PrSnumeralionS-Preise: Fur Laibach: Sanzjiihrig ... 8 fl 40 tr. H-lbjLhrig ... 4 „ 20 „ Hi-rleljiihrig . . 2 „ 10 „ Rsnatlich - - - — « 70 „ Laibacher M i t d e r Post: K«llzjabrlq . . . 11 fl. — kr. Hsibjiihrig ... 5 „ 50 „ HisrieljLhrig 2 „ 75 „ gat Zufiellung ins HauS vicr-t JiS&rtg 25 fc., monatl. 9 Jr. Sinjflne Nummern 6 ft. Nr. 194. agblalt. Anonyme Mittheilungen wrrden nicht bcritcksichtigt; Manuscripts nicht zuriickgesendel. Montag, 25. August 1873, — Morgen: Zephir. Redaction vahnhosgaffe Nr. 132. Expedition- & Jnserate«^ Bureau: kongrrtzplatz Nr. 8V houdlnng von Sgn.C..-toj™,,, mayr & Fed. I JnscrtionSprei,^^ Fitr bic einspaliige Pekitzkile a 4 fc., bet zweimaliger (Sim schaltung a 7 ft., bmrra'iger fl 10 tr. JiisertionSstempel jebečmat 30 fr. Bci grvtzcren Snfrratsn unb bfterer Einschaltung entlx, ° chenber Rabait. 6. Jahrgang. V—MBB Die preuhischen Kirchengesetze. Das Organ dcs Grafen Eulenburg, die „Pto-vinzial-Cottcspondcnz", bringt eineit neucn Artikel iiber die Ausfiihrung ^er Kitchcngesctze, bet die letzten Consequenzen dersclben, nemlich die Absetzung bet widetspenstigen Kirchensiitsten, unzweideutig in Aussicht stellt unb dcshalb von besonderm Jntet-esse ist. Et tautet: „Als den neucn kitchlichen Gesetzen schvn in letzter Jnftanz das Siegel bet koniglichen Genehrni-gung aufgebtiicft roar, da traten die katholischen Bischofe Pteutzens in einer Gesammteingabe an das Staatsministetium noch einmal mit bet Etklatung hervor: fie scicn nicht im Stande, zum Vollzuge bet am 15. Mai vetkiindeten Gesetze mitzuwirken. Man ersah aus biefet Kundgebung, bah die Oberen bet katholischen Kirche ait bet Absicht sest-hicltcn, ben Widerstand, ben fie bet- butch btingen-dcs Bebiitfnis gebotenen Rcgelung bes Vethalt-msses zwischen Staat unb Kirche entgegengesetzt hatten, nnnmeht auch gcgen bic in unanfechtbarc Geltung getretcnen Gesetze sortzufuhtcn. Man fonnte jeboch noch immer bie Etwattnng hcgcn, bah die Bischofe sich in ihrem Wibetstteben gegcn die Gesetze auf bus Gebiet befchrnnfen rotirbeti, too ihnen fteier Spieltaum bleibt, nut mit Riicksichtnahrne auf bie an iht Vethalten sich tnitpfenben Folgcn fur bie katholische Kirche nach eigcnem Ermcssen zu handeln; benn man dutste nicht ohne augeuschcin- lichen Beweis annehmcn, dah fie entfchtoffcn feien, sich offenen Ungehotsams gegcn diejenigen Vot-fchriftcn ber neuen Gesetze schnlbig zu machen, dutch bie ihnen bestimmte Pslichten auferlegt finb. Inzroischcn hat bas Vcrfahren mehrerer Bischofe gezeigt, dah ihre Unbotmahigknt roeber butch bie Achtung vor ben Lanbesgesctzcn iiberhanpt, noch butch ben Hinblick auf bie angebrohten Strašen, noch auch butch die Schen vor den bet katholischen Kirche selbst nnvermeiblich erivachsenben Nachtheilen in Schrankcn gehalteu roirb. Nach alien Richtungen haben biese Oberhirten ber katholischen Kirche cine entschiebcue Misachtung ber neucn gesetzlichen Vor-schristen an ben Tag gelegt unb dadurch das Ein-schreitcn ber Staatsverwaltung unb ber Gerichts-behorben zur Nothroenbigkeit gcmacht. Vvr allcm muhte die Aufmerksamkcit ber Rc-gicruttg aus die gcnaue Aussuhtung deS Gesetzes vom 11. Mai iiber die Vvtdildung und Ansi c l l u n g det Geistlichen gerichtet fcin, rocit die Bestimmungen dessclbcn gceignct find, nicht nut vorhanbeue Ucbetftanbe unb Misbrauche zu befeiti-gen, fonbern auch fiir die Zukunst fefte Gtundlagen cities baucrnbeit Fricdcnsverhaltnisfes zwischen Staat unb Kirche hcrzustcllen. Dieses Gcsctz bezeichnet sowohl bie Bebingun-geit, roelche fiir bie Bilbung unb Anstellung ber Geistlichen mahgebenb fcin follen, roie es auch sammt-liche Austallcn, bie zur Vorbildung ber Geistlichen bieneit, untcr bie Staatkausficht stellt, bic zunachst in jeber Provinz bes Lanbes butch ben Oberprasibenten ausgeiibt roirb. Dem letzteren ist, nach bet aus-bructlichen Vorfchrift bes Gcfctzes, iiber alle Ein-richtungen bet geistlichen Bilbungsanstalten Aufschluh zu gebett, bamit et im Stanbe sei, sich Gcwihhcit zn uerfchaffen, in roie roeit biese Slnstaltcn ben vor-gefchriebcnen Bcbingungcn geiiiigcir, oder roelche Vor-fchrungeit zu treffen finb, uin ben vorschriftsmahigkN Zustanb herzustcllen. Da in vielen Fallen bie Vor-ftcher folchct katholischen Institute sich geroeigerr haben, ben gesetzlichen Weisungen Folge zu leisten unb ber Obrigkcit, bit zur Ausubung bes Auf-sichtsrechtcs uncrlahlichcn Auffchliifsc zu geroiihren, so hat ber Cultusministcr nicht gesaumt, unter An-roendung ber ihm gesetzlich zusichcnbcn Befugniffe, folchcn Ansialtcn bie ihnen vom Staate beroilligten Gelbmittel einzubchalten obcr biefelben ganzlich zu schliehen. Von hervorrageitbcr Wichtigkcit sinb bie Bcstim-mungen besfelben Gcfctzes, dutch roelche bet Staats-regierung bas Recht zum Einspruch bci ber U cb c t * Itagung geiftlicher Aemtet bcigelegt roirb. Selbstvetstanblich haben die Behvtben von dtescm Recht in etfler Lime Gebtauch zu machen, roenn dem Anzustellenden die gesetzlichen Etfotderniffe zur Bckleidung cincs geistlichen Arntes fehlen, obet roenn dersclbe tvegen fchweter Vergehen bctn Sttafgcsetz Dcrfallcn ist. Autzctdcrn ist ber Einspruch zulaffig, roenn gcgen ben Anzusiellcnben Thatsachen votliegen, bie seine Anstellung als cine Gefaht fiir ben gesetz- gtemileton. Der Antichrist von Ernest Renan. (Fortsetzung.) Nach seinetn Bcispicl schicn alle Welt »out La-fter erfoht zu fcin. Es hatte sich etne Gcscllfchaft hassensroerthcr Jiinglingc gebilbet, roelche ben Na-men ber »Ritter bes Augustus" fiihrtcn unb benen keirte attberc ©efchnftiguttg oblag, als bctt Thot-Jjciten bes Eafar zu applaubietcn unb neue ungc-heuetliche Nachtsiude zu erfinben. Etne Stittbfluth bon BildCtn, roelche ber fchlechtc Gcfchmack cittgegc-bcn hatte, Platthciten, Wortfpiele, bie fiir komisch Saltcn, Gemeinhciten ber Strahe ergoffcit sich iiber Rom unb rourbcit gefuchte Mobefachc. Caligula hatte fchon bies Genre eingefuhrt, Nero bilbcte es Mr hochsten Vollkommcnheit aus. Ihm genugte es rucht, ben Triumphwagen in den Circus zu fuhren, sich offentlich heifer zu fchreien und in ber Provinz als Sanger aufzutretcn. Man fah ihn mit golbetten Netzctt sifchen, selbst seine Claqueurs heronbtlben, ein-gebilbete Triumphziige onfuhren, alle Kronen des antifen Griechenlands auf feinemHaupte vereinigen, unerhotte Fefte veranftalten und auf ben Theatern nicht zu nennenbe Rollen •fpielen. Die Utsache zu alien diesen Verittungen log in dem schlechten Geschmacke dcs Jahthnndcrts und in ber Wichtigkcit, bic man falschlicher Weise ber Kunst bes Vortrags vinbicierte unb wobei man nut auf ungeheures fah unb von SJionftrosiiatcn traumte^ Ueberall herrschte ber Mangel an Aufrichtigteit, eitt fades Genre, roie das det Ttagodicn bes Seneca, etne fiihne Geschicklichkcit, Eutpfinbungcu zu hcuchcln, bie nicht cmpfunben finb; als tugenbhafter Mann zu fptechen, trotzbeut manes nicht ist. Das Gigan-tische gait fiir crhabcn, bas Aesthctifche roar voll-ftiiudig vetfchrounben. Es roar bas Zeitalter ber Ko-loffalftatucu, beffett Glanzpttnkt in bent „Laokoon" gipsclt, einer gewih bcwundctttngsroiitdigen Statue, derett ganze Haltung abet zu sehr ber cities erstcn Tenor gleicht, roelchcr fcin hohes C zum beffett gibt, unb bei ber nut Schmerz des Kotpers zum roitk-lichcn Ausdruck gelangte. Man begnugte sich nicht mehr mit dem idealen Schmerze ber Niobe, ber immer noch eitte blenbenbc Schonheit zuruckstrahlt. Man vertangte bie wirklichc Wiebergabe bes phy-sischen Schmerzes. Man gefiet sich roie in bem 17. Jahrhunbett bet ber Betrachtmig tines Werkes von Puget. Die Sinne roaren abgenutzt. Das Volk war im vollsten Sinne des Wortes abgestumpft dutch die Schauspielt, abtr nicht ctwa dutch trnsthaftt Stucke, dutch reinigtnbk Tragodien, fonbern dutch Effecthaschereicn und Phantasmagorien. Det Geschmack fiir schamlose „lebende ©iiber" hatte sich verbreitet. Man wollte sich nicht mehr bamit begniigen, bit ausetlefenen Fabeln ber Dichtet in ber Einbilbung zu geniehcn, man wollte biese Szenen in Fleisch bargestellt schen mit all ihrcr Ziigtllosigkeit. Man gerieth in Extase vor diesen Gruppierungcn, vor diesen Stettungen. Man haschlc nach ben glanzenb-ften Efscctcn, bas Bcifallstufcn von 50,000 Men-schen hatte ctwas so betauschendes, dah ber Htrr-schct ^selbst nach ben Etfolgen bes Wagenlcnfers, des ©angers, dcs Schauspiclets geizte. Det Ruhm des Theaters iiberfirahlte alle iibrigcn. Kein cin« ziger VON all den Kaiscrn, die nicht stark an Geist roaren, fonnte sich ber Vcrsuchung etitziehen, sich Lorbccreit in biesen traurigcn Spi'elereien zu pfluckcn. Caligula hatte ben wenigen Vtrftanb, den tr noch besah, eiugebiiht, inbetti et seine Tage bamit vet-brachte, sich in bem Theater mit ben ubrigett Mu-higgangern zu zetstreuen. Abet fpatec sollten noch Evmmobus unb Saracalla mit Nero um bie Palme ber Narrheit nach biefet Richtung hin tingen. Die Lcibenfchaften wutben so erregt, bah Gesetze gtgt-ben roerben muhten, die ben Senatoren unb Rit-tern verboteti, in bie Arena zu fteigen unb sich dort ben Glabiatoren gleich abzufchlachten oder mit ben wildtn Btstien zu kampstn. Dtr Circus roar zum djeit und friedlichen Zustand des Landes erscheinen assen. Damit die Erhebung des Einspruchs in an-gemessencr Weise erfolgen fonite, find die geistlichen Oberen durch das Gesetz angewiesen, denjenigen Can-didatcn, bem eiit geistliches Aint iibertragen werden foil, bem OberprSsidenten zu beiienitcn. Nach dec auSdriicklichen Bestimmung des Gesetzes ist jede Uebertragung cities geistlichen Amtes, welche gegen die gesetzlichen Vorschriften verstoht und ohne Riick-sichtnahine auf das Einspruchsrecht bev welllichen Macht erfolgt, als iiicht geschehen zu erachten. Auher-bem ist jede gesetzwidrige Uebertragung oder Ueber-nahme eines geistlichen Amtes mit Strafe bedroht. Jm offenen Widerspruch mit bem Gebot des Landcsgesetzcs wurde in verschiedenen bischoflichen Sprengeln bev Versuch gemacht, g e i stli ch e Aein -ter zu besetzen, ohne dah den Oberprasideiiten die erforderlichc Anzeige gemacht und dadurch die Gelegenheit geboten warden ware, nach Matzgabe der Umstande Einspruch zu erheben. Von Seite der Behorden ist sosort in angemessener Weise einge-schritteu worden, urn bie wibergesetzlich vorgenom-inciicn Anstellungen fur ungiltig zu erklaren und die Bestrafung der Schuldigen herbeizufuhren. Man kanu nicht ernst genug auf die Bedeutung und bie Tragweitc dieser Vorgange hinweisen. Es ist im hochsten Landesinteresse nicht zu dulden, dah die Oberen einer Kirchengemeinschaft sich gegen die Herrschast der Gesetze auslehnen und nicht blos die Mwissen ihrer Glaubensgenossen beunruhigen, son-dern auch alle burgerlichen Verhaltnisse in Verwir-rung bi'ingeii. Misachtnng bis Gesetzes sordert die Siihne des Gesetzes heraus. In den neuen Gesetzen sind aber nicht blos Strafen gegen einzelne Vergehen angedroht, sondern auch die Fcille vorhergesehen, wo in durchgreisender Weise gegen Kirchendiener vor-gegangen werben muh, deren Verbleiben im Amte ut it der vfsentlichen Ordnung u n v e r t r a g l i ch e r s ch e i n t. Die neuen Kirchengesetze haben bindende Kraft fur die Regierung, wie fur die Geistlichkeit des Landes. Wie bie letztere verpflichtet ist, ihnen Ge-horsam zu leisten, so fallt ben Behiirden bie Ver-antwortlichkeit fiir ihre gewiffenhafte Ausfiihrung zu, und keine Riicksicht kann fie von berselben entbinben. Es bleibt baher ben Bischiisen keine Aussicht, bie Gesetze riickgangig zu inachen oder beren Wirksarnkeit zu vereiteln. Wenn sie in ihrer Unbotrnahigkeit verharren, so verfallen sie nicht nur den angedrohten Strafen und vertiefen den Bruch mit der weltlichen Obrigkeit, sondern sie schirdigen auch das Ansehen und die Macht der eigenen Kirche, welcher immer weitere Kreise der Bevolkerung entsremdet werden." Mittelpunkt des ossentlichen Lebens geworden. Der Rest der Welt schien nur geschaffen fiir das Ver-gniigen der Romer. Unaufhorlich tauchleu neue Er-findungen auf, entworfcn und ausgefiihrt von den kaiferlichen Trabanten. Das Volk stiirzte sich von Fest zu Fest, immer nur von bem letzten sprechend, wahrend es bas neue erwartete, bas man ihm deceits versprochen hatte. Dabei war es dem Fursten wohl geneigt, der aus seinem Leben ein Bacchanal ohne Enbe machte. Nero hatte burch diese schand-lichen Mittel sich somit cine Popularitat erworben, an der nicht gezweifelt werden kann. Als BeweiS hiefur diene allein, dah nach seinem Tode Otho auf ben Kaiserstuhl gelangen konnte, der daS Andenken an ihn wieder belebie, indent er ihn nachahmte und baron erinnerte, bag er selbst zu bem intimsten Kreise deS Nero gehiirt hatte. Dabei kann man nicht behaupten, dah bee Un-felige alles Gefuhles beraubt gewesen war und kein Herz fiir das Gute und SchSne gehabt hatte. Jm Gegentheil, statt unfahig der Freundfchaft zu fein, zeigte er sich sehr oft als tin guter Freund, und gerade das war es, daS ihn so oft grausam machte. Er wollte geliebt und bewundert fein seiner selbst willen, und er wurde aufgebracht gegen alle, welche ihm diese Gefuhle nicht eutgrgenbrachten. Von Natur Politische Rundschau. Laibach, 25. August. Inland. Einem auswartigen Blatte, dem ..Dresdner Journal", ist die Ehre zugedacht warden, die Action der Regierung beziiglich der Par l a-me n tswa hlen zu verrnthen. Hiernach roiirbeit die Wahlen der Wahlmanner erst in der letzten Halste des fommenden Monales vorgenommen und bei der Wahl selbst folgende Reihenfolge innegehalten werden: erstens Wahl der Abgeordneten aus den Landgemeindcn, danit aus der Gruppe der Grotz-grundbesitzer, und erst zuletzt solgen die Stadte und Handelskammern. Die gesammte Wahlperiode soll sich auf fiinf Wochen erstiecken. Das Organ des Cardinals Fursten Schwa r-z e n b e r g enthcilt die bedeutsame Erklarung, dah die Einheit der RechtSpartei gesprengt und die fruhere Kraft ermattet sei. Zcrrcihung und Verfall Habe in der Partei begonnen. Die Klage des Herrn Erzbischoss richtet sich in erster Reihe gegen jene czechischen Elemente, welche an der grohen klericalen Reaction, wie sie jetzt in Szene gesetzt werden soll, keinen Gesallen haben und lieber den Fiihrern den Gehorsam kundigen, als dah sie mit schmahlicher Preisgebung der freiheitlichen Prinzipien das eigene Verderben besiegelten. Jndessen steht der elezische Ton des „Czcch" in seltsamem Widerspruche mit den kuhnen Prophezeihungen der wiener klericalen Organe von der Annaherung!, die zwischen dem rechten und linken Fliigel der ultramontanen Scharen stattsindet. Jm Grunde scheint es doch auf eins hinauszukommen, und der Widerspruch zwischen dem geheimen Directorium in Wien und der Filiale in Prag mag darin wenigstens theilweise seine Losung finden: die Ultramontanen und Fcudalen wollen sich von der Allianz mit den nichtkirchlichrn Fodera-listen losmachen, wollen iiberhaupt auf die Durch-fiihrung des fSderalistischen Programing Verzicht leisten. Ist der Artikel des ..Baterland" vom 22. b. auch noch kein sormlicher Absagebries an bie Foderalisten, so ist er die diplomatische Vorbereitung zu einem solchen Schritte. In biefem Artikel wird die kirchliche Frage ganzlich in den Vordergrund gestellt, als allein entscheibenb fiir bie kllnftige Ge-staltung Oesterrcichs bezeichnet. Die „Pforten ber Holle", bas heiht ber aus birecten Wahlen hervor-gehenbe Reichsrath, werben sich offnen, unb bie auf Bismarcks Befehl in Szene zu fetzenbe Verfolgung ber katholischen Kirche in Oesterreich werse ihre Schatten voraus. Aber bie Kirche ist unbesiegbar, sie hat bas Versprechen ihres gotilichen Griinders, des Erlosers: „Die Pforten der HSlle werden sie war er eisersuchtig, argwohnisch und mistrauisch, und Heine Verrathereien setzten ihn in ben auhersten Zustand der Wuth. Fast stets traf seine Rache die, welche zu seinem intimen Kreise gehort haiten, aber, wie LucanuS, Vestinus, diese Vertraulichkeiten miS-brauchten und ermuthigt durch dieselben ihn ihren Spott fiihlen liehen. Denu er fuhlte es sehr wohl, wenn er sich lacherlich machte, und fiirchtete sehr, dah man es entbecfen konnte. Auch in feinen Nei-gungen zu Frauen herrfchte derfelbe Widerspruch. Neben einer Galvia Crispinella liebte er einige andete Frauen aufrichtig, und diese Frauen, wie die Pop-paa, Actaa, liebten ihn gleichermahen. Nach dem Tode der Poppaa, den seine wahnsinnige Brutalitat herbeigefiihrt hatte, bemachtigte sich seiner cine fast rflhrende Reue. Lange Zeit unterlug er dem Drucke dieser zartcn Empstndung. Dafiir hatte aber auch Poppaa Gefuhle fur ihn gehegt, die cine so hervor-ragcndc Person einem gewShnlichen Manne nicht bczcigt haben wiirde. Sie, cine Eourtisane der hohen Welt, war im hvchsten Grade geschtcft, dutch eine wohl berechnete, gesuchte Bescheidcnheit neue Reize zu erwecken und damit eine blendende Eleganz zu oerbiuden. Dabei bewahrte sie sich trotz ihrer Laster doch in threat Herzen einen gewissen Hang zur Religion, der sich zum Judaismus hinneigte. ! nicht iibenvaUigen." Und baher „hinweg mit aCleitt Schcrwenzcln mit dem Liberalisinus und heriibec zur „f a t h o t i f ch e tt ©char" der Rechtspartei". Die „katholische Schar" ist unbezahlbar; es genugt nicht mehr, sich der RechtSpartei anzuschliehen, matt muh sich mit der „katholischen Schar" berselben oereinigett. Das „Vaterland" driickt sich aber noch deutlicher aus, indent es seinen Artikel mit den Worten schlieht: „Heriiber zum gemeinschaftticheii Kampse fur das hoch st e alter R ech t e, itt met-chem die Wahrung und Achtung aller weltlichen Rechte ruht, mtigett sie Herrschern, Staaten, ein-zelnen Landern oder Jndividuen gehoreu." Die Foderalisten haben also blos fur das „hijchste aller Rechte", fiir das Recht des Syllabus unb des Papstes zu kampsen. Ist die Unsehlbarkeit des Papstes gerettet, battn hat das Recht ber Limber, also auch das »bohmische Staatsrecht" und das „Recht ber Herrscher", also auch bas Recht ber bohmischen Krone nicht viel mehr zu bcbcuteit. Anslaud. Die „Nat.-Ztg." bespricht die Annaherung D e n t s ch l a n d s an die s k a n d i -n a v i s ch c n Staaten und auhcrt sich dabei in ber folgendeit bemerkenswerthen Weise: „Der Jesuitis-mns ist rote ein zehrenbes Feuer, er sriht tntmer roeiter unb roeiter. Je grLher bie Klust zwischen Germaitcn und Romatten wird, je mehr sich die kirchlichen Gegensatze wie ut der Reformation zu-spitzen, desto dringender erhebt sich der Wunsch, dah alle Zweige des germanischen Stammes sich wieder vereinigen. Da ist von feincr lieber-und teiner Uttlerorbnuttg bie Rede; die Deutschen haben sich itie vennessen, an ber Spitze ber Civilisation rote bie Franzosen zu schreiten. Was rotr anstreben, ist ein sreies Biittbnis, eine engere Freund-schast mit unseren Stammgenossen, mit betten wir nicht nur bem Fleisch unb Blute nach eins, sondern auch im retigiofen Glauben, in ber politischen Weltanschauung wahlvenvandt sind. Der gcrmanische Geist roeitdet sich in Deutschland, in England unb im Norbett, gleich erschreckt unb entrustet von bem unroi'trbigen Pfaffengaukel-spiel itt Frankreich unb ber Halb grottesken, Halb tragischen Komobie ab, die Spanien unter bem er-lauchten unb so vielen Eblen theuem Namen der Republik aussuhrt. Die einen schleisen die Religion, die and cm die Freiheit in den Koth. Nach biefen Ereignissen zu urtheiten, scheint in der That der Genius europaischer Sultur sich von den Romanett abzuwenden, schcinett die Jdeen religiofer unb potiti-cher Freiheit allein noch bet ben Germanen citte ©tatte zu finden. Wenn roir aber in den hochsten Fragen einig ind, oerbunben durch denselben Glauben, dieselbe Gerade bas scheint Nero gereizt zu haben, wenn diese Frauen mit der Coketterie eine geroisse Frbm-migfeit zu verbinden muhten. Diese Gegensatze von Stolz unb Hingabe, diese gesuchte Schamhaftigkeit, welche Poppaea zur Schau trug, dadurch, dah sie halbverschleiert ausging, diese auSgcsuchte Sprache der Liebe unb bcsondcrs ber Cultus ihrer eigenen SchSnheit, ber sie, als ber Spiegel eines Tages ihr ein von Flccken eutstelltes Gesicht zeigte, zur Ver-zweiflung brachte und sie sich ben Tod wiinschen lieh, alle biese Ziige einer wohlberechnetcn Coketterie bemachtigten sich mit ber grohten Lcbhaftigfeit ber gliihenden Phantasie des juttgett WiistlingS, auf ben ber blohe Schein ber Scham einen iibermSchtigeit Einbrucf machte. So roerben roir auch bald fchen, wie Nero in seiner Rolle bed Antichrist eine geroisser-mahen neue Acsthctik fchafft unb sich zuerst weidet an beat Schauspiel der gcwaltsam entschlcierten Schamhaftigkeit der Christinnen; die ihm ergebene unb wollustige Poppaa verstand es, gleiche Gcsiihte bei ihm rege zu erhatten, unb auch ihr Tod zeigte noch, dah sie sich in ihren Beziehungen zu Nero eine geroisse Wurde zu bewahrm verstanden hatte. (Schlntz folgt.) itecatur mtb Kunst — bettit ist Thorwalbfen nicht Scrmanisch durch unb burch? — unb birs nicht von gestern, sonbrrn seit Jahrhunberten, fotlte ba bie Einstcht, bah wir auch fernerhin zusammenstehen Mussen, nicht tut Slanbe sein, bad bittere Nach-gefiihl vergangener Kampfe unb Krankangcn zu br-siegen? Wir hoffen, bah ber Besuch bes Kron-Prinzen ittt Norben bie versohnlichere Stimmung bet Norwegern, Schweden unb Diinen zu tautcrem Ausbruck bringcit unb bie ccftc Tyatsachr eines wahrhaftigen unb bauerttbeit Friebens zwischen ihnen unb uns sein wirb." In Frankceich ist ber Besuch bed bentschin Kronprinzen in K o p e n h a g e n nicht unbemertt geblieben. Siimmtliche pariser Journale betrachten Me danische Annaherungspolitik an Preuhen sehr misgunstig unb gtaubcn, bah bie norbschleswigsche Frage ihrer Erlebigung entgegengehe. Die Session b e r G e n e r a l r a t h e bringt kinige Abwechslung in bas polilische Leben Frank-teichg. In mehreren Generalrathen ging es gteich •it ber ersten Sitzung ziemlich sturtnisch zu. Jm Generalrath von Pcivas brachte ber Prasibent, Graf Rampant (Deputierter vvm linken Centrum), Thiers seine Danksagungen fur bie Befreiung bes Gebietes dar, roobei ihn Boissy b'Auglas unterbrach unb derlangte, bah man auch ber Nationalversammlung Erkenntlichkeit bezeige. Dcn Repnblikanern bes Generalraths gefiet diese Unterbrechnng nicht, unb fa stimmten beit Ruf an: Es tebe bie Republik! tootauf ber Prasibent ben Zwischensall mit ber Er-uiirung abschloh, bah, roettn titan ihn nicht unter-~rochett hatte, er auch von ber niitzlichen Unter-stirtzung gesprochen habett wurbe, roelche Versamm-'Ull9 uttb Land Herrn Thiers geliehett. Aehnlich tourbe Thiers ttoch in mehreren attberett General-Mssitzungen geriihmt, was theilweife zu lebhaften *Ne nicht cine geniigen, er besah deren auch ein utzend im schSnsten Schwarz, die Haare roaren so ^‘Ichnittcn, das si- das WachSthum simuli-rten. der Herzog seine Astrachan-Perriicke auffttzie, Itot l.en bie ^ingeweihten sicher fein, bier Tage $t(ret feinen TituS ecscheincn zu sehen. Seine Pro-beg 5!a*ten P jereihdnblern; auch »erfenbet bad wiener HauS nach alle» flSegenben gegen Postanweifung ober Nachnahme. t'fiibodi, 25. August. Hcitcr, schwacher ©iifcroeft. Warmer Morgens 6 Uhr -I- 13 2°, uachmittags 2 Uhr + 28 0“ C. (1872 + 27 2", 1871 + 21-2"). Barometer 736'75 Millimeter. Das gestrige Tagesmittel der Sarme + 19-7°, das vorgestrige + 2V 2°; beziehungsiveise urn 1'2° und 2 2 liber dem Normale. Angekommene Fremde. Ain 24. August. Bffotel Strnit Wle«. Gertscbar, Unterkrain. — Baron Edelsheim, Oberstlieut., sammt Familie; Schneemann und Hauptmann, Kflte., Wien. Elefmit. Fiirst Salm-Reifferscheid, Ren-Cilli. — Teyber, BLhmcn. — Finetti, Pvstbeamte, s. Tochter, Samoja s. Familie mtb Gouvernante, uud Buchberger, Triest. — Hofbauer, Fabrikant, Neumarktl. — Schuller, Pfarrer, Trebelcr. — Doliner, Pfarrer, St. Johaunis-thal. — Zu^ek und Plut, Missiouare, Nordamerika. — Merk, Bezirkscommissar, s. Mntter, und Kristian, k. k. Hoshutfabrikant, Wien. Hotel Europn. Povse, Schwarzenberg. — v. Fluck, LandeSgerichtsprLsibent; Dr. Mati, uud Hermann, Rauch-warenhiindler, Triest. — Plesko, Verchpolje. — Dr. Jenko, k. k. Bezirksarzt, s. Gattin, Leibniz. — Klimpel, Schul-leiter, Werustadt. Stermvnrte. Segela, Hansierer, Gorz. — Dovar, Lehrer, Gottjchee. —' Abelc, Kfm., Wieu. — Thelian, Pfarrer, Altlag. I4nlser von Oesterrcicl*. GaSparntti, Triest. Iflolircn. Mauritzi, und Petrič s. Frau, Pest. - Grey Maria, Tarvis. — Zagar, Pfarrer, Agram. — Danke, Cadet, Fiume. — Grobelma, Holzhandler, St. Peter. — Terschan, Kfm., Triest. — Tarman, Kfm., GLrz.________ Gcdenktafel fiber bie am 2 6. Slugu ft 1873 stattfindenden Licitationen. 1. Feilb., Ferjancik'sche Real., Sagolize, BG. Wippach. — Rilic. Weitz'scher Real., Altfriesach, BG. i@ott)chee. — 2. Feilb., Supancič'sche Real., Nenberg, BG. Gurkfeld. — 1. Feilb., O.lak'sche Neal., Jelitschenwerch, BG. Jdria. --1. Fcilb., CeZnik'fche Real., Palčje, BG. Adelsberg. — 1. Feilb., MilharWsche Real., Hraše, BG. Adelsberg. — 3. Feilb., Znidarsii'sche Real., Kosarsche, BG. Laas. — 3. Feilb., Eelhar'sche Real.. Peteline, BG. Adelsberg. — 2. Feilb., Jerman'sche Real., Tschernembl, BG. Tschernembl. — 2. Feilb., Perjatel'sche Real., Reifniz, BG. Reifniz. Berstorbene. Den 23. August. Martin Petrii, Jnwohner, 51 I., Civilspilal, Erschiipfung der Kraste. — Gertrand Dolničar, Arbeiterskiud, 3 I., Cwilspital, Zehrfieber. — Eduard Herd, Zigarrenfabriksarbeiterskind, 2 I. und 5 M., Elisabeth-Kinderspital in der Polanavorstadt Nr. 67, schwarze Blattern. — Maria Kapalz, Jngenienrskiud, 3 T. und 8 St., Ka-puziuervorstadt Nr. 56, Schwache infolge der Friihgeburt. — Mario Gutmann, Werkmeisterskind, 9 M., Stadt Nr. 61, Fraisen infolge Keuchhusten. Den 24. August. Mathias Moranbim, Maurer, alt 48 I., Civilspilal, iufolge zufallig crlittener Berletznng. — Maria Ham, Fleischhanerskind, 11 M, St. Petersvor-stadt Nr. 38, Ruhr. J m M ilitar spital. Den 3. August. Valentin Cziuer, Zngssuhrer vom 46. Jnfanterieregiment, dritte Compaguie, Bauchtyphus. Den 7. August. Jgnaz Wornitza, Uuterkanonicr vom 12. Artillerieregimeut, Batterie 7, Tuberculose. Lottoziehnng vom 23. Angnst. Wien: 63 46 12 51 24. Graz: 44 69 76 49 79. Telegramme. Orig.-Telegr. d cS „Laib. Tagblatt." Paris, 34. August. Das Kriegs-gcricht in Angelegenheit der Commune verurtheilte eiucu Berhafteten und sunf andere in coiitninatiam znm Tode. — Die „Assemblve" demeutiert alle uber die Prinzen verbrciteteu Nachrichteu uud sagt: Das cinzig Wahre ist, daft zwischen den Prinzen des franzvsischen Hanses votl< standige Einigkeit herrscht; autzer dieser Thatsache ward keinerlei Plan sestgesetzt, keinerlei Cntschlust gefafit und sand kei-^ uerlei Cousereuz statt. Haag, 34. August. Das Gesammt-miuisteriurn demiffiouierte. iliuionce. Vom 1. September d. I. an findet bei dein Geineiuvcam^ 9ienmni'lt( ein ltdiger Schreibgehilft bleibende Besckiistiguug. Daraus Reflectierende mogen sick diessalls brieflich oder insbesondere dnrch pcrsonliche Vor-stellung mit Vorweisimg allsalliger anempfehlenderDocumente verwenden. (460) Neumarktl, 23. August 1873. Schelesnlkar, Bilrgermeister. Wiener Vorse vom 2». August. ' Stnatsfcnds. ! ®etb Lperc. Rente, ost.PaP. 70.30 Mb. bio. oft. in Silo.! 73.40 Me von 1854 . . . •: 93.— vose von i860, gonje 102 50 iiofe von 1860, Siinft 110 50 Pramienfch. v. 1864 ,139.50 Grundcntl. - Obi. Steiermark zn 5 pCt.! 90,-»arnten. Krain. u. Kiistenlanb 5 „ 89.50 Ungatn zu. . 5 „ i 75 60| firoat.u. Slav. 5 Ware 70.50 73.50 93.51 103. 111.— 140.- 01.— 90.60 76.50 Bichenbiirg. zu 5 „ Action. Natioualbank ... Union - Bank ... Sretitanftalt . • • 91. i). Eseompte-Gef »nglo.-Lsterr.Banl . Deft. Bobeucreb.-A.. Oest. HVP°th.-Ba»k. etcier. Lscompt.-Bk. Franco - Austria . . »ais. Ferd.-Norbb. . Eildb^n-Gefellfch. . Lais. Slifabeth-Bahn. Larl-Lubwig-Bahu. . Eiebenb. Eif-nbahn. CtaatSbahn . . . . Lais. Franz-Jofef«b.. fttinfl..»atcfer MsSld-Fium. «ahu . Pfandbriofo. Ration. S.W. «-rl°Sb. nna. »od.-Lredttanst. Wig. 8ft.»ob..««bit. Me. 1b88 3. rtdj. . 78.— : 80.— 971____,973.- 147.£0:147,— 244.- 245.-990. | 1000, 196.50 197.-248.— 2E0.— 83.75 84,25 2070 2075 184.50 185,— 218.50 219.50 219.50 220.50 151.-336 50 214 — 164.— 90.20 83,— 99.75 87.- 152 337,— 215.— I6sl— 90.40 100.25 87.25 ! @elb liBati Oest. Hhpoth.-Banl^ 91.50| 92.-ViioriliUs-Obl. 110.— 82. 130.25 103.- Siibb.-Gef.zn 500 Fr. bto. BonS 6 vCt. Norbwb. (100 ft. CM.) Sieb.-B.