Ftlkiin phlh t ptaM Organ für die deutsche Minderheit im Dravabanat __= &, X*tephm Äx. 21 (iatenttban) 1 »«,»,»P»»ts« B» d« Z»w»d: ««rteqShri, «0 Dw. h«ldjihri« 8V Itn. gem». p» »MB« »»ahr« e«t>»ge» genommen s jähri« 1« Di». Fit» »m Mulm) entsprechend? Erhöh»«», «tnultrammrr Din 1*54 ■«'üttkifaxyn_____ Exchei»t »Sch««tlich Do«nerstag frSb «nd Samstag früh mit dem Datum vom Sonnrag Nummer 24 Celje, Sonntag» den 24. März 1935 J 60. Jahrgang Nach dem Rintelen-Prozeh Schutzbund'Prozetz Der langerwartete Prozeß gegen den edemali-gen österreichischen Gesandten in Rom, Minister a. D. Dr. Anton Rintelen. ist mit gespannter Aufmerksamkeit verfolgt und in der vorigen Woche beendet worden. Das Urteil des Wiener Militär- Stricht?? lautete auf lebenslänglichen Kerker. Dr.Rin-Jen sei schuldig, so heitzt es in der Urteilsbegründung, im Jahre 1934 in Wien und Rom den ihm bekannten Anschlag aus das Bundeskanzleramt gebilligt und dadurch gefördert zu haben, dah «r sich als Chef der neu zu bildenden revolutionären Regierung zur Verfügung stellte. Er habe damit das Verbrechen der entfernten Milschuld am Hoch-«errat begangen, und da der Gerichtshof dos Unternehmen als besonders gefährlich ansehen müsse, werde über ihn die Strafe des lebenslänglichen Kerkers verhängt. Die Untersuchungshaft vom 26. Juli bis heute wird für den Fall einer späteren Begnadigung eingerechnet. Da der Angeklagte durch den Schuh und den erlittenen Schlaganfall so hinfällig und linksseitig völlig gelähmt ist, nimmt man an, dah er schon in den nächsten Tagen für haftunfähig erklärt und in «in Sanatorium übergeführt werden wird. Anton Rintelen: Unwersttätsprofessor, Landes-hauptmann. Minister, Gesandter. Eine seltene Kar-lim. Ein anderer hätte sich zur Ruhe gesetzt. Richt so Rintelen. Seine innere Unrast, sein Betätigungs-hebütfnis trieben ihn auf einen Weg, der chn — Tragik des Schicksals — als Hochverräter in den Kerker führt. Dem Prozeh Rintelen wird in Oesterreich bald -ein zweiter großer politischer Prozeh folgen. Am 3. April soll der Prozeh gegen einundzwanzig Funktionäre des Schutzbundes beginnen. Unter den Angeklagten find zwei ehemalige Offiziere, der Major a. D. Alexander Eifler und der Hauptmann a. D. Rudolf Löw. Die einundzwanzig Männer, gegen die Ankloge wegen Hochverrates erhoben wurde, sind vor dem 10. Februar des vorigen Jahre» verhaftet worden und haben daher an den Februarkämpfen nicht teilgenommen. Die Anberaumung des Prozehes. der inzwischen zweimal verschoben wurde, hat Überrascht. Denn man rechnete »ach der EntHaftung der Mitglieder des socialdemokratischen Parteivorstande» nicht mehr mit einem Prozeh gegen die, seit so langer Zeit in Untersuchung»haft befindlichen Schutz-bvndfunklionäre. Sicher ist, daß di« Angeklagten in diesem Prozeß nicht mit solcher Bestimmtheit mit dem Freispruch rechnen, wie es der Angeklagte im Rintelen - Prozeh getan hat. General v. Lettow-Vorbeck Kö Jahr« Einer der volkstümlichsten deutschen Soldaten de» grohen Weltkriege» beging am Mittwoch seinen V5. Geburtstag: General Paul v. Lettow Vordeck. Die deutsche Kriegsgeschichte kennt keine stolzeren Ruhmesblätter a!» den unvergänglichen Lorbeer, den diescr deutsche General als Kommandeur der Schutz-truppen von Deutjch-Ostafrika an seine unbesiegten Fahnen heftete. Ocft«rcid)i|d)f Fühlungnahme in Berlin? Im Verlaufe dieses Monats wird der öfter» reichisch« Staatsrat Dr. Elaise-Horstenau eine Reise nach Deutschland antreten, und im Berliner Herren-klub einen Vortrag halten. Gleise. Horstenau ist einer der begabtesten Generalstäbler des alten Oesterreich gewesen und hat sich als militärischer Schriftsteller einen Namen auch über die Grenzen seines Heimat landes gemacht. Als unbedingter Anhänger Seipels und semer Politik gilt er auch in nationalen Kreisen Oesterreichs für einen Anhänger einer Verstand!-gungspvlitik mit dem Deutschen Reiche. Ministerrede über die Wahlpolitik In Krsko fand am Dienstag eine Wahlver-sammlunq statt, die der Hauptwahlausschuh der Landesliste des Ministerpräsidenten Jevtic für das Draubanat einberufen hotte. Minister Dr. Marusic führte u. a. aus: ..Aus der Regierungserklärung vor der ehemaligen Skupschtina sowie aus dem Wahlaufruf der Regierung geht klar hervor, dah die Regierung unsere staatliche und nationale Ein-heit als vollzogene Tatsache betrachtet, über die nicht verhandelt werden kann. Aus der jugoslawischen Nationalpartei war eine Partei im alten schlechten Sinne des Wortes entstanden. Gewisse Herren in Bevgrad wollten wieder als Parieichef befehlen. Obwohl Ministerpräsident Jevtic als Außenminister unsere Auhenpolitik auf ansehnliche Höhe gebracht hotte, war man doch im Präsidium der JNP mit ihm sehr unzufrieden. Sie hielten es für opportun, ihn mit Steinen zu dewerfen, in dem Augenblick, da er Ehre und Ansehen unseres Staates so ener-gisch in Genf verteidigt hatte. Die Herren haben wieder die Partei vorangestellt und versucht, auf dieser Grundlage die Ministerkrise zu lösen. Sie haben sich aber geirrt. Der, den sie am schärfsten angegriffen hatten, erhielt d«n Auftrag und bildete auf neuer Grundlage die Regierung". Im weiteren Verlaufe seiner Rede sagte der Minister, die Regierung Jevtic lade alle Bürger guten Willens zu einer aufbauenden Arbeit am Volks- und Staatswahl ein Die Wahlenthaltung sei die schwerste Sünde. Man könne schon jetzt sagen, dah die Landesliste des Ministerpräsidenten Ievtic mit groher Mehrheit als Sieger aus den Wahlen hervorgehen werde. Wechsel der jugoslawischen Gesandtschaft in Rom Wie in unterrichteten Kreisen verlautet, wird der bisherige Hofminister Dr. Antic zum Gesandten in Rom ernannt werden. Diese Aenderung steht in Zusammenhang mit der neuen Politik zwi-schen Jugoslawien und Italien. Die üq-lienischen Blätter, die die Nachricht verzeichnen, neh-men sie mit Genugtuung auf und betonen, dah Dr. Antic schon zur Zeit weiland König Alexander» ein warmer Fürsprecher der Verständigung zwischen Italien und Jugoslawien war. Sava Der Bischof der deutsch - evangelischen Landes-kirche in Jugoslawien, Dr. Philipp Popp. fordeit in einem Hirtenbrief auf, dem gröhten Nationalheiligen des serbischen Volkes — Saoa —, dessen 700. Todestag am 27. l. 1935 begangen wurde, durch Teilnahme an den verschiedenen noch zu »er anstaltenden Feierlichkeiten Achtung und Sympathie zu bekunden. Der Nationalheilige Sava ist für die serbisch - orthodoxe Kirche das. was für die deutsch-evangelische Kirche der Reformator Luther ist. Auher seiner bedeutenden natioralpolitischen Tätig-seit war er der erste serbische Schriftsteller und der Reformator des Mönchslebens. — Dieser Hirten ^ brief ist im kirchlichen Amtsblatt der serbisch - ortho-deren Kirche vei öffentlich! worden und von den führenden Beograder politischen Zeitungen als eine Geste grohherziger religiöser Duldung begrühl worden. Da die Sava - Feiern auch nationalen Charakter haben, darf man um so mehr hoffen, dah diese brüderliche Anteilnahme unserer Deutsch-Protestanten am Leben unseres Mehlheitsvolkes sich für das Nebeneinanderleben der Nationalitäten günstig auswirken wird. Wehrpflicht im Dienst des Friedens Wicht» wirkt im ersten Augenblick stärker und überraschender al» da» Selbstverständliche, aber die klärende und in jeder Hinsicht befteiende Wirkung kann nicht ausbleiben, wenn ein Mensch und wenn ein ganzes Volk den Mut haben, offen zu einer Verantwortung zu stehen. Vielleicht hat die inter-nationale Politik der letzten Zeit unter keinem Uebel so schwer gelitten, al» unter Unaufrichtigkett. weil der Buchstabe von Versailles für jeden Klarden« kenden längst tot und überholt war, während trotz-dem der Zustand Deutschland» als eine» „macht-mähig leeren Raumes" inmitten hoch gerüsteter Staaten als diplomatisches Handelsobjekt immer noch veranschlagt wurde. Die Wahrung der natio-nalen Sicherheit ist ein unveräußerliches Grundrecht jedes jtaatsbewuhten Volkes. Indem der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler am 16. März 1835 durch Reichsgefetz die allgemeine Wehrpflicht wieder eingeführt hat, zerreiht er lediglich die Nebel der europäischen Unsicherheit und Zweideutigkeit und erweist der Sache de» Friedens den einzig richtigen Dienst. Ehre, Sicherheit und Ehrlichkeit sind die Grundbegriffe, die im Aufruf der Reichsregierung an das deutsche Volk zum Ausdruck kommen uno nach langen Jahren bangen Zweifels endlich „ein Reich der Einigkeit, der Stärke und der Ehre, ein Deutschland des Friedens in einem befriedeten Europa" wiederherstellen, um mit den Worten des Reichswehrministers von Blomberg am Heldengedenk-tag zu sprechen. Die Reich»regierung hat in ihrem Handeln sich so ausdrücklich von jeder einseitigen Vorwegnahme fernhalten wollen, dah sie noch vor Jahresfrist bereit war, den MacDonald-Plan eine» internationalen Rüstungsabkommens anzunehmen. Nach der französischen Absage vom 17. April 1934 wurde es allerdings klar, dah die ehemaligen Siegerstaaten selbst einseitig vom Versailler Vertrag losstrebten, und die Aufrüstung einer ganzen Reihe von Staaten wurde öffentlich. „Unter diesen Umständen sah sich die deutsche Regierung veranloht", wie es in dem Aufruf heiht, „von sich ou« jene notwendigen Maßnahmen zu treffen, die eine Be-endigung des ebenso unwürdigen wie letzten Endes bedrohlichen Zustandes der ohnmächtigen Wehr-losigkeit eines ganzes Volkes und Reiches gewähr-leisten konnten." Es ist lein Zufall, dah im Laufe einer Woche das englische Rüstungsprogramm auf Grund des Weihbuches, die praktische Wiedereinführung de? zweijährigen Dienstzeit in Frankreich und das Gesetz zur allgemeinen Wehrpflicht in Deutschland hintereinander gefolgt sind. Wenn Deutschland nun nicht mehr länger zögert, mit dem Recht auch die Macht in Anspruch zu nehmen „für das Reich und damit wohl auch für ganz Europa den Frieden wahren zu können", so ist gerade die Wehrpflicht als Grund-loge der Sicherheit die denkbar eindeutigste Ablch-nung jedes Angriffswillens. Dabei ist als besonderes Element der Beruhigung die Festlegung des deutschen Friedensheeres „einschliehlich der überführten Setk 2 Deutsche Zeitung Nummer 24 Truppenpolizei" auf 12 Korp»kommando» bzw. 3« Divisionen zu werten. Damit bleibt Deutschland, im Gegensatz zur Umwelt, bewußt unter der Wehr-kraft der Vorkriegsjahre und schafft ein für allemal die Märchen aus der Welt, als strebe das deutsche Voll durch Ueberrüstung „nach einer militärischen Hege-moniestellung in Europa". Damit sind wir aber bereits bei der außen-politischen Seite des neuen deutschen Wehrgesetzes, die auch der Reichswehrminister von Blomberg bei der Berliner Heldenfeier am letzten Sonntag höchst eindrucksvoll unterstrichen hat. Ein starkes und stolzes Deutschland, „das nie mehr kapituliert", sieht nichtsdestoweniger „im Weltkrieg eine Katastrophe, deren Wiederholung wir unseren kommenden G<» schlechtem ersparen müssen. Europa ist zu klein ge-worden als Schlachtfeld für einen zweiten Weltkrieg". Wenn so der Vertreter der deutschen Wehrmacht spricht und jede Revanche verwirft, dann weiß er ßch völlig eins mit Adolf Hitler selbst im Glauben „an die Möglichkeit einer Neuordnung Europas und der Welt auf friedlichem Wege". Die Einladung der Reichsregierung an die englischen Minister zu vorbereitenden Erörterungen in Berlin, die für mor-gen und übermorgen fest angeordnet ist, soll ein wichtiger Beitrag für diese Neuordnung sein. Höchst merkwürdig erscheint daher das Argument mancher französischen Zeitungen, als wäre mit dem deutschen Schritt zur Wehrhoheit die Verhandlungsgrundloge so verschoben, daß der Besuch der Herren Sir John Simon und Anthony Eden seinen Zweck verloren habe. Es sind übrigens dieselben Stimmen, die vor 10 Tagen das Erscheinen des englischen Weißbuches jubelnd begrüßten, well es angeblich „eine heilsame Atmosphäre der harten Wirklichkeit" für die Berliner Besprechungen geschaffen hätte. In der harten Atmo-sphäre ist Europa allerdings mitten drin (worüber im Leitaufsatz der „Deutschen Zeitung- vom Donnerstag gesprochen wurde), und Deutschland hat das durch die französische Heeresreform noch deutlicher begriffen. Während aber nun günstiger denn je die Gelegenheit gegeben ist, dieser harten Wirf lichkeit ins Auge zu sehen und die gemeinsame Ver-antwortung für den Frieden entschlossen zu übernehmen, überschlägt sich ein Teil der französischen öffentlichen Meinung in neuer Panikmache. National ist die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht in Deutschland, wie die spontane und dankbare Begeisterung des Volkes für seinen Führer Adolf Hitler zur Genüge beweist, eine langerwartete Selbstverständlichkeit. Denn was die Schweiz für sich in Anspruch nimmt, was Oesterreich gcnau so für di« Zukunft fordert wie die übrigen bei Kriegs-ende zwangsabgerüsteten Staaten, darauf konnte und durfte die deutsche Regierung nicht verzichten-Da» Recht und die Pflicht jede« waffenfähigen Mannes im Voll, sich in der Stund« der Gefahr vor Vaterland und Heimat zur Verteidigung zu stellen, hat noch nie als eine agressioe Drohung von Staat zu Staat gegolten. International bleibt des-halb die Maßnahme der Reichsregierung vollkom-men in Einklang mit ihrer Antwort vom 14. Fe-bruar, in der sie die englisch französische Londoner Vereinbarung begrüßt und sich bereits zu einem Luftpakt der Locarnomächte bereit erklärt hat. Nicht über die deutsche Gleichberechtigung braucht Herr John Simon mit der Reichs^egienmg zu verhandeln: denn sie ist, wie jeder unvoreingenommene Mensch in Europa heute weiß, die natürlich« Voraussetzung jeder Verhandlung. Gegenstand diese» f# wie jedes folgenden Staatsgespräch» soll einzig und allein der Friede unter den Völkern Europas sei». Die Reichsregier^ng hat ihre Auffassung über sei« Möglichkeit und dringende Wünschbarkeit deutlich genug verkündet mit jenem Kernsatz ihres Aufrufe» an das deutsche Volk: „Einen hundertjährige» Frieden würde die Welt nicht nür ertragen, sonder» er müßte ihr von unermeßlichem S«gen sein. Eine hundertjährige Zerreißung in Sieger und Besiegte aber erträgt sie nicht." Wenn sich die auf gleicher kultureller Grundlage lebenden europäischen Völker ohne Hintergedanken di« Hand zur Verständigung reichen, dann wird ihnen der echte Frieden unser lierbar sein. Aus Stadt und Land Jahresversammlung der Ortsgruppe Ljubljana des Schwäbisch - Deutschen Kulturbundes Am 16. März fand unte» reger Beteiligung im Jagdsaal de» Hotel» „Metropol" die diesjährige Vollversammlung statt. Obmann Hermann Brandt gedachte mit schlichten, eindrucksvollen Worten un-seres toten Heldenkönigs, des edlen Förderers un-serer stark gedrosselten Volksdeutschen Belange. Den Berichten der Aemterführer ist solgendes zu ent-nehmen: Die Leitung der Ortsgruppe hat im vergangenen dritten Arbeitszahr ihr Betätigungsfeld vertieft und erweitert. Größere Veranstaltungen waren der Vortragsabend unserer Volksgenossin Frau Alma Karlin, die Maistier, ein Vortrag des Schriftleiters Karl Pecharz, die Kinderweih-nachtsbescherung, die Julfeier und ein literarischer Abend unseres Sundesmitgliedes Fred Holler. Die Mitgliederzahl wuchs an; noch aber stehen viele Volksgenossen unserer Arbeit ferne. Das Her-anziehen dieser ist ein« der vielen Aufgaben der neuen Leitung. Der Kassestand weist bei einem Geldoerkehr von 25.000 Dinar im Saldo ein Plus von 3000 Dinar aus. ist also in Anbetracht der herrschenden Wirtschaftslage befriedigend. Die Bücherei wurde vervollständigt. Sie um-faßt über 2800 Bände, auch neueste Werke. Der Besuch und die Benützung der Bücherei stiegen, lassen jedoch noch viel zu wünschen übrig. Zahl-reiche Bücherspenden ermöglichten e», zwei Wander-düchereien zu je 80 Büchern den wackeren Gottscheern zur Verfügung zu stellen. Die großartige Winterhilfsaktion, an der alt und jung mit Eifer und Freude teilgenommen hat, war ein voller Erfolg. Sieben Gemeinden in d«r Gotische« sind mit Gaben bedacht worden. Da» Sammelergebnis waren Spenden im Werte von 13.000 Dinar. Das Orchester verdankt sein Bestehen der Opfrrfreude des verdienstvollen Ausschußmitgliedes Herrn Dr. August Schweiger. Wegen d«r Landestrauer wurden keine Konzerte abgehalten-am nächsten Familienabend wird uns wieder Gel«-genheit geboten, die unter Dr. Krainz' Leitung stehende Musikerschar zu hören. Die reiste Täiigkeit aber herrscht unter der im Bund« erfassten Jugend, deren Kreis durch d«« Studentenzuzug bed«uiend anwuchs. Auf den wt» chentlichen Heimabenden kommen völkische Frage» und allgemeine Themen zur Aussprache, frohe Studenten und Volkslieder werden gesungen. I» vergangenen Arbeitsjahr wurde die Minderheiten-frage ausführlich erörtert. Die Gedenkfeier zu Ehre» des großen Königs, sowie «in Schillerabend ver» dienen besondere Beachtung. Die Mädchengruppe stellte sich der Winterhilfe zur Beifügung, Frauenfragen füllten ihre Heim-obende aus. Auch die Burschengruppe blieb im Arbeitseifer nicht zurück Die einst so beliebten Kindernachmittage de» schränkten sich im Berichtsjahre fast ausschlich!ich auf Vorbereitungen für die Kinderweihnachtsfeier, bei der auch ein Krippenspiel von den Kleine» aufgeführt wurde. Die Mindnheitenschule weist einen Schüler» stand von 43 Kindern auf. Sie wurde Heuer ein» klassig. Es besteht jedoch die Wahrscheinlichkeit, daß in einigen Jahren, vorausgesetzt, daß alle deutsche» Eltern ihre Kinder in die deutsche Schule sende», wieder die gesetzlich notwendige Zahl, die un» da» Recht auf eine zweite Lehrkraft gib^ erreicht wird. Smrekovc von Dr. P . . . der Wohl starren erhabenere Berge in ihrer Trutzig-fett ins Angesicht Gottes, stürmen himmelan, unnahbar, stolz, mächtig, und doch liegt ein unend-licher Zauber über diesem bescheidenen Höhenzug, der sich von St. Vett bis zur schründigen Raduha erstreckt, dem Smrekovc. Sanft geneigt, wellig be> wegt, von wunderbaren Almweiden durchzogen, tief bewaldet mit ernstem Fichten bestand, der im Som-mer vom Wildtaubenichrei hallt, durchgangen vom verträumten Glockenklang weidender Rinder, ist dieser Gebirgszug im Winter ein stilles, gottnahes, versonnene» Parodie». Im Süden umrahmt ihn die zackige Sanntolerbergwelt. im Westen schließen als treue Wächter die übermächtigen Zähne der kalkigen Raduha seinen Abfall ad. Wie der getreue Ekkehard klobt der mächtige Berg vor ihm, gleichsam al» hielte er Wacht vor seinem bescheidenen Bruder. • Stund«» der Freude. Stunden^ wo der Menich die blaue Blume der Romantik endlich geiunden zu haben glaubt, Tage voll innerer Sonnenfreude liegen wie ein buntgewebter Teppich, zait geiponnen, fern der Unrast maschinengetriebener Tage, hinter dir? Da steht Ioan, der Hüttenwirt! Sein Auge sucht heute schon zu wiederholten Malen angestrengt suchend den Hohlweg ab. Heute kommen sie. Heute! Als hätte der Smrekovc zur Begrüßung seiner I treuen Eillier Gäste etwa» ganz besonderes im Schilde, so aus großartiger Geberlaune heraus, glitzert er plötzlich im durchfallenden Sonnenlicht, in millionenfacher Farbenpracht blauschimmernder Ei»-kristalle, und am „Kamen" tanzt eine strahlige Schneefahne stell erregt in wunderbaren Spiralen geradezu in'» bärtig silberweiße, gütige Antlitz Gottes. • Sterne am hohen Himmelszelt. Licht in der Hütte. Wohlige Wärme, ein bunter Kranz glück-licher schneebegeisterter Menschen. Halloh — — — und wieder: „Zwoa Brettln, a g'führiger Schnee!" Ganz ausgewechsett ist der Flachlandmensch hier oben, alles Kleinliche, selbst Eotys Lippenstifte und Barbara Gould sind lächerliche Plattheiten gewor-den, hier ist jedermann ein Herr und alle sind wir Kameraden ! Wer aber zutiefst in seinem Innersten, so ganz lies innen, wo das dumme Herz seine Schläge klopft, dieses „Kameradjein" nicht fühlt, der lasse die Berge um Gottes willen, der bleibe lieber in der Stadt mit ihrer Jazz und Konven tion! Die Stimmung in der Hütte aber wird immer lustiger und hellerer, aber gerade als es am schönsten wird, macht der gestrenge Skilehrer un-barmherzig Schluß. Wohl gibts noch eine verzweifelte Gegenwehr gegen diesen Befehl, aber Z kennt keinen Pardon. # Sonne am Himmel. Halloh .... halloh. hier Radio Smrekovc! Aufstehen! Abmarsch des Kurse» um neun, Windjaken und Pullover mitnehmen k Ein Sonnentag liegt gnadenvoll ausgebreitet vor dir Erst aber die Alltäglichkeit de» Training». Pflug und Bogen, — oft will der Ski nicht wie du es willst, doch der Skilehrer will immer — und wie er es will! Dann die Höhe! Der Ski gleitet tief über verschneiten Almboden, die Lungen weite» sich, helle Freude lacht aus jedem Auge. Es ist die Freude über Gottes herrliche Natur, die Liebe zu diesem wunderbaren Berg, der königlich in seiner Geberlaune ist. Nur wir Menschen find kleinlich i» unserem Erleben, die Berge aber sind großartig i» Guten wie im Bösen... Tief in der Mulde ist ein „Sudloch" ausge-stampft. Es ist uns«r Traumloch. Herrgott, heizt die Sonne, sie schmort und kocht die Gesichter der Genießenden. Braungebrannt sind sie olle hier im Traumloch. Gespräche flattern auf: _____und die Weinberge der Provence, München, Drei Zinnen, Paris, Zürs, Berggipfel, fröhliches Erleben — bi» dann aus all dem Schönen das Schönste erklingt----.Heimat!'". Die Berge aber sind un- sere Heimat, ewig unvergänglich singt ihr Lied i» uns. Sonnenkringel zittern in der Luft, kornig iß schon der Firn. Schläfrig wird man von sooid Sonne und trotz der Jugend rings umher fühlt man di« ersten Silberfäden im eigenen Herz. Fort, weit fort mit der Wehmut, solange noch da» Herr- 9tummer 24 Deutsche Zeitung (seile Z Bei den Neuwahlen erklärte Obmann Hermann Brandt, der seit Bestehen der Ortsgruppe ihr Bor» fitzender ist, au» Arbeilsüberbürdung die Obmann-stelle nicht mehr übernehmen ,u können. Er sei jedoch bereit, weiter im Ausschusse zu verbleiben. «Dem scheidenden Obmann. Herrn Hermann Brandt, sei nun auch auf diesem Wege sür seine longjäh-rige, verantwortungsvolle Tätigkeit ganz besonder» gedankt!) Zum Obmann wurde der bisherige Schrift-führer Herr Dr. August Schweiger einstimmig ernannt. Mit großer Genugtuung (besonders seitens der anwesenden Jugend) wurde seine Zusage zur Kenntnis genommen. Der Ortsgruppe Ljubljana, die tapfer für un-scre völkischen Belange eintritt, wünschen wir auch weiterhin viel Erfolg rm Wirken und Werken. Sportklub „Rapid" Bericht über die 17. Jahresversammlung im Hotel Mohr Maribor, Mitte März Der VorsitzendeObmannstelloertteter Dr. Bra n d-sie Her eröffnete die Hauptversammlung und ge-dachte einleitend in tief empfundenen Worten unseres unvergeßlichen toten Königs. Dann begrüßte er die zahlreich erschienenen Mitglieder, besonders aber den Regierungsvertreter, den Ehrenvorstand des Männer-gesangveremes Herrn Baumeister, den Vertreter des Schwäb. Deutschen Kulturbundes Herrn Dr. Badl sowie den Vertreter des Zagreber „Morgen-blatt" Herrn Simonie. Herr Frank! verlas hierauf den Schrift-führcrbericht, dem wir folgendes entnehmen: Der Klub zählt 292 unterstützende, 0 Ehren Mitglieder, 132 ausübende und 48 jugendliche Mitglieder. Ausgetreten, beziehungsweise gestrichen wurden (meist wegen Nichtzahlung des Jnhresbeitrages) 51, neu eingetreten sind 16 Mitglieder. Der Bericht hebt weiters hervor, daß das Berichtsjahr noch im Zeichen des Spieloerbotes begonnen, trotzdem ober mit großen Erfolgen geendet hat. Trotz dem großen Ausfall an Einnahmen, der durch das lange Spiel-verbot und durch da» Verbot der Redoute entstanden war, ist es infolge der beispielgebenden Opferwilligkeit aller Mitglieder gelungen, den Haushalt des Klub» in Ordnung zu halten. Das Fehlen „Rapid»" bei den sportlichen Wettkämpfen bewirkt« einen derartigen Rückschlag im Sportleben unserer Stadt, dah schließ-Iich die Gegner selbst im eigenen Interesse sich mit Erfolg dafür einsetzten, daß „Rapid" wieder Start-rrloudni» bekam. Der Erfolg zeigte sich sofort an dem stärkeren Besuch der Veranstaltungen. Auch in den verschiedenen Sportverbänden genießt der Klub da« größte Ansehen. Bei den Begräbnisfeierlich' leiten in Beograd war der Klub durch ein Mit-olied vertreten, ebenso bei der allgemeinen Trauer-feierlichkeil der deutschen Minderheit auf dem Oplenac. Beim Huldigungsstaffellauf Beograd-Oplenac war der Verein durch zwei Läufer vertreten. Ueber die Tenni»sektion berichtete Herr Fritz Felder, daß die Herren in der jugoslawischen Klubmeisterschaft gegen S. K. Moribor mit 7 : 0, gegen „Teleznicar" ebenfalls mit 7 : 0, gegen „Zlatar" mit 5 : 0 siegten und erst gegen den Zagreber Eis-laufverein unterlagen. Sie konnten so den beachten»-werten 3. Platz in der obigen Meisterschaft erringen. Auch die Damen konnten nach Siegen über S. K. Maribor und S. K. Ptuj den 3. Platz in der jugoslawischen Klubmeisterschaft erreichen. Herr Erich Peteln gab den Bericht der Fußballlektion. Er konnte mit Stolz mitteilen, daß die erste Mannschaft trotz der dreivierteljährigen Spielpause sich auf den vierten Platz in der Ligameisterschaft von Slowenien emporgearbeitet hat. Die Mannschaft trug im Jahre 1934 inkgesammt 29 Spiele au», von denen 16 gewonnen und 11 verloren wurden? zwei gingen unentschieden aus. Der erfolgreichste Torschütze war Prinkic mit 22 Toren. Barl ooi! feierte seinen 390 , Seiffert sein 200. Spiel für die Farben „Rapids". Herr Tscherin berichtete für die Winter-sportsektion, deren Mitglieder sehr schöne Erfolge er-rangen. Egon Lettner wurde zu Ostern Abfahrts-meisler auf dem Okreselj, ist Unterverbandsmeister von Ljubljana, Slamommeister im Draubanat und sicherte sich einen guten Platz in der Staatsmeister-schoft. Für die Leichtathletik berichtete Dr. Jettmar. Trotz der langen Spielpause konnten die Leicht-othleten gleich bei ihrem Erstauftreten die lokale Meisterschaft 1934 (mit einem Punktverhältnis von 65 gegen 38 des nächstfolgenden Klubs) erringen. Im Bericht der Eislaussektion wurde hervorgehoben, daß Herr Bühl den ersten Platz in der jugosla-wischen Juniorenmeisterschaft im Eislaufen errang. Dem eifrigen Säckelwart Herrn Weiler, der das Berichtsjahr mit einem kleinen Ueberschusse ab-schließen konnte, wurde die Entlastung erteilt. Die Neuwahlen zeigen folgendes Ergebnis: Obmann Dr. Blanke, Stellvertreter Dr. Brandstetter, Vereintleiter I. Pliich. Schriftführer Amon und Weltzebach, Kassiere Weiler und E. Peteln, Zeugwarle Klipp-stätter und Jeglitsch, Kapitän Barlowic; Vergnü-gung-ausschuß: P. Peteln, Ehrlich O. Holzinger und Kurt Hausmaninger; Leichtathletik und Hallensport: Dr. Jettmar und Felir Büdefeld; Wintersport : Ing. Eylerth, Dr. Böcher, Tscherin; Fußball: Kasper; Platzoerwaltung: Eylerth. Tischtennis: Rejcheneder, Eislauf: Bühl, Tennis: Felder, Hitze Holzinger: Tennis am Sportplatz: Sorko, Kassa-Prüfer Dr. Pfrimer und Ing. Nassimbeni; Beisitzer Dr. Badl, Dir. Hermann, Thalmann Kurt, Dir. Wiestaler ünd Frankl. Celje Promotion. Am Mittwoch fand in der Aula der Karl-Franzens-Universitöt in Graz die Promo-tion de» Herrn Karl V o l l o u f ch e g, Sohnes des verstorbenen Oberoeterinärrates Herrn Josef Vollou-scheg aus Celje, zum Doktor der Rechts- und Staatswissenschaften statt. Herr Dr. Vollouscheg hat sich zeitweilig auch schriftstellerisch betätigt und in früheren Jahren manchen Beitrag für unsere „Deutsche Zeitung" geschrieben. Evangelischer Gottesdienst. Am heutigen Sonntag findet in der Christuskirche um 10 Uhr der Gemeindegottesdienst und anschließend daran um 11 Uhr der Kindergottesdienst statt. Die beiden Gottesdienste werden von Herrn Pfarrer May, der nun endgültig aus dem Deutschen Reiche zurückgekehrt ist, gehalten werden. Die Regulierung der Tuönic schreitet rüstig vorwärts. Bisher hat man das Bett von der Mündung aufwärts bis zur Eisenbahnbrücke in Lava beim Oberlahnhof reguliert. Von der Ipavceoa ulica bis zur Eisenbahnbrücke hat man ein neue» Bett ausgehoben, Die Arbeiten werden bis Ostrozno fortgesetzt. Die Regulierungsarbeiten werden von der Stadt- sowie von der Umgebungsgemeinde durch-geführt. Viele Arbeitslose finden dort Beschäftigung. Neue Fernleitung? Die Krainijchen Landeselektrizitätswerke beabsichtigen, die Velenjer elektrische Fernleitung von laltt über Arja vas, Ostrozno und Gaberje bis zur Zinkhütte in Eelje zu verlängern. Die diesbezügliche behördliche Beratung wird Dienstag, den 26. März, in ^alec stattfinden. Klagen über den Staub. Die frühe Wärme, die uns der heurige Ausnahmsfrühling gebracht hat. läßt auch die Klagen über den Straßenstaub in unserer Stadt schon früher laut werden als in anderen Jahren. Sie sind leider ebenso berechtigt. Wenn man auch nicht berufsmäßig raunzen will, so kann man doch den Unwillen, der aus etlichen Zuschriften an unsere Schriftleitung herausklingt, begreifen, den Unwillen darüber, daß unsere in dichte Staubwolken gehüllten Straßen nicht bespritzt werden. Erfreulich sind die Staubwolken sicher nicht, weder für Einheimische noch sür Fremde, die man ja mit allen Mitteln anlocken will. Fuhballsport. Am Tage Maria Verkündigung (25. März) findet auf dem Sportplatz beim „FelfenMte" ein Freundschaftsspiel zwischen „Athletik"« Eelje und „Rapid"-Maribor statt. Beginn um 16 Uhr. Aus Grund des erfolgreichen Spieles gegen SK Eelje, das am Josefitage ausgetrogen wurde, ist ein schönes und spannende» Spiel zu erwarten. Skiauvslug aus den Bachern. Wie ge- meldet, veranstaltet der Skiklub Celje einen zweitägigen Ausflug zur Theiselhütte auf dem Bachern. Abfahrt mit dem Mariborer Autobus am Sonntag, dem 24. d., um 6 Uhr früh. Gefahren wird bis zum Planinc bei Konjice, von dort mit dem Wagen nach Zrece, dann Aufstieg über die Laurichhütte, die Rogla, Planinka, Velika und Mala kapa zur Tlseiselhütte. Rückkehr Montag nachmittag nach Mislinje, Slovenjqradec oder Vuzenica, das hängt dann ganz von den Teilnehmern ab. Die Führung hat Herr Alfon» Kojchell. Nähere Auskünfte und Anmeldungen bei Herrn Edo Paidasch. Den Apothekennachtdienst versieht in der kommenden Woche die Mariahilf-Apotheke (Posavec) liche Gedicht „Dem Veilchen" unser Jockei ver^ kündet! Blaue Schatten wogen schon im Tal, rötlich erglänzt der Schnee, du drückst eine Hand und rufit: Auf Wiedersehen, Skihell! Der Schnee knarrt leise unter den Brettern — noch ein letzter Blick zurück, einsam strahlt schon, unnahbar stolz, wie ein inniggeliebte« Frauenauge der silberige Abendstern über dem Smrekovc... Hans Grimm zur Ehre Geburtstag von Hans (fttirarn am 22. März brachte der Stuttgarter Sender in der Zeit von lö.sv bis IS Uhr eine Hörfolge von Olaf Halle. Am Freitag vollendete Hans Grimm sein 60. Lebensjahr, In müden Zeiten, in denen das Be> wußtsein der Weltsendung unsere» Volkes beschränkt war, Hot er durch sein Werk „Volk ohne Raum" Verpflichtung und Verantwortungsgefühl erwecken helfen, wir kein anderer. Was er darin zu sagen hat. ist vom ersten bis zum letzten selbst er-kämpft und das Gegenteil einer lebensfernen Lite-ratenarbeit. Denn Grimm ist nicht nur der große Dichter, der Schöpfer vieler Erzählungen, in denen er fremdes Leben mtt größter Anschaulichkett und sparsamsten Worten darzustellen weiß, sondern, vom Standpunkt der auslanddeuischen Arbeit aus ge-sehen, ist er zugleich einer unserer bedeutendsten politischen Schriftsteller. Wenn auch aus anderem, niederdeutschem Holze geschnitzt, erinnert er in mancher Hinsicht an Gustav Freytag: Beiden ist die Kunst nicht nur ein Mittel, um das Sein zu idealisieren, sondern ihre Schiiderungskunst stellt sich bewußt in den Dienst de» Volkswms. So ist der Sechzigjährige ein getreuer Eckort des Ueberseedeutschtums geworden, vor allem seiner geliebten Landsleute in Afrika, deren Los er beinahe zwei Jahrzehnte geteilt hat Sein ..Südwesterbuch" ist eine Chronik: scharf im Profil. hol;ichnittartig malt er die harten und doch weichen Regungen zugängigen Nieder-deutschen der Kolonie, deren spröde, stolze Erhaben-heit uns durch seine Schilderung so teuer geworden ist. Er hat darin den Stil gefunden, den wir für auslanddeutsche Darstellungen als Vorbild anerken-nen können. Diese Gestalten sind aber nicht Gebilde seiner Phantasie, sondern wirklich lebendig; sie selbst haben dem Dichter ihr Schicksal berichtet. Ueber die tieferen Gründe des Deutschenhasses, über das Verhältnis des Deutschen zum Angelsachsen hat er in seinem „Schriftsteller und die Zeit" Bekenntnisse abgelegt, die jeder Deutsche, der sich mit Weltpolitik beschäftigt, kennen sollte. Nirgend» ist die Verantwortung des Binnendeutschtums gegenüber dem auslanddeutschen Schicksal schöner gekennzeichnet als in dem Aufsatz „Von der deutschenBürdederAuslanddeutschen" — kein Aussatz wurde wohl auch in den vergan-genen Jahren so oft in auslanddeutschen Zeitungen ünd Zeitschriften nachgedruckt, wie gerade dieser. Doch dieses schriftstellerische Schaffen ist nur ein Teil des Grimm'jchen Wirkens. Es vergeht kein Tag, wo nicht aus der Heimat und aus Uebersee Dutzende von Briefen in das stille Klosterhaus in Lippoldsberg gelangen, in denen Volsgenossen ihre Wünsche, Beobachtungen und Vorschläge an ihn herantragen. Bisweilen steigt die Flut so hoch, daß der Dichter in die Einsamkeit flüchten muß. Er ist einer der Männer, zu dem die Auslanddeutschen da» unbedingte Vertrauen haben, daß er das für sie Richtige und Nötige weiß und tut. Heute, wo ein gesundes, fest in sich ruhendes Nationalgefühl dem Deutschen anerzogen und, wie wir hoffen, mit der Zeit angeboren wird, ist e» Pflicht oer Dankbarkeit, der Männer zu gedenken, die in den Jahren des Kampfes Wegbereiter waren. Für jeden aber, der in der Herbeiführung einer engen, untrennbaren Gemeinschaft zwischen den Volksgenossen daheim und draußen einen der wich-tigsten Bestandteile deutschen Lebenswillens sieht, ist es Herzenssache, Hans Grimm zu danken und ihm zu sagen, daß wir noch Vieles von ihm erhoffen. Seite 4 Deutsche Zeitung Wamme M Markbor Uortrag. Am 29. März findet im Rahmen de» Schwäbisch-Deutschen Kulturbundes ein Vortrag des Direktors de» rassenbwlogischen Institutes der Universität Königsberg. Unio«rsität»professor» Dr. Löffler. über da» Thema „Rasse und Erziehung" statt. Der Vortragend« wird ktar herausarbeiten, bog jeder Mensch in seinem Tun nicht nur sich selbst vemiUwortllch »it. sondern auch seinen Vor« und 9!ach fahren gegenüber. Der Vortragende wird seine Worte durch Lichtbilder vertiefen. Der Karten-vorverkauf Uir diesen Abend, der um 20 Uhr in der „Zadruzna gospodarska banka" beginnen wird. Hot wieder die Fama Höfer übernommen. Ljubljana Beerdigung. Am vergangenen Sonntag wurde Prof. Dr. Ludwig Bö hm in Mirna zu Grabe getragen. In der vielhundertköpfigen Trauer gemeinde sah man Rtltor Dr. Slaoie, Univ Prof. Dr. Krek und Dr. Twlenc. da» Prosesiorenkollegium der Handelsakademie, sowie zahlreiche Vertreter hu-manitärer unh kultureller Vereine. Viele Kranz- und Blumenspendrn bildeten da» Zeichen treuen Ge> denken». Familirnabend. Am 6. April veranstaltet die hiesil!« Ortsgruppe de» Schwäbisch deutschen Kul turbundes einen Familienabend, aus den wir schon heute unsere Volksgenossen aufmerksam machen. Di« rcickch >Itige Vortrazsfvlge werden wir rechtzeitig be» kann» qeben. Religiöse Vortrage. In der Deutichorden»-kirche finden vom 24. bis 31. März allabendlich um 7 Uhr religiöse Vorträge statt, die P Friedrich Pointner halten wird. Diese alle Jahre wieder-kehrende Veranstaltung erfreut sich einer grohen Be-liedtheil unter der deutschen Bevölkerung, die dazu herzlichst eingeladen ist. 400 Arbeiter werden bei der vom Minister-rat bewilligten Durchführung des letzten Teiles der Ljudlianicaregulierung Arbeit und Brot finden. Die Arbeiten wurden vor acht Atonalen mangels an Geld eingestellt, sind nun ab« durch den Mi-nisterratsbeschluh wieder sichergestellt. Die bisherige Regulierung leitete das Bauunternehmen Duklc. Einwohnerzahl. Bei der Volkszählung am 31. März 1931 zählte unsere Stadt 59.768 Ein-wshner. Bi» zum Iah« 1935 ist nach Angaben der Polizeioerwaltung die Einwohnerzahl auf nahezu 64.000 gestiegen. Verhaftung eines Defraudanten. Der jugoslawische Bahnbeamte Mirko Arnus, der der Bahnpation Lesce-Bled in Ober-Kram zugeteilt war, veruntreute am 15. März aus der ihm anvertrauten Station»kasie 7000 Dinar und flüchtete noch Rad-kersburg, wo er sich am Abend demselben Tages in einem Hotel ein Zimmer mietete. Er gab sich als jugoslawischer Deserteur aus. Bei seiner Kontrolle in der Rächt de» IS. März durch Rayonsinspektor A.iton Polak war von seiner Defraudatton noch nicht» bekannt, doch wurde bei ihm ein Barbetrag von 3400 Dinar in Silber vorgefunden und weiter festgestellt, dah es sich um keinen Deserteur, sondern um einen Bahnbeamten handelt. Nach längerem Leugnm gestand Arnus dem Gendarmeriebeamten, dah er aus der Stationskasse etwa 7000 Dinar veruntreut hätte, was am nächsten Tage von den jugoslawischen Behörden bemerkt wurde. Arnus hatte die Absicht, weiter nach Italien zu flüchten. Er wurde verhastet und dem Bezirksgericht Radkers-bürg eingeliefert Ptuj Nach 17 Jahren entdeckter Mörder. Im Oktober 1918, kurz vor dem Umsturz, kam ein Deserteur in das Haus des Josef Mahovec in Strocja vas bei Ljutomer. Mahovec und sein« Frau waren auf dem Felde auf Arbeit und zu Hause war nur ihre 23-jährige Tochter Julianne verblieben. Von dieser verlangte der Deserteur Speck und Schinken für sich und seine Kameraden. Diesem Verlangen wollte aber Iulianne Mahovec ohn« Wissen ihrer Eltern nicht nachkommen, sondern bot dem Soldaten Brot an. Damit war wieder der Soldat nicht zufrieden und es entstand zwischen ihm und dem Maschen ein Streit, im Verlaufe dessen der Deserteur Iulianne Mahovec sein Ba> jonett in den Rücken stieh. Iulianne Mahovec fiel tot zu Boden und der Deserteur verschwand, al» ob ihn die Erde verschlungen hätte. Eine damals eingeleitete Untersuchung verlief erfolglos. Vor «im-gen Monaten siedelt« sich in dem benachbarten Dorfe Hajdina der 56 > jäyrige Anton Antolic, ein italienischer Flüchtling, an. Er kaufte einen kleinen Besitz, aus dem er schlecht und recht lebte. Montag erhielt nun die Polizei eine Anzeige, in der es hieh, dah Antolic der Mörder der Iulianne Mahovec sei. Antolic wurde sofort verhaftet und dem Kreisgerichte in Ptuj eingeliefert, wo er ge. stand, der Möider zu sein, doch hätte er die Tat in berechtigter Notwehr verübt, da di« Mahov«c mit einem Knüppel auf ihn losgegangen sei. Auher-dem sei er wegen dieser Tat bereit» von einem Militärgericht zu 20 Jahren Kerker verurteilt, doch während des Umsturzes wieder freigelassen worden. Gegen Antolii wurde die strafgerichtlich« Unter-suchung eingeleitet. Bedeutsamer Bortrag. Am 30. März findet im grohen S-iale de» Evangelischen Heime» ein Vortrag über Vererbung und Erziehung statt, den Professor Löffler, Direktor des rassenbiolo-zischen Institute» der Universität Königsberg, halten wird. Univ. Prof. Dr. Lothar Löffler wird deson-der« die Bedeutung der Vererbungslehre für die Erziehung hervorheben und in grohen Zügen Be-strebungen und Ziele des zeitgemäßen Schulunter' lichtes entwickeln. Dabei wird das gesamte Erziehungsproblem auch auherhalb der Schule zur Sprach« kommen. Der Vortrag gipfelt in der For> derung, die Erbanlagen zur Entfaltung gelangen zu lassen, die erblich angelegten Entwicklung»mög-lichkeiten durch Beispiel und Anregung zu fördern und vor allem sich der Verantwortung gegenübcr Familie, Volk und Generation bewuht zu werden. — Wir bitten unsere Mitbürger, rmip^echend der Bedeutung des Bo>tragenden, sowie des hochaktuellen Vortragsgegenjtandes. um zahlreiches Erscheinen. Erwähnt sei noch, dah viel« Lichtbilder den Vor-trag unterstützen werden. Frühjahrsgeländelauf. Wir bringen den Sportfreunden zur Kenntnis, dah der hiesige „Sportklub Ptuj" den bereits im Vorjahre ge-planten Geländelauf als ..Frühjahrsgeländelauf" am 25. März um 14 Uhr veranstaltet. Staitberech tigt sind alle Freunde und Mitglieder des Klubs. Der Start erfolgt von de: Gastwirtschaft „Neue Welt" al» Massenstart in zwei Gruppen nämlich für Sportler und Nichtsportier, wobei das Alter nicht berücksichtigt wird. Die Strecke ist ungefähr 3 Kilometer lang. Als Preise find 9 Silberplaketten und noch andere, zahlreiche carhpreise bestimmt. Anmeldungen nehmen entgegen: die Herren Adolf Sellinschegg, Othmar Schosteritsch, Erwin Urjchitz. Die Klubleitung erinnert an die zahlreichen Anmel-düngen im Vorjahre <63!) und hofft, dah das Interesse auch Heuer nicht abgeflaut sein wird, sodah mit einer grohen Beteiligung gerechnet werden kann. K ö ö e v j e Theaterabend Die Theaterabteilung der Ortsgruppe des SDKB in Kocevje brachte am vergangenen Sonn-abend Anzengrubers „Kreuzekfchreiber" zur Auffüh' rung. Man versprach sich von diesem Stück einen grohen Erfolg, da man weih, dah die Spieler für ein Bauernspiel viel besser taugen, als für ein Stück wie Alsberg» „Voruntersuchung", denn wir Gott scheer sind nun einmal ein Bauernvolk, dem bäuerliche» Wesen schon im Blute liegt. Und der Erfolg blieb wirklich nicht aus. Der Saal des Hotel» „Stadt Trieft" war bis zum letzten Platz ausser-kaust. Auch aus den umliegenden Dörfern waren zahlreiche Besucher erschienen, von Mitterborf allein waren 40 Mitglieder der dortigen Ortsgruppe ge-kommen. Die Spieler meisterten ihre Rollen vorzüglich. Der Beifall war stark. Es waren aber auch die bekanntesten Gottfcheer Polsentreiber dabei, z. B. „Gustcle", Kreuzmayer Naze, der Steinklopser (Erich Rölhel), Schoberpepi (als Großbauer), und die vielen anderen, die wir natürlich auch nicht vergessen dürfen. Es war ein luftiger Abend, an dem man herzlich lachen konnt«, ein Abend, wie man ihn nur selten antrifft. Jans. iahe Franz Rodlet f. Gestern verschied nach längerem Leiden Im Krankenhause Celje im 70. Le-bensjahre der Zalecer Ehrenbürger Herr Franz Rodlet. Der Verstorbene war eine markante Persönlichkeit des Sanntale» und hat sich durch feine langjährige, restlose und uneigennützige Betü-tigung als Abgeordneter im österreichischen Reich»-rat. als Bürgermeister des Marktes )alec. al» Vorstand des Hopfenbauvereines, der Sanntaler Vorschuhkasse, des Hopfenanlagehauses und des Elektrizitätswerkes bleibende Verdienste erworben. Die Beisetzungr findet Sonntag um halb 5 Uhr nachmittags in Zalec statt. Den Hinterbliebenen wendet sich allgemeine Teilnahme zu. Wirtschaft u.Berlehr Die Wiedereröfnnung der Fluglinie Salzburg—Klagenfurt—Ljubljana Am 14. März tagte in Klagenfurt eine Be> sprechungsversammlung zur Wiedereinführung der Fluglinie Salzburg—Kl igenfurt—Ljubljana, ferner Ljubljana—Zagreb—Beograd und Ljudljana—Su-sak—Split. Sie war von Vertretern der Städte Klagenfurt, Salzburg und Ljubljana beschickt. Auf Grund der Berichte des Direktors der Oesterreich!-schen Luftverkehrsgesellschaft Dr. Goergey. Dr. Rav« von der Jugoslawischen Luftverkehrsgesellschaft und des Hosrates Hofmann-Montanus (Salzburg) ist einmütig zum Ausdruck gekommen, dah die Wieder-eröffnung der Fluglinie Salzburg—Klagenfurt— Ljubljana eine unbedingte Notwendigkeit ist, um den iüdosteuropäijchen Flugverkehr mst dem nord- und ofteuropäischen Flugverkehrsnetz zu ver-binden. Die Vertretungen der Landesregierungen, der Landeshauptstädte und der Landesfremdeaver-kehrsorganifationen haben einstimmig den Brschluh gesagt, bei den zuständigen staatlichen Stellen sofort vorzusprechen, damit diese für die Wirtschaft der de-teiligten Länder so bedeutungsvolle Verkehrsdrücke zwischen Osten und Westen noch im heurigen Jahr« geschaffen werde. Deutschlands Handel mit Oesterreich Dieser Tage fand in dem grohen Saal der Kammer für Handel, Gewerbe und Industrie die 15. ordentliche Vollversammlung der Deutschen Han-delskammer in Wien statt. Im Anschluh an di« Vollversammlung hielt der deutsche Gesandt« in Wien, von Papen, einen Vortrag über Wirt-schaft? fragen. Den größten Teil seine» Vortroges widmet» d«r Gesandt« den wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Oesterreich. ?lach einigen Ziffern-mähig belegten Vergleichen auf verschiedenen Wirt' schaftsgebicten beider Länder stellte er fest, dah Deutschland hinsichtlich der Ein- und Ausfuhr mrt Oesterreich absolut und auch relativ immer noch an erster Stelle stehe. Die früher starke deutsche handelspolitische Aktivität habe aber» einer Ausge-richtetheit in den letzten Monaten Platz inachen müssen. Während früher da» Verhältnis 10:« de-stand, ^erreichte die Bilanz im Januar 1935 ein Verhältnis von 10:10,4 Dahingegen finden wir im Verkehr zwischen Oesterreich und der Tschecho-slowakei ein Verhältnis von 10:3,4, gegen Polen ein Verhältnis 10:3,7, also eine auherordentlich« österreichische Passivität. Gesandter von Papen schloh mit der Erklärung, Deutschland habe nicht das mindeste gegen den Au«-bau des österreichischen Handels zu anderen Staaten, aber es wolle seine legitimen Märkte be Häupten. Die Februar-Zahlen de» deutsch-öfter-reichischen Güteraustausches bewiesen, doh Deutsch land bereits in Vorlage sei. Dieser Zustand könn« nicht aufrechterhalten werden, wenn man fortfahre, Deutschland schlechter zu behandeln als alle anderen Lieferländer, denen gegenüber Oesterreich eine völlig passive Bilanz habe. Kmetijsta posojilnica in Ljubljana sucht Moratoriumschutz. Nachdem bereits vor zwei Iahren die der früheren Slowenischen Volkspartei nahestehende landwirtschaftliche Genossenschaftvi'ank in Ljubljana sich unter Moratoriumschutz begeben hatte, hat nunmehr auch die ^.metijski posojilnica, die zweitgrößte landwirtschaftliche Genvssmtchifts-dank, um die Begünstigungen nach dem Banken-jchutzgesetz angesucht. Diese Anstatt hat noch vor zwei Jahren über mehr al» 300 Millionen Spareinlagen, fast durchwegs aus bäuerlichen Kreisen, verfügt. Autobusoerkehr Berlin—Adria. Ein grohes Autobusunternehmen in Dresden eröffnet am l. April einen Autobu»verkehr zwischen Berlin und der Adria. Die Autobusse werden über Zagreb, Banja Luka, Sarajevo, Split, öibenik, Pliw'ccr Seen bi» Susak verkehren. Nummer 24 Deutsche Zeitung Seite ö Sport f Flug von der Sprungschanze St« prachtvoller Springertag — Rekordweiten erreicht — Rnnd 15.000 Zuschauer BonZunserem Sonderberichterstatter Helfried Patz Der große internationale Sprunglauf im Planicatal, diesem traumtiefen und vielleicht schönsten Tal der jugoslawischen Julier, von wilden Bergen hoch umschlossen, ist wieder zu einem ganz grohen (doch leider auch an Fehl und Tadel überreichen) winter-sportlichen Ereignis geworden. Herrlichste wanne Sonne schien, al» das große Springen am vergangenen Sonntag begann. Trotz der vorgeschrittenen Jahreszeit liegt der Firnschnee noch meterties im Talboden. Und drüberhin wuchten der nahe an 2900 hinausragende Mangart und „das strahlende Szepter des Jalooc", des kühnsten Gipfels der „Julischen", dessen nackter, kühner Gipselbau mit seinen senkrechten und griffarmen Nordwänden das Tal im Süden abschließt. Kühn und verwegen erhebt sich aber auch die derzeit beste und auch größte Sprungschanze der Welt, die Planicaschanze, «it ihrem Anlausturm über den Hangkamm. Die Springer sind von ihr begeistert, ,nd auch Nicht Jugoslawen geben der An-läge vor allen anderen den Borzug. Ja diese Schanze ist ein Wunder; die Nor! jxqrr können sie nicht genug rühmen. .Nicht die Atammutschanze von St. Moritz,' nicht der Ordnaes-Spru ngh ügel in Nor-wegen, auf dem Birger Ruud nahe an die 80 Meter heran „flog", kann sich mit der Planicaschanze vergleichen", sagte der herrlich gewachsene, blauäugige Norweger Reidar Andersen. Sonderzüge kamen von überallher, endlose Sonderzüge mit unbegreiflichen Riesenver-fpätungen, Auto» und Autobusse, au» Körnten, «u» Italien. Man wollte doch Andersen und Sörensen und alle die anderen „Storhopper" sehen. E» erhob aber der Riesenlautsprecher seine sonore Stimme und verkündete unbegründet ein Startverbot tm Norweger. Die Menschen begannen zu murren — auch etwa 250 Cillier waren unter den Zu-Schauern, die mit 15.000 wohl richtig geschätzt sind. Die Sprungwettbewerbe selbst waren also auch nicht viel besser organisiert als die Sonderzüge. Bon den noch am Sonnabend früh offiziell vom Verband angekündigten 50 Wettbewerbern waren nur zwölf an den Start gegangen. Unter den Startenden Wen auch (mtt Ausnahme des vollendet dahin-rinden „höllischen" Höll) die Oesterreicher. Was under, wenn die Mehrzahl der Besucher an den vergangenen Sonntag mtt einem etwa» unbehag-lichen Beigeschmack zurückdenkt! Eröffnet wurde das Springen mtt einem Probe-fpning des Norwegers Soerre Larsen-Urdahl. Warum, so fragte man sich, nahm sich nicht einer von unseren Spezialipringern den Vorzug, diesen Ehrenlprung zu stehen? Dann jagte als erster Springer der 12 Teil-«hmer des Wettbewerbes der Pole Marusarz über Un Satten. 84 Meier wurden gemessen. Portrr (Schweiz) folgte mtt 77 Meter, Reymond mit 73 Meter. Kadavy (Tschechoslowakei) kommt mit seinen 11 Metern in diesem Kampfe nicht mit. Noosak (Bohinj) erzielte mtt 67 Meter zunächst einen neuen jugoslawischen Rekord, der viel umjubelt wurde. Höll (Oesterreich) sprang in guter Haltung 79 Meter, der Tscheche Steinm5ller 77,5 Meter. Dann jagte in fabelhafter Fahrt Barton (Tschechoslow ckei) über die Schanze, ging elegant hoch hinaus und «reichte 85,5 Meter, den weitesten Sprung im ersten Gang. Attmeister Czech (Polen) schaffte 74 Meier, da Tscheche öimounek legte bombensicher 64 Dieter vor. Wenige Minuten später Srarnrij mtt dem neuen jugoslawischen Rekord von 68 Meter, der jedoch auch nicht lange Bestand haben sollte. Der Tschecho-slowaie Vrana war so böse gestürzt, daß er dem «eiteren Wettbewerb sern bleiben mußte. Im zwetten G ing stand Marusarz sehr wuchtig und haltungsschön 87.5 Meter. Die beiden Schwei-zer Porter und Reymond fielen diesmal mit ruhig gezogenen Wetten von 86 und 86,5 Meter beson-den auf. Kadavy iprang zaghaft nur 62 Meter, Noosak kam mtt Sturz im Uebergang auf 74 Nie kr. Steinmüller kam nur auf^ 68 Meter, ebenw erreich« Czech nur 69 Meter. Ämounek kam auf 65 Meter.^ Höll arbeitete sich auf 83,5 Meter vor, während Srarnrij unier dem Riesenbeifall der Menge den jugoslawischen Rekord auf 72 Meter hinauf-schraubt. Barton hält seine gute Lage mtt 82 Meter in bestechendem Stil. In der dritten Runde war für die Feinschmecker da» Interessanteste sicherlich der Ski Segelflug de» Polen Marusarz. der in fabelhaftem Stil und wunderschöner Vorlage bi» an die 80.5 Meter-Marke kam. Auch Barton hat mtt seinen 78 erstklassig ab-gehobenen und vollendet gesegrilen Metern sehr begeistert Höll beherrscht einen ungemein scharfen und eindrucksvollen Absprang, muhte aber mit 81 Me-tern in den Schnee beißen und kam so um gute Aussichten. Steinmüller war durch seinen guten Stil und vor allem durch seinen sicheren Aufsprung auffallend. Czech stand in guter Knickoorlage 64,5 Meter. Ein dreifache» „Ski Heil!" der österreich'schen Sportkameraden beschloß da» offizielle Springen. Letzten Endes haben die Norweger dann doch ihre Sprunglatten genommen. Der Lautsprecher verkün-deie die Bereitwilligkeit der Norweger für ein Trainingspringen, das ganz hervorragende Leistungen bot und die Zuschauer wiederholt zu Begei-sterungsstürmen hinriß. Schneidig und unentwegt gingen die schlanken, blonden Norwegergestalten nun von der Schanze wea. Mul, Kraft und Gewandtheit lag in allen ihren Sprüngen. Sverre Larsen-Urdahl flog, weit vorgelegt, auf 87, dann kam Zigmund Gutiormsen. Er stand zuerst einen feinen 79", muhle oder später bei 88 Meter in den Bakken. Eine ausfallende Ver» anlagung erkannte man an So»n Sörensen, der bei Wetten von 85 und 88 Meter sehr schönen Siil gezeigt hat, indes da» technisch Jnteresstimeste, eine samos beherrschte Korrekiur einer Ueberoorlage, der Norweger Farup zeigte. Und wieder glitt ein Schatten durch die klare Luft, schw,bte hinaus über alle«. Feste, unwirklich und sremd. Der Mallnitzer Gregor Höll war's, der mit einem in Stil und Hiltung schön ausgeführten Sprung von 87,5 Meter aufwartete. Und wieder ein Ducken, ein Emporschnellen des Körpers, fest die Ski zusammen und die ^steine f.ist wagrechi, so flieg« Reidar Andersen durch die Luft, landet bei 94 Meter und fährt stramm wei'er auf der weiten, welligen Ablaufbahn ... Da war natürlich des jubelnden Beifalls der vielen Tausende au» so vielen Ländern kein Ende. Der Beifallssturm stieg mächtig an bis zum tollsten Jubel. Andersen wurde auf die Schultern gehoben und mußte sonngebräunten Mädchen Autogramme geben. EI NE FRÜHJAHRSKOLLEKTION voller Überraschungen! Mantel i Paletots / Capes / Cornplets Schneiderkosttime / Kleider / Blusen Röcke / Hüte / Sportbekleidung ' Strickmodelle Unsere Spezialität : Steircr- und Trachten-Kostüme Wettermantel Orüßte Auswahl Eigene MatJ wer «statten im Haut« Aul Wtuiach erhalten Sie kostenlos linieren illustrierten Modeprospekt Und noch einmal wurde die Bahn getreten und noch einmal sah man ungewöhnlich ruhige Ski°Segelflüge bis zu den Marken 91 und 98 vom Polen Marusarz und vom Norweger Sörensen. Reidar Andersen aber stand diesmal 95 Meter! Ja, sie sind Kerle sozusagen aus Stahl, diese Skispringer — einer wie der andere. In allen flieht ein Tröpfchen vom Blute jene» Jkaru», den die Sehnsucht trieb, sich von der Erdenschwere ftei zu machen und au» eigener Kraft durch die Lust, das Element der Freien, zu schweben. Ergebnislifte: 1. Marusarz 84, 87 5. 80 5, Note 3261; 87 5 war der weiteste Sprung; 2 Barton 85 5 (neuer tschechoslowakischer Rekord) 82, 78, Note 312*9; 3. Reymond 73, 86.5 (neuer Schweizer Rekord), 72, Note 804 6; 4. Guido Porter 77. 86, 76, Note 298 9: 5. Czech 74. 69. 64 5, Note 285-3; 6. Sleinmüller 77°5, 68, 75, Note 283"9; Sramelj 68, 72 (neuer jugoslawischer Rekord). 87, Rote 2709; 8. Gregor Höll 79, 835, 81 (gestürzt), Note 265 2; 9. Noosak 67, 74 (gestürzt), 62, Note 217 6. SlMub Celje Alle Tennisspieler des Platze, im Park der Villa öliger mögen sich bis spätestens zum 1. April im Sportgeschäfte des Herrn Josef Krell melden und womöglich neue Freunde dieses ausgezeichnet«, Sportes mitbringen. Begegnungen 3»«i historisch« Jlnefboten Die große italienische Tragödin Eleonore Düse lernte einst die bekannte Schauspielerin Clara Heese in Leipzig kennen. Die Vorstellung zwischen da Italienerin, die nur gebrochen deutsch sprechen konnte, und der geborenen Dresdnerin soll sich folgender« mähen vollzogen hoben. «Ich heese Düse." „Und ich Du'se Heese heese n." • Ebenso merkwürdig soll auch die erste Begegnung Götzens von Berlichingen mtt Ulrich von Hütten gewesen sein. Götz nickte grühend, streckte bieder seine eiserne Hand hin und stellte sich vor: „Götz von Berlichingen." „Sie mich auch", antwortete der Hütten. _ — b. p. — Was ist der Unterschied? «Ich möchte nur wissen", räsonnierte einstmal» der General Wrangel, „warum man denn zwischen „mir" und „mich" so genau unterscheiden soll. Wenn ich auf der Parade sage: Meine Herren Offiziere, heute speisen Sie bei mich!, so kommt der ganze Stab vollzählig und pünktlich, und wenn ich sage: Heute speisen Sie bei mir!, so bleiben die Herren auch nicht aus. Wo ist denn da der Unterschied?" ». «. Anspruchsvoll Die alte Dame war zum erstenmal in New York. „Sehen Sie, da» ist ein Wolkenkratzer", er-klärte ihr Führer. „Oh. entzückend. Aber ich hätte ihn gerne einmal in Tätigkett gesehen." Seite 6 Deutssche Zeitung Nummer 24 Die Frau im deutschen Märchen :s i;! Stärker als das römische und kanonische Recht »«sucht die deutsche Ueberlieferung da» hohe An-sehen zu befestigen, welches der Frau als Mutter, Ratgeberin und als eigentlich« Herrin des Haus-dezirkes gebührt. Das rührt aus der allen bäuer-lichen Verfassung unserer Vorsahren her, die dn arbeitenden Frau ein ähnliches Recht wie dem Mann «währen will. Vielleicht hängt es auch mit dn Todelsucht und der Ueberempfindlichkeit unsern Bolksartung zusammen. Man ehrt den Geist der Frau, d« wieder zusammenfaßt, was aufgespalten ist, der da» weiche Gefühl erhält und das Opfer groher Liebe schenkt, die der Tatsachensinn des Mannes imm« wieder angreifen wird. Wir wissen, wie stark aus dies« Verehrung eine bis ins Ueb«sinnliche gesteigerte Vergötterung der Frau im Mittelalter aufgestiegen ist; wir wissen, dah die Marienv«ehrung dem wirklichen Weien unserer VorvSt« entsprang, die in dem geheimnis-voll Mütterlichen eine göttliche Offenbarung suchten und fanden. Wenn es noch eines sinnfälligeren Beweises für die hohe Stellung d« Frau bedarf, so braucht man sich nur an die deutschen Märchen zu erinnern und an den Eindruck, den wir von ihnen au» un> serer Jugend in» Leben hinübernahmen. — Wir wissen heute, dah jedes Volk einen fast un«gründ-lichen Schatz an Sagen, Legenden und Märchen au» urältesten Zeiten mit sich führt und dah in diesen Märchen oft der stärkste und klarste Ausdruck von Gesinnung und Rechtsprechung des einfachen Manne» zum Ausdruck kommt. Schon Novalis nennt das Märchen den Kanon sein« Poesie, in dem die ganze „prophetische Darstellung eines Volks" eingeschlagen sei. Man hat lange über solch kühnes Wort gelächelt, wir wissen heute auf dem Umweg üb« Bachofen, dah « nicht unrecht gehabt hat. Und es bleibt auch bei jener andern und mindesten» ebenso wichtigen Feststellung des No-valis, dah unsere Frauen im Märchen viel besser davonkommen als wir Herren dn Schöpfung. Hier stockte ich. Denn wie sollen die Männer sich gegen solche parteiische Meinung verHollen? Sollen sie Bitterkeit zeigen und behaupten, dah d« Bolksmund allzu höflich gewesen sei und dah die Borherrschaft der klugen Frau, die in so vielen Märchen auftritt, ernstlich bezweifelt werden mühte? Oder sollen sie schweigen und nur etwa schaden-froh lächeln, wenn die klügeren aber ungetreuen Frauen ihre Strafe erhalten ? Oder aber sollen iie einen Trumpf üb« den andern setzen und sich ritterlich verwahren, wenn im Märchen den Frauen auch einmal eine böse Eigenschaft beigelegt wird wie etwa, dah sie auf Besen zum Blocksbng fliegen? Ich glaube, das Märchen ist im Grunde ge-recht« als wir denken, es hat auch üb« die Männer Licht und Schatten verteilt und es ist nur an-ziehend, einmal die Hauptgestalten zu üb«schauen, die es aus unseren Frauen geblldet hat und die es imm« wieder aufnimmt. Denn das Märchen lebt weit«. Die Meinung, daß Maschine und Grohstadt e» zurückgedrängt halten, ist längst als Irrtum «-konnt: wir wissen, dah es weiterströmt und nur ein wenig gewandelt in die neuen Zeiten hinüber-tritt. Die ursprünglichste Gestalt des Märchens ist vielleicht die „weihe Frau", die gütige, die milde Mutter. Sie ist, wie viele glauben, eine „Wid«-gtngerin" der aligcrm.iniichen Göttin Freia, deren Züge allndings noch wesentlicher in den Marien-kult übergegangen sind. Hi« und da trifft man noch die Sinnlichkeit des Ursprungs beider, Märchen und Legende, wie etwa da. wo das Marienbild vom Sockel steigt, und um die Frau des Schiffers zu schützen, dem Manne 2V Jahre Gattin ist. — Daneben tritt die weihe Frau als Strafende und auch als Warnerin auf; in vielen Geschichten, die nicht zur eigentlichen Märchenhandlung ausgesponnen sind, in jedem Dorf fast hört man von ein« weihen Frau, oft auch von der dunklen, der fremden Frau, d« das kommende Unglück ansagt und die Menschen zu bewegen sucht, ihm auszuweichen. Sie ist, wo sie gefragt wird, unerbittlich und hier scheint ein Zu-sammenschmelzen mit den drei Rornen stattgefunden zu haben, die das Schicksal d« Menschen spinnen — «n ungeheuer grohes Gesicht, eines der schönsten all« Mythen. Fröhlicher und fteundlicher ist die Gestalt der Frau Holle, die vielleicht erst später entstanden ist und viele fröhliche sinnlich grobe Züge eingefangen von Hans Zriederich Blunck hat. die die Gestalt d« weihen Frau nicht tragen durfte. Frau Holle ist überall. Sie erscheint einmal unter dn Erde, einmal in den Wolken, wo sie das Fednbett schüttelt, sie nscheint besonders in den jüngsten Formen des Märchens als Beschützerin aller Liebenden, als die lachende Schelmin, als die mütterliche Natur. Begreiflich ist, dah man ihr viele Töchter andichtet, kluge und törichte Jungfrauen, weil es doch ichliehlich nicht möglich ist. dah sie seihst alle Abenteun «lebt, bei denen sie zu Ge-naher steht Haben wir bisher von immerhin verehrungs-würdigen Frauen gesprochen, so jetzt von jener Ge-stall, dn sämtliche schlechten Eigenschaften aufgepackt waden, die, mit Respekt zu vermelden, gelegentlich einmal das weibliche Geschlecht besitzt. In gröbster Form und man muh schon sagen in recht unschönen Zeichnungen haben wir dies Frauenzimmer als des Teufels Grohmutter in den fliegenden Blättern unsern Jugend allwöchentlich mit Grausen betrachtet. Wir wissen von ihr als der bösen Alten im Märchen von Hänsel und Gretel und andnen schlimmen Er-zählungen, wir haben viele Vorurteile auf die ihr verwandte Stiefmutter gehäuft und sind mit jener Ungerechtigkeit, die man als Kind nun einmal pflegt, di» zum heutigen Tag gegen alle Heien vorsinge-nommen. Aber dos Märchen ist auch gerecht. Wenn es schon den Heien vorwirft, Kinder zu fressen oder auf dem Besen zut^ Brockkn zu reiten, so gibt e» doch zu, dah, wo on Mann es vnmag, er sich gern einmal hinten auf den Besen setzt, um etwa» von den tollen Tänzen der Walpurgisnacht mitzu-«leben — nur aus Wihbegierde, wie er später be-hauptet. Und wie das Märchen mitunter Mitleid mit dem Teufel hat und diesen bösen Verlockn immer als Mann von Betragsehre schildert, so hat auch die Here ihre Stunden der Einsicht odn abn gor d« wetteren Schau in die Dinge, die dem Menschen versagt ist. Oft kann sie dann helfen durch ihre Kenntnis von Kräutern und guten Sprüchen. Ja, niemand weih, ob die Here nicht noch einmal wieder zu Ehren kommt. Denn neben der Herkunft aus der Darstellung böser alt« Frauen-zimmer wie die Derbheit des Märchens sie liebt, tragen jene „Heien" oft noch die Erinnerung an tluge Frauen der Vorzeit, über die schon Tacitus mit Bewunderung berichtet, an die Alruna und Veleda, die den Claudius Civilis beraten hat. Vielleicht hat erst das Christentum schlimme stalt weisn Wesen aus ihnen gemacht. Und von einn anderen Seite besehen: wenn man sich vor 20 Jahren noch mit Entrüstung von jeder Kräuterheilkunde abwandte, so gibt m«n heute schon zu, dah die Heien hin und da mehr gewuht haben als die gelehrtesten Medizinn Und seitdem Parazelsus wieder zu Ehren gekommen ist, will man gar wissen — genau wie die herijche Zunft es immer behauptet hat — dah für jede Krankheit ein Kraut gewachsen ist, nicht nur ein chemisches Präparat. Ich nannte eben Parazelsus. Ich weih nicht, ob viele seiner Verehrn oder viele derer, die ihn heute im Munde führen, wissen, dah n die alte Geisterwelt unsnn Vor-fahren noch fest im Sinn hatte und in seinem Über de nymphis eine wichtige Einteilung, eine Systematisierung dn ihm Mannten Geister versucht hat, auf die ich zum Schluh kurz zu sprechen kommen muh. Parazelsus glaubte nämlich, die ganze Well rundum sei uns unsichtbar, von vieitausend Wesen belebt, und als Wissenschaftler unterschied n die, welche er kannte, erstens in Männ« und Frauen und zweitens die Frauen als solche aus Wald, Wasser. Feuer und Wind. Man lächle nicht, Parazelsus glaubte sehr ernst-hast an diese Geister; er stritt sich mtt Luther, dem er vorwarf, »in Wasserweib für eine Teufelin ge-holten zu haben, während es doch ein wirkliche» und gutes Geschöpf sei, dem nur die Seele versagt wurde. Aber hier will ich innehalten. Denn ich rede schon von einem Glauben, der vielfältig bis in die Gegenwart reicht und von dem die klügsten Leute nicht wissen, wie sie ihn auslegen sollen. Und ich will doch nur von den Frauen unseres Märchens sprechen! Etwa von den tausend und abertausend herrlichen Erzählungen vom Wajsn-wiweken und Windfrauen, von Roggenmuhmen und Königinnen der Unterirdischen, die, wenn man sie nur einzufangen weih, immer jung und schön bleiben und prächtige Hausfrauen sind. Was jage ich, ein- fangen? Ach, oft werden die Männ« von ihnen einsangen» denn sie haben viel Sehnsucht nach d« Seele, die Gott ihnen versagte — so heiht es im Märchen — und haben die fromme Hoffnung wenn sie mtt Menschen Kinder haben, dürste Gott denen die Seele nicht versagen. Ich bin jetzt eigentlich erst am Beginn und muh schon schliehen — wie viele Büch« könnte man über die guten und bösen Frauengestalten des Märchens schreiben! Aber beinah hätte ich die wichtigsten vergessen, nämlich die vielen guten Jüng ferlein, die armen Mädchen, die alle einen Printen bekommen, weil sie alle die reine Unschuld find, die erlöst wird. Wo soll man enden, wo anfangen? Vielleicht mit dem ällesten Geheimnis von d» Königstochter, die sich dem gefangenen Schmied Weland gab? Vielleicht mit dn Gudrun, die Jahr um Jahr am Meer stand und auf ihren Liebste» wartete? Vielleicht mit Schneewittchen oder Aschen-brödel oder Dornröschen? Ach. an wie viele Gestalten von Jugend und Märchen denken wir alle, an Frauen, mit und ohne Namen. Denn vergessen wir nicht; wir leben alle in einn Well, die klug und gewitzt und auf da Höhe ihrer Zeit sein will. Abn wir alle sind auch Volk und die untere Hälfte unseres Lebens und unsner Gedanken ist, ob wir'» zugeben odn nicht, im Märchen befangen. Und wer es beftreiten will, dn braucht nur in das Kino zu sehen oder englische Blumenmmädchenromane zu lesen, er findet dort verkitscht und entheiligt das gleiche, wa» die Vngangenheit als Sehnsucht schöner und edler längst im Märchen geprägt hat. „Prophetische Dichtung?" Vielleicht hat Novalis recht, denn wir alle prägen an diesen Märchen und so lange wir Volk sind, werden wir daran wettnspinnen. Und wenn die Männer es nicht täten, würden die Frauen es tun, denn wohl nirgends wird ihnen so viel Rum dargebracht, wie in dies« neben der Ballade gewaltigsten Form d« Dichtung: im deutschen Märchen. Eingesendet*) Warnung Ich warne jedermann vor gewissenlosen Leuten, die ohne B«echtigung in das Buchbindergewerbe hinein-pfuschen. Jenen Leuten fehlt nicht nur die drei-jährige Lehrzeit, sondern auch dn gesetzliche Nach-weis zur Ausübung des Gewnbes. Daher auch da» unreelle Geschäfts gebahren. Bücher für 5 bis 8 Dinar zu binden, ist nicht möglich, da allein schon da» Material mehr kostet. Und ein Buch, da» zwei Decke! besitzt, ist noch lange nicht „gebunden". Büchern, die nicht vom Fachmanne stammen, fehlt die richtige Heftung, die notwendige Elastizität, sowie die richtige und schöne Form. Wer daraus achtet, dringe die Arbeit zu einem Fachmanne. Georg Schwander, Buchbinderei, Celje Trubarjeva uL 2 *) Für Inhalt und Form de» in bisset Rubrik (Sr-scheinenden übernimmt die Echristteitung keine Verantwortung KAUFE BRUCHGOLD sowie Silber- und Goldmünzen eum Tageskurs. R. Almoslechner, Juwelier Celje. Pr- Sernova uica Nr. I. Freiwillige Lizitatiou ron Möbeln und Terschiedeonn Gegenständen »in 81. Mär», 1. und S. April 1935 »b 8 Uhr früh. Miklarski hrib t) (Parkhos) Klaviere aller Art «erden gestimmt und wiederhergestellt von Puter Turniek, Celje, älom-skot trg I. Karte genügt, kommt in« Hau». Übernimmt auch Aufträge außerhalb Celje«. Gärtner ledig, militSrsroi. tüchtig in Kun«t-, Zier-und GemQuegärtnerei. selbständig. nüchtern und arbeitsam, mit guten Zeugnissen wünscht auf einem Ilerrschaftsbesita oder in irgend einem Gärtuoreibetrieb baldig** unterzukommen. Geht auch als Gehilfe. Gefl. Anträge erbeten unter „Gärtner" an die Verwaltung de» Blattes. Drucksachen Ar Handel, Industrie n Gewerbe liefert prompt Vereinsbacbdrackerei „Calqjt" Trucker. Verleger und ScrauSgeber: Deremsl'uckidruckerei .Celeja" in Celje. — Verantwortlich für den Herausgeber und. verantwortlicher Schriftleiter: i. ?. Helfried Patz ix Celje FSt die T ruckerei verantwortlich: Josef Linhart in Eelje.