LaitmcherMMtuna. Nr. 143. ss. II . ball^i. ft. 5.5». ssilr die.^uftcNilüg ins Hau« halbj.oolr. Mi« dcvPost ssanzj.st. l5>, halbj. ft. 7.5». Mittwoch, 24. Juni «m.»0tr., »M.I st.:il>nllPl.Z<:ile ^m. «lr.,i!m.8li , :>m, ><)lr. n. s. w. ^!>scrl:o>!«ftcn!ptl ni. ?l0l,. 1868. PrimumcratiouS - Einladung. Mlit 1. Illli 1808 beginnt cin ncncs Abonnement auf die „Laiba6)er Zeitunss." Durch einen reicheren nnd uiannigfaltigcren Inhalt, insbesondere durch sorgfältige Redaction dcö politischen Theiles und Bchandlnng aller wichtigen Tagesfragen in ^rissinal«3lrtikeln von unterrichteter Seite, durch vielfältige Aufsätze über Vandcsangclegcnhcitcn, denen die „^aibachcr Zcitnng^ auch fortan ihre Spalten öffnen wird, durch Original-Telegramme über alle wichtigen Tages-bcgcbcuhcileu, durch eine vollständige ^oealrnbrit nnd zeitweise dnrch pikante Fcnillelons, sowie dnrch eine, dic Bedürfnisse des Verlchrö nnd der HaudclSwclt genau berücksichtigende Geschäfts Zeitnng waren wir bemüht, unserem Blatte erhöhtes Interesse zn verschaffen. Anch das Gebiet der Unterhaltungslettnrc werden wir uicht vernachlässigen und demnächst eine spannende Original-Novelle von bewährter Feder bringen. Wir crsnchen schließlich alle Frcnuoc des Vaterlandes und des Fortschrittes auf Grundlage der Staatsgruudgesctzc um ihre Mitwirkung, indem wir unsererseits alles aufbieten werden, um zur Pcrwirtlichung dieses Princips iu unserem Vatcrlaudc beizutragen. Die Prünumeratwns-Bedingungen bleiben unverändert: - - ' l.i ft. — lr. Ganzjährig siir ^'aibach, in's Hans zugestellt . . . . ,2 fl. — lr. l.all' iihriq dlo. dlo. dto. . . . ? . NN ., hailMnc, d!o. dto. dlo.....U „ „ aaüliNlnil im Comptoir mlN'r CoiN'rrl.....l2 „ „ .M^ähnn mi !>>o!l!plo,r ojf.'ii...... ^, __ halbMilic, d<», dw......N „ - „ halbjähriq dto. dlo.......5 „ 50 ,. Die Pränumerations-Veträge wollen portofrei zugesendet werden. iaibach, in, Juni 1508. Ignaz li. Älciumayr ic Fedol Vambcrg. Mhtaintlicher Theil. Die krelcnslschc Frage. Mehrere Jahre wüthet nun schon cin blutiger Guerillakrieg alls Kreta nnd keine der beiden streitenden Parteien tann sich bisher eines entscheidenden Sieges rühmen. Einmal werden die Türken geschlagen, das andere mal erleiden die Griechen eine Niederlage, und was am öftesten sich ereignet, in der Regel ziehen sich beide Theile nach blutigem Schlachten und Morden in ihre früheren Stellungen zurück, die Griechen in ihre gebirgigen Schlupfwinkel, die Türken in die Festungen. Der Aufstand in Kreta wurde durch angebliche oder Wirllichc Ullacrcchliatcilcn und Grausamteilcn uoil Scilc der türkischen Behörden hervorgerufen, bängst iM die großhcrrlichc Ncgicrnng diesen Ucbclständen abzuhelfen versucht. Eine Ncihc von Verordnungen und Proclamn-tioncn wnrdc erlassen, welche die christlichen Bewohner der Insel der mnselmännischcn Vcuölfcrnng vollständig gleichstellen.' Den rücktchrendcn Krclcnscrn war' volle Amnestie versprochen, cinc Art autonomer Verfassung wnrdc ihnen gewährt und, was gewiß nicht das mindest wichtige ist, die bisherigen Slcncrn wnrdcn bcdcntcnd herabgesetzt. Ja noch mehr, die Eintreibung der alten Stcncrrücksländc wnrdc gänzlich nachgesehen und für die ersten Jahre der Rückkehr den in ihrer Heimat sich wie-bcr ansiedelnden Einwohnern volle Freiheit von Stcncrn und Abgaben zugesichert. Mit einem Worte, die Ursachen, welche die anf< ständische Bewegung veranlaßt baden, sind anö dem ^cgc geräumt. Ehristcn und Muselmänner stehen cin-nndcr vollkommen gleichberechtigt gegenüber, nnd was dic Freiheit von Steuern nnd Abgaben anbelangt, sind cr-stcre cigcnllich begünstigter als die Anhänger des Korans, auf welche sich die Steuerbefreiung nicht ansdchnt. Die Ursachen sind mithin vcrschwnndcu, allein das Uebel ist Ablieben. Heftiger und blutiger als je hat sich der Kampf "llf Kreta 'in den letzten Tagen gestaltet, nnd mit den Erfolgen der beiden feindlichen Parteien ist es fo schlimm Wie ehedem bestellt. Bcidc Theile wissen ihre früheren Stellungen zn behaupten und von einem entscheidenden ^icgc einer Partei ist nou) immer keine Ncde. Anch der größte Bcwnndcrcr hellenischer Tapferkeit ^ird zngcben müssen, daß die Krctenscr allein der hohen Jortc gegenüber schon längst unterlegen sein müßten. ">c Krctcnscr sind unn aber nicht allein nnd haben ill ^ricchculand und namentlich in Nußland Verbündete, ^clchc die lange Dancr des Kampfes mehr als znrGc-"lige erklären. Es wird noch ziemlich in aller Gedacht-"H sein, wie cin lnssischcs Kriegsschiff gcradczn offen ^n Operationen eines türkischen Krcnzcrs hindernd in °en Wcg trat. so daß letzterer gczwnngcn war, ganz ^'hlg der Ansschisfnug vou Mannschaft nnd Kriegs-l^tcrial znr Unlcrstütznug der Aufständischen zuzusehen, ^"d dieser Fall blieb keineswegs vereinzelt. Was Gric-Aenland selbst in jeder Nichtnng znr Begünstigung des ^'fstandcs gethan hat, nnd lhcilwcise noch thut, ist nicht "'ndcr bekannt. Allein das Verhalten der griechischen > /"gierung mag immerhin cntschnldigt werden, wenn man ^enlt, daß die Kämpfer in dcn Gebirgspässen von ^ela Stanuncsgcnosscn sind, dic cs vom „Joche der ! ^"schcn Regierung" zu befreien gilt. Frankreich und England haben im Anfange des Kampfes cinc dcn Krc-tcnscrn jedenfalls sehr günstige Neutralität beobachtet, uamcutlich hat es die frauzösischc Regierung für gut bc-fnndcn, die aufregende uud aufwühlende Thätigkeit der rnssischcn Agenten eher zn befördern als lahm zu legen. Seit der Salzbnrgcr Zusammenkunft hat sich nnn allerdings das Blatt etwas'gewendet. Die orientalische Politik dcs französischen iiaiserrcichcs geht Hand in Hand mit der von England und Oesterreich befolgten, und erst nnlängst. anläßlich der tranrigcn Ereignisse in Serbien, hatten wir Gelegenheit, anf die veränderte Frout> stclluug Frankreichs und die hicdnrch bewirkte Isolirnng Rnßlands hinzuweisen und hierin einen glänzenden (5r^ folg der auswärtigen Politik unfcrcs Reichskanzlers z,l erblicken. I'lllci» dcr lrelensischc» FrcM acaeniibcr kolnmt ^icsl.- Politit der (üulhaltsamlcit, dicsc Politik alismcrl^ samcu Znlliarlcns zn keinem Rcsnllnt. ES ist einmal Zcit. daß diese Frage ihre Vösnng findet und die blutigen nnd gransamcn Kämpfe auf Kreta ihr Ende erreichen. Es ist Zcit, daß die Wcstmächtc aus ihrer lange gcuug beobachteten Passivität heraustreten nnd die Initiative ergreifen. Es gibt hier nnr cinc Alternative. Entweder müssen sie bei der Pforte die Loslösnng der unglücklichen Insel aus dcm Verbände dcö türkischen Reiches befürworten, odcr sie müssen im Vereine mit der großhcrrlichcn Regierung die Insel ccrniren und hiednrch RnjUand uud Griechenland hindern, dcn Anfstand in der bisherigen Weise zu unterstützen. So wic die Dinge jetzt iu Kreta stehen, können sic auf die Länge nicht bleiben. Nie erwähnt, treiben die rnssischcn Agenten mchr als jc ihr Unwesen in Kreta, und in schr knrzcr Zcit wird auch Gricchculaud, sobald das gegenwärtige, dcn Westmächtcn zugeneigte Ministerium, Dank dem alles unterwühlenden russischen Einflüsse, gefallen sein wird, zu seiner früheren Politik zurückkehren. Die Ereignisse in Serbien stehen iu gi ößcrcm Znsainmcnhangc mit der krclensischen Frngc, als Ulan glaubt. Nehmen dieselben dcn friedlichen Vcrlanf, zu dessen Annahme nns die bisher aus Belgrad cingctrosfcuen Nachrichkn berechtigen, dann wird anch Krctä's Schicksal entschieden sein. Dic Wcstmächtc werden in dem von nns angedeuteten Sinne intcrvenircn, Rußlands Einfluß wird hüben nnd drüben gebrochen sein lind die russischen Agenten werden, nachdem sie ihr Gold umsonst verschwendet, dem Prestige ihrer Rcgicrnng unheilbare Wunden geschlagen haben. Die Bevölkerung der nnglücklichcu Insel aber mag sich daun wieder friedlicher Zusläudc erfreuen und Griechenland wird die nöthige Ruhe haben, fcinc ganzc Kraft auf seine iuucrc Kräftigung nnd dic Ordnung seiner eigenen Zustände zu verwenden. (Tr. Ztg.) Zur Kliisrrreije. Prag, 22. Juni. Um ^ Uhr fand cinc große Parade auf dcm Excrcicrplatzc dcs Belvedere uulcr dem Commando dcs ^andcscommandircndcn, Feldzcugmcistcrs Fürstcu Monlcuuovo, statt. Dic Division dcs Generals Pnlz Nr. !) und die dcs Generals Branden stein Nr. 19 waren in vier Treffen aufgestellt. Zunächst erschien Tc. k. Hoheit der dnrchl. Herr Erzherzog Albrecht und ritt dic Reihen der Trnppcn ab. Bald daranf erschien Se. Majestät der Kaiser, Allcrhöchstwclchcm sich an der Mn-ricnschanzc der Kurfürst von Hessen in österreichischer Hnßarcnnniform anschloß. Sodann rückten die Bürgercorps uuter dcm Eommaudo dcö Bürgermeisters Klaudy an dcn linken Flügel. Hierauf dcfilirtcn die Truppen, und zwar das Infanterieregiment Toscana, geführt von Sr. l. Hoheit dem Herrn Erzherzoge Karl Salvator, beide DivisionS-schnlen nnd die Artillcricschnlc, die BnrgercorpS, Artillerie, Fnhrwcscn, Sanitätscorps und zuletzt das Hußarenregi» mcnt König von Württemberg. Um 91 Uhr besichtigte Se. Majestät die Dom-tirchc und die Kronkcummr, empfangen vom Statthalter, OberstlandmlN'schall nnd dcm Landesausschussc. Aufgestellt warcn die Arbeiter mit der Dombauvercinsfahne, dic in cin drcimaliacs Slava ausbrachcn. Geführt vom Graf Franz Thun als Präsidenten dcs DombauvcreineS besichtigte Se. Majestät der Kaiser die Restaurationen im Inneren nnd Acnßcrrn uud sprach sich ubcr dieses bcn und daS AuSbauprojcct anerkennend aus. Sc. Ma' jcstät wnrdc von dcm inzwischen versammelten Publicum mit Jubel begrüßt. Sc. Exccllcuz dcr Herr Reichskanzler Baron Beust ist hculc Morgens hier angekommen. 133. Sitzung des Abgeordnetenhauses vom 22. IllNl. Auf dcr Milnslcrbank: Ihre Excellenzen die Herren Minister Dr. Bcrgcr, v. Hafner, Dr. Giskra, Graf Taaffe. Die Sitzung wird von dcm Präsidenten v. Kai« serfcld eröffnet. ^ Nach Verlesung und Genehmigung des Protokolles dcr lctztcu Sitzung verkündet der Präsident das Resultat dcr vorgenommenen Wahl dcs Ausschusses für das Wasserrcchtsgesctz. Abgegeben wurden 112 Stimm» zcttcl. Als gewählt erscheinen; die Abg. Planlensteiner (109). Fignly (104), Schlegel (IM), Krczccznnovicz (84), Klein (79), Demcl (77), Sturm (06), Stamm (59). Für das ucuntc Mitglied mnß cinc Nachwahl vorgenommen werden. Unter dcn Einlaufen befindet sich cinc Eingabe dcr Stadtgcmcindc ^bbs, in wclchcr für die von mchre-rcn Abgeordneten gesendete Unterstützung im Betrage von 81() fl. dcr wärmste Dank ausgesprochen wird. Es wird zur Tagesordnung übergegangen. Abg. u. Hopfen erstattet dcn müudlichen Bericht dcs Budgctausschusscs über die Petition der Stadtge-mcindc?)bbs um Gewährung ciucs unverzinslichen Darlehens von 50.000 fl. Der Ausschuß bedauert, die Petition nicht befürworten zu können, und zwar aus principiellen Gründen. Nach dcr Ansicht des Budgctauöschusscs ist cs nämlich nicht Sache dcs Staates, in einzelnen Unalücksfällen, sie mögen Individuen oder Gcmcinocn treffen, unterstützend einzutrctcu, und zwar insbesondere aus dem Grunde, wcil sich die Principien, nach welchen bei solchen Unterstützungen vorgegangen werden soll, nicht festsetzen lassen. Es müßte auch ir. den Fällen, wo andere Elcmcnlc cntschicdcn sich weigern, cinc Unterstützung gewährt werden nach ciurm bestimmten Maßstabe, welchen im voraus festzustellen unmöglich lst. Nur bei ganz großen LanbcScalamitätcn hat bisher der Staat derartige Unterstützungen gewährt, und da nur aus dem 1060 Grunde, weil den pandcscorporationen die Behändigung der gegebenen Vorschüsse auferlegt wurde. Unglücksfälle, mie der Brand, der oor einigen Tagen ?)bl?S verheert, lommcn alljährlich mehr oder weniger vor. Hat einmal der Staat eine Unterstützung gewahrt, dann hat jede einzelne Gemeinde das gleiche Recht, die Hilfe dcS Rei-cheS in Anspruch ;n nehmen. Nun würde sich aber das Abgeordnetenhaus wie die Regierung schwerlich in der?agc befinden, allen diesen Anforderungen auf dillige Weise gerecht zu werden. Aus diesem Grunde stellt der Ausschuß deu Antrag, über diese Petition der Gemeinde Ybbs zur motivirten Tagesordnung überzugehen und zu beschließen, daß es grundsätzlich unzulässig sei, in einzelnen Unglücksfällcn, welche Gemeinden oder Familien treffen, Unterstützungen ans Staatsmitteln zu gewähren. Der Ausschußantrag wird hierauf angenommen. Nächster Gegenstand der Tagesordnung ist die Nachwahl eines Mitgliedes in den Roser'schen Sanitätsansschuß. Als gewählt erscheint der Abg. Eoronini mit 99 von 112 Stimmen. Ferner wird eine Nachwahl eines Mitgliedes in den Ausschuß für das Wasscrrcchtsgcsctz vorgenommen lind hiebci Abg. Kuenberg gewählt. Es folgen Berichte des Pctitions-Ausschusses über zahlreiche ihm zugewiesene Petitionen. Nach dem Abg. Banhaus rcferirt Abg. Mcndc unter anderem auch über eine vom Abg. Grentcr überreichte Eingabe dcS Bischofs von Linz, enthaltend eine Erwiderung auf mehrere im Abgeordnetenhaus«: gegen ihn vorgebrachte Anklagen, dcreu Verlesung im Hanse vom Bischöfe gewünscht wird. Der Ausschuß hält cincu solchen Porgang für gcschäftSordnuncM'idrig u»d beantragt, es sei die Eingabe in Erwägung, daß sie zur Behandlung im Hause nicht geeignet ist, dem Ueber-reicher zurückzustellen. Es meldet sich zum Wort Abg. Grcutc r: Es ist eine anerkannte alte Rechts-rcgcl, welche lautet: ."«li^lul- «.! !>!!!-;> s>l>l>. Vor einem Tribunal dürfte dieser Satz seine Geltung habcu. Wir sind aber eben kein GcrichtStribunal, sondern eine lcgis' lative Versammlung, und da der citirtc Satz sich überhaupt nur auf Parteien erstreckt - ferner unrichtig ist, daß der Angeklagte hicr gehört werden müsse, weil nie-mals davon die Rede sein kann, daß der Herr Bischof ein Angeklagter ist, so glaube ich. daß dieser Satz hier nicht anwendbar sei. Wenn es jedermann, dcr außer« halb dieses Hauses steht, frei stünde, eine Polemik gegen dieses Haus einzubringen, nnd er verlangen dürfte, daß diese Polemik auch verlesen werde, dann hätten wir eben nichts anderes zu thun, als eine Reihe von Polemiken zu hören und kämen schwerlich dazu, etwas zu berathen. Darum haben alle Geschäftsordnungen der Welt dafür gesorgt, daß man in derlei Dinge nicht ein« gehen kann. Auch gegen den Antrag des Herrn Abg. Greutcr muß ich mich aussprechcn, weil bicmit die Verhandlung zwar erspart, die Bestimmnnq dcr Geschäftsordnung jedoch nur cludirt würde. Abg. Hauisch: Ich möchte nur bcmerkcu, daß dcr Weg, der hicr eingeschlagen wurde, unrichtig ist. Die Abgeordneten sind immun. Wenn sich jemand verletzt fühlt, so hat er sich an das Abgeordnetenhaus zu wenden, und dieses hat auf Antrag eines Abgeordneten einen Ausschuß ciuzusctzen, welcher den Fall zu untersuchen hat. Bei der Abstimmung wird der Ausschußantrag angenommen; der Antrag des Abg. Greutcr dagegen abgelehnt. Es referiren ferner noch die Abg. Stieger, Dr. Mandelblüh, Figuly, Perger, Nyger über Petitionen von untergeordneter Bedeutung. Hiemit ist die Tagesordnung erschöpft. Die nächste Sitzung wird auf Mittwoch festgesetzt. Auf dcr Tagesordnung derselben steht: Eventuelle Berichte über Gesetze, welche im Hcrrenhause eine Abänderung erfuhren. Schluß der Sitzung 2 Uhr. Ein Conflict Frankreichs mit Italien und Preußen. Paris, 18. Juni. Alle Informationen stimmen darin übercin, daß der gestrige Ministerrath, zu welchem der Kaiser aus Fontaincblcau gekommen war, eine außerordentliche Wichtigkeit hatte. Die im October höchst wahrscheinlich vorzunehmenden Abgcordnctcnwahlcn gehören zu sehr in die administrative Mechanik, um Gegenstand einer außerordentlichen Berathung zu sein. Hingegen sprach man heute in den Kreisen der Kam. mermehrheit von wichtigen Beschlüssen bezüglich dcr inneren Politik, worüber noch Sonnabends ein Minister-rath gehalten werden soll, und worauf Sonntags eine Kundgebung im „Moniteur" stattfinden werde. Daß etwas ungewöhnliches, entscheidendes vorgeht, darüber sind wohl alle Eindrücke und Erkundigungen einig. Auch steht niemand an, alle Vorgänge auf die auswärtige Politik zurückzuführen. Da es an seltsamen und pessimistischen Gerückten wohl nächster Tage schon nicht fehlen wird, beeile ich mich, diese Erscheinung daraus zu erklären, daß der Regierung bcunruhigcnoe Berichte über die italienischen Zustände zukommen. Unruhen auf Sicilieu und in Neapel werden als bevorstehend und unvermeidlich gemeldet. Die Florentiner Regierung ist nicht ohne Bcsorgniß, von einer Eoalition dcr Unzufric-dcuheit und Opposition aller Farben bedrängt, wenn nicht überflügelt zu wcrdeu. Um zu widerstehen, muß auch General Menabrea sich auf eine nationale Kraft stützen, und er sucht diese Stütze iu einem neuen Buude mit dcr Garibaldi'schcu Actions-, richtiger Revolutionspartei. (?) Auf diese Voraussetzungen hin will man nicht bezweifeln: Menabrea werde das Spiel Raltazzi's wiederholen; jedoch mit mehr Entschlossenheit, Offenheit und Würdc spielen. Da weniger als je daran zu denken ist, daß dcr Kaiser Rom und Eivitavecchia räumen wird, da das Tnilcricn-Eabinct weniger als je geneigt ist, sich auö Italien hinausschieben zu lassen, so würde ein Eonflict eintreten, dcr viel ernsthafter wäre, als das Zerwürfnis; mit Rattazzi; denn dcr General Mc-nabrea würdc das Programm und die Taktik dcr Ac-tionspartci keineswegs vcrleugucn. Für das Tuilcrien-Eabiuct ist es allcrdiugö eine schwere Verlegenheit, den gehässigen Schein des bewaffneten Vorgehens in einer kirchlichen oder religiösen Frage auf sich zu laden. Es handelt sich nm cinc Frage dcr Machtstellung. Die Mehrheit der Franzosen hat dies schon begriffen, als Slaats-ministcr Rouhcr das „niemals" denen zuschlcudcrtc, welche an die Energie der Tuilerieu uicht mehr zu glauben vermochten. Wenn die vermutheten Ereignisse eintreten, werden sie auch in größeren Verhältnissen auftreten, alö uuler Ratazzi. Der Eonftict wird zwischeu deu zwei Negierungen, zwischen Italien und Frankreich, zum Ausbruch kommen. General Mcnabrea wird gewiß ein viel höheres Spiel, alö das des Herrn Ratazzi uicht wagen, wenn uicht die äußerste Staatsraisou ihu dazu drängt uud wcnn er nicht mehrere Karten in seinem Spiel hat. Kann Menabrea darauf rechnen, daß Preußen cinc grö^ ßcre Intervention Frankreichs in Italien mißbilligen, uud durch eine Demonstration am Rhein dic Tuilcricn-Politik zur Besonnenheit und Ordnung rufe» wird? Hier wird cö vielfach geglaubt, auch uon ucrslcmdlgcu und unterrichteten Personen. Friedrich dcr Große hattc gesagt: tcinc ilanonc in Europa dürfte ohne seine Erlaubniß abgefeuert werden, wcnn cr König von Frankreich wäre. General Moltkc kehrt den Satz zu Guusteu Preußens um, uud beansprucht für Preußen das Recht, Frankreich den Frieden aufzudringen. Es verursacht dies in politischen Kreisen böses Blut. Kricgsbcsorgnisse dürften wieder auf die Tagesordnung kommen. Aus Serbien. Belgrad, 22. Iuui. Die Wahlen zur Skup-schtina wurden in größter Ordnung und Ruhe, unter starker Betheiligung der Stimmberechtigten, im Sinne dcr Wahl Milan Obrcnovics beendigt. Ans allen Gemeinden, von allen Truppenlörpcrn und dcr Voiksmiliz langen fortwährend Zustimmungs-adressen ein. „Vidovdan" sagt gegenüber den Befürchtungen dcr auswärtigen Presse wcgcn der Besetzung des Throues: Die serbische Nation besitzt das souvcrainc Recht, selbst-släudig mit dem Throne zu verfügen. Anf Grund älterer und neuerer Voltsbcschlüsse uuo internationaler feierlicher Acte ist die Krone in Serbien erblich. Die Volks-rcpräscntanz hat gesetzliche Bestimmungen festgesetzt, wie die Krone uon einem Zweige des herrschenden Hauses, weun derselbe auSstirbt, au den zweiten überzugehen habe. Auf diesem legalen Boden stehend, hat dic Nation Milan Obrenovils zum Fürsten schon proclamirt lind hat die bevorstehende Stuptschtina nur den ncucn Fürsten in feierlicher Form zu begrüßen und ihm bis zu feiner Volljährigkeit gesetzmäßig die Vormundschaft zu erwählen. Belgrao, 22. Juni. Die Urlheilsvollstreckung an Hauptma'.m MirzailouitS erhielt einen dreitägigen Aufschub, nachdem cr versprochen. Enthülluugen zn machen. Zum Kriegsgerichte wurdcu drei Belgrader Bürger als Veisitzende zugezogen, weil man wissen wollte, es würden Gewaltmittel angewendet, um dic Verhafteten zu Geständnissen zu bringen. Die Engländer und der SueMnnl. Ein Telegramm aus London theilt mit, daß in Zoulah (Abessynien) mit Ausnahme einer Cavalerie-Ab-thcilung sämmtliche englische Truppen am 2. Juni eingeschifft wurden. Dem entgegen wird einem Blatte aus Egyvtcn. 10. Iuui geschrieben: Es unterliegt keinem Zweifel mehr — dic Engländer errichten eine bleibende Station am rothen Meere. Dies geht schon aus der Wahl der Truppentürper hervor, welche in Zoulah zu- rückbleiben. Es sind die Sappeurcomftagnien von Madras und Bombay, das Eorpö dcr Militärarbeiter, daS Eorps dcr Kulis von Bengalen und zur Bedeckung dieser behufs Errichtung von Fortö nnd Batterien und Ausführuug von Hafenarbciten nothwendigen Mannschaften bleiben anch das A. uud 25>. Infantcricregi ment dort zurück! Daß die Arbeiten derselben nicht von irgend einer Seite gestört werden, dafür wird die Flotte schon Sorge tragen. In cincm gewissen Zusammenhange mit dieser Nachricht steht der folgende Bericht über den Suczcanal: „In dcr letzten Zeit nimmt man ein gewisses Er-schlaffen in der Ausführnug dcr Eanalarbciten wahr, uud man munkelt hie und da von einer eventuellen gänzlichen Einstellung derselben, was durch acwissc Vor tchrungcn, welche die Direction trifft, an Wahrscheinlichkeit gewinnt. AllcS scheint noch von cincm Winke aus Paris abzuhängen. Ich müßte mich sehr täufchen, oder dic ganze Unternchmnng befindet sich in einer, wo nicht politischen, doch jedenfalls finanziellen Krise. Diese Symptome sind so reeller Natur, daß man von officicl' ler Seite bereits an die Mittcl denkt, die nach Plötze lichcr Einstclluug der Arbeiten bcschäftigungs- und mitunter brotlos gewordene Masse fremder Taglöhucr rasch aus Egyptcn fortzuschaffen, nm den Unzukömmlichkeiten, die nus dcr Anhänfung so gefährlicher Elemente an cincm Orte entstehen könnten, vorzubeugen. Erstaunen Sie daher gar nicht, wcnn Ihnen der Telegraph urplötzlich cinc Hiobspost von der Canalunternehmung bringen sollte." Wc „Bestechung" im Processe Johnson. Dcr „N. Fr. Pr." wird aus New-York geschrieben: Die Untersuchung über die „Bestechung" einiger im Processe Johnson betheiligten Senatoren hat angeblich weitere wichtige Enthüllungen zn Tage gefördert. Aus dem angestellten Verhöre ergibt sich unter anderem, daß Herr Webster iu sciucr Eigenschaft als Zollcinnchmcr dcS Hafcnö von Baltimore Geld gesammelt hat, um die Frcisprcchnng des Präsidenten Johnson zn erwirken, uud daß cr dies Geld Herru Edmund Cooper ausgehändigt hattc, cincm vcrtrantcn Frcnndc Johnson'S. Diese Angabc beruht anf der eigenen eidlichen Aussage Webster's. Thurlow Weed andererseits erklärt, daß General Adams ihm angeboten habe, die Stimmen uon drci Senatoren vermittelst 30,000 Dollars zu cr kaufcu. Hcrr Adams will dies nicht erklärt haben. Da aber Thurlow Weed ein eifriger Hauptagcnt dcr de-mokratischcu, das heißt johnsuufreundlichcn Partei ist, auch keinerlei Scrupcl gegen die Anwendung dcr bczcich nctcn Mittel hat oder ansspricht, vielmehr nur erklärt, cr habc „kein Vertrauen in den Erfolg gehabt" »nd sich deswegen anf allgemeinen Rath beschränkt, so erscheint sein Zcuguiß iu dieser Sache immerhin bcachtcus-wcrth. Hcrr Woollcy, dcr durch das Abgeordnetenhaus iu Haft genommene Agent des Bcstcchungs-ComplotS, verweigert mittlerweile fortwährend die Auskunft über den Verbleib dcr Summen, die man als das Eorrnp' tions-Eapital bezeichnen kann. Knrz vor Schluß dcS Processes gegen Johnson hatte Woollcy in Washington mehreren Senatoren nnd Vertheidigern dcS angeklagten Präsidenten kostspielige Gastmälcr gegeben, dcrcn VctrG sich nach dem Zeugnisse des Gastwirthcs auf mchrcre tauscud Dollars belief. Ucber die 10,000 Dollars, die man von ihm gern verrechnet sehen möchte, hattc cr anfänglich vor dem Untersuchungsausschüsse eidlich aus' gcsngt, cr habc sic Hcrrn Sheridan Shook übergeben; Sheridan Shook aber schwor, nicht cincn .^cllcr cm-vfangcn zu habcu. Nachträglich zog Woollcy fcinc Erklärung zurück, indem cr behauptete, der Eid, den cr geleistet, sei ungiltig, weil cr ihm ungcsctzlichcrwcisc in Abwesenheit des wcgcn Unwohlseins nicht erschienenen Vorsitzenden dcS Ausschusses abgenommen warden! Die New-Yorker „Tribune" führt auS, wie Woollcy in intimer Beziehung zu den Privatsccrctärcn und Vcrthcidi" gern Johnson'S gestanden; wie er den Agenten und Anhängern desselben lukullische Gastmälcr gcgcbcn; wie cr' im Vereine mit dem schlauen nud geriebenen Thurloni Weed sich an die Senatoren aus den ncncrcn und po' litisch schwächeren Wcslstaatcu und Territorien gemacht habe, um sie zn corrumpircn; wie im Aslor-Haus zwischen ihm, Webster, Schook und Weed festgesetzt worden, daß es nach Lage dcr Dinge nur der Gcwinuung von drci Stimmen bedürfe, nnd wie man daher den Scna" torcn von Nebraska, Kansas, 'Nevada nnd West-Vira'" men Eröffnungen gemacht habc. Dic Tribune erörtert darauf die Frage, wer wohl dcr „Er" gcwcscn sci, dcl in der bekannten Woollcy'schcn Depesche als ausschlag' gebcud genauut worden. „Er wird es thun," meldete Woollcy nämlich triumphircnd au den „Whisky-Ring/ in New-York. Dieser „Er" hatte ohne Zweifel die 16,000 oder 20.000 Dollars erhalten, über welche Woollcy kciue Auskunft geben will. Die Vermuthung liegt nahe, daß dieser „Er" der Senator ist, dcr bis zum Vorabende der Abstimmung erklärt hatte, cr werde gegen Johnson stimmeu, nnd dessen Ncncclatcnlhum ^ ungeheure Entrüstung erregt hat. Aber Woollcy will darüber keine Auskunft geben, und das Repräsentanten-haus hält ihu daher fortwährend in einer - - übrigens höchst milden — Haft, um ihn zum Geständnisse i" veranlassen. Könnte cr dazu bewogen werden, den ^ 1061 men dcS Empfängers jcncr Sumine zu nennen, und wäre dieser Empfänger cincr der Senatoren, die für Freisprechung stimmten, so wäre der sogenannte Wahrspruch damit natürlich umgestoßen nud dcr Proceß gcgen Johnson müßte erneuert werden. Oesterreich. Wien, 22. Juni. (Ueber die gemeldeten Pöbelexcesse) schreibt die „Wr. Mcndpost." Im Prater hat gestern Abends aus Anlaß dcs Vcrspätcns und des thcilwcisen MißglückcnS des angekündigten Auf-steigcnS zweier Luftballons des Herrn Mayerhofer ein sehr bedauerlicher Exceß stattgefunden, welcher sich bis zur erheblichen Beschädigung frcmdcu Eigenthums uud der Verhöhnung der bewaffneten Macht steigerte. Den auf dem Praterstcrn aufgestellten SichcrhcitSorganen gelang es indessen, durch gütliches Zureden die aufgeregte Mcugc zum Auöcinandergchcn zu bewegen; einzelne Trupps von Lehrbuben :c. :c. durchzogcu dann noch johlend mehrere Straßen der Stadt. — Es muß hic-bei erwähnt werden, daß die Erlaubniß zur dritten öffentlichen Prodnction mit den Luftballons, die bereits zweimal mißlungen war, nnr ertheilt worden ist, nachdem Fachmänner ein günstiges Urtheil über die Objecte abgegeben hatten, und daß die neue Probe am letzten Donnerstag gehalten werden sollte, aber durch die Witterung verhindert wurde. Pest, 20. Juni. (U nte rha u s si tz u n g.) Kcr-kapolyi, Referent der Ecntralsection, rcfcrirt über das Gesetz bezüglich der dircctcn Steuer und der Steucrein-hebung. Der Fiuanzmmistcr verlangt die Indemnitäts-Verlüngcruug. MadaraSz überreicht wieder eine Petition wegen Veränderung der 1W7cr Gesetze, Vobory legt eine ähnliche Petition aus Czeglcd vor. Sodann wird die Spccialdcbattc über das Salzstcucrgcsctz fortgesetzt und der erübrigende Theil dcS tz U mit einer vom Finanzminister beantragten Modification, alle anderen Paragrafthc unvcräudrrt angenommen. Hierauf wird die Generaldebatte über das Tabatgcsetz eröffnet. Zsedenyi, Tisza, Ivanta und Baron Simonyi sprechen für die von der siebenten Section beantragte Modification betreffs Aufhebung des Monopols binnen einer bestimmten Frist. Deal, Kerkapolyi und Kurz sprechen gegen die Modification. Assram, 2I.IUM. (Reg n i colar - Deftu t a t ion en.) ^N.Fr.Pr.l Heute habeu in Pest die gemein« schaftlichen Berathungen der Regnicolar Deputationen begonnen. Man erwartet hier, daß dieselben im Laufe dieser Woche mit ciucm guustia.cn Resultate endigen werden. l^ Ausland. München, 21. Juni. (Rcichörath General Fürst Theodor von Thuru-Taxis) ist heute kurz nach 4 Uhr Früh verschieden. St. Petersburg, 15. Juni. (Neue Siege in Mittelasie n.) Die officicllen Blätter brachten in letzter Zeit die Nachricht anS Tnrlestan über den Sieg der Russen über den Emir von Bochara, der stch mit großer Hcrrcsmacht den russischen Grenzen genähert ' hatte und die russische Bevölkerung bedrohte. Der Gcneralgmwcrneur von Turkestan, Kauffmcmn, zog ihm entgegen, schlug ihn am 1/13. Mai vollkommen und nahm Besitz von Samarkand, daS dem geschlagene» Emir seine Thore verschloß, scine Unterwerfung dem General-Kauffmann anzeigte uud diesen am Tage nach dem Siege gastlich in seinen Mauern aufnahm. Zu gleicher Zeit hat ein Theil der bisher dem Emir unterworfenen Afghanen um die Aufnahme in die russische Un-tcrthanschaft gebeten und dieselbe erhalten, ja sich am letzten Kampf gegen die Vocharen bcthciligt. N3aslii,,sston, 20. Inni. (Der Präsident Johnson) legte gegen die Bill, welche den Staat Arkansas zum Eougrcssc zuläßt, sciu Veto ein. Trotz des Veto'S des Präsidenten wurde diese Bill iu der Rc-Präsentantcntammcr mit 110 gegen 31 Stimmen angenommen. Hagesuemgkeiten. — (Sanctionirte Gesetze.) Die „Wr. Ztg." vom 23. d. M. pudlicitt cine Neihe von Gesetzen, als: Das Gesetz betreffend die Ergänzung dcr Kronprinz-Rudols-Bahn durch die Linie St. Mickael-Leoben und wegen sofortiger Herstellung der Flügclbahnen Launsdors-Mösel und Et. Veit-Klagensurt i das Gcs>tz über die Umwandlung der verschiedenen Schuldtitcl der bisherigen allgemeinen Staatsschuld; das Gesetz über die Erhöhung der Gcdilhr von Lottcriege-winnslen; daö Gesetz über den Verlauf vom unbeweglichen Ctaatseigenthum, endlich dai. Gesetz betreffend die Aufnahme einer schwebenden Staatsschuld im Betrage vom 25 Millionen Gulden. — (Militärisches.) Das Inhaber.Instilut hat, wie gemeldet wird, einen gewaltigen Riß erfahren und ist „unMehr eine Auszeichnung ohne jede in den Armee-Organismus eingreifende Bedeutung. Eine am 20. d. publicirle a. h. Ent« schlikhung vom 0. d. verordnet, dab «die Ernennung sämmtlicher Dssiciere dcr Armee und der Kriegsmarine sich der Kaiser vorbehält, die Rcaimentö-Iuhaber und die mit Inhabers' le chltn betrauten Generale und Admirale der ihnen bis jetzt übertragen gewesenen Veförberungs-Vefugnisse enthoben werden und daß die Ernennung der Osficiers-Aspiranlen künftig vom Neichs-Kri'gsministerium vorgenommen, das Rocht der Beförderung in den Unlerofficiers-Charger! aber den Regiments- und sonstigen selbjläüdigen Trupven-Eommandanlen überlassen weide. Die Beförderungen von Offkiers-Asfti-ranten aufwärts haben zufolge der oberwähnten allerhöchsten Entschließung von nun an im Frieden nur zweimal im Jahre, und zwar in den Mcmal.'n Mai und November, bei Standes-Augmentalionen und im Kriege aber nach Bedarf zu erfolgen." Endlich verordnete der Kaiser, das; die bisher systemisitt gewesenen Inhaber>Adjula»ten zu ihren Truppen-törpern einzurücken haben. — (Das Grabdenkmal für Mahlfeld.) Es hat sick in Wien ein Comit^ zu dem Zwecke gebildlt, um dem verstorbenen Dr. Mühlfeld ein Grabdenkmal zu s.hen, dessen Koslen durch öffentliche Sammlung ausgebracht werben sollen. Das Coinit^ veröffentlicht nun einen Ausruf, den Dahingeschiedenen, der als Kämpfer für R.cht und Freiheit den Zeitgenossen vorgeleuchlet, durch ein Schärf-lein für sein Monument zu ehren. — (Der junge Milan Obre nowics), der muthmaßliche Thronfolger des Fürsten Michael von Serbien, ist Sonntag Vormittags in Begleitung von vier angesehenen Seiden mit dcm Couricrzugc der Westbnhn in Wien eingetroffen und wurde auf dem Perron des Bahnhofes von drei bejahrten Serben, unler denen sich der vielbelannte Constanlinovics befand, und von seiner Mutter begrüßt. Kaum halte der Zug gehalten, als auch schon die Mutter, eine noch schöne, etwa 35 Jahre alte Frau, in das Coup«' des Wagens eilte und den künftigen Fürsten von Serbien innigst küßte und stürmisch umarmte. Der lleine Thronsol» ger ist ein sehr hübscher, el!'mui!^!lx. Auch thönerne Grablampen werden häufig gefunden. Dem Vernehmen nach hat Herr Tautsch er mehrere Gegenstände bereits dem Landesmuscum zum Geschenke gemacht und soll dasselbe auch bezüglich der unzweifelhaft noch zu machenden Fnnde beab« sichtigen, worüber demselben die vollste Anerkennung gcbllhrl. -i- (H a z a) nennt sich eine rasch ausblühende Lebens« versicherungsbanl in Pest, deren Hauptagent fül Kram Hr. Doberlct hier ist. Diese Bank bietet größere Vortheile als ähnliche Institute es vermögen. Vor allem ist dec niedrige Prämiensah, dann ein Gewinnstantheil schon nach Ablaus eines Iahies mit 50 Procent, ein frühzeitiger, namhafter Gewinn, während bei allen andern Gefellschaslen diese Be» günstigung erst mit dem 5. und 7. Jahre eintritt und zwar nur mit 25 und 30 Procent. Das Grundcapital der Gc« sellschast bilden 2 Millionen und den Reservefond 1 Million Gulden, durch Grund und Boden, die festeste Hypothek, ge' sichelt. Mit dieser Gesellschaft ist auch ein Beerdigung«»«' ein verbunden und dessen Präsident hier der Herr Dom-psarrer Joseph Supan. Durch Einzahlung einer kleinen Gebühr wird die Wohlthat dieses Vereines auch den ärmeren Classen zugänglich gemacht. Im Verhältniß zu den laum fühlbaren Ralen>Zahlungen wird den Ueberlebenden immer» hin eine namhafte Summe übermittelt. -ss. (Die Sonnenuhr) der Kirche zu St. Jakob hier wird gegenwärtig gnomonisch richtig gestellt. Diese Sonnenuhr ist im Jahre 1623 von Professor Frank genau verzeichnet worden. Gleichwie bei den übrigen Sonnenuhren durch das mehrmalige Uebeltünchen und Reparatur der Außenwände ist der Schattenzeigec aus der genauen Richtung gedrückt worden. Es ist wirklich ein Bedürfniß, end« lich einmal im Besitze eines richtigen Zeitmessers zu sein. Darnach werden auch die Taschenuhren rectificirt werden tonnen. Auch wird diese Wanduhr — im buchstäblichen Sinne — als Zierde ein bedeutungsvolles Fresco-Gemälde, von bewährter künstlerischer Hand ausgeführt, umrahmen und so das Schöne mit dem Nützlichen eng verbunden sein. — Anknüpfend an die obige Andeutung wegen Reclificirung dcr Taschenuhren sei hier darauf erinnert, daß in Mailand durch die Kathedrale ein Meridian gezogen ist, wo dann am sonnigen Mittag immer eine Menge Menschen, mit den Uhren in der Hand, auf den Moment warten, in welchem der Sonnenstrahl über die Linie geht, worauf die Uhren schnell gerichtet werden und sich die wie auf einer Börse herum» wimmelnde Menschenmasse verliert. — (Zur Johann isjeier) stammten gestern Abend nach altem Brauche ringsum Feuer von den Vergen aus, von der Höhe des Rosenbacher BergeS vernahm man Poller-schüsse, auch wurde daselbst ein Feuerwerk abgebrannt. — (MerlwilrdigerIall d e r W a j s e r s ch e „.) An einem Tage dcr letzten Februarwoche wurde der 49jabria.e I. Piömohl, Knecht bei dem Wirth I. Smrelar in Laken, Bezirt Tschernembl, von einem Hunde angefallen und in die linke Hand gebissen. Er wusch sich die Wunden sofort lehr sorgfältig aus und begab sich Tags darauf zum Be-zirtsarzt Dr. Wutscher in Rudolfswerth, welcher die Wunden nach nochmaliger Reinigung mit lauem Wasser mit Lapis vollständig ausätzte. Der Mann wurde sohin nach angelegtem Verbände, mit Verordnung einer angemessenen Diät, entlassen. Nach 5 Tagen erschien derselbe abelmals, es wurden die Wunden frifch geätzt und ihm ein Pulver zur Unterhaltung der Eiterung mit Wiederholung der diätetischen Anweisung qcgebcn. Am 19. d. M. 6'/, Uhr früh erschien nun dcr Kranke in größter Auslegung bei dem genannten Aezirtsarzr, dessen Hilfe er gegen die bereits hervorgelretenen Symptome der Wasserscheu in Anspruch nahm. Er erzählte: Nachdem er, zur Arbeit gezwungen, die Wunden halte verheilen lassen, hatte er sich bis Anfang d. M. ganz wohl befunden. Da war plötzlich rin heftiger Schmerz im linken Arm aufgetreten, den er für Rheumatismus hielt. Bald gesellten sich Unruhe, Angst, mit Herzklopfen verbunden, mit dem Gefühl des Druckes in der Herzgrube dazu, schlaflose Nächte, Fieberschauer, Appetitlosigkeit und endlich vor 3 Tagen bei heftigem Durste eine Scheu vor allen Flüssigkeiten. Er bat den Doctor, ihm zum Beweise, daß er die Wasserscheu habe, ein Glas Wus, ser zu reichen. Dieses Experiment brachte auch in der That an dem Unglücklichen sogleich alle Erscheinungen der furch, terlichen Krankheit hervor, so daß er sogleich in das Ru-dolfswerlher Nolhspital gebracht werden mußte. Nachdem dort eine kurze Beruhigung eingetreten war, kam die Wuth zum Ausbiuch?, und am nächstfolgenden Tage verschied der Kranke unter hcsligcn Krämpfen. Der merkwürdige Verlauf des Falles, wobei noch zu erwähnen, daß die Narben der Bißwunden gar nichts auffallendes zeigten, ist ganz geeignet, die energischsten Maßregeln gegen dieses fürchterliche Uebel zu rechtfertigen. Da in den bei uns üblichen Maßregeln bisher manche eine drakonische Strenge finden wollen, so möchten wir auf ein Land vorweisen, daß man immer als eines der intelligentesten und foltgeschrittensten angesehen hat. InNrüssel erklärte unlängst bci Ausbruche der Wasserscheu die Commune, daß alle s:ei laufenden vagabundirenoen Vierfüßler dem Henker verfallen und gleichzeitig deren Eigen» thümer zu schweren Geldstrafen verurlheilt werden follten. Große Anschlagzettel verkündeten die Maßregel an allen össentlichen Gebäuden: trotzdem fielen tausend« Schlachtopser in die Schlingen der Polizei und mußten den Tob des Gal» gens erleiden, eine TodeSarl, welcher als der am meift prallischen, der Vorzug gegeben wurde. 1062 Vcnestc Post. Prag, 22 Juni. Se Majestät der Kaiser begaben sich in Begleitung des Ministerpräsidenten Fürsten Aucrsfterg und des Statthalters nach Smichow, wo allcrhöchstdiesclbcn von dem Bürgermeister und dcm Stadlrathe empfangen wurden, zum Besuche der Ma-schincnfabril von Ninghoffer, sodann auf die Schützeninsel, wo viele Notabilitäten und ein zahlreiches Publi-cum anwesend waren. Se. Majestät machte» zwei Schüsse uud entfernten sich unter stürmischen Hochrufen, besuchten sodann die czcchische höhere Töchterschule, die Gewchrfabrik von i'ebcda und zum Schlüsse die Maschinenfabrik von Borrosch uud Eichmann. Um 5> Uhr ist Hoflafel und für Abends der Besuch des deutschen Theaters in Aussicht genommen. Bürgermeister Dr. Klaudy erhielt den eisernen Krönendrdcn dritter Classe. Prag. 22. Juni Nachts. Im deutschen Thcatcr (Par«') war Se. Majestät der Kaiser heute Gegenstand einer rauschenden Ovation. Die jubelnden Hochrufe, welche bei allerhöchslseinem Eintritte erschallten, wollten buchstäblich kein Ende nehmen und erneuerten sich nnch jeder Strophe der Volkshymnc, welche stehend angehört wurde. Der Kaiser dankte überaus freundlich und huldvoll. Gegeben wurde die Oper „Am Runenstein" von Flotow. Prag, 22. Juni. (Dcb.) Aeust confcrirtc im Landhaus lange mit Palacky nnd Ricgcr. Die Chancen für den Ausgleich sind ziemlich günstig. Klandy ist zum Ritter der eisernen Krone ernaunt worden. Wien, 22. Iuui. Die ,.Dcb." schreibt: Alle Berichte aus Prag stimmen darin übcrciu, daß Sr. Majestät dem Kaiser von der übergroßen Majorität der Bevölkerung ein glänzender, enthusiastischer Empfang zu Theil geworden ist. Die Abwesenheit einiger czc-chischcr Vereine konnte dein Feste, wclchcs Prag jetzt feiert, keinen Abbruch thun, da die Abwesenden nicht zu jenen Factorcn gehören, mit dcucn cinc offene, freisinnige und loyale Politik zu rcchueu nöthig hätte. Die Berufung des Freihcrrn u. V enst nach Prag hat nicht verfehlt, Sensation hcrvorznrnfcn. Ueber die Tragweite und Bedeutung dieser Berufung fehlen uns vorläufig alle Anhaltspunktc; nns auf das Geliict der Conjectureu uud Combinationen zu begeben, wollen wir aber vermeiden, wenn wir auch nicht die Bemerkung unterdrücken können, daß die Anwesenheit des Herrn v. Beust in Prag nns eine Garantie mehr für eine nur im Rahmen der Verfassung uud des jetzigen Systems mögliche Lösung der czechischen Frage zu sein scheint. Freiherr v. Bcust verläßt heute Abends Prag nnd trifft morgen Früh hier ein. Pest, 22. Juni. (U n ter Hans fitzung.) Minister Cötvös lrgt das sanctionirte Gesetz über die Al-föld-Fiumaner Bahn vor. Anjanovics rcferirt über den Schiffahrtsvcrtrag mit Cnglaud; ferner über den an die Scctioncn znrückgeleitctcn Theil dcs H 9 des Gesetzes bezüglich dcr Salzslcucr. Hierauf wird die Generaldebatte über das Tabatstcucrgcsetz fortgesetzt. Wolfgang Bcthlen beantragt ein Amendcmcnt, es werde eine Euquctecommission einberufen, um über die Art und Zeit dcr Aushebung des Monopols ihre Meinung abzugeben. Das Amcndcmcnt wird vom Finanzministcr unterstützt. Nach vierstündiger Debatte wird zunächst über die von der Sicdeucr-Scction empfohlene Modification betreffs Aufhebung dcs Monopols binnen eincr bestimmten Frist namentlich abgestimmt und wird dieselbe mit 1W gegen W1 Stimmen verworfen. Bcthlens Amendcment wird hierauf mit großer Majorität angenommen. Pest, 22. Juni. Dcr „Pcsler Lloyd" veröffentlicht eine aus Botszcg, 20. Juni, datirte Erklärnug dcs Fürsten Alezander Karagcorgicvics, worin sich derselbe gegen die Nachrichten, welche die Ermordung des Fürsten Michael mit ihm uud sciucr Familie in Verbindung briugcn, auf das entschiedenste verwahrt. Dies sci eine Verleumdung, die von eincr Schaar bekannter Söldlinge systematisch ausgestreut wird, um ihn und seine Familie zu compromittircn. Müncheu, 22. Juni. (Schwurgerichts-V e r h a n d l u n g gegen deu Grafen Gustav Cho -rinsky.) Die Verhandlung wurde nach 8 Uhr unter großem Zuorange des Publicums cröffuct. Gendarmerie und Infauterie-SoldatcuhlllteudicOrduuug aufrecht. Zahlreiche Berichterstatter der Journale des In - und Auslandes sind anwesend. Der Angeklagte, welcher schon in frühester Morgenstuudc per Wagen in das Gerichts-gcbäude gebracht wurde, tritt um 8'/^ Uhr in den Saal uud nimmt aus einem Stuhle, vor welchem ein Tischchen steht, Platz; ihm zur Seite steht ein Gendarm. Nach dcr Bildung dcs Schwurgerichts stellt dcr Präsident an den Angeklagten die üblichen Personalfragen. Der Angeklagte antwortet mit kräftiger Stimme. Sodann werden die Geschwornen beeidigt uud nach kurzer Unterbrechung dcr Sitzung wurden das Vcrwcisungs-Ertcnuluiß und die Anklageschrift verlesen, welche letztere mit dcn Worten schließt: „Demgemäß ist Gustav Graf Chorinsky dcs mit dcr Todesstrafe bedrohten Verbrechens der Theilnahme au dem durch Julie Cbcrgcnyi am 21tcn November 18 dcm „W. Tgbl." tlkgraphill wird, dcl eine von der Veltlnioigung zur Con-slaluuiiss des Geisteszustandes de« Grase» Gustav Chonnsky entbotene S.ichvltstä»di,>e, Herr Dr. August Venoit Mur>>l, Proflssor u»d Dncelor der Cential > Irlenanstalt zu Noucn in Franlllich, eine zw'islüüdige l,l>Ucl redung mit den« Angc-klagten. Daö Gutachten, welche« Pros»ssor Moül nach b'nsel Unterredung mit dem Grasen Chornlöly abgab, lüht ftch in folgenden Vlaqnai'ten Wollen zusammenfasse»: „Ich sel.;e nuinen wisj'nschastlichen Ruf daraus, daß Choiinsly innerhalb btcirr Jahre tutal wahnsinnig weiden wird." Hannover, 22. Juni. Der König und Prinz Albrecht sind im besten Wohlsein hier eingetroffen nnd am Bahnhöfe von der Generalität, dcn Spitzen dcr Behörden, dem Stadtdircttor Rasch uud dcm Äürgerwort-haltcr Horst cmpfaugcn worden. Dcr König beantwortete die herzlichen Ansprachen dcr bcidcn Letzteren auf das freuudlichslc. Die dcm Bahnhöfe zunächst gelegenen Stra« ßcn warcn festlich decorirt. Der König begab sich sofort nach dem Schlöffe im Gcorgcngarten und wurde überall vom Volke freudig begrüßt. Hauuoucr, 23. Juni. Dcr Vormittags abgehaltenen großen Parade hat eine zahllose Menschenmenge beigewohnt. Dicsclbc empfing den ttönic; mit lautem Inbelrufcu. Im Schlosse faud die Vorstellung sämmtlicher Behörden statt. Hannover, 22. Juni. (Tr. Ztg.) Der König antwortete anf die Begrüßung dcr Stadtbchördcn: Ich mißbillige nicht die Empfindungen für die früheren Vcr-hältnissc; wcnu sic aber mir uud meiner Regierung gc-gcnübcrtrcten, zwingen sic mich, demgemäß zu handeln. Vertrauen Sie mir, ich bin überzeugt, daß wir glücklichen Zuständen entgegengehen. Belgrad, 12. Inni. Einige notorische Anhänger dcr revolutionären Zastaua-Fraction wnrdcn Polizei, lich ans Belgrad entfernt. Einer derselben, dcr absol« virtc Jurist Akscutic Mijatovits, wurde als Mitschuldiger in dcr Mordvcrschwörung in Untersuchung gezo» gen, desgleichen wurde auch dcr Vater des eingezogenen Hanptmanns Mirzailovits hentc Nachts verhaftet. Der Hanptmann selbst soll von dcn Verschworenen bestimmt gewesen scin, dcn Kriegsminister zn ermorden. Rittmeister Ncnadouits, dcr sich die Adern geöffnet, ist außer Lebensgefahr. Belgrad, 23. Juni. (Tr. Ztg.) Um 5i Uhr früh traf Fürst Milan ein. Vom Kanonendonner und einer Menschenmenge begrüßt, von dcn Staatswürden-lrägcrn uud dcn Vnrgcrcorporationcn empfangen, fuhr er nach dcm Kirchcngebct durch die Hauptstraßen in das fürstliche Palais. R o m, 22. Juni. In einem geheimen Consisto-rinm hielt der Papst zwei Allocutioncu. In der ersten beantragte er die Veröffentlichung der Bulle, betreffend die Einberufung des allgemeinen Concils; in der zwei« ten sprach er von der religiösen Angelegenheit Oesterreichs. Florenz, 22. Juni. Die „Italienische Correspou-denz" versichert, viele in der letzten Zeit in daö päpstliche Zuavencorps eingereihte Freiwillige aus Malta werden demnächst in ihre Heimat zurückkehren. Ihre schlechte Aufführung hat ernste Ermahnungen seitens der Päpstlichen Militärbehörden und schließlich ihre Ausstoßung aus dem Zuavcncorfts hervorgerufen. Telegraphische Wcchselcourse. vom 2.l, Juni. 5p«c. Metalllqur« 57.50. — 5pcrc. Metalliquc« mil Mai- uud 'Ilovcmber-Ziusru 58 50.— 5»perc.Nat,nnal Nnlehc»l!3 40. .. 1860er staalsclulebe» 84.80. — Vaul 723. — Crcdilactien 193.60. — Loudü:: 115.75. — Silber 113,65. - K.I Ducalei, 5.51'/,, Das Postdampfschiss „Allemania," Capital, Äaroua, welches ain 3. Juni von Hamburg uud am 5i. d. M. von Southampton abgegangen, ist am 16. d, M. wohlbehalten in Newport angekommen. Kandel und Wolkswirthschastliches. vesterreichischc und böhmische Nordwcstbah». Dcm Consortium Salm-Haber ist von Seile dc« Handelömini' stcriumS di.' Millheüliug zngegaugl'ii, dasz il»u dic Concession fiir die öslcneichischc Nordwestbahn defiuiliu uerlieheu worden sci uud oafj die Zustellung der be;<>glich?n Urkunde demnächst crfol-qcu werde. Aczlio.lich dci« uardwcslböhmischeu Vahnuetzel' wird die Entfcheidnng in dcu nächste» Tagru rrfolgeu, uud zwar soll das Consortium Hrcdilauslalt-Klciu Aussicht auf Erfolg haben. .ßlrainbura, 22, Inni. Auf dem hrutigcu Marlte sind erschienen: 43 Wagcu mit Getreide, 5 Wagen' mil Hen nnd Slroh imd l,j Wagen mil Holz. Durchschnitts-Preise. Wcizeu pr. Me^en « 15 , Butter pr. Pfuud , — > 34 Hafer „ 2 20 Niudfleisch pr. Pfd. — 1!< Haldfruchl „ - ^_ Kalbfleisch „ — 20 Hcidru „ 3 W Schweinefleisch „ — 20 Hirse „ 3 — Schöpsenfleisch „ —, — Kulunch „ 3 "1l) Häliudcl pr, Stuck — 20 Erdäpsel „ 1 '10 Toubeu „ — 10 i.'iuseu .. 3 «1 Heu pr. Zentner . —80 Erbsen „ — — Stroh „ . — 05 F'sulnl ,. 4 50 Holz, hartes, pr. Klfl 5 — Nludöjchmulz pr. Pfd. — 45 — weiches, „ 3 80 Schweineschmalz „ -- 38. Wciu, rolher.pr.Eimer L — Spcct, frisch, „ - ! 35 - - wrlßer „ - — Speck, geräuchert, Pfd. — .40 Angekommene Fremde. Am 21. Juni. Ttadt ^icn. Die Herren: (iinuowzty und Sax, Kaufll,, von Wien, — Vroch, Kaufm., uou Kauischa, — Staudnchcr, Handelom., von Velan. - Hirsch, Getreidehändlcr, von Slssel. - Netzl, Priuctticr, von Vruck a. d, ^cilha - Schwarz, Ge-wertsdireclor, uon Kauler. -- Die Frauc» : Baronin ?lpfal> tcru, von Griluhof. -^ Peharz, Fadricauleuo^cilliu, uou Neu-martll. — Globocuit, l^cn'erluesi>>eröga!liu, uou Elsucru. Elefant. Die Herreu: l'iueger, Gntbrs,, von Nann. — Malli, .^aufiu, vou Neumarlll, Floridi, ven Vottjchrr — Ponschr, vou Kr^süii^, — ttalliqaris, iianfm., uon Trirsl. > Knaflii, Ncalitillcndes., uon ^'ütai. - Slilarofsty, Kaufm,, uou Vrüuu. — Tanlscher und Fran Pracher, von Venedig. Mek'lil'oslilMlie Hieuslachllill^ell ill Luiljach. ^ "^ «^^ 3Z - ^ ^n >«^ ^ ^ A ^. L « ^ ^ ^ Q " 3 -^ _ " , » «H Z « ^ ^, ^' , ^."'f? 0 U.'Mg7"325,»z -^I^V wuidsiill dichl"r"Nrbei 23. 2 ,. N. 325.73 ^-22 « SW. heftig z.Hcllfte bew. <».«„ 10 „ Ab. , 325.g? l N>,,! windstill! heiler MchlS uach 2 Uhr Welterlnichten iu NW. Murgrus dichter Nebel, Vormillag« heiter, sssqrn Millna. (^cwillerwolkcn in SO. und SW., heftiger SW. sloßweisc slilr'misch, Abends ganz aufheitert. Datz Tagcsmittcl der Wärme »m 2 2" llbcr dcm Normale. Veranlworllichcr Nedaclenr: Iguaz u. K l c i u m a y r. ^n^k'.'«l»n»>».-lis Wien, 22 Iuui Die Börse andauernd fest uud die Course aller Papiergattuugcu größteuttieilü höher behauptet, Deviseu und Valuten weichend. Geld flüssig. Umsah Pl>l^llUlNU)l. beschräntt ________________ Veffentliche Tchllld. 4. des Staates (filr 100 fl.) Geld Waare Iu o. W. zu 5pEl. filr 100 fl. 54.80 H4.ö0 Iu östcrr. Wahvunq steuerfrei 59 25 k»8 35 '/, Gteucraulchcu in ost. W. . V3 — 93 5u Silber-Anlehen vou 1lw4 . . «^ _ 7» Silberaul. 1805 (Frcs.) rückzahlb. in 37 I. zu 5 p Metallique« . - - - " 5 „ 57.50 57.75 detto mit Mai-Coup. „ 5 „ 58.50 58.?7> detto.....„ 4j,. 51.75 52,- Mit Verlos, v. 1.1839 . - - '^25 1«6— 1854 » ?«'.<«i vO.— ". ," ',' ^1860zu50ttst. ^ 84.0 .......1860..100,, ^,75 96.- „ „,. 1804 „100.. 89.10 »5 20 «°m°-Rentensch. zu 42 I., gust. 2150 22.- Domllincn 5pcrc. iu Silber 106.75 107..75 Tcmeser-Bauat . . „ 5 „ 72.75 73.25 Ernatieu ulid Slauouieu „ 5 „ 75.— ?5,')0 Galizicn .... „ 5 „ 65.- 65.^0 Siebenbürgen ... „ 5 „ «9.75 70.25 Butoviua .... „ 5 ,, ü5.— 65,50 Uug. m. d. V.-C. 1867 ,, 5 „ 72.50 73.— Tem.B.m.d.V.-E. 1867,. 5 „ 72.- 72.50 Actien (pr. SMÄ). ^alioualbanl......715.— 717.^. K.Fcrd.-Nordb.zu1000fl. ü. W. 1790.- I795-. «redtt-Anstalt zu 200 si..,. W. i'.»3,4<» I9:i,50 N. ö^scom.-Ocf. zu 500ft. ü.W. 600,- 605,- 5Ä'^^'.?«?"^^"ll.fl.EM. 203,- 203.25 Böhm. Weftbahu zu 200 ft. . 156.— 156.25 Ocst.Don.-Dampfsch.-Gcs. ^^ 520.— 521.— Olslcrrcich. ^,'loyd iu Trieft Z lH» 238.- 2^0.— Wicu.Dampsm.-Actg. . . . 365.— 375.— Pester Kettenbrücke .... 404.— -<08 — Auglo - Austria - Ban! zu 20» st. 135.50 > 36 50 Lcmbcrg Hzcrnowitzcr Aclien . 182.75 182.25 Pfandbriefe (fllr 100 fl.) National- 1 haul auf > verloSbar zu 5'/« 96 60 97.80 6. M. 1 Nalioualb.aufö.W.verlosb.5„ 92.— 92.25 Uug. Vod.-Crcb.-Aust. zu 5'/. „ 92.50 92.75 Allg. äst. Bodeu-Eredit-Austlllt verlosbar zu 5°/» in Silber 99.— 99,50 Uose (pr. Stück.) Ered.-A.f.H.ll.G.z.100fl.