Macher TaMtt. Rcdaction und Expedition: Bakmhosgasse Nr. 15. Nr. 139. NM Montag, 21. Juni 1880. — Morgen: Paulinus. 13. Iah' Mit der Post: Banriähr. st. li. " irizril bi- b Zeilen ro Ir. InserlionSpreisei Lia- Vergebliche Mühe. Aus Prag geht der sonst jeder unverbürgten Sensationsnachricht behutsam aus dem Wege gehenden „Presse" eine Nachricht zu, welche sür den Fall ihrer Bestätigung nur die tatsächliche Erfüllung jener Folgerungen wäre, welche das „Laibacher Tagblatt" an die ersten ofsiciösen Mittheilungen über die Bildung eines Coalitions-systems knüpfte. Damals haben wir gesagt, dass ein Coalitionsministerium nur dann lebensfähig sei, wenn einmal die gemeinsame Basis geschaffen sei, auf welcher sich die verschiedenen im Ministerium vertretenen Parteien die Hand reichen können. Um eine solche Basis zu schaffen, genügt es aber nicht, das Schlagwort „Versöhnung" oder „Förderung des allgemeinen Wohles" im Munde zu führen, und haben auch die Erfahrungen der letzten Zeit zur Genüge dargethan, dass es zwischen Verfassungsgegnern und Verfassungsfreunden ebenso wenig ein Compromiss geben kann, wie zwischen dem Liberalismus und der feudal - clericalen Reaction. Wir haben das schon vor Jahresfrist behauptet und dabei die Anschauung ausgesprochen, dass diejenigen Mitglieder der Verfassungspartei, welche sich der Coalitionsidee im Sinne Taaffes dienstbar machen wollen, in kürzester Zeit entweder die Ueberzeugung von der Undurchführbarkeit der Coalitionspläne bei gleichzeitigem Fortbestand der principiellen politischen Gegensätze gewinnen und demzufolge aus dem Cabinete austreten werden, wenn sie es nicht anders vorziehen, den Besitz der Macht mit dem Opfer ihrer politischen Vergangenheit zu bezahlen, Wirklich ist auch die Ministcrkrisis seit dem Tage vorhanden, an welchem Graf Taaffe sich als Protector der Rechten im Abgeordnetenhause proclamierte. Stremayr hat den engeren Anschluss an Taaffe mit dem Verluste des letzten Anh.inges gebüsst, welchen er in der Verfassungspartei besaß, und wenn es auch dem Grafen Taaffe gelang, die Minister Horst und Korb noch im Verbände der Regierung zu erhalten, so weiß doch jedermann, dass diese gewiss nicht unversöhnlichen Männer keinen sehnlicheren Wunsch hegen, als sich von einem Amte losmacken zu können, dessen Besitz als eine dauernde Gefahr für den Ruf ihrer politischen UeberzeugungStreue bezeichnet werden kann. Denn heute sind ja doch die Namen der verfassungstreuen Mitglieder des Cabinets Taaffe kaum mehr als der Deckmantel, hinter welchem die gegen den verfassungstreuen Liberalismus und die fortschrittlichen Errungenschaften der letzten Jahrzehnte sich richtenden reactionären Pläne Taaffes ihrer Verwirklichung näher gebracht werden können, ohne dass die Verfassungspartei diesbezüglich zum Argwohn angeregt würde. Leider sind die Bundesgenossen des Coalitionsmimsteriums und znm Theile letzteres selbst bei der Vorbereitung des politischen Umschwungs so ungeschickt zu Werke gegangen, dass die Verfassungspartei mit Blindheit geschlagen sein müsste, wenn sie nicht den Abgrund merkte, auf welchen Graf Taaffe und die Seinen lossteuern. Sie ist daher zur Regierung in offenen Widerspruch getreten, und die natürliche Folge davon war, dass die früher zur Verfassungspartei gezählten Mitglieder des Cabinets sich in einem Ministerium ganz unbehaglich fühlen mussten, gegen welches sich die eigene Partei in heftigster Opposition befindet. Graf Taaffe ist kein Mann zarterer Regungen und hätte auch gewiss die allerdings von ihrer eigenen Partei schon ganz oder zum Theil aufgegebenen verfassungs-freundlichen Mitglieder seines Cabinets ohne Thräne aus demselben scheiden sehen, wenn er nicht wegen eines entsprechenden Ersatzes in Verlegenheit wäre. Was zur Zeit möglich war, als Graf Taaffe das erstemal die Werbetrommel für das Coalitionssystem ertönen ließ, ist heute nicht gut durchführbar. Heute lässt sich niemand mehr von ofsiciösen Paukenschlägen täuschen; man weiß, dass die Regierung Taaffes, trotz aller Versöh- nungsphrasen, eben nur einen Krieg gegen den Liberalismus bedeutet, und dass heute der'Eintritt eines verfassungstreuen Parlamentariers in das Coalitionscabinet weit strenger beurtheilt werden müsste, als beim ersten Auftauchen des Coali-tionsgedankens. Es ist daher sehr leicht begreiflich, dass, wie der „Presse" aus Prag telegraphiert wird, die Verhandlungen Taaffes behufs Gewinnung eines verfassungstreuen Ersatzes für die demnächst austretenden Minister Horst, Korb und Stremayr insofern vergeblich bleiben mussten, als eben kein Mitglied der Verfassungspartei ein Portefeuille aus den Händen Taaffes mit einem Ueberzeugungsbruche bezahlen will. Da nun aber der Schöpfer der neuen Aera das Coalitionssystem wenigstens nach außen hin aufrechtzuerhalten ollen Anlass hat, so wird der „Presse" zufolge geschehen, was wir schon vor Monaten als die letzte Metamorphose des Coalitionscabinets bezeichnet haben. Gras Taaffe wird zu einem Beamleu-ministerium greifen müffen, welchem man vielleicht durch die Einbeziehung mehrerer unter dem verfassungstreuen Regiment« verfassungstreuer, jetzt aber unter Taaffe'scher Regierungsflagge segelnder Staatsdiener eine Coalitionsetikette aufznkleben sucht. Aber täuschen wird man sich dadurch nicht lassen. Im Gegentheil wird nach dem Austritte des Landesvertheidigungsministers der letzte Grund wegfallen, welcher die Verfassungspartei noch hinderte, dem ganzen Coalitionssystem den Krieg um die Existenz anzukündigen. Die Berliner Conferenz. Ueber die in Berlin am Diplomatenrische herrschende Stimmung geht der „N. fr. Pr." von ihrem Specialberichterstatter folgende Meldung zu: Man mag in Wien von officiöser Seite noch so eifrig beflissen sein, österreichische Sympathien für die griechischen Prätensionen zu proclamieren — es ist dennoch gewiss, dass das Wiener Ca- Jeuilleton. Bertha. Eine musikalische Weihnachtsgeschichtc. Von H. A u c g g. (Fortsetzung.) Am Vortage des Christfestes wurde die Generalprobe der Messe in der St. Paulskirche abgehalten und fiel so glänzend aus, dass alle Mitwirkenden auf Alfred zukamen, um ihn zu beglückwünschen und ihm die herrlichsten Erfolge versprachen. Alfred dankte allen kurz und freundlich und wandte sich dann rasch gegen Bertha, welche die vielen Sopransoli sehr schön gesungen hatte, und ergriff ihre beiden Hände mit den Worten: „Nicht wahr, mein Fräulein, ich darf Ihren Namen auf mein Werk setzen? Diese Widmung ist das Einzige, was ich Ihnen in dankbarer Erinnerung an Ihre Mühe bieten kann." „Eine solche Widmung ist eine große Auszeichnung," antwortete Bertha freundlich, indem sie langsam ihre Hände zurückzog; „aber Sie müssen nicht von meiner Mühe sprechen; das Mitwirken an diesem schönen Werke konnte doch nur eine Freude für mich sein. Sagen Sie mir lieber, wie Ihnen zumuthe ist; ob Sie diese Stunde nicht unendlich glücklich und stolz macht?" „Gewiss, sehr glücklich." sagte Alsred leise, und fast wie zu sich selbst gesprochen fügte er hinzu: „Ueber viel Schmerz und Erdenelend hilft ein solcher Moment hinweg, aber nicht über alles." Da schwieg Bertha und gieng heim. Zu Hause angekommen, bat sie ihren Vater, ihr wieder zu erlauben, einiger Weihnachtsbesorgungen wegen ohne Begleitung ausgehen zu dürfen. Der General gestattete dies nämlich nur an diesem einzigen Tage im Jahre, weil er wusste, dass Bertha einige arme Familien beschenkte und hiebei ungern beobachtet wurde. Gerne ertheilte er wieder diese feierliche väterliche Erlaubnis, sagte aber Plötzlich, als er sein Töchterlein betrachtete: „Höre, Kind, ich glaube, dass dich diese vielen Musikübungen doch zu sehr ermüden; du bist immer auffallend bleich, wenn du von den Proben nach Hause kommst." „O, sei unbesorgt, Väterchen," antwortete Bertha rasch, „die Proben sind jetzt zu Ende, jetzt kommen noch die beiden großen Aufführungen und dann ist alles auS." Dies wäre vielleicht sehr beruhigend gewesen für den zärtlichen Vater, wenn er nicht die brennende Röthe bemerkt hätte, welche plötzlich das Antlitz des jungen Mädchens bedeckte. Der gute General war sonst kein scharfer Menschenkenner, aber hier half ihm doch die Vater-liebe etwas nach, und er dachte bei sich: „Wer weiß, ob da nicht etwas anderes dahintersteckt und ob nicht am Ende ein Zusammenhang besteht zwischen den fleißigen Proben und dem Gefiedel, was hier oben die halbe Nacht zu hören ist; ins nächste Concert gehe ich doch mit; für sein einziges Kind muss man Sorgfalt haben!" Von all' dem Gedachten sagte er aber nichts, sondern küsste seine Tochter aus die Stirne und empfahl ihr, den Christbaumabend für die Verwandten wieder recht schön und freundlich zu gestalten, wie sie dies seit mehreren Jahren gethan. Und so konnte Bertha ungestört mit verschiedenen kleinen Päckchen ein- und ausgehen nnd in binet den hellenischen Forderungen zwar nicht feindselig entgegentritt, dass es aber auch nicht gewillt ist, die nachbarlichen Rücksichten gegen die Türkei den Aspirationen Athens unterzuordnen. Ja, es ist seit der Ueberreichung des mitgetheilten griechischen Memoires wahrscheinlich geworden, dass man selbst von englischer und französischer Seite Wert darauf legt, sich mit den griechischen Ansprüchen so wenig wie möglich zu idenlificieren. Was die Austragung der Grenzregulierungsfrage selbst anbelangt, so werde Frankreich, von England und Italien unterstübt, zwar den Antrag stellen, dass Janina und Mekovon noch an Griechenland falle, aber die übrigen Mächte hätten diesbezüglich noch kein zustimmendes Votum abgegeben. Die Pforte hat inzwischen die Erklärung abgegeben, dass sie um des Friedens willen sich zwar eine europäische Vermittlung, aber keinen imperativen Schiedsspruch der Mächte gefallen lassen könne, wenn nicht anders die Türkei auf dem Congresse selbst Sitz und Gehör findet. Die „Kreuzzeitung", das einzige Berliner Blatt, welches die Conferenz eingehender berücksichtigt, hebt hervor, dass die Thätigkeit der Con-serenzmitglieder in eine officielle und eine vertrauliche zerfalle. Letztere Thätigkeit sei sehr wesentlich wegen der Einzelbesprechungen der Diplomaten untereinander und mit den griechischen und türkischen Delegierten. Die „Kreuzzeitung" zweifelt trotz der augenblicklichen Uebereinstimmung in der Griechenfrage an einer Confolidierung der westmächtlichen Entente. Frankreich sei, obwohl es jetzt die Sache der Griechen auf der Conferenz zu der seinigen mache, durch den Frankreich von englischer Seite dadurch bereiteten Echec verletzt, dass England ihm mit der Anregung der Con-fcrenz das Präveniere gespielt hätte. Vesterreich-Ungarn. Der clericale Abgeordnete P. Karlon hat seinen vorgestern im steiermärkischen Landtage eingebrachten Antrag betreffs Einführung der sechsjährigen Schulpflicht damit begründet, dass dafür 680 Petitionen mit 710,000 Unterschriften vorliegen. Der Landeshauptmann erklärte, er zweifle, ob der Landtag hiefür com« Petent sei, und befragte das Haus. Für die Com-pn:nz erhoben sich nur die Clericalen und Slo-venen, daher die Minorität. Der Gegenstand ist demnach abgethan. — Karlons Antrag auf Wieder, einführung des Eheconsenses wurde dem Gemeinde-ausschusse zur Vorberathung und Berichterstattung überwiesen. Die liberale Minorität des Salzburger Landtages hat ihre Sitze im Hause wieder eingenommen. . Frankreich. Vorgestern hat der Conseilspräsident de Freycinet der Kammer einen Gesetz- verschiedene kleine Stuben die einzige Weihnachtsfreude bringen, die den Bewohnern zutheil wurde, ehe sie daran gieng, den officiellen Christbaum in des Generals Salon zu schmücken. * * * Unser junger Compofiteur war nach der glücklich zu Ende gegangenen Generalprobe nach Hause gekommen; er hatte die verschiedenen Aufforderungen seiner Collegen, ein Glas Wein zu trinken, abgelehnt, und saß nun allein in seinem kühlen Stübchen. Er stand in vieler Beziehung am Ziele seiner Wünsche oder wenigstens an der Pforte einer besseren Zukunft, und doch lag auf seiner Seele ein schwerer Druck. Wenn auch der moralische Erfolg seines Werkes, der künstlerische, gesichert war, so war es damit doch nicht der materielle; es war ja noch gar nicht gewiss, dass er die Stelle an der Hofkapelle erhalten werde, dass er im großen Publicum zu einer Zeit durchdringen werde, welche für Kirchenmusik nur wenig Interesse hat. — Und wenn er so nicht durchdringen könnte, wenn er keine Beförderung fände, die seinem Talente entspräche, was entwurf betreffs Gewährung vollständiger Amnestie vorgelegt. In der Einleitung wird consta» tiert, dass sich seit Februar im Lande eine erhebliche Agitation zugunsten der Amnestie kundgegeben habe. Angesichts der im Lande herrschenden Ruhe und des Sieges der Legalität bei der Wahl in Lyon kann die Amnestie gefahrlos ausgesprochen werden. Die rückzuberufenden Männer werden in der Nähe weniger gefährlich sein, als in der Ferne. Die Regierung werde niemals mit Prin-cipien paktieren, die das Gewissen verdammt. Die Regierung appelliert auch an die Gnade und nicht an die Gerechtigkeit. Die Zustimmung der Kammer werde große Pflichten im Gefolge haben, allein die Autorität werde intact bleiben. Der Entwurf beantragt die Amnestie für alle in den Jahren 1870 und 1871 begangenen politischen Vergehen und Verbrechen, sowie für alle vom Jahre 1871 bis jetzt begangenee politischen und Pressvergehen und Verbrechen. Die Dringlichkeit des Gesetzentwurfes wurde sodann angenommen nnd derselbe den Bureaux zur Berathung für heute zugewiesen. Man berechnet, dass die Amnestie mit 330 Stimmen beschlossen wird und behauptet, dass auch der Senat die Amnestie genehmigen werde. Die neuesten Depeschen des französischen Gesandten im Vatican schildern die Stimmung des Papstes und des Cardinals Nina als sehr erregt wegen der französischen Kirchenpolitik." Inzwischen lassen auch die antirepublikanischen Parteien im Lande selbst keine Gelegenheit vorübergehen. um der Republik etwas am Zeuge zu flicken. Besonders muss die Ernennung Challe-mel-Lacours zum Botschafter in London der oppositionellen Presse Stoff liefern, um die Republik in der Person ihrer Vertrauensmänner durch Verbreitung erfundener oder übertriebener gehässiger Nachrichten in den Koth zu ziehen. So stellt die legitimistische „La France Nouvelle" folgende Genealogie des neuen Botschafters zusammen: An erster Stelle steht das Decret, welches Challemel-Lacour zum Botschafter ernennt. Dann folgt ein Capitel mit der Überschrift: „Der Botschafter", welches seine Verurtheilung durch den Appellhof zu Dijon vom 24. Jänner 1879 wegen Vergreifung an Personen und Eigenthum enthält. Auf den Sohn folgt „Der Vater". Es heißt darin: „Man liest im „Journal von Granville", 12. Mai 1838: Durch Urtheil des Handelsgerichts von Granville wird der Gewürzkrämer A. F. C. Challemel-Lacour fallit erklärt n. s. w. An den Vater schließt sich „Der Großvater und der Oheim": „Man liest im „Journal d'Alenxon", 14. Mai 1815: Durch Urtheil des Assisenhofes von Alen^on sind der Huissier A. F. Challemel-Lacour und der Kaufmann F. Challemel der Fäl- würde aus ihm werden? Würde er die moralische Kraft zu weiterem Schaffen und Streben auch finden? Wie wird sich sein äußeres Leben gestalten? Das Wenige, das er erspart, sandte er seiner Schwester, und was er zu einem Besuche bei derselben aufbewahrt hatte, fand er jetzt nöthig, den ärmeren Orchestermitgliedern zu geben, die zur Aufführung seiner Composition so willig mitgewirkt hatten. So war er denn allein und arm und fühlte es doppelt, dass er es war, da er durch die hell erleuchteten Gassen, an den reichen Schanläden und an den vielen sich drängenden Menschen vorübergegangen war, die noch eilends die letzten Einkäufe zur Christbaumfeier gemacht hatten. Und als sich der junge Musiker dann selbst schmähte, dass cs die materiellen Sorgen waren, die ihn in dieser Stnnde darniederbeugten, da trat ihm die große Wahrheit vor die Seele, dass es ja die größte, heiligste Poesie sei, welche all' diesen materiellen Sorgen und Gedanken zugrunde liege; da gestand er es sich selbst, dass es ja die Liebe zu jenem Mädchen sei, die all' sein Denken und Empfinden ausmache. schung überführt und der Erstere zu 20 Jahren, der Zweite zu 10 Jahren Zwangsarbeit und znr Brandmarkung mit den Buchstaben r. l?. (Iravaux ^oress, Zwangsarbeit) verurtheilt worden. Nicht zufrieden damit, zieht die „France Nouvelle« noch den Urgroßvater aus dem.Grabe. Derselbe muss im vorigen Jahrhundert gelebt und mit seinen beiden Söhnen das Gut eines Grundbesitzers R. du Mesnil in greulicher Weise verwüstet haben. Vermischtes. — Ein Ehe Hindernis. Die Frage, ob ein katholischer Priester, nachdem er die katholische Kirche verlassen und sich confessionslos erklärt, eine Ehe eingehen kann, ist schon wiederholt für Juristen ein Streitpunkt gewesen und von hervorragenden Fachmännern wie von Behörden nicht immer in gleichem, von den letzteren meist in negativem Sinne entschieden worden. Jetzt drängt diese Frage wieder zur Entscheidung, da ein Mann, der seiner socialen Stellung nach eine bevorzugte Stellung einnimmt, von diesem Conflicte bedroht ist. Professor Brentano, Lehrer an der Wiener Universität, hat nach Erklärung des Unfehlbarkeitsdogmas sein Priester-kleid abgelegt und sich confessionslos erklärt, was ihm in seiner Stellung als Professor weiter kein Hindernis bereitete. Nun aber hat sich Professor Brentano mit einem Mädchen aus einer der ge-achtetsten Familien Wiens verlobt und, um die Ehe mit ihr einzugehen, muss er erst erfahren, ob ihm ein Dispens werden wird, denn nach dem bürgerlichen Gesetzbuche ist das Gelübde der Ehelosigkeit von Seite eines katholischen Geistlichen ein fortdauerndes Ehehindernis. Sollten Magistrat, Statthalterei und endlich Ministerium im negativen Sinne entscheiden, dann bliebe Professor Brentano wohl nichts anderes übrig, als hier sein Lehramt niederzulegen und ins Ausland zu gehen. — Missverständnis mit tragischem Ende. In Kladno beabsichtigte der Ortsgeistliche vor einigen Tagen eine Reise anzutreten, und verständigte davon den Ortswachmann, damit er in seiner Abwesenheit sein Haus bewache. D"r Geistliche verschob aber die Reise, ohne davon dem Wachmann Kenntnis zu geben. Dieser sah an dem Abende, an dem der Geistliche abwesend sein wollte. Licht in dessen Wohnung und vermnthete, dass sich dort Diebe eingeschlichen. Er schlich sich daher vorsichtig an das Haus, doch kaum hatte er es erreicht, so kracht ein Schuss aus demselben und streckte ihn nieder. Der Geistliche hatte die hervorschleichende Gestalt für einen Dieb gehalten. Der Wachmann ist infolge der Verwundung gestorben. Er hinterlässt eine Witwe und drei Kinder. Für sie, für Bertha wollte er reich und berühmt und geehrt dastehen, sie wollte er besitzen, oder alle Musik der Welt hätte keinen Ton mehr für ihn. H- * * Still und kalt und dunkel war es in dem Stübchen, und das Hanpt auf die Arme gedrückt, saß der junge Mann an seinem Tische und seine Brust bebte in dem großen, schönen Schmerze einer jungen Liebe; da zog es leise an der Klingel seiner Thüre, wie die Bettler zu ziehen pflegen, die sich fürchten, Lärm zu machen, und doch gehört werd?n möchten. Alfred richtete sich langsam auf. und so wenig er geneigt gewesen wäre, in dieser Stunde einen Besuch zu empfangen, bestimmte ihn doch der Gedanke. es könnte ein Bettler geläutet haben, seine Thüre zu öffnen. Da strahlte ihm ein Helles Licht entgegen» und an der Schwelle seiner Thüre stand ein kleines, geschmücktes und hell erleuchtetes Christbäumchen. Alfred eilte nicht die Stiege hinab, um nach dem Ueberbringer zu forschen; er stand athemloS — Forstadjunct und Wilderer. Im fürstlich Khevenhüller'schen Forstrevier Bulina bei Beneschau in Böhmen traf diesertage ein Forstadjunct mit einem Wilderer zusammen, von dem er kurzweg in den Bauch geschossen wurde. Alle seine Kräfte zusammenrafsend, feuerte der schwerverwundete Forstadjunct noch beide Läufe seines Gewehres auf den Mörder, der in den Kopf getroffen todt niedersank. Der Adjunct brach darauf zusammen und verschied hilflos im Wald. — Eisenbahnunglück. Aus London telegraphiert man: Man hört von einem entsetzlichen Unglück auf der Localbahn. Ein Güterzug passierte in der letzten Nacht die Brücke über den Fluss Wye zwischen Hay und Brecon, als die Brücke einstürzte. Der ganze Zug stürzte ins Wasser, Führer und Heizer wurden getödtet. Einige Stunden früher hatte ein Zug, der mit Ausflüglern gefüllt war, die Brücke passiert. Local- und Provinzial-Angelegenheiten. — (Aus dem Landtage. — III. Sitzung. Schluss.) Namens des Finanzausschusses referiert Dr. Voönjcik über das Gesuch des Paul Skale an der Thierarzneischule in Wien, und wird demselben für das Jahr 1880 ein Betrag von 100 fl. bewilliget. Dem Uiiterstützungsvereine slavischer Hochschüler in Graz werden 100 fl. und der Thierarzneischule in Laibach sür die Jahre 1880 und 1881 je 100 fl. votiert. Dr. v. Vesteneck referiert über das Gesuch der landschaftl. Osficialswitwe Ursula Zanoßkar, und erhält dieselbe eine Gnadengabe von 120 fl. für weitere drei Jahre. Dr. Ritter v. Savinfcheg erstattet Bericht über die Petition des prov. Aufsehers der Landeszwangarbeitsanstalt Franz Baic, und wird demselben eine Gnadengabe monatlicher 5 fl. für drei Jahre zuerkannt. Der krankheitshalber dienstunfähige Aufseher der Zwangsarbeitsanstalt Franz Saiz erhält eine Abfertigung von 388 fl. Das Gesuch der Aufseher der Zwangsarbeitsanstalt um Erhöhung ihrer Bezüge wird abgewiesen. Dr. Schaffer referiert über das Gesuch dreier Maler und beantragt: dem Ludwig Grilc 100 fl. für den Fall zu bewilligen, als er als Frequentant in die Akademie der bildenden Künste in Wien eintritt, dem August Schlegel in Venedig und dem Ferdinand Vesel in Wien 50 fl. zu bewilligen. (Wird angenommen.) Weiters referiert Dr. Schaffer über die Petitionen der Schubführer Altmann, Schifrer, von Novak, Millek und Eppich um die definitive Anstellung in ihrem Dienste. Die Petition wird abgewiesen, jedoch mit dem Zusatz-antrage des Bürgermeisters Laschan: dem Landes-ausschusse sei gestattet, von Fall zu Fall, wo wirkliche Rücksicht genommen werden kann, an alt gediente und dienstuntaugliche Schubsührer Versor- still und schaute auf das kleine bunte Bäumchen und auf die brennenden Wachslichter, und die schönste Melodie, die je auf Erden gehört worden war, zog dnrch seine Seele. Er »ahm das Bäumchen, trug es in seine Stube, stellte es auf seinen Tisch und sah der Lichterchen Brennen zu bis auf den letzten Rest. Da war es auf einmal nicht mehr kalt und nicht mehr dunkel in seinem Zimmer und in seinem Herzen, da war er nicht mehr allein, da war auch für ihn Weihnachten gekommen. — Als das letzte Kerzchen zu verlöschen drohte, da litt es ihn nicht mehr in der Stube, es erfasste >hn der Wunsch, auch anderen mitzutheilen von seiner Freude; er löste schnell einiges Zuckerwerk von dem Bäumchen ab und eilte damit hinauf zu dem lahmen Söhnchen der armen Witwe. Leise trat er in die Dachstube der armen Leute und wurde gar nicht bemerkt, denn die ganze Familie stand um den Tisch herum in der Mitte des Zimmers, auf welchem ein beleuchteter Christbaum und verschiedene Geschenke, Esswaren und Kleidungs-stücke, aufgestellt waren. Bertha stand mitten in der gungsbeträge im Gnadenwege bis zur Eröffnung der nächsten Landtagssession zu gewähren. Namens des Verwaltungsausschusses referiert Abg. Potocnik über das Gesuch der Gemeinde Smirje um eine Unterstützung behufs Herstelluug einer Brücke. Die Petition wird in dem Sinne erledigt, dass der Landesausschuss beauftragt wird, die nöthigen Erhebungen vorzunehmen, um dann einen entsprechenden Betrag aus dem Landesfonde zu bewilligen. Der Gemeinde Osiuniz werden 500 fl. und der Gemeinde Verbovo 75 fl behufs Brückenherstelluugen votiert. Abgeordneter Ledenig befürwortete diese Petitionen. Der Gemeinde Ratschach in Unterkrain wird ein 15proc., jener von Gnrkfeld und Großlaschiz eine 19proc. und der von Jdria eine 25proc. Umlage für Straßenbauzwecke bewilligt. Abgeordneter Detela referiert über die Petitionen der Gemeinde Suchor um eine Unterstützung aus dem Landesfonde als Entschädigung für Viehseuchkosten und beantragt, einen Betrag von 60 fl. zu votieren. Abgeordneter Klun wünscht den Betrag von 90 fl. 95 kr. Dr. Bleiweis unterstützt diesen Antrag, während Abgeordneter Deschmann sich gegen diesen erhöhten Betrag ausspricht, nachdem dies die Saumseligkeit und Fahrlässigkeit der Gemeinde unterstützen hieße. Nach-dem^noch Dr. Bleiweis und Potocnik den Klun'schen Antrag unterstützt und Dr. Ritter v. Vesteneck vor Ueberbürdnngen von Gemeinden warnt, wird auf. Antrag des Abgeordneten Luckmann die Debatte geschloffen. Der Klnn'sche Antrag fällt bei der Abstimmung und der Antrag des Verwaltungsausschusses wird angenommen. Abgeordneter Baron Tauf-serer referiert über das Gesuch des Bezirksstraßen-ansschusses von Laas um Verwandlung ihrer Be-zirksstraße in eine Landesstraße oder aber um die Bemautung dieser Straße. Der Verwaltuugs-ausschuss beantragt, das Gesuch dem Laudesausschusse abzutreten. Abgeordneter Luckmann erklärt sich als Gegner der Mauten und beantragt die sofortige Abweisung des Gesuches. Abgeordneter Pakiz wünscht die Notierung von 1000 Gulden für fünf Bezirksstraßenausschüsse. Bei der Abstimmung werden die Anträge Luckmanns und KlunS abgewiesen und jener des Verwaltungsausschusses angenommen. Abg. Ritter v. Gariboldi referiert über das Gesuch der Gemeinde Vrabce um Genehmigung der Erhebung einer Kriegsprästationsforderung im Betrage von 127 fl. 98 kr. behufs Zahlung rückständiger landesfürstlicher Steuern. Nachdem der Herr Referent in eingehendster Weise die Erledigung des Gesuches motivierte, wird der Gewährung der Petition Folge gegeben. Abg. Deschmann reseriert über das Gesuch des Lehrers Mathias Raut aus Prem behufs Gewährung einer Subvention zu Obstbaumzuchtzwecken und beantragt, dieses Gesuch befür-wortend dem Landesschulrathe abzutreten. Nachdem noch Abg. Robic diesen Antrag unterstützt, wird der- Gruppe und theilte den Kindern ihre Gaben aus. — Alfred konnte es Wagen, einige Augenblicke zu verweilen, um sich die Gruppe zu besehen, oder eigentlich, um Bertha zu betrachten, denn niemand hatte Zeit, sich umzuwenden, so sehr beschäftigte sie alle der Christbaum. Alfred legte seine kleine süße Spende auf das Bettchen seines Lieblings und gieng wieder ebenso ungesehen, als er gekommen war. O, er hatte dieses Bildes nicht bedurft, um zu wissen, wer die Weihnachtsfreude in seine Stube gebracht; er hatte es wohl gewusst, dass dies die Antwort auf seine Widmung sei; — ein Künstler-grnss und ein Liebeswort —; und doch kehrte er jetzt mit einer neuen Freude in sein Zimmer zurück. Oben, bei der Witwe, da hatte er die Armen-'spende gesehen, da waren warme Kleider und Kuchen und Nahrungsmittel geschenkt worden; ihm aber war nur das Licht gesandt worden, nicht der Arme, sondern der Einsame war bedacht worden, und nur so konnte sich der Sinn des Mädchens kundgeben, das er kannte in seiner ganzen Seelenschönheit. (Schluss folgt.) selbe angenommen. Der letzte Punkt der Tagesordnung wird ans die nächste Sitzung angesetzt und die Sitzung um halb 2 Uhr geschlossen. (Vierte Sitzung vom 21. Juni.) Vorsitzender: Landeshauptmann Dr. R. v. Kaltenegger. Am Re» gierungstische befinden sich der Herr Landespräsident Winkler und Regierungsrath Hotschewar. Anwesend 34 Abgeordnete. Nach Verlesung des Protokolls der letzten Sitzung legt Herr Landespräfident Winkler einen Gesetzentwurf, betreffend die Ergreifung von Maßregeln zum Schutze der Fischerei in Krain, vor. Die Gemeinde Slavina petitioniert um Abschreibung eines Beitrags an den Landessond. Die Petition wird dem Finanzausschüsse zur Berichterstattung zugewiesen. Die Berichte des Finanzausschusses über die Voranschläge des TheaterfondS für die Jahre 1880 und 1881 werden nach der Fassung der vom Abgeordneten Deschmann als Berichterstatter vorgetragenen Ausfchussanträge ohne Debatte erledigt. Darnach wird daS Präliminare des Theatersondes pro 1880 in dem Erfordernis mit 3422 fl. und jenes für 1881 mit 3422 fl. und den entsprechenden Deckungen in gleicher Höhe festgesetzt und der Rechnungsabschluss für 1878 zur genehmigenden Kenntnis genommen. Ueber den Bericht des Finanzausschusses, betreffs des Voranschlages des Normalschulsoudes für 1880 referiert Abg. Dr. R. v. Schrey. Die Positionen I bis VI des Berichtes werden ohne Debatte genehmigt, ebenso der zur Rubrik VII (Neubauten) gestellte Antrag des Barons v. Apsaltrern, welcher das vom Landesausschusse geübte Recht der Sub-ventionsvertheilung für Schulneubauten in Zukunft nur innerhalb des Rahmens der vom Landtage zu diesem Zwecke eingestellten Budgetposten geübt wissen will. Zu Alinea 6 der Rubrik VIII (Verschiedene Ausgaben) stellt Abg. Dr. R. v. Vesteneck betreffs der zur Bestreitung für Religionslehrer-Remune-rationen eröffneten Credite per 700 fl. einen Abänderungsantrag unter Festhaltung des vom LandeS-ausschusse eingenommenen Standpunktes, dass der Normalschulsond zur Remuneration der ReligionS-lehrer nicht verpflichtet sei, und einer darauf bezüglichen Rechtsverwahrung. Abg. Gras Thnrn empfiehlt den Z isatzantrag zur Annahme, ebenso die Abgeordneten Dr. Deu, Klun und der Regierungsvertreter, während der Abg. Dr. Schaffer unter Berufung auf die Motive der Ausschussmajorität gegen die Abänderung der Ausschussanträge zu stimmen erklärt. (Schluss des Berichtes in der nächsten Nummer.) — (Rohe Späße.) Bekanntlich gibt eS in der nächsten Nähe der krainischen Landeshauptstadt Ortschaften, durch welche zu fahren keine Annehmlichkeit bietet. Diese Thatsache musste in der Nacht vom Samstag auf Sonntag auch ein hiesiger, viel beschäftigter Arzt erproben, als er. von einem Insassen aus St. Veit um seine ärztliche Hilfeleistung am Krankenbette einer Bäuerin angegangen, den von der Partei beigestellten Leiterwagen bestieg, um sofort seiner Berufspflicht zu genügen. Als sie nämlich durch Oberschischka fuhren, versuchten einige übermüthige und wahrscheinlich zu Ehren des Sonntags vollgetrunkene Burschen, den Wagen aufzuhalten, und einer von ihnen wurde nur durch einen vom Kutscher mit dem Peitschenstiel geführten derben Hieb auf die Hand verhindert, den Arzt vom Wagen herabzureißen. Wäre es nicht der Geistlichkeit zu empfehlen, durch Belehrung auf die Beseitigung derartiger Roheiten hinzuwirken, welche unter Umständen ein Ende nehmen können, für welches der Schwurgerichtssaal und die Kerkerzelle die einzig gerechte Fortsetzung bilden? — (Zörners Musikkapelle,) welche sich gestern vormittags in der Sternallee producierte, gibt durch ihre Leistungen einen ersreulichen Beweis dafür, dass es ihrem Leiter ernst mit dem Bestreben ist, für Laibach eine gute, billigen An-sprüchen vollauf genügende Stadtmusik zu schaffen. Hoffentlich finden diese Bemühungen auch die ge-bürende Anerkennung und wird der Bewohnerschaft von Laibach der Vorwurf erspart werden, dass sie nicht imstande oder nicht gewillt ist, einem für das gesellige Leben höchst dankenswerten Unternehmen die nöthige Unterstützung zu gewähren. * * * Aus Knittelfeld in Steiermark wird der „Tagespost" vom 16. Juni geschrieben: Die Späße, welche auf dem Lande bei dem in den Samstagsnächten üblichen „Gaffeln" von den „Gasselbuben" verübt werden, sind meist derber Natur. In der letzten Samstagsnacht übertrafen jedoch im „Gaaler Graben" die Leistungen der „Gasselbuben" — Bauernsöhne und Dienstknechte — alles bisher Dagewesene. Es sei nur erwähnt, dass die von Gaal nach Jn-gering führende Bezirksstraße mit Brettern und Stämmen verbarricadiert wurde. Es gelingt in den feltensten Fällen, die Thäter zu entdecken. — In der vorigen Woche sind in den Kohlenmeilern der Umgebung zwei Unglücksfälle vorgekommen. Ein Köhler, welcher auf das „Werk" gestiegen war, brach mit einem Fuße ein und zog sich arge Brandwunden zu. Ebenso ergieng es einem schwachsinnigen Knaben, der auf ein ebenfalls noch in Thätigkeit befindliches „Werk" gestiegen war, um fick die Füße zu erwärmen. In jeder Hinsicht empfehlenswerte Bücher. Die bestbekannte Verlagsfirma A. KartkelZen in Wien re. bietet unseren Lesern durch die Beilage zur heutigen Nummer ein Verzeichnis guter populärer Literatur aus allen Zweigen des Wissens, der Technologie, Land- und Hauswirtschaft u. s. w. Es ist 'in der That ein beredtes Zeugnis für das unermüdliche Bestreben jener Verlagshandlung, auf vielen Gebieten der Literatur nur Gutes und Nützliches zu schaffen, welches aus den Zeilen des über 300 Artikel enthaltenden Katalogs heraus-leuchtet, obwohl derselbe nur einen kleinen Theil des Hart-leben'schen Verlages umfasst. Indem wir unsere Leser hierdurch noch speciell zur Beachtung und Aufbewahrung dieses reichhaltigen Verzeichnisses einladen, welches sür alle ordentlichen Fälle des Lebens, des Handels, der Industrie u. s. w. gute literarische Behelfe bietet, hoffen wir, dass das Streben des Hartleben'schen Verlages eine thatkräftige Unterstützung durch die Kauflust des Publicums findet. Witterung. Laibach, 21. Juni. Schöner Morgen, dann zunehmende Bewölkung, gegen Mittag serner Donner, Regen, schwacher Ost. Wärme: morgens 7 Uhr -s- 14 0°, nachmittags 2 Uhr 16 4° 6. (1879 24 4°, 1878 -j- 16 2" 6.) Barometer im Steigen, 728 04 Millimeter. Das vorgestrige Tagesmittel der Warme 19 0", das gestrige 20'0°, beziehungsweise um 0 5° und 1'4° über dem Normale. Angekommene Fremde ani 20 Juni. Hotel Stadt Wie». Bajardi, k. k. Rechnungsrevident. — Daub, Färber, Rosenberg, De Gregorio, Geiringer und Freund, Kaufleute: Langraf, Wien. — Herz, Kausm., Kassel. — Aischberg, Kausm., Nürnberg. — Rischbieter mit Frau, Dessau. — Mikeska, Wachszieher, Krakau. — Obreza, Milauc und Pogaknik, Zirkniz. Hotel Elephant. Gruden, k. k. Steuereinnehmer, Oberkrain. — Baron Lazarini, Ingenieur, Graz. — Bruckner, Wien. — v. Hajnal, Ministerial-Jngenieur, Fiume. — Bastolz, Mailand. Hotel Europa. Rakosch sammt Frau, Wien. — Weiß, Handelsmann, Kratekko. Kaiser von Oesterreich. Mercssee, Turnan. Mohre». Scholz, Privat, Triest. — Harald, Handschuhmacher, Pola. Lebensmittel-Preise in Laibach am 19. Juni. Weizen 10 fl. 40 kr., Korn 7 fl. 31 kr., Gerste 5 fl. 51 kr., Hafer 3 fl. 90 tr., Buchweizen 5 fl. 70 kr., Hirse 5 fl. 70 kr., Kukuruz 6 fl. 34 kr. per Hektoliter; Erdäpfel 3 fl. 93 kr. per IM Kilogramm ; Fisolen 9 fl. — kr. per Hektoliter; Rindschmalz 78 kr., Schweinfett 74 kr., Speck, frischer 68 kr., geselchter 70 kr., Butter 70 kr. per Kilogramm; Eier 1°/, kr. per Stück; Milch 8 kr. per Liter; Rindfleisch 56 kr., Kalbfleisch 50 tr., Schweinfleisch 64 tr., Schöpsenfleisch 36 kr. per Kilogramm; Heu 1 fl. 95 kr., Stroh 1 fl. 78 kr. per 100 Kilogramm; hartes Holz 6 fl. 20 kr., weiches Holz 5 fl. — kr. per vier C.-Meter; Wein, rother 20 fl., weißer 16 fl. per 100 Liter. Gedenktafel über die am 24. Juni 1880 stattfindenden Lici-tationen. 3. Feilb., DaniS'fche Real., Michelstetten, BG. Krain-bnrg. — 1. Feilb., Groznik'fche Real., Selo, BG. Sittich. — 2. Feilb., Kramar'fche Real., Dob, BG. Sittich. — 3. Feilb., Ponikvar'fche Real., Zeravnice, BG. Loitsch. — 3. Feilb., Grebene'sche Real., Zirkniz, BG. Loitsch. — 2. Feilb., Avigelj'sche Real., Niederdorf, BG. Loitsch. 2. Feilb., UrZii'sche Real., Unterseedors, BG. Loitsch. 2. Feilb., Zalaznik'sche Real., Kirchdorf, BG. Loitsch. 2. Feilb., Kane'sche Real., Rakek, BG. Loitsch. — Feilb., Znpan^iS'sche Real., Maledule, BG. Sittich. — Feilb, Paternost'sche Real., Bösenberg, BG. Laas. — Feilb, Osaben'sche Real,. Grahovo. BG. Loitsch. — Feilb., Tnri'sche Real., Gorike, BG. Krainburg. — Feilb., Sire'sche Real., Unterduplach, BG. Nenmarktl. I. Feilb., Ravse'sche Real., Lipsein, BG. Laas. --Feilb., Majerle'sche Real., Obergurk, BG. Sittich. Wiener Börse vom 19. Juni. Alt,«Mt,«« Illlä. Papierrenle .... Silberreme .... «Soldreme........... StaatSlose, 1854. . , 1860. . , 1860 zu 100 fl. , 1864. . Gruaäeatlaftuag»- Vbligatioae». Halizien............ Siebenbürgen . . . lemeser Lanat . . Ungarn ............. 73-80! 73 90 74 30 74 40 89 30^ 89 40 122 50 123 -133 — 133 25 133 50^134— 175 — 175 25 97 80 94 50 93 50 9525 Haäer« öst üng. Prämienanleben Wiener Anlehen . . . Hetiea v. Laak«». Lredi^anstalt s.H.u.G. dtanonalbank. . . 112 25 112 50 114 50 114 75 121 70 121 90 284 — 830 — Aeti<« v. Traa»psrt Nater««ömavAea. Ülföld-Bahn........ Donau-Dampfschiff. Llisabeth-Westbahn HerdinandS-Nordb. Hranz.Ioseph.Bahn «Saliz. Karl-Ludwigb. Lemoera - Lzernowly blovd-Geiellschaft . 98 20 95— 94 — 95 75 284 25 831 Nordweöbabn . . . Rudolf-Bahn . . . Staatsbahn .... Südbabn.......... Nng. Nordoftbahn . Pkaaäbriefe. Bodencreditanstalt in Gold.......... in österr. Währ. . Nationalbank.... Ungar. Bodencredit- 116 50 101— 102 15 101 — HrioritSts-Oblig. Elisabethbahn, i.Lm. Ferd.-Nordb. i. Silber Franz-Ioseph-Bahn. Galiz.K-Ludwigb.l.E. Oest. Nordwest-Bahn Siebenbürger Bahn Staatsbahn 1. Em. Südbahn L 3 Proc. L5 „ . Prioatkose. 158 50 159 — 578 — 579 LV0-— 196 25 2500 2505 ,69 75 170 — 275 25 275 50 168 75 169 -689 - 690 - Creditlose Nudolslose Devisen. London .... Gekäsoetea. Ducaten............ 20 Franc- .... u>0 v. Reichsmark Silber............ Geld Ware 168 75 169 — 161 75 162— L82 L0 k82 75 83 25 83 50 149 — 149 50 98 25 104-50 100 20 104 75 100 50 84 60 174 -124-50 107-25 180 25 18 - l 1710 118 75 101-50 102 35 10125 98 75 105 — 100-40 105'— 100 75 84 70 174 50 124 75 107-50 180-75 18 25 117 20 5-53 5 54 9-32'/, 9 33 57 45 57-50 Telegraphischer Kursbericht am 21. Juni. Papier-Rente 73 85. — Silber-Rente 74 35. — Gold-Rente 89 40.— 1860er Staats-Anlehen 133 75. —Bank-aetien 830. — Creditactien 283-—. — London 117 10. — Silber — —. — K. k. Münzducaten 5 54. — 2S-Francs-Slücke 932'/,. — 100 Reichsmark 57 50. Verstorbene. Den 17. Juni. Antonia Trebelnik, Näherin, 24 I., Petersstraße Nr. 55, Tuberenlose. Den 20. Juni. Pater Benvenut (Kaspar) Crobath, Jnbilarpriester im Franciscanerconvent, Besitzer der goldenen Civil-Ehrenmedaille, 76 I., Marienplatz Nr. 5, Altersschwäche. — Maria Moro, Handelsmannswitwe, 44 I., Domplatz Nr. 20, Herzlähmuug. Vi^arten in hübscher Ausstattung empfehlen Bürgerliches Brauhaus in Pilsen. gegründet 1842. Hiemit beehren wir uns höflichst anzuzeigen, dass wir zur Bequemlichkeit unserer P. T. Herren Kunde» für Steiermark, Kärnten, Arain, Triest, Istrien und Kroazien ein KcrupLbepot in Krrccz errichtet und mit dessen Vertretung Herrn LsL.s-Z.L-n?-?-- in Graz, Annenstraße 35, betraut haben. Den Preis des Lagerbieres haben wir bis auf weiteres mit 13 fl. ö. W. per Hektoliter netto Kasse loco Brauhaus und zuzüglich Fracht und Steuer ab Depot festgesetzt. Uns recht zahlreiche Austräge erbittend, zeichnen mit Hochachtung KürgeiMes Krmcklms m Pilsen» gegrüiulet 1842. P. T. Auf Obiges höflichst Bezug uehmend, empfehle ich mich ergebenst zur Ausführung geneigter Aufträge aus Lieferung des weltberühmten Original Pilsener Bieres aus dem bürgerlichen Branhause in Pilsen» gegründet 1842, in Originalgebündcn und Flaschen. Flaschenbier in Kisten von 25 bis 5« Flaschen L 15 kr. und Glaseinsatz. Hochachtend (2is) 3-3 F. Schediwy, »WlllWl l!e8 Imgei-I. ki-sulmm in ki>8en. geMllel IM. HlniVersaLöiöNotHek für llie Jugenil. Bis jetzt erschienen: Nr. 1. Robinson Crusoe. Nach dem echten Robinson des Defoe bearbeitet von G. Mensch. Mit zwei Abbildungen ... 12 kr. Nr. 2 4. Robinson der Jüngere. Ein Lesebuch für Kinder von I. H. Campe. Mit vier Abbildungen...........36 - Nr. 5,6. Swift, Gullivers Reisen. Bearbeitet von Fr. Werner. Mit vier Abbildungen........................24 - Nr. 7/8. Luise Pichler, Des Dorfes Rose oder Aus schwerer Zeit. Erzählung sür die reifere Jugend. Mit drei Abbildungen 24 -Nr. 9/12. W. Haußs Märchen. Mit fünf Abbildungen .... 48 -Nr. 13/14. G. K. Pfeffel» Ausgewählte Fabeln uud Gedichte. Mit drei Abbildungen ...........................24 - Nr. 15. Ottilie Wildermnth, Kleine Geschichten. Mit zwei Abbildungen ............................................12 - Nr. 16/18. Cooper, Der rothe Freibeuter. Bearbeitet von E. Trautmann. Mit vier Abbildungen..........................36 -- Zahlreiche weitere Bändchen befinden sich in Vor- bereitung; sämmtliche Werke sind von bewährten Pädagogen und Jugendschriftstellern ansgewählt und bearbeitet. Die Ausstattung ist eine gediegene und geschmackvolle, der Preis derselben von einer bis jetzt nicht dagewesenen Billigkeit. Jg. v. Kleinmayr