9tr. 44 Freitag, li.^n mit l-'«. bei dreimaliger mit kr. tierechnet, wozil für jedesmalige Äinschaltung 30 kr. Jttseratett'Zten»pel.;eb,Ihr kommen. Znr ^1« jchichle tti's Tnizc.^. Aus Tüdtirol tvird ein btniclk,nsivtrther Ulnschwung in dcr Slimmuttq der Bevölkerung gemeldet. Die Folj;e davoil dürste zunächst sein, daß sich die Wälschtirolkr Abj^eorl'ncten an den Btthandlungen de» Landtag» brthclligeii «Verden. — Der Ungarische Lloyd «rlialt auS Wien eine Mttthtilnng. welche ivohl nur alS kanm beglündcteS Gerslcht zu be« tlachtkN ist. lZs wird dem genannten ^Platte nämlich gsschrieb n: Man erzählt sich hier vou einer angeblichen Absicht Ludlvi., Kossuth'S. diesmal sich nicht aus eine schriftliche Widell.gung der ,^tgen ihn geschleuderltn Borwürse beschränken zu wollen, sondern in Person vor dlrsellie B^rsamm-lung hinzutreten, in ivclcher Vrnelal Pkrezel e» sür angemess'n fand, ihn anzugreisen. Nachrichten über dieSsallige Kossuth sche Absichten sollen am Vorigen Freitag in Of.u eingetroffen sein. Der Birichtekstatter deS „UniverS" schreibt auS Rom über die S t el l n n g d e r K u ri e zu Oesterreich: „CS peht daS Geriicht. ftalcinelli weide d>mnächst in Rom cinlressen. da MtNi hier überzeugt ist. der Kais»r von Oesterreich tverde den von den Katnn.ern beschlossenen GelcPen seine Genehmigung tücht verlveigern. und der Rulilius sein B,rbl,lbtN an einem von d,r rcvolutionärrn Strömung sort^^erissenen Hofe nicht mehr sür nöthig hält." — Oesterreich. taS müde ist. ker einzige Sta..t in ganz Surop., zn sein, in welchem in Ehe« und Schnlsachen die Beschlüsse der Tkidentiner Kirtlenversammlung Geltung haben, nivd nach der römischen Auffassung sortgerissen von der „revolutionären Strömung". WaS über daS Konkordat hinausgcht, ist Nevolutiou — dies ist allerdings eine bequeme Erklärung. Die Hetzerei gegen die Zuden in Rumänien hat bereits ihre traurigen Früchte getragen. Im moldau'schiN Bezirke Bacau sind über fünfhnndert israelitische Familien, darunter viele österreichische. auS ihren Wohnsitz n veririeben lvorden und irren nun obdachlos unther. Daß eS hiebti an Plünderungsscenrn ebensowenig, lvie leinerzeit bei den traurigen Borgang u in Betlad, gefehlt l)«den wird, laßt sich denken. — Die österreichische Regierung wird ihre Staatsbürger zu schirmen wissen. Die türkische Regierung sucht sich in ihrer Geldnoth zu hclscn. Ms j tzt war daS Hausgeflügel (vornehmlich Hühner) der einzige Geglnstaxd. der unb steuert blieb ; von Schlveinen. Schafen. Kühen. Ochsen. Pferden dagegen erhol» man eine kaum erschwingbare Abgabe. Run hat. die Regierung auch Giflügkl mit einer uiwerhältnißmäbigen Steuer belastet' — und wie der letzte Tropfen st tS den Becher überschäumen macht, so hat diese neue Steuer die Berztveistung der RajaS auf den Gipfel getrieben. Mehrere Familien verließen bereits ihre He'mat und flüchten auf serbisches Gebiet und ivird dieser Tage eine zahlreiche Gruppe nachfolgen. Während man in Noten und Rothbüchern den Fortschritt der Türkei preist, gehen in der Wirklichkeit Dinge daselbst vor. die selbst die tvärmsten Türkensreunde ernüchtern könnten. CS ist in der Thtt unmöglich, eine Spur von Fort-schritt im ottomannlschen Reiche zn bemerken, während die Willkürakte das Land immer sicherer dem Rnin entgegentreiben. Wem ist damit ge» dient, wenn die christlichen Nationen ausgesaugt, zu Bettlern gemacht werden, während daS ottomannische Rrich doch seinem herfalle entgegen» eilt ? Dem Wellen? Die linzige Möglichkeit, den Orient frei zu machen und ihn gegen ErobcrnngSgelüste zu schützeu. lieg» darin, daß man den rechttnäßigen Forderungen der Ltjristen im Osten Rechnung trägt. Sonst tvild C'iropa mit eig-ner Hand sich die schrecklichsten, allergrößten Gefal)ren bereiten. Im Römischen bemerkt nlan wieder verdächtige Bewegungen der Aaribaldianer. Am 31. Marz ist plötzlich der Kommandant der «ngels-bürg. Oberftlieutenant Pifseri. verhaftet und in daS Gefängniß dieser Eitadille eingrschlossen worden. Er ivurde zugleich sofort abgesetzt und durch deu Major Petrelli ersetzt. „Die Ulsachen dieser Verhaftung eines höheren Offiziers." schreibt der römische Berichterstatl r der Kölner Ztg. „sind noch nicht hinreichend bekannt. Pifferi galt seit langer Zeit für elnen Liberalen und einen warmen Freund Italiens und selbst Garibaldi s, aber zugleich sür einen Ehrenmann, der seiner Fahne aus daS treueste ergeben sei. Man sagt nun. er habe einen Photographen biS zitm Fuße d.S ver« goldeteu Engels hinaussteigen und ihn dort die neuen FestungSweike auf-nlhtncn lassen, um dies? Bilder der italienischen Regierung zu übermitteln. Dieser ganze Borgang zeigt wieder, wie wenig die Regiernng sich auf die einheimischen Truppen verlaffen kann, deren Sympathien der Sache Italiens Eine settsame 's r a «. Von Ä. S (ll. Foltsttzung) „Verzeihung, mein Herr, wenn ich beharre. Die Welt liebt eS. zu übertreiben, und sie Vernrtbeilt oft eine Frau nach dem bloßen Scheine. Wenn Sie nnn der Gattin ihreS Neffen unrecht grthan hätten?" „O. Mak^auie, dann will ich mein llnrecht bekennen, dann will ich die ersten Grimde sollen lassen, wie auch bereits g'scheiun. und verhurate mich au» Achtmtg und Liebe." „Ihre Dienerin, min Herr!" sagte Iosephine. sich slvlz verneigend. „Damit tväre ich znsrieden gestellt, aber nicht ihr armer Neffe, den Eie doch nicht vergessen dürfen." „Ich wünsche ihm. daß er eine eben so schöne und achtbare Frau besitz«u möge, alS mir daS Glück in Ihnen. Ntadame, zugeführt hat." „Und tvenn dies der Fall ist?" sragte Iosephine mit einem reizen-den Lächeln. „O. ich kann AlleS versprechen, denn dieser Fall wird nicht eiil. treten ," ries der Major. „Sie machen mich eriöthen. mein Herr! Sie dehnen Ihre Galan» terie l)iS zu einem Grade aus —" „Wie Sie Ihre Bescheldenl)rit und Gutherzigkeit, tlieuere Josephine! Bei meiner Ehre." sügte er seurig hinzn und indem er ihre Hand ergriff, „gleicht Philipp'» Frau Ihnen, so soll ee sich über mich nicht zu beklagen haben, denn ich finde seine Leidenschaft eikläilich. Und da Sie doch ein-mal meine Unlversalerl»in sind denn da» Testament spücht nur von einer Frau — so g«be ich Ihnen Bolltnacht, die jungen Leute zu beden« ken. Aber finden sich Makel, ist sie eine Berschwendlriu „Sie selbst sollen urtheilen, tittin Herr! Doch sorgen wir zunächst, daß wir die Dame kennen lernen. Und bi» dahin bilte ich. jede tveitere Ftststelluug aufzuschieben, denn ich möchte den Tag. der mir ans immer die Achtnng und Liebe eineS EhrenmanneS sichert, durch einen Akt der Milde und Bersöhnuug weihen. .Ich tailu Ihr Vermögen nicht annehmen. bevor ich nicht weiß, daß keine Thräne darum siießt. Dies mag die erste Bitte Jhr.r Braut sein „Und ich gewähre sie. obgleich mein Glück Vrrzögert tvird!" rief der Major, indem er ihr einen Ring an den Finger steckte." „Den »»einigen erhalten Sie an dem Tage der Entscheidung, und bi» dahin bleiben Sie in ^^eipzig, damit sich daS angeknüpfte Band frstee schlinge." Der entzückte Liebhaber bat um einen Kuß. und Josephine tief. errÜ« thend. geivährte ihn. Ällan t'esprach nun die «itizuleitendenden Schritte, '.IM die Erben zu ermitteln, und über ihren Charakter Forschungen anzu-st lleu. Nach einer halben Stunde schied der Major mit der Versicherung, daß er noch an demselben Tage seinem Korrcspondenten in Berlin schreiben lvürde. Ntiutn hatte er sich entfernt, als Philipp in den Saal stürzte. — „Iosephine." ries er überwältigt, „j.pt begr.ise ich Dich! Verzeihe mir. denn ich sündigte gegen Dich, tveil ich Dich bis zur Anbetung liebe!" Sie hing sich an srinen HalS und ftnstelte unter Thränen: „Ich liabe Dir nie gezürnt. Philipp, weil ich Deii, Herz kenne! Du leistetest meinetivegen Verzicht aus das Vermögen Deine» OnkelS — ich erachtete eS für Pflicht, eS Dir zu erhalten. DaS Geheimniß, das ich bctvahrte. ivar Dein eigene», und ich würde eS preisgegeben haben, liätte ich den Erfolg nieineS kleinen Kunststückes voraussehen können. Dies lvirst Du olzue Zweifel der Eitelkeit zu Gute halten, von der keine Frau frei ist." „Wie aber hast Du erfahret». d"ß ich überhaupt einen Oukel habe, und anf »»'eichen» Fuße ich mit ihm stehe?" „Der Znfall ward zuin Verräth'r Duner großitiütliigel'. Diskretion gegen Mich. In meinem Zitnmer in Veilin vnlorst Dn den letzten Brief DeiNtS OnkelS. der mir völligen Ansschlnß über die obwalt'nden Verhält« nlf'se gab. Cr kündigte Dir selbst seine bevorstehende Verheiratung an. Da ich wußte, daß eS Dir Knminer machen tvürde. «»»euu »nir daS Ur-lh.il Deines OnkelS über »nich bekannt wiirde. so Verschtvieg ich Dir den Fund und verschloß den Brief. Nun machtest Du die Reise. UtN Dein gelte«. Auch spricht «a» hicr wieder vo» de« Eiatreffe» sehr zahlreicher itaiienilcher Agkntea. welche behufs Erreguug von Unruhen und Ver« leitung der Soldaten zur Fahnenflucht gekommen seilN. Jede Nacht finden hier Haussuchungen statt, in der Rächt vom 29. auf de« 30. März allroht. Zur Mitwirkung an dieser Rechtsanstalt muß im Rechtstaate gesetzlich-befähigt sei«, iver daS natürliche Recht besitzt, als Bollbürger erklärt zu iverdei» — also jeder Großjährige von unbescholtenem Charakter. Ob die brsondere Besähigung demselben zugetraut tvird. entscheidet die Ge» schwornenwahl. die Richtablehnnng von Seite des Staatsanwaltes und des Angeklagte». Die Eint Heilung der Staatsgenoffen in Zivanzigguldeu Mäi uer und tvie dieselben noch heißen mögen, entspricht zwar dem herrschenden >Ay^ steine; aUei» dieseS System ist noch nicht die Anerkennung der Rechts' gleichheit. die wir anstreben. Eilte und Gesetz »viiken aufeinander. Ve-schli'ßen die Reichsräthe, daß der Geschworne erst beim Fünsgulden' Maime ansängt, so müssen lvie uns sügen, wenn der Beschluß zum Gesetz erholen wird; die FünfguldeN'Männer uud Iel»e. lvelche sie l)azu gemacht, steht» grundsätzlich aber auf derselben Stufe, wo einst behauptet worden, der Mensch fange erst beim Frciherrn an. Wir muffen uns dem Gesetze fügen, wenn nenerdlngS die Steuer. zu« Verthmeffer des Staatsbürgers dienen soll. Wenn aber die Sitte bleibt und befestigt wird, die Menschen nach dem Besitze von Geld nnd Gut zu schätzen, dann tragen wir keinen Theil an dieser Schuld. Möge der ReichSrath sich zu einem Bau entschließen, ivelcher ans der unerschütterlichen Grundlage des elvigen Menschen« und Staatsbürger-rechtes fußt und nicht aiS tvandelbare. politische iSinrichtung den Partei-stürmen preisgegeben ist. Selbsthilfe ««d StaatthUfe. Schulze Delitzsch hat neulich im Berliner Arbeiterverein eine Rede über Selbsthilfe uud StaatShilfe gehalten, deren Wiedergabe wir sowohl wegen der Bedeutung deS Mannes, »vie des Gegenstandes der Rede sür gerechtfertigt halten. Det Gedankengang jener Rel)e lvar etwa folgender: „StaatShilfe und Selbsthilfe", diese Worte enthalten zwei wichtige Grundsäße, die noch vielfache aufmerksame Erörterungen verdienen. Der Grnndsatz der Selbsthilse beruht daraus, daß jsd»en. Er muß einschreiten, ivenn an einem einzelnen Orte Zustände vorhanden sind, welche die Lrisinngsfähigkut dcs Ein. Atluen hindern. (Schluß folgt.) vermischte Nachrichten. (Ja den Bereinigten Staaten von Nordamerika) erscheinen gegentvärtig 171 dentsche Zeitungen, darunter 46 tägliche. Die älteste darunter der „Steading Adler", wurde vor 72 Iahren gegründet. Das stärkste Kontingent liesert Pennsylvanien mit 28. davon 6 ttiglichen Blättern. Dann solgt Relv-Aork mit 26 (7 tägliche). Ohio mit 19 t3 tägliche). Illinois 16 (5 täjtliche). Wisconsin Z2 (3 tägliche). Missouri N ^tägliche), Indiana 9 (3 tägliche). Neiv.Iers.y 6 (3 tägliche). Nebraska. Tennessee und Kansas haben jede 6. Minnesota 4, Kentucky 3. ebenso auch Maryland und Michigan, Texas 2. Kalifornien 2 tägliche. Louisiana 1 tägliches. (DerAnsschuß des schweizerischen Schützenvereins) hat in Folge des Aufrufes für das Bundesschießen in Wien nachstehende Anttvort gegeben; „Hochgeehrte Herren! Deutsche Schüken ! Dem mit begeistertem Jubel aufgenommenen Gruße, den die deutsche Kaiser- und Schützenhauptstodt Wien dcn Schtveizerschühen an ihrem letztjährigen Feste in Schtvyz geboten, i^aben Sie Ausruf und Einladung zum Besuche des großen deutschen Schützenfcstes. welches am 26. Juli d. Jahres in Wien beginnt, in freundlichster Weise solgen laffen. Wir verdanken die hiednrch den Cchweizerschützen wie dem Schwrizerlande eriviesene Ehre. Es freut uns. konftatiren zu können, daß der Ruf lius der altlierühmten Donaustadt in den Herzen nicht nur der Schweizerschützeu. sondetn auch des ganzen Echweizetvolkes den freudigsten Widerhall wachgerufen l)at. Dieser Widlr-haN ist uns Bürge, daß die Schweizerschützen in sehr zahlreichem, festlichrm Zuge durch lebhafte Zheilnahme die an sie ergangene Einladung zu ehren wissen werden usw." (A u s tv a n d e r u n g.) Die diesmalige Befölderung von Ansivan-derern ist. eitlem Berichte der „Weser Zeitung" aus Bremen zufolge, eine der stärksten. Seit nlehrcren Tagen schon ficht man sie schaarenweise durch die Straßen ziehen, und schützt man die Zahl auf 6- 7- bis 8000. Die Expedienten arbeiten mit verstärkt»m Personale Tag und Rächt. Sachsen. Schlesien. Thüringen. Pommern sind zahlreich vertreten; daS bedeutendste Kontingent stellt aber Böhmen. In einigen Tagen wird eine Flotille von 16 bis 17 Schiffen aus dem Bremer Hafen segeln, um diese Europauiüdcn nach Amenka zu sühren. (Die Lockerung des UntergruIldes.) Gelegentlich der 36. Hauptversammlung drs landwirthschaftlicheu Vereins der Provinz Rhein« Preußen hatte Gutsbesitzer v. Fellenberg zu Merzig zwei Garben Hafer anegestcllt. tvelche aus demselben Boden, in gleichem Düngerzuftande und gleiher Saatzeit grwtichsen. nur mit dun Unterschiede, daß ein Theil deS betreffenden Ackers noch vor Winter mit dem Untergrundspfluge befahren lvorden. der andere nicht. Die Hasergarbe von dem mit dem Uutergrunds-pflüge befahrenen Stücke tvar nicht weniger als einen Fuß länger als die andere und tvog beinahe noch einmal so schtver. tvietvohl beide in gleicher Zeillängt lagen uud gleichmäßig angezogen waren. Anch die landtvirth« schaftliche Lehranstalt ln Worms hat eine Reihe iveiterer Versuche über die Wirkung der Untergruudslockelung aus Kartoffeln anssühren lassen. So iveit die Ergebnisse bis jetzt zusammengestellt sind, hatten die Versuchsstücke mit gelockertem Untci'grundk gegenüber den sonst gleichmäßig behandelten Stücken ohne Untergrundslockernng durschnittlich 27 Mehrertrag, mit Aufnahme auf jenen Aeckern. die einen undurchlassenden Untergrund hatten, lvo sich eine Verminderung des Ertrags nach der Untergrnndslockerung herausstellte. Diese Btvliachtung steht im Einklänge mit den Ersahrungen, wonach auf Aeckern mit nndurchlaffendem Untergrunde die Drainage zur Untergrundslockernng des Bodens vorausgehen mnß. (Der M i l itä r staa t.) Die „Demokratische Korrespondenz" ivandte sich neulich in einem Aufsatze „Drei Worte für das Bürgerthum" ge.itt! das Ha,iptg. blechen unserer Zeit, das in der steten unseligen Kriegs-bereilschajt der Staaten besteht. Der Militärismus bildet für unfere Zeit einen dreifachen Fluch: Der MililärismuS verivendet Arbeitsertrag für niiproduktive Ztvecke. d. h. er vergeudet. Der Militärismus entzieht At-beitskraft produktiven Zwecken, d. h. et schafft Nicht. Der Militärismus belastet und hindert Arbeitsentwickelnnj^ d. h. er lälimt und »ödtet. Das sind drei Worte, die sollte sich jeder Bürger über s.in Veschäftszimmer, jeder Arbeiter über seiue Werkstatt, jeder Bauer über seine Tenne schreiben; dann hat er den Frind leibhaftig vor Augen, der ihm nach Leib nnd Lelien, nach feiner Hände Gut. nach seiner Kinder Blnt strebt ; dann haben sie alle die gleiche Mahnung vor Auge», zusammenzutreten nnd zusammenzustehen zu dem einen ehrlichen Kampfe, und jeden Versuch abzutveisen. der sie scheiden will, ehe der gemeinsame Todfeind mit Stumpf und Stiel vernichtet ist. Die Regicrungen müssen durch die immer klarer »verdende Ueberzeugung in den Büegerkreisen gezwungen werden, eine ganz sriedliche Politik zu treiben. (Ermäßigung dcs Salzpreises.) Einer Meldnng aus Pest zusolge haben dieser Tage die beiden Finanzininister den Salzpreis ans 5 fl 80 kr. vereinbart. waS eine sehr erhebliche Ermäßigung (von bliliittfig 2 fl) ist. (L a n d w i r t hs ch as t li che r Verein in Gloggnitz.) Der Ausschuß dcs landwirthschastlichen Bezirksvereins Gloggnitz versucht Heuer e» zum erstenmal?, gemeinverständliche Vorträge zu halten, und Hot hiezu nicht nnr die Mitglieder des Bezirksvereins. sondern auch alle Freunde der Landwirthschaft nnv der Verbreitung nützlicher Kenntnisse höflichst eingeladen. indtM er ein ganz besondetes Gewicht darauf legte, daß dieser Einladung auch Franen recht zahlreich folgen möchten. Am 4. d. M. fand der erste Vortragsabend statt. Derselbe ivurde mit einer Einleitung des Obmannes begonnen. Daran schlössen sich Vorträ,e über die richtige Ausnittzuug der HauSgärten. über Gesundheitspflege, und über verschiedene Verhältnisse des Bezirkes. CS ist ein sehr dankenstverthes Unternel)Mrn, in solcher Weise Bildung uud tvifsenschastliche Kenntnisse zu verbreiten und die ländliche Vevölkernng anzuregen. Marburger Berichte. (Todesfall.) Am 4. d. M. fiel der zlveijährige Knabe des Grundbesitzers Dworschak in Unter-Gasterei. Bez. St. Leonhardt, in die Mistpfül^e, welche sich neben dem Stalle befindet, und ertrank. (Aufgefundener Leichnam.) In der Gemeinde Wlttmath — am Ufer oer Drau, nahe bcitn Stnrmwirth — ist am 6. April ein männlicher Llichnatn gefunden lvorden. der mehrere Wochen im Wasser gelegen. Das Haupt war Mit schivarzen Haaren bedeckt. daS Gesicht ganz unkennttich: dunkelgraue Tuchhosen, eine gewirkte wollene Unterjacke und ein Stiefel am rechten Fuß bildeten die ganze Bekleidung: der linke Fuß ivar unter m .<^nie gebrochen. In der Hosentasche befand sich eine Brieftasche Uiid in derselben eine Rechnung mit Bleistift s^eschrirben. aus ivelcher sich mit Deutlichkeit entnehnien läßt, daß „Simon Poglitsch der Maria Wlnkler 64 fl. 10 kr. schuldig gewesen." (F nßwaschnn g.) Jene zwölf Greise, an ivelchen gestern die i^'ußwaschun^^ vor.lenommen worden, sind die Herren: Paul Demscher (86 Jahr,). Michael Pelzl (84). Jonas Stübler (83), Joseph Wallheger (82). Josepl) Et'er (82). Joseph Bandh^ner (76). Jos,pH Windisch (73). Franz Dadie (72). Bl.^sins Koß (72). Williklm Sartori (72). Michael Kossär (71) unv Jakob Treml (66). znsamttten: 919 Jahre. Paul Demscher. der älteste dieser Männer, versieht noch den Dicnst eines Nachttvächters ilnd darf sich wahricheinlich rühmen, dei älteste Nachtivächter zu sein auf dem tveiten Erdenrund. (La ndwirthschastliche Filiale) In der Sißnng der iandwirtljschastl. Filiale vom 8. d. M. tvurde Hr. yried. Vrandstätter als Mit« glied aufgenommen. Der Obmann. Herr Dr. Mulle, ergriff daS Wort. utN sein Verhalten in der Mantijfrage zu rechtserti«jen; er stü^te sich auf ine telegraphische Meldung und aus ein Schreiben des Herrn Baron W. und erkiälte. daß er nichts veranlaßt habe. lvaS die Interessen der Land-wirthschast gesährk^en könnte, ja. de.b er stets die freisinnigste Erledigung der Moulhfrage befürwortet habe. ?tachd.m.noch die Herren: Haupt-mann Seidl. Friedrich Vrandstätter. Dr. Doiiiinkusch. Dr. viadey und Perko hierüber gesprochen, stellte Letzicrer den Antrog. zu erklären: die Auslegungen und Besch»ldiguns^ei» in dieser Flage gründen sich auf ein bloßes Mlßverständniß nnd sei nunmehr die Angelegenheit für alle Theile als vollkommen betllichen anzuschen — was allgemeine Zustimmung sand. — Herr Dr. Mulle beantingte. die Filiale irolle sich der Besch'»>erde der Bezirttvertretuag vom 23. Dezember v. I.. betreffend die Wirth-schaftssuhren anschließen, die Bezirtsvertretung um eine Abschrist dieser Vrschwerde ersuchen und diestlbe dem Central Ausschuß der Lt^nd virth« schasts'GestUschaft zur Borlage an das Ainanzminislerium übkrrcichrn. Ein Ausschuß don 3 Mitgliedrrn soll aus Grundlage der nesammelten Ersahrunz^ln rine neue Mouthordnung in Betreff dcr WirtljschastSsuhren mit genauer Vcslimmung des Begriffs verfasscn und in der nächsten Sitzung voiletirn. Herr Hauptmann Stidl ivünschte. die Filiale möt^c sich auch drn Beschwerden der Marburger Bolksvcrsammlnnt; vom 4. Februar l. I. anschliche«. Herr Dr. Domintusch machte den Zus^: ,.iu soweit diestll»cn nicht bereits ihre Erledi,lung gefunden " Herr Dr. Radey thtilte mit. daß die Gemeinde LeitelSberg sich an daS Ministerium gewandt mit dem Gesuch, dieselbe als Mautliort zu erklären ; der Kall sei noch nicht elledigt und darum stelle er den Antrag: die Filiale möge auch dieses Verlangen besürwortln. Herr Brandstätter beantragte, der Dreier-Ausschuh habe sich auch mit der Frage zu tiefassen, wie das jetzige Mautherträgniß in anderer Weise sichergestellt werden könne. Würde das Land die Mauthen dem Reiche ablösen und aufhci»kn. so wäre nur eine Erhöhung der Landesumlagen von 5'/,"/^ erforderlich. Käme der Dreier Ausschuß nicht zu dem Entschluß, rine derartige SichersteUung zu bean ttagen. so hätte er sür diesen Fall eine neue Mauthordnung zu ent Wersen, die von der Gesetzgebung zu benutzen wäre. Sämmtliche Anträge wurden angenommen. — Herr Brandstätter erinnrrte an die Verheißung des Miniflerialrathes Dejiaty. daß die Urtheilsvollziehung in Mauth klagen, die noch nicht ftattgesunden. bis zum Austrag der Sache einge-stellt werde. Die Finanzbehördc mache jedoch einen Unterschied zwischen Beschwerden, die noch nicht beurtheilt worden nnd solchen, worüber schon Urth ile grsällt worden, und vollstrecke dicse letzteren. Herr Hauptmann Seidl brachte zur Kenntn'ß. daß Herr von Deßa>y. als von diesen Be-schwcrden gesprochen worden, zu ihm und Herrn Brandstätter unausgesor' der! gesagt: ..Zu Ihrer Wissenschaft theile ich Ihnen mit. daß die Exe» kution eingestellt wird." Da der sotzungsmSßige Weg. welchen die Filiale einschlagen müßte, um durch d.n Central Ausschuß ein Gesuch beim Mini-sttlium zu überreichen, za lange Zeit (etwa fünf Wochen) in Anspruch nel)men würde, so erklärte Herr Hauptmann Seidl. er werde am .nächsten Tage als Obmann deS BezirksanöschnsseS dafür sorgen, daß letzterer sich mit dlk Vitt.' um ElNl'teUuna der fraglichen Urtheilsvollziehungen an das Ministeriuin wende. — Den Dreier Ausschuß, welchen die Herren 5 Dr. Mulle uud Brandstätter beantragt, bilden die Herren: Brandstätter. ^.^^in^nsch nl^d Hauptmann Seidl. Letzte Post. Der Gemeiuderath »0» Le«be^ hat i« a»ßer»rd»»tltcher Sitzung den Beschluß gefaßt, beim Reichsratlj eiNe lverwahr««g gegen die beantragte Vermögenssteuer einzulege«. Da» Zollparlament wird am 27. Avrtl zusammentrete«. Die Verhandlunge« zwischen Prenjßen nnd Dänemar? danern ohne fremde Einmischung fort. Die „Vatrie" erklärt das vom „International" Veröffentlichte Schreiben des Papstes an den «aiser von -vesterreich für nnecht. Lrvartv mit Lnti?üv!csn äie k'ort3vt2Ull8. «nd V-st Telegraphen» Gtatisn. Poft« «nd Telegraphen, Ttatio«. Mneralkad Krapim - Töplitz in Kroatien, von Bad Rohitsch 3 nnd der Südbahnstation Pöltschach 5 Stunden entfernt, eröffnet feine Saison am R. Mai Dieses gegen Gicht. Rheuma und deren Folgekrankheiteu unbedingt wirksamste Bad ist mit allem der Jetztzeit entsprechenden Comfort eingerichtet. hat einen prachtvollen Cursalon. schöne Speise-, Casv- und Billard« LalonS, gute Restauration. I'adlv ä'kote, Curmusik, Parkanlagen zc?c. Vom 1. Mai an tägliche PostVerbindung mit unbeschräntter Passa-giers Aufnahme. Abfahrt vom Curorte 7 Uhr Morgens, von Pöltschach 9^4 Uhr Morgens. Fahrpreis pr. Person inkl. 40 Pfund Gepäck, 3 ft. 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Kunden bedient werden können, welche die am Lagsr vorräthigen Kleider nicht nach Wunsch finden, ist unsere Handlung mit einer Schneiderei verbunden ; behufS dessen liegen Stoffe im Berthe von einigen tausend Gulden vor und steht unS ein geschickter Zuschneider zu Gebote, der die Anfertigung des Bestellten nach den neuesten Journalen zu überraschend billigen Preisen besorgt. 179) AchtnngSvoU Vom k k. Bezirksgerichte Marburg als Berlaßabhandlungs-Iichanz nach dem zu Marburg verstorbenen Realitätenbesttzer Herrn Anton Wutt wird hiemit bekannt gemacht, daß die öffentlichen Feilbietnngen der zum Anton Wntt'schen Verlasse gehörigen Wrine. Fahrnisse. Häuser, eines Bauplatzes und GemeindearnndAntheileS. und mar: der Weine in St. Georgen den 27. April 1868. der Weine in der Gemeinde Gams den 28. und 2S. April 1868. der Fahrnisse in Marburg den 2. Mai 1868 und der Realitäten in Marburg den k. Mai 1868. jedesmal Bormittag« von 9 bis 12 und Nachmittags von 2 bis 6 Uhr statthaben »Verden. Die obbezeichnete erste Feilbietnng hat bei dem ob> St. Georgen in Windischbüheln an der Straße nach Leutschach liegenden sogenannten Poperltivs-Gute der Frau Maria Tscheligi statt, wobei 242 Eimer am Peperlhose im Jahre 1867 aus Mosler. Tutedel, Risling und anderen edlen Traubensorten getoonnener. abgezogener Weine vorzüglicher Quall» tät ohne Gebinde an den Meistbietenden gegen sogleich bare Bezahlung werden hintangegeben werden. Die zweite obliezeichnete Feilbietung findet in dem in der Gemeinde GamS gelegenen sogenannten Zweckerl Weingarten des verstorbenen Herrn Anton Wutt statt und werden hiebei 441 Eimer im bezeichneten Wein« garten gescchSneter alter und neuer rein abgezogener Weine theils mit. theilS oline Gebinde lizitirt. Unter diesen Weinen befinden sich auch noch alte und neue Muskat . Burgunder. Klein, und Wälschrisling.Weine. . Für die Ounlität der Weine spricht die allbekannte Prämiirung derselben (^^04 tluf der Wiener und Marburger, sowie die lobende Anerkennung von Seite der Pariser Ausstellung. Die dritte Feilbietung findet in dem ehemals Löschnig und jetzt Anton Wuttschen Hause Nr. 249 in der Lendgasse in Marburg statt und werden hicbei zwei Pferde. Pferdegeschirr, verschiedene Wagen. Lei-beSkleider. Wäsche und Iagdgeräthschaflen. Jagdgelvehre. Pistolen. Säbel. Zimmer, und Kücheneinrichtung. Bettzeug, eine neue Wertheim'sche feuer-und einbrnchstchere Kasse n'. an den Meistbietenden gegen sogleich bare Bezahlung verkaust. Bei der obbezeichneten vierten Feilbietung endlich wird das ehemals Tscheligi und nun Anton Wutt sche Fleischbankhaus Urb. Nr. 224 Magistrat Marburg, dann das früher Löschnig und nun Wuttsche Haus ^ ^ ^ l'om. V, pAx. 361 ttä Stadt Marl)nrg nnd endlich der an diese Häuser Nachdem bel der mU dieSgerichtlichem Bescheid vom 22. Februar angrenzende Bauplatz low. VI, pax. 51 aä Stadt Marburg mit dem 1868 Z. 23SS ans den 17. März 1868 angeordneten Feilbietung derzu jedem dieser Objekte geliörigen GtNieindegrund.Anlheile an den Meist. Maria Polegeg'fchen Realität Urb. 1121 acl Burg Marburg Niemand..... .. Pmchtigiliii. Um Verwechslungen vorzubeugen, erlaube ich mir meine geehrten Kunden aufmerksam zu machen, daß mein seit mehr als vierzig Jahren unter dem HauSnamen „zum Webei" l>estehendeS Manufakturwaaren-Geschäft in der Tegettlioffstrasie mit der kürzlich in der Nachbarschast aufgetauchten Firma gleichen Namens weiter durrhauS nichts gemein hat. Mtnbnril. 8. April 1868. Jos. W«ndsa«. 3. 339«^ Edikt. (195 erschienen, wird am 17 April 1868 mit Beibehaltung der Stunde herrlichen Wohnungen in den ersten Stockwerken Ebenerdig lvird in am Orte der Realität in der Magdalena Vorstadt zu Marburg Nr. 21 einem Hause die Fleischerei und im anderen ein GasthauSgewerbe mit M dritten und l.tzten Feilbietung g. schritten werden, wobei obgenannte bestem Erfo^e betrieben. Realität auch unter dem Schäjzwcrthe hintangej^eben werden wird. Der Meistbot braucht nicht erlegt zu lverden. Die unendlich günsti« Jeder Lizitant hat, bevor er ein Anbot macht, ein Vadinm von gen LizitationS» und Zahlungsbedingungen und das JnventurS Protokoll 1600 fl. in Banknoten, österr. StaatSpapirren nach dem t^onrSwertl)?. liegen-in der Kanzlei deS k. k. Notars Dr. Julius Mulle in Marburg bietenden hiutangegeben. Diese Häuser sind unendlich günstig gelegen, mit oder Sparkaffebüchtln zu Händen der Lizitation» Kommission zu erlegen ; die übrigen LizitationSbedingnisse nnd das SchätznngSprotokoll können in der diesgerichtllchen Registr.itnr eingesehen lverden. K. k. BezirkS'Gerieht Marburg am 17. März 1868. und beim TestamentSezekutor Dr. Heinrich Vorder in Mureck zu Jeder. mannS Einficht bereit. Letzterer erthcilt auch auf frankirte Anfragen be-reitwillig diesbezügliche Auskünfte. Marburg am 1. April 1868. Verantwortlicher Nedaktenr: Franz Wiesthaler. Druck nnd Berlng von Eduard Janschitz i» Marburg.