«Ponc bar bezahlte . >, Erscheint wöchentlich zweimal: Donnerstag an» Sonntag früh. i^riftiiUm uk e«Htte*a: (»itticu lilca Rt. » t»lepho» Sl. —Nnt«Rdlg»»g«M »e»den tn bn 8tr»aU**a qege» IfctwUMfl btlltgk« G«bshreu entgegeugeao»»«« • If •: 8»« da« StfMk«MdMrig Din 10.—, haldjthrlo VivZV.-, »anzjährch VW40.—. Rfli bat K«llo«b atfprt^caft« «rhShimg.— ftxaaun Dia —.60 Rummer 48 jj DonnerSlag den 15. Juni 1922 4.147.] Jahrgang Dir itruit Punktr Dilktnsons. I. Resolutionen allgemein«» Natur. Die Resolutionen, die von du MindeiheilS-kommifsion der Völker bundliga dem Präger Kongresse vorgelegt und angenommen wuiden, bringen wir heutr >m vollen Texte. Sie lauten in deutscher Ueberfetzung, wie folgt: »In Anbetracht defl Umstandet, daß in den meisten Staaten Minderheiten bestehen, welch« sich von der Mehrheit der Bewohner durch Rasse, Re» ligiou und Sprache unterscheiden; daß et in anbeten Lä ndern bedeutend« Teil« von Bevölkerungen von gleicher Rasse, Religion und Sprache wie dieser Minderheiten gibt und daß daher die Verhältnisse, unter denen dies« Minderheiten lebe», einen tha-rakter von internationalem Zateresfe ausweisen; daß es für ben Frieden und die Gerechtigkeit in der Welt wichtig ist, daß olle Bruchteile »ou zivi-lisierlen Gemeinwesen frei und befriedigt sind; daß bei d«r demokratischen Regieruiizssorm, die heule in den meiste« zivilisierten Staaten überwiegt, di« Regierung in den Händen der Mehrheit d«i Volke» hegt und daß di,se Herrschaft in einer ungerechten »»d d«u Intirrssru der Minderheit zuwiderlaufenden «rt ausgeübt werden kan», wird «« gut sein, daß bit zu dem Zeitpunkte, wo die Versammlung des Völkerbund« ei» allgemeine« lleberrinkommen ausgearbeitet haben wird, alle Staaten übrr«iustimm«nd» Verpflichtungen übernehmen, durch die sie alle, Minderheiten der Raffe, der Sprache und der Religion zusichern, speziell ») Garantien gegen eine jede auf Verkürzung der Minder-heiten hinzielend« Gesetzgebung, d) eine gleiche vehandlung vor d«n Gerichten und Verwaltung«-dehörden, c) die Freiheit, ihre eigen« Sprach« beim Unterricht, in Ausübung der Religion, im öffentlichen und i» privaten Leben zn gebrauchen, i) Achtung feilen« der Mehrheit vor den Rechten nud Bräuchen der Minderheit, die nicht im Gegensatz zur öffentlichen Ordnung bei Staat«« stehen." n. Die Einhaltung der Vertrüge ,Jn Anbetracht de« Umstände«, daß es kein effektive» Mittel gibt, die Durchführung der schon abgeschlossenen MinderheitSfchutzverträge zu sichern, daß einige Staaten darauf eingegangen find, den Völkerbund al« Schützer de« Minderheitenrechte« zu betrachten, daß aber die in diesen Verträgen en t» tzaltenen vorbehalte (reser,««) den Völkerbund in der Ausübung seiner Macht hemmen; daß der internationale Gerichtshof sich bereit« konstituiert hat und daß er zuständig ist, feine Meinung über jed« Frag« ob-zugeben, di« ihm feiten« di« Bölkerbundrate« vor« gelegt wird, ist dir Union der Ansicht, daß der Rot de« Völkerbünde« die Ausgabe habe, festzustellen, ob die durch die Verträge auserlegten Verpflichtungen eingehalten, daß er die Ausgabe habe, jede Nicht» »inHaltung der Verträge vor die Schranken d<« internationalen Gerichtshofes zu bringen und fein Gutachten einzuholen, ferner für den Fall, daß ein Staat e« Unterlasten sollte, sich gegenüber diesem Gutachten zu verantworten, dem Böller« bunde jene Verhaltungemaßnahmen vorzuschlagen, die er geeignet hält, um die Einhüllung der Verträge zu sichern." III. Lokale Selbstverwaltung. 4 Seif Government Loenl.) „I n Anbetracht de« Umstände«, daß die Prinzipien der Demokratie die loyale und allgemeine Aner-kennung des Rechte« der lokalen Selbstverwaltung in sich schließen, ist e« gut, daß in den Staaten, wo die Minderheiten einer Rasse geschloffen beisammen wohnen und geschieden von den anderen in ge> fchloffenen Gruppen beisammen liben, allen diesen Minderheiten die größtmöglich« Autonomie g«. geben werd», welche mit der allgemeinen öfsrnt» lichtn Ordnung de« Staate» vereinbar ist." IT. Die Tätigkeit de» völkerdundes »In Anbetracht, daß manch, Staaten daraus eingegangen sind, daß di» Recht» d«r auf ihrem Gebiete befindlichen Minderheiten durch den Völker« bund garantiert werden; daß e» wi chti g ist, daß die Klagen d«r Minderheiten direkt an den Völkerbund gerichtet werden können durch die Vertreter dieser Minder-h«iten selbst, und, daß st« feiten» de» Völkerbundes zum Gegenstand einer schnellen tatsächlichen Ueber-Prüfung gemacht werden sollen, wird der Präsident der Union aufgefordert, dem Rat der Völkerbundligen einen Antrag auf Ernennung einer ständigen Kommission vorzuschlagen, um, wenn e» notwendig ist, an Ort und Stelle Nachsorschungen über di« Klagen der Minderheiten anzustellen und darüber Bericht zu erstatten." T. Bericht »der die Minderheiten. .In Anbetracht besten, daß e« wichig ist, daß di« Völkerbundversammlung in ihrer nächsten Siptembertagung über die Minder« heitensrage diskutiere; daß eine be« trächtliche Reihe von Beschwerdeschriften der Minder-heiten beim Bölkerbundrat sich schon angesammelt hat, hält es die Union für wünschen«, wert, daß ein ei»g«h«nder Bericht über den Gesamtkomplex dieser Fragen vorb«r«ittt werde und daß di« Möglichk«it geboten werde, üb«r ditsrn Bericht schon in der September-tagung zu verhandeln." VI. Offizielle Sprache. .In Anbetracht besten, daß eine große Zahl von Minderheiten sich darüber beschwert, daß in-solge der Einsührung einer allgemein verbindlichen SlaatS^ache ihre Sprache vernachlässigt werde, daß di« Erfahrung in der Schwtiz und auch in anderen Ländern gezeigt hat, daß die Annahme mehrerer offizieller Sprachen nicht unveriindar ist mit «iurr gedeihlichen Führung der öffentlichen Angelegenheiten, ist e« wünschenswert, daß in den Staaten, wo Iprachliche Minderheiten einen betrii Etlichen Teil der Bevölk«rung ausmachen, die Sprachen dieser Minderheiten bei allen offiziellen Akten konkurrierend mit der Staatssprache angewendet werde». In jenen Gegenden, wo e» nur Mi n derheiten splitter gibt, ist eS wichtig, daß die Sprache dieser Minderheiten für all« B«rhand« lungen und Verlautbarungen ossi-ziell«n Charakter« verwendet werde." VII. Unterricht. „In Anbetracht besten, daß di« Weigerung, den Kindern in ihrer Muttersprache Unterricht er-teilen zu lassen, ein« allg«mem« Unzufriedenheit und lebhasle Erregung unier den Minderheiten her» vorruft, ist e« überau» wünschenswert, daß die Staaten darin übereinkommen, daß in allen Schulen, wo die« praktisch durchführbar ist, d«u Kindern der Unterricht in ihrer Muttersprache erteilt wrrde." Yin. Der Geist, in dem die Verträge angewendet werden sollen. ,Jn Anbetracht, daß «in große« Interesse besteht, daß friedliche Brziehungen zwischen den Minderheiten und der Mehrheit der Bevölkerung in einem bestimmten Lande herrschen; daß die Erweisung sehr gefährlicher Rache- und Revanche» gefühlt vermieden werde, ist e« wichtig, daß die Bestim« mungen d«r Verträge, welche daß Minderheitenrecht regeln, mit aller erdenklichen Großherzigkeit, Ent» gegenkommen nnd Mäßigung gehand-habt werden." Die neunte Resolution wendet sich in scharfen Worten gegen die ver» folgungen der Minder heiten in Klein» a s i e n. Der Kampf um dir Nrchlr der Mindrrhrilrn in Prag. Da die Präger Tagung der Völkerbund igen von so großer Wichtigkeit sür die völkischen Minder» heiten aller Staaten wurde, soll im folgenden cu« Prager Berichten da» Bild de» letzten Tage« der Konferenz, eine« Kampftage« für da« Recht der Minderheiten, zusammengestellt werden. I>eut 2 Nach Erledigung der sachlichen Arbeiten de« Kongresses erschien um 6 Uhr abends des 7. Zum der tschechische Haupldelegierte Senator Brabec wieder im Präge? Ralhaussaale, wo bekanntlich der Kongreß tagte. Die Delegierten stiömten in Massen in den Saa? und umringten mit grober Spannung das Präsidium. Senator Brabec bestieg die Tribiine und gab im Namen der Tschechen. Jugoslawen. Polen. Rumänen und Russen zwei Dcklarationen ab. In der ersten verwehrte er sich gegen den unregelmäßigen Borgang der Abstimmung, der den parlamentarischen Bräuchen deS Lande«, in dessen Hauptstadt der Kon. greß tagte widerspieche. Es wären zwei sormale «»träge (Brabec auf Zurückstellung der Berichte und Lapradelle aus Vertagung bi« zum nächsten Kongreß) vorgelegen, die vor dem meritorischen Antrage Berns-toiff Lafontaine zur Abstimmung häiten gelangen sollen. „Wir verlangen-, erklärte Senator Brabec. „daß dcr gestrig« Vorgang (bei der Annahme der Reso-lulion) durch die Annahme des Antrages Dickinson-Brabec korrigiert werde." Die zweite Erklärung enthielt die bereilS bekannte Ablehnung der Dickin-ion schen Resolution und die Bitte, vom Proiest der Tscheche». Jugoslawen, Polen, Rumäne» und Russen daS Hauptfekretariat des Völkerbundes in Gens zu benachrichtigen. Als Brabec die Rednertribüne verließ, erhoben sich stürmische Prolestruse. Die Italiener riesen ihm nach, er solle wenigstens die Courage haben, auch die Gegevgründe sich anzuhören. Senator Brabec tierließ aber nichtsdestoweniger den Seal. Eigen, lümlich war das Verhalten der Polen. Trotzdem sie nach Schluß der Sitzung, in der die Resolution ttinsoa angenommen wurde, erklärten, der jugo-slawische Vertreter habe seine Vollmacht überschritten, indem er sie in den Protest miteinbezog, blieben sie am letzten Versammlungitage dennoch an der Seite der Vertreter der kleinen Entente und erteilten Se-nator Brabec die Vollmacht, auch in ihrem Namen seine beiden Deklarationen abzugeben. Nach dem Abreten des tschechische« Hruptver» trcterS verwahrte sich zunächst der Schweizer De-legierte Prosessor Egger dagegen, daß die Schweizer Delegation die Auffassung Brabec über die Abstim-muug teile. Dann schwang sich der temperamentvolle Franzose Henefsy auf die Tribüne und erklärte unter vem tosenden Beifall der Versammlung, er bedauere es aus das liesst«, daß die Tschechen durch dieses Vorgehen ein Beispiel von Rebellion gegen die Grundprinzipien dev ParlamentariL-muS gegeben hätten. Der Vmsitzende Russini rechtfertigte den Ab-stimmungSvorzang. Er stellte nachdrücklich fest, daß er die Geschäftsordnung des italienischen Parlamentes angewendet habe und sprach — nicht ohne eine ge-wisse Ironie — sein Bedauern aus, die eventuell abweichenden Bestimmungen dei tschechischen Parlamente» nicht zu kennen. Sensationell wirkt« seine Aeußerung, daß er den ganzen Vorgang mit dem Präsidenten der französischen Vereinigung, Rektor Apell, vorher bespiochen habe. Senator Ruffini bat, , den Antrag auf Vorlage des Protestes an den ' Völkerbund ohne Debatte anzunehmen, erklärte aber, daß er die zweite Forderung, nämlich die Annul. lierung der Abstimmung über die Reso« lution Dickinson nicht erfüllen könne, da er die« mi« seinem juristischen und moralischen Gewissen nicht vereinbaren könne. Bei diesen Worten brach die Versammlung in einen spontanen Beifallssturm auS. „Ich käme mir als der niedrigste Präsident vor, wenn ich eine solche Zumutung annehmen würde. Im übrigen übergebe ich dem Rektor Apell das Präsidium und verlange, daß bei der Abstimmung auf mich keine Rücksicht' genommen werde." AIS Rifsini hieraus daS Präsidium verließ, er-hoben sich die Delegierten von den Sitzen und brachten ihm eine stürmische spontane Huldigung dar. Rektor Apell übernahm den Vorsitz und erklärte bewegt, baß er sich hinter Rufsini stelle und ihn zu allem beglückwünscht, was er getan habe. .Man mutet uns zu, unser Votum zurückzunehmen. Das ist un-bill'g. Wir alle sind der Meinung, daß die Ab« stimmung aufrechterhalten werden mußl" Die Erklärung «pell« wurde mit nicht endenwollendem Beifall aufgenommen. Al« nach debatteloser Annahme des Antrages auf Verweisung de» tschechischen Proteste? an den Völkerbund, Ruffmi wieder daS Präsidium übernahm, erhob sich die Versammlung wie ein Mann, ein BeisallSorkan durchbrauste den Saal, die Dele-gierten schwenkten begeistert ihre Hüte und begrüßten den italienischen Senator mit frenetischem Jubel. Ruffini hielt eine kurze Schlußrede, dankte der Stadt Prag für die erwiesene Gastfreundschaft und 5 itlier Zettnaz damit war einer der denkwürdigsten Tage des Kampie« um das Recht völkischer Minderheiten be-schlössen. Ein steurriojes Schiff. (Betrachtungen über die Tschechoslowakei in einem Präger Briefe.) Hoch gehen die Wogen. Außenpolitisch steht die Tschechoslowakei durch den Vertrag von Rapallo vor einer vollständig geänderten, für sie keineswegs günstigen Lage. Noch schlimmer aber steht eS innen-politisch. Die Slowake» führt die Sprache des Aufruhr?. Die Deuischen haben sich aufgerafft und schaffen nun in Eile die Organisation des Volkes. Die Wirtschaftskrise niht wie ein Alp aus der Brust dieses Staates, sodah er kaum atmen kann. Die sozialen Gegensätze verschärft,, sich von Tag zu Tag. Zu dem Heer dcr Arbeitslosen, das heute :i50.000 ausmacht, gesellen sich die streikenden Metallarbeiter. Eines Tages, es war der 19. Mai, stand das Herz dieses Staates still. Die Arbeiterschaft hatte für Groß-Prag den Generalstreik für 24 Stunden ans-> gerufen. Alle Betriebe ruhten, keine Straßenbahn, keine Automobile verkehrte», die Geschäfte waren geschlossen, keine Zeitungen waren erschienen. Es war, als ob ein riesenhafter Organismus den Atem anhielte. Gewaltig war die Drohung des Proletariats. ES kam nicht nur zu einem Aufmarsch der Tausend-schaften deS ArbeiterheereS, sondern die Erregung der Massen machte sich in schweren Ausschreitungen Luft. Die Demonstranten waren zum überwiegenden Teil Tschechen. Die Kundgebung richtete sich gegen die Regientng, woran« hervorgeht, d«ß nicht nur die MinderheilSovlker, sondern auch ein gewaltiger Teil des tschechischen StaalSvolke« da« bisherige Regierungssystem satt hat und eine Aenderung de« ganzen Kurse« wünscht. Gut die Halste der Demo»-stranten wurde von tschechischen Sozialdemokratin gestellt. Sie manifestierten also gegen eine Regierung, in der ihre eigenen Vertrauensmänner sitzen. Hier liegt da« für die politifchen Verhältnisse der Tschechoslowakei so Charakteristische. Die Regie-rungsparteien laufen gegen die eigene Regierung Sturm. Die tschechischen Parteien der Regierungsmehrheit, ohne jedes Verantwortung«- und Pflicht-aefühl, gefallen- sich in einer Doppelrolle. In der Pjetka errichtet man eine Nebe», oder, bester gesagt, Ueb«rregiernng. Im Parlament geht man mit der Regierung durch dick und dünn und ölt durch sein Verhalte» den AbslimmungSmechaniSmuS. Zum Ueberfluß verteilt man auch noch einige Millwnen RegiecungSgelder, die für die VolkSaufklärung be-' stimmt waren, unter sich, und genießt so alle Annehmlichkeiten einer Regierungspartei. Draußen aber in der Press«, in den Versammlungen, bei »en Straßenkundgebungen spielt man drn wilden Mann und droht derselben Regierung, die man im Paila» mente stützt und in die man die eigenen Vertrauen«-»änner entsendet. Die Nationaldemokraten können sich nicht genug tun i« der schärfsten Kritik der Regierung und ihres EcstministerS. Die tschechischen Sozialdemokraten demonstrieren gegen sich selbst, wenn sie die Arbeiter aus die Straße rufen, während unter anderem ihr Habrmann Minister für soziale Fürsorge und daher auch sür die Lohuherabsetzungen verantwortlich ist. Versucht die Regierung, nnter dem Drängen der Sozialdimokraten und Nationalsozialisten freiheitliche GesetzeSvorlagen einzubringen, so laufen wieder die Tschechischllerikalen Stuim. Unter solchen Verhältnissen wird man eS begreiflich finden/ daß die Regierung einfach fünf grade sein läßt, daß kein Mann den Mut hat, an das Steuerruder zu treten, und daß schließlich da« tschechische Staat«» schiff führerlos, ohne jede Orientierung dahinschaukeli, ein Spiel der Wogen, die der Sturm der Gasse emporpeitscht. Wir haben hierzulande, abgesehen von dcr Deutschensresserei, keinen Plan, keine Vernunft, keinen Standpunkt, Stimmungen allein sind aus-schlaggebend. Wer die Gasse zu mobilisieren vermag, steckt den ganzen Staat in die Tasche. Diese gänzliche Desorientierung zeigt sich auch auf dem Gebiete der auswärtigen Politik. Auch hier zieht jeder an einem anderen Strang. Dr. Benefch ist für eine frankophile Politik. Tusar verficht den Gedanken eines Bündnissei mit Deutschland und Rußland. Kramarsch will von dem einen wie von dem anderen nichts wissen. Wie er innerpolitisch von einem Königreiche der Wenzelskrone träumt, so denkt er außenpolitisch an «in Bündnis aller Slawen. Mit d«r Liebedienerei Frankreich gegenüber ist auch er nicht einverstanden. Der Vertrag von Rapallo stellt die Tschechoslowakei vor einen Scheideweg. Ei werden immer mehr Stimmen laut, dieser Staat Nummer 48 könnte den Anschluß an den großen russischen Bruder versäumen. Andererseits widerstreben alle Regierung» -Parteien einer Fühlungnahme mit den Bolschewiken, sürchten sie doch, daß ihrem Staate in der bolsche« wikischen Umarmung da« Rückgrat gebrochen werde» könnte. Wagt man doch schon aus Angst vor den Kommunisten nicht, Wahlen auszuschreiben. Gewiß gibt es auch unter den Tschechen einsichtig« Köpfe, die erkennen, daß ei so nicht weitergehen dürfe. Bor allem dürfte der Präsident de« Staates genau wissen, daß eS ohne die Deutschen und Slowaken nicht geht und daß die Lüge vom Nationalstaate nicht ausrecht-erhalten werden kann. Aber wir können hier da«-selbe Schauspiel, wie etwa bei Lloyd George, beobachten : sie sind Gefangene ihrer eigenen Taten und Worte. Jahrzehntelang hat man da» tschechische Volk auf Opposition und Negation dressiert. Jahrzehnte-lang gab man ihm kein anderes Brot »i« daS de« Hasse« und de« NeideS. Sie können heute nicht, selbst wenn sie wollten, Vernunft predigen und zur Verständigung raten. So treibt da« tschechische StaatSschifs weiterhin steuerlos in der Wogen Brandung. Da jeder Apell an die Vernunft bet tschechischen Ohren ungehört bleib», so muß auch das tschechische Volk durch die harte Schule de« Leben« gehe» und muß durch die Wucht unumstößlicher Tatsachen mit der Nase auf den eigenen Vorteil gestoßen werden. Ehe nicht das tschechische Volk manche Illusionen der Vergangenheit endgültig begraben hat, ehe e« nicht von seinem Größenwahnsinn geheilt ist »nd e« sich mit der Rolle bescheidet, die ihm kraft feiner Zahl, seiner Kultur und seiner Fähigkeiten zukommt, kann da« tschechische StaatSschifs keinen wirtliche» Kapitän finden. Ob man nun Tusar oder Svehla in die KapitänSunisorm steckt oder Dr. Beneich darin beläßt, ist vollkommen gleichgültig, da auch sie mit eine» steuerlose» Schiff nichts ansangen können. Zusammen mit den Deutschen und Slowaken ließe sich hier ein mitteleuropäischer Staat ausbauen, der sich sehen lassen könnte, der den Tschechen weiteste Eittsaltung«-Möglichkeit böte, in dem sie sich national ausleben könnten. Nicht nur die Schweiz, selbst Belgien und Finnland haben die Haupipunkte de« Nationalitäten' Problem» gelüst. - ES wäre auch hier lösbar. S« mangelt nur an dem guten Willen der Tschechen, die noch immer von de« Wahn besallen sind, 3'/4 Millionen Deutsche zu Tschechen machen oder au«-treiben zu können. Unterdessen lauer» auf da« steuerlose Schiff Klippen, an denen c« zerschelle« kann. ..... Politische Rundschau. Zntand. Bruch zwischen Radtt und Proti« Stojan Protii veröffentlicht in einer der letzten Folgen seines Blatte«-Radikal einen ausseüenerregen-den Artikel über seine letzte Zusammenkunft mit dem kroatischen Banernsührer R«di£, wobei e« zu dem Bruche zwischen beiden Politiker» kam. Ec betont in feinem Aussatz«, daß er den kroatischen Politikern ihre Theorie von den drei Völkern vorgehalten habe, di« im Widerspruch« stehe zu den Ideen der besten Kroaten, und daß er da« Memoran»um des Block« an die Konferenz von Genua getadelt habe, daS dem Ansehen unsere» Staate« nur sehr schaden, nieman-dem aber nützen konnte. Protiä schildert deu Zorn Radlk', der mit den Worten da« Zimmer verlassen habe; „Leben Sie wohl, j tzt haben wir nichts mehr miteinander zu reden !" Protlk meint, Radit werde sich wieder beruhigen, wa« ihm (Protik) aber .alles ein«" sei. Ausschreitungen in gagred. Am Sonntag fand in Zagreb ein Sokolfest de« Zagreber SotolgaueS statt. Die Zagreber Be-völkerung teilte sich in zwei Lager: in das jago-slawische, da« den Sokolfesttag feierlich beging, und in da» separatistische, da« anläßlich des Namens-tagcs der zwei kroatischen Führer, des Bruder« des Stephan Radik Anton Rad ö und Dr. Ante Star-ieviö einen AuSflug nach Sestine veranstaltete, wo di« beiden begraben lieaen. Zur gleichen Zeit, als sich der Umzug der jugoslawischen Turner nach de» Maksimir in Bewegung gesetzt hatte, erfolgte^ der Abmarsch eine« großen Zuge« von kroatischen Soko-listen, der übrigen kroatischen Vereine und eines großen Teiles de« Zagreber Publikum« nach Sestine, wo Stephan Radiö eine politische Rede hielt. Etwa« später al« die jugoslawischen Sokoln kehrten die Teil« nehmer deSAutflage« nach Sestine in mehreren Gruppe» in die Stadt zurück. ES kam dort an mehreren Stellen zu Zusammenstößen mit der Polizei, die «ine Ansamm» Nummer 48 luvg der Blockanhänger verhindern wollte. In das gtößte Zagreber Ease „Korso", aus de« ein Gast „Pfui Radik I" gerufen Halle, drang die erbitterte Menge ein und demolierte es fast vollständig. ES fielen dabei einige Schüsse. Auch aus das Vereins-Haus .Lola*, wo der Sokol l seinen FestkommerS abhielt, wurde »in Angriff gemacht. Die «liktiisch« Belench'.üngwurde unterbrochen, in der Dunkelheit füleo Schüsse und die KommerSteilnrhmer wurden tätlich angegriffen. Die Demonstrationen dauerte» die ganze Nacht an. Bei den Schießereien und P.ü-Keinen in den Straßen der Stadt wurden zehn Personen wehr oder weniger schwer verwundet. Die Polizei hat infolge dieser Borfälle die Verhäi'gung des Ausnahmezustandes angekündigt und das Tragen von Abzeichen und Waffen verboten. Bon Montag ad werden um 9 Uhr abends olle Lokale gesperrt und BolkSansammtungen mit Gewalt auseinander getrieben. Ein« scharfe Note an Bulgarien. Beograder Blättermeldungen zufolge hat der jugoslawische Außenminister Dr. Nink l am 9. Juni den bulgarischen Gesandten iu Bcograd, Herrn Todo-reff, besuch! »nd von ihm verlangt, die bulgarische Regierung wöge unverzüglich aus den jugoslawischen Borschlag, eS möge eine g'misch'« Lommiss'on zur Untersuchung der letzten Einsälle bulgarischer Komi« tadichiS in jugoslawisches Gebiet entsendet werden, aüiworten. Falls Bulgarien diesen Borschlag nicht annehme, werde die Beograder Regierung bemüßigt sein, energische militärische Maßregeln in Anwen« dung zu bringen, um ein sür allemal dem ununter-brcchenen Bedrohen der jugoslawischen Grenzen durch bulgarische Banden ein Ende zu bereiten. Ein ähnliches Ultimatum soll auch die griechische Regierung aus demselben Grunde nach Sofia geschickt haben. Der Ljubljanaer Slovenec (4. Juni) ist der Absicht, daß die Nachricht von den Einfällen bulgarischer Frei« scharen nur ausgesprengt werde, umReNamesürdteRe-gierung zu machen, die sich aus Kosten de« entwaff-neten Bulgarien billige Lorbeerkränze um die Schläfen winden wolle. Der bulgarische Ministerpräsident SiamduliSki habe mit Sowjetrußland gegen die Wrangeltruppen ein Abkommen und mit den bulga-riichcn Kommunisten einen Waffenstillstand geschlossen. D«c Uebertritt Bulgariens auf die Seite Rußlands gehe den Rumänen und dem gegenwärtigen Regime in Jugoslawien wider den Strich, deshalb werde wi» dem Säbel gerasselt und mit dem Ultimatum gedreht. — Indessen soll einer Meldung der bul-garischen Telegraphenagentur zusolge Ministerptäsi' dent Stawduliski die Forderungen der jugoslawischen Regierung angenommen haben. Ausland Die Isolierung Frankreichs. Wie wir bereit« berichtet, hat die Reparation?-ko»miffion in Paris gLgen die einzige Stimme der Franzose« beschlossen, den Finanzausschuß der An-lech«konferenz, die gegenwärtig in Paris tagt, mit-zuteilen, daß eine Herabsetzung der deutschen Repa-rationsschuld möglich sei. Es muß dies zweifellos als bedeutungsvoller Fortschritt gebucht werden, ob-wohl das Anleihekomitee der Bankier« nur die Auf« gäbe hat, ein Gutachten über die Möglichkeit einer ReparationSaoleiht abzugeben. Die Autorität, um nicht zu sagen, die Allmacht deS Amerikaner« Morgan, berechtigt zu der Hoffnung, daß «S gelingen werde, die duich die Verweigerung der französischen Unter« schrist immerhin nicht unerheblichen Eadschwicrigkeuen doch noch zu beseitigen. Die Presse Hit bereits durch-blicken lassen, daß der französische Widerstand nicht blind sei und zwischen der Ansicht dcr französische» Bertreter der ReparationSkommission und derjenige» der übrigen Mitglieder keine unüberbrückbare Kluft liege. Frank,eich hat durch die offen zutage getretene Isolierung einen schwsxen Schlag erhalten. Besonder« die Tatsache, daß Belgien diesmal die Gesolgschast verweigerte, hat die französische Oeffentlichkeit schwer deti ofjen. Frankreichs Gegenforderungen. Die Anleihekonsereoz in Paris wurde auf Antrag MorganS aus drei Monat« vertagt, da di« französischen Gegenforderungen das Anleiheprojekt zum Scheitern gebracht haben. Die Bankiers hätten, wie der Daily Expreß berichtet, als wesentlich für ein« Anleihe folgende Bedingungen vorgeschlagen: I. Herabsetzung der deutschen Gefamtreparation um di« Hälste. 2. Di« Unterzeichn«? der Anleihe erhalten Vorzugsrechte vor allen anderen Gläubigern inbezug auf Zille »der die anderen verfügbaren deu-schen Sicherheiten. 3. Deutschland eihält die Hälfte der Anleihe. 4. Deutschland ist nicht verpflichtet, einen Eillier Zeitung Teil der Reparationen während der Zeit v?n drei Jahren zu zahlen; es wird seine eigenen finanziellen Angelegenheiten einschließlich der Steuersragen selbst kontrollieren. — Frankreich forderte als Preis für feine Zustimmung zu den Vorschlägen der Bankier«: 1. Die Streichung sämtlicher Kriegsschulden, die Frankreich an die Bereinigten Staaten und Groß-britannien schuldet und 2. Streichung aller britischen Forderungen auf einen Anteil an den herabgesetzten Reparationen. — Unter diesen Bedingungen, schreibt das Blatt, würde Frankreich einer Herabsetzung der deutschen Entschädigung um die Hälfte, wenn nicht gar einem dreijährigen Moratorium zustimmen. Die Forderung Frankreichs bedeutet unmögliche Opser auf Seiten Amerika« und GoßbriiannienS. Die öffentliche Meinung in den Bei einigten Staaten ist jeder sentimentalen Erwägung in Bezug aus die den Vereinigten Staaten geschuldet«» Summen ent-schieden abgeneigt. Soweit Großbritannien in Be-tracht kommt, ist der Vorschlag, daß eS keinen Anteil an den deutschen Reparationen erhalten soll, un-denkbar. Eine tschechische Stimme für den An-schluh von Deutschösterreich an das Reich. Unter der Ueberschnst „Stimme de« Blute«' behandelt der Prager Benkov die österreichische Frage und kommt zu dem «für tschechisch-politisches Denken auffallenden Ergebnis, die einzige Lösung sei Ocster-reich« Anschluß an Deutschland. DieS sei auch der einzig« Wunsch Deutschösterreich» und mit dieser Tatsache habe man zu rech»«». Dem Anschlüsse zuzustimmen, sei für die Tschechoslowakei nur von Vorteil, da dadurch da« wirtschaftliche Problem Mitteleuropas vereinfacht werde und politisch der Erfolg nicht geringer wäre. Im Falle eine« Kon-flckieS würde die tschechoslowakische Sache ohnehin eine Angelegenheit Europa« werden. Die Südgrenze de« neuen Deutschland würde überdie« zur Nord grenze nicht nur Jugoslawiens, sondern auch Italiens werde». — Dir Stimme dieses PragerblalteS ist nicht zu unterschätzen, weil e» daS Blatt deS künstigen Ministerpräsidenten Svehla ttud de« Minister« für Landesoerteidignng Usrzal ist. Es vertritt auch die Meinung deS sruheien Prager Gesandte» in Wien Zahrodnrk. Uebrigen« hat sich auch Präsident Maja, yk vor zwei Jahren in ähnlichem Sinne geäußert. Der vierte Polenaufstand in Oder-schlesien. Da« unglückliche Land Oberschlesien kommt nicht zur Ruhe. Schon längere Zit finde» in verschiedenen Orte» Kämpfe zwischen den polnischen Aufständisch'», der Bevölkerung und den alliierte» Truppen statt. Die Gewalttaten der Polen haben eine Aimosphäre der Unsicherheit geschaffen, die da« einst so blühend« Land an den Rand de« Abgrunde« bringt. Wie auS Beuthen gemeldet wird, hat die interalliierte Kommission über Ratibo^, Kreis und Stadt, den Be-lageruogSzustand verhängt. Bei de» Kämpfen bei HohenUude waren auf beiden Seilen un^ejähr 3 iO Mann am Kampse beteiligt. Wie sy'tematijch übrigens zur Austreibung der Deutschen aus dem Polen zu-erkannten Teile OberschlesienS gehetzt wird, .beweist «in Artikel einer polnischen Zeitung, in dem eS heißt: Die Ausrottung und Ausweisung der Deutschen mit oder ohne Möbel ist die erste Pflicht so vohl der Regierung al« dir polnischen Loltsgemein^chifi. Ohne unS um nnkere Regierung weiter zu bekümmern, die durch eine Reihe von Abmachungen gebunden ist, welche die deutsche Minderheit schätzen. müff:» wir unsere wack-re Bevölkerung a» di« Pflicht er-innern, die Deutschen in tämllichen industriellen, landwirtschastlich-n und andere» Zentren auszurotten. Die Zahl der einzelnen Gewaltakte, Zertrüm-merungen von deutschen Werten, von Raud- und Mordfällen ist Legwn. Ausgang der ungarischen Wahlen Die Wahlen für die ungarische Nationalversammlung haben mit dem Siege der Regierung«» pari«! geendet. Sie erhielt alles zusamm-n 1<>4 Mandate, die Opposition 79. Bei den Suchwahlen fielen der Regierungspartei 14 Mandat« zu, d:r Opposition lv. Bei den lctzleren fielen auch zw i Minister durch, die deshalb ihre Portefeuille« ver-lieren. Man spricht von der Ernennung des Staatssekretärs SzitowSky zum Han^elsminister und der de« BanernsührerS Szabo Ragyttad zum Ackerbau« minister. _ Aus Slaöl und Sanft. Da« Königspaar vor der „Schranke". Bekanntlich «eilen König Alexander und Königin Geite 5 Marie gegenwärtig in dem lieblichen Kurorte Beides in Oberkrain, wo sie in der ehemals Windischgrätz'« schen Villa, dem jetzigen Schlosse Suvobor, wohnen. Die Ankunft de« Königspaares wurde von der slo-wenischen Bevölkerung auf das glänzendste gefeiert. Auf dem See .Venezianische Nacht" und aus dm Bergen Freudenfeuer. Wir heben im nachfolgenden ein reizende« Vorkommnis hervor. Al« sich daS Auto de« König« dem Schlosse nähert«, befand e« sich plötzlich vor der „Schranke". Einige Bauern au« der Wochein hatte» sie ausgerichtet. DaS Schranken-ausrichten vor Neuvermählten, die sich durch ei» Lösegeld auskaufen müsse», ist eine besonders in Krain allgemein geübte Sitte. Zwei Bauern brachten ein GlaS Wein und ließen den König und die Königin trinken. Dcr König war sehr erfreu« und sagte: .Ich grüße die slowenischen Bauern, die ich herzlich litte. Mit Freude bin ich nach der Hochzeit vorerst zu ihnen gekommen I" Die Königin war über den alten BolkSbrauch so gerührt, daß ihr die Tränen in die Augen kamen. BeldcS erlebt gegenwärtig' schöne Tage. Deutsche Kritiken über das gika-quartett. E« dürft« die zahlreichen Fieunde und Schätzer deS ZikaquartetteS interessieren, wenigstens einige reichSdeutsche Besprechungen kennen zu lernen. AuS der Menge geradezu begeisterter Kritiken greisen wir nur wenig« besonders charakteristisch: heraus." So schreibt z. B die München Augsburger Abend-zeitung: .Sie bilden ei» Ouarlett von ganz ausgezeichneter künstlerischer Fähigkeit. Da sitzen mal wieder vier geborene Musiker zusammen, die in Ton-schöaheit schwelgen und in jugendlicher Vegeisterung glühe», um die Ton'p ache ihrer slawischen Meister klangberedt zu machen. Der NaturstimmungSmusik, wie sie sich in V. Rooak« G Dur-Streichq tartM Op. 22, temperamentvoll auslebt; waren die gleich-gestimmten Seelen dcr Spieler überzeugende Für« sprecher. Und vollend« Smetana« Quartett in' E Moll „Aus meinem Leben" schuse» sie auS dem Born innigsten Verstehen« nach, in Leid und Jubel' ' jede Regung empfindend. Die Wiedergabe halte eine Unwiderstehlichkeit sondergleichen und zündele unter den Zuhörern mit elementarer Gewalt. Daß die urwüchsig« Energie sich auch zu beherrschen wußte, zeigt die seingetötte AuSsührung vc>i Mozart« „Jigd O taUett*. Nach all dem braucht wohl kam» versichert zu werden, »aß der Ersolg der vier Herren ein d>nch>chlag«nder war und ihr spätere» Wieder-kommen allerseits begrfl'gt werden wird." — Das Fränkische Abendblttt. Wüezbnrg, schreibt: „Utn , Böhmen* scheint in der w j >er Hinsicht noch jungen Ouarteitveremigung. weiche sich am Freitag dem hiesigen Publikum virstellte, eine Nachwlge« schast zu erstehen, di« durchaus befähigt «rjcheint, deren große Tradition fortzusetzen. Schon heute b?« wundern wir an ihnen di« t«fl ta den Kern ihre» Wesen« greisende ech'e Masikalizität. de» Zug ins G-oße, dit jene auszeichnete. Ihr Oaartetlspiel ge-mahnt nicht selten an Occhnterkiang, so klangreich ist jede? Instrument, so mark z und qroßlinig die ganze Auffassung, der Pcimgeigec und der ganz vorzügliche Bratichist zeichnen sich durch besoiderS schöne», gesangsähnlichen Ton au«.' — U.t Würzburger Generalanzeiger: „Da« Z kaauartttt ist be« ruscn, di« Kunst der Hümai in di« Welt zu tragen, denn eS steh: aus «in«r Stuse der Vollendung — in technischer und geistiger B.ztehung —, wie sie aus dem empfindsamen Gebiete deß O lartett-spiel? selten erreicht wird. Ein Ouartetlsülzrer, ein vordringlicher Inspirator oder L iter ist nicht zu er« kennen, alle Schönheit q tillt aus einem Ursprung, waS da singt und kling', >ft wie a u i einem Guß." — In derselbe» Tonart bewegen sich die Münchener, Nürnberger und Hamdurger Bläiter. Bon Heiligen-berg aus, wo den Künstlern v»n Fürst Färstenberg «ip geradezu bezaubernder Empfang bereitet wurde, begeben sich die ZikaZ noch nach Donaueschingen Mannheim, Heidelberg, Stuttgart und Karlsruhe, von wa sie weder nah H.'iligen *rg zurückkehren, tn h!«e»'elbl nah eitig ^jeit a'S Gäste des Fürsten Fürstenderg zu verdteiben. Das Publikum wird, wie der Stadtma» giftrat Eelje Verlautbart, ausmerkfam gemacht, daß die Benützung von Badekubiaen im Vamenbad männ-lichen Personen vcrboien ist. Die Ausseherin de« Damendades hat den strengen Austrag, jede Person männlichen Geschlechtes, die sie u» die Erlaubnis zum Gebrauch« von Badekabinen im Damenbade er« suchen s»llte, zurückzuweisen. Unterdrückung des deutschen Schul« wesen» in den Nachfolgestaaten. Die Zei-tungSkorrespondenz W.en-Expreß berichtet: Dem uns der disjährigen Tagung deS deuischen Sch iloereine» erstatteten Berich'e über da« Schulwesen der deutsche» Grill 4 Minderheiten ist folgende« zu entnehmen: In Ru. «tnien milsjen di« Teutschen ihr« Schulen durchaus au» eigenen Mitteln erhalten. In Jugoslawien ist die Behandlung verschieden, a« ungünstigsten iu den slowenische» LandeSteilen. vmische Schulen werde» dort nur alt Nebenflüsse» geduld«», Kinder auS Mischehen gezwungen, slowknische Schulen zu b«. suchen, auch wenn sie nicht de« Slowenischen »ächtig sind, der Privatunterricht aber aus daS äußerste er-schwer». In den ehemals deutschen T«il«n Polens entbehre» von 250.000 deutschen Kindern 150.000 de« deutschen Unterricht«. In der Tschechoslowakei wurden ti» zu» 1. Oktober 1920 über 20000 deutsch« Kinder gezwungen, tschechisch« Schulen zu besuchen, »ehr al« 1600 deutsche Schulklassen ge» sperrt und 1371 tschechische Schulklassen, meist in rein deutschem ©«biete, errichtet. Im Budget für 1321 wandt« der Staat sür die tschechischen Hoch» schulen 45, sür die deutscheu nur 6-8, für die tsch«. chischtn Mittelschulen 1b 7, sür die deutschen aber nur 0'45 Millionen Tschechokronen aus. Bon In-vestttioneu fielen aus das tschechische Schulwesen 135, aus das deutsch« jedoch nur 3 Millionen. Hiezu ist zu bemerke», daß in neuester Zeit sich in der tsche-chischen Presse eine starke Agitation für die Be-seltigung der Autonomie der Hochschulen bemerkbar mach', wodurch die deutschen Hochschulen entnatio-nalifurt werd«« sollen. Ein deutscher Politiker in Iugo slowien. Der Ljudtjanaer Jutro schreibt in seiner Folge vom 10. Juni l. I.: Dieser Tage ist aus Berlin der deutsche demokratische Abgeordnete Heile, ew Freund deS bekannten Naumann, d«r wählend des Krieges die Idee eine« Mitteleuropa so sehr pro« pagterle, nach B«o^rud gekommen. Heile verfolgt unter andere» die Idee eim» internationalen demo-kratischen Kongresses und hält morgen wegen dieser Angelegenheit eine Konserenz mit den Mitgliedern de« jugvsla^i'chen de»okratischen Klubi Davidovii, Dr. Maunkov'i und Dr. Kukov grader Regierung nicht geneh» ist. Ob sich Beograd hiebet etiva aus den Vertrag von St. Germain be-rufen oder von Wien nur einen Liebesdienst verlangt ha», ist nicht bekannt. Jedenfalls handelt e« sich aber, wenn die Geschichte wahr ist, um einen bemerkenswerten, wenn auch vereinzelten Fall von jener Auf-saffung von Souveränität, die sich von Frankreich her über den Südosten verbreite». Ein peinücher gwischenfall in Leo grad. Die Bcograder Tribun« macht vou eine» peinlichen Zwischensalle Mitteilung, der sich in Beo» grad gelegentlich der Hochzeittseierlichkeiten ereignete. Die Offiziere der jugoslawischen Donauslottille gaben am 8. Juni ein Festessen zu Ehren der sremden Marineossiziere, aus da« der rumänisch« Admiral »it seine« zehn Offizier«« nicht kam. Er erklärte, er weile schon drei Tage in Beograd, sei aber »it seinen Offizieren weder zur Hochzeit noch zu d«n Num»er 48 Wettspielen eingeladen worden. Deshalb könne t sich an einem offiziellen Abendessen nicht beteiligen.. UrbrigenS hat der Admiral seinen Offizieren auch jede« Entfernen von den rumänischen Schiffen ver-boten. Er ist aus dem Wege. Wie der K»etij«kr list berichte», hat der bekannte Führer der Klerikalem vor dem Umstürze Dr. Suöterä'e bereit« die Be-willigung erhalten, in die Heimat zurückzukehren.. Der SlooenSki Narob behauptet, daß dies« Meldung vollkommen verglich sci. Dr. susters'«! wirb viel» leicht voch im Lause diese« Monate«, ganz sicher aber im Monate Juli, zurückkehren. Die tschechoslowakische Kriegsanleihe. Der Prager Benkov berichtet hinsichtlich der Aus-zahlung der Kriegsanleihe, daß eine Entscheidung noch nicht ausgesprochen wurde, daß aber im Sinne besonderer Bersügiingen auf Nein« Besitzer und die» jenigen, die die vierte Anleihe gezeichnet haben, di« aus jede» Fall in Belracht gezogen werden müsse, Rücksicht genommen werden wird. Die Zurückzahlung, der gesamten KriegSanleihe wird 80$ betragen. Hinsichtlich der vervliebeneo 20$ wird m-n indi> viduell vorgehen. Sport. FuhdaUwettsptel. Donnerstag (Fron, lcichnam) wird zum erstenmale in Trlje di« erst» Mannschaft de« Sportvereine« «ostanj gegen di« Reserve der Athletiker spielen. Da« Spiet dürfte interessant werden, da ^«!a»»j über einige gute Kräfte verfügt. ES wäre zu wünsch«», daß der Besuch b„ Wettspielen ei» besserer wäre, al« die« bei den beiden letzten Spielen der Fall war. Am kommenden Sonntag wird voraussichtlich der Sport-klub Rapid-Maribor gegen die erste Mai ns chast d«r Athletiker ein Wettspiel austragen. Der Bericht üb» da« sonntägige Wettspiel gegen den'Zag-eber Sportklub „Penkala" folgt in unserer Sonntag«iiu»m«r «ach. Kehr wohltuend bei Einreibnuge» von Rücken, Glieder« u. s. w., al« KoSmetikum zur .Haut», Zahn- und Miindpflege wirkt Apotheker Feller» wohl» riechendes „Elsafluid". Es ist weitaus stärker und besser al« Franzbranntwein und seit 2b Jahren beliebt. 3 Doppelflaschen oder 1 Tpezialslasche samt Packung und Postporio um 72 Kr. vergeudet: Engen B. Feller, Stnbica donja, Elsaplatz Nr. 335, Kroatien.»» Der Spar- und Vorschussverein r. 0, m. o. H. -»in Celjee- ina eigenen Hause Glarni trg 15 ▼erzinet Spareinlagen mit 4°/o tSglich verffGgbar. Bei ein- bezw. dreimonatlicher Kündigung: höhere Verzinsung1 Gewährt Bürgschaft»- und Hypothekardarlehen *owU Kontokorrentkredit« mit entspreebeuder Sicher-•tellung unter den günstigsten Bedingungen. Zwei Verkäuferinnen der slovenischen u. deutschen Sprache ro&cbtig, werden aufgenommen bei Jos. 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