Nummer 19. Wett«», >m 11. M«i 1902. XIII. A>hrsa»g. PettauerZeitung. Erscheint icdeiiFonntSg. Brei« für «rttou mit Zustellung in# Hau«: Monatlich «0 d. vierteljährig K i.*\ halbjährig K 4.80, ga»jtähria K 9.—, mit Postoersenduiig im Inland«: Monatlich »ö k. vierteljährig^ X 2.60, halbährig K 6.—, ganMrig K 9.S0. — «inzelne Rummern 20 h. Handschriften werden nicht jurückgestellt. «nkaydigungen billigst"berechn«/ - «Ptttäge sind erwünscht und wollen längsten« bi» Freitag jeder Woche eingesandt werden. Beschlagnahmt. Die letzte Nummer der „Pettauer Zeitung" verfiel der EonfiScation. Die Ursache der Beschlagnahme bildete der Leitaufsatz „Steuermoral", dessen größerer Teil dem Rotstifte der Eeusur verfiel. Da» k. f. Kreisgericht Marburg gab zwar mit dem Erkenntnisse vom S. Mai d. I.. Z. V! 6/2, einige der beschlagnahmten Sätze wieder frei, bestätigte aber bei den anderen die Be'cklagna^nie auf Grund de« § 800 6t.«®. Da die Auflage SamStag abends beschlag» nahmt wurde, war es nicht mehr möglich, eine zweite Auflage unter Hinweglaffnng der bean-stand,ten Teile des LeitaufsatzeS fertig zu stellen, umso weniger, ol« der nächste lag eln Sonntag war, an dem nicht gearbeitet werden darf. Indem wir unseren verehrten Abnehmern das zur Kenntnis zu nehmen und der angeführten Gründe wegen den Autfall der letzten Nummer zu entschulmgen bitten, gestatten wir un«. darauf hinzuweisen, daß in der lrtztcn Woche gerade daS Kapitel „Tleuermorol" in den deutschnationalen Wochenblättern Steiermarks recht eingehend besprochen wurde. Die Eillier .Deutsche Wacht" brachte i» ihrer letzten Sonntagsnummer vom 4. Mai den Artikel .Steuerfragen" und da« „Grazer Wochen-Matt" als Leitaussatz .Au« der Rede des Abge» ordneten Malis, ebenfalls über daS gleiche Thema. Kurze Zeit vorher wurde in einer Versammlung in Marburg, welche ebensallS die heutige Praxis der Steueret n schützung und der Steuermoral zum Gegenstände hatte, eine Reso» lution angenommen, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig läßt. Freilich waren die beiden oben genannten Blätter so vorsichtig, die immune» Abgeordneten Walz und M a l i k als redende Personen an« zuführen, welche die Eensnr zum Glücke für die anderen nicht immunen Staatsbürger, nicht er-reichen kann.' Laust und Grethchen. Eine realistische Etudi« von M»x Hirschfeld «Schluss.) ES ist nicht zu sagen! Du hättest mir doch den Halsschmuck geschenkt! Du vergißt ganz, daß ich den Schmuck dem Herrn Pfarrer übergeben habe. Und einer solchen Kleinigkeit wegen solltest Du nicht erst lange den Mund aufmachen.--. Habe ich recht gehört, daS Leben wäre Dir verleidet? Früher, als Du noch nicht mit mir verheiratet warst, ist Dir das Leben wohl sehr angenehm gewesen? Oder hast Du vergessen, wie Du mir neulich erzähltest, daß Du versucht hättest. Dich in der Osternacht zu vergiften? Nur die Engelsstimmen, die Du gehört Hüttest, so erzähltest Du, hätten Dich davon zurückgehalten. DaS werden nette EngelSslimmen gewesen sein. Selbstverständlich hattest Du wieder einmal zu viel getrunken und da hattest Du Deine Ein» bildungen-- Wir ließen leider diese Vorsicht außeracht und daher konnte der Rotslift ungehindert seines Amte« walten und er tat e«. Und worin hatten wir unS gegen daS Ge-setz vergangen? Blos darin, daß wir den nach« folgenden Absatz de« Artikels .Steuerfragen" der '„Deutschen Wacht" vom 4. Mai d. I. Nr. 36. brachte: > ' „Man behatftle (wie Abgeordneter Walz in der Debatte über da» Eapitel .Direkte Steuern" ausführte), die Bevölkerung, als ob sie kein Ber» trauen verdienen würde, als ob alle Leute Lügner wären. Jeder wird gut tun. nicht zu rekurrieren, denn der Erfolg dieser Rekurse sei immer nur eine Borladung und chieanöse Aus-nähme von Protokollen. Wenn die Steuermoral gebessert werden soll, müssen die Steuerorgane damit anfange», solange aber bie Bevölkerung glaubt, daß der Steuerinspektor darauf ausgeht, sie möglichst hoch zu beftenern, kann man e« ihr nicht verübeln, wenn sie möglichst niedrig fatirt. Die Teilname der Bevölkerung bei den Einschä-tzungen haben einen ganz gerwgen Wert." Der ganz gleiche Geda'tke-aaug log unserem Leitanfsatze zu Grunde. Er behandelte da» gleiche Lied, nur in einer auderen Melodie. Wir werden in Hinkunst ebenso vorsichtig sein, irgend einen immunen Abgeordneten als re-dende Person anzusühren, denn eS scheint, daß da« heute der einzige Blitzableiter ist. an dem der Rotstift der Censur, ohne materiellen Schaden auzurichtcn. niedergleitet. Und da« .Grazer Wochenblair, welche«, wie schon oben gesagt, in seiner Nummer eben-sallö vom 4. Mai d. I. al» Leitaussatz einzelne Bruchstücke aus der Rede des Abgeordneten Binzenz M a l i I iii der Sitzung de« Abgeord-netenhauseö vom 23. April unter der Spitzmarkt: „Au« der Rede dc« Abgeordneten Malik" bringt, sagt zum Schluß? deS Artikel«, Seite 3 der Nummer: — „Endlich führt der Redner (Malis,) eine Reihe von Quälereien der Behörden, zumal bei der Bemessung und Borschreibuug der Personal- Du hättest jetzt immerhin ein schweres Leben? sagtest Du. Habe ich es etwa leicht? Den ganzen Tag muß ich hernmarbeiten, uni Deine Sachen in Ordnung zu halten: Und wenn Du mir gar so ein Tier, so einen schwarzen Pudel mitbringst. der die Stube voll Schmutz trägt-- Du wünschest. mich nie kennen gelernt zu haben? Ja waS soll ich denn erst sagen? Wie hätte eS mir erst gehen können! Wenn gute Freunde Dich nicht erst an Deine Pflicht gemahnt hat-ten,' mich zu heiraten. Denkst Du denn, ich hätte eS nicht gemerkt, wie eS von vorn herein Deine Absicht war. mich armeS Geschöpf inS Unglück zu bringen?-- • Wirklich? Du hättest eS bewiesen, daß Du eS mit mir aufrichtig gemeint hättest? Nu ja. recht aufrichtig! Ich glaube gar, Du willst mir einreden, daß Du mich noch liebst. Und wenn man e« wirklich aufrichtig meint, mutet man seiner Frau nicht zu, in dieser feuchten UniversitätSwohnung zu kampieren, anstatt, wie andere Proffessoren in« GeheimratSviertel zu einkommensteuer vor und schließt nach der Auf-jählung weiterer Übelstände seine Rede mit den Worten: „Seine Excellenz möge sich eingehend mit all jenen Dingen besassen, nachdem er einen be» deute, den Ruf als Nationalökonom genießt und beweise», daß er Aute Dinge nicht nur in der Theorie und in seinen Bücher», sondern auch in der Praxis, in der wirklichen Anwendung in diesem Reiche zu vollbringen vermag. Er inötze Mut sassen und jene Kreise zur Steuerleistung heranziehen, wo da« Geld ist. nicht aber dort pressen, wo die Bevölkerung ausgepreßt und nicht« mehr zu haben ist, sonst kommen wir auf den Standpunkt aller jeuer Länder, welche da« vor nn« qetan habe», wie Spanien und manche« andere Land. (Abgeordneter Dr. Eisenkolb: Steuerbedrückungen sind immer das Zeichen eine« zugrunde gehenden Staates!) So ist es! So wie bisher — da« richte ich an die Adresse der Re-gierung — geht e« nicht mehr. So wie bisher treibt die Finanzverwaltung uns und die Bevöl-kerung zu dem, was wir anf jeden Fall vorbe-reitcnd im Auge behalten werden: zur Steuer» vcrweigerung! (Lebhafter Beifall und Hände» klatschen. — Redner wird beglückwünscht.)- Vierzig Jahre. „RechnungS-Abschlub der Sparkasse der landeS» fürstlichen Kammerstadt Petiau für da« 40. Ge» schästsjahr 1901." So steht zu lesen aus dem ungemein nett ausgestatteten Hefte, dessen Inhalt in knapper und doch klarer und übersichtlicher Form ziffermäßig die Tätigkeit eine« Geldinsti-tute« nachweist, welche« durch vierzig Jahre als ein hervorragender Faktor im volkcwirljchaftliche» Leben eine« weilen Kreises in stiller und emsiger Tätigkeit gewirkt tat. Eine Tätigkeit, deren segenbringender Einfluß da« Aufblühen der Stadt Pettau so mächtig sörderu hals, daß die Leitung diese» Geldinstitute« heute mit gerechtem Slolzc sagen kann: Da« Ausblühen der Gemeinde-Spar» ziehen. Freilich zum Get>eimrat hast Du e« noch nicht gebracht, nicht 'mal 'nen lumpigen Orden hast Du. Und man muß sich'« gefallen lassen, von ander» Fraue» über die Achsel angesehen zu werden.---- So? Die Professorin Wagner wäre doch sehr freundlich zu mir? O, ich weiß den Grund sehr gut: weil ihr beide ein Techtelmechtel habt. Aber ich werde dem armen Menschen, dem Wag» uer ein Licht oussttcken--- Ach Herjeh! Na da hört alle Gemüthlichkeit aus! ich soll mit dem Baecalaureu« kokettirt haben, der neulich bei uns zu Tische war. aber er hätte mich alte Schachtel nicht angesehen? Da habe» wir'S, da« ist der Lohn für all' meine Liebe und Treue. Ach. Himmel, unsere armen sech« Kinder! Solch einen Rabenvater zu haben! Aber daS kommt davon, wenn man seinem Manne stets den Wille» läßt. Walte Du, morgen ver-stecke ich Dir die Stiefel und den Hausschlüssel. O — ich — armeS — verraleneS — Weib!" (Sie schläft weincnd ein.) casse hatt« auch da« Aufblühen der Stadt im Gk'olg! Au» bescheidenen Anfänge» hat sich da« Ja» stitut emporgearbeitet und die Ziffern de« Rech-nung«abschlusse« de« vierzigste» Se!chasl«jreS verglichen mit den Ziffern der ersten G-tzung wird verlesen und in seiner Faffuug ge-nehmigt. Acl 2. Bor Mitteilung der Einläuft bringt der Vorsitzende folgenden Antrag rin: Nachdem der Anlaß, aus w«lchem Herr Bürgerm«ister O r « i g die ««tSgejchäfle mir üb-rgcbcii hat. durch die Erklärung der Sachverständig«« auf eine Weise aus der Welt geschafft wurde, die wir ja alle vorherg«srh«u hab«», so beantrage ich, Herrn Bürgermeister zu bewegen, daß er »un-mehr wieder die Amtsgeschäft« selber übernehme und weiterführe und bin erbötig, den Beschluß des Gemeinderates de« Bürgermeister mitzu-teilen. Dieser Antrag wird einstimmig zum B«-schluss« erhob«» uud der H«rr Borsitzend« ermäch-tigt, denselben zur Kenntnis des Bürgermeisters zu bringen. Sohin erfolgen die Verlesungen der ver-schiedenen Einläuft, von denen besonders hervor-zuHeben sind: ») Erlaß betreffend die gewährte Steuer-ft«ih«it sür's Studentenheim, was einer Minder-ausgab« jährlicher 800 bis 1000 K entspricht und txn b) Erlaß betreffend die permanent« Steuer-befreiung de» Obergymnasium». o) Dank Sr. Excellenz des Herrn Statt-Halter» für die von der Stadt Pettau gewidmeten 200 Kronen für den Notstandssond». d) Erledigung der Eingabe wegen Einfüh-rung obligater stovenischer Lehrcurie dahin, daß in den nächst«» Jahre» ohnehin «in 3. sloveni-scher Enr» in Aussicht genommen sei. «) Dank 'i«s Ausschusses für das 6. deutsche Säng«rbund«sftst in Graz für di« gewährte Spende. k) dann Zuschrift des Eisenbahn-Ausschusses inbetreff des Baues der Bahn Marburg-Wie«. Ad 3. Der Sections-Antrag: Da« Ansu-chen werd« dem hiesigen Handels-Gremium zur tunlichste» Berücksichtigung zugefertigt, da die Stadtgtmeinde ohnehin die Subv«ntion zum BildungSzw«ckr für di« jüngere» Kaufleute (Fortbildungsschule) gewährt uud ferner noch eine ganz« Menge anderer Subventionen für allge-meine und Fachbildungszwecke jährlich leistet — wird angenommen Ad 4. Der Sectionsantrag: dem Museums-vereine für Inventar- und Katalog-Ergänzung beziehungsweise Neuanfertigung eine Unterstü-tzung zu gewähr«», kann au« d«n gleichen Grün-den dermalen nicht willfahrt werden, wird an-genommen. Ad 5. Der Section«-Anlrag: Für die Bücherei einen Betrag zu leiste», der die Ausgab« für den Zins einr« neuen Cccosrt decke, wird, da diese Unterstützung blo» 2 K monatlich beträgt. angenommen. Ad 6. Der Sectionlantrag: ES seien feiten* der Gewerbesection die genauen Erhebun-gen zu pflegen und darüber in der nächsten Ei-tzung z» berichten, wird angenommen. Ad 7. Der SectionSantrag, die betreffenden Borlagen wegen Abänderung der Schlachthaus« ordnung zu prüfen und unter eingehender Be-nchterstattung in der nächsten Sitzung auf die Tagesordnung zu setzen, wird angenommen. Ad 8. Die Sektion beantragt, au» de» Gründen einer bei den bedeutenden Ausgaben der Stadt-gemeinde, besonders für humanitäre und Bildung»-zwecke, gebotenen strengen Haushaltung mit den verfügbaren Mitteln, das Ansuchen dermalen ab-zulehnen. Wird angenommen. Ad 9. Der Antrag deS G -R Dr. Treitl, sich der Petition der Stadt Reichenberg anzu-schließen, wird ohne Debatte angenommen. Ad 10. Nachdem Referent. Herr Ob»rlehrer G.-R. Stering. den Antrag de« Stadtschulrate» Petta», die „Errichtung einer Landes-Erziehung«-anstatt für verwahrloste, schulpflichtige Jugend" eingehend motiviert und mit verschiedenen Bei-spielen über den ungeheuer schädlichen Einfluß solcher verwahrloster Schulkinder auf daS ganze Schüler-ErziehungSwesen grell illustrierte, wird sein Antrag, daß die Errichtung einer solchen Erziehung»-Anstalt im Lande vom Gemeinderate anzuregen sei. angenommen. Ad 11. Der SektionSantrag: Gegen die Ein-führung neuer Biehmärkte in Luttenberg ist feine Einwendung zu erheben, wird angenomme». Ad 12. Die Sektion. Referent S.-R. Kratzer, bringt die Geneigtheit de» Herrn Grasen I. Her-berstein. betreffend die Überlassung eincS Grund-stückes al» Baugrund für eine neue Kaserne um den Prei» von fr 20.200 zur Kennte V? Ge-meinderateS und beantragt, daß der Kauf voll-zogen werde, wen» die angrenzende» Grund-stücke, die i» der Nachbar^emeinde liegen, dem Stadtgemeindegebiete Pettau einverleibt werden würden. — Der Zusatzantrag G.-R. Roß manns: E« seien dieserhalb Schritte durch da» Stadtamt vorzunehmen, ergänzt den SektionSantrag. Nach eingehender Debatte werden beide Anträge zum Beschlusse erhoben. Ad 14. Die Sektion beantragt: ES sei gegen die Übertragung de» fraglichen Brantweinschaoke« in ein andere», in der Nähe gelegene» Lokal unter der Bedingung keine Einwendung zu er-heben, wenn der SanitätSreferent in Bezug auf die sanitäre Eiguung des neue» Lokales für de» gleichen Zweck Anstünde nicht erhebt. Angenommen. Ad 14. Der SektionSantrag: SS seien über die in dem betreffende» Ansuchen angeführten Gründe eingehende Erhebnngen zu pflegen und darüber in der nächsten Sitzung Bericht zu er-statte», wird angenommen. Ad Ib. Der SektionSantrag: Dem Ansuchen der Gymnasial-Direktion um Beschaffung eines Glaskastens für die Sammlung naturhistorischer Objekte Folge zu geben, wird genehmigt. Ad IV. Der SektionSantrag: Die Bau-Sektion möge an Ort und Stelle die geeigneten Erhebungen pflegen und in der nächsten Sitzung darüber Bericht erstatten, wird angekommen. Ad 17. Der Sektionsantrag: Die Finanz-und Bau-Sektion zu beauftragen, die geeignetsten Erhebungen an Ort und Stelle vorzunehmen und in der nächsten Sitzung Bericht zu erstatten, wird zum Beschlusse erhoben. Ad 18. Dem S>ktionSa»trage: Der bezüg» lichen Petition, betreffend die Bahnverbindung Marburg-Wie», seitens der Stadtgemeinde-Ver-tretung zuznstimme», wird Folge gegeben. Ad 19. a) G.-R. Roßmann beantragt die Ausnahme eines Mannes. der die Arbeiten und auch die Überwachung de» Parkes zu über-nehmen habe. Bei d,m Umstände, al» heute nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene die bereits blühenden Pflanzen in den Anlagen iörm-lief) devastiere», sei besonders eine strenge Über- wachung notwendig, wenn die Anlagen überhaupt al» solche noch weiterbestehen sollen. G.-R. Kratzer unterstützt diesen Antrag, der st,'>in an« genommen wird. d) G.-R. Kasimir maqt auf den Zustand de» Ufergeländer« im Teile oberhalb de« runden Turme« aufmerksam und beantragt die Au«-befferung diese» Geländer» und eineu neuen Anstrich desselben. Desgleichen wünscht er die Fort-fetzung der Pflasterarbeiten, besonder» aber die Herstellung de» Pflasters an Stellen, wo seinerzeit die GaSleilungSrohre gelegt wurden. Zustimmung. c) G R. Kratzer beantragt, wegen Ein» führung des neue» Frühzuge» an Herrn Hofrat Eger ein Telegramm zu richte», in dem die Befriedigung über daS Entgegenkommen der Bahn-Verwaltung in dieser Sache ausgedrückt wird. Zustimmung. d) G.-R Dr. Treitl macht aus die bereit» eingetretene Notwendigkeit der Straßenbespritzung aufmerksam. Sohin Schluß der öffuitlichen und Beginn der vertraulichen Sitzung 10 Uhr abend». Von der Woche. Der fteirische Landtag. Letzten SamStag und Montag tagte der fteirische Landtag. Er beschloß mit großer Mehr-heit die Garantieleistung deS Landes für daS 14 Millionen-Anleihen der Stadt Graz. Dagegen stimmten die clericalen Abgeord-neten und die Abgeordneten Baron R o k i-t a n «k y und Dr. Reicher, der »ach den Blättermeldungen vom 9. d. M. sein Mandat niedergelegt hat. Die Delegationen sind Heuer in Budapest zusammengetreten. Sie finden unter anderen zu erledigenden Ausgabe» daß vom Kriegsminister für da« lausende Jahr 1902 beanspruchte MchrcrsorderniS von 38 Mil-lionen zur Reorganisation der Artillerie und im Budget sür daS Jahr 190» ein weiteres Mehr-erfordernd von 8 32 Millionen, ebenfalls für HeereS- und MarineauSlagen Übrigens ist e» recht tröstlich, daß im Motivenberichte gesagt wird, e« werden die diesbezüglichen Forderungen keine»fall» über den Betrag von 40 Millionen hinausgehen. „Der Friede ist ein teueres Gut!" wird stets behauptet Gewiß ein sehr teueres Gut! Eine Abfuhr. In einer am 7. Mai zu Innsbruck abge-haltenen Wählerversammlung be» 3. Wablkörper» erhielten endlich die Schbnenaner unter Führung de» Dr. Lantschner, welche wieder einmal die Deutsche Volkspartei in ihrer gewöhnlichen Art anrempelten und ihr neben der Wolfpartei „Un-anständigkeif vorwarsen. die gewünschte Abfuhr. Dr. Erler entgegnete unter stürmischem Beifall, daß eine Partei, wie die SchönererS, die durch ihr unqualisicirbareS Benehmen zeige, daß sie daS Deutschtum ausS tiefste schädige, nicht be-rechtigt sei, irgend jemandem „Unanständigkeit" vorzuwerfen! Aus Stadt und Land. fpcrjonalnachnchtcn.) Statthaltereirat Gras AttemS wnrde zur Leitung der k. k, BezirkShanpt-mannfchast Marburg designiert und wird feinen neuen Posten ehestens übernehmen. Herr Statthal-tereirat Graf AttemS ist eine selten conciliante Natur, die es vortrefflich verstaub, trotz strenger Dieiistführung sehr bald ein ganz besonderes Vep trauen in seine Person als Chef des politischen Bezirke« und eine mit warmer Zunciguug verbundene Hochachtung als Mensch zu erwerben, waS einem höheren AmtSchei heute nicht leicht wird und teilt Chef der politischen Verwaltung eines Bezirkes, wie der Pettauer Amtsbezirk, febr schwer ge»iad)t wird. Daß man den .Herrn Stallhaltereirat nur sehr ungerne ziehen sieht, ist einer der Be- weise, wie beliebt er sich zu machen verstand, ohne je nach Popularität gehascht zu haben. (protestantischer G»tte«twlft.) Der nächste protestantische Gottesdienst findet Pfingstsonnüig den 19. d. M. um 11 Uhr im Musikverein», saale statt. Am selben Tage um 10 Uhr Bormit-tag wird im Lehrzimmer l die alljährliche Ge-meindeversammluna abgehalten, wozu die Gemein-demitglieder zu erscheinen eingeladen werden. Der Gottesdienst am Ehristi-HimmelfahrtStage entfiel, nachdem Herr Bicar L Mahnert verreist ist. (Dr. Kühlt Sainik f.) Dr. Rudolf Sadnik, k. k. Ober-Bezirk«arzt. ist gestern SamStag den 10. Mai nach längerem schweren Leiden gegen 11 Uhr vormittag« gestorben. Dr. S a d n i t war ein außergewöhnlich tüchtiger und ungemein gewiffenhafter Arzt, der in »oeiten Kreisen ob seiner vortrefflichen Eigenschaften sowohl al« Mensch wie al« Arzt von de» ihm Näher-stehenden seine» stets zuvorkommenden, immer hilfebereiten, freundlichen Wesen« hochgeschätzt war. Der Verblichene, welcher »och im schönsten Mannesalter stand, hinterläßt eine Witwe und vier Kinder, von welchen der älteste Sohn Rudolf »lud. med. ist, während die älteste Tochter Charlotte an den ehemaligen hiesigen AmtSvor-stand Dr. Ulrich, dermalen bei der LandeSre-gierung in Sarajevo, verheiratet ist. Da« Leichen-begängn!s findet Montag Nachmittag 4 Uhr statt. gt>« Pett«») hielt am 4. d. M im txuüdjen Berein»hauie unter dem Vorsitze de» Herrn Statio»»vorfta,»dk» R e u> mann ihre satzung»gemäße Vollversammlung ab Zum ersten Punkte der Tagesordnung (Bericht über Wnnbaugenosseuschojlea in Deutschland) sprachen die Herren Perko und Dr. Ambra» s i t s ch. welch letzterer die anschauliche» Au». Wrunge» de» Herrn Perko dahin zusammen sagte, daß da», wa» in Deutschland möglich sei, auch in Oesterreich erreichbar sein müsse. E» sei notwendig, mit alle» Kräften danach zu streben, daß dem vornehmsten Zwecke der Weinbaugenos-senjchaft, der Weinverwertung. entschiedener Bor-schud geleistet werde. Vermute Straft große» schafft! Mit diesen Gunerkunaen war dem nächsten Berichte der Weg geebnet. Berichterstatter Herr S t e u d t e betonte zum zweiten Punkte der TageS'Ordnung (Bericht wegen Ankaufe» der .Reuen-Welt") welch' bedeutende Vorteile für die Weiiibaugenossenschust durch den Ankauf die-ser Realität zu erwarten seien. Der Preis sei dem Werte entsprechend, die Räumlichkeiten zur Aulage einer GenossenschastSfellerei geeignet. Herr Steudte erklärte hierauf den Nutzen einer GeiioffenschastS-tellerei und schlug schließlich folgende Resolution vor : 1. Die hier versammmelte» Mitglieder der Weinbau-Geiwssenschast in Pettau beschließen, die Neue Welt" für Genossenschastszwnße zu erwer« den und die löblich« Direktion der Pettauer Sparkasse zu bitten, den Kaufpreis bis zur Er» langung eines anderweitigen unverzinslichen oder zu mindesten» eine» niedrig verzinslichen Dar-lehenS vorzuschießen. 2. Die GeiiossenschastSvor-stehung wird beauftragt, zur Durchführung die-se» neuen Unternehmens durch den llentralder-band sowohl beim Lande al» auch beim Staate um ein unverzinsliche» oder zu mindestens um ein niedrig verzinsliche» Capital anzusuchen. 3. Wei-terS wird die Genossenschaft beauftragt, für di« Bestreitung der Regie und Haltung eine« Fach-manne« zur Durchführung der Kellerwirtschaft bei der löblichen Stadtgemeinde, beim Genoffen-schastSverbande. beim Lande und beim Staate um Subventionierung anzusuchen. Diese Resolution wurde einstimmig angenommen. Hierauf folgte als dritter Punkt der Tagesordnung der Eaffabe richt und die Neuwahl de» Ausschüsse». In den Ausschuß wurde» folgende Herren ge> wählt: Dr. Ambrositsch. Jos. Lesko sch eg g. Neu mann, Or » ig, Perko. Roß mann, Sadnik, Sellinschegg, Schul-sink. Steudte. Für den A»sstcht»rath wurden die Herrn Goriupp, Kasimir. Sima und Stary bestimmt. (Die berühmt« Künstler Hooes ni) -Fty,) welche, wie man un» mittheilt, hier spiritistische Vorstellungen veranstalten, werden von einem bedeutenden Wiener Blatte folgendermaßen beurteilt: .Die Wunder de» Spiritismus ent-hülten sich Sonntag Abend» dem wieder so zahl-reich erschienenen Publikum in der Vorstellung, welche Herr Home» und Frau HomeS-Fey veranstalteten. Alle die verblüffenden Experimente, womit die Spiritisten leichtgläubige Seelen bethören und in ihren Bannkreis ziehen, wurden von Frau HomeS-Fey in gelungenster Weise vorge-führt. Ans dem reichhaltigen, interessanten Programm seien nur die Glanznummern erwähnt. Frau HomeS-Fey läßt sich von Herren au» der Versammlung hinter einem Vorhang an Händen uud Füßen mit starken, gewöhnlichen Stricken an einen Stuhl binde», und einer der Herren nimmt »eben ihr Platz. Nach wenigen Secunden werden die verschiedensten Dinge au» dem Vorhange geworfen, ein Schuß wird abge-fern'«, dem Herr» neben der Künstlerin wird der Rock ausgezogen u. s. w. Geht aber der Vor-hang dann in die Höhe, so ist Frau Home». Fey genau so angebunden wie vorher, wovon sich jedermann au» dem Publikum Überzeugen dars. Den Höhepunkt der Leistungen beider Künstler bildet das Seh- und Riech-Medium. Mit verbundenen Augen sitzt die Dame mitten ans der Bühne: während Herr Home» im Saale um-hergeht und sich vom Publikum die verschic-densten und seltensten Gegenstände reichen ließ. l Frau HomeS-Fey erriet nicht nur di« Ding« selbst, sondern auch die Jahreszahlen der Mün zen, die Namen der Bisitkarten, ärztliche In strume»te Lose und die Serien und dergleichen mehr. Ihre Leistungen verdienen in der Tat ebenso wie die de» Herrn Home» al» Gedacht !ii»künstler da» uueingeschränkteste Lob." Gegen wärtig gastiert da« Küusllerpaar im land-schastlichen Rittersaale in Graz mit glänze »dem Erfolg. Dieser hochintereffanten Vorstellung darf mit Spannung entgegengesehen werden. Der Kartenvorverkaus befindet sich in dem Haupttabakverlag bei Herrn Josef Kasimir. er.) Dienstag de» 6. d. M zwischen 1I%10 und 10 Uhr Bormittag wurde vei der Eentrale ein Schadens euer gemeldet und bald darauf festgestellt, daß dasselbe auf der städtische» AdelSberger Realität anSgebroche» sei. Bald daraus war auch die freiwillige Feuerwehr am Wege zum Brandobjecte und deren raschem Eingreifen ist e» zu danke», daß der Brand ans de» an da» Wohnhau» angebauten Schoppen be schränkt blieb. Das Objekt ist versichert. Die Brand-Ursache ist bi»her noch nicht festgestellt, doch kann da» Fener in dem unbewohnten und unbenützten Schoppen kaum durch Unvorsichtigkeit veranlaßt worden sein. Ob eine vorsätzliche Brandstiftung vorliegt, konnte bisher nicht sichergestellt werden (Slitstmari.) Die Witwe Maria P «11«t wurde am 1. Mai in ihrer Woh»»ng in der Drauaaffe erhängt aufgefunden und die Leiche in die Totenkammer de« städtischen Friedhose» überführt. (I« Z«tercss«ute» Statte) war in der Nummer 17 unter andern auch da» Bild eine» beim LaudeSgerichte Wien in Haft befindlichen Manne» abgebildet, dessen Angaben Über seinen Namen und seine Verhältnisse sich al» falsch er» wiesen. Im Lause der verga»genen Woche kam die hier wohnende Theresia C « ch zufällig in die Wachstube der Sicherheit»wache, sah dort da» Blatt liegen und erkannte sofort in der Abbil-duug einen sicheren Josef S t«i n«r, der sie vor längerer Zeit bestohlen hatte und der bereit» steck-brieflich verfolgt erscheint. (I» Achrrzt) rangen die beiden Bauern» söhne Johann B e r t i C nnd Franz Petroviö in Unter-Belovlek am letzten Dienstage zum ge- Jenseitigen Zeitvertreibe. Leider fühlte sich der ?ranöek plötzlich durch irgend eine Bemerkung de» Janez über Nichtbeachtung der Regeln bei Atleienkämpfen beleidigt und legte den Gegner weniger regelrecht al» unsanft auf den Boden, wobei sich der Besiegte den linken Oberarm zerbrach. (Uittr tem Verdachte Se« Jbichrlaerta) wurde der Keuschler Jakob P » l k o aus Rottn»-berg dem hiesigen k. k. Bezirksgerichte einge-liefert. Sein an, 16. März d. I. plötzlich ver» storbene« Weib soll keines natürliche» Tode» ver» blichen sein und der Verdacht, daß sie mittelst Gift beseitigt worden sei wurde endlich so dringend. daß ihr Mann al» muthmaßlicher Täter in Gewahrsam genommen wurde. (CD diese Männer!) Sie sind alle falsch vom girrenden Süßholzraspler bi» zum robusten Dorj-Do» Juan, der lieber den guten Rat de» Dichters befolgt: .Tritt den Weibern zart entge-gen, Du gewinnst sie! aus mein Wort. —Doch wer keck ist und verwegen, kommt dabei noch bester fort! Die Trezika Murkv in Kukowo und der Franöek M a t i a 5 i ö waren verliebt in einander, sie ist Winzerin, er ist Knecht, wo» die Liebe durchaus nicht ausschließt, da im Ge-genteile in der kleinsten Hütte Raum für ein verliebte» Paar ist. Sie wollte heiraten, da» ist keine Sünde. Er versprach ihr, zu heiraten und da» sreute die gute Tresika so, daß sie ganz weg war! So weg und vernarrt in ihren lieben I Franzl, daß sie alle gebotene Vorsicht einer Braut außeracht lüß und ihm so voll und ganz ver-traute, al« wäre er schon ihr eigen! vorige Woche war e», da die liebende Braut eine» Tage» die schmerzliche Erfahrung machte, daß auch die verliebteste» Männer, selbst wenn sie schon in den Bräutigamshose» stecke», grundfalsch sind! Sie suchte ihr schöne» seidene« Kopftuch, e» war nicht da! Sie snchle ihre hart zusammen-gesparte Mitgist von 63 Krone», die wäre» auch fort! Sie suchte ihre» Bräutigam, der war auch psutsch! Der Lump! Da« leidene Kopftuch hatte er al» Andenken an sie. den Brautschatz offenbar al» Reisegeld und sei» Herz sammt Ber-sprechen zu weiterem Gebrauche mitgenommen! Arme Trezika! So alt und »och so vertrauensselig den Schwüren eine» Manne» zu glaube»! Erklärung. Ich habe in einer an die Bürgerschaft der Stadt Pettau versendeten Schrift die Finanzlage dieser Stadt besprochen. Diese Schrift hat zu dem Mißverständnisse ,Anlaß gegeben, ich wolle darin deu Herrn Bürgermeister Otlig eine» unreellen Vorgehen» zeihen. Ich habe bereit» in der Schrift selbst vor diesem Mißverständnisse gewarnt und nehme daher keinen Anstand, nochmals zu er-klären, daß e» mir vollkommen ferne lag. der Ehre de» Herrn Bürgermeister» nahe zu treten, sowie ich an der reellen Gebarung desselben nie-malS gezweifelt habe. Dabei sei mir gestattet, fest-zustellen, daß die Behauptungen der Schrift in Bezug auf die einzelnen Unternehmungen der Stadt und in Bezug aus die gesammte Finanzlage derselben sich nunmehr infolge de» Gutachtens der hierüber vernommenen Sachverständigen al» irrig erwiesen haben und ich bei der bi»-herigen Art der Buchführung zu Fehlfchlüffen ge-langt war. Pettau. am S. Mai 1902. es»f«s ?8r$t ». p. o o o Erklärung. Mit Rücksicht auf die vorstehend« Erklärung nehme ich k«t»«n Anstand, d«n anläßlich d«r Kritik an dem Vorgehen de» Herrn £pu»i fflrtf in der Wählerversammlnng vom 13. April d. I. gefallene» Vorwurf zurück zu nehmen. Pettau. am 9. Mai 1902. 5r. €ra$f Creitl ». » Cnranstalt Saaerbrnnn-Radeio Höhn & Co. k. u. k. Hoflieferanten Bahn-, Post- u. Telegrasenatation §»d Radtil Steierrnark. tillUttRtfe Teilerfolg« gegen Blasen-, Nieren-.-Magen-, Oichtleiden u. Katarrhe der Athmungsorgnne. CriNk* I. 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LandeS'AuSschusse recht-zeitig, d. i. zwei bis 3 Wochen vor dem Gebrauche des Pulvers zu erfolgen, um eventuell eintretende Verspätungen in der Ex-pedinon mit Rücksicht auf die nicht täglich verkehrenden Feuer-züge zu vermeiden. Bei der Bestellung ist die Endstation, von der die Ab-holung, beziehungsweise Empfangnahme des bestellten Pulvers erfolgt, genau anzugeben. Die Expedition erfolgt durch das k. u. I. Artillerie-Zeugs-Depot ab Pulvermagazin in KalSdorf. Einschließlich Packung und Fracht vom Pulvermagazin Kalsdorf zur Bahnstation Kalsdori stellt sich der Preis deS Pulvers für Kisten ä 25 Kilogramm auf 20 K 44 h und für Fässer ä. 112 Kilogramm auf 91 K 02 h. Der nach dieser Berechnung für das bestellte Sießpulver entfallende Betrag ist gleichzeitig mit der Bestellung an den LandeS-AuSschuß einzusenden. Unbeschädigte Fässer und Säcke werden sranco Station Kalsdors gegen eine 15",ige Abnützungsgebühr zurückgenommen. Besonders betont wird noch, daß das zum Zwecke des Wetterschisßen« zu ermäßigtem Preise bezogene Schießpulver zu keinem anderen Zwecke verwendet werden darf. Graz. am 19. April 1902. Vom steierm. Landes-Ausschusse. Gesucht Haus mit (iarten, zum Alleinbewohnen, müblirt, zu mieten. Bedingungen: Jagd. Fischerei und Nalur-schwimmbad. Briefe mit genauen Angaben unter: „Ria* aad Z-g«iM« ftlutl. »iMIn Nana, faaa mtllM >n« »«Urt KtffkU> MrUlkl. - 4a^H»afalU»^«i^aar«^M*< Iim ■#«» iMUii hinM< Hl«« Sa „War rta täte MtagM« >»»ailW. la laiiaii Wi alt ktflm »a»»»»», rt4< la ka »I |b Mi jtäiA MIM nQM| NnM lfi iÄi a» »kai (tfaUa MaaaM Hak Kako • ■ »WaMM ka mtn »krr Uri Smtftl «tzeb» «•«M ,Um ii «Mta n« 1 0tal«ca •taa |i—iMw lutta Kateka M Mal* (MMIal)i glafcht sunarla' »u Ich Mi lafrtikfli nt k«t WM«» fafaat an» Ha Hkt Ia («»«*; .LaiMrk' »täte fltaa Llaa Pallal, jlM i Sa Ich att kca Vifal«« M »Lataatte* lalmbfa tta, ct^mchi, Bit sojIcT« «ch 1 Milch» ia Jrako. tjrlalila Idm LÜaar la B«kn*a|i Mm bb aach 1 Mascha .1 la; ka» Html kaaUit »ch ich». )NMN J. ackUla* tat Wn MnO« M hat«, l»a,i Zaht» ( aad lam Ml Hal«ra Rmalca alt .Leraerta" aaua>cak«a. 1 u iaaH Äapfkaui klch, ati Haatt» mWi «al Md« »et»!« atti xt» , kracht* Jhi .Lmtila' Mstaak» tm I. pfaaauaa, Mafek! »achkaa Ich IM» askm «toll nK'lglal ika, kalti 3lt .Uiwrii' arrakiia MUlrtm Susan« Hat lallt Btlda Ich f«»t laa(< hatt«, »atki alt um (ma ftkt Ichla ktk»ckl tm Ja—f Ckrlitk, 3»*s«tl (>Atz«ia)i Zch kau« aa4 Hatt KroaftcU «»IN« Haat» 0la|[(i| mlnu aak hak» »ach »aa » Kkaschta I»I«H .laiMfla' Bliktt atlata frlktt« •»»!«•■ Ha anroch« ntrichl Jtau K Hmi&ij, Da»a*lst SaltiUa« tut Ich aa ftoaraalfaS. Eul» MB Ich Zkr „Lataerla" (dtaach«, faSta mit frla» Haar, aal aak a»la< ftaoti aachlta a«k I>ur4 „loratrta" attkra dl« Haarwaq»>a la klchst krstlaklaiak«! Sri» i|I aak »441 la ti|aaall4 Ulllitt nttsir VUlkchtn, ktttn Haar furi unk aaa«aMitaUA last (aa| liklN Ist, art'.n ktianta* »aa ktn etstaaallchea IXtT " " * — etsta'aallchta »lituaai fein Älhtiak ka* OtlVatai ba|u ktlnaai Ist, »las»! aaakukona Klinik ________________ll Ist. kl lll«tm |la»»al«a d»t Haare aa» «aklkid«las»akaa« katch »al iui»»l Uch« »»MI - ^1. V>/isn, VII. Manahilfer^tr. &8. Filzlaak»l»al« »itMta- ll ll l >! » llt feücrrrintgrr und Federtiehcr eine iu afleit Staaten pittenlirtt neu« Ersindung. ist uniutlehrlich im Burcau uud iu^dkr Schule. tKrfiii:btrt Bticluuuycn ber Kleider ober gar ^bletfcrn der iveber durch bit* ttiiibcr. verhindert jede V>rletzung beim Auswechseln. „Unikum" ik tinfach, praktisch uud billig. Vvrrätig >» der ^uchhaudlung W. 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Besteller wollen sich daher unter Ein-sendnng der Geldbeträge und genauer Angabe ihrer Adresse (letzte Post und Bahnstation) an eine der beiden obgenannten Versuchsstationen wenden. Das Schweselpulfer ist von feinster Sorte (90 bis 95° Feinheit) und wird dasselbe von Seite der landwirtschaftlichen Fachorgane vor der Abfendung auf Reinheit und Feinheit geprüft. Allen Sendungen wird eine kurzgefaßte GebrauchSanwei-sung beigeschlossen. Graz, am 15. April 1902. Bom steierm. Landesausschuffe. Gisela-Verein zur Ausstattang heieatsfkhiger Mädchen, unter dem Protectorate Ihrer k. u. k. Hoheit, der Frau Erzherzogin Gisela Versichertes Capital K 137,351*350. — Zahl der Polizzen 112*104. Priimien-Reservefond Kronen 40,000.000. Erste Militärdienst-Ver-sichernngs- Anstalt silr Knaben, unter dem Protectorate Sr. k. u. k. Hoheit des D. Herrn Erzherzogs Josef. Versichertes Capital K 41,478*977. — Zahl der Polizzen 38.691. Cewahrleistungsfond Kronen 8.360.097*76. 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Der einsame Wanderer, der an einem kalten, neb-ligen Serbstmorgen, tief in seinen Mantel fltfniQt, über de» Marktplatz dem erwähnten Sause ent-gegenschritt, schien glkichsall» genau informiert zu sein, wa» auch sehr günstig für ihn war, da noch kein lebende» Wesen in den Strafen stch zeigte und die guten «e-woh«r von 8. noch fest zu fchlummern schienen ««!» ? — O nein, kenn dort oben im dritten Stock regten stch ja schon fleißige bände und ein Paar Mädchenaugen waren bemüht, dem nebligen Morgen Sa» nötige Licht zu dem Fertigen einer Stickerei abzuringen. Ob da» Liebe thut oder die Armut verlangt?' murmelte ber junge Fremde und seiue großen dunklen Augen hingen sekunden-lang an dem bezeichneten Fenster. Dann näherte er stch langsam dir verschnörkelten, eichenen Thür und gleich darauf erscholl drinnen im Sause der schrille Ton einer Glocke, welche mit kräftigem Ruck von dem draußen Karrenden gezogen worden war. Salonfähig uud zur Bisttenstunde erscheine ich freilich nicht.' sagte diefer halblaut für stch; .hoffentlich aber wird man da» dem -ohne de» Sause» verzeihen, der nach so laugen Jahren einmal die Gastfreundschaft de»felben in Anspruch zu nehmen kommt. Viele» überhaupt wird man dem Seebär verzeihen müssen, der aus seiner .Lydia' die feinen Sitten und dea Anstand de» Welt-manne» verlernt hat. wena er überhaupt etwa« davon besessen,' lügt« er lächelnd hinzu. Salonsähig sah nun allerding» der junge Fremde keinrSweg» au», dessen kräftige, hohe Figur bei der augenblicklich sehr »ach igen Saltung nicht« weniger al» graziö» erschien, ebenso wenig al« der schwerfällige, eigentümlich schleppende Gang für da» glatte Parkett geeignet sein mochte. Und an die Salonatmosphäre er-innert auch nicht da» sonnenverbrannte, wenngleich nicht unschöne wcsicht. mit dem entschlossenen fast finsteren Au»druck und den schmalen, stch leicht zum Spott kräuselnden Lippen, die wohl noch niemal» ein verbindliche» Lächeln umspielt hatte. .«» dauert ziemlich lange, bi» die Thür de» Baterhause» sich dem fremdgewordenen Sohne öffnet,' sagte der ju»ge Mann mit einem Anfluge von Bitterkeit und seine Linke streckte sich abermal» nach dem klingelgriff au». Der Wind fegt, über den Marktplatz herüber und zerwühlte da« dunkle, krause Saar de« Ungeduldigen, während unmittelbar nach dem abermaligen Läuten ein Fenster sich öffnete und die AZdchenaugen. welche vorhin so emsig aus der Arbeit geruht, nun neugierig herausschauten. Wenige Augenblicke nachher aber näher-len sich leichte Schritte der Thür, der Schlüffel drehte sich im -chloß und .Willkommen in der Seimat!' klang e» freundlich dem mihen Gast entgegen. Ueberrafcht und verwundert blickte dieser aus das vor «hm »ehende junge Mädchen und mechanisch umschloß seine Linke die ihm mit kindlicher Unbefangenheit tlilnegeiigestreckte kleine Sand. .kennen Sie Marianne Frieder nicht mehr. Serr Kapitän?' iragte der schelmisch lächelnde Mund und ein paar treuherzige, blaue Augen blickte« zu ihm empor. .Marianne Frieder?' wiederholte der junge Mann, fast un-«laubig auf da« junge Mädchen herabsehend. .Ja, bei Gott,' ries er im nächsten Augenblicke au», .jedoch ich hatte vergessen, das in der Seimat die Zeit auch nicht stillgestanden, fo lange ich drauße» in der Fremde gewesen, und daß ich unmöglich noch di« kleme Marianne von damal« wiederfinden konnte.' .Nun, sehr groß bin ich aber nicht geworden,' entgegnete Ma-riann« lächelnd, .aber so wild bin ich nicht geblieben und so träge wie damal». wo ich mir so gern von Ihnen bei meinen Aufgaben helfen ließ.' . __ , , , . .Die Trägheit de» Kinde».' erwiderte ber Kapitän, .war jeden, soll» verzeihlicher al« der übertriebene Fleiß de« herangewachsenen MödchcnS. welche« dem letzteren rücksichtSlo« den süßen Echlum-mer und daS Augenlicht opsert. — Wa« in aller Welt, Fräulein Marianne, treibt Sie zu so mühseliger Arbeit bei Tage«grauen? .Die Notwendigkeit.' antwortete da« junge Madchen ernst, fügte jedoch im leichteren Ton hinzu: .Ich thue e« aber gern.' .Die Notwendigkeit?' wiederholte gedehnt der junge Mann, indem sein Geflcht einen finsteren Ausdruck annahm. .Da« heißt also, daß der Gehalt, den Ihr «ater für feine treuen Dienste von dem memigen erhält, nicht hinreichend für feine FaMtlie ist. deren bescheidene Ansprüche ich au« früheren Tagen kennet .Der Vater ist tot.' brachte Marianne mühsam hervor. .Der gute, treue Frieder ist tot?' klang e« schmerzlich über de« Seemann« Lippen. .Und nun, Marianne, nun laßt mein Vater Sie darben?' A .«ir darben nicht. Serr Kapitan.' entgegnete da« junge Mad* chen. .Ich gebe Musikunterricht und fertige zuweilen, da e« mir .^rende macht. Stickereien in ein Geschäft. Ueberdie« hatte Ihr Serr Papa die Güte, un» die Wohnung in seinem Sause bisher unentgeltlich zu überlassen und —' Und Sie fühlen stch ihm für seine ungeheure Großmut sehr »u Tank verpflichtet,' siel ihr der junge Mann teilnehmend in» Wort und ein halb mitleidige», halb bittere« Lächeln spielte um seinen Mund. .O. daß ich jetzt reich wäre! Nichts kann ich Ihnen augenblicklich bieten al« meine Teilnahme; weifen Sie dieselbe nicht zurück. Ihre Sand, Fräu-lein Marianne - kann Ihnen leider nur die Linke geben — die Rechte da ist Patient. Bin damit verunglückt beim letzten Sturm ans hoher See.' 70 Da sei ist das i» der daß Al» aber Magda schloß und sich, um Gnade flehend, ihm zu Füßen warf, trat er »uriick. .Ich habe Ihr Zeit gelassen, die Sache zu explizieren." sagte er rnist, .aber da» sind nicht grauen-zimm«ranrielegenheit«n. Leittnant ¥»n ttlerie erfreut sich also Ihre» speziellen Jnterem»?' .Ich habe Mitleid mit seinem Unglück, Mitleid ist Frauen-jach«, Majestät/ sagte sie leise. .Gut. Sie bittet um da» Leben eine» Deserteur». Mitleid schlecht angebracht; e» sei denn, Ihr Herz Affaire engagiert.' Eine Purpurwelle ergoß sich über Magda» Autlitz. .In dieser Beziehung irrt sich Eure Majestät. Ich weiß, Leutnant von Eleric seine Cousine liebt.' .Ja, ja, die Bicomteff« de la Recamier. deren VerlobnngSfest er in unbegreiflichem Leichtsinn beigewohnt hat.' .Dieselbe, Sure Majestät. Aber ich bitte Eure Majestät, zu bedenken. daß Leutnant von Cleric in jenen Stunden krank war. Nur im Fieberwahn konnte ihm der Gedanke kommen, z» entfliehen.' Friedrich» Augen ruhten ernst aus dem blaffen Gesicht der jungen Bittstellerin. .Sie will Eleric durchaus zum Patienten stempeln. Und wo ist die schöne Gräfin, die da» Malheur augerichtet hat?' .Sie weilt in Frank-reich,' Majestät.' .So. Fühlte sie sich nicht genötigt, eine Lanze zu brechen zu Gunsten ihres unglücklichen llou-sin».' .Für die Gräfin war die Sache nur Spiel, Maje-stät. Sie wird überhaupt nicht mehr nach Berlin zurückkehren, indem eine Klausel im Testament ih-re« Gatten mit Enterbung droht, fall» sie die Rente nicht in Frankreich ver-zehrt.' .Ah, sieh' da.' Fried-rid) schritt einige Mal« im Zimmrr auf und ab, dann blieb er vor Magda stehen. .Also die eigentliche Herzdame ist au» dem Spiel genommen, Frän-lein von Bhla. Ich hoffe, Sie hat nickt die Ab-ficht, an die Stelle der Bicomteffe zu treten?' Magda erschrak. .Majestät, ich kam, um für einen Bernrteilten zu bitten,' sagte sie. .Da Leutnant von Eleric keinen Fürsprecher hatte, ließen mich Mitleid und freniidschaftlicheS Mitgefühl diesen Weg finden. Ich hoffe nicht, daß Sie meinem Schritte eine falsche Deutung geben werden.' Friedrich lächelte fein. .Mademoiselle denkt lediglich human. Ich verstehe und freue mich dieser Gesinnung. Ich bin gegen die Heirat meiner Offizier«. Ein Ehemann ist selben ein guter Soldat. Ich denke, sie wird meine Wünsche respektieren.' Nach Verlauf von ungefähr einer Biertelstunde kehrte Magda in da» Borzimmer zurück. George aber, der aus ihr« Rückkunft mit gespanntester Neugier gewartet hatte, wurde grausam ent-täuscht. Sie zog den dichten Schleier vor» Gesicht und schritt, ohne ihm auch nur ei» Wort zn gönnen, der Thür zu. George vertiefte sich wieder in die Betrachtung der römischen Kaiser; denn seine Enttäuschung merken zu lasse», pah. dazu «var er doch viel zu sehr Mann von Welt, wie eS einem Königl. preußischen Kammerlakaien zukommt. 6. Am 7. Januar >743, Punkt 8 Uhr sollte die Hinrichtung statt-finden. Der Galgen, an dem der ungliickliche Leutnant von Eleric sein Leben aushauchen sollte, war aus Koste» •) der Stadt auf dein Neuen Markte errichtet worde» uud wurde von den Bürgern mir einem Gefühl betrachtet, das halb ans Grauen, halb ans nengieri-ger Erwartung gemischt war. Anch den Frauen und Mägden, die de» Abend» beim Wasierschöpsen an dem unheimlichen Gerüst vor-übergehen mußten, lief zwar bei feinem Anblick ein Gruseln über den Rücken, aber sie waren doch fest entschlossen, der Exekution bei-znwohnen. Dazumal kannte ma» ebe» »och kein« Nerven. ♦) Itr AAmmrrrlfpftr», blt jedoch fkätcr durch den gi»eu> erstattet lui.tder. bc-Itrfen sich auf die summe ««» 8 Ztzaler 1t »ro>ch«». $iirfccfr, her früher pr»jekii«r>e »itctcnpnnft »er »»««»lisch i>es»p»t««isch»„ Sahne». Anatole war vom Geistlich«» zum Sterbe» vorberritet wordc Seiae geschäftlichen Angelegenheiten hatte er zum Teil mit !>!. dolf» Hilfe erledigt. E» gab für ihn in dieser Bezlehnnci ni' • viel zu thun. Da er weder Eltern noch Geschwister befaß, f,i ■ sein kleine» Vermögen an weitläufige Verwandte, die jedoch fei. >t wohlhabend genug wäre». um da» Geld ohne sonderliche Freu e in Empfang zu nehmen. Am letzten Tage sprach er mit Birk<> darüber, den der Major vom Dienst dispensiert hatte und der im gänzlich dem Freunde widmen konnt«. .Ich wollte, die Bettern wären arm,' sagte Anatole, .dann würde mein Tod wenigsten» Freude bereiten und dadurch auch a wa» Gute» stiften. S« aber habe ich ganz umsonst gelebt.' »Um Gotte»willen, wie kannst Du so sprechen!' rief Birffnl, entsetzt. .Wer kann Freude an dem Tode elne» Nebenmenichu, empfinden?' »Du nicht,' sagte Anatole, ihn aufmerksam betrachtend, .?» nicht, Du guter, treuer Mensch, obgleich gerade ich Dir im Wege stand .Anatole,' rlef Birtholz. „wofür hältst Du mich? Ich müßte der erbärmlichste Schwächling sei«, nicht wert, daß ihn die Sviiue bescheint, wenn mir Dein Schicksal —' Anatole unterbrach ih». „Mein Schicksal wird Drin Glück wrtt>en," sagt« er. _ „Glück!" wiederhol!? »irkhol», „da» ist au!. «in Wort, da» oft ge»m braucht wird. Glück in am Ende in der Jndivl dnalität jede» einzeliiru begründet. Ich bin ei» nüchterner Mensch, ich weiß nicht, ob ich sel-r glücklich, aber ich weh daß ich nicht unglückli I, werden kann, so lange isii meinen Beruf habe " Er erhob sich und tra« an» Fenster. Unter kliu gendem Spiel kehrten die Grenadier« von einer llc bung im Freien zur» ! Birtholz sah si« vorbei marschieren „Sieh," sagte er, „ourii da» Eisen im Bajonci hat seine Kulturbestini mung so gut wie da» am Pfluge. Die Zukunft ge hört unserm Könige, ihm und seiner Armee. Und i» dieser bin ich al» Teil de»Ganzen berufen, meim Pflicht zn thu»." Gegen Abend verließ er Anatole, der während der Nacht allein sein wollte. Eleric fchlief nur fehr wenig, aber er war ruhig und gefaßt Da» Fenster seine» Zimmer», da» nach dem Markt hinau» sah. wo der Galgen stand, war während der letzten Zeit verhängt wor den; jetzt am Morgen de» siebenten Januar aber ließ er e» öffne» Er wollte sich an den Anblick gewöhnen. In den Straßen der Stadt h«rrfcht« schon von früh an reges Lebrn. Dl« Hinrichtung, die alle Gemüter erregte, hatte auch aus den benachbarten Ortschaften viele Zuschaue? nach der Stadt gelockt Wenige Minuten vor acht Uhr trat der Henker in Eleric» Zim-mer. um sein Opfer auf dem letzten schauerlichen Gange zu be-gleiten. Anatole. der sehr ernst aussah, trug Eivilkleidnng, der Hal» war entblößt. Al» er die Menge sah, stutzte «r, dann flofl seln Aug« üb«r den Marktplatz, bi« e» an jener Stelle haften blieb, wo sich die Ofsizle.e versammelt hatten. Schweigend grüßte er die ehemaligen Kameraden, an deren Spitze sich de» Major befand Festen Schritte» bestieg er da» Schafott. Da, al» sich ihm bet Henker näherte, trat plötzlich der Major vor. „Halt!' gebot er. „Im Namen d«S König»." Mit bebenden Fingern zog er ein Papier au» der Brusttasch^ nnd verla» eine Ordre de» König», laut welcher der Leuttiant Ana tol« in zlvölfter Stunde begnadigt wurde. Wer aber hatte die Ordre gebracht? Magda von Bhla, die gestern von Berlin zurückgekehrt »var, hatte sie vom König erhalten mit der Bestimmung, sie erst zur Stunde der festgesetzten Hinrichtung veröffentlichen zu dürfe». Als der Major die Worte verlesen, brach die versammelte Menge in Jnbelrnfe au«, doch der, den ste am «leiste» angingen, Anatole. war ohnmächtig zu Boden gesunken. Man trug ihn in seine Wohnung, und al» er endlich an» der OMSK onng erwachte, tuiete Magda vor seinem Lager Wortlos r; r sie an sein Herz. >!agda," fragte er, nachdem er sich ein wenig geiaßt hatte, t Du eS etwa, die sich beim Könige für mich verwandt hat. " a umschlang sie ih» leidenschaftlich .O Dn. Dn mein einzig ' Ji/britj1 hatte'gelächelt, als Magda ihr freundschaftliche« Mir- I für de» verurteilten Offizier betont hatte uud dann gesagt: \ bi» gegen die Heirat meiner Offiziere.' Ob er aber wohl fr -olflwbte, daß seine Wünsche in dieser Beziehuug respektiert «,en? Jedenfalls hatte er e« vorgezogen, dem graulein von , volle Freiheit zu geben dadnrch. daß er in der Begnadign»«« nfi ube den Leutnant von Eleric a»s dem Verbände der Armee «il .ß. Als Major von B»la nach einigen Minute» in» Zinimer kam er gerade zu rechter Zeit, um dem ilmgen Paan Jemen II z» geben. Birtholz war ihm auf dem giiße gefolgt. ir nahm Magda und Sleric« Öäude in die feinen und sprach Gratulation in wenigen herzlichen Worten au«. Als ihn rttch der Major zum Bleibe» nötigte. e»tschuldigte er sich mit ' " dienstlichen Auge- legenheiten und ließ dann die Glück-lichen allein. .Was hat er nur?" fragte der alte Herr, der ihni etwas verwundert nachsah. Magda annvor-tete nicht, doch ihr ber» aHute, wa« den Freund au« ih-rer Gesellschaft ver- •' scheuchte ch • ES währte länger den» ein Jahr, ehe Eleric an Leib und Seele genesen, für seine Braut »un da« beim bereiten tonnte. Aus Mag-da« Anraten halte er den Beruf des Landmannes ge-wählt. Auch der Major auittierte den Dienst, um auf Gr»ßherz»>i» Lnife »»« vaden Mit Km von Anatole erworbenen Gütchen fortan in Ruhe seinen Ki» kni leben zu können. ES war im Juli de« Jahres 1744 und ein neuer Krieg mit Oesterreich schien in Sicht, «-cho» im Jum desselben Jahre« hatte König Friedrich mit Ludwig XV. von Frank, nich ein Offensivbündni« geschlossen, um deu zum Unser Karl VII. gewählten Kurfürsten Karl Alb-recht von Bayer» in feinen Rechte» und Würden jii bestätigen und ihm da» entrisiene Erbland wie-der zu gewinnen. .Ich habe e« vorgezogen, die Sache noch schum-c r zu machen, al« mich von meinen Feinden unter-drücke» zu lassen," schrieb damal« der junge Preu-infönig in einem seiner Briefe. .Ich habe den «lieg gewählt, aus die Gefahr hin, unterzugehen. i>er mit Ehren.' Die Zeit war fehr ernst und zu lärmenden und räiischvolle» Freudenfesten wenig geeignet. Zn b.n wenigen alte« Freunde«. die Anatole und ?!agda in aller Stille an den Tranaltar gele,-tftcu, gehörte auch Rudolf von Birkholz. _ Seine Liebe hatte er überwunden, die enttäuschte » Öffnung verschmerzt, uud als er nach Schluß der kirchliche» Ceremonie der jungen grau einen Kub if die Stirn drückte, geschah e« mit der ruhige» Zärtlichkeit eine« Bruder«. Doch «och während er an der vowzcitstafel iatz. wurde er vou einer Ordonnanz plötzlich ab-^rnfe». Soeben war die Ordre de« König« ein-retroffe», da« Bataillon mobil z» mache». Am lächste» Morgen sollte marschiert werde». dte«| mal wollte König griedrich den Kriegs,chanvlatz >ach Böhmen verlegen. Birkholz stand sofort aus. Clerie begleitete den eheaialigeu Kameraden aus dem Saale, um ihn dann, al« sie alleln waren, an« Herz z» schließen. Kehre glücklich heim," bat er Rudolf zuckte die Achseln. ..Wer weiß?" sagte er ernst. „Gut, daß ich nicht den Ehering am Finger trage." fuhr er fort, bemüht, feine Rüh-rung zu verberge». ..Müßte ich ein lie-bendesWeib zurück-lasten, wahrlich. leicht würde mir der Abschied nicht werden. So aber ist daS Herz nicht schwer belastet." Er wurde nach-denklich und fuhr dann fort: „Unser Leben. Freund, hat die Richtung erhal-teu. in welcher e» dem Meere der Ewigkeit zuströmen wird, Deines in der Sorge um Weib uud Kind, das mei-nige in der Hingabe an meinen Herrn und König. So ver-schieden die Wege de,?wandelt mit uns die Liebe für da«, wa» wir all; fbg[ iweck und Ziel gewählt haben. Und so, Aiwtole, ans Wieveneyen hier n»d dort. eS komme, wie e» wolle: ES lebe die Uebe. Ar«ßherz»g Friedrich »«« Bade». Dir Paadadbahn. (Schluß» von «-»bad au« würde die kürzest, Linie ...in versischen «als den Ligri» entlang weiiersühren. aber lawodl der «ha-!akier de« Vvd.n« al« auch die si-irkere «evdlk.run, und dorzugslveise v"l». lisch, «ichllsk.il der Landschasi aus de« rechten »uphr-lui» mache... rt notwendig. b»& die «ahn bei «agdad den Tigri« verl»«i, Ml" J^a'' «iinf,i infftreJri« wende! den Suphrai Sberschre.tet und. ganz in der RShe der ' RÜi«. ^ °.?.n -Ä>°. °°rb...ühre.d. über di. sch.ii.'ch.» ««Usa .i.or.e da« versische Meer und zwar aller Wahrscheinlichkelt nach einen zur An eg g «ine» balenl gec^gnelen Punkt in der Mb. be. je«. s° vi.lg..°.ut.. »°»-it »rrrirfit lie A»«ni!tndung der Linie nicht bei «a«ra. sondern nnm.IIeiba am «eere ist au« verschiedenen »riinden eine Rotw.ndigk.it, namentlich w.i w d«r «ündnng de. Echati-el-Arab, d. h. der vereinigten Strdm. «uphr.t Die «agbabbahu: kerbela bei Babylon. 'Ml« L.l> > und Tigti«. eine Barre liegt, die jctbft bri HSchsiem ^lutfiaube Schi'fen boii mehr aU 5'/* Meier Tiefgang brn Zugang nach Ba«ra nicht gestattet. Bo» besonderem Interesse wird »« bei dieser Linienführung sein, da« nunmehr fast alle di« große» Städte de« vorderasiatisch-babylonischen knlturkreise» in die nächste Nähe der neuen Weltverkehr«ader j» liegen kommen. Namentlich gilt da« van dea beiden Brennpunkte» der alten semitisch«» Kultur: den assyrischen KAnlg«stftbten am ligri« und dem groben Babylon selbst. In Babylon ist zurzeit eine deutsche Expedition mit ber Anigrabnng der wichtigsten «ebüude und Teile der Nebukadnezarstadl beschäftigt, und di« lm Lause der jetzt 2' 3 Jahre dauernden Arbeittzeit an den Tag gekommenen Denkmäler der babylonischen Kultur lasse» bereit« mit Sicherheit erkennen, da» unsrer Wislenschait von dieler Arbeit her «in Ähnlicher Aufschwung in der Erkennt»!« de« orienta-lischen Allertnm» bevorsteht, wie er seinerzeit nach der Aufdeckung Ninive» und seiner Nachbarstädte um di» Mitte de« verflossenen Jahrhundert» »Intrat. Wa« die Natur de« Lande« und Oberhaupt di» physische» Bedingungen anbetrifft, so ist bl» Lag» Mtsopotamien» und Babylonien» genau dieselbe wie jiir Zeit der höchsten materiellen Blüte, welche dies« A«ble!e unsere« Wissen« erlebt haben, d. h. gegen den «u«gang der sassanidischen Zeit lm fünften und sechsten Jahr, hundert n. tlhr. Kbnig Shotru ll. von Persie» erhob au« dem Sawad, b h. au» dem Alluvialland« am Unterlauf de» Euphrot »nd ligri«, da« an llmsang etwa der Bodenflüche Italien! ohne die Insel» gleichkommt, an Grundsteuer (sie machte «in Drittel vom Wert der Ernte au«), auf den heiiligen Geldwert berechnet nicht weniger al« 700 Millionen Mark Somit muß man vergleichen, baß h«ut« dir gesamten Staatlelnkünst» der Türkei nicht mehr al» »00 Millio-n»» Mark betragen. Sowohl unter Darin» Hhstaspi» im s«chst«n Jahrhunbert v. öhr. al» auch unter den Abasstden Mamun und Harun al Raschid übertrat die Sleuerkrast vadylonl«»» die de» sprichwörtlich reichen Aegypien» ganz erheblich. Da» sind keine Phantasie», sonder» historische Thatsachen, »nd um wieder in« Leb«» zu ruft», wa« damal« schon dag»wese» Ist, dazu bedars e« liier nicht» welter al» ber Wiederherstellung der alte» Kanäle und der dauernde» Sicherung für Lebe» »nd Eigentum der Bebauer de« Lande». Da« fünfzigjährig» R«girrn»g»jnbiläum de« viroßherzog« von Baben. Am 2». April waren e» fünfzig Jahre, baß ber jetzige «roßherzog von Baden »ach dem 1862 erfolgte» Tod« seine» Bater», de« «roßherzog» Leopold, di» Regierung übernahm, und «nrde dieser Tag durch großartige Cbationen de« ganzen Lande» gefeiert. Der Jubilar, der sich der Sympathien sei»«» Bolke« erfreut, kann auf »ia« s«g»»»reich«, von großen Ereignissen dnrchwobene fünf-zigjilhrige Regierungizeil zurückblicken. Da sei» älterer Bruder, Erbgroßherzog Ludwig, infolge hig war, «rhirlt Friedrich die Regentschaft. Nachdem er schon am 6. September 18!>fl, da sich bie Krankheit seine» Bruder» al» unheilbar erwie», be» großherzoglichen Titel angenommen, ward er durch dessen am 22. Januar 1858 erfolgte« Ableben alleiniger «roß-herzog. Er vermahlte sich am 20. September l»S« mit der Prinzessin Luise von Prrußen, »iner Tochter Kaiser Wilhelm I., welche ihm al« treue Leben»-gesährti» »och z»r Seite steh». Au diesem Tage wurde auch ber neue Rhein» Hase» in Karl»rnh« eingeweiht, wovon wir in früheren Nummern Abbildungen gebracht habe». früblingsgruß. l» kaum bl» Finfttrni» «»Ifloh'», Da rufet mir di« Ams«l schon Mit ihrem hellen Jubeiton Hlnau» zu blühenden Wiesen. An» Zensier kommt ber Morgenwinde Wie lange ruhst du. Menschenkind! Di» Zwkig» weh'ne herau» geschwind, 9» lügt der Lenz dich grüßen! Und al» ich kam, da sta»d die Flur In hell erleuchtetem Azur, Di« ganze Welt »In Jauchze» nur, Sin Liebe» und Umschließen. Mathilde Volker. Umgestimmt. Arzt: »Wie gesagt, Ihre Frau m»ß unbedingt «Inifit Woche» weg!" — Hau«herr: .Meinetwegen denn, ich will da» Opfer brin-grne aber mit Ihrer Rechnung müsse» Sir dann »och warten, Herr Doktor?" — Arzt: ,Hm — wissen Sie wa». Ich werd'» Ihrer Frau aultrden!* Paisrnde Rubrik. Buchhalter: .Heer llhef, wie soll Ich nur da» Geld, mit welchem der Kassierer durchging, eintrage», al« Gewinn oder Verlust?" — Gtief: »Buchen Sie e« unter .lausende A»»gaben". Die Bier Brhme. Wenn im achtzehnten Jahrhundert ein Gastwirt I» Leipzig e» wagte, leinen Gästen schlechte« Bier vorzusetzen, so konnte er sicher sei», daß bald di» Bier-Behme Über Ih» verhängt wurde. Spät abend« zog «in Trupp Studenten in aller Stille vor sei» Hau«. Dort begann »in wehmütige» Gesang: .Ach wenn da» Vier doch defser wär," «jir ta««n sttut« wieder her.» Ungefähr ei»« halbe Stunde lang würbe unter jämmerlichem Heulen und Schluchzen dieser ver» Immer unb Immer wiederholt. Da»» verschwand die Schar still, wie sie gekommen war, um vlrileicht am nächsten Abend da» gleiche Spiel zu wiederholen Selten hielt »I» Wirt diesen Gesang mehr al» zwei-mal au». Dl» meisten beeilten sich sofort, für bessere« Bier zu sorgen. Den Student«» ließ ma» diese Au«übung der Bier-Vehme al» zn den akademische» Freiheiten gehärig hingehen. AI« aber Ha»dwe,k«gcsellen in gleicher Weise eine Vier-Behme a»«zuübe» versuchten, wurde dieselbe von einem wohlweise» Rat ber Stabt Leipzig verbotr». W Die einzige» Fehler. ,We»halb willst Du den» be» Baron nicht neh» men?" — .Aber Mutter! Ich müßte mich mit ihm schämen! In der Unter-Haltung Ist «r srlvol und gräßlich, dab»i launenhast und schier erschreckend häßlich, ein Grobian, Schlemmer, Protz und Krakrhler!" — .Nun ja, da» sind auch sei»» einzige» Fehler." FUR'S Biirktentasche mit Hitlelarbeit. Die auch von Uinderhand leicht herstellbare, und doch »legant erschein. Bürstentasche besteht au» 2 mit kirschrotem Alla» bezogenen Sartonteilen. , welchem der eine mit gehäkeltem Fond überspannt ist. Znni Rückieil verivo man »i»»u Streiken Karton oder Papp« von 18 llentimeter Breite und <- , 3fl llentimeter HSHe, rundet Ih» obe», 10 llenlimeter hoch, zum Halbkreis schrägt Ihn 26 atm. lang nach unten z»r Spitze ab. Der ihm auflief. laschenteil, ebenfaU» nach »nten spitz zulaufend, «iß, der Mittellinie 26 lltm , ist an d«n abgeschrägten S,. . 28 Stm. hoch, am obere» Rand 2» (Itni. breit. Tel : \ den Taschenteil überragt, mit saltig arrangiertem HU»« l,. zogen, sodann vollend» glatt dapiil bedeckte für di» Hinterieii. genügt «In gleichfarbige» Futt«r au» Banniwollenatla«. Tc> Taschenteil ist aus beiden Seit«« glatt mit Atla« zu Mi,., den. die Außenseite de«selbe» schmückt eine mit starkem tx.ui» Brillantgar» gearbeitete Häkelei. Ma» beginnt mit einem Anschlag von •!> Lftm., 2 dreifache St. In die 1 tc derselben dir letzte» Maschenglieder durch «!»«« Abschlag mit der letzte» der 6 Lftm. vereinigen, vom *2mal wiederholen. : vereinigte St. in die Itc Anschlag«mafche. Diese 4 Stich. > bündel bild«» die Ne R. Wende». 21« R.: 3 Stbün.'N wie I» der lte» R. beschrieben. 1 f. M. zwischen da« n. 3. Stbündel vor. Reihe, 2 Stbünbel. 3 vereinigte br ■ St. zwischen da» 3. ». 4. Stbündel vor. R. Wenden. gleicher Weise arbeitet man 18—20 R., I» j«d«r derseld,, »ach Ersorderni» zunehmend. Nach Vollendung der Hilkel,, näht ma» sie dem Karton den Seite» «ntlang unb ob«» ia-wendig sauber a»f. Al«dan» sind die SeitenrÜnder beid-r Teile mittelst Naht z» verbinde»; eine starke rot» Schur begrenzt ringsum den Rückieil und deckt de» Ansatz de« glatte» Atla«br;u ' ans demselben. Kirschrote Bällchen schmücke» bie Tasche is. Abb.) Sine un roter Stibe mit f. M dicht »mhSkelte Metallüse ist ob«» a» der Rundu i zum A»fhö»ge» der Taschen angebracht. m.C INNURIL \L% - v tn Erprobte« »»> teste« Mittel gege» sogen. H»h»erwurzel» an b.,i Hinten. Man bestrelch« sie tüglich einige Aale mit dem bluiende» Sast ker Wols»mllch-Wurzel»! so verschwinde» sie »ach acht Tagen spurlo» und fchmeu. lo». Doch muß man vorsichtig sei», den» Wolslmilch ist giftig. Nicht »et dem Mu»d daran kommen Ma«l»örfe zu vertilgen, «a» streue vlüten, oder Samenkdrner von Rielnu» in die a»j>nge dieser Tiere. Der Rtth a»« Schornsteinen, 0«f«n te. ist ei» sehr beachtenlwerl, Düngemittel. Neun Teile Ruß mit einem Teil Salz gemischt geben einen vorzüglich«» Gartendünger Bestreut man Samenbeete für GemSsrpftanzeii Im Winter mit eine« ««misch von Ruß, Salz »nd Afch«. so bleiben sie vom Ungeziefer, besonder» von ffrbflbben, v«rschont und die langen Pflanze» zeig'» da» üppigste Wach»tum. Für Rüben, Mohrrüben und Karotten giebt e» übei Haupt kel» bessere« Düngemittel al« Otenrnß. Rasenplätze bei R«g«»wettl> mit Ruß leicht überstrent, zeigen «inen tiesd»»ft«n, üppigen Gra»wuch». fln' aus ObstbÜum« wirkt eine im Winter vorgrnommene Rußdüngung ganz v züglich. Man sammle darum den Lfenruß für Düngrrzwrcke »nd werfe i! > nicht achtlo» bei Seite. ikrgäitjnngSaitfgate. Tie leeren Felder In vvestehendee ,»,ine s. mit nachstehenden «uchsiiibrn auezntü»,», dn>, den wag«r<>t»en Methe» sieden Wilrter von <>>!„ de» lvcteichnungen entstcliene I» ttine fr>>».»s>> Ilvartemettütiauviftiidt. ltin «eiinitirelch. > «prenggeichon. «l Sine Pstan'.rngattuna der'"!. Darren. S) fflnt t'un--jchate im «hem«l>,>in Mt'n reich Polen, «i (sin münnlicher «am«. ll ü -ladt im UnterrlsnB- Si»d die Wörter richtig gesunde», i» Iwv" nen die Buchslabr» In der drillen uuv I«N e Xeihe. von »den »ach unten gelesen, znxl de>» »niveeKUlen. ?i« zn »eew.ndrnden buchst.,.' linde I A. IB. .1 K, t ti. 3 II, i I. i I M. .1 N, t O, in, 4 s, s T. : f. Paul »lein AuWnna fsljlt in niichstvi Minn-iiee. 111 1° K l> 1N l 1 K l°l I-> I" 1 I i11 c 1K! s E |K| 11 1 1" | 1 -1-51 Schachlosnngen: Vr. ». I) L « t—t i : I) * «-f » ! Re. i«. I> i> i-b 4. I) T b 7—b 4 l J) « t-t 4. S) f J-* 4: !|()f3 cJt3»Kcl 4-e 3 e od. r ' l)Db ». K I je 31 L. lt 1-1 1 t (t. D t 3 -0 3 . Anflösntig beS AnagrammS in vorigrr Nnmmer: Ahorn—Nahor. «Ile Hnlnc uuröriiaiit». «» «erantwortllche «edattion von »rnst PleiHer, gedruckt und hera»»»egeden izn «reiner k Pfeiffer In Simtgat Erst jetzt bemerkte da» junge Mädchen, daß er de» rechte» Arm in der Binde trug, wa» der Mantel bisher verborge» hatte, nnd , teilnehmend fragte sie, ob er viel Schmerzen habe. „'» ist zum Aushalten," ant-»ortete der Kapitän. »Bin »och immer bester weggekomme», ai« meine.Lydia,' welche im Hasen liegt und von den Zimmerleuten sich kurieren lasten muß." »Und Sie damit gemahnt hat, endlich auch wieder einmal in den Heimatshasen einzulaufen." sagte Marianne und blickte treuherzig zuihmenlpor. .O. wie wird Ihre Großmutter stch darüber freue» I" ,Vielleicht ist eS auch die einzige im Hause," erwiderte weh-mütig der juuge Man», »Wie Sie nur so sprechen können!* sagte Marianne in vor-wurfsvollem Ton. .Aber nun kommen Sie, Mama Erkman» ist gewiß schon längst munter." Vor dem Zimmer der letzte-reu angelangt, reichte der Kapi-tän seiner Begleiterin »och ein-mal die Hand, indem er mit wei-cher Stimme, wie man sie dem rauhen Seemann kaum zugetraut. sagte: »Aus Wiedersehen, Fräulein Marianne, uud meinen Dank. daß Sie die erste waren, die in der Heimat mich begrübt." Die verwitwete Frau Prediger Erkman», welche daS elegant eingerichtete Zimmer bewohnte, vor besten Thür der junge Mann, wie wenn er sich sammeln wollte, stehen geblieben, liebte, wie Ma> rianne, daö Frühansstehen. Sie war eine ehrwürdige Matrone mit sanftem liebem Gesicht und Iahr««rN. von ffrltz schneeweißkm Haar, zu welchem die noch immer lebhafte» Augen seltsam kontrastierten. Sie saß. ! der Thür halb abgewandt, an einem der Fenster und schien so in 1 herumwandte. Hastig, wie man e« von der Greisin kaum erwarte» konnte, erhob sie sich, das kleine Bild entfiel ihrer Hand und über die bebenden Lippen tönte es dem Eingetretene» entgegen: „Hiiflii, mein Hugo!" Im nächsten An' gkttblick wnrde sie von seinem Arm »mschlnngen, saust in dc» Lehnstuhl zurückgezogen und ticr aus sie herab beugte sich der imigc Ma»», ihre Lippen irnd Häut» mit seinen Küsten bedeckend. Sie mußten sich unendlich lieb haben, diese bald an der Gkii« de» Lebens stehende grau und der Jüngling voll LebenSm», und Lebenskraft. »Gott segne Deinen Eiugmin,' sagte die alte Dame und (entt wie segnend ihre Hände aus des Enkel» dunkle» Haar. »Hntit schon geglaubt, sie würde» mich hinaustragen, ohne daß ich Tich »och einmal gesehen--Jeu sterbe ich gern." Hugo war der älteste Sotm des allgemein für ungeheuer reich geltenden Kaufmann» G. Holding und in der Kindheit schon für dc» KanfmannSstand bestimmt geivc-fe». da stch der Bater durch den offenen Kopf de» Knaben und die Leichtigkeit, mit welcher dieser die schwersten Exempel löste, zu den schönsten Hoffnungen berech tigt glaubte und in seinem Erst geborenen schon einen angeheudri, Kommerzienrat erblickte. Wenn dieser Zahlenmensch Überhang etwa» anderes zu lieben vermochte al» sein Geld, so hatte er damals den Knaben in seiner Weise gc-liebt. Wie e» ihm aber von Jahr *»«»«». <«it tut) zu Jahr klarer geworden, da« Hugo trotz all' feiiter Fähigkeiten dech niemal» ein echter Kaufmann werden Würde, und ihm View eii.eS Tage» rundweg erklärte, daß sei» ganze» Innere stch dagegen D«» »e»e S»i>fta««stellu»g»get»ude i» (Wtt Text,» da« Aujchane» eine» Bilde» vertieft, daß ste da» Klopfe» an der sträubte, da hatte sich diese Liebe in Groll umgewandelt, weil ihr Thür nicht hörte und erst, al» dieselbe geöffnet wurde, sich erstaunt eben die feste Wurzel gefehlt. Die Verwirklichung feiner Träume ,v um jeden Preis zu erziele», halte er zu dem schlechteste» ;ittel gegriffen, zu loelchem ein Bater die Zuflucht nehmen tarnt. f>ntte seiuen Sohn mit Drohmigen und rauhe» Worten über->»st und ihn» i» dem große», düstere» Comptoir einen Platz ans-■misten wolle», Hugo aber besaß neben dem klugen Kopf auch rotz und Entschlossenheit, und stammte wohl auch »och aus jener' !?it der stnstere Ausdruck in seinem Gesicht her, (fS hatte furchtbare Auftritte gegeben zwischen Vater uud SoH», welche endlich so weit geführt, daß der erstere, einsehend, daß dieser Brausekopf sich doch nimmer fügen würde, J&ngo feine Einwilligung, •iir See zu gehe», gegeben hatte und schließlich froh war, den -löreufried auS dem Sause zn haben. Daß sie nicht in völligem ,'tnch auSeiuander gegange», das hatte die sreundUche Greisin be-inir(t, die wir bereit» kenne». Die einzige Tochter derselben war Hugos Mutter, ei» stilles, 1.1 +-*- dürfe»; sie wußte nur, daß ihre zieoilich bedeutende Mitgift vor-teilhaft angelegt fei, und damit war e» genug. So war ri» Jahr nach dem anderen dahingegangen, und ob-gleich e» ihr oft wehe gethan, nicht den ganzen Platz einer bau«-fron ausfüllen zu dürfen, hatte ihr anspruchsloses Wesen sie doch niemals »»glücklich werde» lassen. Auch wa» bie Erziehung der Linder betraf — de»» Fra» Holding besaß außer Hugo »och einen Sohn und eine Tochter - hatte sie niemals ihre Meinung geltend mache» dürfe» n»d trug an Arthurs Leichtsinn wie an Helene»» Eitelkeit »nd Hochmut wahrlich die geringste Schuld, Seit des Vaters Tode lebte die Mutter mit im Sause uud war für Fra» Halbing mit der verständigen, freundlichen Matrone die Freude und daS Glück eingezogen. Anch der Schwiegersohn hatte Achtung und Respekt vor der Greisin mit dem noch immer regen Geist «nd der praktischen LebenSanschanung u»d hatte ihr r 1 % ,r 3 % ' c,', ' l' fäS- -tft'V &&& \ jg. cv X 5». ,r- ",'^7 MmMm XSei anspruchslose» Wese» ohne Wille» und Wünsche. Bis zu ihrer Verheiratung niemals weit über die Grenzen des freundlichen, zwischen Bergen wie eingekeilten Dorfes, desieu Seelsorger der Vater gewesen, herausgekommen, hatte sie von der Welt »nd ihrem Treiben wenig gelernt und sich nur schwer i» die neuen Verhältnisse und da» Lebe» in dem großen Sause, defseu Herrin sie geworden. sinde» können, Ihr Gatte liebte die Gesellschaft und ver-sammelte oft, weil er es des guten Namens willen für geboten hielt, die Honoratioren der Stadt in seinem, aufs eleganteste aus-gestatteten Salon. Die junge Frau hatte da»» stets eine fchüch-lerne, befangene Wirtin gemacht und Halbing sich auch niemals die Mühe gegeben, über diese Befangenheit ihr hinwegzuhelfen. Wen» sie nur seine Anordnungen befolgte, mehr verlangte er nicht, »nd würde sich sehr gewundert haben, wenn sie einmal eine eigene Idee zur Ausführung gebracht hätte. Auch i« seine Geschäfts-Verhältnisse hatte seine Fra» niemals den geringsten Einblick thun das Heil» in seinem Hause äußerlich aus» freundlichste zu gestalten gesucht, wie er ihr auch stets mir ehrerbietig und zuvorkommend zu begegnen pstegte. So sehr geliebt aber, so schwärmerisch »nd innig geliebt wie vo» dem nach lange» Jahre» heute in die Heimat zurückgekehrten Hugo, wurde sie von keinem im Hanse, das wußte die freundliche Greisin sehr wohl. Während er, ihr Bild int Herzen, auf dem weite» Lcean segelte, betete sie daheim sür des Eukcl» Glück und daß ti ihr vergönnt fein möge, den fernen Liebling noch einmal wiederzusehe». So hatte sie auch an diesem Morgen gebetet und nicht geahnt, daß sie dieönial so bald erhört werde» sollte. N»n hatte sie ihn wieder und dnrste mit ihm plaudern und in seinen Augen lese», ob er gilt nnd brav geblieben. Dir Antwort, die sie von diesen erhielt, schien vollständig zu befriedigen, denn »»verwandt ruhte ihr milder, freundlicher Blick ans seinem wettergebräunte» Gesicht, au» welchem der finstere 70 Ausdruck von vorhin verstliwunde» war, »nd de» Seemann» rauhe Haud in der ihren haltend, Härte sie seiner Erzählirng zu. Sie hatte» sich n> viel zu sagt«, uud so lange die übrige» Bewohner des Hanfes nvch im senen Schltimilier läge», hatte Ma»>a l»d hell zn den Fenstern in Halbing» Haus hinein. Da war es wohl kein Wunder. daß endlich die Lang-schläser drinnen erwacht waren, um den angekommene» Gast begrüße» znkön- »in. Plaudernd saß die Familie in dem schönen geräumigen Wohn-zimuier beisammen, während heller Sonnenschein auch aus den Gesichtern der Anwesende» richte und e» doch schien, al» hätte Fran Erkman» sich nicht aNein über Hugo» Kommen gefreut. Selbst der Hausherr übersah he»te ganz die Zeit, iu der er wie gewöhnlich im Comptoir sich einsand, und hörte mit Interesse der Erzählung seine» Sohnes zu. < ?,»«««»»,q, (»tut » So ist de? Oalftmattn? MANM Jahrmarkt, ftftc »In klein«» Stäbich«», da» abseit» d»« Weltgettlrb«» «nd der groß«n Hrerstraßr liegt, Ist btr Jahrmarkt noch immer «in 9r»ignl«, d»m man ft«t» mit sre»big»r 9rr«gung entgegensieht. DI» ganz» Umgebung d»« Städtcheu« strömt an bicscni Tag« hier zufamm«», um ihre 9inkäuf« zu «lachen und ganz absonderliche Gestalten, die sonst da» ganz» Zahl t» d»m sr»undllch«n Ort nicht zu sehen Und, tauchen plötzlich auf. Da ist vor der Marktschreier, besten v«rka»s«stanb von b«r Landbevölkerung förmlich be-lag»rt Ist und drr mit »rnstester Mi»»» all»rl»i Wunderdinge und Mixtur»« anbietet; serner der Maus«fall«nlj>ebt e» Ringellpi«!«, «in« Menag»ri» mit »in«m dr«i>üßig«n Salb», »in» Ri»s»nbam«, Wahrsager, Panorama» und «In» Sriltänz«rb«b», bi« bk» Haupt-anzirhnngipunkt der Ort»jugend bildet. Erst bi« Rächt macht bem außer-,,.lvöh»lich«n Lebe» unb Treibe» Im Städtchen ei» 9>td«. Lange b«»ken bi, Uinb«r a» den Jahrmarkltag und zählen dir Wochen, bi» wirb» bi« Markt-tüttfn im Släblchr» ausgtsttllt werde». EI. Te» ncn« KnustaiissirlluiigSgrbaubr in Diffel»»rf. Di« schön» »uns«, »nb Gart«»stabt Duss«ldorf Ist wieber um »I» monumental»» Bauwerk be-»tichert worden, da» In prächtiger Lag« am RH»in, unfern der neuen vrück«, errichtrt» k»»s>au»st«llung»gebüube. DI>! architektonische Wirkung de» In Zn-fstein und Granit aulgesührt«» Renaissancebau«» ist höchst vornehm, bi« ,>>ssad« einfach unb klar b«hanbelt, unb ein« in schön«» Linie» über bem Ui.';tt«lt«I( sich «rh«b«»b« Siippel bitbet zu d«m langgestrickte» Va» eine» wirksamen Gegensatz. Da» Grbaud« hat «in« umbaut« Fläch« Vo» 7400 Quadratmeter»; bie Läng» ber nach West»» gelegene» Hauptfront betrügt 132 iÄfttr, die größt» Tiefe de« Baue» 90 Meter, die Höh« bi» ,»r Snpp»lspitz» .HU M«t«r Im Innern sind anß«r der unt«r ber «uppcl b«sinblich«» Haupt-iiaii« 7 größere und 7 kleinere, zum Teil Im Obergeschoß de» vordcrbaue» gelegene Au»st«lllung»hallen Vorhand«»! erst»r« kö»n«n durch l«icht verstellbare Holzwänb« In beliebig viele 9iitz«labt«Ilu»ge» ««trennt werd»». — In di«»kr»r Verbindung mit dem Hauptgebäude belindet sich ba» aus »In»r «rund-stäch« von 600 Ouabratmeter» edenfaU» neu «rbaut« Restauration»g«bäud« mit Säl«n im 9rb- und Obergeschoß. Die vaukost«» belauf»» sich für beide Gebäude zusammen aus 1/200,000 Mark, von Mai bi» zum Oktober bitsr« Jahr«» fi»b«t in d«m Neubau, verbunden mit der Dilsi«lbors«r Jnbnstrie-n»d Gewerbeau»st«Uung, die bkutsch-nationale tku»stan»ft»llung statt. Da» Recht b»S Stärkere». Der Kampf um da» Datei», oder um vor-rechte, um gewiss« Position«» d«» Das-In», welcher durch alle ver»ich» b»r g«-snmten Lebew«s«n geht, zeig! sich aus« heftigste auch in ber gefiederten Welt. Nicht »ur bl» eigentlichen Raubtier» »»Irr de» Vögeln greifen ander« Gattung«» an. »nd «b«nlo bekriegen sich nicht nur bi« Angehörige» verschiedener Gat- tungen, sondern In «I» und ber|«lb«n Familie herrscht oft bie schürfst« Hnftin. düng. 9« ist höchst interessant, solch«» Pefehdungeu und G«llendmachuuge» de« Recht« d«r St«1rker«n zu beobacht«». Wi« unter den Mensch«», hab«» unl, den Vögel» bie Keckste». Frechsten und Verschmitzteste» bi« stärkst«« 9rsolge. Unbedacht. .Sl» seh»» so abgespannt an», ftra» Doktor SI« haben wol l h»«l» schon vikl la»gw»illg«n Besuch gehabt?" — .0 n»in, Sie sind d«r erste - Zwkibcutigrö Kompliment. Prof«ss«r: ,Herz«n'giit« verschönt auch da» häßlichste Antlitz. 91» guter M«»sch Ist »I« häßlich.' — Alt«« Frä « lein: ,Wi« si»d«n Si.' mich d«n», Herr Professor?' — Professor: ,O. meiit Fräulein, Sie fl»b — herze»»»«!." Di» »efürchtet« Demütigung. DI« b«rühmt»a »laviervlrluosen I v iiromer und I. L. D«ss»k Ware» ftreunb». aber auch all Nrbenbuhler I» Ihrer »»nst höchst »ikkrsüchlig aufeinander. Sie »rkannte» einer b« andern Mtisler-schast nicht nur vollkomm»» an, sonder» st« fürchteten st» auch. v«id» Künstler war»» einst I» London zn einer «benbgestllschast geladen, al» Sramer, btr zurrst 9rfchi«n«n», den b«I weitem später »i»tr»ff«»b»» Dussek um bi» Ursache feine« ««»bleiben» fragt«. — .Ich hab« «b«n «in Ronbo komponirrt," »rwidrri« Duss«k. ,9» hat mir zwar |«hr gefallen; aber bennoch hab Ich» verbrannt," — .War«» b«»n?' — .Warum — barnm! 9» kam ein» tertenfelt schwer« Passage bartn bor; Ich hab» st« m«hrer» Stund«» lang, aber vergeblich, an«, zuführe» vrrsucht unb ba st«l mir «I», baß D» st» wohl gar vom vlatt spielen »Qrb»ft Di«I« Demütigung wollt' ich mir be»» doch erspare».' Problem Nr. 25>. «°n «. ». Schwarz. Pfirfichbii»«», «»Ich» i«tzt schon bie Anfäng« vo» b«r 9rä»s«lkra»kh«it der vlätter zeig«», mnss«n wi«d«rholt unb g«»üg«»b mit vorb«lais«rbrüh» be. spritzt W«eb«». Da» Bespritzen ge>ch«h« i» ber Früh« unb am «b«»b, j«d«nsaU« aber nur, w«nn bi« vä«m« nicht direkt »on der Sonn« beschiene» w«rbe». ?a«b«n fchmatNiaf« ,» bereit«*. Nichtig g«flammt«, au»g«nomm«ie, gewaschene Taub«» der Lange »ach halbl»r»n, spick«». In «In» Kafs«r»ll« legen. I Löffel Fleischbrühe, etwa» Vetter, 2 kleine Zwiebel» zufügen, vrrdrckt schmore», bi» bi« Aleifchbriih« eingekocht Ist, wäh> renb de» Schmoren» etwa» würfelig geschnil» >«»«» Schinken, iiolbfl«Isch «nb G«würz zn-füg«». Nach 30 Minutkn, w»»n bi« Ia«b«n gar sinb, di«s«lb«n ans zuvor «rwärmt« Schiss«ln h«rau»n»hmen. DI» angebackene Sauc» vo» deriiasierolle mit kräftiger Fleisch-brühe lolkochen, adsette», mit I Theelöff«! Sartoffrlmehl binde», bi» Sa««» bnrch «in SI»b über bi» Taub«» anricht«». Zur Fütterung jnnger Kaninchen. V«I der Fütternng b«r jung«» Kaninchtn Ist kein U»t«rschi«b zn mach»», b»n» bi» ?i«r« n«hm«n, sobald sl« b«n Risiraum vrrlast«» hab«», an be» Rahlz«Iten ber Mutter teil. Nur «»»» man bi» Jung»» von d«r M«tt«r getrennt unb etwa mehr all 12—16 i» «I» n»m Stall hat, Ist «< gut, m»hr»r» Raufe» und Futtrrtrög« anzubringrn, um ba» g«g»n-f»Itig» Wegdrängkn vom Futter z« vermel-den. Wer I» ber angenehm»» Lag« Ist, d«n j»»ge» ll«r«n «twa» mehr aSr»«rsutt»r zn r«ich«u, wirb kein«» Schaden bovon hab«», Grlinsuttrr all»ln »rzrugt b»i jung»» TI«r»n l»Icht Irommrlsncht. I fitftl o I ««iß. Int« in > Züge». Auflösung. L i 1 Sl 0 U E B S p lA N 1 - »; T 0 1" P E D 0 El i B ' C " K 1 E l»| 8 E > !"> E K B E » T 1» A <« E X A ir Dreisilbige «harab». 2>t« beiden •rslen füllen dir da» Her». wenn dir da» Lchickial bei»« Liede» raubt. Und auch «»hl noch, lern» deinen echracr* XleBtll Ichon Idnfli» vergessen fllanbl; Tann hüll' ich »st in tbrSnen dein«, Blick, lenkst du an da», wa» du verlorst, zurück. Mein dritte» schuf, um dir di« Zeit zu lürzen. Ttt Frohsinn unb di« Langeweile nur; loch soll r» nur den Zeitgenuß dir kürzen, So trag e« nie von Leldenlchasi die Spur, «eil, wenn «» bi» zu dieser bich »«rsühn. Dein Herz »st wohl «in Raub der Ersten wirb. Mein «unze» ist ei» Spiegel der Natur. Jch male dir de» Leben» dunkle Zgg«, loch ist-», zu unserem «Illcke nur vahl selten mehr, al« «ine edle Lüge. Duchvrisall auch »oltl man der »unsl, de», -chilne» Nnd fremde» Mistgeschlck entlockt un« ihrHiirii. Rätsel. !wci Laute vorn: unb attbann helfet ll« mahnt die Nein« schmucke ^jier «Ho «in gisch, den man »«rspeist. «uslösuna folgt In nächster «ummer. «»» «ei»ic n»r«eiia»en. «erantworlllche »iedaNlon von »ins» «seifler. gedruckt und herau»^»«» von «rel»er » «l«tfl«r in Stuttgart.