Laibllcher Zeitung. Nr. 130. Pränumerati on «Preis: Im ^oinptoil' ssanzj. si. II, h,M>j. N. 5>.5>u. ssilr dic Züslclluüss iüs Hau« h>,lbj. 5>ü l». Mil der Post »anzj. si. >5>, hall'j. sl. ?.!;u. Freitag, !). Juni Infer tionsge büh r bi« IN Zeilen : Nna! ß» l^., iim. «ulr., !»n. I ft.; sonst pl. Zeile l»>. ü lr., 2>».«lv., »>». 1<) lr. u. s. w. Inlcll>o!!< ^. W. G-), nur insoweit, als sie sich auf Militärvcr lncchcn und Militärvergchcn beziehen. Während dcr Dauer der Unterstellung unter dic Militärgerichtsbarkeit sind die im Landwehrvcrbande stehenden Personen auch dcn militärischen DiSciplinar-vorschl'iftcn unterworfen. § 2. Die Anwendbarkeit der militärischcn Gesetze beginnt im Falle dcr auf Befehl des Kaisers angeordneten Einberufung und Mobilmachung mit dem Tage der Zustellung des Einberufungsbefehles oder dcr legalen Kundmachung desselben, in allen anderen Fällen mit dem für das Erscheinen des Einberufene« bestimmten Tage. Die im Landwehrvcrbande stehenden Personen sind von dem betreffenden Zeitpunkte an auch wegen der vor dcmfelbeu begangenen Mllitärvcrbrcchcn dcr Desertion und der Sclbstbeschädiaung nach den militärischen Gesetzen zu behandeln. tz 3. Die Osficicre der Landwehr unterstehen auch außer den im § 1 und § A dieses Gesetzes bezeichneten Fällen in Ansehung der Militärvcrvrcchcn und Mililär-vcrgchen, falls sie bei der Verübuug einer derartigen > strafbaren Handlung eine militärische Uniform getragen haben, dcr Militärgerichtsbarkeit. Ebenso sind sie zur Zeit, wo sie dic militärische Uniform tragen, den mililärifchen DiSciplinarvorfchriften unterworfen. tz 4. Die Militärgerichtsbarkeit in Strafsachen wird über die im ^andwehrvcrbandc stehenden Personen in erster Instanz durch Militärgerichte ansgcübt, welche nach den für das stehende Heer gcltcudcn Bestimmungen zu bilden nnd ans Mitgliedern dcr Landwehr zusammenzusetzen sind. . m . . Diesen Gerichten steht tm Vcrhängung dcr nach § 25 des L. W. G. eintretenden Strafe wegen Ungehorsams gegen einen Einbcrnfnngsbcfchl auch dann zu, wenn dieser Ungehorsam nicht tricgsrcchtlich zu be- ^ndeln ist. c ' >.' l ^» ><.. Dic Functions dcr Audilore bei diesen Gerichten sind zur Ansübnug des Nichtcramtcs befähigten Ossicle-ren der Landwehr zu übertragen ; ist dies nicht ausführ-d„r. so sind sie Auditoren des nächsten Gerichtes fur das stehende Heer oder die Kriegsmarine zuzuwclfen. Dcn Verhören des Bcfchuldigtcn im ^aufe dcr Uu-tersnchnng wohnen anßcr dem Anditor zwci Offmere der Landwehr als Gcrichtszcugen bei. Die Freiheitsstrafe ist in den für den Ewllstand bestehenden Strafanstalten zu vollziehen. ß 5. Im Falle dcr auf Befehl des Kaisers erfolg/ ten Einbcruflmg und Mobilmachung (§ 2 L. W. G.) sind zur Ausübung dcr Strafgcrichtsbarkeit erster Instanz über die den mobil gemachten Landwchrablhcilun' gen ungehörigen Personen besondere Militärgerichte ans die im ersten Absatz des § 4 bezeichnete Art zu bilden. Die Vcstimmnngcn dcr Absätze 2 und 3 des § 4 finden auch ans diese Gerichte Anwendung. H 6. In zweiter und dritter Instanz entscheiden über die unlcr die Militärgerichtsbarkeit fallenden Strafsachen dcr dem Landwchrvcrbandc angchörigcn Personen die für das stehende Heer und die Kriegsmarine bestehenden Gerichte zwciler und dritter Iustanz. § 7. Wenn eine im ^ndwel>rucrbandc stehende Person zur Zeit, als dieselbe drr Militärgerichtsbarkeit uuterstand, ein Mililärverbrcchcn oder Mililärvcrgchcn begangen ha>, diese strafbare Handlung abcr erst nach dem Austrcten aus der Militärgerichtsbarkeit bekannt wurde, so ist gegen diesc Person erst, nachdem sie wieder unter die Militärgerichtsbarkeit getreten ist (§ 2), von dcn Militärgerichten (§§ 4 und 5) zu verfuhren. § 8. Wegcn strafbarer Handlungen, wclchc nicht zu dcn Militärvcrbrechcn oder Militärvcrgchcn gchörcn und von einer im Landwchrvcrbande stchndcn Person zur Zeit, als dicsc Person in Anschnng dieser Handlungen dcr Militärgerichtsbarkeit unterstand, begangen, aber erst nach dem Aufhören dcr Zuständigkeit der Militärgcrichtsbalkeit bezüglich dieser Handlungen bekannt wnrdcn, ist stets bei den Civilgcrichtcn zu verfahren. Die Civilgcrichte haben hicbei dic allgemeinen Strafgesetze, sofcrnc dieselben nicht strenger sind als die militärischen Strafgesetze, außerdem aber diese Gesetze anzuwenden. § l.!. Wenn eine im Landwehrverbande stehende Person vor dem Zeitpunkte, in welchem sie unter die Militärgerichtsbarkeit kommt, eine strafbare Handlung bcaanacn hat, so steht das Strafverfahren (dcn im Z 2, Abs. ^ voiacschcnctl Fall ausgenommen) den Civilge-richlen zu. § 10. Trifft eine zur Zuständigkeit der Civilgerichte gehörige strafbare Handlung cincs im Landwehrvcrbande Stehenden mit einer strafbaren Handlung desselben zusammen , welche zur Zuständigkeit der Militärgerichte gehört, so hat das wegcn dcr letzteren Handlung vor dem Militärgerichte durchzuführende Verfahren dem zur Zuständigkeit des Civilgcrichtes gehörigen vorzugehen, wenn nicht das unter die Cioilgcrichtsbarteit fallende Verbrechen mit der Todes- oder lebenslangen Kerkerslrafe, die vom Militärgerichte abzuurtheilende Handlung dagegen mit einer milderen Strafe bedroht ist. Wird dcr Beschuldigte sowohl von dem Civil-, als von dem Mi-litärstrafgerichte einer strafbaren Handlung schuldig erklärt, so hat dasjenige dieser beiden Strafgerichte, wel> ches das spätere Strafurlheil fällt, bei Bemessung der Strafe auf die dcm Schuldigen durch das frühere Er-kcnntnih zuerkannte Strafe angemcsstnc Rücksicht zu uchmcu. Jene Strafe, auf wclchc zuerst erkannt wurde, ist zuerst zu vollziehen. 8 II. In dcn Fällen dcr §§. v und 10 kann zur Durchführung des zur Zuständigkeit cincs Civilgerichtcs gehörigen Strafverfahrens nach Vorfchrift dcr allgemeinen Strafproccßordmmg ein anderes Civilgcricht delcgirt werden. § 12. Bei einer auf Befehl des Kaisers erfolgten Einberufung und Mobilmachung sind die Strafftroccsse, welche bei dcn nach 8- 4 bestellten Militärgerichten anhängig sind, bei denselben zu Ende zu führen. Wenn dagegen die nach 8- ^' bestclllcn Militärgerichte ihre Thätigkeit einstellen, gehcn die bei ihnen anhängigen Strafsachen, so weit sie überhaupt von Militärgerichten weiterzuführen sind, an die im §. 4 bczcich-ncten Gerichte über. 8 13. Die gesetzlichen Bcslimmungcu über die Ausdehnung des bei cincm Civilacrichlc stattfindenden standgerichtlichcn Verfahrens auf Mililärpcrsonen werden durch dieses Gesetz nicht berührt. tj 14. In bürgerlichen Ncchtsangclcgcnhcitcn unterstehen' die im Landwchrverbandc stehenden Personen dcn allgemeinen Gesetzen und den Civilgcrichten. § 15. Dieses Gcsctz tritt am Tage seiner Kund' machung in Wirksamkeit; an demselben Tage tritt dic kaiselliche Verordnung vom 8. Mai 1«70, N. G. Bl. Nr. 72, außer Kraft. § III. Mit dcm Vollzüge diefcS Gcfetzcs werden die Minister dcr Justiz und dcr Landcsverthcidignng beauftragt, wclchc sich mit dem Rcichskriegsmiuisterium, o weit dessen Wirkungskreis berührt ist, ins Einvcr-nchmcn zu setzen haben. Scho'nbrunn, am 23. Mai 1871. /ran,; Il'scpl) in. p. Hohenwart m. i». Scholl m. i». Habictinck in. p. Am ll, Juni 1«7l wurde in der l, l. Hos- imd Slnals-dnickn-ri dast XX, Stilck dc«ü Nrichösssschlilcillci' ansegeln'» „nd urrsmdrl. Daösrllir riillMl milcr Nr. 45 das Gesch uom ^>j. Mm 18?l, bl-lrchl'üd dl> AiMdimg der GcnchMlll'tcit über dic i'lmdwrh,'. (Mr. Ztg. Nr. 142 oom 0. Imii.) Nichtamtlicher Theil. Politische Uebersicht. Laibach, 8. Juni. Aus Prag, tt. Juni, wird dcr „Presst" telrgra-phirt: Graf Hohcnwart sagte dcn czcchischcn Untcrhiuid-lern, kein Staatsmann Oesterreichs könne so wcit aehen, wic die Czcchcn wollen. Die Altczcchcn versichern, daß sic cincn Ausgleich nicht billiger machen können wic die Iungczcchen. Ein Wiener Brief in dcr „Pragcr Zeitung" erklärt, im Kaiscrwort lieae die Bürgschaft, daß die Regierung bci lcincm ihrer Schritte dcn Boden der Verfassung verlassen könne. Das Schreiben weist darauf hin, daß dic Intentionen dcr Krone und die NcichsraNi«-Bcstrcvungcn sich auf demselbcu Boden bewcqcn, dcr alle im Neichsrathc befindlichen Parteien vereine. Dcm „Ungarischen Lloyd" wird von ciucm DfpU' tirten deS Karlowitzcr Congresses, welcher die Nachricht aus bewährter Qucllc erhalten haben will, ycschri.bcn. daß in Belgrad vor 14 Tagen cin Attentat ans dcn Fürsten Milan verflicht worden sei. Beim HNnigauge aus dem Theater sei eine Bombe geplatzt, "jedoch zu früh, so daß kein Schaden angerichtet worden. Die Sache werde in officicllcn Kreisen totgeschwiegen, sei abcr nichtsdestoweniger wahr. Viclc Personen scicn in Untersuchung aczogcn worden. Seit Samstag ist einc ungeheure, auf mchr als 400,000 Köpfe geschätzte Menschenmenge wieder nach Paris zurückgekehrt. Cs herrscht vollständige Ruhe. Auch die drei Chefs des Hauses Nothschild sind zurückgekommen. Die „Vöritv" zeigt an, daß die auf Ende Juni anberaumten Ergänzuna,Swahlcn für die National-Ver-sammlung in Paris nicht stattfinden werden, da die Nc> aicrung der Ansicht sei, daß bis zu diesem Zeitpunkte die wahre Bevölkerung von Paris noch nicht"zurückgekehrt sein werde. Nach aus Versailles in Berlin eingelangten Nachrichten erließ die Regierung ein Circular an die Präfccten und Maircs, auf ein von London aus signa-lisirlcs Manifest Napoleons an das französische Volk zu invigilircn, bczichungsweife dasselbe zu confiscircn. Man schreibt dcr „Kreuzzeitung" aus Versailles: „Glauben Sie mir, die Revolution ist noch nicht in ihrer letzten Phase. Frankreich ist zu neuen Nriscn vcrurtheilt; abermalige Zuckungen sind unvermeidlich. Die Säbel dcr politischen Generale rühren sich in ihren Scheiden." Unter dcn Pariser Insnracntcn spicllcn außer dcm ungarischen Israelitcn Fränkcl noch vier Deutsche Rollen: Eichenlanb, Oberst dcs 88. Bataillons; Herzfeld, Director dcr Ambulanzen; Thaler, Untergravcr dcS Forts Bic5tre, und Zcngcrle, Chirurgus. Ouizot hat ein Schreiben an dcn Präsidenten dcr Nationalversammlung. Gr^vy, gerichtet, worin cr die Ungeheuerlichkeit dcs Fehlers auscinaudcrsctzt, voreilig die RcgicrungSfragc entscheiden zu wollen. Das dritte preußische Corps, das ursprünglich zur Occupation der Champagne bestimmt war, ist scit 5. d. von RhciinS und Troycs anf dem Rückmarsch nM, Preußen; Zusagen Frankreichs bcU'tglich vottyeilhaflcl-und coulantcr Ratenzahlnnacn dcr Klicgsschnld bcwnlen mchr forcirte Rückmärsche. NuS München wird gemeldet, daß König Vnd wig auS Rücksicht anf dic gegenwärtigen kirchlichen Differenzen entschieden nicht an dcr FrohnlcichnamS-Prorcs' sion theilnchmcn wcrdc. In München verlangt dic Gclehrtcn-Confercn; der Altkatholilcn unter Anderm die slaallichc Ancrlc»m,ng nnd dic gleichen verfassungsmäßigen Rechte wie die ,sw-tholitcn. ES steht die Uebcrlassimg cinrr Kirche dnrch den Magistrat an dic Altlalholilcn in Aussicht. 952 Die Gerüchte von der bevorstehenden Verlobung deS Königs von Baieru mit der Großfürstin Maria Alexandrowna (Tochter des Ezarcn) erhalten dadurch Nahrung, daß auch Letztere zu dem anläßlich des Gesuches dcs Ezarcn in Aussicht genommenen Stuttgarter Hoffeste kommcn soll, welches also einen doppelten Charakter erhalten dürfte. In Genua eingetroffen« Reisende aus Oaprcra melden, daß Garibaldi in Folge des Ausganges der französischen Insurrection melancholisch und menschenscheu geworden sei. Garibaldi führt, an heftiger Gicht leidend, ein Einsiedlerleben, mit Vorliebe von seinem «baldigen Tode" sprechend. Aus Florenz, 4. Juni wird der „Tr. Z." geschrieben: Wir sind in der Lage, gestützt auf authentische Informationen, die in Wiener Blättern enthaltene Nachricht von der bevorstehenden Abdankung des Königs als allen und jeden Grundes entbehrend zu bezeichnen. Ebenso verdient die Nachricht von Rüstungen und Befestigungen an der französischen Grenze auch nicht die geringste Beachtung. Die Beziehungen zwischen der französischen und der italienischen Regierung sind die besten und nicht der geringste Grund für Italien uorhauden, über die Haltung Frankreichs in der «ömischen Frage besorgt zu sein. Wie wir mit Vergnügen entnehmen, hat die österreichische Regierung ihrer Gesandtschaft in Florenz die Weisung ertheilt, nach erfolglcr Verlegung der Hauptstadt, also noch im Laufe dcs künftigen Monats, wenigstens theil-weise nach Rom zu übcrsiedelu und alle Zweifel über die Stellung der österreichischen Regierung Italien und der römischen Frage gegenüber zu beheben. Diese Haltung der österreichischen Regierung, welcher mehrere andere Mächte und namentlich Deutschland und England folgen werden, ist um fo lobcnSwerlhcr, als sonst die clericale Partei ans der Abwesenheit der Vertreter fremder Mächte in Rom sogleich Capital geschlagen und dieselbe für eine Art Protestes gegen die Besitznahme Roms ausgegeben haben würde. Die rumänischen Kammern wurden am 4. d. durch den Fürsten mit einer Thronrede eröffnet, welche cnthnsiastisch aufgenommen wurde. Die Thron-redc kündigt folgende Regierungsvorlagen an: ein An-lcihegcsctz zur Tilgung der schwebenden Schulden; das Budget für 1871 und IK72; ein Eommnnalgesctz, deu Entwurf zum Anschlüsse der Eisenbahn an Ungarn; die Modificirung der Hccresorganisalion. Untcrrichtsgesetzc:c. Aus Petersburg wird gemeldet: Das Project einer Reise dcs Kaisers von Deutschland nach Peters' bur^ ist bereits festgestellt. Die Ankunft desselben findet im Spätsommer statt, bci welcher Gelegenheit der Kaiser den großartigen Lagerübungen der russischen Gardetrup-pcn in Krasnojc-Sclo anwohnen wird. Die Ankunft dcs Generals Ignatieff wird demnächst erwartet. Abgeordnetenhaus. Wien, 6. Juni. Präsident Ritter v. Hopfen eröffnet die Sitzung um 1l Uhr. Das Haus ist in allen Räumen überfüllt. Auf der Ministerbant: Ihre Excellenzen die Herren Minister Graf Hohenwart, Freiherr v. Holz. gethan, Dr. Iirecct. Dr. Habietinek, Generalmajor Freiherr v. Scholl, Dr. Schaeffle, Dr. v. Grocholsli. Das Protokoll der letzten Sitzung wird verlesen und genehmigt. Der Präsident bringt dem Hause zur Kenntniß, daß die Abgeordneten Dr. Gustav Groß uud F. Tom-schitz ihre Mandate niedergelegt haben. Abg. Leeder entschuldigt sein Ausbleiben. Mehrere eingelangte Gesetzentwürfe gelangen zur verfassungsmäßige« Behandlung. Die eingelaufenen Petitionen werden den betreffenden Ausschüssen zugewiesen. Erster Gegenstand dcr Tagesordnung ist die erste Lesung dcs Gesetzentwurfes, bclreffcnd die Regelung des Schubwescns. Derselbe wird dem Gendarmerie-Aus-schusse zugewiesen. Die Regierungsvorlage über die Aufnahme cincs Lotterie-Anlehens der Landeshauptstadt Innsbruck gelangt in erster Lesung an den Finanzausschuß. Der Antrag des Abg. Grafen Attems und Genossen , betreffend den Gesetzentwurf über die Steuer« befrciungcn für die Eisenbahnlinien St. Pölten-Eben-furlh bis an die ungarische Grenze mit einer Abzwei' gung von Ebenfurth nach Wien, dann für die Linien von Taus über Tabor nach Pardubitz wird einem Ausschusse von neun Mitgliedern zugewiesen. Abg. Dr. v. Brestel leitet hierauf Namens des Finanzausschusses die Verhandlungen über den Staats« Voranschlag pro 18?l ein. Hierauf ergreift Se. Excellenz der Herr Finanz-minister das Wort zur Erläuterung des Budgets. Indem wir unS vorbehalten, den Wortlaut dieser Ausführungen nachzutragen, mag vorläufig nur erwähnt sein, daß der Finanzministcr zunächst bedauert, daß die Regierungsvorlagen nur theilweise berücksichtigt wurden, indem sich der Finanzausschuß nur auf die erste der drei genannten Vorlagen beziehe. Ueber daS Schicksal dcr beiden anderen sei nichts bekannt, es sei aber wegen des Zusammenhanges die Thatsache der getrennten BeHand' lung lebhaft zu bedauern. Nach einer kurzen Replik von Seile des Berichterstatters wird die Generaldebatte eröffnet. Gegen den Antrag dcs Finanzausschusses sind als Redner eingetragen die Abgeordneten F. Groß, Dr. Gistra, Dr. Mayer-hoser, Dr. Rechbaucr, Skene. Für den Antrag: Dr. Smolta. Dr. Weigel. Ple» ner, Kovacs. R. v. Chlumecki. Dr. Ginzel, Baron Pas-cotini. Dr. Oclz, Baron Eh. Kotz. Dr. Franz Groß: Die Lage, in der wir unö heute befinden, ist cine ernste. Die Gefahr für unsere Verfassung war nie größer als eben heule. Wir stehen heute nicht am Anfang, sondern bereits in der Mitle der Reaction. Die erste Periode schloß ab bei Solferino — die zweite bei Königgrätz und — meine Herren, wo die dritte abschließen wird, das weiß ich zwar nicht, das weiß ich aber, daß sie nicht lange dauern werde, denn die Rolle dcr Schmerzenskinder zu spielen, sind die Deut» schen heute am allerwenigsten gesinnt. Wir stehen heute einem Ministerium gegenüber, welches sich rühmt, das wahre Ocsterreicherlhum erfunden zu haben. Mir fchcint es aber, dcr österreichische Staats» gedanle sei ihm abhanden gekommen. Das Ministerium hat übersehen, daß eine deutsche Dynastie mit deutscher Volkskraft Oesterreich begründet habe, daß deutsches Blut die Länder und Völker zusammengelittet, daß deut- scher Gewerbefleiß, deutsche Cultur, Capital, Handel und Industrie Oesterreich groß gemacht und Oesterreich als Wellmacht in die Reihe dcr Weltmächte einführte. Und in diesem Oesterreich dmf man sich h^»!e, ohne sich einer strafgcrichtlichen Verfolgung auszusetzen, nicht einmal freuen, wenn Bruderstämme die übermüthig frevelhaften Angrisse deö Erbfeindes znrückschlagen. Eo weit haben wir es in Oesterreich heute gebracht, zu einer Zeit, wo man in allen Staaten diesseits und jen seits des Meeres durch Vereinigung dcr Kräfte die Macht dcs Reiches erhöht. Se. Majestät hat — führt der Redner fort — bei seinem Regierungsantritt dcm österreichischen Staats-gedanten Ausdruck gegeben durch den Wahlspruch „Mit vereinten Kräften." Nichtsdestoweniger hat das gegenwärtige Ministerium Sr. Majestät Maßregeln angc-rathen, welche die Kräfte nicht vereinen, sondern zersplittern. AlS das Ministerium bei seinem Regierungsantritte sein Programm bekannt machte, wurde jeder Oeslcneicher mit Kummer erfüllt. Als es aber die Vorlage über die Autonomieerweiterung, die galizifche Vorlage u. d. gl. brachte, da konnte man fich wohl dcr Ueberzeugung nicht verschließen, daß ein gedeihliches Zusammenwirken des Ministeriums und dcr Volksvertretung nicht möglich sei. Dieser Ueberzeugung hat das Abgeordnetenhaus mannhaften Ausdruck gegeben und an die Weisheit Sr. Majestät appellirl. Die Adresse hatte den erwarteten Erfolg nicht. Hiemit bleibt dcr Volksvertretung nur das drastische Mittel übrig, der Regierung die Mittel zu verweigern, die sie braucht zur Realistrung ihrer Absichten. Ich stelle daher folgenden Antrag: „In Erwägung, daß ein einheitliches Zusammenwirken der Regierung und dcr Mehrheit der Volksvertreter unabweisbare Ge-dingung sei, daß die bisherigen Acte der Regierung die Zustimmung des Abgeordnetenhauses nicht «heilen, daß die Regierung ungeachtet dessen verbleibt, ohne an die Wählerschaft zu appelliren; in Erwägung, daß die nunmehr offen zu Tage getretenen Tendenzen der Regierung die Schwächung dcr Centralgewalt und schließliche Auflösung dcr parlamentarischen Gcsammtvcrtretung und damit die Lockerung und Vernichtung der Einheit und Macht des Reiches herbeizuführen geeignet sein könnten; in Erwägung, daß es das Abgeordnetenhaus mit seiner unwandelbaren Treue für die Ä. h. Dynastie und seiner Verantwortlichkeit der Bevölkerung gegenüber siir unvercmbarlich hält. einem Mmistcvilli:!, welches solche Ziele verfolgt, die Mittel hiezu zu l'cwilligel,, beschlicht das Abgeordnetenhaus, es sei m dic Bcrnlhung übcr den Gericht des Finanzausschusses, betreffend deu Voranschlag pro 1871 nicht einzugehen." Nach einer kurzen Rede des Abg. Dr. Smolta ergreift um 12'/. Uhr Dr. Giskra das Wort, um nach Kennzeichnung dcr Situation die Argumente zu besprechen, welche gegcu den Ucbergang znr Tagesordnung aufgcworfeu wurden. Dcr Redner erachtet die Anfltj-sung der Kammer und dcu Appell an die Wähler für den richtigen Weg zur endgilligcn Austragung der Pcr-fassuugswirren. (Schluß folgt.) Der Einnehmer von Mlodanc. Novelle. (Fortsetzung.) 4. Es gibt wenige Mcnfchcn von Herz, die nicht ein. mal iu 'ihrem Leben jene Leere und jene Sehnsucht lennen gelernt haben, welche auf die Abreise eines heißgeliebten Wesens folgt und dic länger oder kürzer an. hält, je nach dcr Fähigkeit eines Jeden, zu fühlen und den Schmerz zu ertragen. Michel lernte diese Empfindungen in ihrer ganzen Ausdehnung und Heftigkeit kennen. Diese Tage, die man vergeblich abzukürzen sucht, indem man sie spät beginnt; dic Lecture, die man mil den Augen verfolgt, während der Geist nicht eine einzige Idee in sich aufnimmt; dicfe Tpazicrgängc ohne Ziel. wo man in gerader Linie rastlos vorwärts strebt, von einem fixen (Yedantcn getragen, und wo man. plötzlich zur Wirtlich, leit zurückgekehrt, erstaunt ist. sich so fern von seinem <'1usgang6punktc zu finden, nicht wissend, wie man fo weit gttomlmn; diese Träume, in welchen man sich alle Phasen der Tage des Glückes, welche man soeben verlebt, zurückruft, wo man sich die nämlichen Gespräche in Gedanken wiederholt, dieselben Scenen wiedersieht und die Einbildungstlast sie mit einer Lebhaftigkeit ausmalt, daß man ans einem Traume zu erwachen glaubt, wenn man sich in sein m einsamen Zimmer wiederfindet; diese Nächte, wo man sich hundert- und hundertmal auf den glühenden Betttüchern hin- und hcrwuft, einen Schlummer heilicirusend, der nicht kommen will, wo man Alles jn einem düstern Lichte sieht, dic Trennung länger, das Vergessenwerden in der Zukunft, den Tod vielleicht fürchtet, der diese Abwesenheit, von der man schon so grausam leidet, da man sie für vorübergehend hält, zu einer ewigen machen wird! Michel machte alle diese Phasen durch, und zwar mit einer Vcrschärsuug der Pein wegen dcs gänzlichen Mangels jeder Hoffnung, die gewöhnlich in solchen Prüfungen ausrechterhält. Bei jeder anderen Trennung gibt es doch in dcr Tiefe der Nebel und Schalten des gegenwärtigen Schmerzes einen lichtcn Punkt, welcher die Rückkehr oder Wiedervereinigung ist; man wird ein, zwei Jahre vielleicht warten, aber endlich wird ein Tag anbrechen, eine Sonne leuchten, in deren Strahlen man sie widersehcn wird; man wird von Neuem den Druck dieser geliebten Hand fühlen, man wird sich wieder unter dem Zauber dieser Stimme, unter dem Blick dieser Augeu in dieser ganzen Atmosphäre wiederfinden, deren Entbehrung unser Herz so öde und freudenleer gemacht. Aber dieser lichte Punkt exislirte uicht für den armen Michel. Die Umstände, welche Madame Clare-vaux nach Lesseillon, in dieses öde, wenig besuchte Land geführt hatten, sollten aller Wahrscheiulichleit nach niemals wiederlehren. Die drei Monate, die ihr Gruder in dieser Garnison zuzubringen halte, näherten sich ihrem Ende, dann werde er Savoyen verlassen, und nichts würde die Schwester in diese wilde Gegend zurückführen. Sie würde fortfahren, in Paris zu leben, in dem ihr natürlichen Kreise, bci den Festen und Zusammenkünften einer eleganten und exclusive« Gesellschaft zu glänzen, und nichts wäre fo extravagant, als die Vorstellung, sie nochmals im Schatten der knorrigen Fichten sitzen zu sehen, die ihnen so oft bei ihren Gesprächen Schutz gewährt hatten. Auch ein anderer Grund machte den Schmerz Mi' chels noch einschneidender und ließ ihn noch tiefer in sein Heiz eindringen, es war der Contrast zwischen die' ser lui-z>.'n Episode seines Lebens mit dem, was derselben vorangegangen und was ihr folgen sollle. Vorher ein, jedes Reizes und jeder Anreguug entbehrendes Lcbcn, eine Art flacher und grauer Existenz, in welcher m« Tag sich hindehnte wie der andere, alle einander so ähnlich, daß diese Aehnlichkeit sie mit einander vermengte und das Jahr abzukürzen schien. Plötzlich ein hcllcS Licht, das den Nebel durchbricht; Heiterkeit, Leben, dcr Austausch neuer Ideen, neu sich eröffnende Gesichtskreis'', ein Blick ans die Welt dcr Lebenden geworfen, ein An< knüpfen an ihre Feste und Herrlichkeiten, alle Fähigleiten des Geistes in einer geistreichen und an Ideen rci< chen Gesellschaft in's Spicl gezogen. Endlich mehr als all das, die Erscheinung eines lebhaften und absorbircn-den Gefühls, daS ihn aus sich selbst herausgerissen und seineu Geist von den Fesseln der Apathie, in welchen cr vegetirte. befreit hatte, um ein anderes, leidenschaftliches, zu gefallen strebendes, mit einem Worte lebendes Wcscn auS ihm zu machen. Und nun nach einem Traum vo» einigen Wochen, von der Höhe dieser süßen und glän' zcnden Illusion wieder auf den harten Boden der Wirk" lichkeit zurückzufallen und sich als den untergeordneten Beamten wiederzufinden, der zu einer gcisttödtcnden s^ beit, einer Gesellschaft ohne Bildung, zur Existenz einer an ihrem Felfen liebenden Auster verurlheilt war! Weun ein Kind, das in einem Bergwerke geboren und aufgewachsen, sich ein anziehendes und sehnsuchtsvolles Bild von den Bäumen, den Blumen, dcr Sonne macht, so kann diese Empfinduug mit der Intensität dcS Schmerzes nicht verglichen werden, den es empfinden wird, wenn es nach einem kurzen Aufenthalt in diesen lachenden und offenen Ebenen in die Eingeweide dec Erde znrücklehren muß, mit der Gewißheit, oerurtheilt zu sein, sie niemals wieder zu sehen! 95? Dl'r Arbcittr-Emß in Ora> Graz. 6. Ilmi. Gra^ hatte gestern wieder einmal ciuen Arbeiterrummcl. Wir sind in der Vage, über die bcklagcnswcrlhcn Ausschreilungc,, eincS kleinen ThelleS unserer Arbeitcvschait, sowie über die Ve'.anlassung zu dcnselbcn die folgenden Einzelicheilen zu brrichlcn. Der hiesige Ärbcitcrb.ldungsvercin „Vorwärts" würd» im InU v. I. wcgcn Uebcrschrcitung der Statuten behördlich aufgelöst, doch wurde die Wiedcrconstituirung des Vereines um N. September v. I. übcr wiederholtes Einschreiten mit der ausdrücklichen Bedingung gestattet, daß der Verein sich jeder politischen Thätigkeit zu enthalten habe und überhaupt »ur als nichlpolilischcr Verein zu betrachten sei. — Nichtsdestoweniger lngann der Verein in mehici!,!, Peiscinnülungeu abermals Politik zu treiben. ')iamcn!llch war dicö in einer am 11. Äiärz d. I. stattgehabten Versammlung der Fall. In dieser Versammlung wurde a»ch der Antrag rincs Arbeiters aus Einführung deS Turuuntcrrichtcs heftig bekämpft, dagegen aber dcr Antrag, mau solle, statt den Turnunterricht einzuführen, lieber Schießübungen pflegen, „nm liessen zu lernen" - angenommen. Kurze Zeit nach dieser Vcrsammluug sandle der Vcrcin anläßlich eines Arbeilcrfahnenfcstcs ein im Sinne der ..Internationale" verfaßtes Begrüßungstelcgramm nach Klagcnfnrt, welches lautete: ,. Tchaatt Ench um das rothe Banner" lind andere Apostrophen, in welchen die Behörde schließlich die Aufforderung zu ungesetzlichen Handlungen, ja zn Gewaltthätigkeiten erblicken nnd in Folge, dessen sich gedrungen suhlen mußie, die Ausiösung des Arbeitcrbildungsvcrcincs „Vorwärts" zu verfügen. In Folge dicscr Verfügung uun lam cS gestern Abends zu bedaucrnswcrthen Ausschreitungen. Es versammelten sich mehrere hundert Arbeiter vor dem behördlich abgesperrten Vercinslocale (in der ehemaligen Wai-seuhauskasernc) und zogen gegen !) Uhr in geordneten Reihen und die „Marseillaise" singend, nnter Hurrah-rufen in die Stadt. Es mögen ihrer an 400 Köpfe gewesen sein. Bei der DrcifaltigteitSsäulc (in der Sack-straßc) angelangt, trieben dksi'lbcn eine Anzahl Personen, welche daselbst ihre Andacht verrichteten, auScinandcr nnd setzten sodann ihren Marsch durch die Herrengassc lind Ringstraße zur l. k. Burg fort. Hier stießen die Arbeiter auf Beamte der Sichcr-hcitsbchördc, wclchc dieselben nachdrücklichst zum Auscin-audcrgchcn alisfulderten. Da die Arbeiter aber selbsl nach den cucrgischcsl.'u Mahnungen nnd dem Hinweis auf die Folgen solckcr Ausschreitungen nicht F^lgc leisteten, ja sich sogar den Eintritt iu'S Innere der t. k. Burg erzwingen wollten, wnrdc endlich zur Räumung des Plaz-zcs vor dem Burgthore geschritten, wobei die Sichcr-heitswachc von der t. l. Militär-Burgwacbe kräftigst unterstützt wurde. Der Platz winde gesäubert, mehrere Arbettcr. die sich ye'cn das t. t. Militär unddieOlganc der Sicher-^it^wache renitent benommen hatten und die Masse zum Widerstände haranguirtcn, wurden verhaftet und gegen N Uhr Nachts war die Ruhe völlig wieder hergestellt. Zu bemerken ist noch, daß während des Excesses zwei Schüsse, und zwar. nach genauen Erhebungen, nicht vom Militär — abgefeuert wurden. Aus Paris. Paris. 2l). Mai. Viv<> l'llriä! ist der Seufzer aus der Brust der gesammleu Bevölkerung, welche zum Achnlicher Art waren die Empfindungen, mit wel-chcn Michel Dubourg den zwischen diesen Felsen glühendheißen Sommer, einen Herbst, dessen Reiz und Placht er unbeachtet an sich vorübergehen licß, und einen endlosen Winter mit seinen langen Abenden und dü-steru Tagen durchlebte, an welchen eS ihm nicht einmal vergönnt war, Spazicrgä'ugc zu machen und seinem Schmerz einen andern Schauplatz zu geben. Nichts konnte der Traurigkeit dieser Winterabende gleichkommen. Michel saß in dem Zimmer seiner Mutter, mit einem Buche in der Hand, das er oft schon in ringen Minuten weglegte, oder er behielt cS vor sich, vergaß aber die Blätter umzuwenden; ost licß er auch diesen Schein von Beschäftigung fahren nnd die Augen nuf die helle Flamme des Fichtenzavsenfcuers geheftet, versank er. ohne sich ferneren Zwang anzulhuu. in fein dumpfes Hinbrütcn. So konnte er ganze Stunden lang bleiben ohne zu fprcche», nur hie und da eine Beiner-lung mit seiuer Mutter auslauschend, bis t»c Stnndc laiu, wo er sich zurückziehen tonnte. Seine Mutter, die über ihre Arbeit gebeugt da saß, hatte aufgehört, ihn wit ihrer gewohnten Sorgfalt zu beobachten; cö war schon so lange, seit sie ans diesem düstern, cntmulhigten ^sichle lciuc Veränderung bemerkt halte; und sie furch» tclc, wenn sie ihn ansah, die Unruhe zu verrathen, l^lche er ihrem mütterlichen Hcrzcn verursachte. Nur verstohlen, wenn sie sich nicht gesehen glaublc, !"°Ylc sie es, diese Sliruc zu betrachten, auf der sich schon frühzeitige Runzeln zeichneten, diese Haare, die er Achsen ließ und deren dichte Masscu cincn noch tic. >">' Schatten auf sein Gesicht warfeü. die Faltchcn, ^lche an den Mundwinkeln hervortraten, und vor al-^" der Ausdruck tiefer Mndigleit. der seiner ganzen Physiognomie aufgeprägt war. (Fortsetzung folgt.) regelmäßigen Verkehr wicdcr nwaätt. Dic Bank, und dic Binse sind wieder elöfsütt. Die su,nmar.ischen,,,Hinrichtungen auf Orund irglud einer Dcnunci.alion dauern fort. In den Vorstädten werden die Bewohner ganzer Gasscu auSgchobcn. Am Eingänge des B^'is de Boulogne ciwcnicl del Eavnlkiu-General Galliftt, Ex-Stallmeister des Kaisers, die unabsehbaren Züge der Verhafteten. Er macht nnter i^nen die Auswahl der ihm am meisten polizeiwidrig erschauenden Gesichter. Sie werden nach rechts abgesü^ü ün) füsiliit, die übrigen gehen nach Versailles n. s. w. Es ist auf die Vernichtung dcö revolutionären Proletariats abgesehen. Ungeachtet der blutdürstigen Anfhetznngcn der Blätter d^r ehemaligen I>0mi-m0nä<, hat daS Publicum sich besäuf» tigel; von ihm werden die Verhafteten nicht mehr in° snltirl und bedroht. Vielmehr verlangt mau allgemein ein ernsthaftes Studium der Arbeiterfrage:,, Ms wie eine bluttriefende Ironie klingt. Mittlerweile brennen die Leidenschaften fort und fort. Jeden Augenblick ist ein meuchlerisches Attentat dic Entgegnung aus die summarischen Hinrichtungen. Ich sah gestern cinc» Zug von etwa WO zur Füsiladc geführten Pcrfunen. Ein anständig gekleideter Mann trat auS der Menge der Zuschcr heraus nnd feuerte cimn Revolve» auf einen General ab; er wnrdc einfach auch mitgcnomimn. Dif vorkommen' den Wahnsinnssällc lassen sich nicht mehr zählen. Ein bc-nchmtcr Irrenarzt befürchtet, die Brandlcgnngsmanic werde epidemisch nicrdcu. Biöh^r wurde von den UM' hcrstrcifendcn, zu Hundcrtci, füsilirk'n Vraudlcgcru noch keine FeucrSbrunst verursacht. Vorgestern sah ich die Verhaftung eines armen Weibes, das ein Kind iu den Aruicu trug und eiuen tleiucn iinabcn an der Hand führte; sie hatte in ihrer Schürze eine Schachtel Schwc-felhölzchcu. Zum nächsten Posten geführt, lcugncle sie die Absicht der Brandlegung, gestand jedoch ihre revolutionäre Gesinnung. Erschießt mich, schrie sie. aber mit meinen Kindern! Die beiden Kiudcr krampfhaft an ihre Brust drückend, rang sie zehn Minuten lang mit dem Officicr, der die Kinder nicht erschießen wollte Schon auf das Pflaster niedergeworfen, zerrte sic die Kinder mit sich. Endlich wurden sie ihr entrissen und sechs Flintenschüsse, von einigen Bajonnctstichen begleitet, machten ihrem Leben ein Ende. Eine zusehend: Dame entführte die heulenden Kinder. Der schon telegraphisch gemeldete Bericht der Bank von Frankreich lautet: „Die Bank wurde vom 1^. März überrascht und mußte als Wächter unschätzbarer Werthe iu Paris zurückbleiben. Jetzt nach (i7 Tagen ist sie unversehrt. Zähe vertheidigte sie ihre Schätze und nur widerwillig, Tag flir Tag bedroht und gedrängt, gab sie, aber nicht auf einmal, das Guthaben der Stadt'Pariö im Belauf von 9,400.000 Francs herau«. Gegen einen unausgcfüllten, also unbeschränkten Bon der Versailler Negierung hat sie ferner die Summe von 7,:;00.000 Fraues an die Insurgenten gezahlt. Wird Paris diese Summe, von der es noch nicht entschieden, ob sie, der Sladt oder dem Staat zur Last sällt, als einen zu hohen Preis für die verhinderte Plünderung finden? Wir wollen es nicht hoffen. Wem wir dies glänzende Resultat danken? Dem Pflichtgefühl der Bank-beamteu, die in der gefährlichsten Zeit auf ihreu Posten blieben und der Mitwirkung der Connnune-Delegirten, die mit großem Eifer unfer herrliches Institut zu schützen bestrebt waren." (Wie bekannt, verdankt die Bank wirtlich ihre Verfchonung zumeist dem alten Äeslay, einem edle» Schwärmer, der sich der Commune angeschlossen hatte, well er von ihr die Verwirklichung seiner Träume von Menschenbeglückung erwartete.) Unter den Gefangenen von Satory sind die Blattern ausgebrochen und wurden die Bcwachungstruppeu von der Epidemie angesteckt. Ungefähr tausend gefangene Weiber wurden auf die Galeeren von Cherbourg gebracht. Graf Vcauforl. der wahrend des Ausstauoes als Adjutant Cluseret's fungirt hatte, ist erschossen worden. Die „Corrcspoudenz Havas" versichert, die Commune-Generale Endes und Nazouc« seien nicht, wie gemeldet wurde, erschossen worden und befänden sich vielmehr in Sicherheit. Das ^eichenbegängniß deS auf Rigault'ö Befehl erschossenen Journalisten Chaudey vom „Siecle" fand unter ungeheurer VolkSdctheiligung statt. An seinem Grabe sprach Arago: „Hier liegt ein ehrlicher Republikaner und Frei-heilsmann, ermordet durch Unholde, die sich auch Republikaner und Freiheitskämpfer nannten, während sie keine Idee hatten, was das für Diuge sind, Freiheit und Republik!" Aus dem Verichtosaalc. Zweiter V e rhan d l ungstag. Laib ach, ss. Juni. Der Vorsitzende beginnt mit dem zweiten Vcrun-trelumgöfactum, das zum Nachtheile des Johann G. in Eisner» verübt wurde. Der Geklagte, Andre Domcnig. vom Vorsitzenden ausgefordert , sich rncksichtlich dieses Factums der Anklage zu rechtfertigen, weigert sich ausaugS Antwort zu geben, da er sich bezüglich desselben vor der gerichtlichen Anzeige mil dem Beschädigten vollkommen ausgeglichen haben will, uud daher in dicser Richtung nicht mehr zur strafrechtlichen Verantwortung gezogen werden könne. Vom Vorsitzenden belehrt, daß cr auch iu diesem Punkte sich verantworten müsse, erzählt er, meist in Beantwortung der einschlägigen Fragen des Vorsitzenden, den diesbezüglichen Eachverhalt. Johann G.Habe nämlich am 4. ü^lai I «69 nnd später verschiedene Werthpapiere und zwar: 10 ali^ ,,ud 2 junge Anglobankactien, 10 Francobankactien und 10 Lombarden bestellt uud ihm m verschiedenen Raieu alle dieSfalls entfallenden Kaufbeträge in der Gcfammtsummc von I.'NO fl. 92 kr. bezahlt. Da G. ihn wegen Einsendung der dcstelllen Papiere betrieb, habe er ihm unterm 27. September 1809 die Bestätigung geschickt, daß G. richtig von ihm die erwähnten ,'l2 Stück Acticn zu erhalten habe, uud ihn zugleich gebeten, ihm die gekauften Papiere auf einige Zeit zu belassen. Mittlerweile seien diese Papiere bei R. in Wien, rilcksichtlich bei der Cscomptc-Gesellschast dcpomrt gewesen und schließlich von N., seinem Auftrage gemäß, verlaust worden. Als G. nach Laibach kam, habe er ihm dcn Verkauf seiner Papiere mitgetheilt und sich rüclsichtlich der Entschädigung mit G. dahin ausgeglichen, daß er ihm seine ganze Barschast, bestehend aus' 20 fl. in Silber und l»0 fl. iu B. N., übergab uud daß seine Frau dem G. einen Schuldschein über 2000 fl. mit der Verpflichtung zur Zahlung des Betrages iu Jahresraten von 50 fl. ausgestellt. G. habe daher die Barschast pr. 70 fl. und den Schuldschein Über 2000 fl. an Zahlungsstatt übernommen, was schon daraus gefolgert werden müsse, daß G. schließlich zu ihm sagte: „Vergessen Sie nicht, was ich gethan habe; wenn Sie ciumal zu Vermögen kommen müssen, Sie mich entschädigen." Hierauf wird zur Vernehmung des Zeugen Johann G. geschritten. Nieser ergänzt den Sachverhalt dahin, daß er die in Rede stchcuden Aclicu dem Domenig nur zum Behufe der Anmeldung der jungen Aclien überlassen, :md als der Anmelduugstermin für die jungen Actirn (20. bis 30. August 1^69) verstrichen war, energisch und wiederholt die Einsendung der Papiere verlangt habe. Als er schließlich in Laibach vom Domenig in Erfahrung gebracht, daß dieser seine Papiere verlauft hade, fei cr in Domenig geornu-gcn, ih» schadlos zu halten, widrigenfalls er die Anzeige wegen Betruges zu machen genöthiget wäre. Domeuig habe ihn« 70 fl. bar und einen Schuldbrief feiner Gattin über 2000 fl. gegeben. Dicscr Schuldbrief fei in der Kanzlei des Dr. S. in Laibach von dessen Concipienten Dr. D. dictirt worden. Zeuge habe während des Dictirens deS Schuldbriefes ausdrücklich erklärt, daß er mit den 70 fl. und mit dem Schuldbriefe nicht bezahlt sei, sondern sich für ocn Fall, als Domcnig wieder zu Vermögen komme, sciuc Ansprliche auf Entschädigung vorbehalte. Es sei also unwahr, daß er vom Domenig vollkommen schadlos gehalten, und unwahr, daß er auf den Rest feiner Ersatzau« sprüche Verzicht geleistet habe. Da Emilie Domenig die Zahluugöraleu nicht zuhielt, habe er rücksichtlich der ganzen 2000 fl. die Iahlungsauslage erwirkt, sei jedoch von der Schuldnerin, ohne zur Execution schreiten zu müssen, bezahlt worden. Er verlangt 5240 fl. 92 kr. Entschädigung und schließt sich rücksichtlich dieses Betrages dem Strafverfahren au. Hierauf liest der Vorsitzende die auf dieses Factum Bezug habenden Corrcspondenzeu zwischen Domenig, der Escomptcgcsellschaft uud N. in Wien vor, aus welchen wir entnehmen, daß Domeuig die fraglichen Anglobank-Actieu bei !1l. in Wien depouirt hatte, daß er die Escompte< Gesellschaft anwies, die dort befindlichen, dem G. gehörigen Lombarden und Francobant-Actien an N. abzugeben, daß cr schließlich R. beauftragte, fämmtliche Effecten zu verkaufen. Aus dem hierauf zur Verlefrmg kommenden Protokolle mit Rudolf S., Geschäftsführer des Hauses N. in Wien, entnehmen wir, daß Domenig durch Vermittlung dieses Hauses Bank- und Börsengeschäfte machte und zu diesem Zwecke dort ein Depot hatte, in dem sich, wie aus dem bereits Gesagten hervorgeht, auch fremde Wcrthpapiere befanden. Hierauf verliest der Vorsitzende das Protokoll mit Dr. Eduard D. Dieser gibt unter seinem Eide an, daß G. bei Bcrfassung des Schuldscheines über 2000 fl. auf den Mehrbetrag seiner Forderung nicht verzichtet, sou-dern ausdrücklich erklärt habe, daß seine Restforderung aufrecht bleibe, uud daß er die vollständige Zahlung von Domenig oder seinen Verwandten verlange, sobald diese zu Geld kommen. Der Zeuge Josef K., dessen Aussage sohm verlesen wird. will sich zwar au das Gespräch, das bei Ausstellung des erwähnten Schuldschciues zwischen Domenig und O. geführt wurde, nicht genau erinnern, behauptet jedoch, daß das, was cr gehört hade, auf ihn den Eindruck machte, als ob G. sich durch die Ausstellung dcS Schuldscheines als vMommcn befriediget erklärt hätte. Der Zeuge Franz D., dessen Aussage hierauf verlesen wird, will sich mit mehr Bestimmtheit erinnern, daß G. sich »nit dem Schuldscheine pr. 2000 fl. riicksichllich seiner ganzen Forderung zufriedengestellt habe. Der Beschädigte G. eulgeguet auf die beiden verlefenen Ausfagen, daß cr sich mit dem Schuldscheine nicht zufrie« dcugestcllt, sondern ausdrücklich erklärt habe, damit noch nicht bezahlt zu sein. Der Staat sanwalt beantragt hierauf, baö persönliche Erscheinen der Zeugen Dr.' Eduard D, Franz D. und Josef K.. uud motwirt diesen Antrag damit, daß 954 die Aussagen der letzterwähnten Zeugen mit den Aussagen des Beschädigten G. und des Dr. D. im Widersprüche stehen und daß die Aussage des Zeugen Josef K. nicht beschworen sei. Der Bertheidiger spricht sich gegen die Vorladung deö in Adelsberg domicilirende» Zeugen Dr. D. aus. Der Gerichtshof zieht sich hierauf zur Vcrathung zu-rllck, und verkündet nach dessen Wiedcrerscheinen der Vorsiz-zende den Beschluß, die beiden in Laibach domicilirenden Zeugen K. und D. sogleich vorzuladen, die Erörterung der Frage über die Vorladung des Zeugen Dr. D. aber bis zur Beendigung des Verhörs der zwei erwähnten Zeugen zu verschieben. Während die Vorladung an diese Zeugen bewerkstelliget wird, lommt das dritte Veruntreuungsfactum, verübt zum Nachtheile des Handelsmannes Johann P. in Nudolfswerth, zur Verhandlung. Aus den hierauf Bezug nehmenden Aussagen des Be< schuldigten und des Beschädigten Johann P. entnehmen wir, daß Johann P. durch eine Mittelsperson am 9. Mai 1«6tt vom Domenig ein Darlehen pr. 300 st. gegen Verpfandung von 4 Stück trainischen Grundentlastungs-Obli-gationcn erhielt, daß Domenig diese Obligationen, statt sie als ein ihm auvertrautes Pfand zu verwahren, im Sommer 1868 zur Ergänzung feines Depots an A. M. in Wien schickte, welcher dieselben jedoch im October 1868 sammt den übrigen Effecten deö Domenig veräußerte. Der Beschuldigte behauptet, an M. in Wien den Auftrag, die fraglichen Obligationen zu veräußern, nur zum Scheine gegeben zu haben, damit die Bodeucrcditcmstalt in Wien nicht auf sein Depot bei M. greisen könne. Weilers wiÜ er zwei andere trainische Grundentlastuugsobligationeu nach der Concurserösfnung dem Concursmassevenvaller Dr. v. Sch. zu dem Zwecke Übergeben haben, sie dem P. aus' zufolge», und Dr. v. Sch. habe ihm dies auch zugesagt. Aus der hierauf zur Verlefung gelangenden Aussage des Anton M. in Wien entnehmen wir jedoch, daß dieser eidlich in Abrede stellt, daß der erwähnte Verlaufsauftrag nur zum Scheine geschehen sei. Auch der hierauf vom Vorsitzenden vernommene Dr. v. Sch. sagt unter seinem Eide aus, daß er dem Domenig nicht zugesichert habe, die zwei Obligationen dem P. auszufolgen, sondern daß dem Do-meuig bedeutet worden sei, daß P. seine Ansprüche im Concursverfahren zur Geltung bringen müsse. Schließlich gelangt noch der unbedingt lautende Auf-trag des Domenig an Anton M. in Wien, sein ganzes Depot zu vertaufeu, zur Verlesung. Hierauf wird zur Vernehmung der mittlerweile erschienenen Zeugen Franz D, und Josef K. geschritten, In dieser Richtung heben wir Nachstehendes hervor: Vorf. zum Zeugen Franz D,: Ist bei Ausfertigung des Schuldscheines ausgemacht worden, daß jede weitere Zah-lungsverbindlichlcit des Domeuig aufhöre? Zeuge: Ich habe es so verstanden. Vors.: Welche Worte haben Sie diesbezüglich vernommen ? Zeuge: An die Worte kann ich mich nicht erinnern. LGR. Perko: Haben Sie gehört, daß das Wvrt „Verzichtleistung" oder ein anderes gleich bedeutendes Wort gebraucht wurde? Zeuge: Ncin. LGR. Baron Rech dach: Haben Sie nicht gehört, daß G. bei Ausstellung des Schuldscheines ausdrücklich sagte, damit bin ich nicht bezahlt? Zeuge: Daran tann ich mich uicht erinnern. Vors.: Haben Sie nicht gehört, daß G. sagte, wenn Domenig zu Vermögen lomme, müsse er den Rest bezahlen? Zeuge: Davon habe ich nichts gehört. Staats anwalt: Haben Sie genau auf das Gespräch aufgemerkt, das zwifchen Domenig und G. geführt wurde? Zeuge: Nein, ich war mit meiner Arbeit beschäftigt. Auch war ein solcher Wirrwarr, daß man die Worte nicht verstehen tonnte. Staatsanwalt. Geben Sic daher die Möglichkeit zu, daß die vorbcrührten Reden gewechselt worden sein tonnten, ohue daß sie dieselben gehört haben? Zeuge. Allerdings. Der hierauf vernommene Zeuge Josef K. gibt au, daß er zur Zeit der in Rede stehenden Unterhandlung im Nebenzimmer gewesen sei, und sich daher au die damals geführten Gespräche nicht erinnern könne. Der Porsitzende befragt sohin die Staatsbehörde, ob sie mit Rücksicht auf die eben deponirten Zeugenaussagen auf der Vorladung des Zeugen Dr. D. beharre. Der Staatsanwalt halt zwar den früher angeregten Widerspruch in den Zeugenaussagen für behoben, dem ungeachtet jedoch das persönliche Erfcheinen des Zeugen Dr. D. zur Erforschung der vollen Wahrheit für wünschenswert!) und bleibt daher bei seinem Antrage. Der Vertheidiger Dr. Achatsch it sch hält den Ausgleich zwischen Dome'uig und G. für erwiesen, und daher die Vorladung des Tr. D. für überflüssig. Nach lurzer Berathung des Gerichtshofes verkündet der Vorsitzende den Beschluß auf Vorladung des Zeugen Dr. D. Hicmit endete der zweite Berhandlungstag. Locales. — (Die Frohnleichnamsprocession) fand gestern in verschiedenen Pfarren mit den» herkömmlichen Gepränge statt. An jener der Dompfarre belheiligten sich auch die Spitzen der Behörden. — (AuS dem Gemeinderathe.) In der Sitzung vom (i. Juni wurde ein Dringlichkeitsantrag des GR. Terpin auf Bewilligung von 1200 fl. zur Ausführung des im Principe bereits genehmigten Gewächshauses in Tivoli an die Bauscction gewiesen; die Veräußerungen des Morastantheils Hauptmanza genehmigt und der Magistrat beauftragt, wegen Veräußerung der entfernten und isolirleu städtischen Grundstücke die geeigneten Anträge zu stellen; eine vom Mililärstationöcommaudo gewüuschte be^ sondere Signalisirung der Brände im Landhause, in der Burg und in Gebäuden mit ärarischen Gütern und die dadurch bedingte Aenderung der Feuerlöschordnung abgelehnt, jedoch beschlossen, die Feuerlöschbereitschaftscompagnien von solchen Bränden nach Möglichkeit durch Laufboten in Kenntniß zu setzen; endlich beschlossen, an der Ausschulung der städtischen Schuljugend zu St. Peter und Tirnau festzuhalten, wogegen provisorisch die Zumiethung von 2 Schul-zimmern zu St. Jakob und zwei zur zweiten städtischen Schule und Bestellung von 3 provisorischen Auöhilfslehrern mit Beginn des nächsten Schuljahres zu geschehen habe. —' (Eisenbahn Laibach-Tarviö.) Wie aus einem im Eisenbahn-Eentralblatte veröffentlichten Erlasse des Finanzministeriums hervorgeht, besteht das Anlage-Capital der in 3tedc stehenden Linie in 40.689 Actie» a 200st. und 27.127Prioritätenü.100st.,d.i. 16.275.900 fl., und um 143.400 fl. weniger, als concessionsmäßig gestaltet war. — (Vom Tode gerettet.) Aus Görz, 4. d. M. schreibt man dem „Wanderer": Der Wahrheit zur Steuer habe ich heute eine Todtenerweckung vorznnchmen. Jener unglückliche Schütze, welcher bei der Bärenjagd am öderen Isouzo (Trentathale) von Bären so übel zugerichtet wurde, lebt noch uud ist entschieden auf dem Wege der Besserung. Die Leser (auch wir brachten seinerzeit die bezügliche Mittheilung) erinnern sich wohl noch, daß das Thier dem Manne ein Untertiefer dergestalt herausriß, daß der Kehl-köpf blosgclegt wurde. Der Mann ging aber unterstützt nach Hause — setzte sich nieder und schl ieb sein Testament, dann seine Beichte und hierauf erst begab er sich zu Nette. Wie erwähnt, verfiel er aber dem scheinbar nnauswcichbcnen Tode nicht, fondern geht der Genesung entgegen. Natürlich ist er der Sprache beraubt und taun nur mittelst einer Mhre mit flüssigen Speisen genährt werden. Eingesendet. Äcscitinmig aUcr ikraüüicncn oyiu' Mcdk'i» »nd ohlle ttoskn duvch ric delicate Gcsundhhcitsspcisc 1<«vll!«««ii:re >!,, Ulir/ vo» Vondoü. dic bci Envachscue» und Kinder» ihre «oslcn -,0fach in anderen Mitten erspar!. Äuözua >niil ?^.<»>0 (^encsunaeil, an Maqcn, Nerven-, Unterleib, Brus! , Vunsscn , Haie , Elu»,» , Älyem , Drüsen , Nieren nnd Blasen l^een - w»up!, auf Herlanae» Kopien ssralio nnd nancc> aejcudct werden-C e r t i s i c a t 9i r, K 4 2 I 0. . Neapel, >?. April l«l>2. Mem .Herr! I» Fol^e elucr i'edcrlranlhcit war ich seit siebe» >1al) ren in einem furchtbaren Auslande v»» Abmagernng u»d Veidcn aller Arl. ^ch war anüer Stande zu lese» vder zn schreiben; !>att« ein Zittern aUü, Nerven im ganzen Körper, schlechte Verdanuna, srrlwährende Echlaftosigleil, nnd war in einer steten Nervl!»ai!sreaii»ü, die mich !>in nnd l»ertrieb nnd mir leinen Aü,Ml>licI der Rnhe lies!; dabei im Iwchsten (^radc inclaiicholisch. Viele Aerzte Patten iyre Kunst erschöpf!, rlM ^iuderl!»,a meiucr beiden, ^n »ölliaer Nerzwvislunq >>abe icl> Ihre It<>Vil!<>^ wro versucht nnd jetz!, nachdem ich drei Monate davon gelebt, saae ich dem lieben Oott Danl. Die llüv^Ic!,',' «'itN'« verdient da« höchste Vod, sie ha! mir die Gesundheit völlig hergestellt »nd mich in dcn Stand gesetzt, mcmc gesellige Position wieder einzunehmen. Mt innigster Danlbarleit und volliommcuer Hochachtung. Nahrhafter als fleisch, erspart die 1i«v>ll««!'!öi'« bei Erwachsenen nud itintern 50 Mal ihren Preis in 'Arzneien. » In Älechbüchseu von '/, Pfund fl. !.5U. l Pfund fl. 2.5.0, 2 Pfund fl. l.5>«, 5> Psuud f>. l0, lii Pfund fl. ^!, 24 Pfilnb fl. 3«!. - Itov^lc,««!«^ (^ioeuluu^ ,» Pulver und in Tabletten für 12 Tasse» fl. l.5U, 2l Tassen fl. 2.5><», -l« Tasse» st. >l.5><», in Pulver fiir lü<) Tassen fl. i<>, für ütt« Tas-sen st. 2», siir 5>?l! Tassen fl. I>«. — >^ii beziehe» dnrch Äarry dn Varr») k ^ouift, in ^Vtsu, WlllUlnvl»»»,»»« ICr. 8, in I.n,td»«zb Ed. Mahr, in Marburg ss. Kollelnig, in Klagensnrt P. Äirnb acher, in (!>>raz Ge^ briider O b crra n zn> a>,r, in ^»»öbnicl Dicchtl ck ssranl, iu Vinz Hasel»! aye r, i» Pest Töröl, in Prag I. Fürst, i» Äninn ss. (5 der, sowie i» alle» Städte» bei gute» Apotheker» nnd Speccreihäüdlcrn; auch vei> sendet dac! Wiener Ha»o nach allen Gegenden gegen Postanweisnng oder Nach-nahnien. D Höchst beachtenswevth » ^ für alle Diejenigen, wrlchc gcungl sind, auf cinc solide niid ^ Erfolg urrsprrchciidc Weise delü Glilctc die Hcmd zu diclcil, > ist dic im hculige» Blatte nschicucuc Aüiioiice des Haufeö > Neueste Post. (Original-Telearamme der „üaibacher Z7<> Häuser sind abgebrannt. (?s wird Brandlegung vermuthet. Die Excesse in Graz haben sich am 6. d. Almids erncucr«. Es samnicllm sich 4—500 Personen ^g.n 8 Uhr Äocnds uor dcu ehemaligen Vocalilälcu des ausgelösten Ärdcitcrbildllngsucrcinö in der Schulgasse lind in der in dieselbe mündenden Votbcckgasse, Es befanden sich jedoch darunter höchstens 5)0 wirkliche Arbeiter, der größere Theil war müssigcr Pöbel und Neugierige und der Nest Galgcnphysiognomiei!. wclchc auch auf Taschen-dicbstahl spcculiitcn. Das Militär säuberte gegen 9 Uhr dic Straßen und um 11 Uhr war Alles ruhig. Wien, 7. Juni. (Abgeordnetenhaus-Sitzung) Dcr Präsident theilt eine Zuschrift Plencr's mit, in welcher dicscr sein Mandat niederlegt, weil cr sich nicht in Uebereinstimmung mit seinen Wählern befindet. Fortsetzung dcr Generaldebatte über das Audgct. Erster Redner Kooats elklärt Namens seiner Gesinnungsgenossen, daß sie das Programm der gcgcn^ «artigen Regierung als das ihrige erkennen, weist nach, )aß eine Majorisirung der Deutschen nicht zu befürch-!en sei. Stene befürchtet von dem Föderatwsyslcm die Uu' lcrgrabung der Armee; er meint, der innere Fricdc sei liur durch eine Negiciung erzielbar, welche über dem Parteigctriebe steht nnd dic Autorität i>cs Staate« wahrt. Nachdem die Generaldebatte grschlosscn und die gc-wühltcn Ocncralrcdncr Sturm und Smolta gesprochen, er-greift dcr Ministerpräsident das Wort. Dcr Ministcrplä sidcnl cillürt: Dcr Staalsvoranschla^ »vllldc vcrfassungi«->näßig vorgcl^t und das Haus hat die Pflicht, in die Berathung dcssclbcn ciuzugchcu. Die Verweigerung der Vudgelbcrattjung wüie die Ablehnung kiner Verfassung-näßigcn Pflicht. Das Ministerium eitlitttt wiederholt, daß cs auf )crfassuna,smüßigem Aoden stehe und leinen Schritt )hnc dcn i)tcichSrath zu thun gedenke. Selbst das wie )crholt ausgesprochene Wort des Kaisers, die Verfassung ^u hallen, wcrdc absichtlich ignonrl n'cgcn imaginärcr Tendenzen, dic man dein Ministerium unterstellt. Drr lliinislcr-Präsidcnt vcrwciöt auf dic Zeitungsnachrichten ion, böhmischen Gencrallandtagc und dcr Theilung Schleims, wclchc ganz unbegründet und mir von der vcr^ assungstrcucu Partei ausgehende Mai>öucr sind. Drr Ninister-Präsidcnt elllärt, die Dculschci, in Äöhmcn nögcn sich beruhigen; cr habc die Ncchte dcr Deutschen liShcr nicht verletzt und jeder soläic Gedanke ist auch ür die Zukunft ausgeschlossen. Das Ministerium müssc ick gcgcn die unheilvollen Folgen de> Budgetvcrwcicl.c'' uug verwahren und die Pcrantwmlung Jenen überlassen, velchc dic Slaatsmaschinc zum 3tiUsland dringen wolle»'. Sodann wurde bei namenlücher A'st minung drr Aroß'sche Antrag: in die Vudgetdcralhung uorläufia richt cili^isschen, mit 77 gcsscn 07 ^liminen a li ss c l c h N t, Dagcgcu stimmten nebst säimnNichcu ^lationnlcn ^ud Tirolern noch gegen 2 0 v o n d er P crfassu ngs -) a r t e i. Telegraphischer Wechselco«rH ooin 7. Ilüli. 5)prre. M'tlllliques 5>!> 05>. — 5>v>lx: M^alliqiu's mit Mai-lüd Noucmdcr-Zlllscll ü!)05,. — 5pcre, ^lliioiiül-Alill'hl'ii «i!».!tt - 18Ü0el'Staniö-Aiilchm U 0,W. — Vaii'^ilrli 7^1. Crcdi!-llelicn 2W."l0. - ^midon I^'j.55, Silber !2!,«,"> — K, l VMuz-^licalm 5,.«7. - Napoleülid'or l>.8^>,^. Handel und Volkswirlhschaslliches. i.«aibach, 7. Juni. Auf dem heuligen Markte sind Wageil mit Getreide, 4 Wagen mit Heu und 3lr«h Hm 4 t Ctr., Stroh 25 Ctr.), :^I Wagen und U Schiffe (12 ^laflcr) mit Holz D urchfchuittS-Prkise. si. lr. st. Ir. fi. tr. ss. Wcizi,'!i pl, Metzcli 5^0^6 25 BiNlcv pr. Psuli:> 4<)-- - Korn-Saat „ 3 60 4 ? Eier pr Stück — N - -- Verste ,. 3 10 3 3N illillch pl. Masj - 10 Hafer „ 190 2 37 Nindslrisch pr, Pfd, 23- halbfrucht „ - 4 0 Schwrinrsirisch „ 27.,— ^irsc „ 3 30 3 44 Schüpsriisicisch „ —17- ,. linliiruiz „ 3 70 4 6 Hclhiid^! pv. Stiicl — 25 .. .. Lroäpscl „ 2----------- Taube» „ ,. 17 ^ __ ^iüscil „ 5 50 — — Heu pr, Zlnturr 14<> __ Erbscn ., 5------- Stroh „ 1 !li0 _ — Fisolen „ 5----------- Holz, hart,, pr Klst, .— ^ 50 ztliidöschi!i^!; Psd, - 49------- - wrichl?, 22" — -- 5.... Schweineschmalz „ — 4(i------- Wein, rother, pv Zpcck, frisch, „ — 34 — - Eimr,,' - ^ 12 - — geräuchert „—42^------- —weißer „------!i(» — ^tetcorollissische^eosjachllllliiell ill Lmüach. l>U Mg, 324 !>» ^- 9.2 ^ windstill z.Hälftc liem. 7. 2 „ 9i. 324.l,i ^-11.5 >SW, mäßig z.Hälftc bew. 0.l>u 10,. NtV__524.0« -^ 8-l !<2W^schwach' halbhriter , " «sU Mg, 323 ?i -j- 8.» 'S'W7schu^ch ttssd?" -.,,. ^ 2 „ N, 323.!l? -l-13.l SW.schwach gauz bcw. «.'„'»,i 10.. Ab. 323.«2 > «.8 SW,schwach Rrgru """ Dm 7.! Wechselnde VcwiMung. Mcndiege» < llhr Abende Regen biö l» die'Nacht anhaltend. Daö vorgesln^' Tageömittel der Wärme ^ 9^8", um 5'0": daö gestrige l I^" ' um 4 3" unter dem Normale. Veraulwortlicher Neoacteur: Iguaz r». Kleiumayr. 955 MklMlichl. I^ien, il,ber s>9.05 5>9,15 . „ „ Felnuar-Al^nst l.:>. 5^<.10 .. Silber „ Jänner-Juli . l,9 10 69.20 „ „ Apnl-October. il>. u,I. 1839..... 28üi.— 284.- .. „ 1854 (4 "/,',,„ 250 fl. 9^.-- i>4.~ ., I860 zu 500 st, . . 100,30 100.50 „ 1860 zn 100 st. . . Ill 50 112. „ „ 1864 zn 100 si. . 127 25 1,27,50 ^matviDomäncn-Psauddrlese z» 1^0 st. ö.W. in Silber . . 126,50 127.50 ,',ür 100 st. Gell» iiUanrr B^men .... zn5p6l 96.— 97. c>>a'.!,,ieu .... „ 5 „ 75.- 75!j0 NieoerOesterreich. . „5., 97.50 98.-Ober-Oestencich . . „ 5 „ 94 50 95 50 Gillienl'illgen . . . „ 5 „ 76 25 76.75 >^>lc:elm«nk ... ,. 5 . 93,- 94 Ungar» .... „5 „ 80.20 80.50 C. Andere üss^ntliche Anlehr«, Huünnn'gnlirnülittloie zn 5 pCt. 97.50 98.-Uug. (Üiseiidahnanlrhcn ^u 120 st. ii. W. Sillxr 5".. pr. SlOck 10740 W7.60 !1nci Prälnienanlcheu zn 100 st. " '.'^. l75 st. Vimahl.) l)r. Gli»cl 94 — 94 25 Wiener Coinnninalaulchei!, rilct- Geld Waare zahlbar 5 M. sür 100 st. . . 87M 87.50 «V. Actien v? , Va,7i»se Anglo-lifierr. «'All.....?44?5 245, Banluercin.......252. - 253.— Vodm-Lreditanstalt . . , . 264 — 265 ltleditaniilllt f, Handel u. Gew . ^89 20 289 4^1 Kreditanstalt, allgeni. ungar. . !11 ^ 111 50 Eöcomptc-Gesellschast. n, «. . . 895. 899, -Franco-üsterr. Äanl . . .118.-118.25 Gcneraldant.......89,50 90.50 Haudelvliant.......148.- 149,- Nationalbanl.......782.— 784, - Unionlianl.......282 75 283.- VcreiuSdanl....., 108.25 108,50 Vertehröbaul.......171.50 172. ^ «. Actien von Transportllutrrnel,- mungcn. Geld Waare Alfüld-ssiumaucr «ahn , . 176.75 l77.25 Bl'hui, Westbahu.....255. 257. 6ürl-i!udwla.-Bül)ii.....261.50 262, Donan'Dampsschisss. Gcjellsch. . 588.— 589, .. Elisal^th Westliahi,.....223.50 224. Elisabeth Westdl'hn (i'inz - Vud- weiser Strecke).....197.- 198, Ferdluaild^ioldbahn . . . 2^85 2287. ^.^"'lii^Amxser.-Pahu . . 178 - 179. »rllN5!>, l,erz. 105.30 1«>5i,60 ^unz^Ioseph^-V^n .... 96.90 97.10 ".C2l.l-i.'ud'.o,Ä.i. S. <"?;.! Om. 104,50 10,', "^,-rl. ^rdw^layu , . . , '.'6 50 96.70 Gel Wllarr «Vledrnb.Vahn in Silber ver,, . 88.75 89.-«vtaalöb. G. 3"/^ -< 500 Fr..,,, Em. 138,25 138.50 sildli. G. 3^., « 500 Frc. pr. Ztllck I l0 25 110 50 Sildb -G. -. 200st.z. 5"„ für lOOsi, 89,50 89 65 Gildb.-Bous 6"., (18?»»-7^> i 500 Frcs pr. Stilck . , !, ^9 75 240.25 Ung. Ostbahn für 100 si. . , di.65 84,85 »». «privatlose (per Stück.) Creditanstall s. Handel u. Gew. Geld Wame zn 100 st, ü,W......170— 170,50 Nudulf-Slistung zu 10 st. . . 15. 1550 Wechsel (3 Mon ) Geld Waai^ Aus,«burg jür 100 sl llldd. W. 102 80 103. -Flüulsnn a.M. 100 st. dcltu 103.- 103 20 Hamburg, für 100 Mar? Banco 90 50 90.60 üaudon, für 10 Psuud Slcrliuj; 123.3.'» 123,45 Pari?, ,ür 100 Francs . . . —.- - —.— Gell, Woo»> it. ^:üuz-Dulul« . 5 si. 84 lr. 5 fl. 86 lr ^apoleünsd'or . . 9 „ 80j,. 9 ,. 81 . Preusz. Lasseuschriue, 1 .. 81,;.. 1 „ 82 . l^ilb.r , . 121 .. 30 ., 121 ,. 70 ,. ltruinischc Grnüdmllastnnga - Obligationen, ^'v> Amtsblatt MV Laibacher Seitung Nr. 130. Freitag den 9. Juni 1871. (283^2) slr. 3(>^0. Kuildillachulig, l'ctreffend die Mithilfe des Militärs znv (finbrin« gunss der hrnrigc» (frnte. Zur Mithilfe bei dcr Eindringnug dcr dies' jährigen Getreideernte tonnen Grundbesitzer in Krciin ilbcr ihr Ansuchen an die k. k. Commcmden dcr Infanterie nnd Iä'gertrnppen in Laidach und Ru-dolftwerth Mannfchaft aus dem Stande diefcr Truppengattungen, infuferne sich dieselbe freiwillig hiezn herbeiläßt, in der nnter Aufrcchthaltung der reglcmentuläßigen Wachdienstfreiheit entbehrlichen Anzahl gcgen die Bedingung, daß die Höhe dcr ^ntlohunna auf dein freien Ucbercinkommen zlvifchen ^'>u Grundbesitzer und dcr Mannschaft zu beruhen habe, im Wege der Beurlaubung für die Zeit der (5n,tc anf die Dauer von längstens drei Wochen erlangen. Dies wird auf Grund der Ermächtigung des k. k. NeichskriegZlninisteriums von 18. Mai 1871, Z. 2129, Abth. 2, und der Verfügung des k. k. General-Commandos in Graz vom 24. Mai 1871, Z. 2664, hiemit zur allgemeinen Kenntniß gebracht. Laibach, am 31. Mai 1871. K. k. Landesregierung. (224-2) Nr73105. Kundmachung. Mit Beginn des diesjährigen zweiten Schul-semesters ist der erste Platz der von Mathias Se ver errichteten Studentenstistung jährlicher 83 ft. 84 kr. ö. W. in Erledigung gekommen, zu deren Wiederbesetzuug bis Ende Inni d. I. der Concurs ausgeschrieben wird. Zum Genusse dieser anf keine Studienabthci-lung beschränkten Stiftung sind Studirende aus der Auverwandtschaft des Stifters berufen. -- In Ermanglung solcher haben aber auch Studirendc ans der Gemeinde Lozice, sodaun solche aus der Gemeinde St. Beit bei Wippach nnd endlich alls der Pfarre Wippach überhaupt den Anfpruch. Studircndc, welche sich um diesen Stiftnngs-Platz bewerben wollen, haben ihre mit dem Tauf-, Impfnngs- nnd Armuthsfchcine, dann mit den Echnlzeugnissen von den zwei lctztverflossenen Se-"lestcrn nnd bcziehnngslveise dem legalen Stamm-daullle versehenen Gesuche iuuerhalb der Concursfrist nu Wege der vorgesetzten Studicudirection hiehcr zu überreichen. Laibach, am 22. Mai 1871. K. k. Landcoregierung sür Kram. (204—3) Nr. 568 L. Sch. R. Knndlnachuug. An den Mittelschulen der Grönländer Steier-mark, Kärntcn nnd strain werden die diesjährigen Maturitätsprüfungen in folgender Ordnung abgehalten. Dieselben beginnen: am k. k. Marbnrger Gymnasium den 10. Juli; am k. k. Nudolfswerther Neal Obergymnasuull den 15. Juli; am k. t. ersten Staatsgymnasium in Graz den 19. Juli; an der k. k. Oberrealschulc in Magcnfurt den 24. Juli; am k. k. zweiten Staatsgymnasinm in Graz den 26. Juli; am k. k. Klagenfurter Gymnasium und an der k. l. Oberrealschule in Laibach den 28. Juli; an der landschaftlichen Obcrrealschnle in Graz den 31 Juli; am k. k. Gymnasium in Laibach den 3. August; am k. k. Gymnasium in Cilli den 11. August. Laibach am 14. Mai 1871. K. k. Lttndesschulratl) für Mrniu. l230:l—1) Nr. 1993. An dem k. k. Staatsgyumasium in Linz kommt die Directorsstelle zur Besetzung. Die Bezüge sind in dem Gesetze vom 9ten April 1870 bestimmt. Die Bewerber haben ihre gehörig instruirten, an das k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht gerichteten Gesuche längstens bis 15. Juni l. I. unmittelbar, oder wenn sie bereits angestellt sind, durch ihre vorgesetzte Behörde an den k. k. Lan-desschulrath sür Oberösterreich gelangen zu lassen. Linz, den 29. Mai 1871. Vom k. ll. Landeoschulralh für M'ero/lerreich. (227—3) Cvucurs. An der drciklassigen Volksschule in Neifniz mit slovcnischcr Unterrichtssprache ist die Stelle^ des zweiten Unterlehrers mit einem baren Jahreseinkommen von 210 fl. durch Beförderung in Erledigung gekommen. Bewerber nm diese Stelle wollen ihre docu-> mentirten Gesuche längstens bis 24. Inni l. I. anher überreichen. K. k. Bezirksschulrats) Gottschee, am 25ten Mai 1871. Der k. k. VczirkohcmlMalM als Bmsitze»dcr: (205—3) ' Nr. 646. Kundmachung. Nachdem seit der vom Laibachcr Magistrate ergangcnen Verlautbarung, daß die St. Georgfeierlichkeit in dcr Strafhauskapcllc künftig nicht mehr stattfindet, und deshalb der Befuch der' Straf anstatt an diesem Tage verboten worden war, von vielen P. T. Kundschaften, welche Schuharbciten in der Strafanstalt anfertigen ließen, dieses Verbot auf jeden Besuch bezogen worden ist, so wird hiemit zur allgemeinen Kenntniß gebracht, daß jeder Person ohne Unterschied des Standes, so welche immer Professionsarbeiten in der Strafanstalt zn besorgen wünscht, der sreie Eintritt in die Anstalt unbenommen bleibt nnd die Bedienung prompt nnd billig geleistet wird. Das Aufsichtspersonale und die Werkmeister haben diesfalls die gemessensten Weisungen erhalten, und wird jede P. T. Kundschaft crfucht, vorkommende Anstände bei dcr Verwaltung selbst anzubringen, allwo auch die Einzahlung des Macherlohnes gegen Unterfertigung des Gegenscheines zu geschehen hat. Laibach am 18. Mai 1871. K. »;. S'traslMlo-Vern'altung. (219—3) Nr. 3302. Edict. Beim gefertigten Kreisgerichte erliegen nachstehende, aus abgeführten Untersuchungen herrührende Effecten, als: eine Doppelpistole und ein Messer, 1 braunwollener Shawl, I Sack und eine Pistole, eine weiße mussclinene Joppe, 1 Gürtel, 1 Gewehr, 1 Hemd, 4 Servietten, I Handtuch, 2 Ospettel, 1 Stück Leinwand, 2 Tischtücher und ein blaues Tüchel. Die dem Gerichte unbekannten Berechtigten werden aufgefordert, sich binnen Jahresfrist vom Tage der 3. Einschaltung dieses Edictes in das Amtsblatt der Laibacher Zeitung Hieramts zu melden und ihr Recht anf die Sachen nachzuweisen, widrigcns die Effecten veräußert und mit dem Erlöse in Gemäßheit des § 358 St. P. O. vorgegangen werden würde. ' Nudolfswerth, am 23. Mai 1871.