EINZELPRnS: wocbeotafi It Rpl &aiiista8>Soaataf IS Rpl vianiurgtt »ntung Amtliches Organ des Verlag und Schriftleitunc: Marburg a. (L Drau, Badgasse Nr, 6, Fcrnrut: 25-67, 25-68, 25-G9. — Ab 18 Uhr (6 Uhr abends) ist die Schrittleitung nur tut Fernrut Nr. 28-67 erreichbar. Unverlangte Zuschriften werden nicht rückgesandt. Bti Anfragen Rückporto beilegen, — Postscheckkonto Wien Nr. 54.008. Steirischen Helmatbundet Erscheint wöchentlich sechsmal als Morgenzeitung (mit Ausnahme der bonn- n. Feiertage). Bezugsp-eis (im voraus zahlbar) monatlich RM 2.10 einseht Zustellgebühr; bei Lieferung im Streifband zuzüglich Porto: bei Abholen in der Ue« achäftflitelle RM 2.'-^, — Anzeigen- und Bezugsbestellungen in der Verwaltung. Olr. 254 OHar&uro a. b. S)rau, Donnertflag. 9. Ono6rr I94i Si. 2laDrgong Durchbruch durch die Mitte der Ostfront Eine neue Folge gi Vernichtungsschlacliten Mehrere Sowjetarmeen eingeschlossen Di« Angrifft- md V«rfolgungtep«ratlon«n In dar Ukrain« in voliam Ganga Aus dem Führerhauptquartier, 8. Oktober. Das Oberitommando der Wetirinaclit gibt btkannt: Wilirend in der Uitralne die Angrüfs- und VerNg:unK5operationen In vollem Flusse sind, hat der am 2. Oictobcr •Ingeleitete Durchbrucli in der Mitte der Ostiront zu einer neuen Folge Kewaltiger Yeriiichtungssclilachten geiiiiirt. Allein im Räume von Wiasma sind mehrere sowletisclie Armeen eingeschlossen tuns entieegen. ^ Deutsche Truppen haben wieder eine überwältigende, xeschiclitllche Waf-lenleistunK vollbraoht. Der Feind im Osten geht mit unerbittlicher Folgerichtis-k^lt seiner gänzlichen Vernichtunx entgeaen. Unseren tapferen Soldaten schlagen In diesen historisch denl(wUrdigen SUinden die Herzen des ganzen deutschen Volkes in tiefer Dankbarkelt und ErgHlfenhelt entgegen. Bomben an! Moskau nnd Leningrad Rattleta und arfolgralcha Zarstörungsarboit im sowietischan Nachschubgablat .Aus dem F ü h r e r h a u p t q u a r 11 e r, 8. Oktober. und gehen unerbittlich ihrer Vernich- fnMiT^ö jLfefiingrad Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Westlich vofi Leningrad scheiterte In der Nacht zum 7. Oktober ein erneuter iJindungsversuch des Feindes, bevor er die Küste erreicht hatte. in kühnen L4iftangriften wurden hinter der ganzen sowjetischen Front Tran^^pon wege und Eisenbahnlinien schwer getroffen. Zahlreiche Eisenbahnzüge wurden Fruchtlose Ausiiroclisversuclie In Leningrad eingeschlossene Bolsche-wisten machen verzweifelte Anstrengungen Berlin, 8. Oktober. Die in Leningrad üingesclilossenen sowjetischen Kräfte unternahmen im Laufe des 7. Oktober wietleruni erfolglose Ausbruchsversuche, im .\bschnitt eines ceutschen Armeekorps verhuchten die Bolschewisten, ntit dem Einsatz aller Kampfmittel den Durehbrueh zu erzwingen. Nach vorausgegangener starker Artillerievorbereitung grifien sie die deutschen Stellungen mit Panzer- und Luft-waffenunterstützung an. Außerdem griff ein sowjetisches Kanonenboot hi den Landkampf ein. Die Bolschewisten wurden von den deutschen Truppen mit schweren Verlusten zurückgeschlagen. Sie verloren von den sechs angreifenden zerstört oder beschädigt. In der letzten Nacht griff die Luftwaffe kriegswichtige Anlagen in Moskau und Leningrad an. Bei Luftangriffen auf die Reede von Suez wurde in der letzten Nacht ein grö-Heres Handelsschiff durch Bombentreffer beschädigt. Einflüge des Feindes in das Relchsge-biet erfolgten nicht. Panzerkampfwagen insgesHint vier. Zwei Panzerkampfwagen wurden von den deutschen Truppen vernichtet, zwei andere wurden bewegungsunfähig geschossen unil blieben vor den tleutselien Stellungen liegen. Das Kanonenboot wurde durch deutsches Arlillericfeuer zum Abdrehen und zur Linsteilung des Feuers gezwungen. 'arow/, üwuon '(tshezk, HkueluM mäsma im MÜ-lMw«! mfHtiehn »njMsk irtOi$trks\^ fiorlo ' ^iBrodnrshlni •«"•Wj-HoKXw Saporoshji NmoUjtw 1 m KniMur Simferopjl tap^ta In sechs Tauen 180 Sowielpanzer vernichtet Erfolge eines deutschen Armeekorps im mittleren Frontabschnitt Berlin, 8. Oktober. Ein im mittleren Abschnitt der Ostfront eingesetztes deutsches Armeekorps war in den Käiirpfen der ersten Oktoberhäh'te ückcii sü'Wjetische I^anzer-kampfwaßeii besonders erfolgreich. In der Zeit vom 2. bis 7. Oktober vernichteten die Truppen dieses deutschen Armeekorps insKcsanit 180 sowjetische PanzerkamipfwaKen. Kine besondere Kampfleistung vollbrachten hierbei die \Kellbl1d-ülicsc (M) Das Moskauer Vorfelcf Truppen einer deutschen l>ivisi(ni, die In diesen sechstiijiiiien Kämpfen S5 sowjetische il'anzcrkampfwancii vernicliteten. Innerhalb einer chiziücn Stunde verloren die Bolschewisten im Kanvpfabschnitt dieser Division durch die deutscheu Paiizerjnk'cr und die anderen Panzerwaffen 22 Panzerkampfwayen. l:inc im j:Iei-chen Prontabschiiitt einj;esetzte andere Division vernichtete in den Kämpfen des 7. Oktober weitere dreißig Sowjetpanzer. Södwaleshfiste heftig anoegrltien N e w y o r k, R. Oktober Die Naclirichtenagentur .'\ssociated Preß meldet aus London, daß die Süd-wnleskiisto in der Nacht zum Mittwoch heftige Luftangriffe erlebt habe. Die Flak des ganzen Küstengebietes sei in Tätigkeit gewesen. Kine Anzahl Personen wurde verletzt, verschiedene Hfiuser in einer schwer angegriffenen Stadl waren beschädigt worden. K,iia'iiJiLiiM 1-mlIi Zander, M.) Südukraino und Krim Nach Berdjansk dnrcitgestossen Ein waitarar grosser Erfolg: Sechs bis sieben faindiiche Divisionen unmittaSbar vor dar Vernichtung Aus dem F ü h r e r h a u p t q u a r t i c r, 8. Oktoiier. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt beitannt: In kühner Operation aus dem Raum ostwärts Dnjepropetrowsk ist eine deut-seile, durch italienische, ungarische und slowakische Verbände verstärkte Panzerarmee zum Asowschen Meer vorgestoßen und hat der bei Melitopol frontal geschlagenen 0. sowjetischen Armee den Rückzug verlegt. Gleichzeitig haben (lei>tsche und rumäniache Kräfte die Verfolgutig von West^i her fortgesetzt. Dabei ist es einem schnellen Ver»ö«nd der Waffen-f) gelungen, entlang der Küste des Asowschen Meeres nach Berdjansk durchzustoßen und den von Norden kommenden Panzei'kräften die Hand zu retchen. Von allen Seiten eng umschlossen, stehen hier nunmehr sechs bi» sieben feindliche Divisionen unmittelbar vor ihrer Vernichtung. Den schwachen Resten des gesch^agciicn Gegners, die auf Rostow abzuziehen versuchen, ist der ##-Verband Ix'rcits l*s Mariupol nachgestoßen. Stoedeeungm am dich und mich " Unsere Haltung Im UrteM der Nachwelt Die deutsche Heimat weiß, daß sie sich in allem, was sie leistet, niemals auf 'eine Stufe mit der kämipfenden Front stelle:i kann. Zu offensichtlich sind die Abstände des Opfers und der menschlichen sowie charakterlichen Beanspruchung. Es ist dies eine Erscheinung, die in der Natur des Krieges liegt. Wohl aber weiß die Hei_ mat, daß die Bedeutung Ihrer Haltung und Leistung dessenungeachtet von geschichtlichem Ausmaß ist. Der deutsche Soldat wird in diesem Kriege den endgültigen Sieg einholen, er ist es also vordringlich, der ilen Krieg gewinnt. Von welcher Wichtigkeit aber die Heimat ist, ersehen wir aus dem Beispiel des Weltkrieges, (1,1 die Heimat den Krieg verlor, w.'ihrcnd der Soldat die weiten Fronten tief in Feindesland hielt. Daß 'dieser Fall einmalig in der deutschen Geschichte gewesen sein soll, dafür bürgen des Führers Wort und seine nationalsozialistische Volksgemeinschaft, die jetzt im Kriege ihrer schftnstcn Bewährungsprobe unter-liegt. Immer wieder verweist der Führer in seinen großen Reden auf das Urteil der Nachwelt, die einmal entscheiden wird, ob er richtig oder falsch gehandelt liabe, ob das deutsche Volk seine geschichtliche Sendung wohl begriffen habe, oder ob der (legner un Recht gewesen sei. Die n.ivorgleichliclif Kehensleistung des Führers kann heute schon beruhigt auf da* Urteil der Gesihichte vertrauen, denn wann hätte wohl ein großer Mann schon 7.\\ seinen Lebzeiten die Früchte seines Kampfes so herrlich reifen sehen wie der Führer? Aber eben diese« Denken in größeren Zeiträumen und größeren Zu-sammenh.tngcn ist es auch, das den Führer bcfaiiigt, Wesent'iches von Unwesentlichem /u trcncn, Wichtiges tmJ Belangloses voneinander zu scheiden und sich nur den ganz großen Zielsetzungen hinzugehen, die geschichtliches Format h.iben. Kr kann deshalb mit einer Handbewegung über Erscheinungen und Gedanken hinweggehen, die demokratische und bolschewistische Politiker in äußerste lirregung stürzen würden. Der Führer sielit nur die großen Gesetze des Lebeis und handelt nach ihnen. Dadurch wird er /um stets zuverlässigen Vorbild menschlicher Haltung für alle Volksgenossen, die sich mit den Zeichen der Zeit Ircfassen un«vl sie für sich und ihre Aufgaben zu deuten versuchen. Ihnen allen hat der Führer in seiner letzten Rede den großen Vertrauensbeweis entgegengebracht, • zu sagen, daß heute in Deutschland jeder wisse, was er zu tun hat. Wem jemals das Wort »Vertrauen verpflichtet« einf^ lebensentscheidende Bedeutung besessen hat, so in dieser Zeit. Denn dieses Vertrauen zwingt jeden, auch den letzten Volksgenossen, zu einer strengen Selbstprüfung, ob er auch wirklich und wahrhaftig innner das getan hat, was zu tun ist. Wir alle müssen uns diCFcr Prüfung unablässig unterziehen, damit wir auch nicht für Sekunden der menschlichen Trägheit unterliegen, son^dern immer wieder frische Antriebskräfte aus dem deutschen Gewissen schc^fen, das heute als oberster Richter üiber jeder Handlung un%l iedem Wort zu stehen hat. Man wird am Ende dieses Krieges und in konnnendcn Generiiüoncn, wenn man die Leistung der Heimat richtig würdigen f Sette .2 »Marburger Zeitung« 9. Oktober 1941 Nummer 254 will, sich nicht nur auf die Zahlen der produzierten Munition, xler pünktlich fertiggestellten Fliigzeu^e, -Paiizer ^und Ka-> nonen hesin.iefl, sonbilisierung aller seelischen und willens, mäßigen Reserven, deren tatsächlicher Umfang immer 'erst dann ersichtlich wird, wenn es um Sein oder Nichtsein geht. Ersparen wir uns die Fülle der möglichen Einzelbeispiele, wie sie uns 'das tägliche Leben anbietet. Jeder, der seinen Tagcslauf ei.imal kritisch und nachdenklich überprüft, wird erkennen, wo diese Reserven stecken. Jeder wird etwas finden, was er noch besser hätte machen können, jeder wird sich bei Stimmungen und Überlegungen ertaptpen, mit denen er l^ei ehrlichster Selbst-prüfung nicht vor die Allgen 'des Führers zu treten wagte. Und dann .slellen wir uns die Frage, ob wir mit solchen Überlegungen, Wünschen und Siinimunge.i vor dem Urteil der Nachwelt bestehen können. Der Blick auf die Geschichte unseres Volkes Jicigt manchc Stunden und Zeiten, in denen unsere Ahnen eine Haltung bewiesen, deren Schein aüch nach Jahrhunderten noch nicht verblaßt ist. Wissen wir heute noch, wie die Lebensmittelverteilung während der Kriege 'des Großen Friedrich war? Haben wir eine Ahnung, wie es um die Textilversorgung Deutschlands in der Zeit 'der Freiheitember: Marschall Timo-schenko hat nördlich und südlich von Smolensk die Offensive ergriffen. Am 26. September: Marschall Timo-schenko meldet, daß die russischen Tank- und Fußtruppen nunmehr eine große Oeneraloffensivc eingeleitet hal>cn, die weitere Fortschritte gemacht hat. Am 29. Seplember: Marschall Timo-.schenko meldet von der Jelnja-Front die Überquerung des Desna-Flusses in breiter Linie und den Beginn erfolgreicher Operationen südlich von Oomel. Am .30. September: Marschall Timo-schenkos Streifkräfte stehen in sehr scharfen Verfoigungskämpfen der Pan-zer- und Infanterie-Divisionen der Armeegruppe Guderian. die eine vernich- sche Regierung, welchc in kemem JWigcn-uück diesen tendenziösen Gerüchten auch nur die geringste Bedeutung beigeme#-ften haben, sind trotzdem übereingekommen, festzustellen, daß solche jeglicher Begründung entbehrenden Veföffcntli-chungen in gar keiner Welse geeignet sind, die Beziehungen uer vertrauensvollen Freundschaft zu stören, welche die beiden Länder durch ihr Übereinkommen vom 18. Juni bestätigt haben. ständigen« vor ihrem betrogenen und getäuschten Publikum aus der Affäre zu ziehen versuchen: Am 3. Oktober abends, als nach den Worten des Führers unsere Offensive bereits 48 Stunden in vollem Gange war, quälte sich »Exchange Telegraph« aus Moskau folgenden Bericht ab: »Alle Anzeichen deuten auf die Vorbereitung einer großangelegten, kurz bevorstehenden deutschen Offensive hin, die gegen Moskau gerichtet sein wird, jedoch hat Marschall Timoschenko auch weiterhin die Initiative in der Hand.« Am 4. Oktober gibt Reuters militärischer Konmientator General Gough zu, daß die Situation in Rußland durch den deutschen Angriff jetzt eine außerordentlich kritische I^hase erreicht habe. Aber er klammert sich gleichzeitig an die lügnerische Hoffnung: »Die Russen ihrerseits machen ihre hauptsächlichen Gegenangriffe an der militärischen Front und stoßen langsam, aber beständig vor. Smolens'k ist umfaßt und sicherlich bedroht.« Am 5. Oktober meldet »Exchange Telegraph«: »Budjenny und Timoschenko haben ihre Streitkräfte bei Poltawa und Gomel angesichts der neuen deutschen Offensive umgruppiert. Operationen gewaltigen Umfanges bahnen sich an.« Fracnn die letzten Reuter-Bcrichte melden aus London: »Ein sehr wuchtiger deutscher Angriff ist auf der ganzen Zweitausend-Kilome-ter-Front vom Süden von Leningrad bis zur Krim im Gange. Der .deutsche Angriff wird als sehr stafk beschrieben und ist wahrsoheinilich die große Offensive, die Hitler in seiner letzten Rede erwähnt hat. Sie scheint einigen Erfolg zu verzeichnen.« Fräse: Und das sagt man so plötalich m London mit einer MJene, als ob man niemals etwas anderes behauptet hätte! Die deutsche Presse aber wird sie auf ihren Lügen festnageln und sich ihrer beizeiten ermnern!' Wie ist nun Ihr Urteil, Herr Reichspressechef, über die Zweckmäßigkeit einer Nachrichtenpolitik, die sich so wie die unserer Gegner in ihrer eigenen Schlingc fängt? Antwort: Die Art von Pressepolitik Ist wirklich die törichteste und dümmste, die man überhaupt machen kann. Man fragt sich nur immer wieder, auf welchem Qrad von Naivität und auf welchem Niveau von Gedankenlosigkeit ein Leserpublikum angekommen sein muß, dem man tagaus tagein eine derart lächerliche Lügenberichterstattung, wie ich sie Ihnen soeben kennzeichnete, als »miiitärisch sachverständig« vorsetzen kann. Ich erwähnte kürzlich, daß die Zeit, in der wir in unserer Presse über den Gang der Operationen im einzelnen aus Disziplin zu schweigen pflegen, meist die Zeit ist^ in der die deutsche Wehrmacht handelt, während wir schweigend handeln, die anderen schamlos lügen. Da Churchills Informationsjuden jetzt wieder so hemmungslos lügen, während wir schweigen, hätten ihre Leser eigentlich von selbst darauf schließen nulssen, daß die deutsche Wehrmacht zurzeit wieder handelt, und zwar sehr kräftig und entscheidend handelt! Davon wird der OKW-Bericht dem deutschen Volk und der Welt zur rechten Zeit Kunde gehen! Starke Beachtung im flnsland Di# heuchlaritcha und v^rlogan« Pr^ssapoütilc dar Feind« Europas doicumantarltch biossgastallt Mailand, 8. Oktober Das DNB-Interview des Reichspressechefs Dr. Dietrich wird von der norditalienischen Presse stark beachtet. Der Reichspressechef hat, so unterstreicht »Stampa«, in einer Berliner Korrespondenz die heuchlerische und verlogene Pressepolitik der Feinde Europas in dokumentarischer Weise entlarvt. Dr. Dietrich hat damit der grundlegenden Forderung auf Klärung der internationalen Atmosphäre, wie sie allen aufrichtigen und am Triumph der Wahrheit interessierten Menschen in aller Welt am Herzen liegt, einen großen Dienst erwiesen. In seiner scharfen Polemik hat er sich aber auch für jenes Minimum an Würde bei den informatorischen und journalistischen Aufgaben, der Presse eingesetzt, das im allgemeinen Interesse sowie im fnteresse der Wahrheit den Sonderin- teressen der kriegführenden Parteien nicht völlig geopfert werden darf. Die filaobwiirdigkeit der ItiHdliclwii Rrlegsberichlenlallniig erschiiiterf Berlin, 8. Oktober Die schonungslose Bloßstellung der unglaublichen Falschmeldungen der englisch-sowjetischen Kriegsberichte in der letzten Woche durch das DNB-Interview des l^eichspre^^sechefs hat in der Öffentlichkeit zahlreicher europäischer Staaten starke Beachtung gefunden. In Madrid, wo sämtliche Zeitungen dio Erklärungen in größter Aufmachung bringen, weist »Alcazar« auf den peinlichen Reinfall der britischen Lügenpropaganda hin, die im gleichen Augenblick, in dem Hitler die neue große Offensive ankündigte, die lächerlichsten Falsrhmeldungpn über die Lage im Osten verbreitete. - Juiiimer 254 -»Marbiirjrer Zeltunsr« 9. Oktober 1Q41 Seite 3 Die bulgarischen Blätter veröffentlichen die durchschlagenden Enthüllungen auf der ersten Seite unter Überschriften wie: !»Die Wahrheit über die Aktiorjen an der Ostfront«. Die Budapester Abendzeitungen stellen fest, daß durch die Aufklärung der Öffentlichkeit die törichte Nachrichtenpoli-ItÄk Londons und Moskaus festgenagelt wurde. Die Osloer Zeitungen unterstreichen in großer Aufmachung die dreiste Unwahr-haftigkeit der englischen und sowjetischen Militärberichte. Die Erschütterung der Glaubwürdigkeit der anglo-sowjetischen Berichterstattung ist kennzeichnend für das Echo, 'das die Feststellungen des Reichspresse-chcfs gefunden halben. Der Dm hi DoIoim Cifiwcihttngr einer Oedenkstfttte fitr Mar-coni in O^enwart des Reichsministers Ohfi«Borge Rom, 8. Oktober, D>cr Duce weilte zur Einweihunfg einer (icdenkstätte für den italienischen Erfinder Marconi am Dienstag In Bologna, Vor der Gedenkstätte begrüßte Mussolini die Angehörigen Marconis. Unter den Ehrengästen befand sich ah Vertreter Deutschlands Reichspostminister Ohne-Borge. Nach der schlichten, eindrucksvollen Feier trug sich der. Duce als erster in das Besucherbuch der Gedenkstätte tin, nach i-hm Reichspostminister Otine-Borgo, der während der ganzen Feier zur Rechten des italienischen Regierungschefs zu sehen war. Die Bevölkerung Bolognas bereitete idem Duce bei der Ankunft «fid bei der Abfahrt herzliche Kundgebungen der Freude und' des Vertrauens. Mehrfach drängte sich die Menge in ihrer Begeisterung so stark um den Wagen des Duce, daß dieser anhalten mußte. Rrabeii IUI Ms PMUiei vm Malta Verteldigiiiigssleflunseii bei Tobruit wMcsmi beschossen Rom, 8. Oktober. Der italienische Wehrmachtlbericht vom Mittwoch hat folgenden Wortlaut: ■ Das Hauptquartier der Wehrmacht gibt, bekamtt: In Nordafri^ca wiesen unsere Infante-riechiheiten m örtlichen Unternehmungen an der Front von Tobrtfk feindliche Annäherungsversuche ab. Die Artillerie beschoß wirksam Verteidigungsstelhiiigen bei Tobruk. Es wunde festgestellt, daß bei den Luftkämpfen bei Solluni, die im Wehr-machtbericht vom 6. Oktotoer erwähnt wurden, deutsche Jagdflugzeuge fünf anstatt, wie gemeldet, zwei feitidlichc Flugzeuge 'abgeschossen haben. In Ostafrika kein Ereignis von Bedeutung. JeiB Heber FrauHi StaHiir Eine Botschaft Roosevelts an Statin Berlin, 8. Okiober. Aus bester Quelle wird der Wortlaut einer Botschaft Roosevelt an Stalin bekannt, die durch den Leiter der USA-Delegation auf der Moskauer Konferenz Harrimann überreicht wurde. Sie lautet; »Mein lieber Freund Stalin! Dieser Brief wird Ihnen durch meinen Freund Harri-nian überreicht werden, den ich beauftrasf habe, der Leiter unserer Moskauer Delegation zu sein. Herr 'Harriman ist ein guter Kenner Ihrer Probleme und wird, daß weiß ich, alles tun, was er kann, um die Verhandlungen in Moskau zu einem erfolgreichen Ab^schluß zu bringen. Harry Hopkins berichtete'in ' langen Ausführungen über seine erfolgreichen und befriedigenden Besuche beim Außenminlstc-riuni. Ich kann Ihnen nicht sagen, wie tief wir alle beeindruckt sind von üen Leistungen der tapferen sowjetischen Armeen. Wir werden geeignete Wege finde.n, das Material und die Ausrüstung zu beschaffen, die erforderlich sind, um Hitler an allen Fronten zu bekämpfen, einschließlich der Sowjetfront. Ich möchte die Gelegenheit wahrnehmen, um mein großes Vertrauen darüber zum Aus-druck zu bringen, daß Ihre Armeen zum Schluß über Hitler siegen werden und versichere Sic der größten Entschlossenheit, den erforderlichen materiellen Beistand zu leisten. Ihr in Freu idschaft ergebener Franklin Ü. Roosevelt.« Dieser Brief Roosevelts an seinen lieben Freund Stalin, vor allem die Schliißwcn-dung, daß er den bolschewistischen Armeen den Sieg wünscht, Ist ein nener Beweis für die Skrupellnsigkeit und den Zynisniius, mit de-ni der Präsident 'entschlossen ist, g-nniz Europa dem Bolschewismus zu überlassen. Ostwärts Smolensk voran! KraflvolUs Vordringen d«s doutfch«n Angriffs b«i sonnigem Herbstwetter — Ein Bild von unerhörter Icriegerischer GeweH PK 8. Oktober. Wie in den unvergeßlichen Junitagen dieses Jahres, liegen noin wieder dichte, gelbe Staubwolken über den Vorniarsch-straßen des deutschen Heeres im Osten. •Die gewaltige Henbstschlacht, die am 2. Oktober einsetzte und deren entscheidende Bedeutung der Führer selbst bei der Eröffnung des Winterhilfswerkes dem ganzen deutschen Volke verdeutlichte, vollzieht sich bei einem so herrlichen Offensivwefter, wie es sich der Soldat ■nichl schöner wünschen könnte. Die Wetterlage ist für die Kriegführung motorisierter Heere im Oster» von erheblichem Einfluß. Zwar sind weder unsere Von Kriegsberichter Dr. Fritz Meske Wege trocken sind, wie es jetzt im Operationsgebiet ostwärts Smolensk der Fall ist. Die Staubfahnen, die sich mit dem Qualm unzähliger Detonationen in jener für den Ostfeldzug typischen »Wolke des Krieges« vereinigen, ziehen wieder über das Schlachtfeld. Eine schmutziggelbe Staubschicht bedeckt die Gesiebter und Uniformen aller Kämpfer. Aber wenn der arme Herbstwind die Wolke des Krieges hin weg weht, lacht über uns ein klar-blaucr Himmel, und die Sonne meint es gut mit uns. Es ist die Sonne des Siegjs — davon ist jeder deutsche Soldat überzeugt, der nun nach harten Wochen des Deutsche Zerstörer über Sowietkoionn© l'K..EI!2ara-Weltbild (M). Panzerdivisionen, Nachschubkolonnen und am allerwenigsten unsere Infanterieregi-menter so zart gebaut, daß sie bei Regen ihren Vormarsch einstellen müßten. Wir haben auch schon trotz anhaltender Regengüsse und völlig aufgeweichter Wege riesige Kesselschlachtcn gewonnen, denn das Wetter ist für Freund und Feind stets das gleiche und ändert an sich nichts an dem moralischen Kräfteverhältnis, das die Schlachten in jedem Falle entscheidet. Aber es geht natürlich schneller, wenn die Wartens und der Abwehrkäinpfe auch hier wieder zum Angriff antreten durfte. Es.ist ein Bild,von unerhörter kriegerischer Gewalt — dieser Angriff des deutschen Heeres im Oktober 1041. Man sieht es diesem Heere kaum an, daß es kämpfend tausend Kilometer und mehr auf sowjetischen Straßen hinter sich gebracht hat, daß es die gewaltigste Militärmacht der Welt in einer Serie von Kesselschiachten bereits an den Rand des Abgrundes trieb und eine Ländermasse — viermal so groß wie England — in nahm. Frischer fast als je war das Zupacken unserer Infanterie, als endlich nach sorg-fältiger Vorbereitung dieser Operationen der Befehl zum Losschlagen kam. Der deutsche Infanterist war groß in den Ti-gen der Abwehr, aber er ist unvergleichlich, wenn 'es zum Angriff geht. Er weiB es, daß er mit der Vielfalt seiner Waffen stets der unbastrittene Meister des An-griffskampfes ^st. Und deshalb war er geradezu erleichtert, als ihn der Befrh' wieder nach vorn riß. In gewohnter, gerade im Ostfeldzug vorbildlich einges-pielter Zusammenarbeii mit den Panzerdivisionen ist unsere Infanterie schon am ersten Tage der Herbstschlacht überall in die feindlichan Stellungen eingebrochen, die der OegiTtr in der letzten Zeit zur Überwinteru.ig sehr stark ausgebaut h-atte. Wie am 22. Juni, als wir aus dem Suwalki-Zipfel herausbrachen, um den ersten großen Kessel um Bialystok zu schließen, ist die Überraschung in vollstem Maße gelungen. Ohne große Artillerievorbereitung durchbrachen die Panzer plötzlich um sechs Uhr morgens die feindlichen Linien. Starke Irrfan-teriekräfte operierten am zweiten Tage des Angriffs bereits im freien Raum, während die Panzerkräfte, weit vorgeworfen, planmäßig, in den Flanken abgedeckt, die Umfassung gewaltiger Massen der bolschewistischen Heeresmitle vollenden. Wenn die Bolschewisten in der letzten Zeit einmal ein paar Flugzeuge über die deutschen Linien schicken konnten, ohne daß sie sofort abgeschossen wurden, posaunten sie in die ganze Welt hinaus, daß sie trotz ihref gewaltigen Flugzeugverluste immer noch die Luftüberlegen»' heit besäßen. Auch die deutsche Luftwaffe hat sich in den Tagen vor dww Herbstangriff zurückgehalten und ilire ganze Kraft erst wieder gezei^, als das Hcur zum Angriff vorbrach. Die Infanterie aber ist jetzt imimer wieder von wenn die dichten umschwärmt von am blauen Himmel Ein überzeugenderes Bild deutscher Luftherrschaft haben wir nie gesehen als in dieser Herbstschlacht im Osten. neuem begeistert, Stukageschwader, schnellen Jägern, feindwärts brausen ii „Russerordentllche Erfolge Der ungarische Lageberlclit über die Kampfliandlungen im Osten Budapest, 8. Oktober. Der militärische Lafjcbcricht des MTI lautet am Dienstag: Der Angriff der verbündeten Streitkräfte gegen die Bolschcv\ isten schreitet mit ständig zunehmctulem Schwung vorwärts. Außerordentliche Lrfolge wurden erreicht. Im Südabschnitt, der Dnjepr-und Donez-Front versuchte der Feind seine übriggebliebenen Einheiten über tl'as Asowsche Meer von den umfassenden Bewegungen der Verbündeten in Sicherheit zu bringen. Infolge der allgemeinen Lage ist auch die den ungarischen Truppen gegenüberstehende bolschewistische Front zusammengebrochen, wo der Feind seinen Rückzug begann. Kleinere Verbände der ungaxischen Truppen haben einige wichtige Punkte am Ostufer des Dnjepr besetzt. Dabei wurden mehrere Hundert Bolschewisten gefangengenommen. Die ungarische Luftwaffe hat planniäßig die Vcrbindungsstralien des zurückweichenden Feindes mit Boinben belegt. Kühnes Slosstroppiinterneliinen Im Süden feindliche Stellung genommen Berlin. 8. Oktober. Ein kühnes, criolKrciclies Untcrncliiiien führte am 3. Oktober im Nordabschnitt der Ostfront ein deutscher Feldwebel mit einem zahlenmäßig nur schwachen Stoßtrupp durch. Der Auftrag des Stoßtrupps lautete: ein bolschewistisches Widerstandsnest in schnellcni und überraschendem Zugriff zu vernichten. Trotz des heftigen sowjctisclien Abwehrfeuers drangen die deutschen Soldaten bis an die sowjetische Stellung vor. Mit Handgranaten zwangen sie die Bolschewisten zur FeuereiTistellunK. Ini Sturm drangen sie in die Stellung ein und brachen den Widerstand der Bolschewisten im Nali-kaniipf mit blanker W'aiic. Mit einem verzweifelten Mittel versuchten die flüchtenden Reste der Sowjets, das weitere Vordringen der deutschen Soldaten auf-/.uhalten. Sie schleuderten den deutsclien Infanteristen Bienenstöcke entgegen. Her Versuch scheiterte Der Stol.Urupp setzte sein Unternehmen fort bis zum nächsten Dorf. In dem sich sowjetische Unterkünfte befanden, liier nutzte er die Überraschung der Bolschewisten aus und überwältigte die Sowjetarmistcn. die nur noch vereinzelt Widerstand leisteten. Im Verlauf dieser Gefechte machte dieser deutsche Stoßtrupp 34 Gefangene und erbeutete fünf schwere und sieben leichte Maschinengewehre. Oer deutsche Stoßtrupp kehrte ohne Verluste zurück. Feindiiivision von deulsciier Panzerdivision aufgerieiien Berlin, 8. Oktobei liine deutsche Panzerdivision «war in den Kämpfen am 7. Oktober im Süi'ab-schnitt der Ostfront sehr erfolgreich und fügte den Bolschewisten schwerste Verluste zu. Die deutsche Panzerdivision vernichtete sowjetische Kräfte in Divisionsstärke. Im Verlaufe der Kämpfe machten die deutschen Panzertruppen inst;esa'nt 3.5ÜÜ (jefangene. .An allen Stel'en dieses Frontabschnittes setzte ein Zestrom von Oberläufern ein, die truppweise :;u den deutschen Truppen übergingen. Zweifes SdncMinier in EeReralgoBvmemil Krakau, 8. Oktober, Die dritte Runde des unter 4er Schirmherrschaft des Generalgouverneurs Reichsminister Dr. Franke stattfindenden Schachturniers im Generalgouvernement war die erste, in der alle sechs Partien In der vierstündigen Vormittagskampfzeit erledigt werden konnten. Mit de« weißen Steinen siegte der fübrendt Schmidt gegen Novarra und Junge gegen Mroß, hingegen verlor der Bremer Carls, der die Qualität einbüßte, als .Anziehender gegen Reger. Die übrigen Begegnungen endeten unentschieden durch die Be» gegnung des bisher ebenfalls mit an der Spitze liegenden Blümich gegen Lokvenc, die spanische Partie Kieninger gegen Bo-goljuhov und Hahn gegen den Weltmeister Aljechin. Die Spitze hat nun der Sanitätssoldat der Luftwaffe Schmidt mit drei Punkten vor dem Leipziger Blümich mit ?*/•, Weltmeister Aljechin (Paris) und Klau« Junge (Hamburg) mit je zwei Punkten, Carls (Bremen) und Lokvenc (Wien) mit |e l'/s Punkten, Bogoljubov (Trieberg), dem Soler. Stefani meldet aus Bombay, daß die Militärbehörden den Ausnahmezustkiid übe. die Provinz Bengalen verhängt haben. Die BevölkerunK darf in der Zeit von 10 Uhr abends bis 6 Uhr n>orgens hre Häuser nicht verlassen. In mehreren Orten. Mensch. Otto, komm mal her!« Im Kartoffelacker hinter unserer Bauem-sclieune. in der wir seit gestern sclila-ren, steht faule, der Berliner, und winkt aufgeregt seinem Kameriuien. Kr soll für uns Kartoffeln ausmachen. Wir haben noch etwas Schmalz und da wollen wir In der kleinen Pfanne, die wir seit Wochen mit uns schleprKin. Bratkartoffeln machen. Aber es muB da etwas geben, das wichtiger ist als Bratkartoffeln. Paule läßt die Arme sinken, winkt mit beiden Armen wie eine Windmühle. »Otto. Franz. Robert! Kommt her. aber macht schnell!« »Was ist denn los? Sind Bolschewiken durchgebrochen und wollen dir ati die Kartoheln?« Paul, der inmier (iesprä-chige. winkt ab: »Pst — still!« Dann schleicht er wie eiji Indianer auf dem Kricijspfad hinter eine Hecke in Deckung. Neugierig gehen wir hinüber. Pauls Arm zeigt gradeaus zu einer kleinen Holzhüttc. Dann blinzelt er uns an und sagt: »Na. ist das 'n Ding! Ein Fernglas müßte man haben, verdammt noch mal!« dem. (ieht es mit dem Baden also nicht auf unsere, dann eben auf russische Art. Wir sprechen mit dem Bauern. Die Töchter gehen sofort daran, das Feuer zu erneuern und Wasser zu holen. Vier Mann hoch treten wir an. Draußen an der Bank und am Zaun werden die Kleider abgelegt und dann hinein in die Backofenluft! Fine Hitze schlägt uns entgegen, die uns den Atem benimmt. Paule nimmt die Kelle und läßt Wasser über die Steine zischen, als hätte er nie anders gebadet ais in der Sauna. Fine neue Cilutwelle überfällt uns. Fs zeigt sioh kein Wasserdampf, das Wasser verwandelt sich in Sekundenschnelle in glühend heiße, trockene Luft. Wir kftnnen kaum Luft kriegen, in der Mitte des Ramnes müssen mindestens 60 Orad sein. Franz beginnt als erster im eigenen Fett zu braten. Kleine Bäche rinnen ihm Uber Hals und Rücken. Aber nun fangen auch wir an. Arme. Brust, Bauch. Behie — überall rinnt es abwärts. Fs ist, als lägen wir seit zwei Stunden im Schwitzbad unter Oroßmntters dicken Federbet- gcgossen. Auch das Wasser hat längsi'l eine beachtliche Hitze angenommen. In | der Ecke lehnen Reisigbesen und -bündel. Otto weiß, wozu sie dienen! Bei der Olympiade hat er einmal eine Sauna gesehen. Klar, Mensch, machen wir auch! Man schlägt sich mit den Rutenbündeln, das ersetzt die Massage. Vier Landser bewaffnen sich mit Birkenreisern und beginnen sich kameradschaftlich zu prügeln. Ah — jetzt kommt das Blut durcheinander. Out ist das! Nim aber kalt abgewaschen, sonst ho-' len wir uns einen tüchtigen Schnupfen.' Brrr — ist das kalt! Der Reihe nach kip-nen wir die Eimer Wasser, die vor der Türe stehen, über die brühheiße Haut. ^ schreckt man gekochte Eier ab, aber doch keinen ansgewachsenen Landser! Verdammt nochmal! Jetzt raus aus der Hütte und rein in die Kleider. Mit weichen Knien kommen wir dann in^dic Bauernstube. Wir sind völlig fertig. Jeder hat bestimmt ein paar Pfund abgenommen. Schwach siind wir wie nach einem 40-km-Marsch ... Den Nachmittag verschlafen wir im Zelt, dicht in Decken gehüllt. Dann aber fühlen wir uns wie neugeboren. Das tat wirklich gründlich gut. Der Landserdreck ist wie weggeblasen, wir haben eine Haut wie junge Mädchen. Von mm an werden wir in iedem Dorf nach BadehtUten suchen. Den Genuß müssen wir öfter haben. Kriegsberichter Dr. R. Oberhäuser (PK) ten. Zu unseren Füßen bilden sich Was-Drübenram Rande des Kartoffelfeldes,; serlaehen. Der Landserdreck löst sich steht eine Holzhütte. Die Bauern schei-^vie eine Schlangenhaut von unserem ncn dort Wäsche aufgehängt zu haben. Körper. Was tut das gut! Wie lange ha-Auf emer Holzbank hegen verschiedenei hen wir nicht mehr baden können; das Wäschestücke herum. Aber nun öffnet itnuß genossen werden. Nun Seife heraus sich drüben die kleine Tür. Danvpf kommt 1 "Id gegenseitig abgeschruppt. Dann aus der Hütte und ein nackter Arm vcr-^^^^''»^cr in immer neuen Wellen darüber Kucht vergeblich, bis zur Bank mit der! Wäsche zu reichen, Paul stößt uns auf- mm m mm ■ mm ■ ■ ■ iv ■ ■ geregt an: »Da ist sie wieder! Arensch,; U I V II M ^1 Iff II I T II 17 iok lad, mir kaputt! F.m nacktes Mä.i*VNein.« »Auch das mit dem verknackstem Fuß! — Man geht doch nicht mit verknackstem Fuß eine Viertelstunde im Wald umher, um dann morgens lahm zu sein!« »Nein«, sagte wiederum Frau von Brakel. >Ich schlage Abreise vor«, sprach Susanne und ordnete die Kissen hinter ihrem Kopf neu, um ihn dann wieder hineinzubetten und die Augen zii schließen. »Das Ganze hätte nicht vorkommen dürfen.« *Nein«, sagte Frau von Brakel zum drittenmal, und nach einer Weile: »Abreise ist nicht angebracht. Wir laufen nicht weg, warum? Man wird den Tag so einteilen, daß für Picknick> und Landpartien keine Zeit bleibt.« »Es bleibt die Söndkaii^le«, s-prach Irmchen ui>d verzog den Mund. Sic drehte s I: sich um und kam auf den Rücken zu liegen, verschränkte die Anne hinter dem Kopf. Ihre Augen waren blank und neugierig, und das Verschmitzte, Schlaue, das auch hinter dem gläsernen und zugleich stumpfen Blick des Kammerherrn sich verbarg, machte sie ihm unbeschreiblich ähnlich. »Irmchen«, sagte Frau von Brakel ruhig, »du hast manchmal Ideen Und äußerst sie, was durchaus ungehörig ist.« »Ich finde Sandkaule ungehörig«, murrte Irmchen. Susanne seufzte wie in Langeweile, sagte nach einer Weile: »Ich glaube nicht, daß Tageseinteilung besonders wohltuend ist, Tageseinteilung ist für Gesunde, aber nicht für Kranke.« Frau von Brakel hfxb das Gesicht und sah zu Susanne hinüber. »Du willst doch nicht sagen ...« »Ich will sagen«, unterbrach Susanne ein weni^ lebhafter, »daß es im Prinzip richtig ist, um neun zu frühstücken, um zehn Blumen zti begießen und bis zum .\'bendessen Haiidartoeit zu machen, — daß das aber auch zuviel sein kann und dem Menschen keine Zeit läßt, mit sich ins reine zu koag allein.« I »Maielies hat Alma, so kann Irinchen warten. — Aber es ist gleichgültig. Wir I sprachen von dir.« ' »Von mir? Nein, wieso?« »Ja, von dir, und es schien mir, daß du andeuten wolltest, wie dein häuslicher Pflichtenkreis dir nicht mehr recht ge-' nügt. Du sipiachst von der Tageseintei- lung; zu Hause als von etwas Unbequemem. Du weißt, daß du es jederzeit ändern kannst.« Susanne wurde blaß. Auch sie unterdrückte sicherlich Worte, die vielleicht hart und heftig sein würden. So entstand eine Stille, in die hinein sie dann in leisem, ödem Ton sprach: »Ich weiß, daß ich es kann, vielleicht werde ich es können. Man muß mir Zeit lassen.« »Ich denke, daß niemand dich drängt. Im Gegenteil, Papa und ich sind von großer Nachsicht, denn uns beiden liegen UnscWUssigkeiten und Schwäche nicht.« »Ja«, sprach Susanne bitter, »ich weiß«, und schloß die Augen. 30 Will sitizt wie immer seinem Vater beim Mittagessen gegenüber. Beide tun unbefangen. Der eine, weil er nichts weiß, und der andere, weil er zuviel weiß. Am liebsten hätte 'der Alte gefragt: »Na, wie läuft "es?« und »warum ausgerechnet mit der Präsidcntentochter?« Nach einer Weile meint Will und gähnt hinter der Scrviettt?: »Na, ich denke, nun haben wir genug von Landiparticn, Vater, bißchen kostspielig, was?« »Dies war es, aber der dicke Brakel hat sich amüsiert und in die Hände ge-klat!*cht wie'n Baby. Er fand es nett. — Ich, verzeih, ich verstand nur eines nicht, warum du dich so sehr bei der Tänzerin Zibeliiis engagiertest. Es waren schließlich noch andere da.^ Nummer 254 »Marimrjer Zeifunr« 9. OktoÜier 194f Seite 5 AUS STADT UND LAND Front und Heimat eine Einheit Noch klitisreti uns die Worte d€s Führers im Ohr, der im Laufe der vergan-Kenen Woohe auf den heroischen Kampf hinwies, den Heimat und Front aufge-zwungen erhielten und den sie in unverbrüchlicher Treue bis zum Endsieg durchfechten werden. Der Begriff Heroismus umreißt nicht nur die Haltung beim Kampf mit der Waffe in der Hand. Auch die Art, wie jemand den schwierigen Wechselfällcn des Lebens entgegentritt und d'ie Auseinandersetzung mit ihnen meistert, kann heroisch im besten Sinne des Wortes sein. Wir denken da an die Arbeiterfrau, deren Mann in jungen Jahren starb, und die trotzdem unverzagt darangeht, mit ihrer Hände Arbeit ihre noch unversorgten Kinder durchzubringen, und sie zu tüchtigen und ordentlichen Menschen zu erziehen. In diesen Zeiten des großen Krieges gilt es, auch auf dem Boden der Heimat Außerordentliches zu leisten. Die Geschichte kennt Beispiele, daß die Front sich bewährte, die Hein>at jedoch versagte. Sie berichtet aber auch von den Völkern, die bis zum letzten Mann durchhielten, ganz gleich, ob sie Waffen trugen oder nicht, und die sich dadurch des Ansturms der Feinde erwehrten. Fester denn je Ist hn großdeutschen Vaterlande heute Front und Heimat in einer Einheit zusammengefügt. Den Waf-feniaten des Heeres steht die Entschlos. senheit der Heimat zur Seite, mit dem Führer durch diök und dünn zu gehen bis zum entscheidenden Siege. Uns, die wir in diesen Reihen stehen, mag das selbstverständlich erscheinen. Im Spiegel der späteren Geschichtsschreibung aber werden diese Zeiten einmal als das er-schemen. was siie von hoher Warte aK^s gesehen sind: als Zeugen des äußersten Einsatzes eines heroischen Volkes! Was sagt doch Adolf Hitler: »Heroismus ist nicht nur auf dem Schlachtfeld notwendig, sondern auch auf dem Boden der Heimat!« K. Kleine Chronik m UnterstelriBche bildende Künstler und Pro|Nigandl8ten in München. Unter-steirische bildende Künstler und die Leiter der Führungsämter II in den Kreis-führungen des Steirischen Heiniatbundes befinden sich derzeit zur Besichtigung der Deutschen Kunstausstellung in der Hauptstadt der Bewegung. Die vom Führungsamt II in der Bundesführung im Einvernehmen mit dem Arbeitsgebiet Kultpr veranstaltete Fahrt leitet der Leiter des Füh-rungsamtes II in der Bundesführung, Siegfried T r e m l. m. Todesfälle. Nach langem, schwerem Leiden verschied in der Ürbanigasse in Marburg im schönsten Alter von 39 Jahren Fräulein Anna Trojner; ferner verschied in Prägerhof im besten Alter von .17 Jahren die Buchhaltersgattin Marie Nekrep. Singen und Klingen in Marburg Midelwerlcveranetaftung Wie wir schon bekanntgaben, veranstalten die steirischen Untergausport-wartinnen in mehreren Städten der Untersteiermark Abend Vorführungen, bei denen sie den Mädeln aus der Untersteiermark BDM-Gymnastik und Mädeltänze zdgen werden. Das Programm des Deutschen Mädelwerkes richtet sich nach allem, was ein gesundes Mädel können muß. Um das zu erlernen, werden sie in der Arbeitsge-mehischaft »Sport und Gymnastiik« zusammengefaßt, wo sie in der Grundschule geübt und im Leistungssport ausgebildet werden. Hier lernen die Mädel der Deutschen Jugend die Grundformen der deutschen Gymnastik als auch die Formen der Bewegungsgestaltung kennen. Um nun den Mädeln in Marburg einen Einblick in diese Arbeit zu geben, zeigen die steirischen Untergausportwar-i tinnen Donnerstag, den 9. Oktober in einer Abendvorführung im Heimatbundsaal BDM-Gymnastik und Mädeltänze. Die Arbeitsgemeinschaft »Si>ort und Gymnastik« im Deutschen Mädelwerk veranstaltet diese Vorführung am in. Oktober auch in Luttenberg und am II. Oktober in Pettau. m. 80. Gefourtstag. in voller geistiger Frische feierte dieser Tage die Bezirks-l'.auptmannswitwe Frau Hedwig von V e-s t e n e ck , Mutter unserer Mitarbeite-riti Marianne v. Bacho-Vesteneck, ihren 80. Geburtstag. Als geborene Edle von Lehmann entstammt sie einem bis um 1500 in Sachsen nachweisbaren Geschlecht, dessen Mitglieder in alten Chroniken und Kirchenhistorien als Gelehrte wiederholt Erwähnung finden. Die Jubilarin ist einerseits eine Ur-Urenkelin des als Begründer der Perkussionsmetliode berfihmten Arztes Leopold von Auen-brugger (geh, Graz 1722, gest. Wien 1800), anderseits der Mar. Xav. FrcHn von Zois, der letzten aus dem historischen Kärntner Oeschlechte der Grafen Paradeiser, die in der (}cschichte des Landes sowohl als erste Burggrafen (Augustin V. Paradeiser 1555), Landesverweser und Vizedome, wie auch als Kämpfer in den Türken'kricgen hervortraten. m. Der älteste Flaker von Cilll gestorben. Am 7. Oktober starb in Cilli der 76 Jahre alte Franz Raniskugler. Der Verstorbene stammte aus Ka^pfen-berg und kam schon in iungen Jahren nach Cilli, wo er sich eine Familie gründete. Eine lange Zeit, insgesamt 50 Jahre, war er Fiaiker, eine jedermann hekanintc Erschemung, leutselig und lustig. Auch als Pferdehändler hat er sich einen Namen gemacht. m Kameradschaftsabend des Amtes Frauen in der Ortsgruppe Marburg IV. Unlängst fand unter zahlreicher Beteiligung der Frauen ein Kameradschafts-abend einiger Zellen der Ortsgruppe Marburg IV statt. Nach einführenden Worten der Leiterin des Amtes Frauen in der Ortsgruppe über Sinn und Zweck dieser Zusammenkünfte hielt Kamera«! Pöschl einen Vortrag über Volks- und Brauchtum, wobei besonders die gezeigten Muster steirischer Trachten lebhaftes Interesse erweckten. Mit den Liedern der Gemeinschaft, die gelehrt und gesungen wurden, schloß der Abend, dem in Kürze ein zweiter für die übrigen Zellen folgen wird. m Dienstappell und Gemeinschaftsemp-fang in der Kreisführung Marburg-Land. Kürzlich fand in der Kreisführung Marburg-Land ein Dicnstappell statt, an welchem sämtliche Anitsträger teilnahmen. Der aus dem Kreisbereichc scheidenden Frau Haag — Bacher widmete der Kreisführer herzliche Worte der Anerkennung und des Dankes für ihre vorbildliche Arbeit .ils einführende Leiterin des Amtes Frauen und wünscht ihr in ihrem neuen Arbeitsbereich die gleichen Erfolge. Anschließend an den Dicnstappell wurde ein Gemeinschaftsempfang der großen Führerrcdc veranstaltet, an dem alle Anitsträger der Kreisführung teilnahmen. m. Gastspiel des Steirischen Landestheaters in ClWi. Im Cillier Stadttheater gibt Sonntag, den 12. Oktober, das Stei-rische Landestheater aus Graz eine Vorstellung. Zur Aufführung gelangt um 20 Uhr »Der Erbförster« von Otto Ludwig. Das volkstümliche Stück wird viel Zuspruch verzeichnen können. m. Standkonzert Hi Schön^in. Die Werkkapelle der Lederuerke Franz Woschnagf gab am 5. Oktober unter der Leitung ihres neuen Kapellmeisters Pg. Suette ein Standkonzert, das eine große aufmerksame Menge von Zuhörern an^ zog. Der Erfolg berechtigt zur Annahme, daß die Werkkapelle den Schönstcinem noch manch schöne Stunden bereiten wird. m. Arbeitsbesprechung des Amtes Frauen In TüHer. Sonntag, den 5. Oktober, fand in der OrtsgrupiKnführung Tüffer eine Arbeitsbesprechung des Amtes Frauen im SteiriÄchen Heimatbund statt. Außer der Leiterin des Amtes Frauen, Herta Blaskowitz, warthi alle Mitarl>eiterinnen des Amtes Frauen soiwie alle Zellen- und Blockhelferinnen anwesend. Die Arbeitsbesprechung wurde v^ der Leiterin des Amtes Frauen eröffnet. In einer kurzen Ansprache forderte sie zu engster kameradschaftlicher Mitarbeit auf. Die Hilfsstellenleiterinnen und die Mitarbeiterinnen des Amtes Frauen berichteten über ihre Tätig-keit. Anschließend erhielten sie Richtlinien für ihre weitere Arbeit. m Ein Grazer erhielt das Ritterkreuz. Wie bereits kurz berichtet, wurde dem Hauptmann Gordon Gollob, Gruppenkommandeur in einem Jagdgeschwader, durch den Führer und Obersten Befehlshaber das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz verliehen. Hauptmann Gollob, Sohn des hochbegabten, jung verstorbenen Grazer Malers Heinrich Gollob, Träger der goldenen Frontflugspange und des Narvik-schildes, ist 1912 in Graz geboren, besuchte die Technische Hochschule Graz und anschließend die Militärakademie in Wiener-Neustadt. Nach seiner Ausmusterung als Leutnant im Jahre 1936 machte er beim österreichischen Flieger-Regiment Nr. 2 in Graz Dienst. Nachdem er in den folgenden Jahren mehrere jagdfliegerschulen besucht hafte, erwarb er sich im Poienfelcizup; das Eiserne Kreuz IL Klasse und im Nnrwegcn-Feldzug das Eiserne Kreuz 1. Klasse. n'i. Jugendfilmstunden nun auch in der Untersteienn^rk, Gleich wie im Deutschen Reich finden nun auch in der Untersteiermark Jugendfilmstunden statt. Die feierliche Eröffnung der Spielzeit 1941-42 wird am Sonntag, den 12. Oktober in allen Lichtspieltheatern von Marburg, Cilli und Pettau durchgeführt. Zur Vorführung gelangen nur jugendwerte Filme. Die ersten Vorführungen bringen »Reitet für Deutschland«, »Uber alles in der Welt«. »Bismarck« und »Friedrich Schiller» m. Dienstappell der Ortsgruppenfüh-rung Georgenberg. In Georgenberg fand Soimtag. den 5, Oktober, ein Diensi-apfpell der Ortsgruppenführung des Stei-risclicn Heiinatbundes statt, an welchem Personen teilnahmen. Der Leiter des Arbeitspolitischen Amtes im Kreis Mar-hurg-I.and, Kern, sprach über die Pflicliten und Rechte der Betriebsführer als auch der Gefolgschaft. Mit der Füli-rerehning wurde der Appell geschlossen. m. Ortsgruppenappell in Packenstein, In der Ortsgruppe Packenstein, Kreis Cilli. fand ein Appell der Zellen- und Blockführer sowie ihrer Helfer sta^*" Ortsgru'pp-enführer gab Weisungeii den Aufbau des Mitgliedschaftswesens in der Ortsgruppe. Der Appell, an dem alle Zellen- und Bloükführer vollzählig teilnahmen. wurde mit der Fülirerelirung geschlossen. ni. Mit der Hand in den Flaschenzug. In einem Marburger Betrieb wurde der 20-iährige Schlosser Adolf Arbeiter aus Brimndorf von einem Flaschenzug an der HanJ erfaßt, wobei ihm der zweite, dritte, vierie und fünfte Finger abgetrennt wurden, während er am Daumen eine Ouetscliwunde erlitt. Der Verunglückte wurdf vom h'erbeigerufenen Roten Kreuz int; Mnrburger Krankenhaus eingeliefert. ni. Sturz vom Fahrrad. Am Dienstag gegen 1.^ Uhr fuhr der 31-jährigc Diener Ludwiii Bratsch'itscli aus Marburg mit seinem i^'aiirrad den steilen Ledererberg hinunter. Das Rad geriet gegen einen Stein und Bralschitsch stürzte zu Boden, Hiebei zog er sich eine tiefe Schnittwunde oberhalb des linken Auges sowiu Verletzungen am Gesicht zu. Das Deutsche Rote Kreuz überführte ihn ins Marburger Krankenhaus. m. Verhängnisvoller Sprung vom B^ume. Der 13-jährige Arbeiterssohn ik dtf Wenn in der sandigen Kollos, im milden Klima des Draubeckens um Marburg, im endlosen Hügelland der Windischen Büheln und in den sonnendurchglühten Rebenhängen um Rann die Lese der traubenschweren Weinstöcke beginnt, liegt ein Jahr schwerster Arbeit hinter dem Weinbauern, aber auch noch viel vor ihm. Erst das fröhliche »Weinabschänken« läßt in der Untersteiermark den Weinbau zu einem Feste werden und wird erst dann dem Sipruche: »Weinzeit — seelige Z^iU gerecht. Das ganze Jahr über nimmt die Arbeit den Weinbauern vollauf in Anspruch. Er muß das Tragholz alljährlich durch Rebenschnitt verjüngen und die mehrmalige Haue, Laubarbeiten, Düngungen und mühselige Kamfif gegen die vielen Reben-Schädlinge füllen die Tage des Winzers wohl mehr als reichlich aus. Schließlich kann dann in den kalten Tagen des Spätherbstes eine einzige Frostnacht die ganze Mühe des Jahres vernichten. So ist das Leben des untersteirischen Wehbauern stets von Sorgen und Arbeit erfüll*-und j?de dunkle Wolke am Hinmiel bereitet ihm Herzklopfen. In den letzten 150 Jahren wurde der Weinbau in der Untersieiermark von allen ; m.'i Rgeb enden Körperschaften und Persön. j lichkciten der Landesregierung Graz in i jeder Weise gefördert. Vor allem war es Erzherzog Johann, selbst ein Freund guten Weines, der sich um die Hebung des Weinbaues ii der Untersteiermark sehr verdient machte. Er rief die »Steiermär-kische Landwirtschaltsgesellschaft« ins Leben, veraniaßte, daß in den Weinbaugebieten der Untersteiermark die vorhandenen Traubensorten aufgenommen und später durch Rigolen und Reihenbau edlere Sorten eingeführt wurden. Er veran-laßte ferner, daß durch den tüchfigvMi Weinbaufachmann Ehreniberg Reben aus dem Rheintal in die Untersfeiermark kamen, wodurch die Rebanlagen um vieles veredelt wurden. Bekannte Förderer des untersteirischen Weinibaues waren auch Dr. Hüttenbrenner in Garns bei Marburg, Huber- in Luttenberg, Gottlieb Bayer in Windisch-Fei-stritz, Baron Moscon in Rann an der Save, Hirschhofer in Wisell, Wokaun in Cilli und Feldbacher in Frauheim. Im Jahre 1880 trat im Wei.ngebiei von Wisell die Reblaus auf, die sich r^sch verbreitete und die Rebanlagen in der Uitersteiermark vernichtete. Dem Direktor der Marburger Landes-Obst- und Weinbauschule, Hennann Goethe, gelang es aber in kürzester Zeit den Weinbau in der Untersteiermark durch Rigolen des Bodens und Veredelungen auf amerikanische, der Reblaus widerstandleistende Unterlagsorten wieder auf biMleutende Höhe zu bringen. .Auch gegen die pilzlichen Rebensrhäd-linge, wie Peronospora un-l Oicilum, wur- den die entsprechenden Bekämpfungs-niittel gefunden. Durch die vorbildliche Kellerwirtschaft des in Gesenheim am Rhein geschulten Fachlehrers Franz Zweifler wurde auch die Kelterung des Weines immer besser und bald gehörte der Untersteirerwein zu den Marken von Weltruf. Der unter.steirische Wein wir^i vielen Geschmacksrichtungen gerecht. Am berühmtesten ist der weiße »Luttenberger«, dessen anheimelnde Güte weit über die Grenzen des Landes bekannt ist und der auch dem erlesensten Geschmack gerecht wird. Dann steht neben dem leichten »Kolloser«, den schon vor 2000 Jahren die Ureinwohner schlürften, der süffige »Picke-rer« und Rotweiner »Grüne«. Der »Frau-heimer» in seiner eigenartigen Würze steht in nichts dem Feistritzer Schmitts-berger und »Rittersberger« nach und- in den Weingärten um Gonobitz reifen Trauben, deren edelste Erzeugnisse einstens in den Weinkellern der ältesten deutschen Karthäuserklause Seitz als Zehent abgegeben und vo;i den Mönchen geschlürft wurde. Aber auch die trinkfesten Bürger der uralten* Stadt Gonobitz haben diesen edlen Tropfen stets als ein besonderes Geschenk des Himmels geschätzt und behandelt. Anders in Geschmack und Güte sind die Erzeugnisse aus den Weinbergen um Rann an der Save, der südlichsten Stadt Gir«u;ürtinrpn Krinahnen. Die Endsitzung über die Aufteilung des Wagenparks der ehemaligen jugoslawischen Eisenbahnen wurde nunmehr endgültig für d^n 15. d. M. in Agram angesetzt. Die Besprechungen über die Aufteilung der Lokomotiven sind in der vergangenen Woche in Budapest abgeschlossen worden. Die Verhandlungen werden von Vertretern der Eisenbahnen Deutschlands, Kroatiens, Italiens, Ungarns uno' Bulgariens geführi. o. Die 81owakisch"kroati®chen Wirt-schaftsverhandlungen. Der kroatische Wirtschaftsminister Simic gab heute zu Ehren der unter Führung des bevollmächtigten Ministers Dr. Polyak gegenwärtig in Agram weilenden slowakischL'n Wirtschaftsdelegation einen Empfang. Die Verhandlungen, die von den beiden Unterausschüssen für den Wirtschafts- und für den Zahlungsverkehr gelührt werden, sind vom Geiste des größten gegenseitigen Verständnisses getragen, 0. Verkauf von Textilware wieder freigegeben. Der Verkauf von Textilwaren wurde in Kroatien nach der Beendigung «er Bestandsaufnahme nunmeTir wieder treigegeben, wobei die Rationierung des (UoRteils von Kleidern, Strümpfen, Schuhen und dergleichen natürlich aufrechterhalten bleibt. Neu wurde verfügt, daß der Einkauf neuer Ware durch einzelne Kaufleute vom Ustascha-Gaustab kontrolliert wird, clem eine Abschrift der Faktura übermittelt werden muß. o. Eine Feierstunde in Agram. Anläßlich am Montag in Agram eine Feierstunde statt, an der Vertreter der kroatischen Regierung und die Mitgliec'er der kroatisch-bulgarischen Gesellschaft teilnahmen. Der bulgarische Gesandte Meckarow würdigte in einer Ansprache in freundschaftlichen Worten die Verbundenheit zwischen Bulgarien und Kroatien. Die Feier wurde von Darbietungen bulgarischer Mitglieder c'er Agramer Staatsoper umahmt. 0. Jubel um den Reichsmusikzug des Reichsarbeitsdienstes. Der auf Einladung der Landesgruppe der AO der NSDAP in Bulgarien und c'er Bulgarisch-Deutschen Gesellschaft nach Sofia gekommene Reichsmusikzug des Rcichsarbeitsdienstes gab am Montag in Sofia unter Leitung seines Dirigenten, Professor Herms Niel, ein Konzert. Der Konzertsaal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Professor Herms Niel wurde schon bei seinem Erscheinen herzlich begrüßt. Nach Schluß des Konzertes dankte tosender Beifall dem Komponisten und Dirigenten Niel. o. Umbildung der Serbischen Regierung. Die Regierung des Generalobersien Milan Neditsch wurde am Dienstag umgebildet. Die serbische Regierung mit dem Generalobersten Neditsch an der Spitze besteht nunmehr aus zehn Fachministern. 0. Anpassung der Löhne uMd Gehälter an die neuen Preise. Die griechische Regierung hat eine weitere Heraufsetzung (Cr Löhne und Gehälter in Aussicht g^ nommen. Der Arbeitsminister wurde mit der Ausarbeitung einer diesbezüglichen Verordnung beauftragt, die noch im Laufe djeser Woche vom Ministerrat fer- Äuslandspostdienst Nach einer Anzahl von chinesischen Provinzen (Yünnan, Kwangsi, Zweichow, Szechuan, Kansu, Shensi, Shansi, Honan, Hupeh, Hunan, Kwangtung, Fukien, Kl-angsi und Chekiang, z. T., mit gebietlichen Einschränkungen) sind nur noch gewöhnliche Briesendungen zur Beförderung zugelassen. Im Postverkehr mit d^en übrigen Gebieten von China ändert sich nichts, doch besteht infolge der Kriegshandlungen in China jederzeit die Möglichkeit von Änderungen. Zwischen dem Deutschen Reich (mit Einschluß der deutschen Ostgebiete, ces Protektorats und des Generalgouvernements), Luxemburg, dem Elsaß und Loth* ringen einerseits und allen Orten in Serbien andererseits ist der öffentliche Telegraphendienst wieuer zugelassen worden. Wortgebühr (ohne Protektorat) 21 Rpf. Im Postdienst mit dem Bezirk Bialy-stock sind, worauf zur Beseitigung von Zweifeln hingewiesen wird, ausschließlich zur Versendung mit der deutschen Dienstpost Sendungen im Verkehr der deutschen Behörden, Verwaltungsorgane und Parteidienststellen und der bei diesen beschäftigten reichsdeutschen Kräfte zugelassen. Postsendungen an die eingesessene Zivilbevölkerung im gesamten besetzten Ostraum, also auch im Raum um Bialystock. werden zur Beförderung noch nicht angenommen. Für Luftpostsendungen nach Ostaslen und Siam (Theiland), die ab Südamerika mit japanischen Dampfern befördert werden sollen, besteht eine vorteilhafte Verbindung bei Benutzung des Luftweges b!« Lima (Luftpostziischlag für je 5 g 1.50 Reichsmark). * X Apfel Im Reich in die Bewirtschaftung eintezogen. Auf Grund einer Anordnung der Haiiptvereinigung der deutschen Qartenbau-wirtschaft ist die Bewirtschaftung von Äpfeln im Interesse einer gleichmäßigen Verteilung an die Verbraucherschaft zusammenfassend geregelt worden, und zwar unter ausdrücklicher Ausnahme für den nicht erwerbamäßigen Anbau. X Wann ist im Reich eine Verfügung von T(^s wegen nichtig? Im Sinne eines Erlasses des Reichsjustizministers ist eine Verfügung von Todes wegen nichtig, wenn in ihr des bulijarischen Nationalfeiertages fand tiggestellt werden soll Erben vorhanden sind, da das Hand eines Juden niemals zum Wohle von Familie, Sippe und Volk wirken kenne. Wenn der Erblasser keine Verwandten hinterlasse, so komme es allein auf die Pflichten gegenüber der Volksgemeinschaft an. Deshalb werde eine Verfügung von Todes wegen, durch die der deutschblütlge Erblasser sem Vermögen einem Juden zuwendet, gleichvtel ob Verwandte vorhanden sind oder nicht, stets in einer gesundem Volksempfinden gröblich widersprechenden Weise gegen dit der Volksgememschaft geschuldeten Klicksichten verstoßen und für nichtig erklärt wer» *^*X Kroatische Preise für Neumals. In Kroatien wurden dieser Tage die artititchen ^eisc für Neumais festgesetzt. Neumais mit einem Feuchtigkeitsgehalt von höchstens 14 v. H. darf zu 3.50 Kuna je kg verkauft werden. Der Preis für Neumais mit höherem reucn-tickeitsgehalt beträgt 2.50 Kuna pro Kilo. Mit abnehmender Feuchtigkeit erhöht sich der Preis von Neumais stufenweise, um schließlich den genannten Höchstpreis von 3.50 Kuna zu erreichen. X Bulgarien kauft ludengütcr auf. Die bulgarische Regierung nat den Beschluß gefaßt, etwa viertausend Hektar Ackerland, das sich in jüdischen Händen befindet, aufzukaufen. X Neue griechische Hefepreise. In Griechenland wurden amtliche Jefepreise festgesetzt Der Preis für frische Hefe beträgt 77.75, für getrocknete Hefe 194.40 DMchmen je Oka Die Pi'eise verstehen sich ab Fabrik. X Gründung einer Pelzausfuhrgesellschatt in Ungarn, m Ungarn wurde kürzlich die Firma »Pester Wildleder-Handels- und Indu-strie-G. m. b. H.« gegründet, die sich mit der Ausfuhr von Hasen-, Otter-, huchs-, Marder-, Iltis- und Bisamrattenfellen, Hirsch- und Ren-leder und Geweihen befaßt. Der Export wird angeblich auf Kompensationsgrundlage erfol- ßcn. ___ Entgeltliche Mittellungen (AoBer Venotvortunt d« SchrllUelliiBf) Be'^tzung. Die Beisetzung der Urne der am 1. dieses Monats in Wien ycr-storbenen Frau Anna J e 11 e c k, Witwe des früheren Direktors des Berg- und Hüttenwerkes Store, Herrn Karl Jclleck, findet am Freitag, den 10. Oktober 1941 um 10.30 auf dem städtischen Friedlior in Cilli in der Familiengruft statt. 7669 * Stelrlscher Heimatbund, Amt Volk-hMdung, Kreisfülirung Marburg-Stadt. Theaterring II. Mitgliedskarten sind ah- ein deutschblütiger Ertilasser unter überge- Theaterkarten für den 1. Abend hung deutschblütigcr Verwandter einen Juden ^ ^3 Oktober - »Martha« zum Erben einsetzt oder zum Nachteil sol-1 p Flotow Sind in der Kreischer Verwandter einem Juden eine Zuwen- | 'J. n» dung von Todes wegen macht. Darüber hin- dienststcllc Tegetthoffstraßc (Fxkc Oc-aus werde eine solche Verfügung jedoch auch richtshofgassc) erhältlich, KHiKaiisweisc dann nichtig sein, wenn keine gesetzlichen mitbringen. Nummer 254 ^M.^^^*urcrfr Zpitun?-' *>. Oktohcr P41 ?piir 7 Mitten durch die Bolsciiewilien vordersten Linien — Uber Furten und Sümpfe zu neuem Einsatz. Die Gefanßenen ma- nngs ist zu Führer hallt in hören. *Ein die Stille. Gruß an den :flsi^nia ist KdfSar und erlöste Oe- chen großenteils frohe sichter. Am Wegrand marschiert vor einer sehen Gräberreihe CTne Artillerieabteilunp: auf. Vor dem Grab ihres Batteriechefs spricht der Hauptwachtmeister zu don Männern. »Helm ab!« — Nur das Knistern der schwelenden Häusertrümmer in tiefer Dunkelheit, wahrend rin;;sum Br.lnüc am liimmrl !vlchpn und die '^chwero Artillerie unaufhörlich donnert, kehre ich mit einem S.initätskraftwapen TUT Division zurück. Der Hauptmann Ist . ...... ................................... , I voraiisBofilircn. Unsere W.iRfn sind »ra 'C»"""* '-! hehnllen hcimockohrt. reich mit Erdbee-l TURNEN und SPORT ein wichtiger Befehl für die i-m Wagen vor uns fährt ein Haupt-man.i, der einen wichlißen Befehl des Generals zu einem Bataillon in die vorderste Linie zu bring-on hat. Das Bataillon ist seit heute früh Im Kampf mit den von unfi-erer Division eingeschlossenen Bolschewiken, Der Kessel wird ausgeräumt. Es ist eine schwierige Fahrt über Feld- | wege,-Wiesen, durch Furten, Sümpfe und Wälder. Mit Anschieben, Steine aus- \ schaufeln, Suchen von immer neuen Wegen geht CS langsam vorwärts. Die Bauern | stehen staunend mit Kind und Kegel vor i ihre.i strohg*;decl onfrfannlf^ Trjiiifl urifn r»r. frdrtfunafn 6rr fufitrfdr (oife nutt» fullrphTm ^ri'n'tiifllfa'arrh}, (104 — (J» irirft femfifm orrmna ha* hff 7limiina<((Wfimhnu( behalten heimgekehrt, reich mit Erdbeeren von den Bauern beschenkt. ^ . i p. A fi • 1 4 n LI* j ' 'in^draam — STttilrn htini Oinfauf «ut Der Auftrag ist trotiz aller Hmdernissef»» »omw .«n^hp^roiin*. bi« «run« parfuna un6 »m ailSfreftihrt l »»n 2.0h für AO lahirtltn. OrhAlthrfi in au. ge ru n . Ji *2 >onn Hefni-appihfff, munifttn. ■Rofm- Kriegsberichter Siegfried Raeck (PK)fEL'i,r4!:Ä"',5 ZJZl/rJi/'L' t/lu-nfnerte tlufUdrunifi^e/inft S/24 iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiitiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiin Ernst Blanke — Klasse für sich In Graz fanden zum Wochenende Ver-ffleichskämpfe der H.l und des BDM der Gebiete Steiermark, Salzburg und Ober-donau im Tentiis statt. 'Die steirische Auswahl führte der erfolgreiche Jugend mit einem l'.O-Sieg über Pro Patria als Gegner von Juventus Turin. : Rudolf Caracciola vOr der Genesung. Nach einem monatelangcm Krankenlager macht unser erfolgreicher Automobilrennfahrer Europameister Rudolf Caracciola jetzt wiei'er die ersten Gehversuche. Oberdonau RoM,er und Humer, bleich- lieh bekannt, — Sind wir auf dem rieh- ! Spiele gewann utid so am rnei- ti'gen Wege? Es ist an Hand -der schlech- poßen Erfolg des steirischen ton sowjetischen Karten schwer festzu-, I.cnnissports beitrug. Die Steiermark st^'llen. Komaßrichtun^; stimriit! Wir i auch m der Qesamtwertung vor gehen schweigend; dann und wann eine -ti'zr^rg, während Oberdonau am drit-Verständigung im Flüsterton. Die Wäl-' *6» Platz verblieb. In den Kampf der der stecken noch voll Bolschewisten. Wir' jVlädchen griff auch Elfriede Scherer aus vertrauen auf u.iser gutes Glück. — Es vergehen an die zwei Stunden. Endlich eine Straße! Spuren von deutschen Wägen! — Wie auf Kom-mando beginnen wir uns wieder laut zu unterhalten, entdecken gemeinsam« Bekannte und haben alle Gefahr vergessen. Der Bauer scheint uns richtig geführt zu haben. Ein Kübelwagen der Nachrichter kommt. >Wir suchen dringend den Bataillonsge-fechtsta.id X!« — Mit dem Wagen geht es in Marburg ein, die immer stärker als Tur- Süden, wo er Heilung suchte, nach Stuttgart. »Caratsch« besuchte die Daimler-Benz-Werke und sprach dann im Rundfunk zu unseren Soldaten über seine Rennen und Erlebnisse. : Ragnhild Hveger erhält eine Gegnerin. Lange Zeit hatte die dänische Weltrekordschwimmerin Ragnhild Hveger in nierspielerin hervortritt. Das Ergebnis aen mittleren unrl langen Strecken keine dieser Kämpfe war: Steiermark 7, Salzburg 7 Punkte, Kärnten ohne Punkt. Deutschlands beste Tennisspieler Die Aufstellung der diesjährigen deutschen Tennisranglisten hat einige Schwierigkeiten bereitet. Die eingeschränkte Wetlkampftätigkcit ließ nicht ernsthafte Gegnerin. Nun scheint sie aber in der eigenen Heimat bald schärfste Konkurrenz zu erhalten. Es ist dies die junge Kopenhagenerin Karen Margrit Harup, die auf einem Fest in der Frederiksborg-Schwimmhalle zwar ihr großes Vorbild noch nicht zu gefährden vermochte, sich aber mit der 400 m-Kraul-zeit von 5:19,1 seihst übertraf. RagnhÜQ rascher Fahrt weiter. Plötzlich knal- immer genügende Vergleichsmöglichkei-! 5:10,5 noch recht über- len Schüsse aus dem Wald. 100 m vor ten zu, und so war eine Fiinreihung oft Sorenzen nahm es 'm 200 m- uns steht eine deutsche Pak. Die Landser i nicht leicht. Eine weitere Folge ist das | mit den Männern auf winken uns hefti^j zu. »Straße frei, die Fehlen zahlreicher Ranglistenspielcr und persönl 7(Mt vnn liir rlio 400 m- Bodschewiken beschießen uns!« — Einige j -Spielerinnen aus dem Vorj»jhr. Über die suchen den Wald ab. Un«cr Wagen fährt; unten angeführten zehn Besten liinaus Da knallt es wieder los. Die an die Seite. Pak antwortet. »Hilft nichts, wir müssen weiter!« — Wieder sichert der Hauptmann vcwn Wagen herunter nach rechts, kh nach link^. Deutsche SoVdaten mit Gefangenen! Ein Leutnant weist uns bis zu einem teilweise brennenden Dorf ein. Von hier aus m-üssen wir zu Fuß weiter, den aib und zu aufsteigenden weißen Leuchtkugeln nach. Vor einem S^jmpfwald sind die schweren Granatwerfer zurück-gtiblieben. Zwei Männer begleiten uns in den "WaM hinein. Hier wurden die Bolschewiken eben gestellt! Karren und Autos des Feindes, stecken im Sumpf. Herrenlose Pferde ir-1 ren umher, Kuhherden streichen durch den Wald. A/larschrichtung 11! Dort vorn am I Waldrand Soildaten! Es sind die Unse- | ren! Wir sind bei den ersten Linien. Die | Knallerei hat aufgehört. Die Bolschewi-; ken ergeben sich. Lange Züge von Ge- | fangenen werden von allen Seiten heran-1 geführt. Aus Gräben und Büschen stöbern die La-ndser vor uns immer neue auf. icher Bestzeit von f5:27,3 für die 400 m-Strecke ist aller Ehren wert. Das 100 m-Brust-scliwimmen entschied Grete Sönnesen in Anekdote Antwort aus dem Schweinestall In einer kleinen Stadt lebte einst ein Metzger, ein Mann von riesigem Wuchs, aber geringem Verstände, der dem Weine nicht abhold war und häufig in später Stunde gewaltig schwankend nach Hause kam. Als er einstmals wieder unter doii letzten im Wirtshaus saß, hatte ein Landstreicher sich die Gelegenheit zunutze gemacht und war durch ein offenes Fenster in die Behausung des Metzgers eingestiegen, um zu sehen, ob er nicht ein paar Würste und Schi.iken mitgehen heißen könne. Während er sich noch im Dunkeln zurechtzufinden suchte, kehrte der Metzger singend und bezecht heim. Der Landstreicher erschrak, suchte zu flüchten, fand nicht sogleich den Ausweg, riß in der Hast Stühle und Schrmgt dem Ba-j Redl (Wien) Roderich Menzel (Berlin). 1 Skorbut heilende Kraft des Sauerkrauts taillonskommandeur den Befehl. Nach : Gulcz (Köln), Ep'pler (Köln), Buchholz' zweifellos auf einem besonderen Reichfünf Sturrden sind wir wirklich am Ziel. 1 (Köln), Beuthner (Berlin), Bergmann ' tum an den gleichen Vitaminen. Sauerkraut Das Bataillon sammelt, der Kessel ist (Dresden) und Denker (Hamburg), bei i vermag stets Lücken auszugleichen, wenn ausgeräumt. Die Landser ssetzen strah-[ den Erauen Trude Wolf (Wien), Dietz-' durch Ernährungsfehler unserem Körper lend die crbeutefen LKW's in Stand. Eine Haniel, Hein-Müller, Jenquel-Hom, Mar-; zu wenig Vitamine zugefü weichgepolsterte Luxusliiiiiousine S.Zyl. Buiok des Herrn Kommissars, ist auch dalbei und wandert in den Bestand unserer Sanitätskompanie. Es ist unglaublich, was Soldaten alles gebrauchen können! Einer hat ein Koffergramiinophon entdeckt! Russische Volkslieder tönen kreischend durch den Wald. Der Landser ist giück-lic'h. Putizt und wischt an der Kiste herum, bis sie wie neu glänzt, nimmt den Koffer in die Hand und wandert um sein Auto herum. »Wenn ich so erst mit Muttern an die See fahre...!« Es herrscht' frohe Stimmung bei den bärtigen, verstaubten und übernächtigten Männern. Hunger und Durst sind eine Weile vergessen. Das Leben hat gesiegt und will sein Recht. Es wird Abend. Der endlose Zug der Soldaten und der Gefangenen rückt, in eine Staubwolke gehüllt, aus dem Wald kauR Kiffmana Otmai^ Tegelthoffstr. Ii gelsberg-Rost, Schneider-Peitz und Toni Schomburgk. * : Von der SportgenieittSchaft Schönstein. Die Schönsteiner Sportgemeinschaft nahm am 5. Oktober die Errichtung einer Sprungschanze auf dem Go-ritzenberg in Angriff. Kmd. Schneider rückte sclion am frühen Morgen mit fast hundert Jungen, die nrit Schaufeln. Krampen und Schubkarren ausgerüstet waren, auf den Berg und begann in Gemeinschaftsarbeit mit den Brdarbeiten. Die Schanze wird Sprünge bis zu 25 Metern ermöglichen. Die Planung stammt von Kmd. !ng. Kloipschitz. Die Lage ist eine denkbar günstige, denn die Schanze liegt kaum fünf Minuten von der Stadt entfernt. Die Schönsteiner Sportgemein-.schaft erhält somit durch eigene tatkräftige Zusammenarbeit ihre erste sportliche Einrichtung. wenig Vitamme zugeführt worden sind. Interessant ist in diesem Zusammenhang, daß die Heilkraft des Sauerkrauts bereits vor dem Dreißigjährigen Krieg von einzelnen Ärzten erkannt worden ist. Der Skorbut oder Scharbock forderte im Mittelalter bedeutend mehr Opfer als in der Gegenwart. Jährlich starben Tausende, namentlich Seeleute, an dieser furchtbaren Krankheit, die durch die Einseitigkeit der Nahrung bedingt war, Sauerkraut dürfte wohl unbestritten ,das wirksamste Heilmittel gegen Skorbut sein. Erst in zweiter Linie ist noch frischer Zitronensaft als Mittel gegen das Skorbut zu nennen. Daß das Sauerkraut die Verdauung anregt und den Stoffwechsel fördert, ist wohl im allgemeinen bekannt. .Mle diese wertvollen Eigenschaften des Sauerkrautes unterstreichen noch recht deutlich die außerordentlich wichtige Rolle, die das Sauerkraut in unserem Küchenzettel spielen sollte. : Novara und Udlne l^haupten^ch. ■ Kleine Küchenkniffe, die sich t>ewähren Der Kampf um den italienischen Fußball- . pokal begann am Sonntag mit zwei Aus- Frisches Brot soll nie sofort in scheidungsspielen. Novara besiegte Fan- den Brotkasten gelegt werden, weil es fulla 2-1 und triff! am kommenden Sonn- dann nur klumpig wird und leicht schim-tag auf AS Rom. Udine qualifizierte sichlmclt. Man hebt es, auf die Schnittfläche festschüeßendem Deckel aufbewahrt. Um frischen Kuchen vor dem Schimmeln zu schützen, legt man ein kleines Stückchen Brot dazu. Das Brot zieht die Feuchtigkeit an sich, und der Kuchen hält sich um'^o besser. Fleisch schützt man vor Fliegen am besten durch eine darübergestülpte, eng abschließende Gazeglocke. Hat man solche nicht, kann man auch eine aufgeschnittene Zwiebel auf das Fleisch legen. Der Geruch hält die FWegen fern. Zitronen werden besser ausgenutzt, wenn man sie vor dem Auspressen mehrfach mit der Handfläche u:iter festem Druck auf dem Tisch hin und herrollt, Sie werden dadurch weich und geben den Saft bis zum letzten Tropfen her. Im Winter, wenn es kalt ist, ist es ratsam, die Zitronen vorher einen Augenblick in heißes Wasser zu legen. Messer und Gabeln verlieren jeden schlechten Geruch, etwa nach Hijring oder Zwiebeln, wenn man sie einen Augenblick durch die brennende Gasflamme zieht. Der Wasserkessel bekommt nicht den unerfreulichen Ansatz von Kesselstein, wenn wir von Anfang an ein Stückchen Marmor oder einen einfachen Kieselstein hineinlegen. Fenster werden doppelt blank, wenn man sie nach dem Putzen und auch sonst qllc paar Tage mit einem zusammengeknüllten Zeitungsipapier überreibt. Das-selt>e Verfahren bewährt sich ausgezeichnet für Türklinken und alle blanken Teile im Haushalt. Salz ist ci-n vorzügliches Reinigungsmittel für Olassachen aller Art. Wasserflaschen und Kannen, die leicht einen bräunlichen Ansatz zeigen, reibt man mit wenig Sal-z und einer Stielbürste aus. Ebenfalls lassen sich Bratpfannen rasch und gründlich mit Salz reinigen. Seite 8 »Marburter Zeltunt# 9. Oktober 1041 Nurmner 254 Stadttheater Marliarg a.il.Oraa Donnerstag, den 9. Oktober, 30 Uhr Frühlinssluft Operette In 3 Akten von Jostf Strauß 7640 Freitag, den 10. Oktober, 20 Uhr Ringvoritellung für cüe Deutsche Jugend FIDELIO Oper in 2 Akten von L. v. Beethoven. Kein Kartenverkauf. tTEIiltCHER HilMATBUND Madelwerk- Veranstaltungen der .«Deuttchaii 3ug«nd" Donnftrttig, t. Oktober In Marburg FrtiUg, 10* Oktober in Lutl^nbcrg Samitag, 11. Oktober In P«tt«u Schmcrüerfüllt sieben die Unterzeichneten allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traii-ricc Nachricht, daß unsere innigstgcliebte Gattin, Mutter lind Tochter, Frau l9l( Hlbü Dtl. PMilill Buchheltersgattin am Mittwoch, den 8. Oktober 1941 um 3 Uhr nach kurzem, schwerem Leiden im 37. Lebensjahr ihr junges Lehen am Altar der Mutterschaft geopfert hat. Das Leichenbecängnis der unvergeßlichen Dahingeschiedenen findet am Freitag, den 10. Oktober 1941 um 10 Uhr In Unter-Pulsgau statt. Pragerhof, den 8. Oktober 1941. 7663 Fami Ue Nekrcp—PototKhnik. Kleiner Anzeiger itd** Wort kutitt la Rpt Ja« IcetfedmckU Won lu l?pl Der Wortpre*t ciM bif rn 19 Buchstahtv tt Wort /j(1i»rcphnhr fKennwort) .V ?rH hei ?f#llpnpt