Laibacher Donnerstag den io. April. N3ien, den z. April. '.5/^an spricht vo« einem Kommerz-traktat , der nächstens von unsrer Seite mit Preußen und England soll geschloffen werden. Vermög dieses verbiethet Preußen die Einfuhr aller Französischen Weine, und nimmt dafür Qesterreichische und Hungari-sche; hingegen erhalt es freye Ein-fuhr st^er Leinwände, Tücher, und andrer Kunsierzeugniffe. England bezieht von uns sein Kupft? nicht mehr in Klumpen, sondern itt großen bearbeiteten Platten, so wie es selbe zur Bedeckung der Schisse brauchet; serner bey jedem Quantum rohen Eisens die Halste bearbeitetes: > hingegen erhalt es ebenfalls freye Einfuhr für alle englische Kunsipro-dukle , die wir entweder gar nicht , oder nicht in hinlänglicher Menge erzeugen, z. B. Manchester, Tücher u. s. w. Diesem Kommerztraktat soll dann, wie es heißt, bald ein engeres Offensiv-und Defensivbünd-niß folgen, welches dem Türkenkrieg ein Ende machen, und Europa einen dauerhaften Frieden schenken würde, und damit Frankreich nichts dazu sagen könne, wird man dasselbe über diesen Punkt gar nicht befragen!! Vorgestern kam ein Kuricr aus dem Hauptquartiere Futak an, der die Nachricht mitbrachte, daß Se. Majestät der Kaiser am 2s. alldort in höchsterwünschtem Wohlseyn eingetroffen sind, wo auch die ganze hohe Generalität versammelt war, um den Befehl zum Uibergange über den Savestrom zu empfangen. Privcttbrieft melden , daß ein Oberster, den wir noch zu nennen Anstand nehmen , samt der Negi-mentskasse und dem Rechnungsführer zum Türken übergegangen sey. Er soll ein Busenfreund des nunmehr beschnittenen Oberstlieutenants Chozzi gewesen seyn. Laibach. Sontags früh traf das Garni-lonsöataillon vom Lattermanischen Infanterieregiment hier ein , hielt Montags Nastag, und Dienstags früh reiste solches nach Fiume an ihr Bestimmungsort zur Besatzung wieder ab. Trissi, öen 3. April. Der Senat von Venedig hat allen Gouverneurs der Republik aufgetragen sich in 2mal 24 Stunden in Venedig einzufinden. Daß es in dieser Versammlung um eine auser-ordentliche und sehr wichtige Sache zu thun sey, ist mehr als gewiß, was man aber dabei ausbreiten wird, muß man der Zeit abwarten. Vie-le wollen behaupten, die Republik werde gegen Jemanden den Krieg i beschliessen , welche ihre Meinung mit dem bekräftiget habcn wollen, weil die Republik erst verflossene Woche eine Fregate von 82 Kanonen, und zu deren Begleitung einen Schiam-beko in die See stach. Selbst die hier sich befindlichen Venezianer stimmen dieser Meinung bei. In dem Mittelländischen Meere mögen sie raufen, wie sie wollen , und mit wem es ihnen beliebt, wenn sie. nur uns ungeschoren lassen, so sind. Wir mit ihnen höchstens zufrieden. Sollte es ihnen aber einfallen bev der Auffahrt Christi ihre. ^fcenla in Trieft halten zu wollen, so würden wir uns für dieses höflichst bedanken. Das lezte' hier gestandene russische Kriegsschiff von 18 Kanone» lichtete heut Frühe die Anker, spante die Segel auf, begrüßte den Kotter mit ii Kanonenschüssen, der ihm mit 9 dankte , und lief aufs Kappern , oder gckappert zu werden, wit taufend Freuden aus. Die Batterien sind schon bis auf die Wachtsiuben fertig. Auf dem 2wßm Molo hat man schon einige ^" den größten Kanonen auf die "eue Batterie gepstanzet. In 8 Tagen wurden 6020 Patronen für die Kanonen verfertiget. Für jede Kanone sind zac» bestimmt, die Kolter haben auch ^schon Granaten gefasset, welchen Gebrauch sie aber damit machen werden , kan» man eigentlich noch nicht bestimmen. Von M.intlla werben hier 16 Kanonen, und 8c> Mann Kanoniers taglich erwartet. Die Kanonen bleiben hier: die Kanoniers sollten aber auf die Kriegsschiffe ausgetheilet werden. Fur das ganze k. Litorale sollte» ZOO Stückknechte aufgenommen wer^. den, bis itzt hat man aber nur 61 angeworben. . Mehrere Privatbriefe aus Konstantinopel versichern; der k. k. In-ternunzius wäre mit einem französischen Kauffartheyschiffe von Konstantinopel nach Livorno abgesegelt, wo er sich schon bereits befinden soll. Aus den hier sequesirirten Türken sind 3 vornehme Handelsleute aus Tunis in einem Boote nach ^axo ä'INria, von Op" ä'INrig nach Venedig, und sodann nach Tunis abgefahren. polen. Nach Briefen aus Warschau vom' 8. März befinden sich Ge. Poln.^ Maj. nicht ^vohl, hüttn schon stit vier Tagen das Bett , und haben! stets den 'Leibarzt , Hrn. Boekler,^ bey sich. Dieser soll jedoch versichern , daß keine Gefahr vorhanden ist, und S. Maj. ehestens wieder qenssen' würden. „Von den Russischen und Pol-yischen Truppen sowohl als von den feindlichen" — heißt es weiter — hört man hier beynahe gar nichts;' Ms ist nchig, und man kann auf^ keine Unternehmung denken , indem «n unserer und der Türkischen Gränze so viel Schnee liegt, und dabey immer ein so unstetes Wetter herrscht, daß die Wege zum Transport ganz unbrauchbar sind; es können auch weder Zellen ausgeschlagen, noch Laufgraben eröfnet werden , und die Armeen befinden sich dadurch in der ftr die Neugierde des nach Berichten von Schlachten , Belagerungen und Heldenthaten dürstenden Publikums unangenehmen Nothwendigkeit, bessere Witterung abzuwarten, um alle die Unternehmungen, womit man sich gegenwartig herumträgt, in das Werk zu setzen." > „Kein Tag vergeht — schreibt man aus Presbura, untt-r dem 29. März — wo nicht grosse Transporte von Trupen, Kriegsvorrath und Mundvorrath, hier vorüber, auf der Donau ;ur Armee ab-gchen. Vorgestern frühe find die beyden Infanterieregimenter Tillier undLang-lois aus Qbnösterreich , auf 9 grossen Schiffen hier vorbeygezogen, und, Abends smd Artilleristen auf eben so ^ View: Fahrzeugen hier angekommen-Gestern folgten mehrere mit Munition beladene Kriegsschiffe, und n Schiffe mit Geld; taglich gehen mehrere mit Mehl und andern Lebensbedürfnissen den Sirohm abwärts."— Wird alle Donnerstay auf dem Platz N. 183. m der von Klemmaye»-fthen Buchhandlung ausgegeben.