leidenschaftslose Strafgewalt so aus? Dann adieu, Madame Gerechtigkeit! Kannst dir auch die Nase verbinden, nicht nur die Augen. Zauchtel. (Ein Assistent außer Dienst als Zugsrevisor.) Am 14. April d. I. fuhr ein hiesiger Lokomotivheizer mit dem Zug Nr. 8360 von Mankendorf nach Zauchtel, um dort seinen Dienst anzutreten. Nachdem der Andrang von Reisenden ein sehr großer und alle Wagen überfüllt waren, stieg dieser, um seinen Dienst nicht zu versäumen, auf die Bremse eines Güterwagens, um doch mitfahren zu können. Ein Reisender der zweiten Klaffe hatte dies bemerkt und glaubte, bestimmt einen Schwärzer zu erwischen. Nach der Ankunft in Zauchtel wurde der arme Heizer von einem Herrn angeraunzt. mit in die Kanzlei zu kommen. Dort angelangt, vergaß dieser Herr, vor lauter Freude, einen großen Fang gemacht zu haben, den Hut abzunehmen. Der Fall wurde von dem diensthabenden Herrn Zugsexpedienten untersucht und ergab, daß der als Schwärzer Angesehene seine Legitimation sowie gültige Fahrkarte vorweisen konnte. Der gestrenge Herr, der seine Aufmerksamkeit auch außer Dienst dem Eisenbahnverkehr widmete, war der Herr Kreisel, Assistent der k. k. Nordbahn aus Odrau, stationiert in Mährisch-Ostrau. Herr Kreisel, wir möchten Ihnen raten. Ihre Kenntnisse lieber für Ihren eigenen Dienst zu verwenden. Nun fragen wir: Wer hat denn am 26. Dezember 1913 den Verkehrsdienst versehen, als der Arbeiterzug Nr. 66 A bei der Fahrt nach Schönbrunn-Wilk mit einer Berschubmaschine in Mährisch-Ostrau zusammenstieß und dabei ein Menschenleben zum Opfer fiel? Wenn wir nicht irren, war auch Herr Kreisel daran beteiligt, nachdem sich dieser Fall sozusagen in seinem Rayon ereignete und er doch selbst Aufträge erteilte, oder zumindest von seinem Kollegen verständigt war. Damals, Herr Kreisel, wäre mehr Vorsicht, Ueberlegenheit und Umsicht am Platze gewesen, wo es sich um Menschenleben handelte, aber nicht Spitzeldienste versehen, wo es nicht nötig ist.________ Versammlungsberichte. Amstetten. iVerfammlungsbericht.) Am 22. April fand in der Schießstätte eine sehr gut besuchte Versammlung des Werkstättenpersonals statt, in der die von der Zentrale vorgelegte Resolution einstimmig angenommen wurde. In der Versammlung erstattete Genosse Asböck den Bericht von der letzten Personalkommissionssitzung, welcher sehr beifällig ausgenommen wurde. Es scheint, daß unser Werkstättenpersonal endlich erkennt, wo es seine Freunde und wo es seine Feinde zu suchen hat. Die Ortsgruppenleitung dankt dem Werkstättenpersonal an dieser Stelle für die so zahlreiche Beteiligung an dem Demonstrationszug am 1. Mai. Es war ein schöner Beweis von Klassenbewusstsein und Solidaritätsgcfühl. Nochmals allen Teilnehmern herzlichen Dank und ein donnerndes „Bahn frei!" Graz. iVon den Magazinsdiencrn der Südbahn.) Am 5. April fand in Graz in Straßers Gasthof, Eggen-bergergurtel 11, eine vom Aktionskomitee der Magazinsdiener einberufene Versammlung statt, wo über Akkordangelegenheiten gesprochen wurde. Genosse Käfer (Graz) erörterte den Zweck der Versammlung, welcher dahin geht, die Kollegen über die Vorgänge bei der letzten Akkordvertrauensmännerwahl in Graz zu informieren, insbesondere darüber, auf welche Art und Weise man gesonnen ist, die Magazinsdiener aus diesem Vertretungskörper hinauszudrängen. Bei ihrer Anstellung wurde ihnen von der Direktion das aktive und passive Wahlrecht zu dieser Wahl zugesagt, und zwar deshalb, weil sie zum Teil an den Leistungen für den Akkord, selbstverständlich auch an den Erträgnissen dieser Arbeit interessiert sind. Trotzdem trachtet man, das an-gestellte Personal unter den bekannten Borwänden, daß der Angestellte das nicht angestellte Personal nicht vertreten kann, rechtlos zu machen, obwohl dieser Vorwand vollkommen unbegründet ist, nachdem ja die Bediensteten dieser Kategorie nicht als Magazinsdiener bei der Südbahn ausgenommen wurden, sondern sich in den verschiedenen Dienstzweigen als Arbeiter verwenden ließen, um erst nach längerer Dienstzeit Magazinsdiener zu werden und folglich die Wünsche und Beschwerden der Arbeiterschaft ebensogut kennen wie diese selbst. Die Genossen aus Leoben, sieben an der Zahl, erklärten, daß trotz der Verzichtleistung der Magazinsdiener auf Mkordvertrauensmänner-mandate solche wieder kandidieren mußten, und zwar auf Verlangen der Stationsleitung und wurden auch tatsächlich zwei Magazinsdiener und ein Arbeiter bei dieser Wahl gewählt. Die Brücker Genossen erklärten, daß bisher die Akkordvertrauensmänner Magazinsdiener waren und nur durch diverse Beschwerden der Arbeiterschaft verzichteten sie in diesem Jahr auf die Kandidatur. Wie die Mürzzuschlag« Genossen berichteten, wurden bei ihnen wie bisher auch Heuer ein Magazinsdiener und ein Arbeiter gewählt. Der Pragerhofer Genosse erklärte, daß bisher und auch in diesem Jahr zwei Magazinsdicner als Vertrauensmänner gewählt wurden. Der Genosse aus Laibach berichtete, daß die Wahl der Akkordvertrauensmänner bei ihnen den gleichen Vorgang hatte, wie in Graz und auch bei ihnen kein Magazinsdiener wählbar war. Genosse Faßalter verlas die beiden Anträge, die den Personalkommissionsmitgliedern überwiesen werden, um sie bei der nächsten Personalkommissionssitzung zu überreichen und zu begründen und auf Grund der beiden Anträge bei etwaiger Pauschalierung des Akkords der Magazinsdiener und deren Anwärter keine Einbuße an den bestehenden Bezügen derselben Platz greifen zu lassen. Kollege P e i n d l bringt den Kassenbericht, welcher zur Kenntnis genommen wird. Hierauf appelliert Genosse Fahaltcr an die Versammelten, tatkräftig zusammcnzuarbeiten, um den noch in Frage stehenden Forderungen zur Verbesserung der Lage der Magazinsdiener energischen Nachdruck zu verleihen. Darum auf, Kollegen Magazinsdiener der Südbahn, schließt euch rasch pcm Dispositionsfonds an, laßt euch von den gegenwärtigen Mitgliedern nicht ins Gesicht schleudern, daß die Saumseligen nicht berechtigt sind, die Früchte zu genießen, weil sie nicht säen geholfen haben. Triest. (Südbahn.) Am 3. Mai fand in Triest im Gasthof „Internationale" eine gut besuchte Versammlung der Magazinsmeister und Aufseher der SütBahn statt. Außer den Trichter Kollegen der Süd- und der k. k. Staatsbahnen waren die Kollegen und Genossen aus Graz,'Laibach, Görz, St. Peter in Krain, Carmons, Divacca. Salloch u. s. w. erschienen. Dw Genossen Forstner und W e n d l besprachen in eingehender Weise die Verhältnisse und Forderungen der Magazinsmerster und -Aufseher und wurden deren sachgemäße Ausführungen mit Begeisterung ausgenommen. Bei der Versammlung wurde auch gleichzeitig die Wahl der Vertrauensmänner vorge-nommeiL Nach einem kräftigen Schlußwort des Genossen K r a j s e k, für den Ausbau einer großen und einheitlichen Organisation einzutreten, wurde die Versammlung nach fünfstündiger Dauer geschlossen. Triest FV, Freihafen. Am 22. April fand hier eine sehr gut besuchte Versammlung der Bahnarbeiter statt, wo Genosse Kopac über die „Forderungen der Bahnarbeiter" ein nur großem Beifall aufgenommenes Referat erstattete. Die ber dieser Versammlung gefaßten Beschlüsse wurden den anwesenden Mitgliedern des Arbeiterausschusses zur weiteren Durch-führung übergeben. ______________ Aus den Organisationen. Attnang. (Versammlungsbericht.) Sonntag den 9. April fand in Herrn Loistls Gasthaus um 2 Uhr nachmittag» die statutenmäßige Generalversammlung statt. In den neuen Ausschuß wurden folgende Genossen gewählt: Ferdinand Kol-b ach e r, Obmann, Heinrich D o r n e r und Feichtinger, Stellvertreter; Johann Petritsch, Kassier, Müller, Stellvertreter; Josef Gerikhofer, Schriftführer, Hubert Bachlech ne r, Stellvertreter; Ruzicka, Bibliothekar, Fischer, Stellvertreter; Stranzinger, Revisor, Fritz Meier, Stellvertreter; Tobcr, Martin Bauer, Laubichler, Kajetan Heisl, Kaßberger und Asbäk, Ausschüsse. Vereinsabende sind jeden ersten und dritten Sonntag im Monat und werden die Mitglieder ersucht, die Versammlungen und Vereinsabende in Zukunft besser zu besuchen. Drösing. (Versammlungsbericht.) Bei der am 19. April 1914 tagenden Generalversammlung wurden folgende Genossen in den Ausschuß gewählt: Ludwig Konetschny, Obmann. Karl Uhl, Stellvertreter; Thomas Wittek. Kassier, Michael Rohatschek. Stellvertreter; Rudolf Löffler, Schriftführer, Franz Duchkowitsch, Stellvertreter; Johann Hetlinger, Bibliothekar, Michael Hrdy Stellvertreter; Vinzenz Brandner und Adam Fritsch, Revisoren; Ambros Urban, Jnventarverwaltcr; Ludwig Ulf und Matthias S ch i m e k, Ordner. Me Zuschriften in Vereinsangelegenheiten sind an den Genossen Ludwig Konetschny, Blocksignaldiener, Ringelsdorf Rr. 2 3 3, in Geldangelegenheiten an Genossen Thomas W i t t e k, Bahnwärter, Ringels-dorf, zu richten. Die Ausschußsitzungen finden jeden ersten Sonntag im Monat statt. Die Bücher können alle Sonntage im Gasthaus des Herrn Anton Toch, Ringelsdorf, durch Genossen Fellinger oder Hrdy auSgeliehen oder zurückgebracht werden. Die Genossen werden ersucht, die Versammlungen und Ausschußsitzungen fleißiger als bisher zu besuchen sowie die Bibliothek besser in Anspruch zu nehmen. Eggenburg. (V er ei n s n o t i z.) Die Vereins- und DiZ-kussionsabende werden jeden ersten Sonntag im Monat abwechselnd in Eggenburg oder Limburg abgehalten. Die Kollegen werden ersucht, die Vereinsabende stets zahlreich zu besuchen. Hannsdorf. iVerfammlungsbericht.) Am 3. Mai fand die Generalversammlung statt und wurden folgende Genossen in den Ausschuß gewählt: Josef Kr ist, Obmann, Robert Pflüger, Stellvertreter; Anton Kupka, Kassier, Karl Schmachte!, Stellvertreter; Alois Wagner, Schriftführer, Johann Popper, Stellvertreter; Ignaz S ch r o l l e r, Bibliothekar, Franz Walter, Stellvertreter; Emil Nowotny und Heinrich Exlcr, Revisoren; Franz Kristen, Karl Lukas, Johann Gabriel und Franz Winter, Ausschußmitglieder; Kleiner und Schmied, Subkassiere für die Strecke Heinrichstal bis Ramsau, Schilder für die Strecke Grulich bis Schildberg, Adolf Riedel für die Strecke Grumberg-Mohrau bis Grulich und Johann Gabriel für das Zugbegleitungspersonal. Es diene sämtlichen Mitgliedern zur Kenntnis, daß die Mitgliedsbeiträge nur an die Kassiere und Subkassiere abzu-gebcn sind, da sonst niemand berechtigt ist, Mitgliedsbeiträgc anzunehmen. Sämtliche Zuschriften sind an den Obmann Josef K r i st, in Geldangelegenheiten an Genossen Anton Kupkazu senden. Versammlungen werden im „Eisenbahner", 8-2-Versammlungen schriftlich bekanntgegeben. Nach vollendeter Wahl hielt Genosse Rasch aus Mäh-risch-Schönberg einen Vortrag über das „Koalitionsgesetz und die Eisenbahner". Kaaden-Brunnersdorf. Die Mitglieder der Ortsgruppe werden im eigenen Interesse ersucht, mit den Monatsbeiträgen nicht im Rückstand zu bleiben, da laut Statut, § 8 und 9, jeder, der mit seinen Beiträgen drei Monate im Rückstand ist, als abgemeldet behandelt und sämtlicher Ansprüche und erworbener Rechte verlustig wird. Wem Bohnenkaffee' nicht bekommt» sei Kathreiners Kneipp-Malzkaffee empfohlen. Kathreiner ist: vollkommen unschädlich für die Gesundheil und : besitzt »»bei vollen sBohnenkassee-geschmack. Man beachte beim Einkauf die fchigeschlofsene hygienische Pakeipackinng mit Bild Pfarrer Äneipp. — gtewote offen ausgewogen. Laibach-Unter-Schischka. (V e r 'e i n s n o t i z.) Den Mit- - verteilt werden. Bei dem geringen Einkommen der Bediensteten Medern der Ortsgruppen Laibach I, Laibach II und ist c§ unmöglich, das; sich diese noch die vorgeschricbcncn Uni-t-" S ch ischka diene zur Kenntnis, daß bis auf weiteres fcrmftiicfc aus eigenem Gelde anschaffen könnten, wme Bücherausgabe stattfindet, und werden die Mitglieder, reiche Bücher entliehen haben, aufgefordert, dieselben ehestens uUrf, urn*ererti Behufs Einführung eines einheitlichen DiS-vostnonsfondS wurden bei den Ortsgruppen Laibach I und ^«-®chifchIa die Mitgliedsbeitrage um 10 H. per Monat und Mitglied erhöht, was die Mitglieder zur Kenntnis nehmen Sämtliche die drei Ortsgruppen betreffenden Zuschriften find an die Adresse: Josef Petric, Laibach, ötcsljcva cesta Nr. 22, zu richten. . Teschcn. (B e r s a in in lu n g s b e r i ch t.) Am Ostermontag den 13. April fand die Generalversammlung unserer Ortsgruppe statt. Die zahlreich erschienenen Mitglieder wurden vom Obmann Genossen Wcnglorz begrüßt und folgten mit Aufmerksamkeit den Berichten des Vorstandes über Stand und Tätigkeit des Vereines im verflossenen Jahr. Stürmischen Beifall erntete der Referent Genosse R o t t m a n n, welcher über „Zweck und Nutzen des Vereines" fprach. Hierauf wurde öur Neuwahl geschritten und wurden in den neuen Vorstand gewählt: Josef Fiala, Obmann, Jakob Z latn er, Stellvertreter; Hermann Czeitschner, Kassier; Johann Nick-mann, Schriftführer, Rudolf Woynar, Stellvertreter; Alois Römer und Paul Brezina, Subkassicre; Karl W e rill l o r z und Jakob Szczotka, Revisoren. Sämtliche Zuschriften sind an Genossen Josef Fiala, -reichen, Grabinastraße 23, zu richten. Vordernberg. (V ers a mm l un gS b c rr ch t.) Bei der am 4. April abgehaltenen Generalversammlung wurden folgende Genossen in den Ausschuß gewählt: Anton Haslauer, Obmann, Franz W o h e i m und Andreas « ch n a b l e g g c r, Stellvertreter; Josef Herzog, Kassier, Reiter, Stellvertreter; Do l lenz, Schriftführer, Murauer, Stellvertreter; Borgles, Bibliothekar, Wen tner, Stellvertreter; Franz H u b m a n n, Karl S ch o p p e r und Urban S o r g e r, Kontrolle; Ertl, Spanring, Leißenberger, Straßmeier, Hoder und Szebits, Subkassiere. Stillfried. Am 17. Mai um 3 Uhr nachmittags im Vercinslokal in Angern Generalversammlung. Böhmisch-Kamniy. Am 24. Mai um 3 Uhr nachmittags im Vereinslokal Generalversammlung. .Hartberg. Am 17. Mai um 1 Uhr nachmittags in Kogl-bauerö Gasthaus Generalversammlung. Wilrgl I. Am 20. Mai um 8 Uhr abends im Gasthaus „zur Rose" Generalversammlung. Admont. Am 21. Mai um 10 Uhr vormittags Generalversammlung. An die f. f. Staatsbahndirektion in Wien. DaS Verfchubversonal der Station Schwechat der k. k. Staatsbahn. bittet eine k. k Staatsbahndirektion um gütige Zuweisung der fälligen Moniursorten, da cS bei der Lebens-Mittelteuerung Dein zu 75 Prozent im Daglohn stehenden Berschubpersonal unmöglich ist, sich von dem geringen Einkommen noch Dienstkleider anzuschaficn. Briefkasten der Redaktion. Triest II. Dm Geschichte mit dem Signal 43 ist denn hoch zu belanglos. — Aßling. Aus der Zuschrift läßt sich nicht viel machen, da keine konkreten Tatsachen enthalten sind. — Skiitfch-Polickn. Nachdem der Stationsleiter Jelinek nach Groß-Heilendorf versetzt ist,• kann er in ©kutsch kein Unheil mehr stiften. Sind Sie froh, daß Sie diesen Menschen los geworden sind. — Klagenfurt. Wir versprechen uns von der Veröffentlichung wegen der Freikarte keinen Erfolg. — Marburg. Die Geschichte mit der Naturalwohnung des Hausbesitzers eignet sich nicht zur Veröffentlichung._____________________________ An die Vcrkehrsdirektion der k. k. priv. Südbahn-gcscllschaft in Wien. Alljährlich zum Jahrcsschluß wurde die Verteilung der diversen Prämien vorgcnommen. Ta bis beute in der Station Pragerhof weder eine diesbezügliche Verständigung _noch eine Beteilung stattgefunden hat, so erlaubt sich das betroffene Personal in Pragerhof die höfliche Anfrage, wie lange es noch auf die Verteilung der Prämien warten muß? Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion und Administration keine wie Immer geartete Vor-o o Entwertung, o o Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion und Administration keine wie Immer geartete Ver-o o antworteng. o o An die Baudirektion der Südbahn in Wien. Die Bewohner der Pcrsonalhäuser in Pragerhof stellen an die löbliche Baudirektion das höfliche Ersuchen, die notwendigen Reparaturen an den Wohnungen, wie Fußböden, Kochherde, Zimmerösen und dergleichen ehestens anzuordnen. Die Gcsuchsteller haben bereits wiederholt bei der Bahnerbal-tungssektion Marburg in dieser Angelegenheit Vorgesprächen, doch wurden sie immer mit dem Hinweis, daß gegenwärtig für derlei Auslagen kein Geld da sei, abgewiescn. An das hohe k. T. Eisenbahinninisterium. Die Gefertigten erlauben sich an das hohe k. k. Eifen-bahnministcrium die Anfrage zu richten, ob und wann für die Station Amstetten eine Postennormierung ausgearbeitet und bekanntgegeben wird? Es stehen hier eine Anzahl Oberverschieber und Stationsarbeiter als Verschieber, als Weichensteller, als Wagenschrciber und Transiteure in Verwendung, für die in absehbarer Zeit keinerlei Aussicht auf definitive Anstellung vorhanden ist, obwohl sie schon 5 bis 6 Jahre diesen Dienst anstandslos versehen und zum Teil die vorgcschricbenen Prüfungen schon abgelegt haben oder sehr gern ablegen möchten, wenn cs ihnen möglich gemacht würde. Ebenso wäre es längst notwendig, für das Stellwerk Nr. 3 drei Blocksignaldienerposten zu normieren. Die Verantwortung ist auf diesem Stellwerk entschieden auch nicht geringer als auf den anderen Stellwerken. Da diese vollkommene Aussichtslosigkeit den Eifer und die Freude zum Dienst unfehlbar abschwächen muß, bitten die Gefertigten ein hohes k. k. Eisenbahnministerium um Normierung der entsprechenden Posten und Verleihung derselben an jene Bediensteten beziehungsweise Arbeiter, die durch fünf- bis sechsjährige Dienstleistung hinlänglich bewiesen haben, daß sie diesem Dienst voll und ganz gewachsen sind. Die betroffenen Obcrverschieber, Verschieber und Arbeiter. Eingesendet. BtffceÜest in Wien Jagögawehro sowie Luxus ■ Waffen jeder Art liefern wir geg.bequeme monatl. Ärbeiter-SLrmnHbaH an der Alten Donau (hinter der Militärschießstätte) ist bereits wieder eröffnet. Badezeit täglich von 8 Uhr früh bis 7 Uhr abends. Licht-, Luft- und Sonnenbäder, große, über 200 Meter lange Schwimmerabteilung. Speisen und Getränke (auch alkoholfreie) zu billigen Preisen. Badepreis für 4 Stunden 30 H. Zutritt haben nur Mitglieder des Vereines. Das Strandbad ist vom Praterstern mit der Straßenbahn (Wagen 16 oder 25, Haltestelle vor der Kagraner Holz-brückc) zu erreichen. Mitglieder können alle Arbeiter und Arbeiterinnen werden, welche organisiert sind. Nähere Auskünfte täglich im Strandbad oder an den Schwimmabenden des Vereines im Margaretenbad, 5. Bezirk, Strobachgasse (jeden Montag, Mittwoch, Donnerstag und Samstag), sowie im W i I h e l-minenbad, 16. Bezirk, Wilhelminenstraße 83—85 (jeden Montag, Donnerstag und Samstag), von % 8 bis 9 Uhr abends. Unser Katalog enthält! XjA, Doppelflinten, Drillinge, in modernsten Konstruktionen (hahnlos, Ejektor), Pirsch- büchscn, Original Browning- htichscnund -Pistolen etc. — Höchste Garantien für Ausführung u. Schuß- Icistung. Jllustr. Watten • Katalog 1 bwX gratis unö frei. Offerten bereitwilligst. Bia I & Freund, Ges. m. b. H„ Postfach 552, 4 Wien VI,'2 Versammlungsanzeigen. In nachstehenden Orten finden Versammlung statt: Turnau-Licbenau. Am 10. Mai um 8 Uhr abends im Vereinslokal in Ohrazenic. Jnzersdorf-Lokalbahn. Am 15. Mai um 8 Uhr abends in SchluscheS Gasthaus in JnzerSdorf Generalversammlung mit Vortrag. Murnu. Am 16. Mai um 8 Uhr abends im Gasthaus „zum Stern" Generalversammlung. Zartlesdorf. Am 16. Mai um % 4 Uhr nachmittags im Gasthaus Richter Generalversammlung.' Ezernowitz. Am 17. Mai um 3 Uhr nachmittags. Bahn-hofstrahe 68, bei ungünstiger Witterung im Saal des Ar-bciterheimS. 1. Sorte: K 5*80____________K B’SQ_________________K 5'jSO___________ J. Sorte: ~k v S0 O'SO K 6‘BO Kein Schwindel! Nicht zu verwechseln mit ähnlichen Angeboten! Unter die Leser dieser II) Qhh« Sonn- und Wochentags-Zeitunn verteilen wir JU.UUU rliUl schulio, vorzügl., hochelegante Lederschnürschuhe aus bestem dauerhaften Leder mit gutgcnageltcr, vorstehender Ledersohle, laut Abbilds., zur Bekanntmachung unserer Firma. Nur Arbeitslohn von K B’SO für 1. Borte, Herren- oder Damenschuhe, ist zu bezahlen, z. 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April 1911. — Fortsetzung der Beratung über die verschiedenen Punkte der provisorischen Tagesordnung der diesjährigen Telc-giertenversammlung der Zentrale. — Erledigung des diesbezüglichen Einlaufes. _________ Sprechsaal. zahle Ihnen, wenn Ihre Hühner-nuncn, Warzen, Hornhaut Ma-Bailmu in 3lagen nicht schmerz-loS samt Wurzel entfernt. Brei» eines Tiegels mit Garantiebrief Kr. 1*-. 3 Tiegel Kr. 8 50. Sc nidntj, Kascha» (Jtajfa) I, Postfach 12/715 (Ungarn). Hinterbliebenennnterstühungssunds. Bom 29. Mörz bis 7. Mai 1914 wurden für nachstehende Sterbefiille Unterstützungen ausbezahlt: 72. äerovsky Emil in Pardubitz . . . . 200'— 73. Koch Josef in Saalfclden . . .... . 200— 74. Potokar Anton in Marburg II. . .:. 100 — 75. Schund Ursula in Marburg I . . . . 100'— 76. Lohner Anton in Neulengbach ... . .100'— 77. Servern) Josef in Bysocan.................100 — 78. Pate! Martha in Lundenburg . . .,. 100"— 79. Bazac Anastasia in Favoriten II . .100 — 80. Kozrl Josef in Reichenberg . . . c.i - 200'— 81. Totzauer Josef in Sporitz . . .,.r. . 200 — 82. Ortner Josef in Wels . . .x.r.r. r. 100'— 83. Miksa Karoline in Penzing 50 — 84. Moick Anna in Graz II . . .T. .-.100 — 85. Zein Karl in Komotau . . . 200'— 86. Schmutzer Franz in Favoriten II . . 100 — 87. Pytlik Rosalia in Ottakring . ..... .100'— 88. Ruttner Karl in Wien HI . . r.-,.-. 100 — 89. Pokornh Johann in Jglau . .T.-. . 100'— 90. Gritzner Johann in Klagenfurt r.i. . 200 — 91. Walter Friedrich in Rapagedl ..... 200 — 92. Gasprcic Johanna in Triest I . . . 5Q-— AnSbezahltcr Betrag . . 2700 — Gestorben sind insgesamt 14 Mitglieder und 7 Frauen. Statt Kr. 80'— nur Kr. 6*-r ! Gelegcnhcitskauf! Wort sä le^tt^lhcrfüflfe! Düng ”. Scjpranbr! & S»aar wie Reis / »ntnrecht,seltene / ötleatnhcit, vre» j fmbet per Nach. Äemsbartbiuder Feuichcl Wie« IX, Nußdorferpr. 68/6315. Offene Anftagen. An die f. k. Staatsbahndirektion in Innsbruck. Die Bediensteten der Station Oetzthal Bitten, eine k. k. Staatsbahndirektion möge anordnen, daß endlich einmal die gebührenden Uniformen herausgcgeben und an das Personal 9% Bleht, laohlaa, * Hervenleldenden Aus Dankbarkeit teile ich jedermann umsonst brieflich mit, wio ioh von meinem schwerenLeidcn befreit wnrde. KSthl Bauer, Mtinohen fVA* 199 erprobte Erfindung gegen offene Füße und Flechten sich einen Namen gemacht hat. Ein von ihm verfaßtes Büchlein ist jetzt unter dem Titel: „Offene Füße und Flechten keilbar!" erschienen, das an alle Leidenden verschenkt wird. In dieser Schrift zeigt der Pfarrer, wie diese Leiden mit ganz einfachen Mitteln erfolgreich behandelt werden können. Der Verfasser tritt auf Grund seiner Erfahrungen dafür ein, daß derartigen Patienten fast sichere Heilung in Aussicht gestellt werden kann. Zum allermindesten werden die Schmerzen genommen. Tausenden ist damit schon geholfen worden. Was das heißen will, leucktet erst so recht ein, wenn man z. B. an Sie Frauen denkt, die ihr schmerzhaftes Fußleiden (auch Kindsfüße genannt) schon 10 bis 30 Jahre in stiller Ergebenheit trugen. Den mit Flechten behafteten Personen wird das Büchlein in gleicher Weise zum Trost dienen. Das Büchlein wird an jeden kostenlos versandt, der an folgende Adresse darum schreibt: „An das Brieffach Nr.77 P. 35 in Nürnberg IT." Ohrensausen Ohreufluß, Schwerhörigkeit, nicht angeborene Taubheit beseitigt in -8r —, Oaunenfedern K Ü4-—. Einzelne Tuohente K 10 —, 12-—, 14'- 16'-. Einzelne Kopfpolster K 8-—, 8-50, 4-—. Tuohente cm CTO93 K 13-—, 1B-—, 18 —, Ü0-—. Kopfpoliler fiOXTO cm ' i 4B0, S-—, 6-EO. Untertuchente aus bestem Bettgradei I cm gross K 13-— und K 15-— versendet von K 10*— an | franko gegen Nachnahme oder Vorauszahlung Max Berger in Deschenitz Hr. 249/4, Böhmeroald > Kein Risiko, da llmtauioh erlaubt oder Geld rückerstattet wird. I H Reichhaltige illustrierte Preisliste aller Bettwaren gratis. I ■■■me■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■! 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