ToHn iJM DeuMe Zeitung Organ für die deutsche Minderheit im Dravabanat »K» i», Str.« (btitntri««) i f®* **» BUrteflährig t0 Di», halbjährig «VDin, fmtf _____ __^ ^ W«W» ndgegevfeuiftnira f jährt, 100 »Im. g«» fc» «-land e«ts?r»che»»« Erhöh,»». »kvlm»mmer Dw ^Srsch?«t°»Sche«tlich zweim»l: Do«ner»tag frSb »«d Samst«« frSH mit be Nummer 35 II Celje, Donnerstag, den 2. Mai 1935 ||| 60. Jahrgang Deutsche Wähler! Wählt am 5. Mai Mann für Mann die Staatsliste des Herrn Ministerpräsidenten Bogoljub Jevtic Verlautbarungen Die Rathauskorrespondenz in Celje gibt uns folgende Aufrufe der kgl. Banalverwaltung in Ljublana zur Veröffentlichung in unserem Blatte bekannt: Die heurigen Skupschtina Wahlen sind von außerordentlicher Bedeutung. Es gehl darum, daß das Volk seinem staatlichen und jugoslawischen Bewußtsein Ausdruck verleihe mit der Stimmabgabe an den Wahlplätzen, wo es sich am 5. Mai d. I. entscheiden wird, wem in Hinkunst die gesetzgebende Arbeit zum Wohle be» Staates und der Nation anvertraut wird. Es ist aber auch sehr viel daran gelegen, wie sich an diesem Tage der Volkswille wnd tut. Die Stimmenabgabe an den Wahlplätzen ist als wichtige staatsbürgerliche Handlung zu be-trachten. Daher mögen die Wähler ruhig und wür-dig vor den Wahlausschutz treten. Sobald sie ihrer Bürgerpflicht und Schuldigkeit Genüge getan haben, mögen sie sich ebenso wieder in ihre Heime begeben. Jede überflüssige Schreierei, jedes Politisieren, jede lärmende Manifestation nach Verlautbarung der Wahlergebnisse würde dem feierlichen Wahlakte Abbruch tun. Daher ist am 3. Mai jede Massenansammlung, jeder korporative Aufmarsch zu den Wahlplätzen verboten. Daselbst oder in nächster Nähe möge die Bevölkerung nicht in größeren Gruppen umherstehen. Staatsbürger! Erweiset Euch am Tage der Wahlen als ehrenwerte und bewußte Jugoslawen! » * * Es wurde in Erfahrung gebracht, daß die Gegner der staatlichen und völkischen Einheit sowie der heutigen Staatsordnung insgemein am Werke find, die Freiheit der Versammlungen und Beramn-gen, die nach den gesetzlichen Bestimmungen einbe-rufen werden, unmöglich zu machen, und _ datz sie einen Druck (Terror) auf die Wähler ausüben, der dahin abzielt, die Wähler nicht nach ihrer Ueberzeu-gung, sondern für die Kandidatenlisten von Perso-nen stimmen zu lasfen, die ihrer Denkart fremd sind. Bei der Durchführung ihrer Absichten bedienen sich diese extremen und separatistischen Elemente ver» schiedener Mittel: Sie verbreiten durch Agenten, Vertrauensmänner und Eilboten verschieden« lügen-haste Meldungen von der Lage im Staate; sie verachtn die Wähler durch Bedrohungen ihres Lebens, Vermögens und ihrer Ehre einzuschüchtern; sie setzen durch Plakate unzulässige Ausfälle unwahren und aufreizenden Inhaltes in Szene usw. All das geschieht in der Absicht, das wahre Staats- und Volksbewußtsein der Wähler, das durch die letzten Worte weiland des Ritterlichen Königs Aleiander, ..Hütet Jugoslawien!", eine überaus große Stärkung erfahren hatte, zu erschüttern. Daher ver lautbar! die königl. Banaloerwaltung: 1.) Alle jene Personen, die verschiedene lügen haste Nachrichten über die Skupschlina, insbeson dere hinsichtlich der staatlichen und völkischen Einheit verbreiten, um Verwirrung unter der Wählerschaft Wegen des 1. Mai-Tages, an dem die Drnckereigewerbe stillestehen, erscheint unsere beulige Ausgabe, datiert vom Donnerstag, bereits am Dienstag, dem 30. April. Aus der Wahlordnung Wie abgestimmt wird $ 46. — In dem Raum, in dem abgestimmt wird, werden die Abstimmenden der Reihe nach einzeln oder zu mehreren, keinesfalls aber in größerer Zahl als fünf auf einmal, eingeladen. § 47. — Jeder Wähler muß. wenn er das Wahllokal betreten hat, vor der Abstimmung zunächst so laut, daß es alle Mitglieder des Wahlausschusses hören, seinen Namen, Vornamen und Beruf ansagen, in Städten, wo es mehrere Wahlstellen gibt, auch seine Adresse. Der Vorsitzende des Wahlausschusses fragt, nachdem er sich überzeugt hat, daß der Wähler in der ständigen Wählerliste eingetragen ist, soferne ihn vom Wahlausschuß nie-mand kennt, den Wähler, ob er tatsächlich die Per-son sei, unter deren Namen er sich zur Abstimmung gemeldet. Unterbreitet ein solcher unbekannter Wähler auf Verlangen des Wahlausschusses nicht Beweise seiner Identität, so läßt der Ausschuß diesen Wähler nicht zur Abstimmung zu. (Drum cuso: Legitimationen nicht vergessen! Anm. d. Red.) Der Vorsitzende des Wahlausschuß ses zeigt jedem Wähler alle Kandida-tenlisten und fragt ihn für welche Liste er stimmt. Der Wähler stimmt für die Liste öffentlich, indem er deren Träger und Bezirks- bzw. Orts-kandidaten nennt, was in einer besonderen Liste vermerkt wird, die für jeden Bezirkskandidaten ge-trennt geführt wird. H 48. — Sobald ein Wähler abge-stimmt hat, muß er das Wahllokal ver-lassen. Als Zvahllokal wird das Gebäude ange-sehen, in welchem abgestimmt wird, sowie dessen Hof. $5 49. — Der Wahlausschuß kann das Ab stimmungsrecht niemandem, der in die ständigeWählerlisteeingetragen ist. verwehren. § 5a — Die Abstimmung dauert ununter-brochen den ganzen Tag über von 7 Uhr früh bis Uhr nachmittag. (Anm. d. Red. Eine Mittags-pause darf demnach nicht eingeschaltet werden.) _ Im Zeichen der Wahlpropaganda stand der vergangene Sonntag. Im ganzen Staate wurden über 1000 WSHleroersammlungen abgehalten. Die größten Versammlungen fanden in Ljub-ljana und Zagreb statt. hervorzurufen, alle jene, die den Wählern drohen, daß sie geschlagen oder erschlagen würden, daß ihr Vermögen, ihre Ehre in Gefahr sei. wenn sie frei nach ihrer Ueberzeugung stimmten, werden sofort zur Verantwortung gezogen und auf das strengste polizeilich, gegebenenfalls auch gerichtlich, bestrast. 2.) Jeder Wähler muh das Vertrauen haben, daß er hinsichtlich der Wahl sich frei bewegen und frei entscheiden kann. Wer daher Wähler oder deren Habe persönlich anfällt, bedroht oder beschädigt, muß (außer der strafrechtlichen Ahndung, die ihm droht) auch den verursachten Schaden wieder gut machen. Wenn die Schuldigen nicht festgestellt werden können, wird ihre Gemeinde dafür haftbar gemacht. Die wirtschaftlichen Ge-fahren des Wettrüstens Die in dieser Arbeit berührten Zusammen-hange haben wir in unserem Leilaussah „Jnler-nationale Sicherheit" in Nr. 28 vom 81. Mär» behandelt, Leider werden die Zusammenhänge, die zwischen Wirtschaft und Abrüstung bestehen, in der Oeffent-lichkeit nur selten behandelt. Rechnet man sämtliche Rüstungsausgaben aller Staaten zusammen, so erhält man einen Betrag, der dem Wert von 5% der Weltproduktion entspricht. Diese Summe ist fast ebenso groß wie der gesamte Ersatzbedarf der Welt-Industrie an verbrauchten Maschinen und reparatur-bedürftigen Bauten. Verglichen mit der Vorkriegszeit waren die Rüstungsausgaben um zweidrittel höher, die Weltproduktion an landwirtschaftlichen und industriellen Erzeugnissen aber nur wenige Prozent größer als 1913. Im Gegensatz zur allgemeinen Wirtschafts-entwicklung sind die Rüstungsousgaben in der Krise sogar noch gestiegen. Daß sie unter diesen Umständen das Volkseinkommen stärker belasteten, liegt auf der Hand. Die Rüstungen werden aus dem Teil des Einkommens bezahlt, der nicht für die Deckung lebensdringlicher Bedürfnisse beansprucht wird. Die Steigerung der Rüstungsausgaben hat deshalb in sehr starkem Ausmaß die verfügbare Kauflraft zum Kauf solcher nicht unbedingt lebensdringlicher Güter, von denen aber gleichwohl der Lebens-standard und die Kulturentwicklung einer Nation abhängt, vermindert. Die augenblicklich überall vor-handene Geldmarktflüssigkeit darf nicht darüber hin-wegtäuschen, daß die Welt an Kapitalmangel leidet. Es wäre irrig, die Ueberflutung der anglo-amerikanischen Geldmärkte allein auf die Scheu vor langfristiger Geldhergabe zurückzuführen. Von ent-scheidender Bedeutung hiefür ist die Stockung des internationalen Handels, der überwiegend durch das Pfund- und Dollar-Akzept finanziert wird. Die durch die Krise des Welthandels frei-gesetzten Kreditbeträge sind für langftistige Anlagen nicht zu haben. Hiefür steht im wesentlichen nur das Sparkapital zur Verfügung. Dieses langfristige Kapitalangebot kann aber nur dann von der Wirt-schaft aufgenommen werden, wenn der geforderte Zins nicht jede Rentabilität von vornherein unter-gräbt. Hatte man zuerst erwartet, daß die Geld-marktverflüssgung rasch auf die Kapitalmärkte über-greifen würde, so zeigte es sich bald, daß die Zinsen für langftistigen Kredit keineswegs dem Geldmarkt-zins folgten. Es bedürfte dazu starker Eingriffe der staatlichen Notenbanken und eine bewußte Förderung der Kursentwicklung der festverzinslichen Werte. So gelang es, allmählich das Zinsniveau herab» zudrücken. Am weitesten fortgeschritten ist dieser Prozeß in England und den anderen Entwertung?-ländern, doch auch in Deutschland konnte sich eine beträchtliche Auflockerung durchsetzen und nur in den Goldblockländern ist eine Kapitalmarktauflocke» rung ausgeblieben. Die Fortsetzung dieser verheißungs» vollen Entwicklung hängt aber von der Aufwärts- bewegung der Kurse der festverzinslichen Werte ab. Seite 2 Deutsche Zeitung Nummer 35 Der Rentenmarkt ist jedoch ein sehr seines Barometer, das olle politischen Erschütterungen verzeichnet. In einer Atmosphäre politischer Unsicherheit wird die Kursbewegung stets diese Nervosität widerspiegeln. Solange eine wirksame Rüstungsbeschränkung nicht erzielt wird, läßt sich diese Unsicherheit nicht bannen, die eine dauernde Vertrauensfestigung auf dem Kapitalmarkt verhindert. Der außenpolitische Weg zu diesem Ziel ist gewiß weit und beschwerlich, vieles wäre aber be» reits erreicht, wenn die private Waffenher-stellung unter Staatskontrolle gestellt werden würde. Die Enthüllung des amerikanischen Untersuchungsausjchußes haben die friedensbcdroh-ende Tätigkeit unkontrollierter, privater Machtgruppen hinlänglich klar beleuchtet. Es ist zu hoffen, daß diese Enthüllungen, gestützt durch die zu erwartenden Ergebnisse des englischen Untersuchungsausschuße» überall zur Erkenntnis führen werden, daß die Rüstungsindustrie unter die Staatsiontrolle gehört. Man weih heute, daß die Flottenverständigung am Widerstand der Rüstungsindustrie gescheitert ist und man hat nicht vergessen, daß es englische Kanonen waren, die in den Dardanellen Engländer getötet haben. Die Rüstungsindustrie verkauft, wie einer ihrer Direktoren sich geäußert hat, Gewehre und Kanonen so wie andere Fleisch und Käse. Das be-deutet, Ausnutzung jeder Verlaufschance, auch dann, wenn fie dem nationalen Interesse widerspricht. Die vergangene Woche Die deutsche Reichsregierung läßt den 1? Mächten, die in Genf gegen Deutschland ge-stimmt haben, eine Protestnote gegen den Genfer Völkerbundratsbeschluß überreichen. (20. April). Im „New, Letter" veröffentlicht der englische Ministerpräsident MacDonald einen Artikel über das Thema „Friede. Deutschland und Sttesa", in dem er die Genfer Entschließung verteidigt. (25. April). * Der Präsident der deutschen Reichspresselammer, Amann, erläßt einschneidende Anordnungen für das deutsche Zeitungsverlagswesen. (26. April). Der deutsche Reichswirtschaftsminister erteilt den Realkreditinstituten die Genehmigung. Pfandbrief« aus früheren Emissionsresten zum Verkauf zu brin-gen. Dadurch werden 120 Millionen Reichs-mark für den Bau markt frei. (24. April). Das Abkommen über den deutsch-schwei-zerischen Verrechnungsverkehr wird durch ein neue» Abkommm ersetzt. (17. April). O In Bulgarien bildet der ehemalige Gesandte Andres loschest ein neues Kabinett. (23. April). Ein Maler deutschen Volkstums Zu« 100. «eburtstag Fron* v. Defreggers am 30. April Zu den deutschen Malern, deren Bilder in ungezählten Tausenden von Nachbildungen durch die ganze Welt gegangen sind und ebenso un-gezählte Tausende von Ausländern erfreut haben, gehört Franz von Defregger. Er ist ein Sobn der Alpen und mit Borliebe hat er seine Stoffe aus den Bergen gewählt, in denen er heimisch war und an denen sein Herz hing. Wer durch Tirol gewandert ist, der kennt die zahlreichen Malereien, mit denen die Häuser und oft genug auch die Zäune geschmückt sind. Es sind Bilder, die sich fast immer durch Originalität der Erfindung, durch einen derben Humor und eine ebenso derbe Ausführung in großen Linien aus-zeichnen. Die Maler sind fast immer Einheimische, die sich selbst ausgebildet oder bei einem ebenso bescheidenen Meister wir sie selbst gelernt haben. Im Dorfe steht ihre Kunst so sehr in Ehren, daß fie auch von denNachbarorten, wenn sich dort kein einheimisches Talent findet, zur Ausschmückung der Häuser herangeholt werden. Zu diesen Dorftalenten gehörte auch der junge Franz Defregger, der am 30. April 1835 zu Stronach bei Lienz geboren wurde. Schon früh Da» Obergericht von Alerandrien bestätigt das Urteil der Vorinstanz und weist die Klage der Juden gegen den Deutschen Bereit, von Kairo endgültig ab. (25. April). Der litauischen Regierung wird eine Note durch die Kownoer Vertreter Englands, Italiens und Frankreich übermittelt, in der die Besorgnisse der Regierungen über die Loge im Memelgebiet zum Ausdruck gebracht werden. (10. April). Im Kreise Kempen (Posen) werden vor den polnischen Behörden zehn Mitglieder der Deut-schen Vereinigung verhaftet. (26. April). Bei Wahlversammlungen der Sudetendeutschen Heimatfront kommt es in Neusattl und in Neudeck bei Karlsbad zu blutigen Ueberfällen durch Mar-listen. (25. April). Der Internationale Filmkongreß wird in Berlin feierlich eröffnet (26. April). Der 1. Mai In Deutschland wird der 1. Mai als „natio-naler Feiertag des deutschen Volks" begangen. Der erste Maifeiertag nach dem politischen Umschwung vom 30. Januar 1933 war als „Tag der natio-nalen Arbeit" unmittelbar als ein Gegenstück zu der früheren marristischen Maifeier gedacht. Die Parole dieses ersten Maiseiertags lautete: „Ehret die Arbeit und achtet den Arbeiter". Die Wertung und Einstufung der Arbeit nach höheren und nie-drigeren Funktionen sollte allmählich verschwinden. Jeder, der fleißig und tüchtig arbeitete, sollte unter seinen Volksgenossen in Ehren stehen: wer dagegen ein Faulenzer und ein Stümper wäre, sollte der Mißachtung verfallen, und wenn er äußerlich noch so hoch gestellt sein mochte. Als die neue deutsche Regierung im April 1933 die Maifeier ankündigte, hieß es im Chor der Emigranten: „Sie ahmen selbst die Feiern ihrer Gegner nach, weil ihnen sonst nichts einfällt." — Hiergegen ist von Kennern deutscher Geschichte und alten deutschen Brauchtums eingewandt worden, daß nicht die deutsche Regierung von 1933, sondern der Internationale Sozialistenkongreß zu Paris von 1889 den Maifeiertag umgemünzt habe. Er war bis dahin bei einer Reihe nordeuropäischer Völker das Fest der Freud« zum Sieg des Frühlings über den langen, dunklen Winter. Der 1. Mai von 1889 sollte internationaler Klassenverbrllderung im Sinn des Marxismus, also dem Klassenhaß. gewidmet sein und in erster Linie der Erkämpfung des acht-stündigen Arbeitstages gelten. Die deutsche Regierung hat zwei wichtige Akte mit dem nationalen Feiertag de» deutschen Volks verbunden: die Auszeichnung der Sieger im „Be-rufswettkampf" durch den Führer und Reichs-kanzler und die Prämiierung des wertvollsten deut-schen Films der letzten 12 Monate. Diese beiden Preisverteilungen sind symbolisch für die Feier: körperliche und geistige Leistungen werden gleichzeitig zeigte sich seine starte Begabung, heimatliche Volk«-typen und heimatliche Landschaft im Bilde wieder-zugeben. Wohl wurde man in seiner Heimat bald auf das große Talent aufmerksam, das sich hier offenbarte, aber trotz mancher Bemühungen des Ortsgeistlichen wollte es nicht gelingen, die Mittel aufzubringen, um ihm die erforderliche Weiter-ausbildung zu verschaffen. So mußte der junge Deftegger weiser in seinem Heimatort und in der Umgegend Häuser und Wände mit seinen Bild-werten verzieren, und es mag für ihn manche bittere Stunde der Entsagung und des Verzichts gekommen sein, wenn er immer wieder zu der Er-lenntnis gelangen mußte, daß ihm der Flug in die künstlerische Weite, nach dem sein Herz sich sehnte, noch immer versagt blieb. Erst im Jahre 1860, als Defregger bereits 24 Jahre alt war, gelang es, ihn in die Schule des bekannten Tiroler Bildhauers Prosessor Stolz nach Innsbruck zu bringen. Es war zweifellos das Verdienst seines heimischen Orts-geistlichen, der das ermöglicht hatte, denn Professor Stolz war der Vertreter einer streng kirchlichen Richtung in seiner Kunst. Und eben darum wäre für Defregger die Wahl gerade dieses Lehrers fast verhängnisvoll geworden. Denn nicht Madonnen und Heiligenbilder schuf sein Geist, sondern das lebendige Volksleben war es, was ihn immer wieder fesselte und was er alsbald in einer Weise aus die Leinwand zu bannen wußte, die ihm außer I LeibI noch niemand wieder nachgemacht hat. So und nebeneinander gewertet. Sie sollen voreinander nichts voraus haben. Wir Deutschem neigten häufig dazu, Kopfarbeit höher einzuschätzen als körperliche Arbeit. Diese Veranlagung trägt die Mitschuld an einer unglücklichen Berufsgliederung, an deren Besserung seit zwei Jahren im Deutschen Reich tat-lrästig gearbeitet wird. Italienisch Unterrichtssprache in Oesterreich In einer Pressekonferenz die am Freitag in Wien stattgesunden hat, machte der Staatssekretär für Unierricht, Dr. Pernter, Mitteilungen über d,e geplante Reform des Schulwesens. Allgemein wurde Italienisch mit den beiden anderen großen Fremdsprachen Englisch und Fran-zösisch gleichgesetzt, so daß der Schüler zwischen diesen wählen könne. Gelehrt werden immer zwei Fremdsprachen, beim rein humanistischen Gymnasium drei, da zu Latein und Griechisch eine moderne Sprache kommen werde. Für die Hochschulen werde ebenfalls eine Reform vorbereitet, die eine Vertie-fung des Studiums und eine stärkere Beeinflußung der Hochschuljugend „im Geiste des herrschenden Systems" zum Gegenstand haben werde. Uebereifer Der neue Meraner Amtsbürgermeister ließ in seinem gründlichen österlichen „Großreinemachen" unter mehreren anderen Büsten auch jene des Her-zogs Karl Theodor von Bayern aus der Meraner Wandelhalle enlsernen. Der Herzog, ein Bruder der Kaiserin Elisabeth, war ein berühmt«? Augenarzt, der lange Jahre in Meran weilte und «in außerordentlich großer Menschenfreund un» Wohltäler der Stadt Meran war. Nach Entfernung der Büste dieics deutschen Mannes kam man aber auch darauf, daß er der Großvater der italienischen Kronprinzessin war. Sofort schritt das italienische Königshaus ein, der eifrige Bürgermeister beka« eine Naie, und die Büste des Herzogs ist im Nu wieder ausgestellt worden. Kurze Nachrichten Deutscher Bollafilmtag Am 25. und 26. April wurde im ganzen Reiche ein Volksfilmtag abgehalten, d«r das Inte-reffe für den guten deutschen Film unter der großen Masse der Bevölkerung wecken sollte. In den Dienst dieser Propaganda stellten sich 312 große Theater im Reich und sämtliche Berliner Lichtspielhäuser. Die Vorführungen waren eintrittsfrei. Oesterreichische Arbeitslose als Freiwillige fiir Abernten? Uns kommt eine Meldung aus Klogenfurt zu, derzufolge die österreichische Heimwehr in K ä r n t e n Freiwillige für die italienische militärisch« Erpedition anwerbe, die sich nach Eritrea und Somaliland begeben, um gegen Abessinien zu kämpfen. In der Meldung heißt es weiter, daß es trat er selbst mutig und entschlossen den Schritt in die Welt, riß sich au« Innsbruck los und ging auf eigene Faust nach München zu dem berühmten Meister der Historienmalerei Karl von Piloty. Dort and er. was er brauchte und so schnell bildete er ich aus. daß er schon 1863 mit warmen Emp-ehlungen Piloty's nach Paris gehen konnte. Hier ernte er die Technik der Malerei, die ihm noch ehlte, und innerlich und äußerlich in seiner Kunst u Großem emporgewachsen, kehrte er 1867 zu einem Meister Piloty nach München zurück. In rascher Folge erschienen nun die Bilder, die seinen Namen berühmt machten und die ihm au» aller Herren Länder Europas und Amerikas Ein-ladungen zur Ausstellung seiner Werke eintrugen. Mit kraftvoller Realistik schilderte er das Volksleben seiner Heimat, und es kann kaum ein von der Wirklichkeit lebhafter angehauchtes Bild geben, als z. B. „Förster's letzte Heimkehr". Seine ganze Größe aber erreichte der Künstler erst, als er, durch Münchener Historiker daraus aufmerksam gemacht, sich in den Heldenkampf seines Volkes vom Jahre 1809 vertiefte. Da fand er die Stoffe, die ihm be-sonders lagen, da fand er ein heldenhaftes Voll, das sich durch keine fremden Unterdrücker seine Freiheit nehmen lassen wollte, da fand er auch den Führer dieses Volkes, Andreas Hofer, der ent-schlössen war. wenn es not tat, mit dem letzten Aufgebot der Volkskrast Sieg und Freiheit zu erringen. So entstanden die Gemälde, welche die Be- Nummer 35 Deutsche Zeitung Seite 3 da Heimwehr gelungen sei, eine Reihe von Arbeit«- losen zu finden, die sich in ihrer Verzweiflung an-werben ließen. Weiter« italienisch« Truppenoerschisfungen Die Truppenverschiffungen nach Ostafrika, er-ßönzl durch den Transport von Milizverbänden und Facharbeitern aller Art, nehmen ihren regelmäßigen Fortgang. In der letzten Zeit gingen f a st täglich aus süditalienischen Häfen Größere Dampfer in See, die auch beträchtliche Bestände an Krieg»-maierial und anderem Bedarf verfrachtet hatten. Gegen den deutschen Unterricht Das Schulinspektorat von Temeswar hat ver-fügt, daß in der 5. 6. und 7. Klasse der deutschen und ungarischen Abteilungen der Staatsschulcn der Unterricht von nun an nur in rumänischer Sprache zu erfolgen habe. Die Verordnung beruft sich auf einen Abschnitt des Volksschulgesetzes, wo« nach die Ergänzungskurse in der Staatssprache zu halten sind." Offensichtlich handelt es sich hier um «inen geschickten „Dreh" des rumänischen Schulin-jpektors, denn es steht außer Zweifel, daß die höheren Klassen der Volksschulen nicht als „Er-gänzungskurje" zu betrachten find. Trostlose Siesundheitszuständc in Rumänien Der rumänische Gesundheitsminister hat in einem Rundfunkoortrag die Gesundheitszustände in Ru-mänien als sehr besorgniserregend bezeichnet. Der Minister führte au«, daß mehr als die Hälfte der Kind« vor Erreichung des 7. Lebensjahres stirbt und der Großteil der Kinder, die dieses Aller über-leben, blutarm und unterernährt sei. Kein Wunder also, daß die Hälfte der Retruten dienstuntauglich sei. Gegenwärtig geb« es in Rumänien Gegenden, wo auf 30.000 Einwohner bloß ein Arzt entfällt. vi« jüdische Partei Rnmäniens Die jüdische Partei Rumäniens hat eine Ein-gab« an den Ministerpräsidenten gemacht, in der ausgeführt wird, daß zufolge der Atmosphäre, die durch verschiedene antisemitische Organisationen in Rumänien geschaffen wurde, die Juden des ganzen Landes „fortwährend verfolgt" würden. Die Partei ersucht daher den Ministerpräsidenten, Maßnahmen iu treffen, die da« Leben, das Vermögen, die Würde eines Volkes schützen, da« zu unzähligen Ge-leqenheiten den Beweis feiner Liebe und Untertänig-keit (?) dem Thron und dem Lande gegenüber er-bracht hat. Sowjetrubland Der Bolschewismus beabsichtigt die S o p h i e n« kathedral« von Kijeff demnächst zu zerstören. Diese» Gebäude ist ein D«nkmal von hohem Kunst-wert und unersetzlich. Im Namen professioneller Architekten Englands protestiert gegen dieses Vor-haben W. Millner. Er erkennt an, daß ein souve-räner Staat wohl das Recht habe, mit seinem Eigen-tum nach eigenem Ermessen zu verfahren, hier handle e» sich aber um ein Denkmal von Weltruf. Die öffentliche Meinung eine« jeden Staates würde sich auflehnen, wenn es einfallen sollte, derartig« Denkmäler zu vernichten. wunderung einer Welt erregten: „Speckbacher und sein Sohn Anderl", „Letzte» Aufgebot", ein Bild von wahrhaft erschütternder Wirkung, „Heimkehr der Sieger", „Andreas Hafer's letzter Gang". Aus der bayrischen Geschichte stammt der Vorwurf zu dem „Schmied von Kochel". In allen diesen Werken, die bis in die kleinsten Einzelheiten hinein mit Meisterschaft ausgeführt sind, pulsiert ein reiches und warmes Leben: Hier ist in der Tat ein Volk geschildert, das in einem Heldenkampf gegen eine erdrückende Uebermacht nicht verzagte und bis zum bittern Ende durchhielt. So waren die Lorbeeren, die sich auf das Haupt des Künstlers senkten, wohl verdient, und als er noch einem an Ehren und Erfolgen reichen Leben die Augen schloß, stand nicht nur sein Heimat-land Tirol, zu dessen besten Söhnen er gehört, stand nicht nur da» deutsche Reich, sondern die ganz« Welt an der Bahre eines Künstlers, der das Leben und die Taten seines Volkes geschildert hatte, wie kein zweiter. Marburgs Studenten feiern Walpurgisnacht Alljährlich in der Walpurgisnacht (3g. April) feiern die Studenten in Marburg an der Lahn nach jahrhundertealtem Brauch den Einzug des Wonnemonats Mai. Schon in den Abendstunden Aus Stadt Celje Anläßlich der Skupfchtina.Wahlen am 5. Mai teilt uns die Rathauskorrespondenz folgendes mit: Laut ß 52 des Gesetzes über die Wählender Abgeordneten in die Skupjchtina ist am Wahltage selbst, am Tage vorher und am Tage nachher, also am 4., ö. und 6 Mai. der Ausschank alkoholischer Getränke in jeder Form strengstens untersagt. Ueber-tretungen werden mit Arrest von 15 Tagen bis zu 0 Monaten und Geldstrafen von l00 bis 1000 Dinar geahndet. Wählplätze inderUmgebungsgemeind». Für die Skupfchtina-Wahlen am 5. Mai sind in der Gemeinde Eelje-Umgebung folgende Wahlplätze bestimmt worden: Für die Wähler aus Breg. Kosnica, Lisc«, Nikolaiberg, Pecomut, Polule, Zagrad und Zavodna die Gemeindekanzlei am Breg; für die Wähler aus Goberj«, Sp. Hudinja und Zg. Hudinja das Gebäude der „Decja stanica"; für die Wähler au» Lava, Ojtrozno, Medlvg, Dobrova, Lokrovec, Babno, Loznica und Lopata das Gast-haus des Herrn Naprudnik in Lava Nr. 4. Mutrcrtagfeier. Zum hemigen Muttertag am 12. Mai bereitet die Frauenfchaft der Ortsgruppe Celje des Schwäbisch-Deuischen Kulturbundes einen Ehrenabend vor, betitelt „Deutsche Frau". Die Vvrtragsordnung umfaßt eine Fülle von Sjirech-chören Nassischer und zeitgenössischer deutscher Dichter, Kinderdarstellungen, Reigenliedern, Trachtenbildern und Gesängen. Die im Mittelpunkt stehenden Sprech-chöre werden durch den neugegründeten Frauen- und Männersprechchvr dem Abend das Gepräge geben. Erbauliche« und Ernstes sollen un» an diesem Abend das Wesen der deutschen Frau verständlich machen. Die Leitung des Abends liegt in den Händen Mcu O s w a t i t I ch' jun. Die Feier findet am Vorabend des Muttertages, und zwar Sonnabend, den 11. Mai, im Kinosaale des Hotel» Skoberne statt. Beginn (wegen der Kinder) p ü n k t l i ch um 20 Uhr. Karten im Vorverkauf bei Zos«f Krell, Sportgeschäft, Kralja Petra cesta. 70. Geburtstag. Am Samstag feierte in Auersperg nächst Ljubljana Hm Kart Adamo-vich de Csepin bei seiner Tochter, der ver-witw«ten Gräfin Mari« Aurrspera, der einstige Be-sitzer de» Schlosse» Wöllan, Rittmeister a. D, Lu.l Kämmerer und gewesener Kammervorsteher des verstorbenen Erzherzogs Wilhelm in Kteßheim bei Salzburg, im Kreis seiner Gattin, Kinder und Enkel d«n 70. Geburtstag. Herr v. Adamovich hat sich um die Entwicklung des Schalltales und den Markt Velenje, aber auch um da» Sanntal unoer-gängliche Verdienste erworben. Am 27. April 1865 wurde Adamovich in Velenje geboren. Den Besitz de» Schlosses Wöllan übernahm er im Jahre 1890, wo er auch bis zum Verkauf im Jahre 1918 lebte. Von größter Bedeutung waren seine rastlosen Be» des 30. April beginnt diese Feier mit Musik und Gesang in allen Studentenkneipen. Eine halbe Stunde vor Mitternacht ziehen dann die Korpora-tionen der „alma mater Philippina", mit brennenden Fackeln und gefüllten Bierseideln bewaffnet, auf die rings um Marburg liegenden Höhen, um dort den Mai zu erwarten. Mit dem Glockenschlage zwölf flammen plötzlich mächtige Holzstöße auf, Raketen zischen durch die Luft, Böller dröhnen, und von allen Höhen jubelt und klingt es „Der Mai ist gekommen . . Während die meisten Studenten zu nächtlicher Stunde die Berge erklimmen, kommen kurz vor Mitternacht die Mitglieder einer hoch am Berg gelegenen Verbindung zum Markt herab, wo sie von einer Kopf an Kopf gedrängten Menge, Marburger Bürger und Fremde, erwartet werden. In feierlichem Schweigen ziehen sie, ebenfalls mit gackeln und Bierseideln, bis vor das Rathaus, wo sie sich in weiter Runde aufstellen. Auch hier erklingt, wenn die alte Rathausuhr die Mitternachts-stunde verkündet, das Mailied, das alle mitsingen. Dann tritt der Präside in den Kreis und widmet dem soeben eingezogenen Mai Worte herzlichen Willkomms. Während die Studenten nach beendeter Feier mit geleerten Gläsern und verlöschenden Fackeln wieder zu ihrem Hause hinaufziehen, kommt eine Verbindung nach der anderen mit Musik von den Bergen zurück. und Land mühungen um die Viehzucht de» Sann- und Schall-tales. Ais bedeutender Pferdekenner und Sports-mann züchtete er mit viel Geduld und bedeutendem Erfolg den schweren Schlag der Sanntaler Pferde. Auch die Pflege der reinrassigen Hühner« und Schweinezucht war sein Hauptziel. Karl v. Adamovich war Gründer der Freiwilligen Feuerwehr in Ve-lenje und gehörte ihr durch eine lange Reihe von Jahren als Hauptmann an. Als Obmann der Be-zirksvertretung öostanj hatte er durch lange Zeit Anteil an der Verbesserung und Neugestaltung der vielen Straßen, deren guter Zustano noch heute Zeugnis gibt von dem soliden Unterbau. Karl v. Adamovich war durch viele Jahre Gemeinderat. saß im Ortsschuliat und anderen Körperschaften. Seine Verdienste wurden durch die EHrenbürgerschaft gekrönt. Unvergessen sind seine vielen Wohltaten, die er Hunderten von Schalltalcrn erwies. Todesfall. In Lasko ist dieser Tage die Hotelbesitzerin Frau Mathilde T a d i n a, geb. Za-vernik, im 51. Lebensjahre verschieden. Die Ver-storben«, die sich durch einen seltenen Wohltätigkeit»-sinn auszeichnete, ist unter zahlreicher Beteiligung im Ortsfriedhofe beigesetzt worden. Viele Blumen schmückten den Sarg und das Grab. Die Genossenschaft der Friseure gibt bekannt, daß ab 1. Mai in E«Ij« und Gaberje an Montagen die Frijeurläden bis 2 Uhr nachmittags geschlossen bleiben werden. (Dasselbe gilt auch für Beograd und Subotica, wo an Sonntagen die Friseurgeschäfte offen halten). Bruckenabban. Anläßlich der Regulierung der Susnica ist die Brücke, die das Glacis mit der Jpavceva ulica und Lava verband, abgetragen worden. Bergwanderer, befleißigt Euch in diesen Blütetagen auf Euren Bergwanderungen der mög-lichsten Rücksichtnahme auf den unbedingt nötigen Naturschutz! Von den Alpenpflanzen soll sich — wenn es schon sein muß — jeder ein kleines Sträußchen auf den Hut stecken: jede» übertriebene Abreißen und Ausgraben soll aber im Interesse der Erhol-tung unserer alpinen Pflanzenwelt unterlassen werden. In unseren Gegenden müssen wegen der sonst drohenden gänzlichen Ausrottung besonders ge-schont werden: Petergstamm (Auritel), Großer Enzian. Kohlröserl, Frauenschuh, Türkenbund und Almrausch. Da» Verkaufen dieser Arten sollte unter Straf« gestellt werden ! Diesen unbelehrbaren Blumen-frevlen, müßte die Polizei endlich da» Handwerk legen. Fntzball. Am Sonntag trug der Athletik-sportklub-Eelje mit dem Sportklub äo5tanj in öostanj ein Meisterschaftsspiel aus, das die Athletiker mit 5:3 (0:2) für sich entscheiden konnten. Tödlicher Bertehrsunfall. Am 24. April vormittags fuhr der 24 jährige Gärtner Anton S o t l e r aus Rädere bei Zidani most mit dem Fahrrad auf der Staatsstraße von Celje gegen Konjice. In Frankolovo bei Vojnik rannte er den entgegenkommenden Holzfäller Anton Pungartnik nieder. Der Zusammenstoß war so heftig, daß Sotler und Pungartnik auf der Stelle bewußtlos zusammenbrachen. Sotler erhielt eine schwere Gehirn-erschütterung und andere innere und äußere. Pun-gartnik schwere innere Verletzungen. Die Schwer-verletzten wurden in das hiesige Krankenhaus ge-bracht, wo sie inzwischen ihren Verletzungen erlegen sind. M a r i b o r Kleiner Grenzverkehr. Trotz den klaren Bestimmungen des zwischen Jugoslawien und Oesterreich abgeschlossenen Vertrages über den Verkehr an der Grenze mehren sich die Klagen seit zwei Jahren, daß die Bestimmungen de» Vertrage» von Seite Oesterreichs nicht einschalten werden. Nach den neuesten Trazer Verordnungen dürfen Hausstandskarten nur an solche Personen ausgege-den werden^ die ein Jahreseinkommen von weniger als 2000 Schilling haben. Ader nicht einmal dies« Bestimmungen werden einschalten, so daß es den österreichischen Grenzbewohnern nur in den wenig-sten Fällen möglich ist, über die Grenze zu kommen und die ohnehin nur sehr geringen Mengen von Lebensmitteln einzukaufen, die über die Grenz« ge-bracht werden dürfen. Es muß dabei in Betracht gezogen werden, daß die Bewohner der an der Mut liegenden Orte Sladki vrh, Martja snezna Seile 4 Deutsche Zeitung Nummer 35 usw. früher ihre Produkte insgesamt in Mureck und Radkersburg verkauften und mit diesen Orten in engster wirtschaftlicher Verbindung standen. Mit Maribor war der wirtschaftliche Verkehr auch vor dem Kriege ein geringer, da die grobe Entfernung den Transport nicht lohnte. Noch viel weniger ist die« heute der Fall, wo die Preise für Lebensmittel und Wein so gering sind und in den meisten Fällen ein Fuhrwerk nach Maribor und zurück zwei Tage braucht. Dies« Verhältnisse haben es verursacht, daß die Bauern dieser Gebiete, unter denen sich auch viele Deutsche befinden, heute zum Großteil verarmt und verschuldet lind. Es wäre eine dankbare Auf-gäbe für den künstigen Abgeordneten des Grenz-aebietes, die maßgebenden Behörden auf diese un-haltbaren Zustände aufmerksam zu machen und für deren Besserung einzutreten. Der Fremdenverkehrsverband hielt vor einigen Togen seine Hauptversammlung ab. Aus den Berichten ist ersichtlich, daß der Verband unter Leitung seine» Direktors Loos einen aufzerordent-lichen Aufschwung genommen hat. Eine gut geleitete Propaganda, für die über 200.000 Dinar verausgabt wurden, bewirkt ein immer gröheres Ansteigen der Besucherzahl aller Orte in unserem Gebiete. Die Zahl der durch den Verband verkauften Fahr-karten stieg von 9046 im Jahre 1927 auf 80.179 im vergangenen Jahre. Die Draubanschast wurde im Vorjahre von 190.000 Fremden besucht, wovon 49.000 Ausländer waren. Aus dem Inlande kamen 141.000 Besucher. Unter den Ausländern kommen an erster Stelle die Oesterreich«, dann folgen die Tschechoslowaken. Reichsdeutschen und Italiener. Maribor besuchten 24.000 Fremde, davon 7300 Ausländer. Celje 12.400 (2940), Ptuj 1686 (717). Rogaska Slatina 6000(1250). Dobrna 2770(247), Radenci 920 (120). Lasko 1551 (63). Rimske To-plice 460(178). Logartal 1174 (164). Die Hütten des SPD wurden von 32.000 Personen besucht. Mchtig wäre auch, dah endlich unsere Straßen auf eine mitteleuropäische Höhe gebracht würden. Auch aus diesen wunden Punkt hat der Verband oft hingewiesen. JMuj Wen wählen die deutschen Wähler des Wahlbezirkes Ptuj? Ptuj, 29. 4. 1935. In einer Besprechung von Vertrauensmännern der deutschen Wählerschaft, di« heute hin stausand, wurde einmütig festgestellt, daß ein geschlossenes Vorgehen bei den kommenden Skupschtinawahlen unbedingt notwendig sei. Au« denselben Gründen, die im „Wahl-au fruf" der „Deutschen Zeitung" vom 28. April d. I. angeführt find, wurde einstimmig beschlossen, für di« Liste des Ministerpräsidenten Henn Bogo» ljub Jeotic zu stimmen. Fernn waren alle Vertrauensmänner einstimmig dn Ansicht, daß von den beiden Wahlweibcrn auf dieser Liste Herr Michael Breniic zu wählen sei. Es werden daher die deutschen Wähler des Wahlbezirkes Ptuj aufgefordert, am 5. Mai d. I. ihre Stimmen für die Staatsliste des Herrn Bogo-ljub Jevtic und zwar für den auf dieser Liste stehenden Wahlwerber Michael Brenciö abzugeben. Die Sprache verloren. Eine traurige Folge hatte eine Rauferei, die während der Oster-feintage in einem Dorf bei Ptuj stattfand. Dabei erhielt der Ardeiter Martin Risnar Schläge auf das Hinterhaupt und den Rücken. Er wurde be-wuhtlos ins Krankenhaus überführt. Dort stellte es sich heraus, dah ihm durch die Schläge zwei Wir-bei gebrochen wurden, wodurch Risnar die Sprache verlor. Ljubljana Bom österreichischen Konsulat. Das österreichische Konsulat in Ljubljana gibt uns be-kannt, dofo anläßlich des Staatsfeiertages des Bun-desstaates Oesterreich am 1. Mai beim Konsulate nicht amtiert wird Frau Dr. Fini Grohmann in Ljubljana hat dieser Tage als erste jugoslawische Rechtsanwalts-anwärterin beim hiesigen Appellationsgericht die Rechtsanwaltsprüfung abgelegt. Wir gratulieren! Zum Muttertag. Anläßlich des kommenden Muttertages am 12. Mai hat sich auch unsere Kulturbundortegruppe entschlossen, diesen Tag festlich zu begehen. Am Sonnabend, dem lt. Mai, um 5 Uhr S|S Kraljioa Marija die idealen, durch GQte und äusserste Billigkeit bekannten Mittel meer fahrten 21. V. - 4. VI. Spanien und Rivierafahrt — 5. VI. - 22. VI. KouKtantlnop«!, Varna 18. VII. - 3. VIII. Spanien und Asrlkafahrt — 4. VIII. - 19. VIII. Slzlllenrtlse 9. X. - 28. X. Aesypteu und Palestinafahrt von nur Dinar 3.500» — aufwärts Die Reinen beginnen und enden in SuS&k. — Da» Schiff hat nur I. Klaaae, Schwimmbaaem, Tanzmusik usw. auf Bord. Freie Bahnfahrt ans der Rückreise Prospekte, Auskünfte, Platzsicherung, Valuten REISE- UND VERKEHRSBUERO „PUTNIK" CELJE, Tel. 119 MARIBOR, Tel. 21-22 nachmittag«, werden unsere Kleinen — diesmal «nz ohne Mitwirkung der „Großen" — im eihen Union-Saale iw einfacher aber umso inni-gner Form den Eltern für all ihre Mühe und Liebe herzlichen Dank sagen. Die bunte Vortrogs-ordnung werden wir noch bekannt geben. Wirtschaft u.Verkehr Deutsche Wirtschastsnotizen Starter Rückgang der Arbeitslosigkeit Dn März dieses Jahres brachte einen Rückgang dn Arbeitslosigkeit in Deutschland gegenüber dem Vormonat, und zwar um rund 415.000, wobei zu beachten ist, dah in« März zum ersten Alal die über 50.000 Erwerbslosen des Saargebietes mit berücksichtigt worden sind. Erfreulich ist e», dah der Rückgang sich nicht nur aus die sogenannten Saison-berufe erstreckt, sondern mit 170.000 Wiednbeschäf» tigten auch der Belebung der übrigen Wirtschaftszweige zugute kam. Am stärksten war die Belebung naturgemäh im Baugewerbe. Starke Zunahme de» ttraftfahrzeugverkehr« Im März wurden im Reiche 29.683 Kraft-wagen neu zugelassen, das sind 69*/- wehr, als im Vormonat und auch im März 1934. Die Zu-lassungen von Krafträdern haben sich verdreifacht, dir der Personenwagen ist um l/3 gestiegen, bei den Lastwagen und Autobussen ngibt sich eine Zunahme um 11%. Der Außenhandel im März Die deutsche Ausfuhr ist im März von 302 Millionen RM im Februar auf 365 Millionen RM gestiegen, also um über 20%. Es ngibt sich mithin ein Ausfuhrüberschutz von 12 Millionen RM. während der Februar einen Einfuhrüberschuh von 57 Millionen RM aufwies. Bei der Beurteilung dieser Zahlen ist abn zu beachten, dah im März zum ersten Mal da» Saargebiet als Teil des Reiches berücksichtigt worden ist, was naturgemäß zu einer gewissen Besserung der deutschen Handels-dilanz führen muhte. Stand der Kulturen Celje, Ende April. Die Winterfaaten im Bezirk Celje find gut durchgekommen. Der Anbau von Kartoffeln und Mais sowie die übrigen Feldarbeiten gehen dem Ende entgegen. Die Entwicklung dn Pflanzen ist abn wegen der Fröste und der ununterbrochenen kalten Winde, die den ohnehin nicht ausgiebig feuchten Boden park austrockneten, gegen die Durch» schnittsjahre um eine Woche zurück Dvr Graswuchs lägt zu wünschen übrig. Die Obstbäume haben im allgemeinen gut angesetzt, ausgenommen Birnen. Di« Ortschaften, die im vorigen Jahr Obst halten, sind Heuer natürlich schwächer daran. Die Marillen haben durch die Morgenfröste nicht gelitten; die Früchte haben schon Klembohncngröhe. Die Pfirsiche sind im Abblühen, die Kirschen, Zwetschken und das übrige Steinobst stehen in vollster Blüte, sie werden von den Bienen fleißig beflogen, was auf die Fruchtbarkeit der Ansähe schlichen läßt. Aller-dings ist das Wetter regnerisch, sonst würden auch die Aepfel in einigen Tagen aufblühen. Die Singvögel machen sich aus den aufgehenden Blütenknospen viel zu schaffen, was auf das Vorhandensein von tieri» schen Schädlingen hinweist. * Die Weinfechsung in Slowenien betiUg im vngangenen Jahre 266.625 Hektoliter gegen 270.473 im Jahre 1933, 559.133 im Jahre 1932, 493.687 im Jahre 1931, 361.362 im Jahre 1930 und 236.805 Hektoliter im Jahre 1929. Die Weingarten fläche nimmt in den letzten Jahren zu. Jugoslawien auf der Mailänder Messe. Dieser Tage wurde in feinlichn Weise die Mai-länder Messe eröffnet. Es sind insgesamt 33 aus-ländische Staaten vertreten, hievon 16 Staaten amtlich mit eigenen Pavillons. Die Gesamtzahl dn Aus-stelln beträgt 7084. Jugoslawien nimmt gleichfalls mit einem eigenen Pavillon teil, dn einen ausgezeichneten Eindruck macht. Oesterreichische Alpine Montangesell-schaft. Der Geschäftsgang hat sich im Jahre 1934 besser als im Vorjahre gestaltet und auch aegen-wärtig hält die günstige Entwicklung des Eisen-a b s a tz e» unvermindert an. In hohem Grade profitieren die Eifenwnke der Alpine besondn« von den Schienenbestellungen der Bundesbahnen, die be-reit« vergeben sind, da etwa 130 km Geleise schon unmittelbar nach Oitern ausgewechselt werden sollen. Dagegen läht da« Kohlengeschäft — nicht zu-letzt infolge der von der gesamten österreichischen Kohlenindustrie al« unzulänglich bezeichneten Be stellungen dn Bundesbahnen — nach wie vor sehr viel zu wünschen übrig. Infolge des unbeftiedi-genden Kohlenabsatzes war die 'Gesellschaft gleich anderen Unternehmungen dn Braunkohlenindustrie, genötigt, Betriebseinschränkungen und Arbeitnent-lassungen vorzunehmen. Sport Neuer deutscher Weltrekord. Eine deut-sche Sportlehrerin aus Giehen konnte durch eine ausgezeichnete Leistung im Seqelflug einen neuen Frauen'Weltrekord aufstellen. Mit einem Segelflugzeug des Typ» Rhönadln hielt fie sich 11 Stunden und 28 Minuten in der Luft. Der Einfluh des Liedes Der Wiener Prof. Dr. Hamburgn erklärte in einer Aerztesitzung, dah Musik und Gesang sehr stark auf das Befinden dn Säuglinge wirkten. Be-sonders Wiegenlieder mit ihrem einfachen und klaren Rhythmus, die auch von allen Naturvölkern gesungen werden, sollen grohen Einfluh auf die Verhinderung organischer Wachstumsstörungen beim Säugling haben. Hamburgn ist der Ansicht, dah das alte Wiegenlied wieder in die neuzeiüichen Kinderkliniken einziehen soll. Der Schatz In einer Dorfschule wird in dn Religion?» stunde die Bibelstelle gelesen: „Wo eun Schatz ist, da ist auch euer Herz." Dazu fragt der Lehrn: „Was ist denn hier untn dem Worte Schatz zu ver-stehen?" Die kleinen Baunnmädel, die sich erst »er-ständnisinnig angeschaut und in sich hineingekichert hoben, kommen in Verlegenheit. Auf das wieder-holte Drängen des Lehrns wagt sich abn doch endlich eine heraus und sagt halb verschämt und halb verschmitzt: „Unse Anna hat een." k. b. w. Juuge Frau mit besten Referenzen, mehrjähriger Praxis im gesamten Hotel- und Kestaurationebetrieb, nowie Üekonomie nebt entsprechende Stelle, auch in größerer Privatwirtschaft oder Handelsunternehmen. Gefällige /nachritten aa die Vei waltung des Blattes. Trucker, Verleger und Herausgeber: kereiiebulbdruckerei „Celeja" in Celje. — Verantwortlich für d«n Herausgeber und.veraptwortltcher Schriftleiter: i. V. helfried Pah in keljt Für die Trucker«! verantwortlich: Joies Lmhart in Celje.