präuiimeraliou» - Preise Für Laibach Bau«ahrig . . . 6 ft. — tr. Halbjährig . . . S » — . Vierteljährig. . . i , SV » Monatlich . . — » Sü » Mit der Post: Bau,jährig . . . 9 ft. — kr. Halbjährig . . . t „ so , vierteljährig. . . i „ LS , Für Zustellung ins Hau« vierteljährig LS kr., monatlich S kr. Lin-elne Nummer» S Ir. Laibacher Tagblatt. Anonime Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Sedakliou Bahnhosgaffe Nr. ISÜ Lrpeditioa mir Zuleratni üarrall: ikongreßpiatz Nr SKBuchha von I. «. «leinmayr L tz.BMlb^ks)^ ^ Zoserliousprttsr: Für die einspaltige Petitzei! bei zweimaliger Einschaltung L dreimal » 7 kr. Insertionsstempel jedesmal so kr. Sei größeren Inseraten und österer Einschaltung entsprechender Rabatt Nr. 181. Donnerstag, 11. August. — Morgen: Klara I. 1870. Die neue Situation in Europa. Die schweren Schläge, welche über Frankreichs Armee hereingebrochen sind, haben schon heute eine neue Situation in Europa geschaffen. An eine Wendung des Kriegsglückes zu Gunsten Frankreichs ist kaum mehr zu denken, den» so viel steht fest, die Führung, die Zahl und die Qualität der deutschen Heere ist der französischen Führung und seinem Heere überlegen, Deutschland rückt zur Entscheidungsschlacht siegeSsicher, moralisch gehoben mit einem ganz intakten und zwei siegenden Heeren, entgegen einer Armee, welche nur drei intakte Armeekorps besitzt und im übrigen geschlagene, moralisch niedergedrückte Truppen ins Feld schicken muß. Selbst im Falle, daß die deutschen Hcere nochmals zum Aufgeben ihrer gewonnenen Position schreiten müßten, ist dies sicher mit solchen Derangements der französischen Waffen verbunden, daß selbst in diesem unwahrscheinlichen Falle ein Vortheil Frankreichs höchstens auf die Bedingungen des Friedensschlusses einwirken könnte, doch an ein Fortsühren des Krieges von Seite Frankreichs oder gar ein Überschreiten des Rheines ist nicht mehr zu denken. Schon heute ist das militärische Prestige Frankreichs gebrochen und wird der letzte Schlag, wie es eben zu oermuthen ist, zu Gunsten Deutschlands auSsallen, dann ist der Schwerpunkt Europa's von Frankreich nach Deutschland verlegt. Die Wünsche und geheimen Pläne der Diplomatie, gelegentlich in die Aktion zu treten zu Gunsten der einen oder der anderen der krieg-führenden Mächte sind gescheitert an dem raschen Gange der Ereignisse, an dem stürmisch vordringen-den Siegesläufe der deutschen Heere, welche dadurch den Krieg lokalisirten und der Diplomatie nur die Aufgabe hintcrließen, höchstens beim Friedensschlüsse das gebrochene Frankreich vor ganz unannehmbaren Friedensbedingungen zu schützen. Hat sich die Diplomatie durch so lange Zeit und bereits traditionell an den Gedanken gewöhnen können, Frankreichs Uebergewicht zu ertragen, so wird sie sich jetzt an den Gedanken gewöhnen müssen, Deutschlands Ueber-gewicht anzuerkennen. Denn die unerbittliche Logik der Thatsachen, wie Napoleon III. einstens meinte, ist stärker als die Diplomatie mit allen ihren Winkel-zügen. An den übrigen Mächten Europa's liegt es jetzt, einerseits sich der neu geschaffenen Situation zu akkomodiren, andererseits aber sich die Integrität ihrer selbst zu wahren und die Grundlagen eines gesicherten und dauernden Friedens in Europa zu schaffen. An eine siegestrunkene Ueberhebung Deutschlands glauben wir nicht, denn einerseits liegt Eroberung nicht im Charakter des Deutschen, derDeutsche will nur ein freies und einiges Deutschland, Herrschsucht war wohl seine Schwäche nie, im Gegen-theile war er bis jetzt die Zielscheibe der Witze ob seiner Schläfrigkeit, Gleichgiltigkeit und Lammsgeduld, andererseits ist durch den Sieg über Frankreich erst die Grundlage eines einigen Deutschlands geschaffen, die Konsolidirung und Konstituirung ist bezüglich ihrer inneren Ausführung vielleicht nicht einmal bis zur Formengebung gediehen. Und wenn es wirklich gelungen sein wird, ein in seinem Innern durch haltbare Formen scstgegliederteS einiges Deutschland zu schaffen, dann tritt an das deutsche Volk erst die Aufgabe heran, das einige Deutschland auch zu einem freien zu machen, es müßte nur sein, daß die gegenwärtige Führung Deutschlands nach Erreichung ihres großen Zieles sich an die Spitze der Bewegung stellt und die unpopuläre Junkerwirth-schast über Bord wirst und dem Freiheitsdrang des deutschen Volkes Rechnung trägt. Thut sie es nicht, thut es das Volk, geschehen wird cs auf jeden Fall. Zu alle dem aber braucht es Zeit, viel Zeit, daher Deutschland gewiß nicht an eine Ausbeutung seiner Stärke nach außen denken wird, vorausgesetzt, daß es nicht von außen provozirt wird. Nurindie -sein einzigen Falle glauben wir an eine bedrohliche Haltung Deutschlands nach außen, daher wir in dem Siege Deutschlands einen Sieg der Freiheit, einen Sieg der Zivilisation und eine Garantie friedlicher Tage für Europa erblicken. Vom Kriege. Vom Kriegsschauplätze liegen heute keine Nachrichten von Bedeutung vor. Nach den Schlachten vom 6. d. ruhen die Waffen, und beide Theile sind in voller Bewegung um sich für die nahe bevorstehende Entscheidung zu einander in das vorteilhafteste Verhältniß zu setzcn. Bereits am 6. d. hat die französische Armee ihre Rückzugsbewegung und Konzentrirung begonnen und soll dabei keine Schwierigkeiten von Seite der Verfolger erfahren haben. Es wird sogar sran-zösischerseits behauptet, daß seit dem 7. und 8. d. alle Feindseligkeiten aufgehört haben. Dies ist ganz gut glaubwürdig, denn nach einer Reihe so blutiger Gefechte, wie es die vom 4. und 6. waren, machen sich auch beim Sieger die unabweislichen Bedürfnisse für Menschen und Thiere — Ruhe und Ver-pflegung — geltend und müssen befriedigt werden, will man das Leistungsvermögen der Truppe erhalten, besonders wenn man so lange und schwierige Defileen, wie jene der Vogesen, mit allen Waffen und dem gesammten Heerestrain zu durchschreiten hat. Beide Gegner fassen den Moment der Entscheidung ins Auge und treffen dazu ihre Vorbereitungen. Hiemit stimmen auch die jüngsten Nach-richten aus Metz vom 8. und 9. überein. Die beiden Flügel der deutschen Armee befinden sich schon seit 4. und 6. auf französischem Boden, das Zentrum, die Armee des Prinzen Friedrich Karl, begann am 7. den Vormarsch ausfran- Jeuilleton. Spielhahnjagden im krainischen Hochgebirge. ^ Die Wiener „Jagdzeitung" bringt aus der Feder ihres Krainburger Korrespondenten einen längeren Bericht über die Ergebnisse seiner Auer- und Spielhahnjagden im heurigen Frühjahr. Wir glauben, ^«ß auch für unsere Leser, deren größter Theil den Spielhahn nur nach seinem herrlichen Federschmucke kennt, die lebhafte Schilderung der Beschwerden, die mit dessen Erbeutung verbunden sind, von einigem Interesse sein werde. Die zweite Hälfte jenes Berichtes lautet: Wenn schon die Auerhähne auf den höchsten Balzplätzen standen, so haben die Spielhähne kow sequentcrwcise ebenfalls die höchsten Stellen zum Balzen gewählt. Heuer war nirgends ein Spielhahn anders als auf den Schnecflächen zu schießen. Aus schneefreien Stellen oder gar im Waldterrain balzte Heuer kein Spielhahn. Am 25. Mai ging ich in ein Revier auf den Schildhahn, welches sehr hoch gelegen und noch mit gewaltigen Schneemassen bedeckt war. Die Witterung war in der Ebene trübe und lau. Ich ging bei Laternenschein. Der Jagdhüter hatte eine schlechte Laterne, in welcher eine Scheibe fehlte. Das Licht wurde durch ein Stück Unfchlittkerze repräfentirt, während ein zweites Stück als Reserve mitgenommen wurde. Bei der offenen Laterne flackerte das Talglicht im Winde und drohte oft auszulöschen. Doch erhielten wir es bis zum halben Weg, wo die Kerze zu Ende ging. Bei der beabsichtigten Restauration der Beleuchtung entdeckten wir, daß der Waldhüter das reservirte Stück Kerze verloren hatte. Das war höchst unangenehm, und umsv' mehr, da wir erst den schlechtesten und beschwerlichsten Weg vor uns hatten. Die Nacht war finster, alles um uns naß und ich mußte das Gewehr gegen die Nässe verwahren. In der Finsterniß ging cs sehr schlecht vorwärts. Der Zugang zu den Spiel-hahnbalzplätzcn ist denn doch selbst unter den günstigsten Verhältnissen viel beschwerlicher, als zu den Auerhahnbalzstellen. Wir überwanden einen sehr schlechten Weg und kamen zu dem Schnee. Hier war das Gehen nicht gar so beschwerlich, weil der Schnee nur mäßig einbrach. Oft aber versank sowohl ich als mein Begleiter plötzlich bis an die Brust im Schnee, wenn wir gerade ein verschneites Gebüsch überschreiten wollten. Zeitweise trat ein so dichter Nebel ein, daß wir uns nur mit größter Mühe orientirten. Allein wir hatten den beschwerlichsten Weg schon hinter uns und schritten rüstig weiter. Je höher wir stiegen, desto leichter schien es uns zu sein, und mit einem male waren wir aus dem Nebel und die ganze Gegend unter uns lag wie in einem Meer versunken, aus dem nur die uns gegenüber liegenden höheren Alpenstöcke hervorragten, vor uns aber war die Schneewüste, in der nur hie und da die verschneiten Latschen-gebüsche spärlich hervorsahen. Ich fragte den Jagdhüter, ob er sich zurecht finden wird, wo der Spielhahn balzt. Er deutete mir noch sehr hoch hinauf mit der Versicherung, daß er mich recht postiren werde. — Hier war der Morgen klar und die Ta-gesdämmerung war kaum etwas sichtbar, al« wir an Ort und Stelle waren. Ich ließ mir zeigen, wo der Hahn Tags zuvor am längsten gebalzt, und sah. daß gerade hier fast gar keine Deckung war, zösisches Gebiet. Dessen Befehlshaber hat an diesem Tage sein Hauptquartier von Homburg nach Blieskastel vorgeschoben. Die zweite oder Rhein-armee wird also zum Theil französischen Boden betreten haben nnd in dem Maße vom linken Flügel vorrücken, als sich der Kronprinz seinem Operationsziele nähert. Marschall Mac Mahon, der laut Meldung des Kronprinzen nach der Schlacht von Wörth auf Bitfch zurückgeworfen worden war. soll nach späteren Nachrichten aus Metz die Straße nach Nancy decken. Wie er nach Savern kam, ob auf Umwegen durchs Gebirge oder aber schon von Nieder-bronn auf der Kaiserstraße, ist noch nicht aufgeklärt- Gegenwärtig soll er die ihm vorgeschriebenen Bewegungen ausführen. Das anfänglich verschollene Korps dc Failly hat sich laut Meldung vom 8. aus Metz, ohne beunruhigt worden zu sein, mit der Armee vereinigt. Ist dies war, so unterliegt es keinem Zweifel, daß de Failly in richtiger Erkcnntniß der Verhältnisse unmittelbar nach der Niederlage Mac Ma-hons bei Wörth Bitfch geräumt und durch Saar-Union sich den Gefahren der Bernichtung entzogen habe und zur Hauptarmee gestoßen sei. Auch Frossard soll sich in guter Ordnung auf Metz zurückziehen. Derselbe war bekanntlich von seiner Rückzugslinie abgedrängt worden. Was die offizielle Depesche, Paris, 8., mittheilt: „Die Armee konzentrire sich, um auf die Vogesen zu marschiren und die Uebergänge derselben zu vertheidigen." gehört wohl nur in den Bereich frommer Wünsche, denn mit einer überlegenen siegreichen Armee in der linken Flanke unternimmt man derlei nicht. (Tgpr.) Bei den Affairen von Weißenburg und Wörth hat nun auch daö baierifche Werdergewehr seine erste Feuerprobe bestanden und sic soll glänzend ausgefallen sein. Ueberhaupt haben sich die Baiern schon bei den Franzosen sehr in Respekt gesetzt. Am 7. kam in München ein Transport gefangener Franzosen an. Anstatt, wie die Polizei gefürchtet hatte, die armen Leute zu höhnen und zu belästigen, drängte man sich ordentlich herbei, um sie zu erquicken und mit Zigarren zu beschenken, was sie ihrerseits sehr dankbar annahmen. Es waren zum größten Theile Angehörige des 74. Linien-Jnfanterie-Regiments, wie die Nummern ihrer Achselklappen zeigten. Die Leute sahen erbarmungswürdig aus. Einige Leichtverwundete hatten Tücher um den Kopf, alle aber ohne Ausnahme waren sie ausgehungert und elend im Gesicht, zerrissen und zerlumpt im Aeußern und jammervoll mit Schuhwerk versehen. Einige Angehörige des glorreichen Kriegsheeres gingen wörtlich in Schlappschuhen, andere hatten massive Holzschuhe an den Füßen. indem die Latschen noch ganz unter dem Schnee lagen. Ein spärliches Latschengebüsch gerade in der Mitte der ungeheueren Schneestäche, welche der Jäger als Balzstelle bezeichnete, mußte als Schirm gewählt werden. Alle ändern Gebüsche waren zu entfernt, auch war schon nicht mehr viel Zeit zu verlieren, denn die Lichte gegen den Sonnenaufgang begann sich schon bedeutend zu entwickeln und wir richteten schnell in diesem schütteren Latschenstrauch den Schirm nothdürstig her, indem wir an der Stelle gegen den Einfall ein paar Latschenäste in den Schnee steckten. Ich selbst hieß den Jäger eiligst ein anderes Asil suchen. Es galt blos sich zu verstecken, denn er hatte ohnehin kein Gewehr bei sich. Ich scharrte mit den Genagelten die Schneemasse etwas auseinander, legte ein paar schwache Latschenreiser auf den Boden und ließ mich in diesem Kühlapparat nieder. Die Stellung war höchst unbequem und überdies drang die Nässe vom Schnee durch die schwachen Beste, auf denen ich saß, doch dies alles war Nebensache; mein Hauptaugenmerk war, das Gewehr gegen die Balzstelle gerichtet und möglichst nahe am Anschlag zu halten, so daß ich mit der unmerklichsten Bewegung schußbereit sein Wahrlich, das war kein Anblick, um Schrecken, sondern nur tiefstes Mitleid zu erregen! Die V e rt h e i d ig un g s m a ß r e g e l n längs der K ü sie sind überall mit großer Umsicht und Raschheit getroffen worden und noch jetzt arbeiten taufende von Handarbeitern an Schanzen, die mit schwerem Geschütze versehen werden. Man sieht hier, schreibt ein Korrespondent der „Tagespost" aus Hamburg, so recht jene zähe und zugleich humorvolle Ausdauer des Norddeutschen. Man sühlt dieses tiefe, ernste Durchdrungensein von einer hohen Idee, was ein Nichtdeutscher kaum jemals in dieser Weise aussassen wird. Kein übermüthiger Jubel, aber treuherzige, verirauenSvolle Heiterkeit, kein Bewußtsein von ZerstörungS- und Kampflust, aver feste Zuversicht leuchtet blitzartig in den treuen Äugen auf, wenn man mit den Landwehren in ihrem gemüth-lichen Platt verkehrt und von einer möglichen Landung der Franzosen spricht. Aber auch die nicht wehrhafte Bevölkerung thut in der glänzendsten Weise ihre Pflicht, um den strengen und aufreibenden und dabei langweiligen Dienst an der Rüste erträglich zu gestalten. Tie alte deutsche Hansa scheint in alter Opfertreue erwacht zu sein; denn Hamburg, Bremen, Lübeck, Altona, Kiel, Rostock, Wismar, Stralsund, Stettin, Kolberg rc. welt-eisern je nach Kräften mit einander. Zudem besteht bcsonverö zu dem Obergeneral Vogel v. Fal-kenslein das unoediugteste Vertrauen. Nach einer Meldung, welche den „Daily News" aus Cherbourg zugeht, fehlt cs den Franzosen an der erforderlichen Anzahl von Transportschiffen. Zum Transport von 50.000 Mann sind mindestens 120 Schisse erforderlich, während nur 22 disponibel sind. In Paris rief das geradezu alberne Telegramm, wodurch Papa Napoleon der Mama die Anzeige von der ersten Heldenthat ihres kleinen Lulu gemacht, allenthalben den Spott und die ingrimmige Erbitterung hervor. „Louis," telegrasirt der Kaiser, „hat soeben die Feuertaufe erhalten; er war von bewundernswerther Kaltblütigkeit und ließ sich gar nicht aus der Fassung bringen. Eine Division des Generals Frossard nahm die Höhen, welche die linke Seite von Saarbrücken beherrschen. Die Preuße» leisteten einen kurzen Widerstand. Wir standen in erster Reihe, aber die Flinten-und Kanonenkugeln fielen zu unseren Füßen nieder. Louis hat eine Kugel behalten, welche ganz nahe vor ihm einschlng. Es gab Soldaten, welche weinten, als sie ihn so ruhig sahen. Wir hatten als getödtet nur einen Offizier und zehn Mann." Man fand es geradezu „grotesk", über ein so ernstes Creigniß so läppische Dinge der Nation aufzutischen. „Man hat also", konnte man überall höreu, „den Krieg nur darum unternommen, damit der Kleine sich ans Feuer gewöhne und eine seines Namens würdige Kaltblütigkeit au den Tag lege. Und das sagt der eigene Papa! Sehr bescheiden!" Auch dem blö- konnte. In dieser unbequemen Stellung blieb ich nicht lange, als ich den Schildhahn in ziemlicher Entfernung und viel tiefer hörte. Das Rauschen war Anfangs sehr schwach, kam jedoch immer näher und ich hörte einmal das Ueberfliegen des Hahnes und das Rauschen schon nahe. Vorsichtig blickte ich in der Richtung und sah ungefähr 100 Schritte den Hahn auf dem Schnee in seiner Balzstellung laufen. Gleich darauf machte er wieder das Rauschen und überstellte sich gerade vor mich aus die Schneefläche und fing sogleich zu kollern an. Hier war er kaum 40 Schritte von mir entfernt, allein ich getraute nicht, mich zu rühren, weil in dieser Richtung mein Schirm fast gar keine Deckung gab. Ich sah den herrlichen Vogel in seinen über-müthigeu Sprüngen beim Rauschen und seinem emsigen Lausen beim Rodeln und sing schon an, sehr langsam das Gewehr in Anschlag zu bringen. Kaum hatte ich sehr vorsichtig diese Aktion begonnen, als der Hahn sich plötzlich überstellte und bedeutend höher einfiel. Ich sah dem ganzen Manöver mit größter Spgnnnng zu, als der Hahn nach dem Rauschen zu balzen und in gewaltigen Sprüngen sich wieder meinem Schirme zu nähern begann. besten Sinn konnte der ungeheure Mißgriff nicht entgehen, den man durch die Veröffentlichung einer solche« Albernheit beging. Dann war es doch wahrlich nicht der Mühe werth, daß man der gesammten Presse den Mund verschloß, wenn man von höchster Stelle aus dem französischen Volke nichts Wichtigeres mitzutheilen hatte, als daß Lulu eine Kugel vom Boden aufgehoben und in die Tasche gesteckt hatte. Frankreich. Die französische Regierung macht wirklich verzweifelte Anstrengungen, um die erlittenen Niederlagen als ganz E u r op a d irekt treffend hinzustellen und die Regierungen zur Rettung des Bonapartismus zu bewegen. So wendet sich das „Journal ossiziel" in seinem Wochenbulletin, nachdem es die Bevölkerung aufgerufen, den Eindringlingen in Frankreich „ihr Grab zu bereiten," mit folgenden Fräsen an die fremden Regierungen und Völker: „Europa beunruhigt sich mit Recht über die Erfolge Preußens. Man weiß nicht, wie weit der Ehrgeiz dieser unersättlichen Macht gehen würde, wenn sie durch einen endgilti-gen Triums überreizt würde. Es ist ein unveränderliches Gesetz der Geschichte, daß jedes Volk, das durch übertriebene Gelüste daö allgemeine Gleichgewicht stört, einen Rückschlag gegen seine Siege her-vorrust und alle anderen Völker gegen sich kehrt. Es kann nicht fehlen, daß diese Wahrheit sich noch einmal durch Thatsachen bewährt. Wer ist demnach an der Wiedererstehung des Kaiserthums iu Deutschland interessirt, wer kann denn wünschen, daß die Nordsee und Ostsee preußische Seen werden? Sind es Schweden, Norwegen, Dänemark, die der Triums Preußens vernichten würde? Ist es Rußland, das mehr als irgend eine andere Macht dabei interessirt ist, das Gleichgewicht im Norden gegen die germanischen Gelüste zu retten? Ist es England, das als große See- und Schutzmacht Dänemarks den Fortschritten der preußischen Marine widerstreitet? Ist es das durch die kühnen Jntrigueu Bismarcks bedrohte Holland? Was Oesterreich betrifft, würde die Wiederherstellung des germanischen Kaiserthums zum Vortheile des Hauses Hohenzollern der ver-hängnißvollste Schlag nicht nur gegen die Dinastie Habsburg, sondern auch gegen den Bestand der österreichisch-ungarischen Monarchie sein? Der end-giltige Triums Hohenzollerns würde für Italien nicht weniger unheilvoll als für Oesterreich sein. Ein germanisches Kaiserthum würde um jeden Preis Küsten haben wollen; es müßte dieselben im Süden ebenso wie im Norden, cs würde Venedig und Tricst ebenso wie Kiel und Amsterdam haben wollen. Italien wäre in seiner Regenerirung gefährdet. Wir appelliren mit Vertrauen an die Weisheit Dies war der vom Jäger Tags zuvor beobachte Moment und der H^ rollenden Hahn aufzufangen. Kaum aber machte ich einige Schritte, als der Hahn sich erhob und mannshoch ober der Schneefläche thalab mit lautem Flügelschlag abstrich. bis ich ihn am Rande unter mir aus dem Gesichte verlor. Daö war eine unangehme Ueberraschnng. Ich ging zuerst ^ Anschuß und fand verschiedene Federn, unter»b) > zwei abgeschossene Schwungfedern aus dem "N der Regierungen und der Völker, um Europa dem preußischen Despotismus zu entreißen, um uns zu helfen, sei es durch Allianzen, sei es durch Simpa-thien, um das europäische Gleichgewicht zu retten." Nach diesem Jammerruf versucht das Blatt glauben zu machen, in ganz Europa rege cs sich bereits, um Frankreich beizuspringen. Speziell von Oesterreich heißt cs: „Der Kaiser von Oesterreich, der König von Italien und ihre Regierungen bezeugen uns mehr und mehr befriedigende Dispositionen. Oesterreich und Italien rüsten thätig. Die Ministerien in Wien und Pest gehorchen einem gemeinsamen Gedanken und der Augenblick naht, wo Preußen von dieser Seite her den ernstesten und schwierigsten Verlegenheiten begegnen wird." So groß die Lust, Napoleon und den Franzosen zu helfen, nun auch wohl nicht blos in manchen Kreisen Wiens und Pcsts, sondern auch anderswo sein mag, so wird man es angesichts der Ereignisse im Elsaß wohl beim guten Willen bewenden lassen. Die Ursachen der iu Frankreich herrschenden Panique sucht ein Grazer Blatt mit Recht in der ungeheuer entsittlichenden Wirkung des napoleoni-schen Regime. Aus den Franzosen sei nur ein Volk von Querköpfen geworden. Und den Versicherungen, daß Hunderttausende bereit seien, die Lücken auszufüllen, daß das ganze Volk in Waffen treten werde, schreibt cs gar keine Bedeutung zu. Frankreich hat offenbar bei der letzten Aushebung schon die größten Anstrengungen gemacht, denn die kaiserliche Regierung mußte wissen, wie viel Truppen Norddculschland ins Feld stellen kann, und als Süddeutschland zu rüsten begann, da mußten in Frankreich neue Anstrengungen gemacht werden. Die jungen Truppen gleichen aber keineswegs dem deutschen Materiale. Es fehlt eben den Franzosen das Landwehr- und Reservesistem, welches ihnen gestatten würde, sofort gediente Truppen dem Feinde entgegen zu werfen. Was man mit den zwei Millionen Kämpfern, aus National- und Mobilgarden und Freischützen bestehend, sagen will, ist doch wohl nur darauf berechnet, den Muth zu heben. Die kampfmäßige Organisirung dieser kriegsuntüchtigen Mannschaften würde zu spät erreicht werden. Gegenüber der heutigen Taktik und den heutigen Waffen hat die Bewaffnung der Massen nur den traurigen Zweck, dem Kriege einen barbarischen Charkter aufzudrücken. Die Pariser Forts sollen bald in dem Zustande sein, eine Belagerung auszuhalten. Alle Genie-Ofsizierc der Welt werden über den Einfall lachen. Die Sitzung der französischen Kammer a>n 9. d., deren Resultat wir gestern kurz telegrafisch meldeten, wird in einer vollständigeren Depesche in folgender drastischen Weise geschildert: Flügel. Ich sah auch am Schnee, wo der Schuß auffiel, daß der Hahn gut getroffen sei. und hoffte ihn zu finden. Indessen kam der Jäger, der dieses Malheur mitansah, aus seinem Versteck, und wir beschlossen, den Hahn so lange zu suchen, bis wir ihn fänden, warteten jedoch noch ein wenig, bis es etwas lichter geworden war. Für den Jäger ist cs eben nicht das angenehmste Vergnügen, wenn man nach dem Schüsse wegen des Hahnes erst herumsuchen muß. Wir begannen die Suche, fanden tiefer unten am Schnee wieder eine Feder aus dem Flügel und gelangten nun zu den dichten Latschengebü-schen, welche in dieser Tiefe schon häufiger aus dem Schnee ragten. Ich sah genau die Richtung, die der Hahn genommen. Es war in gerader Linie thalav und dies bestärkte mich in der Hoffnung, daß wir ihn finden würden. Jedes in diesem Bereiche liegende Gebüsch und hervorragende Gestein wurde mit Argus-Augen durchsucht. Ich dachte schon an meine drei guten Vorstehhunde und namentlich den gewaltigen Hcktor, welcher mir vor mehrern Jahren auch einen vergeblich gesuchten herrlichen Spielhahn in kaum zwei Minuten, als ich ihn auf den Anschuß führte, zu Stande brachte. Wir kamen immer tiefer Ollivier verliest eine ähnliche Erklärung wie im Senate und warnt auf die Unterbrechungen der Linken vor Zeitverlust mit der Personenfrage. Die Minister verlangen Vertrauen, wenn andere Minister den Ereignissen besser gewachsen, so tritt das Ministerium unverweilt zurück. Latour Dumoulin beantragt, daß das Ministerpräsidium dem General Trochu übertragen werde. Die Dringlichkeit der Gesetzentwürfe wurde angenommen. Favre verlangt unverweilt die Bewaffnung und vollständige Organisation der Nationalgarden auf der Grundlage des Gesetzes von 1831, ec schreibt die Schlappen der Ungenügendheit des Chefgenerals zu und verlangt, daß der Kaiser das Kommando aufgebe und die Kammer die Leitung der Angelegenheiten des Landes übernehme. Unbeschreibliche Aufregung, Beifall von der Linken, Protest der Majorität. Cassagnac sagt, dieser Antrag ist der Anfang einer Revolution. Tumult. Picard verlangt, die in Paris befindlichen Regimenter an die Grenze zu schicken. Wenn man der Bevölkerung von Paris die Waffen verweigert, wird die Bevölkerung die Waffen sich zu verschaffen wissen. Picard verlangt einen Kabinetswechsel. Jerome David, als Augenzeuge des Gefechts von Weißenburg, sagt, die Soldaten verlangen Vertrauen und Einigkeit. Fedry schreit und bedroht das Ministerium. Keratry verlangt die Abdankung dcs Kaisers und erhält einen Ordnungsruf. (Unterbrechung der Sitzung.) Eine ungeheure Volksmenge drängt sich vor dem Kammerpalast, militärische Vorsichtsmaßregeln sind getroffen, die Zugänge zum Palast werden geräumt, zwei Individuen, welche Arbeitern Goldstücke anbieten, werden verhaftet, man vermuthet, cs seien preußische Agenten. Nach der Wiederaufnahme der Sitzung beantragt Duvernois folgende Tagesordnung: Die Kammer, entschlossen, ein Kabinet zu unterstützen, welches fähig ist, die Landesvertheidigung zu orga-nisiren, geht zur Tagesordnung über. Ollivier erklärt, die Regierung nehme diese Tagesordnung nicht an. Die Kammer nimmt sodann die Tagesordnung an, worauf Ollivier Unterbrechung der Sitzung verlangt. Nach Wiederaufnahme der Sitzung wurde der Antrag Favre's auf Konstitnirung cineö Vertheidi-gungs-Komitce's in der Kammer mit 190 Stimmen gegen 53 verworfen, dagegen der Dringlichkeitsan-trag Keratry's auf Einberufung der verabschiedeten unverheirateten Soldaten der Klassen 1858 bis 1863 angenommen. Ollivier erklärt, die Kaiserin, nach dem Kammervotum befragt, beauftragte mit Zustimmung des Kaisers den General Palikao mit der Neubildung des Kabinets. In der Sitzung am 10. nahm der gesetzgebende Körper einstimmig folgende Kommissionsanträge an: Einberufung verabschiedeter Soldaten, Einberufung und waren bereits weit unter dem Rand, wo ich den Hahn aus dem Gesichte verlor. Hier war unsere Aufmerksamkeit verdoppelt. Der Jäger war etwas tiefer voran und kam gerade aus einem Latschengebüsche, als er auf der vor ihm liegenden Schneefläche Federn und etwas tiefer an einem Latschenstrauche den verendeten Hahn erblickte. Er signa-lisirtc den Fund, und kaum übertrat ich einige Schritte, als ich auch zu der Stelle kam, wo der Hahn gefallen und über den Schnee zu dem besagten Strauch hinabrollte. Die Freude über einen solchen Fund kann man nur dann beurtheilen, wenn man eben die Gemüthsstimmnng in der bangen Ungewißheit während des Suchens überslanden hat. Es war ein alter Hahn mit acht krummen unversehrten Federn und herrlichem Farbenspicl am ganzen Körper. Jetzt ging cs den sehr beschwerlichen Weg recht lustig zurück, den Hahn trug jedoch der Jäger ungemein vorsichtig, weil wir wieder dichte Waldung und ganz durchnäßte Gebüsche passiren mußten. Tief unten fanden wir auch das Stuck Kerze, dessen Verlust uns so viel Schweiß gekostet hat. (Schluß folgt.) unverheirateter und kinderloser Bürger zwischen 25 bis 35 Jahren, KreditScrhöhung zur Unterstützung der Mobilgardefamilien von 4 auf 20 Millionen; Dankesvotirung für die ums Vaterland verdient gemachten Armeen. Die Volksvertretung hat sich also ausgerafft, um zu thun, was nur immer mög' lich ist. Das neue Kabinet ist wie folgt gebildet: Palikao: Krieg, Ehevreau: Inneres, Magne: Finanzen, DuvernoiS: Handel, Rigault: Marine, David: Arbeiten, Auvergne: Aeußeres, Bussen: Staatsrathspräsident, Grandptzrret: Justiz, Brame: Unterrichts___________________________________________ Politische Rundschau. Laibach, 11. August. Aus Graz verlautet, die letzten Kricgscrcignisse hätten die österreichische Regierung bestimmt, jeden Einmischungsplan anfzugebcn. Das preußische Ka-binct wurde über alle im Umlaufe befindlichen Rüstungsgerüchte beruhigt. Der „Tgpr." wird aus Berlin tclegrafirt: Ausgetauchtcn Besorgnissen gegenüber versichern hiesige Ncgierungskrcisc, jede Furcht vor einer Reaktion sci ganz unbegründet, Niemand könne daran dcnkcn, dem preußischen und deutschen Volke einen noch so geringen Theil seiner Freiheit zu entziehen, nachdem das Volk eben durch so viele beispiellose Akte der Aufopferung und durch die außerordentliche Hingebung Deutschland gerettet hat. Aus Florenz, 9. August, wird der „N. Fr. Presse" telegrafirt: Es wird stark agitirt, damit die Allianz mit Frankreich zur Ausführung kommt. Der französische Gesandte Malaret ist in voller Thä-tigkeit. Eialdini konserirte mit dem König. Die Situation des Ministeriums ist gefährdet. Gramont sendete auf telegraphischem Wege eine Zirkular-Depesche an die Gesandten Frankreichs im Auslande, mit der Erklärung des Kaisers, daß Frankreich keinen Frieden schließe, so lange eine fremde Macht auf französischem Boden steht. Zur Tagesgeschichte. — Se. Majestät der Kaiser haben den durch Brand Verunglückten der Gemeinde Maria-Taserl eine Unterstützung von 1000 fl., der Gemeinde Pavlow in Mähren von 300 fl. und der Gemeinde Csertesz im Ungher Komitate von 400 fl. aus Privatmitteln bewilligt. — Die „Wiener Ztg." veröffentlicht die Konzessionsurkunden zum Baue und Betriebe einer Eisenbahn von Prag nach Dux mit einer Zweigbahn nach Brüx und einer Eisenbahn von Bilin durch das Biela-thal nach Aussig. — Von dem Großherzog von Baden erzählt man folgende Aeußerung: „Ich will lieber als ein ganz einfacher Privatmann in Preußen leben, als jemals ein Rheinbnudsfü^st von Napoleon's Gnade» werden." — Aus Hannover wird mitgetheilt, daß eine große Zahl von Schülern der höheren Lehranstalten sich zum Examen meldet, um in das Heer eintrelen zu können. Man wird aus dieser Thalsache nicht nur ein Zeugniß für die patriotische deutsche Begeisterung unter der Jugend Hannovers entnehmen, sondern vielmehr auch schließen können, daß die gegenwärtige politische Krisis heilbringend für die Stimmung in der hannover'schen Bevölkerung überhaupt gewesen ist. Die patriotische That der jungen Leute muß als der Ausdruck der in ihren Familien, desgleichen in den Kreisen ihrer Lehrer und Freunde herrschenden Gesinnung angesehen werden. Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. Lokal - Chronik. — (Geschlossen bis zur Einnahme von Paris.) Diese aus den letzten Tagen mit der Fassung „geschlossen bis zur Einnahme von Berlin" aus Paris gemeldeten Worte, welche man auf da» Dreher'sche Lokale daselbst aufschrieb, schrieb heute Nacht» ein Spaßvogel auf die ThUre eines seit längerer Zeit geschlossen gehaltenen Verkaufsgewölbes am Hauptplatze. Wie lange wird also wohl das gedachte Lokale geschloffen bleiben? — (Ein gefahrloser Fußsteig ausden Triglav!) In einem aus der Wochein uns zugekommenen Schreiben werden wir um Veröffentlichung folgenden Aufrufes ersucht: „Eine Ersteigung des Triglav galt bisher als ein Unternehmen, welches nur mit außergewöhnlicher Kraftanstrengung, gepaart mit Waghalsigkeit, ausgeführt werden konnte, daher mancher sonst ausdauernde Tourist, dessen Kräfte für ein stundenlanges, mitunter lebensgefährliches Ankleltern steiler Felswände nicht ausreichen, die Ersteigung der höchsten Bergspitze aufzugeben bemiissigt war. Zwar wurde mehrfach die Ansicht ausgesprochen, daß sich durch Aushauen von Stufen in dem leicht zerbröckelnden Gestein, durch Erweiterung einzelner Felsspalten oder hervorstehen-der Steinleisten zu einem gangbaren Pfade u. s. w. die Gefahren und Anstrengungen der jetzigen Ersteigung verringern ließen, daß manche fatale Passage leicht beseitiget werden könnte. Derlei Anregungen wurden jedoch bisher nicht weiter beachtet. Nunmehr hat sich der bekannte TriglavsUhrer Schest von Mit-terdors in der Wochein bereit erklärt, gegen Entlohnung von 50 fl. die schwierigsten Passagen am kleinen und großen Triglav derart gangbar zn machen, daß selbst minder entschlossene Bergsteiger unter Leitung eines Führers mit verhältnißmäßig geringer Anstrengung die Spitze des Berges erreichen würden, ohne sich besonderen Gefahren auszusetzen. Bedenkt man nuu, daß hiezu die angestrengteste Arbeit zweier mit dem nölhigen Schanzzeug versehener Arbeiter in einer un-wirthbaren Höhe von 8000 bis 9000 Fuß durch mindestens zwei Wochen erfordert wird, so erscheint jene Entlohnung als eine sehr mäßige, und cs dürste sich die beanspruchte Summe unter den viele» Freunden von Alpenpartien in Krain wohl auftreiben lassen. Für die gehörige Kontrole der Herstellung des Pfades würde nöthige Vorsorge getroffen werden. Weilers wäre der besagte Schest bereit, unmittelbar unter dem Anstiege zum kleinen Triglav eine vor Wind uud Wetter mit Bretterwänden gesicherte Raststelle mit Benützung einer ansgehölten Felswand herzustellen, wo drei bis vier Personen allenfalls übernachten könnten. Bei einer ausreichenden Subskription könnte auch eine solche Nothhütte noch Heuer zu Staude kommen. Es werden demnach alle Freunde der ober-krainischen Alpen eingeladen, durch freiwillige Beiträge die Ausführung eines Projektes zu ermöglichen, wodurch einer der großartigsten Aussichtspunkte in den Südalpen ersteigbar gemacht werden soll." Wir sind überzeugt, daß dieses Unternehmen auf die Unterstützung der vielen Freunde von Alpenpartien in unserer Stadt rechnen darf. Die Buchhandlung Kleinmayr ä Bam-berg hat sich zur Ueberuahme von Geldbeträgen bereit erklärt. — (Zur Statistik der Völker Oesterreichs) müssen wir heute zurückkommeu, weil unsere Angaben in dem gestrigen Leitartikel irrig aufgefaßt wurden. Der Verfasser desselben hat nämlich nicht die Absicht gehabt, eine Statistik der Völker Oesterreichs zu geben, sondern er hat aus der Statistik beispielsweise Volksstämme genannt, um zu zeigen, daß der deutsche Volksstamm die größte numerische Stärke in Oesterreich besitzt. Um nun den Aufruhr in dem statistischen Gewissen mehrerer unserer Leser zu beschwichtige», geben wir die Ziffern der einzelnen Volksstämme aus dem im Jahre 1867 von der k. k. statistischen Kontrolskommiffion herausgegebenen statistischen Handbüchlein. In Oesterreich sind demnach 7.727.475 Deutsche, 6.016,742 Czecheu, Mährer und Slovaken, 4.876,634 Magyaren, 2.718,211 Kroaten- uud Serben, 2.697,982 Rnlhenen 2,595.453 Ostromanen, 2,117,148 Polen, 1,136,641 Slovenen, 1.033.598 Israeliten (deren Umgangssprache jedoch größtentheils die Deutsche ist), 548.126 Italiener und 187.736 andere. Aus dieser Darstellung ergibt sich hiemit deutlich, daß der numerisch stärkste Volksstamm, d. H. Volksstamm als SprachZamm genommen, der deutsche ist. "X Eingesendet. Keine Krankheit vermag der delikaten linv-i-Iös-eiörs äu zu widerstehen, und heilt dieselbe ohne Medizin und Kosten alle Magen-, Nerven-, Brust-, Lungen-, Leber-, Drüsen-, Schleimhaut, Athem-, Bla-sen- und Nierenleiden, Tuberkulose, Schwindsucht, Asthma, Husten, Unverdaulichkeit, Verstopfung, Diarrhöen, Schlaflosigkeit, Schwäche, Hämorrhoiden, Wassersucht, Fieber, Schwindel, Blntanssteigen, Ohrenbrausen Uebelkeit und Erbrechen selbst während der Schwangerschaft, Diabetes, Melancholie, Abmagerung, Rheumatismus, Gicht, Bleichsucht. — 72,000 Kuren, die aller Medizin widerstanden, worunter ein Zengniß Sr. Heiligkeit des Papstes, des Hosmarschalls Grafen Pluskow, der Marquise de Brshan. — Nahrhafter als Fleisch, erspart die Revaleseiöre bei Erwachsenen und Kindern 50mal ihren Preis in Mediziniren. Zertifikat vom Herrn Dr. Medizine Josef Viszlay, Szelevenh, Ungarn, 27. Mai 1867. Meine Frau, die mehrere Jahre an Appetitlosigkeit, Schlaflosigkeit, allgemeiner Schwäche nnd Schmerzen gelitten und alle Medikamente und Bäder vergebens versucht hatte, ist durch Du Barrns Levo-lsseisrs gänzlich hergestellt worden und kann ich dieses exzellente Nahrungsmittel jedem Leidenden bestens empfehlen. Im tiefstem Dankgefübl verbleibe ich mit Achtung ergebenster Diener Josef Viszlay, Arzt. In Blechbüchsen von '/, Pfd. fl. 1.50, 1 Pfd. fl. 2.50, 2 Pfd. fl. 4.50, 5 Pfd. fl. 10, 12 Pfd. fl. 20, 24 Pfd. fl. 36. — liöVLlssLlörs tükooolatöö in Tabletten für 12 Taffen fl. 1.50, für 24 Tassen fl. 2.50, für 48 Tassen fl. 4.50, in Pulver für 12 Tassen fl. 1.50, 24 Tassen fl. 2.50, 48 Tassen 4.50, für 120 Tassen fl. 10, 288 Tassen fl. 20, 576 Tassen fl. 36. — Zu beziehen durch Barry du Barry L Co. in Wien, Goldschmiedgaffe 8; in Laibach bei Ed. Mahr, Parsumeur; iu Pest Török; in Prag I. Fürst; in Preß bürg Pisztory; in Klagenfnrt P. Birnbacher; in Linz Haselmayer; in Bozen Lazzari; in Brünn Franz Eder; in Graz Ob er ranz-meyer,Grablowitz; in Marburg F. Kollet-nig; in Lemberg Rottender; in Klausenbur gKron st ädter, und gegen Postnachnahme. Witterung. Laibach, 11. August. Gestern Abends Wetterleuchten in N. Heute früh größ-tentheils bewölkt, Vorm wechselnde Bewölkung. Wärme: Morgens 6 Uhr t3.0°, Nachmittags 2 Uhr -s- 19.2°; (1869 -j-20.8; 1868 22.2") Barometer im steigen 324.32'". Das gestrige Tagesmittel der Wärme -j- 15.1°, um 0.8° unter dem Normale. Verstorbene. Den 9. August. Gcriraud Zeleue, Zwäilglüig, alt 43 Jahre, im Zwangsarbeilshaus Nr. 47 an Hydrops — Theresia Zabert, Magd, alt 20 Jahre, im Zivilspiral am Tisus. Den 10. August. Herr Anton Preschern, Hausmeister, alt 73 Jahre, in der Stadt Nr. 202 an der Entkräftung. Gedenktafel über die am 1 3. A u g u st 1870 stattfindenderi Lizitationen. 2. Feilb., Poderzaj'sche Real., Skofelca, BG, Laibach. — 2. Feilb., Auk'sche Real., Brinje, BG. Senosetsch, — I. Feilb,, Bariö'sche Real, Schöpfenlag, 685 fl,, BG. Tscher-nembl. — 3. Feilb, Zdravje'sche Real., St. Georgen, BG. Laibach. — I. Feilb,. PoderZaj'sche Real., Rektf -Nr. 405 und 406 aä Zobelsberg, BG. Laibach. — 3. Feilb., Novak-schc Real., Terstenik, BG. Nassensuß. Telegramme. (O r i g.-Te le g r. des „Laibacher Tagbl.") München, v. August. Offiziell. Die Veste Lützelstein tvnrdc eingenommen; das Fvrt Lichtenberg, zernirt, wurde in Brand gesteckt. Saarbrücken, Ltt.August. (Offiziell.) Die französische Armee setzt ihren Rückzug gegen die Mosel fort, von allen deutschen Armeen folgt ihr Kavallerie. Die Linie Saarnnion-Grosrtenqnin-Fol-qnemont Fouligny-Lesetangs wurde von der Kavallerie bereits überschritten. Große Dorräthe, Pontonskolonnen, Eisenbahn-trains fielen in unsere Hände. Lützelstein wurde von den Franzosen geräumt. London, IO. August. Die Thronrede anläßlich des Parlamentsschluffes hebt ernste britische Neutralität hervor, sagt zu, jeder Veranlassung entgegenzutreten, welche das gegenwärtige Kriegsterrain ausdehuen könnte, und verspricht weiters, bei gebotener Gelegenheit zur Wiederherstellung eines ehrenvollen Friedens beizu-tragen. Berlin, 10. August. Nach offiziellen militärischen Nachrichten hat das Gefecht bei Spichern unweit Saarbrücken größere Dimensionen und Resultate gehabt. Das Korps Frossard's wurde fast gänzlich aufgelöst. Seine Verluste sind außerordentlich bedeutend. Bisher weiß man von 2000 Tobten und Verwundeten. Auch der diesseitige Verlust ist bedeutend. Bei der fünften Division allein beträgt er etwa 1800 Todte und Verwundete. Danksagung. Für die so zahlreiche und herzliche Teilnahme beim Leichenbegängnis; unserer unvergeßlichen Tochter, resp. Schwester, (310) Am»lia sprechen wir hiemit irnseren innigsten Dank ans. MoekiiiL. Epileptische Krämpfe (Fallsucht) (16-129) I heilt brieflich der Spezialarzt sllr Epilepsie Doktor i» Berlin, jetzt: Louisenstraße 45. — Bereits über Hundert geheilt. Wiener Börse vom 10. August. Stsatakona,. >perc. österr. Wäbr. dto. Rente. öst.Pav. dto. dlo. öst.inSilb. 'ose von 1854 . . , ^ose von 1880, ganz« »ose von 1880, Füllst, lirämiensch. v. 1884 > Srnnüsntl-0dl. Steiermark HuLPEt, Kärnten, Kram u. Küstenland L . Lngarn. . zus » .?roat. ll. Slav. 5 „ Siebenbürg. . 5 . LoUsn. Kationalbank . . , Lreditanstalt . . N. ö. EScompte-Äes. Lnglo-österr. Bank Oest. Bodencred.-A. Oest. Hvpoth.-Banl > Fleier. EScompt.-Bk, »ail. Ferd.-Nordb. , Südbahn-Gesellsch. > lkais. Elisabetb-Bahn, Tarl-Ludwig-Bahn Siebenb. Eisenbahn »ais. Franz-Josefsb., ,>ünsk.-Barcser L.-B, Llsöld-Fium. Bahn kkLnadriok«. Nation. ö.W. verloSb Tilg. Bod.-Ereditanst, üllg.oft.Bod.-Credit, dto. m S» I. rückz. Geld Ware 24.85 64.50 80.50 89.- ! 97.75 ll-6.75 54.75 64.75 81 — 89.50 98.— 107.— 72'— 72.25 67.— 67.50 ! > 674.- 676.-S42.50 243.-,773.—! 775.— 205.—,205.50 70.— 72.- 1985 185.- 197.50 1990 185.50 198.— .! 175.50 176.- .158.50 15,,- . 80.50 86.— 106.— 86.— 91.— 87.— 106.50 87.— Geld War« Oest. Hhpoth.-Baak . — Sl!db.-«SeI.zu500Fr.^iio.50 m.— dlo. Bons « pEt. sss.— r40.-Nordb. ro-Francsftllck - - ' BereinSthaler . . , Silber . - L,0.— 86.— -',6.— 88.50 91.- 87,- 81.- bg.— 148.25 148 15 85.— 110.— >. >, 26.— 34.— 25.— 32.- 30.— 37.-30.-36 — 13^— 15.'— 105.60 166-- 126-25 50.10 106.— 106 50 126.75 50.5» 6.-10.22» 1.87 125 50 6.02 10.23» 1.89 126 — Telegrafischer Wechselkurs vom lt. August. Sperz. Rente österr. Papier 55.25. — 5perz. Rente Ssterr. Silber 65.—. — 1860er Staatsanleben 89,75. — Lankaktien 678. — Kreditaktien 247.—. — London 125,25. -Silber 124,95. — Napoleonsd'or 10,01'/,. Berleger und für die Redaktion verantwortlich: Ottomar Bamberg, Druck von Jgn. v. Kleinmayr