ZsßHryUitzg »tss. IV >lonk»V. <5«n 7?. 1S3S Uk>«k»,n, «»o„»«tttov «««d»»«»,. 0o»ei«»»«o (IMG—» «wn»»»— DDi 'HW ». «a ^»idor. ^«fÄö«v ui. 4 (Vs^,iwng> »k. Sa?«» «0W»» V«Nß»NW,g «1,6 S«vI»6niM>kM (7»I«»o» Inw»d« »I». «24»- v«US,pr«l»»i monaU. 23 0!n. 24 VIn. «Imod Po», monztl. iil.4i In VIOGRMV. l>o»wj«v« iM» v W ^ ^ W ^ mon«tl. ZS VI«. Linrelnumrii« ' dts ? »in. 7«t, Z>GO^ KußwDM dittiA»«» ^»nu»kstpt» W»t6«i> >^lvki f>wmi«i^ Mrilmm KkUmg Nlontags-Ausgab« Die Genfer Besprechungen Wenig Hoffnung auf Teilnahme Düitschlands und Italiens Eine Konferenz in Stresa? Slllkendes Sternenbanner Amerikas bedrahte Grohnwchtstellvnfl. Cch^'tt .zeichnen sich die locUpitischm Alrowirlllnqeil des ameriktinischen Wirtschaft^zusammeilbru^ics mit größter Deutlichkeit ab. Bon heute auf morgen hat Aincrika nusges)ört. das mächticistc und reichste Land der Welt zu sein. Niemand hätte vor zwei ^^c^hren diese Entwicklung^ vorausahnen können. Politische und inoralische Vorgang« hinken ln^^istens den wirtschaftlichen nach. ist da'? Anschen Amerikas iil'erall in der W.'lt gros?, nber sckx'n beginnen die Perei-nissli'n Staaten als iveltyolitischer Fll^tor einziil'/ifien. Das Vauleeland ist wirtschaftlich qehandicapt. ?!ie anderen i^rotz-milchte, obwohl selk>st in den K'latten der Weltkrise, erfreuen sich gewisser Handlun,iS-freiheit und suchen davon Gebrauch zu im-chen. Lluf !.>osten Amerika^). T^n Anfan^i hat Japan qcinacht. Der C^.n bruch in die Mandschurei und in Nord6)tna war in erster Linie eine ungeheure Briiskie-rtti?q ')«merikaä, das <^1? u^itest^ehenden Interessen in diesem l^^biet zu verteidigen hat. Mit Enaland und Frankreich haben sich die Ial'aner rechtzeitiq verstiindi^t. Amerika da-ste^ien hnben sie off^'N'sichtlich Ntif',achtet. Die I<^paner wlireu die ersten, die sich nicht sse-stlKut hal'<'n, Ameriklnntt. d<'N Ganz d<'r (!k^ntwirliunll im Fernen Osten „aufm'i'rk-sam" .^u beol>achten. Die Japaner haben izr-deiitn t^ehaN'delt. 5>eute ist Anierika ink ?^'ernen Osten l^änz-kich isoliert, '^war hat der Völkerlnind in ^er Mandschnreifragit.' eine sapanseindliche Stcllunst einc^enonnrren, aber irqeaditX'lche prliktisc^n Folsseruna^u hat die Fnt'chlie-fzung des Vl^lkerbundes kis sel^t n'cht luit sich gebracht. EnMn^ erlies^ ein allgenieineS Waffennu'Mhrverbot nach dem Fernen Osben, eine Maszualnue, die in erster Linie China trifft, denn China hat im l^-gensah zu Japan keine eigenen Waffenfaiiriken. Aus^erdeni kanr nnd will aber Euqland nicht untersuchen, ob die Waffen, die nach ir^^end-einem neutralen Ort verkauft werden, nicht non dort au^ ihren Veq nach Japan nol^-n!en. Und da die Nnlsriknner in der Aera 5>o'it,er es vermieden haben, Ruhl^^nd anzuerkennen und sich eine Riickendecknnq in Moökau zu l^rschaffen. stehen sie im ^rnnl Osten zurzeit Mlf gÄnzlich verlorenem Posten. Nicht weniger unerfreulich ist eS um den amerikantschen Eiirfluß in Tkidamerika Ve-stellt. In dem erbitterten Kampf, den die Amerikaner mit den Engländern fett Iahren um die NorherrsaM in Siidamerika ge-fiihrt haben, konnte Ainerika allmählich üie Oterhand gewinnen. Die Einf^-Hr amerikanischer Kai'italien nach den stikanierikani-schen Stallten ist eno^m gestiegen, Vng^ Genf, !2. März. Die hiesigen Besprechungen sollen auch uach Ansi6)t Macdolialds jetzt höchsten.^ zll einem provisorischen Ergebnis führen, da weder Deutschland nock» Italien durch ver-ailtwortliche Staatsinäuner daran teilnehmen. Deshalb findet eine italienische Anre-gilng ein gilnstiges C6io, wonach die ent-scheideitdcn Besprechungen in Ltresa a>n Lago Maggiore stattfindeil sollen. Augeblich befand s^> auf der ganzen Lini? ans dem Rückzug. Als si6> dann die Engländer qc-zwnngen saljen, don (Goldstandard aufznge' ben, hätte man annehmen müssen, das^ die Sache Englands in Titdainerika v'ndgiiltig verloren sei. Die^e Rechnung wurde iedoch ohne den Wirt genwcht, näntlich ohne die Krise, die gerade die USA mit ungeliettrer Wucht erfaßt hat. Der große amerikanisck)-englische Wettiaisf endete in seiner ^orläu' fig letzten Phase sowohl im ^rnen Osten wie in Südamerika mit dem Siege Englands. Die Konsequenzen, die Pröfident Rvofcvelt aus dieser «ituatlon zu ziehen hat, sind ein-deutig genug. Die UMl müssen bestrebt ^eii^ aus der Mierung, die sie sich henke weni^ ger denn je leisten könneti, herallSzutommen. Sie niilssen Anschiust s«hen :»nb «erden i^Z glaubt Macdonald, dort sowohl Mussolini lvic de»! Reichskanzler Hitler zu einer Besprechung^ zusammenbringen zu können. Der französische Äiderstaird inacht es unwahrscheinlich, da^ eine Konferenz aller fünf Mächte in Strcsa stattfinden könnte. Äber Macdonald soll auch einverstanden sein, selbst allein mit den verantwortlichen Staats ! Männern Italiens i»nd Deutschlands in «tresa zusaininenAukotnineu. finden. 'Zchon sind Bestrebnnqen im Gange, Äinerita in ein Slfsteni von 5t(ni;<'n i'inzu-ordnen. das in erster Linie au6i ^^erei» nijiten Staaten znnu^' koinnicu soll. ??rank-reich diirfte bereit sein, die uotlvendigen ston.zessivilen zu machen, nni Anlerika zu'' Mitarbeit in ^iropa zn vermllassen. Einerseits Mrde Paris seine fernöstliche Politik einer gruildlegenden Revision unterziehen llnd von Tokio Äbriicken. Andererseits wurde ?krankreich unter Umstanden bereit sein, dem DoNar die finanzielle Hilfe angedeihen zu lassen, auf die er heute angewiesen ist. Für diese Aonzefsionen verlangt j^^ankreich von Amerifa nur das eine: das t^-inschwenkeil in den politischen Ä^nrS. den beut« Frankreich in Tin^opa und a«f der AbrilstnngSkonferenz hält. RielleichL ni^^de 'Frankreich sich noch nrit^eimm mit e^«!c l deutsch^ Volk und daünt .iiich das Recht nnd die ^rciheif. 5'^itser 'chs^n !"is den Worten: „(beschenkt wird nicht>> auf di^ ser Welt, cii'so wollen wir känrpfcn un!> ar» beitvn!" Nelltraiität Amerikas in europüiscsx'n Din. gen: wohlbenlerkt, mit einer nw hl wellen den Neutralität. Es k>rauchl niciit j^csaiit zu wer:, den, das; beiden praktisch ans ein- und dcks-selbe hinanslältft. Dl" l»;wchal<'tt Ereignisse il, Deutschland lassen Sie Anszenpolitik -un^inde^t lür den ?!ulMblick etwa.^ in den ^^^intercirnnd treten. Indessen ist es erforderlich,'den historischen Vorgängen draufien «uf deni ganM Erdball die grSs^le Ansmerliamkeit zu schenken. Die amerikanische ^inanzkaw-strl>^he ist ein solches weltvolitische^ ^reig, niS. Nichts wäre falscher, als sie in das rein lvirtschaftliche Gebiet zu verweisen. Dv^"' Slernenbanner swkt. Die Nuswirkunxien de.^ Nnrschwunc^Z. der sich in A^nerika '.'ellzieltt, lvird in politischer .Einsicht die ganze Welt S« Mren hckomme«. Hitler m Seine letzte große Rede B e r l i n, !Ä. März. Reichskanzter Adolf Hitler sprach Älmstag abends in einer Berliner ttundgebnng seiner Partei über die Bedeutung der Zonntag stattfillden delt Kommimalivahlen. Reich^pcopilianda-leiter Dr. Göbbels leitete die Z-uuidge-bung eiu. Es gibt » sagte er ^ nichts Legaleres als das Systenl, das sich stiikt auf Pcrfassuug, auf die Gesehe, auf die öffentliche Meinung, auf das Vertrauen des Volkes und die breiten arbeitenden, sondern wir llvr den gleichzeitig grundsätzlich mit denl llin-ban des ganzen Staats- und BolkögeisteS beginnen. Die Rede des Reichökanziers Hitler unterschied sich durch ihre geinäßigte Zpra-clx' von der gestrigen Rede seines Partei-nossen, des Ministers und Reichatagspraii-denten G ö r i n g. Durch die Wahlen vom 5. d. ist das deutsche? Lchicksal nicht nlir ki'tr di" nä^Xten vier >hre entschieden, sondern da»^ deutsche Schicksal ist damit »lberhaupt entschieden. (5in Volk hat sich wiedergefnn-den. Die ?oofft^ung auf internationale Bindungen, die llaä) denl I^irieg und schon vorher Jahrzehnte bestanden hoben, ist Wahnsinn. Man kann nicht lioffcil, daß das, »?igt sich - „Ich will keine Rache" in der ^^orzeit iul stanlpf ulld tausendfältigen Mül)en erolierl iverden mußte, ."»ie Nach u>clt deil Menschen schenken lailn. .e!)ne den Internationali^inus ab, iveil Ber-gailgeliheit lehrt, das;, ivenn unsere Bätcr inteniational gedacht liätte>,, Deutschland llicht geworden wäre, was e» gelverden ist. Nur in der Stärke sehe ich da-^ Recht. !i?Leil ich Verständigung will, will ich mein BiZl^k in eitlen solchen Zustaich bringell, das; es für die aildercn iliihlich ist, sich nlit thnl zu verständigen, .^^nde will niemand unsere Hand, sie »vollen das Geld, Waren, Leistiin-gen. Auf den Zjkampf des NatioiralsozialisniuL niit seineu Gegnent eingehend, erilärtv' der Atailzler: Ich will teiue Rache. Ich witl, das; diejeuigen, die verantwortlich sins silr die Schäden der v^'rgangeneil Jahre, endlich ans Tentschlaild verschwinden. Im marxistischen Lager darf nian aber nicht glauben, das; ich eines Tages nachlassen lvcrde. Ich werde ni^'mals den Kanlpf gegen die, di? schuld sind, das; unser Bolk so tief gefallen «st, aufgeben. In die Seele unseres Polles mns; die U:>bcrzeugung gefentt iverden: tl'ir sind hier, n>eil wir un.» nicht selbst preisgeliell. Mit Bei W»i»imchxr v«tk»«ng der BtutgejÄiie jilhrt der Gebraucki deS natürlichen „i^ra«z» Iosef"-BittetWasserö zu regelniäsiiqcr »^tulileiit'-leerung un-d Hcrabselzunq des liclien Vlutdruckes. Meister der Heilku»»st emvsehleii bei Altcrser-lchcinungeu verschiedener Art d.,? piranz-^osef-Wt^ssvr, da es EtauuiMl» in t>en UnterleibZ-erganen neben träger Verdaulliia in Nckierer uud milder Weise beseitiqt. „Z^rnn.^-Iosef"-Bittcrwafscr ist in allen '!?Ipotliefett. Dro^^ericn und Spezeveihandlunqen erhültlick. vakenittuz ou^ Gchwa«z wt A ot Provisorische LSsnng der <^lagaenfrafle w ^utschland. Eine Notverordnung Rcichppxösidenten. 'Berlin, U>. Der Reickispräniü.'ttteil n. i n.'u s, u r nnter.^eichnele he!lt<' eine '^^ererdinin^. dic die Flaggenfra^e pro'.'isorisch regelt. Zu c;inn der nalienalen l^a'''e!i l'?, kanntlich dic ?lnhän;ier des neuen auf del' öffentlichen (^küän^en 5wei gehißt: die alte Rci6''?kl>i^^ae ' 'v-.'jf;- rot und die Hakenkr^'u^iflnsis.c der sozialisten. Neichslanzier Hitler incichi« von dieser ^telveror^lNtt'.ut iin Mitteiluni?, itldenr er in ciin'r lancieren Ne. de die historische Vi'i^enlung die'e> Ereilinis. ses lvürdiqte: das Hakenkreuz ist ^uiin ?i'!N' b^ol Dentschlans^o «lei^^orden. D^r ler dankte d<'m Reich-^vr^identen sj'n d'< Anerkennung den ')latioisak''oziai'isten aei'i « lcher nnd erklärte, sein Regiiiie nvrd.' >i' lleile Reichsflaqste l^oäil'eben al^- /'"icki^',' ei ner neuen Aera t^ec- dent'cl>ei? n?»i des wi'.'der^eberenen drntseht'n Die ganze Ausrüstung verloren tlnsall der Antarktisexpedition Varsens. O s r o, !?. Marz Riiser a r s e n 5 Antarktis-(^rpedit?^'>n liat, wie bei einem ^^^eriuan'ateil eines der öxpedltionstcilikehlner eingegailgenes Te' legranlni besagt, »vährend eines Stnrines ih-re ganze Allsrüstung sowie il?re sechzisi .<^nl?--de verloreil. Die Mitglieder der (5rpedltion wurden von denl norwegische>t ..B 5" geretrer. Mmmer M. ' MöMch7 keif kS7MK?'lK? MiMonär und BeMer in ekier Vtrfon Zeitunqsreporter enthüllt eine abenteuerliche Doppelexistenz Bon Max Slingemith. (5ln sindicicr amenkamscher Reporter kam nucrdlN9-> cincin interessanten Fall von einer Doppelexistenz auf die Spur, und sein« Cltthülluii^en, die in den spalten eines gro« szou (5!iicaqc>er Blattes in größter Ausma-cjulng i>er^ifsentllcht wurden, erreqten in der '7ess<'iu!ichteit beträchtliches Aussehen. den alli^emein l)ekannten Gestalten im (^hicnl^i>er ^trasMbild gehörte seit vielen Iahreil ein alter gebrechlicher Mann, der !vie ",'lrnieuliiertel der GroMadt durchstöberte ulld iint tläglicher 'Ttiinme die Passanten uiu ein Almosen bat. Der Man war in Lum p.'tt sietleidet, und ein schmutziger zersetzter Hut sas^ ilim tief in, iicrgrämten und runzligen l^esicht. Die nn'isten -Ztraszengänger hat-teil A^'itlcid init dem arinen Man und drück« ten ihttl iitupser- oder ?!ickelm!nnzen in die auscicstrecttc .^Xlnd. Äeiner wus;te aber, daß der Alte ein höchst eigentümliches Doppelleben führte, das; der Bettler in Wirklichkeit Millionär war. W i l l i a IN s, so hiesi der Sonderling, hatte eine merlwürdige Lebensgeschichte hinter sich. Cr wnchiS in einem reichen .Hause auf. In frühester Kindheit verlor er seine Eitern nnd niemand sorgte recht für seine (5rzie!)nng. Als Jüngling geriet Williams ans die schiefe Bahn. Er verkehrte mit licht-' schenein (^^esindel in den verdächtigen Epelunten Cl)icagoS, verbrachte die Nächte beim Hasard-'Spiel und wurde ans diese Weise sehr schnell das ganze geerbte Vermögen los. Da er leinm Einn für Arbeit und Zucht hatte, griff er zun» Wanderstab und fing an, ein Vagabundendasein ^u führen. Nach kurzer ?'>'it überwand er alle .Helnnlungen nnd wnrd^' einem profefsionalen Bettler, ^mch vielen Iahren der Wanderung und der Not traf Williams eines Tages in Chicago ein. Dieser Tag wurde zum ^.lSende-pni'.lt in seinen: Leben. Ei-n Arbeiter gab ilnu ans Mitleid eine Sckieibe Brot, die in ein..' alte Zeitung einiiewiclelt war. Sein Blia fiel unwillkürlich auf die ^topfseite des Blatte^. Äiit grossen fetten Buchstaben stand daranf seil! Name gedruckt. Er durchflog hastig die Zeilen und erfuhr mit Staunen, das; der ein',ige Bruder seines Vaters, der vor vielen Iahrel, nach Ltalifornien ausgewandert niar, in Los Angeles sein Leben been--det hatte, ohne direkte Erben hinterlassen eder ein Testament ausgestellt zu haben. Die Behörden luden die Perwandten des Verstorbenen ein, sich ^zu nielden. Es ging nämlich UNI eine Hinterlassenschaft von einigen Millionen Dollar. CcsMut^ig und zerlumpt wie er war, fand sich Williams beim Zivilgeri6)l ein nlld niachte seine Erbansprüc^ geltend. Man wollte seinen Behauptungen Zunächst keinen 'l''Uanl>cn schenken. Jedoch konnte schon inl Lause der nächsten Tage festgestellt werden, das; der bettelarme Landstreicher tat-jäcs>lich das alleinige Recht auf das Millio-neni^ermögen lvsaß. Wie in einem abenteuerlichen Film vollzog sich der Lebenswandel. Williams wurde Millionär, und eine Zeit lang genos; er in vollen 8üge'n das grosse t^lnck. Aber allmählich begann er zu spüren, daß sein neues Dasein teinen Inhalt I)atte, von keiner Be-sclMstigung ausgefüllt war. Wiederum wurde Willianis von derselben Unruhe ergriffen, die ihn vor Jehagens nicht recht begreifen. Er lebte in, Uelierflus; und verspürte keinen Mangel an den (Gütern dieser Welt, fichlte sich jedoch trotzdeni uuglücklich. Merkwürdi-aerweise lockte ihn sein alter „Beruf" mit linbe.'^wingbarer straft von neuem. Aber wie wollte er die Bettelei, die er l'iele Jahre lang ausgeübt hatte, und die zu seiner z,veiten Natur geworden war, ulit seiner neuen gesellschastlichen Stellung in Einklang bringen? Als Millionär, Besitzer 'iner prächtigen Villa, einiger Automobile, als .'^>err über eiuen zahlreichen Dienerstvb tonnte er sich unmöglich auf die Straße be-^^et>en, NM die .^"land nack) Almosen auszustrecken. Tag und Nacht grübelte Williams über die Lösung des verwickelten Problems „ach, driS ihm keine Rus)e mehr ließ und ununterbrochen in seinem Innern nagte. Endlich fand er eine Lösung. Eines frühen Morgens verließ er seine ^>illa, sck)einbar, ulu sich seinen Tagesge- sck)üsten zu widmen. In der Tat aber begab er sich auf Umwegen in eine der berüchtigten Bettlerzentralen Chicagos, wo er seine Kleider gegen die Lu-mpen eines Bettlers eintauschen konnte. In seinem Aeußercn bis zur Unkentlichkeit völlig verändert, unternahm er einen Streifzug durch die Straßen der (Großstadt. Seine Maske und die Ber-tleidung waren so vollendet, daß keinem seiner vielen Bekannt^, die dem reichen Herrn Williams in, Frack oder Sinoüng in den Klubs und Bergnügungslokalen zu begegnen pflegten, nicht einmal im Äaum der widersinnige <^edanke einfalle,: würde, daß der abgerissene Bettler und der vornehnie Millionär ein- und dieselbe Person waren. Seit diesein Tage konnte Williains von der Straßenbettelei nicht mehr lassen. Wie von einer überwältigenden j»mft getrieben, schlich er sich des Morgens aus der Billa, mn die eigenartige Maskerade zu vollziehen und stundenlang in^den Straßen als Bettler herumzuwandern. Er fühlte sich in die. sem Element viel frol)er und glücklicher als in den herrlich ausgestatteten Mumen seines Prunkhauses. Auf seinen Bettelgängen kam er mit vielen armen und unglücklichen Menschen in Berührung, die ihm ohne fals6)e Scham über ihre verz^oeifelte Lage bcril^e-ten. Hie und da hals er diesen entwurzelten Existenzen, »nn sie vor dem völligen Versinken in den Abgrund des Elends zu bewahren. Nicht nur das gesamte erbettelte Geld verwendete er für diesen Zweck, sondern steu erte auch beträchtliche Su,nmen aus seinen privaten Mitteln dazu bei. Auf diese Weise war WiMains zur gleichen Zeit Bettler und Wohltäter, reich und arm. Etwa sechs Jahre lang dauerte dieses Dop pelleben, bis der Bernfselan eines Zeitungsmannes dem „merkwürdigen Leben und Treiben ein Ende niachte. Nach der Enthüllung verkaufte Willianis schleunigst seinen Chicagoer Besitz und versclMand. Weder die Behörden noch die allwissenden Reporter vermochten seine Spur ausfindig zu machen. D'Annunzlos Swbkammer Das MSrchenschloß am Gardasee Der Kulturkampf des türkischen Diktators Mustafa Aemal Pascha ist in eine neue Phase getreten. Nach der Auflösung des einfluß-reic^n Derwisch-Ordens, die vor einiger Zeit unter den Gläubigen der Türkei eine große Verbitterung hervorrief, entschloß sich nunmehr Keinal Pascha, einen neuen Schlag gec^en die jahrhundertealten Traditionen des Islanl zu führen. In einem neu erlassenen Dekret verkündete er, daß die arabisch«? Sprache, die bis jetzt bei den Gottesdiensten in den türkischen Moscheen einzig mld allein von der Geistlichkeit zugelassen »var, ,nit fo-kortiger Wirkung durch die türkische Sprache ersetzt tverden soll. Wie in den katiholischen .Kirchen die latei'-Nische, so hat sich in den Teinpeln de Sprache iin Wandel der Zeiten erhalten. Der Vra-Phet ging bekanntlich aus eimin arab',sch::n Nomadenstamm hervor und verwszte den .^oran, die .^'^eilige Tcbrist der Mohainw'-:-daner, in der Sprache seiner Vater. Nei al-len Völkern, die zum I^lam bekehrt wurden, hielt die Geistlichkeit daran fest, das; die (^bete des Korans in den Gotteshäusern in der Originalsprache gelesen werden. Durch Generationen geivöhnten sich die Iün ger Mohanmneds daran, so daß letzten Endes der arabische l^ottesd-enst in den Moscheen allen Mäubigen als nnuinstößliche heilige Tradition galt. Von seinem kulturträacrischen Standpunkt aus hatte Kemal Pascha insofern recht, als er in der Begründung seines Dekrets aus-fichrte, die zu Allah betenden Menschen muß ten auch den Inhalt ihrer Gebete verstehen, was bis jetzt in der Türkei keinesfalls der Fall war, da nur vereinzelte, gebildete Türken die Sprache des .Zorans beherrschen. Jedoch, wie alle anderen Verordnungen, die uralte völkische Ke,vohnf!eiten und Ueberlic:-ferungen bedrohen, stieß auch das Dekret jemals auf einen heftigen Widerstand so.vohl der Mullah? und sonstiger türkischer Geistlichkeit wie der gottesft'lrchtigen Massen, die sich gegen eine solche Blaspheinie auflehnten. Der türkische Staatspräsident ordnete allerdings eine kurze Uebergangszeit an. Im Laufe von einilzen Wochen wurden seinein Befehl entsprechet^ türkische Gebete in den Moscheen nur Probe- und auSzugsiveise neben den arabischen verrichtet. Die Geineln-den verhielten sich ruhig, so daß vor einigen Tagen alle Mullahs vo,i den Behörden den Befehl erhielten, ihre arabischen Gebetbücher fortzuiverfen und nur die neuen türkischen Ucbersetzungen des Äorans künftil^hin zu ge-braucs>en. Auch die Muezzins, die von den Türn,en der Minaretts das Volk zur Andacht zusammenrufen, wurden angehalten, keinen ^arabischen Laut inehr von sich zu geben. Dessen nicht genug. Der von Z^emal Pascha ausgesprochc,te Baun ntachte sogar vor dein Heiligtum der Friedhöfe nicht halt. Die alten arabischen Inschriften n,ußten um geände^tt und dürfen in Zukunft nur mehr ' türkische zugelafsen lverden. Da der Diktator alle seine Maßnahinen mit rücksichtsloser Schärfe durchzuführen Pflegt, machte er anch diesmal daraus kein Hc^hl. daß der Wider^ stand gegen seitte neueste Verordnung durch schwere Gefängnisstrafen geahndet lverden soll. Das Signal zur Revolte gab die Geistlichkeit in der kleinasiatischen Stadt Brussa. D'.e Mullahs der Ulu-Moschee, einem dec größten und cl)nvürdigsten Tempel AllalzS aus dem 15. Jahrhundert, lehnte sich geg'n die gotteslästerliche Verordnung steinals auf und bezeichnete ihren Urheber als verdam. menstvürdigen Atheisten. Die Behörden machten mit den tviderspenstigen Ge'süich.n kurzen Prozeß und verurteilten die Rädelsführer zu lebenslänglicher Gefäne^n'^straf.' Daraufhin faßten die Mullahs in Brnssa, Smyrua u. anderen Orten der Türkei einen Entschluß, der in de,^ Geschichtsannalen W0!hl seiltesgleichen sucht, sie proklank'erten eil,e,t Streik und tvelgerten sich, den dienst zu versehen. Die Moscheen in verschiedenen türkischen Städten boten ein uug'i''-wohnliches Bild. Die Stätten der ?fn'd.''cht und des Gebets verwandelten sil5> 'n Ver« sammlungslokale, in denen mit den he^^ig. sten Angriffen gegen den Diktator nickit ge« spart wurde. Die Mullah? verwiesen in ih-» ren Anfprachen darauf, daß es den Christen und den Juden in der Türkei freisteht, in der lateinischen oder hekräisck>en Sprache 5U Gott M beten, utrd nur die Türken, die Her» ren des Landes, in dieser Beziehung gede.-mütigt werden. Die türkische Regierung scheint gewillt sein, die Moscheenrevolte mit allen ihr .nir Nerfi'lgung stehenden Mitteln zu brechen Hohe Polizeibeamte und Richter sind auf Anordnung Kemals ihrer Aemter entboö?'? und unter Anklage gestellt. Die Regierui^g kündigte an, daß sie vor Todesurteileti nich: zurückschrecken würde, um ihren Willen durck, zusetzen. Wer die Methoden Kemal Paschas kennt, wird daran nicht zweifeln, das; er in seinem Kan^fe gegen d'e Mullahs den Sieg davontragen wird. Ob es nicht ein Pt,rrf'u?-sieg ist, muß allerdings dahingestellt bleiben Amerikas „graue Eminenz Oberst Howe, der Manager RoosevektS Gleichzeitig mit dem Einzug Roosevelts ins We:^ Haus in Washington siedelte sein intimster Freund und Berater, Oberst Louis Mc Henry .Howe, nach dein Präsidentenpa. lais über, wo ihin eine Wohnung i:n Seitenflügel zugewiesen wurde. Oberst Howe ist der V!ann, deut der neugewählte anicrika* nische Präsident in k>edeutetldein Mas^e seitie politischen Erfolge zu verdanken hat. Oberst Holve bekleidete eine auttliche Stellung und hatte n'e den Ehrgeiz, im Vordergrunde zu stehen. Er wirkte hinter den Kulissen, un'd sein Einfluß auf Roosevelt war von jeher qusschlaggekent». Das Auffallendste an dieser Gestalt lvar die Tatsack)e, daß Oberst Hoive sein ganze? Leben in den Dienst seines Freunde^ Roosevelt gestellt hatte. Uneigennützig und bis zu,n Aeußersten ergeben, widmete er sich voll und ganz, den Interessen seines Freundes und Gönners. Oberst .Howe steht lfeute im 83. Lebens« jähr. In den Tagen, in denen Roosevelt aus den Gipfel der Macht gelangt ist, kann sein Manager mit berechtigtem Stolz auf die verflossenen zn>anzig Jahre seiner ununterbrochenen Tätigkeit zugunsten RooseveltS zurückblicken. Zuin ersten Male traf er ror etlva ztvei Jahrzehnten mit dem heutigen Präsidenten zusa,n,nen. Roosevelt sta,td damals in den Anfängen seiner politischen Lausibahn, und Howe betätigte sich als politischer Korrespondent eines großen amerikanischen Blattes. Die beiden Männer befreundeten sich. Als kurz darauf Roosevelt seine Kandidatur für den Senat des Staates Newtiort aufstellte, waren seine Wahlaussichten ungünstig. Die mächtige Organisation der demokratischen Partei, die berüchtigte Tainlnany-tzall, sprach sich gegen Roosevelt aus. Es kain hinzu, daß Roosevelt gerade zu jener Zeit von einem schweren Anfall der Kinderlähmnng befallen wurde, so daß er gar nicht in der Lage war, an der Wahlpropaganda aktiv teilzunehmen. Oberst Howe sprang in die Bresche. Ohne sich her-vorzudrängcn, entfaltete er eine enisige Wahlpropaganda. Wenn Roosevelt zum Ä-nator des Staates Newyork gewählt wurde, so ^var dieser Erfolg fast ausschließlich auf die großen Bemühungen des Obersten Howe zurückzuführen, der es verstanden s>atte, eineil. großzügigen Werlea^^Parat zugunsten Roosevelts in Bewegung zu sehen. Seit diesem Tage verzichtete Howe auf seinen journalistischen Beruf. Er stellte sich auf die Seite des jungen Senators als sein bester Freund und Ratgeber. Die Bande der innigen Freundschaft zwischen den beiden Männern erfuhren in den darauffolgenden Iahren keine Wschwächung. Sowohl während der Amtsperiode >des Präsidenten Wilson, als Franklin Roosevelt den Posteil des Marineministers innehatte, wie auch nach dem Kriege, als Roosevelt seine Bizepr'isi-dentschaftskandidatur aufstellte, setzte Howe seine ganze Kraft ein, um den Namen seines Freundes poPuAr zu machen und ihm zu weiteren Erfolgen zu verh<^fen. Da die demokratische Partei bei den PrMentschafts Wahlen im Jahre lV20 eine schwere Nieder, läge erlitt, fiel Roosevelt durch. Dank der l)ervorragenden Propagandatätigkeit des Obersten Howe konnte jedoch schon damals die Grundlage für den späteren Triumpb Roosevelts geschaffen werden. " Inzwischen verschlimmerte sich der Äe« sul^heitszustand Roosevelts. Ein neuer schwerer KranTheitsanfall lähmte seine Beine, so daß er den Entschluß faßte, sich inS Privatleben zurückzuziehen. Auch in den Tagen der Not wich Howe nicht von Roosevelts Seite. Er flößte dem schlvergetroffe-nen Manne Mut uttd SelSftke,vußtsein ein, stählte seinen Willen und ^trug wesentlich dazu bei, daß Roosevelts Geist über den gelähmten Körper den Sieg davontragen konnte. In den letzten vier Iahren, während der Tätigkeit Roosevelts auf dem Posten deS Gouverneurs des Staates Newyork, er,vies ihlu Oberst .Howe wiederum unzählige Dien ste. Die letzte Präsbdentschasts-WaWampag» ne, die mit der Niederlage Hoovers und m^ dem überwältigenden Sieg seines Gegetlkan didaten Roosevelt endete, stand im Zeichen einer Wahlagitation, wie sie die Vereinigten Staaten von Amerika seit den Tagen Wilsons nicht gesehen haben. Die Organisation des Wahlfeldzuges, soweit es sich um den persönlichen Einsatz Roosevelts handelte, lag in den Händen des Obersten Hoive. Der politische Manager des neuen amerikanisck^'n Präsidenten zeigte sich bei dieser Ges<'genheit wiederum als Organisator ganz großen Stils Monttg, ?enW5rz Mß.' Marlborer Zeitung" Numincr 7^?. Port vom Sonntag Die zweite Ligarunde „Primorje"—.Concordia" i:1 — „Jugoslavija"—„Gra-djaiiski" 2:0 — „Hask"-„Bask" 3:0 - „Slavija" (Osijek)-„BSK." 2:0 — „Vojvodina"-„Slavija" (Sarajevo) 2:2 M a r l b o r, 12. März. Auch !^ie zweite Ligarunde brachte eine sensationelle Niederlage. Der BZK mußte sich in Osiiek von der dortigen „^lavija" mit i?:0 geschlagen bekennen. Das Hauptinteresse unserer Sportenthusiasten galt dein .^iampfe „Primorje" — „Concordia", deren unent-schied^'Tles Ergebnis durchaus nicht zufrieden stellen konnte. An der Spitze der Tabelle liegt nun „Vojvodina" mit drei Punkten, während sie vom BSK. beschlossen wird. L j u b l j a n a, 1Z. März. Bor Zuschauern trugen heute „Pri. morje" und „Concordia" (Zagreb) den zweiten Meistürschaftskanlpf aus. Die Zaqreber führten ein flottes Epiel. Die erste .Hälfte endete <):(l torlos. Schon in der 2. Minute der znviten Spielhälfte gelang es den Za-qrebern durch einen Freistoß in Fi'ihrung zu komnren. „Priniorje" gelang es aber in der 23. Minute durch Hr » iL wieder gleichzuziehen. Das Spiel leitete Schied'^richter P e-t r a e l l o, der u. a. ein von Slapar erzieltes Tor für „Primorje" nicht anerkannte. B e o g r a d, 12. März. Jnl heutigen Meisterschaftskampf standen sich „Gradjanski" (Zagreb) und „Jugosla-vija" gegenüber. Die heimische Mannschaft feierte den erwarteten Sieg. Das Resultat lautete 2:» (2:0). Z a g r e b, 12. Vlärz. Auf heimischem Boden absolvierte heute „Hast" den Punktekampf gegen die Beo-grader Amateure. Die Zagreber siegten verdient 3:l). Ositek, 12. März. Die Sensation des Tages war die 2:0-Niederlage des Beograder Sportklubs im Kanlpfe gegen die Ofijcker „Slavija". Es kani anck) zu lauten Krawallen, fodaß die Polizei einschreiten muszte. Jnmm?rhin konnte „Slavija" das Match siegreich beenden. Novi Sa d, 12. März. Auch die Sarajevocr „Slavija" hielt sich in dieser Runde ausgezeichnet. Bis knapp vor Schluß führte sie iin Üainpfe gegen „Vos vodina" mit 2:0. Dcr heimischen Mannschaft gelang es niit harter Mühe den Kanipf noch zu egalisieren. auf auf 6:4. In der 2^. Minute konnte dann noch Goliilar das Resultat schließlich auf 6:5 sicherstellen. Inl Borspiel remisierten die Reservemannschaften 3:3. s * Eltern, schiitz/t Eure ilindsr! Darum ist es ratsam, die 5^ind?r soweit als müalich vor Ansteclunsi zu schütten. PanslaIiii-P-^stlsten werden l)ler guie Tici'.sle tun, d Ansteckuniisgefahr sehr groß ist. Napid" ichlägt Vrlmorje" Vlvlverspreei,on«6ef Lrlol» «lor Sek^sr?. blsuen In l.Iud1j»ns. jutiIjaNA, 1^. I'rat? cler bislang unsenüsei^clen n:nL5M()LlictilieitLn uncl trotz! einiLen l^e-servcn errun^eli Iieute Klauen INI Lesen »prinmriv« einen ineZir uls de!iLllten!>>vertLN 8ie5. t>lielit nur ^iftel-nmÄlziL Iwlie I^esultkit von S:? (4:1). clis ZVIannsckakt Lesen clie erste IVIznnsckakt »primorjeiz« er-üW'ilNj?. sonciern ciss ltussezeiciinete Spiel, <^28 »^Äpic!« Iieute äen 2000 Tuckauern vor ^u-'en külirte, sprsck die 8e1iön5te SprLclie lur clen snkaltenäen t^armuuf-scl^v^un? 1'e-M8. Die Neiclen clesl'Z-ALi» xvuren auc^li c!ie8mai Karlovic uncl prineiiZ. öurlvviL ein« wieder enerxisck un clis Arbeit unä verinnclerte jecles Vlirrlnsen der sesneriscken Formationen. >vül:rencl princiL m^t Lrö88tem Ver5tün'^n!8 clie /^nxriffsaktion einleitet, ^ber ancli die übrizen dekriecliAten vollauf. ..Maribor" geaen Äeiezniöor" flegreich M a r i b o r, 12. März. Das heutige Treffen unserer ehemaligen Ligakonkurrenten brachte durchaus nicht den erwartenden Verlauf. Beiden Mannschaften steckte noch der Winterschlaf in den Knien. Immerhin gab es aber einige recht ausgezeichnete Leistungen auf beiden Seitei,. Selbstverständlich ragte vor allem PePLek Bertoncelj hervor, der sich auch I,euer in Höchstform befindet. Bei „Z^elezni-iar" waren wieder W a g n e r, B a ö n i k und FrangeS die Stichen des Teams. Der Kampf brachte aber dennoch eine Reihe von aufregenden Momenten, an dem auch das Publikum seinen Gefallen fand und für ihre Schützlinge laut Partei ergriff, „'^ele-zniöar" wni zuerst in Führung und zwar durch Cf e r l. Dann stellte sich Bertoncelj mit zwei Treffern vor. G olinar sorgte aber für den Ausgleich. Ein Elfer lourde bald daraus verschossen. Dann folgte je ein Tor vor B e r t o n c e l j und G o-I i n a r, sodaß die .Mbzeit 3:3 endet. In dcr zweiten .Halbzeit erhöhten I n r gec und Bertoncelj das Resultat auf 5:3. Ein Elfer rieß die Eisenbahner dem Ausgleich näher kommen, doch kam „Maribor" durch ein Autogval der Gegner bald dar- Kleiner /^nieiser /^nssggen sinä A VI«»? in öriei» msi'ken dsi^ulegvn, 6s snsonsten äis />cjminlstr3tivn nlokt In ctsf l.3gs Ist, 6ss 6sv/i1nsc)Ms ?u erlscliqsn. 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Der Start befand sick) eine Stunde t^ehweg von der Tamar-.'^^nttc im Planica-Tal. Die Strecke, die zweimal passiert werticu mußte, betrug 400 Meter mit einen« .^>öhenttnter- nier, aus Manera. Was ist ans den Barern geworden, aus Nipper Pat Dall?. nuZ sem wundervollen Jungen, der schon mit lechzehn Iahren uin die englische Meisterschaft käinpfte, und der zulel^-tt von ?. 0. k. 0. taunielte? Das Leben dieser Wunderkinder ist voll von Tragik. Eine Tragik, die nichts mit dem Sport zu tun hat^ Alle diese Wunderkinder wären gute, wahrs6>cinlich sogar er'tklassiqe Bo^er geworden, nienn inan ihnen Zeit gelassen s>(itte. sich zn entwickeln. Al'er man ließ ihnen keine ^^^eit. Sie mnßten känkvfen für den Ruhm und für den Geldbentel ihrer Manager. Der Sport braucht keine Wilnderkinger. Denn im Grunde genommen besteht er ja aus nichts anderem als aus Wunderkindern. 5^der was ist ein Dempsey oder Schmelmg, was ein Lacoste oder Arne Bora, mos sind die javanischen Sclmimmer nnd die finnischen Läufer, was all? diese Weltternhnithei-ten, die schon nnt zwanzig Iahren in: Mittelpunkt des allgemeinen Interesses stehen'^ nnd auf den? >'?>öhepunkt einer »Karriere, anderes als Wunderkinder. Tkeater und Kunst Hermann Gruber-Abend. Für dieseil Abend, der unter der Aegide des Miinnergesangvereines Mittlvoch, den 15. d. M. im Saale der „ZadruZna gospo-darska banka" stattfindet — hat der .Ear-tenvorverkailf (in der Musikalienhandlung .'^^öfer) bereits auf das regste eingesetzt uni sieht in Anbei rächt des dabei gebotenen, überaus auiüsantcn Progranunes, ein glänzender Besuch zu erwarten. Starkes Mädchen für alles, mit Jahreszeugnissen, slowenisch u. deutsch sprechend, sucht Stelle, t^ralja Petra trg Zj/i. Magen, und Tarmsiörunaen, Anfättc von Leibwoh. E'ockunj^c'u im Psortadcrslistem. Auf« qereqtlicit Nervosität. Schwindel(^e''ühl. ' r^' ^ 1.,«. s. Unwohlbesindeil werden durch tüsilich schlcd von l.ll Meter, .lni Start hklttui.syx^^z ,„,tj',rlichcs „?^ranzrIofcf"-Pitteiwasser ae-sich zahlreiche Wettbewerber, darunter auch -einige aus Marivor und Eelje eingefundeu. Die beste' Zeit erzielte Hubert 5^ e i ni ans Iesenice mit 1:05 im ersten Lauf. Als Sieger ging ö a r ni a n (Tr^iö) in 2:24.6 lier-vor. Es folgten 2. P r a ö e k (Iesenice) 2:l.'8, 3. I e l e n (Eelje) 2:28.ti, 4. Katnik (Iesenice) 2:31.8, 5. Mejovt^ek sEelje) 2:."!i.2. M n 8 i e (Maribor) besetzte in 2:49.2 den elften. Sparherdzimmer und qroßer Garten zu vermieten. Plin^n nikka ul. I. Lorber. 1^941 Möbl. Zimmer an 1—2 Personen ,iu vermieten. Ki?roSeeu.i ul. tt. Tür 7. :ili8 MarkAUthaben in Deutschland «esncht. Anlriiae unter ^Marl" an die Verw. S32S QL/ea« S»VllSo Küchin, i^eiel^te. verständtlisvoUe, wird zu alleinstelzeudem. älteren Herrn am Laude per -0. März ausgenommen, '^vorzustellen bei Frau Serpp, A'^lerösva ul. Deutsches Mädchen aus besseren» ^^ouse wird zu !isähr. cinf! . gen^"'>:ncn. Snliür Äano^ ?" üoticiz ' Unsere eute Butter, lze^vv. Umlilnut-ter, k^rau ^nn» S«>«« private jzt Samstgx. c^Ln l1. 19ZZ ssnkt im Herrn ver8citteclen. I^sicl^eni)cxiünLni8 6er teuren v-i-'unLc:8cino6enell kinclet Nontus. 6en 1.^ UNI Ili l^lir von cler 8tü(1ti8Llien ^.eiclieniiullo in polzre^je aus stutt. Ltuclene! bei /Vlilnbor. 12. i^äri: 19Z3. vke trsuernllo fsmll!« Vllve. lnternAtlonsle ffugsb^llsplole. >Vien: ^clmira 4:2. VV-zclier —tlalioak Z:1. 8i>ortklul>—XV.^L 1:l. ?rÄK2: Lpärtu—l?oliemiciN8 2:2. I^i-kc?n—VilitorjA-pilsen 1:l>. Viktoria 2i^-!as von ihnen ge-l''''rt. Wie wenig ist ans deli Wnnderkinder .'iudert Aerzte von Weliruf ^ir.'is^'ir die vor,^üq. lichcn Tienste, die I^ran,^-^osef-?öasscr be« sonders l'lutreichen. korpulenten Per'l>nen. <^ich. tikeri? und .^»ämvrrhr'idalkranken leistet. Das .-'^'rl»ttz-^osrf"-Vittcnnass<'r ist in allen Apotliel^'n, Drogerien nnd Spezeroihcindlul^qen erhältlich. Nadio Montag, lZ. März. Lfllbliana 12.1.^ Uhr: Mittagsmusik. ^ 17.30: Nachnnttligskonzert. — 1^.30: Es^v- ranto. — 10: Serbokroatisch. _ 2<^: iffain- merinuslk. — 21: Operettenabend. _ 22: Abcndniusik. — Beoflrad 20: Koinvonistell. abend. — 21: Operettenmn'ik. — 22: Tanz-inusik. — Wlkn 15?.?.',: P^'itzners musikalische Legende ..Palestrna". ^ 22.30: Tanzmusik. -- Heilsb?rff 20: Ueb^i'rtraanlig aus Langen k»erg. ^ 22: Abendivranstaltnng. — Breslau 20: Lustiger Abend. — 22.10: Vortrag. — Poste Pariflen 20: Jazz. ^ 21.30: Konzert. — LondonrRcgional 10..30: Konzert. _ 22: Abendmilsif. __ 24.25: Tanzmusik. Mtihlacker 22: Nordische Musik. . . Sl: >>örspiel. — 22.45: Nacht,nusik. — Leipzig 20.45: Stiinvhoniekonzert. — 22.15: Nnter-l>altttngsi?lusik. — Bukarest 20: ffaininerlnu-sik. ^ 20.l5: Abendlnusik. „ Rom 21: St?m pli-oniekonzert. ^ 22.15: Leichte Musik. — Zürich 20: ssonzert. — 21.30: Tanzmusi?^ — Langenberg 20: Bllnter Akiend. — 22.25: Lieder nnd Verse. — 22.n0: Nachtmusik. Prafl 20.10: ^^'lörspiel. 21.30: Klaviersona-ten. Okeritalien 2l: Konzert. — 22: K'o-niödienauffnhrung. Sodann Nachtinnsik. __ Miinll^n 21.30: Bavers Ballett „Die Pup-peufe<'". — 22.45: Nacht inusik. — Budapest 10.30: ffouzert. — 21: Jazz. _ Warschau 20: .'^X'liuesbergers Operette „Das Veilchen niädel". ^ 22.1.^: Tanzniusik. — Daventry, National 21: Kanlulernlusik. _ 22.40: Binl^ ter Abend^ — 23.45: Tan^mlesik. — iilkniq^, "''^'dsohvern genwrd'.'n, von denen nran sich! Wusterhausen 2N: Noldiick" Miink. _ 21.30: so viel .»^rspraK, aus Martinetti, aus jih-j Äbendvl^ranstaltu.^^ ^ 23: Tanzniusik. ^arWrer ^inittner Montag, den IS.' März 1S3Z. Roman von V. Williams '^vvrlekt la A^ünckeo de! Oeor» ttüN«. lSS Fortsetzung.) „Mo — lvas moNen Sie?" „>t'omm nnt mir!" ^ie starrte ihll fassungslos an. Ev vcr-jUchte ihre .<>and zu ergreifen, doch sie ent-lie ihm. „Sie sind cistaunt über niein Ansinnen — ich sehe es. Aber ich habe mir gesch'voren, das; Sic mir sphören müssen, un!d noch nie lies; ich von etnxis ab, was ich mir norge-Uliminen. Ich kann Sie silüÄlich machen, Ioan! Ich luu reich — und — und ich wertic ?ie aus .''fänden trvgen — und — Tie lie-l'eu, n'ie ich nie eine s^rau geliebt!" Zeine Stimme erstickte in einem heiseren I>Ii'lstern, und wieder suchte er ihr? .'^nd. '»lbt'r sie wich ihnt ans, lehnte sich zurück — be^?ann schallend zu lachen. Es tvar ein k>nsteris6>eö Gelächter, die Entspannung jiberanstrensiter Nerven. Mer der Mann siihlte nur dumpf, das; sie siä) über ihn lusi'g niachte und in seinen Mgcn ging eine Verminderung vor. „-ie scheinen wahnsinnig zu sein!* stietz sie hcrliu?v „Waö ich lieute abend tat, mag Wahnsinn sein. Aber es ist ein Wahnsinn aus Liebe." Sie stand auf, blas; und zitternd — aber entschlossen, ein Ende zu machen. „Ist es das, Sie inir sa-gen wollten?" „Darf ich jetzt nach Hause gehen, bitte?" ?eitt t^esicht verdnnkelte sich. Seine Pu« Villen wurden klein wie Ttecknadeljpitzen 'lnd schtvamnn'u in roten Kreisen. „Tie lieben einen anderen?" schrie er. Sie sMtlelte den .^ops. Er packte sie am .^"landsielerrk. „Wenn ich wüs;te, das; es Cradock wäre." .,'!)err Crudock bedeutet mir nich!? . . „Wissen 5ie das bestimmt?" hi>hn.te er> „Wer inag ihn, wc'r>l liesagt haben, das; Sic an jenem Ac>end unt niir in El MaghrabliS .l^ause soupieren würden? Wie kam sein rechlzeitigrs Erscheinen zustande? Begreifen Sie denn nicht, das; er Sie nur im x!int«resse sein<'!- Zpionage si'ir die Polizei mißbrauchen wollte'^" Zie entris; ihtn die Hand. „Ich weis; nicht, wa^? sie da faseln. Ich habe .?»errn Cradock nicht.5 erzählt." „Ioan gut — ich glaube Ihnen! Nim ^ das Motorboot erwartet uns. !bomiven ^ie mit mir! ^ Lassen Sie unS „Ich gehe nicht mit Ihnen, Said Hussein!" ^i« atmet schwer, mit ineinander t'er-kämpften tzän^. „Nt das Ihre Antwort! Ihre einzige ur.d letzte?" ^Kommen Sie mir nicht zu nahe!" ^ie ritz das Champagnerglas vom Schreib tisch. Der Wein spritzte auf ihren Arm. alz fie es schleudernd hob. Aber or wehrte ^a» chend das schwache Wurfgeschoj^ av. daK eS s^itternd an der Tischkante in Scherben zerbarst. Mit flammenden Augen sprang er gegen sre an. „Noch eine Stunde ?^t treibt mir für die Liebe ^ und für dich!" Er hatte in keuchendem Ringen die Arme um sie geschlungen und zerrt« ihren Mantel herab. Sein Bister Atem überlol^te ihre Wange, und seine Finger zerrissen ihre Achlsevspangen. NStzlich ertönte von irgendwo aus dem schweigenden .^u3 ein dumpfer Knull. Schlaff fielen ihm die Arme herab. Er trat erschrocken zurück und horchte. Einen Austen-^lick herrschte gespannte Stille. Dann hi^rte man — Hussein bestiirzt, doch wachsam in der Zimnierm'itte; Ioan, einer Ohnmacht nahe, an die Wand gelehnt — auf der Treppe drauften das Knarren fester Schritte. Hussein verlor keine >^eit. Er stürzte hin» ter den Schreibt'sch nnd rif; die Meheimtnr auf, die im Bücherschanf eis^baut ^var. .^u ihrem Erstaunen sah I-^an, wie er dort tt?r einem breitschultrigen Mann in schwarzer Aeidung znriicktaumelte, der nun, einen steifen .Hut auf dem Ko.pf t»nd einen Rei?ol-der in der starken, roten Faust, beh?rzt mS Zimmer trat. Im gleichen Augenblick lietz eine Stim-me von der anderen Tür ihr .^rz ertoben. „Ist Ihnen etwas geschehen?" David Cradock hatte die Frage flesteklt, als er vom Treppenhaus herankam. Ihr tränen benetztes Antlitz war so weih wir ihr Kleid. Mit schreckhaft stieren Augen hielt sie mühsam ihr Gewand zusammen, das. halb zerfetzt, eine leuchtende Schulter frei lie^. ?SHrend «r sie voller Besorgnis ansah, wich die Angst aus ihrem Bl'ck, das Vlut schos; ihr in die Wangen, und ein rührendes Läcl^ln grüf;te zu ihm hinüber. Da pl>.itzlich wuf;te sie, daß er der rechte Mann für sie sei. Nicht dem Schurken Said Hussein, der mit verzerrtem Gesicht in die Seitenta'che grisf, während er in das ,^im-mer zurückwandte, nicht dem zerbrochenen Glase, nicht dem Wein, der über den Tep- pich f^oß, galt Davids erster vlick, sondern ihr — ihr allein! . Verflogen war die Unentschlossenheit. verflogt Zweifel und Qual vieler peinvoller Stunden Als sich beider Bl cke trafen, fühlte sie, dasi der Wahrsager richtig prophezeit hatte, ^s Ende ihrer unrubereick^n Fahrten war da. und der Name ihres Rastortcs biek Friede! ErschL^pft von banc^er Erwartung stand sie zwischen Lachen und Weinen, und ihre Liebe zu ihm stral^te ihr aus t^n Aug^n. Als Cradock dies Lächeln sah, erhellten sich seine Auge. Hinter dem Schreibtisch reckte der Prinz zähneknirschend die Hände in die Höhe; denn in einer Entfernung von kaum z^n Schritt hielt ihn der Mann im steisen Hnt mit schussbereiter Waffe in Tchach. „Ich würde an Ihrer Stelle keine Sch.vie rigkeiten machen. .Aussein", rief Eradock und näherte sich dem Tisch. „Makhntud lieat unten in der Halle mit einer Kugel im Schen« kel. Er war unvernünftig. un,h mein Freund hier, Kriminalinspektor Ardisson non der Kriminalpolizei in Canlres. muslte ihn warnen. Nnd Ihr Helfershelfer Voronian hat sich in Ihrem Motorboot davongemacht. Haben Sie die Handschellen bereit, Inspektor? Ich schiebe Sie nieder wie einen tollen Hund, Hussein, wenn Sie versuchen, iogend« welche Kniffe anzuwenden!" Er hob die V'stole, die bisher in seiner gesenkten Rechte,! verdeckt war. Der Mann im steifen Hut zog einen klir' renden Gi^lienstand au° der Rocktasche. „Her die Hände!" — Ein Klicken. — „Fertig!" ^rkttndete Ardisson. langsam hob der l^cfesselte den Kopf und lilickte Cradock HAHnisch an „Das schlägt doch eigentlich kaum in Ihr Fach? Ich wustte nicht, daß Zie bei der Polizet angestellt sind. Bin ich das Wild, ode- ist eS diese Dame?" „Ich bin schon seit langem hinter Ihnen bcr, das wissen Sie!" entgegnet^ Cradock scharf. „Aber nun habe ich Sie »endlich, Mon-'ieur Ramosi?" .^)ussein zog die Brauen in die Hiche. ..Wie war der Name?" „Verstellen Sie sich nicht iönger — daS ^piel ist aus! Die Kairoer Poilizei hat daS Versteck Ihrer Diebsleute aufgespürt." „Wirklich? Nnd wie woNen Sie beweisen, das; die Einzelstücke einer Kunstsamnrlung gestohlen sind?" „Durch die auf Ihr Anstiften geriubte Anutisfigur, die eine Zeugin in Ihrem Besitz sah." ^S PrinM Augen waren voll Haß. „Mein Gott, Cradock", murmelte er. „Sie baben »anse gewartet, um sich wiederzunehmen, was einst Ihnen gehörte. Jedenfalls". fuhr er fort, wieder in seinem hä-misch-scherzhaften Tone, „hoffc ich in Ihrem Interesse, das; Sie glaubwiirdigere Zeu>^en haben als Nadla Alexandrowna. Und, iie^n bei benterkt. möchte ich gern wissen, o-b Ibnen ein derartiger Argwohn das Recht gibt, mein Haus in La Borca zu überfallen und mir Handschellen an^jUlegen . . ." ..Sie haben noch weit mehr auf dem Kerb holz, Said Hussein . . Die rotgelben Augen sandten einen flak-kernden Blick zu dem Engländer hinüber. „Wenn unser Gesprach noch weiteraefübrt werden soll", sagte er mit übertrieter.er ^'leichgültini>ch^e ich uni d'e Gunst bitten, mich setzen zu dürfen, — falls Ihr leicht ervogbarer franzAsisck?er Freund nichts dagegen hat!" Er lie^ sich lässig in einen Sessel fallen. ..Erinnern Sie sich zum Bois^^'iel an Sea-ton. Hussein?" fragte Cradock kühl. „Ich habe diesen Namen nie gehört." „Nnd doch lernten sie den Mann hier in diesem Hause, ja soqar in diesem Zim-mer. vor kaum zwei Monaten kennen!" ..Ich habe keine Ahnung, wovon Zt? reden!" „Seaton wurde — zwei Taqe Niich dieser Zusammenkunft — in der Telephoitzesse eines Restaurants in Monte Carlo tot auf^ gefunden. Man vermutete Selbstmord, aber Sie werden darüber besser orientiert sein. Soll ich Ihnen sagen, wie sich die Sache verhielt? Ein Privatdetektiv Mayer, der in ^eatons Auftrag Ihre Spur verfolgte, hatte Sie als Ramosi identifiziert und r'ef Seaton an, um ihm das mitzuteilen. Wegen dieser kür Sie gefährlichen Erklmdnng wurde der arme Seaton von Ihnen oder von einem Ihrer Leute meuchlings umgebracht. Auck? Mayer blieb seither verschwunden, und eS ist wahrscheinlich, dah ihn daS gleiche Schicksal ereilte." Husseins Gesicht war hart wi« it^ranit. ..Mein guter Cradock, Sie nehmen Ihren neuen Beruf viel zu ernist! Was soll all der Nnsinn über Seaton und Mayer und Ra-moist, lauter Leute, mit denen ich nie «»twoS zu tun habe!" „Nnd SimopuloS?" Die Züge des Prinzen schienen leichen» fahl; vielleicht aber erweckte das violette Licht diesen Eindruck. „Ein hi?chst wider^vär» tiges Subjekt, dieser Grieche", l>emerkte er wegwerfend. Ganafter Methoden «m Nokoko Cartonche, der Al Capone einer ftüheren Epoche Die im höchsten Maße korrnptiven Er-scheinunqen ink amerisanischen Verbrecher Paradies haben, nne man festgestellt lzat, nachträglich noch ein Vorbild kiefundeu. Zur Echande des Gongstcvfi'ihrcrs Al Tapone hat nmn eruiittvlt, das; er, ausgerechnet in dem graziösen ^Zeitalter des Rokoko, semen Meister ciefunden hat. Cartouche, der l« der ganzen damalige« Welt berühmte u«d gefürchtet« Ner» brecherstihrer stand an der Spitze von fast 400 Leuten. 5eine Macht beruhte nicht zum mindesten cur seinen glänzenden Beziehungen zur Po-l'^i. Dt'r Al ön ,Pgeuner aus dem Hause der Eltern, nnd Wechsel volle Jahre sind an ihm vor-ülvrgezvflen. bis er schließlich beim Solda-teiibandnierk landete. Schon als ganz junger Mensch ir>ar er Führer einer Bande und batte sich öfter vor den ver- antworten. Le der sind sämtliche Akten über die Schandtaten des Louis Dominique Car-tmlche, die gesammelt austewahrt winden, verbrannt, so das; nur lvenix; auth.?ntischeS Material vorhanden ist. Es sind allerdings «'ine qan.^e Anzahl von Flugblättern aus damal'gen Zeit erhalten geblieben, »n denen eine Reihe von Anbaltspntrktsn über da,. Leben (5artouches zu finden sind. So wurde er im Jahre 1719 mit einem Er kam eines Nachts von einer Sauferei mit senell Kumpanen. Ziemlich schwankend schritt er grShlend über eine der zahlreichen Seinebrücken, als er plötzlich einen Mann erblickte, der im Begriff war, ins Walser zu springen. Plötzl'ch ernücktert, sprang er hinzu und hielt ihn zurück. Auf sein eindringliches Fragen eriuhr er schliehlich, dak er einen ehrbaren Kaufmann vor sich hatte, der den Tod einem beschämenden Bankerott vorzog. Er brachte ihn von seinem diist<»»i?n Plane ab und zog zur HSchften Berwuirderung des Fremden 300« Livres aus der Tasche und übergab sie ihm. ..Ich werde Euch vor dem Bankerott bewahren", meinte er teilnahmsvoll, „möchte Euch aber das Wriae Geld zur Bo^ahlunA Eurer schulden doch lieber in Eurem Hau^ se geben. Paris ist bei Nacht doch verdamm? unsicher!" Dabei ne'gte er den Kovf bedeut-sam nach hinten, wo am anderen Ende de« Brückenkopfes einige höchst verdächtige Ge stalten, nämlich Cartouches Zechbrüder, auf-tauchten. Am nächsten Tage erscheint er tatsächlich im Hause des Kaufmanns und bringt ihm we'tere S4.Y00 Livres. Als dieser ihm ge-rührt auf den Knien danken will sür som? unbegreifliche FveigebigVeit und davon spricht, daß Gott ihm im letzten AugenÄ ck diesen Retter in der Not gesandt habe, da wchrt Eartouche energisch ab, indem er ^agt: schlage dnrch iosqeichcn streich bekannt:! „DaS ist alles Unsinn, waS Ihr da sprecht! Das Gegenteil ist richt c^. Das Geld, welches ich Ellch gegeben habe, stammt auS nicht sehr sauberen Händen. Ich will aber mir nnd meinen Freunden mit seiner Hilfe das Gebet e nes ehrlichen Mannes sichern." Cartouche reranlaßte, daß der Kaufmann eine Glänbigerversammlung einberief, auf der zur größten Nelierraschnna der Erschit' nenen der .Kaufnmnn sein« sämtlich?« Schul-den bezahlte. Auf ausdrückliches Verlangen Cartouches wurde den GMubgern soaa» ein, glönzende Vewirtnng im Hanfe Hees Usheriyen Bchttldners zntekl. Als sie dann am späten Abend das Haus in guter Laune verliehen, wurden iHnen von Cartouches Bande sämtliche einkassierten Gelder wicher abgenommen. Cartouche konnte sich rühmen, iür alle Arten von Untaten Spezialisten in seiner Bande zu haben und kann sich auch in dieser Beziehung durchaus mit dem Gangsterkönig der Gegenwart messen. Sehr amüsant ist es zu hören, da^ er einmal einen tiichti-gen Gehilfen dem neuen tlirk schen Gesandten. der auf dem Wea zum franzökischeu Hofe war, entgegenschickte, um ihn gebühien^ zu begrüßen. Dieser führte s?ine ?lufgabe so gut durch, daß dem Gesandten, als er in Pa ris anlangte, nur noch ein Viertel der kost-l«ven, für Ludwig XV. bestimmten Geschenke übr'g geblieben war. Was der Gestalt Cartouches trotz allem einen sympachischen Zug verleiht, ist die Tat sache, daß er, wie so mancher indere aro^e Verbrecher, einen erheblichen Anteil seiner «ente an Arme versankt« und sich außerdem für erw esene Dienst«- sein Leben lang dankbar zeigte. Je grvfter Cartouches Bande wurde, um-io höher stieg auch sein Ansehen, oder kesser gesagt, sein düsterer Rll>m. In seiner 4<)0. köpfigen Bande arbeiteten nicht weniger als 5S Frauen, fast durchwegs die Gatt nen ider Töchter einflußreicher Männer. Aus^r. dem bekleidete ein Teil seiner Leute wichtige Posten bei der Polizei, so daß einer ,>ge. deihlichen" Zusammenarbeit bei... der Begehung nnd „Aufklärung" von Raul'^üiicn nichts im Wege stand. Wann immer Cartouche einen ^iner Pläne anSfnsirtc, die Pol'zei war nie da, und wenn sie dann nach den Tätern fahndete, fand lie diese natürlich niemals. Trotzdem wurde eines Tages Cartouche non eimm seiner Elemente bei der Polizei verraten und in das Gekängnis (^batelct » ngeliefert» wo ihm der Prozeß gemacht Wunde Beinahe wäre es ibm hier Noch im letzten Moment durch pin Ab» zugSrohr zu entfliehen, jedoch wurd^ er durch das Vellen eines Hundes verra, ten und in das Gefängnis zurückgc- schlepPt. Unter dem Druck des in dauernder höchster Nnruhe befindlchen GrDs'.s'üraertnms wurde Cartouche zum Tode auf dem Rade verurteilt. Die Hinrichtung wurde am W. November !7?l vollznaen. wobei der Berur-teilte, damit Ihm die Qual erspart bleiben sollte, auf das Red aeflochten zu werden he mlich vorher erwürgt wurde. Mit K Iahren war die ruhmreiche Lau^babn dieses längsterkönigs der damaligen Epoche jäh ab-'-'s'rochen. vod»d«t» t»