MARBURGER ZEITUNG AMTLICHES ORGAN DES VarlBf aid Idutttltitnof Marburg •. A Dm. ladguM N. • Nfarali Ni IMt IMI. IMl Ab II Ubi (lAglicb •uB« Samii g) tat dta Schrtfllaltung aor auf Faniruf Nr tt-41 arraichbar. Unvarlangfc Zuachrlftaa vardas ilcnl rflckgaundt Bai almtlichen Anfragas lit daa Rflckporto *alxulagen. Poitacharkkonto Wlan Ni 54.SM. Gaachlfttitallan In ClUI. Marktplatr Nr 13, Faranif Nr 7, und *n Pattar Uagartorgaaaa Nr 2, Paniruf Nr W STEIRISCHEN HEIMATBUNDES Iracbatal «arkttgliii ti Morganiattuog. Baiugiprata (la voraa? lahlbar) monatllrb UM 2,10 amirbiießllch t9.i Rp' Poitzaituiigtgnbabri bat Uafatung In Stralfbaod nzflglich Portoi bei Abholen lo d«! Gesrhlftsstfillf RM 2,- AUralch dur^b Pott monatlich RM 2,10 (etDsr) IS.» Rpi Hoitialtungig^hQhr) und 36 Rpf Zu»iell gabflbr Blnxelnummer" wardan nur gegaa Voralntandung dai Plnialprai*e* «nd Her PortnAUsIntien Tiiqcsrndpi Nr. 257 - 83. Jahrfjang Marburfi-'DraUt Dienstag, .14. September 1943 Einzelpreis 10 Wie der Duce befreit wurde Telefongespräch des Führers mit Benito Mussolini - Auch die Familie des Duce befreit dnb Berlin, 13. September über die Umstände, unter denen die durch eine Sondermeldung am späten Sonntagabend und im Wehrmachtbericht Tom Montag bekannt gegebene Befreiung des Duce vorbereitet wurde und ■chlieBlich gelang, erfährt das Deutsche NachrichtMibUro di« folgenden Ein2el-heiten: Das Befreiungcunternebmen, das zu •inem to senMUon«Uem Erfolg geführt hat, iit von einem Sonderkommando dee SlcherheitsdienstM der und der Fall-•chirmtruppe unter größten Schwierig-kalten vorbereitet worden Die Regieruna Badoglio hat den Aufaothaitsort des Du e« durch außerordentliche Maßnahmen unter allen Uniatänden geheimzuhalten gesucht. Im Bestreben, jede Spur der Unterbringung de« Duce zu verwischen, wurde sein Aufenthalteort seit dem 25 Juli mehrmals gewechselt. Während der letzten 2^it wurde er alle zwei bis drei Tage in ein neue« Gefängnis, in Kasernen, auf Inseln und Kriegsschiffe ver-■cfaleppt. Zur Bewachung waren stete große militärische Verbände herangezogen, die ebenfnils regelmäßig wechselten. Die unmittelbare Bewachung stellte eine Abteilung Carabinieri, die den Befehl hatte, den Duce im Falle eines Be-freiungsversuches sofort zu ermorden. Erst in der letzten Zeit gelang es, die Spur der Verschleppung so genau fest zusteilen, daß nicht nui die frütieren Aufenthaltsorte, sondern auch 'die gegenwärtige Unterbringung des Duce ermittelt werden konnte. Zuletzt wurde mit Sicfierheit festgestellt, daß der Duce in ein vOIlig unzugängliches Bergmassiv verbracht wofden war und dort unter den schmählichsten Umständen und unter verstärkter Bewachung gefangenqe-halten wurde. Diese Gewißheit gab das Signal zum Start dps kühnen Unternehmen«, dessen Durchfühining von einem hervorragenden ff-Hauplsturmführer des Sicherheitsdienstes,' einem gebürtigen Ostmärker, geleitet wurde. Der Nordanschlag m issglückt Der Duce unverletzt — Das Gespräch mit dem Führer dnb Berlin, 13. September Wi* das Deutsche Nachrichtenbüro erfährt, hat der Duce sofort nach seiner Befreiimg telefonisch mit dem Führer gesprochen Es ist schwer, mit Worten den Gefühlen Ausdruck zu geben, die den Führer und den Duce bei diesem historischen Gespräch bewegten. Später hat sich der Duce zu seiner Familie begeben, die ebenfalls von einem Sonderkommando des Siciierheits-dienstes der ff aus der Internierung befreit worden war. In den Sonntagsblättern war noch die aus britisch-nordaniprikanischer Quelle stammende Meldunq verbreitol worden, Mussolini befinde sich in »sicherem Gewahrsam« und solle iuit italinnisrhem Boden voi Gericht qestelH werden. Dcis Verfahren sei bereits in allen Te ien festgelegt Der Duce ist trotz das an seine Bewarhunq von Badoglio erteilten Befehls, ihn bei einein Bofi eiunqsversuch zu ermorden, bei dem am Sonntag gemeldeten Unternehmen nicht verwundet worden. Beweis der »Aufrichiitfkcit ihrer Absichten" übersandte die Bado{flio-Rei!ierunf(, wie Reuter meldet, mit diesem zweiten Parlamentär den britischen General Garten d« Wiart, den man zu diesem Zweck aus der Gefan((cnsc)iaft entlassen hatte Mittlerweile traf der erste italienische General verabredunfjRfiemän mit der Antwort der Bado(ilio-Re{^ierun^ in S-'zilien ein. Die Antwort brsiand darin, daß die BadoiJlio-ReiiieruniJ bereit sein würde, den Wünschen der Alliierten nachzukommen. Die Vorgeschichte des Verrats Schon Im August nahm Badoglio „Fühlung'' Die Verhandlungen mit den Briten in Lissabon — Englischer General aus italienischer Gefangenschaft als »Beweis der Auffichtigkeit« entlassen dnb Stockholm, 13. September Wie der diplomatische Korrespondent dar Reuter-Agentur meldet, unterrichtete Badoglio bereits Mitte August die britische Retfierung davon, daß «er bereit sei, •ioh mit den Alliierten zu vereinen, sobald diese in Italien landeten.« Diese verrlterische Erklärung Badoglios fährte dann lum Abschluß des Waffenstillstandes. Im einzelnen berichtete Reuter über die geheimen Besprechunden, die dem Waffenstillstand vorausf2in){en, u.a, foltfendes! Lissabon war die Szene des Hauptaktes des Dramas Die Hauptdarsteller <"aren der britische Botachafter' Sir Ronald H Campbell und ein italienischer General. dessen Name noch geheimiiehatten wird In der ersten Woche des Monats August traten italienische Diplomaten auf Anordnung Badoglios an die britischen Vertreter in zwei neutralen Ländern heran. Sie wurden unterrichtet, daß die alliierten Regierungen nur die bedingunjislose Kapitulation anerkennen könnten. Mitte August stellte sich ein weiterer Italienischer General mit einem Betflaubi-gungssehreiben Marschall Badotflios beim Britischen Botschafter in Madrid Sir Samuel Hoare vor, und am folgenden Tage beim britischen Botschafter in Lissabon Sir Ronald Campbell Der General erkllrte, er sei von Marschall Badoglio ermächtigt, au erklären, daB bei einer Landung der Alliierten in Italien die italienische Re^ieruntf bereit sei, sich mit ihnen gefion Deutschland zu vereinen Diese Mitteilung wurde an die briti- sche Regierung weitergeleitet, die ihrerseits ■olort die USA-Regierung unterrichtete. Die britische und die amerikanische Regierung beschlossen, die italienische Regierung durch den italienischen General voll (Ten Bedingungen zu unterrichten, unter denen sie bereit wären, die Feind-seliiikeiten gegen Italien einzustellen. Zuerst müsse Italien bedingungslos kapitulieren und danach diejenigen Bedingungen annehmen, deren Auferlegung die Alliierten beschließen würden Höhergestellte Offiziere aus dem Hauptquartier General Eisenhowers begaben sich nach Lissabon und unterrichteten den italienischen Generat von diesen Bedingungen in einer Konlerenz. bei der der britische Botschafter den Vorsitz führte und der amerikanische Geschäftsträger zugegen war. Der italienische General, der ohne Befragung seiner Regierung keine Antwort erteilen konnte, kehrte darauf mit den inzwischen bekanntgegebenen Bedingungen nach Rom zurück. Man erklärte dem Beauftragten, es bleibe den Italienern überlassen durch ihr Betragen die Haltung der Alliierten bei der Anwendung dieser Bedingungen zu beeinflussen. Der italienischen Verrlterclique dauerten die Verhandlungen ihres Abgesandten zu lange, wie aus den weiteren Ausführungen des Reuter-Büros hervorgeht Darum sandte Badoftlio, der inzwischen die deutschen Verbündeten immer aufs neue von seiner »Treue« zu überzeugen suchte, noch einen zweiten italienischen General, dessen Nflmen Reuter ebenfalls nicht nannte, nach Lissabon. Als PK KrloquhpHrhter Sprlnq'ti'inp (RrhMll Hel(t<^ntat eines »Neuen« Bei den schweren Abwehikämpfen im Süden dei Osttront eiledigle be» seinem ersten Feindeinsatz diesur lunge Grenadier im Natiki^mp) zwei Sowit?tpanzer. Für seine mutige Tal wuide et mit dem Eisernen Kreu? 2 Klasse ausgezeichnet und zum Gefreiten ernannt Em Sendet iirlaub war die we'tere ßplohnung tüi den tapferen Soldaten, der von seinen Käme raden, wie unsei Rtlrt zp'nt hpqlilrk- wünscht wtrd Stimmung systematisch ab Statt dessen posten« sogar fest daß man in der USA-werden immer mehr Äußerungen laut, in Presse Italien in gewisser Hinsirh» dls denen Bedenken zum Ausdruck kommen eine Fehlrechnunq bezeichnet Vor allen Dte Fehlrechnung Die unmöglich gemachte AusHeferung — Was der Feind sa^t (Drahtmelduogen das Genfer d n b-V e r t r e t e r i Die Entwicklung det Braignisaa in t Unterhaussitzung rechnet ledenfälls gibt Italien und die tollkühne Befreiung Mut- ' mau ihm schon jetzt zu verbtehen. dnß solinis durch deutsche Fallschirmtruppen , er bei seiner Rückkeiii kaum -ils Trium-und Männer des Sicherheitsdienstes und phatot begrüßt werden würde der Waffen-ff haben erheblich öl auf Auch io Newyork und Washington die hochgehenden Wogen det Freude in sieht man die Dinqe in Italien letzt we England und den Vereinigten Staaten sentlich nüchterner an Die »New Ynrk gegossen Die nnitliche anglo-amerikan'- i Herald Tribüne* stellt nach einet .viel-Es sei ihr aber unmö(^Iich, den Waffen- ' sehe Agitation baut die optimistische J dung in der Stockholmer Zeitnng »Dags-stillstand vor der alliierten Landung in Italien bekanntzugeben Dem italienischen General wurde erklärt, die Alliierten könnten sich auf keine Änderung des Abkommens einlassen, worauf er nach Rom zurückkehrte, um seine Regierung zu konsultieren Eine end<*filti(!e Antwort wurde innerhalb von 24 Stunden gefordert. Am darauffolgenden Tage wurde im Hauptquartier General Fi^rnhowers die Botschaft übermittelt, daß die Badoglio-Regierung die Bedingungen ani^crommen habe und daß ihr Vertreter zurückkehren werde, um den Waffenstillstand zu unterzeichnen. Tatsächlich wurde, so stellt Reuter abschließend fest, der Waffenstillstand in Anwesenheit General Eisenhowers und General Alexanders von General Bedel Smith, dem persönlichen Generalstabschef Eisenhowers, und von General Castellano, der Marschall Badoglios Generalstabschef sein soll, unterzeichnet. Das Datum war der 3. September, ' Das Badoglio^Heer besteht nicht mehr Über 500 000 Italiener bereits entwaffnet — Die gesamte Ostküste der Adria in deutscher Hand — 58 Feindpanzer bei Salerno vernichtet dnb Führarhauptquartier, 13. September Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: In Noworo&sijsk wurden durch den konzentrischen Angriff von Truopentei-len de« Heeres und Landverbänden der Kriegsmarine weitere Teile des gelandeten Feindes vernichtet. Die Sowjets erlitten hohe blutige Verluste. Mehrere hundert Gefangene wurden eingebracht. Im Süd- und Mittelabschnitt der Ostfront hält das erbitterte Rinnen an. Durch Gegenangriffe an zahlreichen Stellen wurden vorübergehende Erfolge der Sowjets zunichte gemacht. Im Raum von Salerno schreitet ein •igener Angriff im nördlichen Kampfabschnitt fort. Der Feind wurde nach heftigen Abwehrkämpfen auf die Stadt und den Küstenstreifen zurückn'^wn'fen Süd-Östlich Salerno versuchte der Feind seinen Landekopf zu erweitern und die Höhenstellui.« Östlich der Küstenniede rung zu durchbrechen. Die Kämpfe sind noch im Gange. Hierbei brachte eine Panzerdivision bis zum 11 September 2fi Offiziere und HOO Mann als Gefangene ein, vernichtete 58 meist schwere Panzer und erbeutete zahlreiche schwere und leichte Waffen. Deutsche Kampf- und Schlachtfluqzeuge versenkten Im Golf von Salerno zwei große Handelsschiffe und ein Torpedoboot, beschädigten meh- rere Kriegs- und Handalsschiffa zum Teil schwer und erzielten Bombenvoll-trelfer inmitten der Ausladungen. Schnellboote versenkten einen Truppen-traniportei von 10 000 brt. Im Seegebiet von Korsika und Elba vernichteten schnelle deutsche Kampfflugzeuge einen feindlichen Zerstörer, Fahrzeuge eines deutschen Geleits drei italienische Schnellboote, di« das Geleit anzugreifen versuchten. Die Entwaffnung des italienischen Ba-doglio-Heeres ist im wesentlichen abgeschlossen Die Zahl der entwaffneten Soldaten hat eine halbe Million überschritten. Sowohl In Italien als auch in Südfrankralch und auf dem Balkan erklärten in den letzten Tagen immer zahlreichere Truppenteila des Italienischen Heeres und besonders Verbände der faschistischen Miliz ihre Bereitschaft zur Fortsetzung des Kampfes auf deutscher Seite Sie wurden zum Teil bereits für Sicherungsaufgaben wieder eingesetzt. Hierbei schlugen sie zusammen mit deutschen Truppen in Nordostitalien Überfälle von Banden ah. Die gesamte Ostküste des Adrlatlschen Meeres mit dem Kriegshafen Pola befindet sich nunmehr In deutscher Hand. Auch Im Abschnitt Mentone—Genua stehen Überall deutsche Truppen an der Küste des Liqurischen Meeres. Nachdem bereits vor aiaigen Tagen gegen starken Widerstand italienischer Badoglio-Truppen der befestigte Mont-Canis-Tunnel in schwunqvollem Angriff genommen wurde, besetzten deutsche Truppen am 11. September abends Fort und Hospiz auf dem Kleinen St. Bernhard. Wie durch Sondermeldunq bekanntge und Sorgen darüber, wie wohl das italienische Äbenteuei weiter verlaufen mag. Eselstritt« Die Verrätercligue um Badoglio aber muß höten, wie man beim Feind über ihre schmachvolle Kapitulation denkt. Der Spiecher des Londoner Nachrichtendienstes, Montqomery, hat sie schonungslos bloßgestellt, als er in der Nacht zum Montag in einer Sendung betonte, daß der erste italienische Vorschlag an den britischen Botschafter Campbell, Italien wolle gemeinsame Sache mit den Anglo-Amerikanern machen, »ein« große Unverschämtheit gewesen sei die sich nicht mehr überbieten lasse«. Diese Erfahrung werde hoffentlich, so meinte «r, mit dazu beitragen, die Begeisterung derer einzudämmen, die bereit waren, Italien als den neuesten Verbündeten der AlH'erten zu begrüßen Die Italiener erleben damit, wa« alle Verräter erfahren müssen, daß man sie als ehrlose Kreaturen betrachtet und dementsprechend behandelt Badoglio hat also das Italienische Volk einem Chaos preisqeaehen, sich selbst aber die tiefste Vprechtunq selbst jener Kreise zuqeznqen mit denen er über die bedin-qunqslnse Kapitulation verhandelt hat In e'ner anderen Londoner Sendung wurde es als flhertriehen bezeichnet, wenn man In Fnqland etwa Italien al« »neuen KflmnfT>artner der Demokratie« ansehen wolle Schock beim Feinde Die Besetzung Roms durch deutsche geben, führten deutsche Fallschirmtrup- Truppen hat wie sich die Züricher »Tat« pen und Männer des Sicherheitsdienstes aus London melden läßt in englischen und der Waffen-ff eine Unternehmung Kreisen_ einen Schock hervorgerufen zur Befreiung de« von den Badoglio-Anhäoqem In Gefangenschaft qehaltenen Duce durch Der Handstreich isb gelungen Der Duce befindet sich in Freiheit, Die von der Badoqllo-Reqlerung vereinbarte Auslleferunq an die Anolo-Amerl-kaner Ist damit vereitelt. Wenn Churchill etwa erwartet hatte, daß er nach seiner Rückkehr aus Washington angesichts der Italienischen Ereionisse mit Jubel begrüßt werden würde, so 'st die Stimmunq In London zur Zeit so, rtafi man mit einer scharfen Kritik an Churchill In der nächsten Schlachtschiff „Roma" versenkt dnb Berlin, 13. September Wie der Wehrmachtbericht vom 10. September meldete, griffen deutsche Kampf- und Torpedoflugzeuge am 9 September einen Verband italienischer Kriegeschiffe an, der zum Feind überzugehen versuchte. Bei diesem Angriff wurden mehrere Kriegsschiffe, darunter ein Schlachtschiff, versenkt. Wie jetzt bekannt wird, handelt es sich um das 35 000 Tonnen große Schlachtschiff »Ro- ma«, das erst 1940 vom Stapel gelaufen war. Die »Roma« war das neueste Schlachtschiff der italienischen Marine Ihre Bestückung mit drei 38,1-cm-Drillingslür-men, zwölf t5,2-cm-Ge5chUtzen und zahlreichen Schnellfeuerwaffen sowie ihre Geschwindigkeit von 30 Seemeilen in der Stunde machte «ie darüber hinflus 7U einem dei modernsten Schlachtschiffe der Welt. Dingen ist den Amerikanern unboh-iqlich bei dem Gedanken, daß sie nun auch jjoch die Versorqunq der von ihnen be setzten Italienischen Gebiete auf dem Halse hatien Seihst die Hoffnunqen die man auf ein" Zusammenarbeit mit den Sowjets im Mittelmeer qesetrt hatte beurteilt man letzt skeptisch Es werde, wie «Daqens Nvheter* aus Newynrk berichtet «nnedeutet, daR dpt Fortschritt In dieser Beziehunq nicht so qroP sf>i, wie man vor einiqen Taqen inqpnnm-men habe Viktor Fmanuel schUpliirh der sich durch den Badnolin-V^rr«» d*e Rettunq des KÄnlqsthrrines vprspfflch muß sich von dem bekannten amerikaischen Journalisten Lionman auf sein merkwürdiges Verhalten während d»»T letzten dreifliq lahre aufmerksam machen lassen. Lippman meint deshalb, es wilre unsinnig wenn man Italien 'n das analo-amerlkanlsche Lager tlbem^bme dessen König »so oft seine Stelliinq aewerhselt« habe. Der kühne deutsche Handstreich zur Befreiung Mussolinis hat die anqlo-ame-rikanischen Agitatoren nun vollkommen aus dem Konzept qebrarbt W^nn sie auch krampfhaft versuchen Mussolinis Befreiung als belanqlos hinzustellen so mußte doch Reuter "leich iiarh Bekanntwerden der Meldunq daP sie »fraqlos eine der qewaqtesten und sensationellsten Heldentaten des Krieqes« sei Deutliches Bedauern übrt die Durch kreuzung der enqllsch-amerikanischpn Pläne spricht aus dem olelrbp» Reiitei-bericht, wenn festqestellt w'rd daß die Auslleferunq des Duce der bereits Rn-doqlio . I mmt habe nun nnmfialich gemacht worden sei. Die Kommentare der Londoner Mon-taqspresse fallen durch Ihren warnondm Ton auf D'e Zeitunnen bemühen s1'"b dem Optimismus einen OJimpfer aufzii setzen Gedämpfter Optimismus »Daily Telegraph* qibt an, daü dif Anglo-Amerikaner kem^sweqs alles er halten hätten, was 'bp"'i d'e W "onstill-standsbedinniinqen sicherstellen sollten. Um das zu rrolchen, würde t h-irte Kampfe notwend q sein. Die Wochen, die man nach dem r^dl nis "ver- schwendet« habe, hätten den Doutschen Geleqenheit rieqeben, It.ilien in ein Schlachtfeld zu verwiiT^d^ln »Daily Sketch» schreibt, es zeiqe sich daß das Reich sich boreits in Italien fesfnPsptTt habe Fs sei don^^plt bodaii erllch, dif^ d'e seit Taorn In Kraft bo-findlichen Waffenstil Ist andsbediriqnnnen plötzlich bekanntgegebefi worden seien. f. Seite 2 * Nr, 257 * Dienstag, 14. September 1943 MARBURGER ZEITUNG ohne vorher die Chffi dar enqllKhen und der USA-Reqierunq in KenntAit au kelzen Die Bekanntgabe von Algier aus »ei ohne vorheriqe Befragunq London» erlolqt, was zur Folqe qehabt habe, daß London und Washington überrascht worden seien. »Kapitulation kein Auswege Die iTlmes« betont, et lel eehr wflhr-icheinlich, daß die kommenden Kämpfe schwieriger und härter sein würden aU alle jene Schlachten, die zum Fall Ita-lions führten. Das Beispiel Italien« zeiqe, daß eine Kdipitulation keinen Auiweq aus dem Kricq biete. Es qebe heute kein Entrinnen aus dem Zustand der Krlenführimq in die Neutralitftt. Selbst wrnn sie es wollten, kflnnten die Anqlo-Amorikaner den Italienern die Gültigkeit d'psiT Wahrheit nicht vorenthalten. ».News Chroniclp« führt aus, es sei nicht mehr in Badoglios Macht, d'e Durchführung des Waffenstillstandes zu erzv^innen Wenn die Waffenstlllstands-hpdinqufinen bezüglich der Freilassung df*r b''itti5chpn Krieasgefangenen, nicht erfüllt werden kannten, so werde das zwo'fpllos tausend« gefangener Engländer bitter enttäuschen. Wie rasch die Deutschen handeln Der »Dailv Wojker« schreibt unter der Ubeischrlft »Ciroße Schwierigkeiten in Italien«, die Lage der Anqlo-Amerl-kaner sei sowohl mültärisch wie politisch schwierig. Das Reich habe die besten Schlü5.selstellungen in Italien in den Htinden Die Befreiung Mussolinis sei wieder einmal ein schlagender Beweis, wie rasch die Deutschen bandeln könnten. Sie hÄtten es fertingebTacht, eine milltarlsrhe Katastrophe abzuwenden und gleichreltiq Norditalien fest In Ihre Hand zu hrmgen, Die Schnelligkeit und Fpst'nke't, mit der die Deutschen ihre Stüftn ausführten, bewiesen die StSrke der Natlonanozlalisten Die Ereignisse In Italien müßten all denen als emstp Warnung dienen, die sich rosigen Illusionen hingegeben hStten. Waffe und Gcgcnwaflc Dedonken gegen Terrorangrllfe dnb Stockholm, 13. September Uhver Stewart, einoi der bekanntesten Flug/eugsarhverstandiqen Enqlands, warnte, wie der englische Nachrichtendienst meldet, eindringlich vor einer blintlen Ubersrh^itzung der jetzigen Luft-angrifte auf deutsche Stadt« Viele Eng-lÄnder bildeten sich ein. so erklärte er, man kftnii»^ du'se Ltiftanqriffe unbegrenzt fortsrtrrn, »dber die Wechselfülle des Knogls sind sehi versch edenartiq und ön-lem sich in oft erstaunlicher und nicht vorauszusehender Art und Weise«. Weiter e klHrte Oliver Stewart, »für jede Waffe ist immer wieder eine Cie-genwaffp qefunden worden. Niemand bP7Wftlfelt die Geschicklichkeit der deuts'-bpn Techniker und Inqeni«uref. Es habe auch keinen Zweck, sich mit der Hoffnuno auf neue PnmbprverbÄnde Im .Fahre 1'144 zu trftsten, denn ei s«l mög'irh und viel wahrscheinlicher, daß dir bis dahin Mittel und Wege entrlrfkt hA'ten, um derartige Bomben-anf'rlffp »nwi-^tschaftlich ru machen. Britische Kohlensorgen dnb Gent, 13. September Die englische Kohlenerzeugung Ist tiotf aller Anstienqungen der Londoner Reg erung /ur Hebung der Kohlenförderung siiindig im Sinken begrillen. Au« Stjfloitlsh re, einein der wichtigsten KcihliMiorzinigMiigsbeieiche Enqlands, be-richlot eil»! »limyS'A, daß die Erzeugung vt-:l hinter (U'ii Mindestleistungsziffern, riif von den üohönlen angesetzt worden bind, zurutkbleibl und trotz Vermeh* runf) ri'T Belt gs. hdft die an sich schon geringen Föiderziffcrn des Vorjahres bei wriicin nif.ht mehr erreicht. UrL.siTf Kurzmeldungen (1/ (irollkreuz für Petrovicl. Unter-riftitsi.iin 'er Prtrovici wurde durch Vrilo b inci des 'ritflkreu/es vorn üeut-s'hon Agiler ausgezeichnet, das ihm diirrh di-n doutschoTi Gesandten überreicht wurde diii) L'l« faschistische Landesqruope in den Niederlanden gibt in einem Aufruf (in die in den Niederlanden wohnende ii Italiener ihre Nn.iqründung bekannt. dnb Wegen Feindhegünstigung hlnge-rl(hlet. Am ?. September sind dei 49 Jahre alte Erich Ferbandt und der 60-jährigp Richard Buchwald, beide Kellner, aus Königsberg und der 61 Jabre alte Kaufm'inn Eruh Ruchin aus Metz hingerichtet worden, die der Volksgerichtshof wccjen Wehrkraftzersetzung und Feindhecfimstiqung zum Tode verurteilt halte Ferbandt und Buchwald htibon dui! h ungewöhnlich zersetzende Aui'^orungen in einer Gastwirtschaft, Ru-clrn duich dnfailistische Äußerungen gegr-niibei Geschciflsbnkannten die Kempfmoral der Heimatfront zu untergraben versucht. dnb Groflfpuer In schwedischem Htlt-lenwerk. Bei einer Brandkatastrophe In der Goldschmied-Mütte In Llndesberq wurde Knhle Im Worte von 1,5 Millionen Kronen vernichtet. Da« Feuer brach In der grolVn Lagerhalle aus und griff auch bald auf die draußen gelagerten Kohlenmenqen über. Auch Militär mußte b«M den Lftsch-(ir'ipiten einnrsetzt werden. Die er"!!? Relnernte In Dalmatien. In Dalm^tlen hat man In diesem .fahr an der Mündung der Ner^lwa In die Adrla die ersten größeren Relsanbnuversuche nntpmommpn. Drii'k u Vrrlng Marburqst Vvriaq« a Drmkaral "Irß m h U ~ Vprlrtqprl 'l'!" 'c MMfii irq « li Orm R«rlgnit# fl 7iii t(ii Aftycitjpn dit* PfMUtmle Nr J »om in April Audlflll aet liel^riinq nuti«'« h» hAhcr«! Ipwalt IIIPI ()ll«r)i an! POi ktflhljng d»i Battigf gpldpi Rommel ist da Der Generalfeldmarschall bei seinen Truppen In Ober-Itallen Von K r i c • b e ri c h 11 r Erich Rotier (PK) — Rommel Ut da. Wie ein Lauffeuer hat CS sieh bei den deutschen Soldaten in dem kleinen italienischen Wfl-stenort herumgesprochen. Und alle die, die auftcnblickllch keinen Dienst haben, eilen herbei, um den Generalfeldmar* schall, uro ihren Generalfeldmarschall zu sehen Wer die Gesichter der Landser sieht, der alten Kampferprobten au« dem Osten, neben den ({anz Junten, den frisch Aus|(ebildeten, der kann darin Stolz und die Freude lesen, die sie darüber empfinden, unter dem Oberbefehl von Marschall Rommel in Ober-Italien zu stehen. Sie wissen: jeden Ta^ kann der Feind auch an dieser Stelle des italienischen Festlandes einen Landungsversuch unternehmen. Er wird dieses Unternehmen gründlich vorbereiten und wieder starke Kräfte einsetzen. Sie wissen aber auch, daß der Feind auf eine starke und ebenso gründlich vorbereitete deutsche Abwehr stoßen wird und daß ihm die Divisionen Rommels, ausgcrflstct mit den modernsten Waffen, «inati erbitterten Kamof liefern werden. Vor dem Gefechtsstand einer deutschen Division ist die Wache angetreten. Der Marschall nimmt die Meldung des Wachhabenden entgegen Das Antlitx des wieder geeundeten Marschalls ist von einer dunklen Briun« Aberzogen. Im Halsausschnitt der Uniform glitzern die Brillanten am Ritterkreui, der hfichsten deutschen Tapferkcitsauszeichnung. In der Rechten den Marschallstab, besteigt er seinen Wagen, der ihn In rascher Fahrt cum nichsten Divisionsabichnitt bringt Der Reisend«, der im Frieden diese Straße befihrt, hilt sicher alle fSnf Kilometer an, um die reizvollen Ausblicke auf das Meer zu genießen. Aber dazu ist fetzt keine Zeit. Es gibt Wichtigeres zu tun, als die einzigartige Schönheit der italienischen Landschaft lange Zell zu bewundern. So kann man die roten Blüten der Oleander-Bäume, die Oliven- und Pinienhaine auf den Abhingen der Ap» penin-Ausläufer und die Palmenalleen, die zeitweilig längs der Straße auftauchen, nur mit flüchtigem Blick streifen. Aber die kräuselnden Wellen des Mittelmeeres, am Ufer grünlich, einen Kilometer weiter im tiefsten Kobaltblau schimmernd, begleiten uns bis zur großen Hafenstadt, iu deren unmittelbarer Nähe der Divisionsjjefechtsstand liegt. Vereinzelte Soldaten, die an der Straße stehend den Marschall erkennen, reißen sich zusammen zu einer zackigen Ehrenbezeugung. Im Divisionsgefcchtsstand wird der Marschall vom Korpsgeneral und dem Divisionskominandcur erwartet. Kurze Begrüßung. AnschlieflcnJ eine längere Lagebesprechung. Die Sonne steht jetzt fast in einem Winkel von 90 Grad über uns. Die Gulaschkanone dampft. Es ist Mittag. Der Feldmartchall läßt sich mit den Generalen und den übrigen Offizit-ren an einem Tisch im Freien nieder. Es gibt Erbsensuppe und als Nachtisch einen Pfirsich, Während der Unterhaltung in der kurzen Mittatjspnuse klingt aus dem Munde des Marschalls ein leichter schwäbischer Akzent zu un.i herüber Auch jetzt dreht sich da« GesnrSch um dienstliche Angelegenheiten Dann gibt der Marschall da« Zeichen zum Aufbruch, Nach wenigen Minuten Fahrt hilt ar am ftingang einer Schlucht in der ein Bataillon seine Stellung? hpzo^Jen hat. Per Kommandeur, ein vcrh.'ilfnismäßig junger Hauptmann, erstattet Meldung und beantwortet dorn Marschall verschiedene Fragen Alle Vorbereitungen sind getroffen, um dem Feind bei einen Angriff mit entsprechender Feuerkraft zu begegnen. Der Morschall interessiert sich für jede Einzelheit, geht bis zum Ende der Schlucht und spricht mit eirzolnen Männern des Bataillons Aus den wenigen Worten, die er ist immer wieder die Sorge um seine Soldaten zu köreni »Was wnird« baut« fOr Vcrpflatfunj auitfaga* ben?« Habsn Sie genügend Stroh?« und dabei bleibt der Marschall vor einem Zelt stehen, in dessen Innerem fein säuDerlich die Decken ausgelegt sind, auf denen die Soldaten nachts schlafen. Ein besonderes Kapitel ist die Wasserfrag«. Sic ist nicht überalt so leicht zu lösen wie hier, wo an einer Quelle die Wasserbehälter aufgestellt sind, um das Bataillon mit dem wichtigen Element versorgen lu können. Bei sengender Hitze — bekanntlich brennt die Sonne in Italien am Nachmittag wesentlich stärker als um die Mittagsstunde — geht die Fahrt weiter entlang der Küste. In einem Badeort hat ein Marschbataillon unter schattigen Palmen Rast ijemacht. Viele Männer haben noch ihre Badehose ao, da sie eben den kühlenden Fluten nach dem anstrengenden Marsch entstiegen sind. Der Marschall fragt den Bataillonskommandeuri »Wieviel Marschkrsnke haben Sie?« »Kein«, Herr FeldmarschalU Der Plan eines wohldurchdachten Ver-teldirtungssystems entsteht vor ufi«, als der Marschflll hinter dem Tunnel, der durch das kahle Vorgebirge führt, das auf einer Landzunge weit in das Meer hlnein-sprlntJt, den Wagen erneut verj^öt. um mit den Generalen vor der aufgeschlagenen Karte noch einmal di« Lage zu besprechen. Ein« Landung des Feindes Ist hier ohnehin sehr schv/ierig. da die Küste oft kilometerlang steil In das Meer abffillt Aber trotzdem sind all«? Maßnahmen für den Ernstfall getroffen. Und während der Glutball der untergehenden Sonne mit seinen letzten Strahlen die schlanken Zypressen auf den Bergrücken der Apen-ninen in rotgoldeneg licht taucht, rollt der Wagen des Marschalls auf dem Rchwarzcn schmalcn Band der Küsten-straße ins Slandouartier. Am nächsten Mor«fen «teht Marschall Rommel vor dem Gefechtsstand einer Aufkllrungsabteilung. »Welche Aufgab« habtn Sie?« Der energisehe Hauptmann, mit d«m Ritterkreuz ausgez«iclm«t, der Boch vor kurzem «In Bataillon b«i Lenin» grad führt«, antwortet mit wenigen Sätzen. »Und wie wollen Si« dies« Aufgabe lös«ii7« Ad Hand d«r Kartenskizze entrollt der Hauptmann einen sorgf<ig aus- fearb«iteteo Plan. Hart und metallisch lingen seine Worte durch das Akazien-wftldchvD, in dem sich der Abteilungt-gefechtsstand befindet. Noch liegt ein« friedlich« Stille über diesem Raum, noch können die Landser während der dienstfreien Zeit in dem kleinen Fluß, der sich durch die Weingärten mit den saftigen grün«n und blauen Trauben schlängelt, ihr Bad nehmen, noch stehen die Pak- und Infanteriegeschütze, deren Münder die grauen Schutzhüllen verschließen, gut getarnt und schweigend in ihren Stellungen. Es ist die Ruhe vor dem Sturm, der eine« Tatjes losbrechen wird, wenn der Gegner mit seinen Panzern, seinen Flugzeugen, seiner großen Kriegsmaschine auftaucht Das eine ist gewiß, daß er auf eine eiserne Verteidigung dieses Raumes, um mit den Worten des Marschalls zu sprechen, durch die deutschen Kräfte rechnen kann Eine Tatsache, die uns noch stärker zum Bewußtsein kommt, als der Marschall wenig später am weißen Strand des Mittelmeeres steht, während die schäumenden Wellen im ewi<»en Rhythmus an das Ufer klatschen und In Gegenwart des Korps(icnerals neue Dispositionen trifft, die für die Vereidigung des viele Kilometer langen Küstcnstreifcns von eminenter Wichtigkeit sind. Von der Höhe, dl« der M.irschall nsob «incr nicht ganz ungefährlichen Fahrt auf den steiler Serpentinen, di« an schroffen Abgrflnden vorbeiführen, erreicht hat, genießt man einen groRartigen Bl'ck auf das vor uns liegende Meer. Aber d«r Marschall steht auch hier nicht um des Vergnügfns willen. Von diesem Punkt ■US üherprü'» pr nochmals «eine Berechnungen und Maßnahmen. Mit dem Feldstecher sucht er di« gefährdeten Stellen an der Küste ab, vergleicht sie auf d«r Karte und erteilt weitere Befehle. AIIp Vorh-r^^tuntfen sind {«etroffen. um den ^<»'nd rfphflhrend zu cmnfan'^en Marschall Rommel und «eine Divisionen sind gerüstet. Geleifzugschlacht vor Neu-Guinea Erfolge japanischer Flieger in der Bucht von Morobe dnb Tokio, 13. September Eine erfolgreiche Geleitzuqschlacht wird vom kaiserlichen Hauptguartier gemeldet. Die Japanische Luftwaffe versenkt« dabei in der Bucht von Morobe südlich von Salamaua auf Neu-Guinea einen Seeschlepper und setzte einen großen Transporter, vier mittlere Transporter, «inen Seeschlepper und einen U-Boot-Jiger In Brand. — Der feindliche Geleltzug war im Be griff, Verstärkungen für die In Hope! gelandeten Amerikaner heranzubringen. * Das Kaiserlich Japanische Haupt-quartler berichtet über neue feindliche Aktionen im Bereich der Südostküsten der Halbinsel Neu-Guinea. Am 4. September eliul starke feindliche Kräfte etwa 35 km südöstlich von Lae bei dem Ort Hopoi auf Neu-Guinea gelandet. Verbände der japanischen Armee und Luftstreitkräfte griffen wirksam die amerikanischen Landungseinhelten an, die bereits vor der Landung schwere Verluste erlitten. Im japanischen Hauptquartier betrachtet man die Landung bei Lae als Beweis für die verstärkte feindliche Kriegführung Im Pazifik. — Gleichzeitig erkennt man japanischer-seits die feindliche Strategie, die vordersten Stellungen der Japaner von Port More&by im rückwärtigen Gebiet an der Nordküste der Halbinsel zu umgehen. Von Lae werden die US.-Ajnerikaner versuchen, nach Westen vorzudringen, um die japanischen Stützpunkte im Osten und Süden der Halbinsel abzuschneiden Die Landung zwischen Lae und dem etAva 50 km eüdöstlich gelegenen Salamaua führt jetzt zu sc±weren Kämpfen zwischen der Landungsflotte der Amerikaner und der japanischen Luftwaffe. Der Huan-Golf ist der Schauplatz der militärischen Auseinandersetzung. Bis jetzt hatte ee Japan verstanden, von Holländisch-Indlen aus durch die methodiache Besetzung der wichtigsten Inseln sich Immer näher an Nordwest-Australien heranzuschleben Nun haben die Amerikaner seit dem 30. Juni Operationen auf Neu-Guinea aufgenommen, um die drohende japanische Gefahr für den australischen Kontinent abzuwenden. ' Infolge der Unaufgeschlossenheit des weiten Urwaldgeblete« Ist hier der Einsatz der Luftwaffe zwar vordringlich, aber ebenso äußerst schwierig. Bisher war es den Japanern in dem wo'ten Operationsgebiet mit den zahlreichen ge- nntdfhftn HUON COLf Sitimatf» 4tspnQ wsay ertm füirukjF^^ Piietu rwiiKsbii%^^ßSi PIHMtM'WaMT zeit hat dazu geführt, daß zu allen Tageszeiten zahlreiche Menschen sich ge-wohnheitsgemäß in den Pausen in Kaffeehäusern aufhalten. Allabendlich füllen sich die Theater und Kinos Die erstklassigen Bühnen lind immer ausverkauft. Die Wiener w.nren bchon immer bcgeistcrle Theaterbesucher. Der wcltbcrühmje Prater steht noch, auch das Riesenrad dreht sich noch, wie einst, doch ist manche Vergnügungsstätte dort verschwunden. Aber viele fremd« Besucher erfreuen sich an Jem, was geblieben ist. Fast vier Jahr« Krieg driickta d«o M«n8ch«n den Stamp«! auf Niemand wird erwarten können, daß dies« Jahr« des Kampfes, der großen Anntr«ngungea. die Bevölkerung besonder« heiter stimmen Lebensform, Lebensstil sind anders geworden Kaum daß die Stadt die Segnungen der Rückkehr ins Reich im Mirz 193f< zu spüren vermochte, entbrannte das Völkerrihgen. Die Bevölkerung erkannte mit klarem Instinkt da« Gebot der Stunde. Mit den Kriegs fahren galt es auf immer weitere angenehfAe Lcbensgewohnhel-ten zu verzichten. Es verschwanden das obligat« Backhendl und der Gansl- schmaus, der Heurige wurde seltener Der hier «o beliebte Schisport mußte fast völlig eingeschränkt werden und viel« andere Annehmlichkeiten fielen dem Krieg zum Opfer Aber nicht in dem Verzicht auf diese Annehmlichkeiten zeigte sich die Größe der Wiener die Größe zeigte «ich in dem durch viele hohe Auszeichnungen anerkannten Heldenmut in den schweren Kämpfen an allen Fronten, sie zeigte sich in der unerschütterlichen Haltung der von Blutopfern heimgesuchten Familien, in dem nicht erlahmenden Einsatz der Arbeiter und Beamten, 1« den zahlreichen freiwilUtfen Leistungen und Spenden, dl« «ich ständig steigerten, sie zeigte «Ich In dem hervorragenden Arbeitseinsatz auch der Wiener Frauen und in so vielen Anforderungen des Krletüsalllags der nun einmal hart zu verspüren ist Die Wiener wissen «her auch, daß Ihnen heute anders geholfen wird, a|« in den bitteren Nottaifen de« ersten Weltkrieges Die Zeit, die Umstände haben auch sie hart gemacht. Sie kennen die Bcd»ntung des Fntscheidunrf«-kamofes, da« Vertrauen, da« sie bpsoelt, macht sie stark. Sch In Griechenland und Montenegro Italienische Truppenverbände auf deutscher Seite dnb Berlin, 13. September | Entwaffnungsaktion der italienischen Truppen reibungslos erfolgen. Mehrer« schützten Buchten und vorgelagerten Inseln gelungen, die gesamte Nord- und Südkuste der Halbinsel Neu-Guinea besetzt zu halten und Stützpunkte auszubauen, deren Bedeutung entsprechend der Flankenstellunq zur Seeverbindung USA.-Australien nicht übersehen werden darf. Die durch die japanische Besetzung erreichte Festigung der japanischen Position im Pazifik, vor allem in dem Ostasien und Australien vorgelagerten Ope-rationsgf'biet, faßt es daher verständlich erscheinen, daß die USA nunmehr bestrebt sind, die Ihnen In diesem Raum verbliebenen Resteteilungen zu verbessern und auszuweiten. Auf die Dauer wird aber den Amerikanern und Australiern kein entscheidender Erfolg beschieden sein da die japanische Flotte und Luftwaffe von ihren zahlreichen pazifischen Stützpunkten aus die feindlichen Verbindung«- und Nachschubwege beherrscht. ded Wien im totalen Krieg Wie man heute dort lebt und arbeitet Von unserem sch Wien, im September Wien, das vor Krieg:>beglnn fast zwei Millionen Einwohner iiatte, zeigt heute das typisch« Bild einer Stadt der Arbeit Im Kriege. Überall spürt man den steten Pulsschlag des totalen Arbeitseinsatzes Von vielen Wiener Familien sind Mann, Frau und Kinder In Arbeil, Bei den Sparkassen häufen sich die Guthaben, die den schwerarbeitendcn Volksgenossen nach dem Kriege zur Verfügung stehen werden Die großen Aufgaben, die Wien im Rahmen der Kriegswirtschaftsplanung gestellt sind, haben zur Beschäftigung auch zahlreicher ausländischer Arbeiter geführt. Dem Reichsgau Wien, für den Reichsleiter und Reichsstatthalter Baidur von Schirach die Verantwortung trägt, sind aus der kriegsbedingten Entwicklung Probleme erwachsen, deren Lösung den zuständigen Stellen nicht leicht gefallen ist Große Anstrengungen erfordert nach wie vor die Bewältigung des riesig gesteigerten Verkehr«. Da die Stadl ohne Untergrundbahn ist, vollzieht sich der Verkehr Mitarbeiter fast ausnahmslos auf dar Straßenhahn bzw. Stadtbahn und den Vorortbahnen. Die Verpflegung der großen Massen der Arbeitenden erfolgt weitgehend in Kantinen, so daß die an sich schon stark In Anspruch genommenen Gaststätten hiervon nicht nennenswert betroffen werden. Für Fremde, die «ich in Wien aufhalten müssen, ist es nicht einfach, in Hotels Unterkunft zu finden Manche große Hotels sind während des Krieges für andere Zwecke zur Verfügung gestellt worden. Die Kaufläden haben, wie überall im Reich, die kriegsbedingten Einschränkungen erfahren Wenn auch viele «chöne Auslagen unverkäuflich sind, so gibt es doch meist das, wa« man unbedingt braucht. Ohne viel Umstände findet sich die Be-v6l1..i Raum war mit emsigem FleiB alles zusammengetragen, was in den verganqenen Monaten in harter Arbeit errungen wurde. Da ist In erster Linie das Amt Volksr wohlfahrt mit seiner stolzen Bilanz über die Opferbereltschaft der Abstaler. Eine allerliebste Kinderecke zeigte ein Stück jener Tagesstitter In der die Kinder Abttalt unter liebevoller Aufsicht ihre Zelt verbringen Die Frauen konnten mit ibrem etatistischen Material beweisen, wlerlel Arbeitsstunden ale geleistet haben und zeigten mit ihren zur Schau ge-stallten Sachen, dafl sie es verstehen, da-b«i auch tatsächlich viel zu schaffen. Das Amt fflr daa Landvolk Migte eine Auf-•tellung (tt>er die wirtschaftliche Stmk-tmr der Ortsgruppe und über das stolze Irgebnla der Abliefeningen. In der ge-■chmackvotl ausgeatatteten Auaatellung der Deutschen Jugend zeigte man neben den schönen Werkarbelten die Siegerur» künden, als Beweis fflr straffe Ausrichtung der Abstaler Jugend. Dl« Wehrmannachaft brachte Bilder ▼om Einsatz und auch das Dorfbuch hatte Minen wflrdigen Rahmen gefundep. Gar mancher Abstalar, der darin blätterte vnd die Bilder aus dem Jahre 1918 sah, ballt« die Fäuste und gelobte sich, noch verbissene zu arbeiten und alles für den Sieg SU tun. Die Landwirtschaftliche Schau, die unter dem Motto »Bauern halfen slegenc auf dem großen Abstaler Dorfanger aufgestellt war bewies, was die Abstaler leisten können. Den Mittelpunkt des Interesses sm Nachmittag bildeten die Wehrmann-achaftswettkämpfe, die sehr gute Erfolge laitigten. Der Abend vereinte die Absta-l«r tu einer volkskulturellen Gemeinschaft, den die Laienspielgruppen, die Taasgruppea «nd dw MAnnerefaor würdig gestalteten. Am Sonntagmorgan beim Weckruf war bereits ganz Abstal auf den Beinen. Es hatte sich herumgesprochen, daO Gauleiter und Reichsstatthalter Dr Sig-fried Uiberreither persönlich die Überreichung der Fahne an den Ortsgruppen-fflhrer vornehmen werde. Es war eine Hebernde Erwortung in der Bevölkerung. Bundesführer Stelndl wohnte der Morgenfeier bei, die von dar Abstaler Jugend gestaltet wurde und deren Höhepunkt die Feierrede des Ortsgruppenfüh-rars war AnschlieBend fand eine Ehrung der gefallenen Abstaler 'n Heldenhain statt. Die größte Freude und Auszeichnung, D«r Gaulcittr in Abstal « • . dl« dl« Abstalar «rl«b«n konntan, war dar Besuch das Gauleiters. Nach der Meldung durch den Führer des Ehransturmes und der Abschreitung d«sselben besichtigte der Gauleiter die Ausstellung und begab sich anschließend zur Großkundgebung, bei d«r «r in den Abstal«m sprach. Dl« Db«rgabe der Pahna wurde nach elnar h1nr«lBenden Rede dea Gauleiters zum Schwur der Treue in Fflhrer und Reich, der auf immer in den Herten der Abstaler nachhallen wird. Nach dar Kundgebung vereinten sich die Abttaler tu einem stimmungsvollen Volks/est mit Musik und all den Schätzen und Genflssen, di« dl« Abstalar Prauan mit viel Liebe vorbereitet hatten und nun in den geachmflckten Ständen lugunsten des Krlege-WHW feilboten. Der Ortsgmppenteg wird allen Absts-lera lang in Erinnerung bleiben, denn es Wurde da nochmals das Gelöbnis er* neuert, tu sein was die Abstaler immer waren: treu, deutsch und wehrhaft. Gläubig blicken wir in die Zukunft Der Ehrentag der alten deutschen Trutzbur|{ Lorenzen Die alte deutsche'Trutzburg Lorenzen am Bachern feierte 11 und 12. September ihren Ortsgi uppentag und fand in der feierlichen Übergabe dei Fahne Dank und Anerkennung fflr den Weg der Treue, den Lorenien auch In der Zeit der Fremdherrschaft nicht verließ An diese Treue der d«utsch«n Trutzburg am Bachern knüpfte Bundesführer Steindl In seiner im Anschluß an den vom Orts-gruppenführar Kramberger erstatteten Leistungsbericht gehaltenen Ansprache an 'die Amtsträger der Ortsgruppen, de nen er zugleich in dieser geschichtlich bewegten Zeit den Dank und die Anerkennung des Gauleiters für die aufopfernde Tätigkeit aussprach, die sich hinter den Zahlen des Leistungsberichtes verbirgt Treue allein verbürgt einem Volke den ehrenvollen Plats in der Geschichte, während Untreue In das ehrlose ungeschichtliche Dasein führt Die Feinde haben sich verrechnet, als sie meinten durch den feigen Verrat des italienischen Königs und des Marschalls Badoglio, dem Reich In den Rücken fallen zu können. Gläubig und zuversichtlich blicken wir in die Zukunft. Die Front steht unerschütterlich im Osten und Süden und die Heimat erweist sich der Front würdig. Der Bundesführer eröffnete sodann die Leistungsschau Lange verweilte er bei der Tafel der Opfer von Lorenzen, die bisher sieben Gefallene aufweist. Stolz verkündet aber die Tafel auch die Auszeichnungen der Lorenzer mit einem EK I Klasse, vier EK II Klasse und 15 Verwundetenabzeichen Die vom Bürgermeister Heinschko gezeigte Schau der Marktgemeinde wies eine schöne brkundensammlung, darunter eine Urkunde aus dem Jahre 1522 und ein historisches Amtszepter des Bürgermeisters auf. Segensreich zeichnete «ich auch die freiwillige Feuerwehr in diesem waldreichen Gebiet aus. Das Arbeitspolitische Amt betreut unter anderen vier Großbetriebe. Das Amt Landvolk und das Amt Frauen im Steirisrhen Heimatbund dürfen auf Kleinkinder betreut und 14 kulturelle Veranstaltungen durchgeführt Die Leistungsschau bot ein überzeugendes Bild der Aufwärtsentwicklung am Bachem Abends fand eine gut besuchte Veren staltung im Heimatbundsaal statt Die Volkstanzgruppe ein Schrammelquartett eine Singsrhar und ein gut gespielter Einakter: »Die Jugendsünd« zeugten von den regsamen kulturellen Bestre- bungen der Lorenzer auch während des Krieges. Am folgenden Sonntagmorgan fand nach einer eindrucksvollen Morgenfeier im Heldenhain die Großkundgebung auf der Pastwlesa statt. Führungsamtslei-tar Pg Siegfried Treml führte dabei in Vertretung des Bundesführars aus, die Ortsgruppenfahne erhalte Lorenzen in geschichtlicher Stunde. Wir sind Zeugen des schändlichsten Verrotes der Weltgeschichte aber auch des entschlossensten Zupackens, das uns zu unbestrittenen Herren der Lage macht. Tiefstes Vertrauen tu unserer Führung und durch nichts zu erschütternde Siegeszuversicht erfüllt uns Die der Ortsgruppe verliehene Fahne ist nicht bloß Auszeichnung sond«m auch Verpflichtung ni) Arbeit und zum Kampfe. Bei allen Ereigrussen wird sie der Ortsgruppe vor-anflattem. Flankiert wurde die Ortsgruppenfahne von den Pehnen der Patenortsgruppen Gösting und übelbarh die durch starke Abordnungen unter Führung der Ortsgruppenleiter Pg Seidler und Pg. Scholze vertreten waren. Schriftleiter Hans Ambroschitz als alter Freund von Lorenzen Meß es sich nicht nehmen, zum Der Gauleiter im Unterland Bestich in der Marburger Lehrerinnenbildun^sanstalt und der Schulun^sbur^ Wurmber^ — Besichtigung der Luftschutzbauten in Marburg — Teilnahme an den Ortsgruppentagen in Abstal und Polstrau Oattleiter ead Rdehsstatthalter Dr. Sigfried Uiberreither stattete am Samstag und Sonntag dem Unterland wieder einen längeren Besuch ab und weilte Samstag vormittag in Wurmberg und Marburg, «m Sonntag an den Ortsgnip-pentagen la Abstal und Polstrau teiliu-nehmen, Samstag früh traf der Gauleiter auf der Schulungsburg Wurmberg dei Steirischen Heimatbundc« ein, wo er die Eröffnung eines Reichilehrganges vom Reichtamt Frauen und Mädelarbelt im Rassenpoli-tlsehen Amt vernahm, an dem sich 40 Frauen und Mädel tus allen Teilen des Reiches beteiligen. Nach einer Ansprache des -Gauleiters erörterte Bundesführer Steindl die Probleme der Untersteiermark und erläuterte die Aufgaben des Steirischen Heimatbundes. Der Lehrgang, der bis 17. September läuft, findet mit einer Besichtigungsfahrt der Teilnehmerinnen durch die Untersteiermark seinen Ab-ichlufi. In den Vormittagsstunden des Samstag besuchte der Gauleiter Marburg, wo er an einer Schulfeier der Marburjfer Lehrerinnenbildungsanstalt anläßlich des ßeiJinnes des dritten Arbeitsjahres teil- nahm und tu den Kandidatinnen sprach. Verbunden mit dieser Feierstunde, der neben Bundeiführer Steindl auch der Schulbeauftragte beim Chef der Zivilverwaltung, Oberregierungsrat Uragg, Bundesjugend fflhrer Schilcher und Führer und .rfihrerinnen der Deutschen Jugend beiwohnten, nahm der Gauleiter die tJberreichung der Errennungiurkunde an Oberstudiendirektor Dr. Schocklitsch, dem Leiter der Anstalt, vor Nachmittag besichtigte der Gauleiter in Be(ileitun|i de« Bundetführers die Luftschutzbauten in Marburtf und gab seiner tiefen Befriedigung flW die geleistete Gemeinschaftsarbeit zum Ausdruck, die drn raschen Fortschritt der Bauten ermöglichte. Sonntag vormittag traf Gauleiter Uiberreither in Abital ein, wo er im Rahmen einer Großkundgebung vor ßbcr 3000 Volksgenossen sprach und persönlich die tn>ergabe der Ortsgriyipenfahne vornahm Nach der Besichtigung der Leintungs-und landwirtschaftlichen Schau als auch der Tierausstetlung setzte der Gauleiter seine Fahrt nach PoUtrau fort, wo er nach Besuch der Ausstellungen und der Dorfmaschinenhatle am DorfnachmittaiJ teilnahm. NShere« darüber bringen wir an anderer Stelle unserer heutigen Folge Ehrentag von Lorensan anhängliche Freunde einzuladen und in der Tat folgten manche dem Rufe und fanden sich in alter Verbundenheit ein, um wie der einmal das Rauschen der Bachernwälder tu hören Die Patenortsgruppenleiter konnten mit Freude feststellen, daß auch die Kamaradschaftsarbeit bereits «rfreuHche Portschritte macht «i-n«rselts dadurch begtnstigt, daß tvri-schan d«n Kameradschaftsortsgruppen rassisch kein Unterschied besteht und andererseits auch, daß Lorenzen selbst in den verflossenen zwei Jahren ganze Arbeit leistet«. Wir stehen im Dienst für das Reich Polstrau erhielt die Fahne »Alles, was hier bei Ihnen geschieht, ist viel bedeutungsvoller als irgendwo im Inneren des Landes, denn hier an der Grenze erhält der Fremde den ersten Eindruck von deutscher Art.« Diese Worte aus der Ansprache des Kreisführers, Landrat Pg. Bauer, beim großen Dienstappell der Ortsgruppe am 11, September stellen wir an die Spitze unseres Berichtes, weil sie zugleich auch die Devise aufzeigen, der sich Ortsgruppenführer Fandler und «eine Mitarbeiter vom Beginn ihrer Arbeit an unterstellten. Und alles, was der Besucher des Ortsgrupnen-tages sah, steht im Zeichen dieses Verantwortungsgefühls. FflrVden Festtag hatte sich Polstrau und seine Umgebung reich geschmückt. Kein Haus weit und breit war ohne Fahne, kein Fenster ohne Grün und Blumenschmuck und die Hauptstraße des weit auseinan-dergezogenen Marktfleckens war in das leuchtende Rot der Fahnen des Reiches getaucht. Nach dem Großanpell, in dem anschließend an den Rechenschaftsbericht des Ortsgruppenführers der Kreisfflhrer als Vertreter des Bundetführers seine und des Gauleiters dankhnre Anerkennung fflr die Leistungen der vergangenen Jahre auajfesorochen und Richtlinien für die nächste Zeit erteilt hatte, ging er rw Eröffnung der Leistungsschau in der Ortsgruppendienststelle Ober. Diese ver> mittelte in geschmackvoller Aufmachung ein anschauliches Bild des bisher Vollbrachten. Viele schöne Bilder zeigten die Jugend bei Dienst und Spiel Die hier besonders eifrigen Frauen beim Hilfsdienst und Apn«lten die strammen Wehrmänner auf Übung und im Einsatz, die Eigenart der Landschaft, die vom Rande des Hügellandes tief in die große Ebene hineinreicht, und die Menschen aller Berufsgruppen, die sie bewohnen. Das hei-miscne Gewerbe war mit beachtlichen Spitzenleistungen vertreten. Was der Bauer in nimmermüdem Fleiß dem Boden abringt, seigte eine eindrucksvolle Sonderschau. Von den Tafeln und Tabellen erfahren wir unter anderem, daß allein im Jahre 1942 126 000 Liter Milch und 133 000 Eier abgeliefert, 636 Stück Geflflgel an die Lazarette gespendet, vom Amt Frauen 210 Lazarettpatschen genäht, fflr die Soldaten^ende 1042 21 Kisten, fflr Lazarette 1140 Eier, 1500 kg Xpfel gesammelt und bisher 232 Päckchen an die Soldaten aus ihrer Gemeinschaft geschickt wurden. Die Sammlungen für das DRK und Kriegs-WHW ergaben bisher, stetig ansteigend, fa^t Q6 000 RM. Ebenso reigen die Zahlen aller anderen Leistungen flberdurchschnittliche Höhe und ständige Stnigung Die Bedeutung der Feier wurde noch % Der Abstaler Or tsgruppcnfag im Bild Aatnahmtni W«lBtii((«lnar, Marbnrl Bilder von links nach rechts: Der Groß ippell mit der'Rede des Gauleiters war für alle Teilnehmer ein Erlebnis. — Der Gauleiter überreicht die Ortsgruppen-fahna, begrüßt verwundete Soldaten als Ehrengäste der Veranstaltung, besichtigt mit Intereese einen dei alten Web lühle, die wieder in Betrieb genommen werden und nimmt den stolzen Bericht der Abstaler Bauern entgegen, die im Hinbiirk auf die Pferdezucht besondere Leistungen a'ifzuweisen haben. — Zahlreich fanden sich die Abstaler zu dem Volksfest ein, das ihnen welter« Stunde d dei Entspannung vom Alltag brachten unterstrichen durch die Eröffnung einer Gemeindrschwesternstation, der neuen Dienststelle Mutter und Kind und einer DFK-Statlon, wobei der Kreisfflhrer auf die enge Verbindung der nationalsozialistischen Weltanschauurf* mit diesen erst durch sie in solchem Maße ermöglichten sozialen Einrichtungen hinwies Ein gut besuchter volkskultureller Abend, ausschließlich von heimischen Kräften gestaltet, beschloß den ersten Tag. Der Sonntag betfann mit einer unter zahlreicher Beteiligung wflrdig gestalteten Morgenfeier auf dem Heldenhain, wo Ortsgruppenfflhrer Fandler die Gedenkrede fflr die drei Opfnllenen der Orts-grunpe hielt Die Zeit hij zur Großkundgebung war ausgefüllt mit Vorführungen der Juijond auf dem Sportplatz Die Großkundvähnen sintJ dabei die Schau d(« Amtes Landvolk und die Ausstellung der Ldiuiwirtftchditaftchule Anderburg. Viel Inteipsse, besonders bei der Jugend, Und die Sonrierschau »Die Gofonsied-'unq am Reichene^q«, die in Skiz7en, Plänen und Bildcia die umfangreichen Austjiabunyen der gotischen Häuser am Reirhenegq, durch Tonwaren und gebrannte tonröhrfm die in der Bads'tube Verwendung fanden und dem wunderbar erhaltenen gelben Mörtelstrich der als Fußboden verwptidet wurde, die hohe Kulturstufe des edelsten Germanenvol-kc« heraUibstelUe. Viel beachtet wurde auch dl« Schu!« ausstcHuiig, die mit ihrer neuzeitlichen I.ehrmethodo auf die erfolgreiche Arbeit tier Lehrerschaft hinweist. Unter dem Leitwort »Froher Klang und heiterer Sang« gaben die volkskuTturel-!en Gemeinschaften In der Tumhallt einen Dorfabend, der gut besucht war und der von der Musik- und Sangesfreu-dtgkelt der Anderburgvr ein schönet Zeuqnis ausstellte. Mit einer Morgenfüier, die den Mchl gefallenen Kameraden geweiht war, wurde der Sonntag eingeleitet. Bei der anschließenden Großkundgebung spraci) Kreisführer Doi^meister, dankte dem Ortsgruppenführer und seinen Mitarbeitern für die geleistete Arlielt und erläu-t^irte in einer mitreißenden Rede da* Thema »Warum dieser Krieg?«. Großen Eituiruck hinterließen die ausführlichen Erklärungen über den feigen Verrat Ba-dogllo« und seiner HintermAnner. Dit Fnhnenübergabe war ein weihevoller Akt. rjber 300 WahrmÄnner, Schuljugend und Feuerwehr beteiligten sich am Vorbeimarsch vor dem Kreisf'lhrer und Ortsgruppenführer. Am Nachmittag wurden die Ausgrabungen der Got(?niiedlung am Relcho-negg bpflirhtlgt. Mit elnf*m frflhlic^en Ddffnarhmittag auf dem Sportplatz und pliii»ni Fußballspiel der Anderburqer ge-oen Reichenstein fand der Ortsgruppen-fng sein Ende. Er war für die Ortsgruppe Andcrburg mehr alt ein Fest Im landläu-fignn Sirne, er gab der Bevölkerung wieder ne'ie Kraft und festigte den Glauben an den Sl(»g. In Rosshof... Der Ortsgruppentag von Roßhof vnjr-de mit einem Großappell im Festsaal dee «ichlnsse« Dbermureck eröffnet. Orta-gruppenführer Pg. Wislak legte dabei in seinem TÄtigkeitsberlcht die Leistungen der Ortsgruppe dar. Sodann erfolgte die Eröffnung der Leistungsschau. Ne-!:en einer gediegenen Forst- und Jagd-fl'iÄStellunq eah man Leistungsübersich-fen der Jugend. Viel erste Preise bei den Bannsportfe^ten retigten von der ninsatzfreudigkell dar Jugend, bei der dns Fähnlein Schloß Obermureck starken Anteil hat. Die Jugend von Mleth-dorf war mit Segelflugmodellen angerückt. Viele Feldpostpnkete wurden von den Rnßhofcr Frauen liebevoll heigerlch-let, drtmit auch die Angehörigen der • Ttsnruppe Im Felde diesen «tolzen Tag m ' 'leben. Das Amt Volkbildung Telgte Ml eir er Interessanten graphischen Darstellung die wertvolle Arbeit, die im O';igripp?rberelrh geleistet wurde, auf. I'-s Dr.rrbuch bildete den Mittelpunkt df.<, fn'eres«M. »Mutter und Kind* war-t te in"t e'ner Sammlung von Potos und ■"l.ifT'ri-firi.ien ihres Bereiches auf. Di« -hrm.mnsrhaft wieder zeigte In einer rh-"no!o'T'«r;*ien Reihenfolge von Licht-h'Mprn ihie aufsteigende Entwicklung. Palfl riefen die Jugend und die Wehr-Tn-innsi h ift zu frohem Spiel auf die p itw ese des Schlosse«, wo reges Trei-herrschte, Staffellauf, Tauziehen, ' iqrii.i'ieltanze der Jugend und Beacht-hrs «n Darbietungen der Wehrmann-- t il' werhsclten in bunter Folge ab. 1 Ml K einkaliber-Schießen bildete den ll'Miepnnkt der Veranstaltung. .'\m .Abend bot der Hof de« Schlosse« e'n milerische« Bild. Was im Hof nicht hafte füllte die Arkaden des } IS- s um die Sptel- und Singscha-ri /II h'.ten D;e Singschar von Mureck j \v- io ferie mit der von Roßhof, Auch 'Iis Laier.spielschar der Ortsgruppe reigte h«>^rbMicbes Können, Mit dem Lied Kein ü-'biAner Land« wurde der Abend n" ■■ hiriXHori A-n nteigerl werden, Slowakitch-bulgarlschet Worenaui-tauschabkommen. Im Außenminitterium io Preßburg wurde ain slowakisch-bul-garlscho« Abkommen über den Waren-und Zahlungsverkehr unterzeichnet) dessen Gültigkeit bis zum 31, August 1944 läuft. Das neue Abkommen basiert wie bisher auf der Giundlage der privaten Kompeneationen. Da« gesamte Austausch* Volumen ist mit ungefähr 50 Mill. Ks vorgesehen. Kroallsrhe Wlrlschaftsnachrichten. Die »AG für Verarbeitung und Umsatz von landwirtschaftlichen Erzeugnissen« in Agram hat ihr AK von 1,5 auf 5 Mill. Kuna erhöht. Die »Flachsindustrie AG« Es«egg weist für 1942 bei einem AK von 12 Mill, Kuna einen Reingewinn von 2,5 Mill. Kuna aus. Die »Holzdeetil-lation AG« Agram, weist für 1942 einen Gewinn von 1 367 782 Kuna gegenüber einem Verlust von 1 .109 292 Kuna i. V aus. Däs AK beträgt 20 Mill. Kuna. Ausbau der bulgarischen Schwarz-meer-Flscherel, Um die Fischerei Im Schwarzen Meer zu verbessern, werden in Bulgarien verschiedene Maßnahmen vorbereitet. Es handelt sich vor allem darum, die bulgarischen PUcher mit Pitchfanggeräten, Netzen usw. zu ver-torgen, autkömml'che Prelt« zu gewähren uTvd auch den Fitchabtri..,sport >o ?u organisieren, daß die Fische tm guten Zustande auf die Märkte kommen können. Bekanntlich Ist Bulgarien auch dabei, seine Fischerei in der Ägäis grofl-iflglg zu organisieren. Dies Ist nicht eine bloße Krie^smaiinahme, 'sondern eine wohlgefaf^te Absicht, um die Flachgewässer in und um Bulgarien der bulgarischen Volkswirtschaft nutzbar zu machen. SPORT u. TURNEN Marburger Reichshahn-Juyend In VU-lach und Leilinitz. Die Deutsche Jugend von Reichsbahn Marburg trat am ^nn-tag mit zwei Mannschaften In Leibnilz bzw. Vlllach an. In Villach weilte die erste Jugend, die den dortigen Hitler-Jungen einen offenen Kampf lieferte, dennoch mit 4-2 (3:0) den Gastgebern den Sieg überlassen mußte. Die dritta Jugend absolvierte das Vorspiel In Leibnitz und feierte dort Übe/ die HJ mit 3:0 (t;0) eiren eindrucksvollen Sieg. Zum Punktekampf in Leibnitz wird noch ergänzend bcrichtct, daß das Spiel von beiden Seiten mit großem Kräfteeinsatz geführt wurde, Dia Marburger Reichsbahner kämpften mit beispielhafter Einsatzfreudigkeit und gingen durch Schelich, Prah und Kdllar rasch In F'ih-rung. Der vierte i^eichsbahn-Treffer stammte nach einem Flankensrhuß von Schelich aus einem Eigentor. Bis ouf den Ausschluß des Leibnitzers Kopitsch nflhm das überaus spannende Punkte-sp'el «inpn glatten Ablaut Harbig Ifluft in. Graz. Die Post SG Graz richtet am 19. September in der »Stadt der Volkserhebung« eine große Leicht-athletikvermstaltung aus Im Mittelpunkt wird das 1000 m-Rennen stehen, an dem auch Weltmeister Harbig teilnimmt Syring. der Ifimalige deutsche MeisteriHufer, wird sich am 5000 m-Be-werb beteiligen und für das Hochspringen hit Gunda Friedrich, die deut.scha Titelträgerin, ihren Start zugesagt. Die stelrisrhe Handballmeistertchalt brachte am Sonntag da« Spiel ADTV Gidz gegen Bfthler Kapfenberg. Die Cra-zer siegten mit 16:14. Im Meisterschaftsspiel der Frauen besiegte Slurm Graz die Kameradinnen von Reichsbahn Graz mit 2:0. Großer Preis der Reichshauptstadt. Die Berliner Rennzeit erlebte am Sonntag Im Hoppegarten mit dem Großen Preis der Reirhshauptstadt ihren Höhepunkt Dieses wertvolle 100 OOO-Mark Rönnen über 2600 m, das sich der Schirmherrschaft des Reichsmarschalls Hermann Gering erfreut, führte erneut die beste Klasse der deutschen Vollblutzucht zusammen. Wiederum konnte Ticlno, diesmal unter Otto Schmidt, sich vor dem Deutsch-landpreissicger Allgäu auf dem ersten Platz behaupten. Um den Preis des Relchsverwcsers gingen in Gödölö Tenniskämpfe mit ausländischer Besetzung vor sich Ka-tona-Feher schlugen die Kroaten Mitic-Pallada 6r3, 6 8, 6:4, 3:6, 6 4 Im Männer-einzel schaltete Asboth ebenfalls Pallada aus, sodaß Asboth und Mitlc das Endspiel bestreiten Im Fraueneinzel fiel der Sieg an Alice Florian Im Männerdoppel gab es eine nicht geringe Überraschung, als die Meister Asboth-Dr. Mayer von ihren jungen Landsleuten Csidk-Stolpa 6:3, 6:4 geschlagen wurden Die rumlntsche PuBballmeltterichatt wurde bereits aufgenommen. Nach dar zweiten Runde führt der Meister FC Cra-jova vor der Universitäts-Elf. Die Schweizer FuflI.allelf wird in dl«-' sem Jahre zwei Länderkämpfe befitrel-ten, in denen Spanien und Portugal dia Gegner abgaben werr?en. Der spanische Staatschef General Franco wohnte In San Sebastian der spanischen Meisterschaftsregatta an der cantabrischen Küste bei Die lange, über drei Meilen gehende Strecke wurde vom RC Fuenterrabia in 40:35,6 zurückgelegt. Wir hören im Rundfunk DUait^l, 14. ScpUoibtrt Ralcbiprogramai I2.35--12.43: Der Bcrichl lur L«t*' ~ 14.IS—IS.Jfli Dir Kopcllen Willy S(cinir und Erich nörtchcl ipieltn. — 13.30^16: Klavltr-trio troo Roltari Volkmann. — 16^^17i Bunt«r Op*r«lt«iir«iC«R. — 17.15-18.Ml Muiiktliiclt« Kuriw«U ■■ NachmKUf. — tt.30—t9i Dar •pi«|«l. — Froaibarictit«. — 19,41 -^30: Vortrag *on Ganarallautnant Dittnar. — 20.20—21) Jnli. Seb Bachi Chaconna, Sulta b moll Iflr FlßU und Straichorclieater. — 21—2]: AuiUi« •chAiitr Schallp'altcQ. Dtatacli1anda«fldari 13.30—IS.5S: VolkitAmlicha Musik rund um dan Schwariwald. — 17,IS—IS.JOi ' Kontart dea Slidtlachcn Orcbaatari Grai and dar VCiaoar Sympbootkari Moiarl, Rridlngar >, a. — 20.15—]ti ZaitgenAiaiacht Unl fien, und selbst Dinge, die man nur Hiirbtig gesehen und von denen man k iiirn wisse, daß man sie In seiner Seele beherberge, kämen einem durch solche nachträglichen Studien erst voll zu Bewußtsein und "besitz. Er führte das noch weitet aus und fügte hinzu, daß ihn Gieshübler, der den ganzen »italienischen Stiefel« bis Palermo kenne, gebeten habe mit dabei sein zu dürfen, j Effi, dßr ein ganz gewöhnlicher Piauder-I abend ohne den »italienischen Stiefel« I (es sollten sogar Photographien herum-I gereicht werden) viel, viel lieber gewesen wäre, antwortete mit einer gewissen Gezwungenheiti Innstetten Indessen, ganz erfüllt von feinem Plane, merkte nichts und fuhr fort: »Natürlich ist nicht bloß Gieshübler zugegen, auch Roswitha und Annie müssen dabei sein, und wenn'ich mir dann denke, daß wir den Canal grande hinauffahren und hören dabei ganz In der Feme die Gondoliere singen, während drei Schritte von uns Roswitha sich über Annie beugt und »Buhküken von Halberstadt« oder so was Ähnliches zum besten gibt, «o können das schöne Winterabende werden, und du sitzest dabeJ und strickst mir eine große Winterkappe. Was meinst du dazu, Effi?« Solche Abende wurden nicht bloß geplant, sie nahmen auch Ihren Anfang, und sie würden sich, aller Wahrscheinlichkeit nach. Ober viele Wochen hin ausgedehnt haben, wenn nicht der unschuldige, harmlose Gieshübler trotz größter Abgeneigthelt gegen zweideutiges Handeln, dennoch im Dienste rweier Herren gestanden hJitte Der r'ne. dem er diente, war Innsfetten, dei andere war Crampas, und wenn er der fnnstet-tenschen Aufforderung zu den Italieni- schen Abenden, schon um Effi# willen, auch mit aufrichtigster Freude Folge leistete, so war die Freude, mit der er Crampas gehorchte, doch eine größere. Nach einem Crampasschen Plane nämlich sollte noch vor Weihnachten »Ein Schritt vom Wege« aufgeführt werden, und als man vor dem dritten italienischen Abend stand, nahm Gieshübler die Gelegenheit wahr, mit Effi, die die Rolle der Elia spielen sollte, darüber zu sprachen, Effi war wie elektritiertt wai wollten Padua, Vicenza daneben bedeutenl Effi war nicht für Aufgewftrmtheiteni Frisches war es, wonach ile sich sehnte, Wechsel dei Dinge. Aber all ob «ine Stimm« ihr zugerufen hätte: »Sieh' dicb vorl« so fragte sie iie doch, inmitten ihrer freudigen Erregung: »Ip>t es der Major, der den Plan aufgebracht hat7« »Ja. Sie wissen, gnädigste Frau, daß er einstimmig in das Vergnügungrko-m'tee gewählt wurde. Wir dürfen uns endlich einen hübschen Winter in der Ressource versprechen. Er ist ja wie geschaffen dazu.« »Und wird er auch mitspielen?« »Nein, das hat ar abgelehnt. Ich muß sagen, leider Denn er kann ja alles und würde den Arthur von Schmetwltz ganz vorzüglich geben. Er bat nur die Regie übernommen.« »Desto schlimmer.« »Desto schlimmer?« wiederholte Gles hflbler. »O. Sie dürfen das nicht so feierlich nehmeni das ist nur so eine Redensart, die eigentlich das Gegenteil bedeutet Auf der anderen Seite freilich, der Major hat so was Gewaltsames, er nimmt einem die Dinge gern über den Kopf fort Und man muß dann spielen wie er will, und nicht wie man selber will.« Sie sprach noch so weiter und verwickelte sich immer mehr in Widersprüche. Der »Schritt vom Wege* kam wirklich zustande, und gerade well man nur noch gute vierzehn Tage hatte (die letzte Woche vor Weihnachten war aus geschlossen), so strengte sich alles an, und es ging vorzüglichi die Mitspielenden, vor allem Effi, ernteten reichen Reifall Crampas hatte sich wirklich mit der« Regie begnügt, und so streng er gegen alle anderen war, so wenig hatte er auf den Proben in Bffls Spiel hineingeredet Entweder waren ihm von seifen Gies hüblers Mitteilungen Ober das mit Effi gehabte Gespräch gemacht worden oder er hatte es auch aus sich selber bemerkt, daß Effi beflissen war, sich von Ihm zurückzuziehen Und er war klug und Prauenkenner genug, uro dem natürlichen Entwicklungsgang, den er noch seinen Erfahrungen nur zu gut kannte, nicht zu stören Am Theaterabend In der Resource trennte man sich spät, und Mitternacht war vorüber, als Innstetten und Effi wieder zu Hause bei sich eintrafen Johanna war noch auf. um behilflich zu sein und Innstet'en de» auf seine junge Fr«ii n'^bl wpit'" •''■>1 w*' Fn hdnna wie reizend die gnädige Frau ausgesehen und wie gut sie gespielt habe. Sehnde, daß er nicht vorher daran gedacht. Kristel und sie selber und auch die alte Unke, die Kruse, hätten von der Musikgalerie seht gut zusehen könneni es seien viele da gewesen Dann ging Johanna, und Effi, die müde war, legte sich nieder Innstetten aber, der noch plaudern wollte, schob einen Stuhl heran und setzte sich an das Bett seiner Frau, daese freundlich ansehend und ihre Hand in der seinen haltend »Ja, Effi. das war ein hübscher Abend. Ich habe mich amüsiert über das hübsche Stück Und denke dir. der Dichter ist ein Kammergerichtsrat, eigentlich kaum zu glauben Und noch dazu aus Königsberg Aber worüber Ich mich am meisten gefreut, das war doch meine entzückende kleine Frau, die allen die Köpfe verdreht hat.« »Ach, Geerti sprich nicht so. Ich bin schon gerade eitel genug.« »Eitel genug, das wird wohl richtig sein Aber doch lange nicht so ehel wi% die anderen Und das Ist zu neinen sie-brn Schönheiten ...« »Sieben Schönheiten haben alle.« ». Ich habe mich auch bloß vorspro-chnni du kannst die Zahl gut mit sich selbst multiplizieren,« »Wie galant du bist Geert Wenn Ich dich nicht kennte, könnt' Ich mich füichten. Oder lauert wirklich was dahinter?« »Hast du ein schlechtes Gewissen? Seltier hinter dei Tür gestanden?« ( MARBURGER ZEITUNG Dienstag, 14. September 1943 * Nr. 257 ^ Seite 5 STADTTHEATER . MARBURG-Drau Eriftnang dir Spiilnlt I9V1;II Donnerstag, don 16. Sept.: EritauifUhrungl DEB RICHTEB VON ZALAMEA. Schau-iptel in 8 Bildern von Calderon, freie Nachdicbtunfi von Wilhelm von Scholz. Prelle I Beginn: 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Freltig, den 17, Sept.: Ernate und heitere Werke von Peter RoBegqar. ROSBCiGER-FEIER. Vortragende; Lol* Groß und Mila Schreiner. Boqinn: 20 Uhr. Endei 22 Uhr. Preiie I. Bamitag, den 18. Sept.; Britaufführungl DER KUHREIGFN. Oper in 3 Akten von Wilhelm Kienzl. Beqinn; 20 Uhr Ende 23 Uhr. Preixe I. Sonntag, den 19. Sept.i DER RICHTER VON ZALAMEA. Schauspiel In 8 Bildern von Calderon Freie Nachdichtunq von Wilhelm von Scboh. Beqinn; 20 Uhr. Ende: 20.30 Uh-, Prell« I. Beginn dei Kartenvorverkaufe«: Montag, 13. September, an der Theaterkaaso, Theater- gaise 4. täglich In der Zeit von 9—13 und von 15—18 Uhr. UNTERSTEIRISCHE LICHTSPIELTHEATER MARBURG-DBAU | bubc.tichtspieie HMto t«. II.». 10 41 Ubr rmni »tl PAULA WI8BBLT, H»raii»a niMlf, AllUa HArblger, Hui Holt in «Inan« frahttrh-niutwilllflon Film voll WlM«r Srharm; Die kluge Marianne Ni «libi lagelaHMl ESPLANADE Wo la. um, M Übt lo 13 43. 16 II 20 iS Uk( lU •latcfciUlIIck DoBiicrilaf, II. NpUabM la ADINA ID Nachtfalter Bin Luctnit-Plln in deuttrher Sprich«. Pflr Jlugn^Mehf aickl l.lch• Knitartll«. f-Qt Jagandlihv alrhl rugalnavrt ikhltptellhea'iet Irilwit_ Vom 14. bl« lt. !tppt<ilrurkta Wort 40 Rp'. all« Obrlqra Wortanialgan 10 Rpt. dai fattqedruiki» Won JO Rpf Da, Wortptel« gilt bli tu II Bnrh-ilahnn |« Worl Km nwnrlgahflhr bat Abholung dRi Anqebnta 3S Rpl bei Zuwendung durch Co»f odat B Brlrlmarkaa) anfganomman Mlodaatgahabr fttt aina Klaino Aotalga I RM 456-13 In der Domgass« wurde am 14. August 1943 «ine Geldtasche mit 300 RM verloren. Der Finder wird gebeten, di« Geldtasche gegen Belohnung bei Gomik Dominik, Ober-Klappenberg, Jakobital, abzugeben. _467JJ Sonntag abendi wurde ein Kln-dermäntelchen von der Relchs-brUcke bis Artllleriekasem« verloren. Der ehrliche Finder wird gebeten, «s bei Ralisrh, Keltengaise 8-1, gegen Belohnung abzugeben._ Brflle verloren am 6 September. Gegen Belohnung abzu-neben Freigraben 62, Marburg-Drau. 458-13 Verschiedenes Seit über 40 lohren doi Wöhr-c«idi«n für unsere wi$sensrt>att-lldt erprobten unti In aller WaIi praktisd* (»«währten f^rrtporof« Cbinosolfalartk Akll«B|ts*ilicliBri Hamti«rfl Tausche komplette, moderne Küche, Kredenz (dreiteilig) zwei Küchentifiche, gegen gut erhaltenen Pelzmantel oder dunkelbraunen Stoffmantel. — Schlanke mittl. Größe. Zuschr unter »Wertausgleich« an di« Geschüftsstelle der »M Z « — Cilll. 220-14 Zu verkaufen Zu vermieten Webstuhl RM 200, lu^thluserl Möbl. Zimmer, sonnig und rein, RM 400 Ober-Rotw«a. B tu-• ist an 1 oder 2 Herren' sofort naugass« 8, Marbtirti -.4.-3'ohne Bettwäsche zu vermieten. Zuschriften an die Verw der Zu kauten gesucht '*^t«r »Melllnga. 449-7 Zu mieten gesucht Tausch« •in«n Fhotoapparal, 1:4.5, geq«n «ln«o 2—S-Röhr«n-Rundfutikempflnger. Untai »Wertausgleich 11« an die »M. Z.«, Marburg-Drau___ Tausche Lederkoffer gegen RundfiiQkempMnger. Zuschr. unter »Auch Srhmuck« an die »M. Z.«, Marburg-Drau. 459-14 Kacb«l- oder Elsenofen wird SU kaufen gesucht. Anträge an Slmonltsch Anton, Saurltsch, Möbliertes Zimmer, mögl'rhst Kreis Pettau. 228-4 im Stadtzentrum, für Angnstell- Höhe^sonno, Solu*, Marke Ha- ^ sofort gesucht. Anträge un-nau, 220 Volt Wechselstrom, zu »Stadtzentrum, an die »M. kaufen gesucht. Anschr. in der ?■:!> Marl^, Gattin. In tieter Trauer geben wir hiemlt die traurige Nachricht vom Ableben unseres geliebten Gatten, bzw. Vaters, des Herrn Anion Laurentschitsch Gastwirt welcher am Samstag, den 11. September 1943 im 69. LebenKjahre gestorben Ist. Die Beerdigung fand am Montag, den 13, September 1943. um 16 Uhr, auf dem Städtischen Friedhof in Pettau statt. Pettau, den 13. September 1943. Maria Laurentschltsch geb. Wernlk, Gattini Frani Laurentschltsch, Sohni Sophie Laarentschltsch, Tochteri Fumilicn Adele und Johann Horvath, MItzl und Josef Horvath. 229 ml Unsere liebe Mutter, Frau Anna Mcrchcr Ist Sonntag, den 12. September 1943, um 19 Uhr, sanft entschlafen. Das Begräbnis findet am Dienstag, den 14. September 1943, um 15 Uhr, am Brtinndorfer Friedhof statt. 465 Brunndorf, den 14. September 1943. DRASCHLER MARGARETE Im Nomen aller Geschwister und Verwandten. Wo!iniin<*statmch Tausche Hansmelsterstelle mit schönem Garten, qegen Prlvat-wohnung, Zimmer und Küche Marburg. Kämtnerstraßp 10 434-9 Tausche Zimmer und KOche genen gleiche oder großes j Cparherdzlmmer Marburg-Drau, Kärntnerstrnße 90 Maler 451-9! 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Zeitungs-austräger-in für Pettau sofort fjesuchf Vorzustellen b«1 d«r Q«-schäftaatalle der »Marburgar Zaitung« In Pettau. Hängt fhi Herzeoswunsch mil d<>m Hesity von viui Cioio in inmmrn, dnnn ipielcn Sir tetrt nlt in dar 10. DBiitschsn RBichslrttprig riahang I. Kl, IS. n 10 Oktober Wiedel 490,000 Triller mil ilbiiir 102 Mllllnn^o BM Gewinn« Wlbleo Sia Ihr» UlUrk^nummrr am rnffirifTi Nuntmprti-Ann'*'i"t 780 34931 'i6.'iq2 282180 10596 49237 53614 2y076'1 27480 50219 58928 342494 BrvfDnscbtp NurnrnurD ansireif hen. Angebot atiiirhnalden 8 Brunndorf, den 14. September 1943. Praai und Anni Reich, Eltemi Franz, Maria und Milla Reich. Josef, Maria und Agi .Woschntg, EwaM und Klard Radi. Pamtlle Viktor Pletschko. i Vom tiefen Schmerz gebeugt, geben wir die traurige Nachricht, daß unser innigstgeli^ler Gatte h7w Vater Bruder und Schwager, Herr STEFAN STOIAN Gemelndeangestellter und Realitätcnhesitzer am Sonntag, den 12. September 1943 nach langem mit Geduld ertragenem, schwerem Leidpn sanft entsrhliim mert ist. Der teure Verstorbene wird Dienstag den 14 Sep tembei 1943, um 10 Uhr vormittags, im Sterbehause eingesegnet und auf dem Ortsfriedhof In Tüchern zur letzten Ruhe beigesetzt Die Seelenmesse wird am Dienstag den 14 September um 10 Uhr In der Pfarrkirche gelesen Tüchern, Tüffer München, Try|, Agram, den II September 1943 Josefine Stotan geh Re^nik, Gattint Stanislaus Stojiin, Sohni Martin Stojan, Bruder; Maria Gehhe. Rosa Schwab, Agnes Krainz und Joseline Schmidlln. Schwesterm Franz Krainz, Schwager und saipHif^he Verwandte 22ß Meine liebe Lebensgefährtin, Frav Therese Bruckbauer hat mich nach kurzem Zusammensein am Sonntag, den 12 September, für Immer verlassen. Mit ihr habe ich meinen besten Kameraden verloren. Der Abschied von der Heben Tnfen findet am Dienstag, den 14 September, um 17 Uhr, am Friedhof In Drauweiler statt. Marburg, den 13. September tO-IS. In tiefer Trauer: HEINRICH EGGPR Sdttlermeister, 466 Im Kampf gegen den Weltleind Bolbche-wismus fiel am 17. August 1943 an der Miu«-front unser lieber Sohn und Biudei Alois Kiaiiipfer Gienadler Kaum 19Jährig, hat er »em junges t ebwn im Feidu der Ehre gelassen. Ma>'burg/Drau, Frauslaiiden. RoDwein, Graz, Dobei-bad, im September 1943 In tieler Trauer, Alois und Helene Klampiet, Elteriii JusMne, Hansi, Helene, Fanny, Vera Sllvestei, Josef, Max, Alolsle und Ida. Genihwistei sowie die Familien Ptirher, Striity und Srhlamherger, 4(>2 Seite 6 * Nr. 257 * TMenstaj, 14, Septembtr 1943 MARBURGER ZEITUNG Eine der grössfen Leihbüchereien der Welt Aus der Arbeit unserer Marine-Soldaten-Büchcreien Zwei Matrosen kommen, eine schwere Ki*te tragend, fröhlich lachend au« einem Hau«. »Bs ist gut, daß der Um-fauÄch ÄO scluiell in Ordnung glngl Das ist gut organisleit«, sflgt der eine. Die KiÄte Ist blau geslrlctien, auf der einen Seite «ieht man eine Aufechrift- »Sotda-tenbücherei 1 1«. Der Buchwart diese« Schiffes, ein Obergefreiler, hielt leine Bücherei Immer gut in Ordnung. Als er nun bei der Stationsbücherei eme neue Zusammenstellung von Leihhüchern abholte, gmg (1«r Umtflusch schnell vor sich. Alle Bücher waren gut erhalten und tadellos in feste« Papier eingeschlflgen. Solch eine verständnisvolle Mitarbeit ist für die StaUonftbücherel ebenso erfreulich wie für da« Schiff^kommando. Beim Umtausch hatte der Bnrdburh-wart »eine Wünsche vorqetraqeji Er hatte luvor d.u •Püch»»rver7eichnl8 der Soldatenbüchereien der Kriegsmarine« durchqMehen, hatte es auch seinem Korn-maridanten und «einen Knmeraden vorgelegt. Dflnn war beschlossen worden; Wir machten die Kastenbücherei Nr. l 'l haben. Ein Älterer Kamerad hatte nSmlich Paul de Lagarden »Nntioiiale Religion« in ditwer Siuiunlunles« wo-hlfellen Sammlungen dürfen »aufgebraucht« werden. Im vergangenen Winter wurden 1500 solcher kleinbüchereien mit 7.S OOO RÄndch»»n an die GInhHten verteilt. Als der Krieg ainbrnch, gab es In der §nldatenbü'-herel rl^r Marinestation der Die modernste Schule Groß-deutsch lands Für die neue j[ro0e Si^'cllunii Spoiler-bof in Lin* wurde im Jnhrc 1941 der Bau einer modernen achtkln*si({cn Volksschule in AnjJriff öenommen, der heuer fcrtiifiJestclU und zu Bc^iinn Jicscs Schuljahres durch Gauleiter und Reichsstatt-halter Eiflrubcr in fcierlichtr W«i»« seiner BestimmunjJ flberjjebeu wurdu In seiner Erftffnunfjsansprachc stellte der Gauleiter den Jun({en und Mädeln die Ver-pflichtun({ vor Au(<«n, sich dieser vor-DÜdlichen Schule dtirch vorbildliche Leistuntjen wdrdiß EU erweisen Das neuerricii(ele und modernst aus-iJcstattrte Gebäude besitzt außer 20 großen hellen Lthrrftumen einen Werkraum für die Junijen und eine Lehrkflche für di« Mädchen, einen modornen Turnsaal und emen jjrofien Fe^trauni. der mit iwei tfroßen Freskendarstelluni^en •Heimatland« und »Vaterland« und einem künstlerischen Brunnen aus öntersberjjer Marmor (jeschmflckt ist. Der «ich an die Er-Affnun|{ anschließende Rundi^an^ besti-ti([t das Urteil der Kachleutc. diß dieser Schulden der modernste des Reiches ist I 06t«ee 52 000 Bände. Jetzt stehen fast 1 400 000 Bücher zur Verfügung. I Man kann sich vorstellen, daß auf dem friedensmäßigen Wege eine Beschaffung derartiger Büchermengen heute völlig unmöglich ist. Da mußten neue Wege beschritten werden. Eine Arbeitsgemein-schflft zwischen der Kriegsmarine und dem »Deutschen Volksbildungswerk« wurde begründet. In ausgezeichneter Zu-Stimmenarbeit wird nun die Beschaffung von Papier- und Einbandmaterial sowie Verteilung der Fertigungsaufträge an leistungsfähige Häuser durchgeführt. Bemerkenswert ist es auch, daß manche Komandos, vor allem Hilfskreuzer, die Wiederherstellung beechädlgter Bücher mit fachkundigen Kräften an Bord seihst durchführen und dadurch der Stationsbücherei manche Arbeit und Sorge ersparen. So hat ein Hilfskreuzer, weil ihm anderes Material fehlte, «eine Bücher in festes Segeltuch eingebunden Diese Bücher dürften nun einige Jahrzehnte lang haltenl Oft betonen die Kommandanten In Erfahrungsberichten, wie wichtig die Soldatenbüchereien für die Erhaltung guter Stimmung und innerer Wid^'rstandskraft sind. Besonders unsere U-Bnot-Komman-rlsnten erkennen die Arbeit unserer Sta-tionsbücherei dankbar an. Da l«t M freudig zu begrüßen, wenn außenstehende Kräfte an diesem Werk mitarbeiten. So wurde mit herzlichem Dank eine Spende 'entgegengenommen, di« sowohl nach ihrem Wert als auch nach der Menge bteiher einzig dasteht. Die Stadt Augsburg spendete für U-Boot-Betatzungen 10 Büchereien mit je 100 Büchern. Der Oberbürgermeister traf eine verständnisvolle Auswahl, und er wurde dabei von Bücherfachleuten ausgezeichnet unterstützt. Das deutsche Volk ist unter anderem nicht nur »das Volk der Dichter und Denker«, e« ist ebenso das Volk der Leser. Das deutsche Buch ist eine wichtige Waffe in diesem Krieg. Niemals in der Vergangenheit hatte man bei den maßgebenden Stellen ein derartiges Verständnis für die geistige Betreuung der Soldaten wie In unserem jetzigen Freiheitskampf. Aber auch keine andere Wehrmacht in der Welt leistet auf die-eem Gebiet Vergleichbares. Das unterhaltende Buch vermittelt dem Kämpfer Entspannung und Erholung, das belehrende, vor allem aber das politisch aufklärende und begeisternde Buch, gibt dem Soldaten immi^r wieder neuen Auftrieb und stärkt ihn in seinem Glauben daran, daß einst unsere gerechte Sache den Si'»g err'naen wird' KrUg$berichfer H. J. Eichtn, PK Die Zeit der Bewährung Vom Kriegseinsatz der darstellenden Künstler Id d«r nichiltfti Aui|2abc dar Zcittchrüt Di« BUltn«« («mtlichM Orgtn der Ritichi thcaUrkammtr) «richtlnl «in Auftalx. der •Ich mit dtr SUiliing nnd dar Auijtb« dM Kflnatlcn ia Iflnftsn Krf«ttiiahr b«-•chlltijt. Wir brlnfm im lol|«nd(ii einen Auiiug au* diatam Arlikal, Wer in diesen Taf(en erlebt, daß in den zum Teil so schwer betroffenen Luftnot-Ifebieten mit allem Fleiß und aller künstlerischen Besessenheit Theater jiespielt oder das Musikleben erhalten wird, wer in diesen Ta({en in den deutschen Film-Ateliers lieht, wie unter Einsatz und Zu-sammenraffunft aller kflnstlerischen und technischen Kräfte geschafft wird, wer weiß, wie manche und mancher unserer 10 oft gedankenlos (gelästerten Prominenten vom Film-Atelier zur Theaterprobe ' und von der Theaterbtlhne ins Film-Ate-lier oder zu einer Veranstnltunft vor Soldaten oder Schaffenden eilt, der ist be-(jliickt, diese Bereitschaft unserer Künstler festzustellen. An uns allein liei^t es, einif{e kleine Teile der breiten Öffentlichkeit noch darüber hinaus anfzuklSren, damit in der vollbesetzten Straßenbahn oder im seltener fahrenden Autobus die vielleicht nicht (Janz abgeschminkte Künst-, lerin unbehellijif bleibt und nicht dem Ge-j spfltt neujjierlfjcr Zeittfenoisen ausgesetzt wird, so harmlos auch meist eine solch dumme Witzelei rffieint ist. Wir haben alle im Verlauf dieses harten Jahres 1941 erfahren, wie unsere Ar- beiter der Stirn und der Faust bis zum Einsatz der letzten Kräfte «Panzerschich-ten« machen. Da darf der Künstler nicht zurückstehen. So ani^espannt seio Tagewerk auch ist und so ^roO der Verschleiß an Nervenkraft bei ihm auch sein mag, heute ist die Zeit einer neuen Bewährung gekommen. Es ist eine ander« Zeit als jene friedlichen oder einigermaßen ruhigen Tage und Wochen vergangener Jahre. Jeder gerecht urteilende und vor allem jeder mit dem Herzen denkend« Volks* genösse wird schon ermessen haben, wa« es heißt, auf der Bühne, im Film-Ateli«r, im Konzert-Saal oder vor dem Mikrofon des Rundfunks froh sein zu können, wenn man in den verganjienen Nächten sein Hab und Gut verHeren mußte oder wenn man nichts von dem Los seiner Angehörigen draußen oder daheim weiß und all die kleinen Sorgen des großen Alltags •inen zu erdrücken versuchen. Dann hat das künstlerische Schaffen seine großen Auffiaben zu erfüllen. Und dabei ist die Darstellerin klassischer Frauenpersönl chkeitcn ebenso wichtig und tmcntbehrl'ch wie der .Artist, der im Bereich der Kleinktinst meisterliche Lei-"hingen einer Ferti'ikeit zeigen soll, die nilabendlich auch seine Nerven bis zum letzten beansprucht, und der schaffende Musiker, der große Pianist wie der Angehörige eines unterhaltenden Orchesters hat oft sein ganzes Können und seine letzte Energie einzusetzen Aufnahme Slpflrn Llohthild. Gras ?Jp Petcin: Marburg, Alte Draukaserne (Aquarell) Triumph der Berliner Philharmoniker in San Sebastian Mit dem Srhiuflkonzert des Berliner Philharmonischen Orchesters im Theater Victoria Eugenia von San Sebastian haben Hans Knappertsbusch und seine Künstler ihren bisher größten Triumph in Spanien gefeiert, wie «r wohl kaum Jemals einem ausländischen Orchester in diesem Lande zuteil geworden iit. Der Staatschef General Pranco selbst zeichnete durch seine und seiner Gattin Anwesenheit die Berliner Philharmoniker öffentlich aus) neben Ihm gehörten die Minister de« Äußeren der Partei und der Landwirtschaft, die Chefs seines militärischen und zivilen Kabinetts, der Oberkommandierende General des Wehrbezirks San Sebastian und zahlreiche andere hohe Persönlichkeiten zu den Ehrengästen dieses unvernleichli-rhen Galakonzerts Knappertsbusch und seine Musiker haben «Ich in den dargebotenen Werken; der Unvollendeten Sinfonie von Schubert, Präludium und Tod aus »Tristan und Isolde« sowie der Ouvertüre 7um »Tannhäuser« von Wagner und der Ersten Sinfonie von Brahms, selbst übertroffen und einen un vergänglichen Namen nicht nur In der spanischen Musik weit, sondern beim ganzen spanischen Volk erworben Die beispiellose Begeisterung der Zuhörer vor stets ausverkauftem Hause der fünf in San Sebastian gegebenen Konzerte findet einen starken Widerhall in der spanischen Presse, die die Berliner Philharmoniker als eines der hervorragendsten und vollkommensten Orchester der Gegenwart feiert und die unvergleichliche Stabführung von Hans Knappertsbusch hervorhebt. Der bekannte Komponist und Volk«-muslker Franz Cerny, Verfasser einiger Operetten, Opern und kirchenmusika-lischer Werke, iBt im 68. Lebensjahre zu Olmütz-Hodolein verstorben Schumanni Faust-Szenen in Weimar. Die erste größere musikalische Aufführung dieser Spielzeit im Deutschen Nationaltheater in Weimar war den selten zu hörenden Szenen aus Goethe« »Faust« von Robert Schurifiann gewidmet. Erste Opern-Spielzeit in Litzmannstadt Mit Beginn der fünften Spielzeit seit der Wiedereröffnung der Lit/mflniistad-tei Bühne wurde die Oper endgültig in den Spielplan aufgenommen. Bei den zahlreichen zu überwindenden Schwierigkeiten bedeutet dieser Schritt ein mutiges Wagnis, das von dem unbeirrbaren Aufbauwillen zeugt, der die Bühne im Osten des Warthelandes beherrscht. Verheißungsvoll war der Start der diesjährigen Spielzeit: Das Schauspiel brachte am ersten Abend Moellcii »Sturz des Ministers«, die Oper »Die lustigen Weiber von Windsor« Die Operette, die bereits im vergangenen Spiel Winter stärkste Erfolge verzeichnen konnte, wird mit neuer Besetzung Ende des Monats eröffnen. W. Känkicr Das älteste Schriftwerk des Mittelatten Das Reichs"auarch!v Salzburg kann lieh rühmen, ein sehr umfangreiches und vollständiges Archiv zu besitzen. Et wurde 1825 aus verschiedenen Zentral-registraturen geschaffen. Seine Dokumente reichen bis im frühe Mittelalter zuriick. Unter Bischof Virgil wurde 784 •in Verzeichnis aller lebenden und verstorbenen Angehörigen des damaligen Stiftes und Klosters von St. Peter angelegt. Das fast 1200 Jahre alte Dokument »Verbrüderungsbuch« von St, Peter genannt, ist eine wertvolle Quelle für Forschung und Wissenschaft. Es ist über haupt das ältest« aus den Alpen- und Donaugauen erhaltene Schriftwerk des MittelaUerr An dar Graiar Universität wtirde Dr. med. habi). Hans Schwarz-Karsten untar Zuweisung an die Medizinische Fakultät zum Dozenten für das Fach Anatomie ernannt. Der Dozent Dr. Bernd von Ar nim ist zum außerordentlichen Professor in «♦er Philosophischen Fakultät der Universität Graz unter Übertragung des Lehrstuhls für slawische Philologie ernannt worden. Die Unlversltlt Frelbnrg I. Br lieht sich wegen Überfüllung der Medizinischen Fakultät zu Ihrem Bedauern ge zwungen, eine vorübergehende Sperrung des Zuganges zum medizlniichen Studium im Wintersemester 1943'44 für die 1. und 2. vorklinische und die 1 und 2 klinischen Semester vorzunehmen Ausgenommen von dieser Maßnahme sind Studierende der Zahnmedizin, Wehrmachtangehörige und Kriegsversehrte Rainer Schlosser sprichl Ober Emil GötU Aus Anlaß des 80 Geburtstages des 1907 verstorbenen oberrheinischen Dichters Emil Gfttt wird In Freiburg eine Gött-Ehrung stattfinden Tm Rahmen einer festlichen Woche hält Reichsdra maturg Rainer Schlösser die Festrede während am gle'chen Tage das Badische Staatstheater (Karlsruhe) mit Götts »Edelwild« in den Städtischen Bühnen Freiburg Br gastieren wird. DI« Theaternchule fflr die Bflhnen Pinnlands wurde in I-!»»lslnkl eröffnet Ein Film um die „Schrammelmusik" Der Wien-Film wurde bei ihrer Gründung die Aufgabe gestellt, Stofle, die der .Atmosphäre der Donaustadt gemäß sind, in erster Linie mit heimischen Künstlern zu gestalten. Nun ist neue Arbeit in dieser Reihe begonnen worden. Die Wahl fiel diesmal auf das Schicksal der »Schramtneln«, jenet Volksmusiker, die in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts seltsame und außerordentliche Triumphe gefeiert haben. Das Geheimnis ihrer Wirkung war an ihre Persönlichkeit gebunden Es sank mit ihnen ins Grab Außerhalb Wiens wird man oft glauben, unter »Schrarn-mel-Quartett« sei bloß eine bestimmte Besetzung 7,u verstehen; eben wenn ein Lied, ein Walzer oder ein Ländlet auf zwei Geigen, einet Klarinette (oder Harmonika) und einer Gitarre vorgetragen wird. In Wirklichkeit war es die sug gestive Strahlung der Menschen, dia die Musik ausübten, der beiden Brüder Josef und Johann Schrammel, die sich mit ihrem Temperament Ins Herz Ihrer Zeil musizierten Der Film nach dem Drehbuch Ernst Marischkas und unter der Regie von Bolvarys versucht diese Welt neu zu beschwören Dar Leiter der Auslandsabteilung der deutschen StudentenfUhrung, Dr W. Braune, dei sich als Gast des finnischen Studentenschaftsverbandes in Finnland aufhält, sprach in Helsinki über die Organisation des Hochschulstudiums in Deutschland während des Krieges Dar Vortrag fand starke Beachtung bei Publikum und Presse. Deutschsprachiger Kunstvortrag In Helsinki. Per Leiter der Pressaabtellung im rumänischen Außenministerium, Ci-zek, wird auf Einladung der Finnisch-Rumänischen Gesellschaft Mitte September in Finnland eintreffen und u. a im kleinen Festsaal der Universität Helsinki einen deutschsprachigen Lichtbildervortrag über rumänische neue Kunst halten Der rumänische Pressechef war bekanntlich zuletzt Im vergangenen Jahre mit einer Gruppe rumänischer Journalisten zu einem Besuch In Finnland In Lalpilgar Schauspielhaus wurda »Der Weg nach Bao-yin«, ein neues Tropenstück des »Dschungel« und »Kolibris«-Autors Josef Maria Frank sowie »In Cognac gibt es keine Tränen«, eina »szenische Chronik« von Hans Homberg, dem Dichter der »Kirschen für Rom«, uraufgeführt. Das Oldenburgische Slaatstheater hat »ich eme eigene Gastspielbühne geschaffen, die die theaterlosen mittleren und kleinen Städte des Gaues Weser-Ems bespielen und neben dem Schau-und Lustspiel auch die Operette pflegen soll Prolesfor Ivan Clbulka, der berühmte bulgarische Cello-Virtuose, ist verstorben. Er war Direktor der staatlichen bulgarischen Philharmonie Der leise Befehl Von Krlegsberlchtfr Peter Hägen l'K Flammend'?, gluhnnde Spjirren des iodernflen Dtrhstuhlns prasselten auf den tJelistp.g, nls dni .VI i.an den Keller seines Hauses verheil Er sprang über die brei.neiiden Trüinmei hinwi*g, stand nun auf dem Fahidamn' und sah sein Haus El lauschte in die von R'änden erhellte Nacht, rids unheiinlii he, an- und al)Sc hwelletifle Molorgurriusch der teind-liehen Bnniber war vrstuinnit, der Ka-nendonnei der Fink vrior sich im Land I3er Mann stie'i in don Kaller ziniick, um seine Kindoi zu holen und zu ver-sucheii, aus der Wohnung 7.\i retten, was noch zu retten wärt-. Blitzschnell si)ran-gen (Ji<=! fledanki^n durch seinen Kopf, was mdn zwp( kmii!iir| /.ncrst zu berfien suchen müsse, wfl'hf Möbel sie ohne Mühe die Tr«;p[)en h nuntertragen konnten und plötzlich fie' ihm ein, daß •r Ja einen Auftrag hatte Er zögerte, stand eiiiig" Aiigenbli'^ke unschlüssig vor der Haustür Fin Fen^rwehrmann sprach ihn an -N f hts zu machen«, sa(|le er "dr>i H.d, ri' (| 1)1 kein Wnsser Die l.r* hing ist 7'>rsii»il « Und d^r Mann Lpf|r ff, w-i:- gcrnr'iit war Das Haus wurde l'i -Ion nafh:;tpn Fhinrlen bis «Ulf : " C rii 'hiifiiiorn niedfrliren-nen Wenn er von sf nei H^ihn noch etwas reitf'Ti wollte, dfnn riiiir''e fs sofort UMfl schnell (|p<;rhr>hen. Und der Auftiari? D'-r !(■! ,:• Mclfhlf Der Miinn bedeutete sr-iner Frau und Hrn beulen Kindorri dip |.!<»t-ils erw.u h-srn g^hen körnt 'ii 'in si" ol.tit- ihn zusehen iiuil'i: ti, vvds sie noch reiten könnten »Nehmt vor allem die Wäsche und die Kleider«, sagte er, »und schleppt Euch nicht mit unnützem Kram ah. Und... und nehmt Euch selber in acht . ..« Er ging davon. In Gedanken zog er die Grenzen uir das Stadtgebiet, daß ihm zugeteilt war. Et gedachte, gründlich und zweckmäßig zugleich vorzugehen aber bald sah er ein, daß nicht seine Überlegung, sondern eine höhere Macht Ihm den Weg vorschrieb: die nächste Straße bereits, in die er einbiegen wollte, fand er durch Berge raucheniler Trümmer versperrt. Kme Luftmine hatte das Eckhaus auf j den Fahrdamm gelegt Der Mann ging weiter Nur wenige Meter Dann fiel Ihm ein daß er unter allen Umständen versuchen müsse, gerade in jene versperrte Straße zu gelangen, wenn sein Auftrag einen Sinn haben sollte. Er kannte sich in dieser Gegend aus, wußte, über welche Höfe es möglich war, von Straße zu Straße zu gelangen Aber all er nun das Haus suchte, dessen Toreinfahrt er auf einen Lagerplatz und über diesen zur nächsten Straße zu gelan-nen dachte, da stand er plötzlich vor oinnm sausenden, fauchenden Flammenherd. Das war das gesuchte Haus Selbst die hielte Holztür des Tores stdnd bereits in Flammen Der Mann lief die Front der Häuser entlang, zwischen Menschen hindurch die d'ibei waren, ihre Habseligkeiten ins Freie zu tragen Der Wind trug Millionen rotpi Funken daher und wirbelte s*e alle wie einen Feuerwerkstanz zwischen d^n brennenden Häusern hin R"iirh wirbelte in fet7nnden Fahnen Der Mdiin stieg in ein Kollerlenster, Cb Das deutsche Herz Um unsrei Volkes Zukunft ist uns nicht bang Wir lauschen ieinei Herxeni ehernem Klang Aut seinen Tiefen steigen Kräfte empor, da es den Mut des Glauben^ niemals verlot. Im Kampf sich stolx bewährend, blieb es hell wach, aus hunderi Wunden blutend, ward es nicht sehwach. Die Ehre seiner Waffen hielt es stets rein. Fs kennt nur eine Losung: Sieger tu sein! Karl Rheinfurth war, alt hätte ar sich in ainen Backofen geworfen Die glühende Hitze nahm ihm den Atem Er taumelte durch den Keller, suchte und fand den hinteren Ausgang zum Hof, stieg aufatmend int Freie Er hatte zu wissen geglaubt, wo er sich nun befinden würde; aber er wußte es nicht. Im ersten Augenblick nicht. Er stand am Rande eine« Bomben-kraters, und dahinter türmte sich ein Wall von niedergebrochenem Mauerweik Der Mann rieb sich die vom Rauch zerbissenen Augen Ihm fiel ein, daß er dif Au'obrille in der Jackentasche stek ken hatte Es war doch gut, daß er sie bei keinem Alarm vergessen hatte ein zustccken. Er setzte sie auf. Wie g'ng der Weg weiter? übar diese Trümroer hinweg? Er mußte es versuchen ... Als er mitten in Schutt und zerschmetterten Hauswänden stand und kein Weiterkommen mehr sah, dachte et un willig und zermürbt, daß der Auftrag eigentlich völlig sinnlos wäre Im Augenblick ging es aber nicht mehr um den Auftrag, sondern um lein eigenes Leben Br mußte weiter, wenn ar nicht verschüttet und zerschlagen werden wollte. Uber eine Hauswand, die wie eine schräge Felswand vor ihm lag, glitt ar in die versperrte Straße Und da sah er daß sein Auftrag nicht sinnlos war und daß Ihn sein Instinkt den richtigen Weg geführt hatta: Mitten äuf dem Fahrdamm stand, benommen und halb betäubt ein kleines Mädchen Es stand da in der sausenden, brausenden Brandnacht, die Augen starr vor kind lichem Entsetzen, fassungslos und erschüttert Der Mann nahm das Kind an der Hand und ging mit Ihm die Straße entlang. Sein Auftrag war. In salnem Bezirk alle Kinder zu tammein, die durch die Verwirrung ihre Eltern verloren hatten oder Ihnen abhanden gekommen waren Er nahm aber aucti Kinder zu sich, deren Väter und Müttar In den brennenden Häusern wie Löwen kämpften, um Sachen zu retten oder versrhfU tele Keller freizulegen und eingeschlos sene Menschen aus ihren unfreiwilligen I Kerkern zu befreien Er wußte, wohin j er die Kinder zu bringen hatte welche I Stelle Im Plan als Sammelplatz gedacht I wari aber er wußte nicht, ob der be I zeichnete Ort überhaupt noch bestand I oder ob es möglich war, noch zu ihm I zu gelangen Er zog mit der wachsenden Kinderschar durch die Straßen — ein moderner Rattenfänger — und hatte nur noch ein Ziel- die ihm anvertrauten ! Kinder in Sicherheit zu bringen } Es war wie es der Mann geahnt ! hatte. Die Auffangstelle lag inmitten ei-I nes von Bomben und Brand st hwerheim-' gesuchten Gebäudekomplexes Er mußte eine andere Zuflucht suchen. Als er einem Kurierfahrer, einem Hitlerjungen, ( begegnete, Heß ar sich Auskunft geben , «nid erfuhr welche Teile der Stadt ver-i schont geblieben waren Danach richtete ' er seinen Weg ein — Als der Morgen j graute, erschien der Mann mit über vierzig kleinen Kindern in einem Kinder I galten der NSV und lieferte den Schwe-' Stern seine kleine Gefolgschaft ab. I Dann ging er davon, um nach »einer Frau und seinen Kindern zu sehen Die I Kinder, die bei Milch Brei, Zwie-I back und Butterbroten und untei dem I Zuspruch der Schwestern bald wieder < zu sich kamen, erzählten, was sie mit Ihrem Beschützer erlebt hatten, wie ar sie ein paarmal je zu zweit über rauchende, glühende Trümmer hlnwegge-tragen, wie er sie zeitweilig an irgend einem sicheren Ort gelassen und selbst weitergezogen sei, um den besten nnd sichersten Weg zu erkunden, wie er sie dann nachgeholt habe, wie sie einmal vom Luftdruck umgeworfen wurden Die Kinder erzählten mit kindlicher Sprung-haftigkeil und Unlogik, aber aus ihren gestammelten und zusammenhanglosen Worten erwuchs den Schwestern doch das erschütterndp Bild von der Tat |e-nes Mannes, der wieder verschwunden war, ehe noch ein Mensch auf den Gedanken kam, sich bei ihm zu bedanken.